Freitag, 21. März 1950 180. Jahrgang Nr. 68 Erstes Blatt Annahme von Anzetae» für die Tagcsnnmmer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Relchspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefredakteur: Dr Friedl Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich in Gießen. Erscheint tägttch.rmtzei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eichener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Tragen lohn, auch bei Richter« scheinen einzclnerRummern infolge höherer Gewalt. zernfprechanfchliiste anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Onid und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls Buch- und Zteindruckerei K Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulttraße 7. Der Konflikt zwischen Thüringen und dem Reich. Das houngabkommen vor der pariser Kammer. Tardieu für eine Beschleunigung der Ratifizierung. Paris, 20. März. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Kammersitzung hat der 3ustizminister den Gesetzentwurf zur 'Ratifizierung der Haager Abkommen und des Voungplanes eingebracht. Er forderte im Namen der Regierung die Lieber- Weisung des Gesetzentwurfes an den Finanzausschuß. Der Vorsitzende des Kammerausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, Paul B o n c o u r, erhob hiergegen Einspruch und erklärte, wenn der Entwurf auch in hohem Maße den Finanzausschuß interessiere, so gehe er indessen auch den Auswärtigen Ausschuß etwas an; denn wenn er auch eine beträchtliche finanzielle Tragweite habe, so habe er auf der anderen Seite eine politische Bedeutung, namentlich hinsichtlich der Rheinlandräumung. Man könne nicht an einen Konflikt zwischen den beiden Kammerausschüssen denken; aber selbstverständlich müsse der Entwurf zur Begutachtung an den Auswärtigen Ausschuß verwiesen werden. Ministerpräsident Tardieu stimmte mit dem Aba. Paul Boncour darüber überein, daß der Entwurf finanzielle wie politische Bedeutung habe, aber er könne zur Berichterstattung nur an einen einzigen Ausschuß verwiesen werden. Der andere Ausschuß könne nur gutachtlich befragt werden. Der Entwurf stelle das Gegenstück des Gesetzentwurfs über die Schulden Frankreichs dar, der verabschiedet fei. Der ^oungplan fei die Ersetzung des einen Systems durch ein anderes, und zwar die Ersetzung der Zwangsgarantien dprch ein Sy st em der indirekten Garantien. An dem Tage, an dem ein Teil der deutschen Schuld in der anonymen Masse der Inhaber internationaler Werte untergebracht werde, werde die Reparationsschuld Deutschlands mit der öffentlichen Schuld Deutschland zusammenfallcn. An diesem Tage werde Frankreich anstelle von Zwangsgarantien fi nanzielle Garantien in Form des deutschen K r e bild besitzen. Der Voungplan werde erst an dem Tage lebendige Wirklichkeit sein, an dem ein erster Teil der Aoung-Obligatianen mobilisiert sein werde. Man könne zur Unterbringung dieser ersten Tranche unter den besten Bedingungen nur im M a i schreiten. Andernfalls würde man bis November warten müssen. Im Mai müsse aber die erste Tranche aufgelegt werden, und an diesem Tage müssen die Haager Abkommen ratifiziert sein, damit die Bank für internationalen Zahlungsausgleich organisiert werde. Dazu benötige man sieben Wochen. Wenn das französische Parlament die Mobilisierung des ersten Teils im Mai wolle, dann fei es dringend nötig, daß f p ä t e st e n s am 6. A p r i l die Ratifizierung in Kammer und Senat vollzogen fei. — Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Abg. Malvy, erklärte, er sei mit dem Abg. Paul-Boncour und mit der Regierung darin einin. daß der Gesetzentwurf zwecks grundlegender Be.. )icrstattung an den Finanzaus- fchuß verwiesen werde und daß der Auswärtige Ausschuß um ein Gutachten gebeten werde. In diesem Sinne wurde beschlossen. Oie indische Llnabhängigkeits- bewegung Kareli (Bezirk Bombay), 20. März. (WTB. Funkspruch.) Reuter meldet: Gandhi forderte hier in einer Rede die Einwohner auf, ihr e i g e n e s Salz zu bereiten. Wenn sie dafür ins Gefängnis gehen müßten, dann sollten sie es mit dem Namen des Gottes R a m auf den Lippen tun. (Der Gott Ram wird von Trauernden angcruien, wenn ein Leichnam verbrannt wird.) Wenn sic mißhandelt würden, sollten sie es>m i l Heiterkeit ertragen, wenn sic niedergeschossen würden, sollten sie in Frieden sterben. — Der Präsident des Allindisck)en Nationalkongresses Pandit Ia- waharlal Nehru, der heute in Iambusar mit Gandhi eine Zusammenkunft hatte, sagte, Gujerat trage eine große Verantwortung, denn ganz Indien werde auf diesen Bezirk blicken, in dem der Kampf um die Unabhängigkeit beginne. China vor einem neuen Bürgerkrieg? London, 20. März. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet: Der neue Bürgerkrieg scheint letzt endgültig begonnen zu haben. Zugleich mit dem Beschluß, eine unabhängig c Regierung in Peiping einzusehen, erfolgte die Entlassung aller Beamten der Ranking°Re° gierung bei der Eisenbahn Tientsin-Peiping und der Regierungsbeamten der Telegraphen- und Telephonverwaltung. Ferner wurden die Zeitungen, die bisher von Anhängern der Banking-- regierung redigiert wurden, mit Beschlag belegt. Hervorragende Anhänger Tschiangkai- schcks suchen im Peipinger Gesandtschaftsviertel und in den ausländischen Konzessionen von Tientsin Zuflucht. Fenghuhsiang ist von Bensih schon aus seiner angeblichen Gefangenschaft entlassen und zum Oberbefehlshaber des „Volksheeres" in Schansi und Honan ernannt worden. Die M u k d e n - R e g i e- r u n g hat bereits ihre Reutralität erklärt, obwohl sie vertragsgemäß zur Unterstützung der Nanking-Regierung verpflichtet wäre. Oie Antwort an Sev rina. Weimar, 20. Mär;. (TU.) Das thüringische Gesamtkabinett beschäftigte sich am Donnerstagvormittag mit dem bekannten Brief des Reichsinnenministers Seocring. Man einigle sich auf eine Erklärung, die Staatsminister Baum im Landtag zur Verlesung brachte. Die Regierung druckt darin ihr größtes Befremden über Form und Inhalt des Schreibens Severin gs, sowie darüber aus, daß fein Brief erst nach der Beröff ent- lidjung durch Rundfunk und Presse in den Besitz der Landesregierung gelangt sei. In Beantwortung des sachlichen Inhaltes des Schreibens wird festgestellt, daß die thüringische Regierung gegen den Bund „Adler und Falken" nicht einschreiten konnte, da sich der Bund in keiner Weise gegen den Bestand des Reiches betätigt habe. Die bisher nicht erfolgte Beantwortung des Schreibens des Reichsinnenministers durch die thüringische Regierung gebe Herrn Seoering nicht das Recht, die Ueberroeifungen aus den Fondsmitteln an das Land Thüringen ein- zustellen. Diese Maßnahme, die nur geeignet fei, die Bevölkerung in Thüringen zu beunruhigen und einen Konflikt zwischen dem Reich und dem Lande Thüringen herbeizuführen, wird aufs schärf st e zurückgcwiesen. Zu der Umorganifation der thüringischen Polizei wird erklärt, zunächst müsse vom Reichsinnenminister der bündige Beweis dafür erbracht werden, daß die vom Lande Thüringen mit dem Reiche vereinbarten Bedingungen über die Zuweisung von Etatsmitteln für die thüringische Polizei nicht erfüllt worden sind. Der Reichsinnenminister habe aber nicht ^i n m a l mit geteilt, in welcher Weise diese Beengungen durch das Land Thüringen verletzt worden sein sollen. Seit llebernahme der Regierungsgeschäfte durch die neue thüringische Regierung fei in der Landespolizei mit Ausnahme der terminmäßigen Entlassungen und Beförderungen überhaupt keine Veränderung vorgenommen worden. Die sozialdemokratische Fraktion forderte von dem Minister Frick, der bekanntlich die Umorganisation der thüringischen Polizei in nationalsozialistischem Sinne in öffentlichen Versammlungen angekündigt hatte, Auskunft über seine Absichten und außerdem Besprechung der Regierungserklärung in einer der nächsten Landtagssihungen. Ein Aufruf der We marer Regierung. Weimar, 20. März. (SU.) Das Thüringer Gefamtministerium erließ am Donnerstagabend einen Aufruf an das Thüringer Volk, in dem es u. a. heißt: Als im Anfang dieses Jahres die Landesregierung die Regierungs- geschäfte übernommen hatte, gab sie das Versprechen ab, alles daran zu sehen, um die von der Mehrheit aller Thüringer gewünschte politische Selbständigkeit des Landes zu erhalten. Inzwischen sind wichtige Gesetze zu der notwendigen Finanz- und Verwaltungsreform vorberei- t e t und dem Landtag zugeleitet worden. In diesem Zeitpunkt strengster und verantwortungsschwerster Arbeit um die Lebensinteressen des - v Thüringer Volkes unternimmt es der der sozial- 1 demokratischen Partei angehörende Reichs- innenminister Severing ohne jede haltbare Begründung und unter Mißachtung der getroffenen Vereinbarungen, in den gedeihlichen Fortgang der Thüringer Regierungsgeschäste einzugreisen und kündigt in einem Schreiben an die Landesregierung die Zurückhaltung von beträchtlichen, dem Lande zu st eh enden Mitteln an. Wenn sich die Landesregierung mit dieser Kundgebung an die Oefsentlichkeit wendet, weiß sie sich in der Zurückweisung dieser Angriffe eins mit der Heimattreuen Thüringer Bevölkerung. Sie bittet das Thüringer Volk um Gefolgschaft und Treue in dem besten Willen, alle Angriffe auf die Ehre, das Ansehen und die Freiheit des Heimatlandes abzuwehren. Der Aufruf an das Thüringer Volk ist namentlich unterzeichnet von sämtlichen acht Mitgliedern der Landesregierung, von der Deutschen Volkspartei bis zu den Rationalsozialisten. Oie Sperrung der Reichsüberweisungen. Ter Re ch a Ucr ei ,verstand n — Tie H ltu r G oenrrs. Berlin, 20. März. (ERD. Eigene Meldung.) Zu der Einstellung der Lieberweisungen aus Fonds der inneren Verwaltung und der Zuschußzahlungen für die Landespolizei in Thüringen hören wir von unterrichteter Seite, daß Reichsminister des Innern Severing sich über seine Maßnahmen vorhermit dem Reichs- j kanzler in Derbin düng gesetzt hat, der sich mit feinem Vorgehen einverstanden erklärte. Auch mit dem Reichswehrminister 1 G roener hat der Reichsinnenminister Fühlung genommen. Dabei hat derReichswehrministcr zum Ausdruck gebracht, daß er die Stellungnahme des Reichsinnenministres durchaus billige, da er befürchten müsse, durch dos Verhalten der Thüringer Regierung den Rationalsozialisten gegenüber im Zusammenhang mit den zur Zeit schwebenden Ermittelungen wegen national- sozialistischer Propaganda in der Reichswehr in eine schwierige Lage zu kommen. Strafantrag des Oberbürgermeisters von Esenach. E i f e n a ch, 20. März. (WTB.) 3m Zusammenhang mit den durch die Presse gegangenen Behauptungen, Oberbürgermeister Dr. Janson habe von einem Bewerber um den Eisenacher Polizeikommissarposten, Polizeianwärter Wachts, Berlin, 20. März. (WTB.) Das Rcichska- b i n e 11 trat heute nachmittag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zur Erledigung einer größeren Anzahl laufender Angelegenheiten in der Reichskanzlei zu einer Sitzung zusammen. 3n erster Linie tarnen die Anregungen, die der Herr Reichspräsident in seinem bekannten Schreiben an die Reichsregierung vom 18. dieses Monats gemocht hol, zu eingehender Erörterung. 3n diesem Zusammenhang hatte der R e i ch s in i n i st e r des 3 n n e r n vor kurzem dem Kabinett einen im Einvernehmen mit den beteiligten Reichs- und preußischen Ressorts ousgearbeiteten Plan einer Reichs- und Staatshilfe für die bedrängten Ostgebiete vorgelegt, der in der heutigen Kabinettssitzung die grundsätzliche Z u - st immu ng der Reichsregierung gefunden hat. Mil der Ausführung dieses planes, der an sich für zehn 3 ahre vorgesehen ist, soll im bevorstehenden Haushaltsjahre 1930 mit den im Haushaltspläne vorgesehenen 22 Millionen Reichsmark begonnen werden. Sodann berichtete dec Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft über die in den letzten Togen zustande gekommenen geme’nfamen agrarpolitischen Anträge der Regierungsparteien, die vom kommenden Montag ab ihre parlamentarische Erledigung b e s ch l e u- n ig t finden sollen. * Der Beschluß des Reichskabinetts über die wirtschaftliche und kulturelle Ttnterstühung der deutschen Ostgebiete stützt sich auf eine umfangreiche Denkschrift des Reichsinnenministeriums, die in Zusammenarbeit mit der preußischen Staatsrcgierung entstanden ist. Die Maßnahmen, die zur Unterstützung der Ostprovinzen für erforderlich gehalten werden, können in drei große Gruppen zusammengefoßt werden: Verkehrspolitisch ein Ausbau des Chausseen- und Eisenbahnnetzes, kulturpolitisch eine Erweiterung der bestehenden Schuleinrichtungen, wirtschaftspolitisch Maßnahmen zur Steigerung der Rentabilität der östlichen Landwirtschaft. 3m einzelnen ist bcab- Mannheim, 20. März. (WTB.) 3n der „Reuen Badischen Landeszeitung" äußert fich Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dietrich über seine neuen Vorschläge zur Hebung des Roggen Verbrauches. Der Minister erklärt, daß noch schlimmer als der schlechte Roggenpreis die Unmöglichkeit sei, den Roggen zu diesem Preise an den Mann zu bringen. Cs sei bekannt, daß die Reichs- regierung einige hunderttausend Tonnen durch die Getreidehandelsgesellschaft hat kaufen und wegsperren lassen und daß nicht nur der Roggen unverkäuflich fei, sondern daß es der Gerste und dem Hafer nicht besser gehe. Trotz schlechter Preise erinnere man sich noch dazu, daß ber gange Often Doller Kartoffeln sitze, die unverwertbar seien und daß das deutsche Volk bereits wieder importierte Frühkartoffeln verzehre. Sv müsse man die neue Zollaktion der Regierung im Einvernehmen mit den Regierungsparteien verstehen. Das Hauptziel ist, dahin zu kommen, daß die in Deutschland vorhandenen, aus der deutschen Produktion stammenden Vorräte vom deutschen Volke an Stelle von ausländischen Ein- suhren verbraucht werden. Beim Weizen war diese Gefahr durch die letzten Zölle in Verbindung mit dem Dermah- lungszwang behoben; bei Roggen, Gerste, Hafer und Kartoffeln gilt es sie zu beheben. Die ideale Lösung wäre, die ganzen Schwierigkeiten mit einem Schlage.zu kurieren. Das wäre möglich, wenn das deutsche Volk sich entschlichen würde, statt Weizen- Roggenbrot zu essen, wozu man es da- Referenzen von Rationalsozialisten und Stahlhelmführern verlangt und gefordert, daß der Beamte nicht gegen Rationalsozialisten bei einem Putsch einf«breiten dürfe, hat Oberbürgermeister Dr. Janson Strafantrag gegen den Polizeianwärter Machts, den „Vorwärts" und andere Zeitungen gestellt. Von zuständiger städtischer Seite wird mitgctcilt, daß die Unterredung des Oberbürgermeisters mit dem Anwärter keines^ wegs eine politische Tendenz batte, und lediglich vorhandene ungünstige Auskünfte aufklären und nach Möglichkeit entkräften sollte. Die Stelle eines Polizeikommissars sollte mit einem Mann beseht werden, der persönlich unbelastet und ohne jede po - l i t i s ch e B i n d u n g ist. Die behaupteten Zu- | sammenhänge mit Staatsminister Frick sind völ-. | lig frei erfunden. sichtigt, durch ben Bau von Schulen, 3ugend- Heimen, die Einrichtung von Kindergärten usw. den kulturellen Unterbau in Ostpreußen und der Grenzmark Posen-Westpreußen zu erweitern. Für den Ausbau des Verkehrsnetzes werden auf dem Gebiete des Chausseebaues 75 Millionen Mk. im Rahmen des Zehnjahresprogramms ausgeworfen. Es sollen neun Eisenbahnlinien in Oft* * Preußen und der ® r n x m ar t neu gebaut werden. Durch ein Sondergesetz sollen der Reichsbahn entsprechence Darlehen zur Verfügung gestellt werden. 3n wirtschaftlicher Hinsicht kommen in Betracht weitere F r ach t - crmäfjigungcn, als sie bisher schon bestehen, eine weitere Entschuldungsaktion, Maßnahmen zur Erhaltung bäuerlicher Betriebe, Meliorationen und eine allgemeine Prv - duktionsf örderung, die sich nicht auf di« Landwirtschaft beschränkt Wenn in den Haushalt des kommenden Rechnungsjahres 22 Millionen Mark für diese Zwecke eingesetzt sind, so rechnet man damit, daß, Preußen sich m erheblichem Umfange mit eigenen Zuschüssen beteiligt. 3nPreußen ist im kommenden Rechnungsjahr die Ansehung eines Grenzlandfonds von 15 Millionen Mark gevlant, von dem etwa zwei Drittel auf die östlichen Provinzen entfallen würden. Da das Unterstühungsvrogramm des Reiches aber auf lange Sicht ausgearbeitet werden soll, würden mit Preußen entsprechende langfristige Zuschüsse vereinbart werden müssen. Man rechnet damit, daß das Gesamtprogramm, wie es zunächst in mehr theoretischer Form in der Denkschrift des Reichsinnenministeriums enthalten ist, einen Gesamtaufwand von 300 bis 4 0 0 Millionen Mark erfordern würde. Da es fich um ein sehr umfangreiches, spezialisiertes Programm handelt, müßte die Ausführung ähnlich, wie es mit dem Ostpreuhenprogramm deS vorigen Jahres der Fall war, einer besonderen Exekutivste!!«: übertragen werden. Da der Reichskommissar Ronneburg für die Ostpreußenhilfe im vorigen Jahre berufen worden ist und eine solche Stelle also besteht, ist es möglich, daß fein Aufgabengebiet im neuen Programm entsprechend erweitert und auch auf die Grenzmark Posen-Westpreußen ausgedehnt wird. durch bringen könnte, daß man die Weizen- c i n f u b r durch eine exorbitante Verteuerung drosselt. Dann würden vielleicht ein bis anderthalb Millionen Tonnen Weizen weniger hereinkommen. An deren Stelle würde i n - ländischer Roggen treten, und der Druck von Weizen auf Gerste und Hafer würde aufhören. Aber in der Politik sind ideale Lösungen meist unmöglich; so auch in diesem Falle. Ls solle jetzt versucht werden, von zwei Seiten her dem Roggen zu Hilfe zu kommen, und zwar von der Brotgetreideseite durch Verteuerung des Weizens, allerdings im Rahmen des Höchstpreises von 26 Mark und sodann von der Futlermittelseite, indem der Gerstenzott erhöht und der Mais staatlich unter weitgehender Einschaltung des Handels bewirtschaftet wird. Es ist klar, daß, solange die Gerste, die aus dem Ausland kommt, schrankenlos durch Mais erseht werden kann, eine Erhöhung des Gerstenzolls eine Entlastung für den Roggen nicht bringen kann. Man wird sagen, daß sich dann auch der Maiszoll erhöht; das ist jedoch unmöglich, da er Handels» vertraglich auf 2,50 RM. je Doppelzentner gebunden fei. Der Preis für Mais fei aber je Doppelzentner von etwa 20 RM. im vorigen Sommer auf 10 RllR. und darunter gesunken. Der Gerstenzoll solle daher kombiniert wcrden mit der Maisbewirtschaftung. Das ergibt Widerspruch in Nordwestdeutschland unter den Schweinemästern und Eierproduzenten. Beacht» lich ist die Gefahr für die Eierproduzenten, für bi< man auch einen Ausweg suchen wird. Zu beachten ist noch besonders, daß Regierung und Regierungsparteien den Gerstenzoll Das Msprvgranim für den deutschen Osten Minister Dietrich über die Agrarzollvortage nicht dauernd aus die exorbitante höhe von 10 Mark sehen wollen, sondern dah eine Bestimmung getroffen wird, nach der diejenigen, die im Verhältnis von 1:2 inländischen Roggen zusammen mit eingesührter Gerste zu verwenden bereit sind, einen ermäßig- t e n Zoll, dessen höhe die Regierung festlegt, geniesten sollen. Dieses Verfahren wird den stärksten Anreiz zur Verfütterung inländischen Roggens geben. $n den letzten Monaten ist in steigendem Moste wieder Auslondmehl ein geführt worden, so dost eine Erhöhung der Mühlenschutzspanne um eine Reichsmark geboten und der Ring zum Schutze der Körner und der Kornerprodukle nunmehr völlig geschlossen ist. Minister Dietrich geht sodann auf die Zustände am Zucker markte ein. Der Höchstpreis für deutschen Zucker sei amtlich auf 21 bis 22,35 Mark per Zentner festgclegt. Der Zoll sei 12,50 Mark. Zur Zeit werde Auslandzucker mit 8,00 bis 8,50 Mark gehandelt, und es bestehe bereits Gefahr, dah wir zu dem deutschen Zucker, den wir im Ueberslust haben, noch ausländischen h i n z u b e k o m ni e n. Deswegen soll der Zollschutz erhöht werden. Der Richtpreis soll etwas gesenkt werden, so dah für den Konsumenten keine Belastung entsteht. Es sei kein Zweifel darüber, dah mit dieser dritten gewaltigen Zollsteigerung ein gefährlicher Weg begangen werde: aber es sei der einzige Weg, aus einer größeren Gefahr zu Helsen. Man wolle keine Dauerregelung, sondern eine Regelung bis zu dem Augenblicke, wo die ungeheure Ueberscywemmung, die über den ganzen Getreideweltmarkt sich ergossen hat, abebbe. Das ganze deutsche Volk habe die Pflicht, zunächst die Dinge aufzubrauchen und zu verzehren, die ihm die heimische Erde liefert und dann erst ausländische Pro- dukte hereinzunehmen. Lanoarbeitersievlunq Berlin, 20. März. (WTB.) Der Reichstag hat den Gesetzentwurf über Zuschüsse aus Reichs Mitteln für die Ansiedlung von Landarbeitern in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Rach dem neuen Gesetz können Arbeitnehmer, die in DerLand- und For st Wirtschaft beschäftigt sind, und ländliche Handwerker, die der Landwirtschaft dienen, Reichszuschüsse zu den Zins- und Tilgungszahlungen für erfte Hypotheken erhalten, die sie bei der Begründung eines kleinen landwirtschaftlichen Betriebes für die Erbauung des Wohngebäudes und des Stall- und Scheunenraumes, für den Ankauf einer angemessenen Landzulage und die Einrichtung des Betriebes aufnehmen müssen. Die Zuschüsse können für die Dauer von zehn Zähren gewährt werden und betragen in den ersten sechs Zähren je 5 v. H., in Den folgenden Zähren absteigend 4, 3. 2 und 1 v. H. des Hypothekendarlehens. Zins- und Tilgungs- Zahlungen in Höhe von wenigstens 4 v. H. des Darlehens im Zähre muh der Siedler selbst aufbringen. Das Gesetz beschränkt sich auf wenige grundlegende Bestimmungen und überläßt die Regelung der Einzelheiten einer Ausführungsverordnung, die Der Reichsarbeitsminister mit Zustimmung des Reichsrats erläßt. Diese Verordnung ist in kurzer Zeit zu erwarten. Kampf um den Finanzausgleich. Der Sonderzuschuß für leistungsschwache Länder wird nm 10 Prozent gekürzt Berlin, 20. März. (Vdz.) 2m Reichsrat wurde der Gesetzentwurf für älcbcrgangä- regclung des Finanzausgleichs verabschiedet. Diese älebergangsregelung stellt nur eine Zwischenlösung Dar, mit Der Den Ländern und Gemeinden über die besonderen Schwierigkeiten des Rechnungsjahres 1930 hinweggeholsen werden soll. Bon der preußischen Regierung wurde eine Aenderung des §35 des Finanzausgleichs dahin beantragt, daß den finanziell schwachen Ländern in Zukunft aus dem Auskommen aus der Einkommen und Körperschaftssteuer neben der normalen Lleberweisung nicht mehr weitere 25 Prozent, sondern nur noch 1 5 Prozent überwiese n werden. Dieser Antrag, gegen den sich die Vertreter Bayerns und der kleineren Länder in der Aussprache wandten, wurde mit 37 gegen 29 Stimmen angenom- m e n. Mit Der preußischen Regierung und sämtlichen preußischen Provinzen stimmten Dafür Die Länder Dachsen, Hamburg, Bremen und Lübeck. Rach der Annahme des preußischen Antrags gaben die Vertreter von Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin scharfe P rote st erklärung en gegen den Reichsratsbeschluß ab. Mecklenburg-Schwerin erklärte, es sehe in diesem Beschluß eine Verletzung des Artikels 8 der Reichsverfassung und werde deswegen Klage beim Staatsgerichtshof erheben. Vor der Dchluhabstimmung erklärte der Vertreter Bayerns, er müsse das Gesetz ab- lehnen. weil Der Reichsrat Den Anträgen Bayerns in verschiedenen Punkten, vor allein hinsichtlich des Verteilungsschlüssels bei Der Bier- und Umsatzsteuer, nicht Rechnung getragen habe. Gegen die Vorlage erklärten sich auch die Vertreter von Thüringen, Mecklenburg-Schwerin und Lippe. In der Schlußabstimmung wurde der vorläufige Finanzausgleich mit 49 gegen 17 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Thüringen, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und Bayern. Oie neuen Oberpräsidenten. Berlin, 21. März. (ERB.) Der preußische Innenminister wird dem Staatsministerium für die drei in Preußen zur Zeit offenstehenden Oberpräsidien folgende Besetzung Vorschlägen: Provinz Pommern: Oberpräsident der bisherige Regierungspräsident von Stettin v. Halfern (Deutsche Volkspartei), Regierungspräsident von Stettin Ministerialrat Är. Simons (Sozialdemokrat) vom preußischen 3nncnminifterium; Provinz H e s s e n - R a s s a u: Oberpräsident in Kassel Beigeordneter August Haas, Köln, (So- zialdemokrat): Provinz Sachsen: Oberpräsi- dent in Magdeburg Ministerialdirektor Dr. Falck (Demokrat), Regierungspräsident in Magdeburg Oberbürgermeister Weber, Halberstadt (Sozialdemokrat). Die Ernennungen sollen in der Dienstagsitzung des preußischen Kabinetts beschlossen werden. Die Besetzung der übrigen offenen Regierungspräsidien dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Oie erste Ausreise der „Europa" Start in Bremerhaven. Der Schnelldampfer „Europa" des Norddeutschen Lloyd trat am Mittwoch um 13 Uhr von Breinex- haven seine erste Reise nach Neuyork an. Die zweite Klasse, die Kajüte für Touristen und die dritte Klasse des Schiffes find ausverkauft. Die erste Klasse ist gut besetzt. Außer den fünf Sonderpassagierzü- gen des Norddeutschen Lloyd verkehrte von Berlin der Lloyd-Expreß mit vollbesetztem Schlafwagen auf direktem Wege über Bremen nach Bremerha- ven-Eolumbus'Pier. Der Start kennzeichnete sich wieder durch riesigen Verkehr in den Unlerweser- orten. Seit den frühen Morgenstunden kamen Autos um Autos hier an und fuhren zum Kaiser-Hafen, dichtbesetzt mit Leuten, die diesem Ereignis beiwohnen wollten. Vor dem Eolumbus-Bahnhof standen unübersehbare Auwkolonnen, die, wie die Num- niernschilder verrieten, aus allen Gauen Deutschlands kamen. An Bord der „Europa" herrschte ein unbeschreibliches Leben, da die meisten Ausreisenden von ihrem Recht, Verwandte mit a n B o r d zu bringen, Gebrauch machten. Währenddessen hatten die großen Kräne auf der Columbus- Kaje mit erstaunlicher Schnelligkeit die unübersehbare Gepäckmenge der Passagiere bewältigt. Um 12.50 Uhr wurde der letzte Laufsteg eingezogen. Die „Europa" ließ ihre geuxiltige Dampfpfeife ertönen. Die letzten Trossen wurden losgeworfen und um punkt 13 Uhr zogen die Achtern und vorn vorgespannten Schlepper das Schiff von der Koje ab. Nach mehreren Minuten schon ging das Schiff mit eigener Kraft stromabwärts. Die Taufende an Land begleiteten diesen Vorgang mit begeisterten Hurra!- Rusen, Tücherschwenken und großem Zubel. A n Bord der „(Europa" befinden sich neben Vertretern des Norddeutschen Lloyd, dem Präsidenten Heineken und den Generaldirektoren Stimming und Glaessel, der preußische Ministerpräsident D r. Braun, ferner der bremische B ü rgermeb ft er Dr. Dononbt. Auch zahlreiche bekannte Jn- dustrieführer machen die erste Reise mit, u. a. Krupp von Bohlen und Hallbach, Hantel, Klöckner, Silver- berg, Vögler, von der Danatbanf Zakob Goldschmidt und eine Reihe von Pressevertretern. Oer Empfang der „Europa" in England. ßonbon, 20. März. (WTB.) Der neue Dchnelldampfer „Europa" des „Rorddeutschen Lloyd traf heute früh auf Der Zungfernfahrt von Bremen nach Reuyork auf der Reede von Cowes ein. Die Ankunft des prächtigen Schiffes wird von der Presse als großes Ereignis gewürdigt. Zahlreiche vom Rorddeutschen Lloyd geladene Gäste, darunter Botschafter St Hamer, Graf Bernstorff von der Deutschen Botschaft in London und eine Reihe von Vertretern der englischen Presse begaben sich an Bord der „Europa", wo sie von den Herren des Rorddeutschen Lloyd begrüßt wurden. Die aus Bremen mit der „Europa" eingetroffenen deutschen Gäste treten mit dem Schwesterschiff der „Europa", der aus Reuyork später eingetroffenen „Bremen", die Heimfahrt nach Deutschland an. Die Londoner Morgenblätter veröffentlichen zahlreiche Photog raphien des Riesendampfers, zum Teil auch solche aus der Vogelperspektive, und Bildnisse des Kapitäns Zohnsen. „Daily Mail" schreibt: Die beiden schnellsten Dampfer der Welt, die „Bremen" und „Europa", gingen gestern auf der Reede von Cowes vor Anker. Sie sollen Deutschland seine verlorene Stellung auf dem Ozean zurückge- toinnen. Großbritannien darf jetzt ntd>t länger a uf seinem Lorbeer ausruhen, es muß neue und schnellere Schiffe bauen. Allerdings wird der Versuch, das Blaue Band des Ozeans zurückzugewinnen, erst in drei Jahren gemacht werden können. Zn Eheibourg. Die „Europa" hat Donnerstag nachmittag Cherbourg angelaufen. Um 17.20 Uhr französischer Zeit trat der Dampfer die Weiterreise nach Neuyork an. Der Kapitän der „Europa" erklärte, er werde während dieser Reise nicht versuchen, die Rekordzeit der Uebersahrt zu verbessern, denn es seien Stürme gemeldet. Die gespannte Finanzlage her Re chsbahn. Bedrohlicher Berkehrsrückgang Berlin, 20. März. (Priv.^Tel.) Wie wir erfahren, wird am nächsten Montag und Dienstag der Verwaltungsrat der Reichsbahn tagen, um zu der überaus gespannten finanziellen Lage des Dcrkehrsunter- nehmens Stellung zu nehmen. Bekanntlich ist eine Entscheidung des Reichskabinetts über den Antrag der Reichsbahn auf Erhöhung der Tarife noch nicht gefallen, obwohl dieser Antrag nunmehr seit fast einem Zahre schwebt. Die finanziere Lage der Reichsbahn, die an sich schon a ls angespannt bezeichnet werden muß, wird noch weiter erschwert durch den Verkehrsrückgang in den ersten Monaten dieses Zahres, der in erster Linie auf das Konto der allgemeinen Wirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit zu sehen ist. Zn den Monaten Zanuar und Februar ist eine Min» d ereinnahme von etwa 55 Millionen Mark eingetreten. Man muß leider auch damit rechnen, daß im März und April keine wesentliche Steigerung des Verkehrs stattfindet. Der Verwaltungsrat der Reichsbahn wird sich also unter älmständen zu sehr einschneidenden Sparmaßnahmen entschließen müssen, wodurch allerdings die Frage der Tariferhöhung nicht aus Der Welt geschafft wird. Bedauerlicherweise ist es bet den Finanzberatungen im Reichstage nicht gelungen, die Rückvergütung eines Teiles der Beförderungssteuer durchzusetzen, die die Reichsbahn in die Lage versehen würde, eine gerade jetzt für Die Wirtschaft äußerst empfindliche Tariferhöhung zu vermeiden. Lanhestheaterhebatte im Finanzausschuß. Der Tiebcnhunderttausendmarkzuschutz genehmigt. D a r m st a d t, 20. März. (WHP.) Der Finanzausschuß befaßte sich mit dem Sonderetat des Hessischen Landestheaters. Der Staatszuschuh ist von 890000 Mk. auf 690 000 Mk. herabgesetzt, der Gesamtfehlbetrag des Theaters ist von 1,6 Millionen auf 1,25 Millionen her- abgemindert worden. Der Landbund beantragte hierzu, das Landestheater mit Wirkung vom 1. September 1930 ab a 1 s Staatseinrichtung aufzugeben. Auch die Kommunisten beantragten Streichung des Staatszuschusses an das Landestheater. Die Dolksrecht- partei wünschte Die Herabsetzung des Staatszuschusses auf 400 000 Mk. und Beschränkung des Betriebes auf das Schauspiel, Beseitigung des Balletts und Herabsetzung der überhohen Gehälter, sowie Einschränkungen in Znszenierungen usw. Die Sozialdemokraten verlangten eine Reuregelung des Freikart e n s y st e m s. Lediglich dieser sozialdemokratische Antrag fand Annahme, während die vorgenannten Anträge bei einigen Stimmenthal, tungen abgelehnt wurden. Das gesamte fiapitel wurde mit sechs zu zwei Stimmen, bei fünf Enthaltungen (Volkspartei, Votkvrechtpartei und Zentrum) angenommen. Die Debatte drehte sich in der Hauptsache um kulturpolitische Gesichtspunkte, da das Zentrum von der Regierung gewisse Bürgschaften verlangte, daß der künftige Spielplan die Gefühle katholisch denkender Volksteile nicht verletze. Der Staatspräsident bestritt gewollte Verletzungen irgendeiner Weltanschauung oder eine gewollte Tendenz. Auch der Generalintendant Prof. Ebert legte dar, daß ihn bei seiner künstleriscken Leitung keine einseitige Tendenz führe. Gr übe Toleranz nach jeder Rich, tung. Die Sozialdemokraten und Demokraten erklärten, haß ihre Parteien keine absichtlichen Verletzungen der religiösen oder weltanschaulichen Gefühle Andersdenkender dulden würden. Auf der anderen Seite bedeute Toleranz aber auch die Berücksichtigung der Anschauungen, die nicht kathylisch tendierten. Wenn Stücke, die aktuelle Zeitprobleme schilderten, überhaupt nicht gegeben werden sollten, dann müßten sie Bedenken gegen solche Garantien erheben, die dann zu einer Zensur sich auswüchsen. Professor Ebert erklärte: Wenn das Theater keine Kritik erfahre, dann müsse das ein miserables Theater sein. Das heutige Theater müsse ein lebendiges, gegenwartsnahes Theater sein Eine, auch versteckte Zensur, sei das Zeugnis geistiger Armut. Aus aller Well. Das Urteil im Mordprozeh Dietingen. Am 3. Verhandlungstag im Mordprozeh Die- lingen trat das Gericht in die Vernehmung der Sachverständigen ein. Zunächst erstattete Medizinalrat Dr. S i c be r t 2 i n ge n, Der di» Leiche der Hoge obduzierte, fein Gutachten Die Frage, ob die Tat sich so zugetragen haben könne, tote es Dielingen in seinem Geständnis geschildert habe, verneint der Sachverständige. Er stellt sich die eigentliche Todesursache so vor, daß die Hoge am Halse gewürgt wurde und vielleicht einen Schlag auf das linke Auge erhalten habe. Dadurch sei sie betäubt und dann noch lebend ins Wasser geworfen worden, wo sie in hilflosem Zustande einem Herzschlag e r- legen sei. Obermedizinalrat Huche- Osnabrück hält den Tod durch äußere Einwirkungen, etwa durch Erwürgen, für gegeben, schließt jedoch die Möglichkeit eines unbeabsichtigten Todes, vielleicht durch Kokainwirkung nicht aus. R.-A. Mendel wies darauf hin, der Sachverständige habe in der vorigen Schwurgerichts- sitzung in seinem Gutachten gesagt, dah Der Tod nur durch Erdrosseln eingetreten sein könne. Zeht im Wiederaufnahmeverfahren erstatte er ein abweichendes Gutachten. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Dielingen wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang vier Zahre Zuchthaus unter Anrechnung der ^Intersuchungs- haft. Die Verteidigung plädierte auf Freisprechung. Das Urteil wurde gegen 12 Uhr nachts verkündet. Das Gericht hält nur Körperverletzung mit Todeserfolg für vorliegend. Das erste Urteil wird verworfen und Der Angeklagte z u zwei Zähren Gefängnis verurteilt. Er ist sofort frei- z u l a s s e n. Tie Verteidigung wird gegen das Urteil Revision einlegen. Rach der Urteilsverkündung fanden aus dem Markt vor dem Gerichtsgebäude große Kundgebungen für Dielingen statt. Caroincnunglürf im Buchsteingebiet. 2m Gebiet des Koß- und Duchsteins bei Lenggries (Oberbayern) wurde eine Partie Münchener Ekifahrer durch eine niedergehende Lawine bedroht. Einer der Skifahrer, dessen Rame noch nicht bekannt ist, wurde von Der Lawine ersaht und verschüttet. Roch am Abend wurden alle verfügbaren Rettungskolonnen aufgeboten. Auch ein Tölzer Skifahrer, der Schreiner Andreas Weiharo, der sich in dem Unfallgebiet mit einigen Tölzer Sportkameraden befand, geriet unter eine Lawine, vermutlich die gleiche, durch die die Münchener Touristen betroffen wurden, und wird ebenfalls ver- m i h t. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich durch den Einbruch der Rächt und das zerklüftete Felsgebiet außerordentlich schwierig. Es ist k a u m möglich, daß die beiden Verschütteten noch lebend geborgen werden können. Zur Abräumung des Lawinenfeldes sind weitere Arbeitskolonnen abgegangen. Die Lawine liegt zu meterhohen Schneewänden aufgetürmt zwischen dem Felsgebiet. Sühne für einen dreifachen Meuchelmord. Das Schwurgericht in Korneuburg bei Wien fällte das Urteil über Den Bauernsohn Franz Neu - m n i) e r, der in der Nacht des 4. August 1929 bei Rückersdorf einen Draht über Die Straße gespannt und diesen Draht mit der Start- ftromleitung verbunden hatte, um feinen Bruder, durch besten beoorstehende Heirat er eine Beeinträchtigung seines tßcrmögcnsanteilcs befürchtete, zu befeitigen. Tatsächlich lief der Bruder bei der Heimkehr an den Draht und wurde vom Stark st rom getötet. Außerdem gerieten noch zwei Bauernsohne in die Stark- ftromfaUe und fanden den Tod. Ein dritter kam mit schweren Verletzungen davon. Der Angeklagte, Der anfangs ein Geständnis abgelegt hatte, leugnete während Der ganzen Verhandlungsdauer. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage auf dreifachen Mord und schwere Körperverletzung einstimmig. Nach kurzer Beratung verkündete Der Vorsitzende das Urteil, wonach Franz Neu- mager zu lebenslänglichem Kerker verurteilt wird. Die vor dem Gerichtsgebäude versammelte Menge, die sich hauptsächlich aus der bäuerlichen Bevölkerung der Heimatsgemeinde des Angeklagten zusammensetzte, nahm das Urteil mit lebhaften Zustimmungskundgebungen auf. Die Rechtsnot der deutschen Zahnärzte. Der Reichsoerband der Zahnärzte Deutschlands veranstaltete in Berlin eine Kundgebung gegen die Rechtsnot Der deutschen Zahnärzteschaft. Die Berichte, die Verbandsdirektor Dr. Hoffmann, Ministerialdirektor Dr. Badt, Geheimer Zustizrat Professor Dr. Kahl, M dR., und Universitätsprofessor Dr. Stier-Somlo, Köln, gaben zeigten die schwierige soziale Lage der Lahnärzteschaft. Seitdem der Haupt- Wirkungskreis für die Mehrzahl der Zahnärzte die Tätigkeit für die Sozialversicherung geworden ist, sind Planlosigkeit, Willkür und rücksichtslose Behandlung selbst langjährig für die Kassen tätiger, durch Berufserfahrung ausgezeichneter Zahnärzte durch die Kasten an der Tagesordnung. Reichstagsabgeordneter Professor Dr. Kahl forderte eine reichsgesetzliche Berichtigung der Berufsbezeichnung „Den« t i ft". Die Zwangszahnkliniken, welck>e viele Krankenkassen zunehmend errichteten, bedeuten nach Den Ausführungen von Professor Stier» Somlo eine Ungesetzlichkeit und eine Sozialisierung Des Heilwesens, führen zu einer Vernichtung zahlreicher zahnärztlicher E^iste-nzen und gefährden Damit Die ausreichende zahnärztliche Versorgung der nichtversicherten Bevölke» rungskreise. 2n einer Entschließung wurde eine gesetzliche Regelung Der zahnärztlichen Rechtsverhältnisse gefordert, ferner gleich den für die Aerzte geltenden Bestimmungen die gesetzliche Regelung der Zulassung zur Krankenkassenbehandlung durch die Einführung von VertragS- ausschüssen, von Zulassungs- und Schiedsinstanzen. Ferner verlangt die Entschließung Die endgültige, seit 1925 von Preußen in Angriff genommene gesetzliche Bereinigung der Zahnärzte- Zahntechnikerfrage. Drei Kinder bei einem Schulbrand ums Leben gekommen. In einem in der Nähe von Tryon (Oklahoma) befindlichen Schulhausgebäude brach ein Brand aus, der die Schule völlig in Asche legte. Drei Kinder farjDen den Tod in Den Flammen. Achtzig konnten sich mit knapper Not retten. Rene Explosion im rumänischen Pefroleumgebief. Bei den Versuchen, Die nun seit vielen Monaten ununterbrochen brennende Petrolsumsonde von Moreni zu löschen, ereignete sich durch ejne Gasentzündung eine neue Explosion, bei der sechs Arbeiter schwere Brandwunden erlitten. Die Arbeiter konnten nur mit Mühe von ihren Kameraden aus Den brennenden Gasen gerettet werden. Infolge der Explosion drangen die Gase auch in Den Löschtunnel, so daß die Löscharbeiten wiederum bedeutend erschwert sind. Bei dem Brande der Sonde haben bereits viele Menschen das Leben eingebüßt, eine große Anzahl hat Brandwunden erlitten. wieder eine Kinobrandkatastrophe im Fernen Offen. Bei einem Brande in einem Kinotheater in Kirin (Mandschurei) haben 76 Personen den Tod gefunden. 27 werden vermißt und über 100 erlitten Verletzungen. Dies ist die zweite Brandlatastrophe, Die sich innerhalb weniger Tage im Fernen Osten in einem Kino ereignet hat. Am 10. März hatte sich, wie erinnerlich, in Shinkai in Korea ein ähnliches ilnglüd zu- getragen, Das über 100 Kindern Das Leben gekostet hat. Oie Wetterlage. Donnerstaa, 20. M3rz. M ■o ■4 pari -ö* ~W-5 4 2. * namlRr^ 4^7 *unKl .,6 1 vdj-g; ^58- ■ - Lga 0 G wolkenlos O netter. 9 naiD Bedeckt 9 wolkig. 9 Gedeckt • Regen * Schnee »Graupeln e NeDel KGewiivr.^windstille -O-> sehr teichte> osi ^5 nissige» Südsüdwest Stürmische» -tordwesl 6ie Piene fhegen mu dem wmot Oie oeiden Stationen stenenoen zahlen geben d,e Temperatu' an Oie timen verBmden Orte m>> gleiche^ »„I Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Ausbildung des Hochdruckgebietes im SÜD« osten, das seinen Kern über Polen und M.ttel- und Süddeutschland erstreckt, hat zur Beruhigung Der Wetterlage und zur Auflösung der Wolkendecke geführt. Dabei war der nächtliche Temperaturrückgang vielfach bis unter Den Gefrierpunkt. München hatte heute morgen noch 4 (9raD Kälte. Zn Der Rinne tiefen Druckes, welche sich zwischen Dem zentraleuro- päischcn unD ZslanDhoch befindet, rückt eine neue Störung vom Atlantischen Ozean heran. Wenn auch Der hohe Druck vorerst noch bestimmend für Die Wetterlage sein wird, so ist doch ein späteres Vor- greifen der Störungstätigkeit bis nach Mittel- und SüddeutschlanD nicht ausgeschlossen. Wettervoraussage für Samstag. Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, tagsüber milder. Lufttemperaturen am 20. März mittags 5,4 ®rab Celsius, abends 0,4 Grad: am 21. März morgens minus 0,2 Grad. Maximum 6,3 Grad, Minimum minus 1,6 Grad. Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 21. März 1930. Nerven uns Erzieher. Von Or. K. Weihei. Sin alltägliches Erlebnis! Aus einem öffentlichen Spielplätze der Großstadt, auf dem ich von einer Ruhebank aus des öfteren das Leben unb Treiben der Kinderwelt beobachte, spielt ein fünf bis sechsjähriger frischer Dengel, der seiner Lebenslust durch fröhliches Rusen und Schreien ganz besonderen Ausdruck verleiht. Die Mutter läßt ihn gewähren, ja sie nimmt am Spiele teil und steigert dadurch die Freude des Kindes.^ Am nächsten Tage treffe ich die beiden am selben Orte, die Mutter freilich mit etwas sorgenumwölkter Stirn und gequältem Aussehen. Der Kleine will sich wieder ihrer bemächtigen, er lacht zutraulich und ruft, er wiederholt seine Bitten, springt lärmend um sie herum, äußert einen Wunsch, den sie ihm gestern erfüllt hatte - plötzlich fährt die Mutter ihn barsch an und droht mit Schlägen. Das typische Bild desnervösenErziehersl Anstatt sich von ruhiger Überlegung beherrschen zu lassen, treibt ihn Angeduld, ja Jähzorn, so daß jede Gleichmäßigkeit in der Behandlung des Kindes verschwindet. Rur zu leicht tut er daher dem Kinde Anrecht. Denn heute behandelt er es so, morgen wieder anders, und besonders in Familien mit mehreren Kindern führt ein derartiges Verhalten des Erziehers zu Anaerechtigkeiten, die bei der in solchen Dingen sehr genau abwägenden und fein empfindenden Iugend oft rasch eine Scheidewand zu den Eltern emporwachsen lassen. Man kann behaupten, daß jede Erziehung gut ist, solange sie überhaupt feste Grundsätze hat und diese auch wirklich durchzusehen weiß. Gerade hier versagt der Rervöse, so daß die besten Erziehungsgrundsätze zum Schlechten aus- schlagen können. Völligen Mißerfolg wird er haben, wenn er Kinder erziehen soll, die durch schlechte Anlagen irgendwelcher Art, oder durch Widerstände, die sie in sich tragen, besondere Ausdauer und Aufmerksamkeit seitens des Erziehers erfordern. 3n der Energie seines Wollens wird der Rervöse sehr bald versagen, und statt mit der Tat arbeitet er mit Worten. Das Kind merkt sehr bald, daß von einem solchen Menschen nichts Bezwingendes ausgeht und daß die Fülle fortwährend wiederholter Ermahnungen und Belehrungen, in denen sich ein derartiger Erzieher erschöpft, nur ein Zeichen seiner Ratlosigkeit und Schwäche ist. Den Rervösen treibt eine ständige innere Anrast. Diese äußert sich u. a. darin, daß ihm das „Plauschen" der Kinder, ihr Suchen nach Worten, ihr Drang sich auszusprechen und verständlich zu machen, ihr Erzählen, aber auch ihr Spielen viel zu langsam geht. Er redet hinein, bringt sie von ihren Gedankengängen ab, drängt und treibt sie, anstatt Kräfte und Gebaren sich frei und ungehemmt entfalten zu lassen und nur dann einzugreifen, wenn cs wirklich unvermeidlich ist. Dem Rervösen gegenüber wird sich daher das kindliche Innenleben in seiner Wesensart niemals voll erschließen können. And wie ist dem nervösen Vater, der nervösen Mutter zu helfen? Die Antwort kann nur heißen: Selbstsucht üben. Sich selbst zwingen. Der Gewinn ein doppelter. Wirkt doch auf Kinder nichts so sehr als das Beispiel, und die fortreihende Macht des persönlichen Vorbildes erseht die besten Worte und Lehren. Außer unserem Rachwuchs gewinnen wir aber auch selbst dabei, und in dem bekannten paradoxen Satze, daß wir nicht die Kinder, sondern die Kinder un« erziehen, liegt trotz aller Aebertreibung bei) manches Wahre. Schließlich ein letzter Wink! Rur allzu oft sprechen wir davon, daß die Kinder „uns auf die Rerven fallen". Ihren Lärm und ihre Beweglichkeit empfinden wir als lästige Störung. Dann vergesse man nie, daß das Kind zu seinem Wachsen und Werden unendlich viel freie Entfaltung braucht, man lasse ihm Bewegungs- sreiheit, man gebe ihm gleichaltrige Kameraden und bringe es vor allem mit der Ratur zusammen, so ost es nur irgend möglich ist. Was Goethe einmal zu Eckermann sagte (11. März 1828), gilt unter den einengenden Verhältnissen unserer modernen Zeit für alle Iugenderzieher mehr denn je: „Es liegen produktiv machende Kräfte in der Ruhe und im Schlaf: sie liegen aber auch in der Bewegung. Es liegen solche Kräfte im Walser und ganz besonders in der Atmosphäre. Die srische Luft des freien Feldes ist der eigentliche Ort, wo wir hingehören, es ist, als ob der Geist Gottes dort den Menschen unmittelbar anwehte und eine göttliche Kraft ihren Einfluß ausübte." Oer Gießener Tierschuhverein im Jahre 1929. Der Gießener Tierschutzverein hielt am Montag seine ordentliche Hauptver- s a m m l u n g ab, in der man fest stellen konnte, daß der Verein im Iahre 1929 wiederum rege auf dem Gebiete des Tierschutzes arbeitete. Dem Jahresbericht, erstattet vom ersten Schriftführer des Vereins, Oberreallehrer i. R G. Straub entnehmen wir folgendes: Die Mitgliederzahl des Vereins betrug am 31. Dezember 1929 372. Im Laufe des Iahres wurden 5 Vorstandssitzungen abgehalten. Im Vorstände selbst traten keinerlei Veränderungen ein, well die nach dcn Satzungen ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt wurden, dagegen wurde Herr Karl Kaiser Rachfolger des seitherigen Der- ernsdieners W. Schneider. Wiederholt wurden dem ersten Vorsitzenden deS Vereins, Lehrer i.R. W. Fritzel, 2ierQuälereien mit der Bitte gemeldet, die Rohlinge bet verdienten Strafe zuzuführen. Es erübrigt wohl des Hinweises, daß alle Fälle alsbald eingehend geprüft wurden. Strafantrag wurde stets bei der zuständigen Behörde gestellt, falls Verfehlungen grober Art Vorlagen, oder wenn Belehrung und Verwarnung versagt hatten. Freudig sei indes hervorgehoben, daß mehrfach Mißhandlungen durch besonnene Tierfreunde verhütet wurden. Ihnen sei hier gedankt für ihre wirksamen Maßnahmen. Nicht minder dankbar sei an dieser Stelle auch der zuständigen Behörden, sowie der Presse gedacht, bei oenen der Verein allzeit Unterstützung sand. Der vom Verbände der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches herausgegebene Kalender für 1930 wurde in 4321 Exemplaren bezogen und an die Mitglieder, sowie die hiesigen Schulen abgegeben. Jene erhielten ihn als Geschenk, diese nur auf Bestellung und gegen Bezahlung. Infolge des ungewöhnlich milden Winters waren die Vögel kaum auf die Hilfe des Vereins angewiesen. Nur an etlichen Tagen mußte Herr Ludwig Diehl die öffentlichen Futterbretter mit Vogelfutter versehen. Trotz der schwierigeren finanziellen Lage des Vereins hatte der Vorstand beschlossen, auch in diesem Jahre Prämien für treue Tierpflege und wachsamen Tierschutz zu verleihen. Die Verteilung der Gaben wurde am zweiten Weihnachtstage im Kaufmännischen Dereinshause vorgenommen. Ehe die Ehrengaben, fünf eingerahmte Diplome und eine Geldspende, den bewährten Tierfreunden überreicht wurden, hielt der zweite Vorsitzende, Lohnkutscherei- besitzer Ludwig Haas, eine Ansprache, worin her- oorgehoben wurde, daß noch andere Tierpfleger und Tierschützer der heutigen Ehrung würdig wären, aber leider hätte man sie diesmal aus finanziellen Gründen nicht berücksichtigen können. Wer an der kleinen Feier teilgenommen hatte, schied mit dem Entschlüße: „Im neuen Jahre dem Tiere die alte Irene!" Einem früheren Brauche gemäß hatte der Vorstand 70 Mark als Prämien für die hiesige Polizei bewilligt. Die Höhe der Prämien und wer sie erhalten, kündet der Derteilungsplan. Aus Beschluß des Vorstandes richtete der erste Vorsitzende zwei Eingaben an die Stadtverwaltung Gießen: die eine mit der Ditte um Errichtung eines Asyls für kleinereHaus- tiere, die andere mit der Ditte um Schaffung eines Diehhofes. Dankbar fei schließlich noch derjenigen gedacht, die es dem Vereine durch ihre Spenden er- möglichten, Rot und Leid der Tiere erfolgreicher zu bekämpfen. Rach dem Stande vom 31. Dezember 1929 betragen die Einnahmen des Vereins 2418,51 Mk., seine Ausgaben 2411,26 Mark, so daß ihm ein Barvorrat von 7,25 Mark verbleibt. Sein ®e- samtvermögen ergibt den Stand von 1855,65 Mk. Die Rechnung wurde von den Herren D. H e i l und W. Riebe l geprüft und richtig befunden. Ohne Einspruch wurden der Kassenbericht und der Geschäftsbericht genehmigt. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Der fliegende Holländer", 19 bis 22,15 Ahr. — Deutsche Demokratische Partei: Mitgliederversammlung, 20,30 Ahr, im „Aquarium". — Lichtspielhaus, Dahnhosstraße: „Der Patriot" und „Scheidung vor der Ehe". — Astoria-Lichtfpieke: „Lichtung! — Krrmrnalpoli- zei!" und „Der Grenzreiter von Texas". — Aus dem Stadttheaterbureau wirb uns geschrieben: Die heutige Opernvorstel- lung „Der fliegende Holländer" beginnt um 19 Ahr. - Sonntag, 23. März, 18.30 Ahr, „Die heilige Flamme". Dienstag, 25. März, „Der letzte Lord", Spielleitung Peter Fassott. - Am Frei- tag, 28. März, geht als nächste Premiere „Leonce und Lena" und „Woyzeck" von Büchner in Szene. - Am Donnerstag, 27. März, 20 Ahr, wird Professor Dr. V i e t o r im kunstwissenschaftlichen Seminar über Büchner sprechen. — Der Goethe-Bund teilt uns mit: An Stelle des Dichters Hermann Stehr, der infolge Erkrankung seinen hiesigen Dichterabend absagen mußte, wird der feinsinnige Dichter Theodor Dchubler aus seinen Werken vorlesen und einen Vortrag über „Goethe und die Antike" halten. Däubler hat mit seinen Vortragsabenden überall stärksten Eindruck hinterlassen. Es steht ein vielversprechender Abend bevor, der sicherlich allseits Beachtung finden wird. (Siehe heutige Anzeige.) •• Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Dahnhossobcrschaffner Wilh. Schaum, der beim hiesigen Bahnhof beschäftigt ist und in Großen-Linden wohnt, kann heute auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurück- blicken. Aus diesem Grunde wurden ihm von dem Leiter des Bahnhofs die Glückwünsche des Reichspräsidenten, der Reichsbahnhauptverwaltung, der Reichsbahndirektion und des Bahnhofs ausgesprochen. In warmen Worten gedachte der Dienststellenleiter, Reich Bahnamtmann Dörr, der Pflichttreue des verdienten Beamten und sprach ihm den Dank der Verwaltung aus. Von feinen Mitarbeitern wurden dem Iubilar ein Ruhcsessel und Blumenangebinde überreicht. " D i e Hauptgewinne in der Gießener Pserdemarkt-Lotterie. Die zehn ersten Gewinne in ber Gießener Pferdemarll- Lotterie fielen der Reche nach auf folgende Rurnmern: 9433, 12 226, 13 460. 6371, 772. 4779, 16 080, 9887, 3343, 6202. Der Hauptgewinn, bestehend aus einem Gespann Pferde, wurde auf dem Pferbemarkt verkauft. ♦* Landesverbandstag der Zivildienstberechtigten. Der Landesverband Hessen im Reich sbund der Zivildienstderechtigten wird am 6. April seinen Landesverbandstag m Dad-Rauheirn abhalten, nachdem am 5. Aprnl ein Degrühungsabend vorausgegangen ist. Die geschästliche Tagung wird mit einer öffentlichen Kundgebung beginnen, bei der Dundesdirektor Krüger (Berlin) über die Krise ber Zivilversorgung sprechen wird. Ungeheuerliche Milchfälschung Lett Wochen iä;ili<»' in« 50 L ter Wal er gepanscht. * Butzbach, 20. März. Vor dem hiesigen Amtsgericht hatte sich heute der Milchhändler Heinrich Seipp aus Trais- M ü n z e n - berg wegen sortgesehter Milchs ä l - s ch u n g zu verantworten. Durch das Chemische Antersuchungramt für die Provinz Oberho fen in Gießen war festgestellt worden, daß die von dem Angeklagten an die Molkerei in Gambach gelieferte Milch an zwei Tagen stark gewässert war. In 160 Liter Milch befanden sich zirka 50 Liter Wasser. In der eingehenden Beweisaufnahme konnte festgestellt werden, daß ber Angeklagte seit Wochen zirka 110 Liter Milch täglich von b en Milchproduzenten geliefert bekam, aber 160 Liter täglich an die Molkerei ablieferte. Die Milch, die von den Landwirten in Trais-Münzenberg an den Angeklagten geliefert war, war stets nach dem Ergebnis der chemischen Antersuchung von einwandfreier Beschaffenheit. Das Gericht erachtete den Angellagten der wissentlichen und fortgesetzten Milchfälschung für überführt und verurteilte ihn zu einem Monat Gefängnis und 1 200 Mark Geldstrafe, sowie zur Veröffentlichung des Arteils. Berliner Börse. Berlin, 21.März. (WTB. Funkspruch.) Daß Neuyork gestern mit seinem Diskontsatz noch nicht heruntergegangen ist und dem Beispiel der Bank von England nicht gefolgt ist, hat wenig zu sagen. Man ist trotzdem im heutigen Frühoerkehr weiter freundlich gestimmt, doch hat das Geschäft noch nicht eingesetzt, so daß Kurse nicht genannt werden Kaffee doch nicht teurer! TrotzZolterhöhung- Wichtig nur: Bohnen feiner mahlen und mit Hilfe von »Webers Carlsbader“ besser ausnutzen. Kaffee wird dadurch kräftiger im Geschmack, voller im Aroma, schöner im Aussehen! Päckchen zu 40 Pf. reicht 4 Wochen. Wr,ert°en Oberhemden Meter Mk. 3.50, 2.50, fesche Muster Eingang Ecke VolkSbad. Kein Laden. 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März 1930, wird in der Gastwirtschaft Hartmann zu Stockheim (Oberhessen) vormittags 10 Uhr. die Laisbach in der Gemarkung Bellmuth auf 8 Jahre verpachtet. Länge 1600 m. Beginn der Pachtzeit 1. April 1930. 23450 Hessisches Forstamt Konradsdorf.__ In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Gewerkschaft vorwärts, Giehen L ft, soll nunmehr eine Abschlags- Verteilung von 15 Prozent zugunsten der nach § 61 Ziff. 1 K. O. bevorrechtigten Gläubiger erfolgen. Gegenüber anerkannten, aus Z 61 Ziff. 1 K. O. bevorrechtigten Forderungen von 12 040,90 RM. sind 1806,14 RM. verfügbar. Das Verzeichnis der zu berücksichtigenden Forderungen ist auf der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Gießen einzusehen. 2351D Der Konkursverwalter: Dr. iur. Ruckelsbaufen V. D. A. Mädchen • Jugendgruppe Besprechung bctr. Bfiugittagung Blonmg. Oed 24.30, 20 Uhr tm Ltudentcnbcim Burggraben. 01924 Samstag. 22. 3. 1930, abends 81/, Uhr, tm Eiienbabnbotcl Hovield MoDalsversaminlung. Um zahlreiches Erscheinen w. gebeten. m»D Der Vorstand. V.LB.08 e. V. Leichtathletik Sonntag, 10 M: Waldlauf- Training Außerdem: Treffpunkt der gesamten Abteilg. DlotorsporUlnb 1926 Sieden Sonntag, 23.3. 30 Anfahren nach Äraunfels Brauerei Wahl. Abfahrt l Uhr am voiel Hovteld. Punktwenung. Bei schlecht. Wetter aufd.WcllerSburg. Ihr Haar Echten theker Schaefer. Haarausfall, Schuppen u. Kopljnckenverschwinden.Fein parfümiert; Flaschen mithringen. *'« Liter 0.75 KW.. */2 Lit. 1.25 RM. N ur erhältl.Engel-Apote.hok erhalten Sie sich schön und voll bei tflffl. Gebrauch des Bren n- Hofaoo- neNNc.liaarwasNers nach Stachel- nnd Spanndraht, sowie sämtliche Barten- nnd landwlrtschattl. Gerlte. Edgar Borrmann, Eisenhandlung r-A 6 ,•//•••»* Lehr plant tret E"TprhniknmlanE Ihbehieur-Schule I uT.. MascmnenoaaEletfro- fecnnit.Hoca-u. ntfoao. W^^S^WSSgaBToninousrri». CITROVANILLE GEGEN Beachten Sie bitte unsere 8 Fenster VORZÜGE: XsX JAH™ MWÄHRT SCHNELLE WIRKUNG OMNtHtRZKUDP«N-OHNE MAGENBESCHWERMH ---IN PULVER-UND OBLATENPACKUNG--- Statt besonderer Anzeige. Die Einäscherung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt Ich bitte, von Beileidsbesuchen abzusehen. 2347P Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Karl Keller, Oberbürgermeister. Am Dienstag, den 18. März, entschlief sanft im 75. Lebensjahre meine liebe, herzensgute, treu besorgte Mutter Frau Luise Keller, geb. Seeger Witwe des Direktors der höheren Mädchenschule zu Mainz Dr. Jakob Keller. Zum Frühlings-Anfang der neue Mantel Sehr. Imheuser Preise so billig wie noch nie, dennoch bekannte Qualitäten! 234 raae. Eigenes Auto erwünscht. jedoch nicht Bedingung. Hobe, lausende Provision. 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Aus deutschen Wersten gebaut sind fünf, nämlich außer den Neubauten „'Bremen*' und „Europa" die früheren Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie .Imperator". „Baterlanb“ und „Bismarck", die nach Friedensschluh an England bzw. Horb- amerita ausgeliesert werden muhten. Mit „Bremen" und „Europa" hat Deutschland den Kamps um das Blaue Band des Ozcans wieder ausgenommen. Abgesehen von früheren kürzeren Episoden ist es von 1897 bis 1907 in seinem Besitz gewesen -England nahm es uns mit der „Mauretania", die die für damalige Zeiten unerhörte Geschwindigkeit von 26 Seemeilen erzielte. Infolge des Krieges ist die schifsbauliche Entwicklung nicht so schnell vor- wärtsgegangen, wie es wohl sonst der Fall gewesen wäre. So hat „M a u ve t a n i a" 22 Jahre den Ruhm des schnellsten Passagier- schisfes behaupten können. Erst die „Breme n" hat 1929 mit einer Reisedauer von vier Tagen, 17 Stunden und 42 Minuten zwischen Nantucket Feuerschifi und Cddystone-Leuchtturm ihre Leistung übertroffen. Als 1907 die „Mauretania" in Dienst kam, verzichtete die deutsche Handelsschiffahrt bewußt daraus, einen gleich schnellen Konkurrenten zu schassen, weil es bei dem damaligen Stande der Technik ausgeschlossen war, ein solches Schiss wirtschaftlich zu betreiben. Die Engländer kamen über derartige Erwägungen hinweg. weil ihre Regierung den Bau und Betrieb finanziell stark unterstützte. In der Folge gab die Hamourg-Amerika-Ginie die Jmperatorklasse in Dau. die zwar um einige Meilen langsamer, dafür aber sehr viel größer und für die Passagiere bequemer und angenehmer war. Cs ist nun interessant, durch Bergleich dieser Schiffe mit den Neubauten sich einmal klarzumachen, welche Fortschritte der Schiffbau in 15 Jahren gemacht hat. Die „Europa" ist etwas kleiner als der „Imperator" Sie wird 27 Sm. = 50 km gegen 23 Sm. des „Imperator" laufen. Während dieser 60 000 PS hatte, verfügt „Europa" über 100 000. Trotzdem ist es möglich gewesen, Maschinen- und Kesselräume aus einen sehr viel geringeren Daum zusammenzudrängen. Das hat seine Ursache hauptsächlich darin, daß man in der Zwischenzeit gelernt hat, Kessel zu bauen, die nicht mit 17, sondern mit 25 Atmosphären ileberbrud arbeiten. Jeder Kessel erzeugt Damps für 5500 PS, während die Jmperator- kessel nur für je 1500 PS lieferten „Imperator" hatte 38 Kessel, „Europa" besitzt nur 18, so daß der Kesselraum sehr viel kleiner geworden ist. Ein anderer grundsätzlicher Fortschritt besteht darin, daß man es gelernt hat, Ueberset- zungsgetriebe von außerordentlicher Leistungsfähigkeit zu bauen Dadurch wird die Verwendung hochtouriger Turbinen von geringstem Gewicht und mit bester Wärmeausnuhung möglich, wobei man trotzdem die Drehzahl der Propeller im Bereich günstiger Wirkungsmöglichkeiten halten kann Schließlich spielt noch eine Rolle, daß nur noch Oel zum Antrieb gebraucht wird, das einen wesentlich größeren Heizwert hat und in Doppelbodentanks untergebracht werden kann, so daß es keinen nutzbaren Raum fortnimmt Die Folge davon ist, daß die „Bremen" Platz für 2200 Passagiere hat. Cs ist selbstverständlich, daß die Sicherheitseinrichtungen auf das Beste ausgebildet sind. Das Schiss hat 15 wasserdichte Abteilungen Es bleibt noch schwimmfähig, wenn Sie zwei größten voll Wasser gelaufen sind Für den schlimmsten Fall sind 22 Motorrettungsboote für je 145 Personen vorhanden. Wenn man „Mauretania" mit der „Europa", die nur um etwa eine Seemeile schneller sein dürfte, vergleicht, so wird man sagen können, daß eine Schussgeschwindigkeit, die vor 15 Jahren nur technisch möglich war, jetzt auch wirt- schastlich möglich geworden ist Es ist selbstverständlich, daß der Norddeutsche Lloyd die ' neuen Schnelldampfer nicht gebaut hat, um Geld daran zuzusehen Es ist ebenso selbstverständlich, daß eine Subvention des Reiches nicht in Frage -J • ' •lif. - • ' . »y ,'v%- W'z-« : - . •'£ > Der neue Lloyddampfer „Europa" kommt. Die Schiffe müssen sich au8 eigener Kraft erhalten und amortisieren. In dieser Feststellung liegt auch eine andere Tatsache begründet. Zweifellos ist es technisch möglich, Dampfer zu bauen, die Deutschland das Blaue Band des Ozeans wieder entreißen. Es wird seit Jahren davon gesprochen, daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika 30-Seemeilen- dampser, daß auch England gleichschnelle Schisse auf Stapel legen wolle. Dies ist lediglich eine Frage der Opfer, die man dem nationalen Prestige in Form von Subventionen zu bringen bereit ist. Immerhin ist festzustellen, daß, nachdem die Whitc-Stare-Line den Bau der „Oceanic" wieder eingestellt hat, „weil die Frage des Antriebs noch nicht geklärt ist", zur 3eit_ kein Konkurrent gebaut wird Das bedeutet für Deutschland einen Vorsprung von mindestens drei Jahren. Hossentlich wird es in dieser Zeit gelingen, recht viel zahlungskrästiges ausländisches Stammpublikum auf unsere Schiffe zu ziehen, Dollars zu ernten und unsere Zahlungsbilanz zu verbessern. Bei guter Besetzung der „Europa bringt jede Reise eine Bruttoeinnahme von etwa 2 Millionen Mark. Möglicherweise wird mit der „Europa" die h ö ch st e Stufe der Entwickelung, die mit der Dampfmaschine zu erzielen ist, erreicht sein Wenn andere Nationen sich bisher nicht zu ähnlichen Bauten entschlossen haben, so liegt dies zum Teil daran, daß man glaubt, z u einer anderen A r t des Antriebes übergehen zu sollen. Es ist nicht möglich, hier auf diese Dinge näher einzugehen Immerhin mag angedeutet werden, daß vielleicht schon die nächste Serie großer Schnellschiffe dieselmotorischen Antrieb erhalten wird. Tagung hessischer evangelischer Fürsoraeverbände. tz Frankfurt a. M.. l9. März. Am Montag fand hier die alljährliche Tagung der evangelischen Sürforgeorganifationen und Crziehungsvereine in He ssen statt Der stellvertretende Vorsitzende, Dekan Mahr «Eppelsheim) eröffnete die Tagung mit herzlicher Begrüßung der sehr zahlreich erschienenen Vertreter der Kreisämter und städt Wohlfahrts- hat sich vom Kai gelöst uni) sticht zur ersten ämter, der Kreisfürsorgeschwestern, der Geschäftsführer der Erziehungsvereine und insbesondere des Vertreters des hessischen Innenministeriums, Oberreg.-Rat Dr. Krebs und des Landeskirchenamtes, Vizepräsident Dr. Dahlem. Einleitend gab Dekan Mahr die einstimmig erfolgte Wahl des Gründers und langjährigen Vorsitzenden des Verbandes der Erziehungsvereine, Dekan Röschen (Wixhausen) zum Ehrenvorsitzenden und die Wahl von Pfarrer Grein (Arheilgen) zum Vorsitzenden bekannt. Einem Wunsch der staatlichen und städtischen Behörden folgend, ist dem Vorsitzenden nunmehr ein Hauptgeschäftsführer beigegeben, als solcher fungiert seit einigen Monaten Landesjugendpfarrer Lic. von Ser 21 u. Pferrer Grein übernahm nun den Vorsitz. Nunmehr erstattete Pfarrer Lic. v. d. A u den Jahresbericht über das Jahr 1 929. Der Bericht entwarf ein anschauliches Bild der Arbeit, die im letzten Jahr wieder erheblich an- gewachsen jst Die Zahl der betreuten Kinder ist um einige Hundert gestiegen und beträgt jetzt etwas mehr als 1200 Die Erziehungserfolge sind fast überall als gut zu bezeichnen. Den Höhepunkt der Tagung bildete der folgende Vortrag des leitenden Arztes der kur- hessischen Anstalt Hephata bei Treysa, Dr. W i 11- neben, über „Vorbeugende Fürsorge für anormale Jugendliche". In lehrreichen, fesselnden Ausführungen ging der Vortragende zunächst auf die verschiedenen Arten von Anormalität Jugendlicher ein und betonte die Notwendigkeit, die Anormalen frühzeitig in geeignete Behandlung (Anstalt oder dgl.) zu nehmen. Da die Minderwertigkeit Jugendlicher sich oft Jahre lang nicht durch äußere Kennzeichen verrät, konnte man früher oft erst viel zu spät mit der richtigen Behandlung eingreifen. Heute hat man ein sicheres Mittel in der Untersuchung der Kapillarröhren gefunden, deren anormale Form unfehlbar auf psychische Störungen und Minderwertigkeitskomplexe hinweist, so daß man die betreffenden Jugendlichen unverzüglich der richtigen Behandlung unterziehen und so in den meisten Fällen noch brauchbare Menschen aus ihnen machen kann Dem Staat werden durch rechtzeitige Behandlung sehr bedeutende Summen gespart Redner wies auf die guten Erfolge einer großzügigen Untersuchung der Schulkinder im angegebenen Sinne im Regierungsbezirk Mer- Amerikafahrt in See. feburg hin. Dank der mitreißenden Art des Vortragenden, der aus langjähriger praktischer Erfahrung heraus sprach und sich auch in der wissenschaftlichen Erforschung seines Arbeitsgebietes bereits einen Namen gemacht hat, war der Eindruck des Vortrages auf die Hörer sehr stark. Trefflich unterstützt wurde das gesprochene Wort noch durch zahlreiche Lichtbilder. Lebhafter Beifall brachte Dr. Wi t tnebeü am Schluß des Vortrages den Dank der Versammlung zum Ausdruck, beit der Vorsitzende noch in herzliche Worte kleidete, woraus die Tagung nach Erledigung einiger Anfragen ihr Ende fand. 0er Opelpu'sch vor dem Arbeitsgericht. WSN. Rüsselsheim, 18. März. Nach dem Gewaltstreich am 12. Februar hatte die Leitung der O p e 1 w e r k e sämtliche kommunistischen Mitglieder des Betriebsrats fristlos entlassen, ebenso diejenigen Personen, die zwecks gewaltsamer Stillegung des Werkes die Arbeiter und Arbeiterinnen zur Niederlegung der Arbeit nötigten, oder Maschinenteile entfernten. Eines der entlassenen kommunistischen Detriebsratsmitglieder erhob als Kriegsbeschädigter gegen die fristlose Entlassung beim Arbeitsger ich! Einspruch, weil vor seiner Entlassung weder die Zustimmung des Betriebsrats, noch der Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte eingeholt worden sei. Nach umfangreicher Verhandlung wie das Arbeitsgericht den Einspruch als unbegründet zurück und erkannte die fristlose Entlassung als berechtigt an, weil sich der Kläger an den Gewalttätigkeiten führend beteiligt, Lohnerhöhung unter Androhung- der Anwendung eines wilden Streiks gefordert und die gewaltsame Betriebsstillegung führend mit veranlaßt habe. Arbeitsamts-Neubau in Frankfurt. Frankfurt a. M., 19 März. (WSN.) Dio Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung hat in der Nähe des Zoo ein Grundstück erworben, auf dem ein Gebäude für das Frankfurter Arbeitsamt errichtet werden soll Möglicherweise wird auch das Landesarbeitsaml darin untergebracht werden Mit dem Bau wird voraussichtlich im Jahre 1931 begonnen werden Bulgarische Lammfleischrösterei. Don Alice Müller-Neudorf. Mit dem Atanaß-Den. dem Lage, an dem alten Vol erlauben gemäß Der W nier von dannen zieht, verändert sich auch das während der Winterkälte verschlafene Gesicht Sofias Nicht allein, daß wieder die weißen und bunten Gestalten der Bauern mit ihren Ochsenwagen Die Hauptstadt bevölkern, daß die eis-- und schnee- starrenden Bürgersteige, auf denen man sich nur mit Lebensgefahr ausbalancierte, wieder spiegelblank zum Vorschein kommen und einem die Sonne schon wieder auf den Rücken brennt. Das alles merkt der Sofianer Bürger gar nicht Er sieht als erstes Zeichen neuerwachenden Lebens nur die noch erbärmlich schwachen, aber für ihn unendlich lieblich anzusehenden jungen Lämmer vor den Schlächterläden gerade den oorüberflutenden Passanten aus die Rase baumeln, während er wohlgefällig stehen bleibt und zärtlich mit der Zunge schnalzt Er sieht auf dem Markt die Wagenladungen weißer Porree- Hangen, roter Möhren, schneeiger Rettichknollen aus dem Winterschlafe wiederauserstehen, während es an den Häuserwänden vor den kleinen eingebauten Holzlohlenbratöfen klappert und Dutzende von Lammfleischrouladen, eben gehackl und geknetet, das Licht der Welt erblicken. Ein scharfer, von Pfesferschoten und Paprika durchsetzter Geruch steigt von ihnen aus, mischt sich mit der Beize des beliebten Zwiebelsalates und lagert über der ganzen unteren Stadt Aus den Gedärmebratereien, den Magenkochereien und ähnlichen bulgarischen Schlemmerstuben schallt der Lärm des Saisonhochbetriebes. Zwischen den schmausenden Gästen hindurch werden die abge- häuteten, mageren Lämmer hineingetragen und vor den Augen des Publikums zerlegt unb„ zubereitet« man geht hin, sucht sich das schönste Stück aus, berät sich mit diesem und jenem und läßt sich endlich Die Leber. Die Niere, Die zarten, süßen Keimdrüsen rösten und genießt als Beilage dazu einen mit mazedonischem Psesfer geschärften Tomatenbrei, der wie ein Höllenfeuer auf der Zunge brennt, zugleich aber im Magen ein angenehm wohliges Gefühl und einen Bärenhunger auslöst. Und schon betrachtet man mit ganz anderen Augen die aufgestapelten Herrlichkeiten, die verschiedenen Blätter- und Wiederkäumagen, die zu Zöpfen geflochtenen Gedärme, die Gekröse die Fettstrippen, die, gekocht und dann auf dem Rost gedünstet, so appetitlich glänzen wie saftigste Bratenstücke. Ein wenig mißtrauisch noch mit einer gewissen Ueberwindung geht man an den Genuß. — ein kleiner scharfer Geruch, wie er jedem «Schafpelzträger eigen ist und dann zerschmilzt alles wie ein Hauch auf der Zunge Und schon ist man im Bann all dieser Dinge die einem bisher unglaublich erschienen Nur zu der gebratenen Milz, den gebratenen großen und Heinen Drüsen, so verlockend sie auch aussehen kann man sich doch noch nicht entschließen. Um so vertrauenerweckender sind die kleinen Gamm- fleischstücke, Die, aus Nadeln ausgespieht direkt über der Holzkohlenasche gedünstet werden Man trinkt den berauschenden hochgradigen Landwein dazu während Rufe und Bestellungen durch den von Dunst verschwommenen Raum schwirren denn die Leckerbissen müssen ganz heiß direkt vom Rost gegessen werden. Nebenher werden große Schüsseln sauer eingelegter Pfeffer- und Eierfrüchte mit gehacktem Kohl- und Möhrensalat gefüllt aufgetragen Bor den Türen drängen sich Men- 'chen, die die Leckerbissen bestaunen Der Umsatz steigt ins Riesenhafte. Ganz Sofia defiliert in dieser Zeit durch die Lammsleischröstereien Denn der Winter ist vorbei, die Lämmer sind da. und mit ihnen die schönsten aller bulgarischen Dell- katessen. Georges Fayards sonderbare Wette. Die würdigen Herren der medizinischen Fakultät fühlten sich geehrt, einen so interessanten Besuch bekommen zu haben, konnten sich aber nicht recht vorstellen, was eigentlich der berühmte Pariser Bildhauer Georges Fayard von ihnen und der alma mater wollte „Ich bin zu Ihnen gekommen, meine Herren." lüftete der Künstler ohne viel Umstände des Rätsels Losung, „um Ihnen eine kleine — Wette vorzuschlagen!" Die Professoren stutzten Eine Wette? Nanu? Hielt denn Prinz Karneval auch schon in die geheiligten Hallen der Hochschule seinen Einzug? „Das ist wohl ein Scherz, verehrter Meister?" „Nicht doch meine Herren." beruhigte der Besucher seine verdutzten Zuhörer, „es handelt sich keineswegs um einen Ulk. Ich weiß, daß die ärztliche Hochschule in der Regel keine Wetten abzu- schliehen pflegt Die ich Ihnen anbiete, muß Sie jedoch aus wissenschaftlichem Gesichtspunkte eminent interessieren. Sie riskieren nichts bei der Sache und können unter Umständen ein famoses Geschäft machen. Vorausgesetzt natürlich, daß Sie Die Wette gewinnen, was ich allerdings bezweifeln mochte." — „Um was geht denn Ihre Wette. Meister?", fragte endlich der Rektor skeptisch Er hatte Angst bekommen, daß bei Fayard nicht alles „in Ordnung" fei. Konnte sich aber im weiteren Verlaus der Unterhaltung davon überzeugen, daß der Vorschlag des Künstlers gar nicht von der Hand zu weisen wäre. Ein Risiko für die Hochschule bestand in Der Tat nicht sollte der Meister des Meißels vor seinem zweihundertsten Geburtstag sterben, erbt die Fakultät sein Gesamtver- mögen ja sogar seine Werke mit. Fayard sprach über seine Theorie so systematisch, daß die Wissenschaftler einsehen muhten, es handele sich keineswegs um Hirngespinste eines übergeschnapp- ten Künstlers, sondern um beachtenswerte Erfahrungen eines Lebenslünstlers, der seinen Mitmenschen das „Geheimnis" des langen Lebens beibringen mochte und fest entschlossen ist, seinen zweihundertsten Geburtstag in aller „Jugend- frische" zu feiern. Nach langwierigen ‘Beratungen nahm nun die Pariser Universität den Vorschlag des Künstlers an und unterzog ihn einer eingehenden Untersuchung. Die Aerzte waren sich Darüber einig, noch niemals einen so kerngesunden zweiundsünszigjährigen Mann gesehen zu haben, sämtliche Organe funktionieren vorbildlich. die Blutkreisung ist einwandfrei. Die Muskulatur elastisch wie bei einem sporttreibenden Jüngling von zwanzig Jahren, von Arterienverkalkung keine Spur. Der Mann hat kein einziges graues Haar und schreibt seine strotzende Gesundheit neben einer rationalisierten Ernährung einem selbsterfundenen Turnsystem zu. Die Wette wurde rechtskräftig abgeschlossen Es wäre schon lohnend, mit zu erleben, ob sie Fayard. der Unverwüstliche, in 148 Jahren gewinnen wirdl ... Hochschulnachrichten. Zur Wiederbefetzung des Lehrstuhles der mittelalterlichen Geschichte an der Universität Berlin (an Stelle von Pros. 21. Bradmann) sind Berufungen an Professor Dr. Erich Caspar in Freiburg L B. und Professor Dr Robert Holtzmann in Halle a. S. er* gangen. - Der Erlanger Privatdozent Dr. jur • et rer. pol. Hellmuth Mayer hat einen Ruf als ordentlicher Professor für Strafrecht und Strafprozeß an die Universität Rostock erhalten. Der Privatdozent für Anatomie und Histologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Oberasfistent am Anatomischen Institut. Dr med. vet. Wilhelm Krüger ist zum Ordinarius für Anatomie und Gewebelehre an der Tierärztlichen Hochschule in Berlin als Nachfolger von Prof. H. Bittner berufen worden. Turnen, Sport und Spiel. Das 27. Feldbergfest. — Der 89. Feldbergfest-Lurntag, der das 7 7. Feldbergfest vorbereitete und nahezu 100 Abgeordnete am Sonntag nach Frankfurt a. M.-Bockenheim führte, wurde vom Vorsihen- den des Felübergfestausschusses, PH. Röbig, Rödelheim, mit einem feierlichen Gedenken an Lie Toten des Weltkrieges eröffnet. Aus der Berichterstattung ist zu erwähnen, dah bei 4288,51 Mark Einnahme und 4354,56 Mark Ausgabe das vorjährige Feldbergfest mit einem Verlust von 66,05 Mark abgeschlossen hat. Das Feld bergfest dieses Jahres wurde auf den 2 1. und 2 2. 3uni festgelegt. Vorgesehen ist am 21. Juni eine D o nnwend- feier, die den Sinn einer Defreiungsfeier erhalten foLI. Auch für den weiteren volkstümlichen Ausbau des Festes durch Sondervorfüh- rungen der Vereine wurde gesprochen. Bei der Festsetzung der Wettkampfübungen für das 77. Feldbergfest entspann sich eine lebhafte Aussprache darüber, ob die Freiübung beizubehalten ist oder nicht. In der Abstimmung fand die Freiübung eine Mehrheit. Für den Dierkampf mit Freiübung waren 50, dagegen 34 Abgeordnete. Es wurden die folgenden Wettkampf- übungen für 1930 bestimmt: Männer: 100-Meter-Lauf 16,4—12,4 Sek.: Weitsprung 4—6 Meter: Kugelstoßen (71/* Kg. aus dem Kreis) 6,5—10,5 Meter: Freiübung. Iugendturner: 100-Meter-Lauf 17,2 bis 13,2 Sek.: Weitsprung 3,5—5,5 Meter: Kugelstoßen (5 Kg. aus dem Kreis) 7—11 Meter: Freiübung. Aeltere, Klasse l (35—39 Jahre): 75- Meter-Lauf 14—10 Sek; Weitsprung (Anlauf- Brett) 3,5—5,5 Meter: Steinstoß (15 Kg.) 4 bis 7 Meter: Freiübung. Aeltere, Klasse II (40 Jahre und älter): 75-Mcter-Lauf, Weitsprung, Steinstoß, Freiübung (Maße wie bei 1). Turnerinnen (17 Jahre und älter): 75- Meter-Lauf 15—11 Sek.: Hochsprung 0,85—1,35 Meter: Kugelstoßen (4 Kg. aus dem Kreis) 4,20—8,20 Meter. Mannschaftskämpfe: Völsungen- Horn (Verteidiger Tv. 1860 Frankfurt a. M.): 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen aus dem Kreis, Schleuderballwurf, 4-mal-lOO-Meter- Pendelstaffel. Iahnschild (Verteidiger Turngemeinde Fulda): 4-mal-lOO-Meter-Pendel- stasfel. Schmuck-Schild (Verteidiger Tgs. Koblenz): 5-mal-lOO-Meter-Pendelstaffel (3u- gendstufe). Der seitherige Felöbergfest-Ausschuß, mit PH. Röbig (Rödelheim) an der Spitze, wurde einstimmig wiedergewählt. Südwestdeutscher Turnverband im A. O. T. Ein Mannschafts-Gerätewettkampf unter den Vereinen: Turnverein 1883 Lollar, Turngemeinde Dietzenbach und Turngesellschaft 1886 Gräfenhausen fand am vorigen Samstag in Gräfenhausen statt. Die wettstreitenden Vereine gehören dem Südwestdeutschen Turnverband im Allgemeinen Deutschen Turnerbund an und leisteten an allen Geräten, sowie bei den Freiübungen, vorzügliches. Als erste gingen aus dem Wettkampf der Matador der Turngemeinde Dietzenbach, Turner Heinrich W a i g a n d , mit 101 Punkten und der Turner Adolf Weigand desselben Vereins mit 87 Punkten als Sieger hervor. Auch die beiden anderen Vereine hatten Kräfte: Turnverein Lollar mit Drescher 86, Bi er au 85, Hettche und Hoffmann je 81 Punkte und Turngesellschast Gräfenhausen Petry 85 und Langendorf 79 Punkte. Die Vereine für sich zusammen errangen: Turngemeinde Dietzenbach 491 Punkte, Turnverein Lollar 456 Punkte, Turngesellschaft Gräfenhausen 450 Punkte. Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Am kommenden Sonntag ist die 1. M ann- neut vor eine schwere Ausgabe gestellt. Sie fährt neut vor eine schwere Aufgabe gestellt. Sie führt zur Austragung eines Gesellschaftsrückspiels zu dem Turnverein Garbenteich. Die Gar- benteicher A.-D.-T.-Leute sind im letzten 3ahr sehr stark in den Vordergrund getreten und Meister des Lahn-Dünsberg-Gaues geworden. Schon manche D.-S.-B.-Mannschast hat von den Turnern, insbesondere aus deren Platz, empfindliche Riederlagen einstecken müssen. Die 1930er können zwar noch nicht vollständig, jedenfalls jedoch mit stärkerer Mannschaft als gegen den Postsportverein Frankfurt antreten. 3n dem Spiel werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Platz- besiher, wenn auch knapp, das bessere Ende haben. 1 9 0 0s erste 3ug en 6 hat auf eigenem Platz die gleiche Elf des T. - V. Londorf zum Gegner. Londorf, ebenfalls der A.-D.-T. angehörig, hat ebenfalls gute Fortschritte gemacht und dürfte den Spielvereinigungsleuten ein gleichwertiger Partner sein. Handball im T. D. Großen-Linden. Zum Rückspiel empfängt am nächsten Sonntag die 1. Mannschaft des Tv. Großen-Linden die 2. Elf des Turn- und Sportvereins 1846 Butzbach. Im Vorspiel mußten die Butz, bacher eine 4:1«Niederlage einstecken. Zeigen die Großen-Lindener, zumal sie auf einiae recht gute Spieler verzichten müssen, keine bessere Gesamtleistung als in ihren letzten Spielen, so steht ein Sieg der Gäste im Bereiche der Möglichkest. Handball im Lahn L)ünsbera-<^au. Tv. Staufenberg — Tv. Londorf 2:3 (1:2). Londorf mußte alles aus sich herausgeben, um nicht geschlagen den Platz zu verlassen. V. f. B. Für kommenden Sonntag ist die Ligamannschaft von „Sport" Kassel zu einem Gesellschaftsspiel gegen die V. f. D.-L i g a nach hier verpflichtet worden. Die Gäste gehörten in dieser Saison der 1. Bezirksklasse an, haben sich aber mit einem Vorsprung von mehreren Punkten die Gruppenmeisterschaft und damit den Aufstieg zur Oberligallasfe wieder erkämpft, in der sie lange 3ahre eine führende Rolle gespielt haben. Auch in seinen Gesellschaftsspielen gegen starke Gegner hat „Sport" recht gute Resultate erzielt und bewiesen, daß seine Mannschaft wieder im Kommen ist und auch in der obersten Spielklasse ein Wort mitreden wird. Der stärkste Teil der Mannschaft ist der Sturm. 3n welcher Besetzung die V. f. B.-Elf antreten wird, steht noch nicht fest. Da eine neue Aufstellung ausprobiert werden soll, wird sie gegenüber dem Vorsonntag wieder verändert sein. Der Ausgang des Spiels ist offen. Die zweite Mannschaft empfängt zum Gesellschaftsspiel die erste des Sportvereins ..Viktoria" Ridda, der damit eine alte Rückspielverpflichtung einlöst. V. f. B. wird schon in stärkster Aufstellung antreten müssen, wenn er gegen die spielstarken Süddeutschen gewinnen will. Während die dritte pausiert, hat die vierte die Fußballelf des Ruderklubs „Hasst a" zu Gast, die sie vor eine gerade nicht leichte Aufgabe stellen wird. Die erste 3ugend hat die Pflichtspielserie beendet. — Die zweite hat auf eigenem Platz Die gefiederte Schlange. Vornan von Edgar Wallace. 5 ftortleftung Racbd^uck verboten „Dieser Lane war ein guter Kerl. Er rettete mein Leben in Dartmoor —“ 3n seiner Stimme klang irgend etwas Herausforderndes. ,.3a, ja, ich weiß," sagte Crewe ungeduldig, als der Diener in der Tür erschien. „Aeuherst interessant — leben Sie wohl!" Horry Hugg ging aus dem Raum und murmelte unzusammenhängende Worte vor sich hin. Also das war es. Leicester Crewe richtete sich auf, als ob ihm eine Last von den Schultern genommen sei. Eine Viertelstunde lang stand er vor dem Kamin, schaute ins Feuer und dachte über den verstorbenen William Cane nach. Das eine Gespenst, das ihn die letzten 3ahre verfolgt hatte, war nun verschwunden. Er nahm eine elektrische Klingel aus Onyx, die an einer beweglichen Seidenschnur hing und betrachtete sie nachdenklich, als sie in seiner großen Hand lag. Dann drückte er auf den Elfenbeinlnopf. Als Daphne Olrohd in den schönen Raum trat, der mit weißen Paneelen und indirekter Beleuchtung ausgestattet war, fand sie Mr. Crewe an den Kamin gelehnt. Er hielt einen Zahnstocher zwischen den Zähnen, und böse Gedanken verdüsterten sein Gesicht. Er schaute abwesend auf sie, als ob er sie nur undeutlich wahrnehme. Ihre schlanke Gestalt war von großer Schönheit, und Leicester hatte sie eines Tages ..göttlich" genannt, aber er hatte damit weder Dank noch Enthusiasmus bei ihr Herborgerufen. Sie hatte eine zarte, weihe Haut, tiefe, seelenvolle Augen und war von tadellosem Wuchs. 3hr braunes Haar zeigte einen goldigen Schimmer. Mr. Crewe hätte ihre Schönheit sicher auch in Versen gepriesen, aber er besaß keine dichterische Begabung, und seine Gedanken waren zu sehr beschäftigt, um die Anzeichen des Unmuts und Unwillens zu bemerken, die jeder andere auf ihrem Gesicht hätte wahrnehmen können. ..Haben Sie sich nun die Sache überlegt, Miß Olroyd? Was mich bis jetzt abhielt, ist nun .in zufriedenstellender Weise" — er machte eine Pause und suchte nach einem Wort — .,beigelegt. 3d) habe den Entschluß gefaßt, London am 14. dieses Monats zu verlassen. Wir gehen für einige Wochen nach Capri — dann dachte ich daran, nach Konstantinopel zu reifen —“ ..Sie werden sich eine andere Sekretärin suchen müssen, Mr. Crewe," unterbrach sie chn ruhig. Er zwang sich zu einem Lächeln, obgleich er nicht sehr erfreut war. „Das ist eine überlebte und altfränkische An- sick)t — großer Gott, wir leben doch im 3ahr 1928, Miß Olroyd! Warum sträuben Sie sich, es gibt doch hundert Leute, die ihre Privatsekretärin mit auf die Reise nehmen" „Das habe id> auch gehört," antwortete sie trocken. „Aber das paßt mir nicht." Er sah sie ungeduldig an. Es war etwas Unheimliches an Leicester Crewe, etwas von einem Räuber oder einem großen Raubvogel. Sie stellte sich ihn auch stets als Geier oder Adler vor. „Ach, das ist alles Unsinn," sagte er dann laut. „Mrs. Paula Staines wird uns begleiten." Sie lächelte, bevor sie gewahr wurde, wie beleidigend das für Mr. Crewe sein mußte. „Auch das ändert an der Sache nichts," entgegnete sie. Er murmelte etwas von Gehaltserhöhung und nannte eine beträchtliche Summe. Aber sie schüttelte nur ablehnend den Kopf. „Das ist nicht das Leben, das ich mir wünsche," sagte sie. „Außerdem wollte ich 3hnen nur Mitteilen, daß ich mir eine andere Stelle gesucht habe." Leicester Crewe rümpfte ärgerlich die Rase, aber er schluckte die unliebenswürdigen Worte hinunter, die er schon auf der Zunge hatte, und antwortete in sehr mildem Ton. „Es tut mir sehr leid, das zu hören — wer ist denn der glückliche Chef?" Als sie ihm den Namen nannte, wurde er nicht klüger. „Tanke schön — es ist gut.“ Sie war froh, als sie das Zimmer verlassen konnte. Er ging mit den Händen auf dem Rücken im Zimmer auf und ab, als sich plötzlich die Tür öffnete und eine Dame in das Zimmer trat Sie war von hohem Wuchs und schöner Gestalt und mochte etwas Über dreißig Jahre alt fein. Sie war nicht mehr so schlank wie früher, als er sie zum erstenmal. getroffen hatte, aber sie sah sehr gepflegt aus. Was nur immer Kosmetik für ihre Schönheit tun konnte, war angewandt. Ihr einfaches Kleid stammte aus Paris, aber diese scheinbare Einfachheit war in Wirklichkeit ausgesuchte Eleganz. Paula Staines ging zu dem Kamin. „Ich begegnete deiner Sekretärin In der Halle — sie schien nicht so zufrieden mit dem Plan zu sein, als ich erwartet hatte." „Eie lehnt es ab, mitzugehen." brummte Leicester. Paula S taines lachte leise. „Ich dachte niemals, daß sie so närrisch wäre," entgegnete sie. „Warum heiratest du denn nicht einfach die junge Dame?" ..Ich bin doch nicht verrückt," sagte er rauh. „Was führst du im Schild? Willst du das gegen mich benützen — ‘Bigamie?" Sie lachte wieder. „Du beobachtest ja die Gesche so genau, feit- die gleiche der Spielvereinigung im fälligen Pflichtspiel zum Gegner. 2m Vorspiel unterlag V. f. B. mit 0:2. Ob es ihm diesmal gelingt, die Niederlage wettzumachen, muß dahingestellt bleiben. Während d i e erste Schülerelf zum Pflichtspiel Nach Burgsolms fährt, hat die zweite die erste des Wetzlarer Sportvereins zum Gegner, dabei aber den Vorteil des eigenen Platzes. Oie Wa lauer punkte des V. f. B Der Berichterstatter des D. f. B. Gießen schreibt uns: Zu der Meldung des Berichterstatters der Spielvereinigung 1900 in der Ausgabe des „Gießener Anzeigers" vom 14. Februar in der Angelegenheit Wallau — D. f. B., die u. a. besagte, daß „der Lokalgegner (D. f. B.) bis heute die aus dem verlorenen Spiel in Wallau unter sonderbarer Begründung zugesprochenen Punkte keineswegs fest" habe, fei, nachdem nunmehr die Punktfrage dieser Angelegenheit erledigt ist, folgendes berichtet: Die V. s. B.-Ligamannschaf t verlor ihr Dcrbandsrückspiel gegen den damaligen Tabellenletzten F. V. Wallau mit 4:2. Da der Gegner einen nicht spielberechtigten Spieler hatte eintreten lassen, wurden die Punkte vom Fußball- Sachbearbeiter des Bezirks dem Verein für Bewegungsspiele zugesprochen. Wallau legte ge;en dieses Urteil Protest ein mit der Begründung, daß der betr. Spieler nicht gespielt habe. Von interessierter Seite wurde sogar eine diesbezügliche eidesstattliche Erklärung des betr. Spielers beigebracht. In der Sitzung des Bezirksvorstandes am 1. März hat nunmehr der Vertreter Wallaus unter dem Druck der Beweise zugeben müssen, daß der fragliche Spieler tatsächlich doch mitgewirkt hat. Die strittigen Punkte gehören also endgültig der V. f. B.-Elf, die somit an zweiter Stelle der Tabelle steht und in die oberste Spiel- klasse aufrückt. Die am kommenden Sonntag stattfindende Sitzung des Bezirksvorstandes wird weitere Aufklärung in dieser Sache bringen. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Senioren» und Iugendfuhballabteilung der Spielvereinigung 1900 schicken am kommenden Sonntag neun Mannschaften in den Kampf, wobei sich einschl. einiger Ersatzleute weit über 100 Fußballspieler betätigen werden. Während alle Seniorenmannschaften auswärts zu Gesellschaftsspielen antreten, kämpft die Jugend ausnahmslos zu Hause und meistens in Pflichtspielen gegen starke Gegner. Die Ligamannschaft weilt zu einem Gastspiel beim DereinfürBewegungsspiele in Weidenau a. d. S. Der Gastgeber gehört zur westdeutschen Oberliga und ist zu Hause kaum überwindbar. Das mußten die Gießener schon mehrmals zur Genüge erfahren, indem sie in den letzten Begegnungen dort stets mit hohen Resultaten (6:0 und 7:2) überfahren wurden. Umgekehrt konnte aber 1900 in Gießen jedesmal den Spieß umdrehen und die Gäste mit knapper Niederlage nach Hause schicken. Daraus ergibt sich, daß bei diesen Spielen wohl in erster Linie der eigene Platz den Ausschlag gibt, aber auch die Stärke der Mannschaft, und hier dürfte es vor allen Dingen darauf ankommen, daß eine kampfkräftige komplette Vertretung entsandt wird. Nach dem Mißerfolg von Friedberg hat man in der Gießener Elf Aenderungen getroffen, von denen man sich Ersprießliches verspricht. Die Fahrt nach Weidenau ist nicht leicht: dessen ist man sich auch im Lager 1900’3 bewußt. Trotzdem steht die blauweiße Elf vor keiner unlösbaren Aufgabe, wenn sie in Einigkeit und mit Siegeswillen das Treffen bestreitet. In technischer Beziehung rechnet man den Gießenern ein kleines Plus zu. Für die Ligareserveelf 1900s ist ebenfalls eine Ligamannschaft als Gegner verpflichtet. Der Tabellenzweite der 2. Bezirksklasse im Gau dem du in diese Wohnung gezogen bist — ich glaube, die Atmosphäre hier hat dich verändert. Bigamie! Ich kannte eine Zeit, wo so kleine Dinge dir nichts ausmachten, Billy." Dann änderte sie plötzlich ihren Ton und ging zu dem Tisch, auf dem er nachlässig sah. „Billy, ich habe eine ungewisse Furcht." Er schaute sie erstaunt an. „ Fürchtest du dich? Was soll das heißen?" Einige Zeit antwortete sie nicht und blieb vor ihm stehen. Sie biß sich auf die Lippen und sah ihn ernst und düster an. „Hat Ella dir erzählt, daß das Haus ganz durchsucht wurde, bevor sie ankam? Jedes Ding in ihrem Geldfchrank war herausgerommen, untersucht und wieder zurückgelegt." Mr. Crewes Gesicht wurde lang. „Das verstehe ich nicht — waren denn die Dinge nicht wertvoll genug, um sie mitzunehmen?" „Nein, das war nicht der Grund. Daß sie die unechten Perlen und die Smaragdspange nahmen, war doch nur ein Trick. Sie suchten nach etwas ganz anderem — und das haben sie auch gefunden!" Er ging zur Tür, öffnete sie, schaute hinaus und kam dann langsam zu ihr zurück. » „Ich verstehe dieses Geheimnis nicht," sagte er. „Wonach hat denn die gefiederte Schlange gefahndet?" „Nach Ellas Siegelring," war die kurze Antwort. Crewe erbleichte. „Der ... Siegelring?" stammelte er. „Den haben sie genommen? Warum hat Ella denn das nicht der Polizei mitgeteilt?" Ihr schwaches Lächeln konnte ihre Verachtung nicht verbergen. „Durste sie denn das?" fragte sie geringschätzig. „Nein, Ella ist ein kluges Mädchen. Soll ich dir einmal etwas sagen, Billy? Wenn die Perlen und Smaragde echt gewesen wären, hätte man sie zurückgeschickt. Der Mann, der in Ellas Haus eingebrochen ist, war — William Lane!" Er lachte laut auf. Sie stutzte. „Dann muß er es von der Hölle aus getan haben," sagte er brutal. „Denn William Lane starb vor zwei Monaten — ich habe seinen Totenschein in meiner Tasche." Er zog em schmutziges Stück Papier hervor und reichte cs ihr. Sie las es langsam Wort für Wort. „Ich habe dies von einem alten (Sträfling, der bei ihm war, als er starb. Diese Geschichte mit der gefiederten Schlange ist einfach eine Erfindung. Ich glaube das ganze Geschwätz mit dem Siegelring nicht. — Ella ist eine geborene Lügnerin, sie stellt alles mögliche an, nur um ihre Sensation zu haben." „Warum hat sie es denn bann nicht dem Zeitungsreporter mitgeteilt? Nein, mein Junge, Ella ist selbst ganz krank." Sie schaute auf das Papier und seufzte tief und lange. „Danach wäre Gießen-Wehkar, der Sportv. Ehringshausen bei Wetzlar, erwartet die Gießener. Obwohl 1900 durch Neueinstellungen und Wiederbetätigung früherer guter Spieler auf dem Papier eine recht schlagkräftige Mannschaft auf- gestellt hat, muh man doch abwarten, was sie zu leisten imstande ist. Keinesfalls geht 1900 ohne Siegesaussichten nach dort. 1900s vierte Mannschaft hat ein Gesellschaftsspiel mit Grünbergs zwei terEls in Grünberg vereinbart. Da aber gleichzeitig das Verbandswiederholungsspiel gegen Steinbachs zweite E lf in Steinbach angeseht ist, steht bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht fest, welches Spiel zum Austrag kommt. Beide Gegner werden den Gießenern das Siegen recht schwermachen. Die 1. Jugend hat Wetzlar-Niedergirmes' 1.Jugend zum Gegner. Die 2-Jugend tritt auf dem Waldsportplatz der zweiten vom hiesigen D. f. B. entgegen. Die 3. 3 u g e n b empfängt Steinbachs 1. 3 u g e n b im Gesellschaftsspiel. Die 1. Schüler elf mißt sich mit den 1. Schülern H e r m a n n stei n s. Die 2. Schüler spielen gegen die 1. Schülerelf Niedergirmes.. Man schätzt das derzeitige Können der 1900-3ugenb so, daß sie in allen Spielen siegreich bleibt. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Am vorigen Sonntag trafen sich in Großen- Buseck die erste Mannschaft des Platz- Vereins und die des D. f.R. Lich. Obwohl Lich zur 6-Klasse gehört, lieferten sie in der zweiten Halbzeit ein schönes Spiel, während sie in der ersten Hälfte nicht gefallen konnten. Auch die Dusecker spielten sehr schwach, trotzdem sie den Gästen weit überlegen waren. 3n der ersten Hälfte erzielten die Busecker fünf Tore, während in der zweiten Halbzeit noch zwei weitere Treffer fielen, denen Lich ?wei Tore entgegensetzen konnte. V. s. N. Lich. Aus eigenem Platze spielt am nächsten Sonntag die Erste gegen die gleiche vorn F. C. 26 Grünberg. Die Rasenspieler, die viel von ihrer früheren Stärke verloren haben, werden auch diesmal kaum um eine Niederlage herum- kommen. Die 1. 3ugenb trifft im letzten Pflichtspiel in Lich auf Butzbach. Da sie mit Ersatz antreten muß, wird sie auch Wohl kaum um die erste Niederlage herumkommen. Sportverein 1929 Bieber. Am kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft des Sportvereins Bieber die dritte Mannschaft der Gießener Spielvereinigung 1900 zu einem Freundschaftsspiel.. Da die Gäste dem Neuling technisch weit überlegen sind, wird sich Bieber anstrengen müssen, wenn es nicht eine empfindliche Niederlage erleiden will. Arbeiier-Turn- und Sportbund. Der zweite Sonntag der Frühjahrsrunde der dies» jährigen Serienspiele bringt folgende Spiele: In Gießen stehen sich auf dem Trieb Gießen I und Rodheim I gegenüber. Den Einheimischen dürfte es nicht schwerfallen, Sieg und Punkte zu behalten. Vorher treffen sich Gießen Ib und Oppenrod I. Ob es den Einheimischen auch in diesem Spiele gelingen wird, die Punkte zu behalten, wollen wir offenlassen. Auch im Spiele Gießen II gegen Fronhau - scn I wird man den Ausgang abwarten müssen. In Wieseck stehen sich Wieseck I und Daub ringen I gegenüber. Wenn sich die Einheimischen mit der Spielweise der Gäste abfinden, dürfte ihnen der Sieg nicht zu nehmen sein. Vorher stehen sich Wieseck Ib und Naun > heim Ib gegenüber. Auch in diesem Spiele dürfte den Einheimischen ein kleines Plus zuzusprechen sein. also die Sache mit William in Ordnung," sagte sie düster. Als sie noch sprach, summte das Telephon in einer Ecke des Raumes, und Crewe nahm den Hörer ab. Zuerst sprach der Anrufer so schnell, daß er überhaupt nichts verstand. „Wer ist denn dort?" fragte er ungeduldig. „3oe — 3oe Farmer — ich muß dich dringend sprechen — ich habe etwas sehr wichfiges herausgebracht — ist Paula bei dir?" „3a," sagte Crewe. „Was hast du denn her-, ausgefunden?" „Das Geheimnis der gefiederten Schlange," war die überraschende Antwort. „Was sagst du nun zu 3oe? ... Der hat immer die Augen offen." „Von wo aus sprichst du?" „Von Tital Basin ... der alten Stelle. 3d> kam dorthin, um einige Nachforschungen anzustellen. Ich habe diese Reporter furchtbar hinters Licht geführt. Hänge jetzt an und warte auf mich. Ich bin in zwanzig Minuten bei dir." Crewe hörte, dah er einhängte und teilte Paula den Inhalt des Gespräches mit. „Joe," sagte Crewe verächtlich. „Schaue nur nicht auf Joe herunter — hast du etwa vergessen, daß er in früheren Tagen derjenige war, der zuerst den Plan zur Gründung unserer kleinen Gesellschaft aufstellte?" Leicester Crewe antwortete nicht, und sie sah wohl, daß er aufgeregter war, als er zugeben wollte. „Wenn ich dächte —" begann er. „Wenn du was dächtest? — Wenn du wirklich glaubtest, daß Gefahr im Anzug ist, würdest du fliehen." Ein leises Lächeln spielte um ihre karminroten Lippen. „Billy, du hast dich nicht viel verändert. Ich mochte fast wetten, daß du schon alles für eine Flucht vorbereitet hast." Unwillkürlich wanderten seine Blicke zu dem kleinen Geldschrank, der in die Warrd eingelassen war. Sie mußte laut lachen. „Geld, Paß — alles in Ordnung," sagte sie verächtlich. „Du bist ein feiger Ausreißer!" „Du mußt nicht denken, daß es die gefiederte Schlange oder irgend so ein Unsinn ist," widersprach er mürrisch. „Nur habe ich seit einiger Zeit ein Gefühl, daß wir in große Ungelegenheiten kommen werden, und zwar seitdem ich diesen Brief von dem früheren Sträfling erhielt." „Ja, genau seit der Zeit, als William Lane aus dem Gefängnis entlassen werden muhte." Sie gab seine innersten Gedanken nur allzu genau wieder. „Aber ich habe mich niemals wegen William Lane beunruhigt. Erstens ist es nicht leicht, uns zu entdecken, zweitens würde ein solcher Schwächling wie er sich schwer hüten, etwas gegen uns zu unternehmen — und dann, selbst angenommen, er wüßte unseren Aufenthalt — was könnte er auch groß unternehmen?" (Fortsetzung folgt) W lilllllllltfilll minmzaaa Ib und Oppen :n and) in diescin nfte ju Walten. } nächsten Smn. yr vom F.C. 26 -r. die viel von l haben, werden lederlage hermn- ehten Pflichtspiel ie mit Ersah an« Wohl kaum um neu Sieber. 'sängt die erste liebet die dritte ereinigung 19C0 . die Gäste dem sind, wird sich n eS nicht eine will. portbunb. hrsrunde der dirr- inde Spiele: Trieb TießcnI Den Einheimischen Sieg und Puntlr MFronhau- adwarlen mü^cn. eck l und Daub h die Einheimisch::' finden, dürste ihnen in. t Ib und Naun. liefern Spiele dürfte Plus zuzufprchn l?«n Unhfr- ^eler Qu| ^ V J®* ein Te. 9«6«ns^« Kb»L eS« Ä mit JJjfA Die 2. 5Welf Ni-. M* tonnen " 6wm 1 des Pie.,. ten l>e in der «. während fie konnten. Auch 4. trohdm sie ■ 2n der erster Sore, während 1 weitere Treffer Menschen konnte. n Ordnung," M6 i das Telephon» Crewe nahm M Anrufer so Ml, muu < ...j. wichtiges heraus HB hi W ■W =ott. ..® « * immer die w ■ ««<’ 6*„™- -KZ t M ,er __ hast fe* NN er- < wilB -Deun ou Anzug s' M cln fgW n'4t du hast du j! I t V°L .U de« « tagte Mtzr «te '» LzE in groöe f jiDcin A >» UL- s-js* s'.g" V5-18 Der Patriot Der große Erfolg Im Regie: Der größte Schauspieler! Der größte Regisseur! Der größte film des Jahres! L“bitsch Lichtspielhaus, Bahnhofstraße । - ’ nur noch bis Sonntag einschL z Anfangszeiten: 4.00, dSnningS 6.30 und 8.30 Uhr. Sonntags: 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr. ____________________________________________________________________________________226IC Holzsubmission. Auf dem Wege des schriftlichen Angebots sollen die nachfolgenden Nutzholzmengen aus dem Gemeindewald Groß-Ächen an den Höchstbietenden verkauft werden: Kiefern und sichten Langholz und Abschnitte. KI. la KI. Ib KI. 2a Kl. 2 b Kl. 3 a Kl. 3 b Kl. 4 Summe St. fm St. fm St. fm St. fm St. fm St. fm St. fm St. fm Los 1 Kiefer ... _— _— _ 105 64,82 60 53,60 18117,85 2 2,51 — — 185 138,78 Fichte ... 3 0,55 3 0,85 5 1,77 1 0,96 9 14,74 4 7,31 7 20,40 32 46,58 Los 11 Kiefer ... ■________________________ _ _ _ 46 27,39 57 49,10 20 22,49 5 6,99 1 1,85 129 107,87 Fichte ... 7 2,63 22 12,58 11 10,09 7 9,95 8 15,26 3 8,04 5 18,02 63 80,57 Los III Kiefer ... —— _ 1 0,54 27 16,01 50 44,97 17 18,65 4 5,65 1 1,72 100 86,54 Fichte ... 8 1,38 48 15,56 30 16,50 4 3,34 2 2,83 — — — — 92 39,61 Los IV Kiefer ... _ —— _ _ 5 2,88 13 9,68 8 7,29 1 1,06 _ 27 20,91 Fichte ... 20 3,52 83 29,95| 81)57,70 42 48,63 8 14,53 1 3,05 — |235 157,38 LoS V Kiefern-Langgrubenholz 155 Stück mit 35,29 fm. Los VI Fichten-Pcchierholz rm: 1. Kl. 15, 2. KI. 17,2, 3. KI. 29, ohne Rinde, 2 m lang. LoS VI! Fichten-Kistenholz rm: 12,5 mit Rinde, 1 m lang. Das Stammholz und Langgrubenholz ist ohne Rinde gemessen und entrindet. Der Abtriebsschlag liegt an der Staatsstraße Groß-Eichen—Sellnrod. Tas Hvlz ist gut abfahren. Entfernung vom Verladebahnhof Weikartshain oder Mücke 4—5 km. Tas Holz ist zu übernehmen, wie es im Schlage lagert und ausgeha ten ist, im übrigen gelten dieselben Berkaufsbedingungen wie im Staatswald. Schriftliche Gebote mit der Aufschrift „Holzsubmission" erbeten bis Donnerstag, den 27. Marz 1930, nachmittags 2 Uhr, getrennt für Kiefer und Fichte, losweise oder für die Gesamtmenge. Eröffnung der Gebote am gleichen Termin auf der Bürgermeisterei. Weitere Auskunft erteilt die unterfertigte Stelle und Forstwart Paul, Groß-Eichen, der auch das Holz aui Wunsch an Ort ^nd Stelle vorzeigt. Groß-Eichen, den 17. März 1930. Hessische Bürgermeisterei Groß-Eichen. Faust. 2268 D (Xualitäts-JHöbel! Speise-, Herren- und Schlafzimmer In poliert und Eiche gebeizt, Küchen. Kleinmöbel. Polstermöbel, aus eigener Werkstatt in bester Verarbeitung zu niedrigsten Preisen. 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Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. 2 Biiiiiiiet inen), mit je 6 Zimmer, in AunerS- bad) b Lauterbach Hess, z.vermieien Gute Legehühner und Ziege zu verkaufen. 01936 Horst. Bergwerk. tfiiiniiiiiiiiiyiDiiiiiiiiiiiiiD AMMM sowie [2339D SveiseMlner Umiiande halber sehr preiswert ab- zugeben 2339D Steinstr. 63. OlllllllllUHIIUlinillllllllllD 23.-26. MÄRZ KÖLNER MESSE TEXTIL . HAUS- U,N D KÜCHENGERÄTE WOHNBEDARF SONDERGRUPPEN 23.-26.MÄRZ: Deutsche Seide • Neuzeitliche Wäschebehandlung • Moderner Schaufensterbedarf • Land- und Wassersport Auslandgruppen 23.-28.MÄRZ: Technik im Handwerk ■ Gas für Industrie und Gewerbe 23.MÄRZ-9.APRIL; Lehrschau Holz Bauern 1 wird in Lich auf einen guten Geg- ner treffen, der sich wohl den Sieg nicht nehmen lassen wird. In der Jugendklasse stehen sich: Großcn- Linden gegen Rodheim, Wieseck I gegen Leun, Wetzlar gegen Naunheim, Watzenborn gegen Lollar, Rödgen gegen Treis, Beuern gegen Wieseck II., jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins gegenüber. Neuer Weltrekord im Fallschirmabsprung. WSR. Kassel, 19. Mürz. Der Flugzeugführer Resch aus.Würzburg unternahm heute vormittag mit dem Kasseler Kunstfliegermeister Gerhard Fieseler aus dessen Sportmaschine „Tigerschwalbe" einen Angriff auf den Weltrekord im Fallschirmabsprung, der bisher 4300 Meter betrug. Rach dem um 16.45 Uhr erfolgten Aufstieg erreichte das Flugzeug schnell größere Höhen. 3n einer Höhe von 5200 Metern sprang Resch dann mit seinem Fallschirm von der Tragfläche des Flugzeuges ab und landete darauf hinter dem Dorfe Vol- marshausen gleich neben der nach Melsungen führenden Siraße. Der Fallschirm blieb in einem Obstbaum hängen, während Resch neben dem Daum unverletzt den Boden erreichte. Resch hat damit einen neuen Weltrekord von 5200 Meter Höhe im Fallschirmabsprung erreicht. In einer Höhe von 5200 Metern herrschten 29 Grad Kälte. Oberheffen. Oer SchottenerVoransch'ag für 1930 x Schotten. 19. März. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Gemetndeooran schlag für 1 9 3 0, der in Einnahme und Ausgabe mit je rund 202 000 Mk. abschließt. Da sich das Sparprogramm der hessischen Regierung für die Gemeindefinanzen sehr ungünstig auswirkt und eine größere Mehrausgabe auf verschiedenen Gebieten, wie Schulen, soziale Fürsorge, und dgl. m. bedingt, da auch — wie überall — infolge der niedrigen Holzpreise eine Minderem- nähme aus dem Wald zu verzeichnen ist, war eine Erhöhung der Umlagen nicht zu vermeiden. Die Rechnung aus 19 2 8 schließt mit einem Ueberschuß von zirka 48000 Mk. ab, nach Abzug verschiedener Beträge des Betriebskapitals verbleibt noch für den neuen Voranschlag ein Rechnungsrest von zirka 15 5 00 Mark. Die städtischen Gebäude weisen eine (Annahme von 12 100 Mark, an Ausgaben, Unterhaltung der Gebäude, Verzinsung der Gebäudeschulen sind 9700 Mark vorgesehen. Die Grundstücke bringen 8500 Mk. Pacht ein, denen zirka 3000 Mark Ausgaben, Unterhaltung der Baumanlagen u. dgl. m., gegenüberstehen. Der städtische Wald warf in diesem Jahr nur 14 000 Mark ab, gegen 25 000 Mark im Vorjahr. Die Einnahmen aus Jagd, Fischerei betragen zirka 1500 Mark, aus den Weiden 1500 Mark. Für Ausgestaltung der Märkte sind 1800 Mark eingestellt, ein größerer Betrag ist für Reparatur der Gemeindewaage vorgesehen. An Einnahmen aus Wassergeld sind 17 000 Mk. eingestellt, denen 9000 Mark Ausgaben für Unterhaltung der Wasserleitung, Verzinsung der Wasserleitunasschulden, Erneuerungsfonds u. a. m. gegenüberftepen. Das städtische Krankenhaus erfordert zur Verzinsung der aufgenommenen Baukapitalien einen Betrag von 23 000 Mark. Die persönlichen Kosten der allgemeinen Verwaltung belaufen sich auf zirka 19 000 Mark die sachlichen Kosten auf etwa 6000 Mark Kapital, öffentliche Sicherheit, Schutzmann, Nachtwächter, verlangt eine Ausgabe von 5100 Mark, öffentliche Gesundheitspflege 4000 Mark. Für das Feuerlöschwesen werden 400 Mk. verausgabt, für die Armenpflege, Unterbringung Geisteskranker und Siecher in Anstalten 8000 Mark. Die Schulen erfordern insgesamt einschließlich Realschule einen Aufwand von 23000 Mark. Die vom Staat verlangten Zuschüsse von je 200 Mark pro Stelle sind berücksichtigt. Für die evangelische Kirche sind 2000 Mark als Ausgabe, eingestellt. Für die verschiedenen Autolinien sind 2000' Mark Zuschuß vorgesehen, für die Kraftwagenhalle 1000 Mark Verzinsung. Für Unterhaltung des Friedhofs werden 400 Mark verausgabt, für die Straßen 15 000 Mark, für Kanalisationsunterhaltung 1000 Mark. Für Landwirtschaftszwecke sind 4000 Mark vorgefek^n, denen 600 Mark Einnahmen gegenüberstehen. Für Unterhaltung der öffentlichen Anlagen, Zuschüsse zu Badeanstalt, Kindergarten, Sportplatz sind 3300 Mark eingestellt. Die Verlegung der Stadtbach in Rohre kostet 1500 Mark. An sozialer Fürsorge, Kleinrentner, Sozialrentner werden 10 000 Mk. aufgewendet, für Krisenfürsorge ist ein besonderer Betrag eingestellt, desgl. für die Wohnungsfürsorge. Die Sondersteuern bringen zirka 3500 Mark ein, die Reichssteuern zirka 23 000 Mark. Für Verzinsung und Tilgung der Dorkriegsschulden wendet die Stadt zirka 5500 Mk. auf. Nach Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben werden zum Ausgleich 62000 Mark Umlagen erhoben, lieber den Steuerausschlag selbst will sich der Gemeinderat später, wenn die nötigen Unterlagen vorliegen, entscheiden. Schwerer Unfall in Bellerheim. ® Bellersheim, 20. März. Don einem schweren Unglütfsfall betroffen wurde heute gegen 18 Uhr der 17 Jahre alte Landwirtssohn Walter Matthes von hier. Der junge Mann war damit beschäftigt, ein junges Pferd, das bisher noch nicht eingespannt war, auszuführen. Plötzlich scheute das junge Tier, ging vorne hoch und schlug dabei mit den Hufen dem jungen Manne s o schwer auf den Kopf, daß der Bedauernswerte bewußtlos zufammenbrach. Nach erster ärztlicher Hilfeleistung wurde der arme Jüngling von der Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik überführt. Hier liegt er mit einem schweren Schädelbruch und anderen erheblichen Kopfverletzungen in ernstem Zustande darnieder. Schwerer Unfall durch giftige Gase. WSR. Darmstadt. 20. März. Im Anwesen der Sauerkrautsabrik Korbus ereignete sich heute früh ein schwerer Unfall. Der Arbeiter Georg Kailer stieg in einen etwa 15 Meter tiefen Schacht, der dazu dient, die Abwässer aus dem Keller Oer früheren Brauerei aufzunehmen (Senkgrube), um, wie das von Zeit zu Zeit geschehen muß, die Senkwässer auszu- pumpen. Die Pumpe funktionierte nicht, und bei dem Versuch. diese in Ordnung zu bringen, wurde Kaiser durch giftige Gase ohnrnäch - tig und stürzte in den Schacht. Der Betriebsleiter Zeuner wollte dem Verunglück- ten zu Hilfe eilen und stürzte gleichsalls in den Schacht. Daraus wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert. Sic*- Feuerwehr stieg mit Gasmasken in den Schacht, um die Verunglückten herauszuschassen. Hierbei wurden auch zwei Feuerwehrleute trotz Gasmaske ohnmächtig und mußten in das Krankenhaus geschafft werden, ebenso die' beiden Abgestürzten, von denen Zeuner in Lebensgefahr schwebt. Oer Marburger Haushaltsplan für 1930. H Marburg, 18. März. In der heutigen Stadtverordnetensitzung erstattete Oberbürgermeister Mueller in Verbindung mit der Einbringung des städtischen Haushaltsplanes für 1 9 3 0 ausführlichen Vericht über den Stand der Gemeindeangelegenheiten. Er betonte, daß sich der Fremdenverkehr in Marburg bedeutend gehoben habe. Die Einwohnerzahl sei über 25 000 gestiegen. Was die Finanzwirtschaft anbelange, so hoffe man, daß sich der Etat für 1 9 2 9 mindestens ausgleiche. Der Haushaltsplan für 1 930 schließe in Einnahme und Ausgabe mit 4 253 500 Mark ab, das sei ein Mehr von 247 500 Mark gegen das Vorjahr. Don diesem Mehr seien durch Steuern 36 000 Mark aufzubringen bei einem Gesamtsteueraufkommen von 2 133 300 Mark, also eine Steigerung um 1,7 Prozent. Ein Zuschuß für die Bäder sei im Etat noch nicht vorgesehen, eventuell eintretende Defizite hoffe man durch Heber- schüsse der städtischen Sparkasse decken zu können. Anleihen habe die Stadt bis jetzt in Höhe von 8 Milnonen gemacht, die einen Zinsendienst von 203 000 Mark erforderten. Ob die Stadt 1930 als Dauherr auftreten könne, hänge von den Geldverhältnissen ab. Die Wohlfahrtspflege beanspruche immer größere Mittel. Der Zuschuß zum Wohlfahrtsetat habe sich von 22 000 Mark in 1913 jetzt aus rund 343 000 Mark gesteigert. Die Statistik der Gewerbesteuer zeige. daß sich fast ein Viertel der Gewerbetreibenden mit einem Einkommen unter 1500 Mark begnügen müssen, während ein weiteres Viertel ein Einkommen zwischen 1500 und 2700 Mark hat. Wetzlar am Zwangsetat vorbei. WSR. Wetzlar, 18. März. Der Kampf um den Wetzlarer Etat ist beendet. In zweitägiger Beratung haben die Stadtverordneten den Haushaltsplan für 19 30, der eine Summe von etwa 5,4 Mill. Mark erreicht, verabschiedet und die Deckung eines Fehlbetrags von 240 000 Mk. durch eine mäßige Realsteuererhöhung ausgeglichen. Die Grundvermögenssteuer wurde von 250 auf 325 Proz., die Gewerbeertragsteuer von 625 auf 675 Proz. und die Lohnsummensteuer von 1900 auf 2100 Proz. erhöht. Gas-, Wasser- und Strompreise haben sich gleichfalls Erhöhungen von 2 bzw. 5 Pfennig gefallen lassen müssen. Allerdings haben die Stadtverordneten den aus 1 929 restierenden Fehlbetrag von rund 250000 Mk. unbe- r ü ck s i ch t i g t gelassen. Sie sind der guten Hossnung, daß die Ist-Zahlen des vergangenen Jahres den Fehlbetrag als tatsächlich nicht vorliegend erscheinen lassen werden. Schutte und Hoyer bestreiten. WER. Frankfurt a. M., 20. März. Im Lause des gestrigen Tages wurde Schulte bis in die späten Abendstunden vernommen. Er schilderte die Tat, wie er sie in dem Briese an die Frankfurter Kriminalpolizei dargestellt hat. Hoyer wurde vorerst kurz befragt. Er leugnet, an der Tat beteiligt zu sein und wrll niemals im Besitz einer Schußwaffe gewesen sein. Auch S ch u l I e hätte mit der Tat nichts zu tun, da sie beide sich zur Tatzeit in der Räye von Bad Soden i.T. aufgehalten hätten. Im Interesse der weiteren Ausllärung können zur Zeit keine Einzelheiten aus den Vernehmungen bekanntgegeben werden. Taten für Eamtztag, 22. Mär». 1599: der Maler Anthonius van Dyck in Antwerpen geboren «gestorben 164|): — 1771: der Schriftsteller Heinrich Zschekke in Magdeburg geboren; — 1832: Johann Wolfgang von Goethe in Weimar gestorben (geboren 1749). r Er i o« Getandheitswalter Jean Welse!, (Heften, Sonnenstrafte 6,Telephon Nr. MM Jlr.2 §ahalt Dekorationsstoffen «Teppichen Hier nur einige Beispiele aus dem großan Sortiment 14A Marquisette ■ I 150 cm breit, prima C t, prima Qualität, Meter. Mk. Mk. 1=75 (füll) 140 cm breit, hervorragende Ware, Met. ..Mk, Mk. Mark Mk. Kaufhaus HANSA Bitte beachten Sie unser Spezial-Fencter I Gießen • Seltersweg Nr. 28 2348A Oberhessischer Kunstverein Mer-Cale Ernst Ludwig Künstlerkreis 1930 München Oelgemälde * Aquarelle * Graphik Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 30 Pfennig Heinr. Grünewald 2353D Wer Verwohnte 1.20 la Bauchlappen la Rind- und Ochsenfleisch .... 1.10 la junges Mastfleisch 0.80 Eintrittskarten ab Donnerstag, 20. März 1930. 2292 D 1.00 la Rindswürstchen D1934 vlatt 7. 00 GEBRÜDER RM Marktplatz GIESSEN Schulstraße Der beliebte Tanz-Tee u. Gesellschaftstanz findet jeden Mittwoch und Samstag statt mit unserer modernen Fertig-Kleidung Karten bei Challler 0.70, an der Abendkasse 1.- Mk. Abonnementskarten (blau) haben Gültigkeit. x321D Die Ausstellung ist wieder Sonntags. Montags, Mittwochs u. Freitags v. 11 — 1 Uhr, Mittwochs auch von 3 bis 5 Uhr nachm. geöffnet Ai (Neid 0.59 0.65 la Kalbfl., alle Stücke, a. Rollbr.. 1.10 la stets frisches Hackfleisch... 1.00 Vom Sonntag, 23. März, bis Montag, dem 21. April,imTurmhaus am Brandplatz 1.95 2.95 3.95 Die Bobenf Gie 'Bett.: An bo Mk. 0.30 Die besondere Billigkeit aller Artikel geht nicht auf Kosten der Qualität. Unsere bekannt lieh außergewöhnliche Einkaufsmöglichkeit leistet Ihnen Garantie dafür, daß Sie bei uns in jeder Preislage die denkbar vorteilhafteste Ware erhalten (Ta 0‘ M mad)ur Bekam aus die (ernten i* Ti 1. 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Rechnunaöprüfuna: 4. AuSzetchrninn von Mamernben ietteno der Wehr; 5. Etwaige Anträge nenrnü Satz 20 der Satzungen; 6. Berlchtedenes. Uniform: Arbettöausriisfung und Helm. Der Vorstand. ■ 3188A Salomonschu|straBe 4 Oöst-a-fianeoDauverein Gießen ’■ |tA Sonntag, den 23. März, nachmittags i ;//,>! 3' Uhr. im Saale des Kaufmännischen Vereinshauses, Gießen, Nordaniagc: Vortrag überDüngiingsfrageniniGarlen Beerensträucher, Spargel. Gemüse, Blumen, Rosen, Topfgewächse usw. von Dr. Bus, Assistent am Aöriküliurüiem. Institut der Universität Vorher um 3 Uhr Vorstandsidlzuna:« Zi4iD Gäste willkommen! Zahlreiches Erscheinen erwünscht! Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfes an Fleifch- und IButftroaren für das Rechnungsjahr 1930 soll vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen bis zum 24. März, 17 Uhr, während der Dienststunden bei uns aus. Angebote sind verschlossen bis zum Er- öffnungstermin Dienstag, den 25. März, 9 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Tage. 2342V Gießen, den 21. März 1930. Verwaltung der Universitäts-Augenklinik und Kinderklinik. 81W 105 Ä Äh .KK? Goethe-Bund Sonntag, den 23. März 1930. abends 8 Uhr. in der Neuen Aula 4. Dichterabend Theodor Däubler liest aus eigenen Werken und spricht über Goethe und die Antike Eintrittskarten (numeriert) zu Mk. 2.00 im Vorverkauf bei Chailier und an der Abendkasse. Studentenkarten gegen Ausweis zu Mk. 1.00 bei Herrn Sekretär Ritter, Universitä s- gebäude. Die Baodesmitglieder erhalten im Vorverkauf bei Chailier gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 3 (blaues Gutscheinheftl bis zu zwei Plätzen unentgeltlich numerierte Gastwirtschaft zur Oelmühle Dammstraße 39 Morgen, Samstag Metzelsuppe CaMetimol iletaiihle. Samstag, den 22. März uno? Schlachtfest Rundfunk-Schallvlattcn-Konzert. Es ladet freundlichst ein W. Hirstein. liieigesncfie. junges, finöcrlofco Ehevaar (Beamter) suckt 3- oder 4 Mmer Wohnung au mieten. Schrttfl. Angeb. unter 01935 an d. Gieß. AnA. erb. 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(In dem Bericht, der von der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung herausgegeben worden ist, ist diese Zahl irrtümlicherweise mit 2 213 000 angegeben worden.) Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen in der erstenMärz- hälfte hat um insgesamt 65000 abgenommen. Am 28. Februar betrug sie 2 378 000. Die Zahl der Krisenunter stützten ist noch um 2000 Personen gestiegen, und zwar auf 283000. Mit den Ausgesteuerten, die jetzt auf die Hüter» slühung der öffentlichen Fürsorge angewiesen sind, beträgt die Zahl derHnterstühungsemp- pfänger über drei Millionen. Davon sind 2.6 Millionen Hauptunterstühungsempfänger und Krisenunterstühte, der Rest besteht aus Ausgesteuerten. Aeue Oiökontsenkung der Bank von England. London, 20. März. Die Bank von England hat den Diskontsatz um l/2 Prozent von 4 auf 31/,. Prozent ermäßigt. • Stärkere Zunahme der Sparkasseneinlagen im Januar. Ende 3a» ituar 1930 beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 9 359,2 Mill. Mk., gegen 9 016,3 Mill. Mk. Ende Dezember 1929. Mithin ist eine Zunahme um 342,9 (188,2) Mill. Mark zu verzeichnen. Die Scheck-, Giro-, Kon- iokorrent- und Depositen-Einlagen stellten sich Ende Januar auf 1 352,8 Mill. Mark gegen 1356,5 Mill. Mk. Ende Dezember. * Großer Reparationsauftrag für Wayß & Freytag und Polensky & Söhne. Wie dem WTB.-Handelsdienst gemeldet wird, ist nunmehr der Reparationsauftrag auf Ausführung der Hafenerweiterung von Dünkirchen durch die zuständigen deutschen und französischen Stellen endgültig bestätigt worden. Mit der sofort zu beginnenden Ausführung ist eine Arbcitsgemcinschast, bestehend aus den Firmen Dayh & Freytag 21.-©., Frankfurt a. M. und Polensky & Söhne, Berlin, zusammen mit einer französischen Firma betraut worden. Der Hm- | fang der in 4 Jahren zu bewältigenden Bauarbeiten beziffert sich auf annähernd 40 Mil- | lionen Mark. • Waggon-Fabrik 21.=®., Rastatt. • Rach dem Geschäftsbericht 1928 29 verbleibt nach Abschreibungen gleicher Höhe wie im Dorjahre ein Reingewinn von 64 138 Mk., um den sich der Derlustvortrag von 352 594 Mk. auf 288 455 Mk. ermäßigt. Rach dem Bericht des Dorstandes stand auch das abgclaufcne Geschäftsjahr unter dem i Zeichen der schwierigen Finanzlage des Reiches und der damit zusammenhängenden Hnmöglich» : feit für die Reichsbahngesellschaft, genügende Mittel für die notwendige Fahrzeugbeschaffung flüssig zu machen. Der Gesamtumsatz blieb wesent- I lich hinter dem des Dorjahres zurück. Die Der» i Handlungen mit der Reichsbahngesellschaft wegen > Erhöhung der zugewiesencn Quoten sind noch I immer nicht zum Abschluß gelangt. Unter den - obwaltenden Verhältnissen ist auch für das lausende 3ahr noch nicht damit zu rechnen, wesentlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Die G.-D. I sindet am 31. März in Rastatt statt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. März. Tendenz: I freundlich. — Auch heute war die Tendenz zu Beginn der Börse weiter freundlich. Die Kursbesserungen zeigten weiter eine aus- steigende Kurve. Die gestrige Diskontsenkung in London wirkte nach, da im Zusammenhang hiermit eigentlich schon heute mit einer Diskontreduktion der Reichsbank gerechnet wurde. Der Zentralausschuh wurde aber nicht einberu- fen, doch störte man sich hieran nur wenig, da die Hoffnungen für nächste Woche fort» bestehen. Dor allem wurde es vorteilhaft verbucht, daß von Auslandseite einige r Käufe vorgenommen wurden. Aber auch das Publikum schien sich heute etwas mehr für die Börse zu interessieren. Die Geldmarktverhält- niffe lagen sehr günstig, auch die Ausland- Geldmärkte zeigten eine günstige Veranlagung, o daß die Kulisse Grund genug hatte, auf den neiften Marktgebieten in etwas größerem Hm« ange zu Deckungen zu schreiten. Das Geschäft war bei freundlicher Tendenz' zeitweise recht lebhaft. 3m Vordergründe des 3nteresses standen vereinzelte Elektroaktien. Für diesen Markt lag in dem zustandegekommenen Abschluß einer 20-Millionen°Dollar-Anleihe der RWE. eine Sonderanregung vor. Siemens standen mit plus 3 Prozent an der Spitze. Die übrigen Werte dieses Marktes besserten sich bis zu 1,5 Prozent. Große Rachfrage machte sich weiter ür Dauunternehmungen geltend. Der französische Reparationsauftrag von 40 Millionen Mark, woran auch Wayß & Freitag beteiligt ist, blieb nicht ohne Wirkung. Äeses Papier lag erneut 2,5 Prozent fester: in Verbinöung hiermit konnten Holzmann 3 Prozent gewinnen. Stärker hervor traten noch von Kunstseidewerten Beinberg, die nach schwächerer Veranlagung in letzter Zeit 4 Prozent gewannen. Farben waren ebenfalls gebessert, aber nur geringfügig. Für dieses Papier bestand aber trotzdem einige Rachfrage. Der Montanmarkt lag auch heute im großen und ganzen still. Die Besserungen gingen hier bis zu 1,5 Prozent. Banken bis zu 1 Prozent fester. Barmer Bank lagen auf die unverändert belassene Dividende bevorzugter. Don Zellstoffaktien lagen Waldhof angeboten und 1.5 Prozent gedrückt. Dies war aber in erster Linie auf Gewinnmitnahmen nach der stärkeren gestrigen Aufwärtsbewegung zurückzuführen. Renten freundlich und lebhafter. 3m Verlaufe wurde das Geschäft, nachdem die eingegangenen Aufträge erledigt waren, etwas stiller. Die Kurse besserten sich aber erneut bis zu 1,5 Prozent. Für Spezialaktien erhielt sich weiter einige Rachsrage. Zellstoff Waldhof konnten ihren Anfangsverlust wieder vollkommen ausgleichen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent wieder flüssiger. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1905, gegen Pfund 20,3850, London gegen Kabel 4,8650, gegen Paris 125,32, gegen Mailand 92,90, gegen Madrid 38,50, gegen Schweiz 25,1250, gegen Holland 12,1260. Berliner Börse. Berlin, 21. März. Die freundliche Stimmung des gestrigen Tages üBrrtrug sich auch auf heute. Wenn auch größere Kauforders nicht Vorlagen, so wirkte es doch recht günstig, daß bei den Banken verschiedentlich Streichun- den von Verkausslimiten vorgenommen wurden. Die Spekulation bekundete trotz der aus- gebliebenen Reuhorker Diskontsenkung, die man mit internen Gründen erklärt, etwas Kaufneigung und beurteilte die Gesamtsituation ziem- l i ch o p t i m i st i s ch. Bei den Anfangsnotierungen kam es fast allgemein zu Besserungen im Rahmen von 1 bis zu 2 Proz. Vielfach hörte man an der Börse die Ansicht, daß gerade in diesem langsamen Ansteigen das Gesunde der Bewegung sich zeige. Am Montanmarkt regte der Rückgang der Feierschichten im Ruhrbergbau an. Klöcknerwerke lagen mit plus 2,25 Proz. etwas über das übliche Ausmaß erhöht. Don Kaliwerten gewannen Salzdetfurth 2,5 Proz. Deutsche Linoleum setzten auch heute ihre Aufwärtsbewegung um 2,5 Proz. fort. Kunstseide- werte profitierten von der im Reichsrat genehmigten Erhöhung der Kunstseidezölle. Aku besserten sich bis 2,25 Proz. Am Bankenmarkt bemerkte man weitere Deckungen. Elektrowerte konnten erneut etwas mehr Interesse auf sich lenken und waren bis zirka 1,5 Proz. erhöht. Holzmann, bei denen man von einer eventuellen Erhöhung der Dividende um 1 Proz. spricht, zogxn um 2 Proz. an. Don Auslandwerten gewannen Svenska 2,50 Mk. Auf der anderen Seite ermäßigten sich Siegen-Solingen auf die Richtbestätigung der Fusion und die Heber» nahmegerüchte durch den Stahlverein um P/s Prozent. Auch Deutsche Atlanten und Schlesische Dortlandzement tendierten etwas schwächer. Deutsche Anleihen freundlich. Altbesih 52,50 nach 52,10. Don Ausländern Mexikaner fest. Pfandbriefe waren noch uneinheitlich. Geld bei unveränderten Sätzen sehr leicht. Rach den ersten Kursen trafen an einigen Märkten kleine Aus- landorders ein. Auch das 3nland zeigte zunehmendes 3ntercffe. Es trat daraufhin eine Hebung des Kursniveaus bis zu 3 Proz. ein. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf Banken, insbesondere Reichsbank, Farben, Montanwerte, Spritaktien, Elektrowerte, während Schiffahrtsaklien etwas vernachlässigt lagen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Alle für die Redaktion bestimmten Mit» teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Echachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Rr. 256. Don Pimenow und Mmnoto. (Preisgekrönt „Prawda Wostoka" 1929.) 8 7 6 5 4 3 2 1 Weih. Schwarz, d e a b ß h Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 8 Steine. Kf3; Dc8; Tdl, e2; Lb8, e8; Sc6, g7 Schwarz: 10 Steins. Kd6; Tc7, f8; Sd5, e3; Bb4, b6, c4, f6, f7. Partie Nr 181. 3n der zweiten Runde des internationalen Schachturniers zu San Remo gespielt. Damenbauernpartie. 1. d2-d4 2. Sgl — f3 3 e2-e3 Weih: Colle. Schwarz: Dogoljubow. 1. Sg8-f6 2. d7-d5 Gegen Colles Aufbaushstem Ld3 usw. wendet Dogoljubow diesmal ein neuartiges Derteidi- gungsmanöver an. 3..... 3. c7 —c6 4. Sbl —d2 x 4. Lc8-f5 Die (Neuerung. So spielte auch später Aljechin in seiner Partie gegen Colle und erlangte ein gutes Spiel. Der Läuferzug ist gegen die drohende ^-Stellung auf d3 gerichtet, wonach Weih gewöhnlich einen scharfen Angriff erhält. 5. Ltl-d3 5. Lfbxd3 Ein Positioneller Fehler, da hiernach das weiße Zentrum zu stark wird. Aljechin spielte an dieser Stelle folgerichtig 5.....e6! 6. c2xd3 7. 0-0 8. Tfl-el 9. e3 —e4 Hm gelegentlich 10. e4-e5 11. Sd2 — f 1 12. d4xc5 13. 32-23 14. b2-b4 15. Sf3-d4 16. Sfl — g3 17. Ddl-g4 6. e7-e6 7. Lf8 — e7 8. 0-0 9. Sb8-a6 mit c6 vorzustoßen. 10. bl6-d7 11. c6-c5 12 Sd7xc5 13. Dd8-d7 14. Sc5-a4 15. Tf8 —c8 16. Sa6—c7 17. g7-g6 Erscheint wohl notwendig, da z. B. auf 17. ..., Sb5, das glänzende Opfer 18. Sgf5! zum mindesten materiellen Dorteil einbringen würde: 18. Sgf5, Lf8 (18..... exf 19. Sxf5, Lf8 20. Sh6 + mit Damengewinn) 19. Sh6 + usw. 18. Lei — g5 18. Sc7 — eS 19. Lg5xe7 19. Dd7xe7 20. h2-h4 Der schwarze Königsflügel ist sehr schwach und Weiß versucht daher mit Recht einen scharfen Angriff. 20.... 20. a7-a5 Schwarz sucht sein Heil in einem Gegenangriff auf den Samenflügel. 24. Sa4-b2 24. Tal-bl 25. Tel -e3! 21. H4-h5 22. h5xg6 23. a3xb4 25. Se8-g7 26. Db4-d2 27. Tc8-cl + 28. Dd2xcl + 29. Del -c8 30. Dc8-c3 31. Kg8-f8 32. Ta8-al + 33. Dc3-d4 Aufgegeben. 21. a5xb4 22. h7xg6 23 De7xb4 30. Sf3-g5 31. Dh4-h74- 32 Tel-e3 33. Kgl-h2 34. Te3-f3. Einen Bauern hat Schwarz erobert, aber nun wird der weihe Angriff übermächtig. 25. ... 26. Dg4 — h41 27. Sd4-f3 28. Tblxcl 29. Te3-el Ausgezeichnet. Gegen das plumpe 25. Te2 mit Springerfang hatte der Rachziehende noch die Ausrede 25..... Ta4, demgegenüber jetzt hierauf 26. Sge2! folgen würde. In Zeitnot und begreiflicher Aufregung! Ein wenig besser war sofort 29.....Dc3. Das Damenopfer 29..... Dxel + 30. Sxel, Tal 31. Kh2, Txel, führt wegen 32. Db4! zu nichts. Lösung des Problems Rr. 250. Don S>. Kirschmann. 1. Sf5—e7! usw. Lösung des Problems Ar. 253. Don D. Marin. 1. Da4-e8!, D beliebig 2. De8xh8, bzw. De8- c7 matt. 1. .. „ Ibo-b7 2. Tg2-h2 matt. 1. ..g4—g3 2. f2xg3 matt. 1. ..., Se2-f3 (e4) 2. Fg2xg4, bzw. Tg2-h2 matt. 1. ..d6 —d5 oder e5 -e4 2. Tg2 —h2 malt. 1. . .., Th8 beliebig 2. De8-e7 bzw. Tf5-li5 matt. Eine richtige Lösung zum Problem Rr. 251 sandte ein Herr H. Brauer, Ober-Ofleiden. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Amerikanisches Abenteuer. Zwanzig Meilen hinter Chikago, mitten im „trockensten" Amerika, ist ein Ford steckengeblieben. Der Lenker sucht nach der Hrsache und findet, daß er kein Oel mehr habe. So nimmt er eine ausgediente Whiskyflasche und rennt zu einer Krämerbude, die sich zwanzig Schritt weiter etabliert hat. „Hallo! Kann ich die Buddel hier voll Oel kriegen?" Der Krämer nickt, nimmt die Flasche, verschwindet im Laden und bringt sie gefüllt zurück. Der Autler bezahlt einen unverschämten Preis und läuft zu feinem Wagen. Dort füllt er seinen Oelbehälter. Der Krämer aber steht vor seiner Tür und schlägt die Hände überm Kopf zusammen. „Allmächtiger Himmel! Run gießt das Rindvieh den guten Whisky in die Mistkarre!!!"... (Lust. Dl.) Kriminaltaktik. Im Berliner Rorden streiten sich zwei — ein kleiner Schmächtiger und ein beträchtliches Schwergewicht. Der Kleine läßt sein Mundwerk erstaunlich spazierengehen und deckt den Muskelmenschen mit den saftigsten Verbalinjurien zu. Dieser, dem Gott versagt zu haben scheint, au sagen, was er leidet, atmet schwer und steht da wie ein wehrloses Riesenkind. Endlich trennen sich die beiden — der Kleine als Triumphator, der Gröhe als geschlagener Mann. Ein Zuschauer fragt den Mundfertigen, wie er so viel Mut aufbringen könne vor einem solchen Gegner. Aber seine Antwort klärt die Sache: „Wat heeht hier Mut? Der tut mir nischt, der hat ja noch drei Wochen Bewährungsfrist loosen." Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Sioidende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v. $)., Lombardzinsfuh 6,5 v. H. tfranffurt a. 2J1. | Berlin (Schluß-, lurS | 1-Uhr- Kurs Schluß-^ lorS ! Anfang« NurS Datum 20. 3 21. 3 20. 3 21. 3. ti%> Deutsche dteidjeanieihe von 1927 ......... Deutlche Reichsanleihe 87 - 87 — Don 1929 ...... Stentfdit am.-Ablöl.-SchuId mit 98 — 98,5 — Auslos.-Rechten .... 52.2 52.5 51,8 52,5 Sc80l. ohne Aiislos.-Rechte . . . 8% Hell. Bolkrstaat von 1929 8,4 8,5 8.4 8.5 (tüdiabib. 102%)...... ■ Eberbelfen Provinz - Anleihe mH 87,25 — 87,75 — Ausloi.-Rechien...... 49,25 —— — — Deutsche Komm. Cammelabl. Anleihe Serie 1 .... 8^ ixrantf. Hnv.-B-mk Goldpfe. 50,5 — 50,4 — XIII unkündbar bis 1934 . . T/o iiranlf. Hstp-Bank Koldpje 96,5 — — — unkündbar bis 1932 lli% Rhcinilche Hdp.-Bank 85.75 — — — . Slqu. WolDpfe. 82,95 — _ 8°'o Pr. LandeSpfanvbriesanstalt, Pfandbriefe R. 17 ü 8‘o Pr LanbespsandbriefanNalt, 97 — 97 — 94 1 Kvmm.-Lbl. R. lü 1 ,*<(, Pr. Landespsandbrtesanstalt, — 94 — Pfandbriefe R. 10 UE.G. abg. BorkriegS» Obligatio- 89 — 89 — nen. rüdtablbar 1932 . . 92 — - — Vo Oefierreichiiche Goldrente . . 28,5 — 28,9 28.75 4-30% Oesterreichiiche Cilberrenle 4% Oefierreichiiche Einheitliche 5 — 5,2 Nen le — — z.b _ V'o Ungarifche Goldrcnle 26,45 26,5 26,25 26,5 4”o Ungariiche CiaalSrcnte v. 1910 —- — 23.13 23,4 4ii% desgl.von <913 1 4% Ungariiche Kronenrente — — 24,4 2,45 —- 2.6 2.6 1% Türkische goUanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anl 6,4 6,65 6,65 6.4 6.3 Serie I . . 5,65 6,55 4% deSgl. Serie II....... Rumänische vereinh- Rente 6,6 6.6 — 6.55 oon 1903 ..... 4^% Rumänische vereinh Rente 11,25 — 11,3 — oon 1913 17,225 — 17,4 —— 45» «umäntfdje ttaeinh. Rente . 9,05 — 9,15 •— Frankfurt a. Hl. ^Berlin (Schluß- Iure l-ilyr- ÄuN (Schluß- tur<< j Ülnfang» Kurs Datum 20 3 21. 3 20 3. 21 3 .pantburg-'.'imenla Paket . . 7 105,5 106 105 13 105 Hamburg-Südam. Dampfschiss 8 — 160 — Hansa Tamvsschisl..... 10 — — 148,5 — Norddeutscher Slonö .... 8 108.75 109 '08 25 108.25 Allgemeine DeutscheCreditansl. Barmer Bankverein . . . 10 121 — 121,25 121.5 10 128.5 130 '28,5 130 Berliner Handelsgelell|chasl . 12 170 — 169,75 169.25 Commerz- und Prioai-Bank . 11 i58.5 158.75 158.5 158 75 Darmstadter und Nationalbank Deutsche Bank und 12 230 — 229,5 229.75 Tisconto-Kesellschaft, . . . 10 47.25 —— 146,5 147 Dresdner Bank...... 10 ।48,5 149 148.5 149 Reichsbank ....... 12 282 — 281 281 '21.(5.®........... . 8 '64,65 165 163.75 164.75 Bergmann........ . S — — — 193 Eiektr. LieferungSgeselllchast. 10 165 — '63.5 — Licht und Kraft...... 10 '69,5 170 168,5 169.5 gelten & Guilleaume . . Gesellschaft für Elektrische 125,5 — 125 25 126 5 Unternehmungen .... 10 171 — '70,25 171.75 Hamburger ElektrizitätS-Derke 10 — — — 132.25 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — — 143,75 145.25 Schlesische Elektrizität. . . . 10 —— — 163.75 165 Sthuden & Co..... . 11 '87 188 '86.25 186,75 Siemens & Halske ..... 16 — 250 247 248,5 . 8 — -- — — Lohmener & Go....... 10 163 — 161,5 163 Buderus ..... • • . 6 76,25 — 75.9 76,13 Deutsche Erdöl ...... . 6 101,9 102,5 101 101,6 Essener Steinkohle . • • • • . 8 — — 143 143 Gelsenkirchener ..•••• . 8 '40,75 142 '41 141,75 Harvener . .••••• . 0 131,5 — 131,5 131.75 Hoesch Eilen. . .••••• GVi — — 108 108.75 10 103,5 — 251 103.5 251 105.75 7 — — 105.25 106.25 Mannesmann-Röhren . • • . 7 105.75 — 105,75 106.75 . 7 — — '03.75 104,25 Cberfdilel. Eisenbedarf . . • . b 67,25 — — 68,5 Oberichles. Kok-werle .... 7 — — 101 101.25 Dhönir Bergbau...... 6Y, 102 — 101.75 101,9 Rheinische Braunkohlen • . 10 237 — 236,5 237 Rheinstahl ....... . 6 H5,5 116 115,4 115,5 7,2 W * — -*• lirantfun a 2)1. Serlin (Sa)wß-^ iure | t'Udr- .« rt Schluß- fur< Slnlanq« Kur» Datum 20 3 21 3 20 3 21. 3 Bereinigte Siahlwerke .... 96 — 96 96 L tavi Minen ... 16'/, — — 58 58 Kaliwerke Aschersleben ... 1< 213.25 214 212,75 214 Kaliwerke Westeregeln ... 10 216,5 218.25 215 217 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 362 362,25 361,5 364 Z. G. Garden IndufMe . . . 12 163 164 161 162,6 Tnnamil Nobel.......6 — — 75 65 Scheideanstalt........ 9 148 — — Goldschmidt ..»»».. 5 67,5 — 67.5 68 Rütgerswerke . 6 76,75 77 76.4 77,13 Metallgeiellschaft.......8 106 — 104.5 106 Philipp Holzmann......v Zementwerk Heidelberg . . 10 96 99 96,75 98,75 '28,5 129 Eementwerk Karlstadt. ... 10 144 — Wanb & Irrentaft......8 Schultheis Payenholer ... 15 80 82.25 77,5 271 272,5 Östwerke.........12 213.5 214.75 Aku ..........18 98 98 96 25 99 Bemberg.........14 — 148 144 145 5 Zellstoss Daldhof .... 13'/, '",25 210 209 209 5 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 155 153.5 '53,5 154 Charlottenburger Wasfer ... 8 — — 49,5 100 — — 171 172,5 38 — 38 38 Deutsche Linoleum ..... 743 — 240 242.5 Maschinenbau A.-G. ..... 0 — — — 46.25 Diät, automobil . ..... 0 — — .6,65 17.5 Crenfteln & Koppel ..... 6 — — 74 74.75 Leonhard Tietz ...... 10 — — 153,5 — EvenSko ........ — — 337 339,5 frankfurter Mmchtnen .... 4 — — — ®rihner ..... 6 40 — 39 Henligenstaedt .......0 — — — — Zunfthans .......6 35 — 35,25 Lechwerke..........8 105 —- — Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 106 — — — Miag ......10 130 —— 129,5 129,5 Gebt. Roeder.......10 104 — — Boigi & Haesfner ...... 9 218 218 Huddeuische Zucker • • • • 10 155 1 156 154 1 - Banknoten. Berlin, 20. Mär, frclb Dries '.'inierttannffic Noten ..... 4,177 4.197 Belgische Noten........ 58,33 58,57 Täniiche Noten........ 111,90 112 34 Englische Noten........ 20,325 20,405 Französische Noten ...... 16,37 16,43 Holländische Noten ...... 167,61 168,29 Ht lienische 'Jtotcn...... 21,99 22,07 Norwegische Noten...... 111.78 112.22 Teuisch ©efterr .äiooilroncn 58,83 59,07 Numänische Noten...... 2.46 2.48 Schwedische Noten...... 112.20 112.64 Schwei,er Noten....... 81.11 81.43 Spanische Noten....... 53.45 53,65 Tschechoslowakische Noten . . 12,36 12.42 Ungarische Noten ... 72,97 73,27 i/evi tnmarfl Berlin — Jranffun a. 211. 20- Diär, 21. 2N2rz Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gelb Dries Geld Dries AmlU-NoN. •67.94 168.28 167.86 168,29 Buen Aires 1.570 1.574 1,556 1.573 Brss.'2lntw. □8.345 58.465 58.345 58.465 Cbriftlnnta. 112.05 112.27 112.05 112,27 Kopenhagen Stockholm . Heliingfors. Italien. . . London. . . 112,11 112.33 112,10 112,32 112.46 112,68 112,46 112.68 10.537 21.915 10,557 21,955 10.538 21 915 10.558 21.955 20,362 20,402 20.36 20.40 'Neuhort . . 4,1875 4,195k 4.186 4.194 Paris.... Schweiz • . 16,375 16.415 16.375 16.415 81,04 81,20 81.03 81.19 spa i:n. 53,05 53,15 52,52 52.62 Japan . . . Bio de Jan- 2,070 2.074 2.068 2.072 0,479 0.481 0.479 0.481 Wien in D-> Ceft. abfleft 39,00 59.12 59.00 59.12 Prag . . . 12,41 12,43 12,406 12.426 Beltrad . . 7,397 7.411 7.399 7,413 Budapest. . 73,15 73.29 73.12 73.26 Bul arten 3,037 3,043 3.036 3 042 L'siavvn 18,82 18.86 18.80 18 84 Danzig. . . Konst nlin- 81.39 81,45 81.395 81.555 1.784 1,788 1.785 1.789 Athen. . . 5,425 5,435 5.424 5,434 Canada 4.1845 4,1925 4.184 4.192 Uru uati . . 3,666 3,674 3.666 3.674 Eairo . .. 20,88 20,92 20,83 20,92 Die Die Firma Löwer & Bedistein zeigt Die Firma Gebr. Bär zeigt Einrichtungen für Küche und Haushalt 2 Waggon: Komplette Küchen, Küchenschränke, Küchenbüfetts mit in Porzellan, Kristall, Glas, Steingut, Kunstgewerbe Glas Vitrinen od. Anrichte, Keform-Küchen, Küchentische, Küchenstühle Das Gas- und Wasserwerk zeigt Die Firma Edgar Borrmann zeigt Küchenherde, Oefen, WaschkesseL WaschmangeL Wringmaschinen sowie größte Auswahl in Haus- und Küchengeräten und dergleichen 2325D Diese Veranstaltung ist täglich geöffnet von 8 — 19 Uhr ommer- Strumpf Werbetage 2327V Baumw., meliert, mit Laufmaschen ... .1.10, 0,95, 0.75 0.82 1.00 ...und außerdem 5 Prozent Rückvergütung Julius Schulze Kreuzplatz 2316* Neuenweg23, Te/f.3523. >-• SCHADE& i FULLGRABE Kaschmir, reine Wolle Unterziehstrümpte.... Zxv mir xu niedrigsten Preisen 1.75, 1.25, 0.95 ILO. 1.10, 0.95 2.65, 1.75, 1.25 2.95, 195, 1.25 .....1.50, 0.65 Konserven schlagen nochmals ab! Vom 21. bis 31. 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