Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$--Be$ugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerNummern Infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlnfse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Sraitffurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhesfen vnick.und Verlag: vrvhl'Iche Unwerfittis-Vuch- und Steindruck»-! H. fangt in Sieben. Schriftleltun, und Seschästrftelle: Schulittatz« 7. Nr \I Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 2b Januar 1930 Eichener Anzeiger Die Schlußsitzung der Haager Konferenz. Re im Haag getroffenen Vereinbarungen Die Schlußakte bebet von Spa bis in die 5. Abkommen 1. 2. 3. endgültig abgefchlof fen fein. 11. Der Frieden Erfolg gearbeitet worden, so daß auf der kommenden Tagung, die wiederum zum Gegenstand 8. 9. 10. Abkommen Abkommen Abkommen Abkommen 1. 2. 3. 4. menet Verbindlichkeit in der Form die Interessen ihres Landes gewahrt hat, und ich bin davon über* zeugt, daß alle guten Bürger ihres Landes ihr Anerkennung zollen werden. Es ist unmöglich, am Schluß einer Arbeit von Jahren den zu vergessen, dessen Geist, wenn er auch selbst nicht mehr unter uns weilen kann, wir dieses Werk am meisten zu verdanken haben: D r. <5tr e fein ann, dessen Geist in unserem Werk enthalten ist. Don allen Lehren der Menschheit ist der Frieden die höchste. Der belgische Premierminister Iaspar gab sodann einen Hebetblid über den Verlaus der Arbeiten: Als in Gens im September 1928 der "Beschluß gefaßt wurde, der uns hierher geführt hat, waren zehn Jahre nach dem Kriegsende vergangen. Im Verlaufe dieser zehn Jahre sind sich die Konferenzen, eine nach der anderen, gefolgt; provisorische Regelungen waren in Gang gesetzt worden; zahlreiche Vereinbarungen waren versucht worden; und wie viele Enttäuschungen hatten uns ihre Tlnfruchtbarkeit bis zu dem Tage bereitet, wo die in Genf vereinigten Regierungen sich entschlossen, alle Willenskräfte für eine vollständige und endgültige Regelung derReparations- frage einzusehenI Wir haben die hohe Aufgabe erfüllt, die sich die Regierungen und ihre Führer vorgezeichnet hatten. Fünfzehn Monate sind seitdem verflossen. Wie viele Hindernisse sind beseitigt, wie viele Mühen bewältigt worden während dieser fünfzehn Monate! Zunächst fünf Monate Dorverhandlung en und Dorbe- ! reitungen, dann in Paris vier Monate Tagungen des Sachverständigenausschusses, vier Monate, die am 7. Juni 1929 zur 11 n * terzeichnung des Boungplanes führten. Ich bin glücklich, jetzt, wo dieses Werk feine die Ratifikation des Abkommens und die Inkraftsetzung der entsprechenden deutschen Gesetze, die Ratifikation durch vier der einladenden Mächte von der Gläubigerseite und die Konstituierung der Bank für internationale Zahlungen und die Uebernahme ihrer Obliegenheiten sowie der deutschen Schuldzertifikate festgestellt ist. Der neue Plan wird rückwirkend vom 1. September 1 929 ab den Dawesplan ersetzen und tritt gegenüber den Gläubigermächten, außer den vier gedachten, v m Tage der Ratifikation durch diese Mächte in Kraft. Selbstverständlich wird jetzt auch nicht alles ganz glatt vonstatten gehen, aber die Wichtigkeit des Ergebnisses der Haager Konferenz kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. - Das Arbeiterblatt „Daily Herold" schreibt: e Streit um bic Kepa« gefügt ist; Einigung zwischen den Gläubigermachten: Einigung bezüglich der abgetretenen Güter; Schriftwechsel bezüglich des deutsch-amerika- nischen Abkommens; Schriftwechsel über die deutschen Eisendahn- mit Oesterreich; mit Belgien; mit Ungarn; mit der Tschechoslowakei; Wir haben hier die Aufgabe gelöst, die wir uns gestellt batten. 10 Jahre liegen hinter uns, während deren die Frage der Friedensregelung der Gegenstand von Konferenzen gewesen ist, die uns stets einen Schritt vorwärts brach» len. Wir glauben, daß in dem jetzt unterzeichneten Dokument der Abschluß erreicht ist; die Aufgabe, die uns seinerzeit in Genf gestellt wurde, betrifft die endgültige Regelung der Kriegsüberbleibsel. K e i n e r von uns hat alles erreicht, was er erstrebte, aber wir haben ein ehrenvolles Kompromiß erreicht. Wir sind besonders darüber erfreut, daß es auch gelungen ist, die seit zehn Jahren für die Weisheit der europäischen Staatsmänner zu schwierige O st f r a g e im letzten Augenblick ge- löst zu haben. Besonderen Dank gebührt neben Loucheur der deutschen Delegation für ihr Verhalten im Ausschuß für deutsche Reparationen, wo sie mit Mut, aber doch in vollkom- 6. Uebereinfommen mit der Schweiz; 7. Uebereinfommen bezüglich des Memorandums, das dem Sachverständigenplan bei- herigen Verpflichtungen, Kontrol-* len, Garantien und Vorrechte annehmen, mit Ausnahme der in den Annexen 6, 1 und 11 besonders behandelten. Der Schluß des Abkommens ist eine Schiedsgerichtsklausel, wonach unter Vorbehalt besonderer Vereinbarungen für bestimmte Sonderfälle ein Schiedsgericht von fünf Mitgliedern für alle Streitigkeiten aus den Verträgen zuständig ist; diese Mitglieder werden auf fünf Jahre ernannt, sehen sich aus einem Amerikaner als Vorsitzenden, zwei "21 eutraten und einem Deutschen und einem Vertreter der Gläubigermächte zusammen. Für die ersten fünf Jahre funktioniert das soeben zusammengesetzte, mit dem Londoner Abkommen vom 30. August 1924 eingesetzte Schiedsgericht. Die Schlußklauset enthält die Bestimmungen des Inkrafttretens, wonach durch die Reparationskommission und den Borsitzenden der Deutschen Kriegslastenkommission Die unterzeichneten Dokumente umfassen: mit Deutschland; zwischen den Konfessionen. Mkeisk hks hklllschellÄelegüÜ'oll. | Boni cvangelisch-kattzolischen paritätisch Haag, 20. Jan. (WB.) Sie deutsche Delegation, Ausschuß. die bei Beendigung der heutigen Schlußsitzung der Berlin, 21.Ian. (Priv.-Tel.) Der im ver- Haager Konferenz das Konferenzgebäude sehr schnell gangenen Jahre von einer Reihe führender cvange- verlassen mußte, da ihr nur noch eine Viertelstunde lifcher und katholischer Persönlichkeiten des öffent- bis zum Abgang des Berliner Zuges zur Verfügung lichcn Lebens gegründete evangelifch-katho- stand, ist, wie vorgesehen, pünktlich um 6.35 Uhr lische paritätischeAusschuß wird, wie wir aus dem Haag nach Berlin abgereist, hören, im Laufe dieser Woche zu einer Sitzung zu« Mit ihr sind Reichsaußenminister Dr. Eurtius, sammentreten, um über den bisherigen Verlauf sei« Dr. Wirth, Professor Moldenhauer und ner Wirksamkeit Rechenschaft abzulegen. Sie Orga- Schmidt abgereist. Zum Abschied hatten sich auf nifation war seinerzeit nach ihrer Gründung mit dem Bahnsteig der deutsche Gesandte Graf Zech einem aufsehenerregenden Aufruf an die Oeffenllich- und Frau eingefunden. Eine zahlreiche Menschen- I feit getreten, in dem sie die Notwendigkeit eines menge hatte sich vor dem Bahnhof aufgestellt. ter ter Endkampf um die Ratifizierung des I eines großzügigen Meinungsaustausches gemacht ganzen Dertragswerkes einsehen wird und schreibt, I werden soll, über die weiteren Aufgaben und Maßes bestehe kein Zweifel, daß in diesem von der I nahmen Beschluß gefaßt werden kann. Sas Wirken deutschen Regierung verschuldeten, vorgeschritte- des evangelisch-katholischen paritätischen Ausschusses nen Stadium die Ablehnung schwieriger hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens zunächst und folgenreicher sein würde, als sie es I darauf beschränkt, in der Wohlfahrtstätig, früher gewesen wäre, aber schlimmer, viel I feit beider Konfessionen eine ersprießliche und schlimmer würde sich auf weite Sicht die neue I segensreiche Annäherung herbeizuführen, die sich dem Kapitulation auswirken, die in einer b e d i n - I Vernehmen nach bereits beiden Aktionenzu« gungslosen Annahme des Poungplans liege, gunften der vertriebenen Rußland« — Der „Z a g" betont, daß mit der Ratifizierung I Deutschen erfolgreich ausgewirkt hat. Darüber des Haager Abkommens im Rcrmen des Frie- 1 hinaus soll In Zukunft aber auch versucht werdet^ tarife; 12. Uebereinfommen betreffend die Mobilisierung von Teilen der ungeschützten deutschen Annuitäten; 13. Uebergangsbeftimmungen; 14. Schriftwechsel zwischen Deutschland und Belgien über das Marfabkommen. Das Hauptabkommen ist die Vereinbarung zwischen Deutschland und den Gläubigermächten über die endgültige Annahme des Voung-Planes zur Regelung aller finanziellen Fragen aus dem Kriege als vollkommener Ersah für alle früheren Verpflichtungen. Auf die Liquidation deutschen Besitzes wird mit der Annahme des neuen Planes von allen Gläubigermächten verzichtet, und es werden hierüber besondere Vereinbarungen getroffen. Die Beendigung der Beziehungen zwischen Reparationskommission und Deutschland und die Aufhebung aller mit den Reparationszahlungen zusammenhängenden Organismen in Deutschland wird festgelegt. Die Funktionen dieser letzteren werden unter Einschaltung eines besonderen Uebergangsausschusses an dieDank für internationalen Zahlungsausgleich übertragen. Diese empfängt die Schuldurkunde über die von Deutschland bzw. von der Reichsbahn übernommenen Verpflichtungen. Ein Treuhändervertrag legt die Verteilung dieser Leistungen auf die Gläubigermächte, mit Ausnahme Amerikas, und den Dienst der Dawes-Anleihe fest. Das Recht zurJnanspruchnahmeeines Moratoriums, die Vereinbarung über die Aenderung der Reichsbahn- und Reichsbank- gesetze gehen der Erklärung der Gläubigermächte voran, wonach sie die feierliche Verpflichtung der Reichsregierung an Stelle aller dis- offizielle Weihe empfängt, hier im Ramen aller an dieser Tafel vertretenen Regierungen voller Bewunderung und Dankbarkeit die Anerlennung den vierzehn Männern auszusprechen, die ihr Wissen, ihre Hingabe und auch chr ganzes Herz in den Dienst der Menschheit gestellt haben. Dann mußte man in das Studium ihres Werkes eintreten, es nachprüfen, es vervollständigen, und ihm die feierliche Form von Verträgen geben. Jetzt haben wir es erreicht, und die Stunde hat geschlagen, wo wir uns des Ergebnisses freuen können, beim es ist, wie ich zuversichtlich glaube, ein glückliches Ergebnis, das auf alle Zeit die Aera der gefährlichen Auseinandersetzungen und der enttäuschten Revisionen ab- schließt und ein denkwürdiges Ereignis der europäischen Geschichte darstellt. In dem Augenblick, wo ich spreche, beginnt eine neue Aufgabe, diejenige der Durchführung dieser Verträge, die uns bindet und verpflichtet. Wie erdrückend wäre die Verantwortung derer, die der Welt eine neue Enttäuschung bereiten würden, indem sie Verzögerung oder Hindernisse hinein- tragen würden! Eine schwere Vergangenheit voller Schmerzen und Enttäuschung schreibt uns gebieterisch unsere Aufgabe vor, auf daß Europa die mörderischen Jahre nicht wiederkehren sehe, auf daß das Wort Friede n in den Herzen ebenso wie in den Vertragstexten eingeprägt stehe, auf daß ein leuchtendes Morgenlicht, das wir nicht mehr sehen werden, aber das wir vorbereitet haben, über einer besseren Menschheit leuchten möge. Ich erkläre die Haager Konferenz für geschlossen. —- Rach Beendigung des Unterzeichnungsaktes verlas der Präsident der Konferenz, Jaspar, den Entwurf I eines Danktelegramms an die Königin der Riederlande, dessen Text von der Konferenz mit Beifallklatschen angenommen wurde. Endlich ist der ewige ( rationenzuEnde,. Gegenwart hinein ununterbrochen gedauert hat. Aus diesem Streit sind viele der häßlichsten Zwischenfälle der Nachkriegsjahre entsprungen, vor allem d i e Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen. Solange der Streit fortdauerte, war eine wirkliche Liquidierung des Krieges unmöglich. Jetzt ist der Weg endgültig frei für die Zurückziehung der letzten französischen Truppen vom deutschen Gebiet. Wenn dieses Ereignis eingetreten ist, wird die Nachkriegsperiode Haag, 20. Jan. (TU.) Die öffentliche Schluß- I 1 sihung der 2. Haager Konferenz hat heute nachmittag gegen V26 Uhr begonnen. Zum letzten Male stehen die Polizeiposten vor demDinnen- hof, zum letzten Male wehen die Fahnen von den Giebeln. Ein grauer Regen riefelt herab. 3m Dimienhos, der von den zahllosen Autos der Delegationen gefüllt ist, hat eine Militärkapelle Platz genommen, die während der Schlußsitzung holländische Lieder anstimmt. Trotz des Regens standen an den verschiedenen Eingängen zum Dinnenhof Menschenmengen in Erwartung des feierlichen Ereignisses. Die Stadt hat Flaggenschmuck angelegt. Man sieht neben der rotweiß-blauen holländischen Flagge und der orange- I farbigen Hausflagge des Königshauses Oranten I die Flaggen sämtlicher im Haag vertretenen Mächte, darunter sehr häufig die schwarz-rot- goldene. Die Schlußsitzung, die zuerst auf 5 Uhr angeseht war, hatte sich um eine halbe Stunde verzögert, nachdem noch den ganzen Tag über weitere Sitzungen zu den letzten juristischen Formulierungen und Riederlegungenstatt- fanden. Kurz vor 5.30 Uhr füllt sich der große Saal des Niederländischen Abgeordnetenhauses. Auf allen Gesichtem malen sich die schweren An- ftrengungen der letzten Tage und die außerordentlichen Mühen der vergangenen Rächte ab. Es ist dies die zweite Vollsitzung der Haager Konferenz, die ihre Arbeiten ebenso, wie im August in engem Kreis der unmittelbar beteiligten Mächte in geheimen Sitzungen vollendet hat. Die Delegationen nehmen, wie auf der ersten Konferenz, an dem viereckigen mit grünem Tuch ausgeschlagenen Tisch Platz. In dem in der Mitte freigehaltenen Raum sitzen die Dolmetscher und Stenographen. An dem Tisch der I Vertreter der Mächte fehlen jedoch viele bekannte Persönlichkeiten: Tardieu, Briand und Graf Bethlen sind bereits aoge- r e i ft. Die deutsche Delegation ist vollzählig anwesend. Die Diplomatenloge und die Presse- tribüne sind, wie auch bei der ersten Vollsitzung bis auf den letzten Platz gefüllt. Man sieht den deutschen Gesandten, den niederländischen 1 Außenminister, die Gesandten der übrigen Länder und das Diplomatische Korps. Die Schlußsitzung gilt in erster Linie der Unterzeichnung des gesamten Haager Vertragswertes und der zahllosen Einzelabkommen, die die Gläubigermächte I unter sich sowie die Gläubigerstaaten mit den Schuldnerstaaten abgeschlossen haben. Das gesamte Vertragswert umfaßt 119 Seiten. Es wird erst in einigen Tagen in der amtlichen deutschen Fassung in Berlin veröffentlicht werden. Die Sitzung wird vom Präsidenten, dem belgischen Premierminister 3 a f p a r, eröffnet, der in der । ITlitte des Tisches Platz genommen hat. Zu seiner Rechten sitzen der belgische Außenminister Hyman s, dann L h e r 0 n und Snowden. Auf der rechten Seite die deutsche Abordnung mit den vier Reichsministern, hinter dem Präsidenten dec Konferenz hat der Generalsekretär Sir Maurice h a n k e y Platz genommen. Präsident 3aspar eröffnet die Sihung mit der Verlesung des Schlußpaktes der zweiten Haager Konferenz, in dem die einzelnen Abkommen der Reihe nach ausgezählt werden und eine geschichtliche llebersicht über das Zustandekommen des Haager Werkes gegeben wird. Daraus fordert der Präsident die Delegierten auf, die Abkommen zu unterzeichnen. Ls liegen 14 Dokumente vor, die von 17 Delegationen unterzeichnet werden müssen. — Rach der Aufforderung des Präsidenten erhebt sich der tschechische Delegierte Osuskyund gibt eine Erklärung zu Protokoll, nach der die Tschechoslowakei auf die Llquidationsrechte nach dem Versailler vertrag nicht verzichten könne. Das neue Abkommen würde vorsehen, daß tschechische Kläger in einem Liquidationsprozeß keinerlei Entschädigung erhalten könnten, während die deutschen Kläger bei dem Schiedsgerichtsprozcß eine Entschädigung erwirken könnten. Eine derartige Regelung würde die Tschechoslowakei n i ch t a n - nehmen. Der portugiesische Delegierte erklärte seinerseits, die bereits in den Verhandlungen gemachten Reserven aufrechterhalten zu müssen. 3m Anschluß an den Unterzeichnungsakt erklärte der britische Schahkanzler Snowden: Haag, 20.Jan. (WB.) Heber bas Ergebnis der Haager Konferenz ist «ine Schlußakte aus- gefertigt worden, in der auf den Genfer Beschluß vom 16. September 1928 und die nachfolgenden Verhandlungen Bezug genommen und die Abkommen der ersten Haager Konferenz erwähnt werden. (Schreiben vom 29. August 1929 bezüglich der Rheinlandräumung, Abkommen vom 30. August 1929 über die Zuständigkeit der Eommisstons de conciliation, Protokoll vom 31. August 1929 über die grundsätzliche Billigung des Youngplanes und die Regelung verschiedener auf seine Anwendung bezüglicher Fragen.) dens die Bedrohung des europäischen Friedens verschärft werde. Richt nut für Deutschland allein, für ganz Europa feien neue Keime zur kommenden Katastrophe gelegt. — Die .Börsenzeitung" sagt, die Regierung Müller habe einen eklatanten außenpolitischen Mißerfolg erlitten. Sie gehe mit ihm belastet in die bevorstehenden innerpolittschen Kämpfe hinein. Befriedigung in England. Erste Prcssestimmen. London, 21.Januar. (WTB.-Funkspruch.) Sic heute beginnende Londoner Seeabrüstungskonferenz hat naturgemäß die Haager Ereignisse etwas in den Schatten gestellt, doch wird die Nachricht von der erfolgreichen Beendigung der Verhandlungen von der ganzen Presse mit Befriedigung v e r • zeichnet und von verschiedenen Blättern in Leit«, artiteln gewürdigt. In einem Leitartikel der „Siines heißt es: Der Erfolg der Haager Verhandlungen läßt Gutes für die Zukunft erhoffen. Nicht nur, well er auf die heutige Eröffnung der Londoner Konferenz I ein freundliches Licht wirft, sondern auch weil er in sich selbst viel voll ständiger ist, als die groß- ten Optimisten zu hoffen gewagt hatten. Al le Organe ausländischer Kontrolle, die durch den Sawesplan geschaffen wurden, sind a u f • gehoben, und neben der Wiedererlangung der finanziellen Unabhängigkeit steht für Deutschland die Wiedererlangung seiner vollen politischen Freiheit durch die Ryeinlandräumung bevor. Somit ist die Aera der Sanktionen endgültig abgeschlossen. Was auch das schließliche Schicksal des I Poungplanes fein mag, so ist doch klar, daß Seutsch- land und seine europäischen Gläubiger durch die I Annahme dieses Planes ihr Aeußerstcs gelt a n haben, um mit den aus ihren Kriegsverpflich- I tungen entstandenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten I fertig zu werden. Ob noch von anderer Seite ein Beitrag zur Lösung dieser ungeheueren Probleme erfolgen kann, bleibt nach wie vor abzuwarten. Ser „Times"-Artikel schließt mit der dringenden Mahnung an Deutschland, für die notwendige Finanz« I refonn zu sorgen. — „Financial Times" sagt in einem Leitartikel: Sie Haager Vereinbarung ist I um so willkommener, als bis zum letzten Augenblick der Eindruck bestand, die Konferenz werde ohne endgültiges Abkommen auseinandergehen müssen. Sie Vereinbarung ist gerade noch im richtigen Augenblick gekommen, um Seutsch« I land vor einer der schlimmsten wirtschaftlichen Krisen seiner Geschichte zu bewahren. Wäre die Kon- I ferenz fehlgeschlagen, dann würde der dadurch verursachte Pessimismus die Schwierigkeiten in Seutsch« land und anderen Ländern verschlimmert haben. Ausgleichs der in Seutschland bestehenden scharfen konfessionellen Gegensätze zum Gegen- eingehenden Programms machte, für Oos Urteil der Opposition. I stand eines Im Spiegel Berliner Rechlspresse. Berlin, 21. Jan. (TU.) Zu dem Ergebnis I zwischen ist, wie wir hören, in aller Stille an der im Haag nehmen nur wenige Zeitungen Stel- I Durchführung der gestellten Aufgaben mit gutem jung. Die „Deutsche Tageszeitung" weist T darauf hin, daß im Reichstag sich ein er bi t - I auf anderen Gebieten eine Angleichung her- beizuführen, über die auf der kommenden Tagung beraten werden wird. Auf der kommenden Tagung werden nicht nur die Vertreter der großen konf^sio- ncllen Organisationen, sondtzrn auch eine Re,he Tfcm- hafter Politiker anwesend sein, und cs wird auch eine führende ministerielle Beteiligung erwartet. Deutsche vevölkemngspolitik. Eine Aussprache beim Ncichsinncnminister. Berlin, 20. Ian. (WB.) Am Montagnachmittag veranstaltete der Reichsminister des Innern, Seve- ring, im Reichstagsgcbäude eine Aussprache über bevölkerungspolitische Fragen. An der Aussprache nahmen Vertreter der Reichs - und Landesregierungen in großer Zahl teil. Außerdem waren wissenschaftliche Sachverstan- d i g e anwesend. Der Reichsminister des Innern führte u. o. aus: Man müsse diejenigen Punkte herausgreifen, in denen eine Einigung auf jeden Fall möglich sei. Bei aller politischen und weltanschaulichen Gegensätzlichkeit zur Frage einer planmäßigen und bewußten Bevölkerungspolitik gebe es einen Satz, hinter den auf jeden Fall das gesamte Volk sich einmütig stellen könne, stellen müsse: „Schutz und Hilfe für die gewollte Mutterschaft". — Prof. Grotjahn (Berlin) referierte hierauf über den Rückgang des Geburtenüberschusses, Geheimrat Sellheim (Leipzig) über Probleme des M u t t e r s ch u tz e s und Prof. Rott (Berlin) über Fragen der Säuglings st erb» l i ch k e i t in den ersten Lebenstagen. Den Referaten folgte eine lebhafte Aussprache. Es wurde ein „Reichsausschuß für Bevölkerungsfragen" geschaffen, dessen Vorsitz Ministerialdirektor a. D. Prof. G o t t - stein, der frühere Leiter des preußischen Gesundheitswesens, übernimmt. Eröffnung des Rheinischen Provinziallandtages. Düsseldorf, 20. Ian. (WTD.) Oberpräsident Dr. Fuchs eröffnete heute den 76. Provinziallandtag der Rheinprovinz mit einer Ansprache, in der er zunächst der Räumung der zweiten Besatzungszone gedachte und den Bewohnern dieser Zone zur Räumung herzliche Glückwünsche aussprach. Sodann gedachte er derjenigen deutschen Landcsteile, denen die Stunde der Befreiung noch nicht geschlagen hat, insbesondere des Saargebietes. Der Provinziallandtag hat in namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit Dr. I a r r e s, Duisburg zum Borsitzenden und Eberle, Barmen, (Soz.) zum ersten und S a a ß e n, Trier, (Ztr.) zum zweiten stellvertretenden Borsihenden gewählt. Rach der Hebernahme des Vorsitzes durch Dr. Iarres und nach der Wahl der Beisitzer wollte der Kommunist Se,elmann entgegen der Tagesordnung eine längere Erklärung verlesen. Nachdem er dreimal einen Ordnungsruf erhalten hatte, stimmte er mit seinen Fraktionskollegen ein dreimaliges .,Rotfront!" an, worauf der Vorsitzende die Sitzung unterbrach und den Aeltestenrat zur sofortigen Besprechung des Vorfalles einberief. Oie Kampfparole der Kommunisten. Berlin, 20. Ian. (Priv.-Tel.) Die Deutschkommunistische Partei scheint vollkommen unter die Führung der Moskauer Dritten Internationale gekommen zu sein. Diese Tatsache findet ihren Ausdruck auch darin, daß man über das Zentralkomitee der Partei ein von ihm unabhängiges Direktorium gesetzt hat, das aus Thälmann, Remmele, Münzenberg und Heinz Reumann besteht. Dabei fungiert Heinz Reumann im Auftrag der Komintern, die die Parole ausgegeben hat, um jeden Preis, auch um den des Verbotes der Partei Unruhen zu provozieren, um damit Deutschland dem Chaos zuzufuhren — wobei man auf einen Vorstoß der rechtsradikalen Verbände hofft — das Dann den günstigsten Boden für die Errichtung der kommunistischen Diktatur abgibt. Deshalb rechnet man auch mit der Möglichkeit eines Verbotes der Partei und versucht schon heute, die Weiterarbeit unter der Illegalität vorzubereiten. Auch alle. Vermögenswerte, die dann dem Staat verfallen könnten, werden schon jetzt sichergestellt und soweit sie festgelegt sind, liquide gemacht. 30000 deutsche Arbeiter in Frankreich. Paris, 20. Ian. (WTD.) Die internationale Zeitschrift für Arbeitsfragen veröffentlicht eine Statistik über die in Frankreich berufstätigen Deutschem Vor dem Kriege betrug die Zahl der deutschen Kolonie in Paris 30000 Mitglieder: nach dem Kriege sind viele Tausende von Deutschen wieder nach Paris zurück g e k e h rt. Mehr als 14000 deutsche Arbeiter sind in Paris und Umgebung tätig. 3n Lothringen beträgt die Zahl der deutschen Bergarbeiter 13 000, die Zahl der Metallarbeiter 3150. Weitere 500 deutsche Arbeiter werden seit einem Iahr in der Gegend von Castellan beschäftigt. — Im Jahre 1929 sollen 640 deutsche Studenten die Uni- versität P a r i s besucht haben, von denen ein Drittel die Vorlesungen der rechtswissenschaftlichen Fakultät besuchte. Die Mitarbeit der Deutschen in Prag. Eine betrübliche Bilanz auf dem Christlich- sozialen Parteitag. P r a g, 20. Jan. (WB.) Die Christlich-Soziale Volkspartei hielt im Deutschen Hause ihren Parteitag ab. Der frühere Minister Professor Dr. M a y r - H a r t i n g sprach in seinem Referat über die politische Entwicklung die Hoffnung aus Dab die den heute in der Regierung sitzenden deutschen Parteien gegebenen Versprechungen in E r f u l l u n g g e h e n. Auch die deutschen Christ. lich-Sozialen hätten seinerzeit gewisse Zusagen erhalten, doch sei die ursprünglich in Aussicht genommene Umgestaltung der Regierungsmehrheit durch die Krankheit Svehlas unmöglich gemacht worden. Der Redner bedauerte, daß es ihm wahrend seiner Minister- tätigten nicht gelungen sei, das Sprachenrecht zu ändern, größere Erfolge im Schulwesen zu erzielen, die Lage der Staatsbeamten zu bessern und das Unrecht an den deutschen Staatsbeamten wieder gut zu machen. Hingegen seien auf sozialem Gebiete einige Erfolge erzielt worden. Rach den Beginn der Floiienkonferenz. London, 20. Ion. (Funkspruch.) Das Londoner Regierungsviertel wird am Montag durch die Vertreter zur Flotten-Konferenz beherrscht. Die mit kleinen Fahnen in den Rationalitätsfarben geschmückten Autos der Abordnungen, die von der britischen Regierung zur Verfügung gestellt werden, sind überall zu sehen und erregen die allgemeine Aufmerksamkeit. Die Auffahrt der Vertreter bei dem Empfang des Ministerpräsidenten Macdonald hatte Tausende von Menschen angelockt. Amerikaner und Franzosen scheinen sich dabei des besonderen Interesses der Oeffentlichkeit zu erfreuen. Eine Aufmerksamkeit besonderer Art haben aber die Quartiere der Abordnungen in den großen Hotels gefunden. In ihrer Rähe und in ihren Hallen sind unauffällig viele Zivilisten versammelt, die leicht als Detektive zu ernennen sind. Eine Sonderstellung haben natürlich die polizeilichen Hüter für die ital>ienische Abordnung im Claridge-Hotel. Die Italiener scheinen die einzigen zu fein, deren Sicherheit der englischen Regierung vielleicht einige Sorge bereitet und deshalb werden die auch sonst reich- lich scharfen Vorsichtsmaßnahmen hier noch Der- doppelt. Die Regierung hat heute abend zu Ehren der Delegierten der Flottenkonferenz ein Essen gegeben. Im Namen der Gäste dankte Staatssekretär S t i m s o n für die den Delegierten gewährte liebenswürdige Gastfreundschaft. Ferner gab er der Erwartung Ausdruck, daß alle Delegierten der Konferenz sich loyal bemühen werden, sich in die besonderen Verhältnisse und Schwierigkeiten der Schwesternationen hineinzuversetzen und aufrichtig entschlossen seien, zu einem Ergebnis zu gelangen, das für alle von Nutzen sei. In diesem Geiste der Aufrichtigkeit und des guten Willens nehme Amerika an der Konferenz teil. Das Essen war das größte, das die englische Negierung jemals veranstaltet hat. Es vereinigte ungefähr450Gäste. Macdonald sah an der Spitze der Tafel, ihm zur Rechtem T a r d i e u, zur Linken S t i m s o n. Macdonald brachte TrinksprücheaufdenKönigvon England, auf die Staatsoberhäupter der vertretenen Nationen und auf die Konferenzdelegierten aus. Er bat dann die Delegierten, im Laufe der Konferenz Geduld zu üben. Er wandte sich dann nacheinander an die Hauptdelegierten, denen er sein Lob spendete. Er wies auf die nützliche Arbeit Tardieus hin und wandte sich dann weiter an B r i a n d, den er als den Doyen und Vater internationaler Konferenzen bezeichnete. 27 Delegierte der Flottenkonferenz wurden heute nachmittag vom König im Buckingham-Palast empfangen. Macdonald stellte sie ihm in alphabetischer Reihenfolge vor. Der König reichte den Delegierten herzlich die Hand und sprach den Wunsch aus, daß die Beratungen der Konferenz erfolgreich sein möchten. Die Arbeitsweise der Konferenz. Macdonald übernimmt den Borsitz. London, 20. Ian. (WTD.) In einer Versammlung der Hauptdelegierten zur Flottenkonferenz, die im Foreign Office stattgefunden hat, wurde einstimmig beschlossen, Macdonald zum Vorsitzenden der Konferenz zu wählen, die Konferenz nach den Reden der Delegierten a u f Donners ta g zu vertagen und an diesem Tage im S t. James-Palast wieder zusammenzutreten. Der Mittwoch soll den Beratungen zwischen den einzelnen Delegationen über die am Donnerstag zu behandelnden Fragen gewidmet fein. Diese Fragen betreffen die Ernennung des Generalsekretärs der Konferenz, die Bildung eines Ausschusses aller Delegierten zur Durchführung der Hauptarbeit der Konferenz und allgemeine Mitteilungen der Delegationsführer über die maritimen Bedürfnisse der einzelnen Länder. Wenn Macdonald einer Sitzung nicht beiwohnen kann, wird dcr Vorsitz der Reihe nach von anderen ausländischen Hauptdele- gierten übernommen werden. Der ursprünglich geplante Tagesordnungsausschuß wird nicht eingesetzt werden, aber Macdonald wird von Zeit zu Zeit nach seinem Ermessen eine Zusammenkunft der „Großen Fünf" einberufen, um die Tagesordnung für einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Woche zu vereinbaren. Die technischen 11 ti teraud» schüsse werden - wahrscheinlich erst ernannt werden, wenn der Hauptausschuh eine vorläufige Vereinbarung über grundsätzliche Fragen und über die eventuell damit verbundenen politischen Probleme erreicht hat. Der Verzicht auf Festsetzung eines starren Schemas für die Arbeit der Konferenz ermöglicht eine gewisse Elastizität und dürfte für den Anfang einen Zusammenprall der Meinungen verhindern, oder wenigstens abschwächen. Anderseits besteht die Gefahr, daß die Erörterungen sich dadurch in die Länge ziehen. Frankreichs Ziele in London. Rüstungsbeschränkung nach Maßgabe der Sicherheitsgaraniie. Paris, 20. Ian. (WTD.) Im Hinblick auf den Beginn der Londoner Seeabrüstungskonferenz schreibt der „Temps", Frankreich sei bereit, sowohl auf dem Gebiete der Rüstungen zur See als auch auf dem der Rüstungen zu Lande und in der Luft seine Verteidigungsmittel nach Maßgabe der erzielten Sicherheitsgarantie einzuschränken. Die von Frankreich ständig in Anwendung gebrachte Politik sei ein Beweis hierfür. Hier seien zu nennen t)5e französische Anregung auf einen Mittelmeerpakt, ebenso der Plan eines eventuellen Abkommens über den Aermelkanal, das einige englische Zeitungen mit besonderer Aufmerksamkeit erörterten, und in dem sie das für England notwendige Gegenstück eines Mittelmeerpaktes erblicken wollten. Die Londoner Konferenz werde darüber aufklären, inwieweit diese vornehmlich politischen Fragen die rein technischen Fragen des Problems verschieben könnten. Die Aufgabe sei für alle Teile schwer und ernst. Man müsse es für ein günstiges Zeichen ansehen, daß die Konferenz in einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens an die Arbeit gehe. Dies sei die Vorbedingung für den Erfolg derartiger Verhandlungen. Referaten nahm der Parteitag eine Entschließung an, in der die einmütige Haltung der Parteileitung gebilligt und weiterhin die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Abgeordneten .und Senatoren der Partei die in der Opposition erlangte Freiheit benutzen, um den Kampf für die Rechte des deutschen Volksteils in der Tschechoslowakei fortzusetzen. Kleine politische Nachrichten. Die ursprünglich für dieses Iahr angesehte Volkszählung ist aus Gründen der allgemeinen Sparsamkeit auf das Iahr 1931 verschoben worden. Sie soll dann voraussichtlich ebenso wie im Iahre 1925 mit einer Berufszählung verbunden werden. • Im Berliner Hotel „Kaiserhof" fand zu Ehren des amerikanischen Botschafters Dr. Schur- m a n ein Abschiedsessen statt. Die Reichsregierung war durch Reichskanzler Müller und Reichswehrminister Dr. G r o e n e r vertreten. Für das Auswärtige Amt erschien Staatssekretär von Schubert. Gesandter Rauscher, der auf dem Rückwege von Genf zwei Tage in Berlin geweilt hat, hat sich nach Warschau begeben, um dort die H a n- delsvertragsverhandlungen mit P o- l en unverzüglich wieder aufzunehmen, nachdem bei den deutsch-polnischen Beratungen in Genf eine gemeinsame Diskussionsbasis in der Frage der polnischen Schweinefleischlieferungen nach Deutschland gefunden werden konnte. Die S o wjet regier un g hat der deutschen Regierung mitgeteilt, daß die diplomatischen Beziehungen mit England und China wieder ausgenommen sind. Die Sowjetregierung spricht der deutschen Regierung ihren Dank aus für den Schuh, den die deutsche Regierung über die Angehörigen der Sowjetunion in diesen Ländern während der Zeit übernommen hat, in der die DeziehGNgen abgebrochen waren. * Die Geschäftsführerin des einstmaligen Relchskatholikenausschusses in der Deutschnationalen Volkspartei Baronin Bracke! hat ihren Austritt aus der Partei erklärt Sie begründet ihren Schritt mit folgendem Schreiben: „Da ich zu der schmerzlichen Erkenntnis gelangt bin, daß es zurzeit unter der derzeitigen Parteiführung nicht mehr möglich ist, die katholischen Belange der Partei so zu vertreten, wie dies die Interessen der deutschen Katholiken erfordern, habe ich mein Amt als Geschäftsführerin des Reichskatho- likenausschusses in der Deutschnationalen Dolks- partei niedergelegt und scheide aus den gleichen Gründen aus der Partei aus." Aus aller Welt. Der O-Zug Frankfurt a. ZIL—Dresden im (Erfurter Hauptbahnhof entgleist. Erfurt, 21. Ian. (WTD. Funkspruch.) Heute früh um 3.57 Uhr entgleisten von dem O-Zug Frankfurt a. M.—Dresden bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof Erfurt ein Post- und drei Personenwagen. Personen wurden nicht verletzt, der Sachschaden ist gering. Die Reisenden wurden mit einem Crsah- zug nach 40 Minuten weiterbefördert. Eine Störung des Betriebes ist nicht eingetreten. Die Entgleisungsursache ist bisher nicht festgestellt worden. General Litzmann zum 80. Geburtstag. Am 22. Januar kann einer der ruhmvollsten deutschen Generale, Karl Litzmann, noch immer in voller und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag begehen. Karl Litzmann trat 1867 in das Garde-Pionier-Bataillon als Junker ein. Im Kriege von 1870/71 erwarb er sich das Eiserne Kreuz und kam bald in den Generalstab. Als Oberst kommandierte er 1896 bis 1898 das Infanterie-Regiment 49. Von 1901 bis 1902 stand er als Generalleutnant an der Spitze der 39. Division in Kolmar im Elsaß. Dann wurde er Direktor der Kriegsakademie, bis er 1905 den Abschied nahm. Darauf zog sich L. auf den alten Familiensitz in Neu-Globsow zurück. Als der Weltkrieg ausbrach, fand L. zunächst Verwen- düng als Etappen-Jnspekteur der 3. Armee. Dann erhielt er im Osten unter Hindenburg die Führung der 3. Garde-Jnfanterie-Devifion, an deren Spitze er sich in den Kämpfen um Lodz unvergänglichen Ruhm durch den Durchbruch bei Brze - ziny erwarb. Mit dem 40. Reservekorps nahm er an dcr Winterschlacht in Masuren 19-15 teil, wehrte den letzten Russenangriff auf Ostpreußen ab und e r - [türmte Kowno, worauf ihm das Eichenlaub zum Pour le Merite verliehen wurde. Ein paar Monate später eroberte er Wilna. Als Befehlshaber der Gruppe Litzmann gelang es ihm, die Brussilow- offensive siegreich abzuwehren. Auf seine Bitte wurde er dann an die Westfront versetzt, worauf er erst als 69jähriger den erbetenen Abschied unter Stellung ä la Suite des Garde-Füsilier-Regiments erhielt. Sechzehn Todesopfer eines Flugzeugunglückes in Kalifornien. Ein aus Mexiko zurückkehrendes Verkehrsflugzeug ist bei San Diego aus bisher unaufgeklärten Gründen in Flammen aufgegangen. Sämtliche 14 Passagiere sowie die beiden Flugzeugführer sind dabei ums Leben gekommen. Das Flugzeug, das während des Kreuzens über San Diego, wie beobachtet wurde, mit einer Motoren st örung zu kämpfen hatte, wollte anscheinend am Meeresufer eine Rotlandung vornehmen. Es hatte nach nicht auf dem Boden aufgesetzt, als eine E x - p l o s i o n erfolgte und der ganze Rumpf augenblicklich in Flammen stand. Gleich darauf berührten die Räder den Boden, und der Aeroplan schoß wie eine Fackel brennend noch eine Strecke von hundert Meter über den Sand dahin. Drei der Insassen wurden dabei herausgeschleudert, die anderen vermochten sich nicht mehr aus dem brennenden Gefängnis zu befreien. Als man die Trümmer erreicht und die Flammen gelöscht hatte, fand man sie zu einem entsetzlichen Knäuel zusammengepreßt in der Kabine. Die Identifizierung — es handelt sich zum größten Teil um in Los Angeles ansässige Perso- nen — verursacht infolge des entsetzlichen Zustandes der Getöteten große Schwierigkeiten. Man Der- mutet, daß der Führer des verbrannten Aero- Plans sich infolge des Nebels und Regens in seiner Höhe über dem Boden ver - schätzt hat, und daß demnach das Unglück doch daraus zurückzuführen ist, daß der Apparat mit übermäßiger Geschwindigkeit auf den Boden auf- schlug. Das Dinkelscherbener Eisenbahnungück vor Gericht. Unter starker Beteiligung von Publikum und Presse begann vor dem Erweiterten Schöffengericht Augsburg die Verhandlung wegen des Dinkelscherbener Eisenbahnunglücks bei dem am 31. Iuli 1928 18 Personen ihr Leben eingebüht hatten und 15 7 Personen ö c r fce ö t worden waren. Angeklagt sind der Hilssweichensteller Michael H ü b l e r aus Dinkelscherben als Hauptangeklagter, ferner Ober Werkmeister Michael Amler, Augsburg, Detriebs- werkvorsteher Christian Wiedenbauer, Augsburg, Reichsbahnoberinspektor Adalbert Karner, Augsburg, und Oberwerkmeister Müller, Augsburg. Der Hauptangeklagte Michael Hübler, der an dem Ilnglückstage das Stellwerk bediente und Vater von fünf Kindern ist, sagte aus, daß damals eine furchtbare Hitze in der Stellwerkshütte geherrscht habe. Durch die Sorge um seine schwerkranke Frau, die wenige Monate nach dem Unglück gestorben ist, sei er stack heruntergekommen und vergeßlich geworden. Als der beschleunigte Personenzug gemeldet worden sei, hätte der Fahrdienstleiter den Befehl gegeben, für den Perso- nenzug die Fahrstraße auf Gleis 3 zu stellen und das Einfahrtsignal zu geben. Dies habe Hübler getan. Der Apparat habe funktioniert. Daß die Weiche falsch gestanden habe, habe er e r st später bemerkt. Da sei es aber schon zu spät gewesen. Ein Scheintoter. In Queretaro (Mexiko) kam es bei einer Beerdigung zu einer riesigen Panik, da der Sarg in dem Augenblick, wo er i n s G r a b f) i n- ab g el ass en wurde, zerbrach und Der Totgeglaubte, der nur scheintot gewesen war, aus den Trümmern herausklet teerte, um sofort vom Kirchhof zu flüchten. Die Menge ergriff schreiend vor ihm die Flucht. In dem Getümmel, bei dem sich Grabmonumente und Einfriedigungen als gefährliche Hindernisse erwiesen, zogen sich zahlreiche Personen nicht unerhebliche Verletzungen zu. von einer Lawine verschüttet und vom Hunde gerettet. In Moserboden (Salzburg) wurde der bei der AEG. in Berlin beschäftigte Monteur Thomas Köttinger aus Miesbach in Bayern von einer Schneelawine verschüttet. Der ihn begleitende Schäferhund versuchte ihn auszuscharren und rief durch sein Gebell einen Arbeitskameraden Göttingers herbei, der den Verschütteten lebend bergen konnte. Frauenaufrufe zur Verminderung der Rüstungen. Ein in Leder gebundenes Buch mit einem von 12 Millionen amerikanisch enFrauen unter- zeichneten Aufruf zur Verminderung der Rüstung wird in der ersten Februarwoche der Londoner Konferenz zugestcllt werden, gleichzeitig mit einem ähnlichen Aufruf von 10 0 0 0 0 japanischen Frauen. Oie Wetterlage. Montaq, Thorshavn- ADcrdeen- MamDi Ä O "erlln Ort /Wien •*^1 >" oedecKt.» wolkig, e Gedeckt. • Kege^ * Schnee a Graupeln. « Hebel "K Gewitter,® Windstille. -O» sehr leichter o$i (5 massiger Südsüdwest Q stürmischer nordwesl Ole Piene Ihegen mit dem winde. Die Gaden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Lrmen verbinden Orte mH gleich«* tut Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Dem Ab^üg der Nordmeerstörung ist der hohe Druck über Mitteleuropa gefolgt, so daß er sich mehr nördlich ausgebreitet hat. Vielfach nebeliges Wetter herrscht über Deutschland. Die Temperaturen lagen im südlichen und östlichen Deutschland weiter unter Null. Schon wieder nähert sicy vom Westen her im Bereiche einer neuen Störung warme Luft, die den britischen Inseln Temperaturanstieg brachte. Der hohe Druck dürfte dadurch wie- der abgeschwächt werden und der Einfluß des Fall- gebietes später zur Geltung kommen. Wettervoraussage für Mittwoch. Nebelig-wolkig mit Aufklaren, ohne wesentliche Tcmpcraturänderung, später etwas milder. Witterung s aussichten für Donnerstag: Weitere Milderung, mehr wolkiges Wetter und Niederschlagsneigung wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 20. Januar, mittags 5 Grad Celsius, abends —0,7 Grad: am 21. Januar: morgens 1,5 Grad. Maximum 5,1 Grad, Minimum —1,2 Qrab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends + 0,4 Grad: am 21. Januar: morgens + 0,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer fünf Stunden. Amtliche Dinlersportnachrichten. Schwarzwald. Feldberg: Klar, minus 1 Grad, durchbrochene Schneedecke, bereift, Ski möglich Rodel gut. Alpen. Berchtesgaden: Klar, 1 Grad, acht Zentimeter Schnee, vereist, Sportmöglichkeit nur stellenweise vorhanden. arz. Schierke: Nebel, 1 Grad, durchbrochene Schneedecke, Pulverschnee, Sportmöglichkeit nur stel- lenweije. Bürgermeisterei Saasen verkauft Donnerslag. den 23. Januar, mittags Wi Uhr, einen zirka 4J4 Zentner schweren Sb et aus dem Hofe des Eber- halters.569D «Suche WssWatS co. 30 qm. im Zentrum, mit Lickt und Kraft, evtl, mit Nebcnraum. Schriftliche Etlanaebole mit Preis muer tolD an den Gießener 21m. Vevrchtisung betr. Holzvcrfteiaeruna in Annerod. Die Versteigerung findet statt: 526D Wneislsg, den 23. Jonoat 1930 und nicht Donnerstag, den 30.Januar 1930. -4 Jahre, stattt. Erscheinung. dlUUlClil vermög., nicht von hier, möchte gebildetem vornehmen Herrn in gesicherter Poülion! Lehrer (je6et,o((e GüttiN sein. Offert, uni. F. D. 4081 an Rudolf Roane* Darmstadt* 4670V Ächiung LKausfvanen! Rosenkohl 1 Pfd. 30 Pf, 2 Pfd. 55 Pf. Blumenkohl Stück 50—70 Pf. Koviialat Stück 30 Pf. [0440 Seldialat Pfd. 1 Mk., Apfelsinen 15 Stück 1 Mk.. dicker Meerrettich Pfd. 60 Pf. Täglich zu haben tm Laden Selterswcg 3 Selterswcg 3* Seern Römer .^eosch Telephon Nr. 2671. Aus der Provinzialhauptstadt. Dreh en, den 21. Januar 1930. Kranlheitsübertragung durch Haustiere. Von Generaloberarzt a. O. Or. Blau, Potsdam Der Ausgang des letzten Jahres hat uns mit einer in Europa noch wenig bekannten Krankheit, der Psitakosis, in Berührung gebracht, welche durch ausländische Papageien eingeschleppt ist und bedauerlicherweise verschiedene Todesopfer unter der Menschheit gefordert hat. Diese Tatsache muh erneut unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, daß das enge Zusammenleben von Mensch und Tier im Haushalt, sei es ein freiwilliges — wie beim Halten von Haustieren — oder nur unfreiwilliges — wie benn Eindringen von tierischen Schmarotzern — durchaus nicht ohne Gefahren abläuft und eine gröbere Gewissenhaftigkeit herausfordert, als es in der Regel bei der Sorglosigkeit der Menschen der Fall ist. Bom Hund wissen wir, daß er Bandwürmer und ähnliche „Entozoen" beherbergt, deren Glieder wir, bisweilen sogar noch in beweglichem Zustand, beobachten können. Es kann also vor der Unsitte, sich die Hände oder, besonders bet Kindern, dos Gesicht von Hunden belecken zu lassen oder sonstige Liebkosungen zu dulden, gar nicht energisch genug gewarnt werden. H u n d e, K a y en, P f e r de und E s e 1 können auch noch eine andere Gefahr in sich bergen, nämlich die der Tollwut, welche gleichfalls durch Bih auf den Menschen übertragbar ist. Don Pferden, welche an Rotz (in den Rüstern) oder an Milzbrand (in der Haut) leiden, können auch diese Krankheiten auf den Menschen übergehen. Tierfellc, die zu Pelzwerk vorbereitet werden, gehören gleichfalls hierher. Hornvieh, in tropischen Gegenden, wird häufig von bestimmten Dremsfliegeii heimgesucht, und wir wissen, daß manche Rinderfliegen die Keime der Schlafkrankheit, die sog. Trypanosomen, beherbergen, welche, auf den Menschen übertragen, bisweilen ganze Gegenden befallen und entvölkern. Aber auch in Europa gibt es üeber- tragungeii einer anderen Krankheit des Schlachtviehes, nämlich die Tuberkulose. Wenn auch der sog. bazillus bovinus der Perlsucht (Rindertuber- kulose) vom Bacillus humanus wesentlich verschieden ist, so kommen doch immer wieder In- fetionen, z. B. beim Melken tuberkulös erkrankter Kühe, auch beim Menschen zustande. Schafe befällt nicht selten die Drehkrankheit oder Taumelkrankheit: im Gehirn solcher kranken Tiere entdeckt man alsdann ein eingekapseltes Wesen, den Blasenwurm, der durch den Schäferhund auf die Viehweide übertragen und dort von den grasenden Tieren ausgenommen wird. Bekannt ist ferner die Trichinose der Schweine. Die Trichine macht einen sogenannten Generationswechsel durch, und ihre Finnen, d. h. ihre eingekapselten Spiralformen, gelangen in die Muskulatur 'des Tieres, also in das Schweinefleisch, und werden vom Menschen unwissentlich, zumal bei fehlender oder ungenügender Fleischbeschau und in Ländern mit mangelhaften Sanitätseinrichtungen, durch die Rahrung ausgenommen, im Magensaft zum Teil gelöst und somit für die Hebertragung der Trichinosis, einer oft tödlichen Krankheit, freigemacht. Von der ^Übertragung durch Papageien, welche frisch vom Ausland importiert und auf ihren Gesundheitszustand nicht kontrolliert sind, bietet die Psittakosis (Papageienkrankheit) in neuester Zeit traurige Beispiele: auch Lungentuberkulose soll bei Papageien nicht selten sein. Es muh also dringend davor gewarnt werden, sich von Papageien oder überhaupt von gefangenen Vögeln aller Art in die Finger kneifen, „küssen", oder, was eine beliebte Unfitte ist, sich Leckerbissen aus dem Mund nehmen zu lassen. Unfreiwillig ist die Berührung des Menschen mit tierischen Schmarotzern. Wir wissen, dah die S t u b e n f l i e g e den Keim der Lungenschwind- fucht (den Tuberkelbazillus) überträgt, wenn sie, wie so oft, am Husten- ober Schleimauswurf von kram ken Menschen gezehrt hat. Die Körper- und Kopf laus kann zum Träger des Fleckfiebers werden, welches, wie allgemein bekannt ist, im Weltkrieg eine besondere Massenbekämpfung nötig machte, wovon die unzähligen „Entlausungsanstalten" auch dem Laien noch genügend in der Erinnerung sind. Die W a n z e n können gleichfalls zu Krankheitsüberträgern werden, die Hundszecke und Schaf- z e ck e gehören nicht minder zum gefährlichen Ungeziefer. Ferner wissen wir, daß auch Mäuse bestimmte Darmbazillen beherbergen, daß der Rattenfloh die Pest Übertragen kann, die alsdann durch erkrankte und verendende Ratten in Gebäude und Wohnungen, mit Vorliebe aber auch auf Schiffe und damit sogar über See, verschleppt wird. Von den Rinderbremsen, zu deren Gruppe u. a. Zndllfine- und Handelskammer Gießen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Als- f e l d , L a u t er ba ch hielt dieser Tage ihre erste Sitzung in diesem Jahre ab. lieber die Verhandlungen ist folgendes zu berichten: Kommerzienrat Schirmer gibt in seiner Eröffnungsansprache zunächst seiner Freude Ausdruck, die Kammermitglieder in voUer Gesundheit und gewohnter Arbeitsfreude wieder versammelt zu sehen. Alsdann richtet er herzliche Worte der Begrüßung an die neugewählten Mitglieder, und zwar an Herrn Horn als txm rührigen Vorsitzenden des Vereins der Gießener Einzelhändler und an Fabrikant Poppe als den Vertreter einer in Gießen noch jungen, aufstrebenden Industrie: er bedauert ferner lebhaft, dah der Vertreter des neuen Wahlbezirks Schlitz, Fabrikdirektor Haag als Repräsentant einer im Kammerbezirk alteingesessenen Industrie durch plötzliche Erkrankung am erstmaligen Erscheinen verhindert sei. Bei dem nunmehr folgenden üblichen Rückblick auf das abgelaufene Wirtschaftsjahr weist der Vorsitzende in vollem Gegensatz zu den optimistischen Berichten bestimmter Stellen und Kreise auf die außerordentlich schwierige Lage unserer gesamten Wirtschaft in 1 929 hin, welche auch zu Hoffnungen für 1930 wenig berechtigt. Die Ursache für diese bedauerliche Erscheinung sei darin zu suchen, daß schon seit Jahren die deutsche Wirtschaft empfindlich unter dem Kapitalmangel leide und dabei trotzdem unter schwerstem Steuerdruck gehalten werde, welcher die zur Belebung der Wirtschaft so dringend notwendige Kapitalneu- bildung zur Unmöglichkeit mache. Die sichtbarsten Beweise für diese Rotzeit der Wirtschaft feien die von Tag zu Tag zunehmenden Zusammen- brücheselb st älte st erundbe st fundierter Unternehmungen in Industrie und Handel. Der Weg zum Aufstieg werde erst frei fein, wenn sich ein grundlegender Wandel in der Auffassung der herrschenden Kreise über die Aufgabe und Stellung der Wirtschaft im Staate vollziehen werde. Gleichwohl werden Handel und Industrie nicht den Mut verlieren und auch fernerhin an ihrem Teile am Wiederaufbau des deutschen Staates und der deutschen Wirtschaft Mitarbeiten. Rach der Eröffnungsansprache des Vorsitzenden, welche die volle Zustimmung der Versammlung findet, dankte Herr Horn zugleich im Ramen des Herrn Poppe für die freundlichen Worte der Begrüßung und versicherte gleichzeitig treue und fleißige Mitarbeit an den Aufgaben der Kammer. Der seitherige Vorstand der Kammer, bestehend aus den Herren Kommerzienrat Schirmer als Vorsitzenden, Kommerzienrat Kling - s p o r und Kommerzienrat Ram speck als stellvertretenden Vorsitzenden sowie Herrn Röhr als Rechner, wird durch Zuruf wiedergewählt. Der D o r a n s ch l a g für Rj. 1930 wird genehmigt. Die Vollversammlung nimmt ein kurzes Referat des Syndikus über die Allianz- und Steuerreform entgegen, in welchem der schweren Enttäuschung über die der deutschen Wirtschaft durch das „Sofort-Programm" aufgebürdete weitere Steuerlast von rund einer halben Milliarde beredter Ausdruck verliehen wird und welches in der Forderung ausklingt, dah der Gesamtwirtschaft nur mit einer Finanz- und Steuerreform größten Stils auf die Dauer geholfen werden kann, d. h. sofortige und weitestgehende Steuersenkung auf der einen Seite und stärkste Einschränkung der Ausgaben der öffentlichen Haushalte auf der anderen Seite. Die Kammer hört ferner ein Referat des Syndikus über Erfahrungen mit der verglelchsordnung an und stimmt dem Verlangen zu, dah baldigst eine Aenderung der Dergleichsordnung vorgenommen werde, welche einen wirksameren Schuh der Gläubiger als bisher gewährleistet. Vorkommnisse aus der jüngsten Zeit auf dem Gebiet des Wettbewerbs im Einzelhandel geben der Kammer zu der folgenden Erklärung Veranlassung: „Die Rotwendigkeit der Geschästsroklame für den Kaufmann wird gewiß von keiner Seite verkannt. Darunter darf aber niemals die Lauterkeit der Reklame Rot leiden. Run hat aber der verschärfte Wettbewerb bedauerlicherweise in den letzten Jahren vielfach Sonnen angenommen, welche über das Maß des Erlaubten hinausgehen und oft genug die unbedingte notwendige Rücksicht auf kaufmännisches Zusammengehörigkeitsgefühl und kaufmännische Ehrbegriffe vermissen lassen. Jeder Kaufmann sollte aber doch von selbst wissen, wie weit er bei seinen Ankündigungen gehen darf. Denn die innere Wahrheit und Klarheit seiner Geschäftsreklame wird stets oberstes Gesetz seines Handelns sein und bleiben müssen. Die Erfahrungen haben ferner gelehrt, daß immer wieder versucht wird, unmittelbar vor ober nach den üblichen Inventur- und Saison- Ausverkäufen Sonderveranstaltungen, wie z. B. Werbewochen, billige Tage, Restetage abzu^ halten. Solche Veranstaltungen lassen sich jedoch mit dem Wettbewerbsverbot nicht in Einklang bringen. Einigungsämter und auch Gerichte haben schon verschiedentlich auf Unterlassung bzw. Bestrafung erkannt, weil sie in diesen Veranstaltungen eine Vorwegnahme bzw. eine Fortsetzung der gesetzlichen Inventur- und Saison-Ausverkäufe erblicken." die Tsetsefliege gehört, haben wir bereits gesprochen. Vor allem aber ist ein gefährlicher Feind der Menschheit bekanntlich die sog. Malariamücke (Anopheles), deren Stich eine Form von Wechselfieber (Malarit) überträgt, welche zu schweren Fieberan- fällen und bei längerer Krankheitsdauer zur Verelendung des ganzen menschlichen Organismus, der sog. Malaria-Kachexie führt. Auch die Gartenschnecken, deren Schleim mit dem Salat und son- fügen Gartenfrüchten in die Küche gelangen, beherbergen allerhand Gefahren. Alle diese Zusammenhänge zwischen Tier und Mensch müssen uns immer wieder dringlich die Mahnungen einschärfen. 1. Unterlasse jede unnötige Berührung mit Haustieren. 2. Bekämpfe, wo du kannst, die Unsitte, mit Tieren Liebkosungen auszutauschen. 3. Beobachte äußerste Sauberkeit bei der [Reinigung von Tierkäfigen, neben peinlichster Sorgfalt in der Behandlung deiner eigenen Hände. 4. Unterziehe die Nahrungsmittel, tierische wie pflanzliche Produkte, ehe du sie zubereitest, einer gewissenhaften Säuberung. 5. Führe einen rücksichtslosen Vernichtungskrieg gegen Ungeziefer aller Arten und Formen. Taten für Mittwoch, 22. Januar. 1561: der Philosoph Francis Bacon von Deru- lam in London geboren (gestorben 1626): — 1729: der Dichter Gotthold Ephraim Lessing zu Kamenz in der Lausitz geboren (gestorben 1781); — 1775: der Physiker Andre Marie Am- pere in Lyon geboren (gestorben 1836): — 1788: der Dichter Lord Byron in London geboren (gestorben 1824): — 1849: der Dichter A. Strindberg in Stockholm geboren (gestorben 1912). Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 130 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 30 bis 35; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 90; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4'/r bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130: Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 110 bis 130; Rüsse 50 bis 80; Endivien 80 bis 100; das Stück: Tauben 70 bis 90; Kisteneier 15 bis 16; frische Landeier 15 bis 17; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 30 bis 40; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 7 bis 8; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mark. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Dienstag. Stadttheater: „Der Geisterzug", 20 bis 22 Uhr. — D. H. V.: Unterhaltungsabend, 20.30 Uhr, im Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Heiratsfieber"; auf der Bühne: Operettenrevue „.Lachendes Leben". — Astoria-Lichtfpiele: „Der Klub der Junggesellen". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Bei der Erstaufführung des englischen Kriegsstückes „Die andere Seite" („Journehs End") in drei Akten von R. E. Sheriff, das einen beispiellosen Welterfolg gehabt hat, hat . die Spielleitung der Intendant Dr. P rasch selbst. Als Kriegs- und Soldatenstück enthält es keine einzige Frauenrolle, es ist ecn ausgesprochenes Männerstuck. Es wirken bei dieser Erstaufführung mit die Herren: Arzdorf, Dommifch, Fassott, Haefer, Hais, Heitzig, Hub, Philipp, Ritter, Sannert, Wahlen, Wese ne r. Inspektion: Anton Wahlen. Das Bühnenbild ist von Karl Löffler eigens entworfen und ausgeführt, für die Arrsstattung und Uniformierung sorgt der Obergarderobier. — Der Goethe-Bund hat, wie man uns schreibt, zu seinem nächsten Dichterabend am kommenden Montag den bekannten Dichter Alfred Reumann zu einer Vorlesung aus eigenen Werken eingeladen. Reumann, der Verfasser der bekannten Romanwerke „Die RebeNen" und „Der Teufel", gehört heute zu den meistgelesenen Autoren. Bekanntlich fand im vergangenen Jahre die Ausführung seines Bühnenstückes „Der Patriot" durch unser Stadttheater stärkste Beachtung. Es wird sicherlich begrüßt werden, dcch der Schöpfer und Verfasser so bedeutsamer Dichtungen bei uns als Interpret seiner Werke erscheint. (Siehe heutige Anzeige.) ** Der Ange st eilten. Gehaltstarifin Gießen. Wie uns der Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Verband mitteilt, hat der Reichsarbeits- Minister unter dem 14. Januar den für die kaufmännischen Angestellten im Gießener Einzelhandel geltenden Tarifvertrag für allgemeinverbindlich er- klärt. Der mit dem Verein der Einzelhändler Gießen und den Angestelltenverbänden geschlossene Gehaltstarif vom 4. November 1929 brachte bekanntlich eine Erhöhung der Gehälter um 4 o. H. Durch die All- gemeinverbindlichkeitserklärung find nunmehr alle Einzelhandelsfirmen im Stadtbezirk Gießen an den Tarifvertrag gebunden. •• Stadttheater-Abonnement. Im heutigen Anzeigenteil wird zur Einlösung des fünften Abschnitts aufgeforöert. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. *• Vom K onzer tverein wird uns mitge- teilt: Das für Donnerstag, 23. Januar, angekündigte Symphonie-Konzert muß bedauerlicherweise auf einen noch zu bestimmenden Tag verschoben werden, da das Darmstädter Landestheater-Orchester trotz der Bemühung der Intendanz und des Konzertvereins nicht in der erforderlichen Stärke für diesen Tag zur Verfügung gestellt werden kann. Die inzwischen gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Die [Bekanntgabe des Termins wird rechtzeitig erfolgen. Als nächstes Konzert folgt am Sonntag, 2. Februar, der Klavierabend (Schumann-Chopin), für welches Wilhelm Backhaus zugesagt hat. (Siehe heutige Anzeige.) ♦* Eine Achtzigjährige. Am 23. Januar feiert Frau Bertha Vogt, geb. Jost, Wil- helmstrahe 53 wohnhaft, ihren 80. Geburtstag. * Revue im Lichtspielhaus. »Lachendes Leben" nennt man die für drei Tage auf der Bühne des Lichtspielhauses in der Bahnhofstraße gastierende Revue. Rach Qlrt eines Kabarett- prograrnrnes wickelt sich der Spielplan ab, in der Hauptsache darauf eingestellt, durch Aeußer- lichkeiten zu wirken. Solisten und Ballett tun ihr Möglichstes, um das Publikum zu erheitern. Das gelingt bei einzelnen Programmnummern, wie „Rassauer Dauemduett" und „Ein Rekrut Piffke", sogar recht gut. Besonders erwähnt zu werden verdienen außer niedlichen Ballettänzen die „Skulpturen" nach Tiit er n be.-ühmter Meister, die „Skulpturen" nach Bildern berühmter Meister. Die begleitende Musik unterstrich das Ganze recht stimmungsvoll. Den zweiten Teil des Abends füllt das reizende Lustspiel „Heiratsfieber" aus, bei dem Hans Junkermann, Fritz Kämpers und Maria Paudler die Hauptrollen spielen. Den malerischen Hintergrund geben diesem Film die herrlichen Naturaufnahmen aus den bayrischen Bergen. Es ist ein drolliges, mit reichem Humor und Feinsinnigkeiten gewürztes Lustspiel das die Heiterkeit aufs höchste anzuregen vermag. Das Lichtspielhaus bietet mit dem langen Programm einen recht unterhaltsamen Abend. Brieftasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Oe. Nach den derzeit geltenden Bestimmungen ist auch bas Wassergelb vom Hauseigentümer zu tragen, es sei denn, daß ältere anders lautende Vereinbarungen bestehen. Verschwenderischer Wasserverbrauch des Mieters macht diesen fchadensersatzpflich- tig. Wenn der Vermieter den Vorkeller oder den Hausboden lediglich aus Gründen der Sicherheit ab- schließt, so ist hiergegen nichts einzuwenden. Jeden- falls muß er Ihnen aber Schlüssel zum ordnungsgemäßen Gebrauch der Ihnen vermieteten Räume zur Verfügung stellen. Verhindert er das Betreten von Räumen in schikanöser Weise, so können Sie hiergegen Klage erheben. Kur noch bis zum 24 Januar dauert der Inventur-Ausverkauf zu den verblüffend niedrigen Preisen bei: GIESSEN Selters weg 91 574D MlmvMe II. Dominos zu verleiden. [0419 Die elegantesten n. originellst. Kostüme stets am Lager. Kopfbedeckungen in Papier, Stoff und Filz, sowie Gesicktsmasken u. alle Karneval-Artikel in größter Auswahl Karnbach, Kaplansgaffe 27. Staatsoberförfterei Krofdorf. Holzversteigerung am Mittwoch, dem 29. Januar 1930, 10 llhr, bei Jreunb in Krofdorf aus den Distrikten 13 bis 16 (Kreuzschläge): Eiche: 90 rm Scheit, 30 rm Knupp., 600 rm Reis. 567D Buche: $80 rm Scheit, 1400 rm Reis. Fichte: 2 rm Knüpp., 40 rm Reis. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Bruhl'iche Univ.-Druckerei, R. Ung> Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Der Herr hat's gegeben, Der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gebenedeit. Gott der Allmächtige hat unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Wallbott geb. Häuser nach kurzem Leiden, im 81. Lebensjahre, in die Ewigkeit zu sich genommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Max Müller und Frau geb. Wallbott. Gießen (Bahnhofstraße 24), Berlin, Köln, Ludwigshafen, den 20. Januar 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22, Januar, nachm 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 56ID Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief plötzlich und unerwartet 2 Stunden nach seinem 18. Geburtstag, wonl- verse en mit den bl. Sterbesakramenten unser innigstgehebtes, unvergeßliches Söhnchen, mein einziger, herzensguter, treuer Bruder, unser lieber Enkel und Netie Berdi In tiefem Schmerz: Heinrich Topp und Frau Broder Heini. Gießen (Krofdorfer Straße 10), Warmen, Fröndenberg, Arnsberg, den 21. Januar 1930. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 22. Januar, nachmittags 2*/i Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Das feierliche Seelenamt wird gehalten Mittwoch, den 22. Januar, morgens bl/3 Uhr. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie zahlreichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank. Karl Viertelhausen und Kind nebst allen Angehörigen. Gießen, den 2L Januar 1930. uheuma- Seasit war dos Beste. Wilhelm Dietrich in TL Rheuma-Sensit D. 5L p. Ar. 433025 wird eiet- tauf obfach gelobt und ärztlich empfohlen. Die Tobe kostet 60 »ff-., die Doppe tub» JtM. 130. Mache» Sie sofort einen Versuch. Nhemno - Sensit ist i» allen Apotheken unb Drogerien zu hoben. Derkausöflellen: Germania-Drogerie (Tori Seibel, Frankfurter Slraße 36 ftaifenDrogerie Ernst 7loN, Llndenplah 5 graaen Drogerie Sebr. Michel, WaNiarstraße 29 Löwen-Drogerie A. Rifbinger Tlachf, Seltersweg 79a Mebizioal-Drogerie .»aus Hindenburg, Eelteroweg 65 a. 312V Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 554D Am 2. Januar 1930: bei der Firma Karl Borger in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 6. Januar 1930: a) bei der Firma Karl Buh & Lo^ Nuß-Margarine-Ver- triebsgesellfchast in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist ausgelöst. Liquidatoren sind Christian Modus III. und Otto Reitz, beide in Reiskirchen, sowie Fritz Diehl in Wetzlar, b) Die Firma ZUöbus & Reih in Gießen. Gesellschafter sind: 1. Kaufmann Christian Möbus III. und 2. Kaufmann Otto Reitz, beide in Reiskirchen. Die offene Handelsgesellschaft Gießener Konzert-Verein. DienStag, 28. Januar 1930, 18 Ubr, tm Musikai. Institut der Universität, Zimmer Nr. 47: General-Versammlung Tagesordnung: L Vorstands - Ersatzwahl. 2. Verschiedene-. 553D_______Der Vorstand. Kröte Preis-Sieb der Schützengesellschaft„Haenel“ in guter Lage für Lager und Büro gesucht. Schrtstl. Angebote umer 5601) an den Giekener Anz. erbeten. Aeutzerst Lciitungöfäbtgc öttma bat für den dortigen Bezirk Ihre WM-MelW gegen hohe Provision und Svesen zu vergeben. Es handelt sich um den Verkauf erftklasfig. Spezialartlkel an Gastwirte u. Behörden. Volle Prootfions- Aabliing sof. bet Eingang der Aufträge. Seriösen.slein. Verkäufern ist Gelegen» bett zu einer Dauereriüenz bet bobem Verdienst ohne Eigenkapital gegeben. Schrifiltche Angebote unter E. D. 4113 (56SV) an den Gien. Anzeiger erbeten. Mail Kinderloser Witwer sucht tüchtige, zuverlässige und treue nicht unter 30 I., für kleinen iändlichen Haushalt in 9iäbe Gienen. Witwe mit Kind nicht aiiS- geschlossen. Schriftl. Zlngeb. unt. 0441 an den Gien. Anc erb. |Stellengesuche| junges möötijen Lyzialabsoiventin u. bereits 2'/, Jahre im Bureau tätig, perfekt in Stenographie u. Schreibmaschine, sucht ne eignete Stellung. Gute Zeugn. u. Re- serenzen. Schr. Ang. u. 0427 a. d.Gn.Anz. erfahren in Küche u. •vaiiö. wie Kochen, Backen, Einmachen, sucht, gestutzt aufgute Beugmiie, möglichst feWKOndisea IDIriniifisiieis. Schriftl. Angebote unter 0422 an den Gien. Anz. erbeten. Verkäufe Drei gebrauchte Klaviere sehr gut erhalten, auch gegen Ratenzahlungen zu verkaufen bei 0435 (tzcorg Ebert, Klaviermacher, Plockitrahe 11. Zn verkaufen I565D Piano sehr gut erhalten, RM. 360.-, Harmonium fast neu, RM. 185.—, Sprechapparat guter, RM. 42- S traube. Lick, Butzbacher Str. 7. 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Januar 1930: bet der Firma Eugen Dürr & Eo. in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist mit Wirkung vom 1. Januar 1929 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Eugen Dürr Ehefrau Käte geborene Wasmuth in Gießen ist aus der seitherigen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Es sind drei Kommanditisten vorhanden. Am 14. Januar 1930: a) die Firma Leopold Löb in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Leopold Löb in Gießen. Der Leopold Löb Ehefrau, Elsbeth geborene Katzmann in Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma Ludwig Georgi in Gietzen: Dem Kaufmann Curt Georgi zu Gießen ist Prokura erteilt. Am 15. Januar 1930: bet der Firma Earl hoos, A. 6. B. Allgemeiner Kraftfahrzeug-Vertrieb in Gießen: Die Finna ist erloschen. Gießen, den 16. Januar 1930. Hessisches Amtsgericht. Mittwoch, den 22. Januar 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28 (im „Löwen") zwangsweise gegen Barzahlung: 1. ein Harmonium, vier Büfetts, drei Kre denzen, mehrere Chaiselongues und Sofas, drei Schreibmaschinen, vier Schreibtische, ein Küchenbüfett, drei Nähmaschinen, zwei Kleiderschränke, zwei Waschkommoden, ein Wirtschaftsbüfett mit Schwenkgefäß und Zapfhahnen, einen Zimmerteppich, zwei Ausziehtische, ein Damenfahrrad, einen Spiegel, ein Schrankgrammophon, zwei elektrische Ständerlampen, einen elektrischen Heißwasserapparat, einen Sessel mit Kunstleder, zwei Blumenkrippen, eine Korbgarnitur, sieben Doppellettern, eine Ladentheke, vier Kesselmäntel, zwei Gasherde, eine größere Partie Defen, ein Pianino, einen Trumeauspiegel, eine größere Partie Schuhmacherartikel, einen Projektionsapparat mit Elektromotor, ein Motorrad (Wanderer), einen Registrierschrank, eine Registrierkasse, ein Abfallbecken. 563V 2. An Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal): drei Chaiselongues, eine Kaffeemaschine, eine Waschkommode, einen Zimmerteppich, einen zweitürigen Weißzeugschrank, einen Gis» schrank, zwölf Dutzend Alpakka-Löffel, -Messer und -Gabeln, eine Nähmaschine, ein vollständiges Bett. 3. Bestimmt: einen Radioapparat (drei Rühren). Freiwillig (an Ort und Stelle): ein Rührwerk und eine Kaliberwalze. Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. Brennholzversteigerung Blontag, den 27. Januar, vormittags 10 Ahr anfangend, werden im „Deutschen Haus", dahier, folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 44, 49, 50a, 50b (Weidenhausen): 220 rm Eichenscheit 230 rm Eichenknüppel 132 rm Buchenscheit 263 rm Buchenrollen 508 rm Buchenknüppel 64 rm Buchenreiserknüppel 8190 Stück Buchenwellen 566V 975 Stück Eichenwellen. Brandoberndorf, den 21. Januar 1930. Der Bürgermeister. Stahl, ab 22. Januar 1930 im Thüringer Hof bei Gastwirt Sieck, Hammstr.7. Freunde und Gönner werden zur Teilnahme freundlichst eingeladen. Wirlsclian zum schielen Balken 552D Altes historisches Lokal, renoviert ist wieder eröffnet. Empfehle prima Spezial-Bier aus der Brauerei Denninghoff, sowie sämtliche Sorten Spirituosen zum billigen Preis. Ernst Schlombs. Sladttheater-Abonnement Die Einlösung des fünften Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse — Iohannesstraße 3 — zu erfolgen, und zwar Donnerstag, den 23. Januar, für die Freitags-Abonnenten, Areilag, den 24. Januar, für die Dienstags-Abonnenten, Samstag, den 25. Januar für die Mittwochs-Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr. 375C Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersen- dung der Abonnementskarten. Die zu zahlende fünfte Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge und RM. 1. Rang (Reihe 1—2) 15 1. Rang (Reihe 3—4), Sperrsitz (Reihe 1—11) 10 Logenrückplatz, 1. Rang (Reihe 5—6), Sperrsitz (Reihe 12—14) 10 Sperrsitz (Reihe 15—18), 2. Rang (Reihe 1) 6 2. Rang (Reihe 2-t3) 5 2. Rang (Reihe 4—5) 3 Die Einlösung der Abonnements muß vor der 17. Abonnements-Borstellung erfolgt sein. Gießen, den 20. Januar 1930. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. O. Pflüger STEINSTR.63.TEL.31691BURHENNEI 5ch nell" T ra ns p orte iiiii Frei zur Mitnahme von Gütern ab An- fang nächster Woche nach Mainz. [0438 Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich! Oleee wesentlichen Elgenecheften der gediegenen Familiendrucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- fUhrungearten und Papieren zu mMBlgen Preleen die Brühl'sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 haryonitim geg. bar zu kaufen ges. Schr. Angeb. mit PreiSana. unt. 573D an den Gieß. Anz. Verschiedenes UIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIO Reinrassige Rehpintscher-ßüde zum Decken gesucht. Schrifil. Angeboie mit Ptetsangabe unter 550D an den Gteß. Anz. erbeten. MIIWIMMIIIIW Tel. 3804. [03*4 Stadttheater Mittwoch, LL.Jan. von 19'/, bis 22 Ubr IK.MittwotV-AV.'VM. Zum ersten 'Male: Die onoere Seite Drama in 3 Akte« von R. C. Sheriff, SAMI mit GewächöbauS, Heizung und Wind« motor, ca. 5200 qm, am Letbgesterner Weg. zu verruchten. Näheres A. Becker» Kerle, ftiahe 9. schlagen wissen. wollen Einladung über die tob Ein Großmächte. überwinden. Seine Teile der Welt; er gentinien fuhr, um Iabez Balfour zu Verbrechen, dessen ist — aus Profit zu Arbeit führte ihn in alle war es auch, der nach Arden berüchtigten Hochstabler verhaften. Das bekannteste Aufklärung Froest zu ver- Oie Niddaer Wähler feinen Derufsbürgermeister. Oer Tod eines Meisterdetektivs. Mit dem englischen Polizeiinspektor Frank F r o e st, der kürzlich im Alter von 73 Jahren starb, ist einer der größten Detektive dahingegangen, der in seinen Leistungen die Phantasietaten von Sherlock Holmes in den Schatten gestellt hat. Als er nach 34jähriger Diensttätigkeit 1912 Scotland Pard verlieh, feierte man ihn als einen Meister in der Kunst, Verbrechen aufzuspüren. 3n seiner Erscheinung hatte er nichts Romantisches und gleicht sehr wenig dem Helden der Conan Doyleschen Geschichten. Sherlock Holmes wird als schlank und dünn geschildert, mit scharfen Gesichtszügen, melancholisch, ein unermüdlicher Raucher. Froest war das grade Gegenteil: ein dicker, untersetzter Herr mit einem Vollmondgesicht, das ein joviales Lächeln zeigte. Stets tadellos gekleidet, mit hohem Hut und Lackschuhen, einen sorgfältig zusammengerollten Regenschirm unter dem Arm. spazierte er wie der Hrtyp des britischen Spießers einher, und grade dieses unauffällige und harmlose Aussehen half ihm oft bei seinem Werk. Zu diesem gutmütigen Gesicht und zu den lustig blinzelnden blauen Augen wußte auch der mißtrauischste Verbrecher Zutrauen fassen; aber hatte er dies getan, dann bekam er bald die Klaue des Löwen zu spüren Richt umsonst führte Froest den Beinamen „Der Mann mit der eisernen Hand"; er konnte ein Spiel Karten mit durchreißen und einen Sixpence in zwei Teile zerbrechen. Das Geheimnis seiner großen Erfolge hat er selbst mit dem berühmt gewordenen Schlagwort bezeichnet: „Man muß das Unnötige ausscheiden." Riemals verlor er in gefährlichen Lagen die Geistesgegenwart. Einmal hatte er einen Verzweiflungskampf mit einem Gefangenen auszufechten, der aus einem Schnellzug zu entkommen suchte. Der Mann, der mit Handschellen gefesselt war, suchte plötzlich Froest, der ihn begleitete, mit einem eisernen Fußtoärmer zu ermorden, den er zwischen seine gefesselten Fäuste geklemmt hatte. Es bedurfte der „eisernen Hände" des Detektivs, um den riesenstarken Verbrecher zu aber es wehrt sich gemeinsam mit denr ganzen Kreis — und nach dem Urteil aller gerecht denkenden Menschen wohl mit Fug und Recht — gegen weitere Abbaumaßnahmen. Würde ihm auch noch sein Kreisamt, seine Höhere Schule u. a. m. genommen, so wäre damit das Todesurteil über Schotten als Stadt gesprochen und sein Schicksal, sein Verfall für alle Zeiten besiegelt. Kann die Staatsregierung ihre Hand dazu geben, daß sie eine derart alte Stätte der Kultur, die Jahrhunderte lang der Mittelpunkt des südlichen Vogelsberges war, mit einem Federstrich vernichtet? Die Opfer, die der Abbau verlangt, sollen nach dem Ausspruch des Staatspräsidenten Dr. Adelung sinnvoll fern, sie sollen nicht zerstören, sondern erhalten und sollen von allen Seiten gebracht, nicht aber nur auf eine Schulter gelegt werden. Man hat dem Kreis letzthin sein Kreisgesundheitsaint genommen, obwohl die gesundheitlichen Verhältnisse gerade im Vogelsberg denkbar schlecht sind. Die Tuberkulose und andere Dolkskrankheiten haben erschreckend zugenommen, nach dem amtlichen Bericht des Kreisarztes, der die Schulkinder untersucht hat. sind 25 Prozent der Kinder leidend und bedürfen dauernder schulärztlicher Ueberwachung. Die gesundheitliche Versorgung des Kreises ist mit der Aufhebung des Amtes sehr verschlechtert worden. 5m Vogelsberg wird diese Zurücksetzung sehr bitter empfunden. Die Rot im Vogelsberg, dem wirtschaftlich zweifellos schlechtesten Teil Hessens, wird stets größer, ein weiterer Abbau von Aemtern. Schulen, Gerichten und dgl. erschwert die Lage der Bewohner nur noch mehr und legt ihnen immer neue Lasten (Bahnfahrten an die entfernten Aemter und Schulen) auf. Beamtenstellen im Vogelsberg werden zu Strafstellen. Die verschiedenen Herren der Kommission Wie richtet man ein Rundfunkzimmer ein? Von Ingenieur Johannes Becker. Rachdruck verboten! Die Klangwirkung eines Rundsurkge.ätes hängt nicht ausschließlich von der Güte seiner Technik, sondern zu einem guten Teil auch von der Aufstellung des Gerätes und von der Einrichtung des Rundfunkziinmers ab. Gute Rundfunkgeräte können vermöge ihrer hochentwickelten technischen Bauart eine vorzügliche Tonwiedergabe bieten. Um diese voll zur Geltung zu bringen, lohnt es sich, die für gutes Hören wichtigen Regeln für die Aufstellung und den Raum zu berücksichtigen, die für eine gute Tonwiedergabe in Betracht kommen. Die vom Lautsprecher ausgehenden Schallwel- Icn sind Luftschwingungen, die auf die Wände des Zimmers und auf die Einrichtungsgegenstände darin auftreffen und von diesen mehr oder weniger stark zurückgcworfen werden. D efe zurückgeworfenen Schallwellen können auf den Empfänger und öen Lautsprecher zurückwirken und dadurch die Wiedergabe verändern. Dazu kommt noch, daß der vom Lautsprecher unmittelbar ausgehende und der zurückgeworfene Schall das Ohr des Hörenden zu verschiedener Zeit treffen und dadurch die Tonempfindung beeinflussen können. Wenn wir aus erheblicher Entfernung gegen eine Mauer sprechen, empfinden wir die zurück- getoorsenen Schallwellen als Echo. Gehen wir näher heran, so tritt an die Stelle des Echos der Rachhall. Einen schwachen Rachhall hat man mitunter schon in geschlossenen Räumen. Wenn wir den Rachhall wegen der geringen Entfernung nicht mehr als solchen wahrnehmen können, dann macht sich vielfach eine Veränderung der Klangart bemerkbar. Sprache und Musik klingen spitz oder dumpf. Es ist bekannt, daß die Sprache eines Redners beispielsweise in verschiedenen Sälen O 01 i t> t> a, 20. Ian. Hier fanden in den letzten Tagen zwei öffentliche Wählerverammlungen statt, in denen über die Frage, ob zukünftig ein Berufsbürgermeister oder ein ehrenamtlicher an die Spitze unserer Stadtverwaltung gewünscht würde, Klärung und Abstimmung erfolgen sollte. Abrüstungspakte ist eines politischen angelsächsischen - . . „ solches Bündnis wäre der erste Schritt zur Schaffung einer weltbeherrschenden Macht, eines arbiter mundi. Sicher glauben viele aufrichtig an die Wirksamkeit schriftlicher Okrträge, die den Krieg zwischen Völker verwandten Bluts und verwandter Sprache ausschließen. Und wer wird diesen Glauben nicht begrüßen, wer wird die Schönheit der Idee nicht anerkennen? Dennoch dürfen wir uns nicht verhehlen, daß sie der tausendjährigen Erfahrung der Menschheit widerspricht. Kain tötete Abel, seinen leiblichen Bruder. Die Menschheit ist nach dem Willen ihres Schöpfers kaum reif für das Geschenk ewigen Friedens. Die Technik wird zukünftigen Kriegen ein anderes Gesicht geben, ober sie kann die Kriege nicht beseitigen. Wir können nur hoffen, daß in einem entfernten Stadium der Entwicklung der ewige Friede verwirklicht wird, und wir können unser Bestes tun, dieses Ziel zu erreichen. Olber ein Staatsmann, der heute den 5deal- ignorieren. _ , Weit wichtiger aber als alle Flotten- und —' ‘ die Möglichkeit Bündnisses der geworfen werden. Echoerscheinungen treten wegen der geringen Entfernungen meistens nicht auf, möglicherweise kann sich aber ein Anflug von Rachhall bemerkbar machen. Meistens nimmt der Lautsprecher, wenn er unmittelbar von den zurückgeworfenen Schallwellen getroffen wird, einen spitzen und harten Klang an. Die Zimmereinrichtung ist so umzustellen, daß möglichst eine Zerstreuung der Schallwellen erreicht, eine Abschirmung größerer Teile des Zimmers jedoch vermieden wird. Aus diesem Grunde ist es Diel- lach zweckmäßig, den Lautsprecher so in eine Ecke des Zimmers zu stellen, daß die Schallwellen die gegenüberliegende Wand schräg treffen. Bei hinreichender Zerstreuung der Schallwellen erreicht man zumeist eine weiche und wohllautende Tonwirkung. Sollte man mit diesen Mitteln den gewünschten Erfolg nicht haben, so könnte man zustand als bereits verwirklicht betrachtet, sagt utopischen Ideen nach — und schadet damit seinem Vaterland, dem er nützen sollte. Wir müssen diese Denkweise den Leuten überlassen, die mit offenen Augen träumen oder die — was noch schlimmer ihrem billigen Idealismus klingenden — Sch o tten, 20. Ian. Der neugewählte Kreistag des Kreises Schotten der kürzlich tagte, hatte gegen die von der hessischen Regierung geplanten Abbaumaßna h m e n, soweit sie sich weiterhin auf den Kreis Schotten beziehen sollten, entschieden h^otestrerü Auch gegen die kürzlich erfolgte Aufhebung des Kreisgesundheitsamtes Schotten war entschieden Verwahrung eingelegt worden. Eine Kommission war vom Kreistag bestimmt worden Die die Belange des Kreises persönlich bei der hes- sischenStaatsregierung vertreten sollte. Die Kommission, die sich aus Vertretern der vier Bezirke Gedern, Laubach, Schotten, Ulrichstein zusammensehte, wurde am Freitag vom Mini st er des Innern und dessen zuständigen Reserenlen empfangen. In eingehenden Schilderungen wurde der Regierung die Rotlage des Kreifes vor Augen geführt und auf die vielen Opfer verwiesen, die die Bevölkerung des Kreifes und besonders die Stadt Schotten schon in den Abbaumaßnahmen gebracht hat. Die Stadt Schotten hat m der Rachkriegszeit zwölf Aemter und verschiedene Stellen verloren, darunter das Forstamt Feldkrücken, das Landwirtschaftliche Qlmt, die Landwirtschaftliche Schule, das Vermessungsamt (früher bestanden sogar zwei Dermessungsämter hier), das Hochbauamt, das Kreisgesundheitsamt, mehrere Stellen an der Realschule, eine Richterstelle, Forstwartstelle u. a. m., und hat damit etwa 80 Personen mit etwa 100 000Mark Ein- kommen, die hier verbraucht wurden, eingeb ü tz t. Es ist gewiß ein großes Opfer für die Stadl, und wenn jede Gemeinde im Verhältnis wie Scholten derart viel Opfer hergegeben hätte oder bringen würde, wäre der Abbau längst , durchgeführt. Schotten hat im Interesse des Ganzen diese Opfer, wenn auch schweren Herzens, auf sich genommen, danken ist, war die Verhaftung des Mörders Crippen. Unter feiner Leitung entdeckte die Londoner Polizei in einem Keller geringe menschliche Ueberreste, die als Körperteile der verschwundenen Frau Crippen festgestellt wurden. Die Verdachtsmomente lenkten sich auf ihren Mann Dr. Crippen, und Froest brachte heraus, daß dieser sich mit einer jungen Frau, die als Knabe verkleidet war, an Bord des Dampfers „Montrose" mitten auf dem Atlantischen Ozean befand. Cs war das erste Mal, daß bei einem Kriminalfall die drahtlose Telegraphie verwendet wurde. Der Detektiv erkannte sofort, daß die einzige Hoffnung, den Verbrecher zu erwischen, darin bestand, den Dampfer, auf dem er sich befand, zu überholen. Er telephonierte an alle Schiffahrtsgesellschaften und fand ein Schiff, das wie die „Montrose" nach Kanada suhr, aber eine sehr viel größere Schnelligkeit entfalten konnte. Auf diesem Schiff schickte er den Inspektor Dew nach, benachrichtigte die kanadische Regierung, und so konnte Crippen mit seiner Begleiterin verhaftet werden, bevor er noch an Land gegangen war. Der Mörder wurde zum Tode verurteilt und gehängt, nachdem er vorher überführt worden war, seine Frau durch Gift beiseite geschafft zu haben. günstigste CEDärtung ermitteln. Diese läßt sich dann unter Berücksichtigung der Richtlinien, die im folgenden gegeben werden, noch weiter ver- bessern. , Betrachten wir zunächst die unmittelbare Einwirkung des Lautsprechers auf den Empfänger: Stehen Empfänger und Lautsprecher auf demselben Tisch, Schrank usw., so können diese Gegen« stände unter Umständen durch den Lautsprecher ins Mitschwingen geraten. Diese Schwingungen können die Heizfäden der Röhren zum Mitschwingen bringen. Dasselbe kann eintreten, wenn die Schallwellen den Empfänger voll treffen. Diese Verhältnisse sind die Ursache einer Störung, die man als Schallrückkopplung bezeichnet. Wenn Empfänger und Lautsprecher getrennt sind, ist daher der Lautsprecher möglichst entfernt vom Empfänger aufzustellen, und zwar möglichst nicht auf Tischen oder Schränken mit Schubladen, weil die durch die Laden abgeschlossenen Luftschichten die Ursachen von Wiederhallerscheinungen sein können. Hat man kein geeignetes Einrichtungsstück für die Aufstellung des Lautsprechers, so stellt man den Empfänger auf ein Wandtischchen und bringt den Lautsprecher in einiger Höhe auf einem Wandbrettchen an. Empfänger mit an- gebautem Lautsprecher stellt man am besten auf eine Konsole oder aus einen größeren Schrank, wenn es die Höhe zuläßt. Die beste Hörsamkeit haben Räume mit annähernd quadratischem Grundriß. Ungünstig sind zumeist schmale langgestreckte Räume. In Den meisten Fällen hängt die Hörsamkeit jedoch auch von der Art und der Stellung der Einrichtungsgegenstände ab. Immer ist dec Lautsprecher so aufzustellen, daß die Schallwellen nicht unmittelbar in voller Stärke aus Den Lautsprecher zurück- ganz verschieden klingt. Auch der Standort des Redners ist von Bedeutung, nicht nur für die Klangwirkung, sondern auch für die Lautstärke an Den verschiedenen Stellen des Raumes. Diese Erscheinungen fassen wir unter dem Begriff der „Hörsamkelt eines Raumes" zusammen. Die Hörsamkeit eines Raumes ist für das Aufstellen einer hochwertigen Rundfunkanlage von großer Bedeutung. Bei einiger Hebung sieht man an der Größe, der Gestalt und der Einrich- tung eines Wohnraumes schon, wie ungefähr seine Hörwirkung ist. Hat man diese Hebung , avu,u,H^,v„ — •- ,, nicht, dann muß man durch Versuchen, das heißt noch von der Olbdämpfung der Schallwellen Ge- durch häufiges Hmstellen des Lautsprechers die | brauch machen. Mehrere Gemeinderatsmitglieder hatten am Sonntagnachmittaa zu einer Besprechung über die Dürgermeisterfrage die wahlberechtigten Interessenten in Den „Gambrinus" eingclaDen. Diese zweite Wahlversammlung war sehr stark, von etwa 300 Wählern und Wählerinnen besucht. Mühlenbesiher und Gemeinderatsmitglied M a n n führte den Vorsitz und begrüßte die Erschienenen, denen er als Zweck Der Einberufung erläuterte. Die Ansicht Der Mehrheit der Bewohner Ridda« hinsichtlich Der Dürgermeisterfrage zu erfahren, damit die Gemeinderatsmitglieder für die in den ersten Tagen nötige Beschlußfassung über den Antrag auf Anstellung eines Berufsburger- meisters Richtlinien hätten. Es folgte eine rege Aussprache. Fast alle Redner kamen nach sorgfältiger Prüfung der Gründe, die für und gegen einen Derufsbürgermeister sprechen, zu dem Ergebnis, daß für Ridda nur ein ehrenamtliches Stadtoberhaupt in Betracht kommen könne. Die Abstimmung über die Burgermeisterwahl ergab die einstimmige Entscheidung für die Wahl eines ehren- amtlichenDürgermeisters. Auch die anwesenden sieben Gemeinderatsmitglieder, soweit sie sich zum Worte meldeten, kamen zu demselben Resultat. Runmehr erscheint die Beschlußfassung in der nächsten Gemeinderatssihung nicht mehr zweifel- hast und die Ablehnung eines Berufs- | bürgermeisters für Ridda sicher. Der Kreis Scholien gegen seinen Abbau Oie Kreistagskommission beim hessischen Innenminister. „unnötige Grausamkeit" des Krieges unter See ins Treffen zu führen. Wird sich ein bedrohtes Volk durch ein papierenes Abkommen der 11- Boot-Wafse berauben lassen? Ist der H-Boot- Krieg unmenschlicher als die Hungerblockade eines ganzen Volkes, durch die Hunderte und Tausmrde in einem dichtbevölkerten Land — Frauen, Kinder und Greise zuerst — langsam zu Tode gemartert werden? Zerstörte der Oßeltfricg an einem einzigen Tage nicht mehr Menschenleben, als der H-Boot-Krieg während der ganzen vier Iahre? Als die ersten Arkebusen auftauchten, gerieten die feudalen Ritter in dieselbe Empörung. Wir können die Geschichte nicht zurückschrauben; die altmodischen Feuerwaffen müssen der hochentwickelten Zerstörungstechnik unserer Tage weichen. Die praktischen Einzelheiten des Marineabkommens zwischen Hoover und Macdonald brauchen hier nicht erörtert zu werden. Sie sind (soweit sie bekanntgegeben wurden) von meinem kürzlich verstorbenen Freund, Admiral Dollerthun, in ihrer Bedeutung behandelt worden. Dollerthuns Auslegung geht dahin, daß die angelsächsischen Mächte den Schwerpunkt ihrer Flotten von den kostspieligen Riesen-Schlacht- schiffen auf die leichten Kreuzer verschieben wollen. Diese Tendenz taucht nach den Weltkriegerfahrungen in allen Ländern auf, die an Den großen Meeren liegen; ihre still- schweigende Voraussetzung ist, heute noch wie gestern und vorgestern, die anerkannte „Recht- mäßigkeit" von Blockaden. Wird das Blockaderecht aufgehoben, so verschwindet die Daseinsberechtigung aller Kriegsflotten. Dann erst ist die Freiheit der Meere Wirklichkeit geworden. Großbritannien wird jedoch auf seine stärkste Waffe nicht verzichten wollen. Aber selbst wenn England und die Vereinigten Staaten irgendwie dazu gebracht werden konnten, durch einen Pakt das Blockadeprinzip zu verbieten, so bleibt doch zu bedenken, daß englische Admiräle, als gelegentlich die Frage der Milderung oder Beseitigung zukünftiger Blockaden aufgerollt wurde, feierlich erklärten, sie würden derartige Bestimmungen zu Kriegszeiten Feste Wände geben den Schall voll zurück, wollene Vorhänge, Polstermöbel usw. dagegen nur schwach und abgedämpft. Treffen also die vom Lautsprecher ausgehenden Schallwellen solche Gegenstände, so werden sie nur schwach zurück- geworfen und treten in ihrer Wirkung gegenüber Den unmittelbar vom Lautsprecher ausgehenden Schallwellen zurück. Bei niedriger Aufstellung des Lautsprechers genügt schon zumeist ein an der gegenüber liegenden Wand stehendes Sofa zur hinreichenden Dämpfung, nötigenfalls muh man noch einen Vorhang anbringen. Ebenso empfiehlt es sich, die entfernten Zimmerecken durch dämpfende Gegenstände wirkungslos zu machen. Rur Darf man nicht vergessen: Die zurück- gcworfenen Schallwellen tragen erheblich zu Der im Raume herrschenden Lautstärke bei. Wenn dämpfende Einrichtungen vorhanden sind, nimmt die Lautstärke natürlich ab. In kleineii Räumen, in denen die unmittelbare Schallwirkung des Lautsprechers für eine hinreichende Lautstärke bei weitem ausreicht, wird man fast immer durch dämpfende Maßnahmen eine bessere Tonwiedergabe erreichen können, ohne daß die Olbnahme der Lautstärke ins Gewicht fällt. In größeren Räumen dagegen wird man überlegen müssen, wieweit eine Abnahme dec Lautstärke durch bessere Tonwiedergabe gerechtfertigt wird. Rur wenn man diese Regeln beobachtet, kann man eine gute Wiedergabe des Rundfunks erzielen. Es genügt eben — wenn man nicht xu- fällig Glück hat — keineswegs, einen Lautsprecher und auch das Empfangsgerät an eine beliebige Stelle irgendeines beliebigen Raumes zu stellen. Die Londoner SeeabrWnngslvnserenz und angelsächsische Mchenschast. Von Großadmiral Alfred von Tirpih, ehem. pr. Staatsminister und Staatssekretär des Heichsmarineamtes. Im vergangenen Weltlrieg hat vor allem E n g * land uns wirtschaftlich geschlagen, wie es früher Spanien in den Kolonien, Holland in seinen kaufmännischen Bestrebungen und Frankreich in Der hohen Politik schlug. Deutschlands Stelle ledoch ist von einem nicht minder gefährlichen Rivalen eingenommen worden, von den Vereinigten Staaten, die wohl bald auch in d^ Rordsee Den britischen Inseln sowohl wirtschaftlich als auch militärisch die Waage halten können. Amerika wird größeren Einfluß auf Großbritannien gewinnen, als es Deutschland je möglich gewesen wäre. England muh sich nun mit seinem amerikanischen Rivalen zu einer Zeit auseinandersetzen wo die Dominions und besonders Indien ihre Zeit gekommen sehen, um vollständige Unabhängigkeit ober wenigstens eine Regierungs- form gemäß ihren geopolitischen Verhältnissen zu fordern — ohne Rücksichtnahme auf ihr Mutterland. Mehr noch: der europäische Äon« tinent, bisher die feste Grundlage grohbri- tannischer Weltpolitik, steuert unter Frankreichs Hegemonie einen von der politischen Linie Großbritanniens völlig abweichenden Kurs! Hnter diesen Hmständen tat Ramsah Ma c - Donald Das Klügste, was er im Interesse Englands tun konnte, als er sich seinerzeit nach Amerika einschiffte. Er zog damit nur die Konsequenzen aus dem Aufgang des 'Weltkrieges. Der letzte Versuch, den Grundsatz des „Rule Bn- tannia“ noch im 20. Jahrhundert zur Geltung zu bringen, war gescheitert. Hnd es war unnütz, Die Tatsache zu beklagen; die frühere konservative Regierung konnte sich aber noch nicht völlig von der jahrhundertealten Tradition Englands frei machen, sie vermochte sich in die neue, gänzlich veränderte Epoche der Weltgeschichte nicht hinein- zufinden — ebensowenig wie Lord Grey während seiner Olmtszeit zu Beginn des Weltkrieges. Die Arbeiterpartei ließ sich Dagegen von Dem richtigen GeDanken leiten, nach den gegebenen Hmständen mit der Stellung des zweiten Teilhabers vorlieb zu nehmen, und suchte sich wenigstens in dieser Stellung zu behaupten, bevor es zu spat war. Sie politische Weltlage hat sich vollständig vec- schoben. Da sich Der Kampf um Die Weltherrschaft zwischen EnglanD unD Amerika vornehmlich auf Den Meeren abspielt, war Der englische Ministerpräsident gut beraten, als er die Flotten- Probleme vor allen anderen zu lösen versuchte. Hätten schon die Verhandlungen in Washington zum Erfolge geführt, so brauchte sich die in den nächsten Tagen beginnende Se ea b » rüstungskonserenz nur noch mit Einzelheiten zu beschäftigen. Aber die endgültige Entscheidung wurde von beiden Seiten geschickt vermieden, iun die kleineren Seemächte nid>t vollständig auszuschließen; sie folgten Damit Dem Gebote staatsmännischer Klugheit, Die Vormacht Der angelsächsischen Mächte wenigstens nach quhen hin nicht zu Überspannen. Die am 21. Ianuar in London zusammen- trctenDe Füns-Mächte-Konserenz wirD sich vor schwierige Probleme gestellt sehen, da die Interessen der kleinen Seemächte von Denen Der Großmächte weit ab weichen. Die Frage Des 11 - Boot° Krieges WirD heftige Kontroversen auslösen. Setzen sich Die angelsächsischen Staaten Durch, Dann WirD Die Kriegsführung mit Hnterseebooten verboten — was wahrscheinlich energischen WiDerstand bei den kleineren Staaten finden wird. Jedenfalls erscheint es kaum zulässig, Die Die EvangelischeDolksgemeinschast hatte am FreitagabenD zu einer Versammlung Der Wähler im „Gasthaus zur Eisenbahn" ein- gelaDen. Etwa 60 Wahlberechtigte waren Der — ' ’ gefolgt. Rach längerer Aussprache ~.d)tige Angelegenheit, wobei auch ver- schieDene MißstänDe aus Der seitherigen städtischen Finanzwirtschast zur Sprache kamen, ergab Die Abstimmung Die f ast einstimmige Annahme des Antrags, einen Bürgermeister wie seither Durch die gesamte Bürgerschaft zu Wahlen und die Anstellung eines Berufsburger- meisters für Ridda abzulehnen. aus den verschiedenen Bezirken des Kreises legten ausführlich die Not dar. Der Minister sagte wohlwollende Prüfung aller erhobenen Bedenken und Wünsche zu. Er erklärte, daß man gerechterweise nicht den Abbau zu Lasten und auf Kosten eines Kreises und einer Stadt vornehmen könne. Man dürfe nicht einer Stadt mit diesem Abbau jede Auftriebs- und Entwicklungsmöglichkeit nehmen, die erforderlichen Opfer müßten von allen Stellen und Seiten aus getragen werden. t „ Wir hoffen, daß die maßgebenden Stellen die von der Stadt und dem Kreis Schotten in der Abbaufrage bereits gebrachten Opfer würdigen und sich auch des Wohles und der Möglichkeit einer gesunden Wei- terentwicklung von Kreis und Stadt Schotten erinnern. Tumen, Sport und Spiel. Fußball-Lokakkampf in Gießen B.f.B. — Epiclvcrcinigung 1900 3:6 (2:3). Rund 2200 Zuschauer hatten sich am Sonntag auf dem Waldsportplah eingefunden, um Zeuge des mit Spannung erwarteten Berbands- spiels D. f. B. gegen Spielvereini- g ung 1 900 zu sein. Das Wetter war dem Spiel nicht besonders günstig: der gefrorene und von der Sonne aufgetaute Boden war schmierig und glatt und stellte in bezug auf Körperbeherrschung und Ausdauer an Die Spieler enorme Anforderungen. Unter Berücksichtigung dieses Einstandes und der Tatsache, daß man bei allen Verbandsspielen, zumal bei solchen mit bedeutungsvollem Ausgang und auch noch zweier Lokalgegner, mit der Nervosität der Spieler rechnen muß, konnte man von' vornherein keine allzu großen, technischen Leistungen erwarten. Dafür entschädigte aber voll und ganz das von Anfang bis Ende außergewöhnlich schnelle Tempo und der sehr spannende Verlauf mit seinen fortgesetzt wechselnden interessanten Kampfbildern. 3n Anbetracht der Ausgeglichenheit der Spielstärke beider Gegner war man allgemein der Ansicht, daß das Spiel nur mit einem knappen Resultat von der einen oder anderen Mannschaft entschieden würde. Die Spielvereinigung 1900 gewann jedoch überraschend hoch mit 6:3. Man muh jedoch berücksichtigen, daß V. f. D. u. a. von den 90 Minuten ganze 75, also den weitaus größten Teil der Spielzeit, infolge Herausstellung eines Verteidigers nur mit zehn Mann kämpfen mußte. Bei kompletter Mannschaft hätte V. f. B. mindestens ebensoviel Siegeschancen gehabt, wie fein Gegner. Man muß sich wundern und der V. f. D.- Elf restlose Anerkennung zollen, daß sie trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit so durchstand, das Spiel vollkommen offenhielt und sogar noch drei Gegentore erzielte; eine Leistung, die um so höher zu bewerten ist. als die Spielvereinigung in stärkster Aufstellung und in einer ganz glänzenden Verfassung war. Besondersnn puncto Schnelligkeit, Energie und Ausdauer zeigte diese eine kaum zu überbietende Leistung. Spielverlauf: Das Spiel beginnt in flottestem Tempo. Schon in der dritten Minute kann die Spielvereinigung über den am Boden liegenden Tormann zur allgemeinen Lleberraschung zum Führungstor einsenden. V. f. B. wartet mit Gegenangriffen auf und bedrängt das Tor des Gegners, ohne zum Erfolg zu kommen. Zn Der fünfzehnten Spielminute bringt Der linke Verteidiger Der Platzelf bei Der Abwehr eines Angriffes Den Gegner zu Fall und muß Daraufhin Das Feld verlassen. Der verhängte Strafstoß führt zum zweiten Tor für Die Blau-Weißen. Nur vier Mann im Sturm, verbessert V. f. B. fast vom Anstoß weg auf 2:1. Technische Feinheiten lassen Der glatte Boden und der schwere Ball nicht zu; dafür wird beiderseits unter Aufbietung aller Kraft und Energie gekämpft und sowohl von der einen, wie von Der anderen Partei einige Gelegenheiten herausgearbeitet, Die aber vergeben toerden, bis es Den Spielverein- lern gelingt, Den Dritten Treffer anzubringen. Kurz vor Der Pause vermag Die Platzmannschaft Das Resultat auf 2:3 zu stellen. Halbzeitresultat 2:3, Cckenverhältnis ebenfalls 2:3 für 1900. Rach dem Wechsel ist Das Spiel wieder verteilt. B. f. B. setzt alles ein, um wenigstens Den Ausgleich zu erzielen, hat aber Damit kein Glück, sonDern muh sich fogar ein klares Abseitstor gefallen lassen <22. Minute Der zweiten Halbzeit), kann aber vier Minuten später erneut auf 3:4 verbessern. Kurz Darauf ist Die Spielvereinigung zum fünftenmal erfolgreich unD schaltet Damit Die Möglichkeit eines Ausgleichs, Der bei etwas mehr Glück hätte hergestellt werden können, enD- gültig aus. Die Schnelligkeit des Spiels läßt nun merklich nach. BeiDe Mannschaften machen einen abgekämpften Eindruck, Die geschwächte V. f. B.- Mannschast erklärlicherweise mehr als Der Gegner, Der noch ein sechstes Tor erzielt. Mit 6:3 für Die Spielvereinigung enDet das torreiche Treffen. Das Gesamteckenverhältnis lautet 4:5 für Die Blau-Weißen. Der Spielleiter, Schieds- richterobmann Lohrey (Kasfel), hat Den Ausgang Des Spiels entscheidend beeinflußt; dies muß gesagt werben, ohne Damit Zweifel in seine Objektivität und Unparteilichkeit setzen zu wollen. Mit Diesem Sieg hat Die Spielvereinigung zwei wertvolle Punkte errungen unD steht nun mit V. f. B. punktgleich. Der fommenDe Sonntag sollte für beiDe Mannschaften wahrscheinlich Die EntscheiDung bringen. Frauenturnen imGauHessenD.T. —o— Am Sonntag wurde in Gießen in der Turnhalle des Männerturnvereins ein Dreitägiger Lehrgang eingeleitet, den Der Gau Hessen seinen Turnerinnen über Die planmäßigen AusbilDungsgelegen- heiten hinaus zur Durchführung gestellt hat. Es ist Der zweite seiner Art und roirD vom Gauwart für Das Frauenturnen, NuDolf Paul (Gießen), geleitet. An gaueigenen Lehrkräften stehen ihm erfolgreiche Abteilungsleiter zur Seite. In Den Lehrstoff unD feine methoDische Ausgestaltung sinD einbezogen abwechslungsreiche rhythmische Formen Der Körper- und Bewegungsschule, Abschnitte aus Dem Boden- turnen, einfache unD schwierigere Riegenübungen an Den Geräten, technische Unterweisungen im Volksturnen, Einführung in Die Mannigfaltigkeit gymnastischer Sprünge, Volkstänze zu Paaren unD in Tanzkreisen, Keulenschwingen, Hallen- und Kampfspiele. Gtädie-Wettkampf im Kunstturnen. Koblenz—Kreuznach - Marburg. Zn Dem bis auf Den letzten Platz besetzten Apollo-Theater in Koblenz fanD am Sonntag ein StäDtewettkarnpf im Kunstturnen zwischen Den Turnern Der Städte Koblenz, Kreuznach unD Marburg statt. Die Mannschaften von je acht Turnern kämpften an folgenden Geräten um Den Eichenkranz: PferD (quer), Barren, LängspserD und Reck. Es entwickelte sich ein scharfer Kampf, bei Dem Kreuznach mit einer gut ausgeglichenen Mannschaft in Den VordergrunD treten konnte. Bis zum letzten Gerät, Dem Reck, stanD Marburg an zweiter Stelle, wurde aber dann von Koblenz überholt. Kreuznach gewann verdient. Gesamtergebnis: Der Ämm vom Gliirk. Roman von E. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 16 Fortsetzung. Raddruck verboten. Doris war nicht wenig befriedigt, in diesem Sinne Die Fragen des Rechtsanwalts beantworten zu können, als er sich bei der Abendtafel wieder an ihrer Seite befand. „Was ist mit Der schönen Sabine geschehen?" forschte et begierig. „Warum straft sie uns Durch Abwesenheit?" „Sie hat heute den Heiratsantrag meines Detters zurückgewiesen und wird wahrscheinlich morgen früh abreifen", antwortete Doris gelassen; aber es lag doch ein gewisser Triumph in dem Klang ihrer Stimme. Ein verächtlicher Zug flog über Konrad Hagenaus Gesicht, was Doris nicht entging und fast ein Gefühl des Hasses in ihr hervorrief. Eine andere Erwiderung auf ihre Worte schien er für überflüssig zu halten. Zeht war es um Doris Fassung geschehen. „O, wie hart, wie lieblos ist es doch, von anderen stets nur das Schlimmste anzunehmen!" tief sie mit blitzenden Augen und dunkelgeröteten Wangen. Beides verlieh ihr in den Augen des Rechtsanwalts nur einen neuen Reiz. Ich wäre sehr unglücklich, wenn ich von meinen Mitmenschen eine so niedrige Meinung hegte wie Sie, Herr Rechtsanwalt." „Schon wieder beurteilen Sie mich sehr ungerecht, Fräulein Horter!" erwiderte er jetzt ohne den gcringften Anklang von Empfindlichkeit. „Sie wissen recht gut, daß ich im allgemeinen von meinen Mitmenschen nicht schlecht denke. Hier aber habe ich doch wahrhaftig alle ilrfacbe zum Mißtrauen!" „lieber Sabine den Stab zu brechen, haben Sie bis jetzt keine Ursache!" sagte sie warm und überzcugungsvoll. „Zch spreche gar nicht von der Mutter: aber Sie vergessen, daß Sabine zur Zeit jener bösen Ereignisse noch ein Kind war. Wollen Sie auch der Tugend und Unschuld keine Zugeständnisse mehr machen?" „Keinesfalls, wenn sie durch Vererbung böser Eigenschaften und schlechte Erziehung beeinflußt werden. Ein Mädchen, das einwilligt, unter falschem Namen aufzutreten und eine hochachtbare Familie, bei Der sie Gastfreundschaft genießt, durch falsche Vorspiegelungen zu täuschen, um einen reichen Freier in ihre Netze zu locken, gehört nicht zu Der Kategorie von Menschen, Der ich gute Grundsätze zutraue." „Habe ich Zhnen Denn nicht soeben erzählt, daß Sabine Die Hand meines Vetters zurückgewiesen hat? Kurt hat es mir vorhin in größter Aufregung selbst gesagt." Hagenau zuckte wiederum verächtlich die Schultern. „Ha, ich möchte eine Wette mit Zhnen eingehen, daß das nur ein ganz verstecktes Manöver von ihr ist!" sagte er dann in gemessenem Ton und zerkrümelte ein Biskuit zwischen den Fingern. „Die junge Dame wird ihre Ansicht wahrscheinlich geändert haben, bevor vierundzwanzig Stunden vergehen." „Sie sind unverbesserlich!" erwiderte Doris unwillig. Zn diesem Augenblick hob Frau von Wildhofen die Tafel auf. Als Doris sich erhob, lag ein Ausdruck von Verdruß und Enttäuschung auf ihren Zügen. Während der Rechtsanwalt ihren Stuhl artig beiseite schob, entgegnete er lächelnd auf ihre letzten Worte: - „Sie sind unwiderstehlich! Was würde ein armer Sünder wie ich nicht darum geben, einen so korrekten und — liebenswürdigen Anwalt zu haben wie. Sie." Doris hatte eine scharfe Erwiderung auf der Zunge, als ihre Blicke sich mit den feinigen trafen. Sie mußte Darin etwas ganz Besonderes gelesen haben, denn sie wurde plötzlich ganz verwirrt und sah zu Boden. Zn Der nächsten Sekunde ärgerte sie sich über sich selbst, Daß sie sich so schnell hatte entwaffnen lassen. Er reizt mich doch bei jedem Wort, und fordert mich ununterbrochen heraus! dachte sie, als er fie in Den Salon zurückgeführt hatte und bald danach mit den anderen Herren im Spielzimmer verschwunden war. Was für eine Törin bin ich doch, mich nicht ein für allemal von der Macht zu befreien, die er unstreitig auf mich ausübt. Das war freilich nicht mehr so leicht, Denn auch fein Aeuheres, die imponierende Gestalt, sein kluges, ernstes Gesicht und seine klaren, tiefblickenden Qlugen übten unstreitig eine Anziehungskraft auf sie aus. Ueberdies hätte fie fein Mädchen fein müssen, zumal fein bis dahin kaum beachtetes Mädchen, wenn nicht die Aufmerksamkeit eines so hochgeschätzten Mannes ihr geschmeichelt hätte. Außerdem hatte sie mit richtigem Gefühl erkannt, daß, obgleich Hagenau ihre Freundschaft mit Sabine nicht billigte, er fie nur um so höher zu schätzen schien wegen ihrer mutigen Parteinahme für das Mädchen. Er wird eines Tages einsehen, daß mein Herz m'ch richtig geleitet hat! dachte fie. Auch er wird Sabine eines Tages schätzen und bewundern müssen, wie es schon heute bei mir Der Fall ist! Es wirkte wie ein Dämpfer auf diese Hoffnung, ?n wiener plötzlich leise an sie herantrat mit Der MclDung, daß Fräulein von Rechten sie bitten lasse, einen Augenblick in das kleine Früh- 1 stuckszimmer zu kommen. Sie erschrak- denn fie Kreuznach 1070 Punkte. Koblenz 1064, Marburg 1054 Punkte. Die höchste Punktzahl erreichten die Tümer Adolf Fink (Marburg) mit 154, Simon Frey (Kreuznach) mit 149 und Wernt - gen (Koblenz) mit 148 Punkten. Mittelrheinisches Kreisturnfest 1930. Nach einer Pause von Drei Zähren findet im Sommer 1930 wieder ein Kreisturnfest im Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschast statt. Festort ist Hanau. Die Veranstaltung wird Ende Iuli durchgeführt. Handball im Turnverein 1846 Gießen. T. u. Sp. Butzbach l — 1846 I 4:6 (3:2). S. u. Sp. Butzbach Jugend *— 1846 Jugend 4:1. Die 1. Mannschaft gewann ihr Spiel erwartungsgemäß. Bis zur Pause lieferten Die Gäste, deren Hauptstütze der äußerst flinke Sturm war, eine gleichwertige Partie und lagen bis dahin sogar in Führung. 1846 hatte verschiedene neue Kräfte eingestellt, die sich durchweg bewährten. Zm allgemeinen klappte das Zusammenspiel besser als sonst. Obwohl Gießen in der zweiten Halbzeit nur mit 10 Mann spielte, war es deutlich überlegen. Die meisten Angriffe der Gäste scheiterten schon im Mittelfelde. Butzbach spielte gegen Schluß hin sehr zerfahren. Sein Sturm, besonders der Znnensturm, spielte zu eigennützig, so daß die gute Hintermannschaft von 1846 leicht Herr der Lage wurde. Die Zugendmannschaft verlor höher als sie verdient hatte. Sie lag lange Zeit in Führung, mußte Dann aber furz hintereinander drei Tore hinnehmen. Die Butzbacher zeigten Ueberlegen- heit im Sturm. Handball im Männerturnverein (O.T). Sb. Dillenburg I — Mtv. Gießen I 1:8 (0: 4). Am Sonntag führte ein Handball-Freundschaftsspiel die erste Mannschaft des Gießener Männer-Turnvereins mit der gleichen Mannschaft des Turnvereins Dillenburg auf hiesigem Platze zusammen. Die Gäste, die in der vergangenen Verbands runde ohne Punktverlust die ©au* Meisterschaft der Meisterklasse im Lahn-Dillgau errungen haben, stellten in kompletter Ausstellung eine körperlich ziemlich starke Mannschaft. Die Gastgeber mußten mit vier Mann Ersatz antreten. Wenn es auch in der ersten Viertelstunde bei den Gießenern nicht klappen wollte und die Dillenburger Turner das Gießener Tor einigemal stark bedrängten, so wurde doch die Spielweise Der Einheimischen, nachdem sie den ersten Erfolg buchen konnten, eine wesentlich bessere und systemvollere. Als dann auch noch Der Torwart der Männerturner einige schöne Leistungen zeigte und auf diese Weise sein Teil für die Aufmunterung seiner Mannschaft beitrug, hatten die Einheimischen ihr Selbstbewußtsein wiedergefunden und konnten das Spiel stark überlegen gestalten. Die Überlegenheit kam bis zur Halbzeit durch drei weitere Tore zum Ausdruck (Halbzeit 4:0 für Gießen). Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber jederzeit stark überlegen und > das ganze Spiel wickelte sich fast nur in der gegnerischen Spielhälfte ab. Während Die Mtv.er noch weitere Tore buchen konnten, war den Gästen nur das Ehrentor vergönnt. Das Endresultat 8:1 für Mtv. Gießen entspricht vollauf dem Spielverlauf und hätte, wenn die Einheimischen in Der zweiten Halbzeit nicht so leichtsinnig gespielt hätten, unter Umständen noch höher aussallen können. Schiedsrichter Z ü n g st vom Tv. 1846 Gießen leitete das Spiel zur Zufriedenheit beider Parteien. Turngau Lahn-Oünsberg. Tv. Staufenberg I — Beuern I 1:0. Tv. Londorf I — Tv. Dorlar I 8:0. T. u. Spg. Rodyeim I — Tv. Kinzenbach I 3:2 (2:1). Eine unerwartete Niederlage mußte Kinzenbach in Rodheim hinnehmen. Kinzenbach, welches mit wußte Doch, Daß Sabine wegen heftiger Kopfschmerzen im Bett lag. Nichts Gutes ahnenD, begab sie sich sofort in das bezeichnete Zimmer, in Dem Sabine in größter Erregung auf unD ab ging. Sie trug ein MorgengewanD aus pfirsichfarbenem, weichem Wollstoff. Der Ausdruck ihres bleichen Gesichts, Das Die Spuren vergossener Tränen zeigte, erschreckte Doris. Als Diese eintrat, kam sie ihr rasch entgegen. „Fräulein Harter — Doris — Sie werden mir beistehen; ich weiß es! Sie find mir eine Freundin geworden, nicht wahr?" Sie streckte Dem jungen Mädchen beide Hände entgegen. „3a, gewiß, das bin ich!" erwiderte diese ohne Zögern. „Sagen Sie mir nur, was ich für Sie tun kann." „O, bitte, veranlassen Sie Zhren Detter, sobald als möglich hierherzukommen. Zch muh ohne Aufschub mit ihm sprechen." Das hatte Doris nicht erwartet. Sie blickte Sabine prüfend an, bevor sie antwortete: „Liebes Fräulein von Rechten — oder, liebe Sabine, Da Sie es so wünschen — haben Sie das wohl überlegt? Wäre das klug gehandelt? Erst vor wenigen Stunden haben Sie sich so mutig und edel gezeigt, und nun...?" „O, ich fühle es wohl, daß Sie jetzt schlecht von mir denken müssen", unterbrach sie Sabine in leidenschaftlichem Ton, „aber ich kann Zhnen keine Erklärung geben; daher darf ich nicht hoffen, daß Sie mich je verstehen werden. Zch habe mich mit allen mir zu Gebote stehenden Kräften bemüht, das Richtige zu tun — o, glauben Sie mir, ich habe schwer gekämpft —, doch jetzt ist mit einem Schlage mir alles aus Den Händen getounDen. Zch bin völlig machtlos, Denn Die Dinge sind in ganz andere Dahnen gelenkt worden.' „Nun, mir scheint, daß die Sachlage doch noch ganz dieselbe ist!" erwiderte Doris mit einem kühl beobachtenden Blick. „Zch weih, dah Sie tief unglücklich find und beklage Sie aus vollstem Herzen; aber kein noch so schweres Leid könnte es rechtfertigen, dah Sie eine unehrenhafte Handlung begehen. Und — nach meiner Ansicht wäre es unehrenhaft, die Hand eines Mannes entnehmen, Der Zhre unglücklichen Familienverhält- niffe nicht kennt, ja, nicht einmal Zhren wahren Namen weih. Sie haben bereits Den richtigen Weg betreten und das Schwerste überwunden; warum sich nun abermals in eine Versuchung stürzen, dtr zu widerstehen Zhnen zum zweiten Male nicht gelingt?“ Doris hatte ernst, fast streng gesprochen, Denn fie fühlte sich durch Sabine bitter enttäuscht und hegte jetzt die grohe Besorgnis, dah dies nervös überreizte und erregte Mädchen jetzt in drei Ersatzleuten antreten mußte, fand sich mit Dem fast völlig grundlosen Boden schlecht ab, während Rodheim sich bedeutend besser Damit abfand. Während in der ersten Hälfte das Spiel verteilt war, wurde in der zweiten Hälfte Kinzenbach deutlich überlegen, konnte aber infolge schlechten Zusammenspiels nichts erreichen. Den größten Teil des Sieges trägt bei Rodheim Der Torwart, der eine ganz vorzügliche Leistung bot. Gauvorlurnersittnde. Am Sonntag fand in Collar eine Gauvor- tumerftunbe statt, in Der Der Ucdungsftoff für Das am 16. Februar in Waldgirmes ftattfindende Gerätewertungsturnen Durchgenommen wurde. Zm Anschluß hieran ließ Der Derbandsturnwart des Südwestdeutschen Turnverbandes, D i e f f c n - bach (Kelsterbach) die Hebungen für Das diesjährige, dem Lahn-Dünsberg-Gau übertragene Berbandsturnsest am 20. Zuli in Steinbach durchturnen. Arbeiter-Turn- und Gportöund. Wetzlar I — Gießen I (kreisklosfe) 2:2. Wetzlar halte sich zum Freundschaftsspiel die Kreisklaffenmannschaft Gießens verpflichtet. Während Die Gäste mit nur 10 Mann antraten, hatt^ Wetzlar seine stärkste Garnitur ins Feld gestellt. Wenn auch die Platzverhältnisse viel zu wünschen übrig liehen, wurde doch ein flottes Spiel geboten. Gießen war wohl im Feldspiel überlegen, konnte jedoch nicht verhindern. Daß Wetzlar schon nach kurzer Zeit in Führung ging. Gießen ging nun mehr aus sich heraus, doch gelang es Wetzlar bald, zum zweiten Tcr zu kommen. Dann aber konnte Gießen durch schönen Schuß ein Tor aufholen, während ihm zwei Elfmeter nichts einbrachten. Halbzeir 2:1. Nach Seiten« chechsel hatte Gießen mehr vom Spiel. Einige gefährliche Durchbrüche der Einheimischen wurden gut abgewehrt. Dann gelang es Gießen, den Ausgleich zu erringen. Kurz Darauf machte der Schlußpfiff dem interessanten Treffen ein Ende. Gießen Ib — Großen-Linden I 1:4. Auf dem Trieb standen sich beide Gegner im Freundschaftsspiel gegenüber. Beide Mannschaften waren komplett. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes, scharfes Spiel. Die Gäste waren leicht überlegen, konnten jedoch nicht verhindern, daß Gießen zuerst in Führung ging. Bald darauf hatte Großen- Linden den Ausgleich hergestellt. Bis Halbzeit konn- ten die Gäste das Resultat auf 2:1 stellen. Nach Seitenwechsel drückte Großen-Linden stark und erhöhte das Resultat auf 3:1. Wohl versuchte Gießen mit aller Macht zu Erfolgen zu kommen, konnte je- doch das gute Schlußtrio der Gäste nicht bezwingen. Nachdem Großen-Linden noch zum vierten Tore kam, fand das Spiel sein Ende. Wieseck I — Lollar I 3:1. Lollar war in Wieseck zum Rückspiele zu Gast. Während die Gäste komplett waren, hatte Wieseck Ersatz für einen Läufer. Nach dem Anstoß Lollars, der abgefangen wurde, entwickelte sich ein flottes, schönes Spiel. Wieseck gelang es, ungefähr in der Hälfte der ersten Halbzeit zur Führung zu kommen. Lollar konnte bald darauf durch einen scharfen Schuß den Ausgleich erzielen. Wohl drückte Lollar nun etwas, doch allmählich wurde Wieseck etwas überlegen. Kurz vor Halbzeit konnte Wieseck durch seinen Linksaußen die Führung übernehmen, dem nach wenigen Minuten das dritte Tor folgte. Nun stellte Lollar um. Halbzeit 3:1. Nach Seitenwechsel weiter [pannendes Spiel. Wieseck spielte überlegen, konnte ledoch an dem jetzt guten Verteidigerpaar nicht io leicht vorbei. Nur noch wenige gefährliche Durchbrüche der Gäste tarnen vor das Tor der Einheim.> scheu, die aber immer mit viel Glück abgemehrt wurden. Wvhl bedrängte Wieseck das Gästetor manchmal sehr stark, konnte jedoch an der zahlreichen Verteidigung vorbei bas Netz nicht mehr finden. Vorher hatte Wiesecks Jugendmannschaft die erste Mannschaft Rödgens zu Gast. Hier gaben die tect)- nisch und fünfen Jugendlichen der Einheimischen mit 8:0 Toren ihrem Gaste das Nachsehen. selbstsüchtiger Weise ihre erst vor wenigen Stunden getroffene Entscheidung bebaute. Sakine war, während Doris sprach, in einen Sessel gesunken. Als letztere schwieg, brach sie in bittere Tränen aus. „O, wie hart sind Sie gegen mich", schluchzte sie, aber Sie wissen nicht —! O, wenn Sie alles verstehen, wenn Sie ahnen könnten, was mir bevorsteht — dann, Doris, würden Sie ein tiefes, inniges Erbarmen mit mir haben, das weiß ich gewiß. Doch seien Sie ohne Sorgen, Doris, Ihr Detter wird nicht länger den Wunsch hegen, mich zu heiraten — nicht über diesen OrbenD hinaus. Diese Versicherung kann ich Zhnen schon jetzt geben. Erfüllen Sie daher meine inständige Ditte und sagen Sie ihm, daß er für wenige Minuten hierherkommen möchte. Zch bin gezwungen, mit ihm zu reden, und zwar muh es heimlich geschehen, daher wage ich nicht, einen Diener zu ihm zu senden. Meine Mutter könnte Durch einen Zufall erfahren, Daß ich mein Zimmer verlassen habe. Vielleicht, liebe Doris, könnten Sie Den Augenblick benützen, wo Die Herren Das Spielzimmer verlassen, um Herrn von Wildhofen hierherzuschicken?" „Zch will es versuchen", entgegnete Doris zögernd und mit innerem Widerstreben. Sie sah ein, daß Sabine trotz ihrer Fassungslosigkeit Doch fest entschlossen schien, mit Kurt zusammenzu- treffen. Alle ihre Gegenvorstellungen würden vergeblich fein. Und fie war so unglücklich bei dem Gedanken, daß sich Sabine auf diese Weise nun ihres Vetters Achtung und Liebe vielleicht für immer verscherzen würde. Kurt von Wildhofen war nicht Der Mann, um einen dreisten Betrug zu vergeben ober das auf fortlaufenden Täuschungen beruhende Leben einer Abenteuerin mit Nachsicht zu beurteilen. Vielleicht, wenn diese auf ihrer Weigerung beharrte, würde sich seine Liebe Doch stark genug erweisen, um zuletzt alle Hindernisse zu übersehen. Wenn ste sich aber jetzt mit ihm verlobte, ohne ihm die Wahrheit zu entdecken, mußte der Widerwille und die Empörung über die an ihm begangene Täuschung jedes andere Gefühl in ihm ertöten. . Von Diesen Empfindungen erfüllt, konnte Doris lefct doch nichts anderes tun, als sich ihres Aus- trags zu entledigen. Sie begab sich in den neben dem Spielzimmer gelegenen Spe.sesaal, und Sabine blieb, wie verabredet, im Frühstückszimmer zurück. Die Herren saßen noch eine geraume Zeit beim Spiel, wenigstens erschien es der mit Ungeduld harrenden Doris recht lange. Sie schritt ohne Zweck und Ziel in Dem großen Speisesaal auf und ab unD lauschte auf Das Stimmengewirr, Daä aus Dem Herrenzimmer und Dem Salon SU ihr Drang. (Fortsetzung rlgt) Wirtschaft. Rindermarkt in Gießen. Der Auftrieb zum heutigen (Siebener Rinder- markt betrug 1182 Stück Groß- und Jungvieh und 219 Kälber. Der Handel war schleppend, Kälber waren fast nicht verkäuflich; es verblieb kleiner äleberstand. Bezahlt wurden für Kühe erster Qualität 550 bis 650 Mark, zweiter Qualität 350 bis 450 Mark, dritter Qualität 200 bis 350 Mark Schlachtkühe 150 bis 350 Mark; Rinder, il» bis »/Jäijrig, 120 bis 200 Mark. Rinder, 3/- bis l'/rjährig, 150 bis 280 Mark. Kälber 50 bis 60 Pfennig je Pfund Lebendgewicht; bessere Tiere brachten Preise über Rotiz. * Der Grobhandelsindex. Die auf den Stichtag des 15. Januar berechnete Großhandels- Indexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Dorwoche von 133,1 auf 132,4 oder um 0,5 v. H. gesunken. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,5 v. H. auf 122 0 (Dorwoche 123,9) und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 v. H. auf 128,4 (128,6) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigware^ hat mit 155,9 (156,0) weiter leicht nachgegeben. • Einschränkung der oberschlcsr- schen Kohlenförderung. Das diesjährige auberordentlich warme Winterwetter hat einen sehr starken Rückgang der Kohlenförderung zur Folge gehabt. Das oberschlefische Steinkohlen- syndilat hat sich genötigt gesehen, eine Einschränkung mit Wirkung vom 1. Januar 1930 um 20 Prozent und ab 1. Februar um weitere 5 Prozent, also um 25 Prozent vorzunehmen. Die außerordentlich ungünstige Marktlage, die in diesem Einschränkungsbeschlusz zum Ausdruck kommt, wird leider auch dazu führen müssen, wie dies zur Zeit auch schon geschehen ist, daß Feierschichten auf einzelnen Gruben eingelegt werden. • Auslandauftrag für Henschel. Wie WTD.-Handelsdienst von der Verwaltung der Henschel & Sohn AG., Kassel erfährt, hat die Firma von einem ausländischen Unternehmen einen Auftrag auf Lieferung von 60 Strahenbau- maschinen mit Dampfbetrieb erhalten. 'AEG. Der für den 22. Februar einzuberu- fenden G.--V. der Allgemeinen Clektrizitäts-Gesell- schaft, Berlin, wird eine Dividende von 9 (i. D. 8) Prozent vorgeschlagen. Roch Abschreibungen von 8 911 667 (9 130 058) Mark wird ein Reingewinn von 19 172 708 (16 502 976) Mark aus- gewicsen. 3.4 Mill. Mark sind auf das nächste Geschäftsjahr vorgetragen worden, speziell im Hinblick auf die in Aussicht genommene Beseitigung der noch ausstehenden Vorzugsaktien durch Kündigung gemäb § 6 der Satzung. Der Umsatz der AEG. und der Tochtergesellschaften, deren Kapital sich vollständig in der Hand der AEG. befindet, ist im Berichtsjahre um mehr als 15 Prozent auf über 580 Mill. Mark (i. V. über 500 Mill.) gestiegen. Die allgemeine rückläufige Konjunktur im Jnlande hat naturgemäß im laufenden Geschäftsjahr auch bei der AEG. einen Rückgang des Auftragsbestandes auf 350 (i. V. 385) Mill. Mark in diesem Jahre nach sich ge- * I. P. Bemberg A.-G., Barmen. Die G.-V. genehmigte einstimmig den Abschluß mit 8 (i. V. 14) v. H. Dividende. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden wurde ergänzend zum Geschäftsbericht mitgeteilt: Das Geschäftsjahr 1929 habe einen Rückschlag gebracht. Es sei nicht möglich gewesen, eine ruhige Fortentwicklung zu sichern und die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Die Textilindustrie sei ganz beson- dcrs ungünstig beeinflußt worden, das Jahr 1929 könne als das ungünstigste der Nachkriegszeit bezeichnet werden. Das Inland habe eine stark herabgesetzte Aufnahmefähigkeit für Textilwaren gezeigt. Der Export sei erschwert und teilweise unmöglich gemacht durch die niedrige Preisstellung einer billi- ger arbeitenden ausländischen Konkurrenz. Die Äunstseideindustrie sei natürlich davon nicht unberührt geblieben. Sie habe vom Anfang des Berichtsjahres an einen schweren Kampf gegen die Einfuhr billiger ausländischer Konkurrenzprodukte Su führen gehabt. Die deutsche Kunstseideindustrie abe sich energisch zur Wehr gesetzt und für die er« olgreiche Bekämpfung der ausländischen Konkurrenz große Preisopfer gebracht. Aber auf die Dauer werde sie sich selbst bei schärfster Rationalisierung und technischer Verbesserung ihrer Betriebe gegenüber den Konkurrenzländern nur behaupten können, wenn man ihr den geforderten Zollschutz gewähre. Man hoffe, daß die noch im Gange befindlichen Rationalisierungsmaßnahmen die Gestehungskosten weiter senken und die Sonderhcrstellung der Qualitätsseide weiter festigen werden. In Anbetracht der noch ungeklärten wirtschaftlichen Lage falle es chwer, eine Prognose zu stellen, doch berechtigten ne getroffenen Maßnahmen zu der Erwartung einer weiter befriedigenden Entwicklung des Unternehmens, zumal der Auftragseingang in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres eine erfreuliche Zunahme und demgegenüber die Lagerbeftände seit Beginn des neuen Jahres eine merkliche Verminderung erfahren konnten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21.'Jan. Tendenz: lustlos. — Die heutige Börse eröffnete in l u ft - loser Haltung. Obwohl ungünstige Rachrichten nicht Vorlagen, verhielt sich die Spekulation abwartend und zeigte feine Aufnahmelust, so daß das herauskommende Material nur mit Abschlägen untergebracht werden konnte. Der Abschluß der Haager Konferenz und anderer Besprechungen konnte die Tendenz in keiner Weise beeinflussen. Auch fanden einige günstige Monatsberichte, sowie die Dividendenerhöhung bei AEG. keine Beachtung. Die wieder ungünstige Verfassung der internationalen Börsen mahnte zur Zurückhaltung und stand einem lebhafteren Geschäft hemmend im Wege. Die Geldmarkt- verhältnifse waren unverändert vor teil- haft. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten Verluste von 1 bis 3 Prozent ein. Das Geschäft bewegte sich in den denkbar engsten Grenzen, nur Kaliwerte machten eine Ausnahme und standen im Gegensatz zur Allgemeintendenz. Auf Käufe von französischer Seite konnten Westeregeln 1,5 und Salzdetfurth 3 Prozent gewinnen. Aschersleben lagen unverändert. Deutsche Linoleum verloren 3 Proz. Am Elektromarkt büßten AEG., Licht und Kraft, Schuckert und Siemens von 1 bis 2 Prozent ein. Montanwerke waren bis 1,5 Proz. abgeschwächt. Am Chemiemarkt waren die Abschläge bei J.-G.-Farben mit minus 1 Prozent heute geringer. Danken ebenfalls nachgebend. Von Kunstseidewerten verloren Demberg 2 Proz. Von Kunstseidewerten ausgehend wurde im Verlaufe das Geschäft etwas lebhafter und die Tendenz freundlicher. Die Spekulation schritt in Verbindung mit einigen eintreffenden Auslandorders zu Deckungen, so daß in Sv ezialwerten Erholungen bis zu 2,vProzent eintreten konnten. 3m Vordergründe standen neben Kalipapieren Siemens-Schuckert, Farben und AEG. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nann'.e man Mark gegen Dollar 4.1841, gegen Pfund 20.37, London gegen Kabel 4.8675, gegen Paris 123.90, gegen Mailand 92.93, gegen Madrid schwach mit 37.60, gegen Schweiz 25.1925, gegen Holland 12.1075. Berliner Börse. Berlin, 21. Jan. Rach einem undurchsichtigen und völlig geschäftslosen Frühverkehr zeigten sich an der Dorbörse die Dorboten einer gewissen Der st immun g. Es wurden von den europäischen Börsen schlechtere Kurse gemeldet. Besonders in London tendierten Grammophonwerte schwächer. Die innerpolitische Lage wurde wieder einmal lebhaft diskutiert, wobei das Arbeitslosenproblem besonders hervorgehoben wurde. In J.-G.-Farben trafen Verkaufsorders ein, die zum Teil auf die Ungewißheit wegen der Auswirkungen der Stickftoffpläne der Gelsenkirchener Dergwerks-AG., zum anderen Teil auf eine Publikumsverstimmung über den Verlauf der gestrigen Börse zurückzuführen sein mögen. Diese Dinge vermochten die sonstigen günstigen Momente vollkommen zurückzudrängen, so daß zu den ersten Kursen auf fast allen Märkten nennenswerte Verluste auftraten. Ein zu dieser Zeit erscheinendes Mittagsblatt vertrat in ziemlich bestimmter Form die Auffassung, daß bei dem Stahlverein keine Dividendenerhöhung zu erwarten fei, woraufhin der Montanmarkt recht schwach lag. Es traten an diesem Markt Verluste bis 3 v. H. ein. Auch die anderen Werte hatten Rückschläge in gleichem Ausmaße zu verzeichnen. Darüber hinaus verloren Essener Steinkohlen 3,5 v. H., Gesfürel 3,5 v. H., Siemens 4 v. H., Schubert & Salzer 3,75 v. H., Berger 5,25 v. H., Demberg und Aku je 4,25 v. H., Zellstoff Waldhof 3,75 v. H.. Polyphon 4,5 v. H. und Svenska 3,25 Mark. Eine Ausnahme machten Laurahütte, Oberbedarf und Allgemeine Lokal» und Kraft-Werke, die von 1 bis 2 v. H. gewannen. Deutsche Anleihen knapp behauptet. Don Ausländem neigten Türken zur Schwäche. Pfandbriefe leicht gebessert, aber vorläufig noch uneinheitlich. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Tagesgeld 5 bis 7 v. H., Monatsgeld 7,5 bis 9 v. Sy. Warenwechsel etwa 6,5 v. H. Rach den ersten Kursen zeigte die Spekulation etwas Deckungsneigung, woraufhin geringfügige Besferungen eintraten. Als später am Kalimarkt die zu den Anfangskursen aus- gebliebenen Auslandorders eintrafen — man sprach von französischen Käufen — und auch Rheinische Braunkohlen ihre gestrige Aufwärtsbewegung fortsetzten, besserte sich das Kursniveau um 1 bis 2 v. H. Salzdetfurth lagen volle 6 v. H. höher. Bemerkenswert gedrückt lagen Danatbank mit minus 1,5 v. H. (Singefonbf. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das Kirchnotgeld. Die Entgegnung in der letzten Samstagnummer auf das Eingesandt vom Dienstag, dem 14. d. M. betreffend Erhebung des Kirchnotgeldes an den Samstag nachmittagen von 2 bis 5 Uhr geht von einer Anzahl Voraussetzungen nus, die nicht zutreffen. Der gute Wille, es bequem zu machen, ist sicherlich vorhanden, aber die Annahme, daß viele am Samstagnachmittag nicht beschäftigt sind und speziell ihre Zeit zu einem Gang zur Kasse verwenden wollen, muß doch sehr bezweifelt werden. Für alle Kassen- tage, schönes Wetter vorauszusehen, wie dies geschehen, nötigt zu einem Lächeln. Wir haben Winter! Dabei wird vom Vorsitzenden des Evangelischen Gcsamtkirchenvorstandes nicht bestritten, daß viele Zahlungspflichtige vormittags im Innern der Stadt, insbesondere auf dem Wochenmarkt zu tun haben und dabei die Zahlung des — an sich nicht beliebten — Kirchnotgeldes mit» erledigen möchten, auch, um das Wetter nicht zu vergessen, unter Umständen keine Lust haben, bei Regen, Schnee, Sturm und Frost noch einmal nach dem Markussaale zu pilgern. Da liegt es doch ungemein nahe, noch einem Aushilfsmittel zu suchen, das alle Teile befriedigt. Cs ist so einfach, daß es, um der maßgebenden Stelle nicht vorzugreifen, in der Dienste g-Rummer nicht betont wurde. Das Ei des Kolumbus ist: an einer Anzahl der 11 Zahltage die Kassenstunden auf Samstag Vormittage zu legen. Das dürfte sich bei der Zeiteinteilung für den Kirchenrechner wohl ermöglichen lassen, jedenfalls gehen die Interessen der Allgemeinheit vor. Daß die Allgemeinheit dabei ein Interesse hat, dafür nur ein Beispiel. Meine Hausangestellte war, nachdem sie am Vormittag auf dem Wochenmarkt gewesen war und den Rachmittag noch einmal in den Markussaal mußte, darüber so ärgerlich, daß ich, des lieben Friedens halber, die Steuer meinerseits übernahm. Hingehen mußte sie freilich trotzdem, obgleich sie an einem Samstag im Hause viel zu tun hat. Kl. Die Müllgefäße. In Rr. 5 des „Gießener Anzeigers" gibt das Tiefbauann bekannt, daß nach dem 1. Februar Müllgesäße, die der Vorschrift des § 18 der Polizeiverordnung vom 15. April 1929 nicht entsprechen, durch die städtische Müllabsuhr nicht mehr entleert werden. Es wäre sehr erwünscht, wenn das Polizeiamt diese Verordnung nochmals in kurzen Umrissen zur öffentlichen Kenntnis bringen würde, zum mindesten doch darüber Auskunft geben würde, ob unter vorschriftsmäßigen Müllgesäßen nur die neuen Ungetüme von Mülleimern zu verstehen sind, oder ob auch die seither gebrauchten, leichter zu handhabenden und noch in gutem Zustande befindlichen Mülleimer mit Deckelverschluh hierin zulässig sind. Seit Inbetriebnahme des neuen städtischen Müllwagens haben sich letztere anstandslos bei der Entleerung bewährt. Wenn trotzdem das Tiefbauamt bekanntgibt, nur noch die vorschriftsmäßigen Mülleimer — und darunter sind m. E. nur die schweren, neuen Eimer zu verstehen — zu entleeren, so geschieht dies zu Unrecht. Muß doch jeder Wohnungöinhaber die gerade nicht so geringen Kosten für Müllabfuhr ein Vierteljahr im voraus aus feiner Lasch.' zahlen. Wenn sich ein Jurist der geringen Mühe unterziehen würde, um die Öffentlichkeit über letzteren Fall aufzuklären, würde er des Dankes einer großen Anzahl hiesiger Bürger sicher fein. O. M. Roch einmal Me Mülleimers Das Eingesandt: „Gedanken eines alten Mannes" ist Tausenden von Hausfrauen aus der Seele gesprochen, und sie haben es dankbar emp» unden, daß jemand sich Zeit und Mühe genommen hat, nur wegen dieser „lächerlichen Kleinigkeit" seine Stimme zu erheben. Leider ist das Leben — und besonders das der Haus- rauen — meist aus Kleinigkeiten zusammengesetzt; ob das aber ein Grund ist, ihr diese Kleinigkeiten noch schwerer zu machen, als sie ohnehin heute schon sind, bezweifle ich. Wie schwer — in handgreiflichstem Sinn — solch ein gefüllter Eimer aber ist, daS spürt man allerdings nicht am „grünen Tisch", sondern erst, wenn man ihn die Treppe hinuntertragen muß. Hat man auch nicht daran gedacht, wie viele Treppen es ost sind, die er hinuntcrgetragen werden muß?! Wie steil die Treppen oft sind, und wie alt die Füße, die sie gehen und wie gebrechlich oft die Hände, die die viel zu schwere Last tragen müssen?! Ich weiß von einer halbgelähmten Same, einer Kleinrentnerin, die mit ihrer älteren, kränklichen Tochter zusammen den Eimer hinunter schleppt. Ganz früh am Morgen tun sie es, weil sie sich schämen, wie sie keuchen und sich immer wieder ausruhen müssen. Run, wird man mir antworten, es gibt in unserer Stadt nicht bloß alte Damen, sondern auch junge Dienstmädchen! Gewiß, aber erstens sind damit all die alten, kränklichen, alleinstehenden Frauen nicht aus der Welt geschafft. Zweitens dürfte es nicht unbekannt sein, daß bei den heutigenZeiten immer weniger Familien eine Hilfe sich halten können, und drittens scheint es einer wirklich gebildeten Frau nicht richtig, Mißstände zu übersehen, nur weil sie das Dienstmädchen treffen. Auch für junge Mädchen und Frauen ist das Tragen übermäßiger Lasten bedenklich und kann ihnen Schaden fürs Leben zufügen. Es frägt sich nun: Was ist der Stadt Gießen wichtiger: Ihre Mülleimer oder ihre Frauen?! Eine Hausfrau. Die Schulferien. Wie wir im „Gießener Anzeiger" lesen, sollen die Schulferien unserer Kinder in diesem Jahr schon am 5. Juli beginnen, das wäre knapp drei Wochen nach den P,i,ngst- fericn. Was ist das für ein Anding, die Haupterholung schon in den Anfang des Juli zu verlegen, um in der noch heißesten Zeit, Anfang August, wieder mit dem Unterricht anzusangen. Richt nur, daß die Kinder ihre Erholung gleich wieder durch die Hitze zunichte machen, in den Hundstagen werden weder Lehrer noch Schüler frisch zur Arbeit sein und häufige Hihferien, die dann unerläßlich sind, werden die regelmäßige Schularbeit erschweren. Abgesehen vom gesundheitlichen Standpunkt aus, ist es eine Gefahr, wenn es Eltern der Universitätskreise immer weniger möglich gemacht wird, mit ihren Kindern zu verreisen. Es wird besonders den Professoren oft vorgeworsen, daß sie sich zu wenig um ihre Kinder lummem und die moderne Jugend sich zu viel selbst überladen ist. Leider ist das zum Teil durch unser gesteigertes Lebenstempo bedingt, andrerseits durch Die große Arbeitslast, die heute fast jedem Berufsmenschen ausgeladen ist. Wenn nun noch den Vätern die letzte Möglichkeit, sich einmal eingehend mit ihren Kindern zu beschäftigen, die gemeinsamen Ferien, genommen werden, wieviel größer wird die Kluft zwischen Eltern und Kindern sich auswachsen. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die pekuniäre Frage. Welche Familie ist leichthin dazu fähig, doppelten Haushalt zu führen, oder es muß ein Teil der Familie auf die dringend nötige Erholungsreise verzichten. Auch wäre die neue Ferienordnung durchaus unsozial, denn wenn etwa die Mutter und die Kinder im Juli verreisten, der Vater im August, wann bekämen dann die Dienstboten ihren notwendigen Urlaub? Entweder müßte die Hausfrau nach ihrer Reise durch Doppelarbeit wieder-ihre ganze Erholung einbüßen, oder die Familie würde durch Beschaffung von Aushilfskräften pekuniär überlastet, oder aber, was in vielen Fällen wohl dabei herauskäme, würden die Dienstboten Schaden an ihrer Gesundheit nehmen. Cs wird ost der Einwand gemacht, daß die Kinder vom Land im Juli zur Feldarbeit herangezogen werden müßten; wenn das so ist, warum kann man dann nicht Volksschulen und höheren Schulen getrennte Ferien geben und somit allen Volksschichten gerecht werden und im Sinne gedeihlicher Arbeit alle Vorteile umspannen. M. G. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosjenen Dividende an. — Reichsbankdinkont 6,5 o. H.. Lombardzinsfuß 7,5 v. H. rttanlfurt a M Berlin -chiuv» Kur» i-Uhi Kurs Schlug l Kure | Ansang. Kurs Datum 20- 1 21 L 20 1 21. 1. •’o reu Ich« Uleidttanletpe ron 1PH7 ........ 87,25 — 87,5 — 1% Xcutldie RelchSanleth« Dort 1929 ......... 96,6 — 96.4 — Dl. Vnl^Abios.-Schulo mit Shi« lo|.-81ednen........ 51,75 51,75 51.8 51,8 SeftlL rtjni Audlos.-Rechte 8,45 — 8.4 8,4 8% Hess. DolMant von 1929 (tüdjofjlb. 102%) .... ©berheifen Provinz-Anleihe mit Auelos.-Rechten...... 87 —- 87,5 — 48,25 _ — — $culjdie Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 48,5 — 48,7 — 8% Franks. Hriv.-Vank Goldpsc XIII unkündbar bis 190-1. 96,5 — 7% Franks. Hnp.-Aank Goldpsc unkündbar bl3 1932 ..... 83.5 _ — _ 4yt% Rheinische Hyp.-Bank Lion. Goldpse........ 81,85 _ _ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstait. Psandbriese R. 17..... 8% Pr. Landespsandbriesanstali Komm.-Obi. R. 16..... 97 _ 97 94.5 _ 94 -i— 7% Pr. Landespsandbriesanstali, Psandbriese R. 10..... 88.5 _ 88 _ e.e ?ne..... 4% Ungarische Staatlr. v. 1910 — ■* 23.25 23,5 — — 21.4 21,5 ♦ Vi% teigl. von 1913 .... — — 22,75 — 4% Ungarische Krenenrte.. . - 2.1 — 2.2 2,15 4% lütt. Loiianlcihe o. 1911 . 7.8 7,75 8 7,9 4% Türkische Bagvadbahn-Anl Serie l.......... 7.8 — 7,95 4% brtgl. Serie II . 7.8 7.9 7,9 6% Rumänische vereint. Sie nie von 1903 • . 4H% Rumänische vereinh. Rente Von 1913 ....... 10 ___ 10,13 15.3 — 15,4 _ <% Rumänische vereinh. Rente 8.1 — 8,05 —- zrantturi a 'Ul Berlin cdnuB-j Kur» | i-Uhi flur Schluv- Kure Aniang. Kur: Datum 20 1. 21. I 20 1 21 1 Hamburo-Amerilo 'Lolci . Hamb.-Südam. Dampslch. - 106 — 106,5 106,25 . 1- — — 176 —— Hansa Dam» (schiss..... 111 — — 156 —— Norddeutscher Lloyd .... . f 106 — 106,5 105,75 «lllg Deutsche ilreviianst. . - IV 122,25 — 123,25 122,75 Barmer Bankverein . . . . Berliner HanveiSgeielllch. . . K 125 — 125.4 126 11 188 187,5 187,75 186,5 Commerz, und Privat-Bank . i 159 159 159,75 159 Tarmss. u. Nokionalbanl . . 1 243,25 243.75 243,5 Deutsche Bank...... 1' 152 151 152 151 Dlrconio-Gescllschast, Ant. . 1( 152 151 152 151 Dresdner Bant...... 1> 152,5 152 152,75 152 Rcichtbant........ 1 294,5 295 292 m.a.®.......... 174,5 173 175 172,25 Bergmann ... 213 — 213 211 Elektr. Lielerungrgelellschast 1 — 165 169,75 166,5 Licht und Krast..... li 166,25 — 167,5 194,5 Rehen 4 Guilleaume.... IV, 123,5 — 124,5 167-5 124,75 Gei. s. Bellt. Untern.. . . . 10 167,5 — 164 Hamb. Gleltt -Werke .... 1 — — 135 133,7t Rhein. Elektr........ — — 142,25 140,25 Schlei, iriektt....... 10 — - 163,5 161,25 Schuckcn 4 So. ..... 11 — 189,5 191 6 189 Siemens 4 HaUke..... 16 294,25 292,5 296 292 Transradio........ . 8 — — — — Lahme yer 4Lo..... . 10 — T 170,75 171 Buderu»...... . . Deutsche Erb dl...... . f> . 6 107 70 71,5 108,75 70,6 106,5 Essener Steinkohle..... Gelsen lirchcner ...... Harpener......... Hoesck, Glien........ . 8 . 0 6h 142 144 Illi 141 142,65 144 120 137,5 140,7, 143,-) 118,4 Ilse Bergbau....... 11 243 —- 244 242 jilöcknerwerle....... - ' 107,25 107,13 109,25 107,5 Küsn-Ncueilen . . . . . 7 — — 117,75 116 Mannesmann -Röhre» . . . . 7 111,25 110,25 111,25 110 Manrscldet Bergbau . . . . # « 111 — 110,6. 110 Lberichlei. (tncnueoaif . . . -* — 76,25 76,25 cberichles. OoUroette.... . 7 — 103,65 102 Pbvnir Bergbau...... Rhe nsiche Braunkohle». . . 6 V, 105,75 105,5 106.75 105,6 10 260 — 260,75 260.5 «bdnflobi........ . 6 121,25 120,25 122 119,75 Rtebeck Montan...... 7^ 104,5 103,75 ^ranlsur Berlin edjuiB» Sur- • Um Kur 3d>.uü i Rur. ! An >ang. Kur: Dalum 20 1 21 1 20 1 21 1 Bereinigte Siahiw 105 — 10' 5 104,5 Ctaoi Ülinen . 16'/. — — 57,5 ->7,5 Rai werke Vlidietlleben . . . li 213 213 i>213,9 211 Ra werke Westeregeln . . . IC 218 219.5 218,9 216 Kauwer e Salzdenurth . . . 15 351 354 3 0,5 352 G tzarden-Indukrte . . . 12 176 175 176.75 174,75 Dynamit Nobel . . . . . . . 6 - — 84,5 82,5 CcheiveanNalt.... . ... 'J 150 —— — — Goldichmtdl .... . . . . 5 69,25 67,75 69,75 68 Rüigerswerke .... . . . . 6 77,5 76,5 77.25 76 Meiallgetellschast. . . . . . . 8 117,5 116 117,9 116,25 Philipp Hol,mann . . . . 7 99,75 101,13 99 Semen werk Heidelberg . . . 10 — 119 — Lemeniwerk Karlstadt . . . 10 — — ißaoö 4 0 ag . . . . 8 - 86,25 84,5 — Schultbeil Pavenyoser . . . 15 — — 280 280 Dfiroede...... ... 12 — — 212,5 212 Brr Gian.,stoss . . . . . . 18 —— — — — Bemberg...... . . 14 170 168 171,25 167 MelKtoli Waldhos . . Zciislosi Alchasj.-nburg . - 13 y. — — 203.75 200 150 — 150,75 150 Sharloiienburger Waj,e . . . 8 —— — 104.25 103,25 Deiiauer Gas . .... 9 —— — 169.5 167,25 Daimler Motoren . . . . . e V 41,75 — 41,5 40,75 Deutsche Linoleum . . , » . — 249 252 249,25 . . . . 0 — — 48 45,75 VI.1 rw rre Ml 0 t . . . . . . 0 — — —— —— L'uoa». Loew . . ... 10 — —- — —— Rat Automobil . . . Oreniiein » Koppel . • •..<* — — 21,25 20,5 .... 6 — —- 77,25 76 VronbatB Diey . . . ... 10 165,5 163 347 — 347 343,75 yranks. Matchwea . . .... 4 50 _ 49 — Schmer...... . . . . t 52,5 — 53 — Heyhaenstaedt . . . Iungyans...... Leckr werte. . . . . V 3 —— — .... 6 . 8 49 108.5 _ 48,25 — Main Kaliwerk HöchO a. M 8 108 — — — Mtag. . . 10 lins — 129,5 129 Gebt. Roeder . . . . ... 10 —— —* — Loigt 4 Haessna . . . ► . . 1 220 — 220 — Südo. Zucker . . . . ... 10 155,5 155 — Banknoten. Berlin, 20- Januar Geld SHei Amertkanische Noten .... 4,168 4.188 Belgische Noiea ....... 58,Id 58,34 Dänische Noten ........ 111,58 112,02 Englische Noten . ....... 20,33 20.41 zranzojitckie Noten ....... Holländische Noten....... 16,423 16.485 167,71 168.39 Italienische Noicn........ 21.87 21.95 Norwegische Noten....... 111,48 111.92 Deuiicki-Oeslerreich, i 100 Schilling 58,64 58,88 Rumänische Noten....... 2,475 2,49a Schwedische Noten ....... 111.96 112,49 Schweizer Noten ...... 80,84 81,16 Gpanildie Noien . ...... 54.79 55,01 Dickieckioilowakiiche Noten..... 12,35 12.41 Ungarische Noten ..... 72.90 73.20 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU. 20 Januar 21 Januar timilldr Ni'tü'rung ÄmtNche Not'ecung «eit Arie, Gelt An i Amit..Noil 167.94 168.25 163,07 168.41 Buen.-Aires 1.663 1.667 1,677 1,681 Brss.ÄNtw 58.19 58,31 58,20 58,32 Christianta 111,63 111,90 111,70 111,92 Kopendnaen 111.86 112.08 111,85 112.07 Stockholm 112.18 112.40 112,19 112.41 jpelnnfliorö. 10.503 10,523 10.504 10 524 (Italien . . . 21.87 21.91 21.89 21.93 London. . . 20.346 20.386 20,347 20.387 Neuyork . . 4.1800 4,1880 4.1803 4.1885 Paris. . . 16.415 16,443 16.415 16.455 Schwei» . . 80,76 80,92 80.77 80,93 Svanicn . 55,14 55,26 54,80 55,90 Japan . . . 2,056 2,060 2,036 2.060 -Mio de Jan Wien in D-' 0,471 0,473 0,463 0,465 Cefi- abgeft □8,79 58.91 58.79 58,61 Prag . 12,366 12,386 12,367 12.387 Äelirad - 7.375 7.389 7,375 7.389 Budapest. . 73,10 73.24 73.10 73-24 Bnl arten 3,029 3,035 3,029 3,035 Lissabon 18.77 18.81 1J.77 18.81 Dornig. »onftaBrin. Achen. . 81,31 81.47 81.31 81.47 1.976 1,980 1.983 1.984 5,435 5,445 5,435 5,445 Tanada 4,129 4.137 4.134 4,142 lltn uatt 3.658 3.864 3.856 3-864 fiatro - • 20,875 20,915 20,87 20,91 Gießen, Bahnhofstraße 2-4 Kaufhaus 34A LUDWIG CANADIAN PACIFIC (Eintritt frei! Der OrtMansschnß. 558 D 8 Deckung der Wienerabend 0417 578D (Klavier) Schumann - Chopin - Abend Fernsprecher 2109. 5750 Fernsprecher 3896. 5760 Morgen. Mrttwocd. Den ?2. Januar Mengenabgabe vorbehalten I Verkauf solange Vorrat reicht! 0.75 Frische Fische u.File’s Praktisches Complet 1.00 5.90 kombiniert. Unterkleid, mit Schlüpfer, Tikglich frisch. [0437 in bester, haltbarer Verarbeitung. Fischhaus Cuxhaven 2.35 Tiarktstr. 14 Tel. 2417. 2.90 LachendesLeben Kaufhaus HANSA 20 Personen 20 Personen Gießen, Seltersweg 28 Bühne: 5.30, 830 Uhr 559A 564C Anfang der letzten Vorstellung 8.30 Uhr Wir bringen als einmaliges Extra-Angebot einen großen Posten kunstseidene Damenwäsche in nur erprobten Qualitäten außergewöhnlich billig! 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