Nr. 298 fr fies Blatt 180. Jahrgang Samstag, 20. Dezember 1930 GietzenerAiijeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prtfd und Verlag: vrühl'sche llniverfitütr-vuch- und Ztelndnrckerei L Lange t« Slehen. Schrtstleltnng und Seschäftrftelle: ZchulNralfe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesuummcr dis zum Nachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschnft 2OU , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen Lrichein, iüglich.nutzer Sonntags und IeieNag» Beilagen. Vie Illustriert, Stehen er FamiliendlLtter Heimat im Bild Die Scholle Monats Sezugsvrets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer (Bemalt HernfvrechanfchlüNe enter5ammelnummer2251. Anfchrtft für Drahtnachrichten Anzetaer fiefiee. poßschetttonto. 5ra"lfurt am Main 11686. Girutturwandlungen im deutschen Parteileben. Doy Dr. Karl Gustav Bittner. Die letzten Rcfchstagswahlen und auch die ihr folgenden Wochen boten ein merkwürdiges Bild deS Gleitens und Schwankens inneryalo der Parteigruppierungen. Hal schon die November- revolution des Jahres 1918 gelehrt, daß politische Institutionen nicht von ewiger Dauer sein müssen, so zeigt sich jetzt, daß auch die der Revolutionswirren folgende Konsolidierung nicht wieder zu dem gewissermaßen zähflüssigen Zustand der letzten Dorkriegsjahrzehnte zurück- geführt hat. Aus dieser Unsicherheit bars jedoch nicht unbedingt auf Unzuverlässigkeit geschlossen werden. Ruch die oberflächliche Erklärung, die a3e politischen Schwankungen auf materiell begründete Unzufriedenheit zurückführt, reicht nicht aus, um den heutigen Zustand symptomatisch zu erfassen. Die parleipol.tlschen Strukturwand.'ungen, die wir beute erleben, sind vielmehr als Zeichen der Zeit zu werten. Einer Zeit, die — im Gegensatz zu den Vorkriegsjahrzehnten — ehrlich und kompromißlos ist oder doch sein will. Schon in der Tau‘otm drückt sich das aus. Hat man einst Zinska'ernen als Renaissance-Paläste, Fai rikgebäude als Ritterburgen ausgeputzt, so will unsere Zeit von solchen Stllmischungen, Kompromissen aus Romantik und Nützlichkeit, nichts mehr wissen. Hart und klar stehen die modernen Bauten im Raum; sic deuten nichts an als ihren Zweck, ihre praktische Ausgabe. — Warum sollte es in der Politik anders sein? Die „necke Sachlichkeit" deS Baustils ist e i n Uebergang, wie die Wirtschastsorientierung der politischen Parteien ein Uebergang ist. Er ist notwendig, um aus dem Chaos zur Klarheit, zur Besinnung zu führen. Diese Besinnung ist nun zunächst ehrliche Z w e ck besmnung; von ihr führt der Weg zur Ziel besmnung. Diese Ziel- bcsinnung fehlt uns heute noch. Denn in dem irrsinnigen Rhythmus des Maschinenzeitalters haben wir die Instinkte verloren und müssen uns, notgedrungen, am Berstond allein orientieren. Der Verstand hat es, so sagt Goethe, mit dem Gewordenen zu tun, die Vernunft aber mit dem Werdenden. Und in einer Zeit des Wandelns und Werdens ist also mit der reinen Verstandesorientierung herzlich wenig gedient. Der Verstand zeigt uns den praktischen Zweck, das Nützliche; aber er verbirgt unserem Auge das höhere Ziel, d a S Sinnvolle. Es ist das Wesen aller Romantik, daß sie stets dann austritt, wenn der Mensch an der allein seligmachenden Kraft des Verstandes irre wird, wenn er zwar noch nicht das hat, was Goethe „Vernunft' nennt, aber schon die Sehnsucht danach wieder in ihm erwacht. Romantik ist die erste Stufe, das erste Erwachen dieser Sehnsucht. Sie geht immer wieder unechte Legierungen mit dem Verstand ein, d. h. sie sucht im Reich deS Zweckhaft-Nützlichen Boden unter den Füßen zu gewinnen. Das notwendige Mißlingen solcher Bindungen, das wir jetzt gerade wieder im politischen Leben häufig beobachten können, führt notwendig zu Zerfallserscheinungen, die oft chaotischen Charakter tragen. Aber es führt andererseits doch wieder zu tieferer Wesenserkenntnis: zeigt, daß die ewige Sehnsucht des Menschen nicht dort beheimatet ist, wo man bisher glaubte. Abkehr von aller Romantik, Selbstbesin- n u n g, Besinnung auf das Wesentliche ist es nun, was die menschliche Sehnsucht erfüllt. .Und in dem Suchen nach der wesentlichen Struktur der Lebenser'cheinungen überwindet der Mensch den Materialismus des Zweckhaften, aber auch jenen in sich sinnlosen Idealismus, der keinen Boden unter den Füßen finden kann. Schöpferische Wesensschau ist die Stufe, auf der jetzt die Sehnsucht Erfüllung findet. So gesehen kann man sich mit den beängstigenden Zerbröckelungserscheinungen unseres parlamentarischen Lebens abfinden. Auch sie liegen sinnvoll auf dem Weg deutscher Wesensentwicklung. Nicht sie selbst, aber ihre Zerfallsprodukte und die Lehren, die der politische Führer aus solchen Erscheinungen ziehen muß, werden den Weg weisen zu einer neuen, lebendigen Erfassung des politischen Geschehens, als ein Werden, dem nicht der Verstand, sondern nur die Goethesche Vernunft gerecht werden kann. Man muß nicht in materialistischer Verblendung hinter dem Werden einen Sinn suchen und ihn, wie es das bac- winistische Zeitalter getan hat. „Fortschritt" nennen. DaS Werden ist an sich wertvoll und sinnvoll; denn es ist Leben. Und es ist dem Leben eigentümlich, daß es in mannigfachen Formen und Gestalten auftritt. Als eine Lebens- erscheinung im Strukturwandel des deutschen Volkes muh man auch die scheinbaren Zersehungs- symptome unserer Zeit erfassen. So sehr man im Augenblick auch mißglückte Experimente bedauern mag; ihr Schicksal zeigt uns, daß wir uns allmählich aus einer Zett gemächlicher Kompromisse in eine andere, in eine neue Zeit hineingelebl haben, die es nicht mehr erlaubt, Gegensätze zu verschleiern. In der Gegensätze wieder hart und ehrlich nebeneinander stehen dürfen, als lebensvoller Teilausdruck des Gesamtlebens, wie im romanischen Dom das germanische und das christliche Element. Ganz allmählich ist diese Zeil gekommen, die wir die Zeit der Selbstbesinnung nennen möchten. Mtt der Arbeiterbewegung hat es begonnen; bald setzte die Frauenbewegung ein, um 1900 die Jugendbewegung -- alles Regungen der Selbstbesinnung, des De- wußtwerdens eines kraftvollen Eigenlebens der Eine weitere deutsche Protestnote in Genf. Oer polnische Terror gegen die Oeukschen im Korridorgebiet wird angeklagt. Genf, 19. De;. (121.) Die Reid) »r cgi c- rung Hal heute Vormittag durch den deutschen Generalkonsul in Genf dem gegenwärtig führenden Generalsekretär des Völkerbundes, Marquis pau- lucci, eine neue deutsche Protestnote gegen Polen überreicht. Die Rote richtet sich gegen die Verletzung der Rechte der deutschen Minderheiten in pomme- rellen und Posen anläßlich der letzten S e s m w a h l e n. Die Role besteht, ähnlich wie die deutsche Oberschlesiennote, aus einer kurzen Mantel- nolc, in der Curtius den Generalsekretär des Völkerbundes ersucht, im Hinblick auf die schwerwiegende Bedeutung der vorliegenden Jälle die deutsche Beschwerdenots unverzüglich aus die Tagesordnung der Januariagung des Völker- bundsrates zu sehen. Sodann gibt die Hole zahlreiche Linzelsälle wieder, aus denen die Einschränkung, Beeinflussung und Behinderung der Wahlrechte der deutschen Minderheit in Posen und Pommerellen deutlich hervorgehl. Die deutsche Beschwerde ist auf den Artikel 7 des zwischen der Entente und Polen 1922 abgeschlossenen allgemeinen Minderheitenschuhoerlrages aufgebaut und verlangt in präziser Form wiederher st el- lung der durch den Minderheitenschuhvertrag gewährleisteten Rechte verdeutschen Minderheit in Polen. Die neue Role der Reichsregierung erklärt u. a.: Eine normale Vorbereitung der Wahl in Polen ist für die deutsche Minderheit unmög- l i ch gewesen, da u. a. den Gastwirten mit Konzessionsentziehung gedroht wurde, wenn sie ihre Lokale den Deutschen zu Wahlversammlungen zur Verfügung stellten. Die Heranbringung von Wahlmaterial wurde unmöglich gemacht. Deutsche Vertrauensmänner wurden verhaftet und teilweise schwer mißhandelt. Zahlreiche Unterschriften und Listen wurden einfach für ungültig erklärt. Bei 1500 Personen wurde aus durchsichtigen Gründen die polnische Staatszugehvrigkeil bezweifelt, wobei selbst amtliche Urkunden als Be- roeismalerial nicht anerkannt wurden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dah erhebliche Teile der deutschen Minderheit in Posen und besonders in Pommerellen (im Korridor) durch die willkürlichen Maßnahmen der polnischen Behörden an der Ausübung ihres Wahlrechts gehindert worden sind. Querireibereien in Genf. Der unbequeme deutsche Ratspräsidcnt. Genf, 19. Dez. (Täl.) Die von Generalsekretariat des Völkerbundes dem Dölkerbundsrat zur Behandlung auf der Ianuar-Tagung eingereichte Denkschrift zum Minderheitenverfahren hat in Genfer deutschen Kreisen gewisses Befremden erregt. Dieser unerwartete Vorstoß hat nach hiesiger Beurteilung den Zweck, die Rechte des deutschen Ratsmitgliedes als Präsident der kommenden Ratstagung cin- zuschrönken. Die von der Minderheitenabteilung des Völker- bundssekretarictts aasgearbeitete Denkschrift, die auf polnischeEinflüsse zurückgeführt wird, zieht eine ältere Ratsentscheidung von 1925 heran, die dem RatSpräfidenten und den Ratsmitgliedern die Teilnahme an den Dreierausschüssen für die Minderheitenfrage im Falle eines direkten oder indirekten Interesses an der zur Verhandlung stehenden Frage verbietet. Sie sucht diese Ratsentscheidung auf die Befugnisse des Ratspräsidenten zur Ernennung eines bedeutsamen Sonderausschusses für die Minderheitenfragen auszudehnen, obwohl in der Ratsentscheidung von 1925 keinerlei Anhaltspunkte für eine derartige Auslegung gegeben sind. Die Denkschrift verfolgt klar und eindeutig das vom Völ- kerbundssckretariat seit Iahren verfolgte Ziel. das Minderheitenverfahren der Dreierausschüsie des Völkerbundsrates jeder Kontrolle der Oeffent- lichkeil zu entziehen, den Einfluß der an den einzelnen Volksglieder. Und zehn Iahrc nach dem Weltkrieg seht — die Flut guter und schlechter Kriegsbücher beweist es — öic Selbstbesinnung des Frontgeschlechtes ein. Daß alle diese Bewegungen, an sich Gesundungserscheinungen an dem bereits in bedenkliche Starre übergegangenen deutschen Volkskörper, den Weg über dos Kompromiß gehen mußten, liegt im Wesen der Entwicklung. Wir sehen es im Leben der politischen Parteien, in denen sich das Werden der großen Bewegungen wiederspiegelt Wir sehen hier seit längerer Zeit Umgruppierungen, die den Charakter von Entscheidungen tragen. Lind gerade dort, wo diese Entscheidungen den Zerfall einer politischen Gruppe herbeif^ren, sehen wir klar und deutlich, wohin heute die Struktur des !>eutschen Wesens weift: nicht zur Vereinheitlichung. nicht zur Heberbrüdung von Gegensätzen, sondern zu ihrer Betonung, indem man sie als organische Lebenserscheinungen des Ganzen begreift. Richt in dieser Betonung liegt die Gefahr für Minderheitenfragen interessierten Ratsmltglieds- mächten möglichst auszuschalteu und dem gesamten verfahren jede praktische Bedeutung zu nehmen. Die jetzt während der Abwesenheit fast sämtlicher deutschen Dölkerbundsbeamten eingereichten Minderheitendenk^chrift wirkt um so befremdlicher, als darin die grundsätzlichen Vorbehalte und Forderungen der deutschen Regierung, die in der großen Denkschrift der Reichsregierung auf der Madrider Ratstagung dem Rate vorlagen und dann von Dr. Stresemann mit großem Nachdruck vertreten wurden, übergangen werden. Die Denkschrift steht weiter in schroffstem Gegensatz zu der bisher auf deutscher Seite eingenommenen Haltung zur Frage der Revision des Minderheitenverfahrens des Völkerbundes, die ausdrücklich gegen die Einschränkung der Rechte der Ratsmitglieder zur Teilnahme an den Minderheiten- crusschüsfen des Rates Protest erhob. Man erwartet daher hier, daß die deutsche Regierung im Ianuar diesem neuen Versuch, in der Minderheitenfrage die Rechte des Ratspräsidenten ein- zuschränken, entgegen treten wird. Wie man hort, hat sich Südslawien zum Wortführer der Aktion gemacht. Dem Rat wird im Ianuar ein südslawischer Antrag vorliegen, wonach in Auslegung der Ratsentscheidung vom Iuni 1925 dem Ratspräsidenten das Recht zur Bildung auch des üblichen besonderen Ratsausschusses genommen werden soll, der den Protest einer Macht gegen die Zulässig- feitScrflärung einer Minderheitenbeschwerde durch den Generalsekretär zu behandeln hat, wenn dieser Ratspräsident an der vorliegenden Beschwerde interessiert sei. Da im Ianuar ReichSaußen-- Minister C u r t i u s Ratspräsident sein wird, dürste unter Umständen dieser südstawische Vorstoß Bedeutung gewinnen. Dies würde jedoch eine der Gelegenheiten für die deutsche Ratsabordnung sein, das immer noch ungeklärte Minder- h e i t s v e r f a h r e n insgesamt in seiner grundsätzlichen Bedeutung neu aufzurollen. Oer Reichsaußenm nister in Oberschlesien. Gleiwitz. 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) ReichSaußenminister Dr. C u r t i u s traf heute um 8.45 Ufjr mit dem fahrplanmäßigen Zuge zu dem angekündigten Besuch Oberschlesiens hier ein. Zur Begrüßung des Ministers, in dessen Begleitung sich Geheimrat Re ine deck, der bisherige deutsche Generalkonsul in Kattowitz, Freiherr von Grünau, Obcrrcgicrunggrat Dr. Erbe vom Reichsinnenministerium, und Oberre- aierungsrat Dr. Heide befanden, hatten sich auf dem Bahnhof u. a. eingefunden Oberbürgermeister Dr. Geisler, Gleiwitz. Konsul Illgen vom deutschen Generalkonsulat in Kattowitz, Polizeipräsident Danehl vom oberschlesischen Indu- striebezirk, und Polizeioberst E offner. OberDer Reichskanzler an die Veamienschaff. Die Regierung vertraut auf den opferbereiten und dienstfreudigen Geist der Beamten. Berlin. 19.Dez. (WTB.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing heute in Gegenwart des Reichsministers des Innern Dr. Wirth und des Reichspostministers Dr. Schätzet Vertreter der Beamt en-Spitzenvrganisationen. Er hatte diese Aussprache mit ihnen erbeten, um gegen die verschiedentlich in der Oeffentlichkeit sich breitmachende unverantwortliche beamtenfeindliche Hetze Stellung zu nehmen und die Haltung der Reichsregierung zu der Beamtenschaft klarzulegen. Der Reichskanzler erinnerte daran, daß er bereits bei Gelegenheit der Einbringung des Wirtschafts- und Finanzplans in seiner Rede vom 16. Oktober 1930 vor dem Reichstag von der Schicksalsverbundenheit zwischen Beamten und Staat gesprochen habe. Er habe schon damals namens der Reichsregierung versprochen, für die Erhaltung eines pslichtgetreuen Beamtentums tatkräftig einzutreten, sowie alle unberechtigten Angriffe von ihm abzu- wehren. Bei der heutigen Besprechung ging der Reichskanzler näher auf diese Frage ein und be- tonte, daß gerade in der heutigen schweren Zeit das Berufsbeamtentum die zu verlässig sic Stütze des Staates sein müsse. Er könne sich nicht oorstellen, wie die schweren Aufgaben ohne ein treues und zuverlässiges Berufsbeamtentum zu lösen seien. Gegenüber den oorgetragenen Beschwer- den über die lautgewordenen beamtenfeindlichen Angriffe wies der Reichskanzler darauf hin, daß die Beamtenschaft mit vollem Recht beanspruchen könne, daß die Allgemeinheit mehr Verständnis für ihre Tätigkeit aufbringe. Die Beamtenschaft setze chre ganze Straft und ihre ganze Persönlichkeit für Volk und Staat ein. Ihre ausschließliche Hingabe an den öffentlichen Dienst müsse daher auch von der Ocffentlichkeit anerkannt und richtig gewürdigt wer den. Von jeher habe der d e u t s ch e B e a m t e weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus als Vorbild uneigennütziger Pflichttreue und Unbestechlichkeit gegolten. Er fei stets die stärkste Stütze eines geordneten Staatslebens gewesen, und auch in den jetzigen überaus schwierigen Zeiten baue die Reichsregierung auf den opferbereiten und dienstfreudigen Geist der Beamtenschaft. Namens der Reichsregierung sprach der Reichskanzler die Erwartung aus, daß die Beamtenschaft nach wie vor unverdrossen ihre ganze Arbeitskraft dem Staate hingebe. Nur dann werde es möglich sein, die gegenwärtige schwere Notlage des Staates zu überwinden. Als unverantwortlich bezeichnen es der Reichskanzler, daß den Beamten vielfach ihre Entlohnung, die nur einer angemessenen Lebenshaltung entspreche, mißgönnt werde. Wer die Dinge wirklich objektiv beurteil, müsse zugeben, laß die heutigen Bez üge nur bei sparsamster W i r t s ch a f t s f ü h rung ausreichend seien. In der Oeffentlichkeit werde übersehen, daß die Bezüge der Beamten gesetzlich gebunden seien. Die Beamtenschaft habe nicht die Möglichkeit, ihre Bezüge tariflich zu regeln und damit den jeweiligen Wirtschaftsvcck- hältnissen anzupassen. Dieser Nachteil wirke sich bei Konjunkturschwankungen zum Schaden der Beamtenschaft aus. Die Sanierung der gesamten öffentlichen Hand habe eine Kürzung der Be- amtengehälter notwendig gemacht, die angesichts der in gewissem Umfange zweifellos gesteigerten Kaufkraft des Geldes begründet erscheine. Er vertraue mit der gesamten Reichsregierung darauf, daß die Beamtenschaft Verständnis dafür habe, daß auch sie materielle Opfer bringen müsse. Im Zuge der Weltpreisentwicklung sei auch in Deutschland ein Herangehen an das Preisniveau, also auch bei Löhnen und Gehältern, notwendig geworden. Gerade im beamtenpolitischen Interesse sei ein etwas verringertes Gehalt bei gesicherten Staatsfinairzen bei weitem einem unveränderten höheren Gehalt vorzuziehen, dessen Auszahlungs- Möglichkeit bei einem xerrütleten Staatshaushalt aber mehr als zweifelhaft geworden wäre. Der Reichskanzler versicherte am Schluß seiner Aus- führungen, daß die Reichsregierung die ungerechten Angriffe gegen die Beamtenschaft lebhaft bedauere. Da die Reichsregierung es nicht dulden könne, daß die Beamten,chaft zu Anrecht Zielscheibe der öffentlichen Verhetzung werde, werde er, der Reichskanzler, im Interesse des Staates alles tun, um gegen die Verleumder des Beruf s b ea m t en - tums vvrzugehen und die schweren, unberechtigten Angriffe von der Deamten'chaft mit Nachdruck abzuwehren. Die Beamtenschaft könne daher zu der Reichsregierung das größte Vertrauen haben. die deutsche Einheit. Beweist doch die deutsche Geschichte, daß die kulturelle Kraft des deutschen Volkes nicht in der mechanischen Addition unselbständiger Faktoren gefunden werden kann, sondern nur in organischer Multiplikation lebendiger, eigenständiger Einzelkräfte. Darum konnte sich auch in Deutschland niemals, wie etwa in Frankreich, ein absolutistischer Zentralismus entwickeln. 11 nb als die deutschen Fürsten in ihren Ländern unternahmen, was dem Kaiser niemals gelang, war es mit der Herrlichkeit des Reiches vorbei. Was den deutschen Stämmen recht ist, ist den Weltanschauungen billig. Es ist unrecht, in den Parteien von vornherein politisierte Interessengruppen zu sehen. Sie werden es erst, wenn man ihnen durch dogmatische Unduldsamkeit den Boden nimmt, auf dem sie lebendige, organische Gebilde sein können.^ Das deutsche Volk ist blutsmäßig in seinen Stämmen, geistig in seinen Weltanschauungen einelebensvolleWannigfaltig- keit eigenständiger Faktoren, die nut bann sich organisch zum Ganzen fügen, wenn sie ihre Eigenständigkeit bewahren. Der französische Adel entartete zum Hosschranzentum, das fran° zösische Bürgertum zerfiel in plutokcatische Eli- qutn, weil ein absolutistischer Zentralismus beiden ihre Aufgabe, und damit den Boden ihrer natürlichen, gesunden Entwicklung nahm. So sehen wir, wenn wir von höherer Warte die parteipolitischen Vorgänge betrachten, tief hinein in die Struktur und bte Lebensnotwendigkeiten der Volksseele. Wit sehen ihr Werden, sehen ihre Mannigfaltigkeit, die das Bewußtsein einer höheren völkischen Einheit bluts.nähig und geistig bindet. lind dieses Bewußtsein wird um fo stärker fein, je mehr sich die Einzels aktoren des Volks lebens ihrer Eigenständigkeit im Rahmen des Ganzen bewußt werden, je weniger sie versuchen, aus Gründen der Nützlichkeit Bindungen einzugehen, die, von zentralistischen, mechanifti-- schen Zeittendenzen wohl vorübergehend erzwungen werden können, immer aber zur Preisgabe der Eigenständigkeit, und damit entweder zur Entartung oder zum Zerfall führen müssen. Präsident Lukaschek hatte den Minister bereits in Oppeln begrüßt. Der Minister begab sich nach der allgemeinen Begrüßung zunächst in Haus Oberschlejiens, wo die erste l < - lungnahme mit den Bertretern der oberschlejiiu-m Bevölkerung erfolgen wird. 3m Anschluß an diese Besprechungen findet eine Fahrt durch Oberschlesien statt, die in Oppeln ihr Ende finden wird, wo heute nachmittag eine größere Konferenz anberaumt worden ist. Gurt us an Oberschlesien. Beul Yen. 20. Dez. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Die ..Ostdeutsche Morgenpost" veröffentlicht eine Erklärung von Reichvminister Dr. Luc» l i u s . die dieser dem Berliner Vertreter des Blattes vor seiner Abreife als Gruß an Ober- fchlefien gegeben hat. Sie lautet: „Es ist mir ein Bedürfnis, dem schwer ringenden Grenzland Oberschlefien einen Besuch abzustatten. Die Leiden, die die Bewohner des uns entrissenen Gebietes während der vergangenen Monate zu erdulden hatten und die bei der engen Verbundenheit mit dem Mutterlande auch die Geduld der BevölkerungOberschle- siens aus eine harte Probe stellten, haben die Reichsregierung in ihrem Bestreben, den Schuh der deutschen Minderheiten zu sichern, aufs neue bestärkt. Die Deutschen diesseits und jenseits der Ostgrenze dürfen versichert sein, daß es mein heißes Bemühen sein wird, den Völkerbundsrat von der Rotwendigkeit zu überzeugen, daß den geschädigten und mißhandelten Deutschen in Polen volle Gerechtigkeit widerfährt und daß die durch den Vertrag zugesicherte Schuhpflicht nicht wei- ter verletzt werden darf. Ich freue mich, durch meinen Besuch zum Ausdruck bringen zu können, daß ich mich der Provinz Oberschlesien, die ich heute zpm ersten Male betrete, nicht nur politisch, sondern auch menschlich auf das engste verbunden fühle." Hindenburg dankt dem Reichskabinett. Berlin, 19.Dez. (WTB.) 3n der heutigen kurzen M i n i st e r b e s p r e ch u n g, die nur der Erledigung einiger laufender Angelegenheiten galt, gedachte Reichskanzler Dr. Brüning des plötzlichen Hinscheidens des deutschen Gesandten Rauscher in Warschau. Infolge Behinderung des Reichsauhenministers Dr. Curtius wird Staatssekretär Dr. v. Bülow die Reichsregierung in St. Blasien vertreten und den Hinterbliebenen das Beileid der Reichsregierung aussprechen. Mit ihm werden der Reichspresfechef Ministerialdirektor Dr. Zechlin und Ministerialdirektor Dr. Trautmann den Beisetzungs- feierlichkeiten beiwohnen. Sodann paukte Reichskanzler Dr. Brüning seinen Ministerkollegen für die überaus wertvolle und tatkräftige Mitarbeit, die sie ihm in diesem Iahre, namentlich bei Borbereitung und Durch, setzung der großen Rotverordnungen geleistet hätten. Er teilte hierbei mit, daß auch der S)crr Reichspräsident ihn ersucht habe, auch in feinem Ramen allen Kabinettsmitgliedern und ihren Mitarbeitern seinen Dank und seine volle Anerkennung für die wertvolle Arbeit, die im vergangenen 'Iahre zum Besten des Daterlandes geleistet sei, auszusprechen. Der Reichskanzler richtete die Bitte an seine Ministerkollegen, diese Worte des Dankes und der Anerkennung des Herrn Reichspräsidenten zugleich in seinem Ramen auch ihren Beamten in den einzelnen Miicksterien zu übermitteln. ohne deren hingebungsvolle und unermüdliche Arbeit die großen Aufgaben nicht hätten gemeistert werden können. Vertrauensvotum für Braun und Gevering. Berlin, 19.Dez. (TU.) Der Preußische Landtag lehnte heute — wie in einem Teile unseres gestrigen Blattes schon berichtet. D. Red — den deutschnationalen M i h - trauensantrag gegen den Ministerpräsidenten Dr. Braun und den 3nne.imLi|ter Severing, der mit der Stellung der Minister zum Rernar- q ue - 5 11 m begründet war, in namentlicher Qlb« stirnrnung mit 2 2 4 gegen 182 Stimmen bei zwei Enthaltungen ab. Das Haus vertagte sich auf den 21. Ianuar. Gurtms über Kolomalpoliitk. Berlin, 20. Dez. (CNB.) Reichsaußenminister Dr. Curtius empfing den Präsidenten der Deutschen Kolonialgesellschaft z. D. Dr. S ch n e e, sowie als Vertreter des Vorstandes Dr. 5) i n b o r f. Generaldirektor ft em n er und Frau Hedwig v. Bredow, Vorsitzende des Frauenbundes der Deutschen Kolo- nialgesellschaft. Die Abordnung überreichte eine vom großen Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft einstimmig gefaßte Entschließung, in der an die Reichsregierung die Aufforderung gerichtet wird, eine entschlossene, kraftvolle und Zähe Politik zum Schuhe der deutschen kolonialen Rechte und Ansprüche zu verfolgen. Dor allem müsse erwartet werden, daß die Reichsregierung allen Bestrebungen der englischen Regierung, den Mandatscharakter von Deutsch-0 st afrika zu verwischen, mit allem Nachdruck entgegentritt. Reichsaußenminister Dr. Curtius betonte in seiner Erwiderung, daß die deutsche Regierung nach wie vor zu ihrem Memorandum von 1924 stehe, das der Erwartung Ausdruck gibt, daß Deutschland zu gegebener Zeit aktiv am Mandatssystem beteiligt werde, sowie zur Erklärung des Reichsministers Dr. Stresemann in der Reichstagsrede vom 24 Juni 1929, wonach die deutsche Wirtschaft eine Erweiter-ung ihrer Rohstoffbasis benötige, und zu der von ihm selbst in der Reichstags- rede vom 26. Juni 1930 abgegebenen Erklärung, daß Deutschland seine Forderung nach kolonialer Betätigung aufrecht erhalte. Er sagte zu, die Entschließung zur Kenntnis des Reichskabinetts zu bringen und sie zum Geaenstand der Behandlung im Rahmen der Gesamtaußenpolitik zu machen Zu der o st o f r i k a n i s ch e n Frage wies Dr. Curtius auf die wiederholten, auch beute noch gültigen Erklärungen hin, die er und fein Amts« Allenthalben Ruhe in Spanien. Bericht aus einem spanischen Kab nettsrai. Die verhafteten aufständischen Soldaten unter scharfer Bewachung in der Festung von Huesca. Paris, 19. Dez. (MTV.) wie havas aus Madrid berichtet, hat der Generalgouverneur von Madrid die Verhaftung des kommu- nistenführers Alvarez de Sotomayor bekanntgegeben. Rach einem gestern abgehaltenen Kabinettsrat wurde mitgeteilt, daß zahlreiche Meldungen aus der Provinz die allenthalben herrfchendeRuhe bestätigen, wenn auch einige vereinzelte, hinsichtlich ihrer Wichtigkeit verschieden zu beurteilende Zwischenfälle in mehreren Ortschaften der Provinz Alicante verzeichnet werden. 3n einigen Provinzen hätten die Militärbehörden die Schließung der Arbeitergewerkschaften angeordnet und weitere Verhaftungen vornehmen lassen. Rach einer havas- Meldung aus Alicante haben gestern zwischen Monovar und heida einige aufrührerische Elemente die Eisenbahngleise aufgeriffen und sich in den hinterhalt gelegt, um den ersten passierenden Zug nach seiner Entgleisung anzugreifen. Dieser erste Zug, der ein Bataillon Fremdenleglo- näre beförderte, habe jedoch rechtzeitig halten können. Die Fremdenlegionäre hätten die Verfolgung der Ausrührer aufgenommen. Rach Ausbesserung des Gleises habe der Zug feine Fahrt fortgesetzt. Das Bataillon Fremdenlegionäre fei nachmittags in Alicante eingerückt. „Rew Pork herald" meldet aus Madrid, daß sich eine weitgehende Empörung über die ohne Untersuchung erfolgte Hinrichtung der beiden die Ausstandsbewegung in 3 a c a leitenden Offiziere bemerkbar mache. 3n mehreren Garnisonen soll es g ä f) r e n. Der Staatsanwalt des Obersten Gerichtshofs habe als Protest gegen die Erschießung der Offiziere sein A m t niebergelegt, und auch der Verband bet Rechtsanwälte beabsichtige zu protestieren. Kein Generalstreik mehr. Madrid, 19.Dez. (WTB.) Eine halbamtliche Mitteilung besagt, daß in den spanischen Städten kein General st reik mehr herrsche. Die Ruhe fei überall wiederhergestellt. Dem Staatsanwalt gestellt. Madrid, 20. Dez. (TU. Funkspruch.) Am Freitag haben sich einige Mitglieder dcs 'Bebo- lutionsausschusses, die als Minister der neuen Republik ausersehen waren, freiwillig dem Staatsanwalt in Madrid gestellt. Der Sozialistenführer Largo Caballero und die beiden Republikaner und Universi-- tätsprofessoren Sanches Roman und Fernando de los Rios wurden nach der Bernehmung unter der Dedinaung wieder in Freiheit gefetzt, daß sie sich zur Verfügung des Untersuchungsrichters halten. Der als Präsident der aasrrsehene ehemalige Minister Alcala Samora hat eine neue Erklärung abgegeben, in der er sich als den einzig Verantwortlichen des gescheiterten Unternehmens bezeichnet. Der Kriegszustand wird voraussichtlich bis zum Iahresende aufrechterhalten. Die Weihnachlsurlaube für Offiziere und Mannschaften siyd zurückgezogen worden. Maßregelung des Majors Zranco. Madrid, 19. Dez. (WTB.) Der spanische Aeroklub hat den Fliegermajor Franco und die anderen spanischen Flieger, die mit ihm nach Portugal geflüchtet sind, von der Mitgliederliste gestrichen. Vorgänger im Reichstag abgegeben haben, daß die Reichsregierunch eine tatsächliche Bedrohung des Mandatssystems mit allen Mitteln zu verhindern suchen werde. Wechsel in der Führung der OVp. in Hessen. Dingeldey tritt zurück, Dr. Niepoth zum Landesvorfitzenden voraefchlaqen WSN. D a r m st a d t, 19. Dez. Der Geschäftsfüb- renöe Ausschuß des Landesverbandes Hessen der Deutschen Volkspartei hielt dieser Tage eine Sitzung ab Da der Parteiführer Reichstagsabgeordneter D i n g e l d e y mitgeteilt hat, daß er nunmehr gezwungen fei, fein A m t als Landesvorsitzender, das er über zehn Jahre lang inne gehabt hat, niederzu- legen, hatte er vorgeschlagen, den Landtagsabgeordneten Dr N i e p o t h zu feinem Nachfolger zu wählen. Der Geschäftsführende Ausschuß schloß sich diesem Vorschlag e i n st i m m i a an. In einem herzlichen Glückwunschschreiben wurde dem Parteiführer von dem Geschäftsführenden Ausschuß für alles das gedankt, war er in schwerer Zeit für die DVP. in Hessen geleistet hat. — Die nächste Sitzung des Landesausschusses wird in Verbindung mit dem Landesparteitag am 24. und 25. Januar in Bad- Nauheim stattfinden. Auf diesem Parteitag wird auch der neue Parteiführer Dingeldey sprechen. Außer der Wahl des neuen Landesvorsitzenden, des Landesausschusses, des Wahlkreisvorstandes ufro. wird der Parteitag von großer Wichtigkeit für die Neuorganisation der hessischen DVP. sein, zumal er auch eine neue Satzung zu verabschieden haben wird. Preisabbau bei -er Post ab 1. Marz 1931. Berlin. 19. Dez. (WTB.) Der Arbeitsausschuß des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost hat heute seine Beratungen über die Gebührensenkungsvorlage des Reichs- po st m i n i st e r i u m s abgeschlossen und der Vorlage zugestimmt. Diese wird nunmehr dem Plenum des Verwaltungsrats zugeleitet, dem die endgültige Beschlußfassung zusteht. Das Plenum tagt in der ersten Ianuarhälste. Die Gebührensenkung soll, die Zustimmung des Plenums vorausgesetzt, am 1. März 1931 in Kraft treten. Rykow entlassen. Kvwno. 19.Dez. ($11.) Am Freitagabend überreichte der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, Rykow. dem Präsidium des BollzugSkomitees sein Rücktrittsgesuch meinen Rücktritt begründete Rykow mit seinem unbefriedig nden Gesundheittz 'stand. Das Präsidium des Dollzugskomitees hat sich unter Vorsitz Kalinins mit dem Gesuch befaßt und nach halbstündiger Beratung beschlossen, dem Gesuch stattzugeben. Gleichzeitig beschloß es, zum Rachsolger Rykows den ersten Gehilfen Stalins, Molotow, zu ernennen. poincares Befinden Weiler gebelfert. Paris, 19. Dez. (WTB.) Hebet Poin- car6s Befinden wurde heute vormittag folgender Krankheilsbericht ausgegeben: Die Besserung hält an, Temperatur 37, Atmung regelmäßig, normaler Blutdruck. Absolute Ruhe ist notwendig. Dor Sonntagvornkittag wird kein weiterer Bericht ausgegeben werden. Pros. Keynes über den Houngplan. London. 20. Dez. TU. (Funkspruch.) Prof. Keynes berechnet, daß die britische Rational- schuld um 40 v. H. höher als im Iahre 1924 und um rund 100 v. H. höher als im Iahre 1920 sei, wenn man unter Berücksichtigung des Fallens der Rohstoffpreise die Preisbasts von 1914 zugrundelege. Der Voungplan bedeute eine viel schwerere Last auf den Schultern Deutschlands als der Daroesplan, obwohl man sich darüber klar gewesen sei. daß schon der letztere zu viel für Deutschland sei. Die Schuldforderungen der amerikanischen Staaten seien, in Waren umgerechnet, etwa 40 bis 50 v. H. höher als zu der Zeit, wo die Schuldenabkommen getroffen worden seien. Keynes bezweifelt, daß noch rechtzeitig Abänderungen des ganzen Systems getroffen werden könnten, umdenMasfenbankerott noch abzuwenden. Einschränkung -es amerikanischen KlotienbauprogrammS. Washington, 19. Dez. (WTB.) In einet geheimen Sitzung des Marineausschusses des Bundessenats teilte Marinesekretär Adams In Beantwortung verschiedener Fragen mit, daß die für das nächste Iahr vorgesehenen Reubauten der Marine Ausgaben in Höhe von nur 88 Millionen Dollar erforderten, statt des im neuen Flottenbauprogramm vorgesehenen Aufwands von 134 Millionen Dollar. Aus aller Well. Zusammenstoß zweier finnischer Dampfer. 30—40 Menschen vermiet. Kopenhagen, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die finnischen Dampfer „Oberon" und „Arcturus" stießen gestern gegen 10 Uhr bei < a e f o e zusammen. Der Dampfer „Oberon" anf binnen kurzer Zeit, die Passagiere gingen in die Rettungsboote, und es gelang dem „Arcturus", die meisten von ihnen an Bord zu nehmen. — Die Kopenhagener Vertretung des Dampfers „Oberon" erhielt heute früh um 4 Uhr ein Telegramm vorn Kapitän des Dampfers „Arcturus", das besagt, daß die „0 b e r o n" im Laufe von drei Minuten unterging. Als das Telegramm abgesandt wurde, waren von dem ge- untenen Dampfer 36 Passagiere gerettet. Es werden 30 bis 40 Personen vermißt. Die „Arcturus" ist über der Wasserlinie ernstlich beschädigt. Die „Oberon" war von Helsingfors nach Hüll unterwegs. Stürmische Proteste gegen einen Studentenfilm. Dresden, 19.Dez. (WTB.) 3m biefigen Ufa- Theater kam es heute nachmittag bet der Erstaufführung des Films „Ein Burschenlied aus Heidelberg" zu stürmischen Auftritten. Die Dresdner Studentenschaft hatte die Leitung des Theaters ersucht, die Auffübrung des Films zu unterlassen, da die Studentenschaft in dem Film eine irreführende Darstellung des heutigen, schwer um seinen Berus ringenden Studententums erblicke. In der heutigen Aufführung des Films erhoben die Studenten der Technischen Hochschule Dresden, die außerordentlich zahlreich erschienen waren, bei allen Szenen, durch die sie das Studententum beleidigt fühlten, lebhaften Protest, so daß die Vorstellung einige Male unterbrochen und schließlich sogar P o l i z e i herbeigeholt werden muhte, die das Theater unter Anwendung des Gummiknüppels räumte. Es erfolgten zahlreiche Ramenssest- stellungen. In den umliegenden Straßen kam es noch längere Zeit zu größeren Ansammlungen des protestterenden Studenten. 3m Segelboot von Estland nach Amerika. Zwei Estländer, Ahto und Ekonwalter, trafen in Miaml in einem 8 - Me te r - Se ge l- boot aus Reval, das sie am 7. August verlassen hatten, ein. * Ein Senegalsoldat als Amokläufer. Paris, 20. Dez. (ERB. Funkspruch.) In bei! südsranzösischen Garnison stadt Perpignan wurde gestern ein zum Militär eingezegener Senegalneger ald e. au। den llebu- gspla; ausrücken wollte, von einer Rervenkris.s befallen. Ec bemächtigte sich eines Gewehres und scharf geladener Patronen und durcheilte die Stadt. Drei Personen schoß et nieder, zwei andere wurden von ihm schwerverletzt. Die gesamte Polizei von Perpignan und das dort liegende Senegalregiment sind aufgeboten worden, um den Wahnsinnigen, der sich derlchanzt hat, unschädlich zu machen. Sie gehen mit Tränengasbomben gegen ihn vor. Oie Wetterlage. "Eö'. -w- Thorsnavn- Kl Val. Still O TOI wa 26X0, Yfr-Aberdeen—-z - Jan naytn. eä OwotKtmos (8neuer ®naro bedeckt.» wolkig. reiche Auswahl an Karosserietypen und Farben, Nur Opel ist im Stande, Ihnen solche Vorteile zu bieten. Die große Produktion (’/, aller Wagen der 3000 Mark Klasse werden von Opel gebaut) und die damit gegebenen günstigen Einkaufsmöglichkeiten erklären den ausserordentlich hohen Gegenwert, den Sie für Ihr Geld bekommen. Also - Sie erhalten mehr für Ihr Geld, wenn Sie Opel kaufen. Außerdem - der Opel- Zahlungsplan erleichtert Ihnen die Anschaffung, die sie das bhaften W Maie izr l her. ölet un» nü^eig AamenSch. hen tum g Zungen du ohne größeren Brennstoff- und ülvef* brauch. Stoßdämpfer vorn und hinten * beeeere Straßenlage — geringerer Reifen- venchJeiß. Stabile Konstruktion — lange- Lebensdauer I Die Wirtschaftlichkeit eines Opelwagens ist sprichwörtlich. Noch mehr als die bisherigen aber zeichnen sieb die 1,1 Liter 4 Zylinder Modelle 1931 durch ihre Preiswürdigkeit und Sparsamkeit im Betrieb aus. Größere Kraft - besseres Bergsteigevermögen - höhere Geschwindigkeit - größere Leistung... ohne erhöhte Betriebskosten! {[ und mit beschränkter Haftung • Spezial - Reparaturwerkstätte ilnb wie war eS damals 1818? Pfarrer Mohr und Lehrer Gruber waren Freunde, beide jung und nicht gesegnet mit irdischen Gütern. Mohr bringt seinem Freund als einziges Weihnachts- gcfch.'nk die drei Strophen - — Dacht". Es ist aus einem Spa ES gibt wohl kein Lied, das so über die ganze Erde verbreitet ist. Lind wo deutsche RKmschen wohnen, wird es gesungen, sei eS am Rande der Wüste, mitten im älrwald, in dec weiten Steppe, auf stürmischem Meer, oder in den Eisregionen des Rordens. Es hat sich die Welt erobert. Sei« ncm Zauber erliegen wir immer wieder, auch wenn das Weihnachtssest nur angedeutet werden form durch einige äußere Zeichen. -ilnö so soll es auch diesmal nicht fehlen am Heiligen Abend, soll uns erheben und erfreuen. Es soll in einer Stunde erklingen, in der wir finstere Wollen und Schatten verscheucht haben. Aus dem Schein der ? ^h achtLke.-zen. aus den glanzenden Kinderaugen soll auch ein Seil in untere Herzen überge.^e.u -a.m feiern wir, trotz aller Aot, doch glückliche Weihnachten. P. Linser neuer Roman. 2n der heutigen Ausgabe deS ..Siebener Anzeigers" beginnen wir mit dem Abdruck eines nnren Romanwerkes, bas die gestern zum glück- innen Ende geführte Kriminalgeschichte „Der Drei- Sehnte" von Anny von Panhuys ablösen soll und sich, wie wir zuversichtlich hoffen, eines nicht geringeren Interesses bei unserer Leser- chaft zu erfreuen haben dürfte. Es handelt sich diesmal nicht um einen Kriminalfall, sondern um einen modernen Gesellschafts- und LiebeSrvman, der, im gegenwärtigen Deutsch- land spielend, seine reichbewegte Handlung aus nicht alltäglichen Konflikten entwickelt: er heißt „Oie kleine Nicolette" von Paul Hain Ad ist das jüngste, erst vor kurzem beendete Werk des beliebten und neuerdings sehr erfolg- reichen Schriftstellers. Der Roman vereinigt in hd? alle Vorzüge der gefälligen und leichtflüssi- gen Erzählergabe Hains: der Autor hat mit V^^^^ologifch geschickten Gegenüberstellung und Kontrahierung der Hauptpersonen und der entscheidenden Schauplätze der Erzählung, durch eine wohlabgewogene Mischung ernster und heiterer Motive und vor allem durch die sehr wirksame Steigerung der temperamentvoll entwickelten Konflikte einen echten und rechten Liebesroman geschaffen, der dem Geschmack und dem Lesebedürfnis breiter Publikumsschichten zweifellos aufs glücklichste entgegenkommt. Do dürfen wir wohl annehmen, mit der Erwerbung unseres neuen Romans einen nicht -minder guten Griff getan zu haben als mit der Veröffentlichung seiner Vorgänger: wir möchten unseren Leserinnen und Lesern mit diesem Werk eine besondere Weihnachtsfreude bereiten und wir hoffen, daß es allenthalben den Anklang findet, den es als eine bis zuletzt spannende und unterhaltende Lektüre verdienL Städtische Noihilfe. Don der Geschäftsstelle der Städtischen Rot- Hilfe wird unS mitgeteilt: „Wir stellen dankbar fest, daß der in Zeiten besonderer Rot stets bewiesene Opfersinn der Gießener Bürgerschaft zum Besten der Städtischen Rothilfe wiederum rege erwacht ist. Doch außer- ordentlich groß ist die Rot der Zeit, die einen erheblichen Teil unserer Mitbürger betroffen hab Damit steigert sich auch das Bedürfnis zu einer allgemeinen Hllfeleistung von Mensch zu Mensch. Die öbentlichen Mittel werden stark beansprucht: sie dienen der Linderung der äußersten Rot, reichen aber zur Befriedigung aller gerechten Ansprüche der Fürsorgebedürftigen bei weitem Un,lpru*] A Ä !l°ne hm 2*n9 bts V zlls Die „A.. Hüll unter 'Mim. 'Ilgen Ufa- der Erst. ft'“0’- öeihina Silrns Jt m ban Heutigen, fntenhun» des Silins .__.....— -»paziergang von Obern- ovrf nach Arnsdorf entstanden! War daS nicht die schänfte Gabe, die ie an einem Heiligen Abend dargebracht wurde? Und Franz Gruber fand noch in derselben Stunde die wundersame, uns bis ins innerste Herz rührende Weite. Aus der Gitarre begleitete er dann in dem kleinen Kirchlein zu Oberndorf das neue, wie vom Himmel gefallene Lied. Festabend eine heitere Erstausführung angefetzt. Der Opercttenschlager von Walter und Willi Kollo, .Drei arme kleine Mädels", wird einmalig aufgeführt. Diese einmalige Operettenvorstellung ist alS Gastspiel der Bereinigten Operetten-Bühnen Bochum-Hamborn sestge- IcflL Die Dvrstellung beginnt 18.30 Ahr. • •• Kauft WohlfahrtSbriefmarken^ 3in heutigen Anzciaentell weist die Giehenco Rotbilfe er.ieut aus den WohllahrtSbriefmarken- Der.aus hin, der noch bis zum 15. Januar 1931 statlfindet. und dessen Ertrag zur Linderung der zunehmenden Rot weiter Bevölkcrungskrels« bestimmt ist. Für die Gießener Rothilfe erfolgt ber Vertrieb der Wohlfahrtsbriefmarken durch daS Städtische WohlsahrtSamt. Von den Wohl- fahrtSbrtefmarken, die vom Städtischen Wohlfahrtsamt bezogen sind, fliehen 80 Prozent deS Reinertrags der Gießener Rothilfe zu. Um diese« Hilfswerk für unsere einheimischen bedrängten Mitbürger zu fördern, sei jedermann der Bezug von WohlsahrtSbriefmarken durch daS Städtische Wrchlsahrtsamt dringend empfoh.cn. Rähercs ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. " Der Postdtenst am Goldenen Sonntag. Am morgigen Sonntag, 21. Dv- zember, ist die Paketannahme beim Gießener Postamt von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 U&r geöffnet: Schalterdienst ist wie Sonntags» ebenso die Orts-Briefzustellung und die Briefkastenleerung. Die Orts-Poketzustellung findet nur vormittags statt. Die OrtS-Geldzustellung und die Landzustellung fallen aus. ** Der Ladenschluß am Heiligabend >st auf 17 Uhr fcstgclegt worden. Lebensmittel-, (9c* nußmittel, und Blumengeschäfte dürfen bis 18 Uhr offenhalten. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. "Der Hochbehälter angeschlossen. Der neue Hochbehälter wurde nunmehr an bas Wasserwerk Qucckborn angeschlossen. Die Wasser-' Versorgung unserer Stadt ist damit selbst für außer- ordentliche Fälle sichergestellt. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Artikel über den Hoch- behälter an anderer Stelle dieses Blattes. ** Wochenmarkt. Wegen Ausfalls des Don- ncrstag-Wochenmarktes findet in der nächsten Woche der Markt am Dienstag und Mittwoch in der Marktlaubenftraße statt. " Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Llhr bei kleinen Preisen geöffnet. Die Räume sind geheizt. •* Oberhessischer Kun st verein. Die Weihnachts-Ausstellung .Künstlerhilfe 1930“ ist nut noch morgen Sonntag. 21. Dezember, von 11 biS 13 und von 15 bis 18 Ahr, sowie Montags! von 11 bis 13 Llhr geöffnet. Der Ausstellungsraum bleibt dann bis zu der am 11. Sanuar beginnenden neuen Ausstellung „Der schöne Menschgeschlossen. ” Einbrecher im LebenSmi ttekla- ?e r. 3n der vergangenen Rächt wurde in dem ager einer hiesigen Lebensmittelgrohhandlung in der Rordanlage ein Einbruch verübt. Der Dieb stieg an der Fassade eineS benachbarten Hauses faxy, ging über die Dächer und drang durch eine Dachluke in das zweite Stockwerk deS Lagerhauses ein. Was dem oder den Dieben an Lebensmitteln in die Hände fiel, konnte bisher noch nicht fest- gestellt werden. Dte Diebe scheinen aber bei ihrer Arbeit gestört worden zu sein, denn ein Hund, der im Erdgeschoß untergebracht war. schlug an. Mit Hilfe eines Seiles verließen die Einbrecher den Schauplatz ihrer Tat Die Polizei hat die Ermittlungen ausgenommen. Aus ver provmzialbouvtstodt Gießen, den 20. Dezember 1930. Unsere Weihnachtslieder. Unbekümmert um der Zeiten Lauf haben die Kinder ihre Weihnachtswünsche zu Papier gebracht. WaS sagt aber der Geldbeutel dazu? Wir schütteln bedauernd den Kopf, streichen dieS und daS, und schließlich bleibt nicht viel übrig. Wir seufzen: „Es wirb dieses 2ahr nicht so werden tote früher. Schade!" Aber darf man deshalb schon jetzt Angst haben vor dem Weihnacht sfest? Haben wir nicht schon viel schlimmere Zeiten erlebt? Denken wir an die Kriegsjahre! Wenn wir damals vom „Frieden auf Erden" sprachen, während draußen Millionen unserer Brüder im härtesten Kampfe lagen, hatten wir da nicht einen bitteren Beigeschmack auf der.Zunge? Und nun wollen wir in diesen Tagen verzweifeln? Soll die Rot der Zeit durch den schwärzesten Pessimismus noch schwärzer gemalt werden? Dazu ist jedenfalls daS Weihnachtsfest nicht da. Wir feiern ja nicht mit dem Geldbeutel, sondern mit dem Herzen. Und wenn die.Geschenke noch so klein sind, oder ganz fehlen, die Freude kann doch unter dem brennenden Weih- nachtSbaum sein. Rur die Kinder wollen wir nicht ganz vergessen. Wenn wir nicht« kaufen können, dann helfen unsere Hände. Eine kleine Puppenschlasstube, oder ein Brettspiel können wir schließlich auch noch selber Herstellen. Die paar Hammerschläge, die unS auf die Fingerspitzen sausen, und der Leimgeruch, der vielleicht einige Tage in der Küche schwebt, machen die Sache ja noch viel schöner und wertvoller. EtwaS jedenfalls kann unS nie und nimmer geraubt werden, daS find unsere deutschen Weihnachtslieder. Wer kennt sie alle? Wer weiß, wie alt sie find? Wieviel Millionen Menschen haben sie schon beim Schein der Kerzen mit dankbarem und hofsnungssreudigem Herzen gesungen! Gerade sie wollen wir in diesem Jahre nicht vergessen. Erinnert wurde ich an sie, alS ich vor einigen Tagen an einer Schule vorbeikam, auS der mir Gesang entgegenschallte. Das alte, liebe Volkslied ,O Tannenbaum" wurde eingeübt. Wenn auch einzelne Teile immer wiederholt und besser vorgetragen werden mußten, bis es endlich klappte, so bewegten mir die kindlichen Stimmen doch daS Herz. Und welche Menae schöner Weihnachtslieder haben wir!'Die meisten sind wohl reine Volkslieder, von dem alten wundersamen .Es ist ein Ros' entsprungen"' angefangen bis zum zartesten und köstlichsten .Sülle Rächt'". Don vielen kennen wir ja die Verfasser und auch die Komponistei., aber find die Weihnachtslieder deshalb weniger Volkslieder als andere? Schon die Allerkleinsten fingen ,Morgen kommt der Weihnachtsmann", „3}r Kinderlein kommet", „Alle Jahre wieder", .Vom Himmel hoch" und viele andere. Und wenn wir des Knaben Wun- derhorn aufschlagen, finden wir noch eine ganze Anzahl .Maria in ein Stabilem kam", .Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt", .Aus dem Berge, da geht der Wind" usw. Bei toekber Weihnachtsfeier wird aber nicht von alt und jung ..Stille Rächt, heilige Rächt" gesungen? Die Entstehung dieses Liedes sollte uns auch heute noch ein Trost und eine Zuversicht fein. Es ist noch gar nicht so lange her, daß es entstand. 3m Jahre 1818 war es, und wir kennen den Verfasser und den Komponisten. So oft ich das Lied singen höre, oder selber singe, denke ich an jene Weihnacht dort im einsamen, verlassenen Tal der Salzach. DaS Kirchlein in Oberndorf, in dem daS schönste aller Lieder zuerst gesungen wurde, steht nicht mehr, aber daS Schulhaus, in dem der junge Lehrer Franz Gruber mit seiner Schwester wohnte. Heber der Tür finden wir eine Gedenktafel: Stille Rach*, hellige Rachti Wer hat dich, o Lied, gemacht? Mohr hat mich fo schin erdacht, ®ruber zu Gehör gebrach:: Priester und Lehrer vereint! Das HauS steht Im stillen Arnsdorf, tm Dalz- ' irgisch.n. Die Stube deS Lehrers Gruber ist unberührt geblieben. DLra« I lagen- des E Ss Detter isklareM E < Größerer Wert — ohne Preiserhöhung! 2 eitriger Roadster . . . RM 1990 2 eitriges Cabriolet . . RM 2500 4 eitriger offener Wagen RM 2350 4 eitrige Limousine . . RM 2700 fünffach bereift . . . Preite ab Werk ADAM OPEL A. G.. RÜSSELSHEIM AM MAIN richt auS. Hier bietet sich den Vereinigungen der privaten Fürsorge uni) allen edeldenkenden und mitfühlenden Bürgern der Stadt ein dankbares Wirkungsfeld durch zweckmäßige Ergänzung der öffentlichen Fürsorge. Sie müssen sich der Mafien- not annehmen und den In einem weiten Teile der Einwohnerschaft noch verborgenen Opfersinn zu Heden versuchen. Die schon bestehende Hilfsbereitschaft ist im Interesse der Hilfsbedürftigen weiter zu fördern und dem Gesamtwerk nutzbar zu machen. Das Städtische Wohlfahrtsamt, Gar- tenstraße 2. als Geschäftsstelle der Städtischen Rothilfe. nimmt auch weiterhin Spenden aller Art und Zuwendungen gleich welcher Form seien sie Bcr eld Sch. hr. Klcidungs- und Wäscht stucke, Gutscheine für Lebensmittel, Raturalbezug iMittagStisch usw.) oder dergleichen, stet- dankbar an und trägt Sorge für ihre zweckmäßige Verwendung. Den bisherigen Spendern fei nicht aulctjt auch im Rainen derjenigen gedankt denen die zugewiesenen Spenden eine Erleichterung ihrer wirtschaftlichen Rotlage bedeuteten." Unbeteiligte Haussammlungen. 3n diesen Tagen wurde verschiedentlich festgestellt, daß von feiten verschiedener Organisationen öffentliche Haussammlungen durchgesührt werden, die von der Polizei nicht genehmigt sind. Haussammlungen find, soweit sie öffentlich veranstaltet werden, in jedem Falle von der Genehmigung der Polizei abhängig. Die betreffenden Sammler müssen aber dann im Besitz einer behördlich abgestempelten Sammelliste fein. ES dürfte sich daher empfehlen, fich zuvor von der Rechtmäßigkeit einer Sammlung zu überzeugen, bevor man gibt. 3n erster Linie ist aber für die Entgegennahme von Gaben irgendwelcher Art das Städtische Wohlfahrtsamt und die von ihr organisierte .Städtische Rothilfe" zuständig. Des weiteren wurde die Beobachtung gemacht, daß in verschiedenen Höheren Schulen ebenfalls gesammelt wird, und zwar für — Berlin. Es erscheint angebracht, darauf hinzuweisen, daß, wenn schon gesammelt wird, unsere heimische, notleidende Bürgerschaft zuerst berücksichtigt wird. Vornot izcn. — $ ageskalenderfürSamstag. Erste Reichsku z'christgesell chast .Gabelsb.rge?" und Damenabteilung e. 03.: Weihnachtsfeier in der ^Stadt Lich". — Geflügel- und Vogelzuchtverein: Ollonatsversammlung, 20.30 Ahr, bei Gastwirt Henkel. — Paddlergilde Gießen e. D.: Klubabend. Pulvermühle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Das Halsband der Königin". — Astoria-Licht- spiele: „Der Rarr seiner Liebe" und »Das Recht deS Stärkeren". — Tageskalender für Sonntag: vtadttheater: .Goldmarie und Pechmarie", 15 bis 17.30 übt; „Geschäft mit Amerika". 19 biS 20 H&r. — Lichtspielhaus, Dahnkwsstraße: .DaS Halsband der Königin'". — Astoria-Lichtspiele: »Der Rarr seiner Liebe"' und .Das Recht des Stärkeren". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 15 Uhr, Märchenvorstellung: „Goldmarie und Pechmarie", mit Gesang, Musik und Tänzen, unter der Spielleitung von Karl Volck. 18.30 Uhr zum letztenmal: .Geschäft mit Amerika" als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen. Diens- tag, den 23. Dezember, im Dienstagabonnement, die Schlager-Zazzoperette: .Meine Schwester und ich.' Mittwoch, 24. Dezember (Heiligabriid), geschlossen. Die Intendanz hat auch dieses Iahr wiederum Sorge getragen, daß über die Feiertage ein wirkliches Festprogramm, den WeihnachtS- tagen angepaßt, auf dem Spielplan steht Der erste Weihnachtstag bringt die Erst-Aufführung von Rostand«: .Der Mann, den sein Gewissen trieb." Diese« Stück hat in Deutschland Auf- lehen erregt und wurde wegen seiner mutigem und doch versöhnenden Idee ein ähnliche« ®r- fvlgstück wie etwa im Vorjahr .Die andere Seite". Die Vorstellung findet im Freitagabonnement statt. Am Rachmittag ist eine ge- chlossene Vorstellung festgesetzt, in der daS diesjährige Weihnachtsmärchen in Szene geht. DaS gleiche Märchen: .Goldmarie und Pechmarie" ist alS offene Weihnachtsvorstellung am 2. Feiertag, 15 Uhr, festgesetzt Ermäßigte Preise. Am zweiten Feiertag ist Im Gegensatz zum ersten y wa 1 Wilhelm Moeser Herr Wilhelm Moeser im 56. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Elsbeth Moeser Gießen, Herborn, den 19 Dezember 1930. 8584D Nachruf. Am 19. Dezember verschied nach kurzem schweren Leiden unser hochverehrter Chef Herr Kaufmann Wilhelm Moeser | Verkäufe | nebe Gießen, den 20. Dezember 1930. 861 ID Großen-Linden, den 20. Dezember 1930. 8624D 8607 D neben. LieblggtraBe 1361 r. Otto (Stärke B). .938 V 2—3 fei« möbl, Wiesede, den 20. Dezember 1930 HM 07859 Statt besonderer Anzeige Heute wurde unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Lina Thörner (Verschiedenes | Stellenangebote| Ü583I ht«-Heizung • lalii-Kohleo I Büroräume felephön 2534 591 it Boi» meiner bödni* prämiierten Zucht Schriftliche Angebote unter (7827 an den (Siebener Anzeiger erbeten. Zimmer ■ BenircilbetAimnimu od. ohne Garage btll. zu vermieten <>7839 (9 Onüerger str 54. Butoaaragcn 1'^'1) sotvte kleine u. große Werkstatt n. Vager- räume Schissenber- uer Weg au oerm. 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Gestern abend gegen 9 Uhr entschlief plötzlich und unerwartet unser innigstgeliebtes, braves Söhnchen, Brüderchen, Enkelchen, Neffe, Cousin und Pate Junger Deutscher Gchäferhun > vretSw. nbumeben 2llbach bet Gieijen, Hauvtiir. 20. „H,o Zuhab.lnApotbek., Droger. n. wo Pia- kale sichtbar. 6MiV D.B.S. Morgen Sonntag« den 21. d. M. vormittags 8 Uhr, Kreisversammlung bei Faulstich, Bahnhofstr. Uiblein. Cbntotm. 5/20 PS. Hag-Limousine in fahrbereitem Zn- stan6>ach bereift, versteuert bis Aebr. 15)31 für NM. 300.- au verkaufen. Ln?HV Angeboten. L. 8.1836 an Ala, Haaaensteln Ä Vogler, Köln. Ger.3ZininierWohiiung m. fainil. Zubehör, fr. Vage, t. Bor an Gieß. (20 Difn. bis Stadt» z. Greife v NM. 10 au venn. Schr. Ang. uni. 85881) o. b. ($;eß. VtnA- 2 Roöelschlilten 1 Zwei- und 1 Einsitzer. 07810 nbnttr. 3 I. mit Abstellraum iLageri alsb. z. atm. Nah. b. Photograph Uhl, ftranffuiitr Strafte 5. 8ßtsi> Großen-Linden, Gießen, 20 Dezember 1930. ___________________________________________85821' nreines Gesicht Pickel, Mitesser werden unter Garantie rf,„ hVFNIl «L(StärkeA)beseitigt durch venuo Preis 2.75. Gegen Sommersprossen jsteiiengesuche] junges, in nn.Hans- arbe len erfahrenes Mädchen lucht Stelle, inögl. iii., Stadttheater Sonntag, 21. Dez^ von 15 bis 17%Ubc Kindervorstellung Anher Abonnement Ermählgie Preise Goldmar.e ü. Puctoaris (Frau Ho le) Weihnachtsmärchen in fünf Akten von AloyS Prasch. Musik von Gustav Stessens. Sonntag, 21.Dez., von 18'-, b. 20'/; Uhr 3 remben Vorstellung Auher Abonnement Ermähigte Preise Zum letzten Male: Geschäft mit Amerika tinüfpiel in 3 Aki en von tzanl Arankund Vubrotfl Hirschfeld. TienStag.23 TcAm v. 1!)' 2b.flcn.221', U.: 11.Dlensfag-M.rrsL Cpeietrcuvrelse Me ne Schwester unii ich Pflislkal. Lustspiel — IaAA'Cperetie - von Roberi Blum. Musik u. GefangSiexle von Rai vH Benatzky. To ucrstag, 25. TcAcmber, l.Welunachtsteleriaa von 15' , biö 18 Uhr Gefchloiene Bor- UellilNfl IsosgD Goldmar.e 0. Pechmarie (Frau Holle) WeibnachiSmärwcn IN 5 Akten von AloyS Pra'ch. Musik von Gnslav SleffenS. Do.nerotag, den 25. Dezember, l.Weihnachloieleilag von 20 bis 22 Uhr: 12. Freitags Abonueui. Bortt. Gewöhnliche Preise Znm ersten Male! Der Ita, den sein Gewissen Irieb Schauspiel m einem Borfviel und brei Akten von Maurtce Ronand. Freitag, 2«. Dez.. 2.WeihnachiSfcieriag von 15 biö 17'/3Ubr: Kindervorstellung Auher Abonnement Ermählgie Preise Go.dmar.e o. Pechmarie (Frau Holle) Weihnachtsmärchen in ü Aklen von AloyS Prasch, Musik von Gun. Steffens. Freitag, 26. Dez., ^.WeihnachlSfeierlag von 18'/? bid2r-3Ubc Auher Abonnement Erniählgte Overeitenoreise Gaftviel bet Bereinigten Operetten» theater Bochum« Hamborn Drei arme kleine Mädels Operette In einem Borsptel unb 3Ak,en von H. Feiner und B. -Varbt-Warden. Gesangs,exie von Willi SioUo, 'Hinfit von Walter Kollo. Sonntag, 28. Dez., von 15 bis 17 Uhr Geschlossene Boruelliing DerMaoo den sein Gewissen Irieb Schauspiel in drei Akten und einem Borfviel von Maurice Rouand. Sonntag, 28. Dez., von 18 biö 20 Uhr fremden Vor stellung Anher Abonnement Ermäßigte Preise Der Mann den sein Gewissen Irieb Schauspiel In einem Borfpiel und drei Akten von Mau.:re Rostaud. Weihnachtswunsch! Mühlenbentzer und Landwirt, cvangel, Witwer. Mitte 40er, sucht Lebensgcsührtin m. etwas Bertnögen. Anschrifien mit Bild linier 8601)1» an den Ölte Heuer Anzeiger Verschwiegenheit Ehren fächel im zarten Alter von 21/« Jahren. fn tiefem Schmerz: Otto Schäfer, Dreschmascbinenbesitzer Liaa Schäfer, geb. Schäfer Erwin Schäfer Emil Schäfer, Großvater nebst allen Verwandten Kans Rälie Alicenstr. sehr billig zu verkaufen. Anzahl. 4-5000 MU Wohnung (2 Zunni^ Stammet und Küche) fo'ort beuehbar. Schr. Ang. um. 07851 an den (yieft. Anz. Criindl. Mille in Latein für Tertianer während b. Wethnachiö- leiten gesucht. Schr. Angebote nut. 8614!) an b. 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Auf Wunsch der Entschlafenen findet die Beerdigung in aller Stille statt. Die Angestellten der Firma Wilhelm Moeser G.m.b.H, Heute früh 2 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treuer, guter Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Antonie Moeser, geb. Schumann Hedwig Moeser Heinz Moeser Statt Karten! Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie die Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen dfer trauernden Hinterbliebenen: Jenny Rosenbaum und Kinder. Die Trauerfeier findet Montag, den 22. Dezember, nachmittags 2V2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt — Beileidsbesuche dankend verbeten. PcrsckteS Alleinmädchen mit guten Kochkenni- nissen, bas schon in bcss. Hausern mtin war. f so, ob. später gesucht. Borzustellen von 11 — 13 llllt. 0T8H Fran Dr. A. Qremme Friedrtchstr 53 p, besuch« Auni 1. ,)an. 10ml. MH u. Bfloeiniööiiien mm. 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Die innenpolitischen Dründe, die zu diesem Entschlüsse führten, können hier beiseite bleiben. Es ist traurig genug, daß es nicht möglich ist, im Reichstag in einer Frage, wie im Augenblick die oberschlesische, eine harmonische und einheitliche Kundgebung zustande zu bringen, obwohl in der Sach?, im Eintreten für die mißhandelten Volksgenossen und ihrer Rechte alles durchaus einig ist. Eine solche Debatte bätte aber auch außenpolitisch nichts genützt, weil die Aktion bereitet eingeleitet und in Gang ist. Deutschland hat zum erstenmal von dem De' schwerderecht des Genfer Abkommens über Oberschlesien Gebrauch gemacht. Die Rot? vom 27. Ro- dember ist durch eine zweite am l2. Dez. ergänzt wordeni, die weitere polnische Gewalttaten auszählt und belegt. Die Angelegenheit steht an für den ^5ölkerbündsrat im ijanuar. Sie rollt ganz von selbst das deutsch-polnische Verhältnis in vollem Umfange auf. Man mag noch so viel diplomatische Kunst daraus verwenden, zu verschleiern ist diese Tatsache nicht. Die Besprechung über Oberschlesien berührt das Grenzproblem überall, wo sie an die Minderheitenfrage rührt, und wesentlich ist heute, daß die Geduld des deutschen Volkes in bezug aus sein Verhältnis zu Polen am Ende ist. Das ist etwas Elementares und ist eine Tatsache von außenpolitischer Be- deutung. , □Dir haben diese jahrelangen Klagen und Beschwerden satt. Uebcrall sieht man ein, daß mit Polen einfach nicht vorwärts zu kommen ist. Damit ist durchaus nicht Anträgen das Wort geredet, wie sie im Reichstag etwa in Sachen des Liguidationsabkommens usw. eingereicht worden sind. Anträge, wie sie nicht sein sollen, weil sie am Ziel Vorbeigehen, nicht nur Die Möglichkeiten mißachten, sondern nicht einmal die einfachsten Voraussetzungen kennen und berücksichtigen, die für solche Vorstöße notwendig waren. Auch das ist ein Grund, warum die außenpolitische Bedeutung des Reichstages so gering geworden ist, daß so oft oppositionelle Vorstöße erfolgen, die nicht ernst genommen werden können. Aber, mag dem sein wie es will, Tatsache ist: die de u t sch - po l n i s ch e Krise ist zu einer Schärfe gediehen wie noch nie, Tatsache ist auch hie Schuldder Polen an dieser Verschärfung. Was wi.l eigentlich Polen? Was will der Marschall? Warum ist er nicht längst formell vor aller Welt Diktator, wie Mussolini? Warum zieht er sich gerade jetzt, wo der Sejm zusammentritt, vom Kriegsministeramt zurück, erschien er gar nicht im Sejm, den er sich doch hat wählen Iahen, will er sogar ins Ausland reisen? Das sind alles Fragen ohne Antwort. Das sind alles Gesten, die nicht den Eindruck einer sich selbst Dertraucnben Stärke machen und die noch weniger erkennen lassen, daß der maßgebende Mann im polnischen Staat selbst weiß, wohin er sein Staatsschiff steuern will. Deshalb weiß man auch nicht recht, was her- auskommen soll, wenn, wie es heißt, Marschall P i l s u d s k i selbst an der Ratssitzung im Januar teilnchmen will. Das kann dann zu einer großen Explo'ion führen. Deutschlands volles Recht ist so sicher, daß es nicht nötig hat, sie von sich aus zu veranlassen. Un,cr Vertreter sollte sich, wenn die Lage kritisch wird, den alten Grafen Apponogyi zum Vorbild nehmen, der, als im Streit zwischen Ungarn und Rumänien in Genf 1927 der rumänische Vertreter jede Haltung verlor. durch die Destimmtheit und Würde seines Auftretens die ganze Stimmung für sich gewann. Zwischen Deutschland und Polen steht in der obersch! esi schon Frage mehr auf dem Spiel, als in jenem Streit um die Ovtantenentschädigung zwischen Rumänien und Ungarn. Cs ist auch nicht unsere Schuld, daß diese Ratstagung gleichzeitig noch mit anderem Sprengstoff geladen ist. Am 9. Dezember ging die Vorbereitende Abrüstungskonferenz in Genf zu Ende. Es war ihre sechste Tagung, mehr als vier Jahre hat sie gebraucht, um ihre Aufgabe zu lösen. Diese war bekanntlich ein Entwurf: Grundsätze für ein allgemeines Abkommen über Die Rüstungen als Grundlage für die Arbeiten der allgemeinen Abrüstungskonferenz. Deren Ein- berufungstermin soll der Völlerbundsrat im 3a- nuar „fc ft legen“. Da hilft nun kein Mund- spitzen mehr, da muß wirklich gepfiffen werden. Tiefe Frage des Termins muß zur Entscheidung kommen. Damit ist ein weiteres Moment großer Spannung für diese Tagung gegeben. Der fertiggestellte Entwurf ist für Deutschland durchaus unbefriedigend. Unsere Vertretung hat wegen des Artikels 52 gegen ihn im ganzen gestimmt. Denn mit diesem Artikel wird der Versailler Vertrag, also die einseitige Entwaffnung Deutschlands und seiner Verbündeten, als Grundlage genommen. Die Bedeutung dieses Artikels 52 liegt darin, daß danach die Ziffern bemessen werden, die in den Entwurf für die Heeresstärke der einzelnen Länder einzusetzen sind. Damit ist die Konferenz von vornherein ihrer Bedeutung entkleidet. Der vorliegende Entwurf verschleiert den wirklichen Stand der Rüstungen, gestattet sogar chre Erhöhung, will aber Deutschland auf dem Riveau der Abrüstung festhalten, das ihm in Versailles aufgezwungen wurde, weil die Ab- rüstungslvnferenz die Verpflichtung früherer Verträge also gar nicht berühren soll. Mit Rccht hat daher Graf Bernstorfs, dessen feste und ruhige Haltung allgemein anerkannt wird, auf die weltgeschichtliche Bedeutung hingewiesen, d.e die kommende Konferenz haben muß. Es ist klar, daß nach diesen Vorbereitungen in Genf die Frage d e r A b r ü ft u n - gen schlechthin zur Entscheidung gestellt wird und daß darüber gleichfalls eine Explosion erfolgen kami. Der deutsche Vertreter ermahnte d:e Regierungen, das zu erkennen, und ermahnte die Völker, chre Regierungen darauf h'.nzuweisen. Er hat sich mit Recht mehrmals auf die Worte des amerikanischen Vertreters bezogen, mit dem die deutsche Auffassung in Uebereinstimmung ist, ebenso wie übrigens im großen und ganzen mit der Auffassung der russischen Vertretung. Insofern ist der Pessimismus nicht ganz berechtigt, daß Deutschland auf der kommenden Abrüstungskonferenz kaum einen nennenswerten Bundesgenossen zu erwarten habe. Da ist doch noch mancherlei vorhanden und mancherlei zu tun im Verhältnis zu Amerika, zu Italien, zu Rußland, und zu den anderen, die sich in eine Front mit uns gestellt haben. Wenn die „Germania" schrieb, unser einziger Bundesgenosse bliebe unser Recht aus dem Versailler Vertrag und unsere Pflicht gegenüber der wahren Abrüstung, so ist das nicht ganz richtig und nicht ganz vollständig. Cs würde auch für uns zu wenig fein. Was Deutschland zu tun hätte, wenn die Abrüstungskonferenz diesen Konventionsentwurf übernimmt, oder wenn der Termin dieser Konferenz nicht festgelegt wird — diese Erwägung ist nicht mit der Berufung auf unser Recht aus dem Versailler Vertrag erledigt. Das erfordert ernsteste Erwägung und Fähigkeit zu Entschluß! Dazu aber muß die deutsche Regierung die Möglichkeit, die Sicherheit ihrer Arbeit und Vorbereitung haben. Richt nur ist die Annahme ihrer innenpolitischen Vorlagen zugleich außenpolitische Betätigung, sondern sie ist auch Voraussetzung dafür, daß der Kanzler mit seinen Mitarbeitern wirklich arbeiten, d. h. in den nächsten drei bis vier Wochen vorbereiten kann. Vorbereiten sich selbst für das, was Deutschland nunmehr außenpolitisch soll, will und kann, und vorbereiten die Wege und das Gelände, auf denen zu diesem Ziele vorwärts gegangen werden muß oder kann. Das Drängen, das sich gegenwärtig im Reichstag immer zum Wort meldet, hat schon darum keinen rechten Zweck, als ja jeder Staatsmann Deutschlands, der damit befaßt ist, weih, daß er gar nicht anders kann als vorwärts gehen, weil die gewaltige Welle wachsender nationaler Freiheitsstimmung ihn ein- Wie England Weihnachten feiert Von 2i. Richard, London. Nachdruck verboten. Kein Fest wird in England so ernst genommen und so gründlich gefeiert, wie Weihnachten. So gründlich, daß manchmal, wenn der erste Feiertag günftig liegt, Geschäfte und Bureaus v.er volle Tage hintereinander geschloffen hie ben; daß politische Ereignisse jeder Art über das Fest verpönt sind — diese Regel wird von allen Parteien eingehalten —, und daß der Einwand, man habe nur etwas zu eifrig Weihnachten gefeiert, selbst einen betrunkenen zickzackenden Auto obrer anstatt der sonst üblichen strengen Strafe mit einer Warnung davonkommen läßt. Denn es ist ein Fest der Freundlichkeit und Fröhlichkeit und des allgemeinen Gehenlassens. Die „Carolsinger", die Kinder, die vor den Türen Weihnachtslieder fingen — schon Dickens hat sie in seinen Weihnachtsgeschichten beschrieben —, legen auch heute noch allen Wohlgesinnten ihren Zoll an Kupfermünzen auf; man zahlt ihn gerne, obwohl diese Rangen nur selten schön fingen. Denn sie fingen noch dieselben Lieder wie zu Dickens Zeiten: Gott segne euch, ihr vergnügten Herren — und gebt uns etwas ab von den guten Dingen ^auf eurem Tisch. Die guten Dinge des Lebens nämlich, das Der- Hnügtsein, das Konzentrieren auf gut Essen und -L-rinken, Küssen und Tanzen und Gechichtenerzäh- len, das ist hier das Fest, älter als Dickens oder Shakespeare selber. Geradewegs abstammend von den zwölf Rächten, der wilden Jagd, und der gebratenen Wildsau der heidnischen Vyrfahren. Weihnachtsmann und Lichterbaum, Christkind und Engel sind Fremdlinge im Land, neumodische Umstände, made in Germany. Dor der Königin Viktoria unb ihrer deutschen Familie kannte man sie nicht. Immer wirken sie ein wenig unecht und gewollt, man versteht diese Dinge hier nicht zu behandeln und läßt sie wohl nur der Kinder wegen gelten. Der alte englische Weihnachtsmann ist viel mehr mit den Geistern verwandt, die Dickens' altem Geizhals ©crooge in der Weihnachtsnacht den Kopf zurechtsetzten: er reitet auf dein Wind, wie Wotan, nachts kommt er durch den Kamin und füllt den Kinderftrumpf mit Geschenken — etwas unheimlich und spukhaft ift der ^eilige Abend immer, der ja übrigens nicht weiter gefeiert wird; Weihnachtstag heißt hier der 25. und man soll die Rächt vorher möglichst fest schlafen, um nicht etwa mehr zu sehen, als für einen gut ist. Früher häufte man am Festtag das Feuer hoch im Karnin, übertönte die unheimlichen Laute von draußen mit wilder Geselligkeit und begrüßte begeistert den am Spieß gebratenen Eber. Das wilde Borstentier ist ausgestorben, in unserem milden Parkland weht wohl auch nicht mehr die rechte Luft dafür. Wir haben statt seiner den Truthahn, -auch ein von Ratur übelwollendes Tier; aber wie angenehm für den Festesser, wenn er mit Kastanien gefüllt und von einem Kranz hübscher kleiner Würstchen umgeben ist. Und wie lieblich duftet der mit Recht berühmte Pudding; schwarz vom fünfundzwanzig Stunden lang andauernden Kochen, stechpalmengekrönt, rumübergossen, brennend. Die gute Hausfrau hat ihn schon früh im Herbst gemischt aus vielen schweren und köstlichen Substanzen, tüchtig mit Rum befeuchtet, ein paar glückbringende Silbermün^en im Teig versteckt und ihre besten Freunde zum Rührenhelfen eingeladen, denn auch daran hängt ein Rattenkönig alten Aberglaubens. Aehnliches gilt für die vielen anderen komplizierten und unverdaulichen Leckerbissen; es findet eine ernste Konzentration auf fleischliche Genüsse statt, die bei den mageren Inselbewohnern ganz außerordentlich erfrischend wirkt; ein Auflockern ihrer legendären Steifheit in etwas sehr viel Menschlicheres. Mit so viel Begeisterung wird in England überhaupt nur noch zu Weihnachten gegessen. Die Hotels, die in Deutschland um diese Zeit so verödet sind, machen glänzende Geschäfte, denn nicht jede moderne Hausfrau unterzieht sich gern den anstrengenden Vorbereitungen, und eine angeregte Gesellschaft findet man bori auf jeden Fall. Das Beliebteste bleibt aber doch das Altmodischste, die große Gesellschaft in ei.iem Hcmfe, in dem man auf korrektes Einhalten des Rituals rechrrcn kann. Da muh das ganze Haus mit bunten Papierketten und Stechpalmen geschmückt sein; den Truthahn und den Pudding muh man in allen Zimmern riechen und die Sänger vor'm Hause müssen jene alten „Carols“ fingen, die schließlich au$ meistens auf Essen und Trinken heraus- kommen. fach elementar vorwärts treibt, oder wenn er nicht Vorwärtsgehen wollte, überflutet. Da dem aber so ist, hat jeder, der außenpolitische Verantwortung fühlt, die doppelte und dreifache Pflicht, abzuwägcn und zurückzuweifen, was lediglich in Geschrei und in der Geste eine außenpolitische Aktion sieht und die tatsächliche Aktion nur stört. Denn die Schwierigkeiten, tue vor der nun notwendigen außenpolitischen Aktivität Deutschlands heute stehen, sind ungeheuer! Sie sind viel größer als das Durchschnittsurteil daheim überhaupt sieht. Während Lateinamerika in diesen Tagen die hundertste Wiederkehr deS Todestages von Simon Bolivar, des Befreiers feierte, wird sein spanisches Mutterland, dessen Sprache und Kultur in den damals entstehenden südamerikanischen Staaten fortlebt, von revolutionären Zuckungen erschüttert. Militärrevolten in den Städten Iaca, Generalstreikrevolte. Fliegerrevolte mit revolutionären Pro! ama.Ionen über Madrid, — man kann all das niederwerfen, wie es auch der Fall zu fein scheint, aber gesund wird das Land dadurch nicht. Die Rachfolgeschaft Primo de Riveras ist von einer erstaunlichen Unfruchtbarkeit und Unfähigkeit zu Reformen. zu wirklicher Ordnung. Denn was man da mit der Militärdiktatur aufrechter hält, ist ja nur ein Schein der Ordnung. Unter der Oberfläche gährt und wühlt es weiter, bis einmal das ganze System zusammenbricht, wenn es nicht die Kraft zur Reform fühlt. Denn auch nach diesem Lande, das am Kriege nicht teilnahm, bringt ja der große Prozeß der Erschütterung und Umbildung, der die Folge des Krieges all überall ist. Aus diesem Krieg und aus seiner Vorbereitung ragt Poincar^s Gestalt noch in das heutige Frankreich und in die europäischen Gegensätze herein. Schwere Krankheit hat den über Siebzigjährigen darniedergeworfen. Wird er sie überstehen? Die große Teilnahme an der Erkrankung in Frankreich zeigt, was er seinem Lande auch heute noch bedeutet. Man blickt ja feit Monaten hier auf ihn als den Retter au» einer Spannung, die sein Schüler Tardieu nicht zu lösen vermochte. Poincarö sollte präsidieren an der Eröffnung des Germanischen Instituts an der Sorbonne, das Professor Henry Lichtenberger ins Leben gerufen hat. Wäre Poincare da wirklich am richtigen Platz gewesen? Was er sagen wollte, wurde verlesen. Selbstverständ'ichkeiten von deutsch-franzls scher Kulturb.e.nflrsfung unb von ber Rotwendigkeit gegenseitigen Sietkennen- lemens. Wir begrüßen die Einrichtung dieses Instituts wie alles in Frankreich und bei unS. was bas Bestehen ber beiben einander räumlich so nahen und geistig einander doch so fernen Völker fördert. Aber Poincare, beffen Bedeutung für Frankreich bic französische Geschichtsschreibung mit Recht immer sehr hoch stellen wirb, ist am Ende seines Lebens nicht der rechte Pate für eine herauf auszubauenbe. wie er selbst sagt. „Entente reflechie". Und es ist nicht nötig, die Gründe dafür einem deutschen Leser ausein- anberzufetzen! AxswandenmgspMk unb WcllwirWaMW. Die Drosselung der Auswanderung. — Aeue Gefahren für den Arbeiismarli. Von Otto Corbach. 3m Laufe der letzten hundert Jahre sind etwa 6 Millionen Menschen aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten ausgewandert. Trotz immer stärkerer Drosselung der gesamten Einwanderung durch die Washingtoner Regierung nahm die Union auch noch nach kern großen Kriege die überwältigende Mehrheit deutscher Auswanderer auf. Im Jahre 1929 gingen von 48 734 deutschen Auswanderern 38 734 nach den Vereinigten Staaten, bic übrigen bis auf einen Rest von einigen Hunbert, die in Europa blieben, nach anbern überseeischen Ländern. Kanada nahm 4625, Argentinien 2799 auf. Run scheint sich das Ventil ber Auswanderung für alle europäischen Länder vollkommen schließen zu sollen. Das Einwanderungskomitee des Repräsentantenhauses der Union wurde vom Weihen Hause davon in Kenntnis gesetzt, daß die Ausgabe von Visa für europäische Auswanderer durch die amerikanischen Konsuln so beschränkt werden solle, bah während des am 30. Juni 1931 endenden Rechnungsjahres schätzungsweise 135 000 Fremde, die unter normalen Verhältnissen unter dem Quotengeseh hätten eintoanbem können, daran verhindert werden würden. Kommt das schon einer völligen Unterbindung ber Einwanderung fast gleich, so scheint eine Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses sogar auf eine hermetische Alisch l i e h u n g der Häfen unb Grenzen gegen jegliche fremde Menschenzufuhr zu brängen. Darüber hinaus sollen bie geschlichen Dipvrta - tionsmöglichkeiten für Fremde erweitert werden, bie sich durch Verstöhe gegen bic amerikanischen Gesetze ober auch nur als „Radikale", worunter nicht nur Revolutionäre, sondern auch oft harmlose Reformer verstanden werden, unliebsam bemerkbar gemacht haben. In K a n a b a , das seine Tore für bic Einwanberung ebenfalls bereits so gut wie abgeriegelt hat, ist bic Provinz Alberta bazu übergegangen, sämtliche ..Fremben", bie arbeitslos würben, soweit sie unverheiratet finb, in bie Heimatländer abzuschieben. Irrwischen hat Brasilien eine weitere Verschärfung feiner Einwanberungs- Man gibt dem Pastor das Seine unb zieht vollzählig in bie Kirche; gleich barauf beginnt aber das große Diner, bei dem jung und alt Papierkappen trägt. Knallbonbons zieht und mit künstlichen Schneebällen wirft. — und es bietet sich auch Gelegenheit, dem schweren Essen mit starken Getränken die Waage zu halten. Gleich im Türrahmen hängt der Mistelzweig, unter dem jeder jede küssen darf. Man gibt sich auch Geschenke, unb zwar noch unter ganz entfernten Bekannten, ebenso wie es eine soziale Verpflichtung ist, möglichst vielen Leuten ' Weihnachtskarten zu schicken. Diese Karten enthalten gebrückte Glückwünsche von jeher nur möglichen Temperatur zwischen „Unsterblicher Liebe unb Freunbschaft im neuen Jahr“ unb „Komplimenten der Jahreszeit". Man stellt solche gesellschaftliche Trophäen zum Feste auf dem Kaminsims zur Schau unb vergleicht unter- einanber bie Ausbeute. Ein ganz geringer Grab von Intimität verpflichtet zu gegenseitiger Beschenkung, unb es kann sich leicht einer mit fünfunbzwanzig Kalendern beglückt finben. Ja, bas Schenken ist eine ernste Sorge, ber man mit langen Liften unb Plänen zuleibe geht; zubem nicht nur alle zum Haus gehörigen Personen unb ihre Kinder, sondern auch bie Austragjungen sämtlicher Kaufleute. her Milchmann, der Postbote und der Kaminkehrer ein Geschenk beanspruchen — woher ber zweite Feiertag seinen (Hamen hat — „Boxing-Day", an dem jeher seine Christmas- Box erwarten barf. Man gibt ihnen Geld — mit Kalendern wären sie nicht zufrieden — unb sie rechnen mit dielen Einnahmen wie Kellner mit ihrem Trinkgeld und wissen sich bemerkbar zu machen, wenn es zu wenig gewesen ist. Schließlich kommen, wenn man auf dem Lande wohnt, auch noch die Landstreicher und die Zigeuner: „Rur ein kleines Stückchen vom Pudding, ein lleines Schlückchen von dem guten Whisky", unb es bringt Unglück, sie abzuweisen. Am Ende, wenn Boxing-Day vorüber ist und das Truthahngerippe für bic Vögel am Baum hängt, hat man bas Gefühl, so grünblich gefeiert zu haben, daß man nun wieder gut für em Jahr mit minderen Festen zufrieden sein kann. beschränkungen angelünbigt. Die andern lateinamerikanischen Länder werden zweifellos diesem Beispiel folgen. Australien hat soeben 140 Italienern, bie auf Grund der bestehenden Gesetzgebung Zulassung zu finden hofften, nach ber langen und^oftspieligen Seereise die Landung verweigert, öd schließen sich nicht nur überall! bic Tore burch bie Curopamüde bisher ben Weg zu wirklichen ober vermeintlichen überseeischen Fleischtöpfen zu finben hoffen konnten, fonbern den überfüllten europäischen Arbeits- Märkten droht außerdem eine wachsende Rückwanderung abgehobener Einwanderer. Die Drosselung der überseeischen Einwanderung, erst recht die einsetzenbe Rückwanberung, muß naturgemäß in europäischen ßänbem zwangsläufig eine wachsenbe Abneigung gegen bie Beschäftigung von Auslän- bern auf bem eigenen Arbeitsmarkte mit sich bringen. Selbst Frankreich, bas in bet Rachkriegszeit gegen eineinhalb Millionen fry.nber Arbeiter aufnehmen unb beschäftigen konnte, bürste nunmehr zu bem System geschlossener Arbeitsmärkte übergehen, nachdem die Aufgaben des Wiederaufbaus ber zerstörten Gebiete, ber Auswertung neuer industrieller Entfaltungs- möglichkeiten, bie ber Sieg mit sich brachte, her (Entfaltung eines neuen kolonial imperialistischen Elans zur Verwirklichung hes Traums von einem „Größeren Frankreich" einigermaßen gelöst finb. unb im übrigen die Schonzeit verstrichen zu fein scheint, bie bic Weltwirtschaftskrise der französischen Wohlstandsinsel gewährte. Sv scheint ein allgemeines Zurückfluten her Zerstreuten aller Rationen in ihre Slammländer begonnen zu haben, um dort den sowieso schon übermäßigen Bevölkerungsdruck ins Unerträgliche zu steigern unb bie Reibungsmöglichkeiten mit ben Rachdarn auherorbentlich zu vermehren. Roch hat sich ber weltwirtschaftliche Horizont nirgends erhellt, aber selbst im Falle einer baldigen Ueberwinbung ber Weltwirtschaftskrise ist kaum bannt zu rechnen, daß bic überseeischen Einwanberungslänber aus eigenem Antriebe in Das Land um Friedberg und Bad-JIauheim. Wir haben kürzlich schon, mit einem in den „Familienblättern" abgebrochen Gedicht, auf dieses schmale Bändchen des Dichters Albert H. Rausch hingewiesen, bas bie Verkehrsvereine von Friebberg unb Dad-Rauheim sowie bic Bad- unb Kurverwaltung Dad-Rauheim her- auSgegeben unb verlegt haben; es heißt: „Das ß an b um Friebberg und Bad-Rauhe i m" (485) unb enthält auf knapp 50 Seiten Prosa- und Dersftücke von Rausch nebst einigen sehr seinen, zartlinigen Zeichnungen des jung verstorbenen Anbreas Walser. Rausch, Hesse von Geburt, Europäer aus Erfahrung unb Neigung, hat als erster unb vielleicht einziger die hessische Landschaft zum Vorwurf reiner unb hoher Kunst erhoben. So würbe dieses Buch ein kleines unb sehr erlesenes literarisches Kabinettstück (bas ausgezeichnete Proben einer georgisch strengen Strophenkunst und einer kristallklar geprägten Prosa vermittelt) — zugleich aber auch eine Werbeschrift, wie sie origineller, künstlerischer urtb vornehmer nicht gedacht werden kann. Man findet hier natürlich nichts vom üblichen Prospekt, weder Kurtaxen noch Hotelpreise verzeichnet — aber man lieft etwa eine Schilderung des Rauheirner Parkes, die unvergleichlich ist, ... oder das sarbentronkene Kapitel über die Rosenfelder von Steinfurth, ... oder bie schönen Gebichte, „Ueberschrift: Hessen" unb „Land um Espa", — um nur einiges zu nennen. Uns ist es ein Bebürfnis, mit nachdrücklicher Empfehlung erneut auf dieses kleine Buch aufmerksam zu machen. -y- Hochschulnachrichlen. 3n Heidelberg verstarb im Alter von 70 Jahren ber bekannte Mineraloge Professor Dr. W u e l f i n g, der bis vor einigen Jahren ben Lehrstuhl für Mineralogie an der Universität Heibelberg inne hatte. Wuelfing war 1908 als Rachfolger Roscnduschs nach Heidelberg gekommen unb ist noch vor kurzem anläßlich seines 70. Geburtstages vielfach geehrt worden. — An der Technischen Hochschule in Danzig ist der persönliche Ordinarius der deutschen Sprache unb Literatur, Professor Dr. Heinz Kindermann, zum plamnäßigen ordentlichen Professor ernannt worden. absehbarer Zeit dazu übergehen werden, ihre Lore für eine Einwanderung größeren Umfangs wieder zu öffnen. So dünn diese Teile der Erde auch im großen und ganzen erst bevölkert sind, so geben ihnen doch die Fortschritte der modernen Technik noch auf viele Jahre hinaus die Möglichkeit, ihre Nachfrage nach Ar- bcicskraften aus dein natürlichen Bevölkerungszuwachs zu befriedigen. . In den Vereinigten Staaten tonnten innerhalb fünf Jahren mehr als drei Millionen Menschen vom Lande in die Städte abwandern, wahrend die landwirtschaftliche Erzeugung auf verminderter Anbaufläche infolge wachsender Inanspruchnahme mechanischer Kräfte noch stieg. Die Mechanisierung der Landwirtschaft schreitet aber auch in Kanada, Argentinien und Australien in immer rascherem Tempo fort, und da auch in den Industrien noch immer weiter menschliche Arbeitskräfte durch maschinelle „freigesetzt" werden, so ist selbst nach Wiederkehr normaler Verhältnisse nicht so schnell mit einem neuen größeren Bedarf für fremde Arbeitskräfte zu rechnen. Für die „Völker ohne Raum" ist diese Tendenz zur B'.ldung geschlossener Arbeitsmärkte um so verhängnisvoller, als auch die Zollmauern trotz aller auf ihren Abbau gerichteter Bestrebungen noch immer weiter erhöht werden, wobei ebenfalls die führende überseeische Wacht, die nordamerikanische Union, mit schlechtem Beispiel vorangeht. Deshalb drohen sich auch die Möglichkeiten, „Waren statt Menschen auszuführen", weiter zu verringern, um so mehr, als die Industrien in den dichtest bevölkerten Ländern in 'wachsendem Maße auf finanzielle Hilfe aus dünner besiedelten und gerade durch die Verfügungsgewalt über unausgeschöpfte natürliche Hilfsquellen reicheren Ländern angewiesen sind Immer größere Teile der europäisch- amerikanischen Kulturmenschheit drohen infolgedessen von den zukunftsreichsten Arbeits- wie Absatzmärkten mehr oder weniger auSgescha- t e t zu werden. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß sich aus dem Zusammenwirken von Einwanderungsdrosselungen und Erhöhungen der Zollmauern nur neue Kriegsgefahren ergeben können, wenn nicht maßgebende Kreise in allen Ländern durch die Weltwirtschaftskrise, die in Wirklichkeit nur ein Ausdruck für eine allgemeine Krise der Kultur des Abendlandes bedeutet, zu voller Besinnung kommen und sich dazu aufra fen. zu wirklich großzügigen Entschlüssen miteinander Fühlung zu nehmen, aus der gegenwärtigen Weltmißwirtschaft durch eine vernünftige Welt- Wirtschaftsführung ^:rcu d’.itommcn Cs mag notwendig fein, die alte, ungeregelte Auswanderung zu liquidieren, aber es ist nicht minder notwendig, einer neuen, geregelten Auswanderung durch planmäßige Erschließung unentwickelter Gegenden die Wege zu ebnen. Der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht hatte vollkommen recht, als er während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten auf einen Einwand. Deutschland müsse vernünftig werden, schlagfertig antwortete. die Welt müsse vernünftig werden. Entweder kommen die derzeitigen Herren der Erde von selbst zu der Einsicht, daß sie die Arbeitslosigkeit in den verschiedenen Ländern, soweit sie auf gemeinsame weltwirtscha tliche Ursachen zurückzuführen ist. au’ neuen Wegen internationaler Arbeitsbefchaf ung, vor allem durch kolonisatorische Unternehmungen größten Stils, die die Voraussetzung für eine neue Maffenauswanderung aus übervölkerten -Ländern schaf'en würde, überwinden helfen müssen, oder es kommt, wenn auch vielleicht erst nchh neuen kriegerischen Verwicklungen, schließlich zu einem so mächtigen Zusammenschluß von „Boltern ohne Raum", daß berem Anprall keine chinesischen Mauern standhalten können. vrotestkundqebung des Darmstädter Lehrervereins. WSR. Darmstadt. 19. Dez In Verfolg der Bestrebungen gegen die geplante Verlegung der Pädagogischen Akademie von Darmstadt nach Mainz, die in den letzten Tagen immer stärker hervorgetreten sind, oeranfia tote der Darmstädter Lehrerverein am Donners ag eine Versammlung, um gegen öie Aufhebung des genannten Instituts zu protestieren. Die Versammlung an der auch der Oberbürgermeister und Vertreter der 6tabtratS«5raIti">nen teilnahmen, faßte eine Entschließung, in der es u a. heißte Die im überfüllten Saale der „Krone" versammelten Lehrer und Lehrerinnen der Stadt Darmstadt und ihrer Umgebung erheben gemeinsam mit dem geschäftsführenden Ausschuß des He fi chen Landcslehrervereins entschieden W der- spruch gegen die geplante Aufhebung des Darmstädter Pädagogischen Instituts und feine Verlegung nach Mainz. Die Stadt Darmstadt, die bis zum Jahre 19' Drei Lehrerbildungsanstalten besaß. hat aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen berechtigten Anspruch auf eine Ausbildungsstätte für künftige Vllkäschullehrer. Die Aufhebung des Pädagogischen Instituts am Orte der Hochschule hätte mit Sicherheit — trotz aller gegenteiligen Versicherungen — die Beseitigung Der akademischen Lehrerbildung zur Folge. Die Lehrerschaft würde ihre Ausbildung wieder ab- seits vom allgemeinen Bildungsstrom erhalten Die äußere und sehr rasch auch innere Loslösung von der Hochschule wäre nur eine Folge der Zeit Die Versammlung sieht in der Zusammenlegung der beiden Institute in Mainz die Gefahr einer einseitig weltanschaulichen Beeinflussung der Lehrerbildung und damit des gesamten Lehrernachwuchses überhaupt Die Kulturp litik bekäme noch mehr als bisher eine be'limmte F rbi ng und Richtung, die von der großen Mehrheit des beJiKben Dolkes abgelehnt wird. Die Versammlung richtet deshalb an die Staatsregierung das brin« gendeErsuchen.dasDarmstädllerPä- dagogi sche Institut nicht aufzuheben, sondern beide Institute bestehen zu lassen. Sollte sie trotzdem entschlossen sein, die Lehrerbildung in ihrer derzeitigen Form zu opfern, so müßte sich diese Schul- und Kulturpolitik mit Bestimmtheit bitter rächen. Eine Erklärung des Staatspräsidenten WSR. Darmstadt, 19. Dez. Heber die Aussprache mit dem Hessischen Evangelischen Landeskirchenamt, vertreten durch Prälat D. Dr. S i e b I und Oberkirchenrat Dr. Müller, erfahren wir, daß Staatspräsident Dr. Adelung daraus bin» gewiesen hat, daß keinerlei Deeinträch igungen evangelischer Jnteresten erfolgen werden. Das hessische Schulgesetz, nach dem etwa zwei Drittel der Lehrerstellen mit evangelischen und ein Drittel Sie Reichskanzlei in Berlin vollendet. Der 'Juuoau Oer Uieichsianztei ist uollenöei worOen. — Die hintere Front des Neubaues. — Lieber dem Eingang der in Bronze gegossene Reichsadler, ein Werk von Professor Gies (Berlin). 'S SS ss. 'i;> n Das neue Gießener Swdeinechavs. Das Gießener Studentenhaus ist seiner Bcstimmung übergeben. Der Vorsitzende der Gießener Studentenhiise, Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Eger, gab am Freitagnachmittag den Vertretern Der hiesigen Presse Gelegenheit, das Haus zu besichtigen Das Studentenhaus in Gießen ist ein Glied in der Kette einer Anzahl solcher Heime, die durch die Studentenhilfen, die in der Organisation „Studentenwerk" zusammengeschlossen sind, unter der Mithilfe des Staates, der Provinzen, Kreise und Kommunen errichtet worden sind 14 solcher Heime existieren nunmehr in deutschen Universitätsstädten, und das Gießener Haus ist eines der repräfentabeb [ten, eines der jchu sten, obgleich man in allen Teilen sich der größten Einfachheit und Sparsamkeit befleißigte In glückt cher Vereinigung von Form und Zweck hat man mit vereinten Kräften etwas geschaffen, das Der Stadt zur Zierde gereicht Das Heim Dürfte zugleich für Die Universität und auch für Die Stadt in hohem Maße werbend wirken. In erster Linie ist das Bauwerk bevorzugt durch Den giii ft gen Platz, Den es am Ende der Ludwig- straße gefunden hat Das Studentenhaus soll den Romen „yindenburg.Haus" fuhren. Es fall eine Stätte der Einigkeit fein. Der Reichspräsident hat bereits feine Zustimmung zu der Benennung gcg.’ben Von einer offiziellen Einweihungsfeier Des Gebäudes sah man ab. Vor einigen Wochen wurde es in Anwesenheit des Staatspräsidenten Dr. Adelung übernommen. Eigentümer ist der Verein Gießener Studentenhilfe. Gebaut wurde das Heim aus Mitteln, die aus den verschiedensten OueUen flössen Bisher wurden dafür insgesamt 504 500 Mark aufgewandt. Damit konnte allerdings das Haus nicht völlig ausgebaut werden Räume und Einrichtungen, die vorerst noch entbehrt werden können, harren noch der Ausstattung Zu der genannten Gesamtsumme gab das Reich 200 000 Mark, die den Grundstock darstellten, 125 000 Mark gab der hessische Staat, 30 000 Mark wurden durch die Vermittlung der hessischen Landeskirche aufgebracht, die Provinz Oberhessen gab etwas über 7000 Mark, die Kreise 5400 Mark und die einzelnen Gemeinden insgesamt 1900 Mark. Durch Mitglieder des Lehrkörpers der Universität wurden 21000 Mark aufgebracht, öffentliche Körperschaften steuerten 15 000 Mark, die Industrie, Handel und Gewerbe 5000 Mark bei, außerdem wurden durch Veranstaltungen, Sammlungen und den Mitgliedsbei- trägen der Studentenhilfe eine ansehnliche Summe aufgebracht Reben diesen finanziellen Unterstützungen wurden der Studentenhilfe noch Zuwendungen an Materialien zuteil. Hier machten sich besonders die Buderusschen Eisenwerke, die AEG., die Iun- kerswerke Dessau u. a. m verdient Der Entwurf des Studentenhauses stammt von Regierungsbaurat von Der Leyen, Der vor einiger Zeit nach Darmstadt berufen wurde Die weitere Bearbeitung der Pläne und die Bauleitung effolgte durch Architekt Schmidt unter Mitwirkung seines Bauführers Vogel Als den spiritus rector und eifrigsten Förderer darf man Se. Magnifizenz den Rektor Prof. Dr. Eger ansprechen, der sich von jeher in hohem Maße um die Schaffung des Heims bemühte. Mit dem Bau bzw. mit der Vorbereitung des Geländes wurde am 15. Dezember 1928 begonnen und der Grundstein am Sonntag, 2. Juni 1929, gelegt Seit einigen Wochen ist das Haus in Betrieb genommen worden und birgt bereits 40 Studenten, die dort in Einzelzimmern Wohnung gefunden hoben. Die Vorderfront ist auf das einfachste gegliedert! fie erfährt ledoch eine Belebung durch zwei Dckr- bauten, die sehr gut Wicken und das Haus organisch mit der Straße verbinden. Der gesamte Gebäudekompler, der sich um einen Lichthof gruppiert, schließt die Ludwigstraße in großartiger Weise ab Ein durchaus harmonisches Verhältnis lebt in den Fenster- und Mauerflächen Eine breite Freitreppe führt zu dem aufgeteilten Portal. Leider fehlt dem Hause noch der Verputz. Beim Betreten der großen Vorhalle peuchten dem Besucher gedämpfte und doch warme Farben entgegen. Einzigartig ist das Rot der breiten Haupttreppe, die zum ersten Obergeschoß führt. 2m Erdgeschoß, das den Cintretenden nach dem Passieren des Windfanges aufnimmt, befinden sich zur rechten Hand die Gard^-oben für 500 Personen, Toiletten, Wi.tschastLräume Im er st en Obergeschoß finvti man einen großen ©aal, der die ganze Südfront des Rück- gcbäudes einnimmt und aus hohen Fenstern viel Licht erhält. Dieser Saal ist in der Hauptsache als Au.enthalts- und Ge el sch ifls.aum gedacht und zu einem Teil an einer Schmalseite bühnenartig erhöht Der Halle vorgelagert ist eine Terrasse, die jedoch noch nicht fertiggestellt ist. — Dem großen Saat gegenüber liegt ^er Speisesaal, in dem 250 Personen Platz haben. Aus der einen Seite ist der Speisesaal durch das sog Ruhnzimmer fals Lese- und Spielraum eingerichtet) mit der Halle indirekt verbunden! auf der anderen befindet sich die Küche, von der aus beide Säle auf dem kürzesten Wege bedient werden können Im Speisefaal selbst gibt es kein ei ;ent- liches Bedienungspersonal. die Speisen werden zwar vorgerichtet, aber ieder Student muh sich vom Büfett aus seine Gerichte selbst an seinen Platz bringen Zur Zeil werden etwa 400 Studenten verköstigt. In der „Mensa" kostet das Essen wie in allen ähnlichen Instituten deutscher ilnmerfitäten, 60 Pfennig - Die Küche ist auf das modernste eingerichtet. Jn> zweiten Obergeschoß befinden sich sodann die E i n z e l w o h n z i m m e r für elf Studenten. Außerdem birgt di.ses Stockwerk noch das Zimmer des Vorsitzenden der Studentenhilfe, ein Zimmer für den Geschäftsführer des Hauses, einen größeren Bureauraum und ein Schreibzimmer, ein Musikzimmer und noch verschiedene andere. Ein größerer Raum soll als Tagesraum fürStudentinnen Verwendung finden. Im dritten Obergeschoß ist ebenfalls eine größere Anzahl von Studenten- Ei nzelziw. mern eingerichtet, in denen sich die Studenten Wohlfühlen können Wenn diese Zimmer naturgemäß auch nicht groß sind, so entsprechen sie doch den Anforderungen, um so mehr, da sie mit allem Rotwendigen versehen sind. In dem gleichen Stockwerk sind auch die' Zimmer der Wirtschafts ü^renöen Schwestern untergebracht, während die Zimmer für das Hilfspersonal im Dachgeschoß liegen. Die Räume sind ohne Unterschied sehr einfach, aber doch freundlich ausgeftaitet ileberall geschmackvolle Tapeten in gedämpften Farben, überall fließendes Wasser, ein sauberes Bett, ein glatter Schrank, Stühle, ein Tisch, der geschickt konstruiert ist und den Studenten sehr gut als Arbeitstisch Dicnste leistet. Betrachtet man das Haus in seiner Gesamtheit, so darf man mit Recht sagen, daß hier etwas geschaffen worden ist, das seinen Zweck voll zu erfüllen vermag. mit katholischen Lehrern besetzt werden, schließe eine Benach,eiligung einer Konfession in Hessen aus, wo immer die Ausbildung der Lehrer auch erfolgen möge. Beide Institute in Darmstadt und in Mainz wurden bei ihrer Errichtung der Technischen Hochschule angegliedert, und an beiden unterrichten im wesentlichen die gleichen Dozenten. Die Regierung ist willens, die hochschul- mäßige Form der Lehrerausbildung nicht anzutasten, im Gegenteil, auf deren weitere Entwicklung bedacht zu fein. Mit Entschiedenheit werde aber die Hereintragung konfessioneller Gesichtspunkte in die Zusammenlegungsfrage abgelehnt. Das hessische Volksschulwesen sei simultan und werde simultan bleiben, wie das im Dolksschulgesetz vorgesehen ist. Aeue Reichsbanknoten. Die Reichsbank hat einen neuen Typ von Banknoten geschaffen, als deren erster Wert die 20° Reichsmark-Rote nunmehr dem Verkehr übergeben wird Die 10-Reichsmark°Rote folgt in wenigen Wochen, 50er. 100er und IQOOer sind in Arbeit Dem Wunsche, in den Reichsbanknoten das Schas- unb Streben des deutschen Volkes zu versinnbildlichen, wurde durch die Wahl der Bi d lisse entsprochen, die hervorragende Persönlichkeiten aus Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie, Handel, Wissenschaft und Kunst darstellen. Die jetzt zur Ausgabe gelangende 20-Reichsmark-Rote tragt das Bildnis von Werner v. Siemens, die Rote zu 10 Reichsmark wird das Bildnis von Thaers zeigen. Der jeweiligen Vorderseite entspricht auch die Rückseite, deren schmückende Motive mit dem Bild auf der Vorderseite überein* stimmen. Bei der Herstellung der neuen Roten gelangen alle techni schen Reuerungen 6« letzten 2a&re zur Anwendung. Mit der Anfertigung eines Reliefs für die Rückseite und dann des ganzen Entwurfes wurde der Bildhauer Professor Langer in Düsseldorf beauftragt. Sein im Zusammenwirken mit dem Reichskunsttvart und den notentechnischen Sachverständigen hergestekkk« Entwurf bildete die Grundlage für die Arbeiten der Reichsdruckerei, die bei der technischen Ausführung der Roten ganz neue Wege beschritt. Durch Hinzunahme des Stahldruck verfahrens zu dem bisher angewandten Buchdruck- verfahren ist sowohl der äußere Eindruck der Rote, wie auch ihre Sicherung legen Fälschungen noch wesentlich verbessert worden. Bei dem jetzt verwendete« Papier wurde erstmalig versucht, das gestochene Porträt auf den Geldscheinen auch als Wasserzeichen erscheinen zu lassen. Die Versuche hatten sich auch auf die Hebung der Qualität des Pa- pieres erstreckt. Das Ergebnis äußert sich in dem gut gelungenen Wasserzeichen und in der wesentlich erhöhten Festigkeit des Papiers, dessen Widerstandsfähigkeit das Doppelte des bisherigen beträgt. Aus Der provinzialhaupistovi. Gießen, den 20. Dezember 1930. Deihnachtswünscher — Don Gg. Heß, Leihgestern. E hidsch Geschenk fir grüß ean flaa: »Seid Weihnoacht all gesond betnaa* Doas eas, soweit aich mir'sch bedenke, D's Schienst', rooas Ehristteand u's kann schenke. Eas Gesondheit uch befeuere1) Winscht aich alle Soacg' ean Niere'), Däi eam Leawe auch bedrecke. Kennt'r fot on Nodpol schecke. Ean als Letztes keem bann eascht Woas de alles soll begeascht. Ioa — aich kenn' Däi Winsche all: „En Schoackelgaul sir'n klaane Kall, En Säwil un'n Trompetche.' E Boppa winscht sich's Gretche. Woas will bann u's Theresche?" „E rosa — seiren — Hösche." Die Ruth e Dasch met Reißveschluß, Die Hedwig protzt — ean voll Verdruß Spielt säi o ihrem Zöpche. — — Hält gern e Buwiköpche. — De Hans, der will e Violin, Ean Photo wünscht sich Fridolin. Woas mancher sich ersehnt eam Draam, Leit endlich inner'm Weihnoachtsboam. Doau) gebt's im die Weihnoachtszeit, Aach viel U'zefrirreheit. — Mancher Wunsch wird näit ersellt. Manche Hofsning näit gestellt Die Verb wollt' Weihnoacht sich vewowe, — säi Hot die „Zwanzig" schul weit doowe — De Hausroutt) Hot se hibsch beinaa, Do läih ihr Leps vir kurzem saa: — Die Berd konnt's goar näit faste — „Es bet em noach näit basse." Aach die Hausfraa, ganz gehroache, Seufzt: „Mann, bau hast mir'sch boach vesproache, Dou host D's ganze Iouhr gesaat, Häst zou em Mantel mir gefpaat. Etz hoste blus Däi woarme SchouhH, Ra — dornet mächste mich näit srouh"°). ..Ach Lisbeth", saat ihr Mann ean grinst, . Woas glaabste bann, nur aan Debinst, Die Miet', be Haushalt ean bie Steuer, Es eas haur alles goar zou beucr. Wer näit dankt fir Klaanikeire, Der eas grob ean u'beschsire." Reamm sich jeder Doas z' Herze, Dout uch Weihnoachl näit oescherze. Zeigt uch dankboar allezeit, Aach fir jede Klaanigkeit. Hoste viel, bou bich erboarme Gead o Weihnoachl nach be Darme. Wann bou host bäi bäglich Brub, Denk nach A n n e r n ean be Nut, Dann eas Weihnoachl ean beim Herze, Beim ’e Baam voll Weihnoachtskerze Winsch aich — eas nach oarm die Zeit, Jedem Mensch Zefrirreheit. l) beschieben; ’) Nöten: ’) Aussteuer; •) Schuhe; 5) froh. Gießen im Lied. Zwar heißt der Titel des Büchleins, daS Louis Frech vor kurzem veröffentlicht hat, ganz bescheiden nur „Lieder", aber aus mancherlei Gründen erscheint die hier gewählte Heber» schrist angebracht. Heber die Persönlichkeit des Verfassers bedarf es keiner langen Worte. Gr ist ein „alter Gießer" von echtem Schrot und Kom und zahllosen Mitbürgern unserer Stadt seit manchem Jahrzehnt bekannt: wer ihn tennt, schätzt seine offenherzige, gerade Art, sein freundliches Wesen, sein fröhliches, immer jungeS Gemüt. Im Geleitwort seines Liederbüchleins deutet Louis Frech an, wie die Lieder entstanden sind. „Die Anregung, den Pegasus zu besteigen, gaben mir die vielen feucht-fröhlichen und unvergeßlichen Stunden, die ich mit Freunden aller Stände und Berufe verlebt habe: aber auch die Liebe zu meiner guten, alten Vaterstadt, ihren Insassen im allgemeinen und ihren lieblichen Töchtern im besonderem" Als Zweck — dem Dichter selber aber zur Freude und Genugtuung - erscheint ihm. wenn die Lieder die Sänger in fröhlichem Kreis und die Leser bei traulichem Lampenschein an die glücklich re Vergangenheit erinnern, an die Tage unbeschwert« Jugend. Die „Lieder" sind in vier Abteilungen gegliedert: „Gießen", „Erinnerungen", „Geselllgkeit* und „Allerlei". Die weitaus größte und vielleicht auch bedeutendste ist die erste Qlbteilung. Aus jedem einzelnen dieser Lieder spricht des Dichters Liebe zur Vaterstadt. In der „Gründung von Gießen (1129—1132)" erzählt er „in zierlichen Knüttelverslein" die mehr sagenhafte, als histo- rische Geschichte der Entstehung Gießens und ihres Zusammenhangs mit der. Burg Gleiberg und dem Kloster Schiffenberg. Mit dichterischer Freiheit werden auch noch in weiteren Liedern Szenen aus der Geschichte unserer Stadt, des Schiffenbergs und vor allem des Gleibergs geschildert. Mit treffendem Humor und ohne einen deutlichen Ausdruck, wo er am Platz ist, zu scheuen wird „der Lotzekasten" beschrieben, bie einzige Gaststätte ihrer Art in Gießen. In den „Erinnerungen" sind die Lieder — wie auch in den übrigen Abteilungen, mit stimmungentsprechenden Melodien — zusamm engest eilt, die an die Jugend erinnern „voll Sehnen, Hosfen und Verlangen", an die Zeit, da es auf eine in fröhlichem Kreis verbrachte Rächt Hnoo.* 1 Ichente. 'chroocht, ) Schuhe; t, se - eini, dis tlicht bat. aus man* [te Heber* chkeit dcS rte. 6r ist und fcpm Stabt leit chn kennt, rin freund* er jung» ,n8 deutet entstanden belleigen, i und un* nbcnög f oui W Ä Lieder O en elel^L »nfS Mteril^ **!Ä Neue Bücher zur Politik und Geschichte SriefTaflen Oer Kcöaffion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schiustleitung.) H H. Der 1. Januar 192o war ein Montag; den 29. Februar 1923 gab es nicht: der 24. 3ull 1923 war ein Dienstag. (Schluß de» redaktionellen Teil».» nicht ankam, da „Der Dießner Dirnlein holde Schar / Verklärte unser Leocn". Trinklieder, manche zu besonderen Gelegenheiten verfaßt, enthält der Teil „Geselligkeil", während tm letzten allerlei zusainmengetragen ist, angc- fangen mit „Weihnacht" bis zu den .Nachklängen". die mit dem Hintreten vor PetruS an der Hiinmelstür schließen. Sin Buchlein voll echten Humors in gewandten, wohlgereimten Versen ist so entstanden, gewisser- maßcn eine poetische Historie von Giehen in GelegenheitSliedern zu den verschiedensten Vorgängen, und das Wort Friedrich Rückerts trifst hier zu: „Gelegenheitsgedicht ist zu verachten nicht, daS der Gelegenheit Bedeutung recht ausspricht." Die Gießener werden die anheimelnde, köstliche Sammlung mit freudiger Anteilnahme begrüßen. Dr. W Politik und ihr Dertveter In Berlin der Strohhalm, an den sich die deutsche Regierung klammerte und mit dessen Rat es gelang, d i e e r st e n Schritte ins Freie zu tun. Mit der Politik .alles oder nichts", die damals schon lebhaft angepriesen wurde. Hütten wir nach menschlichem Ermessen heute kein einiges Reich mehr, das zwar immer noch in schwerem Kampf um sein» wirtschaftliche Existenz liegt, dessen politische Grundlagen jedoch damals in den kritischen Phasen des Ruhreinbruchs und des Locarnopakts gesichert wurden Die Erkenntnis dieser Zusammen^ hänge zu ixrnvt'cln. dazu ist kein Buch geeignetem als diese Erinnerungen Lord D'AbernonS — Ernst Wilhelm Eschmann: »Der faschistische Staat in Italien." Ieder- manns-Bücherei. Verlag Ferdinand Hirt & Sohn, Leipzig. Salomonstraste 15. Preis 3,50 Mk (421) — Heber Mussolini und den Faschismus ist in den letzten Jahren eine Literatur entstanden, deren Umfang im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Zuverlässigkeit steht. Wie daS unpolitische Volk der Deutschen bei der Betrachtung politischer Verhältnisse fremder Länder ohnehin lieber daS zu sehen pflegt, was fein politisches Wunschbild ist. als nüchtern und klar den Dingen auf den Grund zu gehen, so ist auch die deutsch« Literatur über den Faschismus mit wenigen Ausnahmen mit der innerpolitischen Brille der Verfasser gesehen und von ihren eigenen politischen Wünschen diktiert. Deshalb ist es besonders dankenswert. daß mit dem vorliegenden Buche eine durchaus objektive, auf gründlichen wissenschaftlichen Studien ruhende Beschreibung des faschistischen Staates und seiner politischen, wirtschaft- lichen und sozialen Struktur dem deutschen Publikum zur eindringlichen Lektüre in die Hand gegeben wird. Der Verfasser entwickelt di« faschistische Bewegung aus der politischen und sozialen Situation Italiens vor. in und nach dem Kriege und versucht dann die Weltanschauung des Faschismus, der ja keine Theorie ist und auch nicht auf Grund eine- vorgedachten Programmes entstanden ist, kur; zu definieren. Gr gibt dann in stetem Vergleich zu der vorfaschistischen Staatsverfastung Italiens ein Bild von bem Aufbau des faschistischen Staates und der Einwirkung des faschistischen Staatsideals auf alle Zweige des öffentlichen Geben» Von besonderem Interesse ist natürlich die wirtschaftS- und sozialpolitische Einstellung. DaS mit einer Zeittafel, einem sorgfältig z usam mengeste ilten Literaturverzeichnis und einem kleinen Dilder- anhang versehene Buch ist wohl geeignet, die vielfach herrschenden falschen Vorstellungen über den faschistischen Staat zurechtzurücken. •* Der Rindvieh- (Nutzvieh.) Markt findet am Dienstag, 23 Dezember, und der nächste Schweinemarkt am 21. Januar 1931 statt Näheres in der heutigen Bekanntmachung ' Gebäudeabbruch in der Dämmst r a h e. Nachdem die Firma S e m m l e r infolge eines Tausches mit der Stadt ein neues Lagergebäpde aus ihrem Anwesen in der Wall- torstraße errichtet und eingctäuml hat. wird nun das an die Stadt abgegebene alte Lagergebäude Dammstrahe Nr. 7 durch Dachdcckermeistcr Lapp niedergelegt. Mit der Beendigung dieses Ab- bruches sind alle Gebäude an bem Engpaß der Dammstrahe, bis auf das Eckhaus, das sich schon zur Hälfte seit langer Zeit im Besitz der Stadt befindet, erworben und beseitigt. Nunmehr wäre zu wünschen daß hier ganze Arbeit gemacht wird, oamit die Durchführung der Dammstrahe — ein Projekt, das schon fast ein Menschenalter auf feine Erfüllung harrt — endlich zur Wirklichkeit wirb. '* Freie Lehrer stelle An der Volksschule zu Darbenteich ist eine Oehrerstelle für einen evangelischen Lehrer frei geworden Eine kleine Wohnung im Dachgeschoß steht zur Verfügung. * Der Posttoris deS Glückwunsches. Ohne Umschlag versandte gedruckte einfacle Weih- nachlS- und Neujahrskcr en, die hinsi bt ich der Größe., Form und Papürstärke den Bestimmun- gen für Postkarten entsprechen müssen, kosten sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts als auch im Fernverkehr 3 Ps. Es dürfen in dl sen Karten außer den sogenannten Abs nderangaben (Ab- sendungstag, Name. Stand und Womort nebst Wohnung des Absenders) noch weitere fünf Wörter, die mit dem gedruckten Wort aut im Zusammenhang stchen müss n. Hands yrifstich hin- zugefugt werden. Als solche zulässige Nachtra- gungen gelten z B. die üblichen Zusätze .s ndet", „Ihre", „Dein Freund", .sendet Ihr", .sendet mit besten Grüßen Ihre" usw. W rd n solche Karten im offenen Umschlag versandt, so kosten sie sowohl im Or.Sb reich des Aufgabeorts als auch nach außerhalb 5 Ps •• Der Handtuchdieb gefaßt. Bereits in der vorigen Spielzeit wurde die Beobachtung ge- macht, daß an- den Toiletten des Dtuvttheuters Handtücher gestohlen wurden. Gest-rn abend gc lang cs nun, den Dieb zu fassen. Es handelt «ich um einen Heilkundigen aus Stockheim. Bisher gelang es ihm, sechs Doppelhandtücher an sich zu nehmen *• Einschränkung der Feuerwehr- f e st e i n Hessen. Der Landesverband der Frei- willigen Feuerwehren in Hessen hat die ihm arge schlossenen Wehren ersucht, mit Rücksicht auf die herrschende wirtschaftliche Notzeit tm Jahre 1931 die ,-seuerwehrfeste möglichst einzuschränken. Einen Blick in daS diplomatische Leben der Vorkriegszeit werfen die Erinnerungen, die der ehemalige k. u k österreichi ch-ungarische Botschafter in Washington Constantin Dumba unter bem Titel .Dreibund und Ententepol i- tlk in der alten und neuen Welt" im Amalth. a Verlag (Wien IV, Arg n in er-Straße 28 Preis gebunden 14 Mk. — 5331 soeben ver- öfsentlicht Dumba entstammt offenbar sehr wohlhabenden Kreisen und betrat auS ziemlich äußerlichen Gründen die diplomatische Laufbahn, in der er sich jedoch bann schon aus seinem ersten Posten in London 1881 bis 1886 so bewährte, daß er im Lause der Jahrzehnte eine Reihe wich ig r Posten in der osterreich schen Diplomat.« bekleiden konnte. Die inlereHante Epoche des Streite« um Bulgarien nach der Abdankung des Fürsten Alexander durchlebte er in Petersburg. In vollen Zügen genoß er dann das glänzende Hofleden in Rom', lernte in Bukarest die rumänischen Hohenzollem kennen und hatte Gelegenheit das kritisch. Verhältnis zwischen Ungarn und Rumänien auch von der anderen Seite zu studieren. Zur Zeit des Drepsußprozesses war er Botschaftsrat In Paris. Die Ermordung König Alexanders von Serbien und der Königin Draga, die Thronbesteigung Peter Karageorgewit chü und die Entwicklung der großserbilchen Nationalidee mit der Spitze gegen die Doppelmonarchie, waren die schwerwiegenden Ereignisse, die leine Gesandtenzeit in Belgrad aus üllten. Später war er bann noch Gesandter in Stockholm. Besonders wer voll werden seine Ee- innerungen jedoch mit der Beichreibung feiner Vot chatte z it In Dashi gton vom April 1913 biS zu seiner Uoberufung bet Eintritt Amerikas in den Weltkrieg. Was er hier über daS wirtschaftliche. gesellschaftliche und politische Leben In den S.aalen sagt, zeugt vor großer Unvoreingenommenheit und dem Scharfblick eine- Diplomaten, der sich durch den unerhörten Gla z des wirtschaftlichen Ausstiegs der Neuen W.lt nicht blenden ließ. Besonders interes ant sind auch seine bewegten Klagen über die skrupello e Propaganda der englischen Pres e und über die Beherrschung des gesamten Nach.ichtendi-.nstes durch die Organe der ©mente, denen wir nichts Aeh iliches ent- gegenzuiehen hatten. So ist dies Buch in feinen letzten Ka üteln ein wertvoller Beitrag zur Vorkriegs ;e,ch chte. Dasselbe Darf man lagen von dem neuen Buch Friedrich Stieves, .Die Tragödie der Bundesgenossen" (Verlag F Bruck- mann AG., Münch n, Preis 5.50 Mk 586). Der Dersasser. au. Grund langjähriger archivalischer Studien einer der besten Kenner der Bor- kriegs eschichte, behandelt hier das deutsch-österreichische Verhältnis wahrend der Jahre 1908 b.s 1914 An Hand der soeben erschienenen Wiener Gehetmakten schildert Stieve sehr klar und einleuchtend, daß der Grundgedanke des keutsch- österreichischen Bündnisses, wie er einst Bismarck vorgeschwebt hatte, unter feinen Nachfolgern immer mehr verwässert und verfälscht wurde und es der Wiener Politik in der Aera Bülow und Bethmann Hollweg g .a g, Deut chland mehr und mehr in ihr Schlepptau zu nehmen Der konzentrisch». Zufammenschluß der englisch-französischen Entente und der französisch-russischen Allianz trieb Deutschland und Oesterreich immer enger aneinander Die verhängnisvoll schwache Politik Der deutschen Staatsmänner ermöglichte es den Wiener Diplomaten, den deutschen Bundesgenossen aus dem Baltan viel stärker zu engagieren als dies in seinen eigentlichen Interessen begründet lag. Hieraus erwuchs dann die unheilvolle Situation des Juli 1914 Stieves Buch ist eine ausgezeichnete knappe und klare Zusammenfassung vlehfulll" dämpfen — nicht kochen! Gedämpftes gut. er ist le ich er verdaulich und lchmackhafter. eS wird Im tierischen Körper viel besser ausgenuht als gekochtes DaS haben sort- schrittlich? Landwirte schon l mgst erkannt und verwenden den praktischen Alla-Fut erdämp er. Neben Einsachheit, Dauerhastigkeit und geringem Platzbedarf hat der Alfa Dampfer eine äußer- gewöhnlich Vielseitigkeit in der Verwendung. Er di tt zum Dämpfen von allen Knollen- und Körnc.fruchten, Spreu und Hicklel, zum Ent- bittem von Lupinen, zum Kochen von Wälche, Obst, Marmelade, Wurst ufw. Näheres durch die Alfa Laval-Separa'or G. m. b H. Berlin N' ' Döberitzer Straße 198a. 89 9v der VorkricgSpolitik, die für das Verständnis der politischen Vorgeschichte deS Weltkrieges und der KriegSschuldfrage von großer Bedeutung ist. Discount dAbernon Sin Botschafter der Zeitwende. Band 1: Von Spaa bis Rapallo. Band 2: Ruhrbesehung. Band 3 Locarno. (Verlag Paul List in Leipzig.) Leinen je 16 Mk. (415). - Den Verfasser dieses umfangreichen Memoircnwerkes, der in den wirtschaftlich schwersten und politisch schwierigsten Jahren deutscher NachkriegSpolllik die Regierung Seiner Britischen Majestät in Berlin vertreten hat, hat man den geheimen Herrscher der deutschen Repub.ik genannt. Vielleicht hätte man besser gesagt, den ersten Ratgeber und Vertrauensmann der deutschen Staatsmänner, denen damals die kaum zu bewältigende Aufgabe zufiel, dem besiegten, entwaffn ten. niedergetretenen, gebemütigten. dem Bolschewismus ausgesetzten deutschen Volke die ersten freien Atemzüge zu verschaffen. Ein erbitterter Kampf mit dem tödlichen Haß der ganzen Welt, mit Trotz, Unverstand und Dummhet Eigensinn und Siegerhochmut. In dieser furchtbaren Zeit, wo die deutsche Politik die ersten mühseligen Schritte aus der Isolierung von Versailles tat, war der britische Botschafter vielleicht der einzige Verbindungsmann von Wert Kühl, vorurteilslos, unvoreingenommen, scharf beobachtend, nüchtern wagend, sah der Lord, daß Deutschlands Rettung vor dem Dolsch'wismus, die Rettung Europas fei. Und aus dieser durchaus nüchternen Crkenntn s erwuchs seine Politik. die zu vermitteln suchte zwischen dem aus allen Wunden blutenden, von Hunger. Aufruhr und Demütigungen zur Verzweiflung ge r e'enen Deu schlank) und dem Imperialismus eines mißtrauischen. immer noch nicht ganz an seinen Sieg g au- benden Frankr ich Im Grunde kam die Pvstl'k Lord d'Abernons einen Posttag zu spat England hatte bereits In Versailles seinen We t- krieg verloren, Clemenceaus stählerner Wille hatte den Wa'iser Lloyd George besiegt Jetzt galt es nur noch mit größter Vorsicht Frankreich zurückzuhalten vor dem Fangstoß, der Deutschland dem Bolschewismus in die Hände treiben mußte. Diese Aufgabe hat Lord d'Abernon zweifellos gelöst, nicht etwa, weil er ein Freund Deutsch ands war, sondern weil es im Interesse Englands lag. Die Peerswürde, die sein König ihm nach dem Rücktritt vom Ber iner Botschafterposten verlieh, konnte keinem Verdienteren zuteil werden/ Sein Urteil über Menschen und Dinge ist scharf, mit der leichten Ironie, die den Briten auszeichnet Deshalb geben feine Memoiren, die jetzt abgeschlossen vorliegen, tiefe Einblicke in die außerordentlichen Spannungen dieser Jahre Man hat den deutschen Staatsmännern auf Grund dieses Erinnerungsbuches den Vorwurs gemacht sie hätten sich von dem klügeren Briten das Leifeil über den Kopf werfen lasten Das scheint uns töricht. Man mag sich heute In ruhiger Rückschau auf diese stürmisch bewegten Jahre der ? Zeitwende" manches Grundsätzliche und Taktische in den ersten Phasen der deutschen Befreiungs- Politik anders denken, schärfer, entschiedener, ziel- bewußter. es darf jedoch nicht vergessen werden, daß Deutschland vor dem Abgrunde stand und die Leiter der deutschen Politik vor der Frage, ob das Reich auSemanberfallen werde und die Trümmer zum Kampfplatz zwischen französischem Imperialismus und russischem Bolschewismus würden, oder ob eine Möglichkeit bestand, das Reich als Ganzes zu retten, mochte es auch furchtbare Opfer machtpolitischer, moralischer und wirt- schastlicher Art kosten. Damals war die englische Zu des Kindes Weihnachtsfreude Zu Weihnachten muß der Kuchen gelingen; er rührt sich herrlich, geht wunderbar auf und schmeckt prächtig —mit Rama. gehört der Rama-Kuchen (I 5 = Drei Dinge sind es, die des A/ Kindes Freude am Weih- nachtsfest ausmachen: die —G Schulferien, die Geschenke und--die vielen, guten Weihnachtskuchen. Daran denkt jede Mutter, die ihre Kinder zu den Feiertagen glücklich sehen will. Da sie weiß, daß die Kinder zu Weihnachten etwas besonders Feines erwarten, verwendet sie besondere Sorgfalt auf dieZubereitung des Weihnachtsgebäcks. Sie nimmt nur Rama Margarine, die nahrhafte, kraftspendende, aromareiche Rama. Und strahlende Kinder- MARGARINE Kaum glaubliffi und doch Sdtsacftc I Ferbers Riesige Posten Anzugstoffreste eingetroffen für Knaben-Hosen, Knaben-Anzüqe, Herren-Hosen, Herren-Anzüge, Herren- । J J Knaben-, Damen- und Mädchen-Mäntel Einige Beispiele Stoffrest, ausreichend zum Knaben-Anzug ... 98 Stoffrest, ausreichend zum Herren-Anzug... Stoffrest, reinwoli. 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Mit kummervollen Gesichtern gingen die Mitglieder unserer Redaktion umher, denn ihnen lag die Prüsung der Ergebnisse ob Dann sahen sie stundenlang gebeugt über Berge von Driesen, die nicht kleiner werden wollten, unh verglichen, prusten. notierten Fehler, zahlten und notierten wieder — entweder das Gesamtergebnis der Fehler oder die richtige Lösung. In die, nächtlichen Träume hinein verfolgten uns die Gestalten, die schwankenden: Ras Tasari, der Regus, erschien neben der blonden Fechterin Helene, im Geiste hörte man das Surren von Motoren der Zeppeline und Flugzeuge, das bis ins Unterbewußtsein drang, die Bezeichnungen L)o X, I) 2000, G 38, R 101 wurden zu plastischen Erscheinungen. die Ramen Cosima Wagner. Caligula, Lewis, Lang, Ransen. Grock und die der deutschen Reiter wichen nicht mehr aus dem Gedächtnis und werden auch hasten bleiben sür Zeit und Ewigkeit. 6 0 0 Einsendungen je 32 Lösungen = 19 2 00 Einzelantworten toaren z u prüfen. Aber auch das wurde überwunden. Die Spreu hat sich nun vom Weizen gesondert. 130 Losungen waren ohne jeden Fehler. Der größte Teil der Lösungen wies nur ein oder zwei Fehler aus Rur sehr wenige Lösungen waren dabei, die über 5 Fehler verzeichneten' der Fehlerrekord betrug 12. Biele Einsendungen Daren mit geradezu rührender Sorgfalt abgefaßt, andere Teilnehmer ließen dagegen optimistisch und unbekümmert eine Reihe von Fragen offen Einige Einsender sanden die geflügelte Form des Reimes, und wenn das Bersmah auch nicht klassisch zu nennen war, so leuchtete doch die Liebe zur Ausgabe aus den Zeilen. Interessant ist übrigens die Feststellung, daß sich unsere Leserinnen in stärkerem Maße an der Auflösung der Weihnachtspreisausgabe beteiligten als die Leser. Die Bewohner der Stadt Gießen waren unserer Landleserschast zahlenmäßig voraus. Die Fehler, die bet der Beantwortung der einzelnen Fragen gemacht wurden, waren recht mannigfaltig. So wurde zum Beispiel aus Johannes Lang, dem Darsteller des Jünger Johannes, eine „Mannte Sportlerin" (? D. Red.), aus Pros Harnack wurde häufig Briand, und Cosima Wagner wurde Carmen Sylva. Den meisten Einsendern wurde aber die Grubenkatastrophe von Hausdorf < Schlesien) zum Verhängnis, die immer Dieder mit dem Unglück in der Grube Maybach (Saargebiet) verwechselt wurde, obwohl die letzte Zeile der betreffenden Preisfrage in dem Wort „Kohlensäureausbruch" auf das Charakteristikum dieses Unglücks hinwies Aus Sinclair LewiS, dem Literatur-Hobelpreisträger, wurde ein Ozeanslieger, und das Prunkschiff des Caligula erhielt den Rainen „S. M. S ga-li-gu-la"' eine Lösung, die wir naturgemäß trotz ihrer etwas eigentümlichen Lesart doch als richtig werteten. Im großen und ganzen bewies aber das Preisausschreiben. daß der „Gießener Anzei- g e r" doch sehr aufmerksam gelesen wird, und daß die meisten unserer Leserinnen und Leser über ein ausgezeichnetes Gedächtnis verfügen. Das Die kleine Aicoletle. Vornan von Paul Sain. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Nachdruck oerbotenl 1. Der große Zuschauerraum lag im Dunkeln. Rur am Regiepult, im Mittelgang zwischen den Orche- stersitzen, brannte die elektrische £i-ne und beleuchtete das Regiebuch und den schmalen Künstlerkopf Dr. Romers, des ersten Regisseurs. Reben ihm saß der Dichter Hubert Wördehofs. , Das Gesichl überschimmert von dem spärlichen Licht der Glühbirne. Cs sah noch jugendlich aus in Farbe und Linie, we>tn auch das nach hinten zurückgekämmte Haar über der gebogenen Stirn dünn zu sein schien und an den Schlafen einige graue S'e e' z igte Beherrschend in dem vollen ®e ich waren die Augen, die — von blau- grauet tfjrDung etwas u>.e verhängte, geheimnisvolle Tiefen ahnen ließen Die Rase war kräftig, derb in ihrer leicht slawischen L.nie und deutete, ebenso wie das runde, kräftige Kinn, auf nicht unbedeutende Willensstärke. Der bartlose Mund dagegen hatte entschieden etwas Verträumtes. wenn er im Augenblick auch herb geschlossen war. Die Rampenbeleuchtung auf der Bühne erhellte die Szene, die gerade geprobt wurde. Rorma Relson. die erste Liebhaberin und Kurt Gerson, der Bonviant. Die Stimme der Relson hatte einen weichen, sinnlichen Klang, aber es vibrierte darin von unterdrücktem Temperament. Ihr mondän-kapri» ziöses Ge'icht wechselte ausfallend oft im Ausdruck. Offenbar stand fic mit ihrer Rolle, wie sie in dieser Szene vorgeschrieben war, nicht auf bestem Fuß Sie probierte den Dialog mit Gerson nun schon zum dritten Male. Den schien die Sache bereits zu langweilen, obwohl er sonst ein eifriger, ernster Künstler war, der nichts aus die leichte Achsel nahm. Plötzlich sprang Hubert Wördehvfs auf. Stieß einen wütenden Laut aus. Dr. Römer schlug mit dem Regiestab ärgerlich auf das Pult. „Ha? Was denn?" „Zum Davonlaufen, Doktor! Das ist ja wieder alles grundverkehrt! Rorma, was du da spielst, ist einfach Rorma Relson, aber hat nichts, aber auch nichts mit der Helge zu tun, die du verkörpern sollst! Verrückt! Verrückt! Warum rede ich denn überhaupt noch? Ihr macht ja doch, was ihr wollt. Ihr macht aus meinem Stück eine Posse — Herrgott!" Er schob die Fäuste in die Tasche und rannte Preisrätsel, das mit der Fülle der eingesandten Lösungen alle früheren Preisausschreiben übertrifft, darf wohl mit Recht als ein großer Erfolg bezeichnet werden - Für die Leser war das Preisausschreiben zugleich ein Kaleidoskop, das das Interesse in der Erinnerung an all die Dinge Dachries, die uns im Laufe des so ereignisreichen Jahres 1930 mehr oder weniger beschäftigten. Oie Preisträger. Otto Schneider. Gießen, Äatferallee 79: ein Photvgraphenapparat Do gtländer, Rollfilmkamera 6x9. Frau Hedwig Sondheim. Gießen, West- anlage 54. Leibi. „Das ungleiche Paar" (Kunstdruck). Frau Marie Damm, Gießen, Anneröder Weg 26: eine Weihnachtsgans. Ludwig Dem, Grohen-Linden, Moltkeftraße: Mülllr Kurzwelly, „Meeresglanz" (Kunstdruck). Fräulein Mina Wild, Lollar: eine Damenhandtasche. Heinr ch Pfeiffer, Großen-Duseck, Zeil- straße 55: Walter Georgi, „Einkehr im Gebirge" (Kunstdruck). Frau Elisabethe Jäger, Leihgestern, Zahl- gafse 25: ein elektrisches Bügeleisen. Lothar Berliner, Gießen, Alicenstraße 11. Hofmann, „Das deutsche Land und die deutsche Geschichte" (3 Bände). Fritz Hederich, Gießen, Bismarckstraße 20: 2 Theaterkarten 1. Parkett (Vorstellung nach Wahl). August Schmidt, Gießen, Ludwigstraße 22: Spemanns Kunstkalender 1931. Ludwig Braun III., Grohen-Linden, Frankfurter Straße 19: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrdühls". Frau Berta Hainer, Marienschloh, Post Rockenberg: Dusch, „Gebirgslandschaft" (Aquarell). Frau Marie Kraus köpf, Gießen, Gnauth- straße 32: eine handgearbeitete Schmucknadel. Georg D e b u s , Hungen, Lieb^rauenberg 2: „Der kleine Brockhaus', Handbuch des Wissens. Karl Schwinn. Gießen. Liebigstrahe 18: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls". Margrit Dumke, Gießen, Steinstraße 52II: 2 Theaterkarten 1. Parkett (Vorstellung nach Wahl). Irmgard Wagner, Gießen. Stephanstraße 38: Spemanns Musikkalender 1931. Ludwig Henkel. Gießen, Grabenstrahe 611: ein Füllfederhalter. Emil Arnold, Leihgestern, Zahlgasse 8: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls". Elisabeth Baum, Gießen, Wetzlarer Weg 67: ein Delikatehkorb. Rich. Strauch. Gießen, Licher Straße 57 H. II: Andree. „Dem Pol entgegen“. Gertrud Staubach . Watzenborn, Unterbot! 30: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls". Karl D e d u s , Launsbach. Hauptstraße 160: Deutscher Kalender 1931. Jean Heines. Gießen, Wetzlarer Weg 67: Wentscher, „Deutsche Luftfahrt". Ottilie Sonntag, Gießen, Sonnen st ratze 10: eine handgearbeitete Schmucknadel. Adolf Henkelmann. Heuchelheim, Wilhelm- straße 66: Karl Reinhardt. „Der Sohn des Jrrbühls". erregt den Mittelgang bis an die Orch?sterbrü- ftung entlang. Sah wütend nach oben. „Rorma, begreifst du denn nicht, daß die Helge eben ganz was anderes ist, als eine routinierte SalondameI Hab ich dir das nicht f-mal gesagt, erklärt, mit Beispielen belegt! Ueberhaupt schon vorhin - in der anderen Szene — du stellt mir ja die ganze Psyche dieser Gestalt glatt auf den Kopf Dr. Römer ne) ärgerlich vom Pult aus: »Geht das Thea'.er also wieder los!" „Hab ich denn nicht recht, Romer?" schrie Wär- dehojs zurück. „Ja doch — natürlich — das heißt —" Ein paar Schauspieler, die irgendwo im Dunkeln sahen und der Probe folgten, lachten amüsiert. Dieser W^rdehoif! Wurde immer nervöserI Sollte doch einfach zu Hause bleiben. Dr Römer würde schon die Sache richtig machen. Und die Rorma na, die hatte ja von Anfang on getagt, sie müsse sich die Rolle erst mal „zurechtlegen". Hatte ganz recht damit. Eine Rorma Relson war doch keine Sentimentale. Das hätte Wördehvfs am besten wissen können! Wördehoff — ihr eignet Mann! Die Schauspielerin stand dicht an der Rampe. „Hubert, jetzt hab ich die Geschichte aber bald satt. Hier oben spiel id>, nicht du! Und daß du s weißt, wenn ich die Sache nicht bald richtig meinem Temperamenl anpassen kann, dann werde ich überhaupt verlangen, daß die Rolle umgeschrieben wird. Fertig! Ich Hab s dir schon neulich angedeutet!" Wördehoff starrte sie fast entgeistert an. „Rorma. bist du von Sinnen? Ist das Stück etwa eine Operette - he? Oder ein Schauspiel? Da soll doch gleich Dr. Römers Stimme gellte schneidend dazwischen „Kreuzbombenelement, nun aber Ruhe! Ich bitte sehr! Jetzt ist Probe und kein Familien d.)ll, Donnerwetter! Wer hat hier überhaupt noch was zu sagen? Herr Wördehoff, noch habe ich die Regie!" „In Teufels Hamen", stieß dieser hervor. Rorma lachte belustigt auf. „Schimpf nicht, Hubert! Das ist eines großen Mannes nicht würdig", sagte sie spot iich. Ihre schlanke, geschmeidige Gestalt wiegte sich leise in den Hüsten. Ihr leicht gepudertes Gesicht hatte einen Ausdruck von Hochmut, gemischt mit feiner Ironie. Da wari Wördehoff den Kopf zurück. .Und ich sage dir und Ihnen, Doktor Römer, wenn du nicht imstande bist, die Rolle zu spielen, wie sie gespielt werden muß, ziehe ich mein Stück zurück!" Einen Augenblick lang herrschte tiefes Schweigen nach diesen Worten. Rorma Relson verschränkte die Hände auf dem Rücken. Gerson blickte Wördehoff wie ein ®e- Äarl ® rimmel, Leihgestern, Bahnhofstraße: ..Zeppelindenkmal für daS Deutsche Volk". Heinz Michel, Gießen, Glaubrechtstratze 3II: Blodigs Alpenkalender 1931. Fräulein L. Lorenz, Wey.ar. Haupwerwal- tung Buderus: 2 Theaterkarten 1. Parkett (Vorstellung nach Wahl). Hans Kor eil, Gießen, Riegelpfad 22: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls". Pfarrer i. R. Ohly. Gießen, Ostanlaae 12: Philosophisch-literarischer Abreißkalender. Karl Moos, Lollar. Hauptstraße 81: Barthel. ..Schncelandschasi" (Ong nalkreidezeichnung). Rudolf Dietz, Gießen, Karl-Dogt-Strahe 20: Schert, Illustrierte Geschichte der Weltliteratur. Helmut Schäfer, Leihgestern, Dahnhofstr. 49: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls". Marthel Fischet, Gießen, Westanlage 62: Scheid, „Reiter" (Studie). Heinr.ch Ochs, Gießen, Donnenstraße 2: zwei Theaterkarten 1. Parkett (Vorstellung nach Wahl). Georg Schön, Lich: Deutscher Schulkalender. Frau Hanna Dender, Gießen, Ludwigsplah 10. Klipstein, „Haus in der Ellergasse in Laubach" (Originalradierung). Karl Müller. Gießen, Krofdorfer Straße 2: Karl Reinhardt. .Der Sohn des Jrrbühls". Lehrer Jung, H tzkirchen (Düdingen-Land): Guenther. „Un'cte Tierwelt im Drama des Lebens". Karl Stroh, Gießen Dismarckstraße 44 111: Will, „Walltorstraße in Gießen" (Original- rabierung). Else Wagner, Gießen, Am Riegelpfad 52: Spemanns Frauenkalender. Hedwig Echtem acht, Krofdorf, ForsthauS: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls" Wilhelm Seipp, Leihgestern. Schillerstrahe 14: 2 Theaterkarten 1. Parkett (Vorstellung nach Wahl). Otto König. Gießen, Mittelweg 15: Karl Reinhardt, „Der Sohn des Jrrbühls". Hermann Paul, Butzbach: Hagenbeck, „Von Tieren und Menschen". * Auf die Teilnehmer aus der Stadt entfallen demnach insgesamt 26 Preise (16 an Herren, 10 an Damen) und aus die Teilnehmer aus unserer Landleserschaft 20 Preise (14 an Herren. 6 an Damen). Daß trotz der stärkeren Beteili- gung der Damen die meisten Preise dach aus die männlichen Konkurrenten fallen mußten, ist Darauf zuruckzusühren, daß die Mehrzahl der richtigen Lösungen doch von den ..Herren der Schöpfung" eingefanbt wurde. Die Lösungen. Die richtigen Lösungen mußten dem Sinne nach die folgenden Ereignisse festhalten: 1. Cosima Wagner f; 2. Bruckeneinsturz bei Koblenz nach der Befreiungsleier: 3. Berliner Straßenunruhen bei der Reichstagseröffnung: 4. Helene Meyer; 5. „Europa" (ober „Bremen"): 6. Abzug der Desahungstruppen; 7. Segelflieger Kronfeld: 8. Schienenzeppelin: 9. Stratosphären- flug Prof. Piccard; 10. Rundfunkgroßsender Muhlacker: 11. Indischer Boykott englischer Waren; 12. Siegfried Wagner t; 13. Prunkschiff des Caligula; 14. Fridjof Raufen f : 15. D. 2000 (G 38); 16. Hitler als Zeuge vor dem Reichsgericht (Prozeß gegen die Ulmer Offi- spenst an. Doktor Römer legte den Regiestab mit hörbarem Knall auf das Pult. Dann sagte er: ..Das meinen Sie wohl selber nicht ernst, Wördehoff. Wir sind bei den letzten Proben! Uebrigens würde Sie der Direktor glatt auS- lachen." „3d> habe den Vorbehalt tm Vertrag, mein Lieber, daß bei mir nicht zusagender Darstellung ich die Ausführung des Stückes verbieten kann. Wie in allen meinen Verträgen." »Hm -" Die bei Theaterproben ja durchaus nicht seltene Erregung der leicht entzündbaren künstlerischen Gemüter schien hier wieder einmal eine kritische Ecke erreicht zu haben. Dr. Römer biß sich in die Lippen. Wördehoff war ein Mann von Ruf und Ramen. Rie war er so nervös gewesen, wie gerade bei den Proben zu diesem Stück. Und man hatte doch schon in den letzten Jahren drei Premieren von ihm herausgebracht, mit bedeutendem Erfolg. Er konnte sich also schon Widerspruch leisten. Und gerade bei diesem Stück! — Das leider das schwächste war, was er bisher geschrieben hatte. Ratürlich würde der Derfassername es schon „durchbringen!" Konjunktur! Aber wenn es nach ihm ginge^ hätte Wördehoff es längst umarbeiten müssen. Äaturalistifcher - ein bißchen sensationeller! Aktueller! Aber nein! „Das vergessene Königreich" sollte eben mal ein romantisches Stück sein, voll tiefer Gedanken. Das menschliche Gemüt aufrührend. In Gottes Ramen aber die Rorma rührte eben lieber die Sinne und Rerven auf, als das Gemüt. Eine Sentimentale wäre natürlich angebrachter gewesen in dieser Rolle. Aber das Publikum hätte sich bedankt. Das schwor auf Rorma Bellon Also spielte sie jede Rolle! Und sie hatte schon recht. Die romantischen Figuren dieses Stückes vertrugen wirklich eine temperamentvollere Verlebendigung. Dr Römer war ganz der gleichen Meinung C n Bühnenstück war eben was anderes als ein Roman. Da klang Rormas Stimme von der Bühne herab. „Hubert — du bist ein Harr! Wenn du ein gutes Gedächtnis hättest. wüß:est du. wem du den Erfolg dieser Stücke zur Hälfte zu verdanken hast Er lachte bitter auf. „Weih ich - weih ich. Aber nun will ich endlich — ich selbst sein! Ich habe genug davon, Modedichter zu sein, der seiner Frau gute Rollen schreibt —" „Achtung! Probe!" schrie Dr. Römer laut und schlug aufs Pult. „Herr Wördehoff, ich verbiete Ihnen jetzt jede weitere Störung Machen Sie bitte Ihre Einwendungen beim Direktor geltend." Wördehoff nickte plötzlich gleichmütig. Wien oroonifiert ble KrebSbekümv ang. — Prof. Dr Tandler, der heroorraaendc Wiener Mediziner, ist mit einer belgifchen Gefcllfchaft in Verbindung getreten, um 5 Gramm Radium zu erwerben Eine solche Menge dc- kostbaren Stoffes besitzt nur noch das Eurie-Jnstitut in Paris Das Radium soll hauptsächlich der Bekämpfung des Krebses dienen, der heute mehr Todesopfer fordert als die Tuberkulose. ■■■' ■ ziere); 17. Do. X (Englandflug); 18. Luftschiff* laiastrophe R101; 19. Einslurzkatastrephe Lyon; 20. 5\aifertrönung in Abessinien: 21. Clown Grock; 22. Deutsche Reiter in USA.; 23. Annahme der Voungplan-Geietze; 24. Heilstätte „Selter-berg". Gießen; 25. Johannes Lang, Darsteller des „Jv- Hannes" in Oberammergau; 2o. LUteratur-Hobel- Preisträger Sinclair Lewis; 27. Grubenkatastrophe Alsdorf: 28. Pros. Dr Adolf v. Harnack; 29. Bulgari che Könige Hochzeit in Assisi; 30. Stahl- helrnkundgebung in Koblenz; 31. Kohlensäure- ausbruch im Kurt-Schacht der Grube Hausdorf in Schlesien; 32. Mandatszifsem des am 14. September gewählten Reichstags. Die Preise können von den Gießener Preisträgern vom nächsten Montag ab zwischen 16 und 17 Uhr auf der Redaktion in Empfang genommen werden. Auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestellt. Gutscheine werden den Empfängern durch die Post übermittelt. Preisträger, die verhindert sind, ihre Gewinne selbst abzuholen, müssen den Beauftragten schriftliche Vollmacht erteilen. 210000 AM Zeh'betrag im Wetzlarer Kreishaushalt. Deckung durch eine Rachtragsumlage. y. Wetzlar, 19. Dez. Nachdem die Haus- Haltskommission des Kreistages 'ich» am Montag mit dem durch die gefteigerten Wohlfahrtslasten e. tstandenen Fehlbetrag beschäftigt hat, ist nunmehr der Kreis- t a g auf den 29. Dezember einberufen worden Die Deckung des Fehlbetrags von 2 10000 Mark soll durch eine Rachtragsumlage von 20 Proz. erfolgen. An dem Straßen- bauprogramm sür 19 3 1, das eb nfa.ls zur Beratung steht, sollen bedeutende Abstr ch? vorgenommen werden. Selbst einige in Auslicht genommene Pflasterungen von Ortsdurch ährten sind sehr in Frage gestellt. „Schön, schön, lieber Boktor. Werd' ich! Ganz bestimmt." „Ich werde das gleiche tun!" „Von mir aus! Aber Sie wissen, was ich gesagt habe. Es gibt mehr Bühnen im Deutschen Reich." Und ohne Gruß ging er den Mittelgang entlang, vorbei an den leeren Parkettseiten, bene Foyer zu, wo durch die Vorhänge der Fenster das Tageslicht hereinschimmerte. Zum Direktor gehen? Er zögerte einige Augenblicke. Hollmann würde jetzt wohl nicht mehr im Hause sein. Und wenn er noch da war - nun, man sollte immer erst eine Weile vergehen lassen, bevor man sich nbetl irgend etwas beschwert. „Rein, was ihm letzt nottat, war sürs erste frische Lust. Heraus aus dem Geruch von Par- süm, Puder, Schminke, aus der Kulissenluft, die vormittags den ganzen Theaterbau erfüllte. Spazierengehen. Mjt Rorma würde er ja heute noch unter vier Augen sprechen können, wenn sie von der Probe nach Hause tarn. Das heißt, wenn sie wirklich nach Hause tarn und nicht vom Theater aus irgendeiner Einladung folgte. Lieber (Sott - sie war ja ein Gesellschaftstier comme ii taut. Run, sprechen würde er sie schon noch! — Hubert Wördehoff ging die breite Prachtstrahr Unter den Linden entlang, dem Tiergarten zu. Die Wege waren hier um die Mittagszeit still und leer D e Bonnen mit ihren Kindern waren fast alle nach Hause gegangen Er setzte sich in einen Der Mietsstühle am Goldfischteich und hing seinen Gedanken nach, die die Szene während der Probe in ihm aufgewühlt hatten. Rorma! War sie nun sein guter Stern gewesen oder fein böser? Wie oft schon hatte er sich in den letzten Monaten diese Frage vorgelegt. Und war einer flaren Antwort dennoch ausgewichen. Rorma Helfen, Ja - den Ramen hatte sie beibehalten, trotzdem sie vor über Jahresfrist seine Frau geworden war Run ja, der Harne hatte damals schon guten Klang gehabt, und der Harne Wördehoff ging gerade erst als Zugname auf. Du lieber Gott wie vernarrt war er in Borma gewesen' Damals, als fein zweites Schauspiel, nach dem Erfolg der ersten Komödie, von der bedeutenden Berliner Bühne angenommen toar, der Horma angehörte. Und sie spielte die tragende Rolle. Für sie schrieb er sie anders, als sie ihm vorgeschwebt hatte. Eigentlich, er wußte es ja, war sie es gewesen, die ihm die Rolle diktierte. Sie mit ihrer kapriziösen Laune, ihrer Sucht nach Sensationellem. Der ganze Bau des Dramas wurde ein anderer, als er zuerst von ihm geplant war Alle tiefen Gedanken wurden zn pikanten oder geistvollen Effekten. (Forts folgt) Wer macht -en erblindeten Kriegern eine Weihnachtsfreude? Wie wir betend müteuten, soll auch in diesem Iahte wieder eine Weihnach tsfeier für die Kriegsblinden stattfinden. Da die Feier bereits am kommenden Sonntag, 28. Dezbr., staltsindet, tut Eile not! Gaben nimmt die städtische Oberfürsorgerin, Schwester Anita Hermann y, im Stadthaus, Gartenstrahe 2, Zimmer 12, gern entgegen. Geldspenden können an die gleiche Adresse, oder auf das Konto der erblindeten Krieger bei der Dezirkssparkasse Gießen, oder auf das Postsaieckkonto des Konrad Biedenkopf, Kriegsb.inder, Grünberg lHessen). Ar. 49 157 Frankfurt a .M. eingezah't werden. Unsere Kriegsblinden sind vom Kriege am schwersten betroffen worden. Es sollte daher niemand zurückstehen, sein Scherflein zu dem guten Werke beizusteuern! Eine rege Beteiligung an diesem Liebcswerk wäre um so erfreulicher, als die bis jetzt eingegangenen Spenden nicht genügen, um sämtliche Kriegsblinden zu beschenken. Oderheffen. Grünberger Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl. Wie wir hören, ist gegen die am vorigen Freitag in e. j Djrgenommene Bürgermeisterwahl, bei der bekanntlich Dr. Miltner aus Offenbach zum Bürgermeister gewählt wurde. Einspruch erheben worden. In der Begründung des Einspruchs wird vor allem betont, daß der Wahlakt nicht in der richtigen Weise vor sich gegangen sei. Einbruch in der Güterhalle in Büdingen. * Büdingen, 20. Dez. In der vergangenen Aacht wurden in der Güterhalle des hiesigen Bahnhofes Pakete geraubt, die Lebensmittel enthielten. Der Wert der gestohlenen Pakete dürfte etwa 100 Mark betragen. Born Täter hat man bisher noch keine Spur. Mitgliederversammlung des Mathildenst ffs Buhbach. OButzbach. 19. Dez. Im „Hessischen Hof" fand hier die diesjährige ordentliche Mitglieder- Versammlung des Mathilden st ifts Butzbach (Bezirksspatkasse) statt. Der Borsitzende, Direktor Aühl, begrüßte die Der- fammlung und erstattete zunächst einen eingehenden allgemeinen Bericht über den Geschäftsverlauf des abgelaufenen Jahres und die derzeitige wirtschaftliche Lage. Die drei ausscheidenden Herren des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. Die Zunahme des Ginlagebestandes betrug 877 113 Mark und damit der Bestand Ende 1929 gleich 5 295 933 Mark. Die Zahl der Sparer stieg im abgelaufenen Jahr auf 6212. Der Durchschnittsbettag eines Sparbuchs beträgt 852 Mark. Oluf den Kopf der Bevölkerung des Sparkassenbezirks entfallen 281 Mark, und auf jeden dritten Einwohner des Bezirks ein Sparbuch. Die Förderung des Realkredits hat weitere Fortschritte gemacht: es sind in diesem 3 101 741 Marl, das sind 53 Prozent, und bei Berücksichtigung der Kontokorrenthypotheken 73 Prozent der Einlagen angelegt. Für Förderung des Wohnungsbaues wurden 473 817 Mark verausgabt. Der Mittelstandskredit wurde weiter gepflegt. Insgesamt waren Ende 1929 ausgeliehen : Hypothekendarlehen und Kaufgelder 3101 741 Mark, Gemeindedarlehen 753 383 Mark, Hchuldscheindarlehen gegen Bürgschaft und Verpfändung von Wertpapieren 572 3.8 Mark, Wechsel 54 924 Mark. Kontokorrentverlehr 1 479 443 Mark. Der Geschäftsbericht und die Jahresrechnung wurden einstimmig genehmigt:dem Borstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Der Reingewinn wurde auf Vorschlag des Vorstandes mit 33 461 Mark der Rücklage zugeschrieben. Der endgültige Satz für die Aufwertung der Spareinlagen wurde vom Minister des Innern auf 13,75 Prozent festgesetzt, so daß den Einlegern, auch denjenigen, die inzwischen ihre Einlagen erhoben haben, noch 1,25 Prozent zugute kommen. Der Zinssatz für die Aufwertungseinlagen wurde entgegenkommenderweise vom Mathildenstjft um 2 Prozent erhöht, so daß für 1930 und 1931 nun 5 Prozent vergütet werden. Justizrat Dr. Reh und der Vertreter des Kreisamtes sprachen sich günstig über die weitere gute Detriebsentwicklung des Mathildenstiftes aus. In der letzten Sitzung des Aufsichtsrat e s sind wieder für gemeinnützige und mildtätige Zwecke etwa 5000 Mark bewilligt worden, darunter 600 Mark für die Landwirtschaftliche Schule in Butzbach, 400 Mark für die Obstbauschule Friedberg. 500 Mark für die Ober- realschule Butzbach, und 2610 Mark für die Pflege armer Kranker. Mit diesen Bewilligungen hat das Mathilden stift aufs neue seine soziale Einstellung festgelegt. 4. Bezirksschau des Verbandes der Oberheff. Geflügelzüchtervereine. 1. Rieder-Ohmen, 18. Dez. Der 2. Bezirk des Verbandes Oberhessischer Geflügelzüchtervereine, dem die Vereine Alsfeld, Schlitz, Lauterbach. Homberg, Rieder-Gemünden und Rieder-Ohmen angehören, hielt hier seine 4. Dezirksschau im ©aale des Hessischen Hofes ab. Die Ausstellung war gut vorbereitet und mit ungefähr 250 Rum» metn beschickt. Als Preisrichter walteten die Herren Kolter, Bad-Rauheim, und Mogk Echzell, ihres Amtes. Ehrenpreise erhielten: Brahma:Otto Soed- ter, Rieder-Gemünden, Orpington: Hch. Rem- hardt II., Schlitz Rhoddländer: H. Wennerhold. Zell, Wyandottes, weiß. O. Soedler, Rieder-Äe- münben. Wyandottes, schwarz H. Dittert, Schlitz, Barnevelder Hch. Birkenstock, Strebendorf, Mi- norka, schwarz. K. Pfifferling, Schlitz, Rheinländer, schwarz W. Schnitzer, '-tirlammen, A. Maus- Ruppertenrod, O Reichet, Rieder-Ohmen, Italiener rebhuhnfarbig. O. Hahn, Altenburg. F Heil IV., Schlitz, Italiener, schwarz. H. A^xan- der, Rieder-Ohmen Italiener, gelb' H. Heb- Rundfunkprogramm. Sonntag, 21. Dezember. 7 Ahr: (Von Hamburg). Hafenkonzert. 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Gemeinschaft Frankfurt a. M. 9.15; Weihnacht im Fels 9.45: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Laienmusik 11.30: „Aktuelle Lehrstück-Probleme", Vortrag von Dr. Ernst Emsheimer. 12: (Don München). Konzert des Rundfunkorchesters. 13: (Don Köln): Konzert. 14: Stunde der Jugend. 15. Alte Volksweisen zur Weihnacht. 16: Rachmittagskonzert. 17 (Mannheim): Desperkonzert. 17.45 „Das neue Rußland", Dortrag von Ernst Gläser. 18.05 „Das Paradiesgärtlein", Betrachtung über ein Bild von Dr. Carl Gebhardt. 18.30: „Sechs Jahre Südwestdeutscher Rundfunk", Dortrag von Dr. Wilhelm Schütter. 19 (Saarbrücken): Adventsfeierstunde katholischer Saarjugend. 20: Egmvnt (Ein Trauerspiel von Goethe.) 22.50 bis 24; Tanzmusik. Montag. 22. Dezember. 7.30 Ahr: Frühkonzert. 11; Frühkonzert auf Schallplatten. 15' „Das heilige Christfest in der Familiö^ Dortrag von Wally Baumann. 16 (Mannheim). Rachmittagskonzert des Mannheimer Konzertorchesters. 18.05: „Rundfunk - ein Heilmittel?", Gespräch von Max Zodhkow. 18.35: „Das Gesetz der Serie", 2. Dortrag von Dr. Konrad Dürre, Berlin 19.05: Englischer Sprachunterricht 19.30 Weihnachtsmarkt auf dem Römer- berg. Reportage. 20: Schubert-Konzert. 20.45: Bilanz 1930. Borgetragen von Max Kvninski. 21.30. Harsen-Konzert. 22.20: Tanzunterricht. 22.50 bis 24: (Don Budapest) Zigeunermusik. Dienstag, 23. Dezember. 7.30 Ahr. Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 11 Frühkonzert. 12.20: Alte Weihnachtsmusik. 15: Hausfrauennachmittag. 16: (Kurhaus Wiesbaden): Konzckrt. 18.05. „Der Koblenzer Bezirk in seiner regionalen Bedeutung und Verflechtung", Vortrag von Oberregierungsbaurat Wilhelm Weber, Koblenz. 18.35 „Baltisches Weihnachtsfest", Dortrag von Georg Geist. 19.05: „Amerika und die östliche Welt: Ihre 'Beziehungen vor der Entdeckung durch Kolumbus", Dortrag von Fritz Jäger, Stuttgart-Leipzig. 19.30: Anterhaltungskon- zert des Rundfunkorchesters. 20.15: Leben wider Witten. Hörspiel von Fritz Peter Buch. 21.15. Musik der Rationen. 22.30 bis 23.30: Alte Tanzmusik. Mittwoch, 24. Dezember. 7.30 Ahr; Frühkonzert auf Schattplatten. 11: (Wiesbaden); Frühkonzert. 12.20: Schallplattenkonzert. 14: Stunde der Jugend. 15: Kinderstunde. 16: Konzert des Rundfunkorchesters: Eine Weihnachtsstunde für Kinder. 17 (Frankfurter Dom): Domgeläut und Turmmusik. 17.40: „Aus hem Winteridyll", von Karl Stieler. — Dorgetragen von O. W. Studtmann. 18.15: Zur Bescherung. 19.15 Schallplattenkonzert. 20; Bunte Weih- nachtsstunde. 21. Heilige Rächt. Eine Weihnachtslegende 22: Zweiter Teil des Weihnachtsoratoriums von Joh. Seb. Bach. 22.30 (Freiburg): Musik zur Weihnachtsgeschichte. 23.15 (Freiburg): Christnacht-Weihestunde. 24 (Freiburg): Weihnachtsgeläute des Freiburger Münsters. Donnerstag, 25. Dezember. 7 Ahr: (Don Hamburg): Hasenkonzert. 8.15 (Friedenskirche Frankfurt a. M ): Orgel-Konzert. 10 (Lutherkirche) Weihnachtsgottesdienst, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche. 12 (Freiburg); Alte Weihnachtsmusik. 13: Kleines Kapitel der Zeit. 13.10; Schallplattenkonzert. 14: Arsendung. Das tapfere Schneiderlein. Funk/ Märchen. 15: Chorkonzert. 15.45; Rachmittagis- konzert 18: „Des jungen Ignaz Läuterung", Erzählung von Gustav Hans Graber. 18.30: Christi Geburt. Aus dem Weihnachtsoratorium nach Schriftworten und deutschen Dichtungen. 19.15: Elsässische Weihnachtsstunde. 20: Volkstümliche Musik deutscher Meister. 21.30 bis 22.15: Drei heitere Einakter. 22.25: Blasmusik. 23.15 bis 24: Unterhaltungskonzert. Freitag, 28. Dezember. 7.45 Ahr; Glockengeläute vom Frankfurter Dom. 8: Weihnachtschoräle. 8.15 (Offenbach): Katholische Morgenfeier. 9.30: Militär-Konzert des Musikkorps des Ausb.- (Hessisches) Datl. 15. Insan- terle-Regiment, Marburg. 10.30: Ein rheinischer Weberjunge erzählt. Improvisation von Paul Laven. 11; Stunde der Kammermusik. 12 (Von Leipzig): Tänze der Rationen. 14: Stunde der Jugend. 15: Schallplattenkonzert. 16 (Kurhaus Wiesbaden): Konzert. 18: Ein deutsches Weihnachtsspiel. 19: Chorlieder zur Weihnachtszeit. 20: Meine Schwester und ich. 22.20 bis 24: An-- terhaltungskonzert. Samstag, 27. Dezember. 7.30 Ahr: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12.20; Schallplattenkonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 16: Rachmittagskonzert. 18.05: „Vom Sinn des ßebenS", Vortrag von Aniversitätsprofessor Dr. August Messer, Gießen. 18.35: Stunde der Arbeit. 19.05. Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert 2030: „Wer die Wahl hat...!" Eine bunte Stunde um die Schallplatte. 21.20: Konzert 22.40 His 24 (Von Berlin): Tanzmusik. drich IlL, Schlitz: Leghorn, weih: I. Reinig, Rieder-Ohmen. Zucht st ämm e. Rhodeländer: K. Fißler, Rieder-Ohmen: Rheinländer: A. Maus, Ruppertenrod (Soedler-Erinnerungs-Preis für beste Leistung): Italiener (rebhuhnfarbig): O. Hahn, Altenburg; H. Wennerhold, Zett: Italiener (schwarz«: H. Alexander, Rieder-Ohmen; Italiener (gelb): K. Fißler, Rieder-Ohmen: Leghorn (weiß) I. Reinig, Rieder-Ohmen: Zwerge (por- zettanfarbig): O. Soedler, Rieder-Gemünden: Pommernenten (blau): K. Wittich, Rieder-Ge- münden: Zwerge (porzellansarbig, federsühig): O. Soedler, Rieder-Gemünden. Tauben. Brünner Kröpfer: W. Jaeck, Homberg; Steiger Kröpfer: W. Jaeck, Homberg: Hessische Kröpfer: H. Hübenthal, Homberg; Englische Kröpfer: O. Soedler, Rieder-Gemünden; Schönheitsbriefer: H. Döring, Bemshausen; Forellentauben: H. Wagner, Dannenrod: Fränkische Samtschild: K. Krug, Homberg; Nürnberger Samtschwalbe: K. Strauch, Homberg; Starenhals: K. Henning, Lauterbach. Puten (DroNze): H. Seibert, Rieder-Ohmen; Gmdener Gänse: H. Wennerhold, Zett; Reichshuhn (weih): Ph. Laub. Rieder-Ohmen. Landkreis Gietzcn. * 2 e i b g e ft e r n. 18. Dez. Die Volkshochschule Leihgestern veranstaltete im Laufe der letzten Woche drei Vortragsabende. Am ersten Abend sprach Aniversitätsprofessor Dr. S e s s o u s, Gießen, über: „Die Bedeutung der landwirtschaftlichen Kontrollstationen für den genossenschaftlichen Handel". Der Vortragende zeigte eingangs seines Vortrages Ziel und Zweck des Genossenschaftswesens und wie nut auf dieser Grundlage die für den Landwirt notwendige Samen- und Düngerkontrotte möglich fei. Er betonte dann das erziehende Moment der Tätigkeit der Kontrottstationen auf den Samenhandel und die Wichtigkeit der Rachuntersuchung von Dünger- und Futtermitteln beim genossenschaftlichen Einkauf. Weiter besprach er die technischen Vorschriften für die Prüfung von Saatgut und die Durchführung der Antersuchun» gen in den amtlichen Kontrottstationen. Der Vortrag wurde unterstützt durch anschauliche Tabellen und Lichtbilder. Es schloß sich daran eine äußerst rege Aussprache. Der zweite Vortragsabend, der neben der Belehrung auch der Unterhaltung dienen sottte, war ausgefüllt durch einen Lichtbildervortrag des Jslandforschers Dr. Hel- mut Lotz, Klein-Linden. Auch dieser Vortrag, der an anderer Stelle des „Gießener Anzeigers" ausgiebig besprochen wurde, sand' lebhafte Teilnahme. Gestern abend hatte sich Stadtschulrat Fischer, Gießen, bereitgefunden, über das Thema zu sprechen: „Was jeder Staatsbürger von der Reichsverfassung wissen muh". Der Vortragende zeigte in einem historischen Gang, der von den Gedanken der französischen Revolutton von 1789 und von dem Erlebnis der Befreiungskriege ausging, das Entstehen und Wachsen des Geistes, der zum Paulskirchen-Parlamente und der Staatsverfassung von 1848 führte, ließ aber auch deutlich die Gründe erkennen, die zu dem tragischen Mißlingen dieses Reformwerkes führten. Aus der Mitte der Hörer, die sich zu einem guten Teil aus Arbeitslosen unserer Gemeinde zusammensetzte, wurde der Wunsch nach weiteren Vorträgen über dasselbe Thema laut. Die Volks- Hochschule wird also diesen staatsbürgerlichen Kursus ebenso weiterführen, tote den genossen- fcbafHicben Lehrgang. Kreis Schotten. V Gedern, 19. Dez. Die Lehrerschaf k des Bezirkes Gedern hielt hier eine Versammlung ab, um über verschiedene standes- und schulpolitische Fragen zu sprechen. Die Versammlung faßte u. a. eine Entschließung, in der gegen die beabsichtigte Zusammenlegung der Pädagogischen. Akademien Darmstadt und Mainz nach Mainz protestiert wird. Die Entschließung wurde an den Landeslehrerverein weitergeleitet. Sodann gab Obmann Häufel einen Ueberblick über das Dereins- jahr 1930 und die Arbeit, die der Dezirks- lehrerverein geleistet hat. Rach Erledigung verschiedener interner Angelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Alsfeld. ch Nieder-Gemünden, 18. Dez. Im Saale der Gastwirtschaft Soedler fand eine Konfe - renz der Lehrer und Lehrerinnen des westlichen Teiles des Kreises Alsfeld statt. Die beiden Redner des Tages - Lehrer Schad, Windhausen, und Lehrer Kraus, Ruhlkirchen — sprachen über das Thema: „Das Zeichnen im Dienste der Kunsterziehung". Lehrer Schad behandelte die theoretische Seite. Lehrer Kraus die praktischen Auswirkungen des besonders gespalteten Zeichenunterrichts. Den Vorträgen folgte eine rege Aussprache. Rheinhessen. Oer erste Staatskommissar in Hessen. WSN. Worms, 19. Dez. Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Haushaltsführung der Gemeinden hat der hessische Innenminister heute den Oberregierungsrat Dr Seyferth von der Pro- vlnzialdirektion Mainz zum Staatskommissar für die Stadt Worms bestellt. Zur Sicherung einer o r d n u n g s m a ß i a e n Haushalts- führung der Stadt Worms hatte der Oberbürgermeister der Stadt Worms nochmals versucht, durch den Stadtrat Beschluß über die zur Abdeckung des vorhandenen Fehlbetrags notwendige Erhöhung der Nealsteuern fassen zu lassen Die gestrige Sitzung des Stadtrats hat aber zu keinem positiven Ergebnis geführt. Die von dem Oberbürgermeister vorgeschlagene Erhöhung der Real steuern und der Biersteuer, sowie die Einführung der Getränke- und Büraerfteuer find nochmals ab- gelehnt worden. Nachdem es der Stadtrat somit unterlassen hat, die für eine ordnungsmäßige Haushaltsführung erforderlichen Beschlüsse zu fas- fen, hat der Innenminister nunmehr den Staats- kommissar eingesetzt, der noch im Laufe des Mo- nats Dezember das Erforderliche veranlassen wird. Umzugs- und Versammlungsverbot auch in Mainz. Mainz, 18. Dez. (WSN.) Bis auf weiteres hat das Polizeiamt Versammlungen, Kundgebungen unter freiem Himmel, Umzüge. Aufzüge, Durchmärsche, sowie überhaupt jedes Marschieren in geschlossenen Gruppen innerhalb des Bezirks der Stadt Mainz wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit verboten. Preußen. Krcrs Wetzlar. X W e tz l a r, 19. Dez. Die ersten vorbereitenden Besprechungen zur Gründung einer Vieh- verwertungsgenossenschaft für den K r e t s Wetzlar haben nunmehr ftattgefunten. Es nahmen teil: Dipl.-Landwirt Haack. Frankfurt a. M. von der Raiffeisenhauptgenos.en chaft, Vorstandsmitglied Reih, Hochttheim, und Cornelius, Tiefenbach, ferner von der Kreisbauern- schalt Wetzlar Hauptgeschäfts üh er Dornberge r, von der Metzgerinnung Wetzlar Obermeister W a 1 d s ch m i d t und noch zwei weitere Vertreter, außerdem Landwirt Anton Hartmansen, Hochelheim. Dipl. Landwirt Haack berich'ete zunächst über seine Tätigkeit unO seine Erfahrungen aus dem Gebiete der Diehverwertungsge.wssen-- schaften. Zur Förderung des Absatzes sei eine Diehverwertungsgeno,Ienscha t dringend erforderlich Auch die Vertreter der 2Netzgerinnung gaäen nach Klärung verschiedener Fragen ihre Zustimmung zu dem Vorhaben. Im nächsten Monat soll die erste größere Versammlung in Wetzlar stattfinden, in der die landwirt.chaftlichen Organisationen insbesondere zur Frage der Gründung einer Diehverwertungsgenofsen.cha.t Stellung nehmen sotten. Dillkreis. Eisemroth, 19. Dez. Am Donnerstag fand im Saale von Grab die erste Brennholzversteigerung aus den fiskalischen Waldungen statt Den wirtschaftlichen Dcrhältni^scn entsprechend, sank die Taxe von 36 Mark im Vorjahre auf 28 Mark. Aber selbst dieser Preis erschien den Kauflustigen noch zu hoch, so daß die Versteigerung bereits nach kurzer Zeit abgebrochen wurde. Gictzcncr Wochcnmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160 Ps. (Kochbutter von 130 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 4 Mk.), Weißkraut 5 bis 6 (pro Zentner 3 Mk.), Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk.). gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10. Spinat 15 bis 20, Anterkohlrabi 5 bis 6. Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2,20 bis 2,50 Mk.). Schwarzwurzeln 30 bis 50, Aepfel 25 bis 40. Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 80 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100, Gänse 90 bis 110 pro P surrt); Tauben 50 bis 70, Eier 17 bis 18, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück. Gewinnauszug 8. Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche (262. Preuß.) Slaals-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungslag 18. Dezember 1930 In der heutigen Vormiltagsztehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 ®etoinn« in 60000 M. 22298 4 Gewinn« »n 10000 M. 72862 236920 2 Gewinne *u 5000 M. 209710 8 Gewinn« »u 3000 M. 100792 179212 195310 361129 6 Gewinn« ,n 2000 W. 24780 197152 239835 28 G«winn« ,u 1000 M. 23940 32083 104683 110403 128021 153383 191845 283192 292691 313455 342235 362279 388620 390352 26 Gewinne «u 800 M. 26291 34790 58774 95048 109430 124632 165139 172651 291949 307219 332951 347726 371780 44 Gewinn« »u 500 M. 47416 49074 88074 102761 143990 156402 165943 183003 195047 207489 217050 266435 300847 316217 326599 327468 328739 329247 340000 365433 367651 385958 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinn« 80 10000 M. 48799 6 Gewinn« »u 5000 M. 195553 271784 33561t 4 Gewinne ,u 3000 M. 40390 123492 10 Gewinne xu 2000 M. 129527 193764 268860 3604I3 390320 16 Dewinne ,u 1000 M. 37058 59370 82107 123614 193167 323823 359390 380354 42 Gewinne zu 800 M. 4925 10608 12256 29849 38328 72651 76173 87747 89391 97980 112431 141134 141478 148675 160955 173507 256329 261293 290832 333915 350807 40 Gewinns ,u 500 W. 24770 51683 69690 95926 134849 143123 179241 224185 237484 254629 255948 266932 268466 272522 275800 300842 322824 326164 336831 377924 Die Ziehung der 4. Klasse der 36. Preußisch- Süddeutschen (262. Preußischen) Staatslotterie findet am 12. und 13. Januar 1931 statt. Theodor Althoff Theodor Althoff, der Begründer des größten deutschen Warenhaus-Konzerns, setzte in seinem ersten Geschärt in Dülmen im Jahre 1885 ganze 16000 Mark um. Seine Machtstellung erreichte er durch Insertion. Er erklärt: „Wir halten das Zeitungsinserat für das zugkräftigste von allen Propagandamitteln!“ Erhältlich /.Apotheken Vertrieb fUSJL Glogaultt Chicago - H. Kn Nähr Ferm 1 bester Gdjrdti als A, touistiol ---------s LMAMttE toooOC hf'r, Ihn Wfcikiwffft-Einkäufe tu rnwhcnf Zumal die Preise ganz erheblich ermäßigt sind, u. a. für Strümpfe Blusen Strickwesten MENDE38. 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Die Sicherstellung der Pfandbriefe ist eine dreifache» 1. durch erststellige innerhalb der mündelsicheren Beleihungsgrenze eingetragene Sold* hypotheken। 2. durch das gesamte Vermögen und die Rücklagen der Rassauischen Landesbankj 3. durch die unbeschränkte Garantie des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden, der mit seinem Vermögen und seiner Steuerkraft, einschließlich der Steuerkraft aller Städte, Kreise und Landgemeinden des Regierungsbezirks Wiesbaden, für die Einlösung der Pfandbriefe haftet Die Goldpfandbriefe der Nassauischen Landesbank sind an den Berliner und Frankfurter Börsen jederzeit veräußerlich und bei der Reichsbank lombardfähig. Außerdem sind sie für die Anlegung von Mündelgeld in ganz Deutschland zugelassen. Ausgabe in Stücken zu 100, 500,1000, 2000 und 5000 Goldmark. Die Stücke sind sofort lieferbar und können durch sämtliche Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften sowie alle Niederlassungen der Landesbank selbst bezogen werden. Direktion der Nassauischen Landesbank. ______________________ d 515 V - DIIIIIIIIII!IIIIIIIi!MIIIIIIIIIII>IIIIIIIIIIIII!UIII!II!,III!I!I!IIIIIIIIIII!III!jIIIIIIIII«IiII!IIIIIIIIIlIIl!llllll!,!lll!,iilliiliii!iiiiii!ii!iIII!IIIIII!IIIIIIIIIIIIII!IIlIIlIllll!II!IIIIIIIIIIIII!!I!I!II!HtL T eppiche darunter ein großer Posten bis zu 30% ermäßigt Gardinen jeglicher Art Tisch» und Divandecken, Brücken, Felle Bettvorlagen Läuferstoffe Linoleum bringt der Zeit gerecht mit billigen Preisen Größte Aus wähl I 8228 A WeihnatNstesdienke Wa r m e s Wa s s e rb„"„n" ifi 8258A Rudolf Rüdiger Eigene Vorführungs^Räume für Radio —Walltorstraße 35 IMMANN B7EGUTZ. 858SD Crepe maroc liefert 1490V 7124 V und verfeuern Sie 3420 V Sehr schön. 8555/» 52° 650 Nowack 8203 A SLIU SPtZJÄL fVOLLGE SCHAFT Unsere bekannte, sehr elegante und geschmeidige Cröpe- maroc-Ware - In vielen Farben lagernd - zirka SS cm breit - verkaufen wir zum äußersten Tagespreis von Mk. Bille nm Besiditlfiupl meiner Ansslellnngsrfinme! 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Für einen Behälter dieser Gröhe kann aus finanziellen und auch aus bautechnischcn Gründen ein Turmbehälter, wie er vor dem 'Delt- kriege in der Bähe der „Schönen Aussicht" Die Fassade des Hochbehälters an der Landstraße Gießen—Grünberg und dem Derteilungsrohrncy notwendig. Die Gröhe dieser Dorratsräume. Wasserbehäl- t e r genannt, richtet sich nach dem Wasserzulauf und nach dem Wasserverbrauch des zu versorgenden Gebietes Der Fassungsraum der Behälter soll bei Wasserwerken mittlerer Gröhe etwa der Hälfte des gröhten Tagesverbrauches entsprechen, bei kleineren Werken soll der Behälter mit Rücksicht aus ein- Wasserrescrve für Fcuersgefahr den ein- bis zweifachen Tagesbedarf lassen, während bei großen Städten ein Behälterraum von einem Drittel des größten Tagesverbrauches genügt. Die größte tägliche Wasserabgabe in Gießen betrug tn dem niederschlagarmen Sommer 1929 an vielen Tagen rund 13000 Kubikmeter. Es mühten somit, um den Wasserbedarf sicherzustellen, Wasser- Vorratsräume von insgesamt 6500 Kubikmeter vorhanden sein. Der im Jahre 1883 erbaute, 1886 und 1889 erweiterte Wasserbehälter aus dein Lutherberge saht 1000 Kubikmeter, und der 1894 erbaute Behälter an der Grünbcrger Strahe 3000 Kubikmeter, es standen also insgesamt nur 4000 Kubikmeter Dehälterroum Zur Verfügung Die DorratSräume waren somit unzureichend, und es stellten sich im Sommer 1929 in den späten Rachmittagsstunden auch Wasserschwierigkeiten ein, indem einzelnen Hochliegenden Wohngebäuden der jetzigen Mitteldruckzone zeitweise kein Wasser bzw Wasser mit ungenügendem Druck zugelührt werden konnte Aus Antrag des Wasserwerks beschloß der Stadtrat am 18. Oktober 1929 einstimmig denBaueinesöOOOKubik- meter fassenden Wasserbehälters. Es stehen somit heute nach Fertigstellung des geplant war, nicht mehr in Frage kommen. Der neue Behälter muh 35 bis 40 Meter höher als das zu versorgende Gebiet und, um kostspielige Rohrleitungen zu vermeiden, möglichst in der Dähe der Zubringerleitung Queckborn-Gießen und des alten 3000 Kubikmeter fassenden Behälters liegen, mit welchem er in Dcrbindung stehen muß Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte ergab sich der Standort des Behälters 1350 Meter oberhalb des alten Wasserbehälters bei Kilometer 6.6 der Provinzialstrahe Gießen— Grünberg. Das in Frage kommende Waldgelände stand im Eigentum der Gemeinde Annerod. Entgegenkommender Weise überwies der Gemeinderat Annerod bald das nötige. 4000 Quadratmeter große Gelände, wofür als Entgelt eine etwas größere Waldfläche aus dem Gießener Stadtwald der Gemeinde Annerod übereignet worden ist Das Städtische Tiefbauamt. das in Verbindung mit dem Städtischen Wasserwerk den Bau zur Durchführung zu bringen hatte, begann alsbald mit den Dorarbeiten, indem es Dersuchsbohrun- gen niederbrachte, um den Baugrund .festzu- stellen Etwa 1 Meter unter der Erdoberfläche wurde Basalt vorgefunden, auf dem die Erstellung des großen Bauwerkes erfolgen konnte. Durch das Dorfinden des Basaltes, der von der Geologischen Landesonstalt Darmstadt untersucht und als gut verwendbar bezeichnet worden ist, wurde eine ganz erhebliche Ersparnis an Fuhr- unö Materialkosten erzielt. Inzwischen hatte die Bauleitung, nachdem man sich für die Errichtung eines Eisenbeton- behalters entschieden hatte, die Pläne herEin Blick in das Innere. — Seitlich die Tragpfeiler, in der Mitte die Lcitwand | gestellt, die umfangreichen statischen Bercchnun- gen durchgekührt und die Ausschreibung vorbe- reitet. An der öffentlichen Submission haben sich 20 Firmen beteiligt, der Zuschlag wurde der Gichcner Firma M. A b c r m a n n. Hoch-, Ties- iind Eisenbetonbau G. in. b. H. erteilt unter der Bedingung, mit den Arbeiten am 1. April d. 3. zu beginnen und den Bau so durchzufübren. dah nötigenfalls der 'Behälter am 1 September d. 3. in Benutzung genommen werden könne. Die Ausschachtungsarbeiten wurden sristig begonnen und in Doppelschicht mit Zuhilfenahme des laufenden Bandes betrieben, die Erde wurde rings um die Baugrube gelagert, damit sie nach Fertigstellung des Betonbehälters ohne langen Weg wieder auf den Behälter gebracht werden konnte. Der unter der Decklage vorgefundene Basalt wurde in durchschnittlicher Höhe von 1,20 Meter herausgcschossen. oder mit Preh- luftwerkzeugen bearbeitet. Der insgesamt 58 Meter lange. 33 Meter breite und 3,90 Meter hohe Behälter ist in drei Kammern geteilt, die durch Rohrleitungen miteinander in Derbindung stehen und je mit vier Ent- und Dclüstungseinrichtungen, sowie mit einer Entleerung und einem Ueberlaus versehen sind. Die Außenwände der Kammern haben eine untere Stärke von 500 Millimeter und verjüngen sich nach oben auf 400 Millimeter, während die Scheidewände der Kammern eine durchgehende Stärke von 400 Millimeter erhalten haben Die Zwischen- oder Leitwände in den Kammern, die einesteils für eine bestimmte Strömungsrichtung des Wassers nötig und andernteils zum Tragen der Decke bestimmt sind, haben eine Stärke von 220 Millimeter. Die Außen- und Scheidewände sind aus Eisenbeton, die Leitwände, die keinen Wasserdruck auszuhalten haben, aus Stamps- beton hergestellt. In den Kammern sind ferner 51 Eisenbetonpfeiler von 350x700 Millimeter Querschnitt angeordnet, die. durch Unterzüge miteinander verbunden, zum Tragen der Decke dienen. Dor der M i t t e l k o m m c r, die 1500 Kubikmeter Wasser faßt, und zwischen den Seitenkammern von je 1750 Kubikmeter Inhalt ist die S ch i e b e r t a m m e r eingebaut, die zur Ausnahme der 500 Millimeter lichtweiten Ein- und Ausgangsrohrleitungcn, der Absperrvorrichtungen, der Wassermcsseranlage und des Wasserstandsanzeigers bestimmt ist. Die aus festem Basalt gelagerte Betonsohle ist aus 200 Millimeter starkem Stampfbeton ausgesührt. in welchem zur Verankerung der Außen-, Scheide- und Leitwände sowie der Pfeiler Eisen eingelegt ist. Der Bassinboden ist in Gesälle ausgesührt, um das in den Kammern bei einer Entleerung befindliche Wasser restlos ausnuhen zu können. Ebenso ist die in Seitenfeldern 300 Millimeter und in-den Mittelfeldern 245 Millimeter starke und mit den Umfassungs-. Scheide- und Leitwändcn sowie Pfeilern ebenfalls verankerte Eiscnbetondecke nicht waagerecht angeordnet, um Riederschlagswasser leicht zum Abslnß zu bringen. Sämtliche 3nnen- und Außenwände des Behälters sind mit wasserdichtem Zementputz mit Bieberzusah versehen, die Außenwände und die Decke haben außerdem noch einen Barumitanstrich erhalten. Die an erster Stelle stehende Abbildung xeigt die tn einfachen Linien gehaltene, in Muschelkalkvorsatz ausgcsührte Fassade der Schieberkammer, die von der Grunberger Straße aus sichtbar, mit dem Gießener Stadtwappen geschmückt und mit der Ausschrift „W asserwerk der Stadt Gießen" versehen ist Die weitere Abbildung zeigt die Pfeiler- und Leitwändeanordnung im 3nnern der Behälterkammern. Bei dem Bau sind geleistet tooröen; 1912 Kubikmeter Crdaushub. 2248 Kubikmeter Basaltaushub, 600 Kubikineter Stampfbeton für die Sohle und Leitwände, 1200 Kubikmeter Eisenbeton für die übrigen Wände und Decke. 7300 Quadratmeter Zementverpuh und 3500 Kubikmeter Erdtransport zum Bedecken des Behälters. An Materialien sind außer Basaltkleinfchlag der wie schon erwähnt, an Ort und Stelle aus dem gewonnenen Basalt hergestellt wurde, verarbeitet 200 Tonnen hochwertiger Zement, 340 Tonnen gewöhnlicher Zement 1400 Tennen Tluß- sand und 70 Tonnen Rundeisen zur S^crftdhwg des Eisenbetons. Am Tage der 3nbc:riebfetzung des neuen Behälters wird im Stadtgebiet die dritteDruck - Äone eingerichtet um auch die oberen j-?iv der hochgelegenen Kliniken zu jeder Zeit genügend mit Wasser und ausreichendem Druck versorgen zu können Die einzelnen Druckzonen werden wie folgt begrenzt Der von den Anlagen eingefchlosfene innere Stadtteil wird, wie bisher, von dem auf dem Lutberberge liegenden 1000 Kubikmeter fassenden Riederdruct- behälter gespeist, der Wasser anS den alten Stollenanlagen im Gießener Stadtwald und au» den Stollenanlagen bei Großen-Buseck erhält. Die Mitteid ruckzone wird aus dem 3000 Kubikmeter großen Wasserbehälter bei Annerod versorgt, dem Wasser aus dem im Jahre 1893 94 erbauten Queckdorner Pumpwerk durch den neuen Wasserbehälter zugeleitet wird Diese Zone umfaßt den übrigen Stadtbezirk mit Ausnahme des Klinikgebictes und liefert Wasser an die Gemeinden Wicseck und Heuchelheim. Die daS Klinilsviertel umsassende Hochdruckzone wird mit dem neuen Wasserbehälter verbunden und wird ferner die augenblicklich im Bau befindliche Wasserversorgungsanlage der Gemeinde Klein- Linden beliefern. Die einzelnen Druckzonen in der Stadt sind an verschiedenen Stellen durch Schieber verbunden, so daß im Bedarfsfälle, z. B. bei Feuersgesahr. die tiefer gelegene Zone unter Wasserdruck der nächst höher gelegenen Zone gesetzt werden kann. Auch die Behälter sind unter sich durch Rohrleitungen in der Weile verbunden, daß der höher liegende Behälter nach dem tiefer liegenden Behälter automatisch Wasser abgibt. wenn dessen Wasserstand unter eine gewisse Höhe sinkt. Der Ausbau deS Wasserwerks der Stadt Gießen ist durch den Bau eines 5000 Kubikmeter fassenden Wasserbehälters wieder ein gutes Stuck vorwärts gekommen. Wenn nun erst noch die in Aussicht genommene Vergrößerung des Pumpwerks Q.ueckborn bzw die Erbauung eines Hilfswafserwerks zur Durchführung gebracht wird, dann sind die Stadt Gießen und die an ihr Rohrnetz angeschlosfenen Gemeinden auf eine Reihe von 3ahron mit Trink- und Gebrauchswaffer versorgt, das allen chemischen. physikalischen und hygienischen Anforderungen entspricht Kreisumlagenerhöhung im Kreise Biedenkopf. WER. Biedenkopf. 19 Dez Der Kreis- t o g des Kreises Limburg hat beschlossen. zur Deckung des voraussichtlichen Defizits für das Rechnungsjahr 1930 die Kreisumlage von 2 3 a u f 35 Prozent zu erhöhen. Spiclplan der Frankfurter Theater. Schauspielhaus. Sonntag. 21. Dez 16 bis gegen 18.30 Ubr: Kakadu-Kakada. 20 bis gegen 22.30 Uhr Charleys Tante Montag 22., 20 bis gegen 22 Uhr Sturm im Wasserglas. Dienstag, 23., 20 bis nach 22.30 Uhr Viel Lärm um nichts. Donnerstag 25.. 16 bis gegen 18.30 Uhr- Kakadu-Kakada 20 bis nach 22 30 Uhr: Viel Lärm um nichts. Freitag. 26.. 16 bis.gegcn 18.30 Uhr Kakadu-Kakada 20 bis gegen 22 Uhr: Sturm im Wasserglas. Samstag. 27.. 16 bis gegen 18.30 Uhr. Kakadu-Kakada 20 bis noch 22.30 Uhr: Diel Lärm um nichts Opernhaus Sonntag. 21 Dez. 15.30 bi« 17.30 Uhr: Hänsel und Gretel. 19 30 bis gegen 23 Uhr Viktoria und ihr Husar. Montag, 22., 15 bis 18 Uhr: Der Tenor der Herzogin 19.30 bis gegen 22.30 Uhr Simone Boccanegra. Dienstag. 23.. 19.30 bis 22 15 Uhr Der fliegen be Holländer Donnerstag. 25., 17 30 bis gegen 22.45 Uhr Die Meistersinger von Rürnbcrg. Freitag, 26., 15.30 bis 17 30: Hänsel und ©reteL 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Hn'ar. Samstag. 27.. 19 bis nach 22.45 Uhr Der Rosenkavalier Sonntag. 28.. 15.30 bis 17.30 Uhr: Hänsel und Gretel. 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Husar Felix Klipstein. 3u seinem fünfzigsten Geburtslage Von A. v. Boeder. Man kennt ihn vor allem als Graphiker. Don dem schönen Bilderbuch „3m Wald und auf der Heide" erzählte der Frankfurter Maler Fried Stern. „Holzschnitte, die man nicht von Morgen bis Mittag vergißt" nennt er sie. Jetzt wird Christian Rauchs Jahrbuch „Hessenkunst 1931" eine Reche der ernsthaften und innigen Blätter Klipsteins auch in breitere Kreise tragen Aber in jenem engeren Kreis, der einen Künstler in feiner ganzen Spannweite zu würdigen weiß, hat fein Rome schon lang einen guten Klang. - jenen besonderen der in unserer geldklingelnden Zeit immer seltener wird, den einer ganz echten ganz wahren künstlerischen Persönlichkeit Es ist nicht Zufall, sondern tiefe Ueberzeugung. wenn Klipstein sich fernhält vorn Markt der großen Städte, wenn er allein fein will mit der Erde, die er liebt, ihren Bäumen und Tieren und einfachen Menschen so wie er es auch gehalten hat auf seinen weilen Malerreifen in Spanien, Kor^ fika. Italien, Frankreich - es ist, weil er weiß Künstlertum, so wie er es sieht, kann nur leben mitten in seinem Werk. Ungestört durch die Welt mit ihren Ansprüchen, die Zeit mit ihren schwankenden Strömungen, hingegeben dagegen mit unbedingtem Ernst seiner Aufgabe, feiner künstlerischen Sendung. Richt umsonst find der strenge Ingres und der magisch empfindsame Legros feine Vorbilder und Meister. Dieser „Ernst des Handwerks", an den er glaubt, ist symptomatisch für den Maler und Radierer wie den Holzschnittmckster Klipstein, aber am allermeisten für den Menschen, dessen bedingungs ofe Echtheit jedes Zugeständnis an außerkünstlerische Zwecke leidenschaftlich verachtet. Rur im unbedingten Dienst des Menschen am Werk kann der Künstler das fein, was er sein sollte Träger künstlerischer Lebensgestaltung. Das kleine Häuschen am Laubacher Steinbruch - übrigens hat kein Geringerer als Lc Corbusier es bauen helfen - ist vielen Künstlern und Geistesarbeitern wohlbekannt. Durch die immer offene Tür geht auch das Getier aus und ein und der Künstler ist mit zwei Schritten bei seinen Modellen, seinen Waldbäumen, Hasen, Füchsen. Vögeln: hier, fo recht mitten Jm WUd und auf ber Heide", entstand das „Bilderbuch", der große Holzschnitt vom „Heiligen Franziskus mit den Tieren" — Blätter von einer altmeisterlichen Gröhe und Zutraulichkeit*), Oelbildnisse von Freunden und Gästen. Der Philosophenkopf Georg Burckhards, Regina Ullmanns aus- drucksvolle Züge findet man neben einem schönen Ingres und dem „Dalou" und dem „Epheben" von Legros Das kleine Häuschen, gebaut wie ein Werkhaus für Waldarbeiter, in dem gelebt wird, wie Jäger und Arbeit.r leben, in einer Einfachheit, wie fichs der heutige „Kulturmensch" gar nicht vorstellen kann, ist ein Wcrkhäuschen für Kulturwerte. Das bedachte ich. wie alle, die diese Künstler- Eremiten besuchen, mit einer Art von Erschütterung. Aber auch mit einer Frage Mag es fein, daß der Künstler nur allzu recht hat, wenn er sich die Menschheit vom Leibe hält Indessen diese Menschheit, mit einem höheren Ausdruck „unsere Zeit “genannt, die so überaus triftige Gründe hätte, vorhandene Werte zu nützen, darf sie das erlauben? Kann sie sich das leisten, auf ihren Anteil an solcher höchstlebendigen Kraft zu verzichten? Ist nicht dieser Klipstein ein viel zu unentbehrlicher Baustein, ein Eckstein zum Gebäude unserer Zukunft? Haben wir wirklich wir im Zeitalter der Iugendbildung. der Landerziehungsheime. der Jugendbewegung solchen Ueberfluß an Bildnern der Persönlichkeit, an Führerbegabungen, die den Ernst, die Sachlichkeit, die männliche Echtheit fo feurig vermitteln können wie dieser Immerjunge? Ein Bries des bekannten Architekten Le Corbusier liegt vor mir, den ich in Übersetzung beifüge. Felix Klipstein interessiert mich im höchsten Grad Ich bin ihm sehr befreundet Diese Freundschaft gründet sich aus die Hochachtung. die ich für seine Eigenschaften habe ebensowohl die menschlichen als die künstlerischen Als Künstler hat er das intensivste Empfinden für das Beste, er versteht Architektur ebensogut wie Malerei, weil er - vor allem ein lebendiger Mensch ist Es gibt nicht viele, von denen man das sagen kann. Ünd die jetzt, in dieser Epoche ungeheurer Umwälzung, nicht das Leben verstehen, sind Egoisten oder Feiglinge, oder Menschen, die sich in d.e Engigkeit ihrer Vorurteile verkriechen. *) Geschnitten von dem jungen Karlsruher Holzschneider Ernst Feuerstein. Wenn je Felix Klipstein sich mit Jugenderziehung befassen will, wünsche ich allen Glück, denen seine Gaben zugute kommen Denn die Erziehung besteht vor allem dann, tn dem Kinde die Lebenskräfte zu wecken, die in ihm sind. Ich war fo glücklich, in meiner Kindheit einen Lehrer zu haben, der diese Eigenschaft besah er hat mir Tore aufgetan! Dies ist, in Wahrheit, die herrliche Aufgabe des Erziehers Felix Klipstein wird gewiß auf diesem Wege wahre 'Befriedigung finden, denn wenn es unter Erwachsenen nicht immer ohne Reibungen abgehen mag bei der Beschäftigung mit der Jugend findet man einen herrlichen Lebenszweck Kuriose Warnungsschilder. Reben wirklich witzigen betont luftigen War- nungsschildern gibt es in aller Welt auch unzählige, die unabsichtlich kurios sind Schon, wie man die Tafeln anbringt, ist oft lächerlich 3m Ostscebaö Brösen ist im Walddickicht eine Warnungstafel hingestellt, die den Leuten verbietet. ..hierherzugehen" Man muh natürlich erst in das verbotene Gebiet, um die Warnung überhaupt lesen zu können. Wanderer, kommst du nach England, da wirst du in Wallis, das sehr viel den Ueberschwem- mungen ausgesetzt ist. an einem Pfahle folgendes lesen, wenn man es nicht schon entfernt Hai ..Wenn diese Aufschrift unter Wasser steht so ist der Weg nicht fahrbar.'" 3n einem irischen Dorfe findet man in der Rähe einer elektrischen Anlage folgenden Anschlag ..Das Berühren der Drähte bedeutet sofortigen Tod. Zuwider- handelnde werden bestraft." — ..Das Aus- und Ankleiden ohne Badehutte am Ufer des Sees zwilchen Kilometer 35 und 36 ist verboten'" sagt eine polizeiliche Vorschrift in Seebruck am Chiemsee Aber anstatt diese Worte in ihrer trockenen Sprache auf einer Tafel niederzulegen Haden die Gesetzeshüter chrer Verfügung ein kurioses Mäntelchen umgehängt An der Strahe ist eine Tafel angebracht auf die das Gestade des Chiemsees aufgemalt ist. 3m Wasser tummelt sich Menschenvolk, am Ufer steht eine Sau von rosiger Haut und großer Korpulenz, die zuschaut. Diese Strophe steht darunter. .Wer hier gewandlos geht vom Kopf bis zu den Füßen, Muh diese Sauerei mit harten Talern buhen. Gewandlos geht das liebe Vieh und auch das Schwein. Ein solches willst du schließlich doch nicht sein!" Eine Kopie der Tafel wurde übrigens bei dev Berliner Polizeiaisstellung 1928 gezeigt An einer Badeanstalt stand zu lefen „Das Betreten des Frauenbades ist den Männern verboten Der Badediener gilt nach § 8 der Badeordnung als Frau Der Badedirektor." Eine immerhin nicht alltägliche Polizeiverordnung wurde 1874 in Deddo erlassen Dort hatten sich in kurzer Zeit mehrere Fälle ereignet, dah kleine Kinder sich Verliesen und ihren Eltern erst nach vieler Muhe wieder zugesuhrt werden konnten. Die praktische Polizei befahl daher dah alle Kinder stets eine Marke mit Rainen und Wohnung tragen sollten. Wanderer kommst du in das bayerische Hoch- land, da steht — oder stand wenigstens — eine Säule mit einer Warnungstafel ..Wer hier den Wiefenweg betritt Zahlt auf der Stell' acht Groschen. Und wer das Geld nicht hat dem wird Am Leib es abgedroschen'" Wanderer, bist du Autofahrer, so wandere mit deinem Auto, und saufe nicht immer, sonst siehst du nichts von der schönen Ratur' In Amerika geht man dazu über, an Kurven ur.ö Wegkreuzungen „humoristische" Warnungstafeln anzubringen. Hier ein paar dieser freundlichen Hinweise „Krematorium zweite Strahe links'" - „Vollgas nur. wenn Sie Ihr Testament gemacht haben'" - „Haden Sie ein ständiges Konto bei Zhrem Arzte?" - Am Eingänge des französischen Dorfes Arcillac ist diese Warnungstafel zu finden „Fahren Sie langsam, so sehen Sie unter Dorf Es ist sehr hübsch Fahren Sie schnell, so sehen Sie unser Gesängnis. Es ist sehr keucht'" In Görlitz wurde 1930 eine Warnungs- tafel erridjtet. die nach amerikanischem Muster zur Vorsicht ermahnt „Das Leben ist schön ge- sährde es nichtl Langsam einsahren! Rechts halten!" Darüber ein Totenkops mit zwei Knochen. Aette Derschen ermahnenden Inhaltes werden unterwegs immer gern gelesen und warum auch nicht beherzigt? Auf einem großen Steine in der Märkischen Schweiz steht „Betrachtet diesen wüsten Ortl Hier warf ein Mensch fein Streichholz fort Und ward durch besten Funken Fahrlässig zum Halunken!" G. K. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am G e t r e i d e w e l t m a r k t war die Preisgestaltung überwiegend nach unten gerichtet. Obwohl die Tendenz mehr und mehr durch die Ernteaussichten auf der südlichen Erdhälfte beftimmt wird. An den deutschen Getreidemärkten war das Geschäft in der Hauptsache auf Roggen beschränkt. Es zeigte sich weitere Dcckungsnachfrage, wobei gute Qualitäten bevorzugt wurden. Am hiesigen Getreidemarkt mar die Stimmung für fast alle Getreidgrten sehr ruhig. Die Preisgewinne, die im Laufe der letzten Wochen durch die verschiedenen Regierungsverordnungen erzielt worden waren, gingen m dieser Woche infolge der Enge des Marktes zumeist wieder verloren. Weizen lag insbesondere wieder außerordentlich ruhig. Da keine Besserung des Mehlgeschäftes cingetreten ist, hatten die Mühlen kein Interesse neue Einkäufe zu machen. Gegen Ende der Woche zeiate sich infolge des knappen Angebots einiges Interesse, so daß der Preisverlust mit 1,50 Mark per Tonne gegen die Vorwoche nur gering ist. Auslandweizen begegnet infolge der hohen Zölle nach wie vor kaum irgendwelchem Interesse. Am Roggenmarkt war das Angebot äußerst klein, und namentlich aus diesem Grunde dürfte der Preisgewinn von 3,50 Mark per Tonne zu erklären sein, da sich das Geschäft in der Hauptsache nur auf beste Qualitäten beschränkte. Auch die Festigkeit der nord- und mitteldeutschen Roggenmärkte wirkte etwas auf die Stimmung ein. Erwähnenswert ist, daß der Absatz von Eosinroggen zeitweise recht lebhaft war, und zwar naturgemäß kurz vor den oorgenommenen Preiserhöhungen. Hafer hatte stillen Markt bei unveränderten Preisen. Auch für Gerste ist eine wesentliche Be- ruhigung eingetreten, und nur feinste Qualitäten finden vereinzelt etwas Beachtung. Das M e h l g e f ch ä f t war in der ganzen Woche sehr schleppend. Die wenigen Abschlüsse, die getätigt wurden, beschränkten sich nur auf den notwendigsten Bedarf. Roggenmehl hatte trotz der leichten Befcsti- gung von Roggen keine Preisbcsserung erfahren. Das Geschäft war auch hier sehr minimal. Kleie war im Preise leicht abgeschwächt was aber nur für Weizenkleie zutriUt, während Roggen, kleie gut behauptet blieb. Die Nachfrage war jedoch recht schleppend. Sonstige Futtermittel blieben zu- meist unverändert. Kartoffeln hatten unveränderte Markt- und Preislage. Der Markt verkehrte zum Wochenschluß weiter in ruhiger Haltung, und infolge der bevorstehenden Feiertage war der Besuch der Getreidebörse recht schwach. Das Geschäft bewegte sich daher weiterhin in den engsten Grenzen: die Stirn mung war jedoch nicht unfreundlich. Die Woch- sch'oß zu folgenden Notierungen in Reichsmark (für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilogramm): Weizen 262 50 bis 263,50, Roggen 172,50 bis 175, Sommergerste für Brau- Zw"cke 212,50 bis 217 50, Hafer (inländischer) 155 bis 160. Weizenmehl (süddeutsches, Svezial 0) 40 25 bis 41,75. Weizenmehl (niederrbeinifch^s, Spezial 0) 40 bis 41 50, Rogaenmehl 26,50 bis 27 50, Weizenkleie 9.10 bis 9.20. Roggenkleie 8,90 bis 9, Kartoff'ln per Zentner 1,90 bis 2 10 RM. Wochenbericht vom Frankfurter Schla tviehmarkt Der Frankfurter Sch'.achtviehmarkt stand in die'm Hinblick auf die ungewisse nächste Zukunft der Zuckerindustrie einen um 650 777 Mark auf 1 811 550 Mark erhöhten Gewinnrest auf neue Rcchnurg oorzukragen. ** Die Direktion der Nassauischen Landesbank empfiehlt den Ankauf 7prozentiger Goldhypotheken - Pfandbriefe als hochoerzinsltche mündelsichere Kapitalsanlage. Näheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. evrtinfftmcr Börse. Frankfurt a.M.. 20. Dez. Tendenz: lustlos. — Die heutige Wochenschlußbörse eröffnete in lustloser und eher etwas schwächerer Haltung. Nachdem noch im Vormitlagsverkehr das günstige Abfindungsangebot der Reichsbank eine freundlichere Stimmung ausgelöst hatte, verstärke sich zu Beginn der offiziellen Börse wieder das Angebot, da in der Hauptsache erneut Ausland- a b g a b e n Vorgelegen haben sollen. Infolge der völligen Geschäftslosigkeit der Märkte und bei kleinen Abgaben der Tagesspekulation ergaben sich dann meist kleine Verluste, die jedoch bei der Enge des Geschäftes kein größeres Ausmaß annahmen. Die Kulisse verhielt sich auch infolge der Unterbrechung des Börsengeschäftes durch die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage sehr reserviert. Die festen Kurse der gestrigen Neuyorker Börse boten kaum eine Anregung zumal auch aus Publikumskreisen so gut wie keine Kauforders eingetros- fen waren. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gaben die Kurse bei Spezialwerten um 1 bis 2 v. x). nach. Am Elektromarkt wirkte die Dividendereduktion weiter nach. Gessürel büßten erneut 2 v. H. ein, Siemens verloren 1 v. H., Licht und Kraft 1,5 v. H., Felten 2 v. H., AEG. 0,5 v. H. Auch Ehemieaktien konnten der rückläufigen Tendenz nicht entgehen. Farben und Scheideanstalt gaben bis 1 v. H. nach. Am Markte der Bau- und Zementaktien lagen Zement Heidelberg und Wayß & Freitag je 1 v. H. niedriger, während Holzmann knapp behauptet blieben. Bis zu 1 v. H. schwächer eröffneten Deutsche Linoleum, Reichsbank. Fester eröffneten Kali Westeregeln mit plus 3,5 v. H. Deutsche Anleihen blieben stark vernachlässigt. Don ausländischen Renten bestand nach Mexikanern einige Nachfrage. Auch nach den ersten Kursen hielt die lustlose Stimmung an, und die Kurse gaben unter dem Drucke der Orderlosig- k e i t weiter nach. Am Elektromarkt wurden erneut Abgaben vorgenommen, so daß neue Verluste von 1,5 v. H. eintraten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. H. etwas gesucht; Monatsgeld stellte sich auf 7 v. H. Am Devisenmarkt war das Pfund international fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1955, gegen Pfund 20,3725, London gegen Kabel 4,8565, gegen Paris 123,60, argen Mailand 92,78, gegen Schweiz 25,0040, gegen Holland 12,0650. Berliner Börse. Berlin, 20. Dez. Das Geschäft an der heutigen Wochenschlußbörse war zu Beginn wieder außerordentlich gering. Die Spekulation zeigte allerdings an verschiedenen Märkten Deckungsneigung, wobei sich Kursbesserungen bis zu 2 v. H. ergaben, doch konnte man andererseits auch Verkäufe beobachten, die trotz ihres kleinen Umfanges Rückgänge herbeiführten. Sehr günstig aufgenommen wurde der neue Abfindungsvorscl-lag der Reichsbank, der an diesem Markte lebhaftes Geschäft hervorrief. Golddiskontbankanteile waren 109 v. H. Geld infolge der Barvergütung von 110 v. H., statt des Bezuges der Golddiskontbankaktie. Der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse brachte ebenfalls eine gewisse Anregung, dagegen waren die aus der Wirtschaft vorliegenden Momente wenig günstig; so verstimmten die Zunahme der Haldenbestände, die wahrscheinliche Einführung des Kupferzolles in Amerika, die Kämpfe in der Eisenindustrie usw. Kaliwerke lagen bis zu 4 v. H. fester, doch war das Geschäft auch hier sehr gering. Mit Ausnahme der erwähnten Reichsbank lagen die Banialtien eher etwas schwächer, da Artikel in der Presse über die voraussichtlichen Dividenden eine Verstimmung auslösten. Spritwerte, >Lvenska und Chadeaktien (letztere wurden heute exkl. 5,60 Mk. Dividende notiert) lagen bis 3 Mark fester, während Thüringer Gas, Schlesische Gas, Rheinisch- Westfälische Elektrizität, Goldschmidt und ©ecfürel schwächer tagen. Wiking Zement konnten auf eine Zufallsordcr bei Plus-Plus-Notierung um 4,5 v. H. anziehen. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer lagen uneinheitlich. Der Pfandbriefmarkt war noch unübersichtlich. Neicksschuldbuchforderiingen gingen bis | v. H. zurück. Mittlere Sichten blieben unverändert. Der Geldmarkt war etwas leister. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 v. H, teilweise 3 v. H.; Monatsgeld 6.75 bis 8 v. H., Warenwechsel umsatzlos. Nach den ersten Kursen wurde es allgemein wieder schwächer, besonders AEG. gingen auf Streikgerüchte, die jedoch, nach unseren Erkundi- gunorn, den Tatsachen nicht entsprechen, stärker zurück. Viele Werte verloren bis 2 v. H., Salzdetfurth und Westeregeln verloren ihren Anfangsgewinn. Briefe die ihn nicht err echten! Dsi der O'crpoftöireKitn in Darmstadt mußten im Sa' r; 1933 7644 Drie.e und 8528 Postkarten sowie za)Ire'.che Drucksachen, die infolge ungenügender Anschrift weder dem Cmp- fanget ausgehändigt noch an den Absender zu» rnckgcge en werden konnten, vernichtet werden. Hierdurch mögen für die Beteiligten wohl Ain- annchwl ch'eiten manch r ei Art entstanden sein. Auch w rd das Fehlen dieser Sendungen oct zu ungerechtfertigten Borwürfen gegen die Post- Verwaltung und ihre Beamten Aniah gegeben ha.en. Ohne genaue und vollständige Anschrift deS Empfängers, zu der bei größeren Orten außer dem Wr- und dem Zunamen der Stand, die Straße und die Hausnummer gehören, ist aber d'e Zustellung einer Postsendung auch dem findigsten Zustell r nicht immer möglich. Letzte Nachrichten. Lleberfall auf einen Postbeamten bei Wetzlar. Wetzlar, 20. Dez. (III. Drahtmeldung.) Heute früh ereignete sich gegen 9 Uhr in der Nähe der Lungenheilanstalt waldhof-Llgers- häufen ein schwerer RaubüberfalL Der 37 Jahre alle Postbeamte Debet aus kahenfurth befand sich mit feinem Motorrad auf einer Dienst- fahrt. An dem sog. Stock sah er plötzlich, wie zwei Ist ä n r e raus dem Gebüsch heraustraten, die ihm halt zuriefen. Weber reagierte nicht darauf, sondern suhr weiter und wandte den Kops nach den Betreffenden. 3n diesem Augenblick zog einer der Männer einen Revolver und gab auf Weber einen Schuß ab. Die Kugel traf Weber in den Kopf. Der Getroffene stürzte vom Motorrad und blieb bewußtlos liegen. Die Täter raubten d i e Geldtaschemit 1 00 2TI a r f 3nf)a(f und ver. schwanden. Patienten der Heilanstalt, flirten Schuß gehört hatten, machten sich auf die Suche und fanden den Schwerverletzten in feinem Blute liegend auf. Lr wurde in die Heilanstalt transportiert, wo die Kugel auf operativem Wege entfernt wurde. Weber schwebt in Lebensgefahr. Landjäger konnten am gleichen vormittag die beiden Täter in Sleindorf (Kreis Wetzlar) f e st n e h m e n. Daten für Sonntag, 21 Dezember. 1375: der italienische Dichter Giovanni Boccaccio in Eerlaldo bei Florenz gestorben. — 1748: der Dichier Ludwig Höliy in Morien ee a. d. Leine geboren. — 1804: der englische Staatsmann Benjamin Disraeli, Earl of Beaconsfield, in London geboren. Daten für Montag, 2 . Dezember. 1848: der Sprachforscher Ulrich p. Wllamowitz^ Moellendorfs in Markowitz in Posen geboren. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 21. Dezember. 4. Advent. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 17: Pfr. Becker; zugleich Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Markusgemeinde. — öohanneskirche. 9.30: Pfr. Lic. Waas; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrus- gemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 14: Weihnachtsfeier für die Kleinkinderbewahranstalt; Pfr. Ausfeld; 17: P r. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; P r. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: P r. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergcrneinde; P r. Lenz. — Elifabelh-Kleinkinderfchule. 11.30: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. lüc. Waas; 18: Pfr. Lic. Waas. — fionfirmanöenfaal (Liebigflr. 55). 14: Taubstummengottesdienst; Pfr. Bechtolsheimer. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 3: Kinderschulfeier. — Wlcseck. 9.30; 10 45: Kinderkirche. — Allen-Bustck. 14: Gottesdienst; 16: Weihnachtsfeier der Klcinkindcrschule; Kollekte für den Erweiterungsbau der Kleinkinderschule. — Hausen-Garbcnlc ch. 10: Garbcnteich; 13: Zausen. — IBafjenborn-S.c n- ferg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 16. Weihnachtsfeier der Kin. derschule. katholische Gemeinden. Samstag, den 20. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 21. Dezember. 4 Adventssonntag. Gießen. 6 30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen 8: Hochamt mit Predigt; Adventskommunion b-r Jugend und Frauen. — Laubach. 10: Hochamt mit P-e- digt; 14.30- Christenlehre und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andcht. — Nidda. 8.30: Hoäwmt mit Predigt. — Schotten. 10 30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 22. Dezember. Laubach. 7.30 Uhr: Messe, Weihnachtskommunion der Männer. So'ttttti(<«>••*” i d.Acrzir n 't lotbercn ">tt?t 12 "0 Frau br. Marx. Dr. Bloch. Engelavotbeke. iabnarnt: in Adam. lp Kurszettel der Berliner unh Frankfurter Börse. Die tjiniei den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an - Reich.bankdiskont 5 v H Lombardzinsfuß 6 o H ^ranttun a Ul Berlin iranffurt a Berlin Pu US» '"-e t'Ubr» K re Schluß* für# tinian* ftur# c^chiuß» bUhr. GchlUn- iäniang« Datum 19 12 20 12 19 1'2 20 12 Oaium 19 12 20 12 19 12 20 12 6% Dcutiche mHReid)8anlelbf von 1929 Deutidw Änl.-Äblöl.-Eckult mit Sluoloi. Rechten £c«gl. obne 21iteioi..Scd)te 8% £>e(f. Bvltcllaai von 1929 (rfidtaülb W2%) Cbfrth'ilen Ytouint Anleihe mH Ausloi.-Nechten Deutsche flumm Lommelabl Anleihe Serie 1 8% Tranis bnv.-Bant Koldvie XIII unifmebat bi? 1034 7% Rrenfl pyv -Bant ffioibpfe unfünDbai bis 1932 4V*% tNbtlntirfif Vnv.-Bant tiiau. wolbpfe. 8% Pr. Lanvesptanebrielonstatt, 'tiianobrtefe W. 19 8% Pt ranow an brtelanfialt, Komm.-Lbl. N. L0 ?% Pr Lande , >anobriesanttalt, Bianobrteie N 8) ffl.tt.® avg. Bor.riegs.OblIgatt0' nen. rürtiablbar 1902 4% Oetterreichiiche Goiorente 4,20% Oeiterreichische Silbenente 4% Dcfietteldifldte Cinbeltlidtc Rente 4% UnflarW Goldrente 4% Ungarilrbe Staatsrente v 1910 4Vi°/e oeegl. oon 1919 <% Unaorilche Sronenrente <% ZütttlAe tzolianleibe von 1911 1% Zürfildie Bagdadbalin-Anl Serie 1 1% oeegl Serie II 4% Äumänlitbf oeretnd Rente von 1903 4K% Rumänilche oeteinb «ente von 1913 Rumänilche Deretnti. üattt 86,5 98,5 51,65 5,35 88 50 50,13 98 92 87,1 100 97 97 91,5 26,25 2,25 1,275 22.2 18,5 1,35 2,8 8 11,9 6,5 II 1 II 1 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 | 86,5 99 51,7 5,4 88 50,75 100 97 - 26.3 2,35 1,3 22,25 18,7 1,3 8 12.25 6,6 1 1 Rt I | 1 1 1 | 1 | | 1 II 1 1 1 1 12 | | - w> CN CM vamoutfl-VImenfo Potei ... vambur^'Süvam. Damviichlli 8 bania Tamvlichill 10 ■Jiorbbeutidier ßlono . . 8 üllflemeineTeutfdieGtebitaniL 10 Barmer Bankverein 10 Berliner Hanveloaelelllchast ig Commerz- uns Brivat-Banl n Tarmstüdter und Nationalbant 12 TeuNche Bant uns rteconto-Gelelllchatt, . io Dkesvner Bant......io Nelchsbani ...... 12 2i.iL.tK .......... Bergmann.........9 ileltr LielerungSgelelllckafl. 10 Vicht uno firaft .10 helfen & ©uilleaume . 7% cheleüichaii für Eleltrilche Unternehmungen . . lü Hamburger ®leftrtjttdü.©erfe 10 Ubetttiiche ElekirizttSt .... 9 Sdilciiidie (SlettrUität. ... 10 ediuden & (So. ..... u Siemens 8 Halske ..... iß rraitsravio ...... .^ vobm-ver S Co....... p Buverus ..•«... 5 diener Steinlobte ...... 8 fearoenet ....... 0 Horich Eilen ...... 8% filödnerroerfe . ...... 7 ßöln-'Wpuellen ..... 7 ‘Dtanncomunn-fllöliree .... 7 Mansleivei Bergbau .... 7 Cberidjlel Eiienbevart .... 6 (Dberldilcf ilotoroeite . ... 1 Pddnlr Bergbau ... 6% »Hein(|che Braunkohl« . . 10 Xhein stahl ....... 6 biiebed SHneti» ..... 7.2 62,5 100 109.25 145,5 107 108,5 229,5 94 112,5 80 84 146 115 47,75 12,75 55,25 62,75 — 147 s 1 1 1 s 181 1 1 Ilias 11 1 1 1 1 1 1 1 11 11 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 cm ® g o — <=> 62,75 155,5 121,5 64,75 96,5 100 119 109,25 145,25 107 108 228,3 94 115 95,25 112 79,75 94,65 100,25 110 99.5 110,25 145,65 115,5 58,75 82,5 7b 155,5 53,75 74,65 62,13 32,25 66 56,5 146.75 66 - 62,9 156,5 121,5 64,75 96,6 100,13 119 109,25 144,5 107 108.5 230,5 94,75 116 94.75 112 92,4 98 111,5 146 59,25 82,9 67 155 53,6 74 61,75 65,75 56,25 146.6 66,75 Vranf'urt d. M Berlin Banknoten. l«ülir« vchlutz- Ania* g- Mur» oerlin, 19 O aerober (S"elb I Sriet ur» Mur iur Slmenlannche Noten 4,176 4,196 Clclflhcbe Noten . . 58,36 58,60 Oatum 19 12 20 12 19 12 20 12 Taniiche Noten . . . 111,78 112,22 Gnglidie Noten . . . 20,325 20,405 16,503 illercinigte Stahlwerte 16'/. 58,25 — 58 57 sZranzoiische Noten . . . 16,443 Ltavi Minen — 30 30,9 Holländische Noten . . . 166,41 169,09 Kaliwerke Aschersleben 10 133 133 136,5 Italienische Noten.... Norweaiiche Noten . . . 21,90 21.98 Kaltwerte Westeregeln 10 136,5 140 136,25 140 111,78 ■ 112,22 ftallmert,- ShlibeUiirib 15 209 208.75 213 SentidbCcftcricid). • 100 Schilling 58,91 59,15 ötumdmirhc Noten . . 2,479 2,499 I. ®. ,tarüi'n-3nouitne . Dnnamii Nobel . . . SdielDeanftali ..... Goldschmidt .... MüigerSwerte ..... 12 . . « . . 0 . . 6 . . 6 125,25 125 37 H,25 124,5 124,5 124,65 58,75 39,25 40.5 125,4 37,6 40.4 Schioeds,ch" Noten . . . Schwelle, Noten . . . Spiiiiiidie Noten .... T'chechouowatische Roten. Ung --siche Noten . . . . 112.18 81,27 44,06 12,41 73,10 H2,62 81,59 44,29 12,47 73,40 Meiallgeselllchatt. . . . . . e 79,5 — 80,5 Dcoifenmarfl Berlin - Frankfurt a M Vdtltvv voizmann . . . . 7 69 (8,751 69 69 19 D.zerodei 20 rtiembu Semciitroerf Heidelberg . 10 ÄINx.ch "0 iruhf (Semcntroert .(tarlftabl. . . 10 _ «tnn Qi '-0 auti. Wavft & .greutap . 8 — 39,13 39,75 — (Seir “r itzeh eim't.» »f ott. 168,74 169,08 168,74 169.08 Sdiuithete 'Lagenhoier . . 15 _ 169 165 132 49,75 51 75 Bu'ti ?ltreS 1.380 1.384 1,376 1.380 Lktwerte . . . 12 129 60 6 Brss. "irtiu. 58,54 58,66 53,515 58,635 ei tu ... 18 50 __ (Sbrffti.itiia. 112,05 112,27 112,06 112,28 Beniberg . . . 14 53J> - 52 Novtniikig.il 112,07 112,29 112,07 112,29 Zelltloss Waldhos . . 137. 90 ?5 Stortbolnt . 112,45 112,67 112,45 112,67 flcllflolf Alchoftenburg . 12 — _ 73.5 73 Heisingforü. 10,543 10,563 10,543 IQ,563 Gbntlottenburger Walle« . . 8 _ 78 78 (Italien . . . Vonbon. . . 21,935 21,975 21 ,935» 21,975 Dessauer Gas . . . . 9 — _ 101 101 .25 20,352 20,392 20,351 20,391 Daimler Motoren . . . . 0 23,5 _ 3.5 23,5 Neunork . . 4,1905 4,1985 4,191 4,199 Deutsche Linoleum . . 100,5 101 102,5 PnriS. . . Schwei, . . 16,465 16,505 16,465 16,505 Maschinenbau A.-B. . . . . 0 _ 31 31,25 81,34 81,50 81,41 81.57 Nat. ilutomobll . . . . . 0 _ Sva t:n 14,41 44,49 44.46 44,54 Crenftetn & Kovvel . . . . 6 _ 41,75 Favon 2,078 2,082 2,078 2.082 Leondarv Tietz . . . Sventto . . . . 10 — - _ 105,5 267.5 106 269,25 Kto be ftftu ©leit in D-- Ceft. abgeft 0,399 59,015 0,401 59,135 0,399 59,01 0,405 59,13 Aranftunet Moichtnev . Kriyner . . trenligenttaebf .... uungnans .... Cediroette...... tnainltaflroerte Höchst a. Miag . . . Gebt Roeder . . . Boigt & Haessner . . . Süddeutsche Zucket . . . . 4 . . 6 . . 0 13 — 13 30 1 1 1 Prag . Bel trab Bubav.'st. - Bul arten 12,435 7,420 73,30 J,03j 12-455 7,434 73.44 3.042 12,437 7,427 73,35 3,039 12,457 7,441 73.49 3,045 . . 8 .. . S . 10 . 10 . . v . 10 28,5 77 53,5 .79 148 134,25 135 28,25 58 148 134 28,4 - = — VtfTabon 5?anüa fionft ntin. Silben Ganuoa iiru uav . Cairo 18,81 81,42 1,784 5,428 4,184 3,027 20,87 18,85 81,58 1,789 5,438 4,192 3.033 20,91 18,81 81,42 1,784 5,428 4,187 3.027 20,87 18,85 81,58 1,789 5,438 4,192 3,033 20,91 S.J.-fpori Vas Kuhballjahf 1930. Bei einer Uebersicht über die Fußball-Län- berfompfe deS Iak>reS 1930 lä&t sich nicht die üb- liche W-ertung-tabelle de- Punktsystem» antoen« den. Die einzelnen Länder sind in der Spielstärke zu unterschiedlich und treten zudem nicht alle gegeneinander an. So hat Polen, da» ohne Punktverlust dasteht, drei Spiele gegen di« Ama- teurmannschasten der sudosteuropaischen Prvfi- staaten ausgetragen und einmal Schwedens B- Mannschast geschlagen. Unbestreitbar ist der Fortschritt von Port-ugat und Dorwegen, da» für Deutschland in Breslau ein schwerer Gegner war. Dorwegen blieb daheim ungeschlagen und hat in der skandinavischen Meisterschaft hinter Dänemark den zweiten Platz inne. — 3m einzelnen zeigt die CErgebnittobeUe Schweden 4 2 3 25:20 10:8 Schwei; 1 2 4 13:24 4:10 Spanien 2 1 1 5:5 5:3 Tschechoslowakei 3 3 2 12:10 8:8 Ungarn 3 3 2 18:19 8.8 Wales 0 1 2 1:12 1:5 27 Dationen haben also 73 Länderwcttkämpfe ausgetragen, die Weltmeisterschaft nicht m tneeech- net. Deutschland ist gegenüber den beiden letzten Jahren zurückgefallen; von sechs Spielen wurden diesmal nur zwei gewonnen. Aber weit schwächer als früher sind Holland und die Schweiz geworden. Holland blieb überhaupt ohne Sieg und die Schweiz grwann nur gegen Holland. Ohne Diederloge blieben Litauen, P.-len, Portugal und England, ohne Sieg außer Holland noch Lurem- burg. das nur gegen B-Mannschaften spielte, sowie Finnland und Wales. — der Fußball-Länderspiele 1930 folgendes Bild: Tew. Unentsch. Derl. Tore Pkte. Belgien 2 5 2 15:13 7:7 Bulgarien " 1 1 2 9:17 Dänemark 3 0 1 15:6 6:2 Deutschland 2 2 2 17:15 6:6 England 3 2 0 13:6 8:2 Finnland 0 1 4 7:23 1:9 • Frankreich 3 1 3 10:14 7:7 Griechenland 2 0 1 9:10 4:2 Holland 0 2 4 10:22 2:10 Irland 2 0 3 13:14 4:6 Italien 3 1 1 14.6 7:3 Jugoslawien 2 1 1 11:6 5:3 Lettland 1 2 2 19:12 4:6 Litauen 2 1 0 9:4 4:2 Luxemburg 0 1 3 5:16 1:7 Norwegen 3 1 1 14:8 7:3 Oesterreich 1 2 2 7:5 4:6 Polen 4 0 0 11:3 8.0 Portugal 2 1 0 4:1 5:1 Rumänien 1 0 2 12:8 2:4 Schottland 2 1 2 13:12 5:5 Handball im Gau Hessen sv.T.) Io. Münchholzhausen I — Io. Grohen-Linden I. Auf dem Mto-Platz in Gießen stehen sich diese Mannschaften tm Wiederholungespiel gegenüber. Münchholzhausen bewies durch seinen 2:1-Sieg gegen Heuchelheim, daß es zu einem achtbaren Gegner herangewachsen ist, so daß die Großen-Lin- dcner sich anstrengen müssen, wenn sie die beiden Punkte mit nach Hause nehmen wollen. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. 2lm morgigen Sonntag finden in Duttershau- sen zur weiteren Ausbildung der Schiedsrichter nachstehende Uevungsspicle statt: 13 Uhr Rut- tershausen l. — Tv. Wißmar I. AIS Schicdsrich- ter leiten hier Wagner. Hofmann und Bodes, sämtlich aus Lollar. 14 Uhr Tv. Staufenberg Jugend — Tv. Lollar 3ug. Schiedsrichter Best (Wißmar), Danst (Allen^orj) und Stahl (Lollar). 15 Uhr S auf mb r z 1—To. Lol.ar l. SchiedSricht r Will (Ruttershausen), E. Winter (Launsbach) und Walter (Daubringen). Gpietvereimgung 1926 Leihgestern. Am Sonntag empfängt die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1926 Leihgestern die gleiche des SportDcreins Garbenteich zum fälligen Verbands- fptel. Die Gäste, denen ein guter Ruf vorausaeht, werden sich sehr onstrengen müssen, wenn sie einen Sieg erringen wollen, da Leihgestern bis jetzt auf eigenem Platze noch ungeschlagen ist. Der Ausgang des Spiels ist nicht oorherzusagen. Keine Schiebung bei Hertha-BSC. Die vom Derband Brandenburgischer Ball- fPiel-Dereine durchgcsührle Untersuchung gegen den deutschen Meister Hertha BSC. wegep dessen sensationeller 0:7-Diederlage gegen Dorden» Dordwest hat nicht die geringsten AnhastSvunkte dalür ergeben, daß irgend ein unkorrektes oder unsportliches Verhalten der Herthatpi ler vvr- Hcgt; also Freispruch ^mangels DeweiS". Kurze Sportnotizen. Die vier Reichswehroffiziere Frhr. v. WaldenfelS, Frhr. v. Dagel, Momm und Hasse, die aus den amerikanischen Turnieren mit ihrem Pferdematerial so ausgezeichnet abschnitten, wurden am Freitag vom Reichspräsidenten von Hindenburg empfangen und mit der Ehren- sportplakette ausgezeichnet. Als per önliches Andenken überreichte ihnen Hindenburg je eine Reitpeitsche mit Widmung auf silbernem Band. Drei Leichtathletik-Landerkämpfe hat die Deutsche Sportbehörde für die Saison 1931 vereinbart, und zwar gegen England am 30. August auf deutschem Boden und am gleichen Tage gegen die Schweiz in Bern. Der Länder- kämpf mit Frankreich geht am 6. September in Paris vonstatten. Kleine Strafkammer Gießen. * Dießen, 19. Dez. Ein Friseur aus Bad- Nauheim hatte sich die Kenntnis von einer Verfehlung eines Mannes zunutze gemacht, um von ihm unter der Drohung mit Kompromittieren und Anzeigen bei der Polizei namhafte Summen zu erpressen. Gegen das Urteil des Amtsgerichts Vad-Nauheim, durch das er zu v l e r M o n a ' i Gefängnis verurteilt worden war, verfolgt r Berufung, aber ohne Erfolg. Auch die Verhandlung heute ergab, daß es sich keineswegs um Harm» i Acuherungen, sondern um zwar verschleierte, für den Betroffenen aber vollkommen unzweideut l htxbfaoer Rlhilbprdojo 1 Pfd. nur MK. 3.50 u billige(J Seinste A 10.50 - 650 und billiget Gtob» fluLiueni »-» . V/iladlrt l tonen t billigen S&W tmmericber, seitersweTs? D Sämtliche Reformnahrungsmittel Kostenlose Beratung Sämtliche Artikel für •• i tS> T » naturgemäße Körper- ICVIlfllfS und Gesundheitspflege Vollwertige vegetar. Lebensmittel • Schulstr. 5 MU Bekanmmachung. Betr: Beschaffung freier Lernmittel für die Volks- und Fortbildungsschulen. Der Bedarf an freien Lernmitteln — Schreibmaterialien, Federn, Tafeln, Reißbrettern, Reißzeugen. Schulbüchern usw. — für das Rechnungsjahr 1931 soll auf dem Submissionswege vergeben werden. (85760 Auskunft über die m Frage kommenden Materialien und Mengen wird auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, erteilt. Angebote mit Mustern (die nicht den Namen der Lieferfirma tragen dürfen) sind bis fp'testen, zum 26. Januar 1931, vormittags 10 Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 20. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister. I. D.: vr. S e i b. Geschäfts-Drucksachen R»cnnurg(m Briefblätter Briefumschläge , , _ „ Postkarten bei firuhl, Schulstraße) Geschäftskarten Bekanntmachung. WMahrtsbrlefmarleN'Verlauf! 3n der Zeit vom 1. November 1930 bis 15. Januar 1931 findet zur Linderung materieller Notstände im ganzen Reichs- gebiet ein wohlfahrlsbrlefmarkenverkauf statt, dessen Erträge „Ui ,.ren Müttern und unserer Fugend" zugute kommen wer- den. Die oostalische Gültigkeit der Wohl- fohrtsbriesmarken nach dem In- und Ausland erlischt erst am 30. Juni 1931. Es werden außgegeben: eine 8-Ps-Marke (Aachen, Dom und Rathaus) zum Derkaufspretse von 12 Pf., eine 15-Pf -Marke (Berlin, Brandenburger Tor) zum Verkaufspreise von 20 Pf., eine 25-Ps -Marke (Marienwerder, Dr- densschloß) zum Verkaufspreise von 35 Pf, eine 50-Pf -Marke (Würzburg, Mainbrücke und Frauenberg) zum Preise von 90 Pf, ferner eine amtliche Dohlfahrtspostkarle in ünstlerischer Ausführung (Radierung) mit eingedruckter 8-Pf.-Wohlfahrtsbriefmarke zum Verkaufspreise von 12 Pf. Außerdem gelangen Markenhestchen, enthalten zehn 8-Pf..Marken und vier 15-Pf.-Morken, zur Ausgabe, die zum Preise von 2 RM. oer- kaust werden. 7236D Für die Gießener Dolhilse erfolgt der Vertrieb der Wohlfahrtsbriefmarken durch das Städtische Wohlfahrtsamt, Garten- ftroße 2, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 9. Sie sind dort erhältlich während der Dienst- stunden, und zwar von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 185S Uhr, Samstags nur vor- mittags. Dur von den bei dem Städtischen Wohl, sahrtsamt bezogenen Wohlfahrtsbrief, marken und .karten fliehen 80 o. h. des Reinertrags (wohlfahrtsanffchlag) der Gießener Rothilfe zu. Es ergeht daher die besondere Bitte an alle Gießener Einwohner, ihren Bedarf an Wohlfahrtsbriefmarken in erster Linie bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt zu ent. nehmen. Dadurch trägt jeder Bürger auch zur Linderung der örtlichen Not bei. Gießen, den 21. Oktober 1930. Für die Gießener Nothilfe: Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Radio Photo Telefunkendienst Ruhl, Plockstraße 12 reiepnon 3V _ ____________________ «sei Bekanntmachung. Dienstag, den 23. Dezember 193u, findet Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt flott; sämt- liches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgcimpst. Auftriebszeit am Markttage von 8%—9% Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkl findet am 21. Januar 1931 ftatt. 8576C Gießen, den 20. Dezember 1930. Der Dberbürgermcifter. ______I. D.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Betr.: Ladenschluß am 24. Dezember 1930. Aus Grund des Gesetzes vom 13. Dezember 1929 — Reichsgesetzblatt I, Nr. 44 — werden folgende Bestimmungen zur Kennt- nis gebracht: 8576C Offene Verkaufsstellen dürfen am 24. De- zember 1930 nur bis 17 Uhr Verkaufsstellen, die ausschließlich ober überwiegend Lebensmittel, Genußmittel oder Blumen verkaufen, bis 18 Uhr für den geschaft- Uchen Verkehr geöffnet sein. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. Die Vorschriften gelten auch für Der- kaufsstellen von Konsum, und ähnlichen Vereinen, für solche auf Eisenbahngelände und für das gewerbsmäßige Feilbieten außerhalb offener Verkaufsstellen. Sie gellen nicht für Apotheken und den Handel mit Weihnachtsbäumen. Wer vorstehenden Vorschriften zuwider- handelt, wird mit Geldstrafe bestraft. Gießen, den 18. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Seib. Montag, den 22. Dezember 1930. von vormittags 10 Uhr ab. verkaufe ich Neuenweg 28, im „Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung aus freier Hand: 8604 D größere Partien Gratulationskarten für alle Fälle, künstlerkarlen, Spiel- zeuge, alle Arten von Schreibmate- riatien, Papier, Bücher, Schreib- hefte Federn, eine Partie Gesang- bücher, einen Vervielfältigungsapparat. Ferner freiwillig: Kinderwollsachen, wie Pullover, westen, Zacken, Kleider, Mühen, Schlüpfer, Handschuhe, Strümpfe. Nachmittags 2 Uhr: Versteigerung der noch vorhandenen Sachen. Zunler Gerichtsvollzieher in Gießen Wiefecker Weg 16 — Telephon 3383 Zagv-Äerpach.ung. Die Gemeindejagd Burkhards bei (Sehern (Dberheffen), 1226 Hektar inklusive Feld und Wald, bestehend aus Jagdbezirk 1 und 2, soll am Samstag, dem 10. Januar 1931, nachmittags 2 Uhr, in der Wirtschaft des Karl Schmidt in Burkhards auf weitere sechs Jahre, beginnend vom 1. Februar 1931 ab, meistbietend versteigert werden Nähere Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. 8200D Burkhards, den 2. Dezember 1930. Hessische Bürgermeisterei. Kunkel. Zündapp senkt die Preise „Rekord'" 200 ccm ........... 695.- S. 200 ccm............ 795.- „Nürburg" 300 ccm............ 895.- Z. 300 ccm........... 740.- S. 500 ccm kompl ....1425.— Teilzahlung bis 18 Monate Besichtigen Sie meine Ausstellung W. Appel Kaiserallee 45 gcow OIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIi Die schönsten Weihnachtsgeschenke in sämti. Lederwaren und Reiseariikeln finden Sie bei August KilbioMadif. Selters weg 79 Inh.: J.G.Höfle, Lederwarenlabtik Offenbach a. M. 8617V fliiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiii WlMMWUW 3m Auftrage des Konkursverwalters versteigere ich Montag, 22. Dezember 1930, nachmittags ab 2 Uhr, im „Löwen", Neuenweg 28: mehrere Damenhüte, buntes Band, schwarzes Ripsband, Reste von Filz, Federn, Blumen, Futter (günstiger Einkauf fürModistinnen), eineSteh- leiter, eine Theke, ein Schränkchen, einen Tisch, zwei elektrische Campen. Versteigerung bestimmt. Ferner ab 10 Uhr: Verkauf von zwei Schreibtischen, K^eiderichränten (zweitürig), einem Klavier, zwei Truhen, einem Bücherschrank, fünf Nachtschränken, einer Ladentheke mit Marmor, einem Warenschrank, einem Grammophon, drei Paar Schneeschuhen, einem Puppenherd, einem Puppenwagen, einer Brand- fifte. 8612D Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 WwillU vkksleigelW. Vlontag, den 22. Dezember 1930, vormittags 9 Uhr, versteigere ich in Lollar: 8579D einen Steinbrecher gegen Barzahlung. Zusammenkunft der Steigerer bei Herrn Karl Volk- mann, Gastwirtschaft und Metzgerei in Lollar, Hauptstraße 120. Gießen, den 19. Dezember 1930. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstrahe 241 — Fernruf 4039 Vereine kaufen Ihre Nieten und Gewinnröllchen zu Verlosungen amvoiteilhafiesten nur bei J.Weinert K.6. Pfiplerwaren Ifagtnwa» 9. 18405 D filflDieief k-arMnlnW werd, foliflcmäfj il vreiöweri ae- ittmuu u. reoar. (BleBen.DioOUMi teleohon 24OJ Verkant v neuen it. gebt. Kiav R3 8A Schuhhaus Wolff Gießen, Seltersweg 4 Adreßbuch and Einwohner- und Gelchäfisyerzeichnifsen oot Ort-aememden mit etwa 100000 Einwohnern nedsi wertvollem Wirf- schasts-und kulturgeschichtlichen Gonderabschnitt / Preis 40 Reiche mark MehrLicht imcbrfatb nefchlltzii 8 6 mal hellere Tisch- beleechtiDa, oder *‘r. Stiomerivninis. Paßt auf jede Glüh- lami'e H ..2 •■.1.53. Georg Appel, Seltersweg 66, U Lichib i. Scliaiisenst. i Piano , in Do.ncbm.it.bauer- basier Vhiofüüiung seürptelSw. 18560« Schedel PianoiabrikSutda SberheMcher Adreßbuchverlag. Gießen. Schulstr. 7 Teppiche Stragula- “X. Stückware In sehr großsr Auswahl Tapetenhaus Ferd. 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