Nr. 67 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 20. Mär; 1950 Erich« im iqghd),mißei Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblütler Heimat im Bild Die Scholle monots«Bc;ugspret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Tröget» lohn, auch bei 9Hd)ter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernforechanschlüsfe unterSammelnummer 2251 Anschrift |ür Drahinach» richten. Hn;etger Sieben. Potzscheckkonto: fironffurtam Main 11686. Siebener 2ln jeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid vnv Verlag: vrLhl'sche Unwersitütt-Vuch. hrö Stetnöniderel B. Lange in Stehen. Schrisllettung und Geschäftsstelle: Zchulstra^e L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Retchspfennig.^ür Re» klameanzeigen von 70 tum ‘Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dt Friedt Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für öcn Anzeigenteil Max Filier^ sämtlich in Gießen Lord Balfour T. Loudon, 19. Mär; (1DIB.) Der ehemalige Premierminister und konservative Führer Lord Balfour ist im Alter von 82 Jahren g e st o r den. Beide Häuser des Parlaments haben sich nach ihrem Zusammentritt auf Antrag de? Premierminister» M a c d o n a I d sofort wieder auf Montag vertagt um damit ihrer Trauer über den Tod Balfour» Ausdruck ;u geben Unter der Fülle von Beileidstelegrammen, die im Haufe des Bruders Balfours eingegangen sind, befindet sich auch ein solches des Königs, das folgenden Wortlaut hat „Der Tod Lord Balfours wird im ganzen britischen Weltreich und zahlreichen anderen Teilen der Welt Gefühle der tiefen Trauer auslösen die die Königin und ich voll teilen Es ist der nationale Verlust eines großen Staatsmannes des letzten der Mini- st er der Königin Biktoria. Ich werde sein Andenken als einen lebenslangen Freund, eine große und liebenswürdige Persönlichkeit, einen weisen und vertrauenswürdigen Berater in Ehren halten " Der Bruder des Königs und zahlreiche andere Mitglieder des königlichen Hauses sandten gleichfalls Beileidstelegramme Von den führenden politischen Persönlichkeiten gab Ministerpräsident Macdo - naId der Ueberzeugung Ausdruck, daß die ganze Nation sich in ihrer Trauer um den Verstorbenen zusammenfinde Sir Austen Chamberlain bezeichnet Lord Baisour als den besten Kops, der in der letzten Generation in der Politik zu finden war Churchill nennt den Heimgegangenen das größte Mitglied des Unterhauses feit Gladstone Die Abendpreffe ist angefüllt mit spalten langen Würdigungen des Verstorbenen, die Balfour als einen großen Staatsmann, Philoiovhen und Sportsmann feiern und als die in sich ge» schlofsenfte Persönlichkeit der letzten dreißig Jahre barf'cllen Die außenpolitische Tätigkeit Balfours findet in den Nachrufen verhältnismäßig wenig Würdigung, obwohl gerade unter seiner Minister Präsidentschaft die Anfänge der entscheidenden U m stellung der britischen Politik gegen Deutsch land fallen Das englisch französische Bündnis ist erst etwas später zustandegekommen aber in dieser Frage, die namentlich auch in der Haltung Eng lands während der afrikanischen Wirren zum Aus druck kam, neigte Balfour stets mehr auf die deutsch feindliche Seite Es war nur ein logischer Abschluß feiner grundsätzlichen Haltung wenn er im Kriege als Leiter einer englischen Mission einen letzten, aber bedeutungsvollen Anstoß fürben Eintritt Amerikas in den Weltkrieg gab Balfours Lebenslauf. Lord Balfour, ein gebürtiger Schotte, trat 1874 erstmals in das Unterhaus ein und wurde 1887 mit der Regierung Irlands betraut 3n den Jahren 1891/92 und 1895/1902 hatte Balfour die Führung der Konservativen tm Unterhaus. Rach Salisburys Rücktritt wurde Balfour Ministerpräsident. 1906 gab Balfour die Führerschaft seiner Partei auf 1915 war er im Koalitionskabinett er ft er Lord der Admiralität. 3n den 3ahren 1916 19 war er Minister des Aeuheren. Rach seinem Rücktritt, wurde er dann Lordpräsidenl des geheimen Rates. 1921 war er Führer der englischen Abordnung der Washingtoner Konferenz. 3m 3ahre 1922 schied er nach seiner Erhebung zum Peer von England als Earl Balfour aus dem Unterhaus aus. Balfour, der schon längere Zeit die Absicht hatte, sich oom politischen Leben zurückzuziehen, trat mit >er Parlamentsauflösung im Mai 1929 noch vor >em Sturz des Kabinetts Baldwin, dem er als Lordpräfident des Geheimen R a - c s angehörte, zurück und schied auch aus dem Dberhause aus. Er befaßte sich in letzter Zeit ■lit der Herausgabe feiner Erinnerungen. Das Begräbnis primo de Riveras. Madrid, 19. März. (WTB.) Der Sonderzug mit der Leiche des Generals Primo de Rivera ist in der Rächt zum Mittwoch in Madrid eingetroffen. Zum Empfang hatten sich als Vertreter der Regierung der Minister für öffentliche Arbeiten sowie sämtliche ehemalige Minister der Diktatur und zahlreiche Offiziere einqefunben. Oie Gieuervorlage vor -em Reichstag. Berlin, 19. März. (DDZ.) Aus der Tagesordnung steht der von den Sozialdemokraten, Demokraten, vom Zentrum und der Deutschen Bolkspartei eingebrachten Antrag auf öffentlichen Anschlag der Kundgebung des Reichspräsidenten vom 13. März zum Boungplan. Abg. O b e r f o h r e n (Sn.): Die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Bolkspartei sieht in dem Antrag einen parteipolitischen A k t, durch den die Antragsteller den Versuch machen, ihre eigene Verantwortung vor der breitesten Öffentlichkeit auf den Herrn Reichspräsidenten abzuschieben, dasStaatsoberhaupt in den parteipolitischen Kamps hineinzuziehen und sein weltgeschichtliches Ansehen für sich auszunuhen. (Lärmende Zurufe und Unruhe bei der Mehrheit.) Von unserer Ueberzeugung, daß der Herr Reichspräsident in seiner Kundgebung boneiner irrigen Auf» f a f fu n g der gesamten Lage und der Folgen deS Voungplanes auSgeht, können wir uns auch nicht durch die Gefühle der Verehrung abbringen lassen, die wir seiner historischen Persönlichkeit schulden. Unser „Tlein“ gilt dem gekennzeichneten Charakter des Antrages der Koalitionsparteien. (Unruhe links, Beifall rechts.) Abg. Drewitz (WP.): Wir bekennen uns zu der vom Reichspräsidenten in seiner Kundgebung ausgesprochenen Mahnung zur Einigleit, aber m i t Rücksicht auf die schlechte Finanzlage lehnen wir den öffentlichen Anschlag ab. Abg. Hepp (Ehr.-Rat.): Die Christlichnationalen folgen durchaus der Mahnung des Reichspräsidenten zur Einigkeit, aber die verlangte Plakatierung dient nicht dazu, die von ihm erhobene Mahnung zu erfüllen, weil damit die Autorität des Reichspräsidenten für die Boung-Gesetzgebung gemiß- braucht wird Wir werden dem Anfrage nicht zustimmen. Abg Strasser (Rat -soz.) erlärt. A s Reichs- Präsident sei Hindenburg immer mehr ein Stabilisationsfaktor der marxistisch-liberalen Republik geworden. Die revolutionäre Jugend könne dem Präsidenten auf diesem Wege nicht folgen. 3n namentlicher Abstimmung wird der Antrag auf öffentlichen Anschlag der Hindenburgkund- gebung mit 218 gegen 130 Stimmen bei 26 Stimm- enthaltungen angenommen. Auf der Tages- ordnung steht dann oie erste Beratung der Steuer- und Zollvorlagen. Eine Vorlage verlangt Die Erhöhung des Benzinzolles von 6 auf 10 Mk., und die Einführung eines Benzolzolles von 10 Mk Dafür soll nach der Regierungsvorlage derZuschlagzurKrafffahrzeugsteuer auf 10 Prozent herabgesetzt werden, während der Reichsral 15 Prozent beantragt. Die in einer weiteren Vorlage verlangte Aenderung der Tabaksteuer soll durch Verkürzung der Zahlungsfristen und Aufhebung der Tabaksteuerlager 32 Millionen einbringen. Durch ähnliche Aende- rungen soll der Ertrag der Z u ck e r st e u e r um 9 Millionen erhöht werden Dazu kommt die Mineralwassersteuer, aus der den Ländern 40 Millionen zufliehen sollen, und schließlich die Bi ersten er. Schließlich ist mit den Vorlagen verbunden die Beratung des Entwurfes. wonach aus dem Reservefonds der im Zusammenhang mit der 3 n ö u ft riefe e I a ft u n g stehenden Bank für 3nöuftrieobli- gationen 50 Millionen an die Reichskasse fließen Abg. Dr. Rademacher (Onl.) erinneri an die im Dezember angekündigten Steuersenkungen in Höhe von 915 Millionen. Richts sei von dieser Entlastung eingetreten. Vielmehr werde der deutschen Wirtschaft eine Reubelastung von 405 Millionen zugemutet. Seit Dezember betrage die absolute Reufeelastung der Steuerträger sogar 925 Millionen W:r trägt die Verantwortung für diese ungeheuer.tche Täuschung des Volles? War ein Irrtum in so gigantischem Ausmaße möglich, oder liegt eine bewußte Irreführung vor? Auch für 19 31 wird sich nicht die Möglichkeit einer erheblichen Steuersenkung ergeben Der Redner verweist auf die Arbeitslosigkeit, auf den Rückgang des Wertes des landwirtschaftlichen Besitzes. Erschütternd seien auch die Berichte aus dem gewerblichen Mittelstand. In der Chemnitzer Maschinenfabrikation seien von 22 Betrieben 12 stillgelegt, in der Textilindustrie von 18 Betrieben 14. Alle Großstädte litten unter erheblichen Haushaltsdefiziten Rcichsfinanzminister Dr. Mldenhauer: Ich habe m voller Offenheit die finanzielle Lage öargeftellt und keine unerfüllbaren Versprechungen gemacht Ich habe gleich die erste Gelegenheit benutzt, um auf die Veränderungen in der Kassenlage hinzuweisen, daraus, daß die Ausgaben besonders in der Arbeitslosenversicherung weit über die ursprünglichen Schätzungen hinausgingen. Wenn Dr. Rademacher oder ein anderer Seutfdjnationaler an meiner Stelle stände und einen nichtausbalancierten Etat und eine höchst ungünstige Kassenlage vorfände, wenn er vor der unerträglichen Situation stände, daß das Deutsche Reich pumpen muß, um nur den Ultimo z u überwinden, dann würden doch auch sie in erster Linie darüber nachdenken, wie vor allen Dingen d i e Kasse saniert werden kann. Das ist viel wichtiger als der Streit darüber, welche frühere Regierung vielleicht an der Entstehung der Schwierigkeiten mitschuldig ist Ich habe nach der Möglichkeit von Ersparnissen zu suchen und habe mich dabei gegen Ausga - benioröerungcn aller Parteien z> wehren. Man kann natürlich nicht einseitig aus die ArfeeltSlolenversicheruna verweisen, denn feiner wird es für möglich halten, die Leistungen dieser Versicherung mit einem Schlage um 300 oder 400 Millionen zu senken. Der andere denk» bare Weg wäre der einer entsprechenden Senkung der Beamtengehälter, ein Vorschlag, gegen den ich mich mit größter Entschiedenheit aus staatspolitischen Gründen wende Erreichen können wir nut etwas, wenn wir systematisch auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens die Ausgaben senken und in der Verwaltung sparen durch zweckmäßige Gestaltung und durch den Abbau von Ausgaben 3d) arbeite gemeinsam mit dem Reichssparkommissar an einem Auvgabensenkungsgeseh für Reich, Länder und Gemeinden 3ch hoffe, daß später nicht jeder Vorschlag aus Zusammenlegung von Finanzämtern im Reichstage mit dem Protestruf beantwortet wird: „Das ist für meine Stadt unerträglich!" In dieser Beziehung lind die Abgeordneten nicht weniger Sünder als die Männer in der Regierung. Der Reichsrat wird morgen das Gesetz über den Finanzausgleich verabschieden und noch in dieser Woche das Gesetz über dis Einkorn men st euersenkung. Sie sehen daraus daß es uns durchaus ernst ist mit der Absicht, über die Sanierung der Kasse zu der Entlastung der Wirtschaft zu kommen. Wie wenig wir die Rotlage der Landwirtschaft verkennen, haben wir bewiesen durch das Hilfswerk, das gerade in diesen Stunden vereinbart worden ist. Wir täuschen uns nicht über den Ernst der Lage, aber wir halten es auf Die neuen Agrarzölle. Hilfe für die ostdeutsche Landwirtschaft. Berlin, 19. März. (V.D.Z.) Die von den Regierungsparteien vereinbarten Zolländerungen sind nunmehr als Initiativanträge dem Reichstag zugegangen. Es handelt sich um fünf Gesetzentwürfe. Die beiden Gesetzentwürfe, die die Zolländerungen bei Weizen, Hafer, Malz, Kartoffeln, Mehl und Kleie entgalten, sind von sämtlichen Regierungsparteien unterschrieben. Der Gesetzentwurf über die Zoll- änderungen bei G e r st e trägt nur die Unterschrift der Fraktionen der Sozialdemokrat t e n, des Zentrums und der Bayrischen Dolkspartei, während von der Deutichcn Dolkspartei nur die Aogeordneten Dr. Decker- Hessen, Günther, Janson und Dr. Leutheußer und von den Demokraten nur die Abgeordneten Bernhard, Dr. Külz und Dr. Wieland mit unterschrieben haben. Den Gesetzentwurf über die Zolländerung bei Zucker haben alle Regierungsparteien, mit Ausnahme der Deutschen Volkspartei, unterzeichnet, das M a i s g e s e h nur Sozialdemokraten, Zentrum und Bayrische Volkspartei. Hier fehlen also die Unterschriften der Demokraten und Deutschen Volks- Partei. In einer Besprechung der Parteiführer wurde der Beschluß gefaßt, eine Zuckerzoll - erhöhung von 12,50 M k. auf 16 M k. für den Zentner zu beantragen. Doch sollen die Zuckerproduzenten ein kleines Opfer dadurch bringen, daß der Höchstpreis für das Inland zwischen 20,50 und 21,85 Mk. liegen soll. Ferner soll die Preisschuhspanne für Malz auf 2 Mk erhöht werden. Die entscheidende Ausgabe der ganzen Agraroerhandlungen war die Stützung desRog- genmarktes die jetzt durchgeführt werden soll, 1 durch Verteuerung des Weizens dessen Zoll erneut von der Regierung auf 12 Mark erhöht werden kann, wobei allerdings ein Durchschnittspreis von 26 Mark bei- behalten wird, .und 2. dadurch, daß der G e r * stenzoll erhöht und der Mais unter ösfentliche Bewirtschaftung gestellt wird. Bei der Gerste ist gleichzeitig auf den alten Plan zurückgegriffen, wonach die Regierung er- ermächiigt wird, denjenigen Käufern von Fuller- gerfte. die gleichzeitig vergällten deutschen Roggen kaufen, den Zoll zu ermäßigen. Die Bewirtschaftung von Mais ist notwendig, weil eine Zollerhöhung nicht eintreten kann, da der Zoll durch den jugoslawischen Handelsvertrag gebunden ist. Die Lösung der Agrarzollprobleme ist in Deutschland deshalb so schwierig, weil die P r o - duktionsVerhältnisse im Westen und im Osten verschieden sind. Die Reichsregierung und die Regierungsparteien sind aber von dem Gesichtspunkt ausgegangen, daß jetzt in erster Linie dem Ost en geholfen werden muß. Man ist sich klar darüber, daß dec Osten auch national nut schwer zu verteidigen ist, wenn die Landwirtschaft zusammenbricht Allerdings war nur eine kurzfristige Lösung möglich, weil die Entwicklung auf dem Weltmarkt im Augenblick nicht zu übersehen ist und Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse im Westen genommen werden muh. Deshalb werden die Agrargesetze für dieses Jahr befristet werden. Die Grundlinie der Agrarpolitik geht darauf hinaus, d i e Weizenwirtschaft zu vergrößern und den Roggenbau zu vermindern. Rach Auffassung sachverständiger Kreise ist das Problem gelöst, wenn die Landwirtschaft zwei Millionen Tonnen Roggen weniger und ebensoviel Weizen mehr produziert Die Reichsregierung wird alles unterstützen. was diese Entwicklung fördern kann. Die Leiche wurde u.l Empfangs,aal des Bahnhofs aufgebahrt und vormittags nach dem Friedhof übergeführt. Infant Ferdinand schritt als Vertreter des Königs an der Spitze des Zuges, gefolgt von sämtlichen Regierungsmilgliedern Auf den S.raßen zum Friedhof bildete die Garnison von Madrid Spalier und erwies dem Toten die militärischen Ehrenbezeugungen. Bei der Beisetzung hielt General Martinez A n i d o im Rarnen der ehemaligen Minister der Diktatur-Regierung eine Ansprache, in der er der Bevölkerung Madrids und ganz Spaniens dankte, die dem Manne die letzte Ehre erwiesen hätten, der ein Muster bürgerlicher und militärischer Tugenden gewesen sei. Beten wir zu Gott, sagte der Redner, daß Spanien weiter den Frieden und den Wohlstand genieße, deren es sich im Laufe der letzten sechs Jahre erfreuen konnte. Es lebe Spanien! — Die Anwesenden antworteten hierauf mit Hochrufen auf General Primo de Rivera, „den Retter Spaniens, den ehrlichen und wohlgesinnten Mann" und mit Riederrufen auf die „Intriganten" — Während der Beisetzung seifest wurden die vorgeschriefeenen Salven abgegeben. Der Vorbeimarsch der Menge am Grabe nahm mehr als eine Stunde in Anspruch. Neubesetzungen in -er preußischen Verwaltung. Tie Herfor.iung der Parteien. — Tas Zentrum geht leer aus. Berlin, 19. März. (TU.) Die preußische Kabinettssitzung, die sich mit der 'Besetzung frei- gewordener oder freiwerdender hoher preuhi» Icher Verwaltungsstellen befassen soll, wird voraussichtlich am Dienstag nächster Woche statt- finden. Bekanntlich handelt es sich um die Besetzung der Posten der Oberpräsidien in Kaisel, Magdeburg und Stettin. Für Kassel kommt der Sozialdemokrat Haas, Köln, in Frage, für Stettin der der Deutschen Volts- Partei nahestehenbe bisherige Regierungspräsident in Stettin, v. Halfern. Wer in Magdeburg Rachfolger des Innenministers Waentig als Oberpräiident der Provinz Sachsen werden dürfte, ist noch völlig ungeklärt. Minister Dr. Mentzel scheint nicht in Frage zu kommen Es verlautet, daß der Posten mit einem Demokraten besetzt werden wird. Wie die TU. erfährt, wird damit gerechnet, daß für Öen freigewordenen Regierungspräsidentenposten in Potsdam gleichfalls ein Demokrat in Aussicht genommen ist, ebenso für daS Regierungspräsidium m Herford. 2m übrigen sind noch zu besehen: die Regierungspräsidien in Stettin, Frankfurt (Oder) und Magdeburg. Ob die Reubesetzung von insgesamt drei Oberpräsidien und fünf Regierungspräsidien in einer Kabincttssihung erfolgen wird, bleibt abzuwarten. Zu den bisher betanntgetooröenen Vorschlägen zur Besetzung hoher preußischer Verwaltungsstellen nimmt die „Oermani a“ in einem scharf gehaltenen Kommentar Stellung. Man könne sich nicht denken, daß politisch wichtige Poften neuerlich besetzt werden sollen, ohne daß man es für nötig halte, mit dem Zentrum, der zweitgrößten Koalitionspartei, vorher Fühlung zu nehmen. Es wäre erstaunlich, daß die Demokratische Partei — für die Poften der Regierungspräsidenten in Potsdam und Erfurt seien Demokraten tn Aussicht genommen — wieder Ruhnießer bei diesem Stellungswechsel sein soll. Die Zentrumspartei werde, wie au8 Kreisen der Zentrumsfraktion des Landtages versichert werde, den maßgebenden Stellen m i t aller Schärfe und stärkstem Rachdruck k l a rm a ch e n, daß sie nicht gewillt sei, ihre berechtigten Ansprüche zurück- z u st e l l e n. Krieg zwischen Thüringen und dem Reich Geverings Kriegserklärung. Don unserer '-Berliner Redaktion. Zu dem Geplänkel, das seit einigen Tagen zwischen Berlin und München hin und her geht, ist jetzt auch noch ein offener Konflikt gekommen, der formell zwischen dem Reichsinnenminister Severing und dem thüringischen Innenminister Frick spielt, tatsächlich aber natürlich gegen die ganze thüringische Regierung gerichtet ist. Herr Severing hat in einem sehr kriegerischen Bries der thüringischen Regierung mitgeteilt. daß aus seinem Geschäftsbereich irgendwelche Anfragen aus Weimar nicht mehr beantwortet würden, bis er selbst Antwort auf einen Brief bekommen hätte, den er schon am 17. Februar geschrieben hat. Dazu wäre zu sagen, daß in diesem ersten Brief, wenn wir uns recht erinnern der Reichsinnenminister von dem „nationalsozialistlschen thüringischen Innenminister Frick gesprochen hat. Das ist eine recht peinliche Entgleisung Die Reichsregierung hat nicht das Recht die parteipolitische Zugehörigkeit der einzelnen Länderminister zu untersuchen Man kann es Herrn Frick nachempfinden, wenn er in dieser Anzapfung eine Beleidigung erblickte und deshalb öffentlich erklärte, Herr Severing könne lange warten, bis er Antwort bekäme Aber der Innenminister ist noch einen Schritt weiter gegangen. Er hat gleichzeitig angekündigt dah alle Tieberweisungen aus Fonds des Reichsinnenministers an Thüringen einstweilen g e - sperrt werden, dah er aber außerdem auch den Reichszuschuh für Polizeizwecke, den Thüringen zum Aufbau feiner Polizei erhält, nicht mehr zahlen will, bis die thüringische Regierung den Beweis dafür angetreten hat, dah bei ihr alles in Ordnung ist Diese Zuschüsse, die zu mehr als Zweidritteln den Polizeietat der Länder decken, find an die Bedingung geknüpft, dah die Polizei im Dienste der Aufrechterhaltung von ..Ruhe und Ordnung unter Wahrung der Grundsätze der Reichs- Verfassung" erhalten wird Was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist Zweifellos aber bat der Innenminister das Recht, dafür zu forgeri dah dem entsprochen wird Boraussehung dafür 'ft nur dah er hinlängliche Anhaltspunkte für eine Zersetzung der Polizei hat. Was man darüber bisher weih ist dürftig Es liegt eine Anzeige gegen den Oberbürgermeister von Eifenact vor der angeblich nur nationalsozialistische Po- izeibeamte anstellen wollte Sie ist aber doch kaum schwerwiegend genug, um daraus eine solche öffentliche Kriegserklärung aufzubauen Jedenfalls macht das ganze den Eindruck, als ob bei der Entschluhfassung des Herrn Severing partei- volitifche Gedankengänge nicht ganz ferngelegen hätten Etwas anderes ist es, dah gerade das Auftreten des Herrn Frick gezeigt hat. wie unmöglich es für andere Parteien ist. mit den Nationalsozialisten zusammen in der Regierung zu fitzen Auch die Deutsche Volkspartei hat sich nicht gerade glücklich verheiratet, als sie diese Ehe einging Sie hat auch den Angriffen des Herrn Frick gegenüber eine befremdend geringe Widerstandskraft an Den Tag gelegt Hier wäre der Hebel anzpseyen Die bürgerlichen Mittelparteien müssen erkennen, dah sie mit radikalen Parteien den Staat nicht regieren können Aber es ist eine Unmöglichkeit, dah der sozialdemokratische Innenminister den Versuch macht durch Sperrung von Reichsmitteln eine Derartige Entwicklung zu erzwingen (Sperrung Der Reichszuschüsse für die thüringische Polizei. Abbruch Dee dienstlichen oeNchrs zwischen Berlin und Weimar Berlin. 19 März (2BIB.) vom Reichsminister des Innern Severing ist, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, folgender Brief an das thüringische Staatsministerium in Weimar gerichtet worden: Auf mein Schreiben vom 17 Februar d. 3. habe ich bis heute eine Antworknichterhal ten Dagegen hat nach bisher unwidersprochenen Zeitungsmeldungen das Mitglied des thüringischen Staatsminisleriums. Herr Minister Frick, in einer öffentlichen Versammlung erklärt, dah ich a u s eine Antwort lange warten könne Diese Haltung des Herrn Staatsministers Frick hat mich oer- aniaht, tür den Geschäftsbereich meines Ministeriums Anordnung dahin zu treffen dah Anfragen und Schreiben des Ihü ringischen Staatsministeriums nicht früher beantwortet werden, bis eine Antwort auf mein Schreiben — auf die ich übrigens keineswegs warte — eingegangen ist. Gleichzeitig find die zuständigen Stellen meines Ministeriums angewiesen worden, alle Ueberweisungen aus Fondsmitteln des Reichsmini sie riums an Thüringen einstweilen ein- 3 u ff e 11 en. Schliehlich mache ich darauf aufmerksam, dah mit Nachrichten zugegangen sind, die begründete Zweifel darüber erwecken, ob die Voraussetzungen für die Gewährung eines Reichszu- fchuffes für Polizeizwecke vonfeiten des Ihüringifchen Staatsministeriums noch erfüllt find 3ch bin daher nicht in der Lage, weitere Z u f ch n h z a h I n n g e n anzuweisen, wenn nicht vom thüringischen Staatsministerium der bündige Beweis dafür erbracht werden kann, dah von ihm die Grundzüge für die Gewährung des Reichszufchuffes in vollem Umfange beachtet werden. (gez.) Severing. Oer Eindruck in Berlin. öeidiuibiflumicn gegen den Oberbürgermeister von Eisenach Berlin, 19 März. (TU.) Das Borgehen des Reichsinnenministers Severing gegen den nationalsozialistischen thüringischen Innenminister Frick findet in der Berliner Öffentlichkeit stärkste Beachtung. Dem amtlichen Borgehen sind Ber- ö f f e n t l i ch u n g e n in der sozialdemo- ' r a t i f dj e n Presse vorausgegangen, in Denen gegen den Oberbürgerme ster von Eisenach. 3 a n- u n. heftige Anschuldigungen erhoben werden weil er in einem politischen Berhör eines früheren preußischen Polizeioffiziers M.. der sich um die Stellung eines Polizeikommissars beworben hatte, diesem zugemutet habe, für den Fall eines Losschlagens von Rationalsozialisten und Stahlhelm nicht gegen diese vorzugehen Dies sowie seine Beziehungen zum Reichsbanner hätten Janson veranlaßt, den Bewerber a b a u • lehnen. Rach einer Auskunft, die Janson dem „Lokal-Anzeiger" telephonisch erteilt hatte b e • streitet dieser die sozialdemokratische Darstellung. Gegen den Anwärter hätten vielmehr ichwere Beschuldigungen persönlicher Art Vorgelegen, so sei behauptet worden, dah er im Felde s i ch selbst Der- stümmelt habe, um aus der Front Wegzukommen Janson habe darauf dem Anwärter erklärt, das Beste würde sein, wenn er. da die Beschuldigungen aus Rechtskreisen stammen, auch Leumundszeugen aus Rechtskreisen beibringen könnte. Zu dem Borgehen Sevenngs gegen den Minister Frick selbst verlautet weiter, daß das Schreiben des Reichsinnenministers lelbstverständ- lich im Einvernehmen mit dem Reichs kanzler abgesandt worden sei Sollte die Sperrung Der finanziellen Zuschüsse - das Reich bezahlt nicht weniger als 85 v H der thüringi- 'eben Polizei kosten - nicht die gewünschte Dir- kung haben, dann werde die Reichsregierung auch n o r entschiedeneren Maßregeln i sb s n cre der C r n e n n u n g e i n e sR e i ch s kom m i.ssar s für Thüringen nich > zurück- s ch r e ck e n Das Echo in Thüringen. ;?itnettiqc Auft.evung von iHtrfifüntd nnmöniidi Weimar, 19 März (TU Funkspruch.) Der Brief des Reichs, nnenministers Severing an das thüringische Slaalsmmisterium. der bis zum Mitt wechabend in Weimai noch nicht eingegangen war Hai in der Oeffentlichteit das größte Aufsehen heroorgeruferr In dem Schreiben des Re'chsinnen Ministers, ob die Voraussetzungen für die Gewöh rung eines Reichszuschuises für Polizeizwecke noch erfüllt feien, wird erklärt, daß sich i n d e r t h ü r i n gilchen Landespolizei seit der Amtstätigkeit des Ministers Dr Frick nichts geändert habe Weder im Ministerium noch in der Leitung und der Stellenbesetzung seien Veränderungen eingetreten Auch Beförderungen oder Neueinstellungen leien nicht oorgenommen worden Im übrigen ist man im thüringischen Innenministerium der Ansicht daß die Sperrung der Reichszulchüsse für die Can despolizei nicht erfolgen könne, da die Zahlun gen aus Grund beiderseits vereinbar ter Richtlinien stattfinden, gegen die vorn Lande Thüringen nicht verstoßen worden sei Dic Vereinbarungen können also demzufolge nicht einseitig aufgehoben werden Gegen die Politisierung der Schule. Tte Weimarer Schuidtreuoren gegenKr>a Weimar, 20.März. (ERB.) Die Direk- toten Der höheren Schulen Weimars des Gymnasiums, des Realgymnasiums und des Sophie-Stiftes. wenden sich in einer öffentlichen Erklärung gegen den Minister Dr. Frick Sie nehmen für sich nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht in Anspruch, ihre Schüler oor der Verletzung der staatlichen Schulordnung zu behüten. Aus diesem Pflichtbewußtsein haben sie am vorigen Samstag d i e Teilnahme ihrer Schüler an der nationalsozialtstischen Protestkundgebung gegen den Boungplan der- boten, während der Bolksbildungsminister Dr Frick das Berbot wieder a u f h o b. „Wir haben uns zu unserem Berbot um so mehr veranlaßt gesehen, als sich bereits jetzt der anderen Seite auch nicht für richtig, alles schwarz in schwarz zu malen und der Oeftentlich- feil zu sagen: „Cs wird immer schlechter und schlimmer I" Wir haben den dringenden Wunsch dah das Gesamtwert Der Finanzreform, Kassensanierung und Entlastung der Wirtschaft möglichst schnell verabschiedet wird und zur Wie- deroufrichtung der Wirtschaft führt. Oie Debatte. Abg. Colosser (Wirtschp.). Bei Den vorliegenden Gesetzentwürfen handelt es sich um das Ende eines Trauerspiels. Als nach dem spurlosen Berschwinden Hilferdings Dr. Mol- denhauer Finanzminister wurde, glaubten wir, jetzt habe ein Mann das Ruder ergriffen. Inzwischen sind wir enttäuscht worden. Durch die Finanzsachverständigen der Regierungsparteien ist der Steuermann in die Ecke gedrückt worden. Die Regierungsparteien kommen nicht zu Rande, weil keine Den Mut zu Der Erklärung hat, dah auch die Sozialversicherung kein Rührmichnichtan sein kann, wenn wir aus der Finanznot herauskommen wollen. Mit Lohnerhöhungen allein sind die Schwierigkeiten nicht zu überwinden. In den vorliegenden Entwürfen sieht die Deutsche Wirtschaft keinen Rettungsweg, sondern nur Den Versuch, über die dringendste Rot Hinwegzukommen. Angesichts der unerträglichen und ungerechten Steuerbelastung der Wirtschaft braucht man sich über eine linkende Steuermoral nicht zu wundern. Das Versprechen von Steuersenkungen wird heute von der Wirtschaft gar nicht mehr ernst genommen. Abg. Keil (Soz.): Wir sind nicht Gegner einer Steuersenkung, aber wir halten sie erst für möglich nach vorhergegangener Sanierung der Reichskasse. Wir könnten uns die Quellen Dafür einfacher unD sozial gerechter vorstellen, als sie in den vorliegenden Entwürfen vorgesehen sind. Wir hätten einen einmaligen Zuschlag zur Einkommensteuer als R o t o p f e r bewilligt. Einen Abbau der sozialen Leistungen bekämpfen totr auch aus allgemein wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Wir wer- Den Die Vorlagen im Ausschuß prüfen. Abg. Dr. Föhr (Ztr.): Wir halten vor allem eitle Sanierung der Finanzen für dringend notwendig auch im Interesse der Wirtschaft Wir wünschen diese Sanieruna auf parlamentarischem Boden vorzunehmen, Darum wünschen wir eine schnelle Erledigung unter Zurückstellung von Bedenken, die auch bei uns gegen viele Einzelheiten bestehen. Erst nach vollzogener Sanierung der Reichskasse können wir an Steuersenkungen denken, die auch wir wünschen. Abg Dr Cremer lD. 23p.): lieber Das Finanz- programm im ganzen können wir uns endgültig erst entscheiden, wenn zwei großen Gesichtspunkten Rechnung getragen worden ist. Das ist einmal eine durchgreifende Beschränkung der Ausgaben und zweitens eine erhebliche Sen- kung der steuerlichen Belastung der produktiven Wirtschaft Wenn Io die Wirt- schäft neu angekurbelt wird, dann ist erst die Voraussetzung da für eine finanzielle Gesundung in Reich Landern und Gemeinden wir legen den größten wert darauf, dah die Sleuerfenkung sich vor allem auch erstreckt auf die Realsteuern, auf Gewerbe und Grund Vermögenssteuer Abg Dr Reinhold (Dem.) erklärt, seine Fraktion erkenne die beiden Probleme, um die es bei der Reichsfinanzreform geht, als gleich wichtig an: Nämlich die steuerliche Entlastung der Wirtlchaft und die Sanierung der Kassen läge des Reiches, die in gleicher Weife im Interesse des Staates und der Wirtlchaft liegen Meine Fraktion, so betont der Redner weiter, ist auch bereit. die Sanierung der Kasfenlage als v o r d r i n g (i ch anzuerkennen, sie verlangt aber mit aller Entschiedenheit. daß gleichzeitig steuerliche Entla st ungen beschlossen werden, wenn auch deren Inkrafttreten an einem späteren Termin erfolgt Insbesondere besteht sie auf einer I o f o r t i g e n Aufhebung der Kapitalertrags steuer für alle festverzinslichen Wertpapiere und auf der Senkung d e r Einkommen st euer der Gewerbe st euer und der Kapital Verkehrs st euer Das Moldenhauersche Programm erscheint der demokratischen Fraktion als Verhandlungsgrundlage annehmbar wenn auch gegen Einzelheiten Ichwere Bedenken geltend zu machen sind Insbesondere behalten wir uns die Prüfung oor. ob nicht ein Teil der Steuer erhohungen durch Erlparnifle vermieden werden kann Jedenfalls werden wir alles daran setzen daß unter Zurücksetzung einzelner Parteiwünsche ein großzügiges Programm geschaffen wird, und dessen Verabschiedung auf varlamen- tarischem Wege möglich ist Abg von Sy bei kChr Not.) erklärt, die vorliegenden Entwürfe feien für die Christlich Ratio, nalen unannehmbar Die landwirtschaftlichen Organisationen sind immer bemüht die große Erregung ihrer Mitglieder zu mäßigen Bei dem ietzi- gen Ausmaß der Not wird es uns nicht möglich fein in absehbarer Zeit diese Politik fortzufetzen Gemeßen an der Not der Landwirtschaft ist das jetzt oom Kabinett vorgelegte fiilfeprogramm nicht ausreichend zumal eine neue Gefahr aus dem deutsch polnischen Handelsvertrag droht Damit ist die erste Beratung geschlossen Die Vorlagen werden Dem Steuerausschuß überwiesen Mon- tag: Agrarzollantröge der Regierungsparteien. Oie Gchuldebaiie im Finanzausschuß Darmstadt, 19 Mörz (WHP.) Der Finanz- ausfchuß fetzte die Beratung des Etats des Kultusministeriums fort Ein Antrag der Sozialdemokrat ten verlangte, um Die Kiasfenziffern in Den unteren Klaffen Der höheren Schulen zu senken, soll die Ne- gierung 'Maßnahmen treffen, daß nur begabte Kinder in d i e höheren Schulen aufge- n o m m e n werden dürfen Diesem Antrag wurde von allen bürgerlichen Parteien widersprochen Auch die Regierung erklärte den Antrag für undurchführ bar Der Ausschuß letzte Dann Die Aussprache bei «ap 57: Volksschulen fort Dabei erörterte Der Vertreter Des Finanzministeriums die Schullastenoertei hing Nach seinen Darlegungen stehen die hessi fchen Gemeinden weit besser da als die aller übrigen Lander mit Ausnahme von Baden Ein volkspartei lieber Antrag verlangt anstatt der im Etat vorgesehenen Beiträge der Gemeinden von |c 200 Mark pro Schulstelle mit einer Einnahme von 734 200 Mark folgendes: Sämtliche kosten der in den einzelnen Gemeinden errichteten Sonderklassen 1 (Förder-, Hilfsklassen, Klassen mit erweiterten Lehrzielen, 9 und 10 Schuljahr) gehen z u Lasten Der Gemeinden, d i e sie eingerichtet haben. In der gleichen Richtung gehen auch Anträge des Landbundes Der oolksparteiltche Vertreter wies nach, daß diese Sonderklasfen an den öffentlichen Volksschulen fast nur einzelnen Städtelr zugute kommen und infolgedessen nicht als Sache des ganzen Landes angesprochen werden könnten Der Landbundvertreter machte außerdem die Anregung, Die einklassigen Schulen evtl als Halb- t a g s f d) u I e n zu führen, daß daran also keine 30, jonbern nur etwa 15 bis 18 Stunden Schule gehalten werden soll. Auf den Landbundantrag, keine einklassi gen Schulen eingeben zu lassen wies die Regierung nach, daß es Schulen gibt. Die tat- iächlich zusammengelegt werden können insbesondere wenn sie nur ein bis zwei Kilometer auseinander liegen Bei den insgesamt 91 einklassigen Schulen sei an eine Aufhebung von zwölf Schu len wo die Verhältnisse entsprechend liegen ge dacht Zu Dem oolksparteilichen Antrag auf Be laftung Der Gemeinden mit den Hilssklassen errech nete die Regierung eine Belastung von 206 Klassen auf 31 Gemeinden Wenn die Gemeinden diese Hilfsklasjen in dem seitherigen Umfang beibehalten würden und hierfür den vollen Betrag von 3000 Mark für eine Schulverwalterstelle aufzubringen hätten, so ergebe das eine Gesamtbelastung von zirka 618000 Mark. gezeigt hat, daß Durch Die Richtbeachtung Defl 8 26 Abs. 1 und Durch Das dadurch be- DingteCtnDrtngenDesParteigeistcS in Die Schulen Deren Gefüge gelockert, Die Schulzucht gefährdet. Den Schülern Der Sinn für ihre nächste Aufgabe, Die Fähigkeit freier geistiger Arbeit genommen wirD Wir haben es ferner außerordentlich bedauert, dah der Volks- t r a u e r t a g dazu benutzt wurde, den politi - schenHaderindie Herzen der Jugend zu tragen Wir haben es ganz besonders bedauert, Daß der ergreifende Mahnruf unseres allver- ehrten Herrn Reichspräsidenten v. Hintz e n b u r g. nunmehr den Geist innerpolitischer Zwietracht und Zerrissenheit zu überwinden, gerade cm diesem allen Deutschen gemeinsamen Tage mißachtet wurde." Kabineiiskrisis in Polen. szymansti mit der Ncgterungsbilduna beauftragt Warschau, 19. März. (WTB.) Das Kabinett Barthel ist zurückgetreten und mit der Regierungsbildung Senatsmarschall Szymanski beauftragt. Er erklärte Pressevertretern, daß er am Donnerstag mit Den Ver- handlungen beqinnen werDe Den 19 März. Den Namenstag des Marschalls Pi 1 - s u D s k i, betrachte er als einen F e st t a g und werde Daher keine Konferenzen abhalten. Am Donnerstag wolle er der Reihe nach alle Parteiführer empfangen um ein parlamentarisches Kabinett zu bilden Die Betrauung des Senatsmarschalls Szymanskis mit der Regierungsbildung hat hier lehr überrascht Szymanski, gescyagier Augenarzt aus Wilna, der schon tm 60 Lebens, ahx steht, ist bisher noch nicht als Politiker aufgefallen Hingegen geriet et oft durch arglose, aber nicht immer sehr vorsichtige Aeutze- rungen in Konflikte Bei Der 10-Jahr,eier Gdingens erschreckte er Die anwesenden Politiker durch ein Zitat des polnischen Dichters Miakicwicz in dem die Versicherung ausgesprochen wird, daß das einst polnische Danzig wiederuin Polen angeboren werde Szymanlti ist ,e- denfalls ein treuej Anhänger dcsMarsch a 11 s PiIsudski Rian muß annehmen, dah dies vor allem der Grund für seine Berufung ist Der Kurier Warlzawski ein rechtsstehendes aber innenpolitisch stets zurückhaltendes Blati meint dah man Szymanski jedenlalls, wie auch aus seinen Worten hervorgehe den guten Willen zubilligen müsse Es frage sich jedoch, ob dieser genüge, Die auherge- w ö h n l i ch e n Schwierigkeiten zu überwinden. die sich vor ieDer Regierung auftürmen. Krisis der Fiottenkonserenz. riaiiö lehrt uvet razcheno „au.Paris zurück Pans, 20 Marz * Schnee atirauoetn «Nebel KGewit^r,® windstille.O->sehr leichte» Osi massige» Südsüdwest q stürmische- Nordwest Ole Piene fliegen mit oem winde. Die oei den Stationen stenenaen ZatH Erweilerles VezirkSschöffengericht Gießen. • Tiehen, 19. März. Ein hiesiger früherer Rechtsanwalt war bei dem Verkauf eines Hauses in Daü Salzhausen von den Vertragsparteien damit betraut worden, mit dem Kaufpreis von 52 OOO Mark die auf dem verkauften Haus lastenden Hypotheken abzulösen und die darauf ruhenden Steuern zu zahlen, um dann den ver-> von Insassen der Straßenbahn beobachtet worden, die Zusehen muhten, wie der Mitfahrer direkt von den Stämmen aufgespiehl wurde. alle Pit. Zesttag unb lbhatten. Lw iadj alle Par- clamrntarilchei larschalis äzy. )ung hat hier ilti. geißlet on im 60 l'e« nicht ale Pvü- lel et oll öurch irsichtige Oleuge« Iahrieiei ©bin» n Poliiilci Surch Äiakitlvicz in chcn wirb. Sah ij Wieheru m zymanili \\\ \t* er desNar« nch annehmen, i snr seine Ye« wsli ein rechts« eis zarüclhallcn« nanlli ledenlalls, ;eroorgehe den nulle Es trage die auherge« Iten zu über« -rung auftürmen. Linie erforderliche höhere Garantiesumme übernähmen. Verwaltungssekretär Maus wies darauf hin, daß die Stadt Gießen mit Rücksicht darauf, daß sie bereits 50 v. H. der Garantiesumme übernommen habe, dem Antrag nur dann zustimmen könne, wenn die M e h r b e l a st u n g sich in mäßigen Grenzen bewege. Auch die Vertreter der übrigen beteiligten Gemeinden sprachen sich in ähnlichem Sinne aus. Da jedoch allgemein die Auffassung herrschte, daß die durch die veränderte Linienführung erforderliche höhere Garantiesumme durch Einnahmen infolge Mehrbenutzung nicht ausgeglichen würde, wurde von Amtsobersekretär Sänger der Vorschlag gemacht, die geplante Verbesserung zunächst versuchsweise auf einen oder zwei Monate zu machen. Innerhalb dieser Zeit werde sich dann Herausstellen, ob der Betrieb auf der neuen Strecke rentiere oder nicht. Auf Grund dieses Vorschlages wurde eine U e b e r- einstimmung dahin erzielt, daß die Versuchs« führten zunächst auf die Dauer eines Monates durchgeführt werden sollen. Das Postamt in Gießen wird wegen der Genehmigung eines entsprechenden Fahrplanes sofort bei der Oberpostdirektion in Darmstadt vorstellig werden, so daß, wenn diese Genehmigung erteilt wird, mit der Durchführung der neuen Fahrten baldigst gerechnet werden kann. Am Schlüsse der Besprechung wurde noch über den Anschluß der Autohalle in Hochelheim an die Wasserleitung, sowie an die Kanalisierung der Gemeinde Hochelheim verhandelt. Es wurde vereinbart, daß über diese Arbeiten Kostenanschläge eingefordert werden sollen, die den beteiligten Gemeinden demnächst zur Beschlußfassung über die Vergebung der Arbeit vorgelegt werden. Schwerer Verkchrsunfall. Motorradfahrer fährt ineinLanqholzfuhr- wcrk. — Zwei Tote. Darmsladt, 19. Mär;. (IBSJl.) heule abend gegen 7 Uhr fuhren kur; vor dem Ortseingang von (Eber ft ab t ein Motorradfahrer namens koch aus Darmstadt und sein Sozius Walther in rasendem Tempo von hinten in ein mit Langholz beladenes Fuhrwerk, obwohl das Fuhrwerk beleuchtet war. Koch wurde auf der Stelle gelötet, während sein Mitfahrer auf dem Transport ins Krankenhaus verschied. Der Vorgang war Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. Sch. in L. Die von Ihnen gewünschten Adressen lauten: 1. Ivar K r e u g e r, Stockholm, „Svenska Tändsticksaktiebolaget"; 2. Henry Ford, Detroit (Mich.), USA. Die Wetterlage. -lei — Tageskalender für Donnerstag. Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbe- treibende: -Betriebswirtschaftlicher Kursus (Thema: Selbstkostenproblem, Vortragender Professor Dr. Auler), 20.15 Uhr, Großer Hörsaal. — Rentnerbund: Mitgliederversammlung, 16 Tlhr, Kath. Dereinshaus. — Pensionär-Verein: Hauptversammlung, 16 Ahr, im Aquarium. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Patriot" und „Scheidung vor der Ehe". — Astoria-Lichtspiele: „Achtung! — Kriminal-Polizei l" und „Der Grenzreiter von Texas". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige Opernvorstellung „Der fliegende Holländer" ist ausverkauft. Beginn der Vorstellung 19 Ahr. Inszenierung Renato M o r d o ; musikalische Leitung Dr. Karl Böhm. — Am Sonntag, 23. März, 18.30 Ahr, „Die heilige Flamme", Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen. — Dienstag, 25. März, „Der letzte Lord", erste Wiederholung. — Als nächste Premiere ist ein Georg-Vüchner-Abend angeseht, an dem „Leonce und Lena" und „Woy- zeck" gegeben werden. — Am Sonntag, 16. März, war zum letzten Male Sheriffs „Die andere Seite" angekündigt. Der Zudrang zur Kasse war derartig stark, und es muhten so viele Besucher des ausverkauften Hauses wegen weggeschickt werden, daß die Intendanz, um auch damit viele Eingaben und Gesuche zu erledigen, das Stück am 13. April nochmals wiederholen wird. len geben die Temperatur an. Die umen veromdeo Orte mit gleichet^ «ul Meeresniveau umaereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Die über Polen liegende Störung verursacht im östlichen Deutschland verbreitete Regen- und Schneefälle, und im übrigen Teile des Reichs bedingt die ozeanische Luft unbeständiges und kühles Wetter. Durch die neue Störung über der Nordsee gelangt weitere ozeanische Luft nach dem Kontinent. Infolgedessen bleibt das Welter noch wechselhaft und kühl. Ferner treten vereinzelt Schnee- und Regenschauer auf. Wettervoraussage für Freitag: Kühles Wetter bis zu leichter Nachtfrostgefahr, wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte Schauer. Lufttemperaturen am 19. März: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 3,9 Grad: am 20. März: morgens 2,2 Grad. Maximum 9,4 Grad, Minimum 1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 19. März: abends 6,7 Grad: am 20. März: morgens 3,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer V/2 Stunden. ^.?as Ha« ä mvne: Ä den tyt, 19 ** Kein Geld in Briese! In der Zeit der Konfirmation und Kommunion hat mancher einem Verwandten oder Freund ein Geschenk zugedacht, häufig in Gestalt eines Geldbetrages. Leider werden noch immer Geld und geldwerte Gegenstände in gewöhnlichen Briefen verschickt Briefkastenräubern sind onserenz. mAWturW Mlprud).) 3n u aus London >rud, daß eine cingclretcn d Daran lou a er das M« 1;I8 verabredete hri f*'on' iben lallj"; einem von dm rearbertete U “■fe 3 Äff Heide hälttn nander 9«' t, Paris Mi^ 0 Regierung die ‘%lä idJfä ’L einen chemE,hin. enteilt ' itet m. K ual hali.^bmerl'e einem voraussichtlich bereits Ende Llpril begonnen werden, da der Klinikbau bis zum Herbst im Rohbau fcrtiggeftellt fein soll. Die Klinik wird zur Aufnahme von etwa 60 Kranken eingerichtet und mit allen neuzeitlichen Errungenschaften auf dem Gebiete der Orthopädie ausgeftattet werden. Die Klinik soll nicht nur Heilzwecken, sondern auch der Forschung wnd Lehre der orthopädischen Wissenschaft dienen. Der Direktor der Klinik, Prof. Dr. P i tz e n, der Schüler eines der ersten deutschen Orthopäden, Prof. Dr. Lange ist, widmet sich nach Antritt seines Lehramts am 1. April neben seiner Lehrtätigkeit vor allem dem großen organisatorischen Aufgabenkomplex, der bei der Schaffung der neuen Klinik zu lösen ist. Don dem erforderlichen Kapital ist jetzt bereits ein sehr großer Teil in bar vorhanden, über die Beschaffung der Restsumme sind zur Zeit aussichtsreiche Verhandlungen im Gange, die einen guten Abschluß mit Sicherheit erwarten lassen. $6 SA» il (tei? nn für ■oben (g Ml. der Ti ^er dengle. "derÄ^"d 9emNamen . ,(1 von ffili'' utüd- ; io c." i -E ajorbf“ ftadk" Ajste"' Der Verein für Krüppelfürsorge in Hessen beabsichtigt, wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, die Errichtung einer orthopädischen Klinik in Gießen. Die neue Klinik soll ein selbständiges Werk des Vereins für Krüppelfürsorge fein, jedoch durch die Person ihres ärztlichen Leiters, des als Extraordinarius auf den neuen Lehr- tuhl für Orthopädie an der ßanbesunioerfität berufenen Professors Dr. P i tz e n , die Verbindung mit der medizinischen Fakultät unserer Landesuniversität haben. Als Bauplatz für die neue Klinik kommt das Gelände an der Gabelung Klinikftraße—Gaffky- traße—Uhlandftraße, also in unmittelbarer Nähe )er neuen Heilstätte Seltersberg und der Lupus- Heilstätte, in Betracht. Das Gelände wurde in Anbetracht der guten Sache von der Stadt Gießen auf Beschluß des Stadtrates im vorigen Jahre als Stiftung der Stadt zur Verfügung gestellt. Die Aus- I arbeitung der Baupläne wurde dem Städtischen Hochbauamt übertragen. Mit den Erdarbeiten wird | Das Verhör Schultes unb Hoyers. WSR. Frankfurt a. M., 19. März. Die beiden verhafteten Mörder des Frankfurter Polizeioberwachtmeisters Kern siud noch Dienstagadend verhört worden. Dabei gab Schulte an, daß der Schuß gefallen fei, als er dem Polizei oberwachtmeister fein Messer übergeben hatte. Hoyer habe gerufen „Hände hoch!", und darauf fei der Schuß gefallen. Auch heute früh blieb Schulte bei diesen Angaben. Die Kriminalpolizei vertritt die Ansicht, daß den Angaben des Schulte Glauben beizumessen fei und daß der Schuß tatsächlichvonHoyer abgegeben toor- den ist. Hoyer ist heute noch nicht vernommen worden, man hat sich fein Derhvr für Donnerstagfrüh aufgehoben. Die ausgesetzte Belohnung wird nach den Bestimmungen keinem Beamten zukommen können, sondern an die Privatpersonen verteilt werden, die Schutte zuerst in Leun entdeckt haben. O e Mordpisto'e gefunden. WSN. Wetzlar, 19. März. Heute nachmittag wurde unter Leitung der Oberlandjägerei von Wetzlar in der Gegend von Leun eine umfangreiche Polizeistreife organisiert, die sich mit der Suche nach der von Hoyer angeblich weggeworfenen Pistole befaßte. Es gelang tatsächlich die Waffe, eine Repetierpistole mit neun Schuß, etwa 10 Meter von der Stelle a u s z u - finden, wo Hoyer Dienstag abend festgenom- men wurde. Damit ist ein wichtiges Beweisstück herbeigeschafft worden. 3« dem Autounfall der Wetzlarer pol zeibeamten. WSN. Friedberg, 19. März. Zu dem Unfall der Wetzlarer Polizeibeamten bei Nieder-Wöllstadt, die sich auf der Rückfahrt von Frankfurt nach Wetzlar befanden, wird noch gemeldet: In dein Auto befanden sich fünf Personen, von denen vier verletzt wurden. Bei zwei Beamten waren die Verletzungen leichter Natur, so daß sie noch in der Nacht die Weiterfahrt antreten konnten. Die beiden andern Verletzten kamen in das hiesige Krankenhaus. Der eine hat einen Schlüsselbeinbruch, der ander« starke Fleischwunden am Oberarm davongetragen. — ■ ■ * jpLa Coruna — Aus bet provinzialhaupistabi. Gießen, den 20. März 1930. Futter statt Blei! Zur Frage der Ausrottung selten gewordener Naturdenkmäler. Von Geheimrat Prof. Or. Olt-Gießen. Als der strenge Winter 1928 29 zur Neige ging, fanden viele Zugvögel auf der Rückkehr zur Heimat bei uns noch vereiste Fluren und nur kärglich ge- bertten Tisch vor. Ermattete und darbende „Zugvögel sind leicht zu erbeuten. So ist es erklärlich, daß in einer Sßetterauer Gemeinde jetzt vor einem Jahre vier Trappen dem tödlichen Blei zum Opfer fielen. . Als diese Nachricht durch die Blätter ging, haben sicher die allermeisten Leser kritiklos diese Tat als Weidmannsheil und tapfere jagdliche Leistung angesehen. Der Trappe ist der größte Vogel unserer fiel« mal. Mit hochgehovenem Kopfe sichert er nach acien Richtungen, wenn er majestätisch durch die Getrei- deäcker schreitet. Aber nur an wenigen Orten ist dieses Bild noch zu bewundern, denn die Trappen sind, — Hubertus fei's geklagt — auf deutschem Boden im Verschwinden begriffen. Sie rasten auf der Rückkehr zu ihren Brutstätten gegen Frühjahr an ganz bestimmten Plätzen, wo sie infolge hochgradiger Ermattung weniger als sonst auf ihre Sicherheit bedacht, aber gefährlichen Nachstellungen ausgesetzt sind. Wer als Jagdpächter das Recht hat, Wild zu erlegen, hat gegenüber diesem auch Pflichten, über die sich leider nur wenige Schützen Rechenschaft S?ben. Jeder Waffenträger, der im Abschuß nickt käßigung kennt und für Naturschutz kein Verständnis zeigt, verdient nicht die Freuden des Weidmannes. Warum mußten gleich vier der in Not geratenen Trappen niedergeknallt werden? Das so selten gewordene Naturdenk- m a l verdient anderen Empfang, wenn es, geschwächt von der langen Reise, Erholung sucht und sich für den weiteren Zug nach feiner Niststätte stärken will. „F u 11 e r st a 11 B l e i" muß die Losung heißen, wenn die der Ausrottung geweihten seltenen Gäste bei uns Einkehr halten. Ohne Kosten können Futterplätze für Trappen, Rebhühner und viele andere Vögel mit Unkrautsamen beschickt werden, wenn man beim Reinigen des Getreides den Abfall sammelt. Hier fei dem Wunsch und der Hoffnung Ausdruck verliehen, es möchten sich genügend weidgerechte Jäger der Wetteräu in dem Bestreben zufammenfin- den, um in den für Rastplätze der Trappen betann« ten Revieren gastlichen Empfang zu sichern. Es find das Erholungsstätten, die Jahrhunderte, vielleicht Jahrtaufende hindurch von Trappen besucht wurden. Wenn der Schießwut auf die selten gewordenen Tierarten nicht mit aller Entschiedenheit ent« gegengetreten wird, sind in wenigen Jahren die letzten Trappen vorn deutschen Boden verschwunden, unb auch manch andere Naturdenkmäler gehen dem gleichen Schicksal entgegen. Gtotzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 35, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35 bis 40, Anter-Koh'rabi 6 bis 10, Grünkohl 15 bis 20. Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 150 bis 183, Tomaten 70 bis 83, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 41/2 bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepsel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rässe 5? bis 80; Tauben (Stück) 70 bis 83, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 50 bis 100 Salat 30 bis 40, Endivien 40 bis 60, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 20 bis Mittwoch, 19.März. 1930,7" abds bleibenden Rest des Kaufpreises dem Verkäufer auszuhändigen. 3n Höhe von etwa 43 000 Mark hat der Angeklagte das Geld auftragsgemäß verwendet, den Restbetrag in Höhe von etwa 9000 Mark hat er für sich verbraucht. Wegen Untreue wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 7 Monaten verurteilt. Das Gericht wies bei der älrteilsbegründung daraus hin, daß der Angeklagte das veruntreute Geld, wie die Beweisaufnahme ergeben habe, nur in größter Rotlage zum Zwecke des notwendigen Hinterhalts feiner großen Familie an sich genommen habe. Ein Vertreter in Hochfrequenz-Heilapparaten aus Hausen, hatte von einer Firma in Leipzig einen solchen Apparat erhalten, um ihn den kauflustigen Kunden vorzuführen. Er hat diesen Apparat, obwohl er im Eigentum der Leipziger Firma stand, weiterveräußert, den Erlös für sich behalten und sich hierdurch der Tlnterschla- gung schuldig gemacht. Hm sich einen neuen Apparat zu verschaffen, unterschrieb er einen Bestellschein mit dem Ramen eines Freundes und erhielt auch durch diese Urkundenfälschung einen neuen Apparat, den er dann an einen Dritten weiterveräuherte. Wegen Urkundenfälschung, Betrugs und Unterschlagung erhielt er eine Gesamtstrafe von 1 Monat 10 Tagen Gefängnis. Ein Arbeiter aus Gießen belästigte nachts um 1 Uhr auf dem Seltersweg zwei Passanten. Er verlangte vo ndem einen wiederholt unter Drohungen Zigaretten und einen Geldbetrag von 3 Mark. Als ihm dieser verweigert wurde, verstärkte er seine Drohungen, indem er einen Gummiknüppel aus der Tasche zog und mit diesem auf den Bedrohten losging. Er wurde aber überwältigt und zur Polizeiwache gebracht. Wegen Erpreffungsverfuchs wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt. oft sehr namhafte Geldbeträge in die Hände gefallen. [ Die Post leistet für Verlust oder Beraubung gewöhn- | licher Briefe keinen Ersatz. Aber auch die Versendung von Geld in Einschreibebriefen ist nicht zu empfehlen. Geht ein derartiger Brief verloren, so erhält der Absender bis 40 Mark Ersatz. Wird ein Einschreibebrief nur feines Geldinhaltes beraubt, so ist die Post nicht ersatzpflichtig, da sie nach § 10 des Paßgesetzes nur für den Verlust, nicht aber für die Veschädigung (Beraubung) eines Einschreibebriefes haftet. Daher sollte Geld nur mit Zahlkarte oder Postanweisung, unter Umständen im Geldbrief verschickt werden. •• Unfall auf der Straße. Gestern abend erlitt ein etwa 25 Jahre alter junger Mann aus Münchholzhausen hier auf der West- anlage dadurch einen Unfall, daß er infolge eines Fehltritts zu Fall kam und dabei die Sehnen des Fußgelenks rissen. Der Bedauernswerte wurde dadurch gehunfähig und mußte nach erster ärztlicher Hilfeleistung von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit dem städtischen Sanitätsauto nach Münchholzhausen | gefahren werden. •’ Gute Rachbarschaft. Gestern abend entstand in dem Wohnungsviertel an der Margarethenhütte ein Streit zwischen einem Manne und einer Frau, der schließlich einen so temperamentvollen Verlauf nahm, daß der Mann mit einer Bohnenstange der Frau auf den -Kops schlug. Die mißhandelte Frau erlitt dadurch eine klaffende Wunde und mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. •* Einen Film von der neuen „Em- d e n“ wird das Lichtspielhaus Bahnhofstraße am kommenden Sonntagvormittag zur Vorführung bringen. Der „Cmden"°Film berichtet über die große Weltreise dieses deutschen Kreuzers, der als erstes Kriegsschiff nach dem Kriege wieder hinausfuhr zu den fremden Völkern, um dort friedlich durch seine Besatzung für Deutschland zu werben. Der Film bringt eine Fülle außerordentlich sehenswerter und schöner Bilder, die den Besuch der Vorführung unbedingt lohnend machen werden. Auf dem Bürgermeisteramt in Groß - Rech - tenbaef) fand gestern nachmittag eine Besprechung statt, die sich mit der Verbesserung des Verkehrs auf der Kraftpoftlinie Gieren— Kleebachtal beschäftigte. An der Be- prechung nahmen teil: Verwaltungssekretär Maus von der Stadtverwaltung Gießen, Postin- pektor Jung vom Postamt in Gießen, Bürger- meister Jung (Klein-Linden), die Gemeindevorsteher von Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Klein-Rechtenbach und Groß-Rechtenbach, Kreistaas- abgeordneter Langsdorf (Groß-Rechtenbach), sowie Amtsobersekretär Sänger, der die Verhandlungen an Stelle des erkrankten Bürgermeisters Dr. Neumann leitete. Die Gemeinden Groß- und Klein-Rechtenbach haben den Antraa gestellt, die Kraftpost- linie Gießen—Kleebachtal über die beiden genannten Orte zu führen. Die Linienführung würde dann folgende fein: 1. Frühfahrt nach Gießen: Hochelheim — Hörnsheim — Hochelheim — Klein- Rechtenbach — Groß-Rechtenbach — Lützellinden, Klein-Linden — Gießen: 2. Vormittagsruck- fahrt von Gießen: Gießen — Klein-Linden, Lützellinden, Groß-Rechtenbach, Klein-Rechtenbach, Hochelheim, Hörnsheim, Großen-Linden: 3. Nachmittagsfahrt nach Gießen: Grohen-Lin- den, Hörnsheim, Hochelheim, Klein-Rechtenbach, Groß-Rcchtenbach, Lützellinden, Klein-Linden, Gießen: 4. Abendrückfahrt von Gießen: Gießen, Klein-Linden, Lützellinden, Groß-Rechtenbach, Klein-Rechtenbach, Hochelheim, Hörnsheim, Hochelheim. Postinspektor Jung erklärte, daß die Postverwal- tung vorbehaltlich der Genehmigung der Oberpoftdirektion dem Antrag z u st i m m e , wenn die beteiligten Gemeinden, die durch die Vergrößerung der Kaufen:Sie MAGGT Suppen -Würfet und Sie werden frieden dein ! öze Würfetpackung ist praktisch.. — 28 verschiedene dorten; jede hat ihren reinen, natürlichen ffeschmack 1 Würfet für 2 Tetter 13 ftfg. '58 5 lamDi .NordÖyai — SCHI) Paris i-A /Xlermont (jecf! . o o Vli _Klag / «3 In Gemeinschaft mit zirka 100 großen Geschäfts-Häusern konnten wir riesige Posten Gardinen billig erwerben. — Diese Vorteile des gemeinsamen Einkaufes wollen wir unseren Abnehmern restlos zugute kommen lassen. — Angesichts dieser Tatsache veranstalten wir von Samstag, den 22. März, bis Samstag, den 29. März einen großen JTUMÖCKEH Kaufqesuche | Klavier gebraucht, xn kanten ■eeaeht. Schriftliche Angeb. »n. Breis um. 2260D o. d. Gn. AnA. Gebrauchte (01922 Großpflastersteine evrl.anchneue.kaufen Oenmoiö & piool IIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIII Ilan« mit gulgeb. Wttlschgsl b. kleiner Anzablg. vreisw. au ueit. Schr.Anged.u. 01923 a. d.Gie.j. AnA. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Chevrolet 4türige Limousine, 1 i^abr verueueri. in tadettofein Zustande, preiswert au verk. Zu erfr. i. d.Geschft. d. Gien. Anr. 01918 (Sine gebr. iaubere holzbctiftelle mit einliegendem Sirobiack au verk. Zu erfr. i b. Gekchst d. Gien. AnA. 01917 Bedeui ndeKonservensabrik Nähe Braunschweig, sucht für ben Platz Glichen für ihre anerkannl vorAÜgl. Er- Acunmffe in Gemüse- unb Obiikonierven bei der einschläg Kundsch. beüeingesllhrieu Vertreter Angebote mit Reser, n. Angabe des ev. gr> wünichien Bezirkes uniet H. J. 594 an Ala Haasenstoln A Vog er, Hannover. [wvV !!AWm Sonsltomü Kovfialat, Spinat. Endivien, Blumenkohl, Gurken billigst. Apfelsinen 20 Lick. >0 Sick. u. 8 Sick. l M. TteckAwicbcln, Pfund 30 Pf., solange Borrai reich!. (01919 Krau Römer-Krosch Laden Seltersweg 3, Tclcpbon 2674. Ruhr-Eiformbriketts Ruhr-Nußkohlen heizkräftig, sparsam billig im Verbrauch. Mirtschast und Metzgerei in grobem Ausflugsort Nähe Gieben, günstige Lage, billig zu verkaufen. Anzahlung 6 bis 7000 Mk. SckrislL Angebote unt. 019J9 an ben Gied. An». Empfehlungen I fische Seelische Schollen Rot;ungcn leb. Karpfen leb. Schleien Flntzhechte Hei butt empfiehlt nur Qualitätsware IKoch Nach!. JläuHburg 15 Tel. 3.12 [18640 Filet* werben aus all. Sorten sriick heraeirellr. Vereine "■ 21. III. 8 Uhr; Vortrag des lr. Kr. mltSchw. i. 20 Stadttheater Freitag, 21.MärA. von 19 bis 22-« Uhr 25.3recht und in allen c. Mamationcr. ntder, die groben es Kirchengesaiu? ann geleitet, der r Verfügung stellte, sehr gut gefallen gehört - diele gc> - unruhigt. Mr er igle, gar iw &•* mmer 1 Stuft gesenkt. 21110 . n Sunimistewpe n »griff «"I x, .lieben 6inn. "N Leben-Mn hmen? 5 oe 3arm« - unD Schultern und sah Mtrauen am S tzat er - gu w nD* eine »fcss ^„ Sartmoor «* ausdruckslos. » was von.ewe" ®^in bcnbct w an, || V»°d ** k‘ *w«*)*. :s kö"^ ichte sie tenME । vJj.-sr! ,-^s^ । *15 j*t> ®ic"c‘ vor- Krühjahrs-Pferdemarkt in Gießen. Pferde-Prämiierung. Unterschlagungen bei Frankfurter Finanzkaffen. WER Frankfurt a. M.. 19. März. Bei den Finanzkasscn Ost und West hat man vor einiger Zeit festgestellt, daß Beamte sich gröbliche dienstliche Verfehlungen zuschul- den kommen liehen. Die nähere Untersuchung der Fälle hat dazu geführt, dah zwei ‘Beamte vom Dienst suspendiert wurden. Bei der Finanzkasse Ost war der Eteuerinspek- tor Brückner tätig, der sich ein eigenes Auto hielt und über seine Verhältnisse lebte. Als eine Revision stattfand, entdeckte man Fehlbeträge von mehreren Taufe n d M a r t. B. hat auf Betreiben seiner Vorgesetzten den Betrag wieder erseht. Bei der Finanzkasse West war es der Obersteuersekretar M a h, der Veranlassung gab, seine Kasse einmal zu prüfen. Bisher hat man hier einen Fehlbetrag von 30 000 Wk. festgestellt, es ist aber nicht ausgeschlossen, dah die unterschlagene Summe viel höher ist. Mah hat in oje Bücher geringere Summen eingetragen, als tatsächlich bezahlt worden sind. Auch soll er im Barscheckverkehr sich Vorteile verschafft haben. Mah trieb einen üppigen Lebensaufwand. Ein sensationeller Bücherdiebstahl. WER. Frankfurt a. M., 19. März. Bei einer hiesigen bekannten jüdischen Antiquariats-Buchhandlung erschien vor einigen Tagen ein junger Mann und bot dem Inhaber eine wertvolle hebräische Pergamenthandschrift aus dem 12. Jahrhundert an. Da der Mann sich genügend ausweisen und den rechtmäßigen Erwerb ^glaubhaft machen konnte, so dah nichts Verdächtiges auffiel, kaufte ihm der Buchhändler das Werk ab. Durch Zufall erhielt der Antiquar eine halbe Stunde später Kenntnis von einer Reu- veröffentlichung, in der neben anderen hebräischen Handschriften auch die erworbene beschrieben war. Er wurde stutzig und stellte Rach- forschungen an, welche ergaben, dah das wertvolle Werk aus einer Bibliothek in Fulda entwendet worden war. Durch das rasche Eingreifen des Inhabers konnte der Mann am Sonntagfrüh in dem Augenblick fe st genommen werden, als er mit einem neuen Motorrad, das er aus dem Erlös der Handschrift sich angeschafft hatte, das Weite suchen wollte. Die wertvolle Handschrift konnte der Bibliothek, die den Verlust überhaupt noch nicht entdeckt hatte, wieder zugestellt werden. Da der Verkäufer der Handschrift als Dieb voraussichtlich nicht in Frage kommt, ist man noch auf der Suche nach diesem, der anscheinend nur in einem beschränkten Personenkreise zu suchen ist, der Zutritt zu der Fuldaer Bibliothek hatte. Wirtschaft. * Der Erzbergbau im Februar. Tieber die Lage des Erzbergbaues im Monat Februar wird berichtet: Siegerland: Bei den Siegerländer Gruben haben die Verhältnisse sich verschlechtert. Der Abruf der Hütten hat nachgelassen, so dah die volle Förderung der Gruben nicht zum Versand gelangen kann. Wenn nicht bald auf dem Roheisenmarkt eine Besserung eintritt, müssen die Eisensteingruben Fördereinschränkungen vornehmen. - Lahn-Dillgebiet einschließlich Oberhessen: Der niedrige Rheinwasserstand bedingte bei dem unzulänglichen Zustande des Hafens Oberlahnstein Verladeschwierigkeiteii. 3m übrigen bewegte sich Absatz und Förderung für die in Betrieb befindlichen Gruben im Rahmen des Vormonats. Zur Zeit besteht kaum Hoffnung, Erze auf dem freien Markt unterzubringen. 3m Februar wurden gefördert 69 643 Tonnen, abgeseht 65 280 Tonnen, so dah 4363 Tonnen auf Halde geworsev werden muhten. • Dresdn er Bank, Dresden-Berlin. Der Geschäftsabschluh der Dresdner Bank. Dresden-Berlin, für 1929 weist einen Rohgewinn von 78,42 (i. V. 78,99> Mill. Mk. aus. Hier- von erbrachten (in Mill. Mk.) Wechsel, Zinsen, Sorten und Zinsscheine 37,31 (36,04), Provisionen 37,72 (39,96), Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bei anderen Banken 2,42 (2,00) und sonstige Einnahmen 0,34 (0,32). Dagegen erforderten Handlungsunkosten einschl. Pensionen und Abfindungen 59,83 (58,05) und Steuern 7,17 (7,53). Unter Hinzurechnung des Vortrages von 0,63 (0,69) ergibt sich ein Rein- Auf dem gestrigen Frühjahrs-Pferdemarkt in Giehen waren — wie in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon berichtet — 280 Pferde und 23 Fohlen aufgetrieben. Der Besuch des Marktes war auherordentlich gut. Das Geschäft war im Hinblick auf die Geldknappheit ruhig,_ trotzdem wurde gekauft. Cs wurden bezahlt: für leichte Pferde 500 bis 800 Mk., für mittlere 600 bis 900 Mk., für schwere Pferde 1200 bis 1300 Mk., teilweise noch mehr. Der Preis für Schlachtpferde war verhältnismähig hoch. Das auf den Markt gebrachte Material war durchweg gut. Oie Prämiierung. Bei der P s e rd e - P r ö m i i e r u n g waren folgende Herren als Mitglieder der Prämiierungs- kommission tätig: Dcfonomierat K. Müller, Neuhof b. Giehen: Landstallmeister a. D. Oberstleutnant Schörke, Darmstadt: Dcfonomierat Breidenbach, Dorheim: Dberoeterinärrat Dr. Modde, Gießen: Rittmeister a. D. Leip old, Münzenberg: Detonomicrat Karell, Angenrod: Gutspächter Weiß, Hof Graß b. Hungen; Landwirt 0. Schneider I., Utphe: Dberoeterinärrat Dr. Monnard, Gießen; für die Prämiierung der Warmblutpferde der Vorsitzende des Verbandes der Warmblutzüchter in Hessen, Erbgraf A. zu Erbach. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: (1, 2, 3 usw. = 1., 2., 3.Pr. usw.; A-Anerkennung) Reitpferde, unter dem Reiter g e - zeigt: Hch. Hofmann, Bergermühle bei Lich (1); Wilhelm Eifer, Muschenheim (2); Ludwig Schömbs, Gießen (3). Wagenschläge, paarweise zu prämiieren: Julius Kaufmann, Nieder-Weisel (1); August Frensdorf, Gießen (2); Salom. Michel, Gießen (3). Arb eitsschläge (schwere), paarweise: Julius Kaufmann, Nieder-Weisel (1); August Frensdorf, Gießen (3); Leopold Lob, Gießen (A). Arbeitsschläge (leichte), .paarweise: August Frensdorf, Gießen (1); Julius Kaufmann, Nieder-Weisel (2): Julius Katz, Hungen (3). Schwere Arbeitsschläge, einzeln: August Frensdorf, Gießen (2); Julius Kaufmann, Nieder-Weisel (3); Leopold Löb, Gießen (A). Leichte Arbeitsschläge, einzeln: Ju- lius Kaufmann, Nieder-Weisel (I); August Frensdorf, Gießen (2); Julius Katz, Hungen (3). Schwere Arbeitsschläge, einzeln (die Pferde dieser und der folgenden Abteilungen muhten mindestens 6 Monate im Besitz von Mitgliedern des Hess. Landespferdezuchtvereins usw. fein): Rich. Becker, Trais-Horloff (1); Louis Häuser, Rieder-Weisel (2); Louis Klein, Wohnbach (3); W. K. Müller, Griedel (4): Wilh. Lau? 1.. Holzheim: Ehr. Schmidt, Birklar: Hch. 3oh. Hildebrand, Rieder-Weisel: 3akob Krausgrill VIII.» Rieder-Weisel: Hch. Dreut II., Griedel: Adam Hofmann, Langsdorf: Wilh. Alt II., Gambach; Hch. Wallbott XII., Garbenteich (fämtL A). Leichte Arbeitsschläge, einzeln: Wilh. Eifer, Muschenheim (1); Gilbert Müller Witwe, Oberhörgern (2); Karl Bopf II., Lang- Göns (3): Eugen Strasheim, Griedel (4); Wilh. Sarnes, Dorf gilt (5); Karl Rühl, Cberstadt (6). Schwere Arbeitsschläge, paarweise: Rich. Becker, Trais-Horloff (1); Louis Klein, Wohnbach (2); Hch. Dreut II., Griedel (3); gewinn von 11 416 680 (13 413 572) Mk. Der auf den 11. April einzuberufenden G.-V. wird vor- geschlagen, wieder 10 Prozent Dividende auf das Aktienkapital von 100 Mill. Mk. auszuschütten und 0,30 Mill. Mk. (0,30 Mill. Mk.) dem Pensionskonto zuzuweisen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 20. März. Tendenz: weiter freundlich. — Die innenpolitische Bereinigung lieh heute einen größeren Optimismus zu, zumal noch andere Momente Vorlagen, die mit der Zeit eine gewisse günstige Wirkung nicht verfehlen werden. Vor allem stimulierte die feste gestrige Reuyorker Vörse, woraus man ersehen will, dah auch für deutsche Werte wieder Interesse bei Auslandseite wach werden wird. Aber auch die vorteilhaften internationalen Geldmarktverhältnisse (besonders in Amerika war Tagesgeld sehr flüssig), wobei wieder Diskont- Louis Häuser, Wohnbach (A); Jakob Krausgrill VIII., Rieder-Weisel (A). Leichte Arbeitsschläge, paarweise: Wilh. Eiser, Muschenheim (1); Aug. Weih, Dorf- Gill (2); Wilh. Sames, Dors-Gill (3): K. Pfanmüller, Dors-Gill (A); Hch. Wilh. Fenchel, ©riebe! (A). Dreijährige Fohlen, geb. 1927, Arbeitsschläge: Fürstl. Gutsverwaltung, Koln- hausen (I); Hch. Dreut II., Griedel (2); Wilh. Reichl, Oberhörgern (3); Wilh. Otto Dietz, Griedel (A); Jakob Krausgrill VIII., Rieder-Weisel (A). Dreijährige Fohlen, geb. 1927, Wagenschläge: Hch. Wilh. Fenchel. Griedel (1); Friedr. Häuser III., Rieder-Weisel (2); Heinrich Mohr VIII., Tambach (3); Gustav Reul, Gam- bad> (4). Zweijährige Fohlen, geb. 1 928, A r - b eitsschläge: Joh. Hof, Nicder-Walgern (1); Wilh. Wagner II., Kirch-Göns (2). Zweijährige Fohlen, geb. 1 928, W a - q e n s ch l ä g e: Ludw. Konrad Luh, Lang-Göns, (1); G. H. Bender, Dorf-Gill (2); Robert Schmidt, Stein- heim (3): Hch. Schneider, Birklar (4). Z u ch t st u t e n mit Saugfohlen ober mehreren Nachkommen, Arbeitsschläge: Hch. Dreut II., Griebel (1). Zuchtstuten mit Saugfohlen obermeh- r^ren Nachkommen, Wagenschläge: G. H Benber, Dorf-Gill (1); Lubwig Konrab Luh, Lang-Göns (2); Karl Luh, Lang-Göns (3); Wilhelm Schmibt II., Großen-Bufeck (4). Zucht st Uten, nachweislich in 1 92 9 g c • beeft, erkennbar tragenb, Arbeitsschläge: Rich. Becker, Trais-Horlosf (1); Louis Klein, 'Wohnbach (2); Abam Hofmann, Langsdorf (2); Ehr. Schmidt, Birklar (3); Jean Wild, Rockenberg: Joh. Hch. Hildebrand, Nieder-Weisel: Gustav Weisel, Langsdorf; W. K. Müller, Griedel; Hch. Wallboit XII., Garbenteich (sämtlich A). Zuchtstuten , nachweislich in 1 929 g e - deckt und erkennbar tragend, Wagenschi ä g c: Wilh. Lotz III., Nieder-Bessingen (1); Gilbert Müller Wwc., Ober-Hörgern (1); Eugen Strasheim, Griedel (2); Karl Bopf II., Lang-Göns (3); Wilh. Sames, Dorf-Gill (4); Ph. Winter, Dstheim (5); Karl Luh, Lang-Göns (A); Karl Meß, Butzbach (A); Adolf Sauerbier, Butzbach (A). Von dem Verband der Warmblutzüchter in Hessen wurden noch folgende Auszeichnungen vorgenommen: Dreijährige Fohlen, geboren 1927, Wagenschläge: 1. Rappstute, Des. Fenchel, Hch. Wilh., Griedel, silberne Medaille. 2. bun» telbr. Stute, Des. Häuser, Friedr. III., Rieder- Weisel, Bronzemedaille. 3. dunkelbr. Stute, Bes. Mohr, Hch. VIII., Gambach, Dronzemedaille. Zweijährige Fohlen, geboren 1928, Wagen schlüge: 1. braune Stute, Bes. Luh, Ludw. Konrad, Lang-Göns, silb. Medaille; 2. braune Stute, Bes. Bender, G. Sy, Dorf-Gill, Bronzemedaille: 3. dunkelbr. Stute, Bes. Rob. Schmidt, Steinheim, Bronzemedaille. Zucht st uten mit Saugfohlen oder mehreren Rachkommen, Wagenschläge: 1. dunkelbr. Stute mit 4 Rachk., lljähr.. Des. Dender, G. Sy, Dorf-Gill, silberne Medaille: 2. braune Stute, 4jähr., Des. Wilh. Schmidt II., Grohen-Duseck, Bronzemedaille; 3. Rappstute mit 5 Rachk., 12jähr., Bes. Luh, Ludw. Konr., Lang-Göns, Bronzemedaille. senkungshofsnungen laut wurden und man in Verbindung hiermit selbstverständlich glaubt, daß auch die Reichsbank bald wieder zur Reduktion schreiten wird, wirkten anregend. Die leichte Besserung am Arbeitsmarkt und die bevorstehende Stick st osseinigung zwischen J.-G.-Farben und Ruhrzechen trugen ebenfalls zur Besserung bei. Die Tendenz war ausgesprochen freundlich. Das Geschäft konnte aber auch heute kein größeres Ausmaß annehmen, da die zweite Hand, die für eine Belebung unbedingt als Mitgängerschaft erforderlich ist, immer noch fehlte. In Spezialaktien wurde die Tlmsahtätigkeit etwas lebhafter, man befürchtete aber ein Einschrumpfen des Geschäftes, so daß fast jeder Abschluß mit dieser Besorgnis zustande kam. Gegenüber der gestrigen Äbendbörse traten am Chemiemarkt Deutsche Erdöl mit plus 2 Prozent hervor. J.-G.-Farben und Scheideanstalt eröffneten je 1 Prozent fester. Auch am Montanmarkt war die Tlmsahtätigkcit bescheiden. Gelsenkirchen lagen 2 Prozent, Mannesmann 1,75 Prozent, Rhein- stahl und Stahlvcrcin 0,75 Prozent fester. Banken waren leicht erhöht. Von Bauunternehmungen waren Wayh & Freitag auf Rückdeckungen fester. Am Elektromarkt kam in den Hauptwerten reine Erstnotierung zustande. AEG.. Elektrische Lieferungen waren bis 1,5 Prozent gebessert. Süddeutsche Zucker 2 Prozent höher. Aku weiter etwas anziehend. Renten still. Deutsche Anleihen leicht geönidt. Von Ausländern Türken und Oesterreicher befestigt. Im Verlaufe war die Tendenz weiter freundlich. Die Ermäßigung der Londoner Diskontrate um 0,5 Prozent gab der Börse, da Aufträge kaum eingegangen waren, eine kräftige Stühe. Das Geschäft war nicht wesentlich groß, doch konnten die Kurse bei kleinster Rachfrage erneut bis 1 Prozent anziehen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent etwas höher. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1917, gegen Pfund 20.3825, London gegen Kabel 4,8622. gegen Paris 124,31, gegen Mailand 92.88. gegen Madrid 38.40, gegen Schweiz 25,1260, gegen Holland 12,1250. Berliner Börse. Berlin, 20. März. Bereits im-Vormittagsverkehr und an der Vorbörfe sprach man Kurse, die teilweise schon über dem erhöhten gestrigen Abendniveau lagen. Die Hoffnungen auf eine Senkung der Londoner Diskontrate, für die die recht erhebliche Spanne zwischen dem offiziellen und dem Privatdiskont spricht, wirkte etwas belebend. Ferner wies man mit Befriedigung auf die beginnende Entspannung des Arbeitsmarktes und auf die Beruhigung der politischen Lage hin. In diesem Zusammenhänge begrüßte man die Aktivität des Reichspräsidenten, von dessen Eingreifen man sich auch sür die Zukunft eine Verminderung der Gegensätze und ein erleichtertes Zusammenarbeiten verspricht. Da zu den ersten Kursen für einige Märkte Auslandorders Vorlagen, tarn es durchweg zu kleinen Kursbesserungen von 1 bis 2 v. Sy Etwas stärkeres Interesse zeigte sich für Mannesmann plus 2J3 v. Sy, Rhein. Braunkohlen 2,90, Salzdetfurth 2,75, Deutsche Linoleum 3,75 v. H., Schuckert 2.50 und Demberg plus 2,5 v. Sy Farben, RWE. und einige andere Werte waren gleichfalls etwas stärker gesucht. Von Banken lagen Danatbank und Dedi-Dank je 1 v. Sy fester, wobei man einige kleine Auslandkäufe bemerkt haben will. Eine Ausnahme machten Akkumulatoren, die heute 3,75 v. H. einbüßten, Julius Berger, die 2d. Sy verloren, und Deutsche Kabel mit minus 1 v. H. Deutsche Anleihen freundlich. Don Ausländern setzten Oester- reichische Silber mit 5,13 v. H. nach 4,5 v. Sy recht fest ein. Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 3,75 v. H. zu 5 D. Sy; sonst waren die Sähe unverändert. Rach den ersten Kursen konnte sich die freundliche Grundstimmung erhalten. Man diskutierte die von den einzelnen Großbanken veröffentlichten Wirtschafts- bzw. Geschäftsberichte und schloß sich vielfach der Ansicht an, daß der Höhepunkt der Wirtschaftskrise überschritten zu fein scheine. Es kam zu kleinen Kursbesserungen, die sich im Rahmen von 1 v. H. hielten. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 20.März. Auftrieb: 170 Rinder: 1052 Kälber; 151 Schafe; 745 Schweine. Cs notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 78 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 74, geringe Kälber 63 bis 67; Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hammcl: 50 bis 54, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49 Mk. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine schleppend, ilebcr- stand. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 'l.März. Kapelle des Alten Friedhofs. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinder- fchule. 20 Uhr: Passionsandacht, Pfarrer Die. Waas. Jfraelitifche'Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Sams« tga, 22. März. Vorabend: 6.30 Uhr; morgens 9 Uhr; abends: 6.45 und 7.25 Uhr. Israelitische Religionsgefellfchaft. Sabbatfeier 22. März. Freitag abend 6.10 Uhr; Samstag vormittag 8.30 Uhr; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbatausgang 7.25 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 6 Uhr. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. Ul. | Serlin (rdifuS'; kurt 1 l«UI?r» Kurs «Schluß-1 kurt I Anfang. Kurs (Schluß-l tur4 I 1-Uhr- $Tur4 (Schluß-! kur» | Slnsa. g- Kurs '-Datum 'S. 3. | 20. 3. 'S- 3. 20. 3. Datum 'S- 3. ) 20- 4. 19. 3. 1 20. 3. 6% Deutsche Reichsanleihe pamburg-Äiucrilo Paket . . 7 105.25 — 104,75 104,5 von 1927 ..... 87 87,1 — Hamburg-LüdamTampfschiss 8 — — 159 — 7% Deutsche Rcichsanleihe Hansa Dampfschiff..... 10 — 147,25 — 98,9 . 8 107.5 107.25 107,25 107,75 Deutsche Anl..Ablüt.-Lchuld mit Allgemeine Deutsche Crediianst. 10 120.5 120,75 Auslos.-Rechten .... 51.75 51,6 51,65 51,75 Barmer Bankverein . 10 128 — 128 128 Desgl. ohne Auslos^Rcchte . . . 8,4 — 8.4 8,4 Berliner Handelegeiellschast . 12 168 — 167 167 8% Heil, yotfoftaat von 1929 Commerz- und Prioat-Bank. 11 ’ 155 155,5 155 155.5 (rücfmWb. 102%) ..... 87 — 87,5 — Darmstädter und Nationalbank 12 227 — 226,75 227,75 Oberhessen Provinz. Anleihe mit Deutsche Bank und Auetoi.-Rechten ..... 49,25 —— — Tkronto-tSeseUschast, . . . 10 143,75 — 143,5 144,5 Deutsche Komm. Gamuiclabl. Dresdner Bank...... 10 146 146,5 146 146,5 Anleihe Serie 1 ... 49,75 — 50,1 Reich.'dank........ 12 279,5 280 279.5 279,5 8%- Ktanfj. Hup.-Bank Goldpse. XJH unkündbar bis 1934 96,5 — —- — ........... 6 162 164 161,75 163 7% Franks. Hnv.-Bauk Goldpse Bergniann........ y — — 194 |— unkündbar bis 1932 86 — — — Llektr. Lieserungsgelellschafi. 10 163 162 164 4'A% OUielnlldie Hvp.-Bank Licht und Start ..... 10 164 25 — 166.75 — Stau. Goldpse. 82,65 — — — Selten & Guilleaume . . 124 — 124 124,75 S% Pr. Landesvlandbrieianstali, Gesellichasl für Elektrische Pfandbriefe R. 17 97 — 97 — Unternehnrungen ... 10 169 — 168.75 169,5 8% Pr Landesvlondbriesanklalt, Hamburger ElektrizitätS-LSerle 10 — — 129,75 — ftontm.-Cbl. R. 16 94 —— 94 — Nhewische Elektrizität . . . . 9 139,5 — — — 7% Pr. Landeepsandbriefanstalt, Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 162.25 162,75 Pfandbriefe R. 10 ..... 89 — 89 — Schubert & Go. • ■ • • • • 11 183 184 182 185 A.E.G. abg. Borkriegs-Lbligatio Liemenö L HalLke . • • • • 16 245 245,5 243,5 246,5 »en. ruchablbar 1932 ... 92 — — - Trancradio . . 8 —— — — — Labmener & Go....... 10 — — 162,5 — .1% Cefienrtrtindie Goldrente . . 28,5 — — . 5 75,25! - 75 75.5 4,20% Oeilerreichiiche Stlberrenle — 5 4,5 5,13 Deutsche Erdöl .«•••• . 6 — 100 98 100 4% Oeilerreiciiische Einheitliche (riieutr Sieinlohle • • • • • . t — — 140.75 142 Rente — — 2,8 2.8 Gelsen kirckiener ..•••• . 8 138 140 138.25 139.25 •1% Ungaritdie Goldrente .... 26,13 26,4 26,2 26,25 Harveiicr ..»•••• . V 130 — 129.25 130 4% Ungarische Staaisrcnte v. 1910 — — — 23,13 Hoesch Eisen. .•••••• 6', — — 106 "Jb.75 ■Wi% vesg!. von 1913 — — /4,25 — IC — — 251 251 4% Unganidie Aronenrrnle 2.4 2,45 2,4 2.5 102 — 101.25 102.5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 6.25 6,4 6,3 6.4 Koin-Reuellen ...... « ( — — 103.5 104.75 4% Türkische Bagdadbabn-Anl. sRanne-mann-Röhreii • • • . 7 104 103,25 105,9 Serif 1 — 6,65 6,3 — - 102,65 >03.25 4% besgl. Serie !! 6,35 6,6 6,3 — Oberichles. Eisenbedarf . . . — — 5% Rumänische veretnh. Rente Oberschles. Sottwerle ... —— — 99,5 1 100,75 von 1903 11,225 11,13 — Phönix Bergbau . .... «'/. 100,5 — 100,5 101.75 47i% Rumänische vereinh. Rente Rheiniiche Braunkohlen • . 1< 232 231,13 235 von 1913 .......... 17,3 17.25 — . 6 112,5 i 113,5 112,25 1 1,4 l5. 4% Rumänische vercinb. Rente . S 9,1 •— 7,2 — I 93,25 i 94 Frankfurt a. M. Berlin Sch.uß«j Irilhr- Schluß- Anfang- fürs I flirt kurt Kurt Dalum 19- 3. | 20 - 19 3 | 20. 3. bereinigte Llahlwerke . . . 95.25 96 95,4 96.25 Llavi Minen......16’/» — — 56.4 56,4 Kaliwerke Aschersleben . . . IC 209,5 — 209,75 211 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 211,5 — 212 , 213 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 356 — 357 | 361 I. G. Farden-IndusMe . . . 12 159,35 160,13 158 159,75 Thnamit Nobel ...... 6 — — — —— Echeideanstalt. ...... ü 147 147,75 — — «oidschmidl ....... 5 67 — 67,5 67 Rütgerswcrke ....... 6 75 — 74,75 75,6 MetäUgesellschafi...... 8 104,5 105 104.25 — Philwp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 7 94,5 — 94,75 95.5 10 10 127.5 144 127,5 Öao6 & üreytog..... . 8 77,5 79 77 — Schultheis Patzenhofer . . . 13 — - 269 269,5 Lstwcrle......... 12 — — 211,5 212,5 eilu .......... 18 91 92 90,13 92 Bemberg......... 14 141 — 139.5 142 Zellstoff Waldhof .... 13'/. 204,75 205.5 204-25 206 Zellstoss Aschaffenburg . . . 12 152,5 153 153 — Isbarlottenburger Wasser . . . 8 — - 97.5 98 Dessauer ttas ....... . 9 —■ 167.25 169.25 Daimler Motoren . • • • • . V 37 — 37,5 37.5 Deutsche Linoleum • • • • e - 234,5 — 234,25 238 Maschinenbau A^G. .... . 0 — — 45,25 —■ Rat. Automobil . . • • • . 0 — — 17 16,6 Ctcnftein & Koppel • • • • . e — - — — Leonhard Tiey ...... 10 — - 153,5 Svensla ...... • - — 337 337 frankfurter Malchlnea ... . 4 — 1 - 33.5 — GriHner - ...... 40 39 Heoligenllaedr ...... IungbMw. ...... Lechwerke......... . 0 . 6 . 3 35 105 111 35 111 Matnlrastwerke Höchst a. M.. . 8 105,75 — — — Miag ........ M 130 — 129,5 129,5 Gcbr. Roeder ..«•••• 10 104 —— —- — Loigt & Haeffner . . • • . . 9 218 '218 — Süddeutsche Zucker • . • • 1<1 152 154 152 —- Banknoten. p/eoifenmarkt Berlin —-Jrantfun a. 2H. Berlin, 19-Mär; Keld Sriel Ämerikanuche Roten..... Belgische Noten ..... . Tattische Noten........ Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Testerr , 2100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Noten ... 4,1785 58,30 111,80 20,327 16,37 167,61 21,97 111,80 58,88 2.46 112.20 81,08 52,87 12,35 72.99 4.1985 58,54 112,24 20,407 16,43 168,29 22,05 112,24 59,12 2,48 112.64 81,40 53,09 12,41 73,29 >9. Mär, 20. Mär, Amtliche Notierung Geld Brief Amtliche Notierung Geld Brief «mst.-Rott. 167,94 168,29 167,94 168.28 Buen-Aires 1,568 1,572 1.570 1.574 Brss.-Aniw. 58,365 58,485 58 345 58.465 Christiania. 112,05 112,27 112.05 112,27 -stopenhagr» 112,12 112,33 112,11 112.33 Stockholm . 112,46 112,68 112,46 112.63 Helnngsors. Italien. . . 10,538 21,925 10,558 21.965 10,537 21,915 10,557 21,955 London. . . 20,36 20.40 20.362 20,402 Neuvork .. 4,1875 4,1965 4,1875 4,1955 Varis.... 16.38 16,42 16.375 16.415 Schwei; .. 81,045 81,205 81.04 81.20 Spanten. ■ 52,35 52.45 53.05 53,15 Hapan .. . 2,070 2,074 2.070 2.074 Rio de Ian. 0,4855 0,4875 0,479 0.481 Wien in T-- Lest, abgeft 18,995 59,115 59,00 59.12 Prag .... Belirad . . 12,408 12.438 12,41 12,43 7,399 7.413 7.397 7,411 Budapest. . Bulgarien. 73.13 73,31 73,15 73.29 3,037 3.043 3.037 3,043 Lissabon . . 18,82 18.86 18,82 18,86 81,385 1,785 81,525 1,789 81,39 1,784 81.45 1,788 Athen. . . 5,425 5,435 5,425 5,435 Canada . . 4,1845 4,1925 4.1845 4.1925 Uru mach. . 3,676 [ 3,684 3,666 3.674 Cairo . •. 20,88 20,92 20,88 20,92 Sonder-Angebot in Gardinen! breit Meter Mark farbig Stück Mark 2188A nur Qualitäts-Erzeugnisse aus den Fach'Drogerien Wasch- und Putz-Artikel 5% sind Kunstwerke der Schneiderei, Grundrisse zu kapriziösen odervor- Modespezialisten ent- Glesaen Herborn Mode bestimmt für Damen, die das Aparte lieben. Nach „Vogue- 1763A Schnitten“ läßt sich gen Sie bitte die neuen Thams i Gails Mäusburg 3 2261C ONiTTMUSTGU nehm-ruhigen Kleidern, der Fantasie bester auch das Eleganteste leicht selber VOGUE MUSTER 1020 Rabatt Kaiser-Drogerie Krooeo Drogerie Gebr. Michel Karotten, geschnitten.......... Junge Schnittbohnen.......... Junge Erbsen, mittelfein....... Spinat........................ Junge Wachsbrechbohnen...... Junge Kohlrabi, in Scheiben.... Junge Erbsen................. Junge Brechbohnen........... Apfelmus .................... Pflaumen, mit Stein........... Spargelabschnitte............. Brechspargel, dünn............ Brechspargel, mittel........... Ananas, in Scheiben........... 2 Pfd--Dose nur 039 nur 0 59 nur 088 nur 0 59 nur 0 87 nur 0.68 nur 0 68 nur 0 59 nur 0.55 nur 0.62 nur 1.87 nur 2.43 nur 2.95 nur 135 Ab morgen Freitag, den 21. März 1930 verkaufen wir nebenstehend angeführte, aus unserem regulären Lager entnommene Gardinen zu ganz bedeu end ermäßigten Preisen. — Sämtliche Artikel sind bequem zum Aussuchen auf Tischen ausgelegt. — ogtsche Prlvat-Handelslehranstalten Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! _________________________________23i7D Auf alle Central-Drogerie vö'™a8,c Apfelsinen P?d 60P. E. Karn. Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nachfolger Kreuz-Drogerie H. Noll Sprüngen, entworfen im letzten Stil der Pariser Kleine Preise: Mk. 0,75 bis 2.- MW Jugendliche haben Zutritt und zahlen halbe Preise ■■ Kartenvorverkauf: Tageskasse u. Hapag-Reisebüro Loeb, Seltersweg _________________________________________________________________________________ 22"ilC Germania-Drogerie C. Seibel Ludwigsplatz- und Neustadt-Drogerie H. Noll EISU’Betten (Stahl u. Holz) Polster. Sdilafzinim^Stahlmatr. Kinderb.Chaisel. ».Private. Ratenzl. Katai.fr Eisenmöbelfabrik Suhl ca. 200 Stores in Tüll und glatt Etamine mit wirkungsvollen Filet-Motiven, weiß und sand- Walltorstrafae 12 _________________________________ ■ J49.» schneidern. Besichti- E. Noll Med.-Drogerie Haus Hindenburg H. Elges ca. 300 m Tüllspannstoffe moderne Muster und Tupfen, ca. 100 u. 120 cm ca. 250 m Dekorationsstoffe aus Kunstseide, uni Rips, Madras, hell und dunkel .Volle, buntgemustert, doppeltbrt., Meter „Vogue -Modelle“ bei 5ch spanne Vorhänge sowie I0ÜI21 kunstgestrickte Decken in allen Gröben. 3rou m. voller Wro., Vnnbqraf • VbiltvvS- Platztjll.sternr.3Z72 Lichtspielhaus ■■■■ Sonntag, den 23. März, 11,15 Uhr vormittags Einmalige I Kulturfilm-Frühvorstellung Aus dem Inhalt: Die Ca arischen Inseln / Teneriffa / St. Helena / Kapstadt / Simson-Bay / Die Insel Sansibar / Padang / Semarang auf Java / Nach Stagway zum Bennet-See im Hochgebirge von Alaska / Von Manzantlla zum Panama-Kanal / Am Quai von Bilbao / In Valparaiso der Insel Quiriquina / In dem BeagL Kanal vor Kap Hom / Im Hafen von San Franzisko / Reiterspiele der Oauchos / In Santos- Brasilien / de Janeiro Pernambuco Azoren e Schon die ailerkieinsten hab’n den allerfeiusten Erfolg — jeden Tag mit dem Vortrag von BAUERMANN 6 Boston-Walzer Preis 80 Pf. Zu beziehen durch die Musik- u. Buchhandlungen. Freitag Samstag Montag Astoria-Lichtspiele Heute bis einschl. Sonntag 1. Schlager: Achtung!-Kriminal-Polizei! Befangene Nr. 7 Ein unerhört spannender Kriminalfilm in 7 Akten 2. Schlager: Der Grenzreiter vonTexas Ein Sensations- und Abenteurerfilm aus dem Wilden Westen. I 3 billige | Konserven» Haus..,Handarbeit;™: Zwangsversteigerung 43/29 Am Donnerstag, dem 1.5. 2Hai 1930, vormittags Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 112, das im Grundbuchs von Gießen der Frau Fran; Toner Zick, Katharine geb. Vehruni in Frankfurt am Main zugeschriebenc Anwesen Saplans- gasse 19 in Gießen 2311V Fl. 1, Jlt. 680 = 116 qm hofreite Jl. 1, Jlr. 681 = 19 qm Grabgarten, geschätzt auf 8550 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 17. März 1930. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Morgen, Freitag zjzzd Mhelsuppe „Sun, Vvausiüb'1" Inh.Wilhelm Schmidt, Wolkengaffe 26 Ab f> Ubr. Wellfleisch mit Kraut. Nowack Seltersweg ZZ74A Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 2313V Am 20. Februar 1930 bei der Firma Heinrich 6 la hol; in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 21. Februar 1930: a) bei der Firma Friß Schott in Gießen: Die Firma ist er- loschen, b) Bei der Firma Frieda Bakof in Gießen: Die Firma ist erloschen, c) Bei der Firma Sigmund Jacob in Gießen. Das Geschäft nebst Firma ist auf Sigmund Jacob Witwe, Emilie geborene Levi, in Gießen als Alleininhoberin übergegangen. Am 27. Februar 1930 bet der Firma Friedrich Likmeier, Tabakfabrikate in Gie- yen: Die Firma ist erloschen. Am 14. Mär; 1930 bei der Firma Dampfwaschanstalt Ldelweiß, Friedrich Dörner, in Gießen: Die Firma ist geändert in „Großwäscherei Edelweiß Friedrich Wörner". Dem Kaufmann Hermann Warner in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 15. März 1930. Hessisches Amtsgericht. 1 Höhere Handelsschule (Obenekundareife) II. Han- cli-lstachichule UI Abenakune, Einzelunterricht. Beginn des neuen Schuljahres 1 Mai Druckschriften kosten!. Direktion Gießen Goethestr. 32 Kanalisations-Arbeiten. Für die Teilausführung der Kanalisationsanlage der Gemeinde Lollar bei Gießen sollen unter Hinweis aus die Reichs- verdingungsordnung nachfolgende Lieferungen und Arbeiten öffentlich vergeben werden: 2314V Los 1: Lieferung von Steinzeug- und Zementröhren von 15 bis 100 cm L W. (zusammen 4500 m), Straßensinkkasten aus Zementbeton, Mannlochdeckkasten, Kanalklinker usw. Los 2: Kanalgräben (9225 cbm), Verlegen der Steinzeug- und Zement- röhren, Maurerarbeiten usw. Plane unb Bedingungen liegen bei dem unterzeichneten Amt zur Einsichtnahme offen, und es können Leistungsverzeichnisse solanae der Vorrat reicht, zum Preise von 1 RM. für Los 2, für Los 1 unentgeltlich, von hier bezogen werden. Eröffnung der Angebote Samstag, den 29. 2Här; 1930 vormittags 10% Ahr bei uns. Zuschlagsfrist drei Wochen, freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 18. März 1930. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Kluge Hausfrauen kaufen für den V Hausputz Mahnung. Die für den Monat Februar 1930 zu unserer Kasse fälligen Krankenkassen- und Arbeitslosenversicherungs'Beiträge können noch bis zum 25. d.M. ohne Kosten an die bekannten Zahlstellen gezahlt werden. Aach diesem Tage eingehende Zahlungen können nur unter Berechnung der Mahngebühren angenommen werden: außerdem sehen sich die Rückständigen der Zwangsbeitreibung aus. 23U9D Gießen, den 20. März 1930. Allgemeine Ortskrankenkasse des Landkreises Giehen. 100 I Mark ■x.c, JA