Nr. 297 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 19. Dezember 1950 6rid)< in« ioglid),ouBa 5enntag» und 3eiertag» Beilagen the ODuftnerte Mehrn« ftamilienbttotei tzeimai im Bild Die Scholle Ronats-Beiugspreti: 2.20 Nrichsmark und 30 !Reid)sptenntg für Träger» lohn, auch bei Nichier- scheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Hernforechanlchlöste enterSammelnummer2251 ln|d)nfl für Drahtnach- rid)ien Hnjelger Mehrn. Poffdfedfonto: 8ra*lfurt am Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Untverfllütr-Vuch. und Stetndrvckerei TL Lange in Sietzen. Schnftiettnng und SeschSftzftelle: rchnllratze 7. Annahme van Anzeigen für dir Tagrsnummrr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rrichspsrnnig; für Re- stlameanzrigen von 70 n m . Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Wilh. Lange. Drrantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange- für Feuilleton Dr H.Tnynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschrin und für den Anzeigenteil Max Filier^ sämtlich in (Bieben. Sehrknappe Mehrheit für das neue französische Kabinett Sieben Stimmen Mehrheit für die Regierung. - Unterstützung des Kabinetts durch die Sozialisten. Demissionen noch vor der Kammersihung. Paris, 18. Dez. (WTB.) Die Regierungs-, e r k l ä r u n g, die Ministerpräsident Steeg heute nachmittag, in der Kammer und Iustizminister | Th^ ron gleichzeitig im Senat verlasen, verweist zunächst auf die Schwierigkeiten und Zwischenfälle, die sich der Kabinettsbildung in den Weg stellten, und fährt dann u. a. fort: Wir sind überzeugt, daß in schwierigen Stunden das Heilmittel im normalen Funktionieren des parlamentarischen Regimes liegt. Wir haben den Willen, den Fortschritt und die Verteidigung der Demokratie durch Arbeit und im Frieden zu gewährleisten. Das Land wendet sich gegen die Einmischung der Finanz in die Politik, denn dadurch würde die Unabhängigkeit des Staates, die Würde der Diener des Staates und das Prestige der Vertreter der Ration beeinträchtigt. Die Regierung wird ohne Zaudern und nur in der Sorge um die unparteiische Gerechtigkeit eingreifen. Die Erinnerung an den tragischen Weltkonflikt lebt noch schmerzlich in uns. Sie diktiert uns gegenüber den ehemaligen Frontkämpfern und den Kriegsopfern Pflichten, die wir nicht verabsäumen werden. Der außenpoli- tische Friede entspricht den heißen Wünschen aller Franzosen. Aber alle wissen auch, daß es nicht genügt, den Frieden zu wünschen, damit er endgültig Einlaß findet. Interessen und Vorurteile bringen die Völker noch immer in Gegensatz zueinander. Eine organische internationale Aktion aus roirt* schastlichem und moralischem Gebiet, eine gemeinsame gleichzeitige Bemühung um Schiedsgerichtsbarkeit, Sicherheit und Abrüstung können allein eines Tages olle Rachegelüste und Mißverständnisse beseitigen. Diese Politik europäischer Aussöhnung verfolgen wir nachdrücklich und mit Wachsamkeit, nicht aus Furcht dder Schwäche, sondern weil sie in ihrem menschlichen Idealismus die realistischste aller Art von Politik ist. Die Friedensoufrichtigkeit Frankreichs erscheint um so deutlicher, als Frankreich den andern Ländern eine starke, nicht aber eine schwächliche Hand hin- streckt. Der Landesverteidigung gilt unsere erste Sorge. Wir werden die loyale Anwendung der einjährigen Dienstzeit unter voller Ausnutzung dieses Systems sicherstel- lcn. Frankreich, dem die D e p r e s s i o n in der Welt lange erspart war, verspürt seit einigen Monaten ihre Wirkungen. Diese Krisis verlangt ein um so energischeres Aufraffen, als sie mit einer Steigerung der Preise und der Lebenshaltungskosten au- sammenfällt. An den Versuchen zu gemeinschaftlicher Losung der Weltwirtschaftskrise, die in Genf unternommen werden, wollen wir aktiv teilnehmen. Wir werden so handeln, daß wir den Weltmarkt kräftigen, ohne der französischen Produktion die Aus- londmärkie zu verschließen. Die Regierungserklärung widmet alsdann der Industrie, dem Handwerk, den Landarbeitern, der Landwirtschaft und dem Weinbau ermutigende Worte und betont, daß das neue Kabinett vor allem auch die Auswertung und Förderung der Kolonien, sowie die Besserung der materiellen und moralischen Lebensbcdingungen der kolonialen Bevölkerung sich zur Aufgabe macht. Die Regierungserklärung stellt weiter Maßnahmen zum Schutz der Sparer gegen Spekulationsmanöoer in Aussicht und^ betont die Notwendigkeit der Spar- amkeit im Staatshaushalt. Der Kredit Frankreichs ei immer noch erstklassig, aber immer nur mit dem esten Willen zu einer strengen Sparsamkeit könne Frankreich auch die Finanzsicherheit aufrecht erhalten, auf der dieser Kredit beruht. Die Slellungn hme der Parteien Im Senat äußerten sich Linke und Mitte z u st i m m e n d zu der Regierungserklärung, worauf sich der Senat auf morgen vertagte. In der Kammer, die bis auf den letzten Platz gefüllt war, wurde auf Antrag des Ministerpräsidenten in die sofortige Beratung der Intssrpellatio- nen eingetreten. Der erste Interpellant, der kommunistische Abgeordnete Cachin, bemängelte, daß die Regierungserklärung kein Heilmittel für die auf das kapitalistische Regime zurückzuführende Wirtschasts- krise vorschlage. Als zweiter Interpellant äußerte der Abgeordnete Bascou von der Radikalen Linken gewisse Bedenken über die Zusammensetzung des Kabinetts. Der der Gruppe M a g i n o t angehörende Abgeordnete Laquiör« fragte, was der Ministerpräsident morgen früh zu tun gedenke, wenn er sein Leben nur der Unterstützung der Sozialisten verdanke. Die Ausführungen des radikalen Abgeordneten C o l o m b gingen in dem allgemeinen Lärm unter. Der Abgeordnete Duval von der Republi- kanifch-Demokralischen Vereinigung (Gruppe Marin) kündigte an, daß seine Fraktion gegen die Regierung stimmen w:rde. Ministerpräsident Steeg betonte in enger Anlehnung an die Regierungs- erflärung, fein Kabinett wolle außenpolitisch den Frieden, indem es die Politik V r i a n d s f o r t s e tz e. Man müsse den Frieden organisieren; Europa müsse sich organisieren. Die Regierung sei entschlossen, die Mißbräuche an der Vörse abzustellen, Ordnung in die Finanzen zu bringen und das Budget rechtzeitig zu verabschieden, die Sozialfürsorge auszubauen, ti? Religionsbck.nnt- nisse zu achten und den Gratisunterricht in den Schulen zu fördern. Oie weiteren Parteiredner. Rach dem Ministerpräsidenten sprach der Abg. Franklin-Bouillon. Er richtete scharse Angriffe gegen die Sozialisten, die mit dem Rufe antworteten: Auslösung.' Auflösung! Herriot mahnte das Haus, nicht den Versuch einer Konzentrationsregierung zum Scheitern zu bringen. Wenn die Rechte tatsächlich in der Mehrheit sei, möge sie doch eine rechtsgerichtete Regierung bilden. Louis Marin warf der Regierung vor, bei der Zusammensetzung des Kabinetts nicht der Mehrheit Rechnung getragen zu haben. Es gebe etwas gefährlicheres, als eine Regierung zu stürzen, nämlich eine unstabile Regierung zu bilden. Hierauf wurde die Ausspräche geschlossen. Die Sozialisten ließen durch Vincent Auriol erklärten, daß siefürdieRegierung stimmen würden, und zwar, ohne von der Regierung etwas zu verlangen, lediglich um die Gegner des Regimes und die rechtsstehenden Abgeordneten daran zu hindern, in einem für den Frieden Europas gefährlichen Augenblick die Regierung za übernehmen. Ministerpräsident Steeg nimmt vor der Abstimmung noch einmal das Wort und äußert sich zu dem heute mittag erfolgten Rücktritt eines Ministers und zweier Untelstaatssekretärs. Er hätte den Rücktritt dieser drei Persönlichkeiten bis morgen verzögern und auf diese Weise sich drei Stimmen mehr verschaffen können. Aber das habe er nicht gewollt. In Beantwortung einer Anfrage des autonomifti- fchen Abg. Dahlet, warum die Regierungserklä- rung nicht die A m n e st i e f r a g e erwähne, erklärte Steeg, die Regierungserklärung habe nicht speziell Elsatz-Lothringen ermähnt, da die Regierung diese Provinz nicht vom übrigen Frankreich trenne, aber die Regierung bedenke allenthalben eine Politik der Beruhigung im Innern zu betreiben. Oie Abstimmung. — Eine Mehrheit von 7 Stimmen für das Kabinett. Hierauf wird eine von der Radikalen Liyken ein- gebrachte und von der Regierung angenommene Tagesordnung zur Abstimmung gestellt, die folgen- den Wortlaut hat: „Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung. Sie setzt in sie das Vertrauen, daß sie die Politik der Einigung unter den Republikanern fortsetzen wird und geht zur Tagesordnung über.“ Auf Antrag des linksrepublikanischen Abg. Puech wird zunächst über den Ersten Teil dieser Tagesordnung, d. h. die Worte: „Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung. Sie setzt in sie das Vertrauen", abgestimmt. Ministerpräsident Steeg stellte die Vertrauensfrage. Bei der Abstimmung bleibt die Regierung Steeg mit 291 gegen 284 Stimmen in der Mehrheit. Demiffionen im Kabinett vor der Kammersitzung. Paris, 18. Dez. (WTD.) Kurz vor Zusammentritt des Parlaments wird bekanntgegeben, daß die Llnterstaatssekretäre Cantru (Landwirtschaft), Coty (Inneres» und Thoumyrc (Pensionen- nach dem heute vormittag abgehaltenen Ministerrat, der die Regierungserklärung billigte und sich mit der vor der Kammer einzn- nehmenden Taktik beschäftigte, Ministerpräsident Steeg ihre Demission gegeben haben. Steeg setzte sofort den Präsidenten der Republik in Kenntnis, erklärte zedoch, daß nichtsdestoweniger die Regierung vor die Kammer trete. Als Grund sollten die ausgcschiede- nen Kabinettsmitglieder angegeben haben, sie könnten nicht einer Regierung angehöre n , die die Unterstützung der S o z i a I i st e n haben würde. Abg. Cantru steht der Marin- Gruppe nabe, Coty und Thoumyrc sind Linksrepublikaner, also Fraktionsgenofsen Tor- dieus. Oie Abrüstungssrage vor dem Auswärtigen Ausschuß Oie Bedrohung der deutschen Sicherheit soll der Welt planmäßig vor Augen geführt werden. Berlin, 18. Dez. (Vdz.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat heute zusammen und nahm einen ausführlichen Bericht des Botschafters a.D. Grafen Bernstor s f über die Genfer Abrüstungsver- handlungen entgegen. Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s wohnte der Sitzung bei. Rach dem Bericht des Grafen Bernstorfs begann die Aussprache über die Abrüstungssrage. Als erster sprach der Rationalsozialisti Hier!. Deine Ausführungen riefen den lebhaften Protest und erregte Zwischenrufe der Linken beroor. Die Folge war eine stundenlange Geschäftsordnungsdebatte, die zeitweise stürmische Formen annahm. Schon bei Beginn der Ausschußsitzung war bekannt geworden, daß in den frühen Morgenstunden der in Warschau akkreditierte deutsche Gesandte LI l r i ch Rauscher einer schweren Krankheit erlegen war. 3n parlamentarischen Kreisen erregte es Befremden, daß weder das Auswärtige Amt, noch der Ausschußvorsitzendc Dr. Frick (Rat.-Soz.) Veranlassung nahm, dem Auswärtigen Ausschuß offiziell von dem Ableben Rauschers Mitteilung zu machen. Man führt das Verhalten der Regierung darauf zurück, daß schon in der letzten Sitzung beinahe ein Antrag der Rational''ozialisten und der Deutschnationalen angenommen worden wäre, der die Abberufung Rauschers verlangte. In diesem Zusammenhang war die schwere Erkrankung Rauschers von der Opposition als eine „politische Krankheit" bezeichnet worden. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß die Regierung einen Hinweis auf den Tod Rauschers vermieden habe, weil sie bei der gegenwärtigen Zusammensetzung und Leitung des Auswärtigen Ausschusses eine neue abfällige Kritik selbst an dem Toten befürchtet habe. Rach Beendigung der Geschäftsordnungsdebatte wurde die Aussprache über die Abrüstungs- f rage fortgesetzt. Cs sprachen darüber weiter die Abgeordneten von Freytagh-Loring- hoven (Dn.) und Dr. Goering (Rat.-Soz.), die vornehm.ich Luftsahrtfragen erörterten. Rach- dem noch die Abgeordneten Dr. B r e i t s ch e i d (Eoz.) und Dr. K a a s (Zentr.) gesprochen hatten, trat die Mittagspause ein. Rachmittags setzte der Auswärttge Ausschuß die Aussprache über die Genfer Verhandlungen der Vorbereitenden Abrüstungskommission fort, wobei Reich «außenminister Dr. Curtius wiederholt in die Debatte eingriff. Angenommen wurde eine Entschließung des Grafen Westarp (Kons.), worin die Regierung aufge'orbert wird, Material über die Bedrohung der Sicherheit Deutschlands und über Die Abrüstungsfrage durch ständige planmäßige Propaganda unter Anforderung der erforderlichen Wittel im Auslande und im Inlande (im Benehmen mit dem Auswärtigen Ausschuß) zu verbreiten und den ülnterrichts- verwaltungen in geeigneter Form für den Unterricht und für die Verteilung an Schüler zu überweisen. Das Material soll mit statistischen Zahlen und anschaulichen Bildern darstellen. 1. die Bedrohung der deutschen Sicherheit durch die jetzigen Grenzen, in der entmilitarisierten Zone und durch die Entfestigung Deutschlands; 2. den deutschen Anspruch auf allgemeine Abrüstung und feine praktische Ablehnung durch die sogenannten Abrüstungsverhandlungen unter onschau.icher Erläuterung der Hauptpuntte, wie Friedenspräsens, ausgebildete Reserven, Kriegsmaterial; 3. die deutsche Entwaffnung im Verhältnis zu dem Stande der Rüstungen bei den benachbarten europäischen Mächten, insbesondere Frankreich und Polen; 4. die R ü st u n g s a u s g a b e n der einzelnen Mächte. Damit war die Aussprache beendet. Die Verhandlungen des Auswärtigen Ausschusses hatten sich auch am Nachmittag sehr lebhaft gestaltet. Insbesondere wurde die Frage besprochen, ob der Auswärtige Ausschuß von sich aus das Recht habe, M i h - traue nsanträge zu beschließen, wie sie von den Nationalsozialisten und Kommu- n i st e n dem Ausschuß vorgelegt worden waren. Der Ausschuß stellte sich in seiner Mehrheit auf den Standpunkt, daß solche Mißtrauensanträge nicht zulässig seien; infolgedessen konnte auch eine Ab- ftimmung über diese Anträge nicht stattfinden. Vom Zentrum war ein Antrag gestellt worden, der mit Befremden fcststellte, daß auf den letzten Genfer Verhandlungen die allgemeine Abrüstung nicht im gering st en gefördert worden sei und daß der wirkliche Wille zur Abrüstung fehle. Es wurde weiter gefordert, daß die Reichsregierung sich einer weiteren Verschleppung der endgültigen Entschei- düng in der Abrüstungsfrage e n t g e a e n ft e 11 e. Dieser Antrag fand jedoch nicht ine Zustimmung des Ausschusses. Mit großer Mehrheiten b gelehnt wurde ein nationalsozialistischer Antrag, der die Abrüstungskonferenz für das Frühjahr 1931 verlangte und für den Fall der Ableh- nung des deutschen Verlangens forderte, ab 1. O k - tober 1931 mit der deutschen Wehroer« ft ä r f u n g zu beginnen. Aus dem Reichsrat. Berlin. 18.Dez. (VDZ.) In der Sitzung d-eS R e i ch s r a t s toun c der Gesetzentwurf zur Aen- derung des Lichtspielgesetzes an den Ausschuß überwiesen. Gegen das Gesetz über den Ladenschluß am 24. Dezember wurde Einspruch erhoben und eine Entschließung angenommen. bie Regierung -n ersuchen, mit möglichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf über die Arbeitsruhe am 24. De ze m ber vorzulegen. Auf Vorschlag fernes Vcrsassungsausschusses beschloß der Reichsrat. daß künftig die Verabschiedung aller Gesetzentwürfe durch den Reichsrat nur für die laufende Wahlperiode des Reichstages gelten soll, so daß also die vom Reichstag nicht mehr erledig en Vorlagen vor ihrer Einbringung im neuen Reichstag noch einmal an den Reichsrat zurückgeheü müssen. Gegen die Stimmen der meisten preußischen Provinzen und bei Stimmenthaltung Thüringens wurde das Entschädigungsgesetzfürdic gewerbsmäßigen Stelle,.vee mittler angenommen. Die Tätigkeit der Vermi.t.er von künstlerischem und artistischem Per onal hllrt mit mit dem 1. Januar 1931 auf. Diese Vermittler sollen eine Entschädigung erhalten, die sich nach dem Turch'chnitt ihres Clnlo.nmens ans d n Jahren 1927 bis 1929 berechnet. Den Konzer.agrn'.en, für die es noch keine CrsaZeinrichtung gibt, soll die weitere Vermit.lung erlaubt weiden. Auch für die Vermittler von Haus». Gastwirtschafts- und Landwirtschastsperfonal ist eine Entschädigung nicht vorgesehen. Mssoüni über die MWaWage Wiens Neuer Hinweis auf die Notwendigkeit einer Revision der KriedenSverträge. Rom. 19. Dez. (WTB. Funkspruch.) Bei der Beratung der Gesetzesvorlage über die Herabsetzung der Beamten, und Angestelltengehälter im «enat hielt Mussolini eine Rede über die Finanz- und Wirtschaftslage Italiens und teilte mit, daß das Defizit im Rechnungsjahre 1930 auf ctroa 900 Millionen Lire geschätzt werden müsse. Es sei unmöglich, neue Steuern einzuführen, oder die bereits bestehenden zu erhöhen, denn der Steuer- druck in Italien sei sehr erheblich. Man habe daher eine Erleichterung des Budgets durch Herabsetzung der Beamtengehälter herbeiführen müßen. Andere Ersparnismöglichkeiten gebe es nicht. Auch eine Einschränkung der Militärausgaben, die von 650 Millionen in der Vorkriegszeit auf etwa 5 Milliarden angestiegen seien, sei im gegenwärtigen Augenblick nicht möglich, wo alle Mächte stark rüsten, soviel sie auch vom Jrlebcn sprächen. Im zweiten Test seiner Rede beschäftigte sich Mussolini sehr eingehend mit wirtschaftlichen Fragen. Die Herabsetzung der Löhne der Landarbeiter habe zur Folge, daß die italienische Land- wirtschaft eine Erleichterung ihrer Ausgaben in Höhe von 1 Milliarde 200 Millionen erfahre. Die entsprechende Erleichterung für die Industrie belaufe sich auf fast eine Milliarde. Rechne man die Ersparnisse durch die Gehaltskürzungen von allen anderen Arbeitern, wie Beamten und Angestellten hinzu, so erhalte man eine Gesamtsumme von mindestens drei Milliarden. Mussolini wies darauf hin, daß man in Deutschland wieder mit dem Pfennig zu rechnen beginne und gedachte der „heldenhaften Mittel", durch die Reichskanzler Dr. Brüning das Defizit auszugleichen suche. „Es unterliegt keinem Zweifel", fuhr Mussolini fort, „daß die Jrieöensoerfräge in der Horm, wie sie aus den von Leidenschaften erfüllten Jahren 1919 und 1920 hervorgegangen sind, nicht mehr mit dem Gewissen der Gegenwart zu vereinen sind. Die Hauptursache der allgemeinen Krise liegt in dem Mißverhältnis zwischen Erzeugung und Verbrauch." Er sei indessen überzeugt, daß bald wieder eine Erholung für die Welt im allgemeinen und für Italien im besonderen eintreten werde. Nachdem der Ministerpräsident unter fä)r lebhaftem Beifall seine Rede beendet hatte, wurde die Gesetzesvorlage über die Gehaltskürzungen vom Senat angenommen. Barei janKäy Aber« an Kl. Wten tiermom Maiflb» O Sei _ Postdire Vertreter Zelegenhe! Räume der Bohm halbe" W JiM aaf M feit, ben- e die tD< zitier" W & gestde rend Liebei ungeI denA der D lassen. W.W 0b ö Sa, er bet Ihn nennt, t der erst Goldhai sie mit! men ru hinaus, chrn b bekomme Sen bin Äadelv noch v Morden weitere! schnee \ Tieren, Wald i ein Fu Hinterei weise Flucht- ninchen leicht fin dieser fli frorenen worin- oder Ho Wintern Arten zi kicher. 4 Doch die Keiler zi der Aug m hören deine in daiti Äuhe m feit ring wunden mit ihre Darun wir am ( dem uni chrnwold stehen ur 20i Än d Utüu 3m Q die Zah 144 Fra innen bi 2083 b teilt sich Thcolvgi 365, 3 Aoturwi schäft & Aeuere ’ beschichte Die neuen Richtlinien für KommimMedile Severing spricht im preußischen Landtag fragen wir, ob sie nicht schamrot der Bundesgenossenschast mit einer unter nationalsozialistischer Finna idee untergräbt und anarchistischen digt. (Unruhe und Zuruse rechts.) werden bei Partei, die die «Staats* Ideen hui- Abg. Ebersbach (Dn.) erklärt, die preußische Regierung habe keinen Grund zum Stolz daraus, daß sie die Reichsregierung in ihren Maßnahmen unterstützt hat. Der in der Notverordnung bestimmte Gehältsabbau der Beamten sei nicht zu rechtfertigen: auch nicht mit dem Hinweis auf die Gehaltskürzung in Italien. Owolkenlos. 0 netter. nait> ordern® wonug. • ort-ecKt «Repea • lehnet & Graupeln. -* NcDd K Gewitter,(§)Wind$tille.O sehe «eichte» Ost nassiQe» Südsüdwest ’S sturmtsener nordwesl Oie Pfeile tiieaen mit dem Winde. Die oeioen Stationen stenenden Zähren geben die Temperatur an. Die Limen i/erbmr’tn Orte mit gleichem auf Meeresniveau umoereennetee Luftdruck *. vut .uvIÜflC Obwohl Zentraleuropa im Bereich sehr hohen Druckes liegt, so haben trotzdem Randstörungen des ausgedehnten nördlichen Liess ihve Warin- lüft bis nadb’ Rord- und Mitteldeutschland vorgeschoben. Namentlich im westlichen Teil des Reiches und im Rordseekustengebiel sind infolgedessen die Morgentempera.uven bis 3 Grad über Rull angestiegen und Riederschläge traten als Regen auf. Mit dem weiteren Herantransport ozeanischer Luft wird sich der hohe Druck zunächst abschwächen und in ihrer Begleitung steigen die Lempera.uren an, wobei zeitweise Nieoer- schtäge auftreten. Aussichten für Samstag: Neblig-trübe, mild. Temperaturen nachts um Null, zeitweise Niederschläge. Lufttemperaturen am 18. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends —1,5 Grad: am 19. Dezember: morgens —0,1 Grad. Maximum 3,1 Grad, Minimum — 1,9 Grad. — Erdtempcraturen in 10 cm Tiefe am 18. Dezember: abends 0,8 Grad: am 19. Dezember: morgens 0,6 Grad Celsius. Amtliche Dinlersporlnachrichlen. Vogelsberg: Nebel, — 4 Grad Celsius, 10 cm Schnee, verharscht; Sportmöglichkeit vorhanden. Sauerland, Winterberg: Leichter Schneefall.— 3 Grad Celsius, 24 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln gut. Schwarzwald, Feldberg: Klar, — 6 Grad Celsius, 25 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut gen über die Kürzung der Gehälter der Reichsangestellten statt. Die Reichsrcgie- rung wollte auf Grund des 8 5 der Rotverordnung vom 1. Dezember 1933 auch sämtlichen Reichsangestellten die Gehälter um 6 Prozent genau so wie den Beamten türwu Die Gewerkschaften haben diesen Gehaltsabbau im Hinblick auf die hohe Belastung der Angestellten durch die Eoziatvcrsicherungsb.i^r.'ge — diese betragen rund 13 Prozent des Gehalts — abgelehnt. Das Reichssinanzministerium hat daraus auch im Auf- Beileidskundgebungen zum Tode Rauschers. Berlin 18.Dez. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat der Gattin deS verstorbenen deutschen Gesandten in Warschau, Frau Rau- scher, telegraphisch seine Teilnahme aus- geiprochen. _ _ Der Reichskanzler hat an Frau Rauscher nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: Mit aufrichtiger Trauer habe ich die Nachricht von dem H.nscheiden Ihres Herrn Gemahls erhalten. Zu dem schweren Verlust, der Sie betroffen hat, spreche ich Ihnen, zugleich im Namen der Reichsregierung, innige Teilnahme aus. Der Verstorbene hat bis zu seinem Tode in verschiedenen hoben Staatsstellungen mit seiner ganzen Kraft und seinem reichen Wissen und Können dem Daterlande erfolgreiche Dienste geleistet. Der Tod hat seinem Wirken viel zu früh ein Ziel gesetzt. Die Rcichsregierung wird dem Verstorbenen stets ein ehrendes Gedenken bewahren." Reichsininister des Auswärtigen Dr. Curtius iiat der Gattin des Verstorbenen sein Beileid in olgendem Telegramm zum Ausdruck gebracht: „Ties ewegt durch die erschütternde Nachricht von dem Ableben Ihres verehrten Herrn Gemahls, der sich im Dienste um unser Vaterland aufgerieben hat, möchte ich Ihnen zugleich im Namen des Auswärtigen Amtes zu dem schweren Verlust meine herz- lichste Anteilnahme aussprechen. Das Auswärtige Amt wird dem Verstorbeneii in dankbarer Erinnerung an seine wertvolle Mitarbeit stets ein ehrendes Gedenken bewahren." Ferner hat der preußische Ministerpräsident Dr. Braun der Gattin des Verstorbenen ein herzliches Beileidsschreiben zugchen lassen. Das Hinscheidcn des langjährigen deutschen Gesandten Rauscher hat in der deutschen Kolonie in Warschau tiefe Bewegung und Teilnahme hervor- gerufen, doch auch in polnischen Kreisen wird der Tod des Gesandten allgemein bedauert. Oer Preisabbau bei der Post. Berlin. 18.Dez. (WTB.) Der Arbeitsausschuß des Verwaltung 3rats der Deiitschen Reichs- Post beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit d-er Vorlage des RZchßpostministeriums über die Senkung verschiedenerGebühren- sähe. Die Verhandlungen werden morgen vormittag fortgesetzt. Die Vorlage, die sich im Rahmen des finanziell Möglichen halten und im (Sindang mit dem Preisabbau stehen mußte, gebt davon aus, daß die Wirtschastsdepres।ion bei der Deu scheu Reichspost bis zum 31. März 1931 einen Einnahmeausfall von etwa 120 Millionen Mark bewirken dürfte und daß die bei Kürzung der Beamtengehälter eingesparten «Summen in vollem Umfang der Reichska se überwiesen werden müßten. Infolgedessen bleibe für die Gebührensenlung nur em Betrag von rund 40 Millionen Mark übrig. 3m einzelnen entnehmen wir der Vorlage: Das Deichspostministerium hat sich in erster Linie von dem Gedanken leiten lassen, daß die Werbetätigkeit der Industrie und des Handels verbilligt werden muh. Die Einführung einer 20 - G r a m m st u s e f ür Drucksachen und eines Vierpsennig- tarises für die Drucksachen bis 20 Gramm bildet demnach das Hauptftück der Vorlage. Die Gebühren für Postwurssendun- gen sollen auf zwei Pfennig ermäßigt, und bei den Paketen von mehr als 10 Kilogramm Gewicht die Kilogrammzuschläge für die zweite bis fünfte Zone um 5 bis 10 Pf. herabgesetzt wer- »den. Die Gebühren für ein Paket von 20 Kilogramm würden sich also in der 2. Zone um 50 Pf., 7in den weiteren Zonen um je 1 Mk. ermäßigen. Bei telegraphischen Postanweisungen soll die Mindestgebühr auf 2,53 Mk. her- untergesetzt und die Staffelung von 53 zu 50 Pf. bis zur 1000-Mk.°Grenze durchgesührt werden. Bezüglich der telegrapf.isckon Aufträge im Post- scheckverkehr ist eine Ermäßigung um 50 Pf. für jeden Auftrag beabsichtigt. Für dringende Telegramme soll nid)t me r das Dreifache, sondern nur noch das Doppelte der^wöhn- lichen Telegradhengebühr erhoben, der Mindestsatz sür ein Brieftelegramm von 1,50 Mk. auf 1 Mk. herabgesetzt werden. Die Fernsprechordnung soll sich insofern ändern, a's künftig die Grundgebühr von 8 Mk. für Ortsnetze gelten soll, die bis zu 400 000 Hauptanschlüsse haben. Vis jetzt lag die Grenze bei 300 000 Hauptanschlüssen. Die monatlichen Pauscha'gcbübrcn für Ausnahme-Querverbindungen, die Gebühren für Anschlußdosen und deren Leitungeii, die Gebühren für Ferngespräche bei einer Entfernung von 25 bis 50 Kilometer sollen teilweise ermäßigt, und für dringende Ferngespräche soll nicht mehr daS Dreifache, sondern nur noch das Doppelte der Einfachgebühr in Rechnung gestellt werden. Oie Rcichsregierung kündigt den Angestetttentarif. Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz." Berlin. 19. Dez. Die Richtlinien, die die Gemeinden und Gemeindewesen, sowie die Länder bei der Kreditaufnahme einzuhalten haben, ind jetzt veröffentlicht. Die allgemeinen Bestimmungen sehen vor, daß Anleihen und Darlehen von Gemeinden nur zur Deckung außerordentlichen Bedarfs und im allgemeinen nur für werbende Zwecke aufgenommen werden dürfen. Vorbedingung Ht in cdern Falle, daß ihre Rückzahlung b e i F ä l ° ligkeitgesichert ist. Die Regierungen der Lander sollen den Gemeinden die Verpflichtung auf- erlegcu, den Erlös aus Anleihen und Darlehen nur zu dem bei der Genehm igung angegebenen Zweck zu verwenden und m den außerordentlichen Haushalt einzustellen. Gemeinden sollen zur Sicherung eigener Anleihen und sonstiger Kredite grundsätzlich keine Spezialverpfändung gewähren. Auch die öffentlich-rechtlichen Anstalten werden bei der Gewährung von Anleihen und Darlehen an die Gemeinden weder Spezialoerpfändungen, noch Bürgschaften anderer Gemeinden verlangen. Kassenkredite lind ähnliche Geschäfte unterliegen nickst der Genehmiguna durch die Landesregierung, es sei denn, daß es sich um die Aufnahme von Auslandskrcditen handelt. Kommunale Kreditinstitute werden, soweit sie für den öffentlichen Markt bestimmte Anleihen aufnehmen, den Gemeinden gleichgesetzt, haben sich also auch nach diesen Bestimmungen zu richten. Was die Schuldenaufnahme Im Jnlande anbelangt, so werden die Regierungen der Länder zustimmende Entscheidungen nicht treffen, wenn Die Kreditaufnahme der pfleglichen Behandlung des Geld- und Kapitalmarktes widerspricht. Vor der Genehmigung der Landesregierung ist ein entsprechendes Gutachten des zentralen Kreditausschusses bet dem kommunalen Spitzen verband oder Fachverband, dem die betet- Aus aller Wett. Vulkanausbruch auf Java. —15 Tote. Batavia (Java), 19. Dez. (WTB. Funksoruch.) Der Vulkan Merapi im Mittelpunkt Javas, der seit 10 Wochen Zeichen wachsender Tätigkeit gegeben hat, befindet sich jetzt in vollem Ausbruch. 15 Todesopfer sind bereits zu beklagen. Ein Strom glühender Lava fließt aus dem Krater in die benachbarten Täler. Unterirdisches Grollen und dichter Aschenregen erfüllte die Dorfbevölkerung in der Gegend des Vulkans in letzter Zeit mit gro- Wenn ich sie verbieten will,, dann genügt dazu ein Entschluß! (Rufe: „Der starke Mann!") Ich habe Verständnis für Studenten und es berührt mich nicht, wenn Berliner Studenten singen: „Alle Ringe rollen, bloß der Severing nicht!" (Heiterkeit.) Wenn aber ein Mann wie Geheimrat B a u m g a r- t e n in der übelsten Weife als Landesverräter be- schimpft wird, wenn junge Studenten gewaltsam bestimmte Professoren an ihren Vorlesungen hindern wollen, dann ist es die Ausgabe der Polizei, rücksichtslos gegen die Ordnungsstörer einzuschreiten. Hinsichtlich der Notlage der Gemeinden verwies der Minister auf seine Ausführungen auf dem Landgemeindetag und im Staatsrat. Preußen halte es für notwendig, Mittel der Krisenfürsorge auch zum Teil für die Wohlfahrtserwerbslosen zur Verfügung zu stellen. Der Obcrpräsident Haas, dessen Abberufung die Deutschnationalen fordern, habe sich lediglich an Versammlungen beteiligt, die der Abwehr der faschistischen Gefahr dienten. Wer in dieser Heit der aUgemeinen Panikstimmung den Weg zur ruhigen Besinnung zeige, werde nicht gerüffelt. Er gehöre vielmehr zu den besten Beamten. Oie Parteiredner. Abg. Bord (Dn.) erklärte, seine Fraktion habe die Begründung des Mihtrauensantrags gegen 3n- nenminifter Severing auf Grund feiner Ausführungen etwas geändert, ziehe ihn aber nicht zurück, da der Minister den Film ein „hohes Lied der Ka- meradsck)aft und Tapferkeit" genannt habe. Abg. Kube (Rats.) erklärte: Der verstorbene sozialdemokratische Parteivorsitzende und Reichspräsident Ebert hat es als einen Grundsatz der neuen Republik verkündet, daß niemand wegen seiner politischen Ueberzeugung aus dem Amte entfernt werden soll. Ich achte den Minister Severing als einen absolut anständigen und ehrenhaften Men- fchen und Politiker und frage ihn deshalb, ob er Den Grundsatz Eberts nicht auch auf Nationalsozialisten anwenden will. Wenden müssen wir uns gegen die Rundfunkrede des Ministerpräsidenten Braun, der im Gegensatz zu Severing nur der Prototyp seiner Partei ist, während Severing das Recht auf die eigene Persönlichkeit behauptet. (Rufe der Komm.: „Kube und Severing Arm in Arm!") Nein, aber wir sind zu unseren gefährlichsten Gegnern am ritterlichsten! Abg. Lindner (Christl.-so^. Volksdienst) erklärte, eine gesetzliche Arbeitsdienstpflicht sei nicht durchführbar, wohl aber könne durch eine freiwillige Arbeitsdienstpflicht viel Gutes geschaffen werden. Unbedingt notwendig sei eine Bekämpfung der gefährlichen Landflucht durch Schaffung gesunder Lebensverhältnisse auf dem Land« und durch strikte Fernhaltung polnischer Landarbeiter. Der Redner spricht die Erwartung aus, daß der Vertrag mit der evangelischen Kirche recht bald zustande komme. Abg. Dr. Hamburger (Soz.) erklärte, der Terror in Polen sei im höchsten Maße verabscheuungswürdig; er richte sich aber nicht allein gegen die Deutschen, sondern ebenso gegen die polnischen Sozialisten. Die Deulschnalionalen befinden sich den Nationalsozialisten gegenüber im Zustand der Hörigkeit. Diejenigen Deutschnationalen aber, die als alte Konservative ein Leben lang einer respektablen Slaatsidee gedient haben, ligte Gemeinde oder das beteiligte kommunale Kreditinstitut angehört, herbei§uführen. An den Be» ratungen des Kreditausschusses nehmen je ein Vertreter des Reichsfinanzministers, deS Reichs- wirtschastsministers, des Reichsbankdirektoriums und der zuständigen Landesregierung teil, wobei dem Vertreter des Reichsfinanzministers ein Vetorecht zusteht. Für Kredite im Auslande gelten die Richtlinien vom 21. Oktober 1927 mit einigen Aenderungen weiter. Diese bestehen vor allem darin, daß die Beratungsstelle für Ausland- anleihen im Reichsfinanzministerium von der Prüfung des Verwendungszweckes der aufzunehmenden Auslandanlcihen absehen wird, wenn die das Gutachten einholende Landesregierung erklärt, daß der Verwendungszweck den An- forderungen der Richtlinien entspricht. Der Beratungsstelle treten für die Beratung von Anleihefragen der Gemeinden usw. als stimmberechtigte Mitglieder zwei kommunale Finanzsachverständige bei. Der Antrag auf Befürwortung eines Anleiheoder Kreditvorhabens gilt als abgelehnt, wenn drei Mitglieder gegen ihn stimmen. Es folgen bann eine Reibe abschließender Bestimmungen, so u. a. darüber, daß die Regierungen der Länder auf ble Hypothekenbanken einwirken, daß sie den Auslandverkauf geschloffener posten von Kommunalobligationen dann nickst vornehmen, wenn die Beratungsstelle für Auslandanleihen einen solchen verkauf nicht befürwortet. Ferner sollen sie bei der Ausgabe von Kommunalobligationen im Inlands die Empfehlungen des Reichsfinanzministers hinsichtlich Zinsfuß und Ausgabekurs beachten. Diese Bestimmung hat also den Zweck, die Hypothekenbanken an eine einheitliche Zinspolitik zu halten. Die neuen Richtlinien gelten bis zum 1. A p r i I 1 9 3 3. Berlin, 19. Dcz. (ERB. Eigene Meldung.) Zwischen Mm Reichs'inanzministcrium und den am Tarifvertrag der Reichsangestellten beteiligten Organisationen fanden gestern Derhandlun- ? ü ra u n g der Gehälter der stellten statt. Die Reichsrcgie- Der Preußische Landtag setzte gestern die allgemeine Aussprache zur ersten Beratung deS Haushalts für 1931 fort. Innenminister Severing, der sogleich das Wort nahm, wurde von den Nationalsozialisten mit dem Zuruf: „Der Gummi- knüppeldittatvr!" empfangen. Der Minister führte zunächst die Gründe an, aus denen er sich nicht an der Aussprache über den ersten gegen ihn gerichteten Mitztrauensantrag beteiligt habe. '„Ich bin", so erklärte der Minister, „dn Anhänger des parlamentarischen Systems. Gerade darum aber wende ich mich gegen das Zerrbild des Parlamentarismus, das in der Häufung von Mißtrauensanträgen zum Ausdruck kommt. Die Minister sollten, es grundsätzlich ablehnen, solchen Verzerrungen des Parlamentarismus noch eine besondere Folie durch ihre rednerische Beteiligung zu geben. (Beifall bei den Regierungsparteien.) Der Mißtrauensantrag gegen mich wird jetzt damit begründet, daß ich mich über die Vorführung der amerikanischen Fassung des Remarque-Filmes lobend geäußert hätte. Tatsächlich habe ich mich über diese Vorführung überhaupt nicht geäußert. (Hört! Hört!) Es ist nicht wahr, daß die Vorführung des Remarque- Films sofort die Empörung der nationalgesinnten Kreise hervorgerusen habe. Bei der ersten und bei der zweiten Vorsührung zeigte sich keinerlei Empörung und die bei der dritten kann nicht natürlich gewesen sein. (Heftiger Widersprach rechts.) Wer sich von dem Gefühl Innerer Empörung über einen Film leiten läßt, der bringt nicht vorher weihe Mäu'e und Blindschleichen mit. (Sehr gut! bei den Regierungsparteien.) Ganz unabhängig von der Beurteilung des Filmes hat d'.e Polizei dafür zu sorgen, daß Hausfriedensbrecher aus den Theatern entfernt werden. Hätte die Polizei die Demonstrationen gegen den Remarque-Film zuge.'assen, dann würde oemonftriert werden gegen ein Schillerdrama, das pazifistische Stellen enthält. Die Demonstranten gegen den Film scheinen ihn oder den Krieg nicht zu kennen. Dieser Film ist ein hohes Lied auf deutsche Kameradschaft und Tapferkeit! (Lärm und Widerspruch rechts.) Wenn die Nationalsozialisten rufen, Hitler stehe vor den Toren Berlins, so meine ich, er soll ruhig eintreten, er bekommt sonst kalte Füße. (Heiterkeit.) Von den Deutschnationalen ist gegen, das Deinon - strationsverbot protestiert worden, das der Regierungspräsident in Oppeln erlassen hat. Dieses Vcroot ist erlaßen worden nach dem vorherigen Einverständnis aller örtlichen Parteien, von den Nationalsozialisten bis zu den Kommunisten. (Abg. Kasper (Korn.): Das ist gelogen, die Kommunisten waren nicht damit einverstanden! — Der Zurufer erhielt einen Ordnungsruf.) Wenn behauptet wird, es sei an eine Heranziehung des Reichsbanners zur Unterstützung der Polizei gedacht, so ist das vollkommen falsch. Der «Schuh der staatlichen Einrichtungen ist Sache der staatlichen Organe. An diesem Grundsatz wird In Preußen nichts geändert. Wir brauchen weder auf das Reichsbanner, noch auf Irgenbetiie antere Organisation zurückzugreifen. Was wäre ich für ein elender Stümper als Polizeiminister, wenn ich erklären müßte, daß die «Schutzpolizei zur Erfüllung ihrer Ausgabe nicht ausreiche. Die preußische Polizei ist ihrer Abgabe gewachsen und ihr Ausbau soll auch in diesem Winter nicht geändert werden. Die kommunistisch: Anfrage, ob mir bekannt sei, daß eine nationalsozialistische Stelle im Berlin Po- lizeiersah nach Thüringen vermittle und daß ein Abkommen zwischen den Führern der national- sozialistischen Sturmabteilung und dem Ministerialdirektor Klausner vom Innenministerium bestehe, kann ich nur mit „Nein" beantworten. 9m Preußischen Innenministerium entscheidet nicht der Ministerialdirektor, sondern der Minister. Es ist auch nicht wahr, daß wir aufprivateOrgani- Nationen für den Grenzschutz zurückgreifen müßten. Dazu reichen die staatlichen Organe aus. Unser Dank gebührt der Polizei für das, was sie in den letzten schweren Monaten geleistet hat. Auch das Offizierkorps der Polizei ist st a a t a t r e u und wird in jeder Situation seine vaterländische und republikanische Pflicht erfüllen. Um dem Dank an die Polizei auch einen sichtbaren Ausdruck zu geben, wollen wir vom 1. Februar 1931 ab ben Exekutivbeamten wenigstens einen Teil des Gehaltsabzugs wieder ersetzen. (Beifall.) Die Nationalsozialisten irren, wenn sie meinen, daß ich Ma- 1 terial für das Verbot ihrer Organisation sammele. her Besorgnis. Der L a o a st r o m ist ungefähr 200 Meter breit und über 20 Meter h o ch. Er hat eine Strecke von fast acht Kilometer zurückgelegt. Die 15 Menschen, die er überraschte, verrichteten in der Nähe eines Dorfes Feldarbeiten. Sie wurden von dem glühenden Strom so schnell eingeschlossen, daß sie ihm nicht mehr enL rinnen konnten. Weite Flächen fruchtbaren Landes sind in eine Wüste verwandelt worden. Die Bevölkerung in den benachbarten Dörfern ist aufgefordert worden, sich zur Flucht bereitzuhalten. VieleDör- fer wurden bereits geräumt. Wirbelsturm über Algerien. Paris, 19. Dez. (WTB. Funkspruch.) Gestern ging über Algerien nach monatelanger Dürre ein Wirbelsturm nieder, wie man ihn feit 1898 nicht mehr erlebt hat. Sämtliche Verbindungen von dex Küste zum Landesrirnern sind unterbrochen. Man rechnet mit einem gewaltigen Schaden. Allein im Hafen von Algier wird der durch das Unwetter angerichceie Schaden auf 30 Millionen geschützt. Es steht noch nicht fest, ob Personen ums Leben gekommen sind. Petroleum-Tankschiff auf der Donau in Flammen. Auf einem großen Petroleum k s ch i f f auf der Donau ist gestern früh ein Brand ausgebrochen. Der Schleppdampfer hatte drei Petroleum- tanks nach Budapest zu schleppen und war in der Nähe von Pancsova vor Anker gegangen. Durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Laterne wurde die Ladung des einen Schiffes in Brand gefetzt. Der Kapitän fand den Tod in den Flammen. Ein Matrose wurde schwer verletzt. Die beiden anderen Tankschiffe wurden sofort auf das andere Ufer der Donau gebracht. Soubfoffe Ende. Alexander Soubkof f, der in Luxemburg als Tellerwäscher tätig ist, soll in letzter Zeit Zeichen von Geistesstörung gezeigt haben. Da seine Heilung wenig wahrscheinlich ist, spricht man davon, ihn zu internieren. Man hat die Zustimmung feiner Familie dazu erlangt. Seine in Bonn wohnende Mutter soll vor einigen Tagen in Luxemburg eingetroffen fein, um sich über das Befinden ihres Sohnes zu unterrichten. Soubkoff ist bekanntlich der geschiedene Mann der verstorbenen Prinzessin Viktoria von Preußen, Schwester des ehemaligen Kaisers. Reicher Kindersegen. Dem Ehepaar Weißhaar in UeberloSheim (m Hunsrück wurde dieser Tatze das 19. Kind geboren. Die Mutter ist heute 36 Jahre alt. Das älteste Kind ist 19 Jahre alt, 11 Kinder leben noch. Die Familie wohnte jahrelang in einem dürftigen Wohnwagen: das Wohlfahrtsamt hat den Kinderreichen ein neues Haus erbaut Detz Mann ist augenblicklich arbeitslos. .Berliner Börte. Berlin, 19. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr lag geschäftslos und abwartend, die Spekulation zeigte naturgemäß nach den Vorgängen an der gestrigen Börse Zurückhaltung. Falls keine weiteren Verkaufsaufträge an die Märkte gelangen, dürfte allerdings auf dem niedrigen Niveau eher mit einigen Deckungen zu rechnen fein. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,60 London gegen Mailand 92,74, London gegen Spanien 45,35, London gegen Kabel 4,8571, London gegen Berlin 20,3613, Kabel gegen Berlin 4,1920. Oie Wetterlage. trag der Deutschen Reichsbahngesel.schäft und der Reichsbanl das Gehaltsabkommen zum Reichsangestelltentarif zum 31. Januar 19 31 gekündigt. Die Vertreter Preußens erklärten, daß Preußen sich diesem Vorgehen anschliehen werde. Die Gewerkschaften fordern, daß die der Arbeitslosenversicherung unterliegenden Angestellten von der Gehaltskürzung ausgenommen werden. Wettere Besserung im Befinden poincarss. Pari-, 18.Dez. (WTB.) Nach einer Untersuchung hat der Hausarzt PoincareS in einem um 10 Uhr au-gcgcbcncn Krankheitsbericht ausdrücklich bestätigt, daß die Besserung im Besinden des Kranken anhält. Vor der Untersuchung, die morgen vormittag unter Hinzuziehung des Professors Guillain stattfindet, wird kein weiterer Bericht ausgegeben. n die LF. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1. Siebungstag 17. Dezember 1030 74046 342072 fuilirhhiäui iriitmiuid 2000 TL 1000 an. 163225 38B700 800 an. 143457 271449 394562 500 an. 105222 217110 184262 115982 105760 220410 226498 258966 262330 366830 o 243857 253575 309789 315422 321202 373643 383216 384541 386850 399344 Einfälle und Wirklich hervorragenden gfonrnatil« schcn Mebungen, die der ZirkuS brachte. SS nxir erstaunlich, wie die Schülerinnen deS Seminars, die ja doch nur eine vergüttni-mäßig kurze Zeit der Ausbildung in Gymnastik haben, sich ihren Aufgaben gewachsen zeigten: wie sie unter dem Schein deS Spieles Hebungen von erstaunlicher Kraft und Gewandtheit zeigten, ohne irgendwie in Zwang oder gewaltsame Anstrengung zu verfallen, selbst schwierige Leistungen entbehrten nicht der Anmut. DaS dankbare Publikum lachte und Jubelte und trampelte mit den Füßchen, voll Freude am Spastigen, voll Bewunderung der Kunststücke. Zuerst kamen Pferde und Reiter, Pferde am Seil und römisch« Wagen. Fabelhatt erschienen den kleinen Zuschauern die Akrobaten, daneben wirkte sehr erheiternd der Zauberer Fri» kandello und sein dummer Diener Pick-Puck. 3m Zwischenspiel erfreuten More und August. Zum Schluß war Tierschau mit Aefschen. Pferden, zwei unheimlichen Bären, Käfern, ' 4 •etplnn« >u 2000 M. 30 •ttolnnt iu 1000 TL 104715 128088 140191 240229 316456 334940 44 •ett’lmi» »u 600 M. 104205 110385 115796 169905 192909 195491 268341 294191 294332 ön der heutigen Nachmiltagszlthung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 etteinM iu iooooo an. 334554 Gewinnauszug 3. Klaffe 34. Preußisch-Süddeutsch, (262. Preuß.) Staats-Lotterie Auf lebe gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gesallcn, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II und einer — Riesenschlange. __________ ___ Träume bunt gewesen sein am Dien-tagabend! Zch hörte, wie ein Vierjähriger, schon halb im Schlaf, noch knurrte: .Wenn» Widder iS, will ich die Rieseschlang sein. ön der heutigen Vormltlagvzlehung wurden Gewinne über 300 5)1. gezogen 2 »telnne iu 5000 TI. 131980 10 ®ttolnne iu 142236 193934 26 •ttolnnt zu 129066 142124 253061 310422 38 •twlnnt iu 101426 141926 210857 254170 381032 388222 46 •tto.nnt |u 75868 82462 184070 187361 9373 15892 36092 47742 154038 165152 174182 297935 309927 322801 894 28381 49827 68636 146758 162949 183830 218373 223146 225097 267263 277434 326923 64151 336131 16841 23296 33996 57499 151562 165447 209138 349015 376196 1745 6597 22700 48732 134444 163152 160590 206019 247320 247454 308439 377448 393828 2 »ttolnnt ,u 5000 Ofl. 8 »ttolnnt |U 3000 an. 305470 317429 169061 181477 51871 75096 1816 40297 68344 191997 192814 80158 91486 100077 109921 122705 152007 163288 183326 204843 207860 209220 220336 ------ 70 •ctomnt |u 500 TI. 6190 7316 16503 ""17508 22265 24956 27057 33761 49914 53176 Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den 19. Dezember 1930. Wandere auch im Winter! Don Heinrich W. Vogel. Schön ist die Ratur Im Mai, wenn eS allenthalben grünt und sprießt, wenn FrühlingSwvnne in leuchtenden Farben und Hellen Boaclliedern Ausdruck findet. Dann muß jeder Mensch oit hinaus in den Wald, um die sprühende Freudigkeit. die diese ZahreS^nt kennzeichnet, mrtzuerle- ben. Schön ist es auch, wenn die Sommersonne die warme Luft über b?r blühenden Heide er zittern macht. 3n bläuliche Dunstschleier versank die Sonne. Zeder wird die wundersame, beruhigende Sommerabendstille empfunden hab.m, während Heimchen zirpten und Glühwürmchen ihr Liebesspiel trieben. Herrlich ist der Wald, wenn ungestüme Herbstwinoe die bunten Blätter von den Bäumen schütteln. Mehr und mehr sieht dann der Ratursreund seine Lieblinge den Wald verlassen. bind doch freut er .sich an der herben Schönheit der Ratur im Herbst. Ob der Wald nicht auch im Winter schön ist? Za. er ist eS. Mehr noch als schön ist er dem. der ihn kennt. D^nn der den Winterwald erstorben nennt, kennt ihn nicht. Gleich in den leeren Aesten der ersten Bäume wirst du emsige Meisen und Goldhähnchen turnen sehen. Unermüdlich klingeln sie mit ihren zarten Sümmchen. An rilligen QMu- men rutscht der stahlblaue Kleiber (Spechtmeisen hinauf. DaS rauhe Geschrei der Krähen. daS Rat- chen der Eichelhäher und das unverkennbare .Gück-Gück-Gück" der Stochte mußt du zu hören bekommen. Bei einigem Glück kannst du am Dach den bunten, seltsamen Eisvogel beobachten, im Aadelwald zumeist den Kreuz'chnabcl, und sonst noch manchen eigenartigen Zuzügler aus dem Borden. Auf die Fährten im Schnee wirst du ohne weiteres ost achchaben. Insbesondere bei Neuschnee sindest du manchmal deutliche Spuren von Tieren, von denen du nicht ahntest, daß sie jener Wald noch beherbergt. Dort schnürte ohne Zweifel ein Fuchs. DaS erkennst du an den regelmäßig hintereinander gesetzten Spuren und der stellenweise von der Lunte abgeftreiften Schneedecke. Flucht- und Hoppelfährten von Ha'en oder Kaninchen ^erlaufen überall kreuz und quer. Vielleicht findet du eine Stelle, an der der Fuchs einen dieser flinken Gesellen erwischte, wo er am gefrorenen See eine überwinternde Ente riß, oder wo ein Marder oder ein Iltis jagte. Wenn Reh- vder Hochwild vorhanden ist, wird dir erst der Winterwald Gelegenheit geben, den Bestand der Arten zu bestimmen. Das Wild iit nun zutraulicher. Biel leichter als sonst kannst du dann den Bock, die Ricken, den guten Hirsch oder gar einen Keiler zu Gesicht bekommen. Es kommt aber auch der Augenblick, da wird weit und breit kein Laut wu hören fein. Der weiche Schnee verschlingt auch deine Tritte. Starr und still ragen die Bäume in das tiefe Schweigen. Dann genieße die herrliche Ruhe und erfreue dich an der glitzernden Helligkeit ringsum, an den dick bereiften Aesten und den wunderlichen Formen der tiefverschneiten Tannen mit ihren bläulichen Schatlen. Darum: Sobald das Wetter es zuläßt, werden wir am Samstagmittag zur 3ugcnLperberge wandern und am anderen Morgen den Winiermär- chenwald durchstreifen. Diele Üleberraschungen stehen unS dann bevor. 2083 Studierende in Gießen. Don bet Pressestelle der Landcsunlver- H tat Dießen wird uns mitgeteilt: 3m Wintersemester 1 930/3 1 beträgt die Zahl der Studierenden 1924, darunter 144 Frauen. Die Zahl der Gasthörer und -Hörerinnen beträgt 159, so daß die Gesamtzahl 2 0 8 3 beträgt. D e Zahl der Studierenden verteilt sich auf die einzelnen Jacher wie folgt: Theologie 165, Rechtswissenschaft 334. Medizin 365, Veterinärmedizin 149, Mathematik 134, Naturwissenschaften 141, Chemie 51, Forstwirtschaft 64. Landwirtschaft 57. Philosophie 56, Reuere Philologie 251. Klassische Philologie 51, Geschichte 3, Staatswissenschaftcn 103. Umbau in der Hauptpost. Postdirektor Körber hatte für Donnerstag die Vertreter der hiesigen Presse eingeladcn, um ihnen Gelegenheit zu geben, die um gebauten Räume i m Gebäude der Hauptpost an der Bahnhofstraße zu besichtigen. Durch die Unterbringung des Fernsprech- und des ^»legrapben» omles in dem neuen Hause auf bmi Hose der Hauptpost wurden Räume frei, die nun zur Benutzung für die Zwecke der Briespostbearbeitung zur Verfügung stehen. Die Säle wurden gründlich neu hergerichtet, freundlich ausgestaltet und mit all den Einrichtungen versahen, die zur Briesbearbeitung notwendig sind. Die Beamten haben in den neuen Räumen mehr Bewegungsfreiheit, als es vordem der Fall war. Für den Postbetried bedeutet diese Erweiterung eine erhebliche Verbesserung, die zum Teil auch dem Publikum zugute kommt. Aus die Behandlung der Briefe, auf die Arbeit der Post im Dienste der Kunden werden wir zu gegebener Zeit in einem besonderen Aufsatz eingeyen. Taicn für Samstag, 20 Tcztmber Sonnenaufgang 8.02 Uhr. Sonnenuntergang 15.53 Uhr. — Mondausgang 9.03 Uhr, Monduntergang 15 39 Uhr. 1552: Katharina von Bora, die Gattin Luthers in Torgau gestorben: — 1795: der Geschichtsschreiber L. v. Ranke geboren. Bornotizen. — Taaeskalender für Freitag. Stadttheater: „Die erste Frau Selbi)**, 20 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Halsband der Königin". — Aftoria-Lichtspiele: „Der Narr seiner Liebe" und „Das Recht des Stärkeren". •• Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute. 20 Uhr, „Die erste Frau Selbt)" mit Maria Koch, unter der Spielleitung von Walter Bäuerle. Sonntag, 15 Uhr: Märchenvorstel- lung „Goldrnarie und Pechmarie"; 18.30 Uhr als Frerndenoorstellung „Geschäft mit Amerika". •• Sitzung deSProvinzialauSschus- s e s. Am nächsten Samstag. 20. Dezember, 8.30 ilfcr beginnend, findet im Sitzungssaal des Re- gicrungsgebäudcs zu Gießen. Landgraf^Zhilipp- Platz 3. eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage deS Heinrich Müller I. in Rommelhausen gegen das Kreisamt Büdingen wegen Dersagung eines WandcrgewerbescheinS für feinen Sohn August Müller. 2. Disziplinarverfahren gegen den Gemeinderechner Schwarz in Dorf- Gill. •• Di e hiesigen Batiken machen im heutigen Anzeigenteil auf die während der Tage vor und nach Weihnachten besonders festgelegten Geschäftszeiten aufmerksam. ' Betrüger auf der Reise. Don der Polizei wird uns mitgctel’t: 3n Münster (West- falcn) betrogen Reisende einen Gastwirt, dessen Vertrauen sie durch eine geschickte Manipulation erwarben. Eine Frau mietete zwei Zimmer, die am Abend von noch zwei männlichen Personen bezogen wurden. Am anderen Tage lieh die Frau vorn Wirt einen Betrag von 29 Mark auf ein Wäschepaket, gab daS Geld aber wieder zurück, um aber bald darauf ein zweites Mal von dem Gasthausbesitzer Geld zu erbitten, und zwar in diesem Falle einen Betrag von 40 Mark, der ihr auch ausgehändigt wurde. Ohne das Darlehen zurückbezahlt und die Zeche beglichen zu haben vcr'chwandcn die drei Personen. — Da anzunehmen ist, daß die Betrüger auch anderwärts das gleiche Manöver durchzuführen versuchen werden, dürfte Dorsicht geboten sein. •• E i n Jahrmarkt fürs kleine Dvkk war — so berichtet man unS — am DienStagnach- mittag auf der LicbiiShöhe. Die Kindergärten deS FröbelseminarS feierten dort ihr Winterfest, und das kleine Dölklein kam angezogen, voll Erwartung unbekannter Herrlichkeiten. Staunend standen sie vor den Buden mit Aepfeln, mit Spielsachen: sogar das Schlaraffenland hatte sich eingestellt. und Hänsel samt Gretel bewachten vorläufig genau ihr Häuschen mit den leckeren Kringeln und Brezeln. Wer keck es wagte, durch die Zwergenhöhle vorzudringen, landete zu feiner Mcbcr- rafchung vor einem riesigen Kasperletheater, zwei drollige Kasperl machten ihre Späße, aber da riefen auch schon einige Dorwitze: .Das ist ja Tante MilliI" Ein Angsthase wollte nicht durch die Zwergenhöhle, darin zwei bärtige Gesellen mit Laternen hausten, nach einigem Hineinstarren sagte er aber plötzlich sehr erleichtert: „Das fin doch Tantens, die Rikelöser hawwe so keine schöne Strümps an." Doch das Allerschönste war der Zirkus, dessen einzelne Dummem die Helle Begeisterung bei groß und klein erregten. Fräulein Maria Kübel. ..dem Herrn Direktor", gebührt herz- licher Dank für den goldenen illcberfluß drolliger ist der beim .^reiLauSfchuß . ch^lligt« Angestellte H o ß b a ch von hier In Borschlag gebracht worden. Mit dieser Einrichtung, die am 1.3a- nuar in Kraft treten soll, wird einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen. Große Strafkammer Gießen. Ein mehrfach insbesondere wegen Diebstahls vorbestrafter auswärtiger .Arbeiter" hat sich wiederum wegen zweier schwerer Diebstähle, begangen im Rückfall, zu verantworten. Er hat in zwei Ortschaften der Gegend von Laulerbach etnenl Karabiner, ein Fernglas, ein Fahrrad und an» bete Gegenstände durch Einsteigen und Einbruch entwendet. Diese Gegenstände versteckte er in einer C elhnar it' n 19Z<<> 85S6D mittags 3 Uhr statt 8568 D sucht (>7825 ScltcrSwcg 62 il. nicht berücksichtigt. 8558V 8502V Lindenplatz 12: 85180 Telephon -26 Uhr, in Alsfeld Hotel „Deutsches Haus", daran anlckließend verlesen der haunlsächlichslen Gebote. Darmstadt, den 17. Dezember 1930. hessisches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. LNödtven für halbe Tage ae- Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Jörg. Richter Harrenmoden Neuen Bfiue 8 Statt besonderer Anzeige. Unsere liebe Tante Fräulein Luise Böger Ist Im Alter von K6 Jahren sanft entschlafen. Prof. Dr. K. Ebel und Frau. Gießen, den 18. Dezember 1930. Die Beerdigung findet In der Stille statt — Von Blumenspenden und Beileidsbezeugungen bitten wir freundlichst auzusehen. ___________________________07802 la Orangen süfae Mandarinen Zitronen Drogerie Winterhoff < Kreuzplatz 10 V Prima Weintrauben Aepfel Birnen Bri.e Reichskurz- sehrlttgesellschatt „Babelsberger“ and Dauenabtellano. e. V., Gießen. dnnisiag, o. 20.12.30 MWMsleiei IN der r8565D „Stadt Lick". Für MtNwoch ftüii cintrcffcnb: Vcbcnbc Lpieaclkaivien und Sckleien. Notäungen. Stein- butt und Heilbutt. Arische Schellfische, Mabel lau und Seehecht. Vorbestellungen erbeten. ü.Horö GlMmalü «abitbo ltr.27. Tel. 8031 810/A Meine beliebten Präsentkörbe werden aut Wunsch In diversen Preislagen angetertigt Piano in volnebm.tt.dauer- basier Ausführung sebr preiSra. 18560* > Schedel PianoiabrikFulda | Vermietungen | Wohnung 3 3inun. n. Mücke, »um la. I. 31 au vermieten ob. mit Stallung a. verk. 0//88 Kroidors Nr. 140. fileliiöfliinßjeßen-Bielier Mit Gültigkeit oom 1. tlanuar 1H31 tritt Aiim Binncntarti der Nachtraa 37 in Sira t. Nähere A Itstunft erteilen dte Dien st stellen. Ttvnnfiiirt a.M., den 17.12.1330. Fichten-Stammholz Kiefern-Stammholz Lärchen-Stammholz Fichten-Derbstangen Fichten-Reisstangen Submsssionshoizverlauf. Aus hessischen Staats, und Gemeinde- Waldungen der Forstämter der Forst. bezirksgruppe Alsfeld kommen zum Submissionsverkauf: In tiefer Trauer: Walter Müller und Frau Elise, geb. Mähler Gustav Winter und Frau Katbanna, geb. Mähler Karl Schüler Witwe, Anna geb. Mähler Wilhelm Mähler und Frau Helene, geb. Erb 10 Enkel und 2 Urenkel. Klein-Linden, Launshach. den 18. Dezember 1930. Die Beerdigung findet Sämsiag. den 20. Dezember, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehaus, Frankfurter Straße 73 aus statt. 0780/ Täglich frische Bananen Todes-Anzeige. Nach Gottes Wille verschied gestern abend still und unerwartet unsere innigstgeliebte, guie Mutter, Grofimutter, Urgroßmutter, Schwiegermutter und Tante Gertrude Mähler, geb. Schmidt im Alter von 76 Jahren. Jetxt Im Winter \ ^Weinbrana und Rum eigene Füllungen */,Liter Mk. 4.OO,'/,Liter Mk. 2.20 Auch ein dankbares Geschenk I Obst und Gemüse Neuen Bäue 7 UOD Fahrner-Schmuck Der farbenfreudige Schmuck der modernen Frau. Lassen Sie sich die neuesten Entwürfe vorlegen und die Äroschüre über Fahrner-Gchmuck geben, welche ein Preis-Rätsel enthält. 3. Hirz ~ — Kunsthandlung • Kunstgewerbe * Seltersweg 22 85I6D Christbaumständer Vaubsage Werkzeugkasten, Vorlagen in großer Auswahl 8292A E§gar Borrmann > Gießen E.seuwaren, Hand und Küchengeräte Nach langem, schwerem und mit großer Geduld ertragenem Leiden wurde heute meine gute Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin Fran Elisatieihe Volk, Seh. Schupp im 69 Lebensjahre in ein besseres Jenseits abgeruten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Volk II. Großen Linden; Gießen, den 18. Dezember 1930. la Backäpfel 3 Mund 85 Pf. pinkS Stand v. d.Ariih.,gelb.Au ‘'a-Vtx.-Citnuinltunncn bet Au in st Noll. Kreuzdrogcrie, Babnbosstrahe üL Das tonische Kräftigungsmittel für Körper, Nerven und Herz Ist Kalophat-Wein Flasche Mk 4 50. Febrtki Enßclupotbcftc In allen Apotheken zu haben. Zwangsversteigerung 57730 Am Donnerstag, dem 26. Februar 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebüude zu Gießen. Zimmer Nr. 106, das im Grundbuchc von Gießen dem Fritz Dusch und Ehefrau Helene geb. Riemer zu Gießen zu je % zugeschricbene Anwesen Damen-Hüte «Kaufet zum Feste ■■ billigst das Bes.ei | von Mk. 3.90, 500, 7.00 an. Rrst l Irt Seltersweg 50,1. St. OIC1UII Elng.Wolkengasse Im Handelsregister, Abteilung A Nr. 32, wurde heute bei der Firma Johann Hermann Schmidt I., offene Handelsgesellschaft in Lid), folgendes eingetragen: 856ID Heinrich Ludwig Schmidt ist als persönlich haftender Gesellschafter in die Gesellschaft eingetreten, und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab. Lich, den 16. Dezember 1930. hessisches Amtsgericht. 7-800 «Ml gen. gute Stckerbeli und bobe 3uucn aus 'ÜTiootuanoutlciUen ncf. Schr. Angeb. u. >7706 a d. ckien.Anr. Vereine ] Rieker-Sklstiefel übertreffen die höchsten Anforderungen! Danksagung. Für die vielen Beweise aulrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Sdiupp I. Groben-Linden, den 18. Dezember 1930. _______________________________________________07800 Stellengesuche| Sei s änd. Mädchen sucht Aiun I. Januar Stellung inanüänd. Haushalt. Schrillt An geb. unt. 07824 an den Gien. 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Gestern mittag fand auf Ginladung des Rektor-, de- Senat- und der Studentenschaft der Lud» wigS-Universllät in der Reuen Aula des Uni» versitätSgebäudes eine Kundgebung gegen den Terror in Dolen statt, zu der sich die Mitglieder de- akademischen Lehrkörpers, die S.udenlcnschaft und Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden so zahlreich eingefunden hatten, daß der große Raum der Aula voll besetzt war. Se. Magnifizenz der Rektor ptofesser Or. Eger wie- in seiner einleitenden Ansprache daraus hin, bah ein tiefernster Anlast diese Versammlung zu'ammenführe. Wieder einmal. Heist« es für unS: Volk in Rot, Deutsche in Rotl Diesmal ertönte der Rotrus SOS. aus dem Oste n.'too Deutsche unter polnischer Brutalität schwer zu leiden hätten. Die deutschen Brüder und Schwestern in Polen dürften gewist sein, dast ihnen die herzliche Sympathie aller Deutschen gehöre. Alle Deutschen in Oft und West. Rord und Süd seien eine große Echicksalsgemeinschaft, die im Aufstieg oder im Riedergang unseres Volles eng verbunden sei. Riemand dürfe fragen, w e r und was der leidende Deutsche sei, es genüge, dast er als Deutscher leide, um alles sonst Trennende vergessen zu machen und unS nur als deutsche Schicksalsgenossen zu fühlen. 3n enger Verbundenheit und Treue gedenke man in Deutschland der entrechteten und geknechteten deutschen Brüder in Polen. (Stub enraf ör. König-Gießen hielt sodann auf Grund feiner reichen Kenntnisse und Erfahrungen über das Deutschtum im Ausland eine tiefschürfende, packende Rede, in der en von der vielfachen volklichen Rot der Deutschen, wie der Minderheiten überhaupt sprach und dabei insbesondere auf die Verhältnisse in Polen einging. Gr betonte dabei u. a., dast niemand dem polnischen Volke, das nach dem Ausgang deS Weltkrieges und dem Zusammenbruch der früheren Teilungsmächte vor einer guten Gelegenheit zur Wiedergufrichtung Polens stand, die Reugründung seines Staatswesens verüble, wobei man aber als Deutscher daran erinnern müsse, dast dieser polnische Staatsaufbau erst durch die Siege der deutschen und österreichischen Armeen über Rußland möglich geworden sei. lieber die LoSreißung von Gebieten anderer Völker durch die Polen solle in diesein Zusammenhang nicht gesprochen werden, dagegen müsse man sich ernstlich mit der Frage beschäftigen, welchen Respekt oder welche Mißachtung der polnische Staat gegenüber den unverlierbaren Rechten von Menschen aus ihr Volkstum, ihre seelische und gcistije Art bekunde. Der Redner wies dann darauf hin, dast in Polen viele Millionen von Menschen leben, die nicht polnischen Volkstum- sind, sondern anderen Volkheiten angeboren, Die aber von dem staatsbeherrschenden Polenvolk terrorisiert und vergewaltigt werden, weil die Polen in überspitztem Rationolgefühl einen Rationalstaat erstrebten, für den ein geeigneter Boden nicht vorhanden sei. Durch dieses Gewaltregiment, das sich um das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht im geringsten kümmere, werde namenloses Clendüber die Minderheiten in Polen gebracht, werde ein Terror auSgeübt, wie er niemals im dunkelsten Mittelaller vorgekommen sei, werde den Angehörigen der Minderheiten selbst das persönlichste Recht des Menschen aus sein Volkstum und sein nationales Recht ver'agt. Auch das Minder- heitenrecht, zu dessen Wahrung der Völkerbund berufen sei, habe sich bisher nicht im geringsten durchgesctzt. Das gelte für die Minderheiten in Polen, wie auch in Frankreich und Italien: in Francois Villon. 3um 500. Geburtstag. Don Werner Bott. »Dann wird vielleicht im Jahr Zweitausend nach des Herrn Geburt Die Welt noch wissen, wie Dillon gedichtet hat." Villon, das große Testament (1489). OBer als Deutscher unserer Tag: Francois Bit l o n , den großen Dichlerva:abundcn Frankreichs. wirklich kennenlernen teil1, tut gut daran. Paul Zechs meisterhafte freie -Uejertragung vorzunehmen, die soeben der Erich Lichtenstein Verlag, Weimar, in einem äußer.ich wie innerlich gleich genußreichen Tand herausbr.ngt. Hier hat ein kongenialer Mensch, vom tiefsten Blut her mit dem einzigartigen Franzofen verwand. über die Jahrhunderte hinweg einen brüderlichen Geist beschworen und für Deutschland neu entd.ckt. Weil Zcch ins Innerste Villons eindringklingt jedes nachgeoichtete Wort original und erschüttert uns mit der Kraft eines elementaren Erlebnifses, das an keine Zeit und keine Ration gebunden ist. Ein 9anz großer Mensch, der Urmutter nah. erweist feine Gültigkeit im Wandel der Jahre und hat in unserer Ma chinenepoche nichts an Tempo und Energie eingebüßt. Der erste Dichter Frankreichs von Weltgeltung steht in der Entfesselung des Blutes, in der Verdichtung des Erlebens, in der Kühnheit der Gcstallu.g ebenbür.ig neben Shake- 'pcare der freilich durch das Mittel der Bühne nachhaltiger fortwirken konnte als Dillon durch sein verinnerlichte Hingabe erheischend«- Gedicht. Wahrlich, es loynt, sich von die em Menschen qa. z großen Formats, der sein Ich nicht nur gegen feine Zeit, sondern gegen alle oeit schlechthin setzt erlösen zu lassen. Jedes seiner Worte ist einmalig,' nur von ihm erlebt und geboren. Aber dies ist sein letztes Geheimnis: daß jeder Menfchenb rüder. der inmitten der Verlogenheit des modernen Kollektivismus die Bestätigung seines Selbst ersehnt, sich in Villons Werk neu erstehen fühlt: »Im Anfang war das Ich, der tätige Geist über den Wassern", so beendet Paul Zech feine glanzvolle Einleitung^ bie nicht minder einen Querschnitt durch unser Jahrhundert zieht wie durch das Wesen jeglicher Uebergangszeit überhaupt. Villons Leben übertrifft den spannendsten Abenteurerroman in seinem grandiosen Auf und Ab der Daseinskurven. Im Todesjahr der Jungfrau von Orleans als Sohn einer Pariser keinem die'er Staaten lasse man unseren deutschen Volksgenossen ihr elementarstes Selbst - bestimmungsrecht zuteil werden. (Beifall.) Der Redner forderte bann von der Reichsrepierung, bei den bevorstehenden Verhandlungen m Gens darauf hinzuarbeiten, daß in Europa ein neues abendländisches Volk-recht geschaffen werde, welches von dem hohen ethischen Grundsatz des Persönlichkeitsrechtes jedes Menschen auf sein Volkstum ausgehe, damit hierdurch die völkische Freiheit aller Menschen, gleich in welchem Staate sie leben, herbeigeführt werde. Auf dieser Grundlage müsse Ordnung vor allem in Mitteleuropa geschaffen werden. Dem deutschen Dolle falle da- bei die große mitteleuropäische Ausgabe zu, auf der Grundlage de- erstrebten neuen Rechts einen organisch aufgebauten neuen Minderheitenschutz zur Geltung zu bringen, um den Minderheiten die Gewähr zu bie.cn, daß sie ohne Beeinträchtigung in volilicher Freiheit auch in einem anderen Staate leben können. Damit sei der überspitzte Rationalismus, auf dem das heutige Polen stehe, nicht zu vereinbaren, weil er eine Quelle dauernder Unruhe dar stelle. Don dieser Herausbildung eines neuen Europa und eines neuen Rechts für die Minderheiten sei der Anbruch einer neuen Zeit zu erwarten, bei dem das deutsche Dolk maßgeblich rnitzuwir- ken habe. (Lebhafter Beifall.) <5erid)terefereni)or £)r. Reusch als Vertreter der Studentenschaft, unterstrich eindringlich die Gedankengänge des Vorredners und wies dann mit berechtigter Kritik auf die Justiz- komödien hin, die Polen in Prozessen gegen Deutsche in Kattowitz bekundete und auch demnächst sicherlich wieder aufführen werde. Ferner beschäftigte er sich kritisch mit der Friedensphraseologie der Polen und ihrer Steigbügelhalter und betonte in diesem Zusammenhang die große Verantwortung des Völkerbundes bei den Verhandlungen im Januar nächsten Jahres in Genf und die damit für den Völkerbund verbundene ft a r k e Vertrauenskrise. Weiter forderte der Redner ent- schiedene Selbstbesinnung des deutschen Volkes auf (ein Recht zum Schutze der deutschen Minderheiten, zu dessen wirksamer Geltendmachung er mehr innerpolitischen Frieden auf allen Seiten und entschie- denstes Bekenntnis aller Deutschen zum deutschen Volkstumsgedanken forderte. Er verlangte Gerechtigkeit für alle Deut- schen, auch in den anderen Staaten, einen völlig neuen Geist in Europa und entschiedenste Abkehr von den Gewaltmethoden, die bisher von den Machthabern der anderen Länder gegen die deutschen und die übrigen Minderheiten angewandt worden sind. Ehrliche Durchführung des Selbstbe- stimmungsrechtes der Völker und starkes Selbstverantwartungsbewußtsein einer Ration müßten die Leitgedanken der Zukunft und die Grundlage für die Neuordnung des politischen und staatlichen Lebens sein. (Starker Beifall.) stud. iheol. Leidotph als 1. Vorsitzender der Studentenschaft, bekräftigte die Forderungen der beiden Vorredner noch in kurzen Sätzen und empfahl dann die nachstehende Entschließung zur Annahme, für die sich die Kammer der Studentenschaft einmütig ausgesprochen hat: „Die polili che Tagespreise aller Richtungen berichtet feit Wochen tagtäglich über die politische Entrechtung und Knebelung des Deutschtums in Polen, insbesondere in Ost-Oberschlesien, anläßlich der Sejirwahlen. Die Haltung der polnischen amtlichen Slellen bedeutet nicht nur einen Proletarierfrau geboren, macht er bereits mit fünf Jahren die Bekanntschaft der Polizei, die ihn wegen eines Broldiebstah's auf dem Markt öffentlich verprügelt. Ein hochstehender Priester nimmt sich des verwahr'osten Jungen an, schickt ihn auf eine höhere Schule und später auf die ünirerfität. Während des Studiums wird DillonS Pflegevater wegen Irrlehren verbannt. Der junge Francois, aufs neue entwurzelt, stillt seinen Ehrgeiz nicht nur in den Hbrsälen, wo er bald Altersgenossen und Lehrer an Wissen überflügelt. Bei den Gelagen der Burschenschaften greift er zur Laute und singt kecke Chansons (Chansons sans gene), ganz ich neu in der ungeschminkten Verherrlichung des Trunls und der Liebe, heute nicht mehr erhalten, aber im ünterftrom noch erkennbar in den .Songs" unserer letzten Jahrzehnte. Ein Frauenyeld und Raufbold ohnegleichen, wird Dillon Anführer der berüchtigten „Coq: iilards“ („Mu'chelbr.der"), einer Räuberhorde, die unter der Mitwisserschaft des bestochenen Polizeipräsidenten nach Art der heutigen Derbrecherban- den Chikagos und Shanghais das nächtliche Paris unsicher macht. Auf die Dauer verträgt sich der Hauptmann jedoch nicht mit den Spießgesellen, er flüchtet in die Wälder und wird aus einem Hundeführer des Herzogs von Orleans gegen eine Monatsgage von 3D Dukaten Hofkompositeur. Aber lange duldet es den Vaganten nicht in der Schloßatmosphäre. Eine Zeitlang haust er bei einem armen Edelfräu- lein, aus deren Armen ihn unvermutet ein bischöf.icher Rebenbuhler mit Wafseng walt los- reiht. Dillon erschlägt ein Dutzend Reiter, schmachtet ein paar Jahre im Gefängnis und soll eben hingerichtet werden, als ihn anläßlich der Krönung Ludwigs XI. eine Amnestie befreit Wieder lockt den Tollkühnen Paris, wieder übernimmt er die Führung der Coquillards. In einer fürchterlichen Schlacht mit der Polizei spielt Dillon die schimpflichsten Kerle seiner Bande, die gegen seinen Willen allzu plump und wahllos stahlen, dem Polizeichef in dir Hände. Aber der Dichtervagabund fällt in die Grube, die er anderen grub, selbst hinein. Als er dem Po- lizeichcf ein Mädchen ausspannt, unterschiebt dieser uniformierte Gauner einen selbst verübten Mord dem verhaßten Dillon. erzwingt von ihm durch scheußliche Foltern ein falsches Geständnis und überan.wortet ihn dem Hen- ker. Unb nun kommt das beispielloseste Stück dieses beispiellosen Lebens. Indes schon der Richtplatz für ihn aufgeb aut wird, arbeitet unerhörten Bruch der den volklichen Minderheiten durch internationale Verträge feier'.ichst gewährleisteten Rechte, sondern stellt sich auch als ein Verhalten bar, durch das das polnische Dolk von sich aus darauf verzichtet, weiterhin als Kulturnation angelehen zu werden. Diese Meldungen, die die gesamte deutsche Oefsentlichleit mit schärfster Erregung vernommen hat, werden aber noch bei weitem übertroffen durch den unerhörten Fanatismus der polnischen Aufständischen, die unter dem Schutz Der polnischen Behörde mit menschenunwürdiger Grausamkeit gegen da- Deutschtum in Ost-Oberschlesien wüten. Die Studentenschaft der Universität Gießen erhebt einmütigen Protest gegen vieles unglaubliche Terhalten. sie richtet die Blicke der gesamten akademischen Welt auf diese Dcrgänge und gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Aka- demiker chast aller Kulturnationen bei ihren Regierungen vorstellig wird, um diese zu Maßnahmen gegen die polnische Regierung zu veranlassen. Die Gießener ötubentenfebat richtet an den Herrn Reichspräsidenten und die ReichS- regierung die dringende Ditte, nicht länger mit anzusehen. w e wehr.oles Deutschtum unter den Quälere en rücklichts.oser polnischer Chauvinisten leiden muß, sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln b:r polni'chen Regierung gegenüber, aber auch bei den diplomatischen Vertretern aller anderen Länder gegen diese uncr* hörte Grausamkeit vorzugehen." Einhellig wurde dieser .Kundgebung zugestimmt und mit dcm Gesänge des Deutschtandltedes bie eindrucksvolle Versammlung geschlossen. Wer schnell Hilst, Hilst doppelt... Oie zeitgemäße Gießener Ganitätswache. Als Henry Dunant, bet Schweizer Schriftsteller unb Philantrop, als Gränber und eifriger Förderer der interna, ionalen Verbindung zur Pflege und Schonung der im Kriege Verwundern auftrat, mag er sich wohl kaum helfen bewußt gewesen fein, welch ungeheure Bedeutung der durch fein Buch „Un souvenier de solfe.'ino“ veranlaßten Genfer Konvention unb der bamit verbundenen Gründung des Roten Kreuzes zulam und wie sich der Gedanke für die Friedenstlltiglcit der San'tälskolonnen vrmRot.nK euz auewi.k.e. Welch: Bedeutung ihr in Wirklichkeit beizumessen ist, ergibt sich in allen Konsequenzen aus einem Besuch bei der Gießener Sanitätswache vom Roten Kreuz So überheblich das auf den ersten Augenblick klingen mag, bie Tatsache ist nicht zu leugnen, denn die hiesige Sanitätswache ist ebenso gut b:r Ausdruck eines Prinzips, wie eine Sanitätswach: in der Reichshauptstadt. oder an irgenb:iner anderen Stelle. Die Gießener Hilfslolonne ist ein Teil jener weltumspannenden Organisation, ein typischer (für unsere Verhältnisse sehr leistungsfähiger) Vertreter eines Systems, über Le sen Wert zu streiten sich völlig erübrigt, da die Praxis und die täglich: Rotwendigkeit bie Existenzberechtigung eindrucksvoll genug nach velsen. Einige Ziffern werfen ein Streiflicht auf das Ausmaß der Beanspruchung der Gießener Sanitätskolonne. Der Kolonne gehören etwa 8D aktive unb 22 inaktive Mitglieber an, die im Rolfalls alle zur Hilfeleistung aufgerufen werden können. Dei den Probealarmen wurde diese Tatfache stets hinlänglich unter Beweis gestellt. Wenn ma.i den Jahresbericht der Kolonne vom Jahre 1929 durchsieht. so kann man daraus entnehmen, daß die Eanitätsleute im Laufe des Geschäftsjahres nicht weniger als 3693mal zu Hilfeleistungen herangezogen wurden. Krankentransporte wurden L09 durchgeführt, mit den beiden Krankenwagen wurden allein 1511 Transporte bewerkstelligt. Von den Transporten waren 900 für das Gebiet der Stadt Gießen, für die Provinz Oberhessen (aus'ch'ieß- lich Gießen) 509 und außerhalb der Provinz 219 notwendig. Tie hiesige Station der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ist sehr gut ausgerüstet und dürfte in der Derfa.sung, in Der sie sich befindet, geeignet fein, ernsten und umfangreichen •Unfällen tatkräftig und wir kam en'gegcry-i treten. Im Wachtlokal am Kanzleiberg finden wir jederzeit, Tag und Rächt einen Sanitätsmann vor bet bereit ist, sofort zu helfen, ober aber bie Kolonne $u alarmieren. Im Prinzip ist die Alarmierung der Sanitätskolonne der der Feuerwehr sehr ähnlich. Zwar Villon sein Gnadengesuch zur Ballade um. Während der Sprecher die geniale Ballade vorliest, erhebt sich das gesamte Parlament von den Plätzen und spricht den Dichter einstimmig frei. Eine phantastische Szene von ung'aub icher Wucht, undenkbar in unseren Tagen, nicht erfunden von einem Poeten, sondern wahrhaft geschehen im „finftem“ Mittelaller: ein Dichter vermag den über ihn verhängten Todesfpruch aufzuheben durch die Gewalt feiner KunstI Wir finden Villon später in Belgien und England, er hält Vorlesungen an der Universität zu Brüssel, er spielt in einem Passionsstück zu Antwerpen den Judas Ischarioth. Und auf einmal erlischt seine Bahn im Dunkeln. Riemand weih, wo und wie dieses Dasein, das von jeher „fein* Sach auf nichts gestellt" hatte, zu Ende ging. „Er hat sich unter Menschen bewegt, toi: kein anderer Mensch mehr", schließt Paul Zech den Bericht dieser unerhörten Erdenfahrt. .Seine Raubzüge waren Ausstrahlungen einer energie- bewegten Weltseele. Kein Gesetz irgendwelcyer Ordnungstafel konnte er ernst nehmen, er stellte sich außerhalb jeder Gesellschaftsbahn... Er hat viele Jahre seines Lebens in Gefängnissen zugebracht. Er hat unsterbliche Dallaoen geschrieben." Man muh diese Balladen lesen: ein Mensch, verschwistert mit Baum und Tier, liegt am Herzen der Schöpfung. In seiner irdifch-himmlischen Liebe atmen Wolken, Winde und Sterne. Tie M^usefrau, die in seiner Zelle Junge bekommt, die Zigeunerdirne mit Wurzelhaar und Tiergesicht, der Apfelbaum, in dem die Rachtigall ihr Silber spinnt, die alte Klempnersfrau, der kleine Barbier aus Brabant, die Galgenbrüder und Tagediebe — alle bilden sie im Lied Villons ein Teil seines Ichs. und dieses Ich erschafft gottbegnadet die Welt. Wann schwindet die Schönheit her grau? Es gibt nur wenige Lieblinge der Götter, die ewig jung und schön bleiben. Das sind unter den Frauen die seltenen Ausnahmen, wie Rinon de l'Enclos, die noch als 80jä)rige die Herzen der Jünglinge entzündete. Aber innerhalb des Spielraums, den die Ratur der Frau im allgemeinen gewährt, gibt es große Unterschiede. Die Töchter der südlichen Länder altem früher als die der nördlichen: sie sind mit 18 in voller Blüte und mit 40 schon alt. Doch hat im allgemeinen die Frau sich im letzten Jahrhundert eine ganze Reihe von Jahren erkämpft, in denen sie noch Anspruch verfügt man nicht über eine derart umfangreiche Ringleitung. wie die Feuerwehr, immerhin ist aber eine Reih: von Helfern telephonisch mit derWach: verbunden, vnb ctlra 0 berfe ben tün en inneren.o 6 Minuten von einem Unfall in Kenntnis gesetzt werden. Sobald sich di: Marrnie- rung der gesamten Mannschaften als notwendig erweist, übernehmen Radfahrer nach einem geschickt ausgeklügelten System die Benachrichtigung. Man unterscheidet dabei zwei Arten von Alarm, und zwar .Alarm Depot" und .Ba^n- Alarm". Im Falle eines EisenbahnalarmS begeben sich die Hilfsmannschaften nicht erst zum Depot, sondern von ihrem Wohnort aus direkt zum Bahnhos und werden von dort aus im Hilfs- zug nach der Unfallstelle gebracht. Besonders er- wähnenswert erscheint auch, daß die Gießener Sanitätskolonne über durchaus zeitgemäße Hilfsmittel technischer Art verfügt. Liehen doch in erster Linie zw:i auf da- modernste eingerichtete Kraftwagen für den Krankentransport zur Verfügung, von denen einer bestimmt in 21/- Minuten von seinem Standort bei einem hiesigen Autounllrnehrn r auS, am Depot eintreffen kann, denn ein Kraftwagenführer, der naturgemäß ebenfalls die Ausbildung als Helfer genossen hat. steht ständig dienstbereit. Die Kolonne verfügt weiter über 24 einfache und zwei fahrbare Tragbahren und über ein großes Zelt in den Abmessungen von 3x4 Meter. Kürzlich wurden einige neuartige Denzingaslampen und ein Scheinwerfer der Firma Zeiß (Jena) von außerordentlicher Leuchtkraft beschafft, die die Arbeit während der Rächt erleichtern. Ein sehr einfacher unb gleichermaßen praktischer AtmungSapparat setzt die Helfer, in Verbindung mit dem Sauerstoffapparat, in den Stand, auch manches durch Gasvergiftungen schwer gefährdete Mrnschen- leben zu retten. Große Mengen von Material jeder Art lassen die Sanitätsmänner auch bei größeren Unfällen nicht in Verleg rnhellen kommen. Selbstverständlich dürfen die Sanitälsleute nur in gewissen Fällen selbständig handeln, die Oberleitung liegt vielmehr in den Händen deS Kolonnenarztes. Es dürfte nicht jedermann bekannt fein, bah sich die hiesige Station wirtschaftlich selbst tragen muß. Die Aufrechterhaltung der HilfSstallon ist nur dadurch mög ich. Laß eine Anz. hl edler M nschen- sreunde durch einen jähr.ichen Beitrag a.s unterstützende Mitglieder die gute Sache fördern. Weiterhin dürfte nicht allgemein bekannt fein, daß die Sanitätswache nicht nur in den Fällen hilft, die sich als Unfall im Betrieb, auf der Straße, kurzum in der Oeffentlichkeit ereignen, sondern auch xu privaten Leistungen zugezogen wird, wo es gilt, an Krankenlagern durch Umbetten oder auf Schönheit erheben kann. Als Balzac vor 100 Jahren die „Frau von 30" als Heldin entdeckte, da erobert: er damit der Frau eine neue Jugend. Dann wurde die „Frau im gefährlichen Aller" nicht nur literaturfähig, sondern man entdeckte auch ihre besonderen Reize, und in unseren Tagen haben auch die Großmütter noch ihren Anspruch auf Gefallen angemeldet. Wie eine Schwedin, die Baronin Beata Dcnde. hervorhebt, können die Schwedinnen in dieser Hinsicht vorbildlich sein. „(Sin schwedische- Mädchen", so schreibt sie. „wird nicht im Pensionat aufgezogen, lernt nicht mit 17 Jahren die Künste des Schminkens und Puderns und wird nicht auf Bälle und Gesellschaften geschleppt, die bis spät in die Rächt hinein dauern. Die schwedischen Frauen haben zuerst den Segen der Leibesübungen und dos Leben- in Luft und Sonne erkannt und wissen, daß Sport und Freiluft länger und besser schön erhalten al- alle künstlichen Mittel. Sie streben nicht nach Schönheit, sondern nach Gesundheit, und dadurch fällt ihnen die Schönheit von selbst zu. Deshalb sind sie nicht nach einer langen Gesellschaftssaison ermüdet und abgespannt, sondern bleiben immer frisch und blühend. Ich kenne Frauen in Schweden, nicht nur Bäuerinnen, die den ganzen Tag im Freien leben, sondern Damen der besten Gesellschaft, die mit 70 Jahren noch schön sind, unb das ist keine Schönheit der Seele, die nur in den Augen leuchtet, sondern wirkliche blühende Anmut der Züge und der Haut. Das kommt daher, weil sie nicht Runzeln wie die Hölle vermeiden und weil sie nicht ihren Teint mit Puder und Schminke verderben. Cs gibt n Schweden mehr schöne Frauen als irgend wo anders. Das sind die Erscheinungen mit blondem Haar, blauen Augen und blendend weihen Zähnen, die allen Stürmen der Zeit trotzen unb bei denen nur das Haar mit dem Weihwerden einen neuen Reiz gewinnt. Das Schwinden der Schönheit bei der Schwedin wird auch durch ihre vorzügliche Derdauung verhindert: mit ihren guten Zähnen kann sie noch im höheren Alter gut tauen, und die gesunde Milch ist das Ratio- nalgerränk. Auch find die Schweden ein lustiges Dolk, das sich keine unnötigen Sorgen macht. Diese Heiterkeit verbannt die Furchen und scharfen Linien aus dem Gesicht der Frau. Das Land leidet nicht an Ucbervölkerung. unb bie Bewohner sinb nicht in Riesenstädte zusammengepsercht. In dem hastigen und gierigen Leben ber Grohstabt schwindet die Schönheit, aber unter natürlichen Lebensbedingungen bleibt sie erhalten." Kurse zur Ausbildung von Arbellern und Angcslelllen sog. Detrlebshelser aus den Fabrikbetrleben, Werkstätten, Bureaus usw. durchgeführt. Die Kurse wurden zum großen Teil auf Anregung und im Auftrag der B-rufsgenossenschaften abgehalten mit dem Ziel, in den Betrieben für den Fall eines Anglücks sofort geeignete Helfer bereit zu haben, denn sachgemäße schnelle Hilfe bedeutet doppelte Hilfe. Der Anterricht umfaßt theoretische wie praktische Ausbildung und wird jeweils in den Abendstunden abgehalten. «Verrichtungen zu helfen. Ferner wird ihe von Gegenständen, Luftkissen, Wasserkissen. Eisbeutel, Fahrstühle und noch manches andere leihweise gegen geringe Gebühr an Private abgegeben. Daß sich in der Sanitätswache auch eine DeSinfektionSanlage befindet, dürfte man wohl allgemein al- eine Selbstverständlichkeit voraussetzen. Ist doch nicht nur in Kliniken und Krankenhäusern, sondern auch an dieser Stelle größte Reinlichkeit bestimmendes Gesetz. Seit ungefähr 5 Jahren werden in den Räu- >nen der Sanitätswache, speziell in einem besonderen Unterrichtsraum Ausbauarbeit an Sportplätzen. Seit geraumer Zeit ist man auf den Plätzen der hiesigen beiden Sportvereine damit beschäftigt, die Sportstätten auszubauen. Bekanntlich hat die Stadtverwaltung aus Mitteln für wertschaffende Erwcrbslofenfürsorge eine Anzahl von Erwerbslosen zur Verfügung gestellt, die die Erdbewegungen durchführen. Die Arbeiten aus dem Platze der vpielvereinigung 1900 sind bereits sehr weit fortgeschritten, die Terrassenanlage ist nahezu fertiggestellt. Der Platz, der sich am Ostende des Hauptspielfeldes befindet, wird in ein zweites Spielfeld umgewandelt, das hauptsächlich für die Jugendlichen bestimmt sein soll. Die Fertigstellung diese« Spie'seldds dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da verhältnismäßig große Terrainunterschiede auszualeichen sind. Auch den Besuchern des Waldsvielplatze« deS VfB. wird eine Veränderung ausgefallen sein. Der bisherige Eingang, der sich stets als etwas zu klein erwies, soll demnächst verschwinden. Da der Platz an dieser Stelle räumlich etwas erwei tert wurde, ist nunmehr die Möglich? ii a g:ben, einenwesentlich breiteren Eingang zu schaffen, der dann auch eher den Anforderungen entsprechm dürfte. Wie wir hören, soll zu beiden Seiten deS Einganges je ein Kassenhäuschen errichtet werden, die eine schnellere Abfertigung der Besucher möglich werden lassen. Da daS neugewonnene Stückchen Land zum Frühjahr auch gärtnerisch ausgcstaltet werden soll, wird der gute Eindruck, den der Besucher zweifellos vom Waldsportplatz erhält, durch diese Neuerung verstärkt. Amtliche Gpiettermine für Sonntag, 21. Dezember. Dezirksliga: Spv. Kassel — VfB. Kurhessen Marburg: VfB. Gießen — Sport Kassel. Die 1. Bczirksklasse hat kein Verbandsspiel aus- zutragen. Großkampftag auf dem Waldsportplatz. vfv. — Sport Kassel. Der Terminkalender der DezirkSliga sieht für den kommenden Sonntag die Begegnung VfB. — BE. .Sport" Kassel auf dem Waldsportplatz vor. Die DfB.er stehen damit vor einer sehr schweren Aufgabe, denn die ^Sport"-Mannschaft hat sich in den letzten Spielen in einer hervorragenden Form gezeigt und bewiesen, daß sie zur Zett als die stärkste Elf der Südgruppe und eine der besten des Bezirks Hessen-Hannover angesehen werden muß. Die Gäste verstehen systemvoll und rationell Fußball zu spielen. Ihre Erfolge beruhen ist erster Linie aus der eminenten Schnelligkeit und Durchschlagskraft des SturmeS, der unter Führung des bekannten Torfchützen Gras- meyer der stärkste Mannfchaftsteil ist. Trotzdem besitzt die ganze Elf ausgeprägte Homogenität. Die glänzende körperliche Verfassung eines jeden einzelnen macht die Elf zu einem sehr schweren Gegner. Während die VfB.-Mann- schaft bis jetzt sämtliche auswärts auSgetragenen Spiele verlor, gewann sie die auf eigenem Platz ausgetragenen Spiele mit einer Ausnahme, ein Beweis, daß der Vorteil des eigenen Platzes und vor heimischem Publikum spielen zu können, für ihr Abschneiden von großer Bedeutung ist. Ob eS ihr jedoch auch diesmal gelingt, die wertvollen Punkte hierzubehalten, muß trotz dieses Vorteils bezweifelt werden. Anmöglich ist es allerdings nicht. Die VfB.er wrrden in stärkster Ausstellung antreten. Die Ligarescrve hat, ebensalls auf eigenem Platz, die erste Mannschaft Daubringens im f älligen Verbandsspiel zum Gegner. Auch der Ausgang dieses Treffens ist für beide Gegner von größter Bedeutung, da beide zur Spitzengruppe gehören und um die Führung kämpfen. Das Vorspiel konnten die Gäste gewinnen. Eine Vorhersage ist bei der Ausgeglichenheit der Kräfte nicht mög.ich. Arbeiter-Turm und Sportbund. Rückspiel um die BezirkSmeisterschast. Zum Rückspiel um die BezirkSmeisterschast der ersten Bezirksklasse treffen sich am kommenden Sonntag Gießens und Raunheim erste Mannschaften auf dem Trieb. Im Vorspiel konnte Raunheim überraschenderweise Gießen mit 4:1 Toren schlagen. Der kommende Sonntag wird nun zeigen, ob es bet diesem AeberraschungS- erfolg bleiben oder ob Raunheim Bezirksmeister werden wird. Vor diesem Spiel stehen sich Gießen 1b und Burkhardsfelden I im Freundschaftsspiel gegenüber. Die Iugendmannschaft von Gießen wird mit der 1. Jugend ihres Rachbarvereins Wieseck am Sonntagvormittog auf dem Wiesecker Platz die Kräfte im Freundschaftsspiel messen. In Rödgen werden sich die dortige 1. Mannschaft und die Id-Mannschaft von Wieseck im Freundschaftsspiel gegenüberstehen. Hier dürften die Gäste (Sieger bleiben. Handball Auf dem Wiesecker Sportplatz werden sich Wieseck und Wißmar ein Stelldichein geben. Die Platzbesiher dürften hier Sieger bleiben. Deutschland meldet zum Daviscup. Der Deutsche TenniS-Bund teilt mit, daß er beim Französischen Tennis-Verband in Paris die Meldung für den Davispokal-Wettbewerb Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuyS. Copyright 1929 by Verlag Vechihold Braunschweig (Schluß.) Die Montirossi ließ einen entzückten AuS ruf hören und griff fast gierig nach dem Ringe, einer gut gelungenen Rachbildung des Dlumen- ringcs. den Primo Duero bei ihrem Vater gekauft, für den er dreitausend Gulden bezahlt, und den sie durch eine Komödie wieder hatte an sich bringen wollen. Primo Duero sagte ruhig: „Ich danke Ihnen beiden sehr für Ihre Bemühungen", grüßte und ging. Alles, von dem Augenblick an, wo der Spanier mit der Frau in den Laden getreten bis jetzt, hatte sich so überschnell abgespielt, daß sich Vater und Tochter nun ansahen, als hätten fte beide bis zu dieser Sekunde unter einem Alpdruck gestanden. Io betrachtete nachdenklich den Ring. „Vater, verhält sich das wohl alles so, wie wir eS c.en hörten? Ich glaube es nicht so recht." „And ich glaube es gar nicht!" Ricolaas Sneek nahm seine Hornbrille von der etwas zu kräftig geratenen Rase. „Die zwei haben uns etwas ausgetischt, was sich bestimmt anders verhält. Aber warum sie es taten, geht uns nichts an, w'.r haben keine Arsache, neugierig zu sein. Sei überzeugt, von den beiden kommt teinec wieder, und das gute Geschäft haben w.r gemacht. Rie- martb vermasselt es uns noch nachträglich. Du hast einen wertvollen Ring, ich daS Geld für die blauen Brillanten, und die alte Bude hier geben wir für alle Fälle schleunigst auf und reifen nach Florida, Du, ich und Pieter, denn ohne deinen Ersten gehst du ja doch nicht, Frau Prinzessin." „Rein, ohne ihn gehe ich nicht", lachte die Montirossi und sreute sich, daß die erst so bedrohlich aufgestiegene Gefahr wegen der blauen Brillanten so harmlos verlausen war. Primo Duero lief noch stundenlang durch die Stadt mit den vielen Grachten, um. sich zu beruhigen über die entsetzliche Gewißheit, wer seinen Vater ermordete. Wie ein toller grauenhafter Spuk schien ihm jetzt die Szene von vorhin in Dem Zimmer dealten Hau es der Heerengracht. Er lief ziellos durch die winterkalten und abenddunllen Straßen der fremden Stadt, bis er allmählich müde ward. Wie ein unnennbares. Überwältigende- Glück, wie ein seliger Friedens- gruh erwachte mit einem Male der Gedanke an Eva, an fein blondes Lieb. Morgen reifte er zu ihr, um sie auS dem kleinen märkischen Heimatstädtchen in Die große Stadt am Mittelmeer zu holen, wo er geboren war und wo ihrer bctDer Zukunst lag. @ln dunkler Schatten verschwand vor Ihm. ES war der Gedanke an Montserrat. Helle schien überall zu sein und Den trüben Abend zu durchleuchten. ES war Der Gedanke an Eva. 21. Der Zug Berlin—Stettin hielt auf der kleinen Station. Primo Duero hatte Gva seine Ankunft nicht angezeigt. Wenn fte ihn auch in diesen Tagen erwartete, so rechnete sie doch mit einer telegraphischen Anmeldung. Er freute sich schon im voran- auf ihre Heber- raschung. Es hatte in Den letzten Tagen heftig ge- fchneit und vor dem Bahnhofsgebäude standen ein paar Mietsschlitten. Er trat an den ersten davon heran und gab dem Kutscher Evas Adresse an. Der Kutscher, der in seinem Pelz und feiner Schaffellmühe wie ein russischer Musckik aussah, nickte: „Steijen Se man in." Dann begann Die Fahrt. PrimoS Augen blickten Dabet aufmerksam nach rechts und link- und sein Gesicht ward versonnen und weich. Die kleine Stadt, durch Die er fuhr, war ja Gva Hirtbergs Heimat. Hell klangen Die Glöckchen Der PferDe Durch den klaren Wintertag. In Schnee lag alles eingebettet und Die Mittagssonne riß silberne- Blitzen aus den weißen Decken. Die Bäume Der Brunnenstraße trugen weißen Schmuck von unerhörter Pracht, und als Der Schlitten nun vor einer kleinen Villa hielt, mußte Primo Denken, so lieb unD traut schob sich Das einfache nette Häuschen In Die weihe Herrlichkeit hinein, als wäre es Das Schlößchen einer Rordlandskönlgln. Mit heiß aufquelienDcm Iubelgefühl sprang er aus Dem Schlitten und läutete am Gartentürchen. Eva hatte schon Den ganzen Vormittag in einer seltsamen Anruhe verbracht. Sie halte seit Tagen keine Rachricht mehr von Dem Geliebten erhalten, Der sonst so häufig geschrieben. Ein Kärtchen hatte ihr seine Abreise nach ArnsterDarn gemeldet, seitdem schwieg er. And sie war doch auf Das äußerste gespannt, au erfahren, was der Geliebte von jener Frau gehört hatte, von der Die blauen Brillanten bei Ricolaas Sneek versetzt worden waren. Er hatte ihr ja ausführlich mitgeteilt, was er bei seinem Aufenthalt In Amsterdam erfahren. Am ihre Anruhe immer wieder zu beschwichtigen, mochte sie sich klar, sie konnte kaum Rachricht von Primo haben. Als es nun am Gartentürchen mehrmals so lebhaft schellte, war ihr erster Gedanke, es könnte ein Depeschenbote sein. Paquita Casanovas war schon vor ihr ans Fenster getreten und rief ihr nun strahlend entgegen: „Ihr Rovio ist gekommen, Gva!" Das blonde Mädchen begriff Die Worte gar nicht lin ersten Moment, so klar und deutlich sie auch tobten. Die stand wie gelähmt, bis Paquita lärmte: „Ihr Rovio ist angekommen. Eva! Schnell, schnell, holen Sie ihn in das warme Zimmer, sonst erfriert er In dem Schnee Da draußen!" Jetzt erst kam Leben in Die schlanke Gestalt, und ehe Die alte Frieda dem Besucher noch zu 1931 abgegeben hat. Für die Europazone liegen bis jetzt neun Meldungen von Deutschland, England, Italien, Tschechoslowakei, Südafrika. Griechenland, Oesterreich, Ungarn und Monaco vor. „25 Stunden" in Breslau. Für das traditionelle 25=0tunDenrennen In der Breslauer Iahrhunderthalle vom 25. bis 26. Dezember sind bisher folgende Fahrer verpflichtet worden: Piet van Kempen, Pijnenburg, Dra-penning (Holland), Dinale (Italien), Guim- bretiöre (Frankrejch), Thollembeek (Belgien), sowie die Deutschen Petri, Tietz, Ghmer, Preuh, Resiger, Rieger, Knappe, Junge und Dkuplnski. Die Zusammenstellung der Mannschaften erfolgt später. Weltmeisterschaft im Zweierbob. Den Höhepunkt zu Der vom 24. Januar biS 1. Februar stattfindenden internationalen Bobwoche in Oberhof bildet Die Weltmeisterschaft im Zweierbob, Die unter Der Schirmherrschaft DeS Reichspräsidenten v. Hindenburg veranstaltet wird. Mit Der Vertretung der deutschen Interessen sind Kilian (Garmisch) und G. Fischer (Ilmenau) beauftragt worden, während Die Gebrüder Wenzel (Krummhübel) als Ersatz zur Verfügung stehen. „Olympiade der Grazie". Unter dem hochklingenden Namen „Olympiade der Grazie" wird in der Zeit vom 29. bis 31. Mai in Florenz eine leichtathletische Veranstaltung für Frauen, ähnlich den Frauen-Weltspielen In Prag, organisiert, an der alle Frauenfport treibenden Nationen teilnchmen sollen. Für die siegreiche Ländermannschast hat die Stadt Florenz einen goldenen Pokal gestiftet. Reue Ski-Hüllen. Die Zahl Der Skihütten, die in diesem Winter als wertvolle neue Stützpunkte für Touren Im Mittel- und Hochgebirge gelten dürfen, ist beträchtlich. Bereits am 9. Rovernber wurde auf dem Feldberg im Schwarzwald das neue Ski-Trai- ningsheim Der Skizunst Feldberg, eine Stiftung Wilhelm von Opels, eingeweiht. Am 16. Dezember wird das neue Kölner Haus auf Komperdell (bei Landegg) in Tirol bewirtschaftet, da- nach eigener Ankündigung „neuzeitlich mit Zentralheizung, fließendem Wasser, Bad, elektrisch Licht und Telephon" ausgerüstet ist. — Del Arosa wird man Die Errichtung einer neuen Skihütte am Weih- pomfattel, 2400 Meter hoch, in Skiläuferkreisen! freudig begrüßen. Irn Anterengadin soll bei Selon in diesen: Winter Die Schlivera-Hütte in Betrieb genommen werden. — An hochalpinen Hütten ist die neue Deternps-Hütte am Monterosa bei Zennatt und Die erweiterte Rotondo-Hütte am St. Gottharl zu erwähnen. Das Hochjoch-Hospiz des AlpenvereinS Sekllon Mark Brandenburg Im hinteren Oehtal wird ganzwinterlich, die Berliner Hütte im Zemmgrund (Zillertal) ab Ende Februar. also von Beginn der lawinengefährlichen Zeit, bewirtschaftet werden. So nimmt mit Der steigenden Frequenz des Hochgebirgs-Skilaufs auch Die Verbreiterung der Hüttenbasis ständig zu. Kurze Sportnotizen. Auf Der Münchener Kunsteisbahn fand am Mittwoch vor gutem Besuch das erste internationale Cishockeyspiel Der ^neuen Saison statt. Die Oxford G-anaDiand toTretr den SC. Rießersee in allen Spielabscynitten dank ihrer größeren Routine überlegen und siegten 7:3 (4:1, 1:1, 2:1). e Die zweite englische Eishockeymannschaft, Cambridge University, verlor in Wien auch Das Rückspiel gegen Den Dortigen Eislauf- verein mit Dem gleichen Ergebnis wie am Vortage. Die Einheimischen siegten 2:1 (0:0, 1:0, 1:1). * Hertha/DSC. ist nach Abschluß Der An- suchungen wegen der Niederlage gegen Rorden Rordwest rehabilitiert. Die Antersuchungen ergaben, daß Die Riederlage vollkommen einwandfrei war und den Spielern keinerlei Vorwürfe zu machen find, Teddy Sandwing, Der jetzt in Amerika lebende Deutsche Schwergewichtler, verliert einen Kampf nach Dem anDern. In Neuyork unterlag er neuerDlngs gegen Stanley Poreda. Oer Sport im Reiche. Wieder einmal steht alle Welt im Bann der Vorfreude auf Weihnachten. In all diesen Weih- nachtsvorbereitungen muh die sportliche Betätigung zurückstehen und sich auf wenige Veranstaltungen beschränken. — Anentwegt rollt jedoch Der Fußball, Denn es ist Der letzte verbandSfpiel» Pflichtige Sonntag im alten Jahre. In Den Punktekämpfen wird eS dabei sehr lebhaft zugehen, wenn nicht Touwetter eine Reihe von Ausfällen bedingt. In München gibt es einen interessanten Freundschaftskampf zwischen Bayern und den Berufsspielern der Wiener Vienna. Als frühzeitiger Weihnachtsgast erscheint im Hockey eine Mannschaft in England studierender Inder, Die schon am SamStag ihre Antrittsvorstellung in Hamburg bei Harvestehude gibt und am Sonntag gegen Ahlenhorst spielt. Im Handball werden von Turnern und Sportlern Die Meisterschaftsspiele fortgesetzt. — Ausgezeichneter Sport ist im T e n n i s anläßlich Der Eröffnung der neuen Halle in Berlin-Wilmersdorf zu erwarten. Mit Morpurgo (Italien), von Kehrllng (Angarn), Mateyka, Artens (Oesterreich) und der deutschen Extraklasse Prenn, Froitzheim, Kleinschroth, Frenz, Paula von Reznioek, Hilde Krahwinkel und Irmgard Rost trifft sich hier die TenniSelite mehrerer Länder. — ®t« Tennislehrer von Holland und Deutschland tragen in Amsterdam über zwei Tage ihren all» jährlichen Länderkampf aus. Im Turnen geht Der' internationale Vier- städtekampf im Kunstturnen zwischen Amsterdam- Groningen—Köln und Bremen in Der holländischen Hauptstadt vonstatten. — Im Schwimmen ist wegen des bevorstehenden Weihnacht«- festeS eine Kampfpause eingetreten und erst im neuen Jahre wird die Tätigkeit in den Hallenbädern aufgenommen werden. Der Schneefall in Den letzten Tagen läßt hoffen. Daß im Wintersport recht fleißig geübt werben kann. Größere Veranstaltungen sind an diesem Sonntag noch nicht vorgesehen. Im Eishockey sind Spiele zwischen Rießersee—Oxford Universität und Münchener EV.—Arosa in der Schweiz geplant. Auch im Radsport herrscht Weihnachtsflaute. Auf Deutschen Bahnen tummeln sich in der Kölner Rheinlandhalle und in Frankfurt a. M. nur Die Amateure. — Eine Tag u n g hält am Samstag Die Oberste MotorraDsport- behorde in Berlin ab. Die auf ihrer Vollversammlung neben weiteren Anträgen auch Den Ama- teurbegriff Im Motorradsvort festzulegen hat. offnen vermochte, war Eva schon an ihr vorbei- gestürmt und hatte Die Gartentür aufgeschlossen. Anbekümmert um die Augen des Kutschers und Der alten Haushälterin, ließ sie sich umarmen und küssen. Drinnen im Haus, im behaglich warmen Zimmer, begrüßte Primo Duero Die zierliche Paquita. Er meinte verwundert: „Ihnen ist Die Luft im Rorden aber geradezu wunderbar bekommen, Paquita! So hübsch wie jetzt waren Sie in Spanien nicht." Mit schelmischem Lächeln erwiderte Paquita: „Dort hatte ich auch keinen Rovio, Don Primo." „Ay, mi madre!" entfuhr es Primo Duero, „Sie werden sich in der kurzen Zeit hier doch noch keinen Rovio zugelegt haben! Das wäre doch ein etwas schnell errungener Bräutigam." Paquita lachte übermütig: „Gva hat mir ihren alten Rovio überlassen." Primo Duero blickte voll Spannung auf Eva, Die ihm mit wenigen Worten erklärte, wie es gekommen, daß Hans Felsen nun Paquita heiraten würde, fie selbst sich aber für ihn wieder zurückve.wandelt hllte in seine KinDheitSsreundin. Ganz laut atme le Da Primo Duero auf. „Dem Himmel sei Dank, Da brauche ich mir also keine Gewissensbisse machen, einen an Deren um sein Glück gebracht zu haben. Der GeDanke Hal mich so oft gequält." Er nahm Paquita- Hände: „Meine innigsten Wünsche. Es pfiff draußen, hell und scharf. „Mein Rovio pfeift. Wir wollen unS mit Schneebällen werfen." Sie lachte Primo an. „Das ist nämlich das schönste Vergnügen Der Welt." Fort war sie. Primo Duero schüttelte Den Kopf. „Wie ist Denn Das überhaupt nur möglich gewesen, Eva, wie konnte sich Denn Der Mann so schnell über Deinen Verlust trösten?" Das blonde Mädchen blickte sehr ernst. „HanS hat eine KindheitSsreundschaft für Liebe gehalten, das ist alles. Paquita- schwarze Augen aber haben ihm sehr rasch und überzeugend klar- gemacht. was wir beide mit aller Aeberredungs- kunst nicht zustande gebracht hätten." Er lächelte: „Es ist gut so, ich freue mich über die Lösung." Er legte seinen Arm um Ihre Schultern. „Eva, ich have Dir viel zu berichten. Ganz besonders Aeberraschendes. Am liebsten wäre ich es gleich los, damit ich mich freier mache von einem erschütternden Erlebnis." Eva lieh sich zum Sofa führen. „Erzähle nur gleich, Primo, es wird unS niemand stören, Paquita kommt sobald nicht zurück, und in ungefähr einer Stunde werden wir erst essen." Sie saßen Dann nebeneinander, Hand in Hand, und Der Mann erzählte Dem blonden Mädchen, was er in Amsterdam erlebte. Eva schrie laut auf, als sie hörte, wer den Mord auf dem Gewissen hotte. In ihren Haren Augen spiegelte sich Das furchtbare Entsetzen wider, das sie empfand. „Aber weshalb hast du Montserrat gehen lassen?" fragte sie, noch immer von Empörung und Grauen geschüttelt ob dieser Erklärung eines bisher ungelösten Rätsels, oie hat es nicht verdient, straflos ihr Abenteurerleben weiterzuleben." Er erwiderte leise: „Weil ihr Mädchenname auch mein Rame ist und Du ihn in nicht allzu ferner Zeit mit mir teilen sollst. So uns Gott aber ein Kind schenken wird. Darf kein Schatten auf Den Ramen fallen. Sieh, deshalb soll eine Duero nicht als Mörderin hinter Zuchthaus- mauem leven. Denn eine Duero bleibt Mvnt- errat, wenn sie auch jetzt einen anderen Ramen ührt durch ihre Heirat. Wie sie jetzt heißt, weih ch nicht einmal, Denn Der Rame Kersten-, den ie Ricolaas Sneek genannt, war falsch." Eva atmete tief auf. „Du hast recht, Primo, nun verstehe ich dich. Mag sie also, ohne ihr Verbrechen sühnen zu müssen, das Dasein weitcrsühren, das ihrem Charakter entspricht. Irgendwie und irgendwo wird sich schon ihr Schicksal erfüllen. Ich glaube fest Daran, daß sich jede Schuld auf Erden rächt." Kaum hatte fie daS letzte Wort gesprochen, klopfte es überlaut an, gleich darauf sprang Die Tür auf und Paquita zog Den etwas widerstrebenden Hans Felsen ins Zimmer. „Hier bringe Ich meinen Rovio!" lachte fie übermütig. „Er wollte nicht mit in« Haus, well er Eva einmal etwas Anangenehmes gesagt hat vor Don Primo. Aber, nicht wahr, das hat doch jetzt gar keine Gültigkeit mehr?" Am Primo DueroS Lippen zuckte ein Lächeln. „Rein, das hat gar keine Gültigkeit mehr! Sennor Felsen gönnt mir ja jetzt Eva, wie ich annehme." Paquita übersetzte Da« nun für HanS auf ihre Art ins Deutsche. „Berdad, 'Ans Felsen, du wollen nichts mehr von Die Eva, kein Stück?" Hans Felsen strahlte Dafl Beine, ein wenig Dunfelbäutlge Menschenkind an. „Rein, kein Stück will ich mehr von ihr, alle« Darf fie behalten für Den Mann, den sie liebt.“ Eva lachte laut auf und Paquita r.ef befriedigt: „Muy b:cn!" und legte Die beiden rechten Hände Der Qllänner ineinander. Nachdem sie beobachtet, wie kräftig und aufrichtig der Händedruck gewesen, Den Die beiden gewechselt, jubelte sie: „Ich bin eine Anmensch vor zu viel Glück!" Da konnte Hans nicht mehr widerstehen, ungeniert riß er das süße spanische Mädel in die Arme. Aber jetzt gab es auch für Primo Duero keine Hemmung mehr. Er zog Eva an sich und kühle sic heiß und innig. Draußen begann es wieder zu schneien. Langsam und feierlich legten sich Die .himmlischen Federchen auf das Dach des kleinen Hauses nieder, unter Dem vier Menschenheczen In seligstem Glück erröten. Primo Duero war es, als verschwände für immer in nebelgrauen Welten die Gestalt DeS roten Clowns, alfl löste er sich in Dunst auf, der furchtbare Dreizehnte, dessen Rätsel fein Leben belastete feit Drei Jahren. Fern lag alle Finsternis, golöenfte Sonne war auf gegangen an feinem Lebenshimmel. Als Festgeschenk besonders geeignet! 50 300 Schürzen Modehaus Salomon,Gießen,Schulstr co Reuter 8564 A nur fi *|95 Maßanfertigung Seltersweg 73 852? A owack SCHUHHAUS' Seltersweg 85 a Weihnachtsgeschenke hiermit bekannt, daß Mittwoch, den 24. Dezember 1930 von 8 bis 1 Uhr Uhr) 8256 A von 8 bis 1 Uhr geöffnet sind, 8563D Bezirkssparkasse Gießen Vi Dose 2.30, '/, Dose 1 22 Reichsbankstelle Gießen Empfehlenswerte Sorten */. V 4 Inkl. Flasche I Iker 1.30 *|44A w___ - * M so sind bei uns die Preise gesenkn Verkäufe Pfd. 2.60 Pfd 3.00 Pfd. 3.40' Pld. 4.00 Java-Orarge-Pecco ... Ceylon-Orange Pecco . Ositrlesische Mischung Fiowery-Orange-Pecco. 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"Wl «172a SeMgmmlie-Aiis £. Bofemroelg LV (Bleien. Seliersroeg 58.1 Itenpe Eingang Ecke Volksbad. Kein Vaden. 1 Wegen Ersparnis hoher Ladeumteta 1 Trappe hoch I Ilr. 297 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, (Q. Dezember 1950 Wirtschaft Oie Deutsche Reichsbahn im November. Die sinkende Kaufkraft bei einem großen Teil der ‘BeüöUerung, die bewußte Zurück.;« tung m bezug von Gütern in der Hoffnung auf Preisabbau, die durch jahreszeitliche Einflüsse bedingte Ruhe in vielen Auhcnbetricben und der fortschreitende Wettbewerb de» Lastkraftwagens trugen Im besonderen zu einer weiteren Verschlechterung im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn bei. Der sonst beobachtete starke Herbstverkehr b'.ieb auS. Infolge der anhaltend schlechten Wirtschaftslage ging der Personenverkehr im November weiter zurück. Die Einnahmen auS dem Personen- und Depäck- verkehr betrugen im Oktober 104,629 (September 118,12) Mill. Mk., aus dem Güterverle.)r 250,109 (242,99) Mill. Mk. und aus Sonstigem 40,581 (26,77) Mill. Ml., insgesamt also 4D5,319 (387,88) Mill. Mk. Die Ausgaben stellten sich im Oktober aus insgesamt 406,9.5 (419.13) Mill. Mk., davon für Betrieb und Unterhaltung 287,049 (296.03) Mill. Mk. und für Erneuerung der Reichseisen- bohnanlagen 54,779 (58,10) Mill. Mk. 3m Oktober 1930 hielten sich die Berkehrseinnahmen auf der Höhe des Vormonats, die Derkehrsentwicklung war weiter somit ungünstig. Der Güterverkehr gestaltete sich zwar etwas lebhafter und brachte eine entsprechende Steigerung der Einnahmen: die sonst üb ichen Spiycnvcrkehrs'eistungen wurden bei weitem nicht erreicht. 3m ganzen blieb das Monatseinnahmeergebnis hinter dem des Oktober 1929 um 73 5 Mill. Mk. zurück, so daß sich die Ginnahmeaus alle seit Beginn deS Geschäftsjahres gegenüber der g eichen DorjahrcSzcit aus 630,4 Mill. Mk. erhöhen. Aus der Ausaabenfeite konnten bei den Autwendunaen ch e r , da aus der Wirtschaft eine ganze Reihe um günstiger Momente oorlag. So wurden die Berlänge- rung des englischen Farbenzollcs um ein Zahr, die voraussichtliche Derndendenreduktion bei Gesfürel um 1 bis 2 d. $)., die Stillegungsbcstrcbungen des Rie- bccklonzerns und der Dioidcndeausfall bei Th. Goldschmidt als verstimmende Symptome gewertet. Etwas mehr Abgabeneigung bestand am Elektromarkt. Gesfürel büßten aus dem erwähnten Grunde 3 o. H. ein, Siemens, AEG., Licht & Kraft und Lahmeyer verloren von 1,5 bis 2 v. H. Am Ehcmiemarkt war das Geschäft ziemlich klein. Farben büßten etwa 1 v. H. ein. Die übrigen Werte waren knapp behauptet. Montanwerte verzeichneten heute etwas Umsatztätigkeit, doch gingen auch hier die Einbußen bis zu 1,5 v. H. Am Bankaktienmarkt fielen Reichsbank nach den lctzttägigen Steigerungen mit einem 3-d. H.-Rückgang auf. 3m übrigen stellten sich 1-v. S) - Verluste ein. AG. für Verkehrswesen lagen 2 v. H. und i)apag 1,25 v. H. abgeschwächt Schwach tendierten Bauaktien: Holzmann und Zement Heidel- berg erlitten Verluste von je 1 o. H.. Wayß & Frey- tag einen solchen von 1,5 o. H. Fester eröffneten Süd. deutsche Zucker mit plus 2 v. H Am Anleihemarkt lagen Neubesitz um 0,20 v H niedriger. Von fremden Werten waren Rumänen und Anatolier behauptet. Im Verlause schritt die Spekulation auf dem niedrigeren Niveau zu kleinen Rückdeckungen, zumal auch einige Kaufaufträge Vorgelegen haben sollen. Die Er- Holungen waren jedoch nur von geringer Bedeutung. Reichsbank konnten sich um 2,5 v. H. bessern. Das Geschäft war weiter klein. Pfandbriefe still. Reichs- schuldbuchforderungen aber stärker abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld unverändert leicht. Der Satz stellte sich auf 4 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfund 20,3675, gegen Varis 123,60, London gegen Kabel 4,8566, gegen Mailand 92,76. gegen Madrid 45 65. gegen ---;. t-r* —otnttA ..... io nc< o rungsbefürchtungen bestehen, lagen Aku zur ersten Notiz um 0,75 v. S). hoher. Auch Schwarzkopf, an- scheinend im Zusammenhang mit der heutigen (3c- neraloerjammlung, und Daimler eröffneten etwas fester. Don Nebenwerten lagen Brown Boveri, Gebrüder Störting, Wiking Zement usw. leicht erholt Deutsche Anleihen ruhig. Don Ausländern waren Mexikaner angeboten und bis zu 1,5 v. H schwächer. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Reichs- schuldduchsorderungen flau und bis zu 1 v. H. niedriger. Der Geldmarkt war unverändert. Taqesgeld 3,5 bis 5,5 o. $)., Monatsgeld 6,75 bis 8 o. S), Warenwechsel 5,5 d. j). Auch im Verlause hielt die Un- sicherheit an, die Kursentwicklung zeigte keine Einheitlichkeit. Die seit einer Woche nicht mehr notierte Hohenloheaktie eröffnete mit Minus Minus-Zeichen und wurde bis 13.20 Uhr ausgesetzt. Stärkere Ab- schwächungen traten im weiteren Verlause nicht ein, da die Banken zu kleinen Stützungskäufen schritten. Schwcincmarkt in Butzbach. pb. Butzbach. 18. Dez. Zum heutigen Schweinemarkt waren 337 Ferkel und neun Einleger angefobren. Ls wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 17 biS 23 Mk.. von 6 bis 8 Wochen 23 bi# 27 Mk. von 8 bi# 13 Wochen 27 bis 34 Mk.. für Einleger 50 bis 60 Mk. Der Marktverlauf war gut, jedoch blieb etwas Ucberftanb. Lprcchstundcn Der Acoattion. 11.30 bl» 12 30 Uhr. 16 bl» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. ßöfungen usw. sind zu richten an die Schachredaltion des ..Gießener Anzeigers". Problem Nr. 281. Don ®. BoSwell. Schwarz. 8 6 5 7 h 8 7 5 6 a b c d e f Lösung de# Problems Dr. 278. Don E. E. Tuckett. 1 Dfl-f8!, Ke6-d5; 2. Lb1-e44-', Kd5Xe4; 3. Df8 - f3 matt; 2. ..., Kd5-c4; 3. LW8-b4 matt 1......Keb — d7; 2. Df8-e?+, Kd7xc6; 3. Lbl- c4 matt; 2. ..., Kd7-c8; 3. Lbl-15 matt. ♦ Aus der Lchachwclt. 3m 3ubiläumsschachturnier zu Stockholm siegte der amerikanische Schachmeister Kashdan und überflügelte sowohl den teilnehmenden BogoljuboM als Spiel mann. 3n der 2. Runde verlor er gegen Spiel- mann und in der 6. mußte er sich mit einem unentschiedenen Resultat gegen Stahlberg begnügen, sonst gewann er alle Partien. Schlußstand: Ka'hdan-s- 4'/,, l : Bogoljubow u. Stoltz je + 4, II.- III e# folgen: Stahlberg-j-3: Spielmann + 2'/,; Rellstab 4- 2 und fiemöin 4- 1. Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisami Gießen Tlr. 93 Erscheint Dienstag und Steitag. 19 Dezember Rur öurd) öte Post zu beziehen. 1930 Onhalts-Aebersicht: Steuerkalten für 1931. - Dienstnachrichten. Betr.: Steuerabzug vom Arbeitslohn; hier: Steuerkarten für 1931. An die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, die Steuerkarten der Lehrer, die nebenamtlich Unterricht an der Fortbildungsschule erteilen, sowie die Karten der Handarbeitslehrerinnen und der technischen Anwärterinnen, soweit noch nicht geschehen, bei den Bürgermeistereien zu erheben und uns umgehend einzusenden. Gießen, den 13. Dezember 1930. Hessisches Kreisschulamt. I. V.: K i n k e 1. Dienftnachrichten des Kreisamtes. Folgende Personen wurden als Trichinenschauer verpflichtet: 1. Gustav Römer von Dieseck für die Gemeinde Wieseck. 2. Heinrich Görlach XI. von Eberstadt für die Gemeinden Eberstadt und Ober-Hörgern. 3. Georg Schneider von Londorf für die Gemeinde Londorf. 4. Andreas Merkel von Allendors a. d. Lda. für die Gemeinde Avendorf a. d. Lda. 5. Heinrich Decker V. von Kesselbach für die Gemeinde Kefselbach. 6. Heinrich Opper von Geilshausen für die Gemeinden Geilshausen und Odenhausen. 7. Johannes Leun IX. von Grotzen-Linden für die Gemeinde Großen- Linden. 8. Heinrich Schönhals von (Brünberg für die Gemeinden Grünberg, Göbelnrod, Lauter, Stockhausen, Weickartshain, Beltershain und Stangenrod. 9. Heinrich Binz III. von Allendors a. d. Lahn für die Gemeinde Allendors a. d. Labn. 10. Heinrich Ludwig Freund von Alten-Buseck für die Gemeinden Alten-Buseck, Trohe, Rödgen. 11. Veterinärarzt Dr. IDalter von Lich für die Gemeinde Lich. 12. Tierarzt Dr. Cimberger von Lollar für die Gemeinde Lollar. 13. Tierarzt Karl Frölich von Hungen für die Gemeinden Hungen und Inheiden. 14. Theodor Krock von Heuchelheim für die Gemeinde Heuchelheim. 15. Heinrich Michel VI. von Treis a. d. Lda. für die Gemeinde Treis a. d. Lda. 16. Heinrich Arnold VI. von Beuern für di Gemeinden Beuern, Climbach und Allertshausen. 17. Wilhelm Münch von Bersrod für die Gemeinden Bersrod, Winnerod und Reinhardshain. 18. Karl Heßler I. von Quetfbom für die Gemeinde Queckdorn. 19. Heinrich Loth IV. von Rüddingshaufen für die Gemeinde Rüd- dingshaufen. 20. Otto 3oft von DiUingen für die Gemeinde Billingen. 21- Heinrich Albohn I. von Hattenrod für die Gemeinden Hattenrod und Harbach. 22. Karl Stephan in Ronnenroth für die Gemeinde Nonnenroth. 23. Heinrich Schmitt IV. in Saasen für die Gemeinden Saasen und Lindenstruth. 24. Karl Rau I. in Lumda für die Gemeinde Lumda. 25. Heinrich Roth von Muschenheim für die Gemeinden Muschenheim und Arnsburg. Oberpfleger Johann Philipp Fischer von Gießen wurde als Fleisch- beschauer und Trichinenschauer für die Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen verpflichtet. Tierarzt Willy Mehl zu Lang-Gons wurde als Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde Lang-Göns verpflichtet. len Sck)achfreunden ein fröhliches Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr! Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Passende Gelegenheit. Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch und der hriftsteller F. R. sitzen an einem Tisch. ..Viel zu tun, was?" fragt Kisch. „Ziemlich." „Was schreibst du jetzt?" forscht Kisch. „Ich schreibe meine Erinnerungen", erwidert der fragte. „Bist du bald bei 1925 angelangt?" erkundigt sich sch. „Warum 1925?" staunt F. R. Kisch stieß hervor: „Damals habe ich dir zwanzig ark geliehen, die du mir bis heute noch nicht rückgegeben hast." (Lust. Bl.) vereinfachte» verfahren. Das breimotorige große Flugzeug hat nur einen »zigen Fahrgast. Es ist ein dicker Herr. Er ißt d trinkt sehr viel. Der Steward hat alle Hände ll zu tun, um den Bauch seines anspruchsvollen iftes zu füllen. Der Gast bestellt wieder etwas. ,>)err Steward, nehmen Sie ein Milchglas, füllen e es mit Eis, Whisky, Wermut, Cura^ao und ignaf und mischen Sie mir das! Aber bitte, recht t mischen und schütteln!" Der Luftkellner verschwindet für einen Augenblick den Nebenraum. Der Fahrgast beginnt plötzlich taumeln, fliegt fast aus seinem Sitz heraus, olles eht sich vor seinen Augen, die ganze Welt erscheint n dunkel, und das Blut schießt ihm in den Kopf. „Was war das?" fragt er verzweifelt den Stent», der mit dem fertigen Bargetränk zurück- mmt. „Unser Pilot ist ein Luftakrobat, ich bat ihn, lige Mole .Looping the Loop4 zu machen, damit s Bargetränk gut durchgeschüttelt wird." (Lust. Bl.) Entrüstung. ^3ch weiß gar nicht, was das heißen mag“, gt Frau Lottchen zu dem Kindermädchen. .Da yt schon seit einer Viertelstunde ein Soldat vor m Hause auf und ab.“ wllnt> das sagen D i e erst jetzig sagt »s Kindermädchen und stürzt zum Fenster. (LusLBL) Iardzinsfuß 6 vH. Banknoten. Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M Berlin, 18- -ember Meld 3rlei leel'ani'che Noten..... 4.174 4,194 lgüche Noten ....... 58,33 58,57 nildtr Noten ....... 111,73 112,17 gülche Noten ........ 20,335 20,415 mjöitlttw Noten ....... Uänvilche Noten ....... 16,432 168,31 16,492 168,99 iltenilche Roten........ 21.89 22,97 nvegpche Noten....... 111,73 112,17 utldi-Ceüerreld), * 100 Schilling 58.91 59,15 inünttche Noten ....... 2.479 2,499 «wcdllche Roten ....... - 112,16 112,50 irorUer Noten........ 81,34 81,66 anilche Noien........ 44,81 45,99 hechoilowaUlche Noten..... 12,397 12,457 gorliche Roten ..... 73,10 73,40 18 Dqembti 19 Dezemdn Amin«», cdeio >io> trun« 74nr Qmiidh -iputrunt, 3nc ift-.Wott. 168,66 169.00 168,74 169.08 len-Ätre- 1,387 1,391 1.380 1,384 -ff.-Antw 58,505 58.625 58,54 58.66 -riftiania. 112,01 112,22 112.05 112,27 >venbog:n 111,99 112,21 112,07 112,29 odbolm . 112,41 112,63 112.45 112.67 IsingtorS. 10,54 10,58 10,543 10,563 alten . . . 21,93 21-97 21.935 21.975 ndon. . . 20,342 20,382 20.352 20,392 ■nn ort . . 4,1880 4,1960 4,1905 4,1985 iriS . . . . 16,452 16,492 16,465 16.505 L rvei, . . 31.305 81,465 81,34 81,50 ja-un . 44,76 41,84 44.41 44.49 ipan . . . io de Ian len in D-- 2,078 2,082 2,078 2,082 0,397 0,399 0,399 0,401 rft abatft 58,99 59,10 59,015 59.135 rag . . . 12,429 12,449 12,435 12,455 :1irad . . 7,416 7,430 7,420 7.434 nxwrft . . 73,26 73.40 73,30 73,44 ab arten 3,036 3.042 3,036 3.042 fjabon 18,81 18.85 18,81 18,85 aiutg. . . onft .ntia. 81,36 81.52 81,42 81,58 1,784 1,789 1.784 1.789 Iben. . 5,428 5,438 5,428 5,438 maba 4,181 4,189 4.184 4.192 m naij. 3,047 3.053 3,027 3,033 nro . . 20,87 20,91 20,87 20,91 Druck der Brühl'schen Uni v e r s i t ä t s - Bu ch- und Steindruckerei. 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Oie Mißirauensanträge gegen Braun und Severing abgelehni. Berlin. 19. Dez. (IVTV. Drahkmeldung) 3m Preußischen Landtag wurde heute der 211 ifo- trauensantrag der Deutschnationalen gegen den Ministerpräsidenten Braun und den Innenminister Seoering mit 224 Stimmen der Regierungsparteien gegen 182 der Oppositionsparteien abgelehnl. Das Flugzeug der Königsberger Wetterwarte abgestürzt. Königsberg i. Pr.. 19. Dez. (WTB. Funkspr.) In der Rahe des Gutes ülein-Wickbold bei Tharou stürzte heute kur, noch 8 Uhr das Flugzeug der hiesigen Wetterwarte ab. Die beiden Insassen, Flugzeugführer Max Schwabe und der Beobachter Dr. Rudolf Otto Steiner, kamen dabei um» Leben. Oie Deutsche Reichsbahn im November. Die sinkende Kaufkraft bei einem großen Teil der Bevölkerung, die bewußt« Zurücks tung in bezug von Gütern in der Hoffnung auf Preisabbau, die durch jahreszeitliche Einflüsse bedingte Buhe in vielen Außenbetricben und der fortschreitende Wettbewerb des Lastkraftwagens trugen im besonderen zu einer weiteren Verschlechterung im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn bei. Der sankt beobachtete starke Herbstverkehr b ieb auS. Infolge der anhaltend schlechten Wirtschaftslage g'.ng der Personenverkehr im Äovembcr weiter zurück. Die Einnahmen au- dem Personen- und Gepäckverkehr betrugen im Oktob:r 104,629 (September 118,12) Mill. Mk., auS dem Güterverkehr 230,109 (242,99) Mill. Mk. und aus Sonstigem 40,581 (26.77) Mill. Ml., insgesamt also 435,319(387,88) Mill. Mk. Die Ausgaben stellten sich im Oktober auf insgesamt 406,9.5 (419.13) Mill. Mk., davon für Betrieb und Unterhaltung 287,0)9 (296.03) Will. Mk. und für Erneuerung der Reichsrisen- bahnanlogen 54,779 (58,10) Mill. Mk. 3m Oktober 1930 hielten sich die ^erkehrSeinnahmen auf der Höhe des Vormonats, die Derkehrsentwicklung war weiter somit ungünstig. Der Güterverkehr gestaltete sich zwar etwas lebhafter und brachte eine entsprechende Steigerung der Einnahmen: die sonst üb ichen Sviycnvcrkehrs eistungen wurden bei weitem nicht erreicht 3m ganzen blieb das Monatseinnahmeergebnis hinter dem des Oktober 1929 um 73 5 Mill. Mk. zurück, so daß sich die Ginncchineaus.älle seit Beginn des Geschäftsjahres gegenüber der g eichen VorjcchrcSzcit aus 630,4 Mill. Mk. erhöhen. Aus der Ausgabenseite konnten bei den Aufwendungen für die Bctricbsrechnung infolge verschärfter E.n- fchränkung auf dem Personal- und Sachgebiet gegenüber dem Vorjahr weitere 52,4 Mill. Mk. eingespart werden. Die Rechnung des Berichtsmonats weist aber dennoch eine durch Einnahmen nicht gedeckte Mehrausgabe von rund 1,6 Mill. Mark aus. Der Personalbestand betrug im Oktober einschließlich der Zeit- und Aushilssarbciter 676 341 Köpfe gegenüber 693 846 im September. 4er.« da aus der Wirtschaft eine ganze Reihe un> günstiger Momente oorlag. So wurden die Verlängerung des englischen Farbenzollcs um ein Jahr, die voraussichtliche Deoidendenrcduktion bei Gessürel um 1 bis 2 d. $)., die Slillegungsbcstrcbungen des Rie- bccklonzerns und der Dividcndeausfall bei Th. Goldschmidt als verstimmende Symptome geteerter Etwas mehr Abgabeneigung bestand am Elektromarkt. Gesfurel büßten aus dem erwähnten Grunde 3 o. H. ein, Siemens, AEG.. Licht & Straft und Lahmeyer verloren von 1,5 bis 2 o. H. Am Chemiemarkt war dos Geschäft ziemlich klein. Farben büßten etwa 1 o. S). ein. Die übrigen Werte waren knapp behauptet. Montanwerte verzeichneten heute etwas Umsatztäligkeit, doch gingen auch hier die Einbußen bis zu 1,5 v. S). Am Bankaktienmarkt fielen Reichs- bank nach den lctzttägigcn Steigerungen mit einem 3-v. H.-Rückgang auf. Im übrigen stellten sich 1-v. H - Verluste ein. AG. für Verkehrswesen lagen 2 v. S). und Hapag 1,25 v. H. abgeschwächt. Schwach tendierten Bauaktien: Holzmann und Zement Heidelberg erlitten Verluste von je 1 v. H., Wanß & Fren- tag einen solchen von 1,5 v. H. Fester eröffneten Süd- deutsche Zucker mit plus 2 v. H. Am Anleihemarkt lagen Neubesitz um 0,20 v H. niedriger. Von fremden Werten waren Rumänen und Anatolier behauptet. Im Verlaufe schritt die Spekulation auf dem niedri gcren Niveau zu kleinen Rückdeckungen, zumal auch einige .Kaufaufträge Vorgelegen haben sollen. Die Er- Holungen waren jedoch nur von geringer Bedeutung. Reichsbank konnten sich um 2,5 v H bessern. Das Geschäft war weiter klein. Pfandbriefe still. Reichs- schuldbuchforderungen aber stärker abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld unverändert leicht. Der Satz [teilte sich auf 4 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfund 20,3675, gegen Baris 123,60, London gegen Kabel 4,8566, gegen Mailand 92,76. gegen Madrid 45 65. gegen Schweiz fest mit 25,0150, gegen Holland 12,0613. Berliner Börse Berlin, 19. Dez. Die schwächere Stimmung, die bereits im heutigen Vormittagsoerkehr trotz der Er- Holungen gestern in Reuyork die Oberhand behalten hatte, übertrug sich auch auf die Eröffnung. Es waren weniger ungünstige Momente aus der Wirtschaft, sondern es war eine Folge der gestrigen Abgaben und der Tatsache, daß erneut erhebliches Aus- lanbmaterial an die Märkte kam. Man wollte Exekutionen beobachten, und die Befürchtungen, daß sich Schwierigkeiten nicht vermeiden lassen, verstimmten auch. Unter der Meldung, daß England seine Far- benzölle um ein Jahr verlängert hat, hatten natürlich besonders Farbenaktien zu leiden und waren bei stärkerem Angebot um 2 v. H. gedrückt. Aber auch sonst waren Rückgänge von 1 bis 2 v. H. keine Seltenheit. Papiere wie Schultheis, Ilse Bergbau, Salzdetfurth, Felten, Berger und Gesfürel verloren auch noch darüber hinaus bis 4 v. H. Bei letzteren verstimmte die voraussichtliche Dividendenreduktion um 1 bis 2 v. H. Goldschmidt lagen auf die Bestatt- gung der Dividendelosigkeit mit 40 v. H. ebenfalls schwach. Felten erschienen anfangs mit Minus- Minus-Zeichen. Auf die beruhigenden Erklärungen, daß beim Akukonzem keine Veranlassung zu Sanie- • Basaltwerk im N i ede r- O sle i d e n b. Homberg (O b e r h e s s e n). In diesem, der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie gehörenden großen Basaltwerk mußte der Betrieb wegen Absatz, und Auftragsmangels zum größten Teil ftiUgelegt uxr- ben. Da jedoch in den letzten Tagen wieder einige kleinere Aufträge eingegangen sind, konnte ein Teil her entlassenen Arbeiterschaft wieder eingestellt werden. • Mainzer Aktien - Bierbrauerei, Mainz. Die GD. der Gesellschaft genehmigte den vom Vorstände vorgeschlagenen Abschluß für das Geschäftsjahr 1929 30 und beschloß die Verteilung «mer Dividende von wieder 13 o. H. . * Hessische und Herkules-Brauerei A G K a s s e l. Die o. GD. der Gesellschaft setzte dte sofort zahlbare Dividende auf wieder 11 v. H. wie im Vorjahre, fest. • Bürgerbräu AG., Ludwigshafen. 3n der GD. wurden die Regularien genehmigt, dem Slufsichtsrat und dem Vorstände Entlastung erteilt unb bie Dividende mit wieder 12 v. H. aus 303 690 Mark Reingewinn festgesetzt. lyronffurtcr Börse. Frankfu r t a. TL, 19. Dez. Tendenz abge: ajroadjt. — Dis heutige Börse eröffnete trotz des esten Schlusses der gestrigen Neuyorker Börse und der festen Haltung der deutschen Bonds dortselbst in ^geschwächter Haltung. Da an der Ber jtner Börse weiteres Exekutionsmaterial an den -lllarkt gekommen fein soll, schritt auch die K u l i s s e z u n c u c n Abgaben dzw. Glattstellungen. Die vorbörslichen Verluste gingen dann bei den Hauptmerten bis 3 v. H. Zu Beginn der offiziellen Börse machte sich eine gewisse Beruhigung bemerkbar, da von Großbankseite das herauskommende Material größtenteils aufgenommen wurde. Im allgemeinen ergaben sich aber trotzdem noch Verluste gegen über der gestrigen Abendbörse von 1 bis 2 o. H Die Grundstimmung blieb weiterhin schwä- rungsbefürchtungen bestehen, tagen Aku zur ersten Notiz um 0,75 v. H. hoher. Auch Schwarzkops, anscheinend im Zusammenhang mit der heutigen Generalversammlung, und Daimler eröffneten etwas fester. Don Nebenwerten lagen Brown Boveri, Gebrüder Körting, Wiking Zement ufw. leicht erholt Deutsche Anleihen ruhig. Don Ausländern waren Mexikaner angeboten unb bis zu 1,5 v. H schwacher. Der Pfanbbriesmarkt war uneinheitlich Reichs- schulbbuchsorderungen flau unb bis zu 1 o H. niedri- Ser. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 3,5 is 5,5 o. H., Monatsgeld 6,75 bis 8 v. H, Waren- wechsel 5,5 v. H. Auch im Verlaufe hielt die Unsicherheit an, die Kursentwicklung zeigte keine Ein- heitlichkeit. Die seit einer Woche nicht mehr notierte Hohenloheaktie eröffnete mit Minus Minus-Zeichen unb würbe bis 13.20 Uhr ausgesetzt. Stärkere Abschwächungen traten im weiteren Verlauf« nicht ein, da bie Banken zu kleinen Stützungskäusen schritten. Lchwcincmarlt in Butzbach. pb. Vuhbach. 18. Dez. Zum heutigen Schweinemarkt waren 337 Ferkel und neun Einleger angefobren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen 17 bis 23 Mk.. von 6 bi- 8 Wochen 23 bi» 27 Mk.. von 8 bis 13 Wochen 27 bis 34 Mk., für Einleger 50 bis 60 Mk. Der Marktverlauf war gut, jedoch blieb etwas Lieberstand. Sprechstunden der tricoattion. 1130 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Schach-Ecke. "Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. find zu richten an öu Echachredaktion des ..Gießener Anzeigers". Problem Nr. 281. Don ®. VoSwell. Schwarz. abedefgh OB Weih. ^eih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß 3 Steine: Ka3, Dc6; LI5 Schwarz 4 Steine: Kal; Bb3, c4, d5. Endspiel Nr. 87. (Lehrreiche Partiestellung) Schwarz: Kasperski a b c d e t g h a b c d e t «, h Weiß: Jlltn-Geneoskt 8 7 6 5 4 3 2 8 7 6 5 4 3 2 Weiß 10 Steine: KH2; Df5; Tdl; el; Lb2, d5; Bb3. c2, ß3, hö. Schwarz 10Steine: Kh8; Dd7; Tb8, d8; Le7; Sf8; Bc5. fö. ß7. h7. Zu ber vorstehenden Schluhstellung hatte Kasper- fki als letzten Zug Dd7 abgegeben, bureb welche sehr hübsche Kombination entschied nun Geneoski das Spiel? 8 7 6 5 4 3 2 1 Lösung deS Problems Ar. 278. Don E. ®. Luckett. 1 Dfl — f8Ke6-d5; 2. Lbl -e4+', Kd5Xe4; 3. Df8-f3 matt; 2. ..., Kd5-c4: 3. LN8-b4 matt. 1......Ke6-d7; 2. DI8-e?4-, Kd7xc6; 3. Lbl- e4 matt; 2. ..., Kd7-c8; 3. Lbl-15 matt. • -lus der Lchachwclt. 3m IubiläumSschachtumier zu Stockholm siegte der amerikanische Schachmeister Kashdan und überflügelte sowohl den teilnehmenden LogoljubvM als Spielmann. 3n der 2. Runde verlor er gegen Spiel- mann und in der 6. mußte er sich mit einem unentschiedenen Resultat gegen Stadlberg begnügen, sonst gewann er alle Partien. Schluhstand: Kaihdan j- 4'/,, * : Vogoljubow u. Stolh je + 4. 11.- III e« folgen: Ötablberg+3; Spielmann -f- 2' Rellstab -f- 2 unb Semdtn -h 1. Allen Schachfreunden ein fröhliches Weihnachtsfest unb ein frohes neues Jahr! Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Paffende Gelegenheit. Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch unb der Schriftsteller F R. fitzen an einem Tisch. „Viel zu tun, was?" fragt Kisch. „Ziemlich." „Was schreibst du jetzt?" forscht Kisch. „Ich schreibe meine Erinnerungen", erwibert der Gefragte. „Bist bu halb bei 1925 angelangt?" erkunbigl sich Kisch. „Warum 1925?" staunt F. R. Kisch stieß hervor: „Damals habe ich dir zwanzig Mark geliehen, bie bu mir bis heute noch nicht zuruckgegeben hast." (Lust. Bl.) verelnfachte» Verfahren. Das breimotorige große Flugzeug hat nur einen einzigen Fahrgast. Es ist ein dicker Herr. Er ißt unb trinkt sehr viel. Der Steward hat alle Hönde voll zu tun, um den Bauch seines anspruchsvollen Gastes zu füllen. Der Gast bestellt wieder etwas. ,^)err Steward, nehmen Sie ein Milchglas, füllen Sie es mit Eis, Whisky, Wermut, dura^ao und Kognak und mischen Sie mir das! Aber bitte, recht gut mischen unb schüttelnl" Der Luftkellner verschwindet für einen Augenblick in den Nebenraum. Der Fahrgast beginnt plötzlich zu taumeln, fliegt fast aus seinem Sitz heraus, alles dreht sich vor seinen Augen, die ganze Welt erscheint ihm dunkel, und bas Blut schießt ihm in ben Kopf. „Was war bas?" fragt er verzweifelt ben Steward, ber mit bem fertigen Bargetränk zurückkommt. „Unser Pilot ist ein Luftakrobat, ich bat ihn, einige Male .Looping the Loop* zu machen, bamlt bas Bargetränk gut durchgeschüttelt wirb." (Lust. Bl.) Entrüstung. »Ich weiß gar nicht, was das heißen mag“, fagt Frau Lottchen zu bem Kindermädchen. .Da geht schon seit einer Viertelstunde ein Soldat vor em Hause auf und ab.“ „Unb bat sagen D i e erst jetzig' fagt baä Kindermädchen unb stürzt zum Fenster. (Lust. DL) tfranffurt o. M. Banknoten. ed)luB- t-Uhr- lur« ; Our- Datum 18. 12 19 12 18 12 19 12 Datum 18 12 19 12 19. 12. 64 62,75 62,5 86,5 58.5 86,5 98,9 98,5 mit 65,4 100 5,3 126,4 124,5 109,75 88 88 mit 125 50 42 50,5 50,5 79,5 a zn 97,75 96,75 95 92 87,1 100 100 98,5 95 97 97 97 97 146,4 91,5 1< 115,5 113,5 26,4 26,25 48 1,25 82 22,2 22,4 17,5 18,7 2,95 62,5 61,5 2,9 b 8 7,75 7,9 56,4 67 6,5 26,25 2,25 112.5 148 107.5 108 226 83,25 74,75 40 40,5 80.5 1,35 2,85 10 10 12 7 7 12 6 9 6 e a 136,75 208,5 108 109 226,5 63.4 । 158,5 ! 64,6 96.6 100,13 107.5 108 225 124 57,75 58 29,9 10 8 10 10 12 11 12 16 •/, io 10 . 6 . 6 . 8 . 6 . (' 6% 10 114,5 81 115,5 471 59,5 47 58,75 98,5 100.25 113 102 111,25 147,5 100 120 H0.25 146,5 136 ; 139 212 : 100 110.25 146 95 113.5 95.25 112,5 78,5 3 2,85 TbtltpD t>oi)tnaim . . fiementroerf fcetbefberg Gemen troert Rarlltabt. Wavb & rtuutaa Gdmttbete Papenhofer . Cüroerte ...... Sku ..... . gfemberg....... fieliftoff Salbhof . . . fiel I Ito ff flttbaffrnbntfl . Charlottenburger Ballet Teflauet Was . . Zaimler Statoren . . , Teuritte Linoleum . . TOald'inenbau A.-G. . « 9?at. Automobil . . , Ctenltem & Koppel . « Leonharb Tie» . . • < Gaeneto . . « 100 | 120 I 110,25 147,25 108 1 109 229 65,13 । 97 51,7 5,4 51,65 5,5 12.1 6,55 83,5 75 12,05 6,5 3 2,9 96,5 | 116 I 96,25 113,75 81,5 I. ®. Uarden-Inbukoe ionamti Nobel . . . (cdielbeanftalt ...» fflulbfdimibi ...» Sfltgertroerfe .... Metallaeiellichatt. . .' Schluß-. Anlang» Iur41flur4 t'ama Tampflditfl . . . Rorbbeuticber glotjb .... allgemeine TeutidjeSrebitanfL Barmer Bankverein Berliner HanbeleaefeUlchaft Gemmen, unb Prtvai-Bank . Tarmltäbter unb Nationalbanf Teutltbe Bank unb Di-ronto @e|eU|d)att, . . . Dresdner Bant...... «eitbebanl........ 57 148 68,5 12 6,6 51,7 5,4 1,3 2,95 ran hurtet SRaidjinee . »rtynet ..... CeuHaenltaeM..... IungK-ns ..... 8eä'toerte ..... iSatnlraftwetie tzöchv a. M t, 11 •ebr «oebet...... «cigi Ä Oaefhet .... Eübbeuriche QuOa . . 119 109,75 ' 145,5 «K io . 6 7,2 66,5 i 57,25 158 54,25 74 62 32.25 <% OeNrrretchtfche »otPrente . . 4.80% CefteneWftbe Gilbertente 4% CefterreittUdie UnheiUlch.- Rente 4% Ungartidre «olbrenle .... 4% Ungartldx Llaalsreule v. 1910 4H% beegL von 1913 4% Unganfdje Rronenrentt 4% lürtiftfte flolltnlelbe von 1911 4% ICrfiittH- Cagbabbabn-anl Serie I . . 4% betgl Gerte II....... 6% «umLnilche oetetnb. Senfe von 1903 SumteHiSe oeretnb Rente eee 1913 . . ..... 8% «mnLnüche veretnL. Re«e 126 ! 59,5 j 42 41,5 79,75 83,5 75,5 . 68,5 | 161.5 54.75 I 74.4 ; 62,13 32,4 Schluß- 1-Uhr- tur« flure Devisenmarkl Berlin — Frankfurt Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den siapieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankbiskoni 5 o H.. Lombardzlnsfuß 6 o.H. Frankfurt a. M. Berlin 18 12 58.75 30.65 135.5 138.5 211,5 8lueiol.-Srnp.-Bank Bvldpfe unlünpbai bM 1932 4K% Wbetntidje hvv. Bank fiiau. (BolbDfe. 8% Pr. Uan befpt anbbrtefanftalt, $lanbbricle R i| 8% $r Vanbeiri-mDbrtefanftall. »omm,.CbL ffl. 20. 7% Br 8anbex'i'|anbbtiefanfialt, Vfanbbrtefe R » A S.» abg. Utormegl.Obligationen. autiablbar 1932 . . 6% DeuNche Sietdrtanleibe von 1927 7% Teutfrbe Sleidrfanleibe VON 1929 . . teutfdje Bnl.-Ablöl.-Schuld AuUoi.-Siechlen TetgL ohne Su«o>.-Rechte . 8% pe«. volköktaai von 1929 (rüthablb 102%) Cberbefkn Yrooln« • Anleide IKeretnigte Gtatjlroerte . Olavi Minen . . . Kaltwerte Aicherlleben . Kaliwerke ätiefieregeln . Kaliwerke GaUbetfurtb . Buoerur ..... $eu ritte Erdöl . . . Kliener Steinkohle . . ©dienfirdiener . . . ßarpenet .... Hoeiit Eilen. .... Ille Bergbau .... filudneroerte . . . Köln Neueren ... Dl an n ei m an n-9? B hm SlanelelDet Bergbau Cbertdjtei Eitenb» dort Cberldilel fiotoroerfe tbünir Bergbau ■betlQdx c 5Zo kbeinttabJ . . . Niebetk «rmNe . . . »erlln Schluß- »nfa amvurg.i?lmertka 'Laiet . . . Homburg-SObam. Dampsichiss. 8 56,75 147,25 ! 146,25 68,4 1 67 fl.Ü.®.............. Bergmann.......... tfleltr. 2teferung«gefelli(6aM. 10 Licht uno Otafl.....10 -Viten 4 ©utlleaume . . . ©efelüttati für Sielrrtlche Uutemebmungen . . . io Homburger ElekttUttäto. Verte 10 ■Kbemtldie ttiefrrtptai .... 9 Sdiletiidje EiekirUttol. ... 10 cdjuden S (So........ Clemens & polske ..... if. Zraneraoto . . vabm#oer & Eo. Frankfurt a. Vi Nerlln Sch.utz- hi r< i-Ubr- n r# Schluß» 2tnlang, fürs Rur# 18 12 19 12 18 12 | 19 12 3erlln, 18 v zemder Weib »riet «merrtanhehe Roten..... Bclflildie Roten ....... läntldie Roten ....... Lngüfche Noten ........ IVranjüilldie Roten ....... Hollanbilche Roten....... Italienilche Roten........ Rorwegll-he Roten....... Deutlch-Oesterreich, * 100 Schilling Slumänllcbe Roten....... Echwedltche Roten....... Schweltet Roten ........ Lponlfche Roten........ Tid)ed)olloroall|d)e Roten..... Ungortldr Roten ..... 4,174 58,33 111,73 20,335 16,432 168,31 21.89 111,73 58,91 2,479 - 112,16 81,34 44.81 12.397 73,10 4,194 58,57 112,17 20,415 16.492 168,99 22,97 112,17 59,15 2,499 112,50 81,66 45,99 12,457 73,40 . 7 10 70 69,25 62 70,75 — 18 Orzemdet 19 Dezember amtndh ho' ening VMII w> — — •'Outrunb . e —- 39,5 40,5 Gelb #lnr ®eto 8n< flmft.-'Hott. 168,66 169,00 168,74 169.08 15 — 164 161 Buen-Ätre< 1.387 1,391 1,380 1,384 12 — _ 132 Brü-Antw 58,505 58,625 58.54 58,66 if- 50 — 49 49.75 tebriltiania. 112,01 112,22 112,05 112,27 14 52,5 51,65 51 Ropenbag.-n 111,99 112.21 112,07 112,29 18’', 92 90 91,5 90 Stockbolm . 112,41 112.63 112.45 112.67 12 . 6 73 74 78 73 78 belftngforf. (Italien . . . 10,54 21,93 10,58 21,97 10,543 21.935 10,563 21,975 . 9 — — 102,65 101,25 London. . . 'Wennort . . 20,342 20,382 20,352 20,392 " . 0 24 24 24,13 4.1880 4,1960 4,1905 4,1985 e . 101 100.75 101,5 100 Paris. . . . 16,452 16,492 16.465 16.505 . 0 — 29,5 Schweiz .. 81,305 81.465 81.34 81,50 . 0 — _ _ Svo-ün - 44.76 41,84 44.41 44,49 . 6 — 42,65 41,75 Japan . . . •Kto de JTatv Wien in D.» Ceft. abg es» 2,078 2,082 2,078 2,082 10 — — 107.25 271 270,75 0,397 58,99 0,399 59,10 0,399 59,015 0,401 59,135 . 4 . f 11 30 12,5 29,75 — Prag Bekirad . . Bodaveft. . ®ul..arien L'ftabon . 12,429 7,416 73,26 12,449 7,430 73,40 12,435 7,420 73,30 12,455 7,434 73,44 * 6 29 — 2 — 3,036 18.81 3,042 18.85 3,036 18,81 3,042 18,85 . 6 10 10 . 9 10 65 78 150 134 57,5 150 132 1 1 1 1 1 1 Tatuig. . . Ronft llliu. Atden. . . Lana da llrn not) • . Tatro . . . 81,36 1,784 5,428 4,181 3,047 20,87 81,52 1,789 5,438 4,189 3,053 20,91 81,42 1.784 5,428 4,184 3,027 20,87 81,58 1,789 5,438 4,192 3,033 20,91 Strümpfe! Strümpfe! Strümpfe! zu ermäßigten Preisen! Praktisch schenken ist das Gebot der Stunde. — 9153 A Mit Strümpfen von Salomon schenken Sie praktisch und bereiten Freude.- Eine ungeheuere Auswahl in 1000en von Strümpfen in allen Preislagen zu den bekannten, billigen Salomon-Preisen macht Ihnen Wählen und Kaufen leicht „ELBEO“ —jetzt billiger der eleganten Dame Das ist nur der kleinste Teil prakt. Haus-u. Küchengeräten .Mk. 4.90, 3.75 Besonders preiswert: Wollene Kinder-Strümpfe ModehausSalomonGießen, Schulstraße 4 Für tonalen und Silder emofeülen rotr: lehenbe ftntvftn I venbe Schlei n lebende iibeimalvi £> ilbuti SiUHbcdjte Zander Alle Lori.Seefische. lttcflUgcl onei «tu tiUulciebcrbflft. in Jerrmcn u. < oft», Kaviar, ff Beluga- Malo'ol lbt.chkdL »rvr2 Branufchw.n.rbkl' ring.Wuruwarcn. Bo fette Naic m nroNcr Auowall. Zweck 1 Räumung e nen Sofien Lviri- iuo,cnmit2 '4i.ro*. rl.avatt. Delik^tefr' Röroc in icö. Bieis« In le u. eigener Ju» fnnuncnfiellfl IbnJD 1 Koch. Nach jig. MlesbonlB.Te 361’. 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U — c~ t£ «e 'cm” O — E a25-= c 85*3- C L. s Ä 3 E a -r o B M — — c —i E 3 o ■OJf u> 3 O 05 tfO 0 A = H O A 0 «> e> l. o •-> b.e >b25 ZA 25 3 E^7 3 — .2 ® *- •C — I 3 o ®-e — Q ES>. ö L -SP ’G' ä C3--2 ' 0- 3 55 _n 3 c .n 3 0 3 --b.Z ?-3 H m’S-5519 •e-ä. = » KZ •3 O p = -ecl c 3 — 25SrE- z . ’Ss-w 05 • g® HE 3 3 'S « O 3D ga‘o - 2 J- o g 3 «< K 25.A Bö E B .Q 3 O D 3 3 0 O 3 89 0 EÄ B ä S ~ X3 l22 3 „5“ ... AÖ A o 5? g E « = i3. o E o'sr E w E ?fc 3 25 o 3 A O E ä*5* A CSC 5 S« A 0 tgilfs o2 -SPEc u2 efs E E B >Z B B SA A -3; 3 — B 3 a :j$ 3> O -- g -: 053®* J33 = 2 2 00^3 -e ia'^25 £-' 19 = S o .^-2 A-_. 05 e> S-25 ~ 05 o^ = 3 05^- 05(9 “ A iE" o A C älo 17a 53-a£ — ,-b— _ —30=3— 3 •£■.2- ‘o’q A ;q -- A 3 3^.0 3 A — _W ZMZLZr-EZ§ss i»=s¥E€g=s«-Ä£»c» 3-k *EC3" O = . jQ - 0 2 c £ ss«äSeea«a= 5- b e g£js.-e«=o ’E A e> = 3 ° 3 05 _ - u c • 5 O c u_ 05 ™ Er:= e * c53 ä AÄ ?e . k-A-A 5 s •o 3 M A 3 cs 3 0 C4 -r 3 M F» a 0 M •» a A 3 3 •ti 3 5 1 o o o w •a 3 0 2 ■e Q a 3 0 R H3-5 eo »oerco ° ° 2* 3 3 öS ö 2 öS3 g _re" er 3 5 5 :©3: er 6) 5 Z.Z8Z 3 ss = 5 e = £ 8 g M 3 = 53 3« 8-8 8 8 S.Cfl 8" S 5 3 B H o» 6 ZS = o 3 e 5 d-'ä n30 3 5 an 8 3»e o 38 43 3 " er 2. 8 6t5s s ts6>~ 3'8 re ■§"< 3 er 3 3 S »3 in ZS Cfl' 3 8 »5 k?j- 3 © S 3 Gl tB - -E; in 8 reg o 5.3- 3 n u> g 3 Ö 3 38 -er 5 2 _ g8 ® 8 K 8-f «2. 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