Nr. 219 Erster Blatt 180. Jahrgang Freitag, 19. September 1930 Erscheint täglich,außer Sonntag, und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gießener Famllien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,vezugrprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechonfchlüfse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hieben. Polfdfedfonlo: Frontfurt om Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Drtid und Verlag: vrühl'sche Universitülr-Vuch. und Steinörntferei R. Lange in Sietzen. Schriftlettrmg und Geschäftrstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Noch keine Klärung der innerpoliiischen Lage. Berlin. 18. Sepl. (ERB.) Wie wir erfahren, sind die Unterhaltungen de» Kanzler» mit führenden Persönlichkeiten der Parteien, die die Regierung stützen, noch nicht weiter gedieh ert. da der Kanzler keine Veranlassung sieht, die Dinge irgendwie zu forcieren. Dagegen sind die Besprechungen der bürgerlichen Gruppen, die sich enger zusommcnschliehen wollen, recht lebhaft geworden, von beteiligter Seite wird uns versichert, doh die Fraktion der gemähtg- t c n Rechten, die über 40 Abgeordnete umfassen soll, so gut wie fertig fei. Die Christlich. Sozialen haben zwar am Rttttwochmittag noch eine Erklärung veröffentlicht, au» der man unter Umständen eine Ablehnung herauslesen konnte. Vie Verhandlungen mit ihnen haben aber erst am Mittwochabend slattgesunden und sollen einen durchaus befriedigenden Verlauf genommen haben. Die Bemühungen um den größeren Zusammenschluß im bürgerlichen Lager, nämlich um die Arbeitsgemeinschaft von Schiele bis Koch-Weser flohen dadurch auf Schwierigkeiten, doh von der gemähigten Rechten ein Zusammengehen mit der Staalspartei a b g e l e h n t wird. Wan rechnet deshalb damit, dah zunächst nur eine Kombination von Deutscher Volkspartei, Wirtschafts- Partei und der gemähigten Rechten zu- skandckommt. Sie werde immerhin noch über 90 Abgeordnete umfassen. Ls heiht, dah die Bemühungen, die einer solchen Beschränkung Rechnung tragen, recht günstig ständen. Inzwischen beschäftigten sich die Berliner Blätter vor allem mit der Entwicklung innerhalb der Nationalsozialistischen Partei. Diesen Erörterungen liegt eine Sensationsmeldung eines kommuniftfchen Blattes zugrunde, worin behauptet wurde, dah die Rationalsozialiften einen militärischen putsch vorbereiteten, für den die verhältnismäßig ruhigen Erklärungen, die Hitler am Dienstagabend in Wünchen abgegeben Hot, nur die Kulisse seien. Die zuständigen Regierungsstellen messen dieser Meldung aber keinen erheblichen Wert bei. Es wird daraus hingewiesen, doh keinerlei Grund vorliegt, nervös zu werden. Tatsächlich scheint bei den Ratlonalsozialisten auch die Tendenz absolut vorzuherrschen, den weg in die Regierung zu suchen. So ist auch eine Anweisung der Hauptgeschäftsstelle Hillers an alle parleizeitungen zu werten, die verlangt, dah keine Aeuhcrungen über „Möglichkeiten kommender politischer Entwicklungen und Regierungsbildung" gebracht werden. Ein Ausruf der Deutschen Volkspartei. Berlin, 18. Sept. (TLl.) Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei erläßt einen Aufruf, in dem cs heißt: Ein schwerer Wahlkampf liegt hinter uns. Leider hat auch die Deutsche Volks- Partei gleich den anderen Parteien der Mitte einen Rückschlag erfahren. Richt weil ihre Politik falsch war. Die Zuftinft wird zeigen, daß ein Ausstieg nur auf den von uns gewiesenen Wegen möglich ist. Lieber die Schwere Hcs uns ausgezwungenen Kampfes find wir uns von Anfang an klar gewesen. Wir haben ihn aber, nachdem unsere Sammlungs- bestrebungen ohne Erfolg geblieben waren, mit gutem Gewissen upd im festen Glauben an unsere Sache ausgenommen und durchgeführt. Sn treuer Kameradschaft haben unsere Freunde alte und junge. Seite an Seite mit uns gestanden und bis zum äußersten ihre Kräfte eingesetzt. Der Wahlausfall vom 14. September darf und kann uns nicht entmutigen. Wir sind der festen Zuversicht, dah der Radikalismus seine Anhänger bald aufs schwerste enttäuschen wird. Dann werden viele, die uns jetzt verlassen haben, in unsere Reihen zurückkehren, und die „Sieger" von heute werden die Besiegten von morgen sein. Ramens des Parteivorstandes Dr. Scholz. Das Zentrum an seine Wähler Berlin, 18. Sept. (TLl.) Der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartci, Prälat Dr. K a ah, ierläht eine Kundgebung, in der es heißt: Der Wahlkampf ist vorüber. Die Deutsche Zentrumspartei hat ihn in vollen Ehren be- st a n d e n. Llnscre Kraft ist überall gewachsen. Die Angehörigen der Zentrumspartei haben in diesem schweren Ringen eine Treue, eine Tatbereitschaft, einen Einheitswillen bekundet, wie sie nur in den glänzendsten Zeiten der politischen Geschichte der Partei zu verzeichnen hatten. Wir haben diesen Wahlkampf geführt für das große Sanierung^ Programm und Rettungswerk, das sich das Kabinett Brüning als Ziel gesteckt hat. Linser Wahl- Programm wird nunmehr unser Arbeitsprogramm sein. Ein beispielloses Vertrauen zu dem an verantwortungsvoller Stelle stehenden Führer Dr. Brüning hat diesem Wahlkampf sein Gepräge gegeben. Dieses Vertrauen wird auch Leitstern sein für die politischen Arbeiten der kommenden Tage. Das Rotprogramm und seine sachliche Ausgestaltung ist von der Regierung in Angriff genommen und muß in gesteigerter Kraft fortgeführt werden. Sache der verfassungsmäßig berufenen Stellen ist cs, festzustellen, wo für dieses auf weite Sicht eingestellte Reformprogramm aufbaubereite Kräfte sind, die, frei von Gebundercheiten unsachlicher Agitationsbedürfnisse sich zu entscheiden vermögen für eine Politik sachlich aufbauender Besonnenheit. Rur eine solche Politik ist imstande, das Wohl und die ruhige Entwicklung von Land und Volk zu gewährleisten. Gtaatspartei undDemokraien Tic Zungdeutschcn fordern Klärung. Berlin, 18. Sept. (TLl.) Llnter der Lieberschrift „Der Kampf beginnt" weist der „Sung- deuts ch e darauf hin, daß ein Teil der Demokraten sich gegen die Staatspartei erklärt und die „unabhängige demokratische Vereinigung" gegründet habe. Don dieser Seite sei die Weisung gegeben worden, in der Deutschen Staatspartei Wirkungsmöglich- keitcn zu suchen, um den jungdeutschen und volksnationalen Kräften in der Deutschen Staatspartei entgegenzutreten. Bei der nun beginnenden Organisationsarbeit werde es also innerhalb der Deutschen Staatspartei Klärungskämpfe geben müssen. Die Versuche der „unabhängigen Demokraten", die Führerstellung Ar- chur Mahrauns anzugreifen, seien erfolglos. Die Angriffe von dieser Seite nützten unbedingt der Klärung. Die Aktivität der junadeut- fchen und volksnationalen Bewegung und die geistige Verbundenheit mit den 48er Demokraten biete genügend Gewähr, daß der der Staatspartei wesensfremde Geist, der sich bei den „unabhängigen Demokraten" sammle, recht bald seinen Auszug vollziehe. Es gelte also, überall Klärung zu schaffen und die belastenden Momente zu ' beseitigen. — Sn einem anderen Artikel erklärt der „Sungdeutsche", daß die Demokratische Partei bei einem selbständigen Vorgehen bestimmt nicht einmal Fraktionsstärke erreicht hätte. Oie Organisation der Konservativen Bolköpartei. Berlin, 18. Sept. Die Konservative Volkspartei will daran gehen, ihren Parteiapparat auszu- bauen, um auf diese Weise eine wirkungsvollere Parteiorganisation zu schaffen. Der Abgeordnete Lambach ist mit der Führung dieser Organisation betraut worden. Man wird sich dabei in allererster Linie an die Stimmergebnisse der letzten Wahlen halten und vor allem dort Landes- und Bezirksoerbände schaffen, wo die Partei über eine umfangreichere Anhängerschaft verfügt. Ob die Partei sich auch ein eigenes Presseorgan schaffen wird, dessen Fehlen ihr im letzten Wahlkampfe ohne Frage sehr nachteilig war, steht noch nicht fest. Oie künftige Taktik der Nationalsozialisten. KcineFrakiionSgemeinschastmitHugenberg M ü n dj e n, 18. Sept. (111.1 Zu den Stimmen, die sich über die vorgestrige Rede Adolf Hitlers enttäuscht zeigen, da er nicht die Wege aufgezeigt hat, die er nun einzuschlagen beabsichtigt, schreibt heute der „Völkische Beobachter. Es bestehe auch jetzt keine Ursache, eine sich vordrängende Neugier zu beliebigen. Der Nationalsozialismus könne auch schweigsam sein. Daß die Voraussetzung aller seiner Maßnahmen heute andere sein werden, als vor VA Monaten, werde man sich ja sagen können. Wenn von einer Fraktionsgemein, schoft zwischen Deutschnationalen und Nationalsozialisten gesprochen werde, so sei es am Platze, festzustellen, daß die Nationalsozialisten eine sozialreoolutionäre, die Deutschnationalen eine sozialreaktionäre Partei sei. Deshalb sei eine Fraktionsgemeinschaft ab f o I u t undiskutabel. Parteiamtliche Stellungnahmen zu den jetzt aufgerollten Fragen außer- und innerpolitischer Natür würden zu dem Zeitpunkt erfolgen, wo es zweckmäßig erscheine. Bis dahin seien alle Kombinationen persönliche Ansichtssache. Koaliiionsverstimmnng in Thüringen. Weimar, 18. Sept. (TLl.) Die nationalsozialistische Landtagsfraktion statte in einer Erklärung festgestellt, daß der Ausgang der Reichstagswahlen insbesondere für das Land Thüringen eine Vertrauenskundgebung f u r d i e Tätigkeit des Ministers D r. <5 r i ck und für die Fraktion selbst bedeute. Stimmenthaltung der Deutschen Volkspartei,; wie sie von dieser bekanntlich bei dem sozialdemokratischen Mißtrauensantrag gegen Minister Dr. Frick geübt worden ist, würde nicht mehr geduldet. Entweder sei die Dolkspartei für ein bewußt nationales Thüringen, oder sie sei ein willfähriges Werkzeug der Sozialdemokraten. Würde eine in der Regierung vertretene Partei durch unsachlichen Kampf gegen die Rationalsozialisten die Geschäfte des Marxismus oder des Bolschewismus besorgen, so seien die Rationalsozialisten in Thüringen bereit, einen neuen Wahlkampf zu führen. Die Deutsche Dolkspartei antwortet jetzt mit einer Gegenerklärung. Angesichts der Tatsache, daß gerade die Deutsche Volkspartci in der Bekämpfung des sozialdemokratischen und kommunistischen Radikalismus seit der Revolution in vorder st er Linie gestanden habe, l ä n g st ehe es eine nationalsozialistische Partei gegeben habe, werde man über den Dorwurf der Rationalsvzialisten, die Dolkspartei stabe durch ihr Derhalten die Geschäfte des Marxismus und Bolschewismus besorgt, mit einem Lächeln hinweggehen können. Die Entscheidung darüber, wie die Dolkspartei künftig ihre Politik in Thüringen treiben werde, sei ganz allein ihre Sache. Belehrungen darüber von den Rationalsozialisten lehne die Deutsche Dolkspartei entschieden ab. Rach wie vor werde allein das Wohl des Landes und seiner Bevölkerung für sie ausschlaggebend sein. Oie Austastung in England. Hitler. — Vertrauen >n die deutsche Wirtsch« ft London, 18. Sept. (TLl.) Das Programm der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist der Gegenstand längerer Berichte in der englischen Presse. Zeitungen, wie die „Times" geben ausführliche Einzelheiten über ihre Organisation und deren Ziele. Die Rede Hitlers in München, in der er den Putschgedonken Berlin, 18. Scpt. (TLl.) Der Deutsche W i r t s ch a s t s b u n d für das Baugewerbe nimmt dagegen Stellung, dah die Nachgeordneten Behörden auf Grund des Erlasses der Reichsbahn und Reichspost, wonach die zusätzlichen Aufträge des Rotprogramms nur b e i Preisnachlässen zur Durchführung kommen dürfen, schematische Preisabstriche in Hohe von 10 v. H. der Angebotssumme vornehmen. Dieser Preisabstrich erfolge nicht nur bei neu zu vergebenden Arbeiten, sondern äuch bei bereits in der Abwicklung befindlichen Derträgen, die zu einem Fe st preis abgeschlossen seien und werde unter Androhung des Ausschlusses von sämtlichen zukünftigen Dergebungen von den bauausführenden Firmen erzwungen. Ein derartiger Druck stelle einen Mißbrauch der wirtschaftlichen Machtstellung der großen auftraggebenden Körperschaften dar. Der Eingriff in laufende Verträge widerspreche^allen Grundsätzen der Vertragstreue. Das Verfahren von Reichsbahn und Reichspost, Preisabstriche an den ohnehin äußerst kalkulierten Angeboten zu machen und damit dem Llnternehmer zuzumuten, ohne Gewinn zu arbeiten, führe zweifellos nicht zu dem beabsichtigten Erfolg, sei vielmehr nur geeignet, geschäftliche Unmoral großzuzüchten, die zu bekämpfen sich das organisierte Baugewerbe stets bemüht habe. Halle, 18. Sept. (TU.) Dor dem Schöffengericht Halle begann die Verhandlung über eine Beleidigungsklage des 2. Bundesführers des Stahlhelms, Oberstleutnant Düsterberg, gegen den Hauptgeschäftsführer des Sungbeut- fchcn Ordens Bornemann und den Schriftleiter der Zeitung „Der Sungdeutsche", P a - stenaci. Der „Sungdeutsche" hatte in einer Veröffentlichung behauptet, General v. d. L i p p e, der ehemalige Vorsitzende des Ostmarkenvereins, sei mit Wissen und Willen des Stahlhelms nach Paris gefahren, um dort das Terrain für die deutsch-französischen Derstän- digungsmöglichkeiten zu sondieren. Anfang 1929 will dagegen der 2. Bundcsführer des Stahlhelms, Düsterberg, in einer vom General v. d. Lippe erbetenen Unterredung die Aufforderung, mit einem französischen Offizier zu- sammenzutresfen, oder nach Poris zu fahren, ab- gelehnt haben. Sm Frühjahr 1929 wurden die beiden Bundesführer des Stahlhelms Seldte und Düsterberg in der Wohnung eines Bundesmitglieds des Stahlhelms von dem Besuch der Herren Rechberg und Freiherr v. Langenzahn, die dem Sungdo nahestehen, überrascht. Sie erklärten, lediglich aus Höflichkeit die beiden ihnen bisher unbekannten Herren angehört zu haben. Der Sungdo behauptete indessen, Rechberg und v. d. Lippe seien mit vorheriger Einwilligung des Stahlhelms nach Paris gefahren. In der Verhandlung wurde ein vom Rechtsanwalt der Beklagten angebotener Vergleich von Oberstleutnant Düsterberg a b g e l e h n t. Der Klä- ger, Oberstleutnant Dü st erber g, wies darauf hin, daß sich im Fahre 1925 die Schwenkung der Politik des Jungbeutschen Ordens vollzogen habe. Düsterberg erklärte weiter, die Haltung des Stahlhelms zur deutsch-französischen Politik sei stets dieselbe geblieben. Eine Anregung ober ein Auftrag, mit Franzosen zu verhandeln, fei von feiten des Stahlhelms nie erfolgt. Die Verhandlungen des Jungabgelehnt hat, hat in England einen guten Eindruck gemacht. Falls Hitler die Absichten der Partei richtig darstelle, so schreiben die „Times", kläre sich die Lage ganz erheblich. Sn seinen Worten drücke sich der Geist seiner Partei aus, der ihm zum Erfolg verhalfen habe und seine Ausführungen liehen vermuten, dah er in diesem Geist das Reich in richtige und nützliche Wege leiten werde. Ueber die internationalen finanziellen Rückwirkungen der deutschen Wahlen glauben die „Financial Times" beruhigende Versicherungen abgeben zu können. Man habe sich an der Londoner Börse und in den Finanzkrcisen nun zu der Auffassung durchgcrungen, daß irgendwelche drastischen Aenderungen der deutschen Finanzpolitik dem Auslande gegenüber vorläufig nicht zu erwarten seien. Das beste Zeichen für das Vertrauen, das man in Londoner Finanzkreisen habe, sei die Tatsache, dah die Mark sich während dieser Krise vollkommen stabil gehalten habe. Man halte es in London zur Zeit unmöglich, dah das deutsche Volk die Erfüllung des Boungplanes ablehnen werde. Die weitere Voraussetzung für die Erhaltung diese- Vertrauens sei jedoch, dah der neue Reichstag alles tue, um die Pläne zu verwirklichen, die zu einer allgemeinen Verbesserung der Lage m Deutschland führen könnten. Oie Geschäftslage der Reichspost. Berlin, 18. Sept. (TU.) Wie aus dem Ge- fchästsbericht der Reichspoft hervorgeht, stand auch das Rechnungsjahr 1929 im Zeichen des Ausbaues und der Vertiefung der in Organisation, Verwaltung und Betrieb in den letzten Fahren getroffenen Reformmaßnahmen. Im Fahre 1929 haben Paket- und Telegrammverkehr ihre schon in den Vorjahren beobachtete Abschwächung fortgesetzt. Im gewöhnlichen Brief verkehr ift ebenfalls eine geringe Abschwächung eingetreten. In allen Dienstzweigen lagen die Fahresverkehrszahlen höher als im Vorjahre. Der Kraftpostver- kehr hat sich im Laufe des Jahres kräftig g e - steigert. Der Kraftfahrzeugpark umfaßte Ende des Berichtsjahres 10 920 Kraftfahrzeuge, die den Güter- und Personenverkehr auf 2266 Linien mit einer Streckenlänge von 43 815 Kilometer durch- führten. Der Postscheckverkehr erreichte bei rund 975 000 Postscheckkunben Enbe Dezember 1929 die Jahreshöhe von 736,8 Millionen Buchungen über zusammen 150,7 Millionen Reichsmark. Die Zahl ber Rundfunkteilnehmer hatte Ende des Berichtsjahres die dritte Million überschritten. Im Rechnungsjahr 1929 sind an Betriebseinnahmen 2281,9 Millionen aufgekommen. Die Mehreinnahme beträgt 222,7 Millionen Mark, wovon 151,5 Millionen Mark an bas Reich abgeführt und 71,3 Millionen Mark als Zuweisung zum Vermögen verrechnet worden sind. deutschen Ordens in einer Zeit, als die Franzosen im besetzten Gebiet in Germersheim gegen Deutsche mit Peitschen vorgingen, fei nach seiner Auffassung eine Würdelosigkeit. Oie Beweisaufnahme Sn der Beweisaufnahme erklärte der Zeuge von Moroczowicz, Landesführer des Stahlhelms Brandenburg, lediglich als Privatperson mit den Herren Rechberg und Langenzahn zusammengekommen zu sein. Er Hobe ihnen erklärt, die politischen Gespräche, in die er gezogen wurde, nicht im Auftrage des Stahlhelms zu führen. Der Zeuge Rechberg sagte aus, daß die Fühlungnahme mit den Etaylhelmführern, soweit die beiden Bundesführer in Betracht kämen, nur einmal durch eine Lleberrumpelung gelungen sei. Sn Paris habe er das als Auftrag der Stahlhelmführer französischen Stellen gegenüber hingestellt. Zeuge, Freiherr von Langenheim, ein Mitarbeiter der „Germania", stützte die Darstellung des Sungdo. Er sei der Meinung gewesen, dah die Reise Rech- bergs nach Paris mit Wissen und Willen der Stahlhelmführung erfolgt sei. Dieser Auffassung widersprachen die Aussagen des Dundesführers des Stahlhelms, Seldte. General von der Lippe, der in Begleitung Rechbergs nach Paris gefahren war, erklärt als Zeuge, sich nicht als Beauftragter des Stahlhelms bei ihrer politischen Reise betrachtet zu haben, wenn auch nach seiner Mei« tnrng der Stahlhelm von seiner Reife gewußt haben müsse. Oas Urfeil. Gegen 21 Uhr wurde das Urteil verkündet. Bornemann und P a ft e n a c i wurden wegen Beleidigung in einem Falle zu einer Geldstrafe oonje50Mark verurteilt. Dem Privat- VeleidigungSprozeß Stchlhelm-Mgdo. 9er Abschluß der Reichswehrmanover ■ ■ 1 T<- Uli »; i Der Reichspräsident begrüßt die fremden Militärattaches, die den Uebungen beiwohnten. Bad Kissing en. 18. Sept. ($11.) Als der erste Hauptgefechtstag der Rahmenübung sich am Dienstag zu Ende neigte, war zu erkennen, daß Rot mit seinem rechten Flügel bei Königshofen in außerordentlich bedrängte Lage geraten war. Deshalb entschloß sich der rote Führer. General der Kavallerie. von Kayser, östlich und westlich der Hahberge mit der 5. Infanterie-Division zurückzugehen, um eine neue Verteidigung s st e l l u na zu gewinnen. 3m Schuhe der Rächt zum Mittwoch gelang die Operation insoweit, als Rot am Morgen in der Linie Stadtlauringen — Ermershausen — Seßlach — Schloß Vanz lag. Aber Blau drängte besonders von Westen her immer stark und entschieden nach. Bereits sah das rote Oberkommando in Hofheim Möglichkeiten zur Rückwärtsbewcgung, bereits baute der Führer der roten Rachrichtentrupps rückwärts ab bis nach Haßfurth hin. als Mittwochmittag 12 Uhr eine neue von der llcbungsleitung ausgegebenc Lage den Umschwung einleitete. Blau wurde angehalten, seine Truppen für zwei neue getrennte Aufgaben bereitzustellen. Rach Annahme mußte Blau seine Kampfgruppe am östlichen Flügel, der nur Rahmentruppe war, einer gedachten blauen Hauptarmee für operative Beivegungen in der Bayreuther Gegend zuführcn. Die blaue Westgruppe aber hatte sich vom Feinde zwecks Ber- Wendung gegen einen gedachten neu am Bogelberg und in der Rhön auftauchenden roten Gegner 1 o s° zulösen und diese Loslösung nach Möglichkeit zu verschleiern. Die Aufgabe der Verschleierung wurde der 3. Kavalleriedioiston unter Ge- neralmajor von G i n a n t als BoUtruppe zuerteilt. Der Führer hatte übrigens damit die gleiche Aufgabe dabei zu erfüllen, die ihm als Generalstäbler im August 1914 bei ©um binnen zuerteilt war. AK die braven Infanteristen der roten 5. Infante- rie-Division merkten, daß der Gegner sein Vor- wärtsdrängen einstellte, rückten sie nach und es entwickelten sich im raschen Wechsel erfreulich infanteristische Gefechtsbilder. Welche große Rolle bei dieser Rahmenübung d i e moderne Technik der Nachrichten über- mittlung spielt, konnte man bei allen Einzelentwicklungen des Gefechtsverlaufs erkennen. Besonders aber war aus den, Nachrichten-Apparat im Zentrum der Armeeleitung so recht zu ersehen, wie sehr sowohl die F u n k e r e i als auch das Fernsprechwesen motorisiert ist. In den frühen Nach- Mittagsstunden versck)ärfte sich die Lage für die Blauen insofern, als der äußerste linke Flügel von Rot des Infanterieregiments 15 ebenfalls durch Angriff kräftig vortrug. Hier griffen insbesondere eine Abteilung motorisierter Tankfahrzeuge ein und es hatte den Anschein, als ob Rot eine ähnliche Flügelumfassung wie Blau am Dienstag vorbereitet, um die Lösung der Blauen mit allen Mitteln zu vereiteln. Das ganze Halt. Der Donnerstag brachte in den Mittagsstunden programmgemäß den Abschluß der Drei-Tage- Rahrnenübung, die sich zu ihrem Ende hin immer stärker zu einem zähen und verbissenen Ringen um die beherrschenden Rordhöhen von in Sildthimngen. Königshofen entwickelte. Als um 11.45 Uhr von der Höhe des Kreuzberges bei Groh-Eib- stadt drei Stabstrornpeter auf Befehl der llebungsleitung „Das Ganze Haiti" hinaus- schrnetterten. war auch an diesem letzten Tage keine endgültige Entscheidung gefallen. Blau und Rot hätten im Ernstfälle noch weiter um den endgültigen Erfolg ringen müssen. Aber schon folgt das weitere Signal zum Einrücken in die Quartiere. Droben auf dem Kreuzberg flattert die Präsiden t e n st a r d a r t e, der schwarze Adler auf rotgoldenem Grunde, und zeigt an, daß Deutschlands Reichspräsident und Feldmarschall, der in diesen Tagen in unermüdlicher Tätigkeit und voller Frische, allen Wetter- unbilden zum Trotz, an dem Verlauf der Hebungen mit höchstem Interesse teilgenommen hatte, auch hier bis zum Schlüsse ausharrt. 3n seiner nächsten Umgebung sieht man eine Reihe alter Generale aus dem Weltkrieg und sonstige bekannte Persönlichkeiten, denen sich nach Abschluß der Hebungen Hindenburg in seiner freundlichen verbindlichen Weise zur Begrüßung und zum Abschiednehmen zuwendet. Schließlich drückt der Reichspräsident dem Chef der Heeresleitung zum Abschied die Hand. Es ist ein besonders freundlicher und herzlicher Händedruck, der wohl in erster Linie dem scheidenden Generaloberst gilt. Dann fährt er umjubelt heim. 3m Hintergrund aber taucht die Kritik auf. Das eine kann heute schon gesagt werden: die Rahmenübung stellt an die Defeylsentschei- dung der Leitenden durch die mehrfache Aende- rung der strategischen Gesamtlage hohe Anforderungen. ©ie verlangt von Unterführung und Truppen im unbekannten Gelände Tag und Rächt Anpassung und körperliche Leistung. Sie zeigte unsere aus dem Versailler Diktat entstandene Schwäche im Fehlen der Flieger, der Tanks und der schweren Artillerie und sonstiger moderner Waffen. Sie wies aber, gus dem Willen heraus, trotz allem zu bestehen, Wege nach vorwärts, die besonders auf Grund der in dieser Hebung gemachten Erfahrungen unserem Wehrschuh von hohem Rutzen sein dürften. Man soll der Reichswehr nach Möglichkeit Bewegungsfreiheit geben, und man soll sie als eines der ersten, dienenden Glieder unseres Volkes, unserer StaatSgemein- schaft achten. 3hre Pflicht wird sie in jedem Falle zu erfüllen wissen. tl ! * •$> jn. T '-////, \ Steiger - wald 7:7000000 20 to . MM r genommen hatte. Durch die seht be. oc'Iehende Gründung einer besonderen S i e d l u n g s b a n k. die die Gelder von Reich und Ländern zentral verwalten soll, dürften diese Differenzen zwischen Preußen und dem Reiche überwunden sein. Gleichzeitig hofft man aber auch, daß die Siedlungsbank für eine sich in den nächsten 3ahren noch erweiternde Siedlungstätigkeit einen organisatorischen Mittelpunkt bieten wird, der bisher gefehlt hat. Die deutschen Wnderhetten- aniräge sollen sabotiert werden. Genf, 18. Sept. ($11.) Der Vorstoß, den die deutsche Regierung in der Minderheitenfrage unternommen hat und der Antrag, die Minderheitenfrage im politischen Ausschuß der Dölkerbundsversammlung zur Verhandlung zu stellen stößt auf den starken Widerstand der Regierungen, die sich bisher jeder Erweiterung des Psllchtenkreises des Völkerbundes in der Minderheitenfrage widersetzt haben. Die Regierungen von Polen, Griechenland, Rumänien, Südslawien und der Tschechoslowakei haben, wie verlautet, vereinbart, bei den am Freitag beginnenden Minderheitenverhandlungen im politischen Ausschuß eine geschlossene Front einzunehmen und den Antrag auf Verbesserung der Behandlung der Minderheitenfrage im Völkerbund abzulehnen. Man will darauf Hinweisen, daß allein der Völkerbundsrat für die Behandlung der Minderheitenfragen derjenigen Staaten zuständig sei, die Minderheitenschuhverträge abgeschlossen haben. Aus diese Weise will man offenbar die Zuständigkeit der Dölkerbundsversammlung zur Behandlung der Minderheitenfrage in Abrede stellen. Auf deutscher Seite wird die Auffassung vertreten, daß die Dölkerbundsversammlung sich pflichtgemäß icdes 3ahr mit der Verbesserung und dem Ausbau der Behandlung der Minderheitenangelegenheiten zu befassen hat. Die Anträge, die die deutsche Abordnung im politischen Ausschuß einbringt, sehen eine Reihe von Abänderungen und den Ausbau der bisherigen Beschwerdebehandlung durch den Völkerbund vor. werfen jedoch die von Dr. Stresemann in Madrid berührte grundsätzliche Frage der Schaffung eine« ständigen Minderheitenausschusses beim Völkerbund nicht auf. Aus aller Wett. Furchtbares Flugzeugunglück in Stuttgart. Auf dem Flugplatz Stuttgart-Böblingen stießen am Donnerstagnachmittag bei einer Fiugzeugvor- führnng zwei Flugzeuge zufammen und stürzten ab. Vie vier Insassen waren auf der Stelle toi. Ls handelt sich um den Fluglehrer und Luftakrobaten Schindler. Hauptmann E n g w e r. Flugzeugführer Spengler und Monteur h a - genmeqer. Bei den Flugzeugen handelt es sich um eine Klemm-Maschine und einen Udet-Fla- mingo. Die Ursache des Unglücks ist darauf zurückzuführen. daß der bekannte Luftakrobat Schindler von einem Flugzeug in das andere steigen wollte. Dieses Luftakrobalenkunststück wurde ihm seinerzeit auf dem Flugplatz Tempelhof verboten. In Böblingen wollte er es nun durchführen. Zu diesem Zweck war zwischen den beiden Flugzeugen eine Leiter befestigt worden. Das eine Flugzeug führte Hauptmann Lngwert. ein alter Flieger und Leiter der Luftfahrtfchule Böblingen, das andere der Böblinger Fluglehrer Spengler, der auch den (Europarunöflug 1930 mit Erfolg mitgemacht hatte. Als Schindler aus dem unteren Flugzeug herausgestiegen war und sich an die Leiter hing, geriet die obere Maschine in eine Böe, so daß Schindler, der bereit» mehrere Sprossen der Leiter erstiegen hatte, herab stürzte. Die beiden Flugzeuge gerieten ineinander und stürzten ab. Der Fluglehrer Spengler versuchte noch, mit dem Fallschirm aus seinem Flugzeug herauszuspringen, der Fallschirm ging auch auf, wurde aber von einer Tragfläche eines der abstürzenden Flugzeuge erfaßt und zu Boden gerissen. Das Unglück vollzog sich so schnell, daß von keinem der Flugzeuge aus irgend etwas unternommen werden konnte. Flieger Raab nach Amerika geflüchtet. Der bekannte Flieger Raab, langjähriger Mitinhaber der Raab-Katzenstein-Werke. ist unter Mitnahme wichtiger Kvnstruktioirszeichnungen und zahlreichen Aktenmaterials nach Amerika geflüchtet. Die Flucht ist anscheinend die Folge eines Slandals, der in sportlichen und industriellen Kreisen schon seit geraunter Zeit beträchtliches Aufsehen erregt. Die Raaß- Katzenstein-Werke gingen vor längerer Zeit in Konkurs, etablierten sich später aufs neue unter dem Ramen »Rheinische Luftfahrt - 3 n d u st r i e G. m. b. H." in Krefeld und versuchten hauptsächlich durch die Veranstaltung von Kunstflugfahrten laufende Einnahmen zu erzielen. Die neue Firma arbeitete zunächst ganz erfolgreich, flog aber eines Tages ; plötzlich auf, weil, wie es hieß, die Betriebs - , gelber verfchwu nden waren. Wie die „B. Z." wissen will, soll die Schuld Raabs an den Verfehlungen klar erwiesen sein. Raab hatte seine Gläubiger glauben gemacht, er müsse in Geschäften nach Schweden reifen. Rach seiner Rückkehr sollte die letzte Gesellfchafterversammlung stattfinden. Als diese Versammlung zusammentrat, war statt Raab nur ein Telegramm von i hm aus Amerika da. in dem er seine „glückliche Ankunft" meldet. Raab, der als Flieger am Krieg teilnahm, hat in Deutschland den Kunstflug eingeführt und galt 3ahre hindurch als unser bester Akrobatik-Flieger. Fünfter Bundestag des GDA. 3n München wurde der fünfte Bundestag des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (GDA.) mit dem gleichzeitig die Feier seines-zehnjährigen Bestehens verbunden war, eröffnet. Aus dem vom Bundesvorstand Schneider erstatteten Geschäftsbericht ging hervor, daß die Mitgliederzahl des Bundes im 3ahre 1929 um 32 000 auf rund 320 000 gestiegen ist. auch das neue 3ahr weife eine steigende Tendenz auf. 3m abgelaufenen 3ahr 1929 seien zwei Millionen Mark für Stellenlosenunterstützung, Hinterbliebenengelder. Altershilfe. Derheirateten-Zuwendung ufw. verwendet worden. Allein für Krankenkassenhilfe feien 26 Millionen Mark ausgegeben worden. Das Mitglied des Reichswirtschaftsrates, Röf - figer, kritisierte die Preispolitik der deutschen Wirtschaft und wandte sich gegen die Bestrebungen, neben der Lohnsenkungsaktion die Kündigungswelle ins Uferlose ausarten zu lassen. Die Ärtigkeit der Gewerkschaften müsse von dem Bestreben erfüllt fein, den Angestellten einen größeren sozialen Lebensraum zu schaffen. DaS Dundesvorstandsmitglied Borchardt berichtete über die Bildungsbestrebungen des GDA. und Reichsjugendobmann Mewes über die Entwicklung der 3ugendorganisation im GDA. Der deutsche Gastwirtetag. In Leipzig wurde die Hauptsitzung des 55. deutschen (tzastwirtetages abgthalten. Der Präsident des deutschen Gastwirteoerbandes, Köster, betonte, daß ganz wesentlich von ber wirtschaftlichen Not das deutsche Gastwirtaewerbe als Schlüsselgewerbe betroffen werde. Die im Gaststättengesetz vorgesehene Verkuppelung arbeitsrechtlicher Fragen mit der Erteilung oder Entziehung einer Konzession bedeute zudem einen neuen Schlag. Im neuen Reichstag müsse die G e t rä n f e ft e u e r aus der Notverordnung fallen, wenn die Wirtschaftspartei in diesem Reichstag wirklich die Schlüsselstellung einnehmen sollte, die sie anstrebe. Auch müsse die Schankverzehrsteuer obgeschafft werden. Der geschäftsführende Ausschuß wurde beauftragt, bei der Reichsregierung die Konzesfions- pflicht für den Verkauf von Flaschenbier, Wein, Most und anderen alkoholischen Getränken herbeizuführen. Ferner soll der deutsche Gastwirteverband bei den zuständigen Behörden für eine strengere Bekämpfung des Winkeln usschanks eintreten. Auch bei Saisonbetrieben soll der Ruhetag in Wegfall kommen. Zum Schluß berichtete noch Landtagsabgeordneter Wagner-Leipzig über die Errichtung einer Berufsgenossenschaft für das Gastwirtgewerbe. Oie Wetterlage. Biren IflQi :ydlsf]ornan> Dtdecxt ® womig. ®o«ecn «Keoe» * Schnee graupeln • Nebel IC Qewiner.(§)windjti||c.-O seW IClchler Ost massige- Sudsoowesi Q stürmischer «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen dienenden Zaft» len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Ort* mit gleiche® tut rteeresnirfeau umgereebneten Luftdruck Wettervoraussage. Mit großer Schnelligkeit rückt bereits eine neue Störung vorn Atlantischen Ozean heran. Sie läßt an der Westküste 3rlands ein Daro- metergefälle bis 730 Millimeter erkennen und erstreckt ihren Einfluß schon über die britischen 3nfeln bis nach Frankreich hin. Sehr schnell werden auch wir unter raschem Luftdruckfall in den Bereich der Störung gelangen, so daß schon im Laufe dieser Rächt unter starker, zum Teil stürmischer Luftbewegung Riederschläge auftreten. Während des Tages bleibt bann das Wetter sehr unbeständig, jedoch wird die Wolkendecke schon zeitweise durchbrochen und die Temperaturen fangen an langsam zurückzugehen, so daß mehr der Rückseiteneinfluh zur Geltung kommt und wieder Darometeranstieg einsetzt. Aussichten für Samstag: Lebhafte, zeitweise stürmische südwestliche bis westliche Luftbewegung, zunächst bedeckt und Niederschläge, wechselnd wolkig mit Ausktaren. Aussichten für Sonntag: Ruhigeres Weiter, aber immer noch wechselnd bewölkt, dabei zeit» weife aufheiternd, kühl, einzelne Regenschauer, I Dt nS irf®” senden, de Le t>et; traurig » drückt geling n M * « ial <1 00 und 0 genehmen i trosstnen e> schall^ 4 nur die * oder Kohle Stahl und! und was lauft. M Durchschlag gar nicht,, solche durc iichertoeife chlinm kam enstcrs, de eöoch vem und zwar h- Tcil. „ Wenn als- ausholen w reden das höchst selten W auf eben zu wen lind gar »_ hautsallen i nur sehr gel sich eine fin es „fertig l wundert. Also Vas Grundregeln machen kann, oder wie toi haut oder ' Deiden i lassen, i bs bt lässt Aus -er Provinzialhauptstadt. Dietzen, den 19. September 1930. Oer Fremdkörper im Auge. Don Df. meb. Bab. ..Wir ist etwa- tnS Äuge gefloaen!" Wit diesem SchreckenSruf lehnt sich der *nobe auS dem Fenster des EisenbahnzugeS zurück inS Abteil. Man schart sich besorgt um den Reinen Reisenden, der bi- vor wenigen Minuten noch für alle der ..Ansager" war. Jetzt sitzt er still und traurig da, reibt da- Auge mit den Fingern, drückt baS Taschentuch aus die Lider, ober eS gelingt nur aus Sekunden, den Schmerz zu lindern: dann geht eS gleich wieder loS. Die Mutter versucht, dem Buben da- Auge zu öffnen; eS zeigt fich, datz starke Lichtscheu besteht, reichlicher Tränenfluß, und wo sonst eine weißlich schimmernde Hülle den Augapfel umschlieht. fleht man eine heftige Rötung. Aber von dem „Etwa-", da- in- Auge geflogen ist. keine Spur. So und ähnlich spielen fich meist diese kleinen Vorfälle ab. die selbst dann, wenn keine unangenehmen Folgen darau- entstehen, für den Betroffenen eine arge Plage sind, bi- Hilfe geschaffen ist; ..lleine Vorfälle", denn eS ist hier nur die Rede von jenen winzigen Stäubchen, oder Kohlepartikeln, oder Splittern auS Holz, Stahl und dergleichen, auch wohl Insektenflügeln, und waS sonst mehr kaum sichtbar durch die Luft saust. Alle diese Winzigkeiten haben meist keine Durchschlagskraft, und sie fliegen demgemäß auch gar nicht ..in- Auge", d. h. in den Augapfel — solche durchbohrenden Verletzungen sind glücklicherweise selten — sondern bleiben, wenn es schlimm kommt, auf der Vorderfläche deS Augen- SenstcrS, der Hornhaut, festgekeilt sitzen, meist edvch verkriechen sie sich in dem Bindehautsack, und zwar hauptsächlich in seinem oberen faltigen Teil. Wenn also die Mutter nun da- „Etwas" her- auSholen will und nach vielem gütlichen Zureden da» Auge geöffnet wird, sieht sie nur höchst selten aus den ersten Blick den Fremdkörper aus der Hornhaut sitzen; er hebt fich eben zu wenig auf dem dunklen Untergründe ab. Und gar „Dos Lid umdrehen", um die Binde- hautfalten Überblicken zu können, da- bekommen nur sehr gewitzigte Jongleure fertig; es ist wirklich eine kinderleichte Sache, aber der Aryt, der e- „fertig bekommt", wird darob gewaltig bewundert. Also was tun? Es find ein paar ganz einfache Grundregeln zu beachten, die jeber sich zu eigen machen kann. Gelangt ein Fremdkörper in- Auge, ober wie wir jetzt richtiger sagen, auf bie Hornhaut oder Bindehaut, so ist alleS unnütze Reiben mit den Fingern zu unterlassen, da eS nur bie Schmerzen vermehrt und überdie- die zarte Hornhaut ernstlich gefährden kann. Man versuch« nur, einige Male ganz leise und vorsichtig bei geschlossenem Auge auf dem Oberlide von oben außen (also von der Schläsengegend her) nach unten innen, zur Rase hin, mit der Fingerkuppe zu streichens e- gelingt dabei oftmals, den Fremdkörper zum Tranenfee zu führen, wo er dann fortgeschwemmt wird, auS dem Bindehautsack herau», und sofort find alle Beschwerden vorbei. Hat dieS, nach einer Minute, keinen Erfolg, so kann man die Beschwerden durch Auflegen kühler Kompressen (Wattebäusche oder saubere Taschentücher in kalteS Wasser getaucht) lindern. Man soll jedoch da- Auge nicht verbindens Und bann möglichst sofort zum Arzt, fall- angängig zum Augenarzt, der „eS fertig bekommt", den Uebeltäter von der Stelle seiner Wirksamkeit in ein paar Sekunden zu entfernen. AchiReöeln für neuzeitliche Ernährung. Don Liselotte Löhne. 1. Bevorzuge Roggenbrot! ES ist nahrhaster und bekömmlicher al- Weizengebäck, regt die Darmtätigkeit an und macht nicht dick. 2. Ergänze jede gekoch'.e Mahlzeit durch eine rohe Zuspeise: Obst, Tomate, Gurke, Galat, Sauermilch oder Buttermilch 3. Koche kein Gemüse vor der eigentlichen Zubereitung in Wasser ab. Dämpfe oder schmore es. Du erhältst auf diese Weise lebenswichtige Vitamine. 4. Ersehe die allzuviele Fleischkost durch Eierspeisen, Milch- oder Hülsenfruchtaerichtel 5. Vermeide totgekoch.cn Stoss: Konservennahrung I Deutschland ist in der Lage, dir während des ganzen Jahre- frisches Obst und Gemüse zu liefern. Auch gute- Sauerkraut ist gesünder und wohlschmeckender als Büchsengemüse, und ein in heimischer Sonne reifgewordener Apfel ist nahrhafter als eine unreif gepflückte, auf dem Transport nachgereifte Apfelsine oder Banane. 6. Benutze zum Süßen der Speisen ungeblauten Rübenzucker oder Raturbonig. Du vermeidest damit ungesunde Ehemikalien und führst beinern Körper reine Gonnennahrung zu. 7. Salze und würze nicht zuviel! Du bringst nur ungesunde, scharfe Slosse ins Blut und verdirbst den natürlichen, milden Wohlgeschmack der Speisen 8. Unterstütze deine Ernährung durch ständige Körperpflege! Richt umsonst sagt der Landmann: .Gut geputzt ist halb gefüttert!" Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: ..Westfront 1918". — Astoria-Lichtsptele. „Der Erzieher meiner Tochter"' und „Der Detektiv des Kaisers". — Der Rezitator Plaut in Dietzen. Die Intendanz des StadttheaterS Gietzen hat Ioseph Plaut zu einem einmaligen Gastspiel am Sonntaa, 21 d. M., 19 Uhr, verpflichtet. Die Intendanz hat fich bereit erklärt, den kommenden Abonnenten bereit- zu dieser Veranstaltung eine Pvei-vergünstigung in Form deS nächstniedrigeren Platze- zukommen zu lassen. — Luka-gemeinde Man schreibt unS: Rächsten Sonntag veranstaltet die Lukasgemeinde im Saale der .Liebig-höhc" einen Familientag Die Veranstaltung muß pünktlich um 15 Uhr beginnen, damit sie noch vor 19 Uhr beendet ist. Die Haupt ans p rache hält Missionar Walt der auS Beuern, außerdem wirken mit der Verein für chrislliche Musik und der Mädchenbund der Luka-gemeinde. Die Kinder der Gemeinde sammeln sich um 14 Uhr an der Iohanneskirche. um im Zuge nach der.Liebigshöhe" zu gehen (Siehe heutige Anzeige.) • •* Abg. Ritzel wirb sein Landtays- Mandat niebcrlegen. Wie wir zuverlässig Horen, wirb ber fozialbemokratische hessische Land- tagsabgeordnete Dberregierungsrat Ritzel (Gießen), ber am vorigen Sonntag in den Reichstag gewählt wurde, demnächst fein Abgcordnetenmandat zum Hessischen Landtag niederlegcn. 21 n seine Stelle wird Frau Steinhäuser (Offenbach) in den Landtag eintreten, dem sie schon früher angehörte. *• St abtthealler-Personalien. Für bie Winterspielzeit des Gießener Stadttheaters wurden Herr Bäuerle zum Oberspiellciter und Herr Peter F a s s o 11 zum ersten Spielleiter ernannt. •• Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub E. D. (A. v. D.) Dietzen: Die Provinzialstratze Gießen - Daubringen vom Abzweig ber Straße Dietz en—Lollar biS Daubringen wird vom 18. September ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Lollar und Großen-Buseck. •’ Sörberung b c 8 oberhessischen Genossenschaftswesens burch bie Volkshochschule. In Derhanblungen ber Volkshochschule Oberhessen mit Vertretern des Seminars für ländliches Genossenschastswesen an ber LanbeS-Universität, deS Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften und deS Konsumvereins wurde ein Zusammengehen ber oberhessischen Volkshochschulen mit ber Ge- nossenschaftsbewegung vereinbart Die Volkshochschulen werben im nächsten Tpinter-Halbjahr Vorträge über bie Entwicklung unb bie erreichte volkSwirtschastliche Bebeutung des Genossenschaftswesens veranstalten, um den Mitgliedern einen Einblick in die genossenschastliche Gesamt- bewegung zu gewähren. Für bie Vorträge sollen nur Redner von absolut überparteilicher, den einzelnen Zweigen des Genossenschaftswesen- gegenüber uninteressierter Haltung verpflichtet werden. Besondere Berücksichtigung soll das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen finden. Daher soll den ländlichen Volkshochschulen auch ermöglicht werden, an schliefend an den Vortrag in einem Kur- .Volkswirtschaftslehre für da- Lanb, inS- befonbere für den Landwirt" da- Gehörte ar- beitSgemeinfchaftsmäßig zu vertiefen. •• Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Zn unserem heutigen Anzeigenteil ist eine Anzeige über den neuen, verbesserten Gewinnplan der 36. Preußisch-Süddeutschen (262. Preußischen) Klaffenlotterie enthalten, auf die mir besonder» aufmerksam machen. Zn dem neuen Gewinnplan ist den vielfachen Wünschen der Spieler auf Vermehrung ber Mittelgewinne in starkem Umfange — Verdreifachung ihrer Zahl — Rechnung getragen worden. Bisher wurden an Gewinnen etwa 62 Millionen Reichsmark ausgefpielt, jetzt über 113 Millionen Reichsmark Die ctaatfllotterie bringt damit ein Spielkapital zur Ausspielung, das keine andere Lotterie der Welt aufweisen kann. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) I. P. in A. Sie können von Ihrem Lieferanten Preisnachlaß verlangen, ba ein Anspruch aus ßlefcrung von anberen Fensterrahmen wohl kaum von Ihnen erhoben wirb. Dieser log. WanblungSanspruch wäre auch ausgeschlossen, wenn ber Mangel den Wert ober bie Tauglichkeit beS betreffenben Werks nur unerheblich mindern würde. Ob unb inwieweit letztere» ber Fall ist, kann nur ein Sachverständiger an Ort und Stelle feftfteilen. Die Verjährung Ihre» Anspruchs läuft Ende , Rovember (6 Monate nach der Lieferung) ab. J. Zfi. Die Angaben des Gendarmeriebeamten sind richtig. Es dürfte sich empfehlen, die Angelegenheit bei der bereits angerufenen Behörde in (Erinnerung zu bringen. H- K Wenden Sie sich zunächst mit einer Be- schwerde an den dienstaufsichtführenden Richter des 'Amtsgerichts. Sollte der Fall von diesem nicht gütlich erledigt werden können, so werden Sie Klage erheben müssen, falls Ihnen der Nachweis einer Ver» mögensschädigung möglich ist.______________________ Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmitlag geschloffen. Jean Welecl, Oiefeem, Sonnenwtrafie 6, Telephon Nr. MM NOrtlthes Schaumig beim Rühren, verlässlich beim Backen- Rama lässt den Kuchen gelingen Mit Rama gibt es keine Backsorgen! Mühelos läßt sie sich schaumig rühren! Bald wirft der Teig Blasen, bestimmt wird er gut gehen. Verwenden Sie Rama Margarine ohne Jede Beimischung; sie enthält alle wertvollen Fettstoffe, die dem Kuchen Nährwert verleihen. Auch zum Ausschmieren der Form nur Rama! Dann löst sich der Kuchen leicht ab. Rama läßt Ihn geraten, köstlich schmeckend, locker und zart -X - • MWW 20 Mantelstoffe unsere groBe Spezialität! 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September, nachm. 3 Llhr, in der „Liebigshöhe" Kamittentag Ansprache des Missionars Walther Darbietungen des Mädchenbundes Vorträge des „Vereins für christliche Musik". Es laden ein Allen A. H., A. H. und Bbr., Bbr. die traurige Nachricht, daß unser lieber A. H. San-Rat Br. Olle Grohmann aktiv S. S. 1879 —S. S. 1881 in Frankfurt a. M. sanft entschlafen ist. cmllUmm oder Mansarde z. Unterstellen von Möbeln zu mieten ges.Schr.Angeb.unt. 05791 a. d. Gietz. Anz. ^0hnung8t2U8oh^ Geboien: Sonnige 3-Zimmer-Wohnung in bester Vnne. Gesucht-4-oä.S-Zim.- Wohng. i.südl.Stadt- teiL narr. ob. 1. St. Schrtftl. Angeb. unt. 05779 a. d. Gien. Anz. [Stellenangebote} Zinslose Bausparkasse sucht örtliche und Bezirksvertreter. Erwünscht: Eigenes Bureau, Telephon, Auto ob. Molorrab. Schriftliche Eil-Angebote unter 6442D an den Gies;. Anz. Düngekalk 'amtliche m?4D Kunstdünger Torfmull empffehlt billigst H. Trechsler SlelM.73. Iei.3581. 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Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. \1, 30. 100. 150, 200, 500, 1500, mn^ 20000« I. ®. Farben-Jndustrie . . Dhnamit Nobel ..... Scheideanstalt...... Goldschmidt ...... fNülflctümerfe ...... Metallgelellschaft..... Bäume kamen fast auf 20 Mark. In unserer Gemarkung ist die diesjährige Obsternte, mit Ausnahme von Birnen, sehr gering. Im Vergleich zum Vorjahre 12 . 6 . 9 . 6 . 6 . 8 . 8 . 9 Wallach, sowie des Gastwirtevereins Alsfeld und LImoegend vor, worin diese um Ablehnung der erhöhten Sätze baten und die Einführung der Bürger st euer vorschlugen an Stelle der Gemeindebiersteuer. Aach einer kurzen Darlegung des Vorsitzenden über die Sach- und Rechtslage wurde ohn^ Aussprache der von der Finanzkommission vorgeschlagenen Erhöhung der Diersteuersätze mit großer Mehr- h e i t z u g e st i m m t. Die Aenderung soll am 1. Oktober 1930 in Kraft treten. ^otsiandskredit: Für die Beschäftigung von Wohlfahrtserwerbslosen und sonstigen Unterstützungsempfängern mit Rotstandsarbeiten wurde ein weiterer Kredit von 3000 Mark bewilligt. Für die im Rahmen des Rotstandspro- gramms zur Ausführung gelangenden Kanal- arbeite n, im Zusammenhang mit der Errichtung der Kläranlage, wurde die Materiallieferung für die Vorflut- und Abfangkanäle Oer F-rma Wilhelm Egner in Msfeld zu ihrem Angebot von 20 686,25 Mark übertragen. Die Eisenlieferung für den Kanalbau wurde an die Firma Karl Ramspeck in Alsfeld zu ihrem Angebot von 4245,69 Mark gegeben. Der Stadt ist vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft die Ausführung der Arbeiten in eigener Regie gestattet worden. Für die Dauer der Arbeiten soll ein besonderer Schachtmeister eingestellt werden. Für das Fahren von Bruchsteinen aus dem Mönchenberg wurde ein Akkordsatz von 1,80 Mark pro Kubikmeter festgesetzt. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des Kreisamts bekannt, worin dem Stadtrechner anläßlich der kürzlich durch Beamte der Oberrechnungskammer vorgenvmme- nen Revision der Stadtkasse die volle Anerkennung der Aufsichtsbehörde für die vorzügliche Geschäfts- und Kassenführung ausgesprochen wird. Brandunglück in Groß-Felda. losprei In RH B.E.S.. . Bergmann leitung gratis ausgibt, und zwar 14 Pfund Normalmorgen. Kreis Schotten. 12. 20. 30. 100, 150. M. 500 . 1500 . nyo, 20 000 e 10 11 16 . 8 10 . b . 6 . 8 . 8 . 0 ey, 10 I 7 . 7 . 7 . 8 . 7 e% io . 6 7,2 -------- ----- verheerenden Element Einhalt geboten werden. Der gemeinsamen Arbeit der Ortsfeuerwehr, einiger Rach- barwehren und der Motorspritze von Alsfeld gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden ist groß. Bei der Heimfahrt der Feuerwehr von Ermenrod ereignete sich bedauerlicherweise noch ein Unglücksfall. Ein Feuerwehrmann stürzte von dem Wagen, dessen Hinterrad ihm das rechte Bein über- fuhr und mehrm als brach, so daß der Bedauernswerte der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte. (Helft. Lieserungrgesellschasi. 10 Lichl und Kraft......10 Reiten & Guilleaume . . . IV. «eleUfdjaft für Elektrische Unternehmungen .... io Hamburger ElektrizilätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 LJ Groß-Felda, 18. Sept. Vorgestern nachmittag brach in dem Anwesen von Heinrich Greb Feuer aus, das in kurzer Zeit sämtliche Wirtschaftsgebäude erfaßte. Etwa 50 Wagen Heu und Grummet, die Hafer- ernte, die halbe Roggenernte und alles landwirtschaftliche Inventar sind mit den Wirtschaftsgebäuden ein Opfer der Flammen geworden. Für das Wohnhaus und die Apotheke auf der einen Seite des Brandherdes, sowie für einen Gebäudekomplex äuf der anderen Seite bestand größte Gefahr; teilweise waren schon die Wände und Giebel angekohlt, ebenso hatten Strohvorräte auf dem Boden eines Rachbar- stalles Feuer gefangen. Durch rasches und energisches Eingreifen der Feuerwehr konnte jedoch an diesen beiden Stellen dem hat die Gemeinde einen Obstgeldausfall von etwa 1OOO Mark. Kreis Alsfeld. WSN. Alsfeld, 18. Sept. Der im Alter von 15 Jahren aus unserem Nachbarorte Romrod nach Amerika ausgewanderte Ferdinand R i ch t b e r g hat in dankbarer Erinnerung an seine deutsche Heimat seinem Vaterorte Romrod eine Geldstiftung in Höhe von 210 0 0 Mark zugehen lassen, die nach seiner Bestimmung von der Gemeinde zu Wohltätigkeitszwecken verwendet werden soll. Oie Roggenstützungsaktion Fortführung der Aktion im begrenzten Nahmen. ftllllß Sie - rfotiM: Adi 5tef,Äbot Montan. $ ( SÄ ."[ff; VE fein d Ä« ÄckKt benssuhrE^, * Der neue Wirtschaftstreuhänder. In einer Besprechung im preußischen Handelsministerium über den Wirtschaftstreuhänder wurden, wie dem WLB.-Handelsdienst von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, bemerkenswerte Aufschlüsse über die Absichten der preußischen Regierung gegeben. Richt nur für die Pflichtrevision der Aktiengesellschaften ist eine staatliche Ordnung des Revisions- und Treuhandwesens in Vorbereitung, sondern man denkt an maßgebender Stelle auch an eine unabhängige Revision kommunaler Betriebe. Der hierfür notwendige amtlich anerkannte Beruf eines Wirtschaftstreuhänders soll nicht durch Gesetz, sondern auf dem Verordnungswege geschaffen werden. An die Festlegung eines bestimmten Vorbildungsganges für die Wirtschaftstreuhänder ist nicht gedacht. Zur Mitwirkung an den Vorarbeiten gründeten die in Betracht kommenden Berufs- standesverbände die „Hauptstelle für das Revisions- und Treuhandwesen". Jeder Verband sendet zwei Vertreter in die Hauptstelle für das Revisions- und Treuhandwesen, die dann die Verhandlungen mit den Ministerien und den Parlamenten aufnehmen wird. * Daimler-DenzAG. Heber die gegenwärtige Geschäftslage teilt die Verwaltung auf Anfrage u. a. mit: Die Umsätze im Personenwagengeschäft in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres gehen zwar stückzahlmäßig über das Vorjahr hinaus, bleiben jedoch wertmäßig darunter, weil sich entsprechend der allgemeinen Situation die Käuferschicht mehr den kleineren und mittleren Modellen zugewendet hat. In der letzten Zeit ist das Geschäft ruhiger und die Kundschaft zurückhaltender geworden Die Produktion wurde der Marktlage angepaßt; gleichzeitig wurde eine noch weitergehende Rationalisierung der Betriebe durchgeführt. Das Auslandgeschäft in Personenwagen leidet unter den gleichen Schwierigkeiten, um so mehr, als wichtige Aachbarländer ihre Schutzzölle auf Automobile so erhöht haben, daß sie prohibitiv wir- Schlelische Elektrizität. Lchucke« L Co. . . . , Siemens S Halske . . , ItanSrabto . . . . , Lahmeyer L Co.. . . , Buderus...... Deutsche Erdöl . . . Essener Steinkohle . . Gelsenkirchener . . . Harpenei...... Hoesch Eisen. .... Ilse Bergbau .... Klöcknerwerke ...» Köln-Ncuessen.... Mannetmann-Mhrea McmSselder Bergbau . Oberichles. Eisenbedarf Oberfchles. Äotätoede. Phönft Bergbau . . . Rheinische Braunkohl« Rhetnstahl..... Rtebeck Mont«, . . . dessen, was die ostdeutsche Landwirtschaft auf den Markt bringe. Bei Fortsetzung der bisherigen Politik wäre mit der Gefahr zu rechnen, daß die Stützungsstelle praktisch den gesamten Roggen, dessen Verkauf sich sonst auf das ganze Erntejahr verteilen würde, ausnehmen mühte. Als Beweis dafür, daß die finanziellen Resevoen der Stützungsstelle intakt seien, verwies Dr. Baade darauf, daß von den aus ordentlichen Etatsmitteln für die beiden Erntejabre 1929/30 bereitgestellten 54 Millionen Mark bisher nur etwa 20 Millionen Mark in Anspruch genommen worden sind; von dem Bankenkredit von 60 Millionen Mark seien nur etwa zwei Drittel eingesetzt. Der Zeitpunkt, den man für den Uebergang zu einer anderen Stützungsmethode gewählt hat, erschien den verantwortlichen Stellen zwar selbst nicht sehr glücklich, da der Stimmungsmache, die die Stützungsaktion mit der Wahlpropaganda in Zusammenhang gebracht hat, neue Nahrung gegeben werde: Man verzichte aber bewußt darauf, derartigen Tendenzen Rechnung zu tragen und habe sich lediglich durch praktische Erwägungen leiten lassen. Mit dem Aufhören der Stützungskäufe im bisherigen Maße und zu den bisherigen Preisen werde das Angebot sowohl am Effektiv-, wie am Lieferungsmarkt künftig auf das Normalmaß zurückgehen und sich damit in einem Rahmen halten, der ein Eingreifen der Stützungsstelle jederzeit ermöglicht. abfehung des Kupferpreises. Die Eröffnungskurse lagen d urch schni t tlich 1 bis 3 Prozent niedriger. Verschiedene Werte gaben darüber hinaus bis zu 5 Prozent nach. St^keres Angebot -bestand in Kunstseideaktien. Aku gaben 5,5 Proz. nach. Größere Abgaben wurden außerdem wieder in Kaliwerten vorgenommen. Salzdetfurth verloren 5, Aschersleben 3 Pzt., Westeregeln 3,25 Prozent. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.- Farben 2,4 Prozent schwächer. Am Bankenmarkt traten Reichsbank mit minus 4,4 Prozent stärker hervor. Sonst betrugen die Kursrückgänge hier 1 bis 1,5 Prozent. Elektrowerte gaben bei stillem Geschäft 1 his 2 Prozent, zum Teil bis 3 Prozent nach. Größere Kursverluste hatten noch Deutsche Ginoleum (minus 4 Prozent) und Hoch- nnd Tiefbau (minus 3 Prozent). Deutsche Anleihen waren ebenfalls angeboten, namentlich Altbesih, die 0,5 Prozent einbüßten. Auch ausländische Renten waren schwächer, besonders Anatolier und Mexikaner. Rach den ersten Kursen neigte Die Haltung toeiter zur Schwäche. Es ergaben sich mei st neue Kursabschläge von etwa 1 b i s 3 Prozent. Umsätze kamen nur noch vereinzelt zustande. Die Rachfrage " nach Tagesgeld erhielt sich; der Sah war auf _3,5 Prozent! erhöht. Am Devisenmarkt lag die Mark etwas fester, das Pfund international abgeschwächt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1955. gegen Pfund 20,39, gegen Paris 123,69, London gegen Kabel 4,8600, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 45,45, gegen Schweiz 25,0425, gegen Amsterdam 12,0613. Berliner Börse. Berlin, 19. Sept. Schon vorbörslich war heute eine sehr unsichere und auffalle nd nervöse Stimmung festzustellen. Man führte diese wieder auf den Leitartikel der „B. Z." zurück, der allerdings mit „Wachsamkeit" — nicht „Nervosität" — überschrieben war, der aber eine recht pessimistische Beurteilung fand. Auch die schwache Haltung dec deutschen Werte im Auslande trug zur Verstimmung bei. Viel Beachtung fand ebenso der Rückgang der Voung-Anleihe in London auf 79,50 Prozent bis 80 Prozent zirka. Auch ein Antrag der Wirtschaftspartei auf Auflösung des preußischen Landtages wurde der Börse bekannt und verstärkte die politische Unsicherheit. Beachtenswert war ein zunehmendes Auslandsangebot, das dann auch bei der fehlenden Ausna§meneigung seitens der Banken und der geringen Unternehmungslust der Spekulation durchweg zu den ersten Kursen Verluste von 1 bis 3 Prozents bei Papieren wie Allgemeine Lokal- und Kraft, Rheinstahl, Salzdetfurth, Bergmann, Gessürel, Schlesische Gas, Siemens, Berger, Aku. (minus — minus zu Beginn), Transradio, Ostwerke, Schultheis usw. noch darüber hinaus zur Folge hatte. Rur Deutsche Atlanten, in denen allerdings die Börse auch schon als Abgeber auftrat, konnten. 0,75 Prozent gewinnen. Deutsche Anleihen gingen um 0,60 resp. 0,20 Prozent zurück. Ausländer neigten ebenfalls zur Schwäche. Bosnier und Mexikaner verloren bis zu 0,5 Proz. 2lm Pfandbriefmarkt verstimmte die Meldung eines Fachblattes, daß bei der Aufhebung der Kapitalertragsteuer noch Schwierigkeiten zu er« toatien seien, weil in politischen Kreisen die« Absicht bestehe, die am Mittwoch erlassene Verordnung nochmals zur Abstimmung vor den Reichstag zu bringen und daß es bei der neuen Zusammensetzung des Reichstages sehr zweifelhaft erscheine, ob die Verordnung abermals eine Mehrheit finden werde. Auch an den Effektenmärkten wies man im Verlaufe auf diesen Umstand hin, und die Tendenz neigte weiter zur Schwäche. Es ergaben sich überwiegend neue Abschläge bis 1 Prozent. Die Kali- aktien gingen um 2 bis 3 Prozent zurück. Auch Schultheiß waren nach dem ersten starken Anfangsverlust nur vorübergehend leicht gesucht. Der Geldmarkt wies gegen gestern keine Veränderungen auf. Tagesgeld stellte sich auf 2,75 bis 4,75 Prozent, vereinzelt nur mit 2,5 Prozent zu haben, Warenwechsel unverändert. Landkreis Gießen. s. Aus der nördlichen Wetterau, 17- Sept. Die Z u ck e r r ü b e n f e l d e r , die in unfern Gegend einen beträchtlichen Teil der landwirt- schaftlich genütztep Bodenfläche ausmachen, sehen vielversprechend aus. Schon jetzt hat die Aktien- Zuckerfabrik „Wetterau" in Friedberg mit den Land- wirten Vereinbarungen getroffen über die Preis- g e st a 11 u n g für Kaufrüben der kommenden Ernte. Danach erhält der Pflanzer für den Doppel- Zentner reine Rüben 3 Mark an bar als Min- destpreis vierzehn Tage nach beendeter Liefe- rung. Dieser Mindestpreis ist nur gültig unter der Voraussetzung, daß der Zuckerzoll, der zur Zeit für den Doppelzentner Verbrauchszucker 25 Mark betragt, nicht auf 10 Mark herabgesetzt wird. Als endgültiger Preis für den Doppelzentner Rüben werden vergütet 7,65 Kilogramm Melis bei einem Melispreis von 34 Mark je Doppelzentner. Diese Zuckermenge erhöht sich um je 50 Gramm für jede Steigerung des Melispreises um 2 Mark bis zum Preis von 40 Mark. Für die Steigerung des Melispreises über 40 Mark hinaus erhöht sich die Zucker- menge um je 50 Gramm schon für jede Preiser- hohung von 1 Mark. Als Melispreis gilt das Mittel sämtlicher Notierungen an der Magdeburger Dorfe in der Zeit vom 1. November 1930 bis 30. Juni 1931. Bedingung ist, daß die Rüben nur aus dem Samen gezogen werden, den die Fabrik- Laubach, 19. Sept. Gestern fand hier Gemeindeobst Versteigerung statt, zu sich eine große Anzahl Steigerer eingefunden hatte. Durch die starke Nachfrage wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Einzelne mittelmäßig behangene ken. Im Lastwagengeschäft ist auch stückzahlmäßig ein Rückgang des Umsatzes gegenüber Den ersten sieben Monaten des Vorjahres zu verzeichnen. Wie sich das Ergebnis des laufenden Jahres gestalten wird, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Schweinemarkt-in Grünberg. + Grünberg, 18. Sept. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen überaus starken Auftrieb, der sich auf 769 Ferkel belief. Folgende Preise wurden erzielt: bis 6 Wochen alte Ferkel 20—25 Mk., 6—8 Wochen alte 25 bis 30 Mk., 8—13 Wochen alte 30—38 Mark. Tendenz: mittel, es verblieb Ueberstand. Schweinemarkt in Homberg. Homberg, 17. Sept. Der heutige Schweinemarkt war mit 448 Ferkeln befahren. Es wurden pro Stück gezahlt: Für 6—8 Wochen alte Ferkel 18—25 Mk., für 8—10 Wochen alte Tiere 20—30 Mk., für 10—12 Wochen alte 30—35 Mk. Die Tendenz des Marktes war schleppend, so daß etwas Ueberstand verblieb. Trotz oes Regenwetters war der Markt gut besucht. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 19. September. Tendenz: schwach. — Unter dem Eindruck der schwächeren Börsen in Reuhork und London, bei Kursrückgängen für deutsche Werte, verstärkte sich die Unsicherheit an der heutigen Börse, und die Kurse waren allgemein weiter abgeschwächt. Auf fast allen Märkten wurden erneut Verkäufe vorgenommen, denen keine Auf - n a h m e l u st gegenüberstand. Außerdem sollen wieder Verkaufsorders der Kundschaft Vorgelegen haben. Das hauptsächlichste Moment für die Beunruhigung war jedoch die Unllarheit über die Weiterentwickelung der innenpolitischen Verhältnisse. Verstimmend wirkte auch die erneute Her- Berlin, 18. Sept. (WTB.) In einer Presse- besprechung gab Dr. Baade, der Reichskommissar der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft, eine Interpretation des gestern veröffentlichten Kommuniques der Reichsregierung über die Abänderung der Methoden der Roggen st ützungspoli- ti k. Seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß die für die Roggenstützung zur Verfügung stehenden Mittel zwar auch ausreichen würden, das bisherige System weiter zu verfolgen, daß man jedoch zu der lleberzeugung gekommen sei, die Aktion in einem begrenzten Rahmen halten zu müssen, um einen Zusammenbruch auf jeden Fall zu vermeiden. Dr. Baade ging in seinen Erklärungen davon aus, daß der Roggenpreis in Deutschland einzig auf den Schultern der Stützungsstelle ruhe; angesichts der von Rußland betriebenen Exportpolitik, Roggen zum Preise von 80 Mark je Tonne Zu verkaufen, d. h. etwa zum dritten Teil des Preises, der in Rußland für Brot bezahlt werden muß, sei ein deutscher Roggenexport oorläu - sig völlig unmöglich; anderseits sei eine Stütze für den Roggenpreis durch den Weizenpreis auf die Dauer auch nicht gegeben. Innerhalb der letzten 14 Tage habe nun die Stützungsstelle an Effektivware und am Lieferungsmarkte etwa 400 000 Tonnen Roggen aufnehmen müssen, und diese Menge überschreite um ein Wesentliches das Normalmaß snvim 10 H Frankfurt a. M Berlin Gchluß- fure 1-Uhr. Kurs Schlußkurs Anfang« Kurs Datum 18. 9. 19. 9. 18 9. 19. 9. o% "4. u. 2 Prtmteu 36010 500 10 20 40 SO 25 50 100 200 400 1/6 1/4 1/2 Lose: ä Klasse ftttb zu haben, solange Vorrat, bei den Staatlichen ^otterie»Einnehmern in Gießen I8M. 5.- ^M lO - 5m. 20.- jm. 40.- a. 15. Mettti *30 17. u. is. 1930 450000 600000 750000 2000000 2500000 3000 000 6000000 6000000 5000000 12000000 6 12 30 200 500 1000 3000 6000 10000 30000 217242 75000 50000 25000 10000 5000 3000 2000 1000 500 400 Manuskripte ) (eint Gewähr edatüon. I Uhr. Samstag ifjurljjL |9 Lospreis für jede Klaffe ta Reichsmark (5MC) jur 3H.preuß>Sü-öeutfthen l2H2.preuß.)Klassenlotterie bestehend aus 800000 Losen mit 348000 In 5 klaffen verteilten Gewinnen und 2 Prämien ♦ Spielkapital: 113960100 Neichsmark ettn>o», >o. »titmbtr 1930 196 ,34 ,93 355 435 ,58 ,P2 ,88 165 465 ,35 ,59 45 40 2? T5is 58,58 112,3 28,43 16.4« 169,26 • 22,1# 11t.» 0,465 2,505 112-79 81.91 44,64 12.46 73.52 bot Acmtane bt Bersin (Tdtotf*cn; — T91O: bet Schauspieler Josef Äain$ tn Wien gestorben. Kirchliche Nachrichten. Israelitische RcUgionsgemrinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südonloge). Samstag. 20. September. Vorabend 6.15 Uhr; morgens 8.30; abends 6.35 und 7.15 Uhr. Bttthatkev (Neuen Bäuell) Alkmm (Dalltoesti-. 63) Leglev (Südanlage s) -- --------------------------------------------------------- 6443 D 6,89 ,523 „435 2,13 i2,17 12,59 0,547 1,945 0,371 „1915 6,465 81-35 44,81 2,071 0> 59,185 12,y. 7>z 3% is,8 & s Prämien ju. 20000 e«whm. 4006 700 Welten, Atome". — In bet Gruppe ..Länder und Völker" erscheint nach dem kürzlich herausgegebe- nen Werk „ Frankreich" von TurtiuS und Bergstrüher daS neue Werk von Graf Hermann Keyserling: „Amerika. Der Aufgang einer neuen Welt"; von Albert v. Hofmann das dreibändige völlig neubearbeitete Werk „Das deutfche Land und die deutsche Geschichte", ferner die deutsche Ausgabe von Salvador de M a da - riag a: „Spanien". — Die Jacob -Durck - Hordt -Gesamtausgabe wird vervollständigt um zwei Bände der „Griechischen Kulturgeschichte" (Band VIII und IX der Reihe), herausgegeben von Fest? Ltaehelin und den Band 12, „Beiträge zur Kunstgeschichte von Italien", herausgegeben von Heinrich Wölfflin. Das „Deutsche Biographische Jahrbuch, bringt bereits den Jahrgang 1928 heraus. — In der berühmten Sammlung „Klassiker d e r K u n st" erscheinen die Bände „B e l l i n i“, herauSgegeben von Georg Gronau und „van Dyck", Arausgegeben von Gustav Glück, Wien. — Studiendirektor Hermann Binder veröffentlicht ein Buch für die heranreifende Jugend: „Der Abiturient", ferner Hans v. H e n t i g, Gießen, das Werk „Strafe und Strafvollzug". Kunst und Wissenschaft. Die Herbstneuerscheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart. Auf dem Gebiete der Schönen Literatur wird die Deutsche Verlags-Anstalt folgende Werke veröffentlichen: Andre Gide: „Die Verliehe des Vatikan-", neue älebersetzung von Ferdinand Hardekopf: Adolf v. Hatz seid: „DaS glückhafte Schiff", Roman; Julius Kiener: „Blick in die Tiefe". Roman; Alfred Reumann: „Der Held", Roman; Rudolf Presber, „FrühlinginRervi", Roman; Ina Seidel: „Das Wunschkind", Roman; Hermann Stegemann: „Die letzten Tage des Marschalls von Sachsen", Roman; Maria Wafer: „Land unter Sternen". Roman; Johanna Wolff: „Frauen von gestern und heute". Rovellen. Ernst Zahn: „Pietro, der Schmuggler", Roman. Von Erich Kästner erscheint als Reuestes sein dritter Gedichtband: „(Sin Mann gibt Auskunft". — An Ilebersetzungen erscheinen ouher dem bereits genannten neuen Band von AndrS Gide das neueste Werk von Maurice M a e t e r l i n ck, „Das Leben der Ameisen"; aus dem Amerikanischen ferner John Dewey: „Lebensführung", Sir JameS JeanS: „Sterne, NEUER GEWINNPLAN Ibeaterwoche bet deutschen Rundfunk». Berlin, 18. Sept. (TU.) In Würdigung der Bedeutung deS deutschen Theaters beabsichtigt der deutsche Rundfunk, eine großzügige Werbung für d i e Bühnenkunst zu veranstalten. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Deutschen Bühnen-Derein und der Reichs-Rund- funkgesellschast ist für die Zeit vom 26. biS 31. Oktober 1930 bei allen deutschen Rundsunk- gesellschasten eine Theaterwoche vorgesehen. Die Rundsunkhörer sollen durch Dühnen- übertragungen. durch Vorträge über allgemeine Theatersragen und Spielpläne, durch Theaterberichterstattungen und andere Darbietungen, die sich mit dem Theater beschäftigen, für daS Theater neu interessiert werden. Die Erhaltung des deutschen Theater- ist eine Kulturnotwendigkeit. Der deutsche Rundfunk will deshalb den ihm befreundeten Bühnen freundschaftliche Hilfe leisten, soweit ihm das möglich ist. Packung mH Duftbeutei 30Pfg. in eilen Fachgeschäften erhiftlidi ■ Vr? Qi>. ejL^te n. Ä Ä“rt' bi8 3 ^leihjn 3lei* • nbiS'^OS “Ä Uv-« ettrag '^lvacht. Am Pen Dollar >Ni 123.69, Jüanb 92,81 25,0425,’ Dir Oveutzisch-Güddeutschv Stassen-Lotterie beginnt Wiede« am 24. -Ottobec dieses Lahres Spielkapital seither 63 Millionen, jetzt 114 Millionen, besonders große Vermehmng der Mittelgewinne ElruHiiiIßdßSjalbß gegen Hautjucken, Wundsein u. Sonnenbrand 3 Penaten-Creme In ApotKu Drog Dos» u.Tub« 60R(gUO 2500000 1000000 Gewinne 2 au 500000 1000000 2 „ 300000 600000 2 . 200000 400000 4.100000 400000 "börslich e und aUf, iÄ8'111”- ßeitarhfel $ mit ,Da 200000 . . . . 2 ......2 17L100000 . . .10 ......12 75000 . . . . 4 «*•••• T« 50000 14 .....20 TS 25000 .14 . .... 30 tS 1OOOO . . . 98 . . . . 224 Gewinne zu SLH 5 OOO .186 ... 548 Gewinne zu ^3 000 .482 . . 1080 Gewinne zu OOO 840 . . .3120 Gewinne zu 5Mt 1 OOO . . 2180 . . 6400 Gewinne zu SMt 500 . . 5000 . 10800 Gesamtzahl der Gewinne . • . 330400 348000 etwinnt JUC JUC 2 8u 100000 200000 2 . 50000 100000 6 , 10000 60000 12 , 5000 60000 20 . 3000 60000 30 . 2000 60000 100 . 1000 100000 150 , 800 1 20 000 200, 500 100 000 500 , 300 150 000 1500 , 2D0 300 000 77470 , 100 1 747 800 Cewinnt 5MC 2 au 100000 200000 2 . 50000 100000 6 , 10000 60000 12 . 5000 60000 20 „ 3000 60000 30 , 2000 60000 100 „ 1000 100000 150 , 800 120 000 200 , 500 100 000 500 , 400 200 000 1500 , 300 450 000 17478 , 200 3 495 600 20 000 etmtmu 3 057 800 20 000 eewinnt 5 005 600 ZWEITE KLASSE VIERTE KLASSE Schloß btt trnrurrwnj freltag, 14. Iliotmbrt 1434 Schluß der Crnmemng Montag, 5. Januar 193) Ziehung 11. u. 22. Oe». 1430 Ziehung 11. o. 13. ,an. 1431 etroinet JUC 5LK 2 9u 100000 200000 2 . 50000 100000 6 . 10000 60000 12 . 5000 60000 20 . 3000 60000 30 . 2000 60000 100 . 1000 100000 150 , 800 120 000 200 , 500 100 000 500 , 300 150 000 1500 , 250 375 000 17478, 150 2 621 700 Sewtnnt JUt JUC 2 au 100000 200000 2 , 50000 100000 6 . 10000 60000 12 . 5000 60000 20 . 3000 60000 30 . 2000 60000 100 . 1000 100000 150 , 800 120 000 200 , 500 100 000 500 , 400 200 000 1500 , 300 450 000 17478 , 250 4 369 500 Ja, ja, die Nerven... höchste Zeit KAFFEE HAG zu trinken EINLADUNG zu den praktischen Koch- Vorführungen am 22., 23. und W24. September, nachm. ab 4 Uhr, . in unseren Geschäftsräumen. Der „SIKO'-Schnellkocher ein Erzeugnis der Württembergischen Metallwarenfabrik, ist aus Silit-Stahl hergestellt, einem in den weitesten Kreisen bestens bekannten Metall mit härtestem Spezialüberzug besonderer Zusammensetzung. 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September 1930. ■ Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. Rosenberg. Nr. 2(9 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefjen» ^reitag, (9. September (950 Turnen, Sport und Spiel. Handball im Gau Hessen (D.T.) Tie Vcrbandorunvc 1930 31. Die DT -SomrncrsPiele im Gau Helsen sind Beendet. Der Handball beherrscht wieder das Feld, nachdem am letzten Sonntag, wie schon berichtet, die Derbandsspiele begonnen hoben. Für die Beteiligung an der Runde liegt ein erfreuliches Meldeergebnis vor. Insgesamt sind 40 Monnlchasten an den Pflichtspielen beteiligt, 15 Mannschaften mehr als im Vorjahre. Richt eingerechnet in diese Zahl ist der Marburger Bezirk, der seine Rundsp'elc für sich austrägt. In erster Linie wendet sich natürlich das Interesse der Meisterklasse zu, in der sich zehn Dereinc um die Gaumeister- schast bewerben. Der vorjährige Gaumeisler, X v. Wetzlar, ist nicht mehr in der Runde, da er sich den Ausstieg in die Kreisklasse erkämpft hat und sich hier auch weiter behaupten wird. Zu den alten Vereinen der Meistcrklasse kommen die fünf "besten Mannschaften der vorjährigen A-Klasse, und zwar T. u Spv. Marburg, T. u. Spv. Butzbach, Tv. Wehlar-Riedergirmes, Tv. Alsfeld, Tv. Lauterbach, hinzu Um eine rasche und einwandfreie Durchführung der Rundenspiele zu ermöglichen, ist die Meisterklasse in zwei Bezirke eingeteilt. Im ersten Bezirk finden wir Tv. 1 84 6 Gießen, T v Großen-Buseck, T. u. Spv. Marburg, Tv. Lauterbach und Tv. 1860 Bad- Rauheim. Der zweite und wohl stärkste 'ScAirt lieht M t v. Gießen, Tgm. Friedberg. Tv. Wehlar-Riedergirmes, T. u. Spv. Butzbach und Tv. Alsfeld als Gegner. Die Sieger in den beiden Staffeln spielen im Vor- und Rückspiel den Gaumei st er aus. der dann in der Gaugruppe Main-Lahn (Gaue Hessen, Frankfurt. Main-Offenbach-Hanau, Main-Taunus und Kinzig» an den Ausstiegspielen für die Kreisklosfe teilninzmt. Eine Voraussage, wer für die Spitze der Tabelle in Frage kommt, kann bei der wechselnden Form, die die Vereine im Vorjahre zeigten, nicht gut gegeben werden. Wenn die Mann- schasten ihre jetzige Spielstärke behalten, ist es nicht unwahrscheinlich, daß für den ersten Platz im ersten Bezirk Tv. Großen-Duseck und Tv. 1846 Gießen, im zweiten Bezirk Mtv. Gießen in Frage kommen. — Die A-ftlaffc ist mit neun Mannschaften besetzt und spielt ebenfalls in zwei Bezirken. Im ersten Bezirk kämpfen die zweiten Mannschaften von T.-u. Spv. Butzbach. Tgm. Friedberg, Tv. Wetzlar, M t v. Gießen und die ersten Mannschaften von Tv. Großen-Linden und Tv. Heuchelheim um den Ausstieg in die Meisterklasse. Favoriten dürsten hier Heuchelheim und Großen- Linden sein: doch werden die Reservemannschaften der Meisterklassenvereine auch ein Wörtchen mitreden. Im zweiten Bezirk stehen sich Tv. Gedern, Tv. Merkenfritz und Tv. Schlitz gegenüber. — Eine starke Besetzung hat die 8-klasse zu verzeichnen, eine Folge der zahlreichen Reugründungen von Handballabteilungen im Gaugebiet, besonders unter den Landvereinen 16 Mannschaften bewerben sich um die Meisterschaft' der 8-Klasse. Infolge der großen räumlichen Entfernungen war eine Einteilung in vier Bezirke notwendig. Es spielen: im 1. Bezirk: Tv Aliendorf (Lahn», Tv. Dutenhofen, Tv. Lützellinden. Tv. Wehlar-Riedergirmes II; im 2. Bezirk: Tv. Lich. Tv. Treis a. d. L.. Tv. Großcn-Buseck II, im 3. Bezirk : Tv. Dorheim, Tv. Hirzenhain. Tv. Ortenberg. Tv. Rieder-Mörlen; im 4. Bezirk: Tv. Brauer- schwend, Tv. Maar. Tv. Romrod. Tv. Lauterbach II, Tv. Alsfeld II. Rach der in Freund- schaftslpielen gezeigten Spielstärke könnten Alsfeld Wehlar-Riedergirmes, Dorheim und Lich Gruppenmeifter werden, die dann die Klofsen- Meisterfchaft unter sich austragen Schwach ist nur die Beteiligung in der Jugendklasse, in der folgende fünf Mannschaften um den Sieg kämpfen: T.-u. Spv. Butzbach, Mtv. Gießen, Tv. Wetzlar, Tv. Heuchelheim und Tv. Lich. Da die beste Mannschaft des Vorjahres, T- u. Spv. Buhbach, zurückgegangen ist, dürfte die Iugend-Els des Mtv. ziemlich sichere Aussichten auf die Meisterschaft haben. Am stärksten an den Pflichtspielen sind mit je drei Mannschaften beteiligt: Mtv. Gießen, T.- u. Spv. Butzbach und Tv. Wetzlar (die Wetzlarer erste Els in der Kreisklasse). Die von Gauspielwart Seibert (Wetzlar) und tandballobrnann Mohr (Gießen» getroffene inteilung der Spielfolge läßt einen glatten Verlauf der diesjährigen Punktspiele erwarten. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Arn vorigen Sonntag trat die e r st e H a n d - ball mannschasl des Tv. 1 8 4 6 Gießen zu ihrem ersten Verbandsspiel gegen T v. 18 6 0 Dad-Rauheim an. Infolge mehrfachen Ersatzes ging man mit wenig Siegeshoffnungen in den Kampf. Mit um so größerem Eifer wurde jedoch gespielt, und bald zeigte sich eine Ueber- legcnheit der 1846er, die das Holbzeitergebnis 4 1 für sich herstellten Rach Seitenwechsel erhöhten die Gießener das Ergebnis noch um drei Treffer, während 1860 Bad-Rauhcim vergebens versuchte, das Torverhältnis zu ändern. Während 1860 Bad-Rauheim fast in allen Monnschaftsteilen sehr zersahren spielte, war bei Gießen teilweise recht geschicktes Zuspiel, besonders aber großer Eifer zu beobachten. In ähnlicher Aufstellung dürfte den 1846ern noch mancher Erfolg beschieden fein. Handball im Mannerturnverem (O.T Y Am nächsten Sonntag tragen drei Hondball- monnschoften des Gießener Männerturnvereins Verbandsspiele aus. Die erste Mannschaft spielt in Friedberg gegen die Turngemeinde; sie wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie nicht mit einer Riederloge heimkehren will. — Die zweite Mannschaft muß in Heuchelheim gegen die erste Mannschaft des dortigen Turnvereins antreten. Günstigenfalls werden die Gießener ein Unentschieden herausholen können. — Die erste Iugendmannschaft. empfängt aus eigenem PlWr die gleiche des Turnvereins L i ch Uebcr den Ausgang dieses Spieles ist schwer eine Voraussage zu machen, da die Licher Iugend eine noch ziemlich unbekannte Mannschaft ist. Handball im T. D. Großen Nuseck. Am kommenden Sonntag erwartet die erste Mannschaft die gleiche vom Turnverein Bad- Rauheim zum fälligen Pslichtspiel. Betrachtet man die Resultate der Bad-Rauheimer in den letzten Verbandslpielen, so kann man annehmen, daß Bad-Rauheim auch in der diesjährigen Serie einen achtbaren Gegner abgibt Die 2 Mannlchast hat die 1. Mannschaft deS Turnvereins Lich zum ersten Verbandsspiel. Lich, das in diesem Spiel die körperlich stärkere Mannfchast stellen wird, durfte man daher über die körperlich schwächeren Busecker ein kleine- Plus zusprechen. Handball im T. V. Großen-Linden. Die Iugend des Turnvereins Großen-Linden folgt am kommenden Sonntag einer Einladung der Iugend des Turnvereins Kirch-GönS. Da über die Spielstärke deS Gastgebers tvenig bekannt ist, muß man den AuSgang deS Treffen- offcnlaffen Die erste Elf ist spielfrei, da der Turnverein» Wetzlar seine zweite Mannschaft von den Pflichtspielen zurückgezogen hat. Drei Laufwunder starten in Berlin. ■ < ... .<* * * *• Links: Lad d u m e g u e , der französische 1500-Meter-Läuscr. — In der Mitte: Dr. P e l tz e r , der deutsche Weltrekordlcr. — Rechts: Nurrni, der große ____________Läufer der Mttcl- und Langstrecken. —Die drei starten am 21.September in Berlin bei deyi internationalen Sportfest des S.C.C. Helene Chlodwigs Schuld und Sühne. Vornan von J. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ihr Gesicht war weiß, während ihre Hände schlaff über die Lehne des Stuhles zur Erde hingen. „Unö deine anderen Kinder?" „Selene, ich bitte dich! — Run rechtest du mit mir!" .Ich rechte nicht! Ich frage nur, ob du für die anders fühlst, als für Hubert?" „3a!" „Iust! — Du hast mir doch immer gesagt —" .3a, ich habe gesagt, man muß alle seine Kinder in gleicher Liebe umfassen. Ich tue das ja auch gewiß. Helene. Iedem bin ich der Vater, der liebt, straft, verzeiht und die Hände über fein Leben hält. Du bist so wenig zu Hause, daß eS dir gar nicht so zum Bewußtsein kommt, wie Hubert alles an sich zieht und nicht mehr losläßt, was sich ihm einmal zu eigen gegeben hat. 6r ist kaum sechzehn und ist gereift wie ein Zwanzigjähriger " -Du hast dich eben am meisten mit ihm beschäftigt", wandte sie ein. .Das ist nicht richtig, Helene. Er ist aus sich selbst geworden und über mich hinausgewachsen, ohne alles Zutun. Wir werden einen Sohn haben, der unser beider Ramen überdauert." Frankes Töchter kamen Arm in Arm durch den Garten geschleudert. Blond und blauäugig, wie die Mutter, mit dem feingezeichneten Mund und der klargezogenen Stirne des Vaters. Helenens Augen strahlten auf. Später, wenn sie erst der Schule entwachsen waren, wollte sie dieselben mit auf Reisen nehmen. Sie würden umworben fein, gefeiert, geliebt, sich in glänzende Verhältnisse hinemverheiraten. 'n gellender Rus kam vom Wald herüber. Franke horchte auf. Das war Klein-Iusts Stimme gewesen. Wahrscheinlich ein Sieges- geschret. „Vater!" Eine Gestalt hetzte über die Wiesen. »Es ift etwas passiert!" Der Doktor schnellte aus, warf die Zigarette ins Gras und lief dem Ausgang zu. Em Dutzend Arme geisterten ihm entgegen. Iusts Helle Stimme gellte auf. „Hubert ist abgestürzt!" Eine Sekunde vollkommener Lähmung. Dann durchbrach Franke die Kette der Knaben, die herbeigelaufen waren, und eilte dem Walde zu. Helene sah es von ihrem Stuhle aus, fühlte das Erstarren der Füße und wie sich diese Bewegungsunfähigkeit nach den Armen und von dort nach den Hüften erstreckte. Sie saß reglos und hatte den Mund zu einem Hilfeschrei geöffnet, aber die Kehle versagte und vermochte nicht einen Laut zu geben. Die Geheimrätin kam ahnungslos aus dem Hause, sah nach der Schwiegertochter und war im nächsten Augenblick an deren Seite. „Hat es Zank gegeben, Helene?" „Hubert!" — „Was ist mit ihm?" Ein verzweifeltes Heben der Arme. Die alte Dame war» zufällig einen Blick nach dem Waldsaum. Da sah sie den Sohn mit einer Last auf den Armen in das Geflimmer des Rachmittags treten. Der Schreck hatte ihr für eine Minute die Bewegungsfreiheit gelähmt, dann übcrwand der Wille, zu helfen, die Betäubung. Iyre Füße waren rasch wie die eines Mädchens, als sie jetzt über die abgemähten Stoppeln ging, den beiden entgegenlief. Von Frankes Stirn rann der Schweiß in dicken, Hellen Tropfen. Sein Gesicht war so weiß wie das des Knaben, welches reglos gegen feine Schulter lehnte. Die Schramme, welche sich über feine Stirne hinzog, war nicht tief. Demnach mußten die Verletzungen innerer Ratur fein. „ßt ist abgestürzt!" Die Stimme des Doktors war ohne jeden Klang. „Iust! Wie war das möglich?" Die Gcheimrätin hielt umsonst die Arme hoch, denn Franke legte ihr den Sohn nicht hinein. „Er muh sich über das Geländer des Steges geneigt haben. Cs gab nach und brach mit ihm in die Tiefe. — Telephoniere sofort an Professor Klahn, daß ich um sein Kommen bitten lasse." Helene schritt unsicheren Ganges nach dem Gartentore, hielt sich am Pfosten fest und sah ibrem Manne entgegen, wie er, unter der Last des Knaben schwankend, auf sie zukam: „Iust!" Ihre Hände streckten sich nach dem Sohn, fielen herab und hoben sich bann wieder, um sie über das entfärbte Gesicht zu decken. „Du mußt jetzt stark sein, Helene", mahnte Franke, während sie dem Hause zugingen. „Ich hoffe, daß es nur eine Gehirnerschütterung ist. Irgendein Bruch der Glieder liegt nicht vor. Professor Klahn kann in ein- bis eineinhalb Stunden hier sein. Die Mutter soll es so dringend als möglich machen." Die Stimme der Geheirnrätiy, die am Apparat stand, war bis in den Garten hinaus zu vernehmen. „Ia, bitte sofort, Herr Professor! Mein Sohn läßt Sie herzlich darum ersuchen. Sein Aeltester ist schwer verunglückt." Weiter war nichts vernehmlich. Franke schritt die Treppe hinauf. Er ging trotz der Schwere des jungen Körpers, wie jemand, der jeden harten Schritt vermeidet, eine kostbare Last nicht zu gefährden. Helenes Willenskraft kam zum Teil zurück. Sie deckte mit fliegenden Händen das Bett ab und war dem Gatten behilflich, den Sohn hineinzulegen. Franke knöpfte das weihe Lsinenhemd des Knaben auf und horchte an dessen Herz. „Ditte Gott, daß wir ihn nicht verlieren müssen, Helene." Ihre Füße versagten. Sie sank auf den Hocker neben dem Bett und ließ den Kopf auf das weiße Linnen fallen. Sie sollte Gott bitten, daß er ihr den Sohn ließ. — Den Sohn, dessen Vater sie vor sechzehn Iahren in die gleiche Schlucht gestürzt hatte, die nun auch fein Verhängnis geworden war. War das Vergeltung?! Ausgleichende Gerechtigkeit? - Ein Mahnen, daß über dem Tun und Wollen der Menschen eine Hand waltet, die, unbeirrt von erdenhaftem Wünschen, den Zeitpunkt der Bestrafung festsehte und die Hämmer niedersaufen ließ, wenn der Schuldige längst feine Tat und Sünde vergessen hatte? Ihr schien, als liege das „Damals" unermeßlich weit zurück. Lind waren doch erst sechzehn Sommer und Winter darüber hingegangen. Ganz ein- gelullt war sie gewesen in Glück und Freude. Richts hatte in all der langen Zeit gemahnt, daß sie mit einer ungefüllten Schuld neben Gatten und Kindern herging und daß diese Schuld eines Tages werde bezahlt werden müssen. Franke hatte mit behutsamen Fingern den Sohn zu untersuchen begonnen. Als er das Hemd über der schmalen Knabenbrust wieder zusammenknöpfte, war sein Gesicht in steinernem Schmerz verzogen. „Ich hätte Professor Klahn nicht herausbitten sollen. Wir müssen Hubert in die Klinik bringen. Telephoniere ans Rote Kreuz um den Krankenwagen. — Ich bin für den Moment nicht dazu fähig." And als Helene, betäubt von dem Gehörten, gegen die Wandung am Fußende des Bettes taumelte, fegte er den Kops gegen ihre Schulter und hielt ihre beiden Achseln umkrampft. „Er wird ein Krüppel fein, Helene!" Sie schüttelte seinen Arm ab und sah mit ihren verweinten Augen erst nach ihm, dann nach dem Knaben, der mit weitzurückgebeugtem Racken in den Kissen lag. „Wofür bist du Arzt!" schrie sie auf. „Helene!" — ..Wofür ruft man euch, wenn ihr so machtlos seid?" Er wollte aufbrausen, sah wie ihren Körper ein Schüttelfrost gepackt hatte und haltlos hin und herstieß und zwang sich gewaltsam zur Ruhe. „Wenn wir Aerzte allmächtig wären, Helene, wenn alles Leben und aller Tod nur von uns ab- hinge! Keiner würde mehr sterben! Am wenigsten vor allen diejenigen, die unseres Fleisches und Blutes sind." „Das ist er ja nicht!" wollte sie schreien, aber ihre Kehle gab keinen Laut mehr. „Telephoniere, daß Averson kommt!" „Averson?" — Franke steifte den Rücken gerade und warf einen Blick nach dem Sohn. „Iust! Ich bitte dich!" Mit schleppenden Schritten ging er aus dem Zimmer. * ♦ * * Die Geschwister umstanden mit hilflosen Gesichtern die geheimrätliche Großmutter, welcher Iust, der Achtjährige, den Hergang der Katastrophe erzählte. „Hubert wollte eben die gefallenen Krieger einsegnen. Wir hatten einen Tannenbuschen an eine Stange gebunden, damit neigte er sich über die Brücke, um den Wedel anzufeuchten. Cs sollte Weihwasser für die Toten sein. In der nächsten Minute krachte es und er stürzte kopfüber in den Wildbach." Als Franke in das Zimmer trat, machten sich die Kinder ganz schmal. Hella, die Fünfzehnjährige, trug keinen Tropfen Blut im Gesichte, als sie jetzt auf ihn zuging. „Steht es schlimm, Vater?" Er sah sie kaum an, hob die Achseln und fuhr sich über die Stirne. Während er am Telephon stand, hingen die Augen der beiden Töchter und des jüngsten Sohnes an ihm. Als er sprach, zuckten die jungen Körper zusammen. Heiser, abgehackt, das Schluchzen gewaltsam verbeißend, sprach seine Stimme in den Apparat: „Meine Frau bittet um Ihr Kommen, Averson! — 3a, um 3hr Kommen! ilnfer Aeltester ist verunglückt!" Was der Direktor erwiderte, war nicht vernehmbar. Rur Frankes: „3ch danke 3hnen, Averson!" fiel schwer in die Mittagsstille des Raumes. „Der Herrgott wird ihn uns nicht nehmen. 3ust!" Die Geheimrätin war auf den Sohn zugetreten und legte ihre Hand auf feinen Aermel. Als er nichts sprach und nur das Gesicht abwandte, winkte sie den Kindern zu, das Zimmer zu verlassen. Man hörte ihre gedämpfte Stimme durch daS geöffnete Fenster, welches den sommerlichen Geruch getrockneten Grases hereinströmen ließ. Von den Wiesen herüber kam das Wehen der Sensen. 3rgendwo gellte ein Pfiff, der einen Geier erschrecken sollte, welcher über dem Gehöfte kreiste. Mit Hellem Krachen schlug eine halbreife Dirne auf das Dach der Veranda und hopste auf den Rasen, wo sie zerbeult liegenblieb. .3ch gäbe mein Leben für das seine, wenn es möglich wäre." Frankes Brust wurde von einem trockenen Weinen gestoßen. „3ch kann das nicht sehen: Das Liebste, das ich habe, als Krüppel neben mir herschleichen — zehn, zwanzig, vielleicht dreißig 3ahre lang! — Lieber ein Ende machen! 3etzt gleich! 3hm und mit!“ (Fortsetzung folgt) Handball im T. V. Heuchelheim. e*onT,:G9 tragen Heuchelheims IxlIH OuanntoaftMi auf eigenem Platz ihre ersten BerLandSspiel« Di« Jugendlichen ha- Sen Wetzlar» fugend zu Go.st u>ch werden btelen bU Punkt« .Untaffen r.üffen. Anschließenb 1*6