ä:t?5 "tniit nj-ph- ?r<* K-Z Väschen. " »i-f6 ;b=5«» b>> 2^° °i,i -«ich! ,oib,i -.LI!?» * Sä n*« b« ZT 9en Döberner 0p, I ntuc 2fi. 8. jt. ^gsburg.Jiütn^. fn Stählen erprob wirb e n„e ?an"Wti0e 'urzchn Zeit u oder eine Last, kann. 345g Ihm 1 Ausfühiung lltorstr. 25. Heilbar ’in fdjöneS nabmcird, In bebet tragen unter (BH7 >/ger erbeten. ritzttMtz Gicht«. DMntäg.bea IS, unb Millmoch, den c Srasnuhungm füt fenllich meifttW 34i4l 10 üormiltägi S Uhr -rRobheimerSlrahe, lachlhch, die frühere hiebe ÜBieje an der 1 drei Abteilungen, re holpilalioiele aus Abteilungen unb die jnb Gräben usw. tm 30, oormiitägrS Uhr ber haminslrahe an re Grasnutzung von 'n von der Hamm- ’ bie Bölchungen °n ;elW"nh0r *,S»«9W *5*8.6'* rS M) die Ä'l der **f2* v ■' Kir Eberftrahe iftmder^ > w Grasstücke »n efe Derst°iS°L jfciSff li 1930. rgermei^' ^fznbeS— !SSss HS MS KM -WZ »u> •> t«« <** Montag, 19. Ma! 1950 180. Jahrgang Nr. »6 Erstes Blatt GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilülr-Vuch. und Steinörudcret R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftrstelle: Zchulstrahe 7. anterSammelraimmer2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. pol|d)t(ffonto: Frankfurt am Main 11686. Erscheint tügltch. außer Sonntag» unb Feiertag». Bellogen: Vie Illustriert» Gießener Familienblätter Heimat im Bild Di« Scholle ■onal$>Bejug$prtts: 2.20 Reichsmark unb 30 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge HSHerer Gewalt. Annahme von Anzeigen für bie lagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, ausroärt» 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Frieds Ivilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für ben übrigen Teil Ernst Dlumschein unb für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Dießen. Vrianos panemoyaischer Fragebogen in Veckin überreichi Post, kurze Zeil später kamen die die erste Etappe rnitsahren; den sich u. a. der Leibarzt des Dr. Megias und zwei spanische die 22 Passagiere, unter ihnen befin- spanischen Königs Offiziere, INinisle- marsch!", und langsam glitt der Lustriese aus der Halle, um sich 17.18 Uhr unter dem Jubel der Zu- schauer in die Luft zu erheben und bald daraus in westlicher Richtung zu verschwinden. Der Flug ging über Basel, das 19.50 bei starkem Westwind und Regen in zirka 350 Meter in Richtung aus die burgundische Pforte passiert wurde. Um 21.30 Uhr befand sich „Graf Zeppelin" In ruhiger und angenehmer Fahrt gegen starken Gegenwind dicht vor Befan 5 0 n bei schönem Sonnenuntergang. Die erste Abteilung der Passagiere nahm indessen das Abendbrot — Ragout mit Spätzle — ein. Um 2330 Uhr wurde Lyon überflogen und am Montag um 1 Uhr früh (wahrscheinlich Greenwicher Zeit) die Küste westlich der Rhone- Mündung beim Leuchtfeuer Beauduc ü b e r s ch r i t - t e n. Das Wetter ist ruhig, wie der Schlaf der Passagiere. Kurs Mallorca (Balearen), das um 5.15 Uhr überflogen wurde. Das Wetter ist gut, und das Luftschiff fuhr mit einer Geschwindigkeit bis zu 150 Kilometer in der Stunde. rialrat Dr. Ladt (Berlin), Lady Drumond hay, der amerikanische Journalist, Karl von Wiegand und Dr. Gustav Kauder. Die Motoren wurden noch einmal kur; ausgeprobt. Das Luftschiff war gegen 16 Uhr klar zur Abfahrt. Als letzte bestiegen Dr. Eckener und Kapitän Lehmann das Schiff. Um 17.11 Uhr ertönte das Kommando „Luftschiff rung dieses Planes entweder der ersten Europäischen Konferenz oder dem künftigen „Europäischen Ausschuß" vrzubehalten. Unter diese Fragen fielen die des Bereiches des europäischen Zusammenwirkens, besonders auf den Gebieten der Durchführung der Wirtschaftspolitik des Völkerbundes, der Kontrolle der Politik der Industrieverbände und Kartelle, des Zusammenwirkens der europäischen Staaten bei öffentlichen Arbeiten, der Regelung der Der- kehrswege und des Durchgangsverkehrs, ferner auf dem Gebiet der Unterstützung des Kreditwesens für die Aufschließung der wirtschaftlich mmderentwickel- ten Gegenden Europas sowie auf den Gebieten der Arbeit, der Hygiene und des geistigen Zusammenwirkens Es komme nicht darauf an, mit einem Schlag« einen Idealbau aufzurichten, der abstrakt allen logi- chen Bedürfnissen eines gewaltigen europäischen Bundesapparates entspräche, sondern sich praktisch mit der Verwirklichung eines er st en Anlaufes zu dauernder Solidarität zwischen den europäischen Regierungen zu befassen. Die Regierung der französischen Republik lege Wert darauf, die Antworten bis zum 15. Juli zu erhalten. Die Regelung der wichtigsten materiellen und moralischen Probleme, die der Krieg gezeitigt habe, werde Europa von der Bürde befreien, die so schwer auf einem Geiste wie aus seiner Wirtschaft gelastet habe. Einig sein, um zu leben und zu gedeihen, das sei die gebieterische Notwendigkeit, vor ber ortan die Völker Europas ständen. Paris, 17.Mai. (WTB.) Die Reparalionskom- I Mission Hal in ihrer heutigen Rachmitlagssihung, an der der Vorsitzende der kriegslaftenkommsifion, Ministerialdirektor Kuppel, teilgenommen hat, die im Haager Abkommen vorgesehene Feststellung, daß alle Vorbedingungen für die Inkraftsetzung des Zoungplanes erfüllt sind, gemacht. Die Reparationskommission' hat hierauf dessen feierliche Verkündigung vollzogen, d. h. die Vertreter der Regierungen von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Belgien und Japan haben um 18 Uhr das Protokoll gezeichnet. Der im Anhang V des Poungplans vorgesehene Sonderausschuß, aus Vertretern der Reparationskommission, des Generalagenten für die Reparationszahlungen, der Reichsregierung und der Bank für internationale Zahlungen Hal der Internationalen Zahlungsbank die Deutschland betreffenden Befugnisse der Reparationszah- lungsstelle und der entsprechenden in Berlin bestehenden Organismen, die aufgehoben worden sind, übertragen, sowie außerdem die Befugnisse der Rcparalionskommission selbst. Es bleiben also nur die Befugnisse der Organismen erhalten, deren Aufrechterhaltung für den poungplan notwendig ist. Die Vernichtung der deutschen Schuldverschreibungen A, B und C und der Schuldverschreibung der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist am Sitze der Repa- rationskommisfion in Anwesenheit von Vertretern des Ausschusses und der interessierten Parteien oor- genommen worden, hiermit tritt der Ponng- P la n in Kraft. Er wird als unter dem 17. Mai in Durchführung begriffen angesehen. Diese Feststellung wird allen Mächten, die die Haager Abkommen unterzeichnet haben, notifiziert werden. Die Be- ziehnngen der Reparationskommisfion zu Deutschland haben mit dieser Inkraftsetzung de» neuen Planes ihr Ende gefunden. Der französische Außenminister Aristide Briand, der Vater des Paneuropamanifestes. über die Einrichtung einer Art von Bundesverhältnis zwischen den europäischen Völkern möglich sei. Es wurde anerkannt, daß es nötig sei, etwas Derartiges anzustreben, und Briand wurde damit betraut, in einer an die beteiligten Regierungen zu richtenden Denkschrift die wesenllichen Fragen darzulegen, die zu dem genannten Zweck zu prüfen seien. Briand stellt bann fest, heutzutage zweifele niemanb mehr baran, bah ber Mangel an Zusammenhalt in ber Gruppierung ber materiellen und moralischen Kräfte Europas das ernsteste Hindernis für die Fort- eutwickluug und die Wirksamkeit aller Einrichtungen darstelle, auf die man die ersten Anfänge einer weltumspannenden Organisation des Friedens zu gründen suche. Die Zersplitterung der Kräfte beschränke in Europa nicht minder bedenklich die Möglichkeiten des Wirtschaftsmarktes und die industriellen Absatzmöglichkeiten. Sie werde noch vermehrt durchs die große Ausdehnung der neuen Grenzen mit mehr als 20 000 Kilometer Zollschranken, „Ine man habe schaffen müssen, um den internationalen Bestrebungen Europas Genüge soll umfassen: a) die Prüfung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und anderen Fragen, die die europäische Gemeinschaft besonders angeben und vom Völkerbund noch nicht behandelt worden sind; b) die besondere Einwirkung auf die europäischen Regierungen, damit sie die Durchführung der allgemeinen Beschlüsse des Völkerbundes be- schleunigen. An dritter Stelle wird die Notwendigkeit der vor- herigen Festlegung der wesentlichen L e i1 g e b a n • k e n behandelt, die den allgemeinen Begriff des „Europäischen Ausschusses" bestimmen sollen, hier führte Briand aus, bie wirtschaftlichen Gesichtspunkte mühten all- gemein ben politischen untergeorbnet werben. Ieber Fortschritt auf dem Wege ber wirtschaft- tichen Einigung werbe durch bie Sicherheitssrage bestimmt, während diese Frage selbst eng mit der des erreichbaren Fortschrittes auf dem Wege der politischen Einigung Zusammenhänge. 3n- solgedessen müsse der versuch, Europa eine organische Struktur zu geben, zunächst auf politischem Gebiete einsehen. Auf dieser Grundlage müsse auch bie Wirtschaftspolitik Europas in ihren großen Zügen sowie bie Zollpolitik jebes europäischen Staates im betonteren aufgebaut werben. Unter tem Begriff tes politischen europäischen Zusammenwirkens sei ein Bunb auf ter Grundlage tes Gebankens ber Einigung, nicht ber Einheit zu verstehen; b. h. ber Bunb müsse elastisch genug sein, um bie Unabhängigkeit und nationale Souveränität j e - den Staates zu wahren, aber doch allen ten Vorteil kollektiver Solidarität bei ber Regelung politischer Fragen zu gewährleisten. Eine solche Auffassung könnte ten allgemeinen Ausbau be* Schiedsgerichts- und Sicherheitssystems in (Europa, sowie die fortschreitende Ausdehnung ter in Locarno begonnenen Politik ter internationalen Garantie auf die ganze europäische Gemeinschaft bis zur Zusammenfassung der Sonterabkommen in einem allgemeinen System zur Folge haben. Briand behandelt hier ten Begriff einer wirtschaftlichen Organisation Europas zu tem Endzweck ter gegenseitigen Annäherung ter euro- päischen Volkswirtschaft und schlägt auch hierfür einen Vertrag vor, ter die wirtschaftliche Solidarität als Endziel der Zollpolitik ter europäischen Länder als Ideal bezeichnet. Mit Hilfe einer solchen allgemeinen Einstellung könnte eine Rationalisierung ter Erzeugung und des europäischen Güteraustausches angestrebt werden, und zwar z. B. durch fortschreitende Erleichterung tes Güter-, Kapital- und Personenverkehrs. An vierter Stelle wird die Zweckmäßigkeit erörtert, die Untersuchung aller Fragen der Durchfütz- Das jntrafllrefen des poungplans verkündet und die Meinlandräumung angeordnet. Gras Zeppelin auf dem Südamerikaflug. Glatter Start unter Eckeners Kommando. — Das Lustschiff befindet sich am Montag früh über den Balearen in Dichtung aus Sevilla. Offizielle Eröffnung derInier- nationalen Zahlungsbank. Bafel, 17.Mai. (WTB.) Die offizielle Eröffnung ter Tätigkeit ber Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist heute erfolgt. Da bie haupt- voraussehung für bie Inbetriebnahme ber Bank, bie Unterzeichnung des Trusteevertrages zwischen ten Regierungen unb ter BIZ. in Paris stattfindet, sah man von jeder Zeremonie im Gebäude ter Bank in Basel ab. Am Montag wird auch die Ueb/rweifungsanzeige für 145 Millionen Reichsmark in Bafel eintreffen, die der Reparationsagent Parker Gilbert am Samstag auf Konto ter BIZ. hat überweisen lassen. Da» Geld bleibt aber vorläufig in Berlin zur Abdeckung verschiedener Sachlieserungsoerlräge und anderer noch auf Konto der Reparationen bestehender Verpflichtungen, bie noch zu begleichen sind. Der Räumungsbefehl. Paris, 17.Mai. (WTB.) Die französische Regierung veröfsentlicht folgendes offizielle Lom- m u n i qu e: Nachdem bie Reparationskom- Mission in ihrer heutigen Sitzung feffgeffellt hat, daß alle erforderlichen Bedingungen für die Inkraftsetzung des Joung- plan» erfüllt find, unb daß vor allem Deutsch, land ter Internationalen Zahlungsbank das durch bie Haager Abkommen vorgesehene Ge s a m t s ch u l. denzertifikat aasgetjänbigt hat, hat Ministerpräsident T a r d i e u gemäß ben Erklärungen, die die Regierung vor tem Parlament abgegeben hat, den Befehl gegeben, bie III. Rheinland z 0 n e 3 u räumen. Der «Malin- schreibt: Die französischen MililLv- behörden werden natürlich sich beeilen müssen, um zum 30. Juni die Räumung durchgeführl jn Friedrichshafen, 18. Mai. (WTB.) Das Luftschiff „Gras Zeppelin" ist heute nachmittag 17.18 Uhr unter der Führung von Dr. Eckener zu seinem Südamerikaflug gestartet. Dem Start tes Luftschiffes wohnten Tausende von Menschen bei. Schon in den Vormittagsstunden hatte der Zustrom von auswärts eingesetzt, in ten Rachmittagsstunden verstärkte er sich mehr und mehr. Kur; nach 16 Uhr wurden die letzten Postsäcke, die das Luftschiff mit- nahm, herangeführt, im ganzen 600 Kilogramm zu tun“. Das Wirken des Völkerbundes könne in Europa auf ernste Hindernisse stoßen, wenn dieser territorialen Zerstückelung nicht baldigst ein Ausgleich entgegengesetzt werbe Der europäische Verband solle sich keineswegs gegen andere Volksgruppen richten, die in anderen Erdteilen oder in Europa außerhalb des Völkerbundes beständen. Weiter müsie mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, daß die curo- päische Union in feiner Weise eines der souveränen Rechte beeinträchtigen dürfe, die den Mitgliedsstaaten des Völkerbundes zustänten Die Verständigung zwischen den europäischen Staaten müsse auf dem Boden unbedingter Souveränität und völliger politifcher Unabhängigkeit erfolgen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze übermittelt Briand den 27 beteiligten Regierungen eine Aufstellung verschiedener Punkte zur Prüfung, über die er f ie bittet, ihre Ansicht zu äußern Die erste Gruppe beschäftigt sich mit der Rot- weudigkeit der Aufstellung eines Dertrages, der ten Grundsatz der moralischen Ver- bundenheit Europas aufstellt und eine feier! iche Bekräftigung der zwischen den europäischen Staaten geschaffenen Solidarität bildet Hier sollen sich die Signatarregierungen verpflichten, in periodisch wieterkehrenoen oder in außerordentlichen Tagungen regelmäßig miteinander in Verbindung zu treten, um alle Fragen zu prüfen, die die Gemeinschaft ter europäischen Völker angeben Sn der zweiten Gruppe seiner Vorschläge te- zeichnet Briand die Einrichtungeiner eu ropäischen Konferenz als notwendig, die aus den Vertretern aller europäischen Mitglieder tes Völkerbundes bestehen soll. Zur Dermei- düng jeden Metergewichtes eines europäischen Staates über den anderen müsse der Vorsitz in der Konferenz jährlich wechseln und der Reih« nach geführt werden Weiter bezeichnet Briand die Schaffung eines Vollzugsorgans in Gestalt eines ständigen Ausschusses für notwendig Der Ausschuß soll in Gens tagen, seine Sitzungen mit denen des Völkerbundes zusam- menfallen Der Vorsitz im Ausschuß soll der Reihe nach geführt werden Zu den Ausgaben tes Ausschusses soll gehören: die Prüfung jedes Verfahrens zur Verwirklichung und Durchführung tes in Aussicht'genommenen Planes sowie die Gesamtaufstellung eines Programms tes eu- ropäischen Zusammenwirkens: dieses Programm Was tollt Briand? SS ist eine für Briand wenig günstige Stunde, die er sich zur Veröffentlichung seines Frage- bogenS über das Vereinigte Europa ausgesucht hat Wer von allen anderen Ländern Vertrauen heischt, darf nicht Mißtrauen zum wesentlichen Element feiner Politik machen Der Fragebogen mühte nicht aus Frankreich stammen, wenn nicht in ihm die Rede wäre von Bürgschaften und Sicherheiten, Dinge, die durch die französische Politik eine ganz bestimmte Bedeutung erlangt haben. Enger als ter Völker- bundSvertrag kann auch ein Europavertrag die Bölter nicht aneinanderketten, um so weniger, als Briand zwar sehr geschickt wieder einmal den zweiten Schritt vor dem ersten tun will. WaS will Briand? Der französische Außenminister verfolgt mit seinem Fragebogen nicht etwa eine Liebhaberei, sondern nicht mehr und nicht weniger als die Sicherung Frankreichs, so wie es der Versailler Vertrag gestaltet hat. durch die Bürgschaft ganz Europas. Mit dieser Bürgschaft wlll sich offenbar Frankreich begnügen, nachdem es in zehn Jahren nicht gelungen war, bie Union und England als Schuhmächte für Frankreich mit Verträgen von ewiger Dauer zu bestellen. Der Locamo-Dertrag ist nach französischer Auffassung ebenso wenig geeignet, die Grenzen Frankreichs zu sichern, wie ter Kellogg- Pakt ober das Haager Schiedsgericht. Soweit Frankreich feine Sicherheit auf die Spitze ter Bajonette stellen kann, hat es dies so ausgiebig getan, daß jede Abrüstungskonferenz, an der Frankreich teilnimmt, ein Widerspruch in sich ist. GS ist durchaus kein Zufall, daß Briand den Fragebogen just an dem Ta ge dar öffentlichen Meinung Europas vorlegen laßt, an tem der Boung-Plan in Kraft g ese tz t wird. Frankreich fürchtet, daß Deutschland mit äußerster Energie seine wirtschaflliche Produktion steigern werte, nicht etwa um den Tribut zu leisten, sondern um durch Eroberung ter wirtschaftlichen Borherrschaft die politische zurückgewinnen zu können Um diese Entwicklung zu verhindern, will Frankreich versuchen, zunächst Europa wirtschaftlich so zu organisieren, daß ein Land allein sich nicht würde vordrängen können, ohne auf den Widerstand ter anderen Länder zu stoßen Die Gefahr, die für Deutschland in ten Plänen Frankreichs liegt, ist unverkennbar die, daß das Vereinigte Europa mittelbar oder unmittelbar die Produktionskräfte und Produktionsver» hältnisse f e ft I e g c n soll. Frankreich kann einen solchen Versuch machen, es ist im schlimmsten Fall wirtschaftlich und handelspolitisch nicht auf Europa angewiesen Briand gibt nicht zu erkennen, daß Frankreich heute oder morgen seine Dchuh- zollmauern aboauen würde, um sich mit allen Kolonien den Vereinigten Staaten von Europa einzugliedern. Wohl ater will Frankreich, durch geschickte handelspolitische Querverbindungen scheinbar die Produktivkräfte der Einzelländer, in Wirklichkeit ater ihre politischen Grenzen so gesichert wissen, daß keine Aen- terung denkbar und möglich sein darf. Indessen. Deutschland hat keine Ursache, sich ohne ausreichende Dorfichtsmaßnahmen auf das Glatteis teS Fragebogens zu begeben Es kann bei dieser Gelegenheit eindringlich klarmachen, daß seine Wirtschasts- und Handelspolitik durch den Zwang zur Tributleistung gebunden ist. Wie diese Bindung sich im einzelnen vollzieht, dazu gehört nicht nur ter Hinweis auf den Tribut, sondern auch daraus, daß die Produktionskraft 'Deutschlands durch die Gebietsverluste im Osten so geschwächt worden ist, daß auch alle anderen Länder darunter leiden müssen Oer Fragebogen Berlin, 17. Mai. (TU.) Die Denkschrift Briands über die Organisation des Systems eines europäi- chen Staatenbuntes wurde am Samstag der )effentlichkeit übergeben. Die umfangreiche Dent- chrift geht, wie Briand ausführt, zurück auf Be- prechungen, die im September 1929 stattfanten. Seinerzeit wurde geprüft, ob eine Verständigung haben. Jedenfalls find alle Anweisungen ergangen. damit alle» getan werde, um bis zu diesem Zeitpunkt fertig zu lverden. — Wie zu erwarten war. nimmt die rechtsstehende presse den Räumungsbesehl nicht freundlich aus. Typisch für ihre Einstellung ist, was der ..Figaro" schreibt: Den 17. Mal 1930 werde die Geschichte als einen ernsten Zeitpunkt bezeichnen. Zwölf Jahre nach dem Siege bringt er da» Ende einer Epoche, in der unser Land noch wirksam gemäß den historischen Traditionen und maßvoll am europäischen Frieden arbeiten konnte. Er eröffnet eine neue gefahrvolle Aera der Diplomatie. Diejenigen. die sich öinbilden. daß die Liquidierung des Kriege» und die Räumung des Rheinlandes Erleichterungen für die Politik vorbereiten, täuschten sich gründlich. Da» Gegenteil steht uns bevor. Hindenburgs Reise in das befreite Gebiet. Der Reichspräsident besucht am 20. Juli v-.ain;. Koblenz, 17.Mai. (TU.) Wie die Telegraphenunion aus zuverlässiger Quelle erfährt, wird Reichspräsident von Hindenburg im 3uli die geräumte zweite und dritte Zone besuchen. Besondere Befreiungsfeiern werden aus diesem Anlaß in Speyer. Mainz, Wiesbaden, Koblenz. Trier und Aachen stattfinden. Die Reise • des Reichspräsidenten beginnt nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in Aachen, sondern am 19.3uli in Speyer, wo die große De- freiungsfeier für diePfalz stattfindet. Bon hier begibt sich der Reichspräsident im Kraftwagen nach Ludwigshafen. Die Weiterreise nach Mainz, wo er noch am 19. Juli abends eintreffen wird, erfolgt zu Schiff, mit dem er vorher noch in Worms anlegt, ohne jedoch den Dampfer zu verlassen. Am Sonntag. 20. 3uli, findet vormittags in der Mainzer Stadthalle eine schlichte Feier statt. Am Rachmittag des 20.3uü begibt sich der Reichs- Präsident nach Wiesbaden, um der Befrei u n g s f e i e r Im Kurhaus beizuwohnen. Er wird dann auf den Besitzungen des Reichskommissars für die besetzten Gebiete. Freiherrn Langwerth von Simmern, in Eltville Wohnung nehmen. Rach einem °Ruhetag wird sich der Reichspräsident am Dienstag, 22. 3uli, zu Schiff nach Koblenz begeben, wo er gegen 11 Uhr vormittags eintreffen wird. Hier sind u. a. eine Befreiungskundgebung auf der Festung Ehrenbreitstein, ein Festakt in der Koblenzer Stadthalle und eine Beleuchtung der Festung Chrenbreitstein vorgesehen. Am 23. 3uli begibt sich der Reichspräsident über Trier, wo nur ein kurzer Aufenthalt geplant ist, nach Aachen, von wo aus er am Abend desselben Tages die Rückreise nach DerNn antreten wird. Fridtjof Nansens letzte Fahrt Oslo, 17. Mai. (WTD.) Das norwegische Volk erwies am heutigen Unabhängigkeit c- tage seinem grvßenToten, Fridtjof Ransen 'die letzte Ehre. Der mit der norwegischen Flagge . bedeckte Sarg Äansens wurde um 10 Uhr in der Säulenhalle der Universität auf- - gestellt. Studenten bilheten die Ehrenwache, umgeben von den prächttgen Kränzen der königlichen Familie, des Storthing, der Regierung, der fremden Staaten, darunter der deutschen Regierung, des Völkerbundes und des diplomatischen Korps. Besonders ergreifend wirkten d i e Don russischen Flüchtlingen gesand- tenBlumenin Erinnerung an Ransens Hilfswerk während der Hungersnot. Um 10.30 Uhr setzte sich der am Unabhängigkeitstage traditionelle Zug der Tausenden von Schulkindern in weißen Sommerkleidern mit kleinen Fähnchen^ in der Hand in Bewegung. An der Universität verstummten Gesang und Musik, alle Häupter entblößten sich, und minutenlang herrschte unter der nach mehreren Tausenden zählenden Menge tiefes Schweigen. Während des Vorbeimarsches des Kinderzuges, der mehr als zwei Stunden dauerte, sammelten sich die geladenen Trauergäste in der Kolonnadenhalle der Universität sowie auf dem Universitätsplatz. Der König und der K r o n- Prinz trafen kurz vor Beginn der Zeremonie ein. Um 12.45 Uhr wurden in der ganzen Stadt die Fahnen Halbmast gesetzt. Um 13 Uhr begann die eigentliche Trauerfeier. Der Rektor der Universität, Professor S a e l a n d, schilderte die Laufbahn Ransens und erklärte, daß der Rame des großen Toten mit der modernen Geschichte Rorwegens ewig verbunden bleiben werde. Rach der Rede des Rektors ergriff der Präsident des Storthing, H a m b r o, das Wort und hierauf Ministerpräsident M o w i n cke l. »Sein Gedächtnis", sagte Mowinckel, „wird leben, solange Ror- weger leben. Sein Leben soll uns allen ein Beispiel sein." Während ein Trauermarsch Griegs erklang, trugen Studenten den Sarg zu einer mit vier Pferden bespannten Lafette. Dann setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Die Lafette wurde von einer Ehreneskorte begleitet: dann folgten die Familie Ransen, die Präsidenten des Storthing, der Ministerpräsident. Mitglieder des Storthings und der städtischen Körperschaften, hohe Beamte und Freunds des Toten. Dieser eindrucksvolle Zug geleitete die sterblichen Ueberreste des großen Rorwegers bis Halbwegs zum Krematorium. Dort fand anschließend eine Feier statt, an der neben dem König und dem Kronprinzen nur ein kleiner Kreis teilnahm. OerGturmaufdieGalz-epois Noch lein Erfolg der indischen Freiwilligen London. 19. Mai. (Reuter Funkspruch.) Am Samstag und Sonntag unternahmen die Gandhi' tSrettmUtgen hartnäckige aber vergebliche Versuche, in die Salzdepots der Regierung in QJ grüßen die Erklärung des Ministers, daß eine solche Amnestie auch die Fememörder umfassen müsse. Eine Amnestie, die die Wiederaufrollung der Fememordprozesse unmöglich Macht, wird unsere wärmste Unterstützung finden. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) wünscht eine Prüfung der Frage, ob das Zuständigkeitsgebiet der sog. Rechtsvertreter erweitert werden kann. Bei der gesetzlichen Regelung der Ablösung von Aufwertungshypotheken darf die Frage einer Aenderung der Aufwertungsgeseh- gebung nicht wieder aufgerollt werden. Mit der Amnestiefrage wird sich der Ausschuß beschäftigen. Wir müssen aber verlangen, daß eine solche Amnestie ohne Hnterfchied der Parteien ange- wendet wird. Die alte Forderung der Ehescheidungsreform muß endlich erfüllt werden. Wir verlangen darüber hinaus eine Reform des Familienrechts mit dem Ziel, daß die in der Verfassung verkündete Gleichberechtigung der beiden Geschlechter auch praktisch zur Anerkennung kommt und daß unser Recht der Entwicklung Rechnung trägt, die die wirtschaftliche Stellung der Frau genommen hat. Dabei muß auch eine ange- mestene Bewertung der hausfraulichen Tätigkeit eintrelen. Den brutalen Kindermißhandlungen muß mit viel schärferen Strafen entgegengetreten werden. Ahg. C o l o s s e r (Wirtsch.) wünscht eine Vereinfachung der Rechtspflege. Die Mieteinigungsämter könnten verschwinden. Bei den Arbeitsgerichten sollten Rechtsanwälte zugelassen werden. 3n wirtschaftlichen Prozessen muß da» verfahren beschleunigt werden. Jetzt hat der böswillige Schuldner die Möglichkeit, jahrelang zu ver- schleppen. Er verschiebt inzwischen feine Vermögenswerte und der Lieferant hat das Nachsehen. Eine Vertrauenskrise gegenüber dem Richterstand ist gerade bei den Hausbesitzern vorhanden. Sie werden von den Gerichten meist als die wirtschaftlich Stärkeren behandelt, obwohl sie das in den seltensten Fällen sind. 3n der A m - nestiefrage billigen wir die Erklärung des Ministers. Die Fememörder dürfen nicht anders behandelt werden als andere, die sich gegen Leib und Leben vergangen haben. Mit der Räumungscrmnestte muh aber Schluß gemacht werden mit dem Begnadigungsfiinmel. Wenn die Zinssätze der aufgewerteten Hypotheken erhöht werden, dann muh der Hauszinssteuersatz entsprechend ermäßigt werden. Abg. Best (Vrp.) beschäftigt sich mit der Fäl- ligkeit der A u f w e r t u n g s h y p o t h e k e n. Er verlangt eine Regelung der Zinssätze unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage der Gläubiger. Reichsjustizminister Dr. Brebt erklärt, es feien im Deutschen Reich zur Zeit 74 Frauen im richterlichen Dienst verwendet. Die Zulassung der Rechtsanwälte bei den Arbeitsgerichten werde vorn Reichsjustizministerium seit Jahren gefordert. Wir müssen zweifellos zu einer Vereinheitlichung der Rechtspflege kommen und damit auch zur Freizügigkeit der Rechtsanwälte. Die Einführung der Reichsangehörigkeit wird kommen müssen. Der alte Begriff der Einzelstaatsangehörigkeit ist vollkommen überholt durch die neue Reichsverfassung, die jedem Reichsangehörigen in allen Ländern des Reiches die gleichen Rechte gibt. Abg. Dr. Schotter (Ztr.): Das Zentrum steht seit jeher allgemeinen Amnestien grundsätzlich a b - lehnend gegenüber. Wenn wir jetzt aus Anlaß der Rheinlandräumung gezwungen sind, die Leute au amnestieren, die sich gegen das Reich vergangen haben, so muß die Frage geprüft werden, ob wir bei dieser Gelegenheit nicht einen Schlußstrich ziehen sollten unter die Gesamtheit der Unruhekomplexe, die mit der Besetzung Zusammenhängen. Diese Amnestie muß sich aber eng anschließen an die B e - satzungsnot und ihr« Auswüchse, nach Zeit, Ort und Straftat. Ein großer Teil der Feme taten würde unter diese Amnestie fallen, aber wir können uns nicht der Meinung des Ministers anschließen, daß nun sämtliche Fememorde im ganzen Reiche amnestiert werden müßten, und daß sonst die Räu- mungsamnestie keinen Wert hätte. Das Haus vertagt sich auf Montag: Wehretat. Die Reichsflaggen auf den vier Ecktürmen des Reichstagsgebäudes wurden In der Zeit von 13 und 14 Uhr auf Halbmast gesenkt als Huldigung für Fridtjof Nansen, dessen Beisetzung um diese Stunde in Norwegen ftattfanb. Etatsdebatte im Hessischen Landtag. Darmstadt, 16. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.30 Hhr. Die bisher ausgeschlossenen kommunistischen Abgeord- neten Schäfer und Sumpf sind wieder anwesend. 3n Fortsetzung der Etatsberatung erhält das Wort Abg. Jteiber (Dem ): Hessen befindet sich, wie viele Länder, in einer Anspannung der Betriebsmittel, ist aber innerlich gesund, weshalb wir gegen eine Anzahl von Sparmaßnahmen besonders personeller Art sind. Hm einen Abbau an den Volks- und höheren Schulen zu vermeiden, hätte man besser den Stellenbeitrag der Gemeinden etwas erhöhen sollen. Wir bedauern, daß die Regierung bei der Kinderzulage vom 16. bis 21. Lebensjahr nicht an der ursprünglichen Vorlage festhielt. Die Abbaumahnahmen werde eine Radikalisierung der jüngeren Beamtenschaft zur Folge haben. Die zum Ausdruck gekommene Auffassung, als ob Hessen sich überhaupt an kein anderes Land anschließen solle oder dürfe, ist nicht unsere Meinung. Wir wollen nicht, daß Hessen aus finanziellen Gründen seine Selbständigkeit aufgibt, das hindert aber nicht, Verwaltungsgemeinschaften z. D. bei 3rrenanstalten, Heil- und Pflegeanstalten und Theatern. Hessen ist gewiß gesund, aber nicht notwendig. Wir fordern den wohl- gegliederten dezentralisierten Einheitsstaat, den zu erreichen es keine Ruhe geben darf. Preußen sabottert heute die Weiterentwicklung. Abg. Böhm (DttL): Die Zukunft wird für die Koalition nicht rosig werden und sicher Verluste bei den Reuwahlen zeittgen. Der Verwaltungs- und Finanzbedarf Hessens ist krankhaft gestiegen, und man hätte den Gemeinden und den Kommunalverbänden d i e Erhebung eines Kopfbeitrages zugestehen sollen. Wir sind Gegner des Einheitsstaates. Solange die Koalition hier an der Macht bleiben kann, wird diese Frage nicht dringend werden. Abg. von der Schmitt (K.): Was uns vorliegt, ist der typische Etat des sogenannten demokratischen kapitalisttschen Staates: auf der einen Seite rührende Sorgfalt für Polizei, für die reaktionären Hochschulen, für die Mimsterial- bürokratie, auf der anderen Seite Abstriche bei den Volksschulen, den unteren De amtengruppen, bei den sozialen und kultureUen Aufgaben Abg. Dr. Werner (Ns.): Die Auffassung des Syndikus der Mainzer 3n- dustrie- und Handelskammer von der Heber- flüfflgteit der Befreiungsfe iern teile ich, denn es bleibt das Versailler Diktat, der Voungplan mit seiner Belastung auf zwei Generationen, die Tributbank und die entmilitarisierte 50-Kilometer-Zone. Erst wenn dies alles beseittgt ist, können wir von wirklicher Befreiung sprechen. Die Worte des Finanzministers bedeuten eine klare Abkehr von der Politik seines Vorgängers, denn er gesteht die Millionenbelastung durch die nicht notwendige Hebernahme von Aufgaben auf das Land zu. Wo bleibt das neue Ministerpensionsgeseh, wo die Zusammenlegung der Ministerien, die Herabsetzung der Ab- geordnetenzahl, warum wird die Gesandtschaft in Berlin nicht auf gehoben? Rach weiteren Reden der Abg. Angermai e r und G a l m von der kommunisttschen Opposition, die sich mit der Erwerbslosigkeit beschäftigen, wird die Weiterberatung auf Dienstag kommender Woche vertagt. * Dem Landtag sind drei Regierungsvorlagen unterbreitet worden. 3m Einvernehmen mit dem Finanzminister ersucht der Kultusminister um die Genehmigung zum Ankauf de- Fabrikgrund st ückes der Fa. Bender & Co., Gießen, Bismarck st raße 24, zum Preise von 62 000 Mark. 4000 Mark steuert der Verein der Freunde der Gießener Hniversität bei, während 46 000 Mark Hypotheken stehen bleiben, so daß also noch eine Daraufwendung. von 12 000 Mark angefordert wird. Das Gebäude soll für Zwecke der Hniversität, in deren zentrales Gelände es hineinragt, benutzt werden. — Der Staatspräsident ersucht um Genehmigung zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen den kommunistischen Abgeordneten H a m m a n n, Wixhausen, wegen Beleidigung. — Dann legt der Innenminister den Gesetzentwurf über die Trichinenschau in Hessen vor. Danach sollen Schweine und alle von dem Minister zu bezeichnenden Tiere, deren Fleisch für den menschlichen Genuß oertoenbet werden soll, der amtlichen Hntersuchung auf Trichinen unterzogen werden, wofür eine einheitliche Gebühr je Hntersuchung erhoben wird. Der Trichinenschau wird auch eingeführtes frisches oder zubereitetes Fleisch, wenn nicht bereits amtlich untersucht, unterzogen. Br 1000 Freiwillige teilnehmen werden. Mit Rück- t hierauf hat die jetzige Führerin der Gandhi- tDcgung, Frau Naidu, ihre Absicht, nach Born- bay zu gehen, aufgegeben. In einem Prefseinteroiew erklärte sie: Gleichviel ob dieser Feldzug für romantisch ober lächerlich, ober heilig, ober empörend gehalten wird, seine Durchführung ist eine E h - ren pflicht für diejenigen, di« berufen worden sind, Gandhi nachzufolgen, eine Pflicht, die sie aus Loyalität gegen seine Lehre und Gebote durchführen müssen, auch wenn sie vielleicht nicht im gleichen Grade insperiert sind, wie dieser große Mann. Um Fricks Personalpoliiik in Thüringen Weimar, 17. Mai. (ERB.) Für den von den Regierungsparteien abgelehnten Gerichts- assessor Dr. O r t l e p p wurde von den Ratto- nalsozialisten der im Wartestand lebende Oberregierungsrat Hellwig, der im 3nnenrnini- sterium beschäftigt war, zum Polizeidirektor in Weimar vorgeschlagen und von den übrigen Kabinettsmitgliedern angenommen. Die Rationalsozialisten fordern, daß Gerichtsassessor Dr. Ortlepp dem Polizeidirektor als Regierungsafsessor beigeordnet werde mit der Zusicherung späterer Ausrückungsmöglichkeit. Da sie nicht eher an den Ctatsberatungen teilzunehmen beabsichtigen, wird voraussichtlich noch vor Wiederbeginn der Sitzung am Montag eine Kabinettssitzung stattfinden, in der diese Frage zur Entscheidung kommen wird. Reichsbanner und Kabinett Brüning. Die Ortsgruppe Halle des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold nahm nach einem Vortrag des Reichstagsabgeordneten Möller über „Wie stellt sich das Reichsbanner zur jetzigen politischen Lage" mit allen gegen sechs Stimmen eine Entschließung an, in der vom Bundesvorstand eine eindeutige Erklärung darüber gefordert wird, ob er gewillt ist, den energischen Kampf gegen bie Regierung Brüning und alle in republikanischen Parteien vorhandenen -Bestrebungen, die den Bestand der Republik gefährden, aufzunehmen. Diese Kreise gehörten nicht ins Reichsbanner. Falls der Bundesvorstand die geforderte Grllärung nicht abgebe, sehe sich die Ortsgruppe genötigt, die Hmwandlung der Ortsgruppe in eine republikanische Schuhwehr unter Anlehnung an die SP.D. vorzunehmen. Der Raketenforscher Datier tödlich verunglückt. Der Ingenieur Max Datier, der in den letzten Jahren durch seine zahlreichen Bemühungen be- kannt geworden ist, die RückstohkraftderRa- k e t e zu einem Antriebmittel für Fahrzeuge, insbesondere Schnellflugzeuge, zu entwickeln, ist bei einem Modellversuch tödlich verunglückt. Lr nahm im Beisein von zwei Herren auf dem Hofe der Gesellschaft für Industriegasverwertung in Berlin-Britz, mit der er in letzter Zeit zusammenarbeitete, versuche über die Druckfähigkeit von Gasen mit verflüssigtem Benzin und Rohöl vor. Dabei explodierte ein Versuchsbehälter. Die Haube dieses Behälters drang Max Vatter in die Brust und zerriß die Lungenschlagader. Lr wurde sofort in das Briher Krankenhaus überführt und starb dort wenige Minuten nach feiner Einlieferung. Die beiden Zeugen des Unfalles sind unverletzt geblieben. Die Leiche Vatters, der 35 Jahre alt geworden ist, wurde einstweilen von der Polizei beschlagnahmt. Die Ursache des Unglücks kann erst durch eine fachmännische Untersuchung festgestellt werden. Max Vatter war in München beheimatet: Seine Litern wohnen in Italien. Koch-Weser über paneuropa. Bedenken für Deutschland. Kiel, 17. Mai. (WTB.) Der Führer der Deutschen Demokratischen Partei, Reichsminister a.D. Dr. Koch-Weser, erklärte in einer öffentlichen Versammlung den Gedanken eines Paneurpa als wertvolles Zukunftsideal.Eine andere Frage sei aber, ob Deutschland ihn bedenkenlos mitmachen solle. Vor allem müsse das Verbot des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland fallen. Wir müßten weiter verlangen, daß unsere O st grenze einer Revision unterzogen werde. Auch die Lage der deutschen Minderheiten in Europa mühte ganz anders gesichert werden. Wir werden nicht von heute auf morgen zu Paneuropa kommen, aber es müsse alles geschehen, was die Völker zu friedlicher Gesinnung führen könne. Der Pazibismus ist eine 3dee, aber keine politische Methode. Man kann nur so pazifistisch sein, wie es die Rachbarn wollen. Die Wetterlaae. -O-BAJ Jan Mayen. 11' 5I Ayideen TSL 27 Ual; ilen 16 OWoiXtnfos.© neuer 3 naiö oedecKt fr woixig. • Gedeckt. «Regen * Schifte a Graupein e Meoei K Gewitter ©windstille. O-x sehf leichter Ost y ma$i|0er Südsüdwest q stürmischer «ordwest Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie Deinen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien fremden Orte mit gleiches auf rteercsnWeau umgerechneten Lultdruci Wettervoraussage. Rachdem durch die Rordmeerströmung kühle Luft ins Festland vorgedrungen ist, welche in ben gestrigen Äachmittags- und Abendstunden zu verbreiteten Gewitterstörungen mit Riederschlägen führte, Hai merllicher Temperaturrückgang eingesetzt. 3n den heutigen Morgenstunden lagen die Temperaturen 5 bis 8 Grad niedriger als vor 24 Stunden. Mit der Weiterbewegung der Störung nach Skandinavien hin hat sich der hohe Druck über der Discaya mehr nordostwärts bis über Deutschland ausgebreitet. Trotzdem wird die zurzeit bestehende Westströmung zur Auswirkung kommen, die Bewölkung und vereinzelte Riederschläge mit sich führt. Wettervorauss age für Dienstag. Allmählich etwas wärmer, aufheitemd, entzelne Riederschläge, zum Teil gewitterhafter Art. Witterungs aussichten für Mittwoch. Weitere Erwärmung und Gewitterneigung wahrscheinlich 5*2*5 1 Mm 7* ^cht. «HV ta r..-$$B «ÄfiS M S *"Ä; _r5* tödlich ucff. "">**** 1 tur lahrMge, Inibt- । entrolrfeln, ||f bd $ löblldj ottDn- ?DOn Zwei Herren anf Uc ^bustrlegasvenvn- t « In lehler Zrl, )n. ,bcr die Dnidj^igtdt 11 Benjin unb Rohöl versochrbehäller. Ute >g IN Valin ta die ^genschlagader. M Kranlenhou, über- ; Btlnukn nach feiner ayn der Unfälle» sind h« Wm. dnZö Jahre ilMtn m bn tzoltzei der Unglüdi tm erst Unter|ud]ung feftyfUi In München behelmM • lallen. sr Paneuropa. keuischland. 3.) Der Führer btt Partei, ReichSmimfier r, erklärte in einer den Gedanken eines les Znkunitsideal. Eine ib Deutschland ihn be« , Lor allem mülle daS sses Oesterreichs ic mußten weiter der- grenze einer Xcnl* ach Sie Sage bet iten in Europa rt werben. Dir ver- nvrgen zu Paneuroha M geschehen. W die sinnung sichren könne. Idee, aber keine pou« ann nur so Pazi- es die Machbarn ferlaae. 1 l-o* lIlCN“ jm L bWa vi D aUSsÜ^' fible Hi®*?* I ^ nicb^^J; 6tD* rtz-L« Oer Gießener Voranschlag für *1930. II. Aei der Durchsicht derDermöaensrechnuna des städtiscyen Voranschlags für 1930 muß man wiederum bedauerliche Feststellungen machen. Für dringende Ausgaben, über deren Notwendigkeit schon längst auf keiner Seite mehr ein Zweifel besieht, sind auch in diesem Voranschlag — wie im vorjährigen — durchaus unaenügende ober aar keine neue Mittel vorgesehen. Anscheinend sind hierfür zwei Erwägungen maßgebend gewesen: einerseits wollte man die Betriebsrechnung nicht mit einem neuen Zinsenaufwand belasten, der sich natürlich bei der Bemessung der k o m- munden Steuer sätze bemerkbar gemacht haben wurde, da Ersparnismöglichkeiten im Voranschlag wohl kaum noch vorhanden sein dürften, an- derseit» wird man wohl auch an die jüngste Stellungnahme der Spitzenorganisationen der Städte, des Deutschen Städtetages, zur An- l e i h e f r a g e gedacht haben. Der Deutsche Städte- tag hat nämlich erst vor einigen Wochen wieder eine Mitteilung an seine Mitgliedsstädte, zu denen auch Gießen gehört, erlassen, in der er ermahnt, aus Gründen der allgemeinen Finanzpolitik und zur Schonung des inländischen Kapitalmarktes — der ousländisthe Kapitalmarkt ist ja bekanntlich durch die Haltung der Anleihegenehmigungsitelle den Städten zur Zeit so gut wie ganz verschlossen —bis auf weiteres noch von der Aufnahme von Anleihen ab- zuschen. Allein vom finanzpolitischen Gesichts- punkt gesehen mag diese Empfehlung des Deutschen Städtetages viel für sich haben, vielleicht auch richtig sein. Die Sache hat aber auch noch eine Kehrseite, auf der bann bie Einschränkung oder gar Stillegung b e r kommunalen Dau- tätigtest wegen Gelbmangels mit ihren weitreichenben Auswirkungen auf bie ganze heimische Wirtschaft sichtbar wirb. Welche große Be- beutung bie Bautätigkeit ber öffentlichen Hand im kommunalen Wirtschaftsleben hat, war ziffernmäßig aus unserer Mitteilung in ber vorgestrigen Sams- tagausgabe über bie Betätigung ber öffentlichen j)anb beim Wohnungsbau in Gießen in den Jahren 1928 und 1929 ersichtlich, konnte jedermann aber auch schon vorher an den Folgen der im Vorjahre leider notwendig gewordenen Stillegung der kommunalen Bautätigkeit sehen. Es wäre doch ernstlich zu erwägen, ob eine Stadt mit so gesunder wirtschaftlicher Grundlage und mit so solider Finanz- aebarung wie unser Gemeinwesen, trotz der Empfehlung des Deutschen Städtetages, auch unter den jetzigen Verhältnissen sich nicht doch für den An- leiheweg entscheiden sollte, damit mehr als bisher die Möglichkeit der Arbeitsbeschaffung durch die Wiederbelebung der Bautätigkeit erschlossen würde. Dabei dürfte auch eine vorsichtig abgemessene Rückwirkung auf die Betriebsrechnung nicht hemmend (ein, denn neue Arbeits - und Verdien st Möglichkeiten schaffen auch eine v e r st ä r k t e L e i st u n g s k r a f t. Und jedenfalls ist es richtiger, man schafft ausgedehnte Arbeitsgelegenheiten für die Tausende von Erwerbslosen und die ständig anwach, sende Zahl der ausgesteuerten Arbeitslosen, als daß man — zu beachten ist in diesem Zusammenhang der Aufsatz „Die lausende öffentliche Fürsorge in Gießen" in der vorgestrigen Samstagnummer mit seinen eindringlichen Schlußfolgerungen — die Belastung des Etats des Wohlfahrtsamtes immer stärker werden läßt und dabei das Geld unproduktiv ousgibt. Daß es sich für uns bei einer solchen Politik immer nur um wirklich produktive und notwendige Arbeiten handeln kann, nicht aber um sog. Prestige- ober Wettrennenbauten in Konkurrenz mit anberen Stabten, ist selbstver- stündlich Für den Straßenbau sinb in der Vermögens- rechnung für 1930 nur 223 879 Mk. als Resteüber- trag aus den Jahren 1927 bis 1929 verfügbar, neue Mittel sind hier nicht vorgesehen. Wer über bie Kosten des Straßenbaues unterrichtet ist weiß, daß mit diesem Betrage leider nicht viel anzufangen ist. Unb gerabe beim Straßenbau wäre allerlei Arbeits- Gelegenheit zu schaffen, auch könnte hier für die Baulanderschließung mancherlei Fortschritt erzielt werben. Nebenbei sei bei biefer Gelegenheit bemerkt, bah uns in der Betriebsrechnung auch ber Ansatz für bie Strahenunterhaltung viel zu niebrig er- scheint angesichts bes Zustanbes einer Reihe von Straßen unb ber bringenb notwendigen Verhelfe» rung. Mit 146 500 Mark einfchl. Fährlöhne wirb man auch nicht allzu viel leisten können, unb boch bestehen nach biefer Richtung hin sehr bringenbe unb berechtigte Wünsche ber Bürgerschaft.___________ Der ebenfalls burch Restübertrag aus den Jahren 1927 bis 1929 für ftanaHjationsbauten im neuen Wirtschaftsjahr verfügbare Betrag von 329098 Mark bürste wohl als ausreichenb anzu- sehen sein. Das Diehhosprojekt stehl nach ber neuen Dermögensrechnung noch aus bem alten Stand. Im Sommer 1927 hat ber Stadtrat für diesen Zweck eine Million Mark bewilligt, im Jahre 1928 wurden davon 400 000 Mark bercitgeftellt, die — abgesehen von kleineren Beträgen für die Projektbearbeitung — heute noch verfügbar sind und auf den neuen Haushalt übertragen werden sollen. Wenn also auch, vom Finanzftandpunkt aus gesehen, bem Baubeginn nichts im Wege stehen wirb, so ist boch zu bedauern, daß bie weiteren Mittel im neuen Haushalt bis jetzt noch nicht vorgesehen sinb. An- scheinenb sinb bie vor einigen Wochen eingeleiteten Verhandlungen zur weiteren Finanzierung bes Projektes unter tätiger Jnteresienahme bes Diehhanbels bis jetzt noch nicht soweit gekommen, daß ein aktives Ergebnis in Erscheinung treten könnte. Hoffentlich wirb nach dieser Richtung recht bald ein befriedigender Abschluß erzielt, damit die weitere Summe für diese notwendige Einrichtung zur Förderung unserer Märkte nachträglich noch in den Haushaltsplan für 1930 ausgenommen werden kann. Zur Beschasfung von S ch u l r a u m hat ber ßtabtrat in den Jahren 1927 unb 1929 Insgesamt 1,5 Millionen Mark bewilligt. Davon sind bisher 886 669 Mark verbraucht worden, so daß noch 613 331 Mark zur Verfügung stehen, die auf 1930 übertragen werden sollen. Da die Schulhausbauten mit 1,5 Millionen Mark veranschlagt sind, dürfte der Restbetrag wohl ausreichen, sobald man ihn erst zur Verfügung hat. Bislang ist es der Stadtverwaltung leider noch nicht gelungen, diese- Kapital auf dem Wege einer langfristigen Begebung zu beschaffen, und für eine kurzfristige Geldaufnahme zur Finanzierung dieses Projektes kann sich die Verwaltung mit Recht nicht entscheiden. Man darf nur hoffen und wünschen, daß es der Stadtverwaltung recht bald gelingen möge, diese Finanzierungsfrage in gedeihlicher Weise zu lösen, damit die Bautätigkeit auch von dieser Seite her wieder einen Antrieb erfährt und unsere Schulraumschwierigkeiten baldmöglichst behoben werden. Für den Wohnungsbau ist in der Der- mögensrechnung des neuen Voranschlags auf dem Papier ersreulicherweise allerlei vorgesehen, aber mit der Finanzierung in der Praxis hapert es auch hier wieder in sehr bedauerlicher Weise. Zur Gewährung von Daudarlehen an Private, Baugenossenschaften usw., sowie zu stadteigenem Wohnungsbau sind auf der Ausgabenseite des Wohnungsbaukontos 724 645,99 Mk. eingestellt Zur (Erfüllung von Verpflichtungen aus den Wohnnngsbaukonten 1928 und 1929 ist jedoch schon über einen Betrag von 530 000 Mk. auf dem Papier verfügt. Die Deckung dieses Ansatzes ist bis heute leider nur insoweit gesichert das) ein Betrag von 194 645,99 Mk. aus Sondersteuermitteln des hessischen Staates und 51 500 Mi. aus Tilgungsbeträgen auf frühere Daudarlehen greifbar zur Verfügung sein werden. Aus Anleihemitteln soll eine Deckung von 478 500 Mk. kommen, wenn es gelingt, dafür auf dem Kapitalmarkt Unterkommen zu schaffen. 3n der Praxis werden sich die Dinge, wenn die Ausnahme der vorgesehenen Anleihe nicht gelingt, so entwickeln, daß eine Wohnungs-Reu- bautätigkeit seitens der Stadt oder die Zuschußleistung der Stadt zu privaten Wohnungsbauten im neuen Wirtschaftsjahre überhaupt n icht in Betracht kommen, wird, da natürlich beim Richtgelingen der Anleihe die als tatsächliche Einnahme zur Verfügung stehenden Mittel aus der staatlichen Sondersteuer und aus den Daudarlehenstilgungen verwandt werden müssen, zunächst einmal bie älteren Verpflichtungen aus den Woh- nungsbaukonten 1928 und 1929 a b z u.d e ck en. Aus diese Schwierigkeit der Situation ifr es wohl auch zurückzuführen, daß bisher noch fein Wohnungsbauprogramm für das neue Jahr ausgearbeitet wurde. Man kann also auch bei diesem Kapitel unserer Stadt nur wünschen, daß ihr zu dem Vertrauen der Geldgeber, auf welches sie wohlbcgründeten Anspruch erheben kann, noch viel Glück beschieden sein möge, um die erhofften Anleihen zu bekommen. In der Gesamtheit gesehen ist mithin auch die Dermögensrechnung des Doranschlags 1930 wenig geeignet, besondere Befriedigung bei ber Bürgerschaft hervorzurufen. Ein Rotetat also in des Wortes ernstester Bedeutung k Aus der Provinzialhouptstadt. Gießen, den 19. Mai 1930. Kulturgiste und Milchdiät. Äon Dr. mcb. Waich, Berlin Mit den erhöhten Anforderungen des modernen Lebens an den Menschen wachsen die Schädigungen, denen sein Organismus ausgesetzt ist. Die sitzende Lebensweise, die unregelmäßigen und hastigen Wahlzeiten rufen zahlreiche DerÄuungs- störungen hervor, insbesondere hartnäckige Der- stopfungen und eine hiermit verbundene, chronische Selbstvergiftung des Körpers. Andere Schädigungen treten hinzu. Alm einerseits die Leistungsfähigkeit zu steigern, andererseits um ein gewisses psychisches Gleichgewicht zu erlangen und das aufreibende Leben erträglicher zu gestalten, führt der moderne Mensch sich oft Genuhmittel zu, die zu den mannigfaltigsten Erlrankungen wichtiger Organe, wie der des Magens, der Leber und bei Rieren, Veranlassung geben. Es gilt deshalb, neben einer geregelten Lebensweise, die heute oft nur schwer durchführbar ist, eine möglichst durchgreifende Entgiftung des Körpers anzustreben. Ein vorzügliches Mittel hierfür stellt die Milch dar, nicht nur infolge ihrer hohen säuretilgenden Fähigkeit, sondern vor allem auch durch die ganz besondere Art ihrer Zusammensetzung. So enthalten die Milcheiweißkörper alle zum Aufbau der Zellsubstanz notwendigen Bestandteile. Auch das Milchfett, das sich in feinster Verteilung in Form kleinster Küselchen in der Milch vorfindet, ist besonders gut ausnuhbar, da es bereits bei Körpertemperatur flüssig ist. Reben dem Milchzucker, der bei dem Ablauf der Verdauungsvorgänge eine gewisse Rolle spielt, enthält die Milch noch reichliche Mengen von Salzen, insbesondere Kalk und phosphorsaure Salze, die für den Aufbau des Knochengerüstes besonders wichtig sind. Auch die lebenswichtigen Vitamine sind in ihr, besonders beim Weidegang der Tiere, in ausreichender Menge enthalten. Infolge ihrer Zusammensetzung stellt die Milch ein hochwertiges, leicht verdauliches Rahrungsmittel dar, das im Körper zu etwa 97 Prozent ausnutzbar ist. Um eine weitgehende Entgiftung des Körpers zu erreichen, empfehlen sich vornehmlich Trinkkuren. Wasser eignet sich hierzu nicht, da _ es quellend und salzentziehend wirkt und verhältnismäßig nur langsam vom Organismus ausgenommen werden kann. Die in der Milch enthaltenen Salze und der Zucker hingegen regen die Rieren zur Ausscheidung an und sorgen zugleich dafür, daß die mit der Milch aufgenommene Flüssigkeit ihren Weg nicht durch Haut und Lungen, sondern durch die Rieren nimmt Hierdurch erfolgt eine ausgiebige Durchspülung des Körpers. 2m Darm wirkt die Milch durch Milchsäuregärung, zumal als saure Milch und Joghurt, stark fjemmenö auf die Fäulnisprozesse und beugt so der Selbstvergiftung vor. Daten für Dienstag, 20. Mai. Sonnenaufgang 4.03 Uhr, Sonnenuntergang 19.51 Uhr. — Mondaufgang 1.37 Uhr. Monduntergang 10.39 Uhr 1799: der Schriftsteller Honors de Balzac in Tours geboren; — 1806: der Philosoph John Stuart Mill in London geboren. Gießener BZochenmarktpreise. Es kosteten auf dem Wochenmarkt am Samstag: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück/ 60 bis 140, Wirsing 35 bis 40, Weiß- traut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 15, Spargel 45 bis 110, Erbsen 35 bis 40, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4V8 bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35. Kirschen 150 bis 160, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 50 bis 70 Ps. das Pfund; Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 20, Salatgurken 60 bis 80, Ober-Kohlrabi 25 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 25 bis 30, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Bezirksverein Rord-Ost Gießen: Generalversammlung. 20.30 Uhr, tm Cafe Leib. — Gießen« Freiw. Feuerwehr: Hauptübung. 20 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Sprech- und Tonfilm »Der unsterbliche Lump". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Moraen, Dienstag, 20. Mai, findet die Premiere des Lustspiels ..Meine liebe, du nun« Mama" von Ludwia Nerz und Louise Maria Mayer statt. In dieser Vorstellung wird sich Inge Scherer. die mit Ablauf der Spielzeit aus dem Verband des (Siebener Stadttheaters ausscheidet, in der Hauptrolle verabschieden Die Spielleitung hat Hans Tannert, der selbst die männliche Bonoi- oantrolle des Leo spielt. Es wirken ferner mit Maria Koch und die Herren Dommisch, Hub, Tannert, Dolck, Wahlen, Zingel. *• Straßensperrung, mitgeteilt vorn Oberhessischen Automobilklub e. V. (A. v. D.): Die Pro- vinzialstrahen-Ortsdurchfahrt Rohrbach im Kreis Büdingen wird ab 19. Mai für jeglichen Verkehr gesperrt. , . m * * E1 n Gewitter mit starkem Regen zog gestern in den vorgerückten Nachmittagsstunden über unsere Stadt hinweg und zog in der Richtung Grimberg-Alsfeld weiter. Wie hier, so gingen auch auf dem ganzen Wege des Gewitters reichliche Regenmengen nieder. In Krofdorf schlug der Blitz in den Kirchturm ein, glücklicherweise entstand ober kein großer Schoden, nur ein Teil der Beschiessung . bis zu den Schallöchern wurde zerstört. Von weiteren Schäden ist erfreulicherweise bis letzt nichts bekannt geworden. , • • Inge Scherer, Mitglied des Gießener Stadttheaters, Hot für die nächste Spielzeit an das Stadttheater in Landsberg (Warthe) als jugendliche Salondome und Charakterspielerin Engagement ab- G Polizeipersonalie. In den Ruhestand versetzt wurde der Polizeihauptwachtmeister Adolf Al cd ter von hier mit Wirkung vom 1. Juli ab. • • Oberhessischer G e s ch i ck t s v e r e i n. Am 24 und 25. Moi findet in Alsfeld die dies- jährige Tagung des Verbandes der Hessischen Ge- schichts- und Altertumsoereine statt. Am Abend des 24. wird Prof. Dr. E. E. B e ck e r (Darmstadt) einen Vortrag halten über das Thema: „Aus dsr kirchlichen Geschichte von Alsfeld im Mittelalter", dem ein zwangloses Zusammensein mit musikalischen Darbietungen folgt Am Sonntagvormittag findet im Rathaussaal die Geschäftssitzung der Vereinsver- treter statt, während für olle übrigen Teilnehmer eine Führung durch Stadt und Museum vorgesehen ist. Um 12 Uhr hält Prälat D. Dr. Diehl (Darm- stodt) im Saale bes „Deutschen Hauses" einen Vor- trag über: „Aus der Geschichte des Deutschen Schul- mcifterftanbes in Oberhessen"; barem anschließenb ge- meinsames Mittagessen im „Deutschen Haus" (2Mk). — Nachmittags soll ein Spaziergang nach einem noch zu beftimmenben Ort unternommen werben. In ber heutigen Anzeige weist ber Oberhessische Ge- schichtsverein auf biefe Tagung hin und bittet seine Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. * Ein Bolkenbrand entstand gestern vormittag in einem House der Walltorstraße. Die sosort alarmierte Feuerwache war schnell zur Stelle und beseitigte in etwa einstündiger Arbeit alle Gefahr. Der Schaden soll nicht allzu beträchtlich sein. Starkenburger Provinzialtag unb Gasfernversorgung. Darmstadt. 18. Mai. 3n der gestrigen Sitzung des Starkenburger Provinzialtages wurde nach einer Herabsetzung deS Tagegeldes der Voranschlag für 1930 genehmigt. der mit 4,7 Millionen Mark m Einnahme und Ausgabe balanciert. Der interessanteste Punkt der Tagesordnung, die GaSfernver- s o rg u n g , wurde zurückgesteUt. Die Beratung soll in der nächsten Sitzung stattfinden. / SHELL X XAUTOOELE X lueräin von, führenden OutonurtnL- und lYlotcrrad.■'Jabriken offiziell empfohlen. I z 9 HL 1 'II HL ’ON & Hausi . 2.50J v '-x. -r ■ r. ' v'y «,-a g<& rf&J 1*Ä> * Weinbauern " ( i7 Siad wn11 in i« pr« SE 5t M »bet 1 md l"auLK toi tM Z°>« «infü Dir haben t Deinbaubctneb. und hinvo" liegen-DaV" berg über Rv Hessen über gebiet ist dal Verhältnis der Rheinland sehr in den anderen betriebe vorsini ist gegen früher gen (oor dein Betriebes, wen in großem Sti Die Anbaufl Hektar gegen 8! Daß Deutsch! mehr als fü als ausfüh Im vergangen« Millionen War lionen Mark c den sich 8218 Werte vvn 43 pelzentner lar 121000 Dvpp« Griechenla ner haben wir ten bezogen! Doppelzentner brand aus ; und Italien, 31 ftellung von W zur Herstellung Frankreichs, 1kl Hektoliter Obstv Mark Weine m fuhr bestand ii Millionen Mar der Schweiz gir wein (7,9 Mil Schweden und med/zinischen 0 Die Preise den letzten Ich gegangen, noch 667 Marz Mark ein tzö. das Zurchschni des Winzers Flasche Dein rostet. Don fr 1.60 M, 759 25 Pf. die @( Hinöe "^kr Jäger ai im M M Haut." Dre ®ct Schauspi, ™eni wenn er« toc9cn nach M S-M dm feßfew m ks'l'ellen muß Mali «y , Das {)tn Betrifft u K? Vorwort ii. x und Mnti« d d« Ä einen ihA1 Krsuch^^oti AumL.eine l:.$S 9e6eni 9Caufigc Merline "einer üeß, d'der j ®tUnx d^ f >n7°"Znr Led. Wild Frau Lina Gießen, den 17. Mai 1930. 3846D Wieseck, den 16. Mai 1930. 3807 D Lollar, den 17. Mai 1930. 3810D Die Räumlichkeiten im I. Stockwerk unserer Bank sind ganz oder geteilt zu vermieten wälte und Aerzte. 3855V | Mietgesuche | Gut geeignet für Bureauzwecke oder für Rechtsan- Kinzenbach, den Die Beerdigung 2V9 Uhr statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Fink Familie Wilhelm Fink. 18. Mai 1930. findet am Dienstag nachmittag 3858V Gestern abend verschied nach 19 monatiger Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter.Tochter, Schwester, Schwägerin, Nichte und Tante im 50. Lebensjahre. Dies teilen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme mit. ' Namens der Hinterbliebenen: Karl Reusdiling. Wetzlar, den 18. Mai 1930. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 21. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes’ aus statt. ____v 3848D 5=3tmmer= Wohnung mit Bad von ruhig. Mieter für sofort ob. später gesucht. DringlichketlSschein vorhanden. PreiSw. kleine 4-Zimmer- Wohnung kann in Tausch gegeben werden. Sckr. Angeb. u. 3732D an den Gieh. Anzeiger erbeten. Danksagung. Für die vielen Beweise Hebevoller Teilnahme während der Krankheit und bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Döll, Wirberg, und die reichen Kranzspenden auf diesem Wege herzlichsten Dank. Desgleichen für die erhebenden Abschiedsworte des Vorsitzenden des Kriegervereins Göbelnrod Herrn Bürgermeister Weber sowie für die vom Kriegerverein erwiesene letzte militärische Ehrung ihres toten Kameraden und allen denen, die ihm das letzte Geleite gaben. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schepp. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sowie für die trostreichen und ehrenden Worte am Grabe unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren aufrichtigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Geifeier VI. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Deibel. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Commerz-und PrivatM Aktiengesellschaft / Filiale (neben. [Vermietungen | Schöne, Herrschaft! 5-3tmm.-lUohn. m. el. L- sev. Eing., in schönster Lage GieheuS.m. massiven Garagen, Keller u. allem Zubehör, nur Mk. 90.-. SchrnH. Angeb. unter 03350 an den Gies;. Anz. Gutgehende Metzgerei »roher Umsatz, zu oerm. Schr. Ang. u. $53 a. d. GH. Anz. Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet starb Samstag mittag meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Emma Hut im 46. Lebensjahre. 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Deutschland weist im Durchschnitt jährlich 182 Regentage, 47 Sonnentage und 135 trübe Tage ohne Regen auf, bei einer mittleren Temperatur von 8,8 Grad Celsius. 3n Spanien haben die Weinbauern nur 30 Regentage bei 260 Sonnentagen und 75 trüben Tagen ohne Regen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt dabei 17 Grad Celsius! Wenn unsere Weinbauern in den meisten Jahren bei Weinen, die sich im Verkaufspreis der Restaurants bis zu 5 Mark pro Flasche stellen, mit LInterbilanz arbeiten, so ist das aber auch auf die hohen Abgaben und darauf zurückzusühren, daß die Ausländer trotz der Zölle ihr? Weine sehr billig einführen können. Wir haben zur Zeit in Deutschland 190 000 Weinbaubetriebe, wovon 37 000 in Preußen und hiervon wieder 30 000 im Rheinland liegen Bayern verfügt über 37 000, Württemberg über 37 000, Baden über 54000 und Hessen über 23000 Betriebe. Das Sa arge b ie t ist dabei nicht eingerechnet. Das Mißverhältnis der Zahlen kommt daher, daß im Rheinland sehr viele große Güter sind, während in den anderen Ländern sich sehr viele Kleinbetriebe vorfindcn. Die Zahl der Weingüter ist gegen früher sehr stark zurückgegangen (vor dein Kriege hatten wir noch 246 000 Betriebe), weil sich der Weinbau heute nur noch in großem Stil oder bei teuren Sorten lohnt. Die Anbaufläche beträgt heute rund 70 000 Hektar gegen 88 185 Hektar im Jahre 1910. Dah Deutschland seit mehr als 50 Jahren mehr a l s fünfmal soviel Wein ein- als ausführt, ist eine bekannte Tatsache. Im vergangenen Jahre haben wir für 11,3 Millionen Mark ansgeführt und für 59,7 Millionen Mark eingeführt. Unter letzteren befanden sich 821 881 Doppelzentner Faßweine im Werte von 43,4 Millionen Mark. 444 000 Doppelzentner kamen allein aus Spanien, je 127 000 Doppelzentner aus Frankreich und Griechenland und selbst 1904 Doppelzentner haben wir aus den Vereinigten Staaten bezogen! Ferner holten wir uns 172 000 Doppelzentner Wein zur Herstellung vonCEBein- brand aus Frankreich, Griechenland, Ungarn und Italien. 31 000 Doppelzentner Wein zur Herstellung von Weinessig, 87 000 Doppelzentner zur Herstellung von Schaumwein (meist aus Frankreich), 1623 Hektoliter Flaschenwein, 136 Hektoliter Obstwein, und noch für 1,8 Millionen Mark Weine mit Heilmittelzusähen Die Ausfuhr bestand in 20 300 Hektoliter Faßwein (3,15 Millionen Mark), der meist nach England und der Schweiz ging, in 19 783 Hektoliter Flaschenwein (7,9 Mill. Mk.) für England, Holland, Schweden und einigen kleineren Mengen an medizinischen Obstweinen. Dke Preise pro Fuder (1000 Liter) sind in den letzten Jahrzehnten dauernd heruntergegangen. 1860 bekamen unsere Weinbauern noch 667 Mark fürs Fuder, 1912 wurde mit 691 Mark ein Höchststand erreicht, aber heute steht das Durchschnittsfuder auf 550 Mark. Den Erlös Des Winzers kann man am besten an einer Flasche Wein berechnen, die im Restaurant 5 Mk. kostet. Don diesen 5 Mark bekommt der Wi rt 1,60 Mk., 75Pf. verschlingt die Weinsteuer. 25 Pf. die Gemeindegetränke st euer und Hindemith und Brecht. „Der Jäger auö Kurplatz" und „Lehrstück" im 'Via nzer Ltadttheatcr. „Jeder Mann ist der beste in seiner Haut." Brecht. „Trommeln in der Rächt". Der Schauspielkritiker fühlt sich etwas beklommen, wenn er etwa in der Hauptsache Brechts wegen nach Mainz kam — zu sehen, wie weit ers nach dem „Ausstieg und Fall der Stadt Mahagonny" noch treiben werde —, und dann fest stellen muß, daß das Ganze vielmehr als ein Hindemith- Abend gedacht war, dergestalt, daß der musikalische Teil der Aufführung entschieden dominierte... Run, es ergab sich, dah immerhin auch Brecht ein Wörtchen mitzureden hatte. Und er hat sich keineswegs geniert, zu sagen, wie ihm ums Terz ist. Was den musikalischen Teil der Aufführung betrifft, so mußte man sich alsbald zum zweiten Male umstellen, wenn man die programmatischen Sätze gelesen hatte, die Paul Hindemith ins Vorwort zu den „Spielmusiken für Liebhaber und Musikfreunde" hineingeschrieben hat, aus denen das Stück Rr. 3 u. a. hier aufgeführt wurde. Da heißt es: „Diese Musik ist weder für den Konzertsaal noch für Künstler geschrieben. Sie will Leuten, die zu ihrem eigenen Vergnügen fingen und musizieren oder die einem kleinen Kreise Gleichgesinnter vormusizieren wollen, interessanter und neuzeitlicher Uebungsstoff sein ... Den Eingangs- und Schluhchor mögen die gesamten Anwesenden, denen man vor Beginn der Aufführung mit Hilfe der auf eine Wandtafel geschriebenen Roten die betreffenden Stellen einstudiert hat, mitsingen." Cs handelt sich hier also, nicht allein um moderne Musik als solche, vielmehr auch um einen systematisch und soziologisch zu wertenden Versuch, eine Erneuerung des stagnierenden Musikbetricbes herbeizuführcn ... durch eine aktive Beteiligung und Einbeziehung des Publikums. Das Stichwort für diese Bestrebungen ist wohl auch schon mit dem gerade heutigentags sehr geläufigen Begriff „Kollektivkunst" gegeben. Was Piscator versuchte, wenn er etwa vor kurzem in einer sehr stürmischen Aufführung der Berliner Volksbühne das Publikum im Parkett für und wider den Paragraphen 218 abstimmen ließ, — das beabsichtigt Hindemith hier auf Grund von Anregungen, die von der Jugendbewegung ausgingen. Professor Jöde war fein Mitarbeiter bei der Einführung der neuen Gat- 30 Pf. die Umsatzsteuer. 35 Pf. erhält der Wein Händler, 10 Pf muß man für die Fracht, 15 Pf. für Abfüllen, Etikett und Korken abziehen. Mithin verbleiben für den Weinbauern 1 Mark pro Flasche. Da er aber allein 1,20 Mk. an Produktionskosten auf wenden muß, seht er in nicht erstklassigen Weinjahren bei jeder Flasche unter 5 Mark Restaurationspreis bis zu 20 Pf. zu. Die Kosten sind enorm. Man rechnet daß pro Hektar jährlich 1350 Mk. für Stall- und Kunstdünger, Pfähle, Draht, Bindemittel, Schädlingsbekämpfung usw. aufgewendet werden. Das wären bei 70 000 Hektar 94,5 Millionen Mark im Jahre. Hinzu kommen noch die L ö h n e , für die jegliche Angaben fehlen und Schätzungen unmöglich sind. 0er Pressechef. Von unserer Berliner Redaktion. Es gehört zum guten Ton, daß heute jeder Verband, jedes größere wirtschaftliche Unternehmen und selbstverständlich auch jedes Ministerium seinen eigenen Pressechef hat, dessen Zweck sein soll, — der Titel selbst ist scheußlich und irreführend — innerhalb seines Dienstbereichs die Presseangelegenheiten zu erledigen, also seine Behörde über die Meinungsbildung der Presse auf dem Laufenden zu halten und Anfragen aus der Presse heraus zu beantworten. Die wichtigste Stellung dieser Art ist die des Reichspressechefs, der eigentlich dazu da fein sollte, die Politik der jeweiligen Regierung der Presse gegenüber zu vertreten und um Unterstützung für diese Politik zu wer- ben; im Jnlande wie im Auslande. Ein einflußreicher also, aber auch ein undankbarer Posten, weil der unglückliche Reichspressechef sehr oft als Kugelfang dienen muh für Angriffe, die aus der Presse heraus gegen die Regierung kommen, aber auch für Vorwürfe, die aus der Regierung heraus im internen Dienstverkehr wegen der Einstellung der Presse geäußert werden. Aus der ganzen Art der Tätigkeit ergibt sich, daß der Reichspressechef einer der wenigen Beamten ist, die unbedingt politisch sind. Er kann seine Aufgabe innerlich nur voll erfüllen, wenn er die Politik des Kabinetts billigt, sonst erliegt er sehr leicht der Gefahr, nicht die Regierungspolitik zu vertreten, sondern selbst Regierungspolitik zu machen, vielleicht sogar gegen ausgesprochene oder unausgesprochene Wünsche des Kanzlers. Der jetzige Pressechef, Ministerialdirektor Zech- l i n, ist von Haus aus Beamter, er ist aber gleichzeitig auch Sozialdemokrat. Er hat sich durch eine Reche von Regierungen gehalten, aber es überrascht doch, daß er auch jetzt anscheinend im Amte bleiben soll, wo ein Kabinett amtiert, das gegen die Sozialdemokratie gebildet werden muhte und das sich sehr wahrscheinlich gegen die Sozialdemokratie durchsetzen muß. Ein Wechsel in der Leitung der Reichs- presseabteilung wäre also eine Selbstverständlichkeit gewesen, schon um den Pressechef vor Gewissenskonflikten zu bewahren, die unvermeidlich sind, wenn er gezwungen ist, Regierungsmaßregeln zu begründen und zu rechtfertigen, die sich unmittelbar gegen seine Partei richten. Da er diplomatischer Beamter ist, könnte es bei dem dauernden Revirement nicht schwer fein, ihn anderswo unterzubringen. Er erfreut sich innerhalb der Presse allgemeiner Wertschätzung, weil er Verständnis für ihr Wesen hat, und es würde allgemein verstanden werden, wenn er als Vertreter Deutschlands beim Völkerbund oder auf einem wichtigen Gesandtenposten erschiene. Rur, so will uns scheinen, als'Reichspresse- tung, die man „Gemeinschaftsmusik" nennt. Bei der Aufführung wirkten auch die Singkreise Mainz und Wiesbaden im Chor mit. Run kommt das erste Beispiel und sozusagen die Probe aufs Exempel: „Der Jäger aus K u r p f a l z", Stück Rr. 3 der „Spielmusiken für Liebhaber und" Musikfreunde". Das Volkslied, jawohl: jeder kennt es: .... der reitet durch den grünen Wald und schießt das Wild daher ...“ Hindemith gibt eine technisch nicht ganz einfache Paraphrasierung der bekannten Vertonung auf feine eigene, neutonenbe Weife. Die alten Grundmotive klingen allenthalben durch, werden atonal aufgelöst und instrumental — vor allem von den Streichern und Holzbläsern- variiert. Das Stück selbst ist kurz. Das Publikum fang nicht mit. Die Problematik der Kernidee wurde deutlich. Der Eindruck war — für den Referenten: hier kann nur der ganz private Eindruck mitgeteilt werden - nicht überzeugend. (Schon aus Gründen gewisser technischen Schwierigkeiten, die stets einer weitgehenden Popularisierung entgegenstehen werden.) Vielleicht muß man auch für Hindemith wie überhaupt für die moderne Musik ein besonderes Gefühl oder Gehör haben. Den Referenten lieh dieses Organ — zum mindesten im vorliegenden Fall — im Stich: er kann sich vorstellen (zumal wenn das Radio während der Rieberschrift gerade ein Violinkonzert von Mozart überträgt), dah es Leute gibt, die den „Jäger aus Kurpfalz" auf die alte, bekannte und unkomplizierte Weise schöner gefunden hätten: eine Erwägung, die gerade hier in Betracht zu ziehen ist. wo das Publikum mehr als bisher an der Mufik beteiligt werden soll. — Im Anschluh daran hielt Franz Wilms einen kleinen Vortrag über Hindemith und Brecht, über die Stücke dieses Abends und über den grundsätzlichen und experimentellen Sinn der Veranstaltung, wobei er daraus hinwies, dah die modernen Autoren hier gelegentlich - toa3 man zunächst kaum vermuten würde - an recht alte Vorbilder anknüpfen, etwa an die gregorianischen Responsorien und die Schuldramatik des Barock. e Rach der Pause: das „Lehrstück", Text von Bert Brecht, Musik von Paul Hindemith. Hier liegt das „Programm", der Sinn des Werkes bereits durchaus im Titel beschlossen. Eine These soll vorgetragen werden: orchestral, cho- risch tänzerisch, rezitattvisch und mit Benutzung filmischer Hilfsmittel, wie sie Piscator mit un- beftteitbarem Geschick in sein politisches Kollektivtheater eingeführt hat. Die Kapitelüberschriften, wenn man so sagen darf, und die Kernstellen chef ist erunmöglich. Es wirkt einigermaßen überraschend, dah der Reichskanzler selbst wie auch die Minister im Kabinett dafür das Verständnis noch nicht gezeigt haben, daß sogar in der Umgebung des Kanzlers sich Kräfte geltend machen, die ihn auf seinem Posten halten möchten: offenbar um mit seiner Hilfe sich eine Art Rückversicherung Bei Der Sozialdemokratie zu schaffen. Aber wir halten doch Herrn Dr. Brüning für klug genug, als dah er die Fußangel nicht merken follte, die ihm hier gelegt wird. Er muß sich selbst sagen, dah eine Politik, die zur Auflösung des Reichstags gegen die Sozialdemokratie führen kann, in seltsamer Verzerrung erscheinen muß. wenn sie durch die Augen eines sozialdemokrattschen Reichspressechefs gesehen wird. Jeitungsschau. Unter der Ueberschrift '„Heraus aus dem Stellungskrieg" schreibt ..Der Deutschen- Spiegel", das Organ des Reichsbürgerrats, unter anderem: Die Brüningsche Regierung muh sich erst ihre Freiheit in der deutschen Innenpolitik erkämpfen. Das, was sie bisher getan hat, war das Rach- geben vor zwangsläufigen Rotwendigkeiten: Es hat keinen Zweck, einem hungernden Arbeitslosen Vorträge darüber zu halten, dah die bisherige falsche Wirtschaftspolitik fein Unglück verschuldet hat, und dah ein neues System in wenigen Jahren alles ändern werde. Man muß ihn zuerst sattmachen, ehe man seine Arbeitskraft wieder benutzen und seinen Willen zur Wiedereinordnung aufrichten kann. Ebenso ist es mit der Landwirtschaft, mit der Wirtschaft überhaupt, und mit dem gesamten notleidenden staatlichen Apparat. Gewisse Rotmah- nahmen sind unumgänglich geworden, weil die früheren Regierungen der „festen Mehrheiten" grundsätzlich darauf verzichtet haben, eine voraus- schauende Politik zu treiben, sondern sich stets zur Erhaltung dieser „festen" Mehrheiten daraus beschränkt haben, nur die unaufschiebbarsten Entschlüsse unter dem Druck des äuhersten Zwanges zu fassen. Wer eine solche Erbschaft übernimmt, muh zunächst eine große Menge Aufräumungsarbeiten vornehmen, denn auf Trümmern kann man kein haltbares Gebäude errichten. Zur Erledigung solcher Rotstandsmahnahmen, die das Kabinett Brüning durchzuführen hat, gehört jetzt noch das Ostprogramm, die Verabschiedung des Haushalts und die Arbeitslosenversicherung. Erst dann kann es die Jnittative zu einer freien politischen Bewegung ergreifen.--— Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterführung des begonnenen Kampfes liegt, wie gesagt, in der völligen Willenseinheit der Regierung. Wir haben es begrüßt, dah Manner wie Wirth und Schiele, die in der Vergangenheit innenpolitisch vieles getrennt hat, und deren Zusammenwirken auf einer Ministerbank noch vor wenigen Jahren völlig unmöglich gewesen wäre, sich entschlossen haben, gemeinsam an der Ueberwindung der gegenwärtigen Rotstände zu arbeiten. Wer die parteipolitische Entwicklung der letzten Jahre verfolgt hat, weih genau, dah keine Partei, mag sie auch noch so stark sein, den Anspruch auf das Alleinrecht ihrer Auffassungen in der deutschen Politik erheben kann. Deshalb war es von jeher das Bestreben des Reichsbürgerrats, über d i e Parteischranken hinaus das Gemeinsameeiner staatsbürgerlichen Auffassung zu betonen und d i e Männer der verschiedenen Parteirichtungen zu gemeinsamer Arbeit zu führen. Zweifellos hat die Parteienkatastrophe unserer Tage diese Erkenntnis weit verbreitet. Der innere Reinigungsprozeh im deutschen Volke ist so weit fortgeschritten, dah des Textes werden in großen Buchstaben auf den Rundhorizont projiziert. Hinter dem Publikum, im ersten Rang, ist ein zweites Orchester ausgestellt: es hat eine ähnliche Rolle wie die Antiphone in der alten Kirchenmusik. • Zugrunde liegt textlich eine ganz einfache, fast primitive Fabel, ein alltägliches Motiv.... vom Tode: ein Flieger ist abgestürzt. Er will nicht sterben, er bittet die im Chor symbolisierte Mitwelt um Hilfe: aber der Gegenchor im Rang intoniert mit der kalt ablehnenden und mehrfach wiederholten Frage: „Warum sollen wir ihm helfen?" • Jetzt ist Brecht beim Kernpunkt seines Lehrstückes angelangt. Er veranstaltet eine „Untersuchung: ob der Mensch dem andern hilft?" Die Antwort lautet: nein! Und diese Antwort ist zugleich die trostlose Quintessenz seines Werkes. Der Flieger bittet um ein Kissen, seinen Kopf darauf zu betten, um Wasser gegen seinen Durst. Aber der Chor hetzt: „Zerreißt das Kissen! Schüttet das Wasser aus!" Der Chor spricht zum Abgestürzten, und der Abgestürzte „betrachtet den Tod". Der Tod wird — wie in den urältesten Zeiten — durch den Tanz symbolisiert. Und da der Flieger im Tanz den Tod „erlebt", schreit er wie der Artilleriehauptmann Toboggan in Gerhard Menzels Kriegsdrama: „ich kann nicht sterben'. Der Chor: „Wir können dir nicht helfen!" Rur eine Anweisung kann man ihm geben: stirb! aber gerne! Die Diktion nähert sich stellenweise dem unerfreulichen Ton in Brechts Gedichtsammlung „Hauspostille". Hier ist der andere Kontrapunkt des Textes angebeutet; der Sinn des Stückes ist in der Lehre beschlossen: man muh mit seinem Schicksal einverstanden sein! Dies wird im Folgenden noch ausführlicher öargclegt Cs gibt eine „Belehrung: welcher von uns stirbt, was gibt der auf?" Es wird, da man gleichzeitig auf die Musik achten muß und überhaupt vielseitig in Anspruch genommen ist bei dieser Aufführung, nicht ganz Har, was Brecht eigentlich gemeint hat. (Dies verbindet übrigens Brecht mit manchen anderen Autoren seiner Generatton: viele Expressionisten suchten ja geradezu mangels sonstiger Qualitäten ihr Heil darin, unverständlich zu sein. Sie nannten das dann „mystisch" ober „symbolisch", und es gab immer ein andächtiges Publikum, das respektvoll darauf hineinfiel.) Der Flieger lernt also, wenn wir nicht irren, daß man nach Liebe streben soll, nicht nach Höhe und nach Geschwindigkeit. Eine schöne und beherzigenswerte Lehre, obwohl man sie von Brecht die Gegensätze heute keine Bedeutung mehr haben, wegen derer noch vor wenigen Jahren erbitterte Fehden ausgetragen wurden. Deshalb halten wir es für falsch, wenn man heute den aktiven Politikern immer wieder Aeußerungen ihrer Vergangenheit vorhält, um ihnen damit gewissermaßen den Beweis mangelnder eigener Folgerichtigkeit zu liefern. Diese Zettelkastenmanier, die noch heute zu den Gewohnheiten der Parteisekretäre in den Versammlungen und der Parteipresse gehört, muß endlich einmal verschwinden. weil fie unser gesamtes innenpolitisches Leben Immer wieder vergiftet. Es mag für den einzelnen Parteivertreter dritter und vierter Ordnung eine innere Genugtuung fein, wenn er vor seinen Getreuen den „Rachweis" liefert, daß daS Danner der Partei nicht geschwankt habe, und baß alle anderen ..Konjunkturpolitiker" und „gesinnnungS- lose Burschen" seien. Wer die Entwicklung dieser Zeit miterlebt hat. der weiß genau, daß sich a 11 e Menschen, die für die Bedürfnisse unseres staatlichen Lebens ein Empfinden haben, innerlich gewandelt haben, und daß die großen Ausgaben der deutschen Innenpolitik die Männer aller Parteien zu einer neuen, sagen Wir ruhig gewandelten, in der Entwicklung begründeten Stellungnahme zwingen. Es gehört die ganze Verbohrtheit eines spießbürgerlichen politischen Denkens dazu, um daraus moralische Vorwürfe herzuleiten. Dieser Prozeß des Heranreifens zu neuer staatlicher Betätigung, von dem allerdings die reaktionäre Sozialdemokratie bisher so gut wie verschont geblieben ist. ist im übrigen sowohl auf der Rechten wie auf der Linken wirksam geworden, und der Reichsinnenminister Wirth, der sich ohne Zögern zu einer Zusammenarbeit mit Schiele bereit erklärt, ist aus Gründen der eben geschilderten inneren Entwicklung eines ganzen Zeitalters nicht mehr derselbe Mann, der seinerzeit als Reichskanzler seine Kampfansage gegen die Rechte schleuderte. Vad-Nauheimer Hematspiel. <£ Bad-Nauheim, 15.9)iaL (Earl Pior« kow, der schon öfters mit kleineren heimatlichen Dichtungen hervorgetreten ist, hat seiner Vaterstadt nun ein größeres Bühnenwerk als B a b • 91 a u - Heimer Heimatfpiel geschenkt. Es war nicht leicht, in unserer erst im letzten Jahrhundert aufgeblähten Badestadt einen geeigneten Stofs für ein historisches Festspiel zu finden. Carl Piorkow hat mit viel Glück nach der Quellengeschichte gegriffen und die Entstehung der Quelle 7, des ersten hiesigen Sprudels, zum Ausgangspunkt seiner Darstellung genommen. Das ans Wunderbare grenzende geheimnisvolle Geschehen, daß der große Sprudel ohne menschliches Zutun durch Naturgewalt in der denkwürdigen Nacht vom 21. zum 22. Dezember 1846 aus einem verlassenen Bohrloch „auf Gottes Geheiß aus der liefe geboren" wurde, lockte zu dichterischer Gestaltung. „D e r S ch a ch t m e i st e r", so heißt der Titel des Heimatspiels, zeigt in engster Verbundenheit Men- schenschicksal und Naturgeschehen. Der Crlösungsge- danke geht als Grundmotiv durch die ganze Handlung. Vvlksszenen von der Arbeitsstätte am Bohrturm, der Weiheakt mit dem festlichen Auszug der Bürger, Salzsieder und Bergknappen geben der an sich einfachen Handlung den Nahmen; und ein entzückendes Traumerlebnis, in dem als Grundgedanke das Emporsteigen der Quelle zum Licht durch Märchengestalten symbolisiert wird, bringt Bilder von bezaubernder Bühnenwirkung. Die ganze Dichtung ist erfüllt von tiefem Heimatsinn; sie darf sich mit vollem Recht ein Heimatspiel nennen. Heute, am 75. Geburtstag der Quelle 12 (Fried- rich-Wilhelm-Sprudel), fand im Großen Bühnen- am mindesten zu hören erwartete. Der „Denkende" wird eingeführt und seine franziskanische Predigt von der Armut und der Richtigkeit menschlichen Wesens und frbm „Einverständnis" mit dem Leben und dem Tode verlesen. Anschließend ein von witzig instrumentierter Blasmusik begleitetes Satyrspiel mit einem ziemlich blöden Text. Drei Clowns treten auf und variieren das Generalthema auf ihre Weise. Einer der drei ist ein Maskenpopanz „Herr Schmidt". Das ist ein Zeitgenosse und Ramens- vetter jenes Helden, den Erich Kästner neulich mit einem Hörspiel „Leben in dieser Zeit" vorgestellt hat. Das Ganze also eine abermalige, drastisch-sattrische älntersuchung der Frage, ob der Mensch dem andern hilft. Ratürlich hilft er ihm nicht, sagt Brecht, und Hindemith be- krästtgt mit wuchtigen Rhythmen, was gesungen und an die Wand geschrieben wird. Zum Schluß ein „Examen". Der Chor „prüft" ben Flieger, und es endet damit, daß der Flieger kläglich versagt und seine irdische Richtigkeit und menschliche Schwäche bekennen muß. Er wird immer weniger: ich bin der, der ben C^ian überflog — ich bin einer von euch - - ich bin niemand. Er ist niemand, und niemand wartet auf ihn, und der Chor triumphiert: „Jetzt hat er seine kleinste Größe erreicht!" So schließt das Stück etwa mit einer Erkenntnis, die Romain Rolland zuvor mit den Worten aussprach, der Mensch sei für den Mitmenschen ein Wolf ... ein reißendes Tier, ohne Mitleid und ohne Liebe. Eine böse Lehre und eine traurige Bilanz aus der Zeit. Im ganzen bedeutete der Abend für unser Gefühl weder menschlich noch künstlerisch eine nennenswerte Bereicherung; er war zu werten im Sinne der Veranstalter als Versuch und als ein Teilausdruck der vielfältigen Bestrebungen in unterer Gegenwart, dem Verhältnis zwischen Schaffenden und Empfangenden in der Kunst eine neue Grundlage zu geben. Um die musikalische Interpretation Hindemiths machten sich Paul Breisach und Heinz Berthold verdient, die mit viel Temperament das (städttsche, Orchester und die Cingchöre dirigierten. Die hier nur sparsam beanspruchte Regie führte Intendant Edgar Klitsch. Von ben Mit- wirkenben vor allem: Hans Hoefs 1 in und Franz Larkens (1. und 2. Männerstimme); ferner Hans Joachim Schifferdecker (Sprecher). (Bertie Senget (Tänzerin), Gütlich, Hammans, Keddy (die drei Clowns). — Das Theater war gut besucht, das Publikum interessiert und sehr beifallsfreudig. hth. saal des Kurhauses vor vollbesetztem Hause die Uraufführung des „Schachtmeister" statt. In mo- chenlanger mühevoller Borbereitung hatten unter der Spielleitung von Oskar F e i g e l, früherem Mitglied des Gießener Stadttheaters, etroa 60 Mitwirkende aus der hiesigen Bürgerschaft ihre Kräfte in den Dienst der Heimatsache gestellt und überraschten heute durch ein sehr gutes Spiel. Die Hauptrolle des Schachtmeisters hatte der Spielleiter O s - kar Feigel übernommen, die Fraucnrolle des Stückes spielte Frl. Ko e tt schau frisch und natürlich. Zu vollem Erfolg des Abends trug stark die wohlgelungene Rahncengebung für die Handlung bei. Die bühnentechnische Gestaltung durch Fritz Korthaus und die wirkungsvolle Beleuchtung durch Ludwig Keim waren von äußerst natürlicher Wirkung. Besonders überraschte im vierten Akt die heroorsprudelnde Quelle. Die Elfen- und Gnomen- reigen des zweiten Aktes hatte Turnlehrer S i n n - well mit seinen Turnschülerinnen einstudiert: die Wiedergabe begegnete der besondern Sympathie des Publikums. Die Musik, die von Mitgliedern des Kurorchesters ausgeführt wurde, war von Musikdirektor Reib old zusammengestellt. Am Schlüsse erfüllte brausender Beifall das Haus, der Dichter und die Hauptdarsteller mußten mehrmals auf der Bühne erscheinen. Die Aufführung war nach allseitigem Urteil ein voller Erfolg. Eine Wiederholung ist schon für nächste Zeit vorgesehen. MetberechtigungskarteninSad-Aauheim. <£ Bad-Nauheim, 17. Mai. Unter den Beratungsgegenständen der gestrigen Stadtratssitzung begegnete besonderem Interesse ein Antrag der Reichspnrtei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) auf Einführung von M i e t b e - rechtigungskarten an Stelle des seitherigen Zuweisungsverfahrens. Es ist vorläufig an eine versuchsweise Einführung für Wohnungen von vier und mehr Zimmern gedacht. Stadtratsmitglied V o n - derschmitt begründete eingehend die Forderung seiner Partei unter Hinweis auf verschiedene Länder und Gemeinden, in denen sich die Neueinrichtung, die dem Wohnungsamt und auch den Mietern erstrebenswerte Erleichterungen bringe, durchaus bewährt habe. Gegen die Einführung sprach das kommunistische Stadtratsmitglied I. Schäfer, der durch sie eine Steigerung der Mieten befürchtet. Bei- georneter Kling, der sich für die Neueinrichtung einsetzte, erklärte ausdrücklich, daß die Mietpreisbildung dadurch keinesfalls berührt werde. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Wirtschaftspartei, den die Wohnungskommission und die Wohnungsdeputation mit Stimmengleichheit abgelehnt hatten, mit Mehrheit angenommen, allerdings mit dem Zusatzantrag des deutschnationalen Stadtratsmitglieds Lein kauf, daß die Mietberechtigungskarten nur an hiesige Wohnungssuchende ausgegeben werden. Tumen, Sport und Spiel. Oeutfthlandrundiahrt. 7. Etappe. — Massensturz am Ziel. Kein Etappensieger. — Gesamtresultat unverändert. Am gestrigen Sonntag wurde die leichteste Etappe Stuttgart —Frankfurt ausgefahren. Trotz 36-Kilometer-Tempo kam eine große Spitzengruppe am Ziele an. Kurz vor dem Ziel kam es zu einem Massensturz. Bruno Wolke sollte den Sturz verursacht haben und wurde disqualifiziert. 61 Fahrer hatten sich am Start in Stuttgart eingefunden, die bei Bretten auf eine 40 Mann starke Spitzengruppe zusammengeschmolzen waren. Hier wurden R. Wolke, Klaß (Schweinfurt), N i t s ch k e (Berlin) und Schorn (Köln) disqualifiziert, weil sie sich den Anordnungen der Leitung nicht fügten. Auch in Heidelberg war die Spitze noch 41 Mann stark, da die ausgeschlossenen Fahrer die Fahrt zunächst fortgesetzt hatten. Bei Darmstadt bestand die Spitzengruppe nur noch aus 33 Mann. Ausreißversuche von Manthey, Brandes und Bulla wurden vereitelt. Allmählich verringerte sich die Spitzengruppe auf 26 Mann. Kilometerweit vor dem Ziel setzte der Endkampf ein. Ungefähr 50 Meter vor dem Ziele verließ Bruno Wolke die Fahrtrichtung, ein Massensturz war die Folge. Bruno Wolke ging als Erster durch Ziel, Siegel, Tomasini, Schön und Altenburger folgten dichtauf. Nach dem Spruch der Oberleitung wurde kein offizieller Etappensieger erklärt, Oskar Tietz erhielt die Etappen-Medaille, während 26 Fahrern je 5 Punkte gutgeschrieben wurden. Das Resultat: Siegel, Tomasini, Schön, Altenburger, Koch, Olbötter, Geyer, Ussat, K. Kohl, Pflug, Unger, Bulla, Thierbach, Buse, M. Kohl, Essing, Kroll, Dorn, Cap, Metzle, Mandelkow, Remold, Brandes, Pusch, Stöpel und Tietz 5:49,45 Stunden je 5 Punkte. Morgen früh durch Gießen. Auf ihrer großen Reise „Rund um Deutschland" kommen die Fahrer am morgigen Dienstag durch Gießen. Der Start erfolgt um 6 Uhr früh in Frankfurt. Die ersten Deutschland-Rundfahrer dürften gegen 8 Uhr in Gießen zu erwarten sein. Die Strecke durch Gießen ist wie folgt feftgelegt: von Leihgestern kommend durch Leih- gesterner Weg, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Roon- straße, Moltkestraße, Ostanlage, Marburger Straße. Vorrunde um d«e Deutsche Kuhball-Meisterschast. Die gestrige Vorrunde um die Deutsche Fußball- Meisterschaft war eine ganz klare Sache, viel weniger kompliziert, als man auf Grund alter Erfahrungen angenommen hatte. Die Favoriten setzten sich in jedem Fall durch. Frankfurt sab zwischen Eintracht und dem westdeutschen Tabellenzweiten Benrath ein mehr als hartes Spiel, dotz die Frankfurter verdient mit 1:0 gewannen. — In Berlin bewies der deutsche Meister, Sp. Vg. Fürth, gegen Tennis-Borussia mit einem 4:1 (3:0)-Sieg, daß sie ohne weiteres nicht demissionieren will. — Sportfreunde Breslau hatten, wenn auch auf eigenem Platz, gegen den 1. F. C. Nürnberg nichts zu bestellen. Das 7:0 für Nürnberg spricht eine deutliche Sprache. — Auch daß Hertha-BSC. aus der Begegnung mit B e u t h en 0 9 in Berlin als Sieger hervorgehen würde, entsprach den allgemeinen Ansichten. — Sehr überzeugend kamen auch die Siege von S ch a l k e 04 mit 6:2 gegen ArminiaHannoverin Bochum und von Dresdener S. C. mit 8:1 gegen V. f. B. Königsberg in Halle. Die zwei letzten Spiele der Vorrunde brachten einen 4:3-Erfolg von Holstein Kiel gegen V. f. B. Leipzig in Hamburg und von 4:2 für Köln-Sülz 07 gegen Titania Stettin in Stettin. Sandball-ZwischenrundederD.T. Die Zwischenrunde um die Handballmeister- schaft der D. T. konnte am gestrigen Sonntag nicht zur Entscheidung gebracht werden. Die beiden Treffen in Frankfurt und in Ulm müssen neu ausgetragen werden, da das Frankfurter Treffen wegen Regens abgebrochen wurde und das Ulmer Spiel ohnedies nach Verlängerung unentschieden endete. 3n Frankfurt standen sich Polizei Frankfurt und der deutsche Meister Turnverein Friesenheim gegenüber. Frankfurts Führung glich Friesenheim aus, und bei der Pause stand es 3:1 für die Pfälzer, Frankfurt holte nach der Pause Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister. Werdau. 15 Fortsetzung Nachdruck verboten „Warum ist Peter Uhlstädt unglücklich?" fragte sie sich wieder und wieder. — Die flüchtigen Worte des Vildhauers hallten in ihr nach. Dann versuchte sie. sich pl >sii ch die Gesielt Petrs nie tor die Augen zu zaubern. Cs waren dieselben Züge noch wie vor Iahren, da sie in glücklicher Mäd- chenschwärmerei in diesem Manne chr Ideal erblickt hatte. — Wohl etwas vertieft hatten sich seine Züge, und soviel sie aus der Entfernung hatte erkennen können, lag ein unstetes Flackern in seinen großen, lichten, grauen Äugen. — Wie hatte sie diese Äugen geliebt, die so sorglos in die Welt sehen konntenI Sie schienen immer zu lachen, und es schren vor dibsem Blick keine verborgene Lüge oder Falschheit zu geben. Wer war schuld, daß sie nicht jetzt seine Frau war? — Ihre Eltern? Wie alt war er wohl jetzt? — Nun, warte einmal, man konnte ja nachrechnen. — Peter muhte etwa vierunddreihig Jahre alt sein. — Ob er wohl seiner Neigung gefolgt und Maler geblieben war? — Sie war ärgerlich, daß sie den Bildhauer nicht danach gefragt hatte. Man würde es nachholen. Aber dann verwarf sie den Plan. Das hätte sie nicht gekonnt, ohne Ärgwohn zu erregen. Leicht hätte das Gerücht ausgestreut werden können, sie sei um seinetwillen aus dem Hause ihres Mannes gegangen. — Sie zuckte zusammen. — Lothar! - Es war bitter, an Lothar zu denken. Es tat ihr Weh, daß Lothar eine schlechte Meinung von ihr haben könnte. — Aber wozu immer wieder diese Dinge, die längst vermodert sein sollten, unter die Lupe nehmen? — Weshalb war Peter unglücklich? — Diese Frage lieh sie nicht aus ihren Klauen. Sie nahm sich fest und ernsthaft vor, kein einziges Wort mehr mit Kurt Helbing über Peter Uhlstädt zu reden. Aber es war ein drängendes Verlangen in Konstanz^ Peter wenigstens zu sehen. Nur von weitem. Er durfte es nie erfahren. So wurden ihre jetzigen Ausgänge ein unwillkürliches Suchen nach Peter. Sie gab es bald auf. - Welche Lächerlichkeit, in dieser grohen Stadt einen Menschen suchen zu wollen! —-- Eines Tages bat Kurt Helbing mit flehendem Blick: »Sie haben mir versprochen, mit mir einmal nach dem kleinen Lokal zu fahren, wissen Sie, von dem ich sprach." Konstanze kam diese Ditte recht. Sie wollte hinaus. Nach wenigen Minuten stand der Wagen vor der Tür. „Ueber Hirschau nach der .Hubertusruhe*, rief er dem Chauffeur zu. „Ist es hier nicht wunderschön?" fragte Kurt, als ihm nach Stunden Konstanze an der Isar aus der Terasse der „Hubertusruhe" gegenübersah. Glück glänzte in feinen Augen. „3a", nickre sie und trank die laue und reine Luft mit durstigen Zügen. Uebermütig schäumend sprang die junge 3sar in ihrem Bett zu Fühen der „Hubertusruhe" über zackige Felsblöcke. Vom anderen Ufer her klangen die sehnsüchtigen Töne einer Ziehharmonika. Konstanze war wunschlos und ohne jede Regung. — Sie tranken den vielgerühmten Tiroler Landwein. »Ist die Welt nicht schön?" fragte Helbing und blickte tief in ihre Augen. Er empfand, daß der ödeste Fleck in der Gesellschaft dieser Frau zum Garten Eden werden könnte. Sie nickte und lächelte ihm etwas trübe zu. „Sie sind so unsagbar melancholisch", sagte er mit warmer Stimme. „Nehmen Sie das Leben leichter. Es ist uns nur einmal gegeben." „3ch glaube nicht." „Wie?" „3ch glaube, wir leben tausend Leben und mehr. 3eder Tag ist ein neues Dasein. Vielleicht jede Stunde." Sie schwiegen. Ueber das Wasser klang noch immer die Ziehharmonika. Cs war eine heitere Volksweise, ein bayerischer Ländler vielleicht. Erst als die Sonne schon in die 3sar getaucht war und ihre Schatten nur noch als rosarote Dämmerung über dem Land segelten, brachen sie auf. — Trotzdem Konstanze immer wieder versucht hatte, irgendwo unterzukommen, war sie auch heute noch ohne Stellung. Sie besaß noch einige hundert Mark. Aber auch dieses Geld würde bald aufge- zehrt sein. — Von Lothar Geld fordern? — Eher würde sie sterben! — Nicht die kleinste Gabe nähme sie an. Auch nicht von ihren Eltern. O, sie war stolz. Konstanze war eine geborene von Heistritz. Die waren alle stolz. — Der 4. August war Konstanzes Geburtstag. Der erste Geburtstag in der Fremde. Als sie an diesem Tage das Speisezimmer ihrer Pension betrat, blieb sie wie gebannt stehen. Ein riesiger Blumenkorb stand auf ihrem Platz. Enzian war es, Marschall-Niel-Rosen und rote Nelken. Das ganze Zimmer hing voll vom Duft dieser prahlerischen Blumen. Schon trat Frau Frida Bürger ins Zimmer. Mit herzlichen Worten ging sie aus Konstanze zu. „Diese Blumen sind eine Gabe des Herrn Helbing." Konstanze fühlte sich verwirrt und beschämt. Auch Frau Bürger überreichte ihr eine Heine Aufmerksamkeit. Es war ein Kästchen bestes Kon- einen Treffer aus und erzielte später, obwohl ein Mann des Feldes verwiesen worden war, den Ausgleich. 3n der ersten Verlängerung fielen auf jeder Seite ein Tor und die zweite Verlängerung wurde beim Stande von 4:4 wegen starlcn Gewitterregens abgebrochen. Die Neuaustragung erfolgt am kommenden Sonntag in Mannheim. 3n Ulm trafen sich die Damen des Ulmer Turnerbund und des Tv. Mainz 1817. Nach torlosem Halbzeitstand erzielten die Ulmer den Führungstreffer, den Mainz kurz vor Spielende ausglich. 3n der Verlängerung wurde am Endergebnis von 1:1 nichts mehr geändert, so daß auch dieses Treffen neuanzusetzen ist. Der teutsche Sandballmeister in Sayern. Der deutsche Handballmeister der D. S. B., Polizei Berlin, der die deutsche Meister- schast bereits sechsmal in seinen Besitz gebracht hat, gastierte am Wochenende in Süddeutsch- land. In München standen die Berliner einer verstärkten Mannschaft des SV. 1860 gegenüber: und mutzten sich mit einem Unentschieden von 9:9 (Halbzeit 5:2 für München) zufrieden geben. Am Sonntag wurden die Berliner in Nürnberg von dem bayrischen Pokalmeister, 1. FC. Nürnberg, mit 9:8 (3:4) geschlagen. Berlin hatte einige Ersatzleute in seinen Reihen. Trotzdem bleiben beide Ergebnisse Achtungserfolge für den süddeutschen Handball. 1352760 Mitglieder in der O.T. Die Deutsche Turnerschaft veröffentlicht jetzt ihre Bestandserhebung per 1. Ianuar 1930 und weist darnach einen Bestand von 1 352 760 Mitgliedern auf. Von diesen Mitgliedern sind 1068 097 beitragspflichtig. Die Zahl der der D. T. angeschlossenen Vereine hat jetzt die hohe Ziffer 11 567 erreicht. Ueber mehr als 100 000 Mitglieder verfügen vier der achtzehn Turn- kreise. Unter ihnen stehen die Kreise Mittelrhein (192 008) und Bayern (149 899) an der Spitze. Verein für Bewegungsspiele. Rückblick über die Verbandsspielsaison 1929/30. Nachdem die mit der Austragung der Punktspiele im Rückstand gewesene vierte Mannschaft kürzlich ihr letztes Treffen absolviert hat und somit die Verbandsspielsaison für den V. f. B. beendet ist, veranstaltete die Vereinsleitung eine im schlichten Rahmen gehaltene Siegesfeier, bei der den Meistermannschaften die vom Gauvorstand übergebenen Ehrendiplome überreicht wurden Angesichts des glänzenden Abschneidens aller Mannschaften und der Tatsache, dah von den vier aktiven Mannschaften drei die Meisterschaft errangen, während der vierten hierzu nur ein einziger Punkt fehlte, sie sich aber immerhin art zweiter Stelle placieren und damit den Aufstieg zur obersten Spielklasse, der Dezirksliga sichern konnte, erscheint es nicht mehr wie recht, die erzielten Erfolge kurz zu würdigen. Im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses steht naturgemäß die Ligamannschafl, da sie immerhin dem Verein bis zu einem gewissen Grad das Relief gibt. Im Vorjahre errang sie in 16 Derbandsspielen, von denen sie 15 gewann und 1 unentschieden beendete, bei einem Punltverhältnis von 31:1 und einem Torverhältnis von 77:22 mit großem Vorsprung die Meisterschaft des Gaues Gießen-Wetzlar. Die vor Beginn der Saison 1929/30 vorgenommene Neueinteilung stellte ihr ungleich stärkere Gegner gegenüber, so daß man ihr für diesmal bedeutend weniger Chancen gab. Und doch schnitt sie verhältnismäßig sehr gut ab, wenngleich sie auch einige Spiele verlor und die übrigen Re-' fultate infolge des geringen Unterschieds in der Spielstärke nicht allzuhoch ausfielen. Immerhin mußten sich in der Vorrunde Wallau mit 1:4, Herborn mit 0:3, die Spielvereinigung Gießen mit 1:3, Ockershausen mit 0:2 und Breidenbach mit 3:5 geschlagen bekennen. Gegen Sportverein Wetzlar konnte nur ein 2:2 erzwungen werden. 2:3 lautete die knappe Niederlage, die einzige der Vorrunde, gegen die in vorzüglichster Form befindliche „Germania" Marburg, in der man anfänglich allgemein den kommenden Meister sah. Am Schluh der Vorrunde stand VfB. an erster Stelle der Tabelle. Die Reihenfolge der Vereine war folgende: VfB., Marburg, Ockershausen, Spielvereinigung, Herborn, Wetzlar, Breideübach, Wallau. Dies Bild verschob sich jedoch sehr bald. Die Nachrunde brachte sehr ungleiche Leistungen der VfDer. Nicht genug damit, dah sie im ersten Spiel gegen den Tabellenletzten, Fußballverein Wallau, auf dessen Platz mit 2:4, nachdem sie bereits 2:0 geführt hatten, Sieg und Punkte (die viel umstrittenen) verloren, liehen sie sich einen Sonntag später von dem nunmehrigen Tabellenletzten Fußballverein Breidenbach, sogar auf eigenem Platz mit 1:2 schlagen. Diese Niederlage, die leicht hätte vermieden werden können, warf sie aus der Führung und kostete sie den Meistertitel. Bezeichnend ist, daß sie 14 Tage vorher gegen „Kurhessen" Kassel 0:0 spielen konnten. Daß sie viel mehr können, als sie in diesen beiden verlorenen Spielen zeigten, bewiesen sie im darauffolgenden Treffen gegen den Tabellenersten, Ockershausen, den sie trotz des Nachteils des ungewohnten Platzes knapp aber verdient nvt 1:0 schlugen. Dagegen ließen sie sich schon am nächsten Sonntag vorn Lokalgegner, der inzwischen stark aufgekommenen und nach vorne drängenden Spiel- Vereinigung 1900, vor 2500 Zuschauern mit 3:6 abfertigen. Allerdings muh der BfB.-Mannschaft zugutgehalten werden, daß sie infolge Herausstellens eines Verteidigers von den 90 Minuten des Spiels ganze 75 mit nur zehn Mann Zu spielen gezwungen war. Inzwischen hatte der Bezirks-Fußball-Sachbearbeiter das Spiel gegen Wallau wegen Mitwirkung eines gesperrten Spielers des Platzvereins als für DsD. gewonnen erklärt. Gegen den Wetzlarer Sportverein konnte wiederum nur ein Unentschieden, und zwar ein 3:3, erzwungen werden, nachdem DsB. schon mit 3:0 im Vorteil gewesen war. 3m letzten Spiel wurde nach scharfem Kampf, bei dem Gießen eine glänzende Partie lieferte, der alte Rivale, „Germania" Marburg mit dem umgekehrten Resultat des Vorspiels, mit 3:2 niedergerungen. Damit war die reguläre Saison beendet und die beiden Aufstiegskandidaten im Fv. Ockershausen und VfB. 08 Gießen fest- gestellt. Die Tabelle hatte folgendes Aussehen: Verein Spiele gern, i mentsch. verl. Pkte. Ockershaufen 14 9 2 3 20:8 V. f. B. 14 9 2 3 20:8 Spog. 1900 14 9 1 4 19:9 Marburg 14 8 1 5 17:11 Wetzlar 14 4 5 5 13:15 Breidenbach 14 4 0 10 8:20 Herborn 14 4 0 10 8:20 Wallau 14 2 0 9 7:21 Da die beiden Ersten punktgleich standen, waren zwischen ihnen noch zwei Entscheidungsspiele nötig, um den Meister zu ermitteln. Die überspielte und außer Form gekommene V. f. B.-Mannschaft verlor beide mit 0:1 bzw. 1:3, so daß die Marburger Vorstädter verdient den Meistertitel errangen. Die Ligareservemannschafl landete im Vorjahre hinter der gleichen des Wetzlarer Sportvereins an zweiter Stelle. In der dies- Die Blumen dufteten in ihrem Zimmer so stark, dah sie die Fenster öffnen muhte. Der Duft betäubte sie. Der Enzian schien blaue Augen zu haben. And Konstanze empfand, es waren die gestorbenen Augen Kurt Helbings ... oder vielleicht ihre eigenen Augen? — Die Rosen aber waren Totenblumen und die dazwischen steckenden Nelken rote Flammen einer brennenden Liebe. Nun wehte ein leichter Wind durch das geöffnete Fenster. Da wurden die Nelken zu zuk- kenden Flammen im Sturm. — „So schwelt mein Leben", dachte Konstanze. Erst jetzt gewahrte sie, zwischen den Blüten fast verdeckt, ein kleines Kuvert. Sie rih es auf. „Ein kläglicher Beweis meiner großen Liebe zu 3hnen, Frau Konstanze. 3mmec 3hr Kurt Helbing." Die Buchstaben tanzten vor ihren Augen. „Armer Kurt Helbing! 3ch kann dir doch nicht sagen, daß ich Mitleid mit dir habe. Das würdest du nie verwinden. Liebe kann ich dir nicht schenken. Wohl nie mehr im Leben kann ich Liebe verschenken!" Ein Klopfen an der Tür lieh Konstanze aus ihren Sinnen auffahren. Es war Iulius Neuhaus. 3n stummem Glückwunsch drückte er ihr die Hand. Es wurde warm um Konstanzes Herz. Das Zimmer schien voll Sonne zu sein. „Cs ist nicht viel, was ich 3hnen bringen kann", sagte er leise und überreichte Konstanze ein winziges Sträußchen Margueriten. „O", rief er aus mit einem Blick auf das Dlumenwunder. „Da muß ich mich schämen. Sie haben großzügigere Freunde." Konstanze drückte ihn auf einen Stuhl. „Die Gabe bekommt ihren Wert durch den Geber und wäre sie noch so klein", sagte sie gerührt. Dann führte sie rasch und scheu die Mar- gueriten an die Lippen und schloß dabei sekundenlang die Augen. Als sie den Blick zu ihm hob, gewahrte sie ganz deutlich, daß Tränen in feinen Greisenaugen blitzten. Da wandte sie sich ab. — Dann ging er. Später kam Kurt Helbing. Sie machte ihm Vorwürfe wegen seiner Äusgaben. Er wollte davon gar nichts hören und überreichte ihr eine kleine Kapsel. Zögernd griff sie danach. „3ch habe mir erlaubt", sagte er und seine Augen waren wieder so sehnsüchtig, daß es Konstanze wehe tat. — Ein mit Brillanten besetzter Armreif blitzte chr entgegen. „Nein! Herr Helbing, es ist ganz unmöglich, dah ich dies annehme", rief sie fassungslos. Sie fühlte das Anmaßende dieses Geschenks. Stolz blitzte ihm aus den Augen und heimliche Freude. „Was veranlaßt Sie dazu, mir solche Geschenke zu machen?" fragte sie beinahe unwirsch. „Meine grenzenlose Verehrung für Sie, Konstante." Sie überhörte ganz, daß er sie lediglich beim Vornamen nannte. Sie schüttelte stumm den Kopf und betrachtete das gleißende Schmuckstück. Ein warmer Wind strich um ihre Schläfen. Ein paar schwarze Härchen waren ihr in die Stirn gefallen. Nachdenklich betrachtete sie noch immer den Schmuck. Helbing konnte in Muße die rührende Schönheit ihres Gesichts studieren. Nie erschien sie schöner, als wenn sie nachdenklich war. Es war still um die beiden Menschen. Nur von ferne hörte man das Verbranden der großstädtischen Geräusche. Irgendwo in einem Neben- haus fang eine Mädchenstimme in falschen Tönen ein- Lied. Ein paar abgerissene Wortfetzen flatterten zum Fenster herein. Draußen auf dem Flur ging eine Tür. „Nein", sagte Konstanze wieder. „Dieses Geschenk würde mehr bedeuten, als nur eine Aufmerksamkeit. Schon die Blumen sind maßlos." „Sie sind viel zu pedantisch, Frau Konstanze". entgegnete Helbing beinahe gekränkt. Cs tat ihr leid, sie wollte ihn nicht verletzen. Schließlich entschied sie: „Ich werde dieses Armband tragen. Sobald sich aber unsere Wege trennen, gebe ich es Ihnen zurück." Da sah er sie sest an. »Ich hoff.e, Konstanze, unsere Wege werden sich nicht mehr trennen.“ Sie verstand nicht gleich und sah ihn groß an. — Was würde er jetzt noch sagen? Ganz dicht stand er vor ihr. Blick grub sich in Blick. Sie fühlte die Wärme seiner Nähe. „Bleiben Sie bei mir ... es wird nicht für lange sein ... Sie wissen wohl, der Tod hat ein frühes Anrecht auf mich ... Werden Sie meine Frau, Konstanze ..." Bittend und flehend klangen seine Worte. Die Furcht, durch ihre Antwort könne ihm diese Frau entrissen werden, zitterte in seiner Stimme. »Sie wissen, ich bin verheiratet", sagte Konstanze und staunte selbst über den ruhigen Klang ihrer Worte. „Ich bitte Sie, lassen Sie sich scheiden von ihrem Gatten. Ich liebe Sie. Ohne Sie bin ich freudlos. „Ich kann mich nicht scheiden lassen, denn er ist ohne Schuld." Cs war, als sinke der Mann vor ihr in sich zusammen. Seine Blicke irrten umher, als suchten sie irgendeinen Halt. Er war ein Ertrinkender. Aber Konstanzes Worte waren gesprochen und liehen keine Hoffnung mehr zu. Ohne jede Gnade waren diese Worte. Helbing schlich zur Tür. Konstanze stand hochaufgereckt im Zimmer. Sie war allein. Nun war Klarheit zwischen ihnen. (Fortsetzung folgt.) war mit der in Rückstand büiedsricktcr tekn stieß. 2 in einer Fern: Wstneiden muhte sch m 1'5 dem bch Infolge Seid die SpiclW Gegen bu £ Dor- und 3 Neffen wurb M ba der Spider patt, Grohen-Tusecl spiel mit 0.2 bringen (ba? vorzeitig al Daubringen Punkte. Tas wieder sieg, Zweite mit Meisterschaf Die Tabell Verein 2M.S8.IV Steinbach /f ®WU-190011 NemSBufec ■taubringen 1 2« heroorr 1 d/r Erfaß ? 2e' °us de ?echt stolz sei des (Baues (? bürg gleiches m.frit seines 9 eine inb£rrI Lftaf schlug. ® ' burchs^M M*. Lettw ffithlar 11 w’S. W i' eie knüpften NibandssPw! ungeschlagen^ Verhältnis v Doit 20:0 b auch in dwser 3:2, 2:0 un Steinberg l.j bad) I verlor erzwingen sie die Punkt Die Äachru über Garbent« die gleiche de bescheiden. *5 kampflos ab. erlitt sie gtt die Erste Stei hin noch mit Stelle Placier V Gruppe dei sonders hervo sie sich nun den Meistert,' volle Anerker stand, lowic würdigt wurd mit Aecht die eins genannt der Saison: Verein 8. f. SB. 111 Steinberg I Steinbach 1 Lich 1 Garbenteich i Spog. 1900 11 Sä* w 8% SÄ' W- Ä Ks Sägt MaWer ■ Klagen' k5r6' 'N XjS; ^thn l '''"«, v.r. i.s2X m- bDn 'Ä^nö :MLL ÄS Ä r». Nrt” (149to)'^ 30. lt m-t L0 schlugm. 1 °m nächsten Som- ^Mischen stari aub e drängenden Spiel- Schauern mit 3:6 aber M.-Aamschast l'e infolge §etau4- von den 90 Dj. mit nur zehn Mann ' Inzwischen hatte mbeita &ai Spiel Üwirtung eines gc- rereinS ais iür U2. den Mhlarer Sport- ur ein Unentschieden, lgen werden, no^ev-. Vorteil gewesen war. nach scharsm Kamps, lzende Partie lieferte, ia" Marburg mit dm i Vorspiels, mit 32 •ar die reguläre Lai- n Ausstiegskandidaten VsV. 08 Tiehen fest# : folgendes Aussehen: o. unentsch. veil. Pkle. ) 2 3 20:8 ) 2 3 20:8 ) 1 4 19:9 Z 1 5 17:11 ! 5 5 13:15 0 10 8:20 0 10 8:20 0 9 1.21 Mch standen, waren rtschriduntzsspicie not'sp m. Die überspielte und s.sS.-Mannschast verlor nh die Marburger Lor- rtitel errangen. ^L-lpäter Don bem E°ilbereinrr7. • W,QD mit P2 |(hln. 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II Das hervorragende Abschneiden aller Mannschaften ist der Erfolg einer systematischen Arbeit in die Breite, auf den der Verein für Bewegungsspiele mit Recht stolz sein kann, um so mehr als kein Verein des Gaues Gießen-Wetzlar und des Gaues Mar. bürg gleiches aufweisen kann. B f. B.» tritt morgen abend in Wetzlar an. Der Wetzlarer Sportverein veranstaltet anläßlich seines 25jäl)tigcn Bestehens vom 17. bis 25. d. M. eine Jubiläums-Sportwoche, in deren die 3. Mannschaft Sie knüpfte an ihre guten Leistungen Pkte. 13:3 12:4 8:8 4:12 3:13 fihrigen Saison hatte sie gleich einen guten Start, indem sie Niedergirmes im ersten Spiel mit 8:2 schlug, verstand aber auch weiterhin sich erfolgreich durchzusetzen. Sie gewann gegen die Spieloereini- gung mit 2:1 und gegen Butzbach mit 4:0. Sport- verein Wetzlar überließ ihr in der Vorrunde kampflos die Punkte. In der Nachrunde büßte sie infolge zahlenmäßiger Unterlegenheit durch ein 0:4 gegen Spo. Wetzlar beide und ein 2:2 gegen Niedergirmes einen Punkt ein. In den übrigen Spielen schlug in Rückstand gekommen, da die Gestellung von Schiedsrichtern in dieser Gruppe auf Schwierigkeiten stieß. Anfänglich zeigte sich die B. f. B.-Ctt in einer Form, die auch für später ein glänzendes Abschneiden erwarten ließ. Steinbachs zweite muhte sich mit 0:9, Grohen-Dusecks zweite mit 1:5 dem besseren Können der V. f. B.er beugen. Infolge Spiclerausfalls usw. büßten diese jedoch die Spielftärke erheblich ein und enttäuschten. Gegen di« Spielvcreinigung 1900 verloren sie Dor- und Rückspiel mit 1:2 bzw. 0:3; beide Treffen wurden jedoch für sie als gewonnen erklärt, da der Gegner einen nichtspielberechtigten Spieler hatte mitwirken lassen. Auch gegen Großen-Buseck unterlag die D. f. B.-Els im Rückspiel mit 0:2. Mit 2:0 gewann sie gegen Dau- bringen (das Spiel wurd evom Schiedsrichter vorzeitig abgebrochen). Zum Rückspiel trat Daubringcn nicht an und überließ kampflos die Punkte. Das letzte Treffen der Saison konnte sie wieder siegreich gestalten, indem sie Steinbachs gen). 7 4 4 3 1 mit Recht die beständigste Mannschaft eins genannt zu werden. Die Tabelle der Saison: 6 6 3 2 zweite mit 2:0 schlug. Sie errang somit die Meisterschaft 2 3 6 6 sie die Spielvereinigung mit 4:2 und Ä. f. R. Butzbach in einer Halbzeit 5:0 und errang so die Meister- schäft ihrer Abteilung. Sie Tabelle ~ ' gern, unentsch. verl. ungeschlagen durchstand und sich mit einem Torverhältnis von 45: 10 und einem Punktverhältnis Don '20:0 die Meisterschaft holte. Eie beendete auch in dieser Saison die Dorrunde ungeschlagen. 3:2. 2:0 und 5:0 waren die Resultate gegen Steinberg I, Lich I und Garbenteich. Gegen Steinbach I verlor sie einen Punkt, da sie nur ein 3. 3 erzwingen konnte. Don ihrem Lokalgegner erhielt sie die Punkte ohne Spiel. Die Rachrunde begann sie Mit einem 6: 3-Sieg über Garbenteich. Dann aber mußte sie sich gegen die gleiche der Spielvereinigung mit einem 0:0 bescheiden. Lich und Steinbach gaben die Punkte kampflos ab. Die einzige Riederlage der Serie erlitt sie gegen ihren schärfsten Konkurrenten, die Erste Steinbergs, vor der sie sich aber immerhin noch mit einem Punkt Dorsprung an erster Stelle placieren und damit die Meisterschaft der 1. Gruppe der Gauklasse 2 erringen konnte. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß sie sich nun schon drei Jahre hintereinander den Meistertttel erkämpft hat, eine Leistung, die volle Anerkennung verdient und vom Gauvorstand, sowie der Dereinsleitung gebührend gewürdigt wurde. Die dritte Mannschaft verdient Butzbach II 8 1 Sehr gut schlug sich wieder Wetzlar II Niedergirmes II Spog. 1900 II Verein VfB III Spiele gern, unentsch. verl. Pkte. 16:4 10 7 2 1 Steinberg I 10 7 1 2 15:5 Steinbach I 10 4 3 3 11:9 Lich I 10 3 2 5 8:12 (tzarbenteich I 10 3 1 • 6 7:13 Spvg. 1900 III 10 1 1 8 3:17 Die 4. Mannschaft war nut der Austragung der Punktspiele etwas Rahmen am Dienstagabend auch ein GefeMchastS- spiel zwischen feiner Ligamannschaft und der des D. f. B. stattfindet. An dem vom Jubilar für Samstag und Sonntag vorgesehenen Pokalturnier für Ligamannschasten kann D. f.D., da er an diesen beiden Tagen schon anderweitig verpflichtet ist. nicht teilnehmen, er hat dafür aber dem einladenden Derein mit diesem Werk- tagabend-Tressen ein gleichwertiges Aequivalent geboten. Dem Gastgeber ist es anscheinend gelungen. seine Spielstärke in letzter Zeit erheblich zu verbessern. Dor vierzehn Tagen brachte er es fertig, dem D. f. D. „Kurhessen" Marburg auf betten Platz ein 0:0 abzuringen. Die D. f B - Els ist seit einigen Wochen etwas außer Form. Bei der Bewertung ihrer letzten Spiele muß allerdings berücksichtigt werden, daß sie jedesmal stark ersatzgeschwächt war. Ob sie am Dienstag in stärkster Aufstellung antreten wird, steht noch nicht fest. In jedem Falle wird es ihr nicht leicht fallen, ein günstiges Resultat herauSzuholen. Wenn sie von ihrem gewohnten System ab- weicht und sich das Hohe Spiel Wetzlars auf» drängen läßt, wird eine Riederlage unvermeidlich sein, da die Einheimischen ihr an Kampskraft und Härte überlegen sind. Wirtschaft. 10 Mark (Lit. G und H) alle Stücke, deren. Rummern die Endziffern 0 und 1 tragen. Der Reichsbank-Siatus Mitte Mai. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai hat sich in der zweiten Maiwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 260,1 Mill. Mk. auf 1747 Mill. Mk. Der- r i n g c r t. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsschahwechseln um 6,9 Mill, auf 40 000 Mark, die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 268,7 Millionen auf 1584,8 Mill. Mark abgenommen und die Lombardbestände um 15,4 Mill, auf 69,1 Mill. Mk. zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 219,3 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 207,4 Mill, auf 4196,3 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 11,9 Mill, auf 318,5 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 61,8 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 556 Mill. Mk. eine Abnahme um 45,3 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungs- sähigen Devisen haben sich um 20.1 Mill, auf 2875,5 Mill. Mk verringert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 12,2 Mill, auf 2577,7 Mill. Mk. Angenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 32,3 Mill, auf 297.8 Mill. Mk. abgenommen. Die Deckung derRoten durch Gold allein erhöhte sich von 58,3 Prozent in der Dorwoche auf 61,4 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 65,8 Prozent auf 68,5 Prozent. Diskontermäßigung der Reichöbank. Berlin, 19. Mai. (MTB. Drahlberichl.) Die Reichsbank Hal mit Wirkung vom 20.Mai den Wechseldiskont von 5 auf 4,5 v. h. und den Lombardzinsfuß von 6 auf 5,5 o.h. herabgesetzt. • Wichtig für den Handelsverkehr mit Italien. Generalkonsul Dr. Schmitt t5om Deutschen Generalkonsulat in Mailand hält am Freitag, 30. Mai, in Frankfurt a. M Sprechstunden für die Firmen ab, die am Handelsverkehr mit Italien beteiligt sind. Firmen, die an den Sprechstunden am 30. Mai in der Zeit von 9—13 Uhr teilnehmen wollen, werden gebeten, dies der Außenhandelsstelle für das Rhein-Maingebiet, Frankfurt a. M, Börse, b i s Aum 23. d. M- mitzuteilen, damit eine Dertei- lung der Besucher auf die zur Verfügung stehende Zeit stattfinden kann. • Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 14. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Stattstischen Reichsamtes ist mit 125,8 gegenüber der Dorwoche (126,0) um 0,2 Prozent zurückgegangen. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,3 Prozent auf 111,0 (111,3) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat auf 128,8 (123,9) und diejenige für industrielle Fertigwaren auf 151,6 (151,7) nachgegeben. * Verlosung von Liquidations- Pfandbriefen der Hess. Landes h y p. - Bank. In der Verlosung von 4,5proz. Liuida- tions-Goldpfandbriefen und Goldbank-Zerttfika- ten Reihe 1 bis 23 der Hessischen Landeshypo- thekenbank wurden zur Rückzahlung am 30. Juni 1930 ausgelost: 1. 4.5prozentige Liquidattons- Goldpfandbriefe Reihe 1 bis 23 von Pfandbriefen zu 2000, 500 und 100 Mark (Lit. A, C und E) alle Stücke, deren Rummern die Endziffer 10, 51. 53 und 62 tragen; von den Pfandbriefen zu 1000. 200 und 50 Mark (Lit. B, D und F) alle Stücke, deren Rummern die Endziffern 10. 46. 51, 53 und 62 tragen. 2.4,5prozentigc Gold- Pfandbrief-Zerttfikate Reihe 1 bis 23 zu 20 und Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 19. Mai. Tendenz: freundlich. Auch zu Beginn der neuen Woche war man eher freundlich. Man hatte damit gerechnet, daß nach der heute vorgenommenen Diskontsenkung der Reichsbank von 5 aus 4,5 Prozent eine wesentliche Belebung des Geschäftes eintreten werde. Auch glaubte man aus dem optimistischen Bankbericht der Dedi-Bank einen Ruhen ziehen zu können. Das Geschäft blieb aber nach wie vor klein und beschränkte sich auf einige Spezialwerte, in denen Aufträge von Publikumsseite eingetroffen waren. Die Spekulation war zurückhaltend, doch war die Stimmung freundlich. Bei fester Tendenz ergaben sich gegen den Samstagsschluß teilweise ganz erhebliche Kurserhöhungen Etwas lebhaftere Rachfrage machte sich für Kaliaktien bemerkbar. Aschersleben gewannen 5 Prozent, Salzdetfurth 4 Prozent, Westeregeln 2,5 Prozent. Bei stillerem Geschäft waren am Montanmarkt Gewinne bis zu 1,5 Prozent zu verzeichnen. Rheinstahl traten mehr in Erscheinung. Am Elektromarkt wiesen Siemens einen Spihengewinn von 5 Prozent auf. Schuckert, AEG. und Licht & Kraft waren bis zu 1 Prozent höher. Durch einen Gewinn von 5 Prozent fielen noch Deutsche Linoleum auf. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.-Farben 1,25 Prozent fester. Deutsche Erdöl lagen vernachlässigt und leicht gedrückt. Schiffahrtswerte waren eher nachgebend. AG. für Verkehrswesen waren etwas gefragter und 1,5 Prozent fester. Am Dauunter- nehmungsmarkt zogen Holzmann 2 Prozent an. Rur Renten konnten von der Diskontermäßigung etwas mehr profitieren. Alt- und Reuocsih hatten lebhafteres Geschäft, und erstere lagen bis 0,60 Prozent fester. Schutzgebiete dagegen angeboten und nachgebend. Ausländer gehalten. 3m Verlaufe war das Geschäft wieder stiller. Auf Gewinnmitnahmen der Spekulation konnten sich die Anfangskurse nicht immer voll behaupten. Die Tendenz blieb freundlich. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 3,5 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1920, gegen Pfund 20,3725, London gegen Kabel 4,86, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 39,75, gegen Schweiz 25,13, gegen Holland 12,0860. Berliner Börse. Berlin, 19. Mai. Die seit einiger Zeit mit Bestimmtheit erwartete Diskontsenkung der Reichsbank von 5 auf 4,5 Proz. war zu Beginn des neuen Berichtsabschnittes Tatsache geworden, so daß man der Eröffnung der Börse mit hochgespannten Erwartungen entgegen» sah. Hinzu kam, daß für eine Reihe von Werten Anregungen besonderer Art Vorlagen, so daß man für heute wieder einige Spezialbewegungen erwartet. Der günstige Bericht der Dedi-Bank stimulierte gleichfalls, doch stand diesem Moment die Mitteilung der Reichsbahngesellschaft gegenüber, die Frachterhöhungen zum 1. Juni bekanntgab. An die Zeitungsmeldung von einer Auslegung der amerikanischen Tranche-Anleihe der Voung-Anleihe zu 90 Proz. vermochte man hier nicht recht zu glauben. Die Besserungen gegen Samstag gingen etwa bis 2 Proz. Am Kalimarkt waren Aschersleben und Westeregeln bis zu 4 Proz. erhöht, da diese Papiere die letzte Steigerung der Salzdetfurth- Aktie nicht mitgemacht hatten. Interesse bestand auch für Montanwerte und Deutsche Linoleum. Am Elektromarkt waren Siemens aus dem bereits am Samstag gemeldeten Grunde stärker beachtet (man kommentierte besonders das Zusammengehen mit den Schweden im günstigen Sinne). Sonderinteresse lag für Tietz plus 4 Proz. vor. bei denen die unveränderte lOprozenttge Dividende und die Hoffnung auf größere Ueder- weisungen auS dem ReparationslvndS günstig wirkten. Ferner lagen Polyphon plus 4,75 Proz. höher, bei denen man mit ziemlicher Bestimmtheit von Jnteresfennahme einer Großbank an dem Aktienbesitz deS verstorbenen Bankiers Martin Schiss willen wollte; und endlich lagen Metallgesellschaft. die eine Million Jreigabeeingänge erhalten haben, gesucht, bei diesem Papier konnte sich diese Meldung allerdings kursmäßig nicht mehr auSwirken. da schon in den letzten Tagen Steigerungen im Zusammenhänge hiermit erfolgt waren. Leicht angeboten lagen Kunstseidewerte. Vernachlässigt waren SchissahrtSwerte; ferner lagen Svenska 3 Mk. schwächer, auf wenig glaubhafte Gerüchte, wonach Ivar Äreugcr von der Leitung des ZündholztrusleS zurücklreten werde. Anleihen teilweise etwas geschästSloser. Pfandbriefe lebhafter und fester. Im Zusammenhang mit der Diskontsenkung der Reichsbank waren auch Reichsschuldbuchforderungen 0,5 biS 0,75 Prozent höher. Der Geldmarkt war unverändert leicht Zm Verlaufe wurde es lebhaft. Bei kräftig anziehenden Kursen. Werte wie Tietz, Siemens. Schultheiß usw. gewannen bis zu 3 Proz. Später ließ das Geschäft etwas nach; die Hochstkurse konnten sich nicht behaupten. Die t Grundstimmung blieb jedoch freundlich. Frankfurter Lchlachtviehinarkt. F r a n f f u r t a. M., 19. Mai. Auftrieb: 1426 Rin. der, darunter 435 Ochsen, 105 Bullen, 484 Kühe, 391 Färsen; 478 Kälber, 46 Schafe, 4607 Schweine. ES notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 60 Mk., (ältere) 53 bis 57. sonstige voll- fleischige (jüngere) 47 bis 52; Dullen jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 51. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 46, fleischige 38 bis 42. geling genährte 32 bis 37; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 61. vollfleischige 54 bis 57. fleischige 48 bis 53. — Kälber, beste Mast- und Saugkälber 82' bis 85. mittlere Mast- und Saugkälber 77 bis 81, geringe Kälber 70 bis 76. — Schweine: voll- sleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 63 bis 66, von etwa 160 bis 240 Pfund 67 bis 71. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 63 bis 66 Mk. — Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauftz Schweine mäfoig-rcgc. geringer Ueberstand. Fett- fchweine schwer verkäuflich. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Mai. Am heutigen Produktenmarkt war die Stimmung infolge der höheren Auslandnotierungen und des geringen Angebots in Weizen freundlich. Anfangs war das Geschäft jefrod) noch gering. Später machte sich mehr Rachsrage für Weizen geltend, bei einem Gewinn bis zu 1,5 v. H. In Roggen kam ziemlich Ware heraus, so daß hier ein Preisrückgang von 2,50 Mark eintrat. Auch Hafer war angeboten und im Preise billiger. Weizenmehl war im Preise anziehend Roggenmehl gut behauptet. Am Futtermittelmarkt lag Weizenkleie leicht gedrückt- Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo. Es wurden notiert: Weizen, Heltolitergewicht von 78 Kilo, 302,50 bis 305; Roggen, Hektolitergewicht von 72 Kilo, 180, Sommergerste für Braugerste 205; Hafer, inländischer 177,50 bis 180; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 44,50 bis 45,50; Roggenmehl 26,25 bis 27,50; Weizenkleie 7 bis 7,10; Roggenkleie 8; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 26 bis 35; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 38 bis 80; Heu, süddeutsches, gut. gesund, trocken 8; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,7& Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5; Trebtzr, getrocknet 10,50 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Eicrmarkt. F r a n k s u r t a. M., 17. Mai. Marktlage: Am Eiermarkt war das Geschäft im allgemeinen ziemlich ruhiy, da im Zusammenhang mit den ungeklärten Zollverhältnisfen eine gewisfe Unsicherheit weiterhin unverkennbar blieb. Trotzdem war die Tendenz weiter sest. Deutsche Frischeier wurden zwischen 8 und 11,25 Pf. gehandelt. Cs notierten in Pfennig per Stück: Italiener 8,75 bis 9,50; Bulgaren 8 bis 8,25; Jugoslawen 7,25 bis 7,75; Russen 8,25 bis 8,50; Holländer 8,50 bis 10,50; Dänen 8,50 bis 10,50; Belgier 8,75 bis 9,25; Franzosen 8 bis 9; Schlesier 8,25 bis 8,75; Bayern 7,75 bis 8,25; norddeutsche 8,25 bis 8,50; Rumänen 7,25 bis 7,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an — Reichsbankdiskont 5 o H.. Lombardzinsfuß 6 o. f). Frankfurt a. Ul. Berlin Zrankfurl a. 271. T'erlin Schlußkur« l-Uhr- Nurs Echluß- lurs Unfang, Sur# Smiuß», für# | t.Uhr. Rur# Schluß- fur# An lang« Rur# Datum 17 5 19- 5 17. 5 19 5 Dalum 17 5 19 5 17. 5 19 5 6% $euh»e »ietdMank ib# ramburfl'Smrn!a Paie: . . 115.9 115.75 113 75 Don 1927 — - 87.25 — t'amburg-Sübam. Dampilchitt 8 — — — — 7% Scutftfir 9te(äJ. Rente 9.8 — 9.9 — Phönti Bergbau .... «heinilche Braunkohl« . . 671 10 99,5 228 99,5 229 100,4 231,5 Don 1913 . - 17.2 17.2 — 120 121,5 120 65 121,25 IX Rumänisch« Dereinh. Rente 8,15 — 8,2 — Riebed Starte...... 7A — — 110,25 — Jronffuri a. M. | 25trlln Schluß.^ für# l-Uhr- 1 Rur# | Schluß« für# Anlang- Rur# Datum 17. 5 19 5 17 5 19 5 Bereinigte ctahlwerie .... 96 Z3 97.25 97 98 Ltavi Minen .....16’/, 53 25 534 53 5 53.25 Kaliwerke Sldirrfltbcn . . . 10 727 232 229 233 Kaliwerke rSeiteregeln ... 10 232 234,5 232,5 235.75 Laliwerie SaUdetnivb ... 15 407.5 411,5 408,5 410 I. G. tzarbee..Iudu«ne . . . 12 187 65 188,75 187-75 188,75 Tvnamit Nobel ....... 6 — — 89 89.75 Scheibeanfiall..... 9 157 — — —— Yclblchmid« ........ 5 69 5 — 70 25 71 RütgerSwerte ........ 6 69 5 — 69.75 69.5 MetallgeleMLokk. ...... 8 120 5 120 120 5 120,75 Pdllwv Hol;mann......7 100 102 101.5 102 Zementwerk veidelberg . . 10 136 — deinentroerf Larlitadl. ... 10 — — — — Vavß & Rtenlag .....8 95 25 — 95 — Cchulrhei» Pa^nhofer ... 15 314 75 315,5 Cfroerft.........12 263 263.75 Sku ..........18 109.25 — 110,5 109 Bemberg.........14 129 — 130 129 25 Zellltoli WaldKok .... 13'/. 182 5 —— 182 75 183.75 Zelkstoll Slckiallenburg ... 12 147.75 148 5 147.75 149 Charlottenburger Baller ... 8 — 104 9 105.25 Tellauer <*ai .......& — • 168 25 169.5 39 — 39 39.75 Deutsche Linoleum ...... 243 248 245 75 248,25 Maschinenbau 2L»®. ..... 0 — — 53 9 54,13 Nat. Sutomobll . ..... 0 - - 18,5 19 — — 83 25 84 Leonhard Tie? ...... 10 150 — 151 155 So er.« Io . ....... 343 ■ 343 340 ffrankiurrer Malchwe» ... 4 31 30,25 _ Griyner ........ 6 36 5 35,25 — — — — — Iunghanr. . ....... 6 Lech werte.........8 45 99 _ 44.5 — Mainkraltwerte H2ch8 a. SR.. ■ 8 90 — — — Miag ..... 10 120 75 — 121,5 122,25 ®cbi. Roeder ....... 1° 104.5 - — Loigl & Haeiiner ...... 8 180 .— — kübderrtlche Zucker .... K 161,5 161 — Banknoten. Ser'.lo, 17. Mai «eld timen tanifdM 'JZoten..... 4,17 4,19 Belgische Noten ....... 58,29 58,53 111,6? 112.12 (Englische Noten........ 20,325 20.405 16,42 16,48 öoüänbiicbt Noten...... 168.00 168,68 Italienische Noten...... 22,00 22,08 Norwegische Noten...... 111,70 112.14 Tent(d) Ceftert ,4100 Kronen 58.95 59.19 Namänlsche Noten...... 2.4(5 2.485 schwedische Noten...... H2.08 112,52 Schweizer Noten....... 80.86 ' 81.18 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 51.12 51.32 12.407 12.467 Ungarische Noten 72.£8 73,28 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. >7- Dlai .9 Ulai «mlliche S»heranfl Amtliche Notierung Geld 8nei Geld »riet Snrkt.- Nokt- U>8,37 168,71 168.35 168,69 Bnen-AireS 1,603 1,607 1 60 1 64 Bris-'Antw- 58.455 58,545 58 42 58,54 C Kristiania - 112,01 112,23 112 02 112,24 Kopenbagrn 112,04 112,26 112 05 112 27 Ctrckbolm - 112,35 112,57 112.33 112.55 Helstngforä. 10 545 10,5M 10.543 10,563 Italien. . . 21,95 21,99 21.95 21 99 London. . . 20,35 20,39 20 348 20 388 Nrnvork . . 5.1875 4,1955 4,1875 4,1955 P:riS. . . . 16,42 16.46 16,425 16,465 Schwei» . . 80,97 81,13 80.96 81,12 Svaniea. 51,17 51,27 51,15 51 25 Japan . . . Z. 068 2.072 2,068 2,072 Nio de Jan. Vien in 1.4975 0,4995 0,497 0,499 Lest, abgest- ,9,045 59,165 59.05 59.17 Prag .... 12,414 12.434 12.416 12.436 Belgrad . . 7,395 7,409 7.393 7,407 Dudayrst. . 73,15 73,29 73,145 73.285 Bulgarien . 3,035 3,041 3.035 3 041 Lissabon . 18,81 18.85 18,80 18 84 81,36 1,784 81,52 1,788 81,36 1,785 81,52 1,789 Athen. . . 5.435 5,445 5 43 5 44 Canada . 4,181 4,189 4,180 4,188 Um - ucw . . 3,846 3,854 3,836 20,875 3,844 Cairo ... 20,875 20,915 20,915 Schweres Unglück auf der Saalburgbahn Bad Homburg, 18. Mai. (WSN.) Auf der Saalburg st recke ereignete sich heute nachmittag ein folgenschwerer Z u s a in m e n st o ß zwischen zwei Wagen. Während des heftigen Gewitters fuhr ein von der Saalburg kommender Wagen über ein Ausweichgleis hinaus und stieß mit einem von Homburg kommenden anderen Wagen zusammen. Dabei wurden dem auf dem Vorderperron stehenden 45jährigen Kaufmann Ferdinand Fleischer aus Frankfurt a. M. beide Füße ab gequetscht. Der Verletzte st a r b , noch bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war. Der Wagenführer erlitt Beinverletzungen, die aber nicht schwerer Natur sind. Außerdem wurden einige Fahrgäste durch Glassplitter verlegt. Der Wagenführer des von Homburg kommenden Wagens konnte sich noch rechtzeitig durch Abspringen retten. Der Betrieb auf der Saalburgstrecke konnte nach zwei Stunden wieder ausgenommen werden. Schweres paddelbooiunglück auf dem Main. Frankfurt a. M., 18. Mai. (WSN.) Leider hat das heutige schwere Gewitter auch zwei Menschen leb en gefordert. Ein junges Ehepaar namens Baumann, das sich mit einem Paddelboot auf dem Main befand, wollte sich vor dem plöglich hereinbrechenden Gewittersturm in Sicherheit bringen. Dabei kenterte das Boot gegenüber der Gerbermühle und beide Insassen fielen ins Wasser. Trotz verzweifelter Anstrengungen sich zu retten, gingen die beiden jungen Leute unter und ertranken. Bis jetzt konnten ihre Leichen noch nicht geborgen werden. Oderheffen. Kreis Friedberg. * Butzbach, 18. Mai. Am gestrigen Samstagmittag erschoß sich in der Nähe der Schützenhalle im Walde ein Kaufmann von hier. Schwere geschäftliche Sorgen sind die Ursachen zu der verzweifelten Tat des bedauernswerten Mannes gewesen. Als man den Unglücklichen auffand, lebte er noch, jedoch verstarb er im Laufe des Nachmittags im Iohanniterhospital, wohin man ihn schleunigst verbracht hatte. O B u tz b a ch , 16. Mai. Der Butzbacher Geschichtsverein veranstaltete im „Deutschen Haus" einen Vortragsabend in Verbindung mit seiner diesjährigen Hauptversammlung. Der Vereinsvorsitzende, Professor H o r st, hielt einen fesselnden Vortrag über die Hexenprozesse in Vuhbach in den Jahren 1652, 1673 und 1675. Die Darlegungen des Redners wurden mit großem Interesse entgegengenommen und fanden den lebhaften Beifall der Versammlung. In der anschließenden Hauptversammlung gab der Vorsitzende den Jahresbericht für 1929 bekannt. Danach steht im Vordergründe des Vereinsinteresses die Erweiterung des Museums, dessen gegenwärtige Räume unzureichend für eine geeignete und übersichtliche Aufstellung des wertvollen Bestandes sind. Das Maßsche Häuschen, die seitherige Kirchendienerwohnung, wäre hierzu gut geeignet. Der evangelische Kirchenvorstand möchte es aber auch dem neuen Kirchendiener als Wohnung zur Verfügung stellen. Die wichtigste Erwerbung besteht in einer Anzahl von Münzen, die in der Kipperund Wipperzeit (1621/24) von Philipp Reinhard in Butzbach geprägt wurden. Eine Aufgabe des Geschichtsvereins ist die Herausgabe des Kunsthistorischen Heftes zu den Butzbacher Festschriften von Rauch. Rach einem Voranschlag kommen 500 Hefte auf 1200 Mk., ohne Honorar an Prof. Rauch. Es besteht eine weitere Anregung, nämlich die Herausgabe der Butzbacher Regesten, deren Kostenpunkt sich etwa auf 1500 Mk. belaufen wird. Der Historische Verein für Hessen ist zur Herausgabe bereit, wenn sich auch die Stadt an den Kosten beteiligt. Die Butzbacher Geschichtsblätter finden großen Anklang. Es müssen noch mehr Mitarbeiter gewonnen werden, die nicht nur Arbeiten, sondern auch Material und Anregung liefern. Als weiterer Punkt der Tagesordnung folgte die Rechnungsablage durch Reallehrer Weide. Die Ennahmen betrugen im vergangenen Jahre 1388,70 Mk., die Ausgaben 1348,05 Mk., so daß ein ^leberschuß von 40,65 Mk. verbleibt. An Kassen- und Bank- guthaben sind rund 2000 Mk. vorhanden. Die Vorstanöswahl wickelte sich rasch ab, da niemand gegen die Wiederwahl der alten Vorstandsmitglieder Einspruch erhob. Reu wurde noch Herr Braubach als Beisitzer gewählt. Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Kinzenbach, 18. Mai. Hier hat sich gestern nachmittag ein schwerer LlnglucksfaN ereignet. Das 45jährige Frl. Fink beschäftigte sich in Abwesenheit ihres Vaters, dem sie den Haushalt führte, mit dem Düngen des Gartens, indem sie mit einem Eimer Jauche aus der Gru be des Gehöftes trug. Sie ist bei dieser Arbeit, wohl infolge eines plötzlichen Unwohlseins, in die Grube gefallen, und da niemand zur Hilfeleistung in der Rähe war, ertrunken. Erst als der alte Vater nach einiger Zeit heimkehrte und seine Tochter vermißte, wurde er durch die aufgedeckte Jauchegrube und den danebenstehenden Eimer auf die Möglichkeit eines Llnglücksfalles aufmerksam, die man bei weiterem Rachsorschen leider auch bestätigt fand. vezirksschöffengericht Gießen. * Gießen, 16. Mai. Wegen Wechselfälschung erhielt ein Weißbinder aus einem Nachbardorfe eine Woche Gefängnis. Er hatte, um ein Darlehn zu erhalten, einen von ihm fälschlich mit dem Namen seines Schwagers akzeptierten Wechsel als Sicherheit gegeben. Seine Unbescholtenheit und der geringe Schaden wurden strafmildernd berücksichtigt. Ein alter, wegen Eigentumsvergehens oft bestrafter Bettler hat bei einem Zahnarzt, hier, im Flur, vor dem er bettelte, in einem unbewachten Augenblick einen neuen teuren H u t entwendet und feinen eigenen Hut an die Stelle gehängt. Strafe: drei Monate Gefängnis. Ein noch junger Arbeiter, wiederholt wegen Diebstahls bestraft, ist in Ober-Eschbach bei einem Gastwirt eingestiegen und hat für über 100 Mark Zigaretten und einen kleinen Geldbetrag g e - st o h k e n. Seine Behauptung, er sei nur eingestiegen, um Nahrungsmittel in kleinen Mengen zum alsbaldigen Gebrauch zu entwenden, und er habe sich erst nachträglich zum weiteren Diebstahl ent« schlossen, war nicht zu widerlegen: es brauchte deshalb nicht roegen schweren Diebstahls im Rückfall, bei dem die Strafe mindestens ein Fahr gewesen wäre, verurteilt zu werden. Die Strafe lautete auf vier Monate Gefängnis. Ein Hüttenarbeiter in vorgerücktem Alter hat sich unter dem Einfluß des Alkohols an einem kleinen Kind vergangen. Er erhielt wegen Sittlichkeitsverbrechens die Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 16. Mai. Vor der Kleinen Strafkammer stand nur eine Offizialsache zur Verhandlung. Zwei Burschen aus Eckartsborn waren von dem Amtsgericht Ortenberg wegen gefährlicher Körperverletzung— ju höheren Geldstrafen verurteilt, drei weitereAngeklagte freigesprochen worden. Die Verurteilten hatten Berufung gegen die Verurteilung eingelegt und außerdem als Rebenkläger die Verurteilung der drei Freigesprochenen verlangt. Ihre Berufung wurde verworfen, das Urteil erster Instanz in vollem Umfang aufrechterhalten. Die Beweisaufnahme in der Berufungsinstanz ergab, daß die beiden Angeklagten in einer Wirtschaft eines benachbarten Dorfes, in welcher ein Tanzvergnügen stattfand, eine Schlägerei angezettelt hatten, in die schließlich auch der Wirt verwickelt wurde. Der eine der Angeklagten schlug einem; anderen ein Bierglas auf den Kops, der andere, Angeklagte warf den Wirt die Treppe herunter, so daß er erheblich verletzt wurde. Es waren deshalb nach Ansicht des Gerichts die in erster Instanz ausgesprochenen empfindlichen Geldstrafen! durchaus angebracht. Gelbe Raucherzahne. „Nach langem Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirkten. Äch werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. — Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mundwasser Einheitspreis 1 Mk. bei höchster Qualität. 3n allen Chlorodont-Berkaufsstellen zu haben. 2. Einladung zur Teilnahme Kommerzienrat Ramspeck). 3845O geböte ftattfinbet. 3842D Lichtspielhaus- 6 ießen Heute Montag Premiere! und Plan » 3836D UFATON:EILM Jugendliche haben ZutrittI Vorstellungen täglich 4, 6, 8.30 Uhr »72 C Ein 100°|0Ton- u. Sprechfilm der von allen Besuchern mit Spannung erwartet wird Wegen des zu erwartenden Andrangs zu den Abendvorstellungen, bitten wir, nach Möglichkeit die Nachmittags-Vorstellungen besuchen zu wollen. Mit Gültigkeit vom 1. Juni 1930 tritt zum Binnentarif der Biebertalbahn der Nachtrag 35 in Kraft. 3840v Nähere Auskunft erteilen die Dienststellen. Frankfurt (Main), den 16. Mai 1930. vereinigte Kleinbahnen Aktiengesellschaft. Bekanntmachung. Die Gemeinde Lollar verkauft einen abgängigen fetten Vogelsberger Zuchtbullen. Angebote find pro Zentner Lebendgewicht bis zum 22. Mai 1930, nachmittags um 6% Uhr. auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Oeffnung der An- Oberhess. Geschichtsverein 1. Donnerstag, den 22. Mal 1930, abends 8 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts (Ludwigstraße) Vortrag des Herrn Ünlversltttts-Prof. Dr. Koloff Zn den Wirkungen des MMiMn Krieges anl Deutschland Versteigerung. Wegen Zahlungseinstellung versteir ere ich tm Auftrage am Donnerstag, dem 22. Mai 1930, beginnend vormittags um 9V, Uhr. in Frankfurt a. M.. Kostheimer Straße 10 (an der Galluswartej ca. 400 Werkzeugmaschinen und zwar: Dreh , Mechaniker- und Drückbänke Nevolverbänke und Automaten Fräsmaschinen ivorizontal-, Vertikal» an der diesjährigen TaM des Verbandes der hess. Gesdnchts- ond Alterimnsvereine am 24. und 25. Mai in Alsfeld Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde um recht zahlreiche Beteiligung an dieser in Oberhessen stattfindenden, Tagung. Wegen Uebernachtung und Mittagessen wende man sich an den Alsfelder Geschichtsverein (Herrn Zirkus Lorch Lieh Erönnongs-Vorstellung Montag, den 19. Mai, abends 8.30 Uhr. Weitere Vorstellungen Dienstag, den 20. Mai, nachm. 3.30 u, abends 8.30 Uhr sowie Mittwoch, den 21. Mai. abends 8.30 Uhr. Ein Ereignis für Lieh und Umgebung. __________________________ 3850D Arbeiter-Samariter Bund Kolonne Gießen. Auf diesem Wege sagen wir allen unseren Spendern für die Geldspenden während derSam- melwoche in Stadt und Land unseren besten Dank. Der Vorstand. 3852D Die Bedingungen sind vorher einzusehen. Zuschlagsfrist drei Tage. Lollar, den 17. Mai 1930. Hess. Bürgermeisterei Lollar: Schmidt. Teppiche, Läufer Stückware, Vorlagen Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 zeasa Rundfunk-Geräte in großer Auswahl werden kostenlos vorgeführt Rudolf Rüdiger Gießen, Walltorstraße 35 2143a Ein Groß-Tonfilm der Joe-May-Produktion der Ufa Gesundheitlich-künstlerische Körperbildung (System Dora Menzler) Gießen, Moltkestraße 2a Kurse für Damen, Herren und Kinder Bei schönem Wetter Unterricht auf Wiesen platz Leiterin: Erna Schumann Anmeldung täglich Dar steter; LfSIIG HcÜÖj 6UStSV FfÖhllCh HWeißS- Fredl Vergleichsverfahren. lieber das Vermögen der Firma M. 23i- ringer Rachf., Inhaber Friedrich holz. Heimer in Gießen, ist am 17. Mai 1930, vormittags 10% Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses er» öffnet worden. 38471) Der Dr. jur. Ruckeishausen in Gießen, ^Zoethestraße, ist zur Vertrauensperson ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsoorschlag ist auf Donnerstag, den 12. Juni 1930 vormittags 9 Uhr vor dem Hessischen Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 204, anberaumt. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen sind auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 17. Mai 1930. Geschäftsstelle Hessischen Amtsgerichts. Dienstag, den 20. Mai 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung: 1. sechs Diwane, zwei Schreibmaschinen, fünf Sofas, sechs Stühle, neun Sessel, einen elektrischen Schrankapparat mit 120 Platten, elf Büfetts, einen Waren- schrank, eine Partie Bettwäsche, eine Partie silberne Bestecke, zwei Ausziehtische, fünf Bücherschränke, zwei Flurgarderoben, ein altes Fahrrad, drei Nähmaschinen, neun Schreibtische, zwei Klaviere, zehn Kredenzen, drei Vertikos, ein komplettes Speisezimmer, eine Ladentheke, einen Pritschenwagen, ein elektrisches Karussell (Märklin-Modell), eine Brehmer-Heftmaschine, einen Kleiderschrank, einen Küchenschrank, zwei Bettbezüge und vier Kopfkissen, vier komplette Schlafzimmer, sechs Polstersessel, zehn Teppiche, ein Küchenbüfett mit Anrichte, zwei Dielengarnituren, zwei Chaiselongues, acht Tische, drei Salonschränke^ einen Flügel, eine Vitrine, eine Zupfmaschine, eine Furnierpresse, eine Kreissäge mit Bohrmaschine, eine elektrische Hobelmaschine, eine Fräsmaschine. 3838D 2. voraussichtlich bestimmt: eine Reise- Schreibmaschine (Merz Nr. 3), ein Bild (Abendmayl). fjebbd, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telephon 4039 Der Voranschlag der Gemeinde Treis a. d. Lda. für 1930 liegt vom 20. d. M. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Es wird eine Umlage erhoben zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Treis a. d.Lda., den 19. Mai 1930. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda _____________Michel. ____ 03338 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dorf-Güll für das Rj. 1930 liegt vom 20. Mai ab eine Woche auf der Bürgermeisterei offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen hiergegen vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben. 3839D Dorf-Güll, den 17. Mai 1930. Hessische Bürgermeisterei. Schmidt. Sbaving- und Hobelmaschinen Excenter-, FriktionS-, Zieh- n. Spindel» pressen Gewindeschneidemaschinen Schleismaichincn und Polierböcke Oiund-, Rbkant- und Sickenmaschiuen Dasel-, Kurbel- und Streisensckercn Ambosse und Richtplatten, Schweiß» avparate uiw. usw. Simon Wols, Auktionator, Frankfurt a. M„ Tel.: Carolus 45938. Besichtigung ab 8 Uhr norm. Die Versteiaernng findet bestimmt statt, Für la Konsumariikel für Gießen und Umgegend wird organtsaltonsfähtger und verkauistüchliger [3837V General- Vertreter sofort gesucht. Bevorzugt wird Persön» ttchkeii, die bei städtischen und staatlichen Behörden, Anstalten, Großbetrieben usw. nachweisbar gut eingesührt tst. Betriebs- rntttei IR'IIL 500.—, kleines Büro und Lager erforderlich. Ausführl. Bewerbungen an Attermeister (9. m. b.H., A-abr. chem. techn. Produkte, Darmstadt, Kirichenallee 88. FürObcrbesscn sucht alte, seit 30Jahren bestellende norddeutsche Asbest- u. Gummi- fabrik einen neuen [3843V Bezirks- Vertreter. Es kommen nur solche Herren in Frage, die nachweislich zur Industrie gme per- sönltche Beziehungen haben. Anssübrliche Bewerbungen mit Angaben von Neser. unter IN. 4335 erbeten an Ann.-Exped. William Wilkens, Hamburg« Baliinhaas.’* Rührige Vertreter welche Feuerwehr, Behörd. u. Betriebs besuchen, gegen hohe Prov. gef. [3841V Arder Feuerlöscher (8ek. Gcncralvertretuna Frankfurt a. M. Alte Matnzergasse 77. Vor dem majestätischen Gebirgsmassiv der Alpen entrollt sich die ebenso lustige wie zu Herzen gehende Geschichte vom „Unsterblichen Lump“. Es ist ein mitreißendes Werk, echtes, unmittelbarstes Leben und Erleben, durchwoben von schönsten Volksliedern, einschmeichelnden Melodien, von den Klängen jauchzender Jodler, von Spiel, Gesang und Tanz. Liane Haid und Gustav Fröhlich, diese überaus sympathischen Darsteller, lassen die freud- und leidvolle Liebe des Annerl, eines prächtigen Alpenmädels, zu Hans Ritter - dem „Unsterblichen Lump einem Erlebnis werden. — zu 5 ein 3Qhr FSSüt*,* mer wichen. ?*%%!• ls Sdartaf,?“1 ^er* shjajs ?U nstu Lulung »alten. Älln B»L S*«w Ä.?LZ aj*w-S *KÄ *n®3S; langem Suchen enbti* > dreimaligem Eebrauch dchiben durch viele, en. Ich werbe nicht, ilorobont“ $., hoch Zahnbürsten, Mund« höchster Qualität 3« i haben. ie, Läufer e, Vorlagen enhaus lennstiel itraße 14 2MA im 1.fluni 1930 tritt >r !Bicbertalbaf)n der W erteilen die Dienst« ben 1K.MÄ 1930. inen HttiengWoft MW. SSÄS cflitinenb vormrtlas^ rankfurt a.Bo OianherönUuWe) zensmaschlnea zwar: , t: und Tritlkbankc tSS"*& isüa»** mKL'b»'» rsL «^esr* SSZ erat' an ibeie« -"iia-d°n-. BZ sss* o te ww cn s= o ö Ä- e r> s* HD w o E = s c B et c c># -O c o B o ö> e r-r (9 ■C5 a c c <9 S 2 E o D c El E c D e :a o 8 l-ifi B «ft c 2 «n .Ea ’S® O (9 l'i 3 et c 3 G !•; si 72.P-C O TZ X> e s (92. d HO ER Je B 3 *• c 2 3 S 2 3c «ft 2 a '«£• 3 M CD ’S? a 3 CGQ gii ■ tx, E 2 (9 2-s M B B «ft — c? P 3 .522 3 — ~»:3 2 g n X.S a 2 2 «S3 O 2(9 c BB5 c — Q «K s-e-o e 3 3^2 B « .£ * ° .3 — 3 •??Eä I o «ftCQ £ L- » «;S±> >G o Sjj 2« BÄ-; eg ~c? mj2u C 3-3 .LES ?s»ä e 5es sail§ s c *- c-e Q G k X>ä-.=J .a E .2 2 — a o. c-e- S-ö' D O, J3 £2 2 *6"a 2 2^ t"= -L2 C O 55 2 , «ft o v = (DZ c-e-ö »».2 Q tivoO^to E Ä- p 5 E «—3 g:3.C o qx'G' s»° 2 3 (9 t 3 tx <»2 S? . -Z-«L -e3*^ - — Ä =3 *2 o 3 - ro/o ®t-seE«*Äe§* zS-e5s72?'3-es siDe.i o 5 c*-«e - *zz ce® * ®-gs § &H S SS t NN^-.L _ r-JtA ■9 c G — «3Ä Eto Boo A-c- 19^ ° 2 r.cs' “CE« 3 £ «ft N- □ B Jc u€=c i^s s=ih c — .2 = o G m— g.— >o c 2 «eS»E * = 3e 2 = E^ =? = . „2.2 c r- O 03 o — c (9 Ä «ft Lo c ‘2 ■2'S c -.t= «V O *3 E : 43 S 05 «. o X> X* ia -- E D =< lä) *Ss ® c£ c •S'cj-e S) 2 siö^ D £ = § >Z^Ä 5-sg; B B = B ®Sto Es E-e s? 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B B a c ’E c c ■£■ c o r3 O «ft B 2 E o c £ «ft E o c -c a E^Ze- x> j* c=-^ a cu_&. u. _E, 2 «ft ■5-a* ;o £ o o sr^LU a££' 'p^t: £c £ 2 ■ o in . -- cv O »-O« ’eÄs K C C o 3 o *VG SS ö2®c o — 3 c- 2ZS2 u'“r = E sr-0 ?? 32*2 E 32 C— o r»—§ 2 o o ä — -e «ft ta o -- ~ 3 S 2.2 o: ==U^Hr. — c-< "Z^ o c e> 2^- — Q -•-*/-* Q Q T I-S t* - - «d o iZ *• — 03 Z-°UkW° O a- - -° «c! — 050 -o2_o "e5 s.a c 3 UT-2 O> £: 05 o •— — 3^S^ •*= = -c ä.-2 o Ö 3 c - O =2 B-töii3®^ — 0^2 ö C- >s S — ZD Xi -i = 2 -e = = — C C.-C c — ■ «<9 3 ~ 3 2 JB E 3 E.2E = =‘sSl£- c-cx: 2 o « 3 *- :g ’S •“ok3 c-a-B' 22 Je^2 ° c c J9^ i-2 -- o c 3 -e- «fsStE£ '— c >C Ä- c _ 25 a g 3 _-r 2 o --Ä : oP ES-2^ c — ö .2. 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