Mhrot! rchtviehmartt. Avrij. Luftrieb: 1184 -weine ^nohfM d Saugkälber 77 blad Saugkälber 70 bi- 60 bi- 69 Mark. । ausverkaukt: Schal« MgM Äufineb- nicht "anÄZ K nann unb äle lich tttBi8bKRmam ■fiC1 .?i«n SZL * Ä'7L x Ac-altiov. bi, 11 W- 7li,,d W «'* * --K K irse. L letzte Döch vor lchäftsverkehr- in nennenswerten & Vormittags. '«Wie sich eine dstimmung, ob- M.ten, so z.V. bei rrein, Phönix und i'ungen stattsinden ÄÄ »ä ^ers kaum vor. S- inen Abweichungen er dm gestrigen * bestand für bet denen einige Vemnleniweri sttz irr M iPrvM, l, Schlesische Textil ska pluS 2 Mark. Dir te bei WanSseld mi« 18. Auch Otavi dn«' m sind Aiebeck Mon« nd Schultheis minus edrückt zu erwähnen, xnig verändert Von wsnicr und Ungarn esmarkt war noch un* war weiter versteift, ent; Mnatsgeld 5,5 chsel etwa 4,75 Pro», m-gehend von Kali« urth 6,5 Prozent, die lrozent, lebhafter unb >is per 15. Apnl bot um 267,4 Millionen einzelnen haben Millionen, die um« Mvnen Marl der« Haden eine $uno.W htm. Die Deckung nt bzw. 4,1 Prozent, und Altbesihanlcthe - lebhaft: die Bell-' ng bis zu 1 Prozent. i i :6 |7 10 l? A ■9 >5 18 M 5 59,10 i. 11,2/ ll«g Ihg 1,78« 5.Z i, 92 20.0t 58.33 ”1.0 20,345 16.« 161. 22,11 111-80 58 86 2,«5 112,23 81-03 52 89 12,37? 72.9? 1,633 59,415 ,06 2.08 112Z 10,539 21,9« 20,354 4,186 16,40 070 0'49° 58,98 12,39« 41 rt,!3 !> 18,70 81,39 84 435 18 3.88 20.87 üm’1"®1 zvel 1,637 58,535 112.Z 11 -S 1'2'7 21$ tg 16.4« ,074 0,492 M.57 112.24 20,425 16,46 161,61 22,19 112,24 59.10 2,4W 112,67 81,35 53,11 12.432 73,27 «nfhüLti- w. 52 Nr.Erster vlatt 180. Jahrgang Samstag. 19. April (930 Eriche in« iüglich,außer Sonntag» und Feiertags. Beilagen-. Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im BUd Die Scholle Monat, 'vejugrpreir: 2.20 Reichsmarli und 30 Reichspfennig für Trägerlohn. auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfvrechanschlüste unterSammclnummer225l. Anschrift für Drahtnach« richtens Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: grellffurtom Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vriiü »nd Verlag: vrLHI'lchc UniDtrftüts.Bnd), md Steinöratferei H. lange in Sieben. Schristleitun? und Seschäsirltelle: S^nfitrafte 7. Annahme von Anzetaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteure Dr. Friebr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Dr H.THyriot; för den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Osiergevanken. Don August Winnig. 3n einer Auseinandersetzung zwischen Astrophysikern, in welcher über eine neue Dettent- ftehungslehre gestritten wurde, sagte ein Gelehrter. .Es gibt nur wenige Gesetze, die dem physischen Weltgeschehen zugrunde liegen, so wenige dah ich nur die Hälfte der Demonstrationstafel brauche, um sie nieder^uschreiben. Aus diesen wenigen Gesehen lassen sich alle physischen Vorgänge in der Welt erklären." Die meisten der anwesenden Gelehrten stimmten chn» zu, einige, es waren Anhänger der umstrittenen Glazialkosmologie d. i. der Welteislehre, meinten, es müsse noch physikalische Gesetze geben, die noch nicht erkannt seien. 3m übrigen aber waren sie ebenfalls der Meinung, dah alles körperhafte Geschehen auf verhältnisrnähig wenige Grundgesetze zurückzuführen sei. Ich war als Laie unter den Gelehrten und folgte ihren Auseinandersetzungen, so gut ich konnte. Als dieses Wort fiel und von allen Fach- leuten bestätigt wurde, dachte ich: Wie gut haben eS doch die Aaturwissenschaster! Sie haben den festen Boden dieser tausendfach erprobten und anerkannten Gesetze unter sich. Sie können mit bem sicheren Gefühl arbeiten, dah sie auf dem rechten Wege sind. Sie können wohl am Mikroskop oder am Fernrohr einer Augentäuschung zum Opfer fallen, sie können sich bei ihren (Stern- pelu verrechnen - aber wenn einer von ihnen sich heüte irrt, so wird morgen oder übers Jahr ein anderer den Irrtum richtigstellen. Im Großen können sie sich nicht irren, denn fie_ haben ja ihre Gesetze, ihre erprobten und bewährten Gesetze. Wieviel schlechter sind dagegen wir gestellt, wir, die wir uns mit den menschlichen Einrichtungen beschäftigen! Wir erforschen die Geschichte. Wir unter- tuchen. wie sich die Gemeinschaften der Menschen, die kleinen und grohen Gemeinschaften, Familie und Staat und all die vielen Heben- und Zwischenglieder im Lause der Jahrhunderte und Jahrtausende verhalten und entwickelt haben. Dir untersuchen die wirtschaftlichen Tätigkeiten und Einrichtungen der Menschen und verfolgen das Aufkommen, Werden und Vergehen ihrer Weltvorstellungen. ihrer geistigen Haltungen und Bewegungen. Dabei legen wir unseren Untersuchungen und Deutungen bald dies, bald jenes Prinzip zugrunde. So arbeiten wir fleißig aus dem un- abersehbaren Felde des Geschichtlichen, und wenn wir unsere Arbeit getan haben, glauben wir, dah nun die grohen Streitfragen beantwortet seien. Aber es dauert niemals lange, dah ein anderer, der sich der gleichen Aufgabe gewidmet hat, mit ganz anderen Ergebnissen hervortritt. 'Der läßt von unserem kunstvoll aufgeführten Dau keinen Stein auf dem andern. Es war alles Irrtum! Es war falsch schon in der ersten Anlage, falsch in der Grundauffassung, falsch in seinen Deutungen und Schluhsolgerungen. Hier gibt es keine erprobten und anerkannten Gesetze. Keine Deutung der Menschengeschichte ist unbestritten. Und keine Geschichtsauffassung ist länger als etwa anderthalb oder zwei Jahrhunderte lebendig geblieben. Seit hundert Jahren stehf die Auffassung im Vordergründe, dah die menschlichen Einrichtungen, dah die kleinen und großen Gemeinschaften von den materiellen Lebensbedingungen bestimmt werden. Sowohl der Ausbau und die Führung des Staate«. wie die Reichweite der staatlichen Tätigkeit, aber auch die Blickrichtung des menschlichen Geistes und seine Aeuherungen in den Wifsen- fchasten und Künsten, in den herrschenden Ideen und in der gesamten Haltung des Menschen sind danach abhängig von der Verteilung der Wirtschaftsgüter und von der Art ihrer Verwertung. Seit etwa hundert Jahren ist die abendländische Menschheit von dieser Geschichtsvorstellung beherrscht. Als sie zum erstenmal dargestellt wurde, haben ihre Begründer nicht geglaubt, dah ihr Werk jemals ernstlich erschüttert werden könnte. Heute aber drängt eine geistige Vorhut darüber hinaus. Der einst so feste Glaube an ihre für alle Zeiten gesicherte Dichtigkeit ist weithin wankend geworden. Ein neues Geschichtsbild ist im Werden. Wir ahnen wohl schon seine grohen Linien, — im einzelnen aber ist es noch nicht erkennbar. Wir wissen nur, dah eine Geschichtsvorstellung, mit der wir ausgewachsen sind, ihre alte Lleberzeugungskraft verloren hat. Es gibt kein uns zugängliches Gesetz für den Verlauf des Geschichtlichen: das ist in solchen Zeiten immer wieder unser entsagungsvolles Eingeständnis. Vielleicht ist das die einzige wirkliche Wahrheit. die für uns übrig bleibt. Vielleicht ist das Walten ehern unverbrüchlicher Gesetze nurim auhermenschlichen Geschehen möglich — dort, wo der Schöpfer allein im unendlichen Kosmos der Gottheit lebendiges Kleid wirkt —. und nicht unter uns. die wir als Geschöpfe uns um die nie endgültig beanttoortbaren Fragen unserer Herkunft und Hinkunft bemühen. Vielleicht ist nur das Eine richtig, dah wir uns auf einer dauernden Wanderung befinden. dah wir unablässig suchen, suchen, suchen. Das ist die zuweilen in den großen Sehern aufleuchtende Weisheit von der ewigen Wiederkehr der Dinge, von dem Kreislauf der Geschichte — oder der Spirale, wie Goethe den Weg der Menschheit sieht. 3a, vielleicht ist dies die einzige feste Wahrheit Im Erdengang der Menschheit. Wir wandern, wandern suchend und suchen wandernd den Zu- Reichökabinett und Panzerkreuzer-Frage. Berlin. 18. April. ((Eigene Meldung.) Zu der bekannten Stellungnahme der Reichsregierung in der P a n ; e r k r e u; e r f r a g e wird in maßgebenden politischen Kreisen ausgeführt, dah die Einreichung einer Doppelootlage die Stellung der Regierung als gegen den Panzer- ch 1 ffbau gerichtet erfcheiuen taffe. Einen solchen Leschluh wollte aber weder die frühere, noch die jetzige Regierung. Die Gründe zur Zurückstellung der Panzerschiffrate waren vielmehr lediglich finanzieller Ratur. Die frühere Regierung, wie die jetzige standen auf dem Stand- punkt, dah die Marine, wenn sie überhaupt bestand und nicht völlig abgeschasft wurde, die Möglichkeit haben müsse, ihr Bauprogramm durchzuführen Durch den Beschluß des Reichsrates auf Einstellung der Panzerschiffrate in den Etat ist eine neue Situation geschaffen worden. Die Regierung hat sich infolgedessen diesen Beschluß zu eigen gemacht. Roch ein anderer Gesichtspunkt hat, wie es heiht. eine Rolle gespielt, nämlich die Erwägung, dah die Frage des Baues der Panzerschiffe einmal grundsätzlich gelöft werden müsse. Man will jetzt sehen, ob der Reichstag sich aus ein Marineprogramm einigen kann. Ein formeller Beschtuh der Regierung ist zwar nicht gesaht worden, aber es bestand völlige Einmütigkeit über d i e Annahme des Reichsratsbeschlusses. Insbesondere haben sowohl der Reichskanzler, wie der Reichsweh r m i n i st e r sich dahin ausgesprochen, dah das Pauzerschiss gebaut werden müsse. Es kommt hinzu, dah die Kosten für die erste Rate nicht als besonder-' Position im Etat erscheinen, sondern dah sie aus Einsparungen an anderen Stellen des Marine- etals gewonnen werden sollen. Denn ein Teil der Presse in kritischen Aeuherungen ausführt, dah von Regierungsseite doch immer erklärt worden sei, der Etat sei vom Reichswehrministerium mit gröhter Sparsamkeit ausgestellt, scheine es unmöglich, jetzt fo viel an anderen Stellen des Etats einzusparen, so wird demgegenüber erklärt, dah von den 700 Millionen Mark, die der Reichswehretat umsaht, doch noch ein bescheidener leit, nämlich 2,9 Millionen, eingespart werden kann, weil man die Ausgabe für das Panzerschiff für wichtiger hält als die Summen, die für Marinemanöver eingesetzt sind. Diese Summen sollen also durch den Befrag für die Rate erseht werden. Französische Begleitmusik. Paris, 18. April. (TU.) Die Haltung des Reichsrats und der Reichsregierung bezüglich der ersten Baurate für den Panzerkreuzer B läßt den „T e m p s" wieder einmal recht schwarz in die Zukunft sehen. Das Blatt erklärt, dah sich die Deutschnationalen ihre Unterstützung der Regierung durch den Bau des zweiten Panzerkreuzers bezahlen liehen. Ls handele sich bei dem deutschen Jlollenbau- programm lediglich um eine Drohung g e-g c n Polen. Die Haltung des Kabinetts sei um jo merkwürdiger, als der Lau dieser Kriegsschiffe für die nationale Verteidigung nicht unbedingt notwendig sei. Das „3 o u r n a l" hebt hervor, daß Frankreich allen Grund habe, das deutsche Panzerkreuzerbau. So soll der Panzerkreuzer B aussehen, dessen erste Rate der Reichsrat soeben bewilligte. Programm ernst, jedoch nicht tragisch zu nehmen. Frankreich habe alle Mittel in der Hand, hierauf zu antworten, da es nach dem Londoner Abkommen immer noch das Recht habe, für 70 000 Tonnen Schlachtschiffe ju bauen. Außerdem fei es kein Geheimnis, dah im Kriegsministerium Pläne für inen schnellen Panzerkreuzer lägen, der in der Lage sei. die neuen deutschen Kreuzer zu überflügeln. Bezüglich der Finanzierung der deutschen 'Baupläne dürfe nicht vergessen werden, daß Deutschland der Schuldner Frankreichs sei und daß alles, was das Gleichgewicht des Haushaltes in Gefahr bringe, auch die Durchführung des Poung- planes bedrohe. Die Demokraten lehnen ab. Berlin, 18. April. (Eigene Meldung.) Wie der „Demokratische Zeitungsdienst" erfährt, wird die demokratische Reichstagsfraktion die vorn Reichsrat bewilligte erste Rate für den Panzerkreuzer b ab lernen und sich aus den Boden ber ursprünglichen Regierungsvorlage stellen. Der Vorstand des Landesverbandes Hamburg der deutschen 3ungdemokraten richtete an den Vizekanzler Dietrich und an die demokratische Reichstagsfraktion den dringenden Appell, alles zu unternehmen, um den Dau des Panzerkreuzers B zu verhindern. Amerikas Kreuzerbau. WTB. Washington, 18. April. (Reuter.) In Regierungskreisen erwartet man, daß von den zehn den Vereinigten Staaten auf der Londoner Konferenz zugebilligten 1 O OOO-Son* nen-Kreuzern die ersten sieben auf Stapel gelegt werden, sobald es der Marinebehörde nötig erscheint, voraussichtlich noch vor dein 3ahre 1933. Die übrigen drei dürften in den 3ahren 1933, 1934 und 1935 auf Stapel ge- tegt werden. > KeservierteStellung des amerikanischen Senats. WTB. Washington, 18. April. (Reuter.) Der Vorsitzende des Marineausschusses des Senats, Haie, stellte heute im Senat die Forderung, daß die Senatoren noch nicht endgültig zu dem Londoner Flottenvertrag Stellung nehmen sollten, bevor der Marineausschuß Vorträge über die in dem Vertrag enthaltenen technischen Punkte hörte. 1OO Menschen bei einem Kirchenbrand umgekommen. Entsetzliches Unglück in einer Holzkirche in Rumänien. Bukarest. 19. April. (WTB. Funkfpruch.) Die ganz aus holz gebaute Kirche der Gemeinde Lost e s c i ist gestern abend während des Kar- freilagsgoltesdienstes in Flammen aufgegangen. Dem furchtbaren Brandunglück fielen 100 Menschen, Männer, Jraucn und Kinder, zum Opfer. Der Brand soll durch eine der brennenden Kerzen verursacht worden sein, die sämtliche Gläubigen während des Faslengollesbiensies in den Händen hallen Das hundertjährige hol- zerne Gebäude war in wenigen Augenblicken in Jlammen gehüllt. Die nach innen sich öffnende Tür fiel zu und konnte infolge des Ansturmes der Züchtenden nicht mehr geäufnet werden. Ls spielten sich die entsetztichsleu Panikszenen ab. Die Priester im Ornat versuchten vergebens die tobende Menschenmasse zur Besinnung zurückzurusen, bis sie schließlich selbst vom Rauch erstickt und bereits von den Flammen ersaht zu Boden sanken. Rur drei Personen vermochten sich zu retten und Hilfe herbeizuholen. Da die Kirche auherhalb des Dorfes liegt, war von der Katastrophe nichts bemerkt worden. Als Feuerwehr unb Rettungsmannschaften aus der benachbarten Stabt Pitesci eintrafen, war die Kirche nur mehr ein rauchender Trümmerhaufen, unter dem 100 Menfchen begraben lagen. stand der endgiltigen Vollkommenheit. Wir verfolgen lange und zäh eine Richtung, um dann allmählich inne zu werden, daß die Richtung falsch ist und uns nicht zur Vollkommenheit, sondern ins Verderben führt. Dann stutzen wir und verhalten, blicken rückwärts und vorwärts und besinnen uns. Lind danach beginnt die Wendung, wir wandern wieder, und wandern nun in umgekehrter Richtung. Seit etlichen Generationen suchen wir den vollkommenen Zustand in der Freiheit. Einst drohten wir in einem Gewirr sinnlos gewordener Bindungen zu ersticken. Da wurde die Freiheit des Einzelmenschen die große Losung, und wir machten uns auf den Weg. Run sind wir ihn gegangen, drei, vier, fünf Generationen haben wir in der Freiheit das Heil gesucht. Wir haben Bindung um Bindung a b gelt r e i f t Die Freiheit war das Glück. 3hm sind wir suchend nochgegangen Stehen wir nun am Ende des Weges? Das wissen wir nicht. Aber wir beginnen zu ahnen. Wir dürfen nicht lange mehr in dieser Richtung weitergehen Es ist noch nicht viel mehr als ein Ahnen: Unter Volk braucht neue Bindung, wenn es nicht die innere Kraft zur Gemeinschaft verlieren soll. Das, was die Menschen verbindet und in Haltung und Streben eint, was die Seele aller Gemeinschaft ist, geht uns verloren. Doch alles menschliche Leben ist nur in Gemeinschaften möglich, und Gemeinschaft ist nicht ohne Bindung, ist nicht ohne Verflechtung durch Verpflichtung vorstellbar. Gemeinschaft ist Verpflichtung Aus dieser jetzt in uns lebendig werdenden Einsicht blldet sich in uns ein neuer Wille zur Gemeinschaft, es entsteht eine Sehnsucht nach neuer Verpflichtung und nach einer Lebensmacht, die uns wieder Pflichten aufertegt. Das ist gleichbedeutend mit der Abkehr von dem Ideale der Freiheit. Abkehr heißt Amkehr. ilm* kehr der Richtung, nicht Rückkehr aus dem alten zurückgelegten Wege, sondern Richtungswechsel auf eine höhere Ebene. In dieser Lage ist etwas vom Wesen des Osterhelligabends enthalten. In der Heilsgeschichte ist der Ostersamskag der Tag der schöpferischen Stille, in der das Wunder sich vorbereitet: er ist der Tag und die Rächt der großen Wandlung. Beladen mit der Sünde der Kreatur stirbt der Gottes- und Menschensohn am Kreuz. Der Tod sühnt. Aber nun im Schatten und im Geheimnis dieses einzigen Todes beginnt die Gnade des Schöpfers, der mit einem erneuerten Leben der Kreatur einen neuen Anfang schenkt. In der Stille vollzieht sich die heilige Wandlung, und als Die bange Rächt vorüber ist. erhebt sich mit der Morgenröte das neue Leben: Er ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auf erstanden! 3n Qsterurlaub. Hannover, 17. April (TU.) Reichspräsident von Hindenburg traf am Donnerstagmittag in Begleitung seines Sohnes und seiner Schwiegertochter in Groh-Schwülper ein, wo er bei der Mutter seiner Schwiegertochter, der Freifrau von Mahrenholz, die Osterfesttage in stiller Zurückgezogenheit zu verleben gedenkt. Die Ankunft des Reichspräsidenten erfolgte in aller Stille, da er ausdrücklich gebeten hatte, von jeder Ehrung Abstand zu nehmen. Badenweiler, 18. April (WTB.) Reichskanzler Dr. D r ü n i n g, Reichsminister Diet - r i ch und Reichsminister Treviranus sind heute nachmittag hier zu einem Kuraufenthalt einge troff en Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer weilt zum Ferienaufenthalt in Da - den»2adeu. Oie Rheinlaudreise Hindenburgs. Berlin, 17. April (WTB.) Die vom Herrn Reichspräsidenten nach der Räumung beabsichtigte Reife in d i e zweite und dritte Zone des besetztem Gebietes ist für die Woche vom 2 0. bis 27. Juli vorgesehen Als Hauptorte für den Besuch des Herrn Reichspräsidenten sind der Reihenfolge nach Speyer, Mainz. Koblenz, Trier unb Aachen in Aussicht genommen. Kem diplomatisches Osterrevirement. Berlin, 17. April. (Eigene Meldung.- Gegenüber den mannigfaltigen Ankündigungen, daß in der Osterzeit ein großer diplomatischer Stellenwechsel zu erwarten sei, teilt der „Rörfen-Soutier“ mit, daß weder der Reichskanzler, noch der Reichsauhenminister an ein diplomatisches Revirement vor der Erledigung des Etats denken. Die wichtigste Frage der Reubesehung des Londoner Botschafter- postens ist bis zum Herbst vertagt, da der Botschafter Dr. St Hamer sich bereit erklärt hat, bis zum Ablauf der Londoner Season auf feinem Posten zu bleiben. Oie Bierpreiserhöhung. D-er l in, 17. April. (WTB.) Die Bierpreiskommission des Schuhverbandes der Rrauereien, der ehemaligen Brausteuergemeinschaft, hat in einer aus allen Teilen Deutschlands sehr zahlreich besuchten Sitzung gestern abend einstimmig beschlossen, daß die Brauereien den Riet- preis ab 1. Mai um den im Gesetz oorge- schriebenen Betrag von 3,85 Mark je Hektoliter erhöhen. Ferner wurde einstimmig beschlossen, daß die Brauereien mit allen ihnen Sur Verfügung stehenden Mitteln dahin wirken, dah die Ausschankpreife gemäß der Vlenniarechnuna tettaeteiü tnorhe». Agrarprogramm und Industrie. Solingen, 17. April. (WTB.) Sn der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Solingen machte Geheimrat Prof. Dr. Dulsberg Ausführungen über das Agrarprogramm und seine voraussichtlichen Einflüsse auf die Industrie. Er führte u. a. aus: Aus den schweren Stürmen der Parlamentstagungen sei endlich ein Ergebnis hervorgegan- gen, das zwar durchaus nicht alle Interessen zu befriedigen vermöge, aber wenigstens einmal eine Grundlage für die Weiterarbeit abgebe. Aach wie vor fei er der festen Ueber- zeugung, daß eine möglichst enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Industrie unbedingt erforderlich sei. Die Anerkennung der landwirtschaftlichen Aotlage durch die Industrie habe diese veran- läßt. des öfteren im Interesse der Landwirtschaft Maßnahmen zuzustimmen, die zwar für die Industrie Opfer bedeuten, aber geeignet seien, der Landwirtschaft zu helfen. Obwohl 75 bis 80 Prozent unserer Produktion auf dem Binnenmarkt untergebracht würden, seien wir auf Export, inbesondere auf Export in industriellen Fertigwaren angewiesen, um den Roh- stoff- und Kapitalbedarf zu decken, und den internationalen Verpflichtungen gerecht zu werden. Auch die Struktur dec Industrie habe nicht nur die Erhaltung, sondern infolge der Kriegslasten die Ausdehnung der Exportmöglichkeiten zur Voraussetzung. Die Industriezweige, die an sich schon beim Absatz auf den Auslandmarkt auf härtesten Wettbewerb stießen, würden, wenn das Ausland gegen deutsche landwirtschaftliche Zollerhöhungen Repressalien ergreifen sollte, aufs allerschwerste betroffen. Bei jeder landwirtschaftlichen Reform müsse daher Rücksicht darauf genommen werden, daß Maßnahmen, die dem einen Berufsstand in seiner Rotlage zugute kommen sollen, aus der anderen Seile nicht den anderen erheblich schädigen. Dieser Zusamenhang mache zweifellos die Lösung der landwirtschaftlichen Krise schwierig. Man werde daher die lebenswichtigen Interessen beider Gruppen gegeneinander abwägen müssen, wenn man das große Risiko neuer chandelsvertragsverhandlungen und erhöhter Agrarzölle würde eingehen wollen. Auch die deutsche Landwirtschaft finde ihre Abnehmer im Inlande. Es wäre daher ein großer Fehler, wenn die Landwirtschaft durch übereilte Schutzzollmaßnahmen einen ihrer größten Kunden gefährden würde. So weit eine Zollerhöhung auf dem Verhandlungswege ohne Tarifkündigung erreicht werden könne, sei dagegen nichts einzuwenden. Zu bedenken sei aber bei allen Maßnahmen, b'e jetzt im neuen Agrarprogramm der Regierung enthalten seien, daß auch der beste Zollschuh nur ein Mittel, fein könne, um der Landwirtschaft eine Schon- frisi zu geben zur Umstellung auf die veränderten wirtschaftlichen Rotwendigkeiten. Die Landwirtschaft müsse den größten Teil ihrer Reformen durch technische und organisatorische Verbesserungen durchführen, statt ' alle Hoffnung auf die Schuhpolitik zu sehen. Nur eine verschärfte Anstrengung nach dieser Seite "• und ständige Zurückhaltung bei der Jnanspruch- - nähme des Zollinstrumentes könne die durchaus berechtigten Bedenken mildern, die von vielen Sei- - ten der industriellen Wirtschaft dem neuen Agrar- Programm entgegengebracht werden. Eine Rote Polens an den Völkerbund. Genf, 18. April. (Eigene Meldung.) Der Vertreter der polnischen Regierung überreichte vor einigen Tagen im Hinblick aus die am 24. März in Gens unterzeichnete Konvention der Zollwaffenstillstandskonferenz dem Generalsekretär des Völkerbundes eine Rote, dcch Polen die genannte Konvention nur werde ratifizieren können, wenn kein anderer Staat zwischen dem 1. April und dem I.Aovember 1930 Zölle einführt, die die Interessen der polnischen Ausfuhr verletzen könnte. Im Hinblick darauf, dah der Deutsche Reichstag in seiner Sitzung vom 14. April in dritter Lesung ein Gesetz annähm, welches starke Zollerhöhungen vorsieht, hat der ständige Delegierte Polens, S o k a l, nun eine neue Rote an den Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet, in der es heißt: Aach arbeitsreichen Verhandlungen in Genf hatten die auf der Konferenz zur Herbeiführung einer gemeinsamen Wirtschaftsaktion vertretenen Staaten eine Handelsübereinkunft unterzeichnet, in der sie sich verpflichteten, ihre Handlungsfreiheit auf dem Gebiete der Zollgesetzgebung zu beschränken. Dagegen hat nun der Deutsche Reichstag in seiner Sitzung vom 14. April in dritter Lesung eine Regierungsvorlage angenommen, nach welcher sehr starke Erhöhungen der Zolltarife vorgesehen sind, die den polnischen Export treffen. Angesichts dieser Tatsache und unter Bezugnahme auf die Unterzeichnung des am 24. März in Genf angenommenen Abkommensentwurfs hat mich meine Regierung beauftragt, mitzuteilen, daß gegenüber der Lage, wie sie bestand, als Polen unter das Handelsübereinkommen seine Unter» schrift setzte, eine völlig neue Lage geschaffen worden sei. Ein deutscher Kommentar. Zu der vorstehenden Meldung erfährt dos WTB. von zuständiger Seite: Bekanntlich ist die Genfer Uebereinkunft bisher weder für Deutschland noch für Polen verpflichtend. Die Frist für die Hinterlegung der Ratifikationsurkunden lauft am 1. November 1930 ab, und erst in einer für die Zeit zwischen dem 1. und 15. November geplanten Konferenz soll über die Inkraftsetzung des Abkommens entschieden werden. Aber selbst wenn die Genfer Beschlüsse schon Gültigkeit hätten, würde di? polnische Regierung keinen Anlaß zum pro- lest haben, da der Abkommensentwurf vom 24. März 1930 keine Festlegung auf die bestehen- den Zolltarife bedeutet, sondern die Staaten nur zur Mitteilung von Zollerhöhungen anhält, worauf neue Verhandlungen erfolgen sollen. Ueberbies bestätigt die Konvention ausdrücklich die Handlungsfreiheit der Staaten bei ,,un» vorhergesehenendringendenUmstän- Öen". Don deutscher Seite ist schon bei ben Genfer Derhanblungen der Stanbpunkt vertreten worden daß Maßnahmen -me Linderung des Aot° DerZlottenverlragderLondonerKonferenz Sicherheitsklausel im Dreimächteabkommen. London, 19. April. (WTB. Funkspruch.) wie „Times" erfährt, ist die Arbeit der Redigie- cung des Flottenvertrages jetzt beendet. Er ist in ausführlicher Fassung nach Paris, Rom, Washington und Tokio übermittelt worden. Der Vertrag wird ein Dokument von 10 000 bis 15 000 Worten darslellen. Inhaltlich ist er zum größten Teil die Ausarbeitung der Ergebnisse, die vom Ersten Komitee in den bereits veröffentlichten Berichten erzielt wurden. Der wichtigste, noch nicht veröffentlichte Teil des Vertrages ist die Sicherheitsklausel in dem Teile des Vertrages, der von Großbritannien, Amerika und I a - pan unterzeichnet werden wird. Die Klausel gibt jeder der drei Mächte das Recht, ihr Bauprogramm nach angemessener Ankündigung zu erhöhen, wenn ihre Lage durch die Aktion einer vierten Macht bedroht wird. Der Tragweite dieser Klausel galten die Besprechungen der lchken Woche. Bevor die Ansichten der verschiedenen Regierungen über den vorgeschlagenen Vertrag eingegangen sind, kann nicht gesagt werden, ob die Plenarsitzung, wie ursprünglich vorgesehen, am Dienstagvormiltag um 10.30 Uhr stattfinden kann. Rach dem diplomatischen Korrespondenten des „Daily Telegraph" erfolgte die offizielle Zustimmung der amerikanischen Delegation zum britischen Entwurf der Sicherheitsklausel in Gestalt einer Erklärung des Senators Robinson, worin es heißt: Die sog. Sicherungsklausel wird im allgemeinen vorsehen, daß. wenn während der Dauer des Vertrages die Erfordernisse der nationalen Sicherheit einer der drei Mächte, deren hilssschiffe beschränkt sind, nach Ansicht dieser Macht durch die Reubauten einer Ration berührt werden, deren Programm für Hilfsschiffe nicht durch den Vertrag beschränkt ist, die genannte Macht den anderen beiden das Maß und die Art der notwendigen Vermehrung ihrer Flotte mitleilen wird, hierauf haben diese anderen Mächte das Recht, eine entsprechende Vermehrung in derselben Kategorie, oder in denselben Kategorien vorzunehmen. Ein Europa-Fragebogen Driands. Beitrag zum Thema „Zusammenschluß Europas". Paris, 19.April. (WTB. Funkspr.) Briand beabsichtigt, rote der Auhenpolitiker des „Matin" ankündigk, in einigen Tagen, roenn die Ratifizierung des Poungplans von allen Beteiligten vollzogen fei, den 26 europäischen Staaten den Fragebogen zu übersenden, den er im September vorigen Iahre» als Beitrag zum Thema „Zusammenschluß Europas" in Aussicht gestellt hat. Im Augenblick liege ihm dieses sehr eingehende Memorandum zur Billigung vor, das ganz präzise Fragen enthalte, jedoch werde er sogar das Kabinett befragen, bevor er dieses Dokument an die interessierten Mächte absende. Briand, der hierbei im Hamen seines Landes spreche, müsse natürlich vorsichtiger vorgehen, als alte diejenigen, die unbehindert durch politische oder sonstige Erwägungen in Wort und Schrift für den europäischen Gedanken eintreten könnten. Rötig sei, daß bereits in diesem Iahre zuständige Delegierte der Interessierten Länder eine Zusammenkunft abhalten. Kein Land könne sich ihr entziehen aus dem einfachen Grunde, weil die, die dem Gedanken einer politischen Entente oder einer Föderalpolizei feindlich gegenüber- skänden, weil ihnen das europäische Statut nicht gefällt, doch ein höheres Interesse an einer wirtschaftlichen Entente hätten. So lege Deutschland oder wenigstens ein großer Teil der Deutschen, keinen großen Wert darauf, dah das heutige Europa sich konsolidiere, aber ungeheuer viel liege ihm daran, seinen gewaltig ausgerüsteten Industrien größere Absatzgebiete zu schaffen. Das fafzisiische I t a- lien predige wohl bas Evangelium von der ständigen und selbst gewaltsamen Weiterentwicklung im Gegensatz zu der Kristallisierung des vorhandenen, wie sie von den die Friedenspolitik tragenden Rationen gewünscht werde, aber es müsse doch Roh- stosse beziehen, die es selbst nicht besitze. Die Entscheidung liege bei den beiden Gruppierungen, die sich in Locarno auf Grund des Sicherheitspaktes zusammengefunden hätten, der geographischen Gruppierung — Deutschland und seine Rachbarn — und der politischen — Frankreich und feine Alliierten. Die Rachbarn Deutschlands seien die Alliierten Frankreichs. Alle zusammen mühten sie in einem politischen und wirtschaftlichen Organismus die Grundlage des neuen Europas bilden, wenn dieses bestehen wolle. stanbs der deutschen Landwirtschaft unter dieses Merkmal fallen. Keine Rentenbankzinsen der Landwirtschaft. Berlin, 18. April. (Eigene Meldung.) Der Reichs rat hat sich, wie der Demokratische Zeitungsdienst erfährt, mit einem Gesetzentwurf zu beschäftigen, der eine weitere Aktion der Reichsregierung zugunsten der Landwirtschaft darstellt: Diese soll fortan von der Zinszahlung für die Rentenbankgrundschuld befreit werden. Der jetzige Gesetzentwurf bestimmt, daß bie am 1. April 1930 und später gesetzlich fällig werdenden Zinsen nicht erhoben werden sollen. Infolge dieser Maßnahme werden die Rentenbankscheine nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, bereits im Iahre 1934, sondern erst Ende 1942 getilgt sein. Das Reich übernimmt den Zinsanteil der Reichsbank, der auf rund 70 Millionen anzu- nehmen ist, als Alleinschuldner. Die Reichsbank wird die Summe dem Reich zinslos bis zum 31. Dezember 1943 stunden, und die Rückzahlung wird im Wege der Aufrechnung gegen den Anteil des Reiches am Reingewinn der Reichsbank erfolgen. polnisches Haßmieil gegen Deutsche Bor dem polnischen Bezirksgericht in Bromberg sand in den letzten Tagen eine Verhandlung gegen 10 Mitglieder des im Iahre 1923 aufgelösten Deutschtumsbundes zur Wahrung der Minderheiten- rechte in Polen statt. Den Angeklagten wurde Hochverrat und Verrat militärischer Geheimnisse zum Vorwurf gemacht. In der Anklageschrift spielte eine besondere Rolle die Kyffhäusergedenkmünze, die den Kriegsteilnehmern am Weltkriege verliehen werden sollte. In der Absicht, diese Gedenkmünze zu verteilen, erblickte die Anklage den Beweis für eine militärische Organisation der Deutschen in Polen. Ferner wurde den Angeklagten zum Vorwurf gemacht, sie hätten dem deutschen Aus - landsinstitut in Stuttgart Rachrichten übermittelt, die im Interesse des polnischen Staates hätten geheim gehalten werden müssen, vor allem seien auch militärische Archivangaben gemacht worden. Die Angeklagten bestritten sämtlich nxit allem Rachdruck die Berechtigung der gegen sie erhobenen Anschuldigungen, und auch im Prozeßverlaufe ergab sich, dah die Anklage des Staatsanwalts auf außerordentlich brüchigen Grundlagen fußte. Trotzdem sah sich der Staatsanwalt bemüßigt, gegen eine Reihe der Angeklagten mehrjährige Zuchthaus st rasen und gegen eine Anzahl anderer Angeklagten Gefängnisstrafen von mehreren Monaten bis zu 1V2 Iahren zu beantragen. Am Donnerstag wurde nun unter ungeheurem Andrang des Publikums und bei großer Spannung das Urteil verkündet. Auf Grund deS § 129 (Behinderung oder Abschwächung von Gesehen und Anordnungen mit ungesetzlichen Mitteln) wurden verurteilt: Studienrat Heidelck, Dr. Krause, Dr. Scholz, Schmidt und Dobber mann zu je sechs Monaten Gefängnis, v.Mltzleben, Senner, Arendt zu je dreiMonaten Gefängnis, Dr. Winkelhausen zu zwei Monaten Gefängnis und Frl. Seiler zu einem Monat Gefängnis. Wegen Verbrechens gegen § 92 (diplomatischer Hochverrat) wurden verurteilt: Studienrat Heidelck und Schmidt zu je sechs Monaten Festung. Allen Angeklagten wurden „mildernde Umstände" zugebilligt. Von der Anklage der Spionage und des Hochverrats wurden alle Angeklagten freigesprochen. Doppelte Berufung. Dromberg, 18. April. (TU.) Gegen das Urteil im Deutfchtumbundprozeß haben sowohl der Staatsanwalt, wie auch die Verteidiger Berufung eingelegt. Reichsregierung und Ehrenmalfrage. Berlin, 17. April. (WTB.) Zu einem in der Presse von dem Reichsausschuß für das Reichsehrenmal veröffentlichten Aufruf erfahren wir von Zuständiger Stelle, daß bie Reichsxegierung beabsichtigt, über die Lösung der Reichsehrenmalfrage demnächst eine Entscheidung zu treffen. Dann erst wird sich auch Gelegenheit bieten, die rein privaten Anregungen des Ausschusses in den Kreis der Erwägungen zu ziehen. Flugzeugkatastrophe. Ierfey (City), 18.April. (WTB.) Lin Biet- perfonenflugzeug der Canadian Colonial Airways, das von Albany nach Reroack unterwegs war, stürzte, nachdem es Ierfey City in 30 Meter höhe überflogen hatte, über der in der Rähe der Stadt gelegenen elektrischen Kraftstation ab und geriet in Brand. Drei Passagiere und der Pilot wurden getötet. Das Unglück glaubt man damit erklären zu können, daß der Flugzeugführer wegen des dichten Rebels die Orientierung verloren hatte. Rach Angabe von Augenzeugen suchte das Flugzeug offenbar etwa 10 Minuten nach dem Landungsplatz. Es vermachte gerade noch den Wafferturm zu vermeiden, an dem es unfehlbar zerschellt wäre, geriet dabei aber in die Drähte der Stark st romleitnng. Man nimmt an, und die Behörden teilen diese Auffassung, daß die vier Insassen des Flugzeuges, nämlich der Führer und die drei Fluggäste, darunter eine Frau, bereits bei der Berührung mit der Starkstromleitung den Tod gefunden haben. Das Flugzeug ging dann in Flamemn auf und stürzte brennend ab. Die Infassen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt: eine Identifizierung war nur durch telegraphische Rück- frage in Albany möglich. (Einem WTB.-Funkspruch aus Ierfey Eity zufolge befindet sich unter den Todesopfern auch der präfident des Internationalen Luftfahrtverbandes, Graf de la v aux. Schweres Eisenbahnunglück in Spanien. - 12 Tote. Wie aus Valencia gemeldet wird, ereignete sich bei S a g u n t in Spanien ein schweres Eisenbahnunglück. Lin Güterzug überfuhr bei einem Eisenbohnübergang in voller Fahrt einen Autobus, dessen Insassen in wenigen Sekunden größtenteils zermalmt wurden. Bisher konnten zwölf Tote und 16 Verletzte geborgen werden. Unter den Toten be- findet sich auch der Schrankenwärter. Aus aller Well. Zeppelin wieder daheim. Friedrichshafen, 17. April. Heute aBenb 6.50 Uhr erschien „Graf Zeppelin" auf der Heimfahrt von Sevilla über Friedrichshafen und landete trotz des regnerischen und stürmischen Wetters um 7 Uhr glatt auf dem Werftgelände. Rheinfahrt des „Graf Zeppelin" am osterdienstag. Wie die Telegraphen-Union erfährt, wird der Start des Luftschiffes „Graf Zeppelin" zu der Rheinfahrt am Osterdienstag vormittags um 7.30 Uhr stattfinden. Wenn die Wetterverhältnisse es gestatten, wird das Luftschiff auf dem Flugplatz Hangelar bei Bonn zur Aussetzung von Post und Fluggästen eine Zwischenlandung vornehmen. Wegen der zur Zeit unbeständigen Wetterverhältnisse kann eine genaue Fahrtroute vorher nicht festgesetzt werden. Heimkehr nach 41 Iahren. WER. Lohr a. M., 17. April. Dor 41 Iahren verließ der frühere Landwirt Iohann Sendelbach vom benachbarten Karbach feine Ehefrau und drei Kinder und wanderte nach Amerika aus. Im Alter von 76 Iahren ist er nun zurückgekehrt. Don feiner Frau wurde er kaum noch gekannt, während er seinen Söhnen im Alter von 43 und 49 Iahren ganz unbekannt war. Starker Schneefall in den schlesischen Bergen. In den schlesischen Bergen fällt, wie vom Observatorium Dreslau-Krietern gemeldet wird, feit Donnerstag nachmittag Schnee, der Freitagmorgen im Riesengebirge auf der Reifträgerbaute bereits 15 Zentimeter Reuschnee gebracht hat. Da in den schlesischen Bergen als einzigem Gebirge Deutschlands noch die alte winterliche Schneedecke vorhanden ist, die z. B. im Elbwiesen-, Mummel- und Steindelbergebiet eine Schneehöhe von 30 bis 60 Zentimeter erreicht, so sind in den Ostertagen bei der zu erwartenden winterlichen Witterung im schlesischen Hochgebirge noch immer gute Sportmöglichkeiten für Stt vorhanden. * Sechs Personen von einem Amokläufer verletzt. Hamburg, 18. April. T. U. (Funkspruch.) Ein aufregender Vorfall spielte sich am Donnerstagabend zwischen 20 und 21 Uhr an der Steintorbrücke in Hamburg ab. Ein irrsinnig gewordener Seemann zog plötzlich einen Revolver und feuerte wahllos in die Strahenpassanten hinein. Als der Revolver leer geschossen war, stach er mit einem Messer zum Entsetzen der Vorübergehenden wild um sich. Zwei Frauen wurden durch Messerstiche und Schüsse in den Fuß schwer verletzt. Vier weitere Personen erlitten ebenfalls Verletzungen. Der Täter, der 46 Iahre alte Seemann Rasch, konnte erst nach Hinzukommen mehrerer Ordnungspolizeibeamter überwältigt werden. Die schwerverletzten Personen muhten ins Krankenhaus geschafft werden. vier Feuerroehrleule verschüttet. Auf dem Rittergut Madelungen (Kreis Eisenach) war am Dienstag ein Großfeuer entstanden, durch das die Wirtschaftsgebäude vernichtet wurden. Bei den Aufräumungsarbeiten. die am Donnerstag fortgesetzt wurden. stürzte, wie Berliner Blätter aus Eisenach melden, ein Teil der Fruchtbodendecke ein und begrub vier Feuerwehrleute unter sich. Ein Oberfeuerwehrmann konnte nur als Leiche geborgen werden, ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt, die beiden anderen kamen mit leichten Verletzungen davon. Oie Weiierlaae freitaa, .Bari en- Vai. Ta Coruna O ' tojKDt IOcZ psio^x /5T/ -----In« ' -40 % * Wien । ■5t O wolkenlos o netter. onait> oedecKt. 9 wolkig, e oedetki eftegei> * Schnee a Graupeln «HeDet K <>ewit'£r.(g) Windstille. «Q-» schf leichter os» massiger Südsüdwest, b stürmische» nordwesl tie Piene fliegen mit dem winde. Die Deinen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleichet* tut Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Wenn auch das nordöstliche Tiefdruckgebiet langsam abflacht, so Tommt doch zunächst noch keine Beständigkeit der Wetterlage auf. Ueber Holland lag heute morgen bereits ein neuer Wirbel, der bei seinem Weiterzug nicht wirkungslos bleibt. Der Zustrom kühler ozeanischer Luft hält an. Somit bleibt das Wetter vorläufig wolkig und kühl, auch treten ab und zu noch Riederschläge auf. Wettervoraussage für Sonntag: Kühl, meist bewölkt, vereinzelte Riederschläge. Witterungsaussichten f ürMontag: Leichte Besserung der Wetterlage, jedoch immer noch unbeständig. Lufttemperaturen am 18. April: mittag« 7,9 Grad Celsius, abends 3,7 Grad: am 19. April: morgens 4,2 Grad, Maximum 8,3 Grad. Minimum 1,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tief« am 18. April: abends 7,1 Grad: am 19. April: morgens 5,6 Grad. Riederschläge: 3 Millimeter, ©onnenfd)eiubaitcr: % ©tuttfia» Test. Meint, '.hu SuS"’"1 Wen 4 ij* 1 Denen *>££ 1 Nteu. ■s>tiL 3)ot <. . 1 Karbach fön» sr ”anbwe««%?' fö 3abren ät e‘ tner S? « nun rL%» wurde er ?et leinen 6öhnm ÖCcn S°nz unbekaW chlesischen Betgra, 5 die Dom Ob« gemeldet lvird Im nee, der Freitag! e- Aeifträg^ -«euschnee gebracht ^.einzigem "e alte winterlich, k ?• un Elbwiesen-. dlet eine Lchne«. ter erreicht, so sind erwartenden Winter« m Hochgebirge noch Ekelten für Ltj lnioklaufer verletzt, T-U. lFunkspruch.) leite sch am Don« ftt> 21 Uhr an der ab. 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Bei einem Abschluß eine- bedeutsamen Teilabschnitts unserer Gießener Schulhausbauten erscheint ein Ueberblick über die jetzt vollendeten Arbeiten am Platze. O e Schillerschule. Da die Schillerschule bis auf weiteres noch als Mädchenschule benutzt wird — bis der Schul - Hausbau in den Eichgärten, der zur -Zeit noch stilliegt. vollendet ist — kann eine Anzahl Räume (a. D. der Physikraum mi( Sammlungsraum, daS Dorbeceitungszimmer, der Werkunterrichtsraum) noch nicht ihrem eigentliche Zwecke zugeführt werden. Mit der Herrichtung der im Anbau neugeschaffenen Räume wurde gleichzeitig eine vollkommene Renovierung des alten Schulhauses verbunden. Die Treppen und sämtliche Fußböden wurden erneuert, in den alten Klassenräumen fanden an Stelle des bisherigen schmutzig-grauen Anstrichs neue und frische Farben Verwendung, wie überhaupt im ganzen Schulhause die einheitliche und frischere Farbengebung einen sehr guten Eindruck macht. Die Einrichtungsgegenstände der Klassenzimmer, wie Bänke und Tafeln usw., sind in den letzten Wochen auch einer gründlichen Reparatur unterzogen und neu angestrichen worden. 3m Schulhofe wurde die alte, unhhgienische Abortanlage beseitigt und dafür eine neue, moderne hygienische Anlage im Untergeschoß des Schulgebäudes geschaffen. Die Turnhalle wird mit einer Reihe neuer Turngeräte ausgestattet, wodurch sich auch hier die Verhältnisse gegen früher wesentlich bessern werden. Das Aeußere des Gebäudes hat einen Hellen Anstrich erhalten. Die früher mit Oelfarbe überstrichenen Werksteine sind neu bearbeitet worden und erscheinen jetzt wieder in ihrer natürlichen Struktur. Rach der Fertigstellung des SchulhausneubaueS in den Eichgärten und der endgültigen Verteilung der Klassen wird es möglich sein, in den ausgedehnten Räumen der Schillerschule etwa 1000 Kinder nach neuzeitlichen Gesichtspunkten unterzubringen. Die Kinder und die Lehrer, die während der Um- und Erweiterungsbauzeit in den Behelfsbauten in der Rodheimer Straße und in der Gabelsbergerstraße untergebracht waren, werden sich in den neugestalteten Unterrichtsräumen der Schillerschule sicherlich Wohlsühlen. Oie Gewerbeschule. 3n den umgebauten und angebauten Räumen des Dewerbeschulgebäudes in der Kirch- und Wehsteinstraße werden drei UnterrichtSabteilun- gen der Fortbildungsschule untergebracht: 1. die allgemeine Abteilung, 2. die gewerbliche. 3. die Wädchensortbildungsschule. Diese drei Abteilungen waren bisher zum Teil in der Alten Klinik und in dem alten Schulgebäude in der Reustadl zu Hause. Die Klassenräume in dem bisherigen Gewerbe» schulhaus in der Kirchstrahe wurden vollkommen neu hergerichtet. Bei dem Um- und Erweiterungsbau ist auch eine klare Trennung der Zugangs- mvglichkciten für diese drei Fachgruppen vorgenommen worden. Dir Mädchenfortbildungsschule hat ihre Räume zum Teil im Kellergeschoß des neuen Hauses, zum Teil im ersten Obergeschoß dieses Gebäudes erhalten: im Kellergeschoß liegen die beiden Küchenräume mit dem dazu gehörigen Speisesaal und den erforderlichen Rebenräumcn. 3m Kellergeschoß des Altbaues sind erweiterte Werkstätten für die Gewerbe- und Maschinenbauschule herge- richtet worden. Das Erdgeschoß des Neubaues dient dem Unterricht der allgemeinen Fortbildungsschule, ferner sind hier das zugehörige Rektorzimmer und die Bibliothek untcrgebracht. Im Erdgeschoß des alten Baues sind die chandwerkskammer-Nebenstclle und die Räume des Gewerbevereins noch solange, bis der Neubau der Handels- und Gewerbcbank in der Goethestraße, wohin diese Bureaus dann verlegt werden, fertiggestellt ist. Nach dieser Uebersiedlung dürfte in diesem Erdgeschoß die gewerbliche Fortbildungsschule ihr Heim finden. Diese hat vorläufig ihre Unterrichtsräume in der Hauptsache im ersten Obergeschoß des alten Hauses, während im ersten Obergeschoß des Neubaues vier Klassenräume für die Mädchenfortbildungsschule bestimmt sind. Im Dachgeschoß des alten Gebäudes stehen der gewerblichen Fortbildungsschule noch fünf Unter- richtsräume mit den dazu gehörigen Nebenräumen zur Verfügung, während im Dachgeschoß des neuen Anbaues die Mädchenfortbildungsschule die Waschküche und das Bügelzimmer hat. Im Dachgeschoß des Altbaues befindet sich ferner noch die Wohnung des Hausmeisters. Wie bei der Schillerschule, so wurden auch bei dem Gewerbeschul-Um- und Erweiterungsbau die Pläne vom städtischen Hochbauamt ausgearbeitet und die Bauarbeiten unter der Leitung des Hochbauamtes ausgeführt. Dabei waren fast ausschließ, lich Gießener Firmen und Handwerker beschäftigt. gto- der provinzialbauptstabt Gießen, den 19. April 1930. Ostern Die Berichte der Bibel von der Auferstehung Jesu [inft von einer besonderen Zarcheit und Innigkeit, so daß sie dem erhabensten Werke dichterischer Gestaltung gleichkommen. Als Jesus starb, war eine Sonnenfinsternis in Kleinasien, lieber das Land, pa, eben noch im Frühlinassonnenschein geglänzt hotte, breitete sich fahles Zwielicht aus, ängstlich riefen die Stimmen der Tiere von den Feldern her, ängstlich flatterten die Vögel von Baum zu Baum, und über die Menschen kam ein lähmendes Entsetzen. Besonders über die Getreuen Jesu. Sie waren tödlich getroffen, alle ihre Hoffnungen waren ent- sanken, sie verbargen sich in Schlupfwinkeln, an denen in der Großstadt Jerusalem kein Mangel war. Zwei Tage dauerte dieser Zustand an. Aber wie noch einem langen Winter panz unvermerkt Licht und Wärme kommen, wie einem Kranken die Genesung naht, ohne daß er den Umschwung in feinem Zustande recht wahrnimmt, so ging es auch hier. Mit leisem Jlügelschlage regte sich die Hoff- nung, und. durch die Reihen der Anhänger Jesu, von Mund zu Mund g'ng die Kunde: Er lebt. Ueber allen Berichten von den Erscheinungen des Auferstandenen liegt es wie verhaltene Wehmut, aber gleichzeitig regen sich Freude und Hoffnung. In der Morgendämmerung und im abendlichen Dunkel erscheint Jesus den Seinen, den drei Frauen, die frühmorgens, ehe die Hähne krähen, durch die schweigenden Straßen gehen, den Emmausiüngern auf dem Wandersteige zur Zeit, da Tag und Nacht ineinanderschwimmen, dem Jünger Thomas in der Stille eines abgelegenen Raumes. Alle diese Berichte sind ein Gewebe aus Morgenlicht und Früh- linasstimmung, Weinen und Lachen schlingen sich ineinander: aber wie in musikalischen Schöpfungen aus dem Gewoge der begleitenden Töne eine Grundmelodie herausklingt, so klingt hier das Wort heraus, das Jesus geredet hat: „Ich lebe und ihr sollt auch leben." ,Hch lebe." Jesus lebt in seinen Aposteln, die von dem zeugen, das sie gesehen und gehört haben. Er lebt in den Märtyrern der christlichen Kirche, die auf dem Scheiterhaufen, vom Rauche halb er- stickt, riefen: Kyrie eleison, Herr erbarme dich unser! Jesus lebt in Luther, der in den weltgeschichtlichen Kämpfen, die er zu bestehen hatte, die Gewohnheit hatte, auf einen Zettel, der vor ihm lag, zu schreiben. vivit, er lebt. Man denke sich Ostern und Aus. erstehungsglauben aus der Welt hinweg, da mühten alle sittlichen Ordnungen zerfallen, alle Weihe wäre aus dem Leben hinweggenommen, alles Streben nach Dingen, die jenseits der Sinnenwelt liegen, müßte zu Ende gehen. Ihr sollt auch leben. Was das heißt, „leben", darüber gehen die Ansichten der Menschen weit auseinander. Für viele heißt leben, sich ausleben, ohne Hemmung den Trieben gehorchen, bis das schale Ende da ist. Andere und wahrlich nicht die schiech- testen sind der Ansicht, leben heiße rastlos arbeiten, ohne Ruhe aufbauen, zusammenbringen, gewinnen: diese vergessen, daß dabei die Seele ohne tieferen Inhalt bleibt. Der alte Matthias Claudius hat gesagt: „Man muh nicht alles glauben, was man sieht und was man die Leute sagen hört. Was sie Tod nennen, das ist oft Leben, aber was sie Leben heißen, ist nichts anderes als wie eine Grube voller lotengebcine." Das wahre Leben ist da, wo ein Mensch von der Kraft Gottes erfüllt im Hinblick auf Jesus täglich an sich arbeitet, daß er reifer und voll- kommener werde, wo er in Selbstverleugnung und Liebe den anderen zur Seite steht und von der Hoffnung getragen wird, daß er auch in aller Ewigkeit Gott angeboren wird. Das Grauen vor dem Tode kann nur durch die christliche Auferstehung besiegt werden. Es mag ein Mensch sich noch so sehr von allen religiösen Bindungen frei gemacht haben und von dem ruhigen, schmerzlosen Eingehen in das ewige Nichts reden, im Angesichte des nahen Todes ist er unfrei. Friedrich der Große hat über (einen Gesinnungsgenossen Voltaire ein sehr hartes Irteil gefällt: er hat gejagt: „Voltaire wird wie ein Feigling sterben mit ein paar Fronziskanermönchen an seinem Sterbebette. Ich kenne ihn, er glaubt an nichts, aber er hat Angst vor allem." Ungefähr vor 40 Jahren erregte das Bild einer deutschen Künstlerin großes Aufsehen, es war benannt „Mors Imperator", der Tod als Kaiser, der Tod als Allesbezwinger. Diesem Silbe sei eine andere Darstellung gegenübergestellt, die sich auf einem Kirchenteppich befunden haben soll, den einst in der Reformationszeit die Bilderstürmer in Zürich zerstörten. Da sah man einen Baum mit reifen, roten Beeren. Auf einem Aste saß ein Vogel und pickte nach einer Beere. Hinter dem Vogel stand ein Jäger und zielte mit der Armbrust nach dem Vogel. Hinter dem Jäger stand der Tod, um ihn zu packen, aber hinter dem Tode war Jesus zu sehen, der dem Tode feine Macht zu nehmen im Begriffe stand. Jesus Imperator! Das ist der Sinn des Osterfestes. H. D. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ungarische Rhapsodie". — Astoria-Lichtspiele: „Zuchthaus" und „Der Siegerpreis". — Tageskalender für Sonntag (1. Osterfeiertag). Stadttheater: „Katharina Knie", 18.30 bis 22.45 Uhr. — Liebigshöhe: Großes Militär-Streichkonzert, 16.15 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ungarische Rhapsodie". — Astoria-Lichtspiele: „Zuchthaus" und „Der Siegerpreis". — Tageskalender für Montag (2. Osterfeiertag). Stadttheater: „Panne um Mitternacht". 19 bi» 21.30 Uhr. — Gießener Theatervereinigung: Familienabend mit Tanz, 20.15 Uhr, Kath. Dereinshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tonfilm-Operette „LiebeSwalzer". — Astoria-Lichtspiele: „Zuchthaus" und.Der Siegerpreis". — Stadttheater Gießen. Wan schreibt uns: 1. Feiertag: „Katharina Knie". Seiltänzerstück von Zuckmayer. Beginn 18.30 Uhr Fremdenvorstellung. Ermäßigte Preise. — 2. Feiertag: .Panne um Mitternacht" (Gastspiel des Reuen Operetten-Theaters Frankfurt a. M), Operette in drei Akten von Hanns Deckner, Musik Harry Waldau. Beginn 19 Uhr. Fremdenvorstellung. Ermäßigte Preise. — Dienstag, den 22. April, wird zum ersten Male in dieser Spielzeit «ine Operette mit eigenem Ensemble aufgeführt, und zwar unter der Spielleitung des 3ntendanten Dr. Prasch: „3n der 3ohanmsnacht". Musikalische Leitung Kapellmeister Fritz Euje: Choreographie Ewald Bäulke. Die Rolle der Großmutter wird Auguste Prasch-Grevenberg geben. Diese ®aft- roUe ist eine der besten, die Auguste Prasch- Grevenberg bisher gespielt hat. Es sind ferner beschäftigt die Damen Doering, Fuhrmann, 3ahn, Mewes, Schubcrt-3üngling und die Herren HaiS. Hub, Linkmann, Wahlen. Zingel. ** Dienstjubiläum des Postdirek- t o r s S e e l i g. Am Ostermontag kann Postdirek- tor Seelig vom hiesigen Postamt auf eine 40jährige Tätigkeit im Dienste der Deutschen Reichspost zurückblicken- Ueber die Hälfte dieser Zeit hat Herr Seelig in guter alter Beamtentradition namentlich unter den schwierigen Verhältnissen der Kriegs- und 3nflationsjahre feine Arbeitskraft restlos in den Dienst des Verkehrs und damit der Allgemeinheit gestellt. Wegen seiner schätzenswerten menschlichen Eigenschaften erfreut sich Postdirektor Seelig bei den ihm unterstellten Beamten allgemeiner Beliebtheit. Cs ist daher verständlich, wenn ihm bei seinem Amtsjubiläum zahlreiche Glückwünsche dar- gebracht werden. Auch in der Bürgerschaft genießt Postdirektor Seelig die Wertschätzung weitester Kreise, nicht zuletzt auch seitens der Presse, mit der er durch seine dienstliche Tätigkeit in vielfältige und stets angenehme Beziehungen gekommen ist. ** Die städtischen Musee» sind am ersten Osterfeiertag zu kleinen Preisen, am zweiten Feiertag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** Die städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist am ersten Osterfeiertag von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. ** Tonfilm-Operette in Gießen. 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft ab Montag, den 2. Osterfeiertag, täglich die erste deutsche hundertprozentige Tonfilm-Operette „LiebeS- w a l x e r". Dieses Werk, das bereits in vielen deutschen Großstädten einen ausgezeichneten Erfolg zu verzeichnen hatte, dürfte auch für Gießen ein besonderes Ereignis werden und seine Anziehungskraft auf das am Film und Tonfilm interessierte Publikum nicht verfehlen. 3n den Hauptrollen: Willi Fritsch und Lilian Harvey. ** Rinder markt in Gießen. Der nächste Rindvieh-(Rutzvieh-)Markt in Gießen findet am Mittwoch, 23. d. M., statt. Die Auftriebszeit ist am Markttage von 7 biS 8,30 Uhr. Der nächste ©djtoeinemarft findet am 7. Mai statt. (Dergl. die heutige Dekanntmachung.) (Weitere Lokalnachrichten im 3. Blatt.) Verantwortlich für Politik: i. D.: Ernst Blumschein. WM MvL ■A 8 DELTA CIGARETTENFABRIK G-M-ß-H DR ESDEN-A-16 Unsere Atikah fuhren wir jetzt auch in gebogenen Taschen-Etuis aus Blech zu 50 Stück verpackt. Es ist damit die Möglichkeit geboten, grössere Mengen Atikah Liga retten bequem und unauffällig bei sich zu führen. 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Rll Von Jlft ^5an^nifl fcreineii test jcn- dann qlcjüf iis» ®irb - % J5,?1 *Ä'“r IrÄ i s5eli Slut. nun es "'er»de ®Oft f® & "'cht. St,MÄ» Hbft.1’ Sink 'M? Mer p'runö " WL Fast unbemei ist vom beutfd schiedet tonröen, Maträglichsten It0 zusammei sch>ie';mschc Qk; desulheines 3flein, in den der Lchwei; in Anlage einer ( Ahein non "Bald soiller Aerirag i1 erlegt, daß jtai Echissahrts' und M. Lemgemäh vnb «HMtÄc aus seinem, dem i fahren in sed« mderenAheinus« der Hand liegen, der Schweiz Habei gukierung \\ Wm. Dve: fä'WUjat \t neuen Kanals der Aeuregut' Die Kosten für tag bewilligt, fischen Straß! ren in eine teil vervanöelt tceri «al Iaßrzej dann, -aß "faße bis zum 1 "»Maftlije D g. leine rein str. 63 4 1 l) II -b'S br. an tb, b häuyer Abonnement ; ntembtnoorftcUuuif ItiaMviel btfiUurx Q li H zerr. iB ner „der l.k' l»U >ol' rn .ick Ml nb- al. inn lern gen mH «en, röt en n n. ii’ 79 ?n ift ne- \£öexeiun-ll)tmcx» Di \5xant\uvt o. 1’1. r \6uiuialifl. Äaiilviel _____mifi»n IS bi5 S°iO , u. K mfl .o. ii ?r= en en ?r. er u. IN. ite, ’f tö. nt- iu- nn sft iie >L. n>. [D. 01. |6- mi »v ttie ,en ii nb; ES St. dk Sten 6aöSert@iK ö0I1r, WÄ 18 Ubt af0,-eJionncllie11 81 w W Cpeteite In 8 «tien von Hanns Ttducr. niufit von Harrn fiialbau. IxD Tjtnötaa.^.Avr'l von 19'/, b.Lu,Mr 305^5709-210-51^ Gnniniel Auguiie Praich-Äreoenbera. Bunt ersten üllaie liier JtteniiM® S!-W Cavaill!"' E'Ren von RovnlG'bett LSD Lvtin^ansoi des Tarninabter ugndeSibeaiers Einmalige AMbiuns WL,. .'njuWn- -A,FL^-n dIUdctt , Frei.as.2« Wssft f'lfc » . 320ID «reieria« S"*aM jMWltg. rt$u,lA 9*jiJ H»n . j|• Stiertet, abends MD M "Tladt Wetzlar". z- rttttttaft, öoxmuta66 n Ubr izrWchüvvrn \m bai6 Amrnd. AdendS: '.srankjnrlrrtzos" ' miD] Dir Tonlut Stadttheafer Lountas.20.Avri! H. Vnerfkiertaa' । D0itl8l,bi»iVlUbr ■ Ülutitr flbonnemvnt .Iremdenvorneliung Zum leßien 9)lQlt: ' Mmmgiolr Ein Leilian«rstiick } in 4 Allen ; von Car! Zuikinaver Mittag, 21.Avril, ß Cnerieierinfli hon 19 biß 21'/, Ubt: Nr. 9$ Zweites Blatt Bilanz vor Ostern. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, TR. d. "5t 2ln demselben Tage, an dem in Deutschland da- Kabinett Brüning-Schiele-Treviranus seinen Sieg ersocht, der ihm zunächst einmal freie Dahn zur Arbeit gibt, begann der Kampf um die Existenz für das englische L a b ou r k a b r n e t t. Es wurde von Ansang an vorausgesagt, daß die Opposition diesem Kabinett Gelegenheit geben würde, sein Budget einzubringen, und daß daran die Entscheidung: Neuwahlen oder nicht? fallen würde. Der so eröffnete Kampf ist nicht nur ein Kampf des Kabinetts um seine Position, sondern auch ein schwerer materieller Kampf. Denn Der Voranschlag, den Snowden vorgelegt, fordert nicht weniaer als 42 Millionen Pfund neue Steuern. Die Aehnlichkeiten mit den deutschen Kämpfen ^ehen ziemlich weit. Auch in England hat man den Streit, ob der Vorgänger (Chur- chill) im Schatzamt ordentlich gewirtschaftet habe, oder nicht. Auch in England wehrt man sich gegen die Ueberstcucrung und Überlastung des Kapitals und des Einkommens, und kämpft man zwischen direkten und indirekten Steuern. Snowden legt Wert darauf, „ehrlich" die Einnahme- fchäyungen und danach die Steuerforderungen zu machen. Er rechnet so ein Defizit von 42 Millionen Pfund heraus und fordert dazu Steuererhöhungen im großen Ausmaß: zum ersten Mole wieder seit Jahren die Erhöhung der Einkommensteuer (von 4 auf 4,5 Schilling auf das Pfund), dann die Erhöhung der Diersteuer, die in England höher ist als in Deutschland, Zusatz- steuern für hohes Kapital und Einkommen u. dgl. mehr. Dieses Budget ist sehr hart, sozialistisch kann man es indes nicht nennen. -Mnb der Sozialist und Freihändler Snowden läßt die Schutzzölle ohne Veränderung bestehen, die er jahrelang bekämpft hat. Der Voranschlag und der, der ihn cinbringt, sind höchst unbequem, aber Snowden geht mit trockener und harter Energie und Klarheit der Sache an die Wurzel. Es wird in jeder Richtung ein sehr interessanter Kampf, der nun in England beginnt, und man begreift, daß Macdonald Eile hatte, die Floltenkonferenz zu Ende zu bringen, um für dieses entscheidende Ringen die Hände frei zu bekommen. • Fast unbemerkt in dem heißen, inneren Kampf ist nom deutschen Reichstag ein Gesetz verabschiedet worden, das mit einer der härtesten und unerträglichsten Bedingungen des Versailler Vertrages zusammenhängt. Gemeint ist der deutsch- schweizerische Vertrag über die Regulierung desRheines zwischen Straßburg und I st e i n , in dem zugleich von Deutschland, wie der Schweiz in Aussicht genommen wurde die Anlage eines Großschisfahrtsweges auf dem Rhein von Basel bis zum Bodensee. 3m Versailler Vertrag ist Deutschland (Artikel 358) auf- erlegt, daß Frankreich dem Rhein Wasser für Schiffahrts- und Bewässerungskanäle entnehmen darf. Demgemäß will Frankreich einen Kraft- und Schiffahrtskanal von Basel bis Straßburg aus seinem, dem elsässischen Gebiete, bauen, dessen Gefahren in jeder Beziehung für den Rhein, die anderen Rheinuferstaaten und die Schiffahrt auf der Hand liegen. Deutschland in Verbindung mit der Schweiz haben nun beschlossen, dieRheinregn I i e r u n g in der bezeichneten Strecke durch- zuführen. Die Zentralkommisfion für die Rhein- fchifsahrt hat sowohl dem französischen Plan eines neuen Kanals, wie dem deutsch-schweizerischen der Reuregulierung ihre Zustimmung erklärt. Die Kosten für die letztere sind jetzt vom Reichstag bewilligt. Damit kann dieses Stück Rhein zwischen Straßburg und Basel in wenigen Iph- ren in eine leistungsfähige Großfchiffahrtsstraße verwandelt werden, während der französische Seitenkanal Jahrzehnte braucht. Die Hoffnung wäre bann, daß — namentlich wenn die Schiffahrtsstraße bis zum Bodensee verlängert wird — die wirtschastliche Vernunft siegen und Frankreich auf seine rein politisch bestimmte 3bee eines Russische Ostern. Von Jlfe (Zchmldt-Wissendorff. Und wenn es wieder Ostern wird — Jahr für Jahr — dann ist es immer dasselbe. Gegenwärtiges versinkt, und es ist alles wieder wie einst. Sonst ist der Gedanke an Heimat und Verlorenes wie ein Knien vor einem der herrlichen alten Ikonen, aber es ist ein Schleier über das Bild gebreitet, den die Zeit wob. Jäh kann sich bann mitunter der Schleier lüften, daun gleißt und glitzert und funkelt es heraus, daß man die Augen schließt. Es ist zuviel des Lichtes, man erträgt es nicht mehr. Aber wenn es Ostern wird — Jahr für Jahr — dann möchte man das Licht festhalten ... und wieder Feiertag haben ... Von weit her kommt ein tiefer, verlorener Glocken- klang über das Feld ... bann noch einer, wie einzelne Tropfen eines schweren Regens .. nun braust bie Flut, nun orgeln taufenb Stimmen über bie bäm- mernbe Ebene: „Christas woskres ... Christ ist erftanben". Russische Ostern. Ich weiß nicht, ob es noch ein Land gab, wo Gott so geliebt wurde, wie im alten Rußland. Ferne Heiligkeit war Gott. 3a. Aber er war auch der Vater, zu dessen Füßen man sich schmiegte, vor dem man hingebreitet lag in der Hellen Osternacht. Groß war das Vertrauen in der russischen Kinderseele. Väterchen Zar und Väterchen im Himmel. Damit rundete sich der Kreis des Denkens und Fühlens und war sich selbst genug. Man dachte nicht, man fühlte nur. Darum war wohl soviel Licht lebendigen Kerzenglanzes in den Kirchen. Es flackerte, zuckte und leuchtete Tag und Rächt um Gold und Edelgestein. Es lebte wirklich. Ströme des Glaubens zogen mit dem Weihrauch unter den Gewölben. ilnö in diesen Glauben hineingebaut, als Höchstes und Hellstes Ostern... Die Auferstehung des Lichtes und des Lebens. Richt Weihnachten konnte dem russischen Volk zur höchsten Weihe werden, zu schwer lastet Dunkelheit und Versunkenheit des Winters auf seiner Seele. Zu groß ist die Sehnsucht nach Licht, Auferstehung, Wärme und Liebe. Das alles drängt sich in die große Welle der Oster- freude. Zur Freude aber muh man sich bereiten. Heiligen. Das große Wunder soll nicht unbewußt, wie ein Traum über die Menschen kommen. Sechs Wochen währen die Fasten. Sechs Wochen geht durch das ganze Land unaufhör- Samstag, 19. April 1930 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Seitenkanals verzichten würde. Das in der Denkschrift bezeichnete Ziel dieser deutsch-schweizerischen Abmachungen ist. politisch und wirtschaftlich so bedeutungsvoll, daß die Aufbringung der Mittel fich ohne weiteres rechtfertigt. Aber zu welcher wirtfchaftlichen Unvernunft führt hier einmal ganz markant der politische Machtstandpunkt, der den Versailler Vertrag charakterisiert! Vom wirtschastlichen Gesichtspunkt ist die französische 3öcc, die den Rhein geradezu als Wasserstraße lahmlegt, weil sie ihm das Wasser entzieht, unsinnig. Sie ist es noch mehr, weil durch die Ableitung eines großen Teiles Ges Rheinwassers in einen Seitenkanal die Rheinebene wegen Veränderung des Grundwasserstandes geradezu mit Unfruchtbarkeit bedroht wird. 3n Kattowih ist am 12. April im Ulih - Pro - z e ß ein Freispruch erfolgt unter Uebernahme der Kosten in erster und zweiter 3nstanz auf die Staatskasse. Mit diesem Urteil ist der Führer Des Deutschen Doltsbundes von der Anklage sreigesprochen, einem polnischen Militärflüchtigen zur Flucht verholfen zu haben. Mit diesem Urteil ist zugleich auch die polnische Justiz schwer getroffen, die die erste Verurteilung auf Grund eines unzweifelhaft gefälschten Dokuments ausgesprochen hatte. Der Ausgang ist besriedigend, ein Sieg der Vernunft. Aber wie ist in diesem Prozeß doch gezeigt worden, daß der Deutsche in Polen vogelfrei ist! Geradezu ein Kesseltreiben ist gegen das Deutschtum hier cingefeitet worden, mit plumpen Fälschungen und übelsten Mitteln! Der Prozeß hat bewiesen, daß die deutsche Minderheit in Polen nicht staatsfeindlich ist und staatsfeindlich arbeitet, und er wird hoffentlich in seinem Ausgang auch vorbildlich werden für den Prozeß, der zur längerer Zeit eine Rolle in dem Stück „Kater Lampe". Und diese Rolle habe ich auch wiederum nur Dem Zufall zu verdanken, daß tm Regiebuch als charakteristische Merkmale für den ^c^iuspieler angegeben waren, er müsse klein, rothaarig und bucklig fein. Da die« wenigstens teilweise auf mich zutraf, erhielt ich die Rolle und erspielte mir meinen ersten große« Erfolg. Ein modernes Krüppelheim in Gießen. Q3om Hessischen Fürforgeverein für Krüppel, Sih Darmstadt, wird unS geschrieben: Am l.Iuni wird in Gießen mit Dem Bau einet orthopädischen Universitäts- f 11 n 11 und eines Krüppelheims begonnen. ?ouhcrr ist Der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel c. B., Sitz Darmstadt, Dem es in mehrjähriger Sammlungsarbeit und durch Den Er- trag einer Lotterie gelungen ist, Den größten ^eil Der Bausumme aufzubringen. Mit Der Errichtung von Klinik und Heim wird auch in Hessen d'eTAusbilDung Der Aerzte in Der orthopädischen Wissenschaft gefördert, so Daß die Tat Des Fürsorgevereins durchaus geeignet ist, das Krüppelelend zu mildern und Die neue Einrichtung nicht nur Dem ganzen Land zugute kommt, sondern Darüber hinaus Segen bringen totrD. Die Tätigkeit des Fürsorgevereins auf Dem Gebiete Der Heilfürsorge und Der ErwerbS- fdhigmachung Verkrüppelter ist im ganzen Lande bekannt. Wie feine Arbeit auf diesen Gebieten gewürdigt wird, wird man ihm auch sicher Förderung bei der neuen Einrichtung zuteil werben lassen. An Der Bausumme fehlen noch rund 150 000 Mark. Wenn jede Familie Hessens eine Kleinigkeit gibt, durste es leicht fein, Dieses Geld nochaufzu bringen. Der Herr Minister des Innern hat eine Haussammlung zu diesem Zweck genehmigt, und die Landessach- gruppe Erheber in Der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten hat beschlossen, sich in den Dienst der Wohltätigkeit zu stellen Und zu helfen, die Sammlung durchzuführen. Auf dem Lande wollen in gleicher Weise Die Stromgelderheber tätig werden. Sie führen Die amtlichen Sammel- Iiftcn zur Ginzeichnung Der Paben. Versäume niemanD, fein Scherflein beizutragen, Damit die neue Klinik wirklich aus Mi11eln des gan- 5 * n V o lkes erbaut wird. Wenn durchschnittlich jede Familie eine Reichsmark spendet mnh daS Werk gelingen 1 Der vorstehenden Mitteilung können toig noch hinzufügen, daß Die orthopädische Kliniv auf dem Gelände an Der Ecke Klinikstratze/Gaffkh- straße/Uhlandstrahe errichtet wird. Den Bauplatz m Der Größe von runD 60 000 Quadratmeter hat Die StaDt Gießen in Anbetracht des gutem Iweckes dieses Baues geschenkweise zur aferfüi gung gestellt. In Ergänzung unseres ersten 'Bet richt« über dieses Bauvorhaben (Gieß. Anz. Nr. 67 vom 20. März) sei noch bemerkt, daß Den Bauentwurf von dem Leiter Des städtischen Hoch- bauamtes, Stadtbaurat G r a v e r t, aud gearbeitet und Der Bau unter der Leitung des städtischen Hochbauamtes errichtet wird. Der Kliniksbau. mit Dem Der stäDtebauliche Abschluß Der Klinik» straße erreicht wird, soll so gefördert werden, daß er bis zum Iuni nächsten Iahres fertiggeftellt ist. Die Gießener Baulieferfirmen und Handwerksmeister sollen zu Den Sauarbeiten in weit- möglichster Weise herangezogen werden, Damit auch durch diesen Bau das heimische Baugewerbe eine Belebung erfährt. Die Klinik wird vor-, erst für die Aufnahme von 60 Betten eingerichtet, ]cD°d) sollen günstige Erweiterungsmöglichkeiten für spätere Baunotwendigkeiten schon jetzt vorgesehen werden. Für die klinische und ambulante Behandlung Der Patienten will man in au«- reichendem Maße Raum schaffen und natürlich auch Die neuzeitlichsten Errungenschaften der eint schlagigen Wissenschaft und Technik anwenden. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß nicht allein die bewegungsfähigen Patienten, sondern auch Die bettlägerigen Kranken reichlich Licht und Luft erhalten und mit ihren Lagerstätten ohne Schwierigkeiten ins Freie gebracht werden können, um in einem mit reichem Blumenschmuck! ausgestatteten Garten Erholung zu finden. Unten anderem wird auch ein großer Turnsaal und! ein Spielhof für gymnastische Uebungen Der Pa-, tienten geschaffen werden. Ausbau des Gießener Klughafens. Der Gießener Flughafen, nach der 2Iub Hebung des Fluahafens in Kastel die einzige Flugzeugstation zwischen den Flughäfen Frankfurt a. M. und Hannover und ferner zukunftsreicher Landeplatz d e r künftigen West-Ost- Fl u g l i n i e T r i e r — Ä o b l e n z — L c i p z i g, hat in den letzten Wochen eine bedeutsame E r- weiterung seiner Anlagen erhalten. Vor einigen Jahren mit Dem schonen Flugplatz- gelände und einem bescheidenen Blockhaus als Unterkunft für Den Flughafenmonteur in das Luftverkehrsnetz eingegliedert, nahm unser Flughafenbetrieb rasch einen erfreulichen Aufschwung. Neben den täglichen Zwischenlandungen der Verkehrsflugzeuge sorgten im Laufe Der letzten Jahre mehrere Sportslugveranstal- t u n g e n Dafür, Daß Der Gießener Flughafen weit über Das engere Heimatgebiet hinaus vorteilhaft bekannt wurde, insbesondere auch in der Flieger- weit. Dadurch und dank entgegenkommenden und verständnisvollen Verhaltens ucr Flughafenleitung gegenüber Den verschiedensten Wünschen der Flieger und Der Flugplatzbesucher hob sich Die Frequenz immer Mehr, so daß man berechtigten Grund hatte, vor einigen Jahren an Stelle Des einstigen Blockhauses ein massives und in seiner baulichen Gliederung zweckmäßiges Flughafengebäude zu errichten, gleichzeitig auch eine zementierte Rollbahn für die Flugzeuge anzulegen, auf der Bau einer Flugzeughalle. Vor einigen Wochen wurde mit dieser Arbeit bet gönnen, Die in den letzten Tagen beendet wurde. An der östlichen Seite des Flughafens, in Der Nähs Des Flughafengebäudes, ist die 25 Meter lange, 15 Meter breite und 7,50 Meter hohe Flugzeughalle errichtet worden. Die Wände Der Halle bestehen aus einer Eisenkonftruktian mit Mauerwerk, so Daß bet ganze Bau massiv ist. Die Halle, in Der 8 b i s 10 Sportflugzeuge bequem unD absolut gesichert aufgeftellt werben können, hat nach Westen, nach Dem Flugplatzgebäude zu, Schiebe« salttore aus Wellblech, Die 22 Meter lang und 6,50 Meter hoch finD. Die Tore sind sehr leicht zu Hand- haben unD durch «ine sinnreiche Konstruktion Der Laufschienen so weit zur Seite zu schieben, Daß mehrere Flugzeuge gleichzeitig die Halle verlassen können. Auf einer Kiesrallbahn können die Flugmaschinen die zementierte Rollbahn und von Dort die weite Flugplatzfläche erreichen. Neben der Flugzeughalle ist ein Fliegerheim beschossen worden, in Dem Uebernachiungszimmer für die Flieger und eine kleinere Reparaturwerkstätte sich befinden. Beide Gebäude liegen >m Walde, von dem sie von drei Seiten umgeben finD. Mit dieser Erweiterung unserer Flughafenanlagen ist di« Verwaltung, die Luftverkehr 21. (9. Oberhessen-Lahngau, nicht nur den Wün- Osterkirchgang im Spreewald. — NU H* ''-7- > * * « Die Maschinen bis vor das Flughafengebäude heranrollen und von dort aus starten können. Dadurch haben die Flugpassagiere Die Möglichkeit, bei regnerischem Wetter mit wenigen Schritten über Die Treppe und den Vorplatz des Flughafengebäudes ohne Beschmutzen der Stiesel und der Kleider ins Haus und von dort zum Flugzeug zu gelangen. Hatte man Damit für Die Passagierfliegerei gut gesorgt und dem Publikum in Dem modern unD behaglich eingerichteten Flughafengebäude eine Erholungsstätte geschaffen, so blieben für Die Sportfliegerei bislang noch bedeutsame Wünsche unerfüllt. Es fehlte eine Flugzeughalle, in der die Flugmaschinen der Sportflieger, die eine Reihe von Tagen hierblieben, untergebracht werden konnten. Bisher mußten diese Flugmaschinen über Nacht auf dem freien Flugplatzgelände stehen- blcibcn, wobei sie natürlich den Witterungsunbilden mit allen Folgeerscheinungen ausgesetzt waren. Mit der immer mehr steigenden Frequenz unseres Flughafens durch die Sportflieger konnte Die weitere Beibehaltung des bisherigen Notzustandes Der Flug- zeugnotübernachtung nicht mehr länger vereinbart werben. Man entschloß sich Daher in richtiger Erkenntnis Der sachlich unabweisbaren Notwendigkeit, zum scheu der Sportfliegerei gerecht geworden, sondern sie hat auch einer weiteren Hebung Des Flugzeugverkehrs, die in nächster Zeit durch die Aufnahme des Luflftachtbelriebs von unserem Flughafen aus kommen wird, in bester Weise den Weg bereitet unD damit der Stellung unseres Gießener, Flughafens im Flugzeug-Personen- und -Frachtverkehr ein« weitere bedeutsame Festigung gegeben. Man darf wünschen, daß eine anhaltend starke Jnteressennahme des Publikums am Flugverkehr und der inDuftriellen Firmen am Flugzeugfracht, verkehr die Bemühungen der Flughafenoerwaltung auf immer stärkere Eingliederung unseres Flughafens in den nationalen und internationalen Flugverkehr kräftig unterstützen möge. fixfürs Haar was tun: PIXÄVON-Sfampfynl Ntn. Wtb Ä®«^. 6»t 'S '^Qben 2ei 'S bevirch >“rTW «1® n3Ärt derben. A ÄS' Hi •5.'i£ *-S fiJS man in aut. v°^en und natta.T na**$ ...17 inbmbtK “Lft M nicht 1 Patienten, landen ;n,.cn reichlich LJ™ Lagers^ S Fracht Verden «^an 2iumenschmu»1 J»ulinden. Untu °u ' Turnsaal und )e Hebungen der P» Hasen«. \wW. mit dieser Arbeit de< Tagen beendet wurde, ilughascnr, in der!W die 25 Meter langt, eier hohe yluewg^üe ' der Halle behehen aut Mauerwert, fo doh der Halle, In brr 8 b i e 10 utin und absolut werden können, hol 'latzgebäude zu, Schiebe- 2 Meier lang und 6,50 inb sehr leichi zu hond- reiche Konstruktion der ie ju schieben, dost nch Halle verlosten tonnen. en öle ftfagmaldjititn i von hort bit mitt en btt 5 WWW UedeinachtungsWintr leine« Reparaturwkrl- ■ Gebäude liefltn >m ti Seiten umaeben find, nserer Bahasenanlagen -usiverkehr A j, nicht nur den Sun- „MM- f-BS ^/ßebunfl i'V#*“3 M.S I geg^b^ j|drte eine f r-esS $!>*** tW*____ 9 * nvr**', heilt ■ Hotel Schütz Besonders billige Dte richtige Ernährung Ihrer Küken mit Woll-Stoffe Bttritengar sitnr Sommerfrische 3152D 8.00 6.00 für das Frühjahrl la 8.60 Taschenmesser 3186D JHH 6.00 sind per Meter RM. 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Str. und bei den Mitgl Zweiten Feiertag Frühkonzert ________________________________3216V ERNST RAU ” Das Speisezimmer ist Kreuzplatz Nr. 1 ausgestellt - Verkauf nur Walltorstrafie Nr. 37 2984 A Nieder-Gemünden Gießen Ostern 1930 Mendorf a. d. Lahn Klein-Linden Ostern 1930 Bad-Nauheim spielt die Kapelle Otto Kouben Am Sonntag, dem 20. April (1. Osterfeiertag) Großes Militär Sireidikoiizen ausgeführt vom Musikkorps I./15 Leitung: Obermusikmeister Löber SWerWflsorWens 3i9iD löglliB sliWe UlaWorole Der AutoomnibuS verkehrt täglich fahr- vlarimäftig: ab Ludwtgspiatz werktags um 3.40 Uhr, ab Schtffenberg um 5.15 Uhr. An Sonn-und Feiertagen ab LudwigSplatz um 3.00 und 3.40 Uhr, ab Schiffenberg um 6.20 Uhr. GesellschaftSfahrten nach Bedarf. Ludwigsburg beiWieseck Besitzer Ludwig Werner 3. Osterfeiertag 3,470 Tanzmusik Wieseck irestauration zum Kühlen Grund Am 2. Osterfeiertag Tanzmusik Kapelle Mank Es ladet ergebenst ein sibsd Heinrich Hormann. Zhre Verlobung beehren sich anzuzeigen Marie Lang Ludwig Olemotz Spenglermeister Tagesordnung: 1. Jahresbericht: 2. Kassenbericht; 3. Voranschlag 1930 31; 4. Et- luntnc Anträge gern. 8 31 der Salzung; 5. Bericht über Nnlerstützungskasse; 6. Auszeichnung.; 7. Feuerschutzmoche; 8. HcrbstverbandStag verb. mit 75jähr. Jubiläum; 9. Verschiedenes. Uniform: Tienstanzug, Helm. Vollzählig. Erscheinen eriorderl. DaS Kommando. Hotel Schütz empfiehlt als Oster-Spezialität frischen Helgoländer Hummer und la frischen Rheinsalm " W «iWigtn '0(f iuschka OMI? >0 . Nfiid« Klein-Lndrn o 1M Anzeigen ang moh fiel m 1930 ............ 3I62D .......................>, .......................... en fich anzuieigen hn . Keddeiich erlog 1930 faplanwflt 19 k geben betannf iagner p geb. Keih Gießen Korbanlage 19 1930 Ü5TV: fleife, Trauringe |(1.Osteri=i«r*lApril, von 15,30 bis gegen 17,45 Ahr: Katharina Knie, Seiltänzerstück von Zuckmayer. Von 20 bis nach 22,30Ahr: Der Londoner verlorene Sohn. Montag, 21. April, von 16 bis gegen 18,15 Ahr: Marius ahoi! Von 20 bis gegen 22 Ahr: Die neue Sachlichkeit. Dienstag, 22. April, von 20 bis-mach 22,15 Ahr: Julius Caesar. Mittwoch, 23. April, von 20 bis nach 22,30 Ahr: Der Londoner verlorene Sohn. Donnerstag, 24. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 1. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Freitag, 25. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 2. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und di« Rönne. Samstag, 26. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 3. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Sonntag, 27. April, von 16 bis gegen 18,15 Ahr: 4. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die-Rönne. Von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 5. Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Montag, 28. April, von 20 bis gegen 22,15 Ahr: 6. und letztes Ensemble-Gastspiel Curt Götz: Der Lügner und die Rönne. Frankfurter Opernhaus. Sonntag, 20. April, von 17 bis gegen 22 Ahr: Parsifal. Montag, 21. April, von 15,30 bis 18 Ahr: Mignon. Don 19,30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Dienstag, 22. April, von 20 bis gegen 22,30 Ahr: Belsazar. Mittwoch, 23. April, von 19,30 bis gegen 22.30 Ahr: Die Afrikanerin. Donnerstag, 24 April von 19,30 bis 22 Ahr: Ma t a. Freitag, 25. April, von 20 bis gegen 22 Ahr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose: Schwingen über Europa. Samstag, 26. April, von 20 bis gegen 22,30 Ahr: Belsazar. Sonntag, 27. April, von 15,30 bis nach 17,30 Ahr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose: Der getreue Musikmeister: hierauf: Petrouschka. Von 19,30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Montag, 28. April, von 19,30 bis 22,15 Ahr: Fidelio. Briefkasten der Redaktion. A. L. in £. Wie wir von zuständiger wissenschaftlicher Seite erfahren, Handels es sich bei dem Vogelruf „Spitz die Schar" nicht um die Bachstelze, sondern um die Kohlmeise. Letzte Nachrichten. Gtaatsstreichpläne in Polen? Warschau, 19.April. (WTv. Funkspruch.) 3n der im südlichen kongreßpolen gelegenen Jndustrie- sladl Zawiercie kam es, dem „Robotnik" zufolge, gestern zu ernsten Ausschreitungen von Arbeitslosen, die bei einer Demonstration gegen die geringe Unterstützung in das Rathaus eindrangen und die Einrichtungen zerstörten. Zwischen den Demonstranten und der poli- 3 e i kam es zu einem regelrechten Kampf, wobei die Schuhmannschaft von der Schußwaffe Gebrauch machte. Rach den vorläufigen Meldungen wurden zwei Personen get ötet und 19 verletzt. Das Organ der Sozialisten, der „Robotnik", verzeichnet das Gerücht, daß die Regierung die Absicht habe, nach den Feiertagen das Parlament aufzulöscn, ohne Neuwahlen auszuschreiben. Angeblich bestehe auch der Plan, mittels Dekrets die Wahlordnung zu ändern. Die Gerüchte seien nach den letzten Konferenzen des Ministerpräsidenten Obersten S l a w e k mit Marschall P i l s u d s k i, dem Staatspräsidenten und dem Juslizminisler enfftanden. Das sozialistische Blatt warnt die Regierung vor einem solchen abenteuerlichen Schritt; es sagt, daß eine Parlamentsauflösung ohne Festsetzung eines Wahltermins und eine Aenderung der Wahlordnung auf dem Verordnungswege einer Vergewaltigung der Verfassung glcichkäme. Sprechstunden Der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloßen Ludwig Heumann — „ Pfarrer Heumann-Heilmittel erhalten Sie Pfarrer Heumann’s Heilmittel bewährt bei zahlreichen Krankheiten. 180 000 Dankschreiben. Das Pfarrer Heu- mann-Buch(272S.,150Abb.) erhält jeder, der sich auf dieses Inserat beruft, völlig umsonst u. portofrei durch & Co., Nürnberg S 7. Die in allen Apotheken Gießens bestimmt: Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 Sennen Sie schon da» jüngste Sezengni» der Persilwerke: © S-nlel's Aufwasch., Spül, und Reinigungsmittel? und fertig ist das Erneuerungsbad für alles Zarte! Persil erspart Ihnen jede Umständlichkeit. 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Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rasender g. Bekanntmachung. In unser chandelsrcgifter, Abteilung A, wurde eingetragen: 31690 Am 22. Mär; 1930 bei der Firma Rosa Mono in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 28. Mär; 1930 die Firma 3äg« ( Lc Co. in Gießen. Gesellschafter find: 1. Peter Jäger Ehefrau, Karoline geborene Volkmar in Gießern 2. Kaufmann Karl Jäger in Butzbach. Dem Kaufmann Peter Jäger in Gießen ist Prokura erteilt. Die offene Handelsgesellschaft hat am 21. März 1930 begonnen. Am 1. April 1930: a) bei der Firma Musikhaus Robert Schönau in Gießen: Die Prokura des Kaufmanns Karl Egner in Gießen ist erloschen, b) Bei der Firma Theodor Pfeffer in Gießen: Die Firma ist erloschen, c) Bei der Firma Julius Rosenthal & Co. in Gießen: Die offene Han- delsgesellschaft ist aufgelöst, die Firma er» loschen. Am 10. April 1930: a) bei der Firma Karl Frensdorf ;u Gießen: Karl Frensdorf ist durch Tod aus der offenen Han- delsgesellschaft ausgeschieden. An feine Stelle ist seine Witwe chedwig Frensdorf geborene Ledermann in Gießen als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten, b) Bei der Firma Lina höhn in Gießen: Die Firma ist erloschen. !um 12. April 1930 bei der Firma Hans Stamm In Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 15. Avril 1930. _________hessisches Amtsgericht.__________ Vergebung von Ltrahenbaumateriallieferungen und Kleinpflasierarbeiten. Auf Grund der Reichsverdingungsord» nung sollen durch öffentlichen Wettbewerb nachstehende Arbeiten und Lieferungen für die Klcinpflafterherstellung in der Ortsdurchfahrt Rieder-Florstadt vergeben werden: 3197D a) Ausführung der Kleinpflaslerarbeiten. 1. Zirka 5550 qm Kleinpflaster herzu» stellen. 2. Zirka 215 lfd. m Randsteine in Beton zu versetzen. 3. Zirka 6000 qm Vorprofilierung der Fahrbahn herzustellen (einschließlich der Zwischentransporte der Materialien). Sämtliche Preise sind pro qm bzw. pro lfd. m anzugeben. b) Lieferung der Materialien. 1. Zirka 200 Tonnen Rheinsand. 2. Zirka 800 Tonnen sonstiger Flußsand. 3. Zirka 30 Sack Zement (a 50 kg). hierbei sind die Preise pro Tonne und frei Verwendungsstelle Ortsdurchfahrt Rieder-Florstadt zu berechnen. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Samstag, dem 3. Mai 1930 vormittags 10% Uhr auf unserem Amtszimmer in Gießen, Jo- hannesstraße 17, verschlossen und postfrei mit der Aufschrift „Angebot auf Kleinpflasterherstellung in Rieder-Florstadt" einzusenden. Besondere Angebotsunter, lagen weden nicht ausgegeben. Die Bedingungen sind deshalb vor Abgabe des Angebots auf unserem Bureau einzusehen. Zuschlagsfrist vier Machen. Gießen, den 19. April 1930. Provinzialdirektion Oberhesien. Tiefbau. Bekanntmachung. Mittwoch, den 23. April 1930, findet Rindvieh- (Nutzvieh») Markt statt: sämt» liches Dieh wird gegen Maul- und Klauen» leuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 7 bis 8S Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 7. Mai 1930 statt. 31700 Gießen, den 19. April 1930. Der Oberbürgermeister. ____________I. D.: Klingspor, Arbeitsvergebung. Auf Grund der Reichsverdingungs- ordnung sollen für den Neubau eines Spritzenhauses mit Viehwagenraum usw. in Trais-Horloff die Erd- und Maurer-, Zimmer-, Schmiede-, Spengler-, Dach- decker-, Schreiner-, Schlosser-, Weißbinderund Pflasterarbeiten im öffentlichen Wett- bewerb vergeben werden. 31490 Zeichnungen und Bedingungen sind auf unserem Amte einzusehen, woselbst auch die Angebotsunterlagen abgegeben werden. Ein Vertreter der Bauleitung wird Donnerstag, den 24. April 1930, von 9% bis 14 Uhr, im Gemeindehaus in Trais- Horloff zur Offenlegung der Verdingungs- unterlagen und Auskunftserteilung an- wesend sein. . | Die Angebote find verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, dem 29. April 1930, vormittags 11 Uhr, bei unserem Amte, Stephanftraße 18, Zimmer. Rr. 8, einzureichen. Freie Wahl unter den Dietern bleibt ausdrücklich vorbehalten. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 15. April 1930. hessisches Hochbauamt Gießen. _______I. V.: Kuhlmann._______ -Arbeitsvergebung. Für die Wasierversorgung der Gemeinde Lindenstrulh soll das Herstellen des Ortsrohrnetzes zirka 1500 Meter Guß- rvhrleitung mit Hausanschlüssen öffentlich vergeben roerben. 31800 Die Verdingungsunterlagen üeaen auf hessischem Kulturbauamt Gießen offen, wo Angebotsvordrucke unentgeltlich zu beziehen und wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Erösfnungstermin am Samstag, dem 3. Mai 1930, vormittags 10'-- Uhr, einzureichen find. Zuschlagsfrift 3 Wochen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 16. April 1930. hessisches Kulturbauamt. h. Steinbach, Regierungsbaurat. Vergebung von Wafferleitungsarbeiten. Für die Gemeinde Ruppertsburg, Kreis Schotten, soll die Erneuerung der Quellen- Zuleitung mit gußeisernen Röhren von 80 und 100 mm l. W. (zusammen 620 m) in einem Los vergeben werden. 31790 Pläne und Bedingungen können bei uns eingesehen und das Leistungsverzeichnis, soweit der Vorrat reicht, kostenlos von hier bezogen werden. Eröffnung der Angebote Donnerstag, den 1. Mai 1930, vormittags 10 y* Uhr, auf unserem Amt. Zu- schlagssrist 3 Wochen; freie Auswahl vorbehalten Gießen, den 16. April 1930. hessisches Kalturbauamt. h. Steinbach, Regierungsbaurat. pySperrholz , m Eiche. Gaboon u- Kieler 3-Wmm Breuer und Dielen aller Stärken, 3 ” • • schwedische und bayerische Hobel- • E . •» breiter. Svalierlaiten, Eichen» u. Z „ Z« Buchen-Schnittwaren liefern in allen Starken lirD uistiin 50n & Go., ®leßen Televbon 3949. Letten In allen Sllrken prompt lieferbar Für Rekonvaleszenten, nach Krankheiten, Operationen usw. gibt es nur ein Alleinhersteller Hackerbräu München Man hüte sich vor Nachahmungen und achte auf den Namenszug Zu haben In allen elnschlflg. Geschäften BARKASSE: iLLCtMEiNt Zinslose Gelder zum Bau od. 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Zur Versteigerung sind gemeldet rund 70 Fleckoiehbullen. hierunter eine größere Anzahl Leistungsbullen. 2969D Beginn der Versteigerung 11 Uhr vormittags. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften ist hier beste Gelegenheit geboten, gute Zucht« tiere zu erwerben. Lcmdwirtschaflskammer-Ausschuß für Oberhessen. Gebrauchte, lehr gut erhaltene (etter-1 Itelöriemea tn allen Abmel» sungen vertäust icbr billig ffeunaan 9eB (Sieben SchüvenslraßeM iahe Gail iche Wollsotnnerell Die-IZunst dies ^Bewirtens lUMKER-llliH GAS H E R D Das Trm hebt eine 1 und nach $ bet der Spr Tost. Sic i 1- Hpielver 6 Die L i S W S flehen Auheim muIL ütedig«"»®! 3 E guten Sabel er fdtn Bic 1900. Otoi Wirkung von * noch in (^°9 (türmet Adel (echt geM & vollständig zu Dies alles g> sicht auj eN Mhlschcinliche allzusehr auf den W“ daß die Terttj Iachteil dutä und nicht ohn> überlassen. Die Liga' falls Mi Tu tzls, allerdings tag tritt sie d um am zweite ren. Die 190 an, welche Spi zur Qkrfügunt abhängt, in w mieten mi gutes toeleti ■Sie "rit1 Feiertag eb (Piel nach C alhu leicht stegreich zu nicht die fläi Jugend/ gramm hat i mcngcfiellt. § Feiertag die 1 am zweiten d Auheim. Teib schone Leiftun, teiligten Alan technisch schö-e Tie 2. 3us und gegen die ©egnet, gegen Sie 3. 3ug< und Alsfelds Hermannstein Die 1. Cch verein im Aü , c®bte ‘>x di sollte v^en. 6i AM auch auf, ^Qtun?0^. dam> ,9en » ®' Ä 'it Mze fiom 5ort|e(tung. M hier *e9t begierig der etv tun hol. Ex TOM er ^Ttietquto dar । 3 plötzlich S* gesehen TWaltei SMt doch ;7.r eine Da '"_t°lier Aach, Rommen C K kn li, 5 ,n ein kle S1,,1* < Jot' umfai gö^'Ä tz.! 28. April 1930. H. Rapp, -Lahnkiesel M Perlkies Silberkies prompt und billig LRlibsamen, Fernsnr.3659 __176D Höhere Privatschule Darmstadt Grüner Weg 19 Fernspr. 1512. Unterricht nach den Lehrplänen des human. Gymnasiums, des Realgymnasiums und der Oberrealscbule. Gründliche Vor« bereltung zu allen Schulprülungen. Besondere Abendkurse. [3058V Sprechstunde: Werktägl. von 15—17 Uhr. Beginn des Sommerhalbjahres: Generalvertreter: Ed. Kratz, Ober-Ohmen,Tel. Mücke 65 750 ccm Solo- Bayerische Motoren Die neueren Modelle finden Sie bei BRODER SCHMIDT Fadigefdiäft für Haus und Kudie — 2701 A Beginn 1. Mai 1930 2358D Auskünfte durch die Direktion, jetzt Liebigstraße 16. Maschinenbauschule, Abteilung f. Baugewerbe, Schreinerfachschule, Malersachschule, Schuhmacherfachschule, kera« mische Abteilung, Vorbereitung auf die Kunstgewerbeschule. (Fachkurse für Elektriker, Schweißer usw.) WliHe WüWiiill «et MW- mi gewännet Men Abteilungen: 1. Höhere Handelsschule 2. Zweijährige Handelsschule Anmeldungen bis zum 28. April 1930 im Schullokal, Gießen, Nordanlage 15 (Kaufmännisches Derelnshaus). Sprechstunden: Mittwochs und Samstags von 11 % bis 1214 tlhr. Handarbeilsschule landoiaDii, Wanlage 7 Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten, auch Zuschneiden und Anfertigen von Wäsche und Kleidern. Der Unterricht wird besonders auch den diesjährigen aus der Schule entlassenen Mädchen empfohlen. 3114D Beginn des ünterriems: Donnerstag, den 1. Mai 1930 Stundenplan für die am 28. April 1930 in der Pestalozzi» schule (Stadthnabenschule), Nordanlage 8, beginnenden Kurse: Zeit: Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag 7-8Uhr Anfänger Redeschrift Anfänger 8-9 8-9' Praktiker Erste Reichskurzschriftgesellschaft 2748 D „(Babelsberger“ und Damenabteilung (Biegen e. V Fortbildung Fortbildung Diktat 60-100 Diktat 120 u. höh. Diktat 60-100 Diktat 120 u. höh. Anmeldungen werden von Herrn Alex Karnbach, Am Kugelberg23, oder zu Beginn des Unterrichts entgegengenommen. --rnabenlnfittut Lucius Forstbaus b. Eckzell. Friedberg i.Hess., Land 33 (12km v. Bad-Nauheim>. Gegr.1809 Entern, m. 40 Schül. Sexta Oberkekunda, Oberrealichulc und Realgymnasium, nmv Gründl.Unterricht t. kl.Klassen. Individuell , . „ - ... ' Er-iehung. In christlichem tevang.» Sinn ge. leuet. Schone Lage a.Wald. Gesunde Lebensweise. Beste Empfehl. Eintritt jederzeit. Illustrierter Prospekt kosten!, durch Dr. Lucius DIE NEUE I BMWI und Beiwagenmaschine Hohes Anzugsvermögen === starke Bremswirkung daher große Reisegeschwindigkeit ~"r Werke Aktiengesellschaft München 13 NM. | Aktiva. NM. l4 Passiva. Rheinische Hypothekenbank in Mannheim Bekanntmachung. 1. Dritte Tcilauöschüttung. Mit Zustimmung unserer Aufsichtsbehörde nehmen wir gemäß Art. 84 der Turchf.-V.-O. zum Aufwertungsgesetz eine dritte Aussd)üttung in Höhe von 2% des Goldmarkwertes der teil» nahmeberechtigten Papiermarkpfondvriefe vor. Tic Ausschüttung erfolgt in bar gegen Einlieferung des Ratcnschcincs Nr. 2. Auf einen Ratenschcin entfällt danach ein Fünftel des darin genannten Goldmarkbetrages. Zinsen werden nicht vergütet. Die Ratenscheine Nr. 2 sind nach Beträgen und Nummern geordnet bei uns einzureichen; mitvorzulegen ist ein den Nennbetrag und die Stückzahl der eingereichten Stücke enthaltendes Verzeich- uis. Formulare hierfür können bei uns bezogen werden. Sendungen ohne beigelegte Formulare können bei dem großen Geschäftsumsang nicht sofort bearbeitet werden und müssen daher vorläufig zurückgelegt werden. Eine Verfügung über die eingereichten Ratenscheine ist ausgeschlossen, da diese sofort entwertet werden. Die Ausreichung bzw. Versendung erfolgt unsererseits spesenfrei der Reihe nach nur an den Einreicher der Ratenscheine und wird voraussichtlich etwa in der ersten Hälfte des Monats Mai beginnen. Werden Ratenscheine Nr. 2 bis zum Ablauf von 3 Monaten nach der dritten Veröffentlichung dieser Aufforderung im Deutschen Reichsanzeiger nicht eingereicht, so ist die Bank bereck)tigt, den auf diese Ratenscheine entfallenden Anteil zu hinterlegen, sofern nicht innerhalb der Frist der Antrag auf Einleitung des Aufgebotsversahrens oder auf Zahlungssperre nächge.wiesen ist. 2. Abfindungöangebot. A) Den Gläubigern unserer Pfandbriefe alter Währung bieten wir mit Zustimmung unserer Aufsichtsbehörde gemäß Att. 85 der Turchf.-V.-O. zum Aufwertungsgesetz eine Abfindung bon 20% des Goldmarkwertes ihrer Pfandbriefe an. Auf diese Abfindung werden angerechnet die beiden Teilaus- schüttungen von 10% bzw. 5% vom Jahre 1927 bzw. 1928, desgl. die demnächst vorzunehmende Barausschüttung von 2% (siehe . oben 1). Tie Ausschüttung der restlichen 3% erfolgt in 4y3%igcn Liquidationsgoldpfandbriefen, verzinslich ab 1. Januar 1930, mit K Juli- und Januar-Zinsscheinen ausgestattet. Spitzenbeträge unter GM. 10.— werden in bar bezahlt. B) Ten Gläubigern unserer Kommnnalschuldverfchrcibungen alter Währung bieten wir mit Zustimmung unserer Aufsichts- behörde eine Abfindung von 8% des Goldmarkwertes ihrer Kommunalschuldverschrcibungen an. Die Ausschüttung erfolgt in 4]/2%igen Liquidationsgoldpfandbriefen, verzinslich ab 1. Januar 1930 und mit Juli- und Januar- Zinsscheinen ausgestattet. Spitzenbeträge unter GM. 10.— werden in bat bezahlt. Die Einreichung der Anteilscheine und der Raten- scheine Nr. 3 und 4 sowie der Kommunalschuldverschrei- bungen zwecks Empfangnahme der Abfindung hat erst nach besonderer Aufforderung zu erfolgen, die voraus sichtlich etwa gegen Ende ds. Js. ergehen wird. Wegen des Näheren siehe unsere gleichzeitig erfolgende Veröffentlichung im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger und in der Karlsruher Zeitung. Soweit Pfandbriefe alter Währung auf Grund unserer Ver- ösfenllichungen betr. Teilausschüttungen im Deutschen Reichsanzeiger vom 30. 11. 1926, 5. 12. 1926 und 30. 12. 1926 und vom 24. 5. 1928, 22. 6. 1928 und 17. 8. 1928 noch nicht in 4%2%ige Liquidationsgoldpfandbriefe und Anteilscheine umgetauscht sind, werden die- Inhaber aufgefordert, den Umtausch alsbald vorzunehmen. 3154 V Mannheim, im April 1930. Rheinische Hypothekenbank. Kalk 3151D Spar- und Vorschußverein e. G. m. b. H. Alten-Buseck Bilanz vom 31. Dezember 1929 la Weist- und Grau Ltückkalk. in ergiebiger Qualität fuhren» und waggonweise wieder sofort lieferbar fiotl MierW & Go. G. m. ö. tz. Kalkwerke, Bieber bei Gießen Fernsprecher Nodhetm a. B. Nr. 8 und 16. IleiiäSlielel Maschinenfabrik Fulda GA 50% Platz- u. Kraft- Ersparnis erzielen Sie mit unseren Elektro- riemenlosen Holzbearbeitungs- Maschinen Apfelwein naturrein, empfiehlt laufenb zu mäßigen preisen Friedrich Köhler, Kuferei und Apfelweinkelierei dell, Kreis Alsfeld, siogd 1418 91 90 Summa der Passiva 91179117 Summa der Aktiva 3159 D 6241 72484 43030 21876 746 697 Reservefonds........ Betriebsrücklage....... Geschäftsguthaben der Genossen Spareinlagen........ Schuld in laufender Rechnung an Genossen Zinsen........... Rückständige Kosten Aufwertungsgläubiger.... Reingewinn . . ..... 3000 1 1067 18515 1559 [33 685 — 41 71 55 27 1445 j — 308 08 Fhr den Aufsichtsrat: Müller. Kassenbestand........ Wechsel (diskontierte) .... Gefchäftsguthabenbei Genossenschaften ......... Geschästsmobiliar u. Utensilien Bankguthaben in lsd. Rechnung Bankguthaben (Termingeld) . Guthaben in lfd. Rechnung bei Genossen......... Darlehen auf Schuldscheine. . Kausschillinge........ Zinsen. ..... . . . Sonntag, den 27. April, nachmittags 3 Uhr Generalversammlung bei Gastwirt Otto Rabenau. Tagesordnung. 1. Geschäftsbericht über das Jahr 1929. 2. Vorlage der Rechnung 1929. 3. Enllastung des Vorstands und Aufsichtsrats. 4. Verteilung des Reingewinns. 5. Verschiedenes. 73 70 2001— 7123148 1883,76 91179,17 Mitgliederstand am 31. Dezember 1928 . . . . — Zugang in 1929 = 13. Abgang in 1929 =- 3. Mitgliederstand Ende 1929 Ter Vorstand. Schwalb. Becker XIII. Krämer. Deutsche Teppiche Orient-Teppiche Heinrich Hochstätter Gießen, Brandplatz 1 2844a »erlangt dok> man denGöslen nur dai Beile für Auge und Gaumen biete! 1 Das geht nicht ohne 9rohß O/tern uyunpM Jjp&a 2533 V Voflsthe PrivatHandelMransialten (neben / Herborn Direktion: Gießen. Goethestrafie 32 / Telephon 2464 Unterrichtsfächer: Handelskunde m. Handelsrecht u. Schriftverkehr, kaufm. Rechnen, Buchführung (modernste Methoden), Volkswirtschaftslehre, Werbekunde, Wirtschaftsgeographie, Wirtschaftsgeschichte, Warenkunde und Technologie, Englisch, Französisch, Dürgerkunde, Deutsch, Reichskurzfchrift, Maschinenschreiben, (10- Finger-Blindschreibmethode), Schönschreiben, Rund- u. Plakatschrift. Besinn 1. Mai 1. Höhere Handelsschule für Schüler nur mit Obersekundareife. Dauer 2 Semester. Schulgeld 12 Raten zu 17.— RM. 2. Handelsoberklasse für Schüler mit höherer Schulbildung. Dauer 1 oder 2 Semester. Schulgeld 1 6 Raten zu 30.— RM. und 12 Raten zu 27.— RM. 3. Zweijährige Handelsschule für Schüler mit 8-jährigem Schulbesuch. Dauer 4 Semester. Schulgeld 24 Raten zu 16.— RM. 4. Ein- und V2'jährige Handelsfachschule für Schüler jeder Art. Schulgeld 12 Raten zu 23.— RM. und 6 Raten zu 25.— RM. 5. 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Plalalfchrift. ir Schüler nur mit : 2 Semester. 17-221. schiller mit höherer ober 2 Smesier. 30- AM. unb > für Schüler mit dauer 4 Semechn. )-2M. nndMachschule sür u 23.- AM. unb ifjrung, Maschinen- unb Plalatlchr'sl. achm. ober abends.) kostenlos durch Goethestrahe 32. zMlSM kel och rift WAL ALS S-S- Freitag Anfang-' F-lt- bstMS Oonners^ Diktat 60-10° Diktat 120 « j5an6*k •j5e $dnM«W11,t . ,0 im 6*«M ®* (fhr -r enplflii ldS0,^Mba"lage8- s»£ Samstag, |9. April 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Oer Sport an den Feiertagen 92 Nr. 9- viertes Blatt Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Liga-Mannschaft empfängt an beiden Feiertagen Gäste aus Süddeutschland. Heben Kreuznach am ersten Tage, stellt sich Groh-Auheim am zweiten vor. In beiden Treffen bandelt es sich um Rückspiele. Die Vorspiel- Begegnungen verlor 1900 beide. Die in Kreuznach sogar empfindlich hoch mit 6:0. In Groß- -Auheim muhten die Giehener unverdient nach überlegenem Spiel mit 2:1 eine Riederlage hinnehmen. Groh-Auheim war damals nicht in bester Verfassung, verfügt aber jetzt über einen recht schuhgewaltigen Sturm, der im Verlaus der letzten Verbandsspiele außerordentlich viel Treffer erzielte und der Mannschaft damit einen guten Tabellensay sicherte. Die beiden verpflichteten Mannschaften spielen in derselben Klasse wie 1900. Nachdem bei den Dlauweihen die Mlt- wirkung von Katz und Z e i l e r vorläufig immer noch in Frage steht, ist jetzt auch der Mittelstürmer Adelberger voraussichtlich auher Ge- sccht gesetzt, wenn er auch gegen Aschaffenburg vollständig zu Unrecht vom Platz gestellt wurde. Dies alles gibt den Einheimischen wenig Aussicht auf erfolgreiches Abschneidcn. denn der wahrscheinliche Ausfall der besten Drei wird sich allzusehr aus das MannschaftSgefüge, besonders den Angriff, auswirken. Man erwartet aber, daß die Vertreter der dlauweihen Farben diesen Rachteil durch verdoppelten Eifer ausgleichen und nicht ohne weiteres den Gegnern das Feld überlassen. Die Ligareserve-Mannschaft: Ebenfalls zwei Rückspielverpflichtungen erledigt diese Els, allerdings beit)» auswärts. Am ersten Feiertag tritt sic der Ligareserve Corbachs entgegen, um am zweiten bei der ersten Cölbes zu gastieren. Wie 1900 abschneidet, kmnmt ganz darauf an, welche Spieler zu diesem Freundschaftstreffen zur Vcrsügung stehen, was in erster Linie davon abhängt, in welcher Weise man in der ersten Elf aushelfen muh. Beide Gegner verfügen über gutes spielerisches Können. -Sic "ritte Mannschaft reift am zweiten Feiertag ebenfalls zu einem Gesellschaftsrückspiel nach Cölbe bei Marburg. Sie wird es nicht allzu leicht haben, gegen die dortige zweite Els siegreich zu bestehen, da infolge Beurlaubung nicht die stärkste Vertretung reift. Iugendsptele: Ein auserwähltes Programm hat die Iugendfuhballobteilung zusam- mcngcftdlt. Die 1. Iugend empfängt am ersten Feiertag die 1. Iugend von Köln-Leverkusen und am zweiten die 1. Iugend vom V. f. B. Groh- Auheim. Beides sind Rückspiele, bei denen man schöne Leistungen zu-sehen bekommt, da alle beteiligten Mannschaften recht spielstark sind und technisch schöben FuhbaN spielen. Die 2. Iugend spielt gegen Alsfelds erste und gegen die erste vom Siegener Ballspielklub: Gegner, gegen die der Sieg nicht leicht fein wird. Die 3. Iugend spielt gegen Hermannsteins 1. und Alsfelds 2. Iugend. Beim ersten Spiel ist Hermannstein Plahverein. Die 1. Schülerelf hat den Wetzlarer Sportverein im Rückspiel als Gegner. V. f. B. Das Feiertagsprogramm der Ligamannschast sieht eine Reise nach Riederzwehren bei Kassel und nach Hersseld vor. Am 1. Feiertag ist sie bei der Sportvereinigung 1914 Riederzwehren zu Gast. Die Platzmannschaft gehört ebenfalls der 1. Dezirksklasfe an und war im Vorjahre sogar Weister ihrer Gruppe. In der verflossenen Saison hat sie allerdings infolge starken Spielerausfalls weniger gut abgeschnitten. Die DsB.-Els wird bis auf den Rechtsaußen. der erseht werden muh, in der gleichen Ausstellung antreten, wie im Spiel gegen Hanau 93. Wenn sie in diesem Tressen auch die gleiche Leistung aufbringt, sollte ihr ein knapper Sieg über den Gastgeber möglich sein. Zum 2. Feiertag hat sie sich der Sport- gemeindc „Hessen in Hersfeld zu -einem Gesellschaftsspiel verpslichtet. Auch Hersseld gehört zur 1. Dezirksklasse und hat. nachdem cs schon 1927 28 Meister war, vor ..Germania" Fulda, auch in diesem Iahre die Meisterschaft der Gruppe Fulda erkämpft. Hier dürfte VfB. aller Voraussicht nach einen schwereren Stand haben als in Riederzwehren, zumal es das zweite Spiel ist. Die VfB.-Mannschast wird mit einer wenn auch nicht hohen Riederlage rechnen müssen. Auf eigenem Platz finden am 1. Feiertag vier Spiele statt. Die Ligareserve empfängt zum Gesellschaftsspiel die erste Mannschaft des Sportvereins Dreihausen bei Marburg. Diese spielt u. a. mit den Ligareserven der Marburger. Liga-, vereine in einer Klasse und hat stets gute Resultate erzielt. Grünbergs erste Elf verlor vor vierzehn Tagen auf dortigem Plah mit 4:7. Die VfB-Elf hat am vergangenen Sonntag mit ihrem 3:3-Resultat gegen Weilburg gezeigt, dah sie wieder recht gut in Form ist. Dasselbe gilt für die dritte Mannschaft, die sich die zweite Dreihausens eingeladen hat. Die Gäste schlugen Grünbergs Zweite mit 5:1 und werden auch der Platzelf den Sieg nicht so leicht überlassen. Die Iugendmannschaften haben sich für die Feiertage recht viel vorgenommen. Die Erste empfängt am Ostersonntag die la-Iugendelf von „Germania" 94 Frankfurt, am Ostermontag die gleiche des Fußballvereins 09 Frankfurt a. M- Eschersheim. Heber den Ausgang der Spiele kann nichts vorausgesagt werden. Mit der ersten Iugend der „Germania" 94 kommt auch deren zweite, die ihre Kräfte mit der zweiten DsB.-Iugend messen will. Für den Ostermontag hat sich die zweite Iugend in der ersten Iugend des Sportvereins Alsfeld einen Gegner verpflichtet, dem fie kaum gewachsen sein dürste. Der dritten Iugendwannschaft steht am Ostermontag die .zweite Alsfelds gegenüber. Wenn sie nicht erheblich bessere Leistungen zeigt als am vergangenen Sonntag, wird sie wenig Aussicht auf ein gutes Abschneiden Haben. Die erste Schülermannschaft ist am ersten Feiertag Gegner der Schülerelf Garbenteichs auf dortigem Platze. Dom vergangenen Sonntag ist noch über das Spiel der zweiten Iugendmannschaft gegen die erste des VfM Lich nachzuberichten, das VfB. nach wechfelvRlem Verlauf mit 2:0 verdient gewann. Während die angeführten Iugendspiele sämtlich auf hiesigem Platz stattfinden, tragen am 2. Feiertag die Ligareserve und dritte Mannschaft gegen die erste bzw. zweite von Rauborn auf dortigem Plah Gesellschaftsspiele aus. Die Gastgeber spielen erste bzw. zweite Gauklasse und werden sich, zumal auf eigenem Platz, den Sieg nicht so leicht nehmen lassen. Eine aus Alten-Herrn und Spielern der vierten Mannschaft kombinierte Elf liefert der ersten Mannschaft Biebers das fällige Rückspiel. Fußball in Großen-Buseck. Der F. C. 1926 Grohen-Buseck hat für den 1. Osterfeiertag eine Sondermannschast der Sportgemeinde ..Eintracht". Frankfurt a. M., zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Den Gästen geht ein guter Ruf voraus, konnten sie doch in letzter Zeit gegen spielstarke Frankfurter Vereine ausgezeichnete Resultate erzielen. In bezug auf Ballbehandlung und Technik dürften sie ein gutes Plus vorauehaben, so dah ihnen ein Sieg nicht schwer fallen ourfje. Die 1. Mannschaft des F. C..w.rd sich wohl zu der bei ihr gewohnten Form nicht finden, zumal sie voraussichtlich nicht in stärkster Ausstellung antreten wird Man erwartet allgemein einen schönen Kampf und ist auf den Ausgang gespannt. Fußball in Steinbach. F.Sv.V. 1926 Steinbach hat für, seine erste Mannschaft die Liga des Spiel- und Sportvereins Ehringshausen, welche in der Zeit nach den diesjährigen Verbandsspielen hervorragende Resultate gegen namhafte Gegner erzielen konnte, auf den ersten Osterfeiertag nach Steinbach verpflichtet. Der Gastgeber, der am vergangenen Sonntag noch gegen die spielstarke dritte Mannschaft des V fB. Gießen auf deren Platz nach einem spannenden Treffen 4:3 Sieger bleiben konnte, hat sich mit der Verpflichtung dieses Llgavercins wohl etwas zu Diel zugemutet. Daß die Gäste sicherer Sieger bleiben werden, ist in Anbetracht der Spielstarke der Gäste schon gegeben. Vor diesem Spiel trägt die erste Jugendmannschaft Steinbachs gegen die gleiche von L i ch ein fälliges Rückspiel aus, bei dem wohl der Sieger erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters feftftehen wird. V. f. 2R. Lich. Für den 1. Feiertag hat sich die 1. Iugend des V. f. R. 1920 die gleiche von Groh-Auheim bei Hanau verpflichtet. Die Rafenspieler stellen sich damit einer sehr starken süddeutschen Iugendmannschaft gegenüber. Am nächsten Tag spielen die Gäste gegen Giehen 1900 1. Iugendelf. Handball im Männerturnverein (L).T) Am 1. Feiertag unternimmt die erste und zweite Mannschaft des Giehener Mtv. eine Reise nach Frankfurt a. M. Als Gegner find die gleichen Mannschaften des Turnvereins Iahn (Grün- Weih) auserwählt worden. Während bei den zweiten Mannschaften der Ausgang des Spieles vollkommen offen steht, ist die erste Elf des Mtv. Giehen vor eine ziemlich schwierige Aufgabe gestellt. Iahn (Grün-Weih) ist neben dem Polizeisportverein Frankfurt wohl die spielstärkste Mannschast im Frankfurter Bezirk. Die Mtv.er werden also schon in stärkster Aufstellung antreten müssen, wenn sie ein einigermaßen günstiges Resultat erzielen wollen. Handball im T. V. Londorf. Der Turnverein Londorf hat eine der führenden Handballmannschaften von Frankfurt a. M., die Sportaemeinde Eintracht, zu einem Handballwerbespiel für den zweiten Osterfeiertag verpflichtet. Londorf hot hier keinerlei Siegesaussichten, sondern es handelt sich nur darum, ehrenvoll abzuschneiden und etwas zu lernen. Die gesiedelte Schlange. Roman von Edgar Wallace. 29 Fortsetzung. 'Jlacfibnjtf verboten »Oh, hier sind Sie. Dewin! Dieser Herr ist sehr begierig daraus, mit jemand zusammenzukommen, der etwas mit der gefieberten Schlange zu tun bat. Er sagt, er hätte Ihnen bereits mit- geteilt, dah er einen Mann namens Lane sah. der ein Mietauto lenkte —" ..DaS war er nicht, Mr. Dewin", unterbrach Hugg plötzlich. ..Ich habe den Menschen heute wieder gesehen, den ich für Lane hielt und habe ihn angehalten. Ich will verdammt fein, wenn es nicht doch jemand anders ist! Das soll mir aber eine Warnung fein, Mr. Dewin. Ich hatte in jener Rächt ein paar Gläser zuviel getrunken und konnte deswegen nicht ganz genau sehen. Ich ging also zu diesem Menschen unb sagte ihm: »Sinb Sie nicht Lane?' Als ich aber genauer hin- srch, wuhte ich. bah ich mich geirrt hatte." „Kommen Eie einmal mit", sagte Peter streng, nahm ben kleinen Mann am Arm unb führte ihn in ein kleines Sprechzimmer ber Redaktion. »Run sagen Sie mal. Eie incineibiger Schuft," fuhr er gutmütig fort, »was wollen Sie mir benn jetzt wieder für einen Bären aufbinben?" „Es ist wirklich wahr — ich will biefen Augenblick tot umfallen!" begann Hugg. „Hören Eie mal zu!" Peter berührte mit seinem Finger die Brust des anderen, um feinen Worten mehr Nachdruck zu geben. „Gestern fand ich Sie, als Sie vor einem Miethaus standen. Da erzählten Eie mir, Sie hätten William Lane gesehen, der sehr krank wäre, und nach Birmingham gehen wollte. Sie gaben ihm fünf Schilling —" „Iawohl, Mr. Dewin, das ist vollkommen richtig", sagte Hugg eifrig. „Das war William Lane, ganz gewih. Er hat London verlassen —" Peter hob warnend die Hand. „Sie haben also William Lane gesehen — daran zweifle ich durchaus nicht —, unb er hat Ihnen zugesetzt, ber Polizei eine Geschichte bei- Äubringen, bah er London verlassen hat. Er drohte Ihnen, dah es Ihnen sehr schlecht gehen sollte, wenn Eie das nicht tun. Deswegen haben Sie mich aufgesucht. Auherdem bat er Ihnen auch mitgeteilt, dah ich wahrscheinlich in ber Rahe ber Wohnung von Mih Olroyd zu finben wäre. Seien Sie ruhig. Hugg." fuhr er fort, als ber Vagabund wieder unzusammenhängende Erklärungen Vorbringen wollte. »Er hat Sie dann noch einmal gesehen und Sie gefragt, was Sie mir sagten. Auf diese Weise erfuhr er die Geschichte von dem Mietauto. Daraufhin schickte er Ei« sofort zurück, um das alles zu widerrufen. 'Wahrscheinlich hat er Ihnen Geld gegeben, sich anständig anzuziehen — und jetzt sehen Sie aus wie eine Puppe, die aus einem Modeblatt herausgeschnitten ist. Stimmt das?" Hugg antwortete nicht. Seine listigen Aeuglein wanderten verlegen hin und her, aber er konnte Peter nicht in die Augen sehen. „Ich habe jetzt genug zu leben," sagte er unsicher. „und es ist nicht meine Aufgabe, der Polizei ober Zeitungsleuten etwas zu hinterbringen. Wenn jemanb betrunken ist unb einen Fehler macht, warum soll er nachher nicht kommen vnb feinen Irrtum eingestehen?" ..Wo haben Sie Lane gesehen?" fragte Peter, ohne auf seine Frage zu achten. Aber Hugg hatte keine Lust mehr, noch weiter zu sprechen. „Lassen Sie mich mit biefem Mann in Ruhe", bat er eindringlich. „Der hat seine Arbeit, und es ist nicht an mir, ihn zu bespitzeln unb anzuzeigen. Rehmen Sie meinen Rat an. Mr. Dewin. Er ist ein sehr gefährlicher Kerl, wer es auch immer ist." Hugg schüttelte erst den Kopf, dann schlich er zu Peters größtem Erstaunen zur Tür unb horchte. „Man weist niemals sicher, wo lich bieser Vogel gerabe aufhält", sagte er ängstlich unb fügte Dann ganz leise hinzu: „Ich habe ihn nicht gesehen, bas ist eine Tatsache. Ich erhielt nur eine Rachricht. mich an einer bestimmten Stelle einzufinben. wo er hinkommen würbe. Unb das war an einer kleinen Landstraße nördlich von Darnet. Ich ging hin, unb er kam in einem Auto an. Er stieg nicht aus, fonbern sprach durch das Fenster zu mir. Es war so einer von diesen geschlossenen Wagen, und außer ihm selbst sah niemand drin." „War es ein Sedan?" „Ich weiß nicht, wie man das nennt. Sein Gesicht habe ich nicht gesehen. Alles, was er mir sagte, war —" er schluckte und zitterte vor Furcht — „daß ich sofort zu Ihnen gehen unb Ihnen lagen sollte, dah ich mich getäuscht hätte. Er wollte nicht, dah man irgendeine unschuldige Person verdächtige. Das waren seine Worte. Mr. Dewin — er wollte nicht, dah eine unschuldige Person verdächtigt würde." „War es denn Lanes Stimme f* fragte Peter. Hugg schüttelte den Kopf. „Das kann ich wirklich nicht beschwören. Er hatte eine Maske ober so etwas vor dem Gesicht, jedenfalls konnte ich es nicht sehen. Und dann sagte er mir, wo ich Sie finden könnte und was ich Ihnen mitteilen sollte. An demselben Abend muhte ich wieder zu ihm kommen unb ihm berichten — aber an einem anderen Platz. Cs mag Lane gewesen fein — es gibt aber auch noch eine ganze Menge anderer Leute, die einen furchtbaren Hast auf Ioe Farmer hatten. Ich habe in Dartmoor Leute kennengelernt, die ihm das Genick umdrehen wollten, sobald sie aus dem Gefängnis kämen. Er sagte mir, dah ich mich anständig kleiden und jeden Augenblick zu seiner Verfügung fein mühte — deswegen wohne ich jetzt in Lambeth." „Das ist eine dicke Lüge", erwiderte Peter, der ein ungewöhnlich feines Gefühl für solche Dinge hatte. „Aber das ist der Wahrheit so nahe, wie Sie nur irgend glauben können", sagte Hugg merkwürdigerweise. Mehr war aus dem kleinen Mann nicht herauszubringen, und Peter lieh ihn gehen. Der Portier erzählte später, dah er einen neuen Koffer bei sich hatte, und in einem Auto fOrt- fuhr. Offensichtlich schien ihm der Aufenthalt in London nicht mehr zu behagen. Peter blieb noch lange im Bureau, um alle Rachrichten, die von den Agenturen über den Fall Farmer eingelaufen waren, miteinander zu vergleichen. Als er damit fertig war, machte er fich auf den Weg nach Scotland QJarb. • Mr. Gregory Bealcs Haushalt war so geregelt und geordnet, dah sich das ganze äußere Leben bei ihm fast wie nach einem aufgezogenen Llhr- werk abspielte. Seine Dienstboten waren Leute in mittlerem Alter, die schon seit vielen Iahren in seinen Diensten standen. Daphne Olroyd erfuhr zum erstenmal in ihrem Leben, was vollkommen geschulte Veckienung bedeutete. Von dem schweigsamen Hausmeister sah sie nur sehr wenig, von ber Köchin hörte sie etwas von der Hausordnung. Mittwoch hatte die Dienerschaft Ausgang, unb Mr. Deale speiste dann auswärts zu Abend. Die Glocke von der Haustür wurde an diesem Tag zu seinem Studierzimmer durchgestellt, so dah er nach der Tür sehen konnte, wenn es nötig war. Einmal hatte er fich sogar selbst fein Mittagessen gekocht. „Aber das war doch eine zu grobe Belästigung für ihn — unb er behielt mich später immer bis drei Llhr nachmittags bei sich", erzählte ihr die Köchin. Die Dienstboten verehrten Mr. Deale und hatten auch allen Grund dazu, denn er war der großzügigste und freigebigste Herr. Wenn feine Demühungen um ihr Wohlergehen manchmal zu weit zu gehen schienen und fast an Exentrizität grenzten, fo war es trotzdem ein schöner Zug an ihm. Es war Mittwochmorgen, und Daphna steckte tief in ihrer Arbeit. Der große Empfangs- faal nach der Straße hatte sich in ein Museum verwandelt. Viele Stühle und andere Möbel waren entfernt, unb an beiben Seiten des schönen Raumes standen an den Wänden lange hölzerne Tische. Sie waren mit vielen Kuriositäten bedeckt, die.noch geordnet werden sollten. Turner Schalles-Wiesbaden f. Der in der gesamten Deutschen Tur^ierschaft bestens bekannte Wiesbadener Turner Willi Schalles ist im Alter von 47 Iahren an den Folgen einer Operation v e r st o r b e n. Schalle- war seit Iahren als aktiver Wettkämpser und in den verschiedensten Funktionen des turnerischen Lebens tätig. Seinen größten Erfolg errang er noch vor zwei Iahren. beim Deutschen Turnfest in Köln, wo er einen zweiten Sieg erftritt. Turnerkämpfe am befreiten ZRfoein. Zwischen den Turnkreisen Mittelrhein, Rheinland, Pfalz, Vaden und Württemberg der DT. ist aus Anlaß der Rheinlandräumung ein Mannschaftskampf abgeschlossen worden. der als ständige Einrichtung gedacht ist. Der Kampf, der sich aus VolkSturnen. Spiele, Schwimmen und Geräteturnen erstreckt, wird an einem noch nicht genau bestimmten Termin in Koblenz abgebalten. Mr. Deale hatte ein kleines Werk über aztekische Kultur für Daphne herausgefucht, das es ihr möglich machte, ohne feine Hilfe einen vorläufigen Katalog zu fertigen. Rur in den seltensten Fällen kam sie mit irgendeinem zerbrochenen Tongesäß oder einem merkwürdigen Steinmesser in sein Studierzimmer, um sich Auskunft von ihm zu holen. Gelegentlich kam er auch ohne besondere Absicht in den Raum. Dann lag immer ein Lächeln auf feinem Gesicht, er hatte die Hände in den Taschen unb hielt ihr Vorträge. Sie hörte ihm begeistert zu. Manchmal berührte er auch moderne Probleme, aber wenn er über die Kultur der Azteken sprach, war es für sie am interessantesten. „Fünfundsiebzig verschiedene Abarten der gefieberten Schlange hat man bis jetzt gefunden." sagte er ihr an diesem Morgen. „Und ich weiß nicht, wieviel Legenden über sie existieren. In jedem Landstrich gibt es andere. Ich habe sogar Spuren von der Verehrung der gefieberten Schlange in Peru gefunben." In ber Sammlung befanb sich ungefähr ein halbes Dutzend Mobette bieser seltsamen Gottheit. Er nahm eines bavon in die Hand und betrachtete es mit einem sonderbaren Lächeln. „Ihr Freund hat diesen Morgen einen längeren Artikel über die gefieberte Schlange in seiner Zeitung. Haben Sie schon Den „Postkurier" gelesen?" Sie hatte nicht die Zeit gehabt, in eine Zeii tung zu sehen, unb verneinte. Er schüttelte mihbilligenb den Kopf. „Ich bat ihn. meinen Ramen nicht zu veröffentlichen. aber unglücklicherweise —" „Er hat doch nicht etwa sein Wort gebrochen?" fragte Daphne schnell. Mr. Deale lachte. „Rein, der Fehler ist ganz auf meiner Seite. Er brauchte die Photographie einer gefiederten Schlange, und ich gab sie ihm. Unglücklicherweise habe ich das Copyright dieser Abzüge und vermute. daß ber Drucker ben Stempel „Copyright by Gregory Deale" auf der Rückseite gesehen hat. Er glaubte sicher, biete Bemerkung mühte auch unter bie Abbilbung in der Zeitung gesetzt werden. Run, der Irrtum ist geschehen, und niemand kann etwas daran machen — die ganze Sache ist ja schließlich auch unwesentlich." Beinahe hätte sie ihm ihr Abenteuer in Epping Forest erzählt, aber sie dachte an die Warnung, die Peter durch das Telephon erhielt und schwieg. „Offenbar muß Farmer irgend jemand furchtbar beleidigt haben. Ich las den Bericht über » den Fall beim Frühstück, unb es wurde mir klar,1 baß er ein Verbrecher fein mußte, ober wenigstens viel mit Verbrechern zu tun hatte." „Weshalb glauben Eie das?" fragte fie ihn überrascht. Er zuckte die Schultern. (Fortsetzung folgte j Arbeiter-Turn- und (?portbund. Am ersten Osterfeiertag finb brei Mannschaften von Vilbel Gäste in Wicseck. DaS Spiel der ersten Mannschast wird das größte Interesse in Anspruch nehmen. Vilbel als diesjähriger Bezirksmeister des zweiten 'Bezirkes stellt eine sehr gute Mannschaft ins Feld, die eS den Einheimischen sehr schwer machen wird, einen Sieg zu erringen. Auch das Spiel der Ib-Mannschaften wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen, da hier zwei gleichwertige Mannschaften, die über beachtliches Können verfügen, sich ein schönes Spiel liefern werden. Den Beginn machen die Iugend-Mann- schasten beider Vereine. Die Handballer des Vereins haben sich die erste Handballmannscha t von Fechenheim zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Wieseck wird sich wohl gegen diesen Gegner auf eine hohe Rieder- lage Dorbcrciten können. Am zweiten Osterfeiertag sind bie lb- unb Iu- gendmannschast Vilbels Gäste in R ö b g e n. Hier werben bie Einheimischen alles bergeben müssen, wenn sie ben Gästen ein ebenbürtiges Spiel liefern wollen. Staufenberg hat am ersten Feiertag den Dallspielverein 1926 Frankfurt a. M. zu Gast. Auch in biefem Spiel werden die Einheimischen sich anstrengen müssen, wenn sie die Gäste nicht als Sieger heimziehen lassen wollen. Am zweiten Feiertag sind dann die Frankfurter Gäste in Treis a. d. Lda. Hier werden sie auf einen guten Gegner treffen, ber fein Können schon öfters unter Beweis gestellt hat. Am ersten Osterfeiertag hat sich R odhe im die erste Elf Franksurt-Sachsenhausen zu einem FreunbschastSspiel verpslichtet. Sachsenhausen verfügt über eine sehr gute Mannschaft. Rodheim wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn es dem Gegner ein gleichwertiges Spiel liefern und keine hohe Riederlage erleiden will. Am zweiten Osterfeiertag ist dann die Mannschaft in Watzenborn zu Gast. Auch hier trifft dasselbe wie bei Rodheim zu. Rur bürsten die unzulänglichen Plahverhältnisse in Watzenborn das Spiel sehr beeinträchtigen. Ebenfalls am zweiten Osterfeiertag hat fich Collar I die erste Elf von W a 11 a u verpflichtet. Die Spielstärke Wallaus ist noch unbekannt. Doch werben sich bic Gäste anstrengen müssen, wenn sie gegen bie flinken Lollarer auf eigenem Platze einen Sieg herausholen wollen. und liegt um 787 niedriger, als im Vormonat und um 409 als im Vorjahre. — Die Marktlage für kaufmännische und technische Angestellte ist nach wie vor ungünstig geblieben. Selbst für jüngere Angestellte war wenig Unterbringungsmog- lichkeit vorhanden. Auch die Tatsache, daß nunmehr das Angebot an guten Stenotypistinnen größer ist, als die Nachfrage nach solchen, ist ein Gradmesser für die Arbeitslosigkeit der kaufmännischen Angestellten. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug Ende März 388, gegen 372 am Schluß des Vormonats. Oie Berussberaiungsavteilung weist für den Monat März 292 Beratungen auf, und zwar 124 (87 für Knaben, 37 für Mädchen) erstmalig und 168 (92 für Knaben, 76 für Mäd- djcn) wiederholte. 22 Ratsuchende (13 männliche, 9 weibliche) kamen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen. Der Berufseignungsprüfung wurden 24 Knaben und 9 Mädchen unterzogen. In 18 Fällen (für 13 Knaben und 5 Mädchen) haben Arbeitgeber über einzustellende Lehrlinge von uns Eignungsgutachten eingefordert, die kostenlos abgegeben werden. 7 Knaben und 1 Mädchen wurden ärztlich untersucht zur Feststellung der gesundheitlichen Eignung für den gewünschten Beruf. In den angegebenen Zahlen ist auch die Beratungstätigkeit in den fünf Nebenstellen (Friedberg, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen, Schotten) inbegriffen wo die Berufsberatungsabteilung regelmäßig einmal im Monat (in Friedberg einmal wöchentlich) Sprechstunden abhält und 80 Beratungen für Monat März zu verzeichnen hat. Es ist daraus ersichtlich, daß das Schwergewicht der Berufsberatungstätigkeit in Stadt und Landkreis Gießen liegt. Der Arbeitsmarkt in Oberheffen. März-Bericht des Arbeitsamts Gießen. Hang mit der allgemeinen Finanzkalamität die Aussicht für eine weitere schnelle Abnahme der anormal hohen Zahl der Bauarbeiter nicht als «erscheinen. Die Zahl der Arbeitsuchen-- trug 2461; gegenüber dem Vormonat ist eine Abnahme von 1521, gegenüber des Vorjahres eine solche von 559 zu verzeichnen. Es konnten 200 Arbeitskräfte von uns untergebracht werden. — 3m Gast, und Schonkwirtfchaftsgewerbe ist ein weiterer saisonmähiger Rückgang zu verzeich- ncn. In den Kurorten wurden in Anbetracht der milden Witterung die Saisonkräfte früher enga- E'.'rt, als im vorigen Jahre. Die Zahl der Arbeit- chenden betrug 84; gegenüber dem Vorjahre ist s ein Weniger von 590. — Im Verkehrsgewerbe ist eine merkliche Besserung der Arbeitsmarktlage nicht eingetreten, die hauptsächlich auf die Zurückhaltung der Reichsbahn in bezug auf Einstellung von Zeitarbeitern zurückzuführen ist. Die Zahl der Arbeitsuchenden beträgt z. Z. 328. — In der Lohnarbeit wechselnder Art überwogen die Abgänge die Zugänge. Die Fluktuation dieser Berussgruppe war irn Berichtsmonat sehr groß. Für Lohnarbeit wechselnder Art gilt dasselbe, rvas wir bereits im Baugewerbe gesagt haben. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 2569 Wirtschaft. Dio Frühjahrsbelebung des Arbeitsmarktes hat sich im Berichtsmonat März in stärkerem Maße bemerkbar gemacht, als im Vormonat. Doch hat die Stärke der EnUastung lange nicht das Maß erlangt, das man in früheren Jahren feft- ftellen konnte. Die E n t l a ft u n g geht nur z ö - gernd vor iich und ist auf einige Außen- berufe beschränkt. Dem Abgang, an Arbeit- suchenden in den Außenberufen stehen Entlassungen von Arbeitskräften in anderen Berufen gegenüber. Im großen und ganzen kann man hinsichtlich der augenblicklichen Laae des Arbeitsmarktes von einer anhaltenden Unsicherheit sprechen. Ein Plan auf längere Sicht Ist fast unmöglich, denn neben Stillegungen und Botriebsein- schränkungen ist zu verzeichnen, daß Betriebs vorsorglich Stillegungsanzeigon erstatten, aber nach kurzer Zeit von Kurzarbeit zur V o l l a r b e i t übergehen. Die Hauptschuld an dieser Entwicklung dürfte wohl in unzureichendem Auftragseingang mit kurzfristiger Lieferzeit zu suchen sein. Allzu pessimistisch dürfen wir aber unsere jetzige Wirtscyaftslage nicht beurteilen, denn volkswirtschaftlich gesel)en, muß auch die Depression, in der wir uns befinden, einmal zu Ende gehen und einem Wirtschaftsaufstteg Platz machen. Wann und in welcher Starke dies erfolgen wird, bleibt vorläufig noch abzuwartcn, denn wir find heute mehr denn je von der internationalen Wirtschaftsentwicklung beeinflußt. Zur Marktlage des Arbeitsamts Gießen ist folgendes zu jagen: Ende Alärz 1930 wurden 9776 Arbeitsuchende gezählt, gegen 13 050 im Februar d. 3. und 10 480 im März 1929. Die Zahl der Haupt, unterstühungsempfänger in der Arbeitslosen- verstcherung und der krifenfürsorge belief sich auf 7945. Diese Zahl bedeutet gegen den Vormonat ein Weniger von 2738 Hauptunterstützungsempfängern und gegenüber dem Vorjahre von 541 Hauptunter- stützungsempfängern. Das Arbeitsamt Gießen mit seinen Nebenstellen konnte im Berichtmonat insgesamt 1192 Vermittlungen tätigen. 110 Personen wurden aus den Mitteln der Neichsanstalt mit Not- standsarbeiten beschäftigt. Aus einzelnen Berufsgruppen ist wie folgt zu berichten: In der Landwirtschaft ist die Nachfrage nach Arbeitskräften mehr als bisher gestiegen, doch macht sich seit einigen Wochen eine gewisse Zurückhaltung in der Anforderung von Arbeitskräften bemerkbar. Die. Zahl der Arbeitsuchenden betrug 392, gegenüber 522 im Vormonat und 369 im Vorjahre. — Der ungünstige Deschäftigungsstand im Bergbau hielt weiter an. Trotz Betriebsstillegung und Betriebseinschränkung ist die Zahl der Arbeitsuchenden von 332 im Vormonat auf 266 gesunken. Diese Senkung ist daraus zurückzusühren, baß Bergarbeiter in anderen Berufen untergebracht werden konnten. — Die schlechte Lage in der 3udustrie der Steine und Erden hat eine geringe Entspannung erfahren. Die äln- sicherheit der Entwicklung des Baumarktes, sowie Kapitalmangel wirkten verschlechternd aus diese BerusSgruppe. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 942; gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 70 gefallen, gegenüber dem Vorjahr liegt sie um 532 höher. — Im Holz- und Schnihsloffgewerbe ist die Lage noch sehr uneinheitlich. Eine merkliche Entspannung ist noch nicht eingetreten. Die Arbeitsuchendenzahl beträgt 527 und ist somit um 193 höher als im Vorjahre. — Das Vohrungs- und Genußmillelgewerbe weist eine kleine Besserung aus, die hauptsächlich aus die Ostereinkäufe zurückzusühren ist. Cs wurden im Derichtsmonat 130 Arbeitsuchende gezählt. — Im gesamten Bezirk nahm die Zahl der Arbeitsuchenden im Baugewerbe ab. Die Tatsache jedoch, daß die Abnahme hauptsächlich auf Wetterführung bereits im Gange befindlicher Bauten und einiger staatlichen Neubauten zurückzusühren ist, läßt im Zusammen- Enilastung -er Reichsbank. Nach dem Ausweis der Neichsbank vom 15. A p r i l hat sich in der zweiten April- Woche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 267,4 Millionen aus 1926,2 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 261,3 Millionen auf 1765,7 Millionen Mark abgenommen und die Lombardbestände um 11 Millionen auf 67,4 Millionen Mark zugenommen. Bestände an Ncichsschahwechseln, die am Ende der Vorwoche 17,1 Millionen Mark betragen hatten, sind nicht mehr vorhanden. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 269,4 Millionen Marken die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 253,7 Millionen auf 4308,7 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 10,7 Millionen auf 325,5 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 56 Millionen erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 638,3 Millionen Mark eine Zunahme um 118,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 12,8 Millionen auf 2907,6 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 5,7 Millionen auf 2550,1 Millionen Mark, die Bestände an deckungssähigen Devisen um 7,1 Millionen auf 357,4 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold allein erhöhte sich von 55,7 Prozent in der Vorwoche auf 59.2 Prozent, diejenige durch Gold und deckungssähige Devisen von 63,4 auf 67,5 Prozent. Oie Spartätigkeit im Jahre 1929. Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen sind für En.de 1929 auf etwa 9,275 Milliarden Mark zu veranschlagen. Der Spareinlagenbestand verteilt sich, laut „Wirtschaft und Statistik", auf 2611 Sparkassen, die schätzungsweise am Jahresende 14,5 Millionen Spareinleger hatten. Im Vergleich zur Vorkriegszeit entspricht dieser Spareinlagenbestand, unter Berücksichtigung der Verkleinerung des Reichsgebietes und der Verringerung der Kaufkraft der Mark, jedoch erst etwa einem Drittel des Spareinlagenbestands von 19 13, d. h. etwa einem Spareinlagenbestand, den die deutschen Sparkassen Ende 1892 angesammelt hatten. Der Zuwachs an Spareinlagen und Sparbüchern im Jahre 1929 (86,0 Pro-, bzw. 88L Prozent) ist gegenüber dem Vorjahre (144,1 bzw. 100,7) geringer geworden, während der jährliche Zugang in den Jahren 1924 bis 1928 ununterbrochen gestiegen war. Der <3inlagen>» Überschuß des Jahres 1929 ist um 335 Mill. Mark niedriger, als im Jahre 1928 (2050 Millionen Mark gegen 2385 Mill. Mk.). Dies ist um so bemerkenswerter, als ein wachsender Anteil des, Ginlagenüberschusses auf Zins- und Während der Einlagenüberschuh von 1929 noch Auswertungsgutschristen entfällt. Dec Einzah- lungsÜberschuh ist in noch stärkerem Maße zurückgegangen als der Einlagenüberschuh. 86,0 Proz. desjenigen von 1928 betrug, stellte sich der reine Ginzahlungsüberschuh auf nur 72,5 Prozent. Gr war sogar um 20 Millionen Mark niedriger als im Jahre 1927. Insgesamt wurden im Jahre 1929 6684,5 Mill. Mk.. d. h. 8,0 Proz. mehr als im Jahre 1928 eingezahlt und 5266,3 Millionen Mark, d. h. 24,5 Proz. mehr als im Jahre 1928 ausgezahlt. Die besonders starke Steigerung der Auszahlungen entspricht jedoch nur dem höheren Spareinlagenbestand. Die Entwicklung der Spareinlagen war auch im Jahre 1929 in den einzelnen Ländern und Landesteilen wieder uneinheitlich. Die Gesamteinlagen sind bei den Sparkassen allein auf rund 10,66 Milliarden Mark, bei der gesamten Sparkassenorganisation (ohne Girozentralen) auf 11,16 Milliarden Mark zu veranschlagen. Der Anteil der Spareinlagen an den Gesamteinlagen betrug Ende 1929 bei den Sparkassen allein 87,0 Proz. gegenüber 83,8 Prozent Ende 1928. Von den (Sefamtetnlagen waren Ende 1929 10 080,8 Mill. Mk. im Kreditgeschäft angelegt, davon entfallen auf die Sparkassen 95,7 Proz. und auf die Kommunalbanken 4,3 Prozent der gesamten Kredite. • * Reichszuschüsse für denErzberg- bau im Lahn - Diilgebiet. Der Etat des Reichsinnenministeriums enthält, wie im Vorjahre, einen Betrag von 750 000 Mark für die Förderung de« Eisenerzbergbaues an der Sieg, Lahn und Dill einschließlich ObeHessens. Die Hilfsmaßnahmen sollen unter den gleichen Voraussetzungen und Bedingungen wie im Jahre 1929 durchgesührt werden. Auf die Tonne geförderten und abgelebten Roherzes werden Zuschüsse bis zu 0,50 Mark je zur Halste vorn Reich und von den Ländern Preußen und Hessen gewährt. Der angesorderte Betrag entspricht dem auf das Reich entfallenden Anteil bei einer Iahressörde- rung von drei Millionen Tonnen Erz. * D i e Faber & Schleicher A.-G., Offen» doch a. M. schlägt wieder 10 v. H. Dividende vor. Der Umsatz erreichte 1929 den höchsten Stand seit Bestehen des Unternehmens. Im neuen Jahr ist der Auftragseingang gleichfalls gut. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. 1. Osterfeiertag, den 20. April. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker; 18z Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeipde; Pfarrer Bechtolsheimer; 18: Pfarrer Aus- feld; anschließend Beichte für die Konfirmanden aus der Johannes» und Militärgemeinde und deren Angehörigen. — Kapelle des Alken Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — LUfabekh.Klcinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 13.30: Mittagsgottesdienst. — IBleferf. 9.30: Frauenchor; Opfer für den Krankenhausneubau des Elifa- bethenstifts zu Darmstadt; 10.45: Kiikde^kirche; 13.30: Beichte für das Konfirmationsabendmahl. — Atten- Bufeck. 9.30: Mitwirkung des Frauenchors; 13; 14: Beichte; 16: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 11: hl. Aoendmahl für die alten Gemeindeglieder von Staufenberg; 13.30: Kirchberg; Kollekte; 13.30: Mainzlar; hl. Abendmabl für die alten Gemeindeglieder. — Haufen-Garbenteich. 10: Haufen; Mitwirkung des Frauenchors; 12.30: Garbenteich; Mitwirkung des Gesangvereins Viktoria. — Watzenborn-Steinberg. 13.30: Hauptaottesdienst (Kirchen* chor; Kollekte); anschließend Beichte zum Stonflr- mationsabendmahl. — Lich. 6: Pfarrvikar Draudt; 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Pfarrvikar Draudt. 2. Osterfeiertag, den 21. April. Stadtkirche. 9.30: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 14: Pfarrer Becker; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Markusgemeinde. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; Konfirmation der Kinder aus der Johannes- und Militärgemeinde; Feier des hl. Abendmahls; 11.30: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfarrer Ausfeld; 14: Pfarrer Bechtolsheimer; Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Lukasgemeinde; 18: Pfarrer Schlaudraff. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 14: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden der Luthergemeinde; Pfarrer Lenz. —- Elisabeth-Klein« kinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas. — Klein- Linden. 9: Konfirmation. — wiefeck. 9.15: Konsir» mationsfeier; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Dnfer für den Kleinkinderschulfonds. — Alten-Bufeck. 10: Konfirmation. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Konfirmation; Kollekte für das hessische Krüppelyeim. , Hausen-Garbenteich. Konfirmation. 8: Garbenteich; 10.30: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9.30: Konfirmation und Hk. Abendmahl; Kirchenchor, Kollekte. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 14: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden. Osterdienstag, den 22. April. Wiefeck. 14.30 Uhr: Dfterfeier der Kinderkirche (bei gutem Wetter im Walde). katholische Gemeinden. Samstag, den 19. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 20. April. Ostersonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Vesper mit Segen; 16.30 und 19: Beichte. — Grüni-erg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 7.45: Segensamt und Predigt. — Lich. 10: Segensamt und Predigt; 14: Osterandacht und Beichtgelegenheit. — Laubach. 10: Segensamt und Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten: 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 21. April. Ostermontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht mit Segen. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 7.45: Segensamt und Vortrag. — Lich. 10: Erstkommunion der Kinder, Hochamt, Predigt; Schulentlassungsfeier; 3: Ablegung der Taufgelübde, Ansprache, Festandacht. — CoUar" 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 22. April. Lich. 7.30 Uhr: Dankesgottesdienst. Mittwoch, den 23. April. Hungen. 6.30 Uhr: Gottesdienst. Tonniaasdienst d.Aerzte n.Avotbekennm 90 4.30 Dr. Ploch. Dr. Schäffer. Engelapotheke. Sabnat.u: Dr. Jäger. ’D Am Montag, 21.4. (2. Osterfeiertomi: FrI. Dr. Gürtler. San -Rat Dr. Schlievhake. Pelikanapotheke. Zahnarzt: Dr. Metz. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v.H. Sranffürt a. M. Benin Schluß- flirt Schluß!. Abendbörse Schluß» lurt Schlußk. mittag, börse Datum 16. 4. 17. 4. 16. 4. 17. 4. 6% Deutsche Reichsaulcihs von 1927 ....... 7% Deutsche ReichSanIeth« 87,1 87 87 87,1 von 1929 ........ Leulsche Aul.-llblbi^Schuld mit — 100,75 100,6 100,9 Auslos.-Rechten ..... 55,85 56.4 55,65 56,25 Desgl. ohne Lluslos^Rechte . . . 11.05 11,05 11,1 11,2 6% Hess. Volksstaat von 1929 lrückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz»Anleihe mit 94,5 94 95 93,75 Lluslos.-Rechten...... 52 53 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 .... 53,5 53,4 53,3 53,4 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. XIll unkündbar bis 1931 . . 98 72,5 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1932 ..... 90,75 90,75 • *Vt°/o Rheinische Hyv^Bcmk Liyu. Goldpse....... 8% Dr. Landespsandbriesanstalt, 85,4 85,5 — *• Psandbriese R. 17 98,5 98,5 98,5 98,5 8% Pr Lanvespsandbriesanstalt, Komm^Lbl. R. 16 95 85,5 95 95,5 7% Br. LandeSpsandbrtesanNaU, Psandbriese R. 10 ..... V.E.G. abg. Borkriegs-Obligarto» nen, rückzahlbar 1032..... 90,25 90,25 90,25 90,25 95 95 4% Oesterreichttche Goldrente . . 4,80% Oesterreichische Sllbcrrente 27,75 27,78 4,3 27,75 4,4 4% OeNerretchische Einheitliche Rente ..... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1010 2,4 24,9 2,5 2,5 24 9 21,25 21,4 4%% desgl. von 1913 .... * — 11.13 4% Ungarische Kronenrrnte . . . 2,45 2,45 2,4 2,45 4% Türkische Zollanlethe von 1911 6,95 6,9 7705 6.95 4% Türkische Bagdadbahn-Ani. Serie 1 4% desgl. Serie II...... — — 7,1 7,05 7,2 7 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 . 4%% Rumänische veretnh. Rente 9,7 9,8 9,8 9,9 von 1913 ......... 4% Rumänisch, Veretnh. R«nt» . 16,4 M ,6/4 18,5 IM 16,5 8,03 / Frankfurt a. 2)1. | Berlin Schluß» kurt Schlußk. Abend- bSrse Schluß« kurt Schlußk. Mittag, börse Dalum 16. 4. 17. 4. 16. 4. 17- 4. .vamvurg-Ämerita 'Batet . . Hamburg-Tüdam. Dampsschiss . 7 113,75 114,5 113,75 jl4,Sb . 8 — 172 Hansa Dampsschiss..... 10 — — 161,13 162 Norddeutscher Lloyd .... . 8 •* 114 5 113,75 114,5 Allgemeine Deutsche Ereditanst. io 117 117 116,75 116.5 Barmer Bankverein .... 10 136 136 136 136,4 Berliner Handelsgclellschas« . 12 176,5 176,b 1 177 177 25 Commerz, und Dcivat-Bank . H ■w 162 161,75 161,5 Darmstädter und Nationalbanl 12 231 231 230,25 230.25 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschast, » . . 10 150,5 150,5 150,25 150 Dresdner Bank ...... 10 >46,25 145,5 146 145.5 Reichsbank ..•••••• 12 292 294 291,5 294,5 A.E.G........... . 8 175,75 175.5 175,9 175,65 Bergmann........ . 9 —- 190 197 188.25 Elektr. Lieserungsgelellschaft. 10 164 164,5 164 164 Licht und grast...... 10 — 172,5 173 173,5 Felten & Guilleaume . . iVi 129 128,5 130 129 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... Hamburger Elektrizitäts-Werk« 10 180 180 180,25 182 10 — 138,75 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — 148,5 - 148,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — 176.5 177 Schuckert L Co....... 11 190 192 191 193 Siemens & Halske ..... 16 256 255 255,5 256 Dransradto . ....... . 8 129,5 Laümcuer L Co.. . . . . . 10 171 — 171,25 171,5 72 73 72,25 73,25 Deutsche Erddl ...... . ti 102,25 102 102 — 143,9 144,25 Gelsenkirchener ...... . 8 140,75 141 141,25 141.75 Harpener. . ....... . O 125 125,5 125 126 Hoesch Eisen. ....... eVt 113 113,5 Ilse Bergbau ....... 10 ••••■ . 9 154 153,6 —— Goldschmidt ....... . 6 71,5 71,5 71,9 72 MütgerSwerke ...... . 6 72.5 73 73 73.25 Metallgesellschaft...... . 8 108 108 108,75 108,5 Philipp Holzmann..... . 7 109,6 110,4 109,76 110 Zementwerk Heidelberg . . 10 —- 133,5 — — Cementwerk Karlstadt. ... 10 143 141 — <*— Wayß & Freytog..... . 8 92,5 91,5 91,5 91,5 Schultheis Payenhoser . . . 15 — - 296.75 296 12 —- 248,75 250 Aku ..... • • ■ • 18 117 118 116,75 118,9 Bembcrg......... ZeNstoss Waldhof . . . . 1 14 147 149 147,75 149 8 >/. 190 188,5 190 Zellstoss Aschassenburq . . . 12 — 152,5 —> 154 Charlottenburger Wasser . . . 8 •** — 106 105,9 . 9 -- 173 172,65 Daimler Motoren . . . • • • o 42,5 42,25 42,75 42-75 — 253,75 253,5 255 ■ 0 - — — 49.65 20,4 Rat. Automobil . . • • • . 0 — — 20,5 Orensteln & Koppel • • • . . 6 —- — 79,75 79,5 Leonhard Tietz .••••• 10 — 153 Ib4 153 • 356 358 361 Frankfurter Maschine» . . . . 4 35 _ 36 36 Gntzner ..... • • . 6 40,5 40 40 40 HeuligenNaedt ...... . O — — — Funghan«..... • • . 6 39,6 40 39 39,25 Lechwerke......... Mainkrastwerke Höchst a. 871. . 8 — 106 •— — . e 97,9 96,75 —• ** Miag ........ 10 132 131,75 132,13 <9cbr. Roeder ....... 10 103.5 103,5 —• — Ißolflt & Haesfner . . . . . 6tobeuti4eBuder . 9 218 218 218 218 M) 160,75 159,6 161 139,5 Banknoten. Äcrlin, 17-April Geld trief' 'Vlmeritanlfdie Vioren ..... 4.169 4,189 Belgische Noten........ 58,28 58.52 Dänische Noten........ 111,80 112,24 Englische Noten ...... 20,33 20,41 FranMischc Noten ...... 16.405 16,465 Holländische Noten...... 167.96 168,64 Italienische Noten ...... 22,11 22,19 Norwegische Noten...... 111,80 112,24 Deutsch Oesterr ,L100 Kronen 58 86 59.10 Rumänische Noten...... 2.465 2,485 Schwedische Noten..... 112,23 112,67 Schweizer Noten....... 81,21 81.53 Spanische Noten ....... 53 01 63,23 Tschechoslowakische Noten . . 12,375 12,435 Ungarische Noten ... 72,97 73,27 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. ,6. April 17. April Amtliche Notierung Geld | Bries Amtliche Notierung Gelb »rief Ämst.» Rott. Buen.»AircS Brss.-Antw. Christiania. Kopenhagen Stockholm - HelsingforS. »talicn. . . London. . . Neuhork .. Paris.... Schwei; .. Spanien. . yapan - - . Rio de Jan- Wien in D-- Oest. abgest. Prag .... Belirad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . | flonftantf» I Athen. . . Tanada . . llru nah. . j Lorrs • • . 168,27 1,630 58,42-» 112,06 112,07 112,58 10,535 21.95 20,358 4.1855 16,41 81,145 52.47 2,068 0,490 58.977 12,397 7,422 73,13 3,034 18,78 81,37 1,785 5,445 4,183 3,896 20,875 168.61 1,634 58,545 112,28 112,29 112,73 10.559 21,99 20,398 4,1935 16.45 81,305 52,57 2,072 0,492 59,097 12,417 7,426 73,27 3,040 18,82 81,53 1,789 5.455 4,198 3,904 20,915 168,34 L633 58,415 112,06 112,08 112,50 10,639 21,945 20,354 4,186 16,405 81.145 52,40 2,070 0,490 58,98 12,398 7,412 73,13 3,034 18,78 81,39 1,784 5,435 4-184 3,896 20,87 168,68 ■ 1,637 58,535 112,28 112,30 112,72 10,659 21,985 20,394 4,194 16,445 81,305 52, HO 2,074 0,492 59,10 12,418 7,426 73,27 3,040 18,82 81,55 1,788 5,445 4,192 *3,904 20,91 c* Ä er o> c c *— <3 c* E E s r- o o ei o 17> V v> r-» O> ♦ra r- o G o G> O ■—* Cb> z* x n Sin .5 — £52 s 8 N Z- LZ O d 15 LZ°L LZ- Z.X S - (9 L l4 to & = E x •e L to e» - D-'L & =5 2 - M CSÖ siS;Sä* Ef = .M * Mi d 5s.ü -KaZ •e'u 2 e to X x-5 M MI to 5 v - »rff s?;.e zI--- ±3 ?L ■£p* «LZK »511 sö(ö« 2^v ril B *> M c-2^ fe±° .L ID 5»|1 !|U 5 x”f E"° 5 6 LZ-ßL If« =x* •»X » i«; ä = 6 •—:u — ti v Q — (9ci9o2zcq Sh» li*ä <£? c JS- Z-L? ä-?Z = £ d A 2 «5= b|1 sia <9 " c v - S tsli- A O . . . . 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