Nr. 66 Erstes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 19. März (950 Eriche in» lüg Iich.outzei Sonntags und Feiertag» Beilagen: ■Die Illustrierte Gießener Familien bl älter Heimat im Bild Die Scholle lHonot$:Be$ugsptet$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer (Bemalt Zernforechanschlüste anterSammeInummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: -rantfurtam Main 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen firud vnd Verlag: vrühl'fche Universilälr-Vuch- und Steinörucferei L. Lange in Gießen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme oon Anzeigen für \.ie Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen oon 27 mrn Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig. für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Eheftedokteur Dr Friedr Wilh Gange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Gange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich m (Biegen. Auch das polenabkommen unterzeichnet. — Hindenburg fordert Hilfe für den bedrängten deutschen Osten. Berlin. (8. März. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat heute das das deutsch - polnische Liquidationsab kommen enthaltende über die Abkommen zur Regelung von Fragen des Teiles X des Vertrages von Versailles" unterschrieben und bei dieser Gelegenheit a n den Herrn Reichskanzler das nachstehende Schreiben gerichtet. Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Aus dem zcstrigen Vortrag des Herrn Reichsjustizministers und der mit ihm bei mir erschienenen Herren habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß gegen das vom Reichstag verabschiedete Zustimmungs- gcseh zum deutsch polnischen Liquidationsabtom- men verfassungsrechtliche Bedenken nicht b e st e h e n. Ich habe gelegentlich des mir erstatteten Berichtes auch Kenntnis davon genommen daß Recht gutachter, welche die Regierungsvorlage als verfassungsändernd ansahcn, jetzt ihre Bedenken als behoben erachten, nachdem der Reichstag in der Entschädigungsfrage eine von der ursprünglichen Vorlage abweichende Regelung beschlossen hat. Demgemäß habe ich nunmehr das Gesetz über die Abkommen zur Regelung von Fragen des Teiles X des Vertrages von Versailles a u s gefertigt und zur Verkündung an das Reichs- gesehblatt weitergeleitet Bei meiner Entscheidung habe ich den von einer starken Minderheit des Reichstags gegen das deutsch- polnische Liquidationsabkommen erhobenen W i - versprach durchaus gewürdigt, besonders verstehe ich die im notleidenden O st en unseres Vaterlandes gegen dieses Gesetz und das bevorstehende deutsch-polnische wirtschastsab- kommen vorhandenen widerstände. Das Liquida lionsabkommen hat in erster Linie ;um Ziele, die deutschen Stammesgenossen jenseits unserer Grenze aus ihrer Scholle und in ihrer Exi- sleu; zu erhalten. ,3dj will hossen, dost dieses Ziel durch den neuen Vertrag voll erreicht wird, tihet in Verbindung hiermit erwächst uns die Pflicht, unseren Ostpreutzen und den anderen Brüdern im deutschen Osten in ihrer Rot, die aufs höchste gestiegen ist, zu Helsen und auch ihnen den Acker, von dem sie leben, zu bewahren. Daß auch hier rasch und tatkräftig gehandelt wird, muh ich in dieser Stunde, in der ich trotz mancher Bedenken auch dieses Gesetz ausfertige, von der Aeichsregierung nachdrücklichst verlangen. In meiner Kundgebung vom 13. März habe ich mlch dahin ausgesprochen, dah der politische Kampf der letzten Monate nun einer entschlossenen praktischen Arbeit Platz machen muh. Für diese praktische Arbeit eröffnet sich hier ein ganz bedeutsames Gebiet. Zunächst ist erforderlich, dah die zur Zeit zyr Beratung stehenden Agrar- Maßnahmen, die der gesamten Landwirtschaft zugute kommen sollen, aber für den Osten besonders lebensnotwendig sind, mit aller Beschleunigung und in einem Umfange durchgeführt werden, der der deutschen Landwirtschaft in allen ihren Betrieben, den großen wie den bäuerlichen, für die Dauer die Lebensfähigkeit wiedergibt. Diese allgemeinen Maßnahmen zum Schuhe der Landwirtschaft werden aber für den verzweifelt um feine Existenz ringenden Osten allein nicht aus- reichen. Für den Osten muß, beginnend mit den besonders gesährdeten Gebieten, noch eine wirksame finanzielle Hilfsaktion hinzu- Ireten. Biele landwirtschaftliche Betriebe, Güter wie Bauernhöfe, sind in einem Grade überschuldet und mit so hohen Zinsleistungen belastet, dah es ihnen unmöglich ist, aus den Erträgnissen auch nur die Zinsen aufzubringen und aus eigener Kraft die ^leberschuldung und damit den Verlust der Scholle abzuwehren. Hier müssen große Mittel bereitgestellt werden, um den Eigentümern Zuschüsse zu den ü E> ermäßig hohen Zinssätzen zu geben, ihnen die Llmschuldung zu ermöglichen und ihnen den Besitz zu erhalten, der die Grundlage für die Existenz fast der gesamten 'Bevölkerung des Ostens ist. Geschieht dies nicht, dann ist der Zusammenruch vieler Landwirte und die Abwanderung rahlreicher Menschen aus dem Osten unaufhaltbar. Ich weih wohl, dah es bei der schlechten Jinan$- -ge des Reiches schwer ist, die hierfür erforderlichen rheblichen Mittel aufzubringen; aber die unmittel- are Rot, die den deutschen Osten in seiner Gesamtheit bedroht, zwingt dazu, diese Summen zu beschaffen. Ein Teil derselben wird — so nehme ich an — aus den gesteigerten Erträgnissen, welche die erhöhten Zölle einbringen, verfügbar gemacht werden können. Soweit dies nicht ausreicht, erscheint es mir ein gerechter Ausgleich, wenn weitere Mittel aus der 3 n - dustriebelastung, deren schrittweiser Abbau n Finanzprogramm der Reichsregierung vorge- schen ist, dadurch entnommen werden, dah der Ab- -m der 3ndustrieabgabe im Tempo verlangsamt und im Ausmah gemindert wird. Die in den letzten Jahren abgeschlossenen t) an- delsverträge und das gestern zwischen Deutschland und Polen paraphierte neue Wirtschaftsabkommen haben, um der deutschen 3 udustrie neue Absatzmöglichkeiten zu verschaffen, der Landwirtschaft durch Zulassung der Einfuhr oon Agrarerzeugnissen grohe Opfer o u f e r l e g l und in weiten Kreisen, gerade im Osten, die Meinung einer absichtlichen Vernachlässigung der landwirtschaftlichen Lebensinteressen aufkommen lassen. Es erscheint mir billig und recht und auch zur Beseitigung dieser Mihstimmung geeignet, wenn nun in diesen Rotjahren der Landwirtschaft von der 3ndu st rie ein gewisser Ausgleich gewährt wird, und dies in der Weise geschieht, dah alljährlich, etwa auf dir Dauer der nächsten fünf 3ahre, aus der 3n- duslriebelastung Beträge für landwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden Es ist in der letzten Zeit viel über die Verbundenheit der landwirtschaftlichen und der industriellen Produktion gesprochen und geschrieben worden; hier ist ein Gebiet, wo sich diese Verbundenheit praktisch betätigen und nicht nur zur Sanierung der produktiven landwirtschaftlichen Betriebe, sondern auch zu allgemein-wirtschaftlichen Zwecken, nämlich zur Stärkung des Binnenmarktes und zur Besserung unserer handelbilan; beitragen kann. Aus Besprechungen, die ich in der letzten Zeit mit einzelnen Führern der deutschen Industrie hatte, habe ich den Eindruck gewonnen, daß dieser Gedanke der Bcrbundcnheit und des Ausgleiches auch in der Industrie — trotz eigener Sorge und trotz der Klagen über die hohen, die Produktion bedrückenden Lasten — Verständnis findet 3m Hinblick aus die Stellung, welche die Reichsverfassung dem Reichspräsidenten cinräumt, will und kann ich hier nicht ein .genau umrif- senes Programm und einen.bestimmten Weg festlegen. Aber es ist mir eine Gewissenspflicht, die Reichsregierung eindringlichst aufzufordern, mit aller Beschleunigung aus solcher Grundlage ein Ostprogramm aufzustellen und es nach seiner Verabschiedung durch die gesetzgebenden Körperschaften gemeinsam mit Preußen durchzuführen Bei der Durchführung der Hilfsmaßnahmen im einzelnen halte ich es für geboten, d i e Mitarbeit der landwirtschaftlichen Vertretungen und Vertrauens st eilen der Ost Provinzen selbst mit einzuschalten. Rachdem die seit langem schwebenden außenpolitischen Fragen nunmehr ihre gesetzliche Regelung gefunden haben, muß neben der Sanierung unserer Finanzen nun entschlossen an die Gesundung unserer Landwirtschaft und an die Wiederaufrichtung des z u s a m m e n b r e ch e n d e n Ostens her- angegangen werden. Rur in der bestimmten Erwartung, daß dies geschieht, habe ich meine eigenen Bedenken gegen das deutsch-polnische Liquidationsabkommen und das gestern paraphierte deutsch-polnische Handelsabkommen zurückzustellen vermocht und dem Gesetz meine Unterschrift geben können. Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung und mit freundlichen Grüßen bin ich 3hr sehr ergebener (gez.) v. Hindenburg. Oer Abschluß -es deutsch-polnischen Handelsvertrags B e r l i n, 19. März. (Priv.-Tel.) 3n Warschau ist der deutsch-polnische Handelsvertrag durch die beiden Unterhändler, den deutschen Gesandten Ulrich Rauscher und den ehemaligen polnischen Minister v. T w a r d o w s k i paraphiert worden. Der Abschluß hat bei uns, wie nicht anders zu erwarten war, eine sehr geteilte Aufnahme gefunden. Ramentlich die Landwirtschaft ist sehr unzufrieden, was nur zu gut zu verstehen i st; ebenso fühlt sich auch der Kohlenbergbau recht unbehaglich. Bleibt schließlich noch unsere Exportindustrie, vor der sich die Tore zum polnischen Absatzmarkt offnen, die aber noch nicht weiß, mit welcher Konkurrenz sie zu rechnen hat und wie weit die in den letzten Jahren unter dem Schutze der hohen polnischen Zollmauern rasch hochgezüchtete polnische Industrie ihr hindernd in den Weg treten wird Cs ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, schon heute zu behaupten, daß der Vertrag für uns nur Rachteile bringt oder daß die angestrebten Vorteile auch wirklich in die Erscheinung treten werden. Aehnlich war die Situation nach dem Abschluß des Handelsvertrags mit Frankreich, um dessen einzelne Positionen mehrere Jahre gerungen wurde. Er hat gewiß nicht alle Erwartungen erfüllt, hat aber doch unserer Ex- portindustrie den Weg nach dem Westen einigermaßen geebnet. Jetzt wird dieser Handelsvertrag nach dem Osten ergänzt, dazu in einem Augenblick ernster Arbeitslosigkeit. Von einem Tag zum andern wird sich ein vermehrter Absatz in Polen »nicht ankurbeln lassen, die Hoffnung besteht aber, daß durch diesen Vertrag der Industrie neue Kräfte zugeführt werden. Darüber wollen wir aber nicht vergessen, daß hier in Aussicht stehende Vorteile durch die Schweine-und Kohleneinfuhr stark entwertet werden. Wenn man in Polen froh ist, daß dieser Vertrag jetzt endlich unterzeichnet werden konnte, so darf man daraus wohl schließen. daß auch Warschau die Ruhlosigkeit des Zollkrieges eingesehen und es vorgezogen hat, ebenfalls Zugeständnisse zu machen, um auf diese Weise zu retten, was noch zu retten ist. Aber erst die praktische Anwendung des Vertrages wird zeigen, welche der beiden Parteien am besten abgeschnitten hat. Von amtlicher Seite wird zu dem Vertragsabschluß u. a. noch felgendes bemerkt: Das Abkommen beendet den Zollkrieg und fügt damit naturgemäß der deutschen Landwi rtschaft einen gewissen Schaden zu, wie er z. D. im Abbau der Kampfzölle für Gerste gesehen werden muß. Die übrigen Zollbestimmungen bedeuten jedoch für die Landwirtschaft keinen Schaden. Was die Sonderkündigungsrechte anbetrifft, so haben die Polen ein solches für ihre Schweineeinfuhr nach Deutschland zugebilligt erhalten, da die Abnahmegarantie des Reichs- vcrbandes der Deutschen Industrie insofern mehr moralischer als rechtlicher Ratur ist, als der Reichsverband kein eigenes Vermögen besitzt. Das deutsche Sonderkündigungsrecht auf Kohlen mußte zur Verhütung eines Druckes auf den deutschen Kohlenmarkt erfolgen. Der Vertrag sieht eine Kündigungsfrist von drei Monaten vor. Außerdem kann sofort eine Sperrung der deutschen Grenze vorgenommen werden. Die zweite Kündigungsmöglichkeit für Deutschland greift dann Platz, wenn die pauschalierte Llmsah- steuer oder die Einführung deutscher Waren sich in einer differenzierenden Weise auswirken sollten. Im ganzen ist zu sagen, daß wir das größte Interesse an einem möglichst baldigen Abbau des Zollkrieges hatten: denn unter seinem Schuh hat sich die polnische Industrie stark gefestigt. Wenn man dem deutschen Kaufmann die Möglichkeit schafft, nach Polen zu exportieren, so wird er der polnischen Konkurrenz mit Erfolg begegnen können. * In Polen wird aus diesem Grunde der deutsche Export sehr gefürchtet. Anderseits haben wir trotz des Zollkrieges auch gute Geschäfte in Polen gemacht und jährlich für etwa 500 Millionen Mark deutsche Waren nach Polen gebracht. Wir hoffen, die Ausfuhr durch den Vertrag wesentlich st ei gern zu können und in der freien Konkurrenz mit Frankreich und den anderen Ländern erhebliche Gewinne zu erzielen. Der Anteil des deutschen Handels in Polen beträgt gegenwärtig 31 Proz., wir glauben, daß er sich unter der Wirkung des Vertrages'bald auf 50 Proz. heben wird Einigung über die AqrarzöNe Berlin, 18. März. (V.D.Z.) Die interfraktionellen Verhandlungen der Regierungsparteien über die schwebenden Fragen der Agrarzölle haben am Dienstagabend, abgesehen von geringfügigen Differenzen in der Zuckerpreisfrage, zu einer verst ä n d i g u n g geführt. Die Fraktionsvertreter wollen am Mittwochvormittag die endgültige Formulierung der Anträge vornehmen. Der W e i z e n ; o l l soll um 2.50 Mk. auf 12 Mk. pro Doppelzentner erhöht werden. Beim Roggen bleiben die bisherigen 5 o 11 b e ft immun gen bestehen. Der Gerst enzoll soll auf 10 Mk. heraufgeseht werden, mit der Maßgabe einer Zollermäßigung auf 2 Mk., wenn der Rach- weis erbracht wird, daß der Käufer ein bestimmtes Quantum Roggen zur Versütkerung erworben hat. Diese Zollermäßigung ist jedoch nur eine Kannvor- schrist und keine Sollvorschrift. Hafer, der bisher einen festen Zoll von 6 Mk. je Tonne hatte, wird nunmehr auch variabel gestaltet und zwar soll die Zollspanne 4 bis 12 Mark betragen. Der M eh l- J o 11 soll auf das Anderthalbfache des entsprechenden Getreidezolles gesetzt werden, zuzüglich einer Preisschuhspanne von 5.25 pro Dopelzentner. Kleie soll mit einem Zoll belegt werden von jeweils der Hälfte des in Geltung befindlichen Getreidezolles, ausgenommen Weizenkleie. Die Zollfestfehung soll in Zukunft errechnet werden aus der Grundlage des Durchschnittspreises von vier Monaten, während bisher drei Monate die Grundlage bildete. Beim Weizen ist eine sogenannte Katastrophenklausel eingefügt worden, die besagt, daß Regierung unb Reichsrat und ein Reichstagsausschuß ermächtigt sind, den Zoll weiter heraufzusehen, wenn der Weltmarktpreis bis 40 v. h. unter dem am 18. März geltenden Preis herabsinkt. Der Kartoffelzoll soll vom 15. Februar bis zum 31 März statt 4 Mk. 20 Mk. betragen. Diese Maßnahme richtet sich gegen die Einfuhr der als Luxusgenußmittet betrachteten sogenannten Maltakartofsekn. Das M a i s m o n o p o 1 soll in der weise zur Durchführung kommen, daß von einem Ermächtigungsgesetz Abstand genommen wird. Es werden vielmehr Sozialdemokratie, Zentrum und Bayerische Volkspartei das Maismonopol als 3nitiativ- gefeß einbringen, von der Deutschen Volkspartei und den Demokraten wurden bei den Verhandlungen noch Bedenken dagegen geäußert, doch wird an der Annahme des Maismonopols nicht gezweifelt. Echo -er Opposition. Das ungenügende Agrarkompromitz. Berlin, 19. März. ($11.) Zu dem Schreiben des Reichspräsidenten anläßlich der älnterzeich- nung des Polenabkommens nehmen nur wenige Blätter Stellung. Sie geben eine amtliche Mitteilung der Reichsregierung wieder, in der daS Schreiben des Reichspräsidenten mit besonderer Genugtuung begrüßt wird. Man sehe in amtlichen Kreisen in dem Schreiben eine wertvolle Unter ft üßung der Schritte zur Behebung der Rotlage der Landwirtschaft, besonders im östlichen Deutschland, die die ReichS- regierung in letzter Zeit unternommen habe und — Der Unterzeichnungsakt: Links Gesandter Ulrich Rauscher, der deutsche Delegationsführer, rechts Exminister Twardowski bei der Unterzeichnung im Warschauer Ministerpräsidium. r vorigen am Oer Kall Momm in Potsdam ictDotöen. t an der Weltstadt, die ihr Um einen französisch - italienischen Ausgleich ans der K!oiienkonferenz Annahme des Republikschuhgesehes im Reichstag Berlin, IS.Mär;. (ÖIB.) Der Reichstag nahm heule nur die Abstimmungen vor, die in der vorigen Woche und gestern oerlagl worden waren. Das Republikschuhgeseh wurde in der Schlußabslimmung m i t 2 6 5 gegen 150 Stimmen angenommen. Der versuch der veulschnalionalen und Kommunisten, die Aussetzung des Gesetzes ;u erreichen, scheiterte, da nur 120 Stimmen für die Aussetzung abgegeben wurden, an der Richterreichung des erforderlichen vrillels sämllicher Stimmen. Für das Reichs- rninistergeseh wurden in der namentlichen Schlußabslimmung 340 Stimmen abgegeben, dagegen 70 Stimmen bei fünf Stimmenthaltungen. Die Zweidrittelmehrheit, die für ver- fafsungsändernde Gesetze erforderlich ist, war somit erreicht. Oer Kultusetat vor dem Finanzausschuß. 18. OTäüi. Dor Finanz, ausschuß be8 Hessischen Landtages begann heute mit der Beratung des Etats deS M i - nisteriums für KultusundDildungs- wesen bei Kapitel 53 Ministerium für KultuS unö Bildungswesen (Einnahmen 100 Mk Aus- naben — persönliche 393 544 ffltt.. sachliche' 17 000 -U(arf), damit verbunden waren Kapitel 54 Stell- vertretungs-und Aushilfskosten (Einnahmen 3900 Mark aus Prüfungsgebühren, Ausgaben 344 000 Calt- Ausgaben». Jn ihr Aussprache wurden die zahlreichen An- Me der Parteien auf Stellenabbau im Ministerium begründet. Die Regierung wider- weitergehenden Forderungen. 2 C r V 6 V h"tte außerdem gefordert, die sachlichen Ausgaben auf den Stand des Vorjahres zu beschränken, also 15000 M k a 6 - 3uneben. Die Abstimmung Über die Anträge wurde iedoch zuruckgestellt, da sich die Regie- rungsparteien Über ihre Haltung zu te:i Abbau- Maßnahmen am gesamten Schulwesen noch nickt einig find. w Kapitel 56, Kirchen, sieht an Au-aaben zusammen 747 721 Mk. vor. und zwar 'Beitrag AU den Kosten der Evangelischen Kirche 322 000 Mark, für die Katholische Kirche 173 872 Mark, für die altkatholische Gemeinde in Offenbach 1849 Mark, und zur Erhöhung der vorgenannten Veträge 250 000 Mark. Ein gemeinsamer Antrag der Volkspartei, der VRP., des Landbundes und der Deutschnationalen, der die Regierung ermächtigt, den Kirchen das gleiche Darlehen zu gewähren wie im vergangenen Jahre, fand Annahme, ebenso ein inhaltsgleicher Zentrumsantrag. Der Ausschuß begann dann noch -die Beratung des Kapitels 57. Volksschulen. Der Etat sieht an Einnahmen 734 000 Mk. Beiträge der Gemeinden (200 Mark für jede Schulstelle) vor. Soweit einzelne Gemeinden über die vorgesehene Dtellenzahl hinaus Schulstellen eingerichtet haben. die bestehen bleiben sollen, sollen die Gemeinden den durch'chnittlick^n Aufwand für einen Schulrerwalter zahlen. Die Gesamtausgaben betragen 24 107 133 Mark, trotz der vorgesehenen A b b a u m a ß n a h m e n ein Mehr gegenüber 1 929 von 3 297 563 Mark. Abgeseht sind bei den Schulverwaltern und -Verwalterinnen 205 Stellen. Ein Vertreter der Regierung gab hierzu ausführliches statistisches Material bekannt. Die Regierung widersprach den Anträgen der Volkspartei und des Landbundes, wie auch öenen der Kommunisten. Eine Abstimmung fand aber auch hier noch nicht statt. Protest des Mittelstandskartells gegen die Rundfunkretlame. Berlin, 18.März. (ERB.) Der Vorstand des Berliner Kartells des selbständigen Mittelstandes ist heute beim Neichsrundfunkkommissor, Staatssekretär Bredow, vorstellig geworden, um auf den Miß. mut und die allgemeine Entrüstung hin» zuweisen, den die Rundfunkreklame der Warenhäuser Hervorrufe. Der Rundfunk als vom Staat konzessionierte und mit allgemeinen Mitteln aufgebaute Einrichtung dürfe nicht einzelnen finanzstarken Gruppen zur Verfügung stehen, die ihre Reklamemöglichkeit zur Polemik gegen andere Stände ausnützen. Die dem Rundfunk zur Reklame zur Verfügung stehende sehr kurz be- messene Zeit bedinge einen Preis, dessen Höhe dem gewerblichen Mittelstand die Ausnutzung dieser Reklame unmöglich mache. Der Mittelstand stehe grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß der Rundfunk nur der Unterhaltung und Volksbildung und nichtder Reklame zur Verfügung stehen dürfe. Für die Reklame stünden jedem d i e T a g e s- Zeitungen ausreichend zur Verfügung. Oes Diktators Heimkehr nach Spanien. Madrid, 18. März. (Havas.) 3n einer nach dem gestrigen Ministerrat ausgegebenen Rote wird erklärt: Die Regierung nimmt an der Trauer um das Ableben des Generals Prtmo de Rivera Anteil. Primo de Rivera hatte sich dem Dienst am Vaterland geweiht. Er hat eine Tatsache verwirklicht, deren Bedeutung nicht verkannt werden kann: Während seiner Regierung wurde die Beruhigung im spanischen Protektorat von Marokko durchgeführt, und diese Tatsache wird beachtenswerte Folgen in der Geschichte unseres Landes haben. Die Regierung hat beschlossen, dem König vorzuschlagen, daß der sterblichen Hülle des Generals Primo de Rivera die militärischen Ehren eines Kapitän-Generals erwiesen werden, obwohl er nur den Aang eine- Generalleutnants bekleidete. Der Zug mit der Leiche des Generals ist in 3run eingetroffen, er wurde mit der fpa - nlfcbcn Flagge bedeckt und in einem Saale deS internationalen Bahnhofes aufgebahrt. Ein Sonderzug führte hierauf die sterbliche Hülle des Generals nach Madrid. Auf sämtlichen Bahnhofen, die der Zug passierte, waren Abordnungen der Patriotischen Vereinigung und der spanischen Behörden erschienen. Berlin. Von fünf Menschen, die nötig sind, Berlin auf dem heutigen Stand zu halten, werden nur noch zwei in Berlin selbst geboren, die übrigen drei müssen von auswärts zuwandern! Trotzdem rechnet man bei der ungeheuren Anziehungskraft Berlins, das jetzt 4,4 Millionen zählt, für das Jahr 1935 mit 10 Millionen Einwohnern! Das sind ein paar Zahlen und Tatsachen über Berlin, das seit 1918 in rapider, mehr als amerikanischer Zunahme zur wahren Weltstadt geworden ist und es in unheimlichem Maße noch weiter wird. Das Problem Berlin, das Problem der Weltstadt, wird für das übrige Land immer ernster und drängender, nämlich die Folgen des Wachstums und die Tendenzen Berlins für die „Provinz". Mehr als eine erschütternde Ahnung von der ganzen Furchtbarkeit gibt eine umfangreiche Untersuchung im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte (München) „Berlin, die neue Weltstadt". Ihr Verfasser. Dr. Richard Korherr. schildert dasjenige Berlin, das trotz äußerlichen Glanzes-.und riesenhafter Zahlen den Verfall verkörpert, ähnlich den Metropolen des Altertums, insbesondere Babel und Rom, nicht jene- Berlin, welches mit verzweifelten Anstrengungen gegen sittlichen, nationalen und kulturellen Verfall kämpft. Rach Korherr weist Berlin die meisten Merkmale der Metropolen auf, die verhältnismäßig späte Gründung, die Cithbildung, das Massen- wohnungselend, schließlich den Umstand, daß das Hauptwachstum, der größte Glanz, in die Der- fallsperiode des betreffenden Reiches selbst fällt. Das Wesentliche aber ist das Romadentum des Berliner Weltstädters, das vollkommene Abgetrenntsein vom Boden. Heimatlos sind die Schlafgäste des Obdachlosenasyls, heimatlos die Bewohner des armen Ostens, heimatlos aber auch die reichen Berliner des Westens. Das Haus ist Wohnmaschine — und sei es noch so prachtvoll. An Stelle der hohen innerlichen Kultur ist in Berlin der rein äußerliche Betrieb, Tempo, Masse. Ausdehnung getreten. Die Masse tritt an Stelle des Volkes als seelische Einheit in den Vordergrund und mit ihr Rekord. Sensation. Rervenaufpeitschung. Auch beim Berliner Sport, wo der Zuschauer die wichtigste Person ist. Die neuberliner Dame, emanzipiert in jeder Beziehung, das Girl, die Junggesellin, die Freundin, die bessere Dirne, die Ehedirne, die nicht mehr Mutter fein will, leitet über zur modernen Berliner Che, die aufgehört hat, Familien- und Arbeitsgemeinschaft zu fein; auf je sechs Ehen trifft in Berlin eine Scheidung. Hinter der ungeheuren Selbstmordziffer und der noch größeren Kinderlosigkeit Berlins steht nach Korherr als ausschlaggebend nicht die wirtschaftliche Rot, sondern die innere Lebensschwäche, der fehlende Lebenswille des areligiösen Weltstädters. Berlin steht an der Spitze der Geburtenbeschränkung nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen sondern daß sie in einigen Fällen sogar die tatsäch- lich erfolgten Lieferungen bestritten hatte und die Zahlung verweigerte. Frau Momm hat ihrem Mann und den Kriminal- beamten gestanden, die Diebstähle fingiert zu haben. Die Untersuchungsbehörden haben beschlossen, Frau Momm in einer Heilanstalt auf ihren Geistes- Zustand untersuchen zu lassen, da für Frau Momm auch nicht der geringste Grund vorlag, sich auf derartige Abenteuer einzulassen. Die Gattin des Regie- rungspräsidenten verfügt über ein selbst heute sehr ansehnliches Vermögen, und der Regierungspräsident, der selbst wohlhabend ist, hatte ein Einkommen von 36 000 Mark und lebte in vollkommen geordneten Verhältnissen. Bei einer Haussuchung entdeckte Kriminalkommissar Rassow auf dem Boden des Hauses einen Teil des Familiensilbers, das bei dem vorletzten „Einbruch" öerschwunden war. Das Silber lag, flüchtig verpackt, unter Gerümpel in einer Kiste. Wie Frau Momm selbst zugegeben hat, ist sie in der Nacht, in welcher sie den Einbruch vorgetäuscht hatte, selbst auf den Haus- boben gegangen und hatdortdasSilberver- ste ckt. Die Angaben Frau Momms, zu welchen Zwecken sie das Geld benötigt habe, find wirr und widerspruchsvoll. Jedoch wird ihre Behauptung, daß sie einen Teil religiösen Stiftungen iiberwiesen habe, ernst genommen und nachgeprüft, da Frau Momm in Potsdam als fanatisch religiös bekannt war. Zmn Fall Momm in Potsdam wird von zuständiger Stelle mitgetei't: Es ist nicht der geringste Anhaltspunkt dafür vorhanden, daß Regierungspräsident Momm etwas von dem Tun feiner Frau gewußt hat. Rach- dem der psychisch kranke Zu st and der Frau Momm aufgefallcn war, find die Angehörigen und der Hausarzt darüber gehört worden, und es ist beabsichtigt, zwei Kapazitäten, darunter einen Rervenarzt der Eharit 6. mit der Untersuchung der Frau Momm zu beauftragen. Eine Verhaftung ist nicht vorgesehen, da weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr vorliegt. London, 19. Märst. (WTB. Funkspruch.) Der „Daily Telegraph" meldet: Der Meinungsaustausch, der gegenwärtig zwischen Grandi und Macdonald, sowie Stimson im Gange ist, wird mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Entgegen allen Dementis wird angenommen, daß Tardieu sich ..... Sontag bereit zeigte, eine Verminderung der Stärke der französischen Flotte in Erwägung zu ziehen, falls Italien seine Forderung auf Parität zurück nähme, und falls zwischen der französischen und italienischen Flotte ein ausreichender Ab st and gewahrt werde. Französische Sachverständige waren am Sonntagabend der Meinung, daß es sich bei dieser Verminderung um 83 000 Sonnen handeln werde, was der französischen Flotte im Jahre 1936 eine Stärke von etwa 630 000 Tonnen geben würde. Der „Daily Telegraph" bemerkt dazu, die 83 000 Tonnen, um die der französische Ministerpräsident angeblich das französische Bauprogramm vermin dern wolle, deckten sich ungefähr mit den 85 000 Tonnen, um die England seine Flottentonnage Das Geheimnis der Inseln im nördlichen Eismeer. Wie aus Oslo gemeldet wird, ist es dem augenblicklich im nördlichen Eismeer befindlichen Expeditionsschiff „Rorvegia" gelungen, das Ge- yelmnis der Inseln aufzudecken, die bei verschiedenen Gelegenheiten in der Arktis entdeckt, trotz genauer Ortsangabe aber nie wieder- gefunden werden konnten. Zu diesen geheim- nisvollen Inseln gehört auch die T h o m p s o n - ^rnsel, die ebenfalls nicht wiedergesundcn tocr- konnte. Als im Vorjahre die Douvet- Insel entdeckt wurde, kam die Vermutung auf, Daß es sich hierbei um die Thoinpson-Inseln handele. Die norwegische Expedition selbst hatte im vorigen Jahre ein Insel entdeckt, ohne sie in diesem Winter wiederfinden zu können. Dagegen wurden mehrere Inseln in Gegenden entdeckt, wo im vorigen Jahre nur freies Meer war. Daraufhin von der Expedition Dorgenommene Untersuchungen ergaben, daß die Inseln nicht- anderes als ungeheure, mit Erde be - d e ck t e Eisberge sind. Bei einer späteren Expedition sollen genauere Rachforschungen in dieser Richtung angestellt werden. Aus aller Welt. Schlffskalaslrophe auf dem Magdalenenstrom. Info'ge eines Brandes auf dem Dampfer „Bucaramanga". der im Magdalenenstrom in Columbien vor Anker lag, haben mindestens 20 Fahrgäste und mehrere Mann der Besatzung den Tod gefunden. Der Dampfer hatte Petroleum geladen. Das Feuer brach nachts aus. was die Panik unter den Fahrgästen noch vergröberte. Ein Teil von ihnen wurde niedergetrampelt, andere sprangen in den Fluß, wo sie ertranken oder in dem auf dem Wasser brennenden Petro'eum verbrannten Der Kapitän sand den Tod in den Flammen des brennenden Schiffes. Wendung im Dielingen-Prozeh. 3n dem Prozeß gegen den Knecht v. Dielingen erklärte der Zeuge Henseler, daß das Geständnis des Angeklagten v. Dielingen, das dieser in der ersten Schwurgerichtsverhandlung im Jahre 1926 abgelegt hatte, ihm von seinem Mitgefangenen Meyer und dem Zeu- gen Henseler e i n g e i m p f t worden sei. Meyer & X c i * nfl£nt b,c Anklageschrift vorgelesen unö sich dann dahin geäußert, daß v. Dielingen 2! o rdeS überführt würde, wenn er nicht gestehe. Im Affekt gehandelt zu haben. Außerdem wurden fein Vater und s e m e Brüder In den Verdacht geraten, die Tat begangen zu haben. Meyer habe Dielingen geraten, was er sagen sollte. Dielmgen sei völlig würde erhöben müssen, falls die in der französischen Denkschrift geforderte Tonnage beibehalten würde. „Giornale d'Jtalia" dementiert die Meldung, daß Italien eine französische Ueberlegenheit für die Klassen der starken Kreuzer und Zerstörer anerkenne und dafür die Parität in der Klasse der leichten Kreuzer zuerkannt erhalte. Alle diese Behauptungen, so erklärt das römische Blatt, sind einfach lächerlich. Was Grandi vorgeschlagen hat, ist das, was Tardieu ablehnte, nämlich bis 1936 im Bau von Kriegsschiffen eine Pause eintreten zu lassen und den Status q u o beizubehalten, so daß Frankreich eine reine Ueberlegenheit gewährt worden wäre, da Italien nur vier große Schiffseinheiten gegenüber neun französischen besitzt. Dieser gerechte und billige Vorschlag wurde von Tardieu abgelehnt, obwohl er Frankreich eine UeberlegenhcHt von mehr als 1 00000 Tonnen sicherslellte. Dies beweist klar und deutlich, daß Italien keine agressioen Absichten gegenüber Frankreich hat. Großes Aufsehen erregte in der Oeffentlichkeit die Aufklärung von geheimnisvollen Silberdiebstählen im Hause des Potsdamer, früher Wiesbadener Regierungspräsidenten Dr. M o m in, der fein A b - schiedsgesuch cingereicht hat, nachdem feine Frau in den Verdacht gekommen ist, die Diebstähle fingiert zu haben, um von der Aachen- Münchener Feuerversicherung Ersatzleistungen zu erhalten. Regierungspräsident Momm hatte bei der genannten Versicherung seine Einrichtung gegen Einbruch, Feuer- und Wasserschäden versichert. Im März 1927 benachrichtigte Frau Regierungspräsident Momm selbst durch einen eingeschriebenen Brief die Versicherung, daß in ihrer Abwesenheit Einbrecher eingedrungen seien und für 198 Mark Wäsche g e ft o I) I c n hätten. Da die Schadenssumme geringfügig war zahlte die Ver- fidjeiung, ohne die Angaben nacyprüsen zu lassen, den Betrag aus. 1929 erfolgte wiederum eine Benachrichtigung durch Frau Momm, weil mied e r- um durch Einbruch Wäsche und Klei de r im Werte von 499 Mark entwendet roor- d"n seien. Auch diesmal rd)ö|)fte die Gesellschaft keinen Verdacht. Dann kam der dritte Einbruch im Dezember 1929, bei dem Gold- und Silber- fachen im Werte von 4 7 0 0 Mark gestoh- l c n worden waren. Der Aersicherungsgesellfchast fiel es auf, daß immer wieder in dem an sich gut geschützten Hause Einbrüche verübt mürber., und sie wandte sich nun an die Potsdamer Kriminalpolizei. Auch diesmal hatte Frau Momm die Meldung von dem Diebstahl gemacht, aber die Versicherung wandte sich nun an den Regierungspräsidenten selbst, der felsenfest davon überzeugt mar, daß fein Haus von Einbrechern heimgesucht worden war und sich sofort damit einverstanden erklärt, daß erst nach den abgeschlossenen amtlichen Ermittlungen ihm die Schadenersatzsumme gezahlt werden füllte. Dann kam der letzte „E im b r u ch" a m 10.März, bei dem eine Stafette mit 2000 Mark Wohlfahrtsgeldern g e st o h l e n ein sollte. Die Versicherungsgesellschaft stellte in Potsdam durch ihre eigenen Leute Erhebungen an, hie feststellten, daß Frau Momm nicht nur bei ver- chiedenen Lieferanten Schulden gemacht hatte, , die gerade am Dienstagabend zu einer weitgehenden Verständigung der Regierungsparteien über die sofort zu ergreifenden, gesetzgeberischen Maßregeln geführt hätten. — Die „Deutsche Tageszeitung" bedauert die Unterzeichnung durch den Reichspräsidenten und betont, daß es leider Tatsache bleibe, daß die Weimarer Verfassung einen Reichspräsidenten ohne wirkliche Macht geschaffen habe. Das Blatt begrüßt die Forderung Hindenburgs nach einer grohangelegten finanziellen Hilfsaktion mit dem Ziele, den gesamten landwirtschaftlichen Besitz im Osten auf dem Wege der Zinsverbilligung und Umschuldung da- Verbleiben auf seiner Scholle zu ermöglichen. — Die „Dö r s e n zei t u n g" stellt fest, daß das Agrarkompromiß der Regierungsparteien ein für die Landwirtschaft keineswegs erfreuliches Ergebnis darstelle: In ihrer Un« Zulänglichkeit ständen die agrarpolitischen Beschlüsse der Regierungskoalition auch in einem gewissen Gegensatz zu der Kundgebung des Herrn Reichspräsidenten, in der mit begrüßenswertem Rach druck ein großzügiges Hilfswerk für den deutschen Osten gefordert und als unumgänglich notwendig bezeichnet werde. — Der „Lokalanzeiger" sagt, das Kompromiß über daS Agrarprogramm enthalte in ihrer Auswirkung de r- a r t geringfügige Maßnahmen, daß damit nur bei vereinzelten, nach dieser Richtung hin besonders günstig gelagerten landwirtschaftlichen Betrieben eine kleine Erleichterung, bei keinem eine auch nur annähernde Behebung der ungeheuren Rot zu erreichen sei. zusammen gebrochen, als er von Meyer hörte, daß fein Vater und seine Brüder in die Sache verwickelt würden, wenn er lein Geständnis ablege. Der Verteidiger Dielingen? erllärte nach den Aussagen des Zeugen Henseler: Der Zeuge bekundet hier unter seinem Eid, daß das Geständnis Dielingens von Meyer und ihm erfand e n sei. - Sprengstoffexplosion in Berlin. Der 13jährige Schüler Wolfgang Hübsch in Steglitz fand in später Abendstunde auf der Straß« eine kle.ne Blechbüchse, die, wie sich dann heraus- stellte, offenbar mit Pulver gefüllt war: denn als er versuchte, die Büchse auf dern Bürger- teig aufzuschlagen, erfolgt« eine heftigeExp'lo- Hon, durch die dem bedauernswerten Knaben die r e ch t e H a n d w e g g e r i s s e n wurde. Die Deto- nahon war so stark, daß die Bewohner der umlie- genden Hauser erschreckt auf die Straße stürzten. Die Polizei hat festgestellt, daß es sich um eine sogenannte Eisenbahnknallkapsel handelt. Eisenbahnunglück im Staate Illinois. Sei Arlington Heights ereignete sich ein schweres Eisenbahnunglück, bei dem 5 P e r s o n e n g e t ö t e t und zahlreiche andere erheblich verletzt wurden. Ein Pcisonenzug, der Ehikago—Northwcstern-Eisenbahn, der nach Ehikago fuhr, st t e ß in i t e i n e m B a h n' bauzug zusammen. Der Personenzug streifte die Dampfschaufel des Bauzuges, die auf das Gleis eines dritten von Ehikago kommenden Zuges geschleudert wurde. Die Lokomotive und fünf Wagen des »ach Ehikago fahrenden Zuges und die Loko- Motive des von Ehikago kommenden Zuges entgleisten. Hochwasser in Mittelfrankreich. den furchtbaren Lleberschwemmungen in Sudwestfrankreich laufen nunmehr stündlich Rach- richten über das bedrohliche Anwachsen der T/-!?^^onzö fischen Flüsse ein. Die (jlufje !)her, Vienne, Indre und Saone sind u m mehrere Meter gestiegen und teilweise getreten, wodurch zahlreiche Schisfahrtsstraßen unterbrochen wurden. Auch die «r-Crr vach dem Anwachsen einiger Reben- flusse Hochwasser und hat bei Paris den Stand von drei Meter erreicht. Bei einem Was- serstand von vier Meter ist die Schiffahrt gefährdet. In St.Razaire hat eine Spring- f c u t groben Schaden angerichtet und zahlreiche Hauser unter Wasser gesetzt. Die Küstenstraßen Und verwüstet. In den Fischerhäfen in der ^ahe von Brest wurden gleichfalls große Schäden angerichtet. Mehrere Fischerboote wurden gegen die Küste geworfen und vernichtet. Bau eines Themse-Tunnels. Das Unterhaus nahn. mit 246 gegen 111 Stirn- men einen Gesetzentwurf über den Bau eines Tun- nels unter der Themse zwischen Dartforb und Purfleet an. Der Tunnel soll der E n t l a st u n g des Verkehrs durch London dienen und eine neue Verbindung zwischen den Grafschaften Essex und Kent schaffen ' Seit 1919 ,st Berlin zur maßgebenden politischen und wirtschaftlichen Zentrale Deutschlands geworden. Es ist der Sih des Geldes. Die Steuerkralt Berlins ist größer als die jedes anderen Finanzbezirks. Aber während Berlin sich immer mehr aufbläht, sterben die Grenzländer besonders im Osten und Süden mit ihrer Kultur, ihrer Bodenbeständigkeit und ihrem Kinderreichtum immer mehr aus. Berlin ist der Boden für Korruption und Verrottung. Kor^e.r zeigt, wie das geistige Leben Berlins heu e weniger denn je ein Eigenleben, sondern Importartikel ist. Auch Kunst und Bildung zentralisiert heute Berlin, zum unermeßlichen Schaden des übrigen Landes, das nicht die holten Gagen und Gehälter für Schauspieler und Alni- versitätsprosessoren zahlen kann. Daneben gc ;t her Zug der Zersetzung durch den Großteil aller Berliner Bühnenstücke, durch Film, Romane und Sensationsprozesse. Der Bolschewismus des Geistes ist bei der geistigen Hefe Berlins b> reits zur Mode g> Die Provinz stirb!. _.. ..._________ VVfc ,yw allen Atem nimmt. Rom schien in der Kaiserzeit ins Unendliche wachsen zu wollen. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts zählte es wohl 2* '» Millionen. Aber dieses ungeheure Wachstum verdankte es nur dem ständig zuströmenden frischen Blute vom Land und aus den Provinzen. Als aber das römische Land schließlich gänzlich entvölkert war, verfiel Rom sehr rasch, dn es sich nicht selbst erhalten konnte. Unter Severus hatte es etwa noch 600 000 Einwohner, unter Konstantin 2—300 000. Paris ist im Abendland dieser Entwicklung am nächsten. „Und Berlin? Hier häufen sich immer wehr die Menfchenmassen, hier will der Zustrom fast von Tag zu Tag stärker werden. Aber muß man nicht einige Schnellzugstunden nur von der Mammutstadt entfernt, in Pommern, aus Mangel an deutschen Arbeitskräften fremde hereinholen oder zur extensiven Landwirtschaft übergehen? Entvölkern nicht auch im deutschen Osten chon manche Grenzkreise? Berlin hat noch Blut in Hülle und Fülle aus den deutschen Gauen ju erwarten, die dabei aber langsam ab st erben. Aber auch für Berlin wird der Tag kommen, für den das mene mene tekel upharsin des alten Babel gilt.“ Mit diesen Worten chließt Korherr seine erschütternde Betrachtung über das Regative Berlins, über d i e Welt- stadt des Verfalls, eine Betrachtung, die für Deutschland aber heute viel wichtiger ist als eine solche des positiven Berlins, weil die Gefahr, die heute von Berlin ausgeht, alles andere überwiegt und nur von außerhalb Berlins her zu bannen ist. !!;« H '°udern! ten 3nii tIli°nen tzA LKZr S-ZS SygS LK i'äte sK igJSS! SS ma ähnlich &ny> weiften A„». 6 ^hältniSmäfj. Mdas M° ?” «!». d°b L VS 'N die 2er. LL^iäNt. -ttoinadentuin des Nollkommenr Ab. ,inh die £ ^matlos die ejmatfog aber auch , M Io Pracht. 'n5^ Kultur Tempo. Ä.Nle tritt K ®*t in Den Motion, m -Berliner Sport, e Person ist. Ije in jeder 2r. lenin, die Freun- Öeoime, die nicht ^r zur modernen ll. Samilim» und 1UI je kchS Ehen 9' Hinter der un« 1 der noch grobe- ieht nach Kochen victschastliche Aot, liväche, der sch ölen DeltstädlerL Geburtenbeschrw andern der ganze nahgcbrndcn polt- Zentrale toutfj' Sih des Selks, öfter als die jedes während Derlin werben die Grenz- ) Süden mit ihrer gleit und ihrem 's. 'Beilin ift bet totlung. jior.jrr Berlins heule \ fvndern 2m« id Mdung zen« xetmtf)iid)tn6dvi' 1 nicht die hohen Meier und ilri- nn. Daneben den Großteil al..: Film, Domäne iri ollchetvismus W Hefe Berlins b> Weltstadt, die r en in der floifa j wollen. Zu 3p hlle es wohl eheure Wachstum idig zuströmenden aus den Prooin- Land schl'eßllch [ Dom sehr rasch, chatten tonnte, noch 633000 1-300 000. Paris oicklung am nach laufen sich imJ iet will der Z» riet werden. 2frt Munden nur » ,n Pommern, aus fräften fremde •®E'öw riis M nod) ™ 1flfüin ab st« wird der A -ne tekel uphj t dielen D-tlacht« * ,na ^lles and«" SäS" ■Ä‘? er befind^ hci 5' vO?: die $Mcn 10* ''^?Bouvet/ re die .aus ie DerMu Ascln !Nt^.S0g< t&g ÖS? d-e/«.de b< oilt.^spL^ MjsyS" Mfor^ Jen. Aus Per provinzialbauptstadt. Gießen, den 19. März 1930. Dom Llebelnehmen. Heber irgendeine Kleinigkeit hast du dich mit deinem Freunde überworfen. 3n Winfrieden seid ihr auseinandergegangen. Du überlegst dir die Zache nachträglich und findest, daft es eigentlich kaum der Rede wert war, darüber zu streiten. Du darfst es wenden und drehen, wie du willst: 5r hat angefangen, du hast vielleicht etwas ärgerlich erwidert, und das Zerwürfnis war da. ,3a, er nimmt alles gleich übel," sagst du, „aber nun kann er sehen, wie er zurechtkommt. Ich tue in der Dache keinen Schritt." Wenn du deinen Freund von dieser Seite kennst, dann darfst du nicht so folgern: „Gr war 'chuld, also muft er auch zuerst um Verzeihung bitten. Ich kann und darf es nicht. Ich vergebe mir in dieser Beziehung nichts I" Ja, er nimmt alles gleich übel, und du willst dir nichts vergeben! So geht es in der Welt, 'o rennen dann die „2l l l e s ü b e l n e h m e n - den" mit den „Sichnichtsvergebenden" zusammen, und die Eintracht geht flöten. — In deinem Arbeitsraum hat jeder die ihm anvertraute Arbeit zu leisten. Da kommt ein Wit- terungsumschlag, einige Mitarbeiter erkranken. Der Leiter schiebt dir Arbeiten zu, die eigentlich nicht deine Sache sind, und die sonst vielleicht Don Lehrlingen besorgt werden. Gleich schnappst du ein, nimmst es übel und läßt dir die gute Laune durch diese Maßnahme verderben. Ist baS großzügig gedacht? Bilden wir nicht alle «ine große Gemeinschaft, in der jeder für den anderen einspringen muß, wenn die Rot an den Mann geht? Du aber fühlst dich beleidigt, weil tu vielleicht eine „niedere" Arbeit tun mußt. Leidet deine Würde unter diesem Auftrag? Wer Ea glaubt, sich in diesem Falle etwas zu vergeben, der weiß nicht, daß Würde und Ansehen eines Menschen von ganz andern Dingen abhangen. Es gibt keine Arbeit, die entehrt, be- fonders aber nicht in einer Arbeitsgemeinschaft. Da heißt es: Einer für alle, alle für einen! Warum also beleidigt fein? — Die Menschen sind verschieden veranlagt. Der eine kann viel vertragen, der andere ist mih- Rrauifch und sieht in jeder Bemerkung einen vergifteten Pfeil, der nur ihm gelten kann. WaS wäre aber das Leben, wenn wir nicht einmal einen guten Scherz machten, oder wenn wir alles gleich übel auslegen wollten? Wenn in der Hitze des Gefechtes einmal ein schnelles Wort fällt, dann darf man nicht sofort ein» schnappen. So machen es kleine Kinder, wenn sie abseits flehen, nicht mehr mitspielen wollen und sagen: ..Ich halte nicht mehr zu euch!" Oder wie ich neulich erlebte, daß ein Mädchen auf das andere böse war, weil dieses eine neue Schürze trug. Das war aber nicht der Hauptgrund des Böseseins, sondern der, daß es die Freundin nicht vorher gesagt hatte, daß ihr diese Schürze geschenkt worden war. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Rehmen wir diese Sache bei unseren Kindern nicht zu leicht! Zeigen wir ihnen, daß man über solche Kleinigkeiten lachen muft und versuchen wir, sie miteinander zu versöhnen. Bei Kindern ist das manchmal sehr leicht. Weniger bei Erwachsenen. Da wird ein Friedensstifter sehr oft von beiden Seiten als Feind betrachtet. Was will man auch machen, trenn man sieht, daß es sogar Menschen gibt, die es Übelnehmen, wenn wir Glück haben? Diese verbitterten Menschen haben mitunter selbst alles, was ihr Herz begehrt, aber sie sind erst dann restlos glücklich, wenn es andern schlecht geht. In diesen Fällen können wir wenig helfen. Wenn du aber mit deinem Freund zerfallen bist, wenn du dich mit deiner Liebsten gezankt haft, dann warte nicht, bis „der andere" kommt und um Verzeihung bittet, sondern tu es selbst um deiner Freundschaft und Liebe willen: denn schließlich leidet ihr beide unter dem Unfrieben. Unter guten ''Bekannten sollte das Wort .llebelnehmen" überhaupt nicht gebraucht toer- Bcn. Wo das Sich°Verstehen fehlt, da kann keine Freundschaft gedeihen. O. Z. Taten für Dt'nncrstaq, 20 März. 1770: der Dichter Fr. Hölderlin in Lauffen am Neckar geboren; — 1828: der norwegische Dramatiker fjenrit Ibsen in Skien geboren; — 1874: der Dichter Borries Freiherr von Münchhausen in Hildesheim geboren; — 1878: der Physiker Robert Mayer in Heilbronn gestorben; — 1890: Rücktritt Bismarcks. Äornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: ..Der letzte Lord", 20 bis 22.30 LIhr. — Deutsche Frauenkultur, Ortsgruppe ©ie» gen: Lichtbilder-Vortrag, 20.15 Uhr, im „Hindenburg". — "tztionalsoz'cuistische deutsche Arbeiterpartei: Oeffentliche Versammlung, 20.15 Uhr, im „P stkeller". — Reichsverband für das Schuh- macherhandwerk: Lichtl ildervortrag „Fußleiden und ihre Behandlung", 20 Uhr, im Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Der Patriot" (mit Qmil Iannings) und „Scheidung vor der Ehe". — Astoria-Lichtspiele: „Die Rache des Derlas- Ifmen“ und „Eines starken Mannes Liebe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der heutigen Erstaufführung „Der letzte Lord" spielt die weibliche Hauptrolle Marianne Mewes. Es sind ferner beschäftigt die Samen Doering, Fuhrmann, Jahn, Koch, Schubert« Süngling, Tippmann, und die Herren Dommisch, Lais, Heitzig, Linkm-mn, Ritter, Seitz, Volck, We- fmer, Zingel. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. --p.elleitung Peter Fassot. — Am Freitag, 21. März, Die Mörder des Franksurier Polizisten verhasiei. Die Mörder des Frankfurter Sdjupo-Oberroadjt- meisters Kern, der Kürschner Schulte und sein Komplize Hoyer, sind gestern nachmittag in der Gegend von Leun (Kreis wehtar) verhaftet und noch gestern abend nach Frankfurt a. M. verbracht worden. Aus Frankfurt a. M., 18. März, wird darüber folgendes gemeldet: Heute nachmittag gegen 3 Uhr beobachtete der Landjäger Hörning aus Braunfels in der Rähe von Leun zwei verdächtige Personen auf Fahrrädern. Bereits in der vergangenen Rächt war die Landjägerei des Kreises und die Polizei der Stadt Wetzlar alarmiert worden, weil die Spuren der beiden mutmaßlichen Mörder des Frankfurter Polizeioberwachtmeisters Kern, Schulle und Hoyer, nach dem Kreise Wetzlar führten. Der Landjäger stellte die beiden verdächtigen Radfahrer; einer warf sofort sein Rad weg und konnte zunächst in die Gegend von Heisterberg entkommen, der andere wurde fe ft genommen. Es handelte sich in der Tat um den Kürschner Schulle, der vorläufig der nächsten Polizei zugeführt wurde. Darauf unternahm die Wetzlarer Polizei im Verein mit Landjägereibeamten eine Streife nach dem entkommenen Hoher. Rach mehrstündigem Suchen in schwierigem Gelände gelang es, Hoher im Heisterberger Wald fest zunehmen. Beide wurden in einem Auto nach Wetzlar ins Gefängnis gebracht. Sofort nach Eintreffen der Meldung von der »Verhaftung des Schulle begaben sich Frankfurter Kriminalbeamte in drei Autos nach Wetzlar. Was Augenzeugen berichten. Eigener Drahtberlcht des „Gießener Anzeigers" lH Leun, 19. März. Der Landjägeroberwachtmeister Hörning konnte gestern nachmittag gegen 3 Uhr feststellen, daß einer der beiden Verbrecher in Leun weilte. Die Bevölkerung, aufmerksam geworden durch die Berichte der Presse, hatte zwei verdächtige Radfahrer mit den gemeldeten gelben Rädern bemerkt, von denen einer in der Richtung S t o«k h a u s e n weiterfuhr, während der andere sich in Leun aufhielt, um hier Brötchen, Wurst und Tabak einzukaufen. Oberwachtmeister Hörning gelang es dann, am Ortsausgang von ßcun nach Stockhausen zu den verdächtigen durch schnelles und entschlosse- nes handeln festzunehmen und ihn nach dem Wachlokal von Leun zu transportieren, hier ergab sich bet der Prüfung der Papiere, daß der verhaftete der gesuchte Mörder Schulle war, der aber auch die Papiere des als Mittäter verdächtigen Hoyer bei sich hatte. Während Schulte im Leuner Polizeilokal unter strengster Bewachung verblieb, nahmen die Landjäger Hörning, Schönig und der mittlerweile auf seiner Dienstfahrt in Leun eingetroffene Oberlandjägermeister G i l j e n a st von Stockhausen, sowie Beamte der alarmierten Wetzlarer Polizei unter Zuhilfenahme eines auf seiner Fahrt zu Polizeizwecken beschlagnahmten Autos die Verfolgung Hoyers auf, wobei die Straßengräben und das Gebüsch beiderseits der Landstraße abgesucht wurden. Hoyer hatte sich aber hinter einer weiter abseits liegenden Hecke versteckt, wo er von den Beamten nicht bemerkt wurde. Nachdem die Landjäger vorbei waren, lief der Verbrecher dem nahegelegenen Walde zu, er wurde hierbei aber von einem Radfahrer aus Leun bemerkt, der schleunigst die Gendarmen benachrichtigte, die nun in Gemeinschaft mit den Einwohnern Heinz und Presper aus Stockhausen die Verfolgung des Verbrechers in dem Walde aufnahmen. Nach Ucberwindung zahlreicher Schwierigkeiten in dem großen Waldgebiet und nach mancherlei Wechselfällen gelang es schließlich unter hervorragender Mitwirkung der Stockhausener Bürger Heinz und Presper, den Verbrecher in einem mit dichtem Unterholz bestandenen waldteit zu stellen und festzunehmen. Schulte, der gegen 3.30 Uhr, und Hoyer, der gegen 6 30 Uhr verhaftet wurde, kamen zunächst nach dem Wetzlarer Polizeigefängnis. Am Abend wurden sie unter starker Polizeisicherung mittels Kraftwagens nach Frankfurt übergeführt. Einer beschuldigt den andern. WEN. F r a n k f u r t a. M., 18. März. Die beiden des Mordes an dem Wachtmeister Kern oerdäch- ttgen Schutte und Hoyer sind heute abend in Frankfurt eingetroffen und nach dem Polizeipräsidium verbracht worden. Dort wurden sie einem kurzen Verhör unterzogen. Die Tat an sich haben die beiden Verbrecher insofern eingesfanden, daß der eine den anderen beschuldigt, den tödlichen Schuß von hinten auf den Polizei Wachtmeister abgegeben zu haben. Wer nun der wirkliche Täter ist, steht noch nicht fest. Das Verhör wird morgen früh fortgesetzt. Oas Wetzlarer Polizeiauto verung ücki Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers" cx) Wetzlar, 19. März. Das Po tize ia u to der hiesigen Polizei, mit dem gestern abend die Verbrecher Schutte und Hoyer nach Frankfurt transportiert worden waren, geriet auf der Rückfahrt in der Gegend von Nieder-Wött- ft a b t infolge Reifenschadens ins Schleudern und fuhr dabei so heftig gegen einen Baum, daß es schwer beschädigt wurde. Die Insassen, Wetzlarer Polizeibeamte, wurden dabei verletzt. Erfreulicherweise sind jedoch die Verwundungen der Beamten nicht schwer. Oie Verbrecher auch im Oillkreise. WSR. Dillenburg, 18. März. Die von der Polizei seit einer Reihe von Tagen gesuchten Verbrecher Schulle und Hoyer hielten sich gestern auch im Dillkreise in der Nähe von Sechshelden auf. Ein Oberlandjäger traf auf seinem Dienstgange zwei Männer am Waldrande sitzend an der Chaussee an. Da beide ihm nicht ganz geheuer vorkamen, sprach er sie an und forderte ihre Papiere. Dabei ergab sich, daß der eine keine Ausweise bei sich hatte und nur angeben konnte, er heiße Schuler. Der andere zeigte Papiere vor, die auf den Ramen Hoher lauteten. Dem Landjäger erschienen nach dieser Prüfung die beiden Männer, trotzdem der eine einen Entlassungsschein aus dem Gefängnis bei sich trug, unverdächtig, so daß er sie laufen lieh. Einer der beiden Männer hatte ein gelbes Fahrrad neben sich liegen. Als der Beamte nach seiner Rückkehr nach Hause die Zeitungen vomahm und hier die neuesten Mitteilungen über die Verfolgung der Verbrecher las, wobei auch der Rame Hoyer genannt war, merkte er, daß er zwei Schwerverbrecher hatte laufen taffen. Er benachrichtigte sofort seine vorgesetzte Behörde und diese das Frankfurter Polizeipräsidium, worauf die übrige Polizei und Gendarmerie der ganzen weiteren Umgegenb alarmiert wurde. einmaliges Operngastspiel des Darmstädter Landes- tfcaters „Der fliegende Holländer". Beginn 19 Uhr. Das Haus ist bereits ausoerkauft. Vorbestellungen, die bis Donnerstag, 20. März, mittags 13 Uhr, nicht abgeholt sind, verlieren ihre Gültigkeit. Es wird bann über die zurückgelegten Plätze anderweitig verfügt. L. U. Don der L a nde s u n i v e r t i tä t. Für den neu zu errichtenden Lehrstuhl für Orthopädie an der Lande. Universität Gießen ist der Oberarzt an der Orthopädischen Klinik in München, Prosessor Dr. P i h e n, berufen worden. Er hat den Ruf mit Wirkung ab 1. April angenommen. ** Seinen Verletzungen erlegen. Das am Eonntagnachmittag bei dein Motorradunfall in Dutenhofen schwer verunglückte 6 Iahre alte Bübchen Willy Paul ist in der Chirurgischen Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen. Das bedauernswerte Kind hatte bei dem Unfall einen schweren Schädelbruch, einen Unterkieseroruch und einen doppelten Beinbruch erlitten. ** Ausstellung der Aliceschule. Der Aliceschulverein macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am 21. März, von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, die Arbeiten der abgehenden Kursusfchülerinnen in der Aliceschule, Steinstraße 10, zu besichtigen sind. Es handelt sich um Schneidern, Sticken, Bügeln, Weißnähen. Außer dem Erlernen -vorn Nähen neuer Wäsche wird auch das Ausbessern derselben in Flicken und Stopfen sowie im Schneiderfach das Verändern alter Kleidungsstücke neben Neuherstellungen vorgeführt. ** Friedrich - Lienhardt - Abend. Zu einer Gedächtnisfeier besonderer Art hatte der Cvang. Bund, Eoang. Arbeiterverein und Wartburgverein am Sonntag in den Markussaal eingeladen. Es war ein guter Gedanke, in den Mittelpunkt des Abends einen Dichter zu stellen, der als Grenzländer die furchtbare Tragik des Krieges in seinem eigenen Leben erfuhr und der doch wie kaum ein zweiter in der Lage ift, über alle gegenwärtige Not und Verworrenheit hinaus den Glauben an die deutsche Zukunft zu stärken und dem großen Kriegsleid einen tieferen Sinn zu geben: Fried- r i ch Lienhard t. Auf ganz hervorragende Weise verstand es Frau Mendelssohn-Bartholdy in sehr geschickt gewählten Worten und Gedichten den Dichter selbst sprechen und so das Wesen dieses echt deutschen und tief frommen Mannes wirklich lebendig werden zu lassen. Einen feinen Rahmen fanden diese Rezitationen durch musikalische und gesangliche Darbietungen von gleicher Meisterschaft. Pianist Hahn spielte zum Eingang den Trauer- marsch von Chopin mit feinem seelischen Empfinden und begleitete mit gleichem liebevollen Verständnis die Sololieder (Reger, Bach, Schröder-Deorient), welche von Frl. Käthe Gärtner, einer uns schon wohlbekannten Künstlerin, mit starkem Wollen und reichem Stönnen gesungen wurden. — So konnte Prof. Dr. Schmoll in seinem Dankeswort am Schluß mit Recht betonen, daß dieser Abend mit seinen Darbietungen auf ganz bedeutender Höhe gestanden habe und solche Gedächtnisfeier für unsere Gefallenen bei allen Anwesenden einen tiefen und dankbaren Eindruck hinterlassen werde. *• Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hielt feine Hauptversammlung im Evangelischen Schwesternhaus ab. Dem vom Vorsitzenden erstatteten Iah- resbericht war folgendes zu entnehmen: Die Arbeit des Vereins ist auch im abgelaufenen Iahr, und zwar in allen Zweigen der Vereinstätigkeit, gewachsen. Im Evangelischen Schwesternhaus wurden 1034 Patienten verpflegt (gegen 995 im Vorjahr). Die Zahl der Pflegetage stieg von 11 891 auf 12 411. Die Krippe, in der 64 Kinder an 5184 Tagen verpflegt wurden, war oft überfüllt, so daß der schon seit Jahren beschlossene Reubau der Krippe dringend erforderlich schien. 3m Sommer wurden die Wohnungen im alten Hospital geräumt und es konnte nach Rieder» legung des alten Hosvitalgebäudes mit den Ausschachtungsarbeiten für den Reubau begonnen werden. Rach der Vollendung des Reubaues, die im Laufe des 3ahres zu erwarten ist, werden nicht nut ausreichende Räume für die Krippe geschaffen sein, sondern es wird auch im Schwesternhaus selbst eine ganze Reihe von Räumen, die seither für die Krippe und für die Gemeindeschwestern gebraucht wurden, zur Benutzung für andere Zwecke frei. Schon im abgelaufenen Iahre wurden durch Ausbau einiger Wenn Ihre Empfehlungsanzeige In der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf Zimmer im Dachgeschoß neue Räume geschaffen. Es wurde im Schwesternhaus ein Entbindungszimmer eingerichtet, viele Zimmer mit Doppeltüren versehen, die Treppen mit Linoleum belegt, die Flure und viele Zimmer völlig neu hergerichset und eine ganze Reihe sonstiger Verbesserungen angebracht, die vor allem den Kranken zugute kommen. Die Zuflucht hatte 725 (gegen 556 im Vorjahre) Aufnahmen mit 6401 (6052) Pflegetagen. Es zeigt sich immer mehr, wie notwendig diese Einrichtung für unsere Stadt war und wie segensreich sie wirkt. Berliner Börse. Berlin, 19. März. (WTB. Funkspruch.) Nach, dem es schon gestern abend nach Unterzeichnung des polnischen Liquidationsabkommens durch Hindenburg etwas fester geworden war, scheint sich im heutigen Frühverkehr die freundlichere Grundstimmung erhalten zu haben. Ein relativ guter Abschluß der Commerz-Bank, der feste Verlauf der gestrigen Neu- yorker Börse und Hoffnungen auf weitere internationale Gelderleichterungen gaben eine gewisse Anregung. Man taxierte etwas höhere Kurse und nannte Farben mit 157 Geld. ' '• > Oie Wetterlage. bienstaa. 18./Wz. 1930.7h abds. w »st; Nordöyai Thor; Val. rto r, ^11e ■\Wlen O^c KiagenL Frai 4 OwofKemos o ne itv. o naiö Dedetut.« wolkig, e oededet »Rege^ * Schnee oOraugem e Nebel K Gewit'er.(g)Wind$tille O> sehr •eichte» Osi massige» Südsüdwest q stormeche» Nordwest tue Piene fliegen mit oem wmoe Die beiden Stationen stenenaen Zahlen geben die Temperatur an Die Limen verbinden Orte mit gicXhcqfr uf neeresmveau umoereenneten Luftdruck BZettcrooraussage. Mit dem ansteigenden Luftdruck hat sich über Mitteldeutschland die Wetterlage beruhigt und wäh- rend der klaren Nacht fielen die Temperaturen bis Zum Gefrierpunkt und etwas darunter, was namentlich in unserem Bezirk eintrat. Die Besserung ist nur vorübergehend, denn ein Tiefausläufer über Frankreich dürfte beim Weiterzug wieder Tempera« turanftieg bringen, sowie zu erneuten Niederschlägen führen. Der Erwärmung folgt dann mit dem Zufließen kühler Luft erneut Abkühlung, erneuter Temperaturrückgang, und das Wetter bleibt ver- änderlich. Wettervoraussage für Donnerstag. Zunächst wieder etwas milder, wolkig und bedeckt mit Niederschlägen, dann wechselnd wolkig und kühl. Lufttemperaturen am 18. März: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 19. März: morgens 0 Grad. Maximum 10,3 Grad, Minimum —0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. März: abends 6,2 Grad; am 19. März: morgens 3 Grad Celsius. — Niederschlag 1,1 mm. , und bis zum 10. Jahre dürfen Sie als besorgte Mutter für die zarte, empfindliche Haut Ihres Kindes nur die milde, reine NIVEA KINDERSEIFE verwenden Nivea-Kinderseife wird nach ärztlicher Vorschrift hergestellt, mit ihrem seidenweichen Schaum dringt sie schonend in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung Preis 70 Pfg. 3 W 29/30 . .. - — < ■< ist Tages-und Nachtcreme zugleich. NIVEA'CREME Am Tage schützt sie Ihre Haut vor den schädlichen Einflüssen rauher Witterung. Sie ist überdies hervorragend geeignet als Puderunterlage, da sie ein Verstopfen der Hautporen durch den Puder verhindert; sie läßt aber den Puder haften und später leicht wieder entfernen. Des Nachts wirkt das hautpflegende Eucent, das nur in der Nivea-Creme enthalten ist, als Haut- n ähr mittel, alle (jewebe verjüngend, kräftigend und pflegend. Runzeln und Palten werden schnell und vollkommen beseitigt. 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Seebataillons. 1913 wurde er wieder zur Schuhtruppe verseht und libernahm mH der Beförderung zum Oberst- Ucuhiont den Oberbefehl in Kamerun. *2Ini 20. April 1914 wurde er dann zum Kom- raoitb c p r der O st afrikanischen Schuh- tiruppe ernannt. keine Taten in Deutsch-Ostafrika während des ^Krieges haben seinen Namen in der ganzen ?Sklt berühmt gemacht. Vollkommen aus sich üelbfi gestellt, organisierte er mit den wenigen TDcißcn und seiner Askaritruppe den Widerstand gtßi-3 die entgegen allen Abmachungen den Krieg aud) in die Kolonien hineintragenden Engländer, Bencn er zunächst sogar mehrere Niederlagen Iro? ihrer Ueberlegenheit beibrachte. Als die CSnglänDer durch belgische und französische Trup- Verstärkung erhielten, ging er nur ganz lang- Hoti zurück und beunruhigte die Gegner, denen ai icd) großen Materialschaden zufügte, wo er nur tonnte. Als schließlich ganz Deutsch-Ost- ah la in feindlichen Händen war, zog er sich au' portugiesisches Gebiet zurück und entschloß iM erst zur Uebergabe, als in der Heimat der iÄrcg verloren war. Seine 155 Europäer, unter i©n?;i 30 Offiziere, dursten ihre Waffen behalten. Mir 2. März 1919 zog Lettow-Vorbeck wieder in 23t:lln ein. 3n der Unruhezeit bildete er ein Mikorps, mit dem er am 1. 3uli 1919 Hamburg Tdchic. Nach einer kurzen Zeit, in der er die Mtd>swehrbrigade 9 in Schwerin befehligte, nahm ei'1920 seinen - Abschied 1928 wurde er als deutschnationaler Spitzenkandidat für den Wahlkreis Oberbayern-Echwaben als Nachfolger des Großadmirals v. Tirpitz in den Reichstag gewählt. Die Neichsversicherungs- anflalf für Angeslellie. Tao Äcschästsjaßr 1929. Wie man uns mitteilt, liefen am 31. Dezember 1929 98 621, 1928: 72 751 Ruhegelder mit 15 858 (10 245) Kinderzuschüssen, 55 036 (46 459) Witwen- und Witwerrenten und 34 238 (30 513) Waisenrenten. Insgesamt waren im Berichtsjahre 96 542 (65 067) Leistungsanträge zu bearbeiten. Der Gesamtaufwand für die Rentenlei st ungen, Abfindungen und Beitragserstattungen betrug im Jahre 1929 145,3 Millionen (105 Mill.) Mark. Die starke Steigerung ist hauptsächlich zurückzuführen auf das Gesetz vom 7. März 1929, das die Wartezeit verkürzte und bis zum Ablauf des Jahres 1933 die Möglichkeit schuf, Ruhegeld auch solchen Versicherten zu gewähren, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens einem Jahre arbeitslos sind. Die Zahl der Anträge von Versicherten auf He i l ve r f a h re n stieg auf 117 131 (106 788). Die Zahl der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulosgefährdete und rachitische Kinder von Versicherten und für Waisenrentner betrug 7366 (6082). Zuschüsse wurden in 5164 (3894) Fällen bewilligt. Für die Gesundheitsfürsorge wurden insgesamt 23,4 Millionen Mark (18,9 Mill. Mark) aus gewendet. Die Gesamtbeitragseinnahme belief sich auf rund 372 Millionen Mark (317 Millionen Mark). Die Beiträge betragen etwa 5 vom Hundert des durchschnittlichen Monatsverdienstes gegen 7 vom Hundert in der Vorkriegszeit. Die Zahl der Versicherten wird für das Jahr 1929 auf 3,4 Millionen geschäht. Die Vermögens- Verwaltung strebte an, die verfügbaren Mittel sicher und zu volkswirtschaftlich und sozial nützlichen Zwecken anzulegen und sie möglichst gleichmäßig den Kreisen und Wirtschaftszweigen wieder zuzuführen, aus denen sie kamen. Ganz besonders wurde der Wohnungsbau gefördert. An Mitteln hierfür wurden rund 154 Millionen Mark (100 Millionen Mark) langfristig zur Verfügung gestellt. An versicherte Angestellte wurden 1721 hypothekarische Darlehen für neuerstellte Eigenheime mit 11 023 345 Mark ausgezahlt. Die persönlichen Verwaltungskost e n beliefen sich auf rund 7,7 Millionen Mark (7,5 Millionen Mark), die sachlichen auf rund 4,3 Millionen Mark (3,8 Millionen Mark). Der Gesamtaufwand an Derwaltungskosten einschließlich der Kosten des Beitrags» und Ueber- wachungsverfahrens, der an die Reichspost zu zahlenden Vergütung für den Markenverkauf und der Kosten der gesamten Rechtsprechung sowie aller Abschreibungen auf das Dienstgebäude und Inventur betrug 3,2 (3,5) vom Hundert der reinen Beitragseinnahme. \ Volksschule und Lehrerabbau. Dom Gießener Lehrerverein werden wir um Veröffentlichung der folgenden Ausführungen gebeten: Rach der Reichsschulstatistik vorn November 1926 gab es nach dem letzten Abbau von 200 Lehrerstellen im Frühjahr 1926 in He sen schon über 4 0 0 Schulklassen von 51 und mehr Schülern, also mit mehr als der gesetzlichen Stärke. (Diese ist im Volksschulgeseh vom Oktober 1921 auf 50 Schüler festgesetzt.) Das trübe ' Bild von überfüllten Volksschulklassen hat sich seitdem zweifellos noch verschlechtert, denn auch im Laufe der Jahre 1926 und 1927 wurden weitere 42 freigewordene Volksschulstellen nicht wieder beseht. Auch hat die Schülerzahl der hessischen Volksschulen seit 1926 um rund 5 0 0 0 zugenommen, was ebenfalls da und dort eine Vermehrung der Klassen mit mehr als der gesetzlichen Stärke herbeigeführt hat. Da aber in den nächsten drei Jahren nach der Geburtenstatistik der Hessischen Zentralstelle für Statistik jedes Jahr etwa 10 00-0 Schulkinder — die Sterblichkeitsziffer von etwa 8,5 Prozent ist hierbei nicht berücksichtigt — mehr in die Volksschule eintreten als zur Entlassung kommen, so kann sich jedermann vorstellen, daß damit eine weitere Vermehrung der Klassen mit mehr als der gesetzlichen Stärke eintreten muß. Welche gesundheitlichen, unterrichtlichen und erzieherischen Nachteile für das besonders sorgsam zu behandelnde Kind der Nachkriegszeit damit verbunden sein werden, kann sich auch der Laie ausdenken. Nun beabsichtigt aber die Hessische Regierung, mit Beginn des Schuljahres 1930/31 weitere 205 Volks s.chullehr er st eilen einzu- sparen. Dadurch würde die Zahl der weit überfüllten Klassen noch weiter steigen und auch die Klassenstärke in den übrigen Klassen — ihre Besetzung kann aus den verschiedensten Gründen im Lande nicht überall gleich sein — eine Höhe erreichen, die mit all ihren gesundheitlichen und unterrichtlichen Schädigungen weder dem Kinde gegenüber zu verantworten noch mit einem neuzeitlichen Unterrichtsbetriebe zu vereinbaren wäre. Sinkende Leistungen, größere Hast im Unterricht, vergröberte Unterrichtsmethoden, Vernachlässigung einzelner Kinder, die vielleicht einer Betreuung bedürfen, die nur in kleinen Klassen möglich ist, Vermehrung der Sitzenbleiber, nervöse Lehrer usw. werden die unausbleiblichen Folgen sein. Aerzte und Lehrer haben sich daher i m wohlverstandenen Interesse unserer Dolksschulkinder gegen den weiteren Abbau von 205 Lehrerstellen gewandt, wie es scheint, ohne Erfolg, denn im Voranschlag für 1930 sind diese 205 Stellen bereits abgelebt. Der Finanzausschuß des Hessischen Land- tags wird voraussichtlich am 18. März erstmalig darüber zu entscheiden haben. Nun ist es an euch, ihr Väter und Mütter unserer Dolksschuljugend, eure Kinder vor dem oben angedeuteten Schicksal zu bewahren und euch gegen Verschlechterung der Unterrichtsverhältnisse eurer Kinder zu wehren! Hessen hat von seinen Dolksschullehrerstellen seit 1921 wegen sinkender Schülerzahl bereits 572 aufgegeben und damit Wohl als einziges deutsches Land die Zahl seiner Lehrerstellen an der Volksschule um 249 unter die Vorkriegszifser gesenkt. Ein weiterer Abbau von Lehrerstellen bei wachsender Schülerzahl wäre eine Versündigung an der hessischen Dolksschuljugend, zu der man auch in Notzeiten nicht die Hand bieten sollte. O. R. Gchulautoritäi. Don einem Schulmann wird uns geschrieben: Durch die Presse geht die Meldung von einer Maßnahme der bayrischen Regierung, die das Interesse nicht nur aller im Lehrerberuf stehenden Personen, sondern des ganzen Volkes für sich in Anspruch nimmt. Es handelt sich Dabei um Schutz der Schule gegen Untergrabung ihrer Autorität durch Außenstehende. Zu diesem Zweck schlägt die bayrische Regierung im Gesetzentwurf zur Aenderung des Polizeistrasgesetzbuches dem Landtag einen Artikel vor, der mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft jeden bedroht, der vorsätzlich Schulpflichtige gegen die Schule oder gegen die Lehrer aufhetzt, die Achtung Schulpflichtiger vor der Schule oder den Lehrern untergräbt, oder die Erziehungsarbeit der Schule an den Schulpflichtigen in sonstiger Weise entgegenarbeitet. Der Antrag aus Bestrafung ist durch die zuständige Schulbehörde zu stellen. In eigenartiger Weise beleuchtet dieses Vorgehen einer deutschen Regierung die Lage, in der wir uns befinden, ohne jedoch denjenigen zu überraschen, der diese Lage wirklich kennt. Ganz gewiß ist über mangelnde Achtung des Schülevs vor dem Lehrer schon geklagt worden, seitdem es überhaupt Schulen gibt, und ebenso gewiß wird kein moderner Pädagoge die Methoden billigen, Die einst dazu Dienen sollten, diese Achtung zu fördern und nötigenfalls zu erzwingen. vorsichtig ausgedrückt — die Figur des Gegenspielers Pahlen am Ende nicht mehr so im Mittelpunkt steht, wie das ursprünglich ganz zweifellos beabsichtigt war. Jannings beherrscht vermöge seines schauspielerischen Formats den Film jederzeit so sehr, daß die Gestalt Pahlens und die in ihm verkörperte Idee fast überall aus ihrer ursprünglich zentralen Stellung im Spiel verdrängt werden. (Wobei man zugeben muß, daß für Pahlen wie für die übrigen wichtigen Aufgaben weit über den Durchschnitt befähigte Darsteller eingesetzt wurden.) Wir erinnern uns Jannings nur zweimal in. gleicher schauspielerischer Vollkommenheit erlebt zu haben: im „Letzten Befehl" und im „Weg alles Fleisches". Sein Zar Paul wirkt wie eine beklemmende Wiedergeburt Iwans des Schrecklichen, ein aus allen Fugen geratener Mensch, ein Unmensch oder Halbtier; Jannings schafft ein Krankheitsbild des geistesgestörten Monarchen, das erschreckend ist in seiner Realistik ... und erschütternd in den vielen Zügen einer ganz menschlichen, fast kindlichen Hilflosigkeit. — Von den amerikanischen Partnern steht ihm Lewis S t 0 n e, als Graf Pahlen, nicht nur auf Grund seiner Rolle, sondern auch vermöge seiner darstellerischen Leistung am nächsten; er betont weniger Den Gewaltmenschen und Den Fanatiker in Pahlen als Den Diplomaten und Den geistigen Urheber Der Staatsaktion. Florence ViD 0 r, eine elegante unD pikante Erscheinung, wirkt bestechenD in Der Zwischenspielfigur Der Gräfin Ostermann; ein wenig blaß, wie im Schauspiel, Der Kronprinz (Neil H a m i l - ton); außerDem: Vera Voronina (Lopuchin) und Harry CorDing (Stephan). — Der FUm verDient einen weit besseren Besuch, als er am ersten Abend zu verzeichnen war; übrigens sieht man außerdem noch ein hübsches Beiprogramm. .r. > 9 * Mittwoch, 19. März 1950 Professor Marcell Salzer, der populäre Humorist, ist im Alter von 56 Jahren in Berlin gestorben. Denn das Der L ,.ni8 zwischen Lehrern und Schülern ist ein anderes geworden als cs früher war. Der moderne Pädagoge will dem Schiller nicht als unnahbarer Herr und Gebieter gegenüberstehen, sondern als Freund und Führer, der sich bemüht, der persönlichen Eigenart seines Zöglings Rechnung zu tragen, ihm dabei persönlich nahezukommen und ein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens herzustellen. Darauf soll wie Die ganze neuere Unterrichtsmethode, so auch der persönliche Verkehr des Lehrers mit Dem Schüler eingestellt sein, und darauf auch die Strafmittel, wo sie etwa angewandt werden müssen. Aber welche Früchte erntet der Lehrer? Er muh es immer wieder erleben, daß unreife Knaben ihm mit einer Anmaßung und Respekt- Widrigkeit begegnen, mit der er selbst als Schiller es niemals gewagt hätte, seinem' Lehrer gegen» überzutreten. Wirkt er an einer höheren Schule, so kann et es erleben, daß — wie es letzthin wieder an höheren Lehranstalten vorkam — Schüler, Die eben Das Zeugnis Der ..Reife" bekamen, nicht nur einzelne Lehrer, sonDern Das ganze Lehrerkollegium verächtlich machen, kränken unD beschimpfen. UnD Das leisten sich beim Abgang von Der Schule junge Menschen, Die selbst einmal „Führer" werben wollen! Wo bleibt Da Die Achtung vor der Schule und den Lehrern? So müssen in den weiten Kreis derer, die, um die Zukunft unseres Volkes besorgt, über das Geba ren der Jugend bewegliche Klagen anstimmen, leider auch viele von denen eintreten, denen Die Erziehung dieser Jugend in Der Schule anvertraut ist. Aber wer trägt Die Schuld? Vielleicht Die Schule selbst mit ihrem neuzeitlichen Betrieb, den viele, Die noch in Der Erinnerung an Die strenge Schulzucht vergangener Zeiten leben, für alles verantwortlich machen wollen? Nun, Der Verfasser dieser Zeilen ist weit davon entfernt, alle Schuld von der Schule abzuwälzen. Er kennt die Vorzüge, aber auch die Nachteile Der neueren Unterrichts- unD ErziehungsmethoDe. Er gibt auch zu, daß es nicht ieDem Lehrer unD ’jcDer Lehrerin gegeben sein mag, ihre Autorität Schülern und Schülerinnen gegenüber jeDerzeit in gebührender Weise zu wahren. Er will auch gerne Den Vorwurf zur Notiz nehmen, daß heutzutage Die Schüler viel zu viel „hofiert" toürDen, und Daß viel zu viel mit ihnen „gemacht" werde, was nicht dazu beitrage, den Respekt vor ihren Erziehern unD ihr Pflichtgefühl bei Erfüllung der nächstliegenden Aufgaben zu fördern. Er gibt endlich zu, daß Die Autorität der Schule unbedingt Darunter leiden muß, wenn, wie es in einem kleinen deutschen Lande in letzter Zeit vorkam, Der Direktor einer Schule heute Den Schülern etwas streng verbietet, was ihnen morgen Durch Die oberste BehörDe erlaubt wird. Soll also nicht ieDe SchulD Der Schule selbst ohne weiteres abgeleugnet toerDcn, so weist Doch jenes Vorgehen Der bayerischen Regierung andererseits auf Einflüsse hin, Die noch viel weniger geleugnet toerDcn können, auf Einflüsse von außen her, Die, wie es heißt. Dazu Dienen sollen, eine Den Erziehunas-ielen Der Schule noch- Wiffen Sie schon? Als Der Policeman George Bein in Evanston vor runD einem Jahr Der Automobilistin Florence Steiger eine Strafe wegen Uebertretung Der Fahrregeln aufDonnerte, sagte sie zu ihm: „Ich werde Sie auch reinlegen. Und wenn es mein ganzes Leben kosten feilte I“ — Jetzt wird Die Heirat Der beiDen aus Evanston gemelDct • 21m VvrabenD Der großen Feierlichkeiten zu Ehren Des lateinischen Dichters Virgil ist in 2tom ein KolossalgemälDe Virgils entdeckt worden. Es befindet sich auf einer Mauer Des Augustus- Forums Virgil trägt übrigens darauf einen Spihbart. Daß es sich wirklich um den Dichter handelt, ergibt sich aus einer großen Unterschrift unter Dem GemälDe. ♦ Die im Jahre 1929 zur Miß Europa gewählte Miß Ungaria hat Die diesjährige Schönheitskönigin von Europa Miß Griechenland zu einem Wettstreit herausgefordert, Da sie Dec Meinung ist, daß sie schöner sei als Die diesjährige Miß von Europa. — Achtung! Achtung: Miß Europa kämpft gegen Miß Europa. Kampfplatz Cannes an Der Riviera. * Der Zusammenbruch, Der in den letzten Wochen Das Elektrizitätswerk in Peking bedrohte, konnte in letzter Minute abgewendet werden. Man entdeckte nämlich, daß die Mehrzahl aller Strom- bezieher Durch eine Verbrecherbande mittels Gehe i m l e i t u n g e n an das Stromnetz angeschlossen worden war — natürlich ohne zu zahlen. Aus den ungefähr errechneten Verbrauchsziffem konnte sich Der Betrieb glatt sanieren. * 3n Detroit sollte eine Schadenersatzverhand- lung ftattfinDen, die ein Fräulein G. beantragt hatte. Sie behauptete. Durch einen Unfall so Kteper verletzt xu sein, Daß sie nur noch auf Krücken gehen könne. Bei ihrem Erscheinen int Gerichtssaal teilte Der Vertreter Der Gegenpartei mit, Daß es ihm gelungen sei, eine Filmaufnahme Der Same herzustellen, auf der sie sich auch ohne Krücken bewege. Sie Klage brach daraufhin ohne weiteres zusammen. Ictlige Beeinflussung der Schulpflichtigen und die Untergrabung der Autorität der Schule herbeizuführen. 2ln welche besonderen Versuche Außenstehender die bayerische Regierung dabei Wohl denkt, braucht hier nicht erörtert zu werden. Die Schule aber weih ein Lied davon zu singen, wie auch ihre besten Absichten und ihre heißesten Bemühungen, die ihr anvertrauten Kinder zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft zu erziehen, immer wieder von Außenstehenden durchkreuzt werden. Man denke an die politische Beeinflussung der Jugend außerhalb der Schule, die der staatsbürgerlichen Erziehungsarbeit der Schule oft schnurstracks entgegenarbeitet. Man denke an die Herabsetzung nicht nur der Schulautorität, sondern in vielen Fallen jeder menschlichen und göttlichen Autorität, wie die Jugend sie zu lesen, zu hören und zu sehen bekommt. Man denke endlich an wegwerfende Aeuherungen über Schule und Lehrer, die der Schüler oder die Schülerin vielleicht im Elternhaus, um dessen Heranziehung zu gemein» nicht als vorsätzliches Aufhetzen der Kinder gemeint sein mögen, aber doch dazu beitragen, ihre Achtung vor der Schule und den Lehrern zu untergraben. Und damit sind wir zur Urzelle aller Erziehung gelangt, zur Familie, zum Elternhaus, um dessen Heranziehung zu ge-mein- famer Arbeit sich die Schule ernstlich bemüht. Versagt dieses, so können auch alle gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schuh der Schule gegen Untergrabung ihrer Autorität das nicht erreichen, was sie erreichen sollen. Hier im Elternhaus lerne das Kind über ihm stehende Autoritäten achten und ehren, lerne gehorchen, lerne arbeiten und lerne entbehren, damit so in der Familie die Grundlagen gelegt werden, auf denen die Schule weiterbauen kann. E. Aus der Proviuzialhaupistadi. Gießen, den 19. März 1930. Preisaufgaben der Landes-Llniversitäi. L.U. Aus dem Zinsertrag derO sann - Beul- Witz-Stiftung der Universität Gießen werden Reise st ipendien für Studierende und andere wissenschaftlich gebildete Bewerber aller Fakultäten vergeben. Die Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausgeschriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben. Die Preisaufgab en für das Jahr 19 30/31 sind folgende: I. Für Studierende, die mindestens im Sommer 1930 und im Winter 1930/31 an der Universität Gießen immatrikuliert sind: Aus dem Gebiet der Theologischen Fakultät: „Die Bekehrung im Reuen Testament". Aus dem Gebiet der Juristischen Fakultät: „Die Bestimmungen des Friedensvertrages von Versailles über die Staatsangehörigkeit der Elsaß-Lothringer in ihrer rechtlichen Bedeutung und tatsächlichen Auswirkung". Aus dem Gebiet der Medizinischen Fakultät: 1. „Die chemische Ratur des Substrates der Hornhautpigmentierung bei der Pseudosklerose soll untersucht werden". 2. „Cs sind Unter- schungen über die funktionelle Ermüdung des gesunden und kranken Gehörorgans anzustellen". Aus dem Gebiet der Veterinärmedizinischen Fakultät: „Lassen sich auf Grund histologischer und biologischer Untersuchungen typische Unterscheidungsmerkmale zwischen Vakzine, Hühner- und Taubenpocken aufstellen?". Aus dem Gebiet der Philosophischen Fakultät: 1. „Die Theorie des Lichtdurchgangs durch eben geschichtete Halbleiter ist auf kugelförmig geschichtete Medien zu erweitern". 2. „Ursprung und Typen der dekorativ verwendeten Masken". 3. „Es ist zu untersuchen, in welcher Beziehung die im Gebiet der Lahnmulde vorkommenden Magneteisenerze zu den zusammen 9iegefiei>erle6(01ange. Vornan von Edgar Wallace. 3 Fortsetzung 'Jiadiöru(f verboten Peter konnte nicht viel neues erfahren und ging etwas bestürzt und ziemlich verärgert zu seinem ^Uveau zurück. Im Vorraum traf er den Rachrichtenredakteur, der nach Hause gehen wollte. „Es steckt irgend etwas hinter diesen merkwürdigen Karten! sagte Parsons hartnäckig. „Seitdem Sie fortgingen, habe ich darüber nachgedacht. Die gefiederte Schlange hat eine ganz besondere Bedeutung. In der Bibliothek habe ich im Konversationslexikon nachgeschlagen. Sie ist eine der Gottheiten der alten Azteken. An Ihrer Stelle würde ich einmal Mr. Deale aufsuchen." „Wer ist Mr. Deale?" fragte Peter. Der Redakteur Mummte, denn es war Peters Schwäche, niemand zu kennen außer hervorragenden Verbrechern, die sich in der Vergangenheit oder in der Gegenwart einen Qlamcn gemacht hatten. „Mr. Gregory Deale ich Archäologe," sagte er dann geduldig. „Außerdem ist er Millionär. Er kehrte foeben von einer Expedition zurück, auf der er die Ruinenstädte der Maya studiert hat. Als er heute abend ankam, habe ich einen Reporter nach Waterloo Station geschickt, um einen Zeitungsbeitrag von ihm zu bekommen. Aber der Esel hat ihn verfehlt. Sie werden seinen Ramen im Telephonbuch finden, er wird Ihnen eine gute Erklärung über die gefieberte Schlange geben können." Mit einem freundlichen Gutenacht verlieh er das Gebäude. Peter war schon Halbwegs den ersten Treppenlauf in die Höhe gestiegen, als der Redakteur noch einmal zu rück kam und ihn anrief. „Wenn Sie mit ihm sprechen, können Sie ihn auch gleich fragen, ob die Trockenlegung der sumpfigen Riederungen während seiner Abwesenheit gute Fortschritte gemacht hat. Er war nämlich früher ein Pionier für soziale Reformen." „Wenn er erst heute zurückgekominen ist —“ begann Peter. »Oft alles schon in Ordnung," erwiderte Parsons. „Ich würde mich ihm an Ihrer Stelle anbieten, ihn auf einem Gang durch den Osten Londons zu begleiten. Dann können wir einen schönen, interessanten Artikel schreiben von mindestens einer Spalte Länge." Peter flieg die Treppe weiter hinauf, aber er war gerade nicht in rosigster Stimmung. 3. London legte keinen Flaggenschmuck an, um die Rückkehr Gregory Deales in zivilisierte Län- Feuerwehr-Tagung in Gießen. Der 9. Verbandstag hessischer Freiwil liger Feuerwehren im Kreise Gießen fand am Sonntagnachmittag im Schipkapaß zu Gießen statt. Rach ‘Begrüßung der Anwesenden, besonders der Herren Branddirektor Braubach und Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r s, letzterer als Vertreter des am Erscheinen verhinderten Ober- regierungsrats Ritzel, erstattete der erste Vorsitzende Fritz Wenzel den Jahresbericht. Danach bestehen im Kreise Gießen 18 freiwillige Wehren mit 1911 Mitgliedern, gegen 1886 im Vorjahre. Von den neugegründeten drei Wehren hielt nur eine Bestand. Leider finde das Feuerlöschwesen nicht überall Würdigung bei den Gemeinden, wobei allerdings deren mißliche Finanzlage zu berücksichtigen sei. Vom hessischen Landesverband schieden die Herren v. Hahn und Müller wegen Erreichung der Altersgrenze aus den Aemtem, während der Dezernent des Kreises Gießen, Oberregierungsrat Dr. Heß, nach Darmstadt verseht wurde. Die weitere Berichterstattung bezog sich auf den vorjährigen Herbstverbandstag und das 35jährige Bestehen der Freiw. Feuerwehr in Birklar, der einen für die dortige Wehr wie die Einwohnerschaft ehrenden Verlauf nahm, auf die Abgeordnetenversammlung des Landesverbandes in Frankfurt, die an langjährige Mitglieder verliehenen Auszeichnungen, die im Gebiet des Kreisverbandes zu verzeichnenden Brände des vergangenen Jahres und die 50jährige aktive Tätigkeit des Kameraden Jean Arnold, Gießen. Am Schluß seines Berichts wies der Vorsitzende noch auf die bevorstehende Feuerschuhwoche hin, deren Bedeutung sich messen lasse an der Tatsache, daß im vergangenen Jahre im Reiche 1400 Menschen ihr Leben lassen mußten und über 500 Millionen Mark an Vermögen durch Feuer verloren gingen. Fast drei Viertel der zu verzeichnenden Brände seien auf Unaufmerksamkeit und Rachlässigkeit zurückzuführen. Im Hinblick auf den Volkstrauertag gedachte der Vorsitzende der im Kriege gefallenen und im letzten Jahre verstorbenen Kameraden, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrt. Mit dem Wunsche weiteren Ausbaues der Wehren und Hebung der Schlagfertigkeit schloß der Vorsitzende den Bericht. Rach dem hierauf von Kamerad Heinrich, Lollar, erstatteten Kaffenbericht gingen an Beiträgen (10 Pf. für das Mitglied) ein 447,24 Mk., welchem Betrag Ausgaben in Höhe von 431,11 Mk .gegenüberftefjen; an Vermögen find 270,53 Mk. vorhanden. Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r 6. Gießen, besprach im Hinblick auf die 46 000 innerhalb 10 Jahren im Reich ausgebrochenen Brände über Feuerverhütung und Feuerbekämpfung und empfahl ausgiebige Werbung für die vom 27. April bis 4. Mai d. I. stattfindende Feuerschutzwoche. Die tägliche Erfahrung, daß fast die Mehrzahl der Brandschäden durch Kinder herbeigeführt werden, hat Werkmeister S ch m i d t, Krofdorf, zur Herstellung einespatentamtlich geschützten einfachen Apparates geführt, der es mit Feuer spielenden Kindern unmöglich mache, die Feuerungstür an Herden und Oefen zu öffnen. Der vom Erfinder der Versammlung vorgeführte an jede Tür anzubringende Apparat fand wohlverdientes Interesse. Die weitere Aussprache. lieber vorliegende Anträge betr. Hebernahme der Herb st verbandstag e, wofür zunächst Alten-Duseck und Rieder-Bessingen in Betracht kommen, wird der Herbstverbandstag in Gießen, der im Rahmen des 75. Jubiläums der Gießener Wehren Ende August oder Anfang September stattfindet, entscheiden. Ein Antrag auf Beschaffung einheitlicher Schilder für die Feuermelde st eilen wurde bis zur Annahme der Landessahungen zurückgestellt. Die Aufnahme der 45 Mitglieder zählenden Wehr in Allendorf a. d. Lda. in den Verband wurde einstimmig genehmigt. Die Reuwahl des Vorstandes ergab einstimmige Wiederwahl der bisherigen Ausschußmitglieder: 1. Vorsitzender Wenzel, Gießen, 2. Vorsitzender Seifert, Grünberg, Beisitzer B r e i t h e r, Gießen, Heinrich, Lollar, Schäfer, Lang-Göns. Die Kameraden Braubach und D i ck o r 6, Gießen gehören von Amts wegen dem Ausschuß an. Die folgende Aussprache, an der sich die Kameraden Schäfer, Lang-Göns, Wolf, Rieder-Bessingen, Henkel. Großen-Buseck, sowie der Vorsitzende, der Branddirektor und der Kreisfeuerwehrinspektor u. a. Beteiligten, bezog sich auf verschiedene Vorgänge des verflossenen Jahres, die Vergütung für Drandhilfe, die Fach- und Tagespreise. Der Vorsitzende schloß die über drei Stunden dauernden Beratungen mit herz'ichem Dank für die rege Mitarbeit an der guten Sache, der die Treue bewahrt bleiben möge. mit ihnen auftretenden sonstigen Eisenerzen sowie zum Rebengestein stehen, und auf Grund der Beobachtungsergebnisse zu versuchen, die allgemeinen genetischen Bedingungen für die Bildung der Magneteisenerze im genannten Bereich zu klären". 4. „Der Einfluß Rietzsches auf Ludwig Klages". II. Für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber, und zwar: 1. Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht Mitglieder des Gesamtsenats sind, die wissenschaftlichen Beamten der Universitäts-Bibliothek, die Assistenten der Universität, soweit sie nicht Studierende sind, die Lektoren und Repetenten. 2. frühere Studierende der Universität Gießen: Aus dem Gebiet der Theologischen Fakultät: „Die Stellung der praktischen Theologie im System der Wissenschaften". der zu feiern, obwohl es in vergangenen Zeiten schon geringeren Leuten größere Ehren erwiesen hatte. Die Zeitungen schrieben gerne Artikel über ihn in jenen Tagen, als seine Lieblingsbeschäftigung noch das Studium der armen Leute war und er unerkannt durch den Osten und die verrufenen Gegenden der Hauptstadt streifte, dort wohnte und schlief, ein etwas verwilderter Harun al Raschid, der ungeheure Summen an Familien verteilte, die einen harten Kampf ums Dasein führen mußten. Riemand kannte diesen Manp mit dem zerzausten Bart und der feuerroten Krawatte als Gregory Deale. Er hatte ein Dutzend anderer Ramen und änderte seine Adresse von Woche zu Woche. Dald wohnte er in Limehouse, bald in Poplar, inan kannte ihn aber auch in Victoria Docks und in East Ham. Aber allmählich wurde ihm die Sorge für die Armen langweilig — es mochte auch sein, daß er schlechte Erfahrungen damit machte — jedenfalls wandte er sich wieder dem Studium der alten mittelamerikanischen Kulturen zu. und eines Tages erfuhr die Gelehrtenwelt Londons, die sich für ihn interessierte, daß er nach Drasilien gegangen war. um dort eine Expedition in den Urwäldern zu leiten. Aber selbst diese wenigen Menschen gähnten und sagten, daß er mit seinem ungeheuren Vermögen besser daran getan hätte, sich vor zwanzig Jahren zu verheiraten. Und dann vergaß man ihn, denn er war ein Mann ohne große Traditionen, ein glühender Sozialdemokrat mit marxistischen Ideen. Rote Krawatten, lange Backenbärte und feurige lieber- Beugungen find vornehmen Herren und Damen sehr unangenehm, die vollständig glücklich in der Heberzeugung sind, daß sich die Erde innerhalb vierundzwanzig Stunden infolge eines feststehenden Gesetzes einmal um sich selbst dreht. Sechs Jahre, nachdem sein Advokat die Verwaltung seines Vermögens übernommen hatte, fuhr der Exprehzug, der die Passagiere der Heberseedampfer brachte, langsam in Waterloo Station ein. Die vielen Hotelportiers, die den Bahnsteig einsäumten, verteilten sich allmählich und lösten sich schließlich in der Menge auf. die wie ein Ameisenvolk durcheinanderwimmelte. Kein Freund holte Mr. Gregory Beate ab. niemand bewunderte seine männliche, sehnige Gestalt und sein braungebranntes Gesicht. Seine blauen Augen leuchteten, seine Haare waren in der sechsjährigen Abwesenheit grauer geworden. Sein Diener John, ein Mann von mittleren Jahren, bahnte sich mit den Ellenbogen einen Weg durch die Menge, um das Gepäck seines Herrn in Empfang zu nehmen. Er war ein zu wohlerzogener Diener, um irgendeine Bemerkung über die Veränderung zu machen, die mit Mr. Beate infolge seiner angestrengten TätigAus dem Gebiet der Juristischen Fakultät: „Die Verantwortung für den eigenen Geschäftskreis". Aus dem Gebiet der Medizinischen Fakultät: „Die Katalase des Blutes beim Kind". Aus dem Gebiet der Philosophischen Fakultät: Das Verhältnis der psychologischen Grundanschaüungen Siegmund Freuds und Alfred Adlers soll dargestellt und kritisch gewürdigt werden". Voraussetzung für die Bewerbung unter II. ist, daß die zu 1. Genannten mindestens im Sommersemester 1930 ober im Wintersemester 1930/31 an der Universität im Amte stehen, für die zu 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem erheblichen Teil an der Universität Gießen gemacht haben. Die Pre sarbeiten müssen in deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfasser haben. Die Arbeiten sind nach Wahl der Verfasser entweder unter Rennung des Verfassers, oder in der für die Bewerbung um die feit für die Wissenschaft borgegangen war. Er hätte auch nur noch eine dunkle Erinnerung daran, wie sein Herr bei seinem Abschied ausgesehen hatte. „Sind Sie John Eollitt?" fragte Mr. Beale liebenswürdig. „Jawohl, mein Herr — ich hoffe, daß Sie eine gute Reife hatten." „Ja. ich hatte eine sehr gute Fahrt." Die glänzend polierte Tür seines eleganten Autos wurde vor ihm geöffnet. „Das Gepäck wird von einer Agentur besorgt — ich fahre sofort nach Hause." Er sank in den weichen, tiefen Sitz zurück und beobachtete interessiert und mit fast kindlicher Freude alle die vielen Bilder Londons, an denen er vor sechs Jahren achtlos vorübergegangen war (ober waren es schon hundert Jahre?). Sogar Brillanten blitzten in dem ungewissen Licht der Straßenlampen auf und verschwanden in dem dunstigen Rebel wieder. Ein Mann zog einen Lastkarren mit rosigen Aepfeln, viele Automobile fuhren die Westminster Bridge Street entlang, die schrillen Stimmen der Zeitungsjungen riefen Extrablätter aus, die große, hellerleuchtete Uhr strahlte auf die Parlamentsgebäude und den grünen Park herab. Mr. Deale atmete tief, und es überkam ihn ein süßschmerzliches Gefühl. Er war wieder daheim! London, die altehrwürdige Mutter, bewillkomm- nete ihn, obwohl sonst niemand von seiner Gegenwart Rotiz nahm. Die ungeheure Menschenmenge nahm ihn wieder auf wie Sand einen Tropfen Wasser. Sein Wagen fuhr schnell durch den finsteren Park in die Drompton Road, bog links ein und hielt vor einem großen, schönen Haus, das sich an einer Ecke der breiten Straße erhob. Sofort zeigte sich ein langer, gelblicher Lichtstreifen, als sich die Haustür öffnete, und der untersetzte, kahlköpfige Hausmeister kam hurtig die Treppenstufen herunter. „Willkommen zu Haufe, Mr. Deale." Bassehs Stimme klang heiser. War es nur Erregung oder war er so alt geworden? Ober war er nur erkältet? Gregory Deale schaute ihn verwundert an. „Ich danke Ihnen, Dassey." Der Hausmeister stieg vor ihm die Treppenstufen empor. Es lag etwas Feierliches in seinem ruhigen und stillen Verhalten, als er zur Seite trat und seinen Herrn zuerst durch die Türe gehen ließ. „Eine junge Dame wartet in dem Studierzimmer. Ich wußte nicht recht, was ich mit ihr anfangen sollte. Sie sagte, daß sie auf eine Annonce hin gekommen fei. Ich erklärte ihr, daß Sie eben erst nach England zurückgekehrt staatlichen Preisarbeiten üblichen Form vor Bent 1. April 1931 beim Universitäts-Sekretariat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Rachweis zu liefern, daß die Voraussetzungen der Bewerbung erfüllt sind. Heber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft auf Grund von Gutachten bet Fakultäten. Die Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1931 verkündet. Die eingereichten Arbeiten bleiben Eigentum bet Verfasser. Die Preise betragen für die Gruppe I je 300 Reichsmark, für die Gruppe II je 600 Reichsmark. $üf?rerfonfercn$ des Deutschen Bankbeamten-Vereins. Man berichtet uns: Am vergangenen Sonntag hielt der Gau Südwestdeutschland im Deutschen B a n k b e a m t e n - D e r e in in Frankfurt a. M. eine stark beschickte Füh. rertagung ab. 48 Vertreter, aus 18 südwestdeutschen Bankplähen waren erschienen. In einem anschaulich gehaltenen Situationsbericht gab zunächst Gauvorsteher Decker einen kurzen Heberblid über die wichtigsten Vor- gänge auf gewerkschaftlichem, organisatorischem und sozialem Gebiet. Seit 1. April 1929 konnten im Gau rund 500 neue Mitglieder gewonnen werben: 85 Prozent aller südwestbeutschen Bankangestellten gehören damit dem Deutschen Bankbeamten-Verein an. In den Betriebsräten von 131 südwestdeutschen Bankbetrieben zählte der D. B. V. Ende 1929 302 Mitglieder uno besetzt damit nahezu sämtliche Sitze in diesen Organen. Heber 170 000 Mk. an Gehaltsnachzah- lyngen, Abfindungen usw. wurden in den letzten 10 Monaten für die Mitglieder erftritten Auch im Bildungswesen zeigen sich starke Fortschritte. An diesen Bericht, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, schloß sich eine längere, sehr anregende und fruchtbringende Aussprache, in welcher insonderheit auch die durch die letzte Grohbanken-Fusion für die Angestell- ten dieses Großbetriebes geschaffene Lage eingehend erörtert wurde. In einer Entschließung wurde der Zentralleitung und dem Gau- Vorstand Dank zuteil, die anläßlich der Großban- ken-Verschmelzung seitens der Organisation getroffenen Maßnahmen gutgeheißen und die Bankangestellten Südwestdeutschlands aufgerufen, sich mit Rachdruck ebenfalls für die Fusion der Hauspensionskasse der Deutschen Bank mit der 'Neutralen Pensionskasse der Bankangestellte» einzusetzen. • ** Priesterweihe. Aus Würzburg wird uns mitgeteilt, daß am vorigen Sonntag der Diakon Karl Barthels, Sohn des früher längere Jahre in Gießen wohnhaften Ehren- kammerherrn Dr. Barthels, vorn H. H. Bischof die hl. Priesterweihe empfangen hat. *• Der Goethe-Bund hat, wie man unS schreibt, an Stelle des durch Krankheit verhinderten Dichters Hermann Stehr den Dichter Theodor D ä u b l e r zu einem Vortragsabend gewinnen können. D ä u b l e r wird zu Beginn seines Vortragsabends Proben aus seinen Dichtungen geben. Im zweiten Teil des Abends hält er einen Vortrag über „Goethe und die Antike". Mit diesem Vortrag, der als ein Kunstwerk hoben Ranges bezeichnet wurde, hat Däubler kürzlich in der Berliner Presse größte Anerkennung gefunden. Ein literarisch sehr bedeutsamer Abend ist zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) ** Fünfzigerfeier 1 873/1 923. Man teilt uns mit: Arn vorigen Donnerstag veranstaltete die Altersvereinigung 1873 1923 im Hotel Hindenburg einen Familienabend, der in seinem Verlaus nicht nur einen Loahren freundschaftlichen Charakter hatte, sondern auch ein Kunstgenuß für alle Alterskameraden war. Alterskamerad S i n b r o t> t stellte für den Abend die Kapelle seien und unmöglich schon eine Anzeige in die Zeitung hätten sehen können." Gregory Beale schüttelte lächelnd den Kohs. „Es ist möglich, Annoncen in die Zeitung zu sehen, selbst wenn man am Amazonenstrom weilt. Es stimmt schon, ich habe in der Zeitung inseriert, um eine Sekretärin zu suchen. Bitten Sie die junge Dame, hereinzukommen." Daphne Olroyd folgte dem Hausmeister. Als sie eintrat, begegnete sie dem freundlich forschenden Blick seiner blauen Augen. -„Wollen Sie, bitte, Platz nehmen, Fräulein — ?" „Olroyd", sagte sie und lächelte ihn wieder an. „Ich fürchte, daß ich zu einer ungelegenen Zeit komme, aber ich wußte nicht, daß Sie eben erst aus Amerika zurückkommen." „Das wissen die meisten nicht. Für diese große Stadt bin ich nicht bedeutend genug, daß man mein Kommen und Gehen allgemein zur Kenntnis nimmt. Sie haben doch ein Telegramm empfangen, das Sie ausforderte, sich vorzustellen. Mein Advokat, Mr. Holden, der während meiner Ai" Wesenheit die Korrespondenz für mich führte, hat es Ihnen gesandt. Anscheinend war das Gehalt, das ich in der Annonce anbot, so hoch, dah ] sich viele Leute um den Posten bewarben." Bildete sie es sich nur ein, oder klang wirklich \ ein Ton von Enttäuschung in seiner Stimme? Ihr Mut sank bei diesem Gedanken. Sie hatte | das Inserat in der Zeitung unter den seltsam- j sten Hmständen gelesen. Ein unbekannter Freund s hatte es ausgeschnitten und ihr zugeschickt. Ohne | sich große Hoffnungen zu machen, bewarb sie sich 1 um die Stelle, für die ein Gehalt von 750 Pfund jährlich bezahlt wurde. Daraufhin hatte sie dieses * Telegramm erhalten. „Ich denke, daß ich fast alle Ihre Ansprüche erfüllen kann", sagte sie schnell, um von Dorn* herein jeden seiner Einwände zu entkräften. „Ich kann sehr schnell Maschine schreiben und ftent£ graphieren, und mein Französisch ist, wie ich glaube, vorzüglich —“ Er erhob abwehrend und beruhigend die Hand „Ich bin sicher, dah Sie das alles können. Do arbeiten Sie jetzt?" Sie sagte es ihm. Scheinbar machte der Harne Leicester Crewe gar keinen Eindruck auf ihn. »r fragte sie, warum sie die Stellung wechseln wollte. Sie zögerte etwas mit der Antwort. „Das hohe Gehalt ist wohl ein großer Anreiz, aber — ich möchte von Mr. Crewe fort“ Er nickte nur und war lange schweigsam. „Es ist gut", sagte er schließlich und fügte zu ihrer nicht geringen Freude hinzu: „Ich fl®1* Ihnen den Posten — wann können Sie anfangen?" (Fortsetzung folgt) Äeall ftunbg , Srtei 'hessische ■ij mit ben tclretäie. ■mldielä« CaantaQ sru £ Webers JS' g.ptpoum ' |ni) öurden “J* W Ä« ftltlck Zah teirf daraus wnj em Dec kvlslraften Unser von frnmgen fiel |M vor" ^wachsen Ausgabe, die Lange Ifa die verlch $ bett W girrf Arufei gslttln. 3m e *,n KeeiSges ta rechtlichen ju Io der ■toäufenfter i H Daur Wahrungen. S^ndelslehcc jet diese Lek schulen des I-ruischlands fcalk, übern flgen Ausfü Lundenwerbi frng, den D Verkäufers Z :agen gelai ungeteilte 2l tim Schlüsse tonnte arnityt Ties EdMiDOtt Haltung spr Mellnehmerr Vies noch t I et nächste 1 Hl 193 ilnfroM-TkUtt in hochherziger Weise unenk- ; V^renfo iLV' l:I.d> Aur Verfügung. Sämtliche Stucke, tote ?n?Qfet>UV^ J t Zackeltanz" von Meyerbeer, die Ouvertüre Wlffinb m Webers Oper „Oberon", eine Fantasie aus h Kasners „Lohengrin". ein Potpourri aus der ©utaiS?^ Aei „Die Favoritin ' von Domzettl, em ^ot- c ber ??'■ »; tti aus der Operette „Der Obersteiger“, Mo- rü? 19J1 ber?^ «r^ Arrangement Besuch bei Millöcker, ein em 5 otflanilQiririt*' ’ ” den ^Itkbätäb r Lankbetrjeben S urgamiaiion « unb t der ERFOLGREICHSTE WIEDERUM ERWEITERT werden mußten. Dera 2304D Bratensoße Fernruf 4186 3256V LASTWAGEN: 3,4 u. 5-Tonner OMNIBUSSE: Bis zu 50 Personen ten liehe Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13, Telephon 4101. Es gibt bestimmte Gerichte, welche die Hausfrau wegen ihrer Schmackhaftigkeit gern öfters reichen möchte, wie Kalbskopf, Beefsteak, Schnitzel u. dgl., die aber wenig oder keine Soße geben. 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[er wirb zu ‘Begr oben aus feinen T':- Teil des Abends ethe unb bie 21n* 1 ein fiunfltpcr! f)tR iat Säublft KVt- 80 können Sie in wenigen Minuten eine ausgiebige und würzige Tunke bereiten. — Andere Soßen, die nicht recht geraten sind, erhalten durch Knorr-Bratensoße pikan- e,«n$ ite ? j bebeutfamex W ( iige Anzeigen 181311923. D m Donnerstag MC mg 1813/1923 nobenb, bet in ihren freunbfchad- ein fiuntic/ ; war. Mietete-' m Wend bie!- ' so dal) für 930 hauS auf der Seewiese in Friedberg ob. Die Tagung nahm eingehend Stellung zu Standes- fragen und den Sparmaßnahmen der hessischen Regierung. Das Ergebnis wurde in folgender Entschließung zusammen- gefaht: „Wie beim Personalabbau 1924, so soll auch bei dem vom Reichssparkommissar vorgeschlagenen Personalabbau bei den Angestellten und damit bei den Kanzlei- und Bureaugehilfen begonnen werden. Das Kanzlei- und Bure a u p e r s o n a l ist bei allen hessischen Staatsbehörden und -anstalten vollauf beschäftigt. Eine Verminderung der Kanzleigehilfen ist nur bei tatsächlicher Verminderung der Arbeiten möglich. Die von dem Aeichssporkommissar vorgeschlagenen organisatorischen Acndcrungen werden, allgemein betrachtet, das Kanzlei- und Vureaupcrsonal statt e n t - lasten noch stärker b e lasten, denn die höheren Beamten sollen doch noch mehr als seither vom Schreibwerk befreit werden. Der Verbandstag wendet sich entschieden gegen die Ansicht des Aeichssparkommissars, daß d'ie Kanzleigehilfen in Zukunft nicht als Beamte angestellt werden sollen. Die Kanzleigehilfen verrichten zum allerwenigsten Teil nur schematische Arbeiten, sondern der Hauptteil der Arbeit ist wertvolle Bureau- und Aegistratur- arbeit für den Staat, die im Vergleich zu anderen Verwaltungen besser bezahlt werden sollte. Der hessische Staat hat durch Gesetz angeordnet, daß das gemeindliche Kanzlei- und Dureaupersonal durch die Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte bei hoher Beitragszahlung durch die Anstellungskörperschaft eine den Staatsbeamten gleichwertige Ruhegehalts- und Hinterbliebenenversorgung erhält. Es wäre unverständlich, wenn derselbcStaatscineigenesKanzlei- und Bureaupersonal in Zukunft durch Vorenthaltung der definitiven Anstellung schlechter stellen würde. Der Verbandstag seht in die hessische Regierung und den Landtag das Vertrauen, das) die Kanzlcigehilfen, die für die Staatsverwaltung ebenso notwendig sind und ebenso fleißig, ehrlich und treu dienen, wie alle Staatsbeamten, nicht das Opfer der schlechten Finanzlage des Staates werden. Die Ansicht des Aeichssparkommissars, das) Angestellte für den Staat billiger seien als Beamte, wird von Autoritäten als irrig bezeichnet. Der Verbands- tag wendet sich aber auch entschieden gegen die Kürzung des Grundgehalts, Wohnungsgeldes und der Kinderzuschläge. Das Kanzlei- und Vureau- personal hat die schlechte Finanzlage nicht verschuldet. Die Dienstbezüge reichen schon jetzt kaum zum Leben aus." Landkreis Gießen. X Wieseck, 17. März. Am Sonntag sand in der gut besuchten Kirche eine vom Verein für christliche Musik Gießen unter Leitung seines Dirigenten L. Riebcrgall veranstaltete 'kirchenmusikalische Abendfeier statt. Die Vortragsfolge war dem Charakter der PassionSzeit und der Stimmung des Tages angemessen und wurde von dem Gießener Organisten R e b e I i n g unter geschickter Ausnutzung der Möglichkeiten unserer recht guten Kirchenorgel künstlerisch eröffnet und geschlossen. Fräulein von der Hehd aus Gießen gewann sich mit zwei Passionsweisen von 3. W. Franks und einer Kirchenarie von Stradella in ihrem fein geschulten Sopran schnell die Herzen der andächtigen Zuhörer. Der junge Verein erfüllte nicht nur die Erwartungen, die man nach Gießener i eine Anzeige'■ ten.“ te lächelnd den ■- een in »3« w- chen. Wilm Sie > en.“ - em HauweM. - dem freunbh<6 - n Augm. platz nehmen, b lächelte ihn ti;: chl, daß 6« ichsen sei. Der D.H.D. stelle es sich zur „fgabe, diese Lücken durch entsprechende Lehr- *ll6e auszusüllen, und er veranstaltete deshalb tr die verschiedenen Geschäftszweige Lehrgänge, den Angestellten die besonderen Eigenarten meei Berufes in diesem Geschäftszweige vermittln. 3m ersten Teil des Lehrganges wurden »n Kreisgeschästsführer Schröder, Gießen, 1? rechtlichen Grundlagen des Verkaufs behan- Itlt, io der Kaufvertrag, der Kauf aus dem 'htzcuifenster und der unlautere Wettbewerb. Pro- .......... tet|t Daums sprach über praktische Verkaufs- bereit aud) fiio hu . errungen. Die Hauvtreferate hatte Diplom» m füt bie\Titelslehrer Dr. W a i g a n d, Frankfurt a. M., geschaffene Lage *r diese Lehrgänge in verschiedenen Kaufmanns- >. «inet Entschii,-^ ’ifung unb bem «tu. F ^ßlich bet Vrohbi- fr1 ’«r Organifalion g> ^uwtieben M Algl'edet uich fr öUje in biefen 0 r an TehalAach», 1- ben V Mig fedet etftritte lfltn lich starke fror la Sdielinfioe 0. ß.. la gatieiiaa o.S. la Roljungeo, sklslhes ZIWlek hllibe 51! Wells, fRe.Hiorl!ioö. lor,.8fiie,ftlK6e Ballet, Eanöelet CG.Kleinhenn Babubofttr. R9 18J3P Tel. 3866. Donnerstag, 20. März 1930, nachmittags? Uhr,versteigere ich im Löwen, Aeuenweg 28, dahier zwangsweise geg. Barzahlung: 1 Bilderschrank, 5 Büfetts, 4 Kredenzen, 3 Sessel, 3 Teppiche, 2 Rauchtische, 5 Tische, 6 Schreibtische, 5 Chaiselongues, 3 Grammophone, 2 Bücherschränke, 5 Nähmaschinen, 1 Vertiko, 2 Sofas, 5 Diwane, 3 Regulatore, 1 Ständerlampe, 1 Vitrine, 1 Haarschneidemaschine, 2 Kassenschränke, 1 Standuhr, 2 Garnituren Bettwäsche, 1 Flurgarderobe, 2 Klaviere, 1 Warenschrank, 1 Spiegelschrank, 1 Registrierkasse, 1 Spiegel, 1 Wäscheschrank, 1 Eisschrank, 1 Gasherd, 2 Dampfmaschinen, 2 Projektionsapparate, 2 elektr. Eisenbahnen, 1 Schränkchen, 1 Kommode, 2 Ladeneinrichtungen, 1 Rotationsmaschine, 1 Korbmöbelgarnitur, 2 Klebepressen, 1 Personenwagen (Opel). Bestimmt: 44 Kistchen Zigarren 50/100, 9 Grammophonplatten, 1 Gartenschirm, Peddigtische, Stehleitern, Haustruhen, Reisekörbe, Kin- derklappftühle, Rohrsessel, Blumenkrippen, Papierkörbe, Velourmatten, Korbwagen, Weidensessel. Der Maßschuh 228UD 177 »D ist also im Tragen wirtschaftlich! la See-und Flußfische Fischfilets 2268 D Faust. 1872A Edgar Sorrmann, Eisenhandlung aa 2217V Mehr < nicht vorgezeigt. 2296 D »I Scheit: bei dervs Knüppel: Reisig: [2277V oder aii verkanten. Hch. Wahl, 29. Slngeröbach. Stöcke: M 2313 V in allen Preislagen 2J77A ärztlichen Praxis werden die stark schmerz1 verblüffende Heilkraft der t-ti W Rechnung, hat lange Lebensdauer, Auch Sie müßten nach Ullstein schneidern! beugt Fußleiden vor, behebt alte Fußleiden, trägt dem persönlichen Geschmack Brennholzversteigerung Am Dienstag, dem 25. März 1930, kommen aus den Waldungen der Stadt Allendorf an der Lumda nachstehende Holz- sortimcnte aus den Forstorten: Hormelseck, Rundeheg, Kringelsbach, Zimmerplatz, Kalkberg, Langeseif, Schuchardsgrab und verschiedene, sowie das Dürr- und Windfallholz, an Crt und Stelle zur Versteigerung. Tas Türr- und Wjndfallholz wird In Gutachten aus der stillende Wirkung und Für ta Frölijalirspiilz Clektr. Staubsauger u. Vohner für halbe und ganze Tage zu verleiben. Georg Appel, Seltersweg 56. Tie Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr im Forstort Kalkberg bei der Hirtcnwiese. Allendorf a. d. Lda., 18. März 1930. Hessische Bürgermeisterei. Rein, Bürgermeister. \ Rudolf Rüdiger Gießen, Walltorstraße 35 Siaaisoberförsierei Krofdorf. Fischereiverpachtung. Sonnabend, den 29. März d. Is., 15 Uhr, wird bei Gastwirt Freund zu Krofdorf die am 31. März 1930 freiwerdcnde Fischerei des preußischen Staates in der Lahn von der hessischen Landesgrcnze abwärts bis Kilometerstein 6,5 und des Müh- lcntciches der Altmühle bei Dorlar, in 4 Losen; ferner die am 31. Dezember 1930 frciwerdende Koppelfischerei in der Lahn von der Grenze Ruttershausen—Wißmar abwärts, bis an die Grenze zwischen Launs- bach und Gießen, in 3 Losen auf 12 Jahre öffentlich verpachtet. 3202 D melden. Steinbach, am 14. März 1930. Hessische Bürgermeisterei. Krämer. Die am 3. März ds. Js. zu Großrcchten- bach stattgehabte gemeinsame Nutzholzversteigerung der Gemeinden Weidcnhausen, Reiskirchen, Großrechtenbach, Hörnsheim, Lützellinden, Münchholzhausen, Volpertshausen und Vollnkirchen ist genehmigt mit folgender Einschränkung: 2301D Die Gemeinde Vollnkirchen hat nur den Verkauf des Eichenholzes genehmigt; der Verkauf des Kiefern- und Fichtenholzes im Distrikt 3c ist nicht genehmigt. Großrechtenbach, den 18. März 1930. Der Bürgermeister. Bekanntmachung In die Gemeindeschäferei Steinbach, Kreis Gießen, können beim Hinausschlagen 50 Stück Schafe beigetrieben werden. Bei Beginn der Getreideernte weitere 50 Stück. Reflektanten wollen sich unter Preisangebot bis zum 25. TNärz 1. 3. bei unterzeichneter Bürgermeisterei schriftlich Dunpräpar., als auch deren vielseit- Anwendungsniöglichk. rühm, hervorgehoben. Seit 1907 von Erfolg zu Erfolg. Prosp. in. klin.-therap. Abhdlg. u. Gutacht, kostl. Feine Flerren- u. 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Tas Holz ist zu übernehmen, wie es im Schlage lagert und ausgehalten ist, im übrigen gelten dieselben Verkaussbedingungen wie im Staats,-ald. Schriftliche Gebote mit der Aufschrift „Holz- submission" erbeten bis Donnerstag, den 27. März 1930, nachmittags 2 Uhr, getrennt für Kiefer und Fichte, losweise oder für die Gesamtmenge. Eröffnung der Gebote am gleichen Termin auf der Bürgermeisterei. Weitere Auskunft erteilt die unterfertigte Stelle und Forstwart Paul, Groß-Eichen, der auch das Holz auf Wunsch an Ort und Stelle vorzeigt. Groß-Eichen, den 17. März 1930. Hessische Bürgermeisterei Groß-Eichen. ÄaeDgerak Drahtgeflechte empfiehlt Gebr. Seelbach, Gießen Südanlage 20 6tel fein« ?.® hmgemel Äeich-E (ölen ha^ Finanz W ungc Dirtl^ dem W. ruMn, gabensenk inemden Don se des Aei ftreichuno tigen klar Hebung । weiter du dem stK gehen wie wesen, dm Anstoß 8° rung ßch^ zriligen ü ,u dem v den Resu Pmmgplc waren ut Defizit II kungsalti kehrt. 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März 1050 Zeitfragen des Mittelstandes. Oer Kaufmann und die Steuer- und Zinanzreform. Von Or. jur. et rer. pol. Moeßner, Syndikus des Landesverbands des Hess. Einzelhandels. Reichsfinanzminister Moldenhauer hat in seiner Hamburger Rede vom 15. März darauf hingewiesen, daß das Finanzprogramm der Reichsregierung die zwei großen Aufgaben zu lösen hat: Die Senkung der öffentlichen Finanzen und die Entlastung der unter dem ungeheuren Steuerdruck darniederliegenden Wirtschaft. Es sei geplant, gemeinsam mit dem Reichssparkommissar ein Sparprogramm aufzustellen mit dem Ziele einer allgemeinen Aus- gabensenkung, die auch auf die Lander und Gemeinden auszudehnen sei. Von selten der Wirtschaft verdient die Absicht des Reichsfinanzministers die stärkste Unterstreichung, denn es muh allmählich allen Einsichtigen klar geworden sein, dah die bisherige Handhabung der öffentlichen Finanzen nicht mehr weiter durchgeführt werden kann. Man mag äu dem früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht stehen wie man will, sein Verdienst ist es gewesen, durch sein bekanntes Memorandum den Anstoß gegeben zu haben, dah die Reichsregierung sich in aller Oefsentlichkeit mit den derzeitigen Finanzverhältnissen befassen muhte und zu dem die Wirtschaftskreise schwer enttäuschenden Resultat kam, dah die Ersparnisse, die der ^oungplan bringen sollte, längst aufgezehrt waren und darüber hinaus noch ein erhebliches Defizit klaffte. Die in Aussicht genommene Senkungsaktion hatte sich in das Gegenteil verkehrt. Bei einem Volkseinkommen von 69 bls höchstens 72 Milliarden Reichsmark werden die gesamten öffentlichen Lasten einschliehlich des Sozialetats auf nicht viel weniger als 25 bis 27 Milliarden Mark geschäht. Mehr als ein Drittel des Volkseinkommens wird also für die öffentliche Hand beansprucht. Es ist daher unverständlich, wenn anscheinend ein großer Teil des Reichstages noch glaubt, diesen Zustand auch künftighin aufrechterhalten zu können, ohne damit die schlimmsten Folgen für die Volkswirtschaft zu zeitigen. Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels hat sich schon in ihrer Ianuortagüng dahingehend ausgesprochen, daß man versuchen müsse, die Ausgaben der öffentlichen Haushalte im nächsten Etatsjahre um 5 Prozent zu senken. Durch die auf diese Weise zu erzielende Einsparung von rund 1 Milliarde Mark (rund 300 Millionen im Reichsctat, 700 Millionen bei Ländern und Gemeinden) würde sich vor allen Dingen eine Entlastung der Wirtschaft erreichen lassen. Eine Erhöhung der derzeitigen sog. De sitz - st e u e r n kommt nicht mehr in Frage, im Gegenteil, auch nur die Deibehaltung der iehigen Steuerziffern wird auf die Dauer die Steuer» erträgnisse stark nach unten beeinflussen. Es ist ja offenes Geheimnis, dah nicht nur die Industrie mehr und mehr dazu übergeht, ihre Holding- bzw. Finanzierungsgesellschaften in das Ausland zu verlegen, sondern auch das Kapital aus privater Hand wandert ins Ausland, um dem inländischen Steuerdruck zu entgehen. Ein Beweis, dah auch die relative Höhe der inländischen Ver- zinsung die steuerlichen Rachteile nicht mehr aufwiegt. Aber auch einer Erhöhung der Verbrauchssteuern konnte man nur unter Vorbehalt zustimmen. Eine Steigerung der Umsatzsteuer würde bestimmt Preiserhöhungen nach sich ziehen. Einmal würde die Verteuerung der ersten Einfuhr auf unsere Handelspolitik eine zollartige, schädliche Wirkung haben und in manchen Branchen eine gewisse, nicht gewünschte Bevorzugung des ausländischen Exporteurs gegenüber^ dem deutschen Exporteur und somit eine Schädigung des von diesen abhängigen Einzelhandels bedeuten. Der Absatz deutscher Erzeugnisse im Ausland würde noch mehr als bisher erschwert werden. Da die Umsatzsteuer in Deutschland bei jedem Glied der Abfahkette erhoben wird, würde die Umsatzsteuererhöhung den Versuch einer allgemeinen Abwälzung und Preiserhöhung auslösen. (Es braucht an dieser Stelle nicht besonders betont zu werden, dah der Einzelhandel selbstverständlich sich gegen die früher einmal propagierte Form der Umsatzsteuer, der sog. Kleinhandelssteuer, immer wehren wird, denn eine mehrprozentige Erhebung der Umscchsteuer beim letzten Glied, beim Einzelhandel, wäre unerträglich.) Auch die zu den neuen Steuerplänen herangezogenen übrigen Steuerform en, wie Erhöhung der Biersteuer, Mineralwassersteuer, Tabaksteuer usw. sind nur geeignet, über eine augenblickliche Verlegenheit hinwegzuhelfen, während Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern auch nicht die geringste Erhöhung mehr vertragen, sondern unter allen Umständen gesenkt werden müssen. Diese Besteuerung einzelner Volksklassen ist aus den verschiedensten Gründen bedenklich und muh abgebaut, nicht noch weiter überspannt werden. Es soll nicht verkannt werden, dah sich sowohl eine Reihe von Ländern, als auch vor allen Dingen die Gemeinden im Vergleich zum Reich in einer recht schwierigen Lage besinden. Das Reich hat sich nicht gescheut, die Deteiligungs- ziffer der Länder und Gemeinden bei der Einkommensteuer von früher 90 aus 75 Prozent, bei der Umsatzsteuer von 35 auf 30 Prozent zu senken. Auf die Gestaltung dieser Einnahmen haben Länder und Gemeinden im Gegensatz zu früher jeden Einiluh verloren. Man hat ihnen die wichtigsten Steuerquellen weggenommen und sie aüf Sonder steuern hingewiesen. Da aber auch diese, wie die bereits obengenannten Grund-, Gebäude» und Gewerbesteuern, ferner Vergnügungssteuer, Wertzuwachssteuer, Hundesteuer usw. nicht beliebig beansprucht werden können, befinden sich Länder und Gemeinden in mindestens gleich übler Lage, wie das Reich. Was den Volks st aat Hessen angeht, um das hier einzuflychten, so darf betont werden, daß die schlechte Lage der hessischen Finanzen auch nicht übertrieben dargestellt zu werden braucht, denn immerhin verfügt Hessen über ein beträchtliches Staatsvermögen und die Sparvorschläge des Reichssparkommissars S a e m i s ch , die von einer gründlichen Prüfung der hessischen Verhältnisse Zeugnis ablegen, bestätigen auch, dah Hessen, wenn es nur selbst will, durchaus in der Lage ist, seine Finanzen in Ordnung zu bringen. Wönn man sich auch bisher scheut, mit einer Finanz-, d. h. Verwaltungsreform an die Oefsentlichkeit zu treten, so sollte man sich doch sagen, dah der zur Zeit von manchen Seiten so hech gewünschte Anschluh an Preu- hen auch in keiner Weise etwas Besseres bieten kann, als eine freiwillige und unter eigener Verantwortung durchgeführte Finanz- und Vcr- waltungsreform. Die vielseiigen Möglichkeiten hierzu hat Dr. Saemisch in seiner Denkschrift ausführlich behandelt und die Schwierigkeiten, die sich heute vor ihrer Ausführung türmen, scheinen uns viel mehr auf politischem als auf wirtschaftlichem Gebiet zu liegen. Auch das Reich wird seiner Pflicht, den auf Volk und Wirtschaft lastenden Steuerdruck zu mildern, nachkommen können, wenn es eine Vereinfachung der Steuererhebung und Steuerform einerseits, einen Abbau entbehrlicher Auf- gaben und damit eine Verwaltungsreform andererseits, durchführt. Es ist ein volkswirtschaftlicher Luxus, jede Arbeit doppelt und dreifach vorzunehmen. Hier kann sowohl in der öffentlichen Verwaltung, aber auch noch an manchen Stellen der Wirtschaft gespart werden. Ausbau der Angestelllenverficheruug. Don Gustav Schneider, M. d. Zft., Bundesvorstand des Gewerkschaftsbundes der Angestellten. Der Reichstag hat am Montag die erste Beratung des Gesetzentwurfs zum Ausbau d er Angestelltenversicherung ro g?rom- men und die Vorlage schließlich zur weiteren Beratung dem sozialpolitischen Ausschuh überwiesen. Rach dem Gesetzentwurf der Regierung soll zu den bisherigen Leistungen als neue Leistung hinzutreten die E l t e r n r e n t e, die nach dem Tode des Versicherten gewährt wird, wenn kein Anspruch auf Witwen- oder Witwcrrente besteht, allerdings wird dieses Zugeständnis erheblich eingeschränkt, indem die Gewährung' der ®Ilernten te an die Bedürftigkeit gebunden wird. Bei der allgemeinen wirtschaftlichen Lage der Versicherten ist eine derartige Einschränkung nicht notwendig: sie würde nur den Verwaltungs- apparat mit unnötigen Prüfungskosten belasten. Die Einführung der Bedürftigkeitsprüfung widerspricht auch dem Versi„'?erungsg danken und ist deshalb auch aus grundsätzlichen Erwägungen abzulehnen. Einen weiteren Fortschritt enthält der Entwurf darin, dah die geschiedene Frau die Rente erhalten kann, wenn der Versicherte für allein schuldig erklärt, oder die Ehe wegen Geisteskrankheit geschieden wurde. Die Rente soll aber auch hier nuv für die Dauer der Bedürftigkeit gewährt werden. Dagegen sind die gleichen Bedenken zu erheben, wie bei der Elternrente. Die Anrechnung der Kriegsdienst- z e i t soll auf diejenigen Deutschen ausgedehnt werden, die vor dem Beginn des Kriegsdienstes im Ausland eine Tätigkeit ausgeübt haben, die versicherungspflichtig gewesen wäre, wenn sie im Inland ausgeübt worden wäre. So erfreulich diese Erweiterung ist, erfüllt sie doch nicht alle berechtigten Wünsche des in Betracht kommenden Pcrsonenkreises. Es ist nicht einzusehen, warum die im Auslande Zivilinternierte n, die doch auch Kriegsopfer sind, von dieser Vergünstigung ausgeschlossen bleiben sollen. Benachteiligt sind auch die Angestellten, die bei Ausbruch des Krieges aktiv gedient haben, oder sich in der Ausbildung für einen Angestellten- Beruf befanden und ihrer Dienstpflicht genügen muhten, ohne vorher eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt zu haben. Der Billigkeit entspricht es, auch diesen Angestellten die Kriegsdienstzeit anzurechnen. ilm den weiblichen Versicherten, die bekanntlich für die Angestelltenversicherung ein günstiges Risiko sind, einen Ausgleichs zu gewähren, soll ihnen auf Antrag die Hälfte der Beiträge erstattet werden, die für die Zeit vom 1. 3anuar 1924 bis zum Beginn des Kalendermonats der Antragstellung entrichtet wurden, wenn sie heiraten und spätestens drei Jahre nach der Verheiratung die Wartezeit erfüllen. Das Ausscheiden aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung wird nicht gefordert, so dah die Versicherte, wenn sie den Antrag stellt und ihre Beiträge zurückerhält, ein neues Versicherungsverhältnis eingehen kann. Diese Bestimmung erscheint nicht zweckmäßig. Die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Versicherte aus der versicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheidet. Aus den Kreisen der Selbständigen ist der Wunsch laut geworden, ihnen den Eintritt in die Angestelltenversicherung zu erleichtern. Rach den geltenden Bestimmungen ist dieser Eintritt nur bis zum vollendeten 40. Lebensjahre gestattet. Grundsätzlich soll an diesem Lebensalter scstgehalten werden, um die Angestelltenversicherung vor einer ungünstigen Wagnisauslese zu bewahren. Für eine älebergangszeit aber, bis zum Schlüsse des Jahres 1930, sollen Selbständige auch dann freiwillig in die Angestelltenversicherung ein treten können, wenn sie bis dahin jtoar das 40., aber noch nicht das 50. Lebensjahr vollendet haben Es wird zu prüfen sein, ob diese« Zeitraum nicht etwas zu kurz gegriffen ist. Eine Erhöhung der Renten sieht der Gesetzentwurf nicht vor. Er übernimmt zwar die Forderung, den prozentualen Steigerungssah in feste Beträge umzuwandeln, legt diesen 'Beträgen aber den bisherigen Steigerungssah von 15 v. H. zugrunde. Die Forderung der Versicherten geht nach einer Erhöhung des Eteigerungssatzes auf 20 v. H., wie er in der Invalidenversicherung bereits besteht. Der llmtoanMung in feste Beträge wird nicht widersprochen, obwohl sie eine Verschlechterung des bisherigen Zustandes bedeutet, da bei dem prozentualen Steigerungssatz mit einer etwaigen Beitragserhöhung auch die Cteigerungssähe autdmatisch wachsen. Die Versicherten sehen aber ein, daß die innere Gesundheit der Angestelltenversicherung Schaden leiden würde, wenii ein bestimmter Teil des Beitrags ständig vom Steigerungssah in Anspruch genommen würde. Rach dem auch für das Iahr 1929 der Voranschlag der Einnahmen der Reichsanstalt nicht unwesentlich überschritten wurde, können ernstliche Bedenken gegen eine Erhöhung des Steigerungssahes nicht mehr erhoben werden. Freilich muß abgewogen werden, dah auch die Zahl der Rentenbezieher ständig in die Höhe geht und dah der Beharrungszustand erst nach vielen Jahren erreicht sein wird. Der Entwurf will auch die Selbstverwaltung der Reichsversicherungsanstalt ausbauen. Er beschränkt sich aber darauf, die bisherigen Bestimmungen der Reichsverficherungsordnung auf die Angestelltenversicherung zu übertragen. Es ist bekannt, dah sowohl in der Krankenversicherung, als auch in der Invalidenversicherung eine Wei ter gehende Selbstverwaltung verlangt wird. Das Aufsichtsrecht des Reichsarbeitsministers wird wohl anerkannt, aber nur insoweit, als es sich auf die Beobachtung der im Gesetz enthaltenen Vorschriften erstreckt. Iede weiter- gehende Aufsichtsbefugnis sei eine Beschränkung der Selbstverwaltung und habe bei dem Umfange der Geschäfte wenig sachlichen Wert. Hin der schematischen Gleichheit willen soll das Direktorium in einen Vorstand umgewandelt werden, der aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und weiteren beamteten Mitgliedern bestehen soll. Die Zahl der nicht beamteten Vorstandsmitglieder soll von 6 auf 8 erhöht werden (je 4 Arbeitgeber und Versicherte). Die beamteten Vorstandsmitglieder ernennt nach vorheriger Anhörung des Verwaltungsrates der Reichspräsident auf Lebenszeit. Die Selbstverwaltung wird also in diesem Punkte auf ein bloßes Anhörungsrecht zurückgedrängt. Den: Wesen einer echten Selbstverwaltung würde es entsprechen, wenn die Ernennung auf Vorschlag des Verwaltungsrates erfolgt. Der Verwaltungsrat soll nach dem Entwurf künftig nicht von den Vertrauensmännern gewählt werden, sondern gleichzeitig mit den Vertrauensmännern in der Urwahl. Wenn auch zugegeben werden kann, daß die Wahl durch die Vertrauensmänner gewisse Ungerechtigkeiten enthält, so muh doch anderseits . geprüft werden, ob es angängig ist, allein für die Angestelltenversicherung Urwahlen auch für das höchste Selbstverwaltungsorgan einzuführen, da doch bei den anderen Teilen der Sozialversicherung die Wahlen der Organe in der gleichen indirekten Form stattfinden, wie bei der Angestelltenversicherung. Reben den Verbesserungen enthält der Entwurf auch Verschlechterungen. Die Wieder- auflebung der Anwartschaft war bisher nur bei Wiederaufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung möglich. Es muhten dann minöeftenS 24 Beitragsmonate zurückgelegt werden. Rach dem Entwurf soll auch die freiwillige Deitragsleistung das Versicherungsver- hältnis erneuern. Das ist eine Verbesserung. Die Verschlechterung besteht darin, dah künftig in beiden Fällen 48 Deitragsmonate zurückgelegt werden müssen. Cs ist kein Grund einzusehen, warum bei Wiederaufnahme einer versicherungs- Zweck und Bedeutung der öffentlichen Bausparkassen. Don Or. DReif, Syndikus der Handwerkskammer-Äebenftelle Friedberg. Die sog. öffentlichen Bausparkassen gewähren Darlehen für Reubauten, zum käuflichen Erwerb, zum Umbau oder Erweiterungsbau von Wohnbauten und ferner zur Ablösung bestehender Hypotheken auf Derartigen Häusern. Die Darlehen werden als unkündbare Tilgungshypotheken (Grundschuld) gegeben. Die Bau,parkasse verlangt dabei für ihre Hypothek nicht die erste Stelle, jedoch Eintragung an bereitetfter Stelle und mit einer oberen Begrenzung derart, dah chre Hypothek nicht über 80 Prozent des Bau- und Bodenwerts hinausgehen darf. Andere Hypotheken können also der Tilgungshypothek der Bausparkasse vorangehen. Bei den Plänen der Bausparer wird der Reubau eines Hauses die Regel sein. Zu diesem Zweck muh der Dau- sparer mit der Bausparkasse die Vertragssumme und die Vertragsdauer, d. h. den Tarif vereinbaren. Vertragssumme nennt man denjenigen Teil der voraussichtlichen Baukosten (d. h. des gesamten Bart- und Bodenwerts, einschliehlich Grunderwerbs- und Aufschliehungskosten), den der Bausparer von der Kasse zu erhalten wünscht. Die Dertragssumme braucht nur ein Viertel der gesamten Baukosten zu betragen, doch können bei genügender Sparkraft auch die vollen Baukosten als Vertragssumme gewährt werden. Sie soll in der Regel nicht weniger als 3000 Mark und nicht mehr als 30 000 Mk. betragen. Wer sich entschließt, einen Bausparvertrag einzugehen, muh von vornherein absolute Klarheit darüber haben, wie lange seine gesamten Zahlungsverpflichtungen (Einzahlungen und Abzahlungen) dauern. Aus diesen Gründen haben die öffentlichen Bausparkassen fünf Zeitspannen sest- gclegt, wonach Bausparverträge auf 6, 9, 12, 15 oder 18 Iahre abgeschlossen werden können, und dementsprechend bestehen auch fünf Tarife. Zu den tariflichen Einzahlungen und Abzahlungen kommen keinerlei Rebenkosten für den Bausparer, da diese Unkosten in den Tarifsätzen bereits enthalten sind. Ist der Bausparvertrag zustandegekommen, dann muß der Bausparer zunächst die vertraglich vereinbarten Einzahlungen leisten, und zwar zu Beginn jedes Monats an die Sparkasse, die den Vertrag vermittelt hat. Die Einzahlungen betragen monatlich für je 1030 RM.: im 6jährigen Tarif 12,92 9ifDL „ 9 „ 8,29 „ „12 „ „ 6,01 „ „ 15 „ „ 4,66 „ „ 18 „ „ 3,78 „ Bis zur Zuteilung kann der Bausparer mit Zustimmung der Bausparkasse in einen anderen Tarif übergehen, sowie seine Vertragssumme erhöhen. Eine Herabsetzung wird nur in besonderen Ausnahmefällen von der Bausparkasse zugelassen. Will der Bausparer von seinem Vorhaben zurücktreten, so kann er noch bei Auszahlung der Dertragssumme seinen Bausparvertrag jederzeit mit einer Frist von vier Wochen kündigen. Rach Ablauf der Frist hat er dann keine weiteren Einzahlungen mehr zu leisten, sondern erhält seinen für den folgenden Monatslehten berechneten Sparbetrag in Form einer jährlichen 3 e i t r e n t e zurück, und zwar die erste Rate am Ende des laufenden Vertragsjahres, die letzte am Ende der ganzen Vertragszeit. Mit Zustimmung der Kasse kann der Bausparer seinen Vertrag auch auf einen anderen übertragen. Sobald der neue Bausparer den Sparbetrag des bisherigen Bausparers einge ahlt hat, erhält der bisherige Bausparer seine angepaßte Summe in einem Betrage ausgezahlt. Bei den öffentlichen Bausparkassen erwirbt die Anwartschaft auf die Zuteilung jeder Bausparer in allen Tarifen schon nach einer Mindest Wartezeit von drei Monaten, wenn er seine Einzahlungen pünktlich geleistet hat. Um ein geordnetes und gerechtes Zuteilungsverfahren durchzuführen, haben die öffentlichen Bausparkassen „22 Zuteilungsgruppen" geschaffen, von denen jeder Bausparer. bis er zur Zuteilung kommt, eine oder mehrere durchläuft derart, dah er mit jedem weiteren Vertragsjahr in eine neue Zuteilungsgruppe vorrückt. In ihrem ersten Vertragsjahr gehören die Bausparer der verschiedenen Tarife verschiedenen Zuteilungsgruppen an, die mit Buchstaben bezeichnet werden. Die Zuteilungen sollen im allgemeinen vierteljährlich erfolgen. Die kürzeste Wartezeit bis zum Stichtag der Zuteilung ist bei allen Tarifen nur drei Monate, die durchschnittliche Wartezeit ist im Falle vierteljährlicher Zuteilung: bei Tarif 6: 3 Jahre 3 Monate „ „ 9: 4 „ 11 „ „ 12: 6 „ 8 ,, „ 15: 8 „ 5 ,, „ „ 18: 10 „ 4 „ Die längste Wartezeit ist gleich der Dertrags- dauer. Durch Sonderzahlungen, die in einem Mehrfachen der tarif ichen Monatsleistungen bestehen müssen, kann die Wartezeit abgekürzt werden. Gleichzeitig tritt der Bausparer aus ter Zuteilungsgruppe, der er zuletzt angehört hat, aus und entsprechend dem Umfang seiner Sonderzahlungen in eine andere Zuteilungsgruppe mit kürzerer Restwartezeit über. Mit der Auszahlung der Vertragssumme erhält der Bausparer seine eignen Ersparnisse zurück und außerdem den übrigen Teil der Dertragssumme, den er noch nicht angespart hat, als Darlehen, das durch Eintragung einer Hypothek gesichert wird. Die obere Grenze dieser Hypothek geht bis zu 80 Prozent des Bau- und Bodenwerts, was anderseits bedingt, daß die Dertragssumme erst dann zur Auszahlung kommen kann, wenn der Bausparer nachweist, daß er mindestens über 20 Prozent ter Gesamtbaukosten verfügt. Kann der Bausparer, dem seine Dertragssumme zugeieilt wurde, diesen Rach- weis nicht erbringen, so werden ihm die einmal zugeteilten Gelder so lange bereitgehalten, bis ihm durch weitere Einzahlungen die 20 Prozent zur Verfügung stehen. Ist die Ausführbarkeit des Baues und die Beschaffung der noch erforderlichen Geldmittel gesichert und die Hypothek eingetragen, dann beginnt die Auszahlung. Sobald der Bausparer die Dertragssumme erhält, wird er für den nicht angesparten Teil Darlehnsschuldner und muß dieses Darlehen verzinsen und tilgen. Die Derzinsung beträgt jährlich 4 Proz. Die Abzahlungen übersteigen aber die Einzahlungen in jedem Tarif um 3,33 Mark für je 1000 Mark monatlich oder 4 Proz. der Dertragssumme jährlich. In den Abzahlungen sind enthalten: Tilgung des Darlehens und vier- prozentige Derzinsung der jeweil gen Restschuld, sowie alle Leistungen des Bausparers an die Bausparkasse für Verwaltung und Versicherungsschutz. Das gewährte Darlehen ist seitens der Bausparkasse unkündbar, sofern pünktliche Abzahlungen erfolgen, dagegen kann der Bausparer jederzeit kündigen. Stirbt der Bausparer vor Zuteilung der Dertragssumme, so haben feine Erben, sofern sie den Vertrag nicht fortsehen, Anspruch auf die bisherigen Einzahlungen nebst Zinsen und Zinseszinsen. Stirbt er nach Zuteilung der Dertragssumme, so ist er durch die Bausparkasse bei der Hessen-Rassauischen Lebensversicherungsanstalt in Wiesbaden versichert mit folgender Wirkung: a) War ihm die Dertragssumme noch nicht ausgezahlt, so bekommen d e Erben die ganze Dertragssumme in einem Betrage ausgezahlt. bj War die Dertragssumme jedoch ganz oder zum Teil ausgezahlt, so tritt die Lebensversicherungsanstalt in die Verpflichtungen des Dar- lehnsfchuldners ein; sie löscht die Hypothek und die Erben werden von allen weiteren Zahlungen frei. Die Prämie für diesen Versicherungsschutz ist in den tariflichen Leistungen enthalten. Die Dausparkasse garantiert absolute Sicherheit, im vollsten Sinne des Wortes Gemeinnützigkeit, unbedingte Klarheit über die Wartezeit, sowie über die Zeit, in welcher Einzahlung und Abzahlung unbedingt erledigt sind; ferner klare und unveränderliche Tarife, häufigste Verteilung der eingezahlten Mittel, billigste Verwaltung und einen Lebensversicherungsschuh. Die vorstehenden Ausführungen sollen den Zweck haben, dem Handwerk Anhaltspunkte zu geben, um die Sicherheit einer Kasse prüfen zu können und sich vor Verlusten zu bewahren. Der Handwerksmeister möge sich nicht täuschen lassen durch phantastische Versprechungen, die einer nüchternen Buchprüfung nicht standhalten. Richt auf den Augenblickserfolg kommt es an, sondern auf eine stetige gesunde Entwicklung, die geeignet ist, nachhaltig den Wohnungsbau zu fördern^ pflichtigen Beschäftigung die Karenzzeit verdoppelt werden soll. Auch in anderen Fragen sind einzelne Verschlechterungen vorhanden, die sich bei der weiteren Beratung aber verhindern lassen werden. Im ganzen gesehen zeigt der Entwurf den Willen zu einer Weiterentwickelung der 2 e i st u n g e n. Er hat sich wohl aber allzusehr von den bisherigen versicherungstechnischen Bilanzen beeinflussen lassen. Unter den gegenwärtigen Lebensverhältnissen wäre es durchaus begrüßenswert, wenn eine Erhöhung der Renten durchgesetzt werden könnte. Dabei ist zu beachten, daß das Reich nicht, wie bei anderen Dersiche- rungsträgern, der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte die Verluste erseht hat, die ihr durch den Krieg und die Inflation entstanden sind. An diesen Verlusten sind aber die Versicherten nicht unerheblich beteiligt, denn die Zeit vom 31. Juli 1921 bis zum 31. Dezember 1923 fällt für die Steigerungssähe ganz aus. Es ist der Vorschlag gemacht worden, für die in diesem Zeitraum entrichteten Beiträge einen Einheitssteigerungsbetrag von 2 Mark zu gewähren. Recht und billig wäre es, wenn die daraus entstehenden Kosten vom Reich getragen würden, als Ausgleich für die der R. f. QL zugefügten Kriegs- und Jnflationsschädew Der Reichstag wird sich mit diesen Wünschen der Versicherten beschäftigen müssen, und es ist zu hoffen, daß er das soziale Verständnis für die Rotwendigkeiten der Zeit aufbringt. Wirtschast. Starke Entlastung der Reichsbank. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 1 5. M ä r z hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in dex zweiten Märzwoche in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 321,0 Milt, auf 1801,0 Mill. Mk. verrin- g e r t. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 278,7 Mill, auf 1639,4 Mill. Mk. und die Lombardbestände um 27,2 Mill, aus 68,3 Mill. Mk. abgenommen. Bestände an Reichsschahwechseln, die am Ende der Vorwoche 15,0 Mill. Mk. betragen hatten, sind nicht mehr vorhanden. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 215,1 Mill. Mk. in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 214,2 Mill, auf 4266,0 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 0,9 Mill, auf 337,2 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Aeichsbank an Rentenbankscheinen aus 46,4 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 458,5 Mill. Mk. eine Abnahme um 71,8 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 28,4 Mill, aus 2892,4 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 18,3 Mill, aus 2480,5 Mill. Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 10,1 Mill, auf 411,9 Mill. Mk. zugenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 55,0 v. H. in der Vorwoche aus 58,1 v. H., diejenige durch Gold und deckungs- sähigen Devisen von 63,9 v. $). auf 67,8 v. H. Der Ausweis der Reichsbank für die zweite März- woche zeigt eine anhaltend günstige Entwicklung des Statuts. Der gesamte Wechselbestand ist auf 1639 Mill. RM. zurückgegangen und bat damit eine Ziffer erreicht, die seit dem Fe« oruar 1929 nicht zu verzeichnen war. Auch in dem unter den Vorjahrsziffern liegenden Notenumlauf kommt die geringe Beanspruchung der Reichsbank zum Ausdruck. Allerdings liegt die Ziffer des Notenumlaufs um rund 100 Mill. RM. über der im Monat Februar. Diese 100 Mill. RM. Plus sind auf die Saisonbelebung der Wirtschaft zurückzuführen und zeigen in ihrem im Vergleich zu anderen Iabren sehr geringen Ausmaß, daß von einer Saisonoele- bung der Wirtschaft eigentlich noch nicht gesprochen werden kann. Dafür zeugen auch die geringen Wech- .seleinreichungen und die kurzen Laufzeiten der ein« gereichten Diskonte. Die geringe Beanspruchung der Reichsbank ist andererseits eine wenig erfreuliche Tatsache, weil sic beweist, daß die konjunkturelle Saisonbelebung bisher nicht ausreichte, um aus dem Zustand der Konjunkturdepression herauszukommen. Auch die Beanspruchungen von der landwirtschaftlichen Seite für die Frühjahrssaison scheinen sehr klein zu bleiben. Der Goldbestand der Reichsbank hat um weitere 18 Mill. RM. Angenommen; es handelt sich jedoch nicht um neue Goldzuflüsse sondern der Reichsbank ist ein größerer Posten alter Zwanzigmarkstücke aus dem Ausland angeboten worden, zu deren Umtausch sie verpflichtet ist. Die Entwicklung des Geldmarktes in der letzten Woche hat bereits gezeigt, daß die fortschreitende Flüssigkeit durch die letzte Diskontermäßigung der Reichsbank auf 5% d. $). nicht aufgehalten worden ist. Der vorliegende Ausweis der Reichsbank für die zweite Märzwoche mit feiner starken Entlastung läßt daher die Frage einer neuen Diskonter mäßignug a u f 5 v. H. akut werden, zumal inzwischen wiederum ein Abbau der internationalen Diskontsätze erfolgt ist. Die Gcldverbilligung macht im Auslande weitere Fortschritte, und ausländische Gelder suchen in reichlichem Ausmaße Anlage am deutschen Geldmarkt. Der Wirtschaft wäre mit einer erneuten Herabsetzung des Kreditpreises sehr gedient, und selbst wenn weitere Herabsetzungen der internationalen Notenbanksätze nicht erfolgen.sollten, ist die gegenwärtige Position der Reichsbank in jeder Hinsicht stark genug, um eine Ermäßigung des Diskontsatzes von 5% auf 5 v. H zu rechtfertigen. Anscheinend hat jedoch die Reichsbank die Absicht, erst die Entwicklung des Vierteljahrsultimo abzuwarten, ehe sie den Schritt zu einer neuen Diskontermäßigung tut. Frühjahrs-pserdemarki in Gießen. Auf dem heutigen Frühjahrs-Pferde- markt in Gießen waren 280 Pferde und 23 Fohlen aufgetrieben. Der Besuch des Marktes war außerordentlich gut. Das Geschäft wär im Hinblick auf die Geldknappheit ruhig, trotzdem wurde gekauft. Es wurden bezahlt: für leichte Pferde 500 bis 800 Mk., für mittlere 600 bis 900 Mk., für schwere Pferde 1200 bis 1300 Mk., teilweise noch mehr. Der Preis für Schlachtpferde war verhältnismäßig hoch. Das auf den Markt gebrachte Material war durchweg gut. * * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924 bis 1926 = 100) stellt sich für die Woche vom 10. bis 15. März 1930 auf 118,5 gegenüber 119,3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 117,4 (118,3), Gruppe verarbeitende Industrie auf 106,8 (107,3) und Gruppe Handel und Verkehr auf 138,3 (139,8). * Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft, Berlin. Die Gesellschaft weist für 1929 einen Reingewinn von 4 329 324 (789 262) RM. aus. Der Generalversammlung am 14. April wird eine Dividende von wieder 10 v. H. oorgeschlagen. Frankfurter Börse. Frankfurt, a. M., 19. März. Tendenz: freundlicher. — Rachdcm der Reichspräsident die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens vorgenommen hatte, war die Tendenz wesentlich beruhigter. Die Stimmung wurde von einigen noch vorhandenen günstigen Momenten gefördert. Beachtung fanden vor allem noch die feste gestrige Reuyorker Börse, die vorteilhaften internationalen Geldmarktverhältnisse: der Medio zeigte diesmal nur ganz geringfügige Beanspruchung, und der relativ gute Abschluß der Commerz- und Privatbank, sowie die gestern schon in Börsenkreisen wahrgenommene Bekanntgabe der Dedi-Bank, daß mit einer Kürzung der Dividende nicht zu rechnen sei, befriedigten sehr. Die Gerüchte, die im Zusammenhang mit der Farben-Aktie aufgetaucht waren, wurden jetzt in Börsenkreisen selbst nicht mehr geglaubt. Der Montanmarkt eröffnete freundlicher; die Kulisse schritt weiter zu Rückdeckungen, so daß gegenüber der gestrigen gebesserten Abendbörse weitere Kursbesserungen eintraten. Das Geschäft konnte aber im allgemeinen keine größere Bedeutung annehmen, da der Ordereingang immer noch unbedeutend blieb. Etwas mehr in den Vordergrund treten konnten Siemens, die 3 Prozent fester eröffneten. AEG. lagen 1,75 Prozent gebessert. Sonst kamen hier Erstnotizen nicht zustande. Am Chemiemarkt wurden anfangs nur Farben notiert, die 2 Prozent fester lagen. Der Montanmarkt fand auch heute geringe Beachtung. Rheinstahl konnten jedoch mit plus 2 Prozent etwas an die Spitze treten. Mannesmann waren leicht erholt. Am Kunstseidemarkt machten die Besserungen weitere Fortschritte. Aku lagen bei Rückkäufen 3,75 Prozent höher. Einiges Interesse machte sich noch für Karstadt mit plus 1,5 Prozent bemerkbar. Don Verkehrswerien eröffneten A.-G. für Verkehrswesen mit plus 1,5 Prozent etwas gesucht. Hapag waren vernachlässigt. Zellstoffwerte bis 3 Prozent fester. Danken waren bei kleinen Umsätzen gut gehalten. Von Bauunternehmungen lagen Wayß & Freitag weiter angeboten und erneut 2 Prozent schwächer. Renten still. Deutsche Anleihen blieben leicht erhöht. Rachdem nach Festsetzung der ersten Kurse erneut geringfügige Besserungen eingetreten waren, wurde die Tendenz später auf Realisationen etwas schwächer, und das Kursniveau muhte sich um 1,5 Prozent unter Anfang senken. Die Grundstimmung der Börse blieb aber zuverlässig und.freundlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent weiter leichter. Am Devisenmarkt war Spanien wieder etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1929, gegen Pfund 20,3850, London gegen Kabel 4,8620, gegen Paris 124,30, gegen Mailand 92.85, gegen Madrid 38,70, gegen Schweiz 25,1250, gegen Holland 12,1250. Berliner Börse. Berlin, 19. März. Schon im Vormittagsverkehr und an der Vorbörse kündete sich eine f r e u n d l i ch e re Tendenz an, für die eine Reihe günstiger Momente mitbestimmend war. Die Llnterzeichnung des Liquidationsabkommens mit Polen durch den Reichspräsidenten und die Annahme des Republikschuhgesehes im Reichstage bewirkten eine wesentlich beruhigtere Beurteilung der innerpolitischen Lage. Die noch immer zunehmende Verflüssigung der internationalen Geldmarktverhältnisse lieh die Hoffnungen auf eine Diskontsenkung bedeutender Plätze berechtigt erscheinen. Auch aus der Industrie wurden anregende Rachrichten bekannt. So übten die angeblich guten Fortschritte der Stickstosfsyndikatsverhandlungen und die Erllärung der J.-G.-Farben bezüglich des guten Stickstofsabsahes im Jnlande einen kräftigen Stimulus aus. Zu den ersten Kursen erfuhr das Riveau fast durchweg eine Hebung von 1 bis 2,5 t>. Sy, ohne daß die ilmfatjtätigteit' eine besonders rege war. Am Kalimarkt konnten Salzdetfurth von den gemeldeten amerikanichsen Oel- bohrungen in Deutschland, bei denen auch die deutsche Kaliindustrie mitwirken soll, stärker profitieren. Der Kurs besserte sich um 5 v.H. Auch J.-G.-Farben setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Siemens waren 4 v. H. gebessert. Solingen- Siegen waren mit 19 v. H. recht fest. Ferner konnten sich Polyphon, Hotelbetrieb und Aku plus 4 v. Sy, Zellstoff Waldhof, Farben, Licht & Kraft und Schuckert plus 2,25 bis 2,75 v. H. über den üblichen Rahmen hinaus bessern. Etwas schwächer eröffneten Junghans mit minus 1 v. H. und Akkumulatoren, bei denen die gestrige Erklärung der Verwaltung verstimmte, mit minus 1,5 v. H. Deutsche Anleihen und Ausländer ruhig, aber nicht unfreundlich. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war leicht. Tagesgeld 4 bis 6 v. H., teilweise 3,75 v. H. Sonst waren die Sähe unverändert. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, und es kam zu weiteren Besserungen, die für die Hauptwerke bis zu 2 v. H. gingen. Die anfangs erwähnten Papiere standen weiter im Mittelpunkt des Interesses. Später lieh das Geschäft nach, nachdem die Deckungen beendet waren, die freundliche Grundstimmung konnte sich jedoch behaupten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. März. Auch heute trat am Produktenmarkt keine Belebung des Geschäfts ein. Die Händler blieben zurückhaltend, zumal jegliche Anregungen fehlten. Das Jnlandangebot war wieder sehr gering, so dah bei einiger Rachfrage in Weizen eine Besserung bis zu 0,50 Mk. eintrat. Auch Roggen konnte sich, hiervon beeinfluß, später bis zu 0,50 Mk. befestigen. Dagegen war das Angebot in Sommergerste etwas größer, bei nachgebendem Preise. Don Futtermitteln konnten Mais etwas anzieheu, ebenso Roggenlleie. Der Mehlmarkt war still, die Preise blieben gut gehalten. Cs wurden notiert: Weizen 26,50 bis 26,75; Roggen 17; Sommergerste für Brauzwecke 16,75; inl. Hafer 15,70 bis 16; Mais (gelb) für Futterzwecke 14,75 bis 15; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 37,75 bis 38,50; Roggenmehl 24.25 bis 25,50; Weizenkleie 8,10 bis 8,25; Roggenkleie 8,50 Mark. Tendenz: befestigt. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 10. März. In der Rächt vom 23. zum 24. Juli v. I. nach der Kirchweihe kam in einem benachbarten Dorfe ein schon längere Zeit bestehender Familienzwist zum offenen Ausbruch. Der Rachtwächter des Orte- bot den Gästen einer Wirtschaft, darunter seinem Schwager und dessen Söhnen, den drei Angeklagten, wiederholt Feierabend. Dem Gebot wurde aber keine Folge geleistet; vielmehr erhielt der Rachtwächter von dem älteren der Söhne einen Stoß wider die Brust, so daß er die nach der Straße zu führende Treppe hinuntertaumelte. Er ging daraufhin zurück und verbat sich ein derartiges Verhalten. Rach seinem Weggehen verließen auch die Angeklagten die Wirtschaft, und es erfolgte auf der Strahe ein Zusammenstoß zwischen ihnen und dem Rachtwächter. Die von jetzt ab folgenden Geschehnisse sind in Dunkel gehüllt, namentlich nachdem auch die beiden Söhne des letzteren auf der Bildfläche erschienen waren. Die zum Teil sehr bedenklichen Zeugenaussagen widersprechen sich erheblich und wurden nur mit großer Vorsicht Eingenommen, so daß das Ergebnis der Beweisaufnahme nut ein dürftiges fein konnte. Beide Parteien standen sich feindlich gegenüber, auf der einen Seite 'die drei Angeklagten, Dater mit zwei Söhnen, auf der anderen Seite der Rachtwächter mit zwei Söhnen. Mindestens ein Teil der Genannten geriet in ein Handgemenge, und im Verlaufe desselben wurde mit Stöcken und Sillscheiten auseinander losgeschlagen, auch gestochen, ja selbst gebissen. Die Schuldfrage konnte jedoch nicht geklärt werden, zumal sich die Beteiligten auf Rotwehr beriefen, und auch eine solche nicht ausgeschlossen war. Der Kampf zog sich schließlich in den Hof des Rachtwächters, der ganz in der Rähe wohnte. Wer die Eindringlinge gewesen sind, konnte auch hier nicht fest- gestellt werden. Rur der jüngere der beiden angeklagten Brüder gab selbst zu, an dem Aushängen des Hoftors beteiligt gewesen zu fein. Er wurde auch wegen Hausfriedensbruchs verurteilt, ebenso sein älterer Brüder, der dem seines Amtes waltenden Rachtwächter einen Stoß wider die Brust verseht hatte, wegen Widerstands. 2m übrigen erfolgte Freisprechung wegen mangelnden Beweises. Die beiden lieber- führten erhielten verhältnismäßig geringe Geldstrafen, da die Erregung infolge des Familienzwistes strafmildernd in Berücksichtigung gezogen wurde. Der Jüngere stand schon einmal aus Anlaß desselben Zwistes vor Gericht und erhielt damals ebenfalls wegen Widerstands eine Geldstrafe. Der größere Teil der Straftaten blieb aus den oben angedeuteten Gründen un- gesühnt. * Gießen, 10. März. In der Rächt vom 14. zum 15. September v. I. benahm sich ein Arbeiter in einer Wirtschaft gegen die Gäste derart ungebührlich, dah er vom Wirte hinausgetan wurde. Er ging heim und erwartete dann einen der Gäste, der mit ihm im gleichen Hause wohnte. Dieser ahnte nichts Gutes, und andere Gäste begleiteten ihn zu seiner Unterstützung. Auf dem Flur kam es auch zu Tätlichkeiten. Der vorbestrafte und wegen Trunksucht entmündigte Angeklagte stach aus dem Schalterfenster seiner Türe blindlings nach den Außenstehenden, die sich gegen die Türe stemmten, um sein Her- auskommeu zu verhindern. Er traf einen am Halse und den anderen in der Hand. Rotwehr, auf die sich der Angeklagte berief, lag nicht vor. Er war auf Grund der Beweisaufnahme als der angreifende Teil anzusehen und erhielt einschliehlich einer Strafe wegen Bedrohung eine einmonatige Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung. Ein schon mehrfach vorbestrafter früherer Rechtskonsulent dahier, der zur Zeit Strafe vcr- büht, hat es durch schwindelhafte Manipulationen einem damals in Untersuchungshaft befindlichen hiesigen Schneider und dessen Vermieterin gegenüber fertiggebracht, dah diese ihm fast die ganze Habe des Gefangenen, soweit sie leicht transportabel war, überließ, die der Angeklagte in seine Wohnung schaffte, angeblich zur Aufbewahrung, damit während der Untersuchungshaft nichts verloren gehe und nichts gepfändet werde. Als später auf Anzeige die Polizei einschritt, fand diese einen Teil der Gegenstände noch vor, bzw. brachte sie wieder herbei, andere, und zwar die wertvolleren, waren nicht mehr vorhanden; sie sind fraglos von dem Angeklagten verbraucht oder veräußert worden. Er berief sich — jedoch erfolglos — darauf, der Schneider sei ihm noch Honorar für erteilte Auskunft u. dgl. schuldig und er habe sich lediglich Deckung verschaffen wollen^ Der Angeklagte erhielt 3 Monate Gefängnis. ------------- ) — Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 o. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H. faanklurt a. w. | 3crlln Schluß« | l.llhr. Schluß.! Anfang» rure Kurs lurd ; Nurei Datum •8 i. 19 3 18 d 19. d- 6% Deutsche Reichoameihe vo» 1927 7% Deutsche iRcidioanlctlie 87 — 86.9 — von 1920 $ent|dte 21nl.«tiblöl.-echul6 mit — — 98 — Auelol.-Rechten >1.75 51.8 51,75 51,75 DeSgl. ohne Ausloi.-Rechte 8% Heil. iSolfoftaat von 1929 8.4 — 8,13 8.4 (rfichablb i'>2%) Oberhellen Provinz - Anleihe mit Aullol.-Rechten 86.25 — 87 — 49 — Deutsche flomm. Sammclabl. Anleihe Serie t 8% faankf Hup.Bank Koldpfc 49.75 — 50 — XIII unfünhbat bis 1931 96.5 — — — 7% faankl Hnv-Battk Goldvfe unkündbar bi» 1932 4%% Rhciniiche Hnv-Bank 85,75 — - - Stau. (Mol&pfe. 82.9 — — — 8% Pr. LandeSpfandbriclanslalt, Piandbriefe R. 17 6% Pr Vanorepfanbbrirfanftalt, 97 — 97 — Komm.-Obl. R. 18 7% Pr Laitdcspfandbrlcfanstall, 94 — 94 — Pfandbriefe R. 10 89 — 89 —— A.V.G abfl. Borkrieao-Obligatio- nen. tüdtablbar 1932 92 — - 4% Ocstrrreichiichk Woierentr 28.5 28,75 4,20% Orlterrelchilche Silberrente 4% Oekierrrichiiche Einheitliche 5 — 4,75 — Rente 2,7 — 2.8 2,75 4% Unfladldir ÖJolbrcnte /6.05 — 26 4% Ungarische Staaiorente v. 1010 23 26 72,9 — 4H% ocffll. von 1013 24,75 24,25 4% Unfladldif Kronenrente 2,4 — 2.4 2,45 4% lürtildte gollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anl 6.4 6.25 6.55 Serie 1 6.4 —- 6.5 * 4% OHfll Serik 11 5% Rumanilch, vereint, Rente 6.4 —- 6,5 6,4 von 1003 21.226 — H.I3 4H% tRumdnlidif verbind Rente 17.1 von 1913 . - — 17,2 4% Rumänische tietrinb. Rente . 8,9 — 9 — Frankfurt a.M. Scrlln e-schtuß« 1 lurS | 1-Uhr« Kur> Schiuß- lur* Anfa. g< Kurs Datum 18 3 19 3- 18 3- 19. 3. ^amburg-Amerika 'Baki 7 '05,5 105 105 105,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 — — 159 —- Hanta Dampfschiff . 10 - — — —- Norddeutscher Llohb . . 8 107.25 —— 107.25 108 Allgemeine DeutscheCrediianst. 10 '20.25 —— 120 25 120.5 Barmer Bankverein 10 128 128 127,5 128 Berliner Handelsgesellschaft 12 168 — 168 168 (sommerz- und Privat-Bank 11 '55.25 155,25 ■ 55 25 155 25 Tarmstädter und Nationalbanl 12 226.5 — 226 226.5 Deutsche Bank und Diöconto Gesellschaft, . • 10 143.75 144 143,5 143 Dresdner Bank .... e . 10 '45,5 145.5 145.5 145-5 MeichSbank ...» 12 277.5 — 277.5 279,75 A.E.K......... 8 160 161,75 159.75 161,75 Bergmann...... . s — — 191,75 194 Cleltt. LieserungSgesellschaft • 10 — — 158 159.5 Licht und Ära ft 10 164 —— ■64,25 166 75 falten & Guilleaume . Ü)r|eU|(hQfi für Elektrische IVt 124 1— 124 123.5 Unternehmungen 10 168 — 168.25 169 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 — — 129,75 129.5 Rheinische Elektrizität . 11 —■ — — — Schlesische Elektrizität. . e . 10 — — 160 161.25 Sdiudert & (So. . ... 11 — — 180 182,4 Siemens & Halske . • . M e 16 241 244 240,5 244,5 Diansradio . . . . • • M e . 8 — — —- — Labmever & (So..... • • 10 '63,5 — 163 — Buderus . . • e M . 6 75,5 — 74,25 74,5 Stu riebe Erdöl . . • • e e . 6 — — 97 98.5 . V — — 140.75 Geilenkirchener . . . . 8 ■ 37.5 — 137,75 138.4 Harpener .... e e . 0 130 — 129,25 129.25 Hoejch SUcn...... e e 6Vi — — 105,25 — ftile Bergbau..... e e 10 — — — 251 Mocknermerke . . . 101 — 101 — Küln-Neuelien . . . . . 7 — — 103 103.75 Mannesmann-Röhren . • e . 7 103 103,5 102.65 102.75 Manrfelder Bergbau . Obedchlel. Silenbebarf . • • . 7 . 6 — 102.25 67 103 Cbetidilel Kokcwerte . e • . 7 — ** 98 99.25 Phottir Bergbau Rheinische Braunkohle» - - W. 10 eS 101 230 101 235 . 6 — 113 111 112.6 Ricbeck Montan . . . . — 93 l 93,25 Frankfurt a 2)1. Berlin (vchiuß« l hird । l«Ubr« K rrf Schluß« ■ furd | Anfang- Kurd Datum 18 3 19. 18 3 19. 3 Bereinigte Stahlwerke . 94,5 — 94.75 95.5 Otavi Äinen 16'/. — — 56 56,4 .(Kaliwerke Aschersleben . e . 10 206 — Kaliwerke Westeregeln . O . 10 209 — 209 —— Kaliwerke Gahbetfurtb . • . 15 353 — 351.75 356.75 I. G. farben-gnbuftfte. . 12 156,5 158,5 156 158,5 . . 6 . . 9 ■ 46.5 ■r— — — Goldschmidt ■ • • • • e • . 5 66 — — 67 RütgerSwerke . . . • • . . 6 74.5 —— 74,5 74,75 MetallgelcMchast. . . . . . 8 103 104.5 104,25 — PHUtvp Holzmann . . . . . 7 95 —- — 95,5 Zementwerk Heidelberg • . 10 127,25 — — — Cementwerk Karlstadt. . • . 10 144 — — — Warth Lfaebtag . . • . . 8 78 76 76.25 — Schultbets Pavenhoser . . 15 - 266,9 268,5 Lstwerke ..... . 12 — — 210,13 211.5 01 hi ..... . 18 87 90.75 86 89 Bemberg.....- • Zellstoff Waldhof . . . e . 14 143 — •41,25 142 9 13'/. — 203,75 201 203 75 Zellstoff Alchaffenburg . • . 12 ■51,5 — 151 *— Charlottenburger Waller • . . 8 -- — 96,75 97.5 Tellauer Mas . . e . . 9 ■■ • '65.5 167 Daimler Motoren . . e . . 0 16,5 — 36,5 37,5 Deutsche Linoleum . . « 234 233,5 — Malchinenbau A.-G. . . e . . 0 — — 44.75 45 Rai. Automobil . . • e • . 0 — — 17 Lrenstein L Koppel . • . . 6 — ■ 72 — Leonhard Tietz . . • • • . 10 153 — 152.5 SvenSka - - — 337 337 faankfurter Matchuten . . . 4 — - 35 — «rinnet . - e . . 6 40.75 - 40 — Henligenstaebl . . . . . 0 — - — — Nunghans . . . . Lechwerke . . . . . . 6 . ■ 8 35 105 36 — - Mainkroftwerke Hvchfi a. M. 8 —* —— — Miog - . . . 10 130 — ■ 28.5 128,5 Gebt Roeder . . . e . 10 104 — — — Boigt & Haefwer . • • Süddeutsche Zucker • • a . . 9 . 10 218 151,5 152 218 150,25 1 - Banknoten. Berlin, 18. Mörz Selb Brles Amerttannche 'Jioten..... Belgische Noten ....... Dänttche Noten ....... Englische Noten ...... Französische Noten ...... Holländische Noten ..... italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Ccftcrr .ülOOÄTonen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten z/eoiftnmarfl Berlin 079 58,31 111,83 20,325 16.367 167.56 21,99 111.78 58,83 2,46 ■12-20 80.99 53,22 12,37 73.02 - Frankfuc ' 4,199 58,55 112,27 20,405 16,427 168,24 22.07 112.22 59.07 2.48 112.64 81,31 53.42 12,43 '3.32 a. M. ■ 8. J)iän ■ 9. Dldni Amtlich, Notierung Amtliche Notierung Geld »riet Geld Sriei Amtt.'RoN. 167,90 168,24 167,94 168.29 Bun--AireS 1.557 1.561 1.566 1.572 Brn. Antw. d8 275 58,495 58.365 58.485 Edrilliania. 112.25 112,27 112,05 112,27 Kovendag.m H2.12 112,34 112,12 112,33 Stockholm . '12,46 112,68 112,46 112.68 HelsiuaforS. 10.542 10.562 10,538 10.558 Italien. . . 21,93 21,97 21.925 21,965 London. . . 20.363 20,403 20.36 20,40 Neuyork . . 4.1895 4,1975 4,1875 4,1965 DariS.... >6,385 16.425 16.38 16.42 Schweiz .. 81.06 81.22 81,045 1.205 Sva kn • 53.00 53,10 52,35 52 45 Japan . . . 2.068 2.072 2,070 2,074 »io de Jan 0.488 0.490 0.4855 1.4875 Wien in D-» Ceit. abgest 18.995 59.115 58.995 59,115 Prag . . . 12,41 12,43 12,408 12,438 Pel i rad - . 7,399 7.413 7,399 7,413 Budapett. . /3.195 73.335 73,13 73,31 Bul orten 3,039 3,045 3,037 3 043 Vnlabon 18.81 18.85 18,82 18 86 Tami a • 31.385 81,545 81.385 81,525 Konst ntin. 1,784 1,788 1,785 1.789 Athen . - 5,425 5.425 5.425 5.435 Lanada 1,1845 4.1925 4,1845 4.1925 Uru uay • . 3,676 3.684 3.676 3.684 Cairo • • • 20,88 20.92 20,88 20,92