15 den o£N[ rKr tlge T> ?^Qn« -s- L'K ^scfuX; Krr ti6?14 % ' *■ s.wt “WH " Mt 313V = MB »15. mi dem Deg btl verlaust werden: Mn:_____ la 13b 14a 14b ter 2,54 9,76 2,36 7,6414,661,68 1,67 7,72 1,921,05 'M ,87 3,7dl,36 ,M3,ch,6i ,53 4,6711,13 [,09 5,3(4 OM 2,17 1,24| 2,21! genese». Für den jerroaltung gültigen Ml 2 Lochen.- iönnen von mir un- mit der Susichrist Uhr, an den Lbcr« i. /Nähere Austunst n, Lilhelmstraß^ lömtlidlt Sorten Kunst- düiW losenberg. ule^ooelSbtrfl« Mittwoch, 19. Hebruar 1950 180. Zahrgang Nr. 42 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerntäts-Vuch- und Steindruckerei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulltraste 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr Friedl Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernft Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biebern Eriche int täglich, autzer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsorechanschlüffe unter Sammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sietzen. poitschectlonto: $ronffurt am Main 11686. Die Kabinettskrisis in Frankreich. Die französische Kammer hat dem Finanz- Minister Cheron eine Niederlage bereitet, 06= wohl er noch am 15. Februar scheinbar die Kammer von der Zweckmäßigkeit seinen finanzpolitischen Maßnahmen überzeugt hatte. Die Gründe jur diesen Sturz sind in gewissen inneren Vorgängen zu suchen, die teils mit dem Haushalt für 1 930, teils aber auch mit der Einführung der Sozialversicherung zusam- inenhängen. Frankreich, das immer so gern von sich behauptet, an der Spitze der ^Zivilisation" zu marschieren, kennt weder eine Kranken noch Altersversicherung für die Arbeiter. Sehi. wahrscheinlich würde keine französische Regierung aus den Gedanken verfallen sein, eine Zwangsversicherung einzuführen, hätte sie nicht in Elsaß- Lothringen einen sehr deutlichen Anschauungsunterricht empfangen. In Elsah-Lothringen ist nach der Wegnahme dieser Provinzen durch Frankreich die deutsche Sozialversicherung aufrecht erhalten geblieben mit dem Erfolg, daß hier die Bevölkerungsbewegung und die Sterblichkeitsziffer viel günstiger sind als im übrigen Frankreich. Run hängt das nicht allein mit der Sozialversicherung zusammen, sondern auch mit den Lebensgcwohnheiten des Durchschnittsfranzosen, der aus Sparsamkeit in Krankheitsfällen lieber einen Quacksalber um Rat fragt als einen Arzt. Weder Poincare noch Briand haben das soziale Versicherungswert in der Kammer und im Senat durchbringen können. Erst Tardieu ist diese Aufgabe zugefallen, die damit auck die stärkste Belastung für sein Kabinett bar "eilte. Die Parteien, auf die fich Tardieu stützt, sind zum Teil ausgesprochene Gegner der Sozialversicherung^ während die Sozialisten den Fortschritt der Beratung in der Kammer unterstützten. Es sind sehr einflußreiche Kreise am Werke, um Frankreich vor leber Soziallast zu bewahren, weil sie sofort zu einer ungewöhnlichen Steigerung der Produktionskosten der Wirtschaft führen müsse. Die Gegner der Sozialversicherung weisen auch darauf hin, daß die Arbeitslosigkeit in England und Deuts ^land zu einem guten Teil aui die durch hohe Soziallasten überhöhten Produktionskosten und der dadurch geschwächten Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder zurückzuführen sei. Als Finanzminister konnte Cheron der Karniner eigentlich einen sehr guten Haushalt für 1930 vorlegen. Die Steuerlast von zehn Milliarden Mark ist zwar für ein Bierzigmillionenvolk hoch aber dieses Bierzigmillionenvolk ist das reichste Volk der Erde. Die niedrigen Ar- ’ beitslbhne haben es der französischen Wirtschaft möglich gemacht, die Kohlenförderung, die Eisen- I und Stahlerzeugung so stark zu steigern, daß Frankreich heute schon Rohstahl ausführen muß. I während es nur noch geringe Mengen Kohlen (inzusühren braucht. Offenbar hat sich Tardieu ganz als Beauftragter der französischen Wirtschaft gefühlt, denn wenn die Saarverhandlungen sich heute so hinschleppen, so entspricht das durchaus der Politik Tardieus, der, tote er auf Anfrage wiederholt öetont hat. das Saargebiet nur freigeben will, wenn Die Saargruben mittelbar rber unmittelbar weiter zur Verfügung Frankreichs bleiben. Weil Cheron aus Steuern und Zöllen mehr Geld einnimmt, als er verbrauchen lann, so hatten die Regierungsparteien vielfach erwartet, es werde Steuersenkungen auf -er ganzen Linie geben. Sie haben das auch schon ihren Wählern in Aussicht gestellt, immer aus dem soziologischen Gefühl heraus, daß der Franzose nur ungern Steuern zahlt. Cheron hatte aber nicht die geringste Absicht, irgend- welche Steuern zu senken, vermutlich deshalb, weil nach einem Scheitern der Londoner Flottenverhandlungen Frankreich gezwungen werden könnte, für die Aufrüstung zur See neue Mittel bereitzustellen. Wenn sich aber fetzt schon im Haushcht lleberschüsse ergeben, so meg es Cheron finanzpolitisch für zweckmäßiger gehalten haben, diese lieber>chüsse einstweilen anderswo unterzubringen, um sie später für Rüstungszwecke sofort zur Verfügung zu haben. Und dies „später" kann ja schon in allernächster Zeit eintreten. Der Finanzminister Cheron war also bei der Kammer mißliebig. Daß er aber von einer so geringen Mehrheit gestürzt werden konnte, ist ein Beweis dafür, daß die Regierungsparteien über den inner politischen Lauf der Dinge verärgert finb. Ob Tardieu selbst das Schicksal vom Haupte Cherons hätte abwenden können, ist eine müßige Frage, denn die parlamentarische Technik ist doch den Kammerparteien durchaus geläufig. Wenn ein Minister die Vertrauens- frage stellt, und dies im Einverständnis mit dem abwesenden Ministerpräsidenten geschieht, Io sind die Folgen nach der einen wie nach der anderen Seite klar vorgezeichnet. Tardieu liegt mit einer diplomatischen Grippe zu Bett, die !ich bei ihm just zu der Zeit einstellig als er durch seine Denkschrift die Londoner Verhandlungen torpediert hatte. Das ist, von Frankreich gesehen, kein Mißerfolg, sondern das gewollte Ergebnis, einer vielfach verschlungenen Politik, die rücksichtslos das eigene Interesse selbst auf Kosten des europäischen Frierens zu wahren sucht. Die französische Rechtspresse fordert Tardieu auf, zu bleiben oder wie- rerzukommen, wobei nicht einmal die Ausschiffung Cherons als parlamentarisch notwendig bezeichnet wird. Da weder eine ausgesprochene Linksmehrheit noch eine Rechtsmehrheit in der Kammer vorhanden ist, so muß auch der Rachfolger Tardieus seine Politik mit den Gruppen machen, die schon Poincare getragen haben. Aber es ist nicht so sehr die Außenpolitik, die auf dieser Regierunaskrise lastet al^ vielmehr das innerpolitische Gegeneinander um Steuersenkungen und Sozialversicherung. Zehn Milliarden Mark Steuern sind den Franzosen zuviel, wobei auch diese Last nicht einmal voll auf den Schultern des französischen Volkes ruht, sondern zum Teil von Deutschland mitgetragen werden muß. Andrs Tardieu, der Präsident des Finanzminister Chsron, dessen Un- Pomcars wird nach seiner Gene- aestürzten Kabinetts. Nachgiebigkeit das Mißtrauens- jung u. a. als Nachfolger Tardieus votuin der französischen Kammer genannt. verursachte. Wer wird Tardieus Nachfolger? Paris, 18. Febr. (C.N.B.) In der Besprechung I der Lage nach dem Sturz des Kabinetts Tardieu gehen die Meinungen weit auseinander. Die Presse | scheidet sich, wie vorauszusehen war. Die rechtsstehende Presse glaubt sagen zu können, daß Finanz- minlster Cheron durch die gestrige Abstimmung allein berührt worden sei, und daß Tardieu als erfolgreicher Unterhändler im Haag und als Retter der Unterseeboote in London vom Präsidenten der Republik lvieder berufen werden würde. Die sozialistischen, radikalen und gemäßigten, die Politik der mittleren Parteien vertretenden, Blätter dagegen stellen fest, daß die Zusammensetzung der Mehrheit, die gestern das Kabinett gestürzt Hal, eine ausgesprochene Linksmehrheit war, und daß infolgedessen der Präsident der Republik einem links gerichteten Politiker die Regierungsbildung übertragen müßte Wem? In erster Linie nennt man Briand der jedoch keine besondere Neigung empfinden dürfte, die innerpolitischen Kämpfe, d:e die Lage nunmehr erfordert, durchzuführen. Man nennt auch einige radikale Senatoren, an der Spitze Albert Sarraut, ferner Clemente! und auch Steeg. Niemand jedoch erwähnt die beiden radikalen Abgeordneten, die gestern die Krise herbeigeführt haben, die Abgeordneten L a m o u r e u x und Chautemps Das „Echo de Paris" will erfahren haben, daß Tardieu nicht geneigt fei, das Ministerium zu bilden, wenn der Präsident der Republik ihm die Kabinettsbildung anvertrauen wollte. 'Brioni) sei nach Paris gekommen, um seinen Arzt zu konsultieren. Er halte die Rückkehr Tardieus für wahrscheinlich Aber selbst wenn Tardieu sich überzeugen lassen sollte, müßte man sich fragen, ob er Cheron, der doch der getreue Bollst r e ck e r seiner Anordnungen gewesen sei, fallen lassen werde. Das erschwere die Lage. Das Blatt glaubt übrigens, daß, wenn Tardieu nicht berufen wird, Briand in Frage tomme, daß aber dann Tardieu dem Kabinett nicht angehören werde. Ein Kabinett Poincare sei nicht möglich, weil Poincare noch schonungsbedürftig sei. Der sozialistische „Populaire" schreibt: Der Sturz des Kabinetts wird niemanden überraschen: trotz der 40 Vertrauensvoten, deren Tardieu sich rühmen kann, hat er doch n u re ine prekäre Existenz geführt, die tagtäglich schwieriger wurde. Die Rechte seiner Mehrheit forderte von ihm unaufhörlich neue Pfänder und griff schonungslos Briand, Loucheur und Cheron an. Jetzt ist der große Bluff zu Ende. Man wird hoffentlich abrüden von diesem Realismus, der in Worten kühn, in der Tat aber so wenig fähig war. Der „Exelsior" hält neben einem Kon» zentrationskabinett Tardieu. dem Männer wie Briand und der Rad kalsozialist Chaut.mps an- gehören, ein Kabinett Poincare für möglich Die „Republique", das Blatt des bisherigen Vorsitzenden der Radikalsoz.alisten Da- laöier, seht sich für eine Vereinigung der Linksparteien ein, die die Regierung übernehmen müßten. Aufrechterhaltung der Laiengesehe, Einhe tFchule, Sozia v r,ich rungs- gefeit, Vereinigte Staaten von Europa, umfangreiche Slluererleicht rungen müßten die Programmpunkte einer Linksregi ru g Darfkl en, an der Die Radikalen sich beteiligen würden. Auch die radikale „Ere Rouvelle", das Blatt Herriots und Caillaux', spricht sich eindeutig für eine Regierung der Linksmehrheit aus. Der rechtsgerichtete „Homme Libre" spricht von einer lächerlichen Abstimmung. Man könne sich die Männer wie Tardieu an den Fingern einer Hand abzählen, die in drei Monaten solche Leistungen im In- wie im Ausland hervorgebracht hätten. Haussuchung bei den Kommunisten Auf Beschluß oes Reichsgerichts. - Oie Polizei ordert im Berliner Karl- Liebknecht-Haus kommunistische Hetzschriften zu Tage. Berlin, 18. Febr. (1BIB.) Durch Beschluß des Vierten Strafsenats des Reichsgerichts vom 15. Februar 1930 ist in der Lrmittlungssache gegen unbekannt wegen Vorbereitung des Hochverrats die Durchsuchung des Karl-Lieb- knecht-haufes in Berlin, insbesondere der Abteilung „Vervielfältigung", ungeordnet worden. Ls handelt sich, wie der Polizeipräsident nvHeilt, um die Zersehungsschrift „was müssen wir Pollzeibeamte jetzt tun? Polizeibeamte als Opfer des Zoungplans" und um Material, aus dem sich ergibt, daß diese Schrift in dem genannten Gebäude hergestellt worden ist. An der Durchsuchung und Absperrung waren insgesamt etwa 100 Schutzpolizei- und 140 Kriminalbeamte beteiligt. Die Aktion dauerte von 10.30 bis 13.30 Ahr. 3m Haufe wurden zehn Personen f e st g e n o m m°e n , die die Beamten in ihrer Amtshandlung zu stören versuchten. Neun von ihnen sind nach Legitimierung wieder entlassen worden; ein Mann wurde dem Poiizeipräfidium zugesührl. Ein Angestellter hatte Druckschriften und anderes Material in einen Koffer verpackt und versuchte ihn im Fahr- stuhlschacht dem Zugriff zu entziehen. Das Material wurde sichergestellt. Die Durchsuchung förderte mehrere Zentner Druckmaterial zu läge, das sich mit der Zersetzung der Reichswehr und Schutzpolizei besaht, und außerdem Broschüren und Flugblätter, d e auf Grund gerichtlicher Beschlüsse aus zurückliegender Zeit der Beschlagnahme unterliegen. Ferner wurde umfangreiches Material über den verbotenen Roten Frontkämpferbund, ;. T. aus neuester Zeit, gefunden und beschlagnahmt. Gegen 13.30 Ahr war die Durchsuchungsaktton der Kriminalpolizei im Liebknecht- Haus beendet. Die Kriminalpolizei hatte zwei Lastkraftwagen mit beschlagnahmten Schriftstücken beladen, die unter Bedeckung nach dem Polizeipräsidium geschafft wurden. Beim Abrücken der Polizei sammelten sich große Menschenmaf- sen an, die mit „Rieder"- und „Rotsront"-Rufen eine Säuberungsoktton notwendig machten. Dabei kam es in den Nebenstraßen des Bülowplahes zu Widersetzlichkeiten. So gelang es in der Linienstrahe der Menge, einen Polizeibeamten von feinem Trupp abzudrängen. Als die Menge gegen ihn oorging und ihm bereits den Tschako vom Kopfe geschlagen hatte, zog der Beamte seinen Revolver und feuerte einen Schreckschuß ab. Darauf hinzueilende Beamte befreiten ihren Kameraden. Zur Zeit durchstreifen die Patrouillenwagen der Schupo die Zugangsstrahen und zerstreuen die Ansammlungen. Gesandter Köster gestorben. Belgrad, 19.Febr. (WB.) Der deutsche Gesandte Dr. Köster, der an einer Blinddarmentzündung erkrankt war, ist gestern um 19.20 Ahr verstör- ben. Der Zustand des Gesandten hatte sich In den Nachmittagsstunden rasch verschlimmmert. Das her; begann gegen 6 Ahr völlig zu versagen. Am Totenbett befanden sich die Gattin des Gesandten, Pros. Wenkebach und die anderen behandelnden Aerzte. Die sterblichen Aeberreste des Gesandten wurden heute früh im Gesandtschaftsgebäude aufgebahrt. Morgen vormittag findet auf der Gesandtschaft die Trauer feier, unter Beteiligung der amtlichen Kreise statt, woraus der Trauerzug von der Gesandtschaft zum Bahnhof geht. Die Aeberführung nach Berlin-Hamburg erfolgt mit dem fahrplanmäßigen Fernzuge, der Donnerstag mittag um 12.20 Ahr von Belgrad abgeht. Die Blätter widmen dem verstorbenen Gesandten an führender Stelle lange Artikel, in denen sie feine großen polittfchen Fähigkeiten rühmen und die per- fönlidjen Sympathien heroorh^ben, die Dr. Köster hier in allen Kreisen besah So schreibt „Polittca" u.a.: Solche ausländische verlret. r sind selten. Wer einmal das Haus Dr. Kös'-'-s betrat, muhte sein Freund werden. Sein Verlust t nicht nur für die Familie und für Deutschland chwer, sondern auch für uns. * * * Adolf Köster hat ein Alter von nur 46 Jahren erreicht. Er war zunächst PrivatDozent. währe d Des Krieges Dann als Kriegsberichterstatter an verschieDenen Franken und wurde bei Kriegsende von seinen sozialdemokratischen Parteifreunden alsbald herangezogen: Abgeordneter bei der ersten Reichstagswahl und zunächst Mitarbeiter in der Reichskanzlei, dann StaatskominU- sarsürdieAbstimmunginSchleswig- H o l st e i n. Hier hat er sich allseitig anerkannte nationale Verdienste erworben. Im März 1920, nach dem Kapputsch, berief ihn Hermann Müller als Außenminister in sein Kabinett. In dieser Eigenschaft gehörte Köster Der Regierung nur drei Monate an, drei Monate, Die freilich zu Den schwierigsten der ganzen Rachkriegsepoche zählten. Mit dem Sturz Der Regierung Hermann Müller gab Köster zwar fein Amt an Dr. Simons ab, folgte aber schon im Oktober des gleichen Jahres einem Ruf als Reichs rnini st er des Innern und blieb in diesem Amt bis zum Rovember 1922. Rach feinem Rücktritt wurde Köster zum Gesandten in Riga ernannt und verblieb auf diesem Posten fast sechs Jahre. Im Juli 1928 übernahm er den Gesandtenposten in Belgrad, auf dem er gleichfalls mit schönem Erfolg wirkte. In letzter Stunde. Ein Aufruf zur grundlegenden Aendcrung unserer Wirtschaftspolitik. Berlin, 18. Febr. (WTB.) Mehr als 200 führende Persönlichkeiten der Wirtschaft und Wissenschaft veröffentlichen zu Der Wirtschafts- und finanzpolitischen Lage Deutschlands eine E r ° tlärung, in der es als unerläßlich bezeichnet wird, die Finanz - und Wirtschaftspoli- tit grundlegend zu ändern. Sie müsse cito heillich und folgerichtig auf die endgültige Ordnung der öffentlichen Finanzen und auf die Steigerungder Produktivität der deutschen Gesamtwirtschast eingestellt werden. Die durch die äußeren Verpfl ch- tungen verschärfte Verantwortung des Reiches für die Finanzgebarung auch in Ländern und Gemeinden erfordere, daß die Ordnung der öffentlichen haushalte als eine einheitliche Aufgabe von Reich, Ländern und Gemeinden betrachtet und unter Führung des Reiches durchgeführt werde. An die Durchführung des Neuen Planes könne aber auch nicht gegangen werden, wenn nicht die Erkenntnis verwirklicht werde, daß die Verpflichtungen nur aus einer lleberschüsse erzeugenden Volkswirtschaft aufgebracht werden können. Die gegenwärtige Finanzpolitik, die die notwendigen lleberschüsse in ro e i t e ft e m Umfange roeg ft euere, sei hiermit wirtschaftlich und politisch u n d e r e i n = bar. Die Steuern müßten insbesondere an den Stellen gesenkt werden, wo diese Senkung am wirksam st en den Kapitalschwund und der Kapitalflucht entgegenwir- t e n. In der Förderung der gewerblichen und landwirtschaftlichen Produktion und in der Verbreiterung und Hebung des Wohlstandes in den weitesten Schichten unseres Volkes sehen Die Unterzeichner der Erklärung eine Vorbedingung für den nationalen und kulturellen Aufstiea, der aber» nur erreicht werden könne, wenn die Wirtschaft sich ihrer vollen Verantwortung gegen Staat und Volk bewußt sei und der Staat die Erfordernisse einer streng sachlichen Wirtschaftspolitik erfülle. Zu den Unterzeichnern des Aufrufes gehören neben zahlreichen anderen bekannten Männern und Frauen des öffentlichen Lebens Oberbürgermeister Dr Adenauer, Prof. A n s ch ü tz, Prof, von B a t o ck i, Dr. v. B o r s i g, Dr. Eckener, Abraham F r o ro e i n , Prof. v. Harnack , Dr. Heim, Graf von Kalckreuth, Graf Kanitz, Geh. Rat Kastl, Dr. Krumb haar, Dr. Hans Luther, Dr. Melchior, Prof Planck, Dr. Poensgen, Dr. Rave ne, General Reinhardt, Dr. Röchling, Dr. Schacht, Pros. Ser ing, Dr. Siloerberg, Dr. Solmssen, Prof. So in bart, Dr. Springorum, Prof. Triepel, Franz Urbig, Freiherr von Wongenheim- Kleinspiegel. Oer Einzelhandel fordert energische Einsparungen. Gegen die Urnsatzsleucrerhöhung. Berlin, 19. Febr. (Priv.-Tel.) Die Hauptge meinschaft des Deutschen Einzelhandels hat an die Reichstagsabgeordneten ein Schreiben gerichtet, in dem sie 3u den Steuerplänen und Vorschlägen zur Finanzreform, insbesondere zur Frage der Umsatz- steueryöhung Stellung nimmt. Die Hauptgemeinschaft ist der Ansicht, daß die Fundierung der ichwebenden Schuld von Reich, Ländern und Gemeinden, so dringend notwendig sie erscheint, trotzdem nicht in einer Weise überstürzt werden darf, daß dadurch die notwendigen Steuersenkungen für die Wirtschaft wegfallen. Die .Konsolidierung kann in dem erwünschten Umfange ohne weiteres erfolgen, wenn ein Teil der schwebenden Schulden durch Ausgabenerspar- nisse abgedeckt wird. Eine Senkung der Ausgaben um n u r 5 d. 5). gegenüber dem Jahre 1929/30 würde genügen, um sowohl rechtzeitig die notwendige Abdeckung der Schulden, als auch die für die Wirtschaft in der Zeit der Depression unerläßliche Antriebskraft durch Senkung der Steuern herbeizuführen. Rur auf diesem Wege tonn auch das erstrebte Ziel einer E n t l a ft u n g des Geld- und Kapitalmarktes durch die öffentliche Hand erreicht werden. Mit besonderer Schärfe wendet sich der Einzelhandel gegen denVorschlag einerEr- höhung der Umsatzsteuer von 3/< a u f l P r o z e n t . da eine solche Maßnahme das gesamte deutsche Preisniveau aufs unheilvollste beeinflussen würde. 3n allen Stufen der Produktion und der Verteilung würden innerhalb der Volkswirtschaft Preiserhöhungen mit Rotwendigkeit auftreten müssen, die eine weitere Verteuerung der Lebenshaltung in Deutschland unausweichbar nach sich ziehen würden. Nicht nur für den Absatz deutscher Erzeugnisse im Ausland würden sich dadurch nachteilige Folgen ergeben, besonders auch innerhalb Deutschlands wären alle Verbraucherschichten durch eine solche Maßnahme mit einer weiteren Senkung ihres Aealein- kommens bedroht. Hinzu kommt, daß durch eine solche Erschütterung des Preisniveaus vermittels einer Aenderung der Umsatzsteuer die getarnte Wirtschaft in Unruhe verseht wird. Das kleinere Liebel sieht die Hauptgemeinschaft, wenn schon Steuererhöhungen notwendig sind, in der Erhöhung von Steuern auf den entbehrlichen Verbrauch. Die angeregte 5- prozentige Senkung der öffentlichen Ausgaben würde eine Einsparung von rund einer Milliarde Mark bedeuten, wodurch 300 Millionen Ml. dem Reichsetat, 700 Mill. Mk. bei den Ländern und Gemeinden eingespart werden könnten. Oer innerhessische Kinanz- ausgleich. Meinungsverschiedenheiten zwischen Staat und Kommunen. Darmstadt, 18. Febr. (WTB.) Zu der Ent- , schließung des Landgemeindetages und der 'neuerlichen Entschließung des Hessischen Städte- ta g es zum Sparprogramm der Regierung schreibt das hessische Regierungsorgan heute unter anderem: Es braucht nicht besonders ausgeführt zu werden, daß wir in wesentlichen Punkten anderer Ansicht sind. Die Entscheidung über die Sparmaßnahmen wird beim Parlament liegen, dem es unbenommen bleibt, Abänderungsvorschläge zu machen. Allerdings hat die hessische Bevölkerung ein Anrecht darauf, zu fordern, daß die gesamten Einsparungen nicht unter dem von der Regierung Gießener Gtadttheater. Shakespeare: „Wie cs Euch gefällt." .....Die ganze Welt ist Vühne, Und alle Fraun und Männer bloße Spieler. Sie treten auf und gehen wieder ab, Sein Leben lang spielt einer manche Rollen, Durch sieben Akte hin ..." 11,7. Dieses Werk, comedy, steht in der nahen Rachbarschaft des „Sommernachtstraumes" und mit diesem ungefähr in der Mitte zwischen der „Komödie der Ortungen" und dem „Kaufmann von Venedig", die man etwa — weniger zeitlich als wesenhaft — als die äußersten Grenzpole in der Reihe der shakespeareschen Lustspiele bezeichnen darf. Es hat weder die oberflächliche Theatergeste des nur auf wirksame Schwanksituationen und die primitiven Effekte der ewigen Verwechslung ausgehenden Iugendwerles mit den beiden Zwillingspaaren nod) hat es den bis hart an die Grenze des Tragischen vorstoßenden Ernst im Charakterspiel und Rckssenkamps des venetianischen Shylock, wo das bunte Komödiengewand nur mühsam den sehr bitteren Kern der Handlung zu üoer- decken vermag. Vielmehr ist es, wie der „Sommernachtstraum", ein Märchen, aber doch ohne des len ganz illusionistische Operngebärde, ohne auch seine überirdisch schwebende Stimmung und olympisch unbeschwerte Heiterkeit völlig zu erreichen: „Wie es Euch gefällt" ist ein ernsthaftes Märchen. ein mit sanfter Melancholie und philosophischer Grübelei verbrämtes Lustspiel, das ganz allmählich, Schritt um Schritt, aus anfänglicher Strenge zur gelösten, befreiten, tänzerischen Melodik seines Schlußaktes hinfindet. Denn der Ausgangspunkt, der erregende Antrieb der Fabel ist in der Tat ein vollkommen ernstes und schwerwiegendes Dramenelement, ein Stoss für Trauerspiel und Staatsaktion: das Motiv der feindlichen Brüder, das hier noch in seiner generationenmähigen Verdoppelung — die beiden Herzöge und die beiden Söhne des Freiherrn Roland de Boys — erst recht nachdrücklich gemacht wird. ♦ Auch die shakespeareschen Humore in diesem Drama sind, wie schon angeocutet wurde, von besonderer Art. Der Dichter verzichtet hier ebenso auf die flachen Spässe des Mummenschanzes oder einer unwahrscheinlichen Doppelgängerei, wie vorgeschlagenen Maße bleiben. Rach einer Hinsicht sind die Aeußerungen der Städte und Landgemeinden aber zu begrüßen: Sie rollen die Frage des innerhessischen F i - nanzausgle ichs auf. Damit wird die agitatorische Stellungnahme zu den Sparmaßnahmen der Regierung auf das sachliche Gebiet übergeführt, auf dem sich alle Erörterungen zu bewegen haben. 3n der Denkschrift über den Etat ist bereits gesagt, daß wohl nirgends der Staat den Gemeinden gegenüber so ungün - st i g basteht wie in Hessen. Rach einwandfreien, vom Reich gelieferten statistischen Unterlagen ergibt sich folgendes Bild: Hätte Hessen einen Lastenausgleich nach dem Durchschnitt der Ander, so würden die Städte und Gemeinden acht Millionen weniger Ein - n ah m en haben. Das Land Hessen braucht also gegen eine Aufrollung dieser Frage keinen Einwand zu erheben. Die anderen Ansprüche treten demgegenüber völlig in den Hintergrund. Regierungskrisis in Sachsen. Rücktritt des Kabinetts Bänger. Dresden, 18. Febr. (WTB.) Der Landtag nahm nach mehr als vierstündiger Aussprache die Abstimmung über die gegen das Kabinett Dünger eingebrachten Mißtrauensanträge vor. Für den kommunistischen Mißtrauen s- a n t r a g stimmten 45, dagegen 42 Abgeordnete bei neun Stimmenthaltungen. Der Antrag ist damit abgelebt, da die erforderliche Mindestzahl von 49 nicht erreicht ist. Hieraus wurde die Abstimmung über den nationals ozia- listischen Mißtrauensantrag borge- nommen. Für diesen stimmten 63, dagegen 24 Abgeordnete bei neun Enthaltungen. Landtagspräsident Weckel stellte fest, daß der nationalsozialistische Mihtrauensantrag angenommen und der Regierung Dünger damit das Vertrauen entzogen sei. Ministerpräsident Dr. Dünger erklärte hierauf den Rücktritt der Gesamtregierung. Das Kabinett wird bis zur Bildung der neuen Regierung die Geschäfte weiterführen. — Das seit dem Juli 1929 amtierende Kabinett setzte sich aus Dolkspartei, Wirtschaftspartei, Deutsch- nationalen und Altsozialisten zusammen. Oer deutsch-polnische Roggenexpori- Vertrag unterzeichnet. Warschau, 18. Febr. (WTB.) Heute wurde in Warschau der deutsch-polnische Roqgenerport- vertrag unterzeichnet, der die Teilung der Exportquoten für Roggen im Verhältnis 40 (Polen) zu 60 (Deutschland) vorsieht. Die Derkaufstransaktio nen werden von einem gemeinsamen Derkaufsbureau durchgeführt. Der Vertrag läuft bis zum 1. Juli 1931. Beide Regierungen haben sich gemeinsam verpflichtet, die Ausfuhr von Roggen außerhalb der vom gemeinsamen Bureau durchgeführten Transaktionen durch Prämien nicht zu unterstützen. Der Qkrtrag sott in den nächsten Tagen in Kraft treten. ' ie Einigung über die Deckung des DMs im Reichshaushalt. Berlin, 19. Febr. (Priv.-Tel.) Wie die „Nationalliberale Korrespondenz" mitteilt, dauern die Verhandlungen des Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer über den Etat 1930 und seine Deckung unvermindert fort. In der Sitzung des Reick>skabinetts vom 17. Februar, die sich bis in die späten Nachtstunden erstreckt hat, haben die Beratungen über die Ausgaben immerhin in den wesentlich st en Punkten zu einer Einigung geführt. Der Reichsfinanzminister hat dabei die Zustimmung des Kabinetts für Ressortabstrich-Vorschläge gefunden, die eine Ersparung von über 80 Millionen Mark bringen sollen. Das Kabinett hat bei diesen Verhandlungen die Deckungsfrage noch nicht erörtert. Diese soll nach wie vor zunächst mit den Parteien geklärt werden, allerdings auf der nun etwas festeren Basis, die die Beschlüsse des Kabinetts über den Ausgabenetat gebracht haben. In den Besprechungen Dr. Moldenhauers mit den Finanzministern der Länder hat sich bereits die eine Tatsache herausgestellt, daß die geplante Erhöhung der Umsatzsteuer um 0,25 o. H. kaum noch durchführbar erscheint. Di«Ä wird vor allem deutlich an der Haltung der Parteien selbst, in denen der Widerstand gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer fortgesetzt steigt. Die Sozialdemokratie sieht in der Umsatzsteuer eine einseitige Belastung der Derbrauchermassen und hat bereits wiederholt durch ihre Presse erttären lassen, daß eine solche Reubelastung der Konsumentenschaft für sie untragbar fei. Der Ausgleich müsse in anderer Weise gefunden werden. Es ist deshalb von dieser Seite der Vorschlag gemacht worden — der auch in einzelnen Zentrumskreisen einen gewissen Anklang gefunden hat — durch ein auf der Einkommensteuer ausgebautes und auf ein Iahr befristetes Rotopfer die erforderliche Deckung zu finden. Dieser Plan muß jedoch völlig abwegig erscheinen. Schon bei der Begründung seiner Deckungsvorschläge hat sich Dr. Moldenhauer immer entschieden gegen jede Erhöhung der Einkommens- und Vermögensbefteuerung erklärt. An dieser Stellung des Reichsfinanzministers hat sich nicht das Allergeringste geändert. Es ist auch absolut falsch, daß, wie ein Berliner Mittagblatt berichtet, der Reichsfinanzminister sogar schon vom Kabinett ermächtigt worden sei, durch ein solches Rotopser den noch zu deckenden Fehlbetrag für die Ar- be itslvsenversicherung auszubringen. Daran ist auch nicht ein einziges Wort wahr. Die ganze Deckungsfrage ist tm Kabinett überhaupt noch nicht verhandelt worden. Die an der Regierung beteiligten bürgerlichen Parteien, vor allem aber die Deutsche Dolkspartei, muhten auch schon einem solchen Vorschlag ihre Zustimmung schon unbedingt deshalb versagen, weil er die von der Reichsregierung seit langem gegebenen Zusicherungen auf Umgestaltung der Steuerpolitik zugunsten einer wirksamen Sapllalbilduug und eines allgemeinen Lastenabbaues bet Wirtschaft und damit der Produktion völlig außeracht läßt, ihnen vielmehr direkt entgegenwirkt. Inwieweit in pieser Frage eine Klärung der Gegensätze zu erreichen ist, steht dahin. Im Zusammenhang damit gewinnt eine andere Frage an Bedeutung, nämlich die Frage, ob sich die Mchrhett des Reichstags darauf beschränken will, für den Etat 1930 nur die sogenannte „kleine Deckung" durchzuführen. Für diesen Fall müßte das Defizit des Jahres 1928, das zunächst feine Deckung im Etat 1930 finden sollte, in den Etat 19 31 hinübergenommen' werden. Die inzwischen erfolgten Besprechungen mit dem Reichs- bonkpräsidenten Schacht haben bereits ergeben, daß van dieser Seite gegen ein solches Vor^hen keine Bedenken erhoben werden. Die Ansichten über die Zweckmäßiakeit einer „großen" oder „kleinen" Deckung sind schwer gegeneinander abzuwägen, auf die handgreifliche und barocke Derbheit der Handwerkerharlekinaden und Rüpelscherze. Vielmehr: die Heiterkeit des Stückes ist in ihrem Grundakkord so gestimmt, daß man sie am am sinnvollsten mit der rokokohasten Anmut und beseelten Grazie einer Mozartmusik vergleichen kann; die Liebesszenen der Rosalinde, Celia- Aliena und Orlando, und etwa auch der entzückend schatthafte Epilog sind ganz erfüllt davon, und man hat in den repräsentativen Ausführungen des Lustspiels die Handlung immer gern mit mozartischer Musik durchflochten und melodiös untermalt... Aber solche Heiterkeit ist wiederum kontrapunktiert von den närrischen Weisheiten des Drobstein, der zum Rüpel zu intelligent und zu höfisch ist, und von der philosophisch-melancholischen Weltbetrachtung des Monsieur Jaques. Er spricht die Verse, die wir an den Anfang gestellt haben; sein Humor ist hintergründig und tiefsinnig. Er mag blasiert sein und ist in der Tat von etlichen Auslegern ein Snob geheißen worden; aber er spricht vielleicht auch manchmal, Chorführer ohne Chor, Worte des Dichters über den Sinn seines Werkes und gibt den märchenhaft-heiteren Geschehnissen die schicksalmäßige Deutung. Dieser Jaques ist wohl sogar die modernste Gestatt in dem alten Stück. (Vor ungefähr 330 Jahren ist es entstanden.) Unö wenn man Shakespeare mit seinem Lustspiel „Wie es euch gefällt“ als einen Vorläufer des großen Rousseau gepriesen hat, denn hier die Flucht in den Ardennenwald sei wahrhaft wie eine befreiende, von allem liebel und von allen Welthändeln erlösende Heimkehr zur Ratur durch ihn gestaltet worden, —: so sollte man auch spüren, wie in den Versen des Jaques ein Weltgefühl sich ausspricht, das unserem eigenen Empfinden noch viel greifbarer nahegerückt ist als das berühmte Evangelium des weiland Genfer Apostels Rousseau. In solchen Versen scheint nicht nur der auf Welt und Menschen lächelnd heiabschauende, über Bühne und Masten meisterlich herrschende Dich, ter sich gleichnishaft auszusprechen.... sie klingen uns merkwürdig gegenwärtig und vertraut und manchmal wie aus der wienerischen Schule vom Ende des vorigen Jahrhunderts, wie von Schnitzler ober von Hofmannsthal, aus dem „Anatol", aus dem „Jedermann" oder dem „großen Welt- theater". An einem so sinnfälligen Beispiel erweist sich dem heutigen Leser und Hörer vielleicht am eindringlichsten und klarsten die untoanbefbarc Zeitlosigkeit und die von den Jahrhunderten unangerührte Gültigkeit des alten Werkes. — * Es war einer der feinsten Abende, die uns unser Theater in dieser Spielzeit beschert hat; wir kennen die hervorragende Ausführung, die Darnowsky vor fünf Jahren mit der Dergner herausbrachte, und haben gleichwohl gegen die hiesige, die unter Tanner t s Regie stand, kaum etwas einzuwenden. Es sei denn dies, daß der ernsthafte Unterton, der durch die fünf Akte mit» schwingt, die schwermütige Philosophie, worin die heitere Märchenhaftigkeit der Vorgänge tief- finnig gespiegelt wird, im Ganzen ein wenig zu kurz kam. Run, die äußere Wirkung hat das gewiß nicht geschmälert; alles war auf Helle, sanfte Akkorde gestimmt; die Szenerie war jederzeit von Humor umschwebt, von der schwerelosen Stimmung erfüllt und von dem Charme getragen, der das Lustspiel zu einer der liebenswertesten Dichtungen Shakespeares macht. Dabei zeigte die Ausführung eine Menge persönlicher Züge und guter Einfälle, die Tannerts Regiebegabung ins beste Licht stellen. * Cs muß an dieser Stelle auch gleich der vortrefflichen Helfer gedacht werden: Löffler hatte entzückende Dekorattonen gemalt, mit viel Herz und viel Blumen und ganz in den Stil und die Atmosphäre des Werkes eingefügt. Fritz Cui e dirigierte die geschickt zusammengestellte, verbindende und begleitende Bühnenmusik, die gerade hier ein fast unentbehrlich mitspielendes Element bildet. Beleuchtung: Keim; schöne Kostüme von Huber. * Die Rosalinde ist eine der lieblichsten Frauengestalten, die Shakespeare geschaffen hat; mit ihrer Besetzung steht unb fällt jede Ausführung von „Wie es Euch gefällt". Hier wird sie von Jngeborg Scherer gegeben; das ist eine Rolle nach ihrem Herzen unb ihren schauspielerischen Gaben, und es ist das Reifste, was wir feit langer Zeit von ihr zu sehen bekamen. Sie gibt hier alles ohne Zwang, was die Gestalt verlangt: die leise Betrübcheit und die große Der- liebtheit, die Schalkhaftigkeit und die Freude am Doppelspiel unb über allen Szenen, auch da, wo sie eigentlich ein mutiger Mann zu sein hat, die unncrftcTltc Anmut ihres Geschlechts. Reben Rosalinde steht Celia, von Ganymed unzertrennlich die verwandelle Gefährten im Walde, Aliena. Trude Heß brachte die zärlliche, liebend und schelmisch für sorg ende Äamerabin brillant heraus, am hübschesten gleich zu Anfang im ersten Akt, an Herzog Friedrichs Hofe. weil heule kaum jemand mit Gewißheit übersehen kann, wie sich die politischen Derhättnisse im nächsten Jahre und damit auch die Voraussetzungen für ein umfassendes Steuersenkungsprogramm entwickeln werben. Eine Erleichterung in diesen Auseinandersetzungen wird jedenfalls eine Klärung des Streits über die Regelung der Arbeitslosenversichernngs- fragc bringen können. Doch auch in dieser Frage werden die Verhandlungen noch fortgesetzt. In der am Dienstag stattgesundenen Parteiführerbesprechung sind noch feine abschließenden Ergebnisse erzielt worden. Der Finanzminister wird infolgedessen zunächst die Verhandlungen in itdenSozialver- sicherungskörpern zu Ende führen, die ja gegen volle Bürgschafts- und Sicherheitsteistungen des Reichs durch Darlehen über einen Teil des Desi- zits 1930 und 1931 hinweghelfen sollen. Die Sozialdemokratie scheint ihren Widerstand gegen eine solche Regelung aufgeben zu wollen, wenn ihr eine Zusicherung gegeben werden kann, daß das Reich die einmal übernommenen Haftpflichten nicht für die Zeit ab 1932 versagt; es ist aber fraglich, ob sich eine bürgerliche Partei dazu verstehen kann. * * * Zu den Ministerien, die sich zu Abstrichen in ihrem Etat bereit erklärt haben, gehört wie alle übrigen Ministerien auch das Reichs- w eh r m i n i ste r i n m. Es ist selbstverständlich Sache des Reichswehrministers selbst, zu entscheiden, wo er Ersparnisse machen will. Völlig unrichtig ist es, daß der Reichssinanzminister ein Reto gegen den Bau des Panzerkreuzers B eingelegt habe. Wenn, auch für den Bau eines solchen Panzerschiffes kein Betrag jetzt in den Etat eingestellt ist, so ist doch spätestens im nächsten Jahre mit der Vorlage eines besonderen Programms für den Bau von Panzerschiffen zu rechnen. Der Kamps um den Sozialetat. Berlin, 18. Febr. (ERD.) Wie die Spätausgabe des „Vorwärts" mitteilt, ist im Reichskabinett über die Ausgabenansätze im Sozialetat keine Einigung erzielt worden. „Durch die Mehrheitsbeschlüsse des Kabinetts dürfte kaum das letzte Wort in dieser Sache gesprochen worden sein. Die Ausgaben für die W ochenhilfe sind von 29 Millionen auf 15 Millionen ermäßigt worden. Von den 40 Millionen, die aus den Zollerträgnissen für die Zwecke der Jnvalidenversorgung alljährlich zur Verfügung gestellt werden, sind 20 Millionen gestrichen worden. Sie sollen in den Etat 1935 (!) gesetzt werden. Bei den Kapitalabfindungen für Kriegsbeschädigte bleibt es bei der unzulänglichen Summe von 63 Millionen. Der Antrag, den früheren Ansatz von 88 Millionen wiederherzustellen. wurde abgelehnt. Die Entscheidung über die produktive Erwerbslosenfursorge wurde einstweilen ausgesetzt. Alle diese Entscheidungen wegen des Etats des Arbeitsministeriums sind gegen den entschiedenen Widerstand des sozialdemokratischen Arbeitsministers Wissell getroffen worden, der es auch ausdrücklich abgelehnt hat, diese gegen den Widerstand der sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder zustande gekommenen Beschlüsse des Kabinetts zu vertreten. Das schafft eine außerordentlich ernste Situation. Es ist selbstverständlich, daß die ganze sozialdemokratische Fraktion in diesen Fragen auf der Seite des Arbeitsministers steht." Kriegsopferversorgung und Reichs, haushalt. Zu den bevorstehenden Haushaltungsberatungen hat, wie man uns mitteilt, der Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener E. D. dem Reichstag eine Eingabe zugehen lassen. Dom plätschernden Wasserfall des Mädchenduetts wird der schüchterne Liebhaber Orlando ein wenig übertönt; doch gab ihn Arzdorf, ein blonder Troubadour, in guter Haltung und mit ritterlichem Anstand. * Den Probstein spielt Linkmann von Anfang an in . Öen Vordergrund der Szene; eine ausgezeichnete Leistung, sicherlich aus dem Zentrum seiner darstellerischen Kräfte heraus entwickelt, obwohl, wie wir früher sahen, der Umfang seines Könnens mit dieser Rolle nicht festgelegt ist. Aber der Rarr ist etwas für ihn, und er gerät ihm in allen Stücken; er trifft den shakespearischen Stil, hält ihn aus der schmalen Mitte zwischen Jaques und den Rüpelkomödian- ten und unterstreicht seine Beredsamkeit durch die tänzerische Eleganz, mit der er jeden seiner Auftritte rhythmisch gliedert und akzentuiert. * Als Jaques sieht man Sanncrt Eine heikle Aufgabe, fern vom Bezirk des Bonvivants. Er macht es auf seine Weise; nichts vom galligen Spott und der dämonischen Finsterkeit, mit der ihn Kortner vor Jahren umgab. Tannert spielt ihn als einen blassen, kränklichen Grübler, nicht so sehr als den Melancholiker von Geblüt, mehr die pathologischen Züge heraüskehrend, fast ein wenig auf den Dänenprinzen hin, doch ohne dessen Schärfe und glimmende Leidenschaft; man glaubt diesem Edelmann, daß er dem bekehrten Herzog Friedrich in ein Kloster folgen möchte. * Ron den übrigen — es stand jeder gut an seinem Platz — seien in Kürze genannt: W e - Jener (Le Beau), Hais (Oliver), Zingel und F a s s o 11 (die Herzöge), Jahn, Fuhrmann. Volck, Dom misch und Heitzig (das Echäservolk im idyllischen Ardennerwaldel. Es war ein schöner Erfolg. Riemand sollte versäumen, sich diese Aufführung anzusehen: es ist eine der besten, die wir in diesem Winter gehabt haben. Dr. Th. Sochschulnackrichten. — Der durch das Ableben des Geheimrats Pros. K. Heinsheimer an der Universität Heidelberg sreigewordene Lehrstuhl für Bürgerliches und Handelsrecht ist dem ordentlichen Professor an der Handelshochschule Berlin. Dr. Paul G i e s e ck e , angeboten worden. — Die Ernennung des o. Professors Dr. Gustav Hübe n c r von der Universität Basel zum or» deutlichen Professor der englischen Phllologie an der Universität Bonn als Rachfolger von Prof. W. Schirmer ist erfolgt. I ilg und Reichs- wrat Ski und Rodel sehr gut. 1 ■K3 O W Mhaltmgsberatun- nlt, der Zentral- ciegsbescyadlg- tcrbliebenet 6. igobc zugehen lassen. SFmwS Liebhaber Orlando ,ab ihn Arzdorf, guter Haltang und 3A-Coruna > SvUM. M die Spät. "e'It. ift im Reichs. lQtW im Sozial- ."Kielt Korden, lsse des Kabinetts rt in dieser Sache Ausgaben für bic ■9 Tiiltiomn aus t worden. Don den 'ollerträgnissen für enversorgung teilt werden, sind leix worden. Sir Mt werden. M en für Kriegs- der unzMnglicher Der Antrag, der. livnen wiederherzu- t. Die Entscheidung ; ilosensürsorgr wurde Ale diese Entscheides Arbeitsministe- entschiedenen zialdemvkrati- rs Dissell ge- ich ausdrücklich ab« »en Widerstand chen Kabinetts- immenen DcfWssc Das schafft eine Äon. Es rsi W* ioziatdemotrasischr i\ der Seite des 2t« © © Oslo _ Mit seiner Frau lebte er nicht gerade glücklich. Im Haus und bei der Feldarbeit roar die Frau fast stets allein. Als sie einmal Kartoffeln ablud, kam er aus dem Wirtshaus, schaute vergnügt durch das Kellerloch und rief seiner hart arbeitenden Frau zu: ,Iuckuck!" Darauf von unten die Antwort: „Wart', du Saufeul, ich komme gleich hinauf und gebe dir Kuckuck'." Und Peter bekam richtig feine Prügel. Doch die Rache ließ nicht lange auf sich warten. Eines Abends klopfte es an das Fenster. Einer feiner Wirtshausbrüder, den er wohl im Trünke etwas unsanft angeredet hatte, stand auf der Straße, und als Peter herausschaute, bekam er eine kräftige Ohrfeige. Er zog sachte den Kops zurück und saate mit unschuldigem Gesicht zu seiner Frau: „Du sollst einmal am Fenster gucken". Die Alte ging hin und erhielt auch richtig ihre Ohrfeige..." „3a," meinte unser Nachbar Konrad nach dieser Erzählung, „das waren noch Zeiten, da verstand man noch Spaß, aber heute? Gleich laufen sie aufs Amtsgericht, wenn irgend einmal einer ein Wort zuviel gesagt Hal." Konrad kann erzählen. Das wissen wir alle, und so findet er jeden Abend seine Zuhörer. m enl®itfeo, 'Ä.^'Wbei 11 »MeÄS olgedell-n " ttor i'Moä ^e9N- °Hen, tJ.efle,n eine ann, k’Jf eine äS« I •«ä| M für den Dar 'u Betrog jxhj 0 'st doch fff )tc mit der Dor, w für den Dar Laicn für Donnerstag, 2V. Februar. Sonnenaufgang 7.05 Uhr, Sonnenuntergang 17.24 Uhr. — Mondaufgang 1.39 Uhr, Monduntergang 9.51 Uhr. 1751: der Dichter Johann Heinrich Voß in Sommersdorf geboren (gestorben 1826); — 1810: die Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer und Peter Mayr erschossen (geboren beide 1767); — 1920: der Polarforscher Robert Peary in Washington gestorben (geboren 1856). Bornotizen. — Tageskalender fürMittwoch. Stadttheater: „Gräfin Mariza", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Kasperle-Vorstellung 14.15 Uhr, in Katholischen Ver- einshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weiße Schwester von St. Beith" und „Das rote Schwert". — Astoria-Lichtspiele: „Der große Diamantendiebstahl" (mit Tom Mix) und „Schatten der Nacht". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Operetten- Vorstellung „Gräfin Mariza" (Kalman), Gastspiel der Frankfurter Opcretten-Gastspiclc (Direktion Baars) beginnt um 19.30 Ahr. — Freitag, 21. Februar, erste Wiederholung von „Wie es Euch gefällt". - Sonntag, 23. Februar, 18.30 Ahr, „Die andere Seite" (Sherriff). — Für den Faschingssonntag, 2. März, ist als Premiere der ausgelassene Schwank „Weekend im Paradies' von Arnold und Dach festgesetzt. Dieses Stück hat bei seiner Berliner Premiere einen Serien- erfvlg erzielt. — Dom Konzertverein wird uns ge- schrieben: Das diesjährige große Chorkonzert des Konzertvereins (in Verbindung mit dem Akadr- mischen Gesangverein) findet am Montag, 24. Februar, abends 8 Ahr, in der Stadtkirche statt. Die Leitung hat Dr. Stefan Temes- v a r h. Zur Aufführung gelangt Mozarts Requiem, welches zuletzt 1905 unter Trautmann in Gießen gebracht worden ist. Als Sozialisten sind gewonnen: Frau Grete Korten (Sopran) aus Elberfeld, Frau Irmgard Heermann (Altans Gießen, Sjett Max Meili (Tenor) aus München, von der Iohannispassion uns noch in bester Erinnerung, und Herr Erich Meyer- Stephan (Daß) aus Frankfurt a. M. Den Orgelteil hat unser einheimischer Organist. Herr Rebeling, übernommen. Als Orchester ist das verstärkte Kammerorchester des Reichsverbandes deutscher Derufsmustker Frankfurt a. M. gewonnen worden. Das prachtvolle, so berühmte Chorwerk, das letzte des Meisters (gest. 1791), nimmt einen besonderen Platz unter den Kirchenkonzerten ein. Da große Nachfrage noch Einlaßkarten besteht, empfiehlt es sich für Rrcht- abonnenten, sich in der Musikalienhandlung von Ernst Challier rechtzeitig einen Platz zu sichern. 7 worin die den Haushalt berührenden Fragen der Kriegsopserversorguirg ausführlich behancelt werden. Leider seien Sparmaßnahmen zur Durchführung gelangt, die im Kreise der Kriegsopfer wegen ihrer Häufung unb wegen ihrer teilweise rigorosen Anwendung nicht anders als em Planmäßig durchgeführter Dersorgungsabbau empfunden wurden. ES sei zu fordern, zur Störung künftiger Kapitalabfindungen im neuen Haushaltsplan eine besondere Position »Kapitalab- findungen" aufzunehmen und darauf Wert zu legen, daß nicht nur die rechtlichen Ansprüche der Kriegsopfer, sondern in gleicher Weise auch deren moralische Ansprüche durch ausrercherche Etcitmittel sichergestellt würden. Die Rente der Kriegerhinterbliebenen müsse mit dem Maßstäbe der sozialen Dedürfnisse gemessen und diesen Bedürfnissen angepaßt werden. Dabei sei gleich der Einbau der Zusahrente in die Grundrente ms Auge zu fassen. Der Streit um die peil- behandlung für Kriegerhinterbliebene müsse durch die Schaffung eines Rechtsanspruches einem Ende entgegengeführt werden. Wichtig fei au nb 5er W £ erlich aus dem Zen St b-rruar. 1930 7* nam 3 en O woixemos. <$ neuer. <> naiD oenecKt. @ womig. e oenecKt •Keota * Schnee g Graupeln, a neoel K Gewitter.^)WindStilfe.«Q* Stif CKntcr Osi «lässiger süösuowesi (S siurmecner lorg-er» oie ^teiie fliegen mit dem wmoe. Die oeiaen Stationen stenenden Zaf^ len geven die Temperatur an. Die Limen tieromden Orte mit gleiche® «et nee/esoiveau umaereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Zentraleuropa wird weiter von hohem Druck beherrscht, der seit gestern keine wesentliche Aenderuna zeigt. Im Bereich seiner abfintenben Luftmassen ist die Bewölkung mehr zurückgegangen, so daß durch bas Aufklaren ber Frost roieber etwas angezogen hat. Im nörblichen Deutschland lagen die heutigen Morgentemperaturen bis zu 5 Grad unter Null. Die Hochdruckwetterlage halt noch stand, und durch nächtliches Aufklaren dürfte auch in unserem Bezirk der Frost noch etwas zunehmen. Im übrigen herrscht trockenes Wetter und tagsüber geringe Bewölkung. Wettervoraussage für Donnerstag: Zeitweise leicht wolkig, sonst vielfach heiter, trocken, Nachtfrost. Witterungsausfichten für Freitag^ Trockenes, teils nebelig-wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, Temperaturen nachts noch unter Null. Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 1,5 Grab Celsius, abends 1,1 Grad; am 19. Februar: morgens —0,9 Grad. Maximum 1,5 Grad, Minimum —1,1 Grad. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar: abends 0,4 Grad; am 19. Ke- bruar: morgens 0,2 Grad Celsius. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskops: Klar, minus 5 Grad, 24 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. — Her» chenhainer Höhe: Klar, minus 4 Grad, 20 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Taunus. Kleiner FeIdberg: Klar, minus 6 Grad, 24 Zentimeter Pulverschnee, Sport- möglichkeit für Ski und RodÄ gut Sauerland. Winterberg: Bewölkt, minus 6 J©rab, 115 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, minuS 3 Grad, 10 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Harz. Braunlage: Rebel, minus 6 Grab. 25 Zentimeter Pulverschnee; Sportmöglichkit L Tour; üai CT45 q 6 J£> ^RinnS 5=5- rermünt JKnF -0 r, ■aris JrrrzflKL 01154 im Alter von 17 Jahren. In tiefer Trauer: Margarete Nuhn Heinr.ch Nuhn Karl Nuhn. Leonhard Nuhn Luise geb. Sommeriad Wilhelm Nuhn Treis, Beuern, Burkhardsfelden, Wieseck, den 18. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 20. Februar, um 2 Uhr statt 1408 L> Am 18. Februar starb nach kurzem, schwerem Leiden unsere geliebte, gute Tochter, unsere treue Schwester Anna Am Dienstagvormittag um 5 Uhr verschied plötzlich und unerwartet im Alter von 43 Jahren meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Fran Else Weites Sei. Wicke In tiefer Trauer: Ferd. Scheites nehsl Kindern und Angehörigen. Gießen, Kassel-Wilhelmshöhe und Bissenberg, den 19. Februar 1930. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Netten Friedhofes aus statt. Arbeitsvergebung. Für die Gemeinde Dannenrod sollen etwa 300 cbm Quellschürfungsarbeiten vergeben werden. 1434D Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem Hessischen Kulturbauamt Gießen offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Samstag, dem LUlär) 1930, vormittags 10 Uhr, einzureichen find. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 15. Februar 1930. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Stadttheater-Wvnnemeiii Die Einlösung des sechsten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse — Johannesstraße 3 — zu erfolgen, und zwar: 1452C Donnerstag, den 20. Februar, für die Freitags-Abonnenten, Freitag, den 21. Februar, für die Diens- -iags-Abonnenten, Samstag, den 22. Februar, für die Mittwochs-Al, onnenten in der Zeit von 10—13 und 16—18 Uhr. Rach Einzahlung auf Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 37210, Kasse des Stadttheoters Gießen, erfolgt Uebersen- düng der Abonnementskarten. Die zu zahlende sechste Rate betrügt für: Proszeniumsloge, Rangloge und RM. 1. Rang (Reihe 1—2) 12 1. Rang (Reihe 3—4), Sperrsitz (Reihe 1—11) 10 Logenrückplatz, 1. Rang (Reihe 5—6), Sperrsitz (Reihe 12—14) 8 Sperrsitz (Reihe 15—18), 2. Rang (Reihe D 6 2. Rang (Reihe 2—3) 5 2. Rang (Reihe 4—5) 3 Die Einlösung der Abonements muß vor der 21. Abonnementsvorstellung erfolgt sein. Gießen, den 18. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Donnerstag, den 20. Februar 1930 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen". Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1455D ein Klavier, vier Schreibtische, drei Nähmaschinen, inen Instrumentenschrank, einen Teppich, eine Haarschneidmaschine, eine Standuhr, einen Bücherschrank, zwei Büfetts, drei Kredenzen, ein Klubsofa, eine Schreibmaschine, ein Grammophon, 15 Grammophonplatten, einen Divan, zwei Spiegel, ein Verti/o, einen Regulator, zwei Sofas, eine Ständerlampe, eine Vitrine, eine Chaiselongue, eine Ladeneinrichtung, drei Ladentheken, einen Bilderschrank, ein Motorrad, eine Bohrmaschine mit Motorbetrieb, zwei Tische, 15 Stühle, 500 Scheuertücher, 15 Dosen Obst- und Gemüsekonserven, 22 Meter Uniformstoff, 14,40 Meter Anzugstoff, 27,50 Meter Mantelstoff, 4,00 Meter Litewkenstoff, 51 Meter Futterstoff, 51,50 Meter Wattierleinen. Bestimmt: ein Personenauto (kleiner Opel), einen Warenschrank, 32 Scheuertücher. Dem Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 Fagd-Verpachtung. Samstag, den 22. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr, wird im alten Schulsaale, dahier, die der Gemeinde Beuern zu- stehende Jagd, bestehend in 308 Hektar Wald und 658 Hektar Feld, mit gutem Rehbestand auf sechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird, daß die Grenze % Stunde vom Bahnhof Großen-Buseck entfernt und daß Autooerbindung vorhanden ist. Beuern, den 13. Februar 1930. 1337D Bürgermeisterei Beuern. Linden st ruth. Nutzholzversteigerung Nutzholzversteigerung. Nächsten Freitag, den 21. Februar 1930, wird im Gemeindewald Großen-Linden nachstehendes Nutzholz versteigert: ttiefern-Langhol;. N Klasse 2a 1 Stck., 0,54 fm „ 2b 11 „ 10,20 „ „ 3a 8 „ 10,67 „ „ 3b 5 „ 7,60 „ „ 4b 2 „ 4,02 „ A „ 4b 1 „ 2,11 „ „ 5 1 „ 3,21 „ „ 3a 1 „ 0,98 „ „ 4a 4 „ 6,06 „ Fichfen-Langhol;. N Klasse la 51 Stck., 7,82 km „ 1b 49 „ 13,84 „ „ 2a 12 „ 6,87 „ „ 2b 1 „ 1,12 „ „ 3a 1 „ 1,41 „ F p 1b 2 „ 0,60 „ Flchfen-Derbsfangen. Klasse 1 47 Stck., 4,23 km . „ 2 26 „ 1,56 „ ,, 3 6 „ 0,18 „ Siefern-Abschnitle. N Klaffe 1b 17 Stck., 3,55 km „ 2a 16 „ 5,86 „ „ 2b 8 „ 4,16 „ „ 3a 1 „ 0,53 „ „ 3b 3 „ 1,64 „ A „ 3b 1 „ 0,94 „ „ 4a 2 „ 1,49 „ „ 4b 1 „ 1,43 „ Eichen-Abschnitte. N Klaffe 1 8 Stck., 1,01 km „ 2 4 „ 1,32 „ „ 3 1 „ 0,56 „ Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Kreisstraße Leihgestern—Gießen, an der Schützenschneise. Großen-Linden, den 18. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. _____________Lang.________1457D Onalltätmware! Seefische und Filets Flußfische üll46 Alles in größter Auswahl! Fischhaus Cuxhaven jüarklBtre 14 Gießen Tel» 8417 Am Samstag, dem 22. Februar 1930, vormittags 10 Uhr, versteigert die Gemeinde Crumbach, Schutzbezirk Franken- bach, in der Gellerschen Wirtschaft folgendes Nutzholz: 1444D Cichenstämme: 2,17 km. Cichennuhscheit: 17 rm (2 m lang). Nadelholzstämme: 84,94 km v. Kl. la, 1b, 2a, 2b, 3a. Nadelholzstangen.- 656 Stück 1., 2., 3. und 4. Klasse. Herrmann, Bürgermeister. AttgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Gtadt Die rückständigen Beiträge zur Kranlenkaffe, Invaliden- und Arbeitslosenver- sicherung für den Monat Januar 1930 können noch bis zum 26. Februar 1930 ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann tägLauherSamS- tag bei unserer Kaffe von 9—1 Uhr oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Dr. Io833 erfolgen. Gießen, den 18. Februar 1930. Hinkler, Rechner. 1433D 01140 bei schwersten Brüchen. BersleUbarjnallen Teilen, daher bequemster u. zweckmäßigster Sih garant.! - Durch mein Band wird die taiMit verwend, mit bestem (St» folg„Fleischer'S Kugel- gelenk Bruchband" D. R.-Palenl — ohne Feder, ohne Gummi, ohne Schenkelriemen — selbst natürliche Heilung belrächtl. gefördert. Nur Maßansertigung. Vollkommen konkurrenzlos! Aerztlich be- gutachiet. Biele Dankschreiben. 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(Aufwertung), lautend auf Namen Karl Debus, Kro dorf. lAufwertung), lautend auf Namen Marg. Löffert, Gießen. (Aufwertung), lautend auf Namen Konrad Hof II., Großen-Buseck. (Auswertung), lautend auf Namen Karl Luh, Klein- Linden. (Aufwertung), lautend auf Namen Hrch. Noll VII., Gießen. ^Aufwertung), lautend auf Namen Lina Möhl, Gießen. Die Inhaber der genannten Einlagebücher werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese binnen drei IHonafen vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu machen, andernfalls die Krastloserklärung der Sparbücher erfolgen wird. 1440D Gießen, den 17. Februar 1930. Der Vorstand der Vezirksfparkaffe Gießen. Zacheis. iunocit d. Kolonial- waren- u. verwandt. Branchen au übern. Amo vorhanden. Schriiil. Angeb. unt. 01144 a. d. Gien. Anz. Bitte! Jg.Mann. vaterlos (fld. Kaukm.), auö- gesteuert, sucht Arbeit irgendwelcher Art. Schrtstt. Angebote unter 01120 an den Gieß. Anz. 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Schlossermeister Schäfer hatte sich mittlerweile beschwerdeführend an das Ministerium gewandt, ferner hat das Kreisamt die früher erteilte Genehmigung zum freihändigen Verkauf an die Firma Heinrich Schmidt I. aufgehoben und ersucht um nochmalige Entscheidung. Gemeindcrat Repp stellte nun den Antrag: »Sämtliche früher gefaßten Beschlüsse werden aufgehoben. Das Restgelände soll zur öffentlichen Versteigerung gebracht werden." 3n geheimer Abstimmung verfiel dieser Antrag mit 8 gegen 4 Stimmen der Ablehnung. Verschiedene Holzhändler waren zur Abgabe von Angeboten auf Tannennutzholz aufgefordert worden. Der Gemeinderat erteilte seine Zustimmung zum Verkauf folgender Mengen zu den angegebenen Preisen: 97 Raummeter Fichtenknüppel, den Raummeter zu 6,25 Mk., an die Firma 3ung & Co.. Klein-Linden, 224 Raummeter Fichtenscheit, den Raummeter zu 8,55 Mk., und 128,5 Raummeter Kiefernscheit, den Raummeter zu 7,20 Mk., an Wilhelm Reih, Rieder- Ohmen. Heber die Verwertung eines weiteren Postens Rutz- bzw. Bauholzes entschied man sich nach längerer Aussprache für die Abhaltung einer Versteigerung in der nächsten Woche, um namentlich den holzverarbeitenden Handwerkern Gelegenheit Aur Deckung ihres Bedarfes zu geben. Es handelt fich um ungefähr 18 Festmeter Eichenschnittholz, 70 Festmeter Eichenbauholz, 2C0 Festmeter Fichtenbauhvlz (meist 3., 4. und 5. Klasse) und 300 Raummeter Fichten- Rutzreiser. Wegen Unfallversicherung der Feuerwehrleute, die infolge eines Unfalles im vorigen Jahre angeregt worden war, ist von der Behörde die Antwort ergangen, daß zwar eine reichsgcsehliche Pflicht zur Unfallversicherung der Feuerwehrleute bestehe, die aber von der staatlichen Feuerlöschkasse übernommen werde. Das Schwesternhaus Ronnenweiher ersucht um eine Beihilfe zur Erbauungeines Altersheimesfür Schwestern. Aus dem Fonds, den der Verein der Hessen-Darmstädter in Reuhork gelegentlich eines Besuches Hierselbst der Stadt in Höhe von 1000 Mark zur Verwendung für besondere Fälle gestiftet hat, wurden zu dem Zwecke 50 Mk. bewilligt. Die Sperrung derTheo-Koch-Strahe für Auto- und Lastfuhrverkehr. die vor einiger Zeit beschlossen wurde, hat die behördliche Genehmigung erhalten und soll demnächst durchgeführt werden. Die von den beiden Sportvereinen erneut angeregte Herrichtung des Sportplatzes, außerdem die von einer Seite geforderte Verbesserung an den Straßen kann nach Mitteilung des Beigeordneten vorerst nicht vorgenommen werden, da die Mittel des Voranschlages für dieses Kapitel erschöpft sind, und sie muffen daher bis zum neuen Voranschlag zurückgestellt werden. Sie blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. 10 Fortsetzung Nachdruck verboten. Sie hörte nicht, was Schulhofs noch sprach. Sie stand am Fenster und sah hinaus. Ihr Körper bebte wie im Fieber. Endlich ging Schulhofs. Da fuhr sie herum. Mit schreckensvollen Augen starrte sie zur Tür. Sie machte ein paar Schritte vorwärts, blieb stehen und sah ratlos umher... Dann lachte sie schrill auf. War sie denn von Sinnen?... Wollte sie ihm gar noch nachjammern, der sie so gedemütigt hatte?... Weggeworfen hatte er sie, wie man ein Spielzeug wegwirft, dessen man überdrüssig geworden ist! Von ihrer Empörung gepeitscht, lief sie im Zimmer hin und her. O, wie sie ihn haßte, diesen Menschen, der kaltlächelnd auf sie verzichtete! Sie hatte gewähnt, ihn zu beherrschen..., nun zeigte er ihr, wie gering ihre Macht über ihn gewesen war. Ihr Selbstbewuhtsein hatte einen schweren Stoß erlitten. Wie Gift fraß diese Demütigung an ihr. Sie drückte wie besessen auf die Glocke. Die Zofe erschien: bestürzt betrachtete sie die Erregte. „Gnädiges Fräulein wünschen?" „Sagen Sie Herrn Winnajeff, ich würde mich freuen, wenn er mir etwas Gesellschaft leisten würde!" Es lag ihr nichts an dem Russen: auch ein anderer hätte an seiner Stelle kommen können! Sie brauchte jetzt einen Mann um sich..., einen Mann, der sie liebte..., der sie begehrte .... und wenn er sie an sich reißen und sie küssen würde.., sie würde ihm jetzt nicht wehren ... Sie brauchte dies, um sich ihrer Macht wieder bewußt zu werden..., sonst erstickte sie. Das Mädchen trat ein. „Herr Winnajeff wird sogleich kommen!" Beim Abendessen sagte Honnecker beiläufig: „Ich werde morgen für einige Tage nach Paris fahren." Sie hatten bisher schweigend einander gegen- übergeseisen. Bei Honneckers Worten fuhr Eva Witte zusammen. Ein Gedanke zuckte in ihr auf, und sie konnte es nicht hindern, daß ein freudiger Ausdruck über ihr Gesicht huschte. Es war Honnecker, der sie scharf beobachtete, nicht entgangen. Ein Verdacht, den er schon seit Tagen hegte, verstärkte sich in ihm. Er ließ sich aber nichts merken. »Hättest du Lust, mich zu begleiten?" fragte er. In geheimer Sitzung beschäftigte man sich wiederum mit Fürsorgefachen, Stundung von Gemeindegeldern und Bürgschaftsübernahme zur Aufnahme von Almschuldungskrediten. Landkreis Gießen. * Grohen-Linden, 18. Febr. Heute mittag wurde am Ufer des Kleebachs in kniender Stellung der 66 Jahre alte Maurer Ludwig Jung aus Lützellinden tot aufgefunden. Der bedauernswerte Mann war gestern abend hierher gekommen und hatte dann den Heimweg nach seinem Wohnort wieder angetreten. Hierbei hat er sich anscheinend verirrt und ist dann am Alfer des Kleebaches vor Erschöpfung in die Knie gesunken. Der Tod ist durch Erfrieren eingetreten. • Leihgestern, 16. Febr. lieber „Zwecke und Ziele der Volksnationalen Reichsvereinigung" sprach hier in öffentlicher Versammlung Studienrat Dr. Gebhardt, Gießen. Eine aufmerksame Zuhörerschaft zollte dem Redner, der es durch seine feinsinnigen Ausführungen verstand, alle Anwesenden von Beginn bis Ende des Vortrags zu fesseln, reichen Beifall. Eine Ortsgruppe der Dolksnationalen Reichsvereinigung ist in Blldung begriffen. Zahlreiche Anmeldungen zu dieser Vereinigung sind bereits erfolgt. )( Lang-Göns, 19. Febr. Der Kriegsteilnehmer von 1866 Rathan Grünebaum, der vor einigen Jahren von Holzheim hierher zog, wird am 22. d. Mts. 90 Jahre alt. • ® rüningen, 17. Febr. Am vergangenen Sonntag feierte der Adam Isheim'sche Gesangverein in der Sing- und Turnhalle sein 6 7. Stiftungsfest. Das traute Heim war bis auf den letzten Platz gefüllt. Rach dem Begrüßungslied „Grüß Gott mit hellem Klang" eröffnete der 2. Vorsitzende Gottfried Bender die Feier mit einer kurzen Ansprache. Besonderer Gruß galt den Ehrenmitgliedern und der Gesangsriege des Turn- und Sportvereins Butzbach. Zum stlllen Andenken an den Stifter Adam Isheim erhoben sich alle Besucher von ihren Sitzen. Das Programm wechselte mit Gesang, Theater und Musikeinlagen. Alnter der bewährten Leitung seines Dirigenten, Lehrer Buß, Butzbach, brachte der Verein mehrere Chöre zum Vortrag, darunter „Die Rächt" von Schubert. Weiter wurden drei Theaterstücke, ein ernstes und zwei lustige, in ausgezeichneter Weise auf geführt. Die Musik wurde von der Feuerwehr- kapelle Butzbach geboten. Bei Tanz und allerlei Geselligkeit verbrachte man nach der Abwicklung des Programms noch einige vergnügte Stunden. 0 ©rüningen, 17. Febr. Am Sonntagabend hielt der Gesangverein „Eintracht" sein diesjähriges Stiftungsfest. Rach einer Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden Adam Buß gingen zwei flott gespielte Theaterstücke über die Bühne, die allgemeinen Anklang fanden. Verschönt wurde der Abend durch einige Chöre des Gesangvereins unter der Leitung des Lehrers Marsteller (Watzenborn-Steinberg). Tanz bildete den Abschluß der wohlgelungenen Veranstaltung. ^Rödgen, 18. Febr. In der am Samstagabend stattgehabten Sitzung beschäffigte sich der Gemeinderat mit den Brückenüberfahrten in der Langen Ortsstrahe, die bei der Rinnenherstellung notwendig werden. Dazu lag eine Eingabe der Interessenten vor, die aber zurückgestellt wurde. Eine Dersicherungssache wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt, um Verschiedenes noch klarzustellen. Alnfere O r t s- st raßen, die nicht in bestem Zustande sind, sollen ausgebessert werden. Die Feldberei- Eva vermied es, seinen Blicken zu begegnen. „Ich bleibe lieber hier," antwortete sie ausweichend und suchte gierig nach einer glaubhaften Begründung für ihren Entschluß. „Warum?“ „Ich fühle mich nicht recht wohl ..., ich hatte gestern und heute starke Kopfschmerzen ..., wahrscheinlich ist eine Grippe im Anzug ..., da hätte ich doch keinen rechten Genuß von der Rsi^e.. Honnecker hörte, daß sie nicht die Wahrheit sprach. „Wie du willst!" sagte er kurz und stand auf. Eva Witte war froh, als sie nachher allein in ihrem Zimmer sah. Zu unerwartet war die Kunde von Honneckers Reise auf sie eingedrungen. Morgen schon würde er nach Paris fahren ..., für einige Tage war sie von ihm erlöst ... Der Weg zu Felix Schulhofs war für sie wieder frei! Sie hatte es in den letzten Tagen nicht mehr gewagt, eine Zusammenkunft mit Schulhofs herbeizuführen. Angst war in ihr, daß Honnecker mehr wisse, als er sich anmerken lasse. Sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, als betrachte er sie immer wieder seltsam forschend, durchdringend. Hatte er sie damals wirklich in Schulhoffs Gesellschaft gesehen?... Sie glaubte nicht daran: Honnecker hätte sie sonst sicher sofort zur Rechenschaft gezogen. Oder hatte sie sich sonstwie einmal verraten? ... Vielleicht leuchtete das Glück, das sie in Felix Schultzosf erlebte, ihr so hell vom Gesicht, daß es Honneckers scharfen Augen nicht entgangen war ... Sie warf diese Sorgen und Zweifel von sich. Warum grübeln? ... Morgen würde sie Felix Wiedersehen! Sie dachte nicht mehr an die Zukunft, nicht daran, daß über kurz oder lang dieses Glück zusammenbrechen muhte. Sie wußte nichts mehr von den Gefahren, die ihr drohten. Wie in einem Taumel eilte sie ihrem Schicksal entgegen, getrieben von dem unermeßlichen Gefühl, das flammengleich ihr ganzes Wesen ergriffen hatte.-- Sie trafen sich am frühen Rachmittag vor dem Zoologischen Garten. „Das ist schön, daß Sie heute länger bei mir bleiben können!" sagte Felix Schulhofs und sah chr freudestrahlend in die Augen. Eva Witte lächelte glücklich. „3a, heute bin ich frei ..." Schulhofs wies zu feinem Auto, das auf der anderen Straßenseite stand. „3ch habe meinen Wagen mitgebracht. Wenn es Ihnen recht ist, fahren wir etwas ins Freie. Das Wetter lockt heute ja geradezu hinaus!" In gemächlichem Tempo fuhren sie die Bismarckstraße Hirn »Tag für Tag habe ich auf ihren Anruf gen i g un g , die dieses Jahr in Angriff genommen worden ist, müßte, toenn die Gemeinde vom Staat kein verbilligtes Darlehen erhält, nach der Ansicht des Gemeinderats auf bessere Zeiten verschoben werden. * Geilshaus en, 17. Febr. Der hiesige Kriegerverein feierte in dem bis zum letzten Platze besetzten Saale der Gastwirtschaft von Hofmann fein 40jähriges Bestehen. Dabei wirkten die Kapelle des 1. Batl. Inf.» Regiments 15, Gießen, und der Gesangverein „Jugendmut" mit. Der erste Vorsitzende Krieg gedachte in seiner einleitenden Ansprache nach herzlichen Begrühungsworten der gefallenen und verstorbenen Kameraden. Hierauf sprach der Be° Airksvorsihende Lehrer Roth, Grünberg, über die Kriegsschuldlüge. Er ließ seine Worte in einem starken Bekenntnis zum deutschen Vaterlande ausklingen, worauf mit Begeisterung das Deutschlandlied gesungen wurde. Den weiteren Verlauf der Feier verschönten die Darbietungen der Militärkapelle und des Gesangvereins in bester Weise. Für 25jährige Tätigkeit im Vereinsvorstand wurden zwei Mitglieder ausgezeichnet, ferner wurden acht Mitglieder für 40jährige und zwölf für 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Mit einem gemeinsamen Gedenken an die Gefallenen fand bie Jubiläumsfeier ihren Abschluß. Der gesellige Teil der Feier bestand aus einem Tanzvergnügen, das die Teilnehmer mehrere Stunden in bester Harmonie beisammenhielt. T Odenhausen, 17. Febr. Am Samstagabend hielt der Gesangverein „Eintracht" seine Generalversammlung ab. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles fand eine kleine Feier statt, bei der der zweite Vorsitzende, Reichs- bahnassistent Wallenfels, dem ersten Vorsitzenden W. Werner anläßlich feiner 25jäh- rigen Tätigkeit als Sänger ein prächtiges Diplom überreichte und die Verdienste des Jubilars um den Männergesang in einer Ansprache würdigte. Rach den Dankesworten des Gefeierten verlebte man noch einige Stunden schönster Harmonie. * Harb ach , 17. Febr. Dieser Tage hielt der Gesangverein „Germania" seine diesjährige Generalversammlung unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Wilhelm Weiß ab. Der Vorsitzende gab zunächst einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr, das sehr arbeitsreich war. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß auch im neuen Jahre das Interesse an den Bestrebungen des Vereins rege bleiben möge. Anschließend erstattete der Rechner, Straßenwart Wilhelm Keil, den Bericht über den Kassenstand, wobei ein Aleb er schuh von rund 700 Mark ausgewiesen wurde. Der langjährige Vorsitzende Weih legte sein Amt nieder. An seine Stelle wurde Karl Münch zum 1. Vorsitzenden gewählt, 2. Vorsitzender wurde Heinrich Döring, Rechner Wil- helm Keil, Schriftführer Wilhelm S ch o m b e r , Beisitzer Wilhelm Engel, Ludwig Schmidt, Heinrich Döring II. und Heinrich Münch. 3m Anschluh an die Generalversammlung fand ein schön t>erlaufener Familienabend statt. U Ronnenroth, 16. Febr. 3m Saale der Wirtschaft von Adam Koch III. fand ein Film- abend statt, bei dem Dr. Kleinkurt von der Landwirtschaftskammer zuerst einen Film der Land- und Forstwirtschaftlichen Derufsgenossen-- schäft über Unfälle im landwirtschaftlichen Betrieb und ihre Verhütung, anschließend den Film „Waterloo"^ vorführte. Die außerordentlich zahlreichen Besucher nahmen die Darbietungen mit großer Spannung und lebhaftem Beifall auf. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 18. Febr. Der Bergarbeiter Hier! ist auf bisher ungeklärte Weise wartet," sagte Felix Schulhofs. „Sie können sich kaum meine Freude denken, als ich heute vormittag plötzlich Ihre Stimme im Apparat hörte!" „Ich tonnte leider nicht früher anrufen ..." Schulhofs lehnte sich etwas zu ihr hinüber. „Haben Sie manchmal an mich gedacht?" fragte er zärtlich. „3a ...,“ gab sie leise zur Antwort. Sie passierten den Reichskanzlerplatz, Schulhofs beschleunigte das Tempo des Wagens. Erwartungsfreude wogte in ihm. Rach einigen Minuten wies er mit der Hand voraus. „Sehen Sie dort ..., die vielen Gerüste .... das ist unser Baugelände, von dem ich 3hnen erzählt habe." Sie verliehen den Wagen. Der Bauführer, der den ersten im Werden begriffenen Häuserblock zu betreuen hatte, kam bei Schulhoffs Erscheinen herbei. Er stellte einige Fragen an Schulhoff: dieser lieh sich aus der Bauhütte einen Plan bringen, die beiden Männer verhandelten eine Weile miteinander. Auftkicrksam hörte ihnen Eva Witte zu. Eine neue Welt tat sich ihr hier auf. 3n wachsender Spannung folgte sie nachher Schulhoffs Worten, der mit ihr über das weitgestreckte Gelände ging und ihr schilderte, was hier erstehen sollte: Schöne, lichte Häuser mit großen, sonnigen Räumen, in denen es sich behaglich wohnen lieh .... zwischen den Häusern Gärten, weite Rasenflächen .... wo jetzt der Sand fußhoch lag und das Gehen erschwerte, führten bald Helle, breite Straßen ..., hierhin kam ein großer Platz mit hübschen Anlagen und einem Wasserspiel ..., dort war ein Tummelplatz für Kinder vorgesehen ... Alles war bedacht, im Großen wie im Kleinen. Alnb Eva Witte bewunderte immer wieder das Wissen und Können des Mannes, der diese weitumfassenden Pläne ersonnen hatte. „Wie stolz muß es Sie machen," sprach sie gedankenvoll zu Schulhoff, „3hr Werk nun so wachsen und gedeihen zu sehen!" Dankerfüllt sah er sie an. Es freute ihn, daß sie solches Verständnis für fein Schaffen besaß. „3ch liebe meinen Beruf, und daß ich Ihnen nun zeigen durfte, was ich arbeite und zu erreichen suche, das macht mich doppelt froh!" Sie fuhren weller gen Westen. Mit frohem Ausdruck im Gesicht sah Eva Witte im Wagen. Ihr war, als entferne sie sich immer weiter von ihrem dunklen, schweren Geschick, das sie sonst Tag und Rächt knebelte und zu Boden drückte. Warum hätte sie sich auch sorgen sollen?... Peter Honnecker war ja fort! ... Sie hatte am Morgen am Fenster gestanden und gesehen, wie der Diener Honneckers Koffer ins Auto gemacht hatte, dann war Honnecker selbst erschienen imb mit dem Wagen weggefahren. Run war er schon weit fort ..., auf dem Wege nach Paris ... im Förderkorb der Braunkohlengrube fix Weckesheim tödlich verunglückt. Kreis Schotten. 0 Sellnrod, 17. Febr. Dieser Tage fand hier die Holzversteigerung der Försterei Altenhain statt, bei der Vuchenschei holz, Tuchen- knüppel, Reiser und Gemischtholz zur Versteigerung kamen. Man bezahlte je Raummeter Buchen- scheit 15 Mk., Buchenknüppel 10 bis 12 Mk., Reiser 1,80 bis 2 Mk., Gemischtholz 7 bis 8Mk. — Der Gesangverein „Eintracht" hielt in der Gastwirtschaft von Schleuning seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Vorstandsberichte war ersichtlich, dah der Verein im verflossenen Jahre eine Einnahme von 356 Mk. und eine Ausgabe von 321 Mk. zu verzeichnen hatte, so daß ein Barüberschuß von 35 Mk. verblieb. Dazu kommen noch Einlagen bei der Spar- und Leihkasse Ulrichstein. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Am gestrigen Sonntag hielt der Verein sein diesjähriges Winter- vergnügen ab, das bei gutem Theaterspiel, flotter Musik und weiteren geselligen Darbietungen einen vortrefflichen Verlauf nahm. Preußen. Kreis Wetzlar. O Hochelheim, 17. Febr. Auf Anregung der hiesigen Gewerbetreibenden hielt dieser Tage der Geschäftsführer der Handwerlslammerneben- ftelle Wetzlar. Syndikus Paus Schumann, in der Gastwirtschaft Atari Jung einen Vortrag über Wesen und Ziele der Gewerbevereine. Ferner behandelte er Wirtschasts- und ©teuerfragen. Der Vortrag löste eine lebhafte Aussprache aus. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein Gewerbeverein für den hiesigen Ort gegründet, dem bis jetzt etwa 20 Mitglieder beigetreten sind. Als Vorsitzender wurde der Wag- nermeister Johannes Reih, als dessen Stellvertreter der Käsereibesiher Anton Weber, als Schriftführer der Käsefabrikant Johannes Mehl und als Kassierer der Schneidermeister Friedrich Jung gewählt. U Mudersbach, 16. Febr. Als der Landwirt W. Schäfer hierselbst in seinem Garten eine Tanne gefällt hatte, machten sich in einem unbewachten Augenblick zwei elfjährige Jungen mit dem Handwerkszeug an dem Baum zu schaffen, wobei der eine Junge dem anderen mit dem Beil am Zeige- und Mittelfinger der linken Hand ein Glied abschlug. Das bedauernswerte Kind mußte sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden. Am Samstagabend hielt der Kriegerverein „Einigkeit" beim Kam.Gastwirt Ströhmann seine gutbesuchte Generalversammlung ab. Rach dem Jahresbericht des ersten Vorsitzenden Wilhelm Drück wurde der Kassenbericht verlesen, wobei sich ein Keiner Ueberschuß der Kasse ergab. Dem Redner Konrad Schäfer wurde Entlastung erteilt und anschließend der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Sodann wurde noch die Gründung einer Sterbekasse besprochen, der schließlich sämtliche Mitglieder bei traten. Kreis Biedenkopf. WSN. Biedenkopf, 18. Febr. In dem Dorfe Frankenbach wurde das 5 Jahre alte Söhnchen eines Invaliden von einem Auto erfaßt und so schwer verletzt, daß es bald darauf v e r ft a r b. Den Autolenker soll keine Schuld treffen. Alnb sie fuhr in diesen leuchtenden, strahlenden Sommertag hinein .... der Mann, den sie liebte, sah an ihrer Seite .... er redete mit ihr, seine Blicke umfingen sie immer wieder mit kaum verhüllter Zärtlichkeit ... Sie hätte weinen können vor Glück. In einem Gasthaus an der Havel rasteten sie und sahen dem Treiben auf dem Wasser zu, wo zahlreiche Fahrzeuge sich tummelten. Dann gingen sie im nahen Wald spazieren. Die Sonne neigte sich im Westen, ihre Strahlen schimmerten märchenhaft zwischen den Bäumen. Langsam schritten die beiden dahin. Ringsumher war feierliche Stille. Aber in ihnen rief laut die Sehnsucht. Sie fühlten beide, dah die Stunde der Erfüllung nahe war: das machte sie befangen und schweigsam. „Eva! ...", sagte da Felix Schulhoff weich. Sie wandte ihm ihr Antlitz zu. Ihre Blicke versanken in feinen sehnenden Augen. Wie unter einem Zwange faßten sich ihre Hände. Sie fühlten das Rauschen ihres Blutes. „Eva!" rief Schulhofs nochmals und rih sie in seine Arme. Regungslos lag sie an seiner Brust. Wie eine Verdurstende trank sie seine Küsse. „Hast du mich lieb?“ fragte er beseligt. Sie sah zu ihm empor. „Ja ..., ich habe keinen anberen Gedanken mehr als dich ..." Don ihrem Glück gehoben, wanderten sie durch den träumenden Wald. Immer wieder küßten sie sich, unb ihre Worte waren erfüllt von bem jubelnden Glück dieser Stunde. Dis Felix Schulhoff plötzlich stehen blieb. „Run gehörst du mir," sprach er und zog fie an sich heran, daß ihre Augen sich ganz nahe waren. „Run mußt du mir aber auch von dir und deinem Leben erzählen!" In Eva Witte erlosch die Freude. Wie in einem furchtbaren Erwachen sah sie Schulhoff an. Angst, Schreck malte sich in ihrem Gesicht, das fahl geworden war. „Warum fragst du jetzt?" sagte sie wehe. Er wunderte sich über ihr verstörtes Wesen und fuhr ihr zart über die blonden Haare. „Jede Stunde deines bisherigen Lebens möchte ich fennenlemen. Eva, alles möchte ich von dir wissen. Ist dein Leben nun nicht auch das meine geworden?" Das heiße, inbrünstige Gefühl, das ihr aus seinen Worten entgegenwehte, schmerzte sie. „Du sollst an meine Liebe glauben, Felix aber frage nicht ..., jetzt nicht ...“ Er begriff ihr Weigern nicht. „Hast du kein Vertrauen zu mir?“ Sie senkte das Haupt. „Doch .,., ich vertraue dir ganz ..., nur heute sollst du mich nicht fragen ... Heute sollst du mir nur sagen, daß du mich liebst ..." (Fortfetzung folgt.) Aus dem Reiche der Krau. Photographinnen von Welt. Das Atelier als Salon. - Bei den berühmtesten Berliner Photographinnen. Vom Handwerk zur Kunst. - Was von der Kamerakünstlerin verlangt wird. Von Ada Klein. Für die Abendtoilette bunten Crepe Le Chine. Crepe Georgette, Ehjffvn und Deiden- musseline, in anspruchslosen, sommerlichen Mu« stern, ein Kleid mit selbstverständlich dazugehörigem Mantel oder Jäckchen aus gleichem Stoss, oder auch ein wenig dichter, doch gleichgemustert, vielfach ärmellos, am Rachmittag durch den Mantel gedeckt, der dann ab 9 Ähr fällt. Oder auch das Kleid mit angewachsenem Aermel, dazu ein ärmelloser Mantel getragen wird. Schnitt und Stoff stehen da ein wenig konträr, nnd zwar ist entweder ein eleganter Sommerstoff in raffiniertester Einfachheit verarbeitet oder ein leichtes, duftiges, doch anspruchsloses Stöffchen ist mit Glocken und Vollants, mit langem Rock gut aufgemacht und verarbeitet. Die große Toilette für den Sommerabend ist natürlich ärmellos, mit tiefem Rücken - ausschnitt und fließender Linie bis herab zum Boden. In der Farbe hat man Weih für dieses Jahr bevorzugt, und wundervoll für eine blonde Frau ist ein weißes, fliehendes Chisfonkleib mit einem roten oder einem grünen Seidenschuh zum roten oder grünen Abendumhang in weichem Wollstoff, Velour oder Samt. Auch das Buntdruck-Chiffonkleid zählt mit dem Taffelmantcl, auf dem sich das Muster genau wiederholt, zu den großen Kasinotoiletten. Modefarben: grün und gelb, himmelblau, viel zartrosa zu dunkelblau, chartreuse zu marine, orange, beige, auch rot, Buntdruck auf schwarzem und auf blauem Grund. Doch was man immer zeigen mag an schönsten Farben —: die Pariserin geht unentwegt in schwarz. Hygiene im Haushalt. Von Dr. Erna Meyer, München. Ständig wachsende Kreise werden von der Äeberzeugung ergriffen, daß es höchste Zeit ist, die Hausführung, die von den meisten mauen noch immer nach alter Äeberlieferung gestaltet wird, von Grund aus umzuändern, und zwar im Sinne besserer Wirtschaftlichkeit. Unser verarmtes Land kann es sich nicht mehr leisten, über die Hälfte des ganzen Volksvermögens - soviel geht durch die Hand der Hausfrauen - in unrationeller Weise verwendet zu sehen. Ebenso unzeitgemäß wie die wirtschaftliche ist aber auch die hygienische Seite des Haushalts. Drei große Teilgebiete der Gesundheitsfürsorge ragen tief hinein in die Hausführung: die Hygiene der Wohnung, der Ernährung und des arbeitenden Menschen. Infolge der ungeheuren Wohnungsnot und der damit zusammenhängenden Schäden ist zweifellos die Hygiene der Wohnung, ohne an sich wichtiger als die beiden anderen zu sein, hic brennendste Frage für uns alle. Und zwar vor allem die Erstellung der genügenden Wphnräume in einem den gesundheitlichen Forderungen entsprechenden Ausmaße, denn die furchtbarsten Schädigungen durch körperliche Krankheiten und seelifche Zerrüttungen, die an unserem Volkskör- per in den letzten Jahren zehren, entspringen aus der Äeberfüllung und der Verwahrlosung der vorhandenen Wohnungen, so daß man die Wohnungsnot nicht mit Unrecht bereits als die Rachkriegsseuche bezeichnet hat. Alle guten Ratschläge zur Instandhaltung der Wohnung müssen scheitern, wo die Räume von vornherein in einem baulich völlig ungenügenden Zustand und von so vielen, zum Teil kranken Menschen bewohnt sind, daß an Erfüllung gesundheitlicher Forderungen überhaupt nicht zu denken ist. Wenn aber erst einmal die Bautätigkeit in großem Stil wieder ausgenommen wird, dann werden die zwar theoretisch schon meist bekannten, aber leider bisher keineswegs überall durchgeführten gefundheit- lichen Forderungen für die Ausgestaltung der Farbenton abzu stimm en, so daß der gleiche Mantel dann doch zu mehreren Kleidern geht. Für die Reise und fürs Auto ist es dann das Tweed-Kleid (Ensemble), Rock und dreiviertellanger Mantel in den entzückenden Woll» bemusterungen, dazu eine einfarbige Bluse im Grundton, die sich im Mantelsutter wiederho.t. Oder das durchgehende Tweedkleid mit kurzer Jacke. Zum Golf, zum Wandern und wo immer wir einen Sport ausüben, kommt dann der gestickte Pullover, das Strickkleid, das «Arickkomplet in entzückender Wiener Bemusterung. Das Rachmittagskleid soll wieder mehr auf den Plan treten- Man sagt, cs habe sich Bedarf dafür gezeigt, nachdem die eleganteste Frau durch mehrere Saisons hindurch nur dportkleider in großer Auswahl und Abendkleider besaß. Sonst hat sie nichts gebraucht. Richt daß man wieder mehr — noch gar zum Sommer — dazu neigt, Fünfuhrtees zu Besuchen, sondern es ist ein Genre, das sehr reizvoll als Cocktail-Kleid bezeichnet oder als „Tagesendkleid". Es ist der Anzug, mit dem, hat man den Werktag abgestreift, man nach sechs Ähr einen Besuch macht, angemeldet oder nicht. Man hat den Tee schon eingenommen und bietet uns einen Cocktail oder — seien wir gemütlich — ein Schnäpschen an. Änd da sitzt man nun ein bißchen und plaudert und kommen vielleicht noch ein paar Leute dazu oder sind anch für die gleiche Stunde gebeten, und wollte hoch eigentlich um sieben Ähr schon wieder zu Hause sein. Aber da wirds dann so nett, und Wir haben gerade nichts Zwingendes vor, und so bleiben wir eben ein wenig und lassen uns gerne zurückbalten -..................._ । .in M____L1__IL____L" 1 ' gerade ihrer besten Stoffe und Kräfte beraubt und also durch diese „Denaturierung" weniger wirkungsvoll, ost sogar schädlich werden — man denke nur an den der Vitamine beraubten, Polierten Reis, das gebleichte Mehl, den raffinierten Zucker -, steht heute schon einwandfrei fest. Auch daß die alte Kalorienlehre nicht mehr unverändert gehalten werden kann, wird kaum nach ernsthaft bestritten- Cs ist darum im Interesse der Volkshygiene vor allem dringendstes Erfordernis, daß sich die Wissenschaft nicht nur mit der Änter- suchung der betreffenden Fragen befaßt, sondern auch dafür sorgt, daß die veralteten Anschauungen rasch ausgeschaltet und von neuen abgelöst Werden. Der Schule erwachsen hier, im Zusammenhang mit der Reform der hauswirtschaftlichen Mädchenausbildung, dankbarste Aufgaben. Schließlich bleibt uns als drittes zu betrachten noch die gesundheitliche Fürsorge für den arbeitenden Menschen. Wir kommen damit zu einem Thema, das bisher noch kaum in das Gebiet der Hygiene einbezogen zu werden pflegte, obgleich es ebenso selbstverständlich wie notwendig wäre, daß die in allen anderen Berufen längst anerkannte und durchgeführte Pflege der die Arbeit Verrichtenden sich erblich auch einmal auf die Hausfrauen erstreckte. Wahrend seit Jahrzehnten daran gearbeitet wird, Angestellten, Arbeitern und Arbeiterinnen aller betriebe Arbeitsbedingungen zu schaffen, die die Erhaltung der Gesundheit nicht gefährden, laßt man es zu, daß in einem für die Milkswirtschaft besonders bedeutungsvollen Beruf der arbeitenden Menschen, die Hausfrauen Raubbau schlimmsten Grades mit ihren Körper- und Geisteskräften treiben, ohne zu bedenken, daß damit nicht nur für sie selbst, sondern auch für Familie und Staat die schwersten gesundheitlichen Schädigungen nicht ausbleiben können. Freilich nimmt dieser Berus eine Sonderstellung insofern ein, als es sich bei ihm um unbezahlte Arbeit handelt. Aber es lag wohl nicht in der Absicht des Gesetzgebers, vom Staat nur diejenigen vor gesundheitschädlichen Arbeitsbedingungen schützen zu lassen, die von fiemben Unternehmern beschäftigt werden, und es zu gestatten, daß die „auf eigene Rechnung", Wohnungen eine bessere Berücksichtigung finden müssen, soll nicht unnötig Volksvermögen verschleudert und der Grund zur Wiederholung trauriger Schäden gelegt werden. Besonders die bauliche Gestaltung derJnnen- räume der Wohnung könnte im Interesse der Volksgesundheit noch wesentlich verbessert werden, wenn man sich wirklich von vornherein als Wichtigstes das Wohlergehen der Bewohner angelegen sein ließe, und vor allem mit Rücksicht aus die infolge des heutigen erschwerten Exi- ftenzkampfes bei allen Hausfrauen vorhandene Arbeitsüberlastung auch die Sorge für jede erdenkliche Arbeitscntlastung mit in die Forderungen der Wohnungshygiene einbeziehen würde. Durch Beachtung aller der mit dieser Frage zusammenhängenden Rotwendigkeiten würde auch die Instandhaltung der Wohnung ganz allgemein verbessert und der frühzeitigen, wieder große Teile des Vclfsvermögens verschlingenden Reparatur vorgebeugt werden. Rächst dec Wohnung spielt die Hauptrolle im Einzelhaushalt die Ernährung, die gerade heute in hygienischer Beziehung eine Anzahl von Problemen aufgibt. Den man beginnt allmählich — die. Lehren des Krieges haben viel dazu beigetragen — die Unzulänglichkeit der noch vor einem Jahrzehnt als unumstößlich angesehenen Grundsätze der Ernährungsphysiologie zu erkennen, und manche neue Entdeckung man denke nur an die Vitamine hat gezeigt, daß wir noch auf vielen Gebieten im Dunkeln tappen. Darum steht auch vorläufig noch die Hausfrau, die ihren Küchenzettel den neuzeitlichen hygienischen Forderungen anpassen will, ziemlich ratlos vor einem ChaoS. Denn während die „reformerischen' Ernährungsbewegungen, von denen sie manches hört, sich immer mehr aus- breiten. gibt ihr die Wissenschaft, die klare, eindeutige Forderungen noch nicht aufgestellt hat, keine Mittel an die Hand, um kritisch Schlechtes von Gutem zu trennen. Sicher ist vorläufig jedenfalls» daß zunächst der größte Teil unserer Lebensmittel einer sehr gründlichen Rachprüfung wird unterzogen werden müssen; denn daß viele von ihnen durch die inbuftriellen Manipulationen Unsere Mitarbeiterin schildert hier aus genauer persönlicher Kenntnis den neuen Typ der modernen künstlerischen Photographin, der im gesellschaftlichen Leben der Reichs- Hauptstadt an Bedeutung ständig gewinnt. An dem ungeheuren Aufschwung, den die Photographie in den letzten Jahrzehnten genommen hat, haben zweifellos die Frauen einen überragenden Anteil. Diese jüngste aller Künste — daß es eine Kunst ist oder zum mindesten fein kann, wird wohl niemand mehr bestreiten -- erfordert weniger schöpferisch gestaltende Kraft als intensivstes Einfühlungsvermögen, also eine ausgesprochen weibliche Eigenschaft. Es ist daher fein Wunder, daß hier gerade Frauen Hervorragendes leisten. Gewissermaßen zum Dank für die Hilfe, die die Photographin der neuen Kunst in ihren Kampfjahren geleistet hat, ist der photographierenden Künstlerin in der letzten Zeit eine gesellschaftlich bevorzugte Stellung eingeräumt worden, von der sich die wenigen „Altmeisterinnen" dieser Kunst nichts träumen ließen. Es gibt in Berlin photographische Salons, vor denen an manchen Tagen die Autos der Minister, der Thcaterdirektoren, der Botschafter, der großen Bankiers und auch der Generale parken. Ihre heutige kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung hat die Photographin erst im zwanzigsten Jahrhundert erlangt. Roch vor etwa fünfzig Jahren war das Photographieren ein Handwerk, das geschickte junge Burschen nach Absolvierung der Volksschule erlernten. Ein Mädchen, vollends eine junge Dame aus gutem Hause, kam gar nicht auf den Gedanken, sich ernsthaft mit dergleichen zu befassen - so berichtet Frau Marie Boehm, wohl die älteste unter den führenden Berliner Photographinnen. Sie selbst dachte in ihrer Jugend nicht im entserntesten daran, ihre jetzige Tätigkeit auszuüben, und kam erst später, Anfang der neunziger Jahre, fast durch einen Zufall dazu. Auch damals steckte die Photographie noch in den Kinderschuhen, und für eine kultivierte, künstlerisch empfindende Frau gab es unendliche Hindernisse zu überwinden. Man war gewohnt, die zu photographierenden Opfer, verbrämt mit Makart-Buketts und ähnlichen Zieraten, in steifer Haltung vor eine schaulich- liebliche Landschaft aus Pappmache zu postieren. Man fand das wunderschön, wollte es nicht anders tun, sträubte fich gegen alle Reuerungs- pläne. Rur mit unermüdlicher Energie gelang es allmählich, Fehler auszumerzen. Besserungen ein- zufähren, die Technik zu vervollkommnen. Den tapferen Vorkämpfern und -kämpserinnen jener Zeit hat die moderne Lichtbildkunst sicherlich am meisten zu verdanken. Mit der Entwicklung des simplen Handwerks zur anerkannten Kunst schwand allmählich das Vorurteil vieler Eltern gegen den Beruf der Photographin. Trotzdem haben auch noch etliche der jünceren Kamerameisterinnen unter diesem Widerstand zu leiden gehabt. So erzählt Frau Suse Byk, man habe ihren Wunsch. Photographin zu werden, drastisch mit dem Gegenvorschlag beantwortet: „Da kannst du ebensogut Seiltanzen lernen!" Ein junges Mädchen unserer Tage, das sich der Photographie widmen will, dürfte kaum noch auf ähnliche Schwierigkeiten stoßen. So sehr dies zu begrüßen ist, birgt es doch wiederum eine Gefahr: nämlich den Zulauf der Unbefähigten. Hierhin gehören in erster Linie alle, denen gelegentlich ein paar ganz nette Amateuraufnahmen gelungen srnd, und die nun meinen, sie seien zur Photographin vorherbestimmt, ohne zu ahnen, daß dieser Beruf neben starker Begabung auch noch eisernen Fleiß, jahrelange ständige Arbeit und Hebung verlangt, will man nur annähernd den heutigen Anforderungen genügen. Dazu gehören ferner Eigenschaften, die nicht jeder Mensch besitzt. Die erste Bedingung für jeden bildenden Künstler, also auch für den Photographen, ist die Fähigkeit, richtig sehen zu können. Ob er das Geschaute dann als Gemälde, Skulptur oder Lichtbild wie- öergibt, das ist lediglich ein Unterschied des Ausdrucksmittels. Es ist gewiß kein Zufall, daß einige der erfolgreichsten Photographinnen aus verwandten Künsten hervorgegangen sind, so zum Beispiel Frau Rieß, die Bildhauerin gewesen ist Ebenso notwendig wie das „Malerauge' ist für die Photographin ein scharfer, sicherer psychologischer Blick, der es ihr ermöglicht, in kurzer Zeit das Modell nicht nur äußerlich, sondern auch im innersten Kern zu erfassen, so aber doch im Dienst des Volksganzen wirkenden Hausfrauen völlig leer ausgehen und sich dafür — ebenfalls „auf eigene Rechnung" — ungehindert gesundheitlich zugrunde richten dürfen. Rur ganz andere als die heutigen Verhältnisse konnten dazu führen, daß der für ben ®taat vielleicht wichtigste Beruf ungeschützt blieb. Höchste Zeit ist es, barin Wandel zu schaffen. Gewiß wäre es nicht einfach, dem hier nur angedeuteten Problem beizukommen; hatte man es aber überhaupt erst in seiner ganzen Schwere erkannt, so ließe sich ein Weg schon finden. Zunächst und mit den nötigen Geldmitteln ohne Schwierigkeiten sofort durchführbar Ware die dringend erforderliche Aufklärung der Hausfrauen selbst, die gar nicht ahnen, wieviel von dem bei den meisten vorhandenen körperlichen Leiden, wieviel vom häuslichen Unfrieden und anderen seelischen Qualen zurückzuführen ist auf die den heutigen Verhältnissen vielfach nicht mehr entsprechenden Methoden der Hausführung. Es sei nur ganz kurz hingewiesen auf die furchtbaren Schäden des vielen Stehens und Bückens, auf den Mangel an richtigen Ruhepausen, an körperlich zweckmäßiger Bewegung durch planvolle Körperübungen, auf die unwirtschaftliche und darum übermäßige Kräfte verschlingende Art der Hausarbeit überhaupt, die zu ganz unhaltbaren Zuständen geführt hat. Der Staat, der bereits auf allen anderen Gebieten der Gesundheitspflege schützend und fördernd eingegriffen hat, wird sich auch endlich der bisher vergessenen Hausfrauenfürsorge annehmen müssen. Änd zwar nicht nur durch Änterstützung der Aufklärungsarbeit mit Geld- und anderen Mitteln, sondern auch durch direkte Maßnahmen der Gesetzgebung und in allererster Reihe durch Becinslu.fung des Wohnungsbaues in Richtung einer Sorge für jede denkbare A r bei t s e r le i chte r u n g im Interesse derer, denen diese Wohnung später als Arbeitsstätte dienen soll. Eine selbstverständliche hygienische Forderung sollte es werden, die Kraft der Hausfrau zu schonen und ihre Arbeit in eine Form zu bringen, die der Erhaltung ihrer Gesundheit dient und jedenfalls schwerste Schäden vermeidet. Was bringt die Frühjahrsmode? Von Margret Halm. Die Mode hat im letzten Herbst einen so großen Umschwung gebracht, daß wir uns erst einmal davon erholen müssen, bevor sie uns mit zuviel Reu em kommen darf. Sie weiß das wohl, und darum bringt sitz zu Frühjahr und Sommer kaum etwas, das von bereits Dagewesenem übermäßig abweicht. Es bedarf einer großen Hmftellung äußerlich, und innerlich noch mehr, vom kniefreien zum knöchellangen Rock. Daran soll man sich nun erst einmal gewöhnen, damit vertraut werden, daß einem etwas um die Knöchel baumelt. So stellt die neue Frühjahrsmode eigentlich nur eine Bestätigung her Linie dar und eine sehr geschickte Xlebertragung vom Winter- aus das Sommerkleid. Irrtümer sollen aufgeklärt und uns gezeigt werden, wann und wie wir die lange Lime tragen sollen. Änd die entzückenden Modelle, die man uns bei der Modell- schau vorführt, werden Beispiel. Für den Vormittag, zur Werktagsarbeit und zum Sport bleibt das Kleid kurz und von gerader Linie. Dies aber ist das einzige, was diese drei Kategorien verbindet, die im übrigen untereinander sehr verschieden sind. Das Werktagskleid wird immer praktischer erdacht. Da soll zumal im Sommer der Stofs vor allem waschbar sein, und in ganz billigem Material bietet man so hübsche Farben und Muster, daß schon von 3 Mark an in bedruckten Stoffen ein ganz reizendes Arbeitskleid gezeigt wird. Zumal das Kunstgewerbe ist stark am Werk, das Riveau der Arbeitskleidung geschmacklich zu heben. Fürs Bureau will ein guter Geschmack dann auch nicht gerne Seidenkleidung sehen, es sei denn, Waschseide oder Rohseide, die in einer schlichten Verarbeitung, so wie wir sie nun länger« Zeit schon lieben, neben Leinen, Trikolin und allen hübschen, freundlichen Baumwoll-Sommerstöfschen, wohl schon zum schönsten zählt. Was mau' bann unter dem Vormittagskleid versteht, ist schon um eine Rote eleganter. Es ist das Kleid zum Gang in die Stadt, um Einkäufe zu machen, zum Spaziergang, hinter dem Kinderwagen und mit den Jüngsten an der Hand, das, mit dem rohseidnen Kleidchen, von dem wir gerade gesprochen, anfängt und sich dann weiterstust in buntbedruckten Seidcnstöffchen, zum Crepe de Chine-Kleid, das sowohl einfarbig, wie in Buntdruck auch zur Morgenpromenade im Kurort getragen wird. Freudig begrüßen wir zum einfachen Vormittagskleidchen eine froh- gcinusterte Musseline. Zum eleganten Vormittagskleid stehen dann eine ganze Reihe von Modellen zur Wahl. Da ist das Ensemble in gelb, ein anderes in grün, aus Rock und Jacke mit eingearbeitetem Schultercape in welchem Woll- stoss, mit einer Seidenbluse in Crepe de Chine, natürlich im Rock getragen, sofern sie nicht am Rock angewachfen, mit diesem ein apartes Kleid bildet. Genau im Ton haßt auch der Filz- oder Strohhut dazu, und auch die Tasche ist ins gleiche Farbennäpfchen eingetaucht. Ranken sich Bordüren, Stickereien, Garnituren irgendwelcher Art, bunt oder einfarbig, Hochstickerei, Flachmuster in Gobelinstich oder Durchbrucharbeit an Mantel, Jacke oder Kleid, so wiederholt sich diese bei einer eleganten Frau mit Selbstverständlichkeit auf Tasche und Hut. Zu einem zarten, Weißen oder hellblauen, re- seda- oder orangefarbenen Cröve de Chine-Kleid im bekannten Schnitt, kleiner Kragen, rund oder schräger Ausschnitt, vorne hinunter geschlossen, ein Gürtelchen in der blusigen Taille und ein gerades Röckchen, gehört ganz untrennbar ein Mantel, genau im Ton, in Kasha oder einem lichten Wollstoff dazu, der mit dem Stofs des Kleides gefüttert ift. - Gewiß, das hat man schon länger gezeigt, doch war cs ha nur ein Vorschlag. Heute aber ist ein Kleid, für welche Stunde am Tage es auch bestimmt sei, ohne Mantel unkomplett. Man ist damit nicht an- gezogen. Praktisch gesprochen werden wir immer mehr dahin gelangen, unsere gesamte Garderobe für zumindest eine Saison auf einen daß nicht bloß eine mehr oder minder ähnliche Maske, vielmehr das wahre Abbild auf die Platte kommt. Zu diesen beiden Haupterfordernissen gehört noch ein Drittes: kultivierter Geschmack, angeborenes Gefühl für Form und Wirkung, das durch eingehende 'Beschäftigung mit kunsthistorischen und wissenschaftlichen Problemen, mit den Werken der großen und kleinen Meister veredelt und geläutert ist. Die Tatsache, daß das Studium der Kunstgeschichte manche Frauen erst zur Photographie geführt hat, bestätigt nur, wie eng eines mit dem anderen zufammenhängt. Aus alledem geht deutlich hervor, daß die Photographin, die sich heutzutage behaupten will, eine an Begabung und Kultur durchaus über dem Durchschnitt stehende Persönlichkeit fein muß. Erstaunlicherweise scheint es aber immer noch Menschen zu geben, die sich dessm nicht recht bewußt sind. Eine der bekanntesten -Kamerakünstlerinnen in Berlin sagte mir. es sei auch in den letzten Jahren noch mehrfach vorgekommen, daß sich Leute in ihrem QlteLer englisch oder französisch unterhielten, in her Meinung, sie verstehe fremde Sprachen nicht. Änd als unlängst ein sehr prominenter Herr, bei dem man solche Änwissenheit am wenigsten vermuten sollte, fast grußlos und ziemlich von oben herab eine Aufnahme verlangte, stellte sie ihn zur Antwort liebenswürdig-formell ihrer Assistentin vor, worauf der Besucher, seinen Irrtum erkennend, in tödliche Verlegenheit geriet und sich verzweifelt entschuldigte. — Roch schlimmer als jene ahnungslos Rückständigen aber sind die Leute, die „mal was recht Originelles" haben wollen. Hier pflegt die Photographin in der Regel ein Gänfehaut zu bekommen. Doch solche Erscheinungen werden zum Glück immer seltener und sind fast nur noch in gewissen unerfreulichen Croßstadtkreifen zu finden. Im allgemeinen zeigt fich das Publikum, und zwar besonders das aus dem Reich vor der Kamera durchaus vcrständnisvoll und entgegenkommend. Die erfolgreiche Photographin kommt durch ihren Beruf mit unzähligen Menschen und vielfach mit den interessantesten Zeitgenossen in Berührung. Wenn es ihren Reigungen entspricht, kann sie mit Leichtigkeit ihr Atelier zum gesellschaftlichen Mittelpunkt machen, wo sich hervorragende Vertreter der Wissenschaften, der Künste, der Diplomatie treffen. Tatsächlich versammeln sich in den Räumen der bekanntesten Berliner Photographinnen zur Teestunde fast dieselben Leute, die man sonst auf den Empfangen der Botschaften sieht. Wenn die Photographin auf gesellschaftlichem Gebiet weniger ehrgeizig ist, bietet ihr Beruf doch ganz nebenbei die reizvolle Möglichkeit, zahllose Menschen jeder Art und Rasse kennenzulernen und zu studieren. Denn was die Photographin, besonders die Porträtistin, fesselt, ist der Mensch, das Charakteristische, Einmalige einer jeden Gestalt, sei es die besondere Anmut einer reizvollen Frau, oder die starke Persönlichkeit eines bedeutenden Mannes. Änd da gibt ihr der Beruf wie kaum ein anderer Gelegenheit, kostbares Material zu sammeln. „Warum haben Sie die Bildhauerei auf gegeben?“ fragte Mussolini, als Frau Rieß ihn in Rom aufnahm. „Äm das Glück zu haben, Herr Präsident, heute mit Ihnen zu sprechen." . r Doch die letzte Erfüllung soll ja in diesem Falle das Lichtbild sein, und so ist das Kennen und (Srfennen nur der Anfang, das wirklich Ausschlaggebende beginnt hier erst. Mag es sich um die Aufnahme einer eleganten Frau ober eines Prominenten des Geistes handeln, das Wichtigste ist stets — und hierin stimmen alle guten Porträtphotographinnen überein — die Gabe, jenen Kontakt mit den Menschen zu gewinnen, der nötig ist, um die Persönlichkeit unbefangen aus sich heraustreten zu lassen. Das dabei zu leisten ist, zeigt unter anderem das Werk der polnischen Photographin Jaro von Tucholka, die nach langen Reisen in allen Ländern seit einiger Zeit in Berlin weilt. Sie besitzt eine eigenartige Sammlung von Bildern berühmter Zeitgenossen -- Zeitdokumente, auf denen nur der Kopf, die Hände und die Handschrift der betreffenden Persönlichkeit zu sehen sind. Diese Sammlung vermittelt einen merk- würdigen Einblick in die treibenden Kräfte unserer Zeit. Es ist Reportage im besten Sinn. Einfühlungsvermögen ist die wichtigste Fähigkeit 18. Rcbruai 1930 9. Zlehungstag 172385 194055 194383 166450 368279 363228 353341 109253 125583 121562 128371 Prämien zu fe 137045 161271 176110 196018 209320 252045 260305 271345 298605 338406 370695 383070 151072 168596 208609 234248 271831 284218 305744 320988 353739 384719 153807 170004 210200 241184 273597 289363 309588 323722 354792 389958 130433 154006 173369 212639 241854 276251 292004 312763 325870 360282 391157 175308 190495 113546 133904 168233 173402 191040 202968 250734 257375 268116 292953 317326 362038 378208 396435 117400 147891 158405 188867 220510 263245 280855 298689 316968 336079 368194 399898 117262 135259 160744 176680 195552 205489 251297 267920 270669 296633 333379 366564 382964 150292 161186 194837 228903 266153 281881 305494 317825 343021 380139 137297 162394 183459 198198 211985 265091 261989 272260 306417 341678 374327 387122 126201 145204 163988 190222 201017 236029 257253 266719 286677 116351 143724 157951 184693 214972 258176 278900 292783 316746 334511 361561 394519 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fr einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableitungen I und II 5 Klaffe 34 Preuhifch-Lüddeulsche (2hU. Preutz.) Klusten-Louerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Im Gewinnrade verblieben: 2 .. . 500000, 2 Gewinne zu je 5« iOOOO, 2 zu >e 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 750.X), 2 zu je 60<)00, 12 zu je 25000, 54 zu je 100(0, 110 zu je 5000, 312 zu je 3000, 570 zu je 2000, 1524 zu je 1000, 3220 zu je 500, 8270 zu je 300 Ni. 143162 163319 189038 199312 222630 256120 263001 278234 311660 344098 375273 389121 214502 218*168 227393 239537 241637 245989 266753 287955 299158 305953 318483 33-463 nicht nur beim Porträtieren, sondern auch'aus allen übrigen Gebieten der Photograph^' Man dente nur an die ausgezeichneten Tlerbttdmsse der Hedda Walter und anderer. Fähig- Kit Wesen und Dinge mit empfänglichem Blick auf sich wirken zu lassen - das ist da, Talent, das die Photographin zur Künstlerin macht. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 11. Febr. Bier Diebstähle standen heute zur Verhandlung- Bei dreien handelte es ich um solche wegen Rückfalles im Sinne des Paragraphen 244 B.St.G.B. Bei dem vierten wurde Rückfall nicht angenommen, weil feit der Verbüßung der letzten Diebstahlstrafe bis zur Begehung des neuen Diebstahls zehn 2ahre verflossen find. Sämtliche Angeklagte waren erheblich vorbestraft. In dem einen Fall hat ein in Marktkreisen bekannter Arbeiter und Händler aus einem Rachbarort von einem Milchwagen aus einem Korbe zirka 7 bis 8 Pfund Butter und eine Anzahl Eier gestohlen. Er leugnete und trat den Alibi« Sn der heutigen Vormittoasziehung wurden Gewinne über 150 3)1. gezogen 2 ®«tolnne ju 10000 M. 176103 2492668l.B2^.’™20070?™724781,6232238 .0,368 102046 172861 188304 207688 280307 341637 361707 3B22226®etoln5n7.4.i’l000^1. M002 99872 147178 147386 269244 260666 270843 289775 351680 362743 379947®»totnn, tu 600 M. 14378 15695 32806 34598 42758 49166 51626 53090 64854 63986 66816 74945 93472 136609^9582 J4n7063 1o50748 ^65931 M M 388064 384526 208 G-wtnn. ... 300 9N. 3139 8135 14583 14958 18369 18896 26787 31513 33758 34638 40761 46600 67147 68783 61622 62405 67471 67912 70757 85251 87718 93056 96689 105676 ---- ------ 119377 122202 ,nRKQQ Frankfurter Getreidebörse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 19. Febr. Am heutigen Hauptmarkt war das Geschäft im allaemeiiwn recht still. Die Tendenz neigte zur Schwäche, da sich das Angebot in Weizen und Roggen wieder etwas verstärkt hatte. Die Preise gaben leicht nach. Am Mehlmarkt war die Haltung ebenfalls etwas schwächer, bei um 25 Pfennig niedrigeren Preisen. Futtermittel waren vernachlässigt. Es wurden notiert: Weizen 26: Roggen 17,35 bis 17,50; Sommergerste für Brauzwecke 18; Hafer, inländischer 16; Mais (gelb) für andere Zwecke 15,50; Weizenmehl, süddeutsches, Spez. 0 38,75 bis 39,50; Roggenmehl 24,75 bis 26; Weizen kleie 8; Roggenkleie 8,25 Mark. Tendenz: flau. Lokalpapieren gaben Metallgeseklschaft 1 v. H. nack. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen gut behauptet. Für Ausländer bestand kein Interesse. Rur Ungarn konnten etwas Rachfrage auf sich lenken- 3m Verlaufe war die Tendenz widerstandsfähig- Die heute zur Der- öffentlichung gekommenen Außenhandels- ziffern werden als ziemlich g ü n st i g beurteilt, obwohl die Einfuhr einen Ueberschuß aufwcist; doch gleichzeitig ist die Ausfuhr großer geworden- Gegen Anfang waren die Kurse zumeist gut behauptet- Das Geschäft blieb aber sehr minßnas. Am Geldmarkt war Tagesgcld mit 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt konnte offenen Reserven al« verloren zu betrachten sind. Ob und inwieweit der entstandene Verlust darüber noch hinausgsht, muß die Revision ergeben. 3n einer sofort einzuberufenden außerordentlichen G.-B. wird den Aktionären Mitteilung gemäß § 240 HGB- (Verlust von mehr als der Hälfte des Attienkapitalsl gemacht werden. Die Herren E g l e r und S ch ö n r o ck von der Städtischen Spartas,e Frankfurt a. M. sind in den Vorstand der Bank ein» getreten, während der bisherige Direktor Ries sein Amt niederlegen Wird. Die Bank soll liquidiert und der Bestand an Einlagen und Konto- korrentfprderunaen allmählich auf die Städtische Sparkasse ubergesührt werden- Bolköbank u 1000 M. 2385 17759 74893 195811 214678 217216 258219 264975 274223 287582 295325 343231 355515 359568 66 »«Winne,u 500 M. 12087 26582 56463 64095 71932 77044 80759 85648 115080 118026 121959 124723 130821 133433 138082 148581 151145 158666 179250 186858 222441 228544 238563 266861 303518 316302 327820 347118 363030 378611 381696 392168 396491 172 »ew.m-, 300 M. 11303 17224 31038 36258 37798 43682 45428 49691 78654 79317 79726 79794 83250 96053 97110 106999 107824 112614 ------ ------ 119944 Wirtschaft. Günstiger Re:chsbankausweis. Rach dem Ausweis der Reichs bani vorn 15. Februar hat sich die gesamte K a - p i 1 a l a n l a g e der Bank in der zweiten 8«° brnarwochc- in Wechseln und Schecks.Lombards und Effekten um 216,7 Millionen auf 1891,3 Millionen Mark verringert 3m einac.nen haben die Bestände an Reichsschatzwechieln um 10 000 Mark auf 40 000 Mark, die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 240,2 Muuonen auf 1719,7 Millionen Mart abgmpmmen. wahrend die Lombardbestände um 235 Millionen auf 78,2 Millionen Mark angewachen smo An Reichsbanknoten und $5IVten- bankscheinen zusammen iind 230,0 01hljonen Mark in die Kaisen der Bant zuruckaeflossen. und zwar hat sich der Umlauf an Re ch-bank- noten um 214,6 Millionen auf 41064 Millionen Mark derjenige an Rentenbankscheinen um 15,4 Millionen auf 336.5 Millionen Mark verringert Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheiue in Höhe von 4,9 mitMontn Marl getilgt worden |mb, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankschemen auf 50 3 Millionen Mark erhöht- Die fremden Gelder zeigen mit 502,2 Millionen Mark eine Zunahme um 51,2 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 32.8 Millionen auf 2752,6 Millionen Mark erhöht. Sm einzelnen haben die Goldbestände um 25,1 Millionen auf 2351,0 Millionen Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 7,7 Missionen auf 401,6 Millionen Mark angenommen. Die Deckung der Roten durch Gold adein besserte sich von 53,1 Prozent in der Dorwoche ans 56.4 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 62,1 Prozent auf 66,1 Prozent. Der Status der Reichsbank hat sich weiter günstig entwickelt. Auf der einen Seite ist in der zweiten Februarwoche eine über die iUtimobe- lastung hinansgehcnde Reduktion der Kapitalanlage eingetreten, anderseits weisen die Deckungsmittel durch die neuerlichen Goldkäufe der Reichsbank, bei denen es sich um Arbitragegold aus London handelt, eine erhebliche Stär/ kung auf. Für die günstige Entwicklung der Geld? Marktlage zeugt besonders die geringe Inanspruchnahme des Lombardkredites der Reichsbant, der trotz des Mediotermins eine nur geringe Zunahme zu verzeichnen hat und infolgedessen eine leichte Abwicklung des Mediotermins vermuten läßt. Auch die Entwicklung des Rotenumlaufs ist als erfreulich zu bezeichnen; der gesamte Geldumlauf liegt um 53,5 Mill. v?x. unter dem der gleichen Zeit des Vorjahres. An sich ist angesichts dieser günstigen Entwicklung des Reichsbankstatus die Frage einer neuen Dis- ton ter Mäßigung berechtigt. Aber es muß zunächst abgewartet werden, welche Ansprüche an die Reichsbank nach Erreichung des Tiefpunktes der Entlastung gestellt werden. Frankfurter Bankverein. Frankfurt a. M„ 18. Febr. (WTB-) Der rasche Entschluß der S t a d t F r a n l f u r t a. M., die Sicherheit für die Einlagen und Kontokorrentforderungen der Frankfurter Bankverein A.°G., Frankfurt o. M. in vollem ilm= fange zu Übernehmen und eine Sanierung des Instituts einzuleiten, hat glücklicherweise verhindert, daß in Frankfurter Sparerkreisen neue Beunruhigung und Unsicherheit entstand. Die Stadtverwaltung hat sich dadurch zweifellos große Verdienste erworben. Der Andrang von Sparern, dis ihre Einlagen abheben wollten, war infolge der Bekanntmachung, daß die Stadt Frankfurt die Sicherheit sämtlicher Einlagen der Bank gewährleiste, nicht nennenswert groß, um später fast ganz abzu)lauen. Die Mehrzahl der Einleger gab sich mit dem Garantiestempel der Städtischen Sparkasse zufrieden und beließ die Einlagen auf der Bank. Wie verlautet, find die Berluste des Instituts so groß, daß das Aktienkapital von 1,02 Millionen Mart und die 2? 0 0 00 M k, beweis an, der ihm aber mißglückte. Drei Zeugen traten gegen ihn auf; der Bestohlene erklärte unter seinem Eid, er habe heute kurz vor der Berhandlung den Angeklagten als dieienige Person wiedererkannt, die sich z. 3- pe^ Diebstahls in verdächtiger Weise In der Nähe feines Milchwagens Herumgetrieben habe. Der Angeklagte erhielt sechs Monate Gefängnis mit Rücksicht auf die durch derartige Straßendiebstähle hecvorgcrufene Berkchrsunsicher.^ett. In dem zweiten Fall wirkte ein ähnliches Moment erheblich stra, erschwerend. In einer hiesigen Wirtschaft verweilten drei Gäste bis in die Rächt hinein. Zwei nicht das beste Ansehen sich Madrid leicht erholen. Man nannte Mark I genießende -^"der erschienen auf kur.,e Zett gegen Dollar 4 1913' gegen Pfund 20,374; London in dem nämlichen Wir.sraum. Demi Schweiz 25,1975, gegen Holland 12,1 Idv. sollten SqS Bericht hielt sie aber für über- Boclmcr '-oone. ju£rt. Sie waren beide von einwandfreien Zeu- Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". gen in der Rahe der Wirtschaft ge, eh en worden, Berlin 19. Febr. Rachdem der Bormit- als sie Mantel t r u g e n. Bekleidet mit solchen taasverkebr anreaunaslos gelegen hatte, und an waren sie aber nicht. Die Angeklagten leugneten, bc? Dorbi-rl- infolge Otborn,angel» Stutölam, iur -michlägigen ub°ebaupi znlmnmen m MW Haltung. Die weitere Zunahme der Arbettslo.rg- h'elt e in Jahr, sein Bruder s e ch s Al a i leit war ein verstimmendes Moment, und auch I Gefängnis._____ der Sturz der sächsischen Regierung wurde als innerpolitifches Symptom gewertet. Der Auf- »emlnnauomfl ruf der Wirtschasts- und Wisfenfchastsführer zur endgültigen Regelung der öffentlichen Finanzen und zu stärkerer Produktivität wurde günstig aufgenommen. Die Außenhandelsziffern für den Monat Januar, die wohl als g u n - st i g anzusprechen sind, da Ausfuhr und Einfuhr stärker zugenommen haben, dürsten günstig wirken. Die Anfangsnotierungen lagen meist bis 1,5 Prozent unter dem Dortagsschluß. Hämmerten minus-minus. Gelsenkirchen minus 2,75 Prozent. Rhein. Braunkohlen minus 2,5 Proz. AEG. und Schubert & Salzer je minus 2,25, Lorenz, Elektrische Lieferungen und A.-G. für Verkehrswesen je minus 2 Proz. Demgegenüber besserten sich Chadeaktien um 8 Mark. Auch Ilse Bergbau und Aschaffenburger Zellstoff, Eisenbahnverkehr und Schlesische Gas lagen bis zu ein Prozent höher. Elektrische Lieferungen, Licht und Kraft und Gesfürel eröffneten auf die Fusionsgerüchte recht widerstandsfähig. Deutsche Anleihen behauptet. Bon Ausländem Oesterreicher uneinheitlich, Ungarische Goldrente fest, Türken schwach. Der Pfandbriefmarkt war noch uneinheitlich. Der Geldmarkt war leicht. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 Proz., vereinzelt 4 Proz.; die übrigen Sähe blieben unverändert. Im Verlaufe konnten sich die anfangs stärker mitgenommenen Werte etwas erholen. Gesfürel und Licht und Kraft blieben aus dem oben erwähnten Grunde gefragt, auch die Übrigen Elektrowerte konnten hiervon profitieren. Farben, in denen anfangs stärker Material herauskam, lagen gleichfalls erholt. Das Geschäft blieb jedoch Überall gering- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 V.H., Lombardzinsfuß 7 V.H. laniimi g 4'f - chniv- Mure u. nur <0)u<8 nur einian«. Saturn 18 2 19-2 18. 2- 19. 2 t>% ütundie »iciduanieibe lipn 1027.......... 87.5 — 87,4 — 7% Deutsche «eichsanleche pun IV4V .......... 97 — 87,4 — Icun'die Anl.-Ablüf.-tzchuId mit wiielui Nedjien....... 52 —- 52 52 Sifipi- ohne Aunoi.-Rcchie . . • 8.325 8,325 8,3 8,3 8% J&efi. «oltefiaat von wüst irüdiflhlf?. luy»)...... thyrlii'lfen Provinz - Anleihe mit -jo !v 1 - ’Xeditcn....... 87 — üß.8 — 49,75 — — — SeülWic Sornrn. Sammelobl. «mpjt» Serie 1....... 49.13 19.5 — 3% zranks. Hnv. Bank Goldpse. XIII nnksmkchar hi- 1931 • . ■ S6, — — — 7% Arantl Mw- Aanl Gaidvl« unkündbar 6ii ioaa..... 85.75 — — — IIjPq Rbciniiche Hvp.-Bank Bin ii. Goldpse......... 82,65 — — — Pr. BanderpiandbriejanftaN, üjsanbbnere tR. 17...... 97 _ 97 — sht 'Ur. LanbespfanbbÜefanstaU. R. 16..... t4,5 — '3,5 — Pr. Lanbcsplandhriesqnstall, 'psanbbriese Si. w...... J|,Ö-®. abfl. yorfrieg8-£6UgartPj pen. rückzahlbar 1932 ..... 88,5 —- 89 — 84 - LrftvrretchNche Gpldrente . - 4,2<)oo Cefterreidilfdie Silberrente 29,4 -V 29.4 29.75 4.75 5 1.85 5.15 4% cesterreichiiche Einheitliche Rente........... 2,75 — 2.8 _ 1% Ungarilcke Goldrente . . . 26 26,3 25,9 26,4 Untzsriiche Htaatsrcnte v. 1810 411% »eeal.con 101S..... *=r — — — 24,5 — 4% Ungarische ftrvnenrente • • 2,75 2,75 4% Sürtijdie Zollanletbe von 1011 — 6.7 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie 1........... 4% deSgl. Eexir II....... 6,1 — l .05 6,9 6,7 8% Rumgnijch, peleinh »«nte von 1903 .......... 10,5 — 10.6 — 414% Auchünische vßreinh. Rente VVN 1811.......... 4% »er, mb. ReeM - es 'Onimn o Berli- ch ufr' tTi"? 1 u 0. r -ch.utr'l Hl" 1 Smaitfl- flur Tgium 18 2- 19-2 18 2 IS- 2- vambmo-.'lmenta •isoifi • • - Hamburg.Lüdam Hainpsschisi • 8 Hania Toniufidiiji , - - W «orbbcMÜfbev Slvllb.....8 Mgemsine rcuUckeCrebitansi. io Barmer BmUversin - - w Berliner Honbeieneiellschajt . 12 (Sommeri UUÖ Privat Bank . 1| Tarmitfiblrv und Pgtivimlbgnt 14 Teutiche Pank und DiScpniv lyefeUjdiaft, ... 10 Dreobitvr Pank......10 Pvichsbanl........18 F®............a Ptrnrnfluu - • • - • » GIvktr. NiSjr'kungögesxNtchasi, V Licht unl> »irast......10 ;Veiten 8 (tiüiilrauwe - - ■ 7',i Äeiellichgsl für SleNriiche llptenwBii'unncu - - - U vambnraer EiekNiglSl- Ver'e 11 :H6eini|r1ie tiieltTiiilill - ■ • • Sdrieihdte ti'.ettTÜUÖI- • • • U (Sdntderl 8 ßf- ......1 Liemen» 8 paleie ..... 1' TranernviS...... • • • 1 Labrnevvk 8 Üo.. , , . . . ü iBubentü........... Tentichr tzrböl....... Eiiener SieintDble...... (9el!enlirdlClicr -••••«- Harpen«..... • e • • Hocich ÜNon........6- 3‘fe Bergbau . . . 4 Küin-Psnesieu....... • Mannejmnn" Aobren - ' ' Maneseibvr Beraban..... Cbcridltoi- rjiienbepflrf . . . • Cbetidtld. ftolltvetlf....., Pliönst Pernbqu......b1 RbeinNchq PratlNkohIeN - - 1 Wheinilahi........•„ Riedrck Montan......7. 100.75 103,75 120,5 129,5 187.5 & 149.5 149.75 295 172,25 — 165 64.5 128 106,5 —r -r — 85.5 — 60,5 74 <37,5 I35.J 1 -r .05,5 1 4.65 <04 - :i - S S r 3 U 1 11 <1 il <1 4S! i II 1 1 11 1 Illi llllä 1 1XP 1 S 1 w 1 4 g 99.75 147 103,9 120,9 .29,5 187 157 235.5 149,5 150 295 172,5 164.5 .63.25 126 l34,65 62,5 185,5 257.5 166,25 73,25 102.13 134 137,25 135,5 i 0,25 251,5 <05,25 • 07,9 ii.4,75 103.75 00,4 104,65 ’4J,5 118 91 99,4 147 103,25 121 129 188-5 156 235,5 149 149,5 294,25 170,25 200 162,5 163,5 125,5 164,75 133^5 163,25 185,75 258,25 127 iOM 'M A:l ,05ill l&J 100.4 ,oy lanliun a -Iterlir - (l).ufr ll Lch-> b 1 etmanq- " 1 Hut Saturn 18. 2- 19. 2. 18- 2 19- 2 titeretniaie Staöuucne - 101.5 — 101.13 100.25 Lckavi Minen......16’/> — 58 57.5 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 208 206 207,5 206 Kalin iOeiteieflfln . . . 1<| 212 210,25 211,25. 209,75 Kaliwerle 2aUbctfutt6 . - - la 351 — 352 351,25 I. &. ^arben-Induslrie . . . 12 162.5 161,75 >62,25 161,25 Dvnarnit Nebel...... b — — — — Tcheibeanstalt....... 9 — 148,6 — — fflolbldtmibt....... 5 68 68 67,25 Rntaerswerke....... G 76 75 75,5 75.5 Metallgeleilschaft...... 8 — 109 HO 109,5 Bbtlivv Holzrnann..... 97 — 97.5 96,25 Zementwerk Heibelberg . . 10 123 322,5 — — Cenienlioerk Karlstadt. . . . 10 145 — — — Wayb & t'rei)ta0..... 8 86 86 86,25 - Lchultbeis Patzcnhoser . . . 15 - - 27 ,13 270,25 Lstwerke......... 1 — 209 208 6 91 hi.......... P 1 111-25 >09 .lu.75 08,5 Bem berg......... 1 — — 162.5 161 Zkll'Wss Vgldbol .... 13V Rellftoit Aschaskenhnra ... 12 49,5 — 2u5.5 ,49.75 204 150.75 übarlottenburger Lasier . . Deiiauer (Mae....... . ! — Iu3.25 71.13 103,25 171 Daimler Molaren..... . 38 37,25 33 37,25 Deutsche Linoleum .... • — — 245 243 13 Uaschinonb ■?l"8. .... . ( — — 5.65 — tQqi. 9li|tpmebil ...... . — — — — DKn'teilt S Si'ppel .... — 74 73,25 Veonbarb Tietz...... Hvenrkg......... IC 1 = .60,5 350 160,5 348,5 ^rankinrtek Maichinrit . . . ! 40 38,5 41 — Ärinner......... . 6 50,5 — oO,5 — >euilnenitaebl...... — — — — INNflbans......... - , 45.25 105 —T 46,b TT jßchwerke......... • 105 — — Jiainhaftmerle Höchst o. M.. . w 107 — — — 3ii«ä......... - 1 13O.7§ 130 130 Lcbr- Roebxr..... . 1 119.25 - — — »oiqi L Hgelmei..... Süddeutsche Zucker , , , . ■ 1 >1 A I 159 >H% -= Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L Berlin, 18 Februar (»eit Brief it'ntcritäntTctje Okoien..... 4,166 4,186 Melgiirhe Noten........ 58,22 111,78 112,22 20,315 20,395 ftraniöfiidje 'J.'otcn...... 16,388 16,448 Holländische Noten ...... 67,56 168,24 1t lientidte 'Koten...... 21,94 22,02 '.li'onvcaische -Jtoten...... Deutsch C|'fterr ,5100 fironen 11,70 112,14 58,78 59,62 'Jiumäntfcfic Noten...... 2,455 2,475 Lchwedische Noten...... S. n iiaa.'n 11,93 112,0? 112,15 112.29 111.93 1)2-05 112.15 112.27 Stock iioim . 112,26 112,46 112.29 10,533 112,50 Heliingiorä- U 531 10 551 10.553 Italien. . . 21.90 21,94 21.90 21.94 London. . . Ncunork . . TrriS.... 20.349 20,380 20.351 20,391 1.1875 4.1955 4,1885 4,1965 16.375 16.415 6.375 16.415 Schweiz . . 30.765 80.92t 80.76 80,92 Sna i.n. 50,65 50,75 51,75 51,85 Javan . . . 2.058 2.062 2.057 2,061 »io ve stian 0,465 0.46? 3.471 0.473 Alen In D-- £eft. adgeil 18,935 59.055 58.93 59,05 2,386 12,416 12,397 12,417 1,368 7.382 7,371 7,385 Budav't. - Bul arten 73,14 73.26 73,145 73,285 1.027 3,033 3,027 3,033 vtffabon 18,78 • 8,82 18,84 18,88 Danüa - - 31,33 81.4! 81,33 81.49 stonst ntin. i,883 1,887 1,895 1,902 Sitliep- . 5,42 5.43 5.415 5.425 Lanada 4.157 4,165 4,161 4,169 Uru uqq . 3.686 3,674 3,666 3,674 20,91 Latro - . 20.87 20,91 20.87 Aiddaias Sängerbund. . Ulfa, 17. Febr. 3m Krehbastschen Saale trafen sich gestern die Delegiertendes Riddatal-Sängerbundes, um die gefänglichen Veranstaltungen für das 3ahr 1930 festzulegen und einen Rückblick auf das abge- laufene Bundesjahr zu werfen. Der hiesige Gesangverein entbot den gesanglichen Willkomm und trug auch im weiteren Verlauf der Tagung eine Reihe schöner Chöre Hang rein und mit warmer Empfindung vor, was der Veranstaltung eine besondere Weihe gab. Der Bundesvorsihende Theodor Schäfer (Eichelsdorf) begrüßte die Versammlung und berichtete ausführlich über die verschiedensten Veranstaltungen des Bundes im vergangenen 3ahr. Die Bundesvereine beteiligten sich an dem (Sau* wertungssingen in Schotten, an den Gesangsfesten zu Ridda, Einartshausen und Ra in rod. Es wurde besonders begrüßt, daß für die Zukunft neben dem Wertungssingen nur eine Jubiläumsfeier innerhalb des Bundes veranstaltet werden darf. 2ln dem Hessichen Bundessängerfest in Darmstadt nahm der Bundesverein Schotten geschlossen teil, fünf weitere Dundesvereine beteiligten sich durch Fahnendeputationen. Die Ausführungen des Bundesvorsitzenden wurden ergänzt durch die Berichte des Schriftführers, Prokurist Michel (Ober-Schmitten). Die Bundeskasse, die von dem Rechner, Bürgermeister Mantel (Ober-Schmitten), verwaltet wird, weist trotz des geringen Beitrags von 10 Pf. pro Sänger einen Bestand von 170 Mark auf. Dieses günstige Ergebnis ist darauf zurückzuführen, daß der gesamte Vorstand schon seit Jahren auf Rückerstattung von Auslagen verzichtet. Die Vorstandswahl war wiederum eine große Dertrauenskundgebung für den seitherigen Vorstand. Zum neunten Male wurde er durch Zuruf wiedergewählt. Eine von dem Vorsitzenden beantragte Abstimmung durch Stimmzettel wurde abgelehnt. Für den durch Wegzug ausgeschiedenen zweiten Dundeschor- meister Sabber wurde Lehrer Wolf (Unter* Schmitten) neugewählt. Das Wertungssingen des Bundes findet am 4. Mai in der TurnhaKe zu R i d d a statt. Die Bundesvereine versammeln sich vor Beginn auf dem Marktblah, wo die Massenchöre „Wo gen Himmel Eichen ragen" von Heinrichs und „Der Lenz zieht ein" von Baumann gesungen werden. Zum Wertungsfiirgen wird ein Wahl- und ein Pflichtchor gesungen. Dundeschormeister Diehl (Ober-Schmitten) brachte als Pflichtchor das Lied „Vaterland" von G. Wohlgemuth in Vorschlag, was die Zustimmung der Versammlung fand. Als Wertungsrichter ist wieder Musiklehrer Hch. Blaß (Gießen) tätig, der bereits seit vielen Jahren das uneingeschränkte Vertrauen des ganzen Bundes genießt. Mit der Feier des 60. Jubiläums des Männer- gesangvereins Rudingshain soll gleichzeitig das 20jährige Bestehen des Riddatal-Sänger- Hundes in kleinem Rahmen begangen werden. Der Antrag S ch ö n b e i t (Ulfa), innerhalb des Bundes eine Hnte rstühungskasse zu gründen, in die ein gewisser Prozentsatz des Reingewinns bei Bundesfesten abzuführen ist, wurde lebhaft begrüßt. Er soll in die Tagesordnung der nächsten Delegiertenversammlung aufgenommen werden. Den Dundesvereinen soll es überlassen sein, je nach Kräften freiwillige Beiträge zur Deckung des Defizits beim Deutschen Sängerbund an den Schatzmeister des Hessischen Sängerbunds abzuführen. Die Anträge auf Ehrung von Sängern, die 40 bzw. 50 3ahre aktiv einem Gesangverein angehören, sowie von Dirigenten, die 25 3ahre einen Verein leiten, sollen durch den Bund dem Gau weitergeleitet werden. Mit Werten des Dankes schloß der Bundes- Vorsitzende die für die Sängersache des Riddatals wichtige Tagung. Büchertisch. — Lieder und Dewegungssbiele. Gesammelt und bearbeitet von Else Fromm. Herausgegeben vom Pestalozzi-Fröbel-Haus I (Berliner Verein für Dolkserziehung). 10. wesentlich veränderte Auslage. (XVI u. 100 S.) Kl. 8°. Geb. 3,20 Mk. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1930. (41) — Die vorliegende reichhaltige Sammlung von Liedern, Spielen und Kinderreimen, die größtenteils unter Beigabe der Singweise in Roten gebracht werden, bildet für Mütter, Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen eine willkommene Gabe. Auch in der 10. Auflage ist das Ziel des Buches, den Kindern musikalische Freuden und frohe Gemeinschaftsspiele zu schenken, das gleiche geblieben. Doch ist sie inhaltlich stark verändert und erscheint in neuem, schönem Gewände, mit einem Geleitwort von Gilt Droescher, der Leiterin des Pestalozzi-Fröbelhauses in Berlin. Die Entwicklung der Musikpflege in den letzten Jahren ist dem Buche sehr zugute gekommen. — G. K. Chesterton: Der unsterbliche Mensch. 368 Seiten. Aus dem Englischen übertragen von Gurt Th esing. Geh. 6,00, Ganzleinen 8,00 Mk. Buchausstattung von Professor Steiner, Prag. Carl Schünnemann, Verlag, Bremen. (30) — Dieses Buch wurde geschrieben, um das Christentum gegen seine Krittler und Feinds zu verteidigen. Dabei ergab sich eine kulturphilosophische Studie über das Wesen des Menschen und seine Stellung innerhalb der Welt. 3m Gegensatz zu der Darwin-Haeckelschen Theorie, die auch H. G. Wells berühmter „Geschichte unserer Welt" zugrunde liegt, erklärt Chesterton: Der Mensch ist allen Geschöpfen der Ratur unvergleichbar, mit seinem ersten Auftreten steht er als Wesen schlechthin eigener Ordnung da, dessen Ursprünge auf kein äußerlich noch so ähnliches Wesen, sondern nur auf einen außerzeit- lichen, d. h. göttlichen Schöpfungsakt zurückgeführt werden können. 3n dieser großangelegten kulturphilosophischen Studie gibt Chesterton eine Zu» sammenfassung seiner Weltanschauung. — 3m Februarheft des Kunstwarts (Verlag Eallwey in München) aibt u. a. Emmy v. Egidy unter dem Titel „Das Gold als Räuber" eine gedrängte Darstellung vom tragischen Lebensschickfal des Schweizers Johann August Suter'/ des Kolonisators Kaliforniens. Grundsätzlich wertooll und zielweisend ist auch der Beitrag von Otto Brues über die wichtigen Beziehungen von „Presse und Schrifttum". Der Bilderteil umfaßt 14 Abbildungen nach Daumier und Ernst Barlach, wozu Josef Popp aufschlußreiche Erläuterungen gibt. — Femgericht, herausgegeben von F. Felgen, mit Beiträgen von Dirckhahn, Felgen, Kra- mex und Weiß, III. stark geänderte Auflage des Buches „Die Femlüge" mit 8 Abbildungen. Verlag 3. F. Lehmann, München. Preis geh. 4,00 Mark. (25) Cafe atmend. SKeute a6end fander-CKonzert mit verstärkter SKauskapelle, 7 Sperren 316 10 cUfjr: CLTIZ Tim dunklen 3lnzüg wird fjöfl. gebeten Voranzeige! {Kommenden {Mitt- wod), 26. &e6ruar, nachmittags: {Kinder-{Kostümfest Bauerscher Gesang-Verein e.V. Am 1. 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