Nr. 296 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 18. Dezember 1950 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Polfd)edfonto: Main um Drtirf vnd Verlag: vrLHI'sche Univerfilütt-v-ch. imd Ztelndnttkerei 8. Lange in Sieden. Schriftlettung und Sefchästrftelle: Schlllftraße 7. Lnnahmr van Lnzetae» für die Tageanummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchnst 20", mehr. Lhefredastteur Dr. Frredr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für de« Anzeigenteil Max Filler, lämtlid) in Gießen. Erich» in i >agl>ch.avtzer Sonntags und Feiertag» Beilagen Ote ODuftnrrt« Gtetzenei Famtlienblätt« Heimat im Bild vt» Scholle ManatS'Bezugroretr: 2.20 Neichsmarb und 30 Retchspfenrng für Trüge» lohn, auch bet Nicht«» scheinen einzelner Nummern mfolg» l)öt)«ei (bemalt HentfvrechanfchlSße enterSammebtummer22SL Anfchrrft für Drahtnachrichten Snzeiger Hiebe». EineRundfunkrededespreußischenMinisterprasidenten Scharfe Frontstellung gegen den politischen Radikalismus. — Appell an die anderen Parteien. Eine ernste Mahnung an das Ausland. Berlin, 17. Dez. (ERD.) Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hielt heute im Rundfunk eine Rede über bas Thema: „Ist die Demokratie erschüttert?" Er führte u. a. au6: DaS gesamte öffentliche LebenDeutsch- l a n d S befindet sich in einer schweren Krise. Wie in solchen Fällen üblich, fehlt eS nicht an Re-eptemachern und Kurpfuschern, die ihre einzig erfolgversprechenden Heilmethoden anpreisen. Die sagen, die Demokratie fei schuld, wenn das deutsche Volk aus politischen Krisen und Wirt- schastSnöten nicht mehr herauskomme. Rach dem militärischen Zusammenbruch 1918 erwies die Demokratie, das junge volksstaatliche System, ihre starke Lebenskraft und ihre Zähigkeit zur Reugestaltung, Unb unter ihrer Herrschaft konnte ein Wiederaufbau einsetzen, wie er in der Geschichte der Welt nicht viel Gegenstücke aufzuweisen hat. Man hätte meinen sollen, daß diese QBcnbung ein stolzes GlückSgefühl im Volke hätte auSlösen müssen. Statt dessen haben wir uns In einen Haufen von Parteien zersplitlerl, von denen manche gar nicht mehr eine irgendwie scharf umrisscne unb in großen Volksteilcn verwurzelte Weltanschauung vertreten, sondern einfach die Wahrung nackter, enger privatwirt- schoftlicher Interessen bestimmter Gruppen besorgen. Diese jämmerliche Interessenpolitik vieler Gruppen hat cs dahin gebracht, daß viele im Parlament nicht mehr den Brennpunkt aller Politischen und geistigen Interessen der Ration sehen. Demgegenüber muß mit aller Schärfe und Deutlichkeit gesagt werden: Richt die Demokratie hat versagt. Versagt hat lediglich ein erheblicher Tell der deutschen Menschen, well er mit dem Parlamentarismus noch nichts Rechte- beginnen konnte. Das Schönste und Größte wäre es und ein (Ibrentitcl de- damit feinen politischen Hochstand beweisenden deutschen Volkes, wenn wir in einem Parlament in der Zusammenarbeit und im geistigen Ringen einiger weniger großer Weltcmschau- unysparteien die Gegenwart des deutschen Volkes meistern und feine Zukunft zimmern könnten. 2Hil dem jetzigen Parlament, verfälscht in feiner IBefenearl durch Jnteresfenvertreter ohne verantwortliche Bindung gegenüber dem Allge- meininteresfe, und gestört durch Parteien, die das Lhaov und den Bürgerkrieg als Mittel zur Heilung der Rot des deutschen Volke» anfehen, kann man leider diese Aufgabe nicht erfüllen. So muh eine Reichsregierung, die nicht gegenüber den entfesselten Leidenschaften und nackten Interessenvertretungen politisch abdanken, sondern wirklich im Ramen de» Volkes und zu seiner Selbstbewahrung vor politischem Irrsinn und staatlichem Zerfall regieren will, zu ouher- gewöhnlicheu Mahnahmen schreiten. Rur eine solch:, jede einseitige Interessenpvlitik von sich weisende und dem grundsätzlichen und demagogischen Widerstand der ant parlam ntari- lchen Opposition h'.nwrg egende entschlossene Regierungspolitik kann die Re'.chZreaie- rung heute das große Erbe d:s deutschen Volkes vor dem Zerfall schützen und uns vor dem Aeuher- sten bewahren. Die vernünftigen und verantwortungsbewußten Parteien des Reichstags wahren in diesem Falle Ehre und politisches Ansehen des Parlamentes, wenn sie der Reichs- regierung dabei zur Seite stehen. Rur so vereiteln wir die Taktik ber antiparlamentarischen Gruppen, erst die Arbeit des Parlaments lahmzulegen und dann hohillachend in olle Well hinauszulchreien: „Seht doch, das Parlament per- lagt: das ist das Ende des parlamentarischen Regimes, nur der Diktator kann unS retten!“ kein Diktator kann uns retten. Würfe Deutschland sich heute einem Diktator etwa von der Art des Herrn Hitler in die Arme, waS wäre damit gewonnen? Dann würde mit einem Schlage das Vertrauen, das Deutschlands wirtschaftliche Arbeit und Kraft heute immer noch in der Welt besitzt, zum Teufel sein. Die gesamten bei uns arbeitenden, un Vertrauen auf die Aufrechterhaltung der Orb- wrng in Deutschland gegebenen ausländischen Gelder würden fluchtartig zurückgezogen. Milliarden strömten ab. Riesenhafte Arbeiterentlassungen wären die erste Folge. Zusammenbrüche der mittleren, kleinen und kleinsten Geschäftsleute würden m noch nie dagewesenem Maße eintreten. Außenpolitische Schwierigkeiten ohne Ende würden folgen, und im Innern des Landes würden Bürger - krieg und Hungerrevolten das ihrige tun, um unser Vaterland auseinanderzusprengen und die einzelnen Teile in völliger politischer Ohnmacht ledem außenpolitischen Gegner als willkommene Opfer hinzuwerfen. Unsere deutsche Rot von heute ist nicht nur auf uns beschränkt. Die Welt ist krank, sie leidet t gestellte Preissenkung habe bisher keine praktische Bedeutung erlangt. Die Preisgestaltung gerade von Gegenständen des täglichen Bedarfs habe fid) zugunsten der Verbraucher nur un- merklich geändert. Die Gehaltskürzung ab 1. Februar 1931 bedeute daher eine bedeutende Verschlechterung ber Lebenshaltung der Beamten. Der Gefamtvorstand beauftragt den gesch"sits- führenden Vorstand, alles zu tun, um die Rechtslage zu klären und den Reichstag zu bermdaffen. bic Gehaltskürzung durch Staffelung sozialer zu gestalten. Dar.eb n sei der Preisbildung besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Hessischer Giadteiag und die Notverordnung. Der Hessische S I ä b le l a g hat auf seiner letzten Tagung aus Antrag seine» Vorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. « e l l e r - Gießen, folgen- den Beschluß gefaßt: „Der hessische Städtetag vermißt in der Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 Maßnahmen zur öicherstellung der kommunalen Flnanzwirtschaft, welche durch die nach wie vor steigenden Ausgaben für die Wohl« fahrtserwerbvlosen und krisenunterstützung auf da» schwerste gefährdet wird. Daher muß in letzter Stunde durch da» Reich wirksame Abhilfe geschaffen werden. Der hesiische Städteiag hält eine foforlige Ergänzung der Rotverordnung, durch die den Gemeinden schon für da» laufende Rechnungsjahr entweder diese Lasten abgenommen, oder ausreichende Mittel zu deren Bestreitung bereitgestelll werden, für erfor- derllch." Die Osthilfe für Pächter. Berlin. 18. Dez. (ERD) Zu der Rot- vervrdnung für bic Osthilfe werben jet)t Richtlinien veröffentlicht für die Gewährung von Umfchuldungskrediten an bic landwirtschaftlichen Pächter, denen die Aufnahme langfristiger Kredite durch das Fehlen hypothekarischer Sicherheiten besonders erschwert ist. Rach den Richtlinien erhalten sanierungswürdige Betriebe Umschukdungskredite bis in Höhe von 60 v. H. des Rormalwertes, bei einem Zinssatz von 4 v. H. und jährlicher Anror- tisationsquvte von gleicher Höhe. Die Entscheid bung über bic Sanierungswürdigkeit fällen die Landstellen, die auch die Verhandlungen mit ben Gläubigern über Nachlaß ober langfristige Stunbung ihrer Forberungen führen. Die Auszahlung ber Umschulungsbeträge erfolgt unter Bürgschaft des Reiches und Preußens je zur Hälfte durch die zuständigen Umschuldungskredit- inftitute. Oie „Abrüstung" der andern. Herstellung eines elektrischen Torpedos. London, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Marinekorrespondent des „Daily Telegraph" berich. tet, daß es der Marine der Bereinigten Staaten nach langwierigen Versuchen gelungen sei, einen clektrilchen Torpedo herzustelien, der den großen Vorteil habe, daß er bei seiner Fort- bewegung unter Wasser keine Schaum bahn an der Oberfläche Hervorrufe. 3m Kriege sei es Hunderten von Schiffen durch rechtzeitige Beob achtung der verräterischen Schaumbahn gelungen, durch eine schnelle Drehung des Steuerruders dem Torpedo auszuweichen. Auch in der Seeschlacht am Skagerrak hätten, wie Admiral 3 e l l i c o e mit- geteilt habe, mehrere britische Schlachtschiffe durch schnelles Manövrieren den Torpedos ausweichen können. Der Korrespondent fügt hinzu, unmittelbar vor dem Waffenstillstand sei es in Deutschland gelungen, einen leidlich brauchbaren „unsichtbaren" Torpedo herzustellen. Entsprechende Versuche in England seien anscheinend nicht fortgesetzt morben, und es sei den Vereinigten Staaten überlassen geblieben, zum ersten Male einen Torpedo dieser Art herzustelien. ■ “ 4 Leichte Besserung der Lage in Spanien. Llmfangreiche militärische Maßnahmen -er Regierung. — Ohne Parlamentseinberufung keine -auern-e Ruhe. — Wieder Grenzverkehr rebeis. repe 1 Ccrmr.ander Eatado Die ersten Funkbilder von der spanischen Revolution. Links: Soldaten bewachen den Eingang der Pyrenäenfestung I a c a. nachdem die Revolte niedergeschlagen und das Todesurteil an den beiden Führern des Aufstandes vollstreckt wurde. — Rechts: Der Kommandant der Festung Jaca, Estado Mayor (links), der den Aufstand der Besatzung mit Hilfsstreitkräften niederzuschlagen vermochte .>20000 Mann mobilisiert. Einberufung der Kammer gefordert Paris, 17. De). (WTB.) Rach einer Rachrichk des Sonderberichterstatters der Zeitung „La France de Bordeaux" aus hendaye sollen aus Madrid angekommene Reisende erklärt haben, daß in der Hauptstadt völlige Ruhe herrsche und der Straßenverkehr normal sei. An den hauptplähen der Stadt ständen Mllitärposten. 3n Santander dauere der Streik an. Die am Montag in Madrid verfügte allgemeine Mobilisierung soll 3 2 0 0 0 0 Mann umfaßt haben. Rach den Unruhezentren in der Provinz seien Truppen abgesondl worden mit dem Beseht, die Ruhe um jeden Preis aufrechtzuerhalten. Die spanische Regierung soll die Aus - l i e s e r u n g des spanischen Fliegermajors Franco beantragt haben, mit der Begründung, er habe Militärflugzeuge entwendet und mit diesen fremdes Gebiet, nämlich Portugal, überflogen. wie havas aus Madrid berichtet, Hal dort eine Besprechung spanischer Führer slattge- funden. Rach dieser Besprechung wurde den Journalisten mitgeteilt, daß die betreffenden Persönlichkeiten hinsichtlich der politischen Lage in Spanien übereinstimmend der Ansicht seien, daß es angesickts der gegenwärtigen Vorkommnisse nicht mehr möglich sei, ohne Einberufung der Sommer die gegenwärtige schwierige politische Lage zu lösen. Ein Bericht der Regierung. Paris, 17.Dey (WTB.) havas berichtet aus Madrid: In Barcelona wurde für fünf verdächtige Regimenter das Sriegs- recht proklamiert. Barcelona steht unter dem Kommando von fünf Generälen, die der Regierung ergeben sind. Die R e g i e r u n g hat gestern abend eine Mitteilung über die Lage veröffentlicht. Danach ist der Generalstreik allgemein in folgenden Provinzen: La Loruna, huelva, Jaen, Logrono, Raoarra, Santander, Biscaya und Saragossa. T e l l st r e i k s herrschen in Cordoba, Granada, Lerida und Sevilla. Die übrigen Provinzen sollen vom Streik verschont sein. 3n mehreren Gegenden ist es zu Zwischenfällen gekommen. 3n Collosa, Segura (Alicante) und in Elche (Alicante) versuchten Manifestanten, den Straßenverkehr zum Stillstand zu bringen. Zwischen ihnen und der Polizei gab es Z u s a m m e n st ö ß e. 3n Gijon ist eine Gedenktafel mit dem Ramen Primo de Riveras von einem 3esuitenkloster herabgerissen worden. Die Täter haben die Fenster des Klosters mit Steinen eingeworfen Polizei trieb sie auseinander. Einer der Angreifer wurde getötet. Die Rote erklärt zum Schluß, daß der Regierung aus zahlreichen Gegenden und von vielen Verbänden Zuschriften zugegangen seien, in denen ihr deren Ergebenheit versichert wird. Die Lage beginnt, so heißt es weiter, wieder normal zu werden. Die gleiche Erklärung wurde im Anschluß an einen gestern abend abgehaltenen M i n i st e r r a t von dem Bruder des Ministerpräsidenten abgegeben, der außerdem mitleilte, daß das Bataillon der spanischen Fremdenlegion angesichts der Besserung der Lage nicht nach Madrid kommen werde. Aus Segura wird gemeldet, daß in den Orten Segura und Porte Rougerond Plakate mit der Auf- schri't: „Rieder die Monarchie, es lebe die Republik!" während der Rächt angeschlagen worden seien. Zivilqardislen hätten sie wieder entfernt. Ergänzende Havasmeldunge . Paris, 17. Dez. (WTB.) lieber die Vorgänge in Spanien liegen heute abend mehrere havas- meldungen vor. Danach herrscht in Alicante Generalstreik. Die Loden hatten geschlossen, wurden aber durch Militärpatrouillen veranlaßt, wieder zu ö s s n e n. Einige Straßenbahnwagen, die im Verkehr waren, wurden mit Steinen beworfen, so daß sie wieder in die Depots zurückkehrten. 3n Barcelona hat die Polizei im Laufe des vormittags mehrere Arbeiter, die ihre Kollegen zum Streik ausforderten, verhaftet. Das Gas- und Elektrizitätswerk wurde durch Arbeiter der freien Gewerkschaften bedient. 3n Valencia ist heute an Bord des Dampfers „Espana" ein Trupp spanischer Fremdenlegionäre aus Marokko eingetroffen. Die Fremdenlegionäre wurden in Paterna untergebracht. Besserung an der sranzösi ch-spanischen Grenze. Paris 17. Dez. (WTB.) Die Lage an der französisch-spanischen Grenze scheint sich zu bessern. Man kann mit einem gewöhnlichen Paß die Grenzepassieren. Auch Waren werden wieder befördert: nur die französischen Zeitungen werden nicht durchgelassen und die Spanier kommen in Scharen auf französisches Gebiet, um sich aus der französischen Presse zu informieren. 2lus Figueras wird der Abtransport eines Regimentes aus San Quintin nach Barcelona gemeldet. Wiederaufnahme des spanischen Telegrammverkehrs. Paris, 17. Dez. (WTB.) Wie Havas aus Madrid berichtet, sind die telegraphischen Fernverbindungen in ganz Spanien wieder ausgenommen worden. Gesandter Rauscher 1*. Berlin, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Gesandte in Warschau, Ulrich Rauscher, ist heute nacht in St. Blasien, wo er sich zur Heilung seines Leidens aufhielt, im Alter von 46 Jahren gestorben. * Ulrich Rauscher wurde am 26. Juni 1884 in Stuttgart geboren. Er studierte nach Durchlaufen des Gymnasiums Rechtswissenschaften und wandte sich dann freier schriftstellerischer Betätigung zu. Politisch betätigte er sich erstmals als Korrespondent der „Frankfurter Zeitung". Während des Krieges war er zuerst im Kriegspresseamt, dann längere Zeit in einer Zivilstellung am Generalgouvernement in Brüssel und zuletzt zwei Jahre Armierungssoldat an der Front. Noch der Revolution trat er zur Sozial- demokratie über. In seiner späteren Stellung als Pressechef bei der Reichskanzlei (mit dem Titel Ministerialdirektor) hat er fortlaufend Einfluß auf die politische Entwicklung genommen. Auch die Nach, richtenstelle des Auswärtigen Amts kam später in feine Hand, wie überhaupt die gesamten Pressestellen der einzelnen Aemter unter ihm vereinigt wurden. Anläßlich des Kapp-Putsches war es Rauscher, der den Aufruf zum Generalstreik mit den Unterschriften des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers her- ausgab, der von diesen beiden dann aber nicht ge- deckt wurde. Infolgedessen schied er im April 1920 aus der Reichskanzlei aus. Bald darauf wurde er als Gesandter für Athen genannt; es erfolgte jedoch seine Ernennung als Gesandter in a. o. Mission bei der Sowjetrepublik Georgien. Hier blieb er bis zu seiner Ernennung zum Gesandten in Warschau. Rede -es Außenministers bei -er Bolivar-Feier. Berlin, 17. Dez. (WTB.7"I«r Erinnerung an den 100. Todestag des Befreiers Simon Bolivar fand heute aöend in den Festräumen von Kroll eine Feier statt. Unter der Führung des Äuntius Orsenigo hatte sich das gesamte diplomatische Korps eingefunden. Deutscherseits waren in Vertretung des Reichspräsidenten Staatsselretär Dr. Meißner, ferner Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsauhenminifter Dr. Curtis, Reichstagspräsident Lobe, sowie zahlreiche Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, der Reichswehr, der Reichsmarine, der Wirtschaft, Industrie und des Handels. der Wissenschaft, der Kunst und der Presse er chienen. Die Feier wurde ein geleitet mit der Rational» Hymne von Venezuela. Hierauf hielt der Gesandte der Vereinigten Staaten von Venezuela, Minister Dr. Eduardo 3. Dagnino Penny, die Eröffnungsansprache, in der er ein Bild des großen Menschen Bolivar zeichnete. Aach der Rede des venezuelanischen Gesandten nahm Beichsaußenminister Or. EuriiuS das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er zunächst darauf hinwies-, daß er schon kürzlich in Genf Gelegenheit gehabt hätte festzustellen, eines wie hohen Ansehens und wie großer Bewunderung sich der Name Bolivars erfreue. Der Minister erklärte dann u. a.: Heute vor 100 Jahren sank ein Mann ins Grab, der in den sogenannten boliva- rianischen Ländern Südamerikas, Venezuela. Columbien, Granada, Ecuador, Peru und Bolivien, als ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit angesehen wird, der, als Feldherr, Staatsmann und Mensch in gleicher Weise verehrt, den Völkern Südamerikas und der ganzen Welt noch heute als leuchtendes Vorbild vorschwebt. Sein Werk gehört der Geschichte an, jener großen Richterin, die mit Unbestechlichkeit und Gerechtigkeit die Taten der Menschen beurteilt uyd sie verwirft oder anerkennt. Wenn seine Taten auch in erster Linie seiner Heimat galten, wenn seine Bestrebungen auch darauf gerichtet waren, fein Vaterland einer fre.en und unabhängigen Zukunft entgeaenzuführen, so erhebt sich doch seine Gestalt im Lichte der Geschickte weit über den Kreis jener Länder hinaus, und seine Gedanken, die dem Fortschritt der Menschheit aalten, sichern ihm heutigen Tages die Bewunderung der ganzen Welt. Für uns Deutsche, die wir heute des Todestags Bolivars im Gefühl der Gemeinschaft und geistigen Verbundenheit mit den Ländern gedenken, denen sein Lebenswerk die Unabhängigkeit, die Freiheit und den Fortschritt gebracht hat, für uns bedeutet dieses Lebenswerk Bolivars auch zugleich den Anfang und den Ausgangspunkt unserer politischen, wirtschaftlichen und geistigen Beziehungen zu jenen Ländern, Beziehungen, die zum gegenseitigen Ruhen ein immer engeres Band der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses um unsere Völker zustande brachten. Gießener Stadttheater. St. John Crvtne: „Tic erste Frau Selby". Es war ein angenehmer und in jeder Hinsicht erfreulicher Abend. Wobei wir noch gar nicht in Anschlag bringen wollen, daß er erheblich früher als vorgesehen zu Ende war: das ist nämlich nicht nur bei schlechten, sondern auch bei guten Stücken durchaus ein Vorzug. (Wir machten nicht mißverstanden werden i Eroine wurde unseres Wissens bisher in Deutschland noch nicht vorgestellt; der große Erfolg der „Ersten Mrs. Seldy". mit der kürzlich die berühmte Massary auf der Sprechbühne debütierte, hat ihn vorzüglich eingeführt und ihm von Berlin aus die Provinz erobert. Wir bekennen, daß es ein Vergnügen und — in diesen theatralisch mageren Zeiten — sogar ein Gewinn war, die Bekanntschaft des liebenswürdigen Gentlemans zu machen. Was er da geschrieben Hal, in drei Akten, knüpft an die beste englische Lustspieltradition an. Man könnte an Wilde denken, obschon Eroine sich minder literarisch gebärdet, obgleich sein Stück nicht ganz so spritzig gemacht ist, nicht soviel Charme und soviel Esprit besitzt, wie ihn der Dichter der „Salome" und des „Dorian Gray" über seine Salondramen ausgegossen hat. Eroine sucht nicht — und das berührt den modernen Menschen im Theater sehr wohltuend — die Pointe und den Aphorismus um jeden Preis ... selbst auf Kosten der Wahrscheinlichkeit und der Psychologie. Wilde sagte selbst (und es ist nicht anzunehmen, daß er nur die literarischen Kollegen damit gemeint hat) —: „Wer unter die Oberfläche schürft, tut es auf eigene Gefahr." Hier darf man. Es schadet nichts. Dieses Stück verzichtet auf Feuerwerk und bengalische Beleuchtung. Es bleibt — sozusagen — immer mit beiden Beinen auf dem soliden und zuverlässigen Boden der englischen Wirklichkeit. Dabei ist es gar nicht langweilig, sondern sehr amüsant. Es hat eine gewisse Trockenheit und Nüchternheit, die ganz zeitgemäß wirkt. Dabei hat es durchaus auch Herz, denn es handest sich hier um eine Ehe- und Scheidungsgeschichte und also (oder trotzdem?) um Dinge des Gefühls. Dieses Stuck endlich ist ein Salon- Stück; es hat nichts von Wallace und auch gar nichts Reißerisches an sich. Dennoch ist es — bis zuletzt — spannend. Es bezieht nur seine Spannungselemente aus andern Quellen, als man es bei modernen Dramen gewohnt ist. * Aus dem Titel geht schon hervor, daß es auch eine zweite Frau Selby geben muß. Zwischen beiden: Herr Selby. Wenn man noch hinzufügt, daß er, nachdem er von der ersten geschieden wurde, sich nun von der zweiten, mit Hilfe der ersten, ebenfalls- scheiden läßt, um zur ersten zurückzukehren, — dann ist zwar die Fabel dieser drei Akte bereits erzählt, aber im Grunde auch nur das Allernötigste über dieses Stück ausgesagt. Man soll es sich aber nicht erzählen lassen, sondern man soll es sich ansehen. Es kommt hier nicht so sehr auf die Tatbestände an: die kann man „im Leben" einfacher, banaler, weniger kultiviert und weniger romantisch haben. Sondern es kommt darauf an, wie das gemacht ist und wie das gesagt wird, mit allem Beiwerk, mit allen Pointen und all den kleinen Ueberraschungen, Enttäuschungen und Humoren, die sehr geschickt und ganz unaufdringlich aus dem Alltag und der (nicht nur englischen) Wirklichkeit in die drei Akte hineinkomponiert sind. Wir werden uns hüten, das alles auszukramen. Dazu ist ja eben das Theater da. Sonst könnte man die Stücke, statt sie zu spielen, bequemer lesen oder sich vorlesen lassen. Der Spielleiter Walter B ä u e r l e hat die Aufgabe des Theaters — in diesenr besonderen Falle — durchaus mit Verständnis, Takt und einem gerade hier unentbehrlichen Sinn für Humor gelöst und eine sehr hübsche, wohltemperierte und gepflegte Aufführung zustande gebracht, die man mit Vergnügen an sich vorübergehen läßt. (Aur sollte auf eine korrekte englische Aussprache geachtet werden.) Die Massary-Rolle, die diesem Stück den Weg bereitet hat, spielte Maria Koch: so gescheit, so reserviert und so kultiviert, wie man das bei ihr gewohnt ist; dies war die gegebene Partie für sie: Salondame... und doch auch ein wenig mehr als nur Salondame im konventionellen Sinne; daß sie auch dies kleine Mehr empfunden und zum Ausdruck gebracht hat, ist ihr großes Verdienst. * Wenn wir oben einen Einwand gegen daö Stück vergessen haben, wäre es dieser: es hat — rein theatralisch angesehen - mehrere sehr gute... und zwei minder dankbare Rollen. Zu den guten gehört James Selby. Den besorgt Herr Bäuerle; knapp, pointiert; tadellose Konversation. — Zwei reizende Burschen sind die noch nicht völlig erwachsenen Sohne Delbys aus erster Ehe: Wesener und Schelcher machten das mit erfrischender Natürlichkeit. Die zweite Frau Selby, die vorsichtigerweise im Personenverzeichnis nur als Elsie vorgestellt wird, ist eine unglaublich unsympathische Person; Frl. 3ahn hatte indessen hier Gelegenheit, in einer größeren, ernsthaft angelegten Lustspvel- rolle aus sich herauszugehen und entsprach dieser Aufgabe mit wünschenswertem Temperament. — Aus der nicht sehr ergiebigen Charge des Philip holte Herr Hauer mit guter Laune ba8 Beste heraus — Wer einen angeregten Abend verleben will, dem sei „grau Selby" freundlich empfohlen. hth. Oer verdrehte Büchmann. In einem Äufsatz zur vcbte der Zitate hat der verstorbene Richard M. Meyer einmal gesagt, daß die meisten und beliebtesten Zitate falsch zitiert würden. So wie das Kunstlied zum Volks- lieb „zersungen“ wird, io erfährt ein Lichterwort gar häufig im Volksmund allerlei Umformungen und Veränderungen, bis es dann in einer Prägung allgemeine Verbreitung findet, die sich von dem ursprünglichen Text unterscheidet. Man kann also von einem „verdrehten Buchmann" sprechen, dessen „geflügelte Worte" nicht mehr die Genauigkeit besitzen, mit de. sie dieser Vater der Zitatentunst auf- zeichnete, und es würde sich wohl verlohnen, einmal eine größere Zusammenstellung solcher falscher Zitate zu geben. Hier feien nur einige Beispiele angeführt. So lagt man z. B. allgemein „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde", aber bei Schiller heißt es im dritten Akt der „Piccolomini": „Die Uhr schlägt keinem Glücklichen." Wir zitieren allgemein: „Laß, Vater, genug sein des grausamen Spiels", aber in Schillers „Taucher" steht: „Das grausame Spiel". Ebenso wird stets jene komische Stelle aus Müllners Schicksalsdrama „Die Schuld" fal'ch angeführt. Es heißt nämlich nicht „Erkläret mir, Graf Orindur.doch diesen Zwiespalt der Aatur",sondern: „Und erklärt mir, örinbur, diesen Zwiespalt der Aatur." Bisweilen ist der Wunsch, einen ursprünglich unrh >lh- milchen Ausipruch rhythmischer zu gestalten, an diesen Veränderungen schulo. Allgemein lagt man: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan“, In Schillers „Fiesko" aber lautet die Stelle im dritten Alt umständlicher: „Der Mohr hat seine Arbeit getan. der Mohr kann gehen." Ebenso ist ein bekanntes Zitat aus dem .Don Carlos" etwas vereinfacht worden. Es wird nämlich stets zitiert: „Der Knabe Kack fängt an, mir fürchterlich zu werden“, während in der 6. Szene des 1.Aktes des Schillerschen Dramas dem spanifchen Hofzeremoniell entsprechend „Don Carl“ steht. In manchen Fällen verliert eine Äußerung, die aus dem Zusammenhang geristen ist, ihre eigentliche Bedeutung. Bei Goethe lautet im „Westöstlichen Divan" die Aufforderung an die Huri, die vor dem Paradies Wache hält: „Richt fo vieles Federlesen, laß mich immer nur herein; denn ich bin ein Mensch gewesen, und das heißt ein Kämpfe« sein." Heute wird vielfach zitiert: „Machet nicht viel Federlesen, schreibt auf meinen Leichen stein u w., wobei die urfprüngliche Situation des Gedichtes vollkommen vergessen ist. Eine ungenaue Anführung ist auch das Zitat aus dem berühmten Monolog Hamlets n der Übersetzung Schlegels: „von des Gedankens Blässe angekränkelt." Die Verse heißen richtig: „Der angeborenen Farbe der Entschließung wird des Gedankens Blässe angekränkelt." Sehr zahlreich sind die falschen Zitate aus der Bibel, deren Sprüche ja in so umfassender Weise in den Volksmund ubergegangen und voir ihm verändert worden find. So heißt es bei Iesaias und im ersten Petrusbriete in der üutherschen Übersetzung „Stein des Anstohens", doch wird allgemein von einem Stein des Anstoßes" gesprochen. Auch das «Lprichwort: „Wer Pech angreift, besudelt sich", heißt ursprünglich im 13. Kapitel von Ie>uS Sirach: „Der da Pech angreifet, der besudelt sich damit.“ Aeben dieser unablichtlichen Entstellung bekannter Aussprüche gibt es auch bewußte Umformungen, die meistens zu komischen Zwecken vor« genommen werden Wer ahnt z.B. heute noch, iafr das oft verwendete Wort: „Wo du nicht bist, netc Organist, da schweigen alle Flöten", aus einem Kirchenlied stammt, und zwar aus der zweiten Strophe eines Gesanges des Barockdichters Erdmann Aeu- meister: „Herr Jesu Christ, wo > u nicht bist, ist nichts, was mirenreulich ist." Da hat derunbeccknnte Weiterdichter schon recht selbstherrlich gehandelt.und ähnuch ist es mit andern komisch verdrehten Zitaten. Wenn z.B. die bekannten Worte aus Goethes Ballade „Der König von Thule" umgest.llt werden und man statt „Die Augen gingen ihm Über, so oft ee trank daraus" sagt: „So oft trank er daraus", so ist das eine absichtliche Verballhornung des Dichters, um eine komische Wirkung zu erzielen. So hat also der Volksmund den „Büchmann“ vielfach verdreht, bald aus Gedächtnisschwäche, bald aus Be-> auemltchkeitsgründen und bald um des Witzes willen. Schon w wS Hern 0*7 Eingedenk in vielen e ausÄ * «*£ dies --ls f a ulr'ch * Ihren Lan schicken verl Dar. der Reich-. de- Aan. mb der Press, 1 "National- W. bet ®e. vm DwrzE. nlro Perny, er ein M Les le. !chen Vesandten issä? Br KL:: Sfe 4^5 > ist ein bekanntes i vereinlachl ocr» Set RnQbe ktan Den', während m liU«! nlsprecheiib >* inelobenma.Ni ist, ihre eigens j^.Destöstlicha hurt, Oie vor de» »vieles Zeder- ein; denn ich W e.ht ein Machet nicht oid MS S*Ä Bon o« Lktz Mtherich^ tf'fbSS h angrc'11’ ^eui -L"S°x h < »’Ä«d bandn. >§e^ )ten 3l*a*e qjaO^ n ub^l» Sei :S:- i&i* '. CllkiiuS ien, In denen er .«hon kürzlich in itjujtellen, emei er oerounberung »e. Der Minister Wen sank ein enannten bolinai Venezuela, Lo» undLolioien, all : und Unader, als Feldherr, !k Weile verehrt, er ganzen Mil vorschwebt. Sein m groben Kich> Gerechtigkeil He sie oermirfl oder h in erster Linie Sestrebungen auch land einer frt.en seaenzusühren, ’o chte der TeMle hinaus, unb leine Meitschheit cal» le Bewunderung heute de» Todes- miWst und flei* ändern gedenken, Engigkeit, die acht Hal, für urJ iars auch zugleich unkt unterer polt' Igen Beziehung,» Igen Hohen ein idschask °"d de» unsere Völler der für der der der so be- auf das Festung Matanures, zum Präsidenten Republik gewählt. wegung gesetzt, um durch sein Geräusch dte Schreie der mißhandelten Opfer zu übertönen. Der Gefänanislomrnandanl Oberst Biernackt erklärte Dr Liebermann, daß da» Schicksal der Gefangenen oom Befehl Marschall Pilsudskis abhänge. Stn anderer Offizier fügte hinzu .Wenn Marschall befiehlt, die Gefangenen zu töten, würden sie getötet werden, und wenn er fiehlt, sie zu verstümmeln, so würden sie verstümmelt werden." von einem Monat Gefängnis zu 200Mk.Geld- strafe. Er hatte das Kind gesehen und mußte damit rechnen, daß es über die Straße lief. Dann muhte er aber mit Rücksicht hieraus seine Geschwindigkeit so verringern, daß er auf der Stelle halten konnte, wenn es nötig war. Das hatte er ober nicht getan; er konnte den Wagen erst 6 Meter stellen. Erheblich strafmi dernd kam Verhalten des Kindes selbst In Betracht. lang das Präsidentschastsaebäude angegriffen hatten. Im Verlaufe des Angriffs sind der Ltriegsmlnister, sowie mehrere militärische Füh- rer getötet worden Das Parlament hat General Manuel O re Ilona, den Kommandanten De'sammtungsverbot in Magdeburg. Magdeburg. 17. Dez (WTD.) Dte morgen geplante Kundgebung der Rationalsozia l i st c n , in der 2R>o3 Hitler sprechen sollte, sowie die am gleichen Tage geplanten Cezenkundgeb ungen des Reichsbanners und der Kommunisten sind vom Polizeipräsidenten verboten worden. Das Verbot erstreckt stch sowohl auf Versammlungen unter fre em Hmmel. wie auch in geschlossenen Räumen. Darüber hinaus sind zur Sicherung des öffentlichen Friedens alle Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel vom 16. Dezember 1930 bis 5. Ianuar 1931 vom Polizeipräsidenten untersagt worden. 3n der Begründung des Verbotes weist der ?wl zeipräsidenf von Magdeburg, Dr. Bären- p r u n g . aus eine vor einigen Tagen abgehal- Schöffengericht Gießen. 'Gießen, 17. Dez. Fünf junge Leute sollen in den letzten Jahren in einer ganzen Reih« von Fällen, teilweise allein, teilweise gemeinschaftlich Fahrräder und Zubehörteile von solchen gestohlen bzw. gehehlt hab.m. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend sprach daS Gericht einen Angeklagten mangels Beweises, und einen zweiten wegen Richtverant- wortlichkett (§ 51 StGB.) frei. Die anderen wurden zu Strafen von 10 Tagen btS drei Mo naten Gefängnis t>rrur:ei t. in einigen weiteren Fällen wurden sie mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Am 18. August 1930 lief ein siebenjähriges Mädchen schräg über die Ostanlage, um nach dem ins Manöver ausrückenden Bataillon zu sehen. Hierbei wurde es von einem von hinten kommenden L a st a u t o erfaßt und getötet. Das Gericht verurteilte den Kraftfahrer an Stella tene Konferenz hin. zu der er die Vertreter der Ratlonal,ozm.iften, des Reichsbanners und der Kommunisten ge.aden Hane. Die Kvmmunisten waren nicht er>chtenen Der Versuch, mit den Rational!vAia.isten und den Reichsbannerverrre- tera Witte» und Wege zu besprechen, auf welche Weile der friedliche Verkauf dieser Der- anstattungen gewähr.eistet werden könne, habe zu keinem Ergeonis geführt. Die Begründung fährt dann wörtlich fort: ..Der behördliche Dor chlag, die Veranstaltungen örtlich und zeitlich zu trennen, wurde aogelehnt. Aus der Haltung der Führer war zu entnehmen, daß diele ihre Gefolgschaft nicht fest in der Hand haben, daß sogar mit der Möglich.eil zu rechnen ist. daß sie teilweise nicht einmal den Versuch Au unternehmen beabsichtigten, beruhigend aut chre Leute zu wirken. Rationalfvzialistcn, Mitglieder des Reichsbanners und der Kommunisten wollten also zu gleicher Zeit aus einem engen Raum demonstrieren, nachdem lange vorher in bit Pres'e und in den Versammlungen zu gegenseitigen Terrorakten aufgerufen war und die Ereignisse der letzten Zeit bewiesen haben, daß Ausschreitungen an der Tagesordnung sind." Italienischer Geschwaderflug nach Brasilien. Rom, 17. Dez (XU.) Das auS 12 Bomben- Wasserflugzeugen bestehende italienische- Flugzeuggeschwader ist unter Führung des Generals Balbo um 7.45 Uhr in Orbetello, nördlich von Rom, nach Eartagena in Spanien, dem ersten Ziel auf seinem Ueberfccflug Italien- Brasilien, abgctlogen. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist daS italienische Fluggeschwadcr nach fünfstündigem Flug bei den Balearen in schweren Sturm geraten. Acht Flugzeuae sind prvgrammäßig bet Eartagena eingetrofsen. die übrigen sechs, darunter die beiden Reserveflugzeuge, haben in der Rio Bay aus der Insel Mallorca gewassert. Sie werden am Donnerstagfrüh den Flug nach Cartagena fort- setzen. Weiter bestätigt die Interpellation die schon bekanntgewordenen Scheinhinrichtungen. Die Unterzeichner ber Interpellation fragen schließlich, was der Minister^ s dent zu tun beabsichtige, um die Schuldigen der verdienten Strafe zuzuführen. Die Interpellatton erregt natürlich ungeheures Aussehen, wirb aber nur in einem Teil ber heutigen Morgenpresse veröffentlicht. Die nationaldemokratische ,Gazeta War- szawska" bezeichnet den Regierungsb ock als moralisch mitschulbig. weil er in ber gestrigen Dejm- sitzung gegendieDringlichkeit der Anträge gestimmt habe, die eine Aufklärung bet Vorgänge von Brest-Litowsk herbeiführen sollten. Oer Sejm geht in die Weihnachtsferien. Warschau, 17. Dez. (WTB.) Der SSj m hat heute nacht seine Beratungen bcenbet. Die nächste Sitzung wird erst in ber er Ren Januar hä 1 f t e stattfinden. Echo im englischen Unterhaus. L o n bo n, 17. Dez. (WTB.) 2m Unterhaus wurde heute an bie Regierung eine An- frage gerichtet, die eine von 52 englischen Abgeordneten unterzeichnete Petition zugunsten der Freilassung der politischen Gefangenen in Polen zum Gegenstand hatte. Staatssekretär Henderson erklärte in De- antwortung der Anfrage. .Ich kann mich nicht verpflichten, allgemeine Vorstellungen in diesem Sinne bei der polnischen Regierung zu erheben, denn ich habe keinen hinreichenden Anlaß, mich in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen. Zur Frage der ukrainischen Minderheit führte Henderson noch aus Soviel ich weiß, sind dem Völkerbund Petitionen zugegangen. Sie werden beim Völkerbund sorgfältig geprüft werden, ebenso wie die Darlegungen der polnischen Regierung Ich hoffe, daß die Frage bei der kommenden Tagung des Völkerbundsrates behandelt werden wird. pilsudski in Paris. Paris 17. Dez. (TU.) Marfchall Pilsubski, ber sich auf Anraten feiner Aerzte für einige Zeit zur Kur nach Madeira begibt, traf am Mittwoch in Paris ein. wo er jedoch — in strengstem Inkognito—nurkurze Zeit zu bleiben gedenkt. Umsturz in Guatemala. Reuyork. 17 Dez. (111. Funspruch.) Rach heftigen SIrahenkämpfen, bei denen der Krieg-Minister getötet wurde, ist die Regierung von Guatemala am Mittwoch ge- stürzt worden. Die neue vorläufige Regierung stehl unter der Führung de» General» 0 r c 11 a n a. Oie Opfer des Umsturzes. Neuyork, 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der Associated Preß aus Guatemala, der Hauptstadt der Republik gleichen Namens, wurden bei den Straßenkämpfen gegen 60 Personen getötet oder verwundet Die Truppen in den Garnisonen und die 3h)U- behörden im Lande unterstützten die neue Regie r u n 0 die offensichtlich dadurch an Stärke gewann, daß sie keine Beamten der Regierung Palma entlassen oder verhaftet hat Zu dem Umsturz in Guatemala berichtet havas noch folgende Einzelheiten Militärische Elemente haben im Einvernehmen mit den Liberalen gestern den Präsidenten der Republik Palma abgesegt, nachdem sie eine Stunde piifublt.s Sümckenshenschasl in Polen. Furchtbare Grausamkeiten an den politischen Gefangenen. pilsudski erllärfe: Oberschlesien eine uralte preußische Kolonie. K a t t o w i tz, 17. Dez. (ERB. Eigene Meldung.) Anläßlich einet Versammlung bet Kattowttzer Ä_o rsanty-Partei in Apr.l b. IS hatte bet frühere Eisenl a mbcamte Fühl erklärt, baß P i l- fubski eS sich nicht havc träumen lassen, bah Ob erschienen jemals zu Polen kommen würbe. Als im Jahre 1919 eine polnisch ober- schlesische Delegation von Dil ubski eine finairz eile Beihilfe für die Bestrebungen zur Loslösung Oberschlesiens erbat, habe Pilsubski erklärt: .Allo euch gelüstet es nach Polen? Aber Oberfchlesien ist eine uralte preußische Kolonie. Infolge bielet Mittei.ung war Fühl wegen Verbreitung fal cher Tatsachen in erster Instanz zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. In der Berufung-Verhandlung gelang es ihm aber, ben Wahrheitsbeweis für seine Behauptung zu erbringen. Der Scjmabgeordnede Sosinski, wie auch der polnische Musikbireltot Lewandowski erklärten unter ihrem Gib, bah Pilsubski tatsächlich biete Atust e r u n g getan habe Das Gericht sprach heute nach kurzer Beratung ben Angeklagten Fühl frei, ba ihm ber Wahrheitsbeweis geglückt sei. In bet Beweisaufnahme kamen einige sehr interessante Einzelheiten über den Enrpfang der schlesischen Delegation burch PiIsud - s k i zutage So beklagte sich Mustldircktor Lewan- bowski darüber, bah Pilsubski bie Delegation sehr geringschätzig behandelt habe. Der Marschall habe auf bem Sofa gelegen, als et bie Delegation empfing, unb wähtenb bet Un ter tebung zuweilen Dillarb gespielt. Amtliche Dintersportnachrichten. Hoherodskops. Witterung beute morgen Rebel, - 4G rab, 10 Zentimeter Schnee, Beschaffenheit: verharscht: Sportmöglichkeit für Ski unb Rodeln noch vorhanden - Herchenhainev Höhe: Witterung: Rebel, Temperaturen - 3 Grad, Schnee 5 Zentimeter. Beschaffenheit: verharscht; keine Sportmöglichkeit. Wettervoraussage. In Begleitung ber Kaltluft, welche an Rückseite ber flachen Störung über bet Ostsee und Polen nach dem Festlande Dorgebrungen ist, kamen im östlichen Deutschland bie Riebettchläge meist in Form von Schnee. Gleichzeitig hat Obe Kalt lüft über dem Festland« zum Ausbau des hohen Druckes geführt, der über Frankreich schon an 780 Millimeter grenzt. Von seinem Einfluß wird zunächst unsere Wetterlage mehr beherrscht unb bie in ihm absinkenden Luftmassen führen zeitweises Aufklaren herbei. Infolgedessen findet stärkere Einstrahlung statt, so bah mit verbreiteten Nachtfrösten zu rechnen ist. Aussichten für Freitag: Neblig-bewölkt mit Aufklaren, Nachtfrost, trocken. Schon im Jahre 1826 wurden bie diplomatischen Beziehungen zwischen Den neu entstandenen Ländern Südamerikas und Hamburg ausgenommen Eingedenk dieser geschichtlichen Traditwn dürfte auch am heutigen Tage dem großen Befreier und Staatsmann eine Stunde weihevollen Gedenken- in vielen Städten Deutschlands und darüber hinaus in der ganzen Welt gewidmet werden Wenn heute in Berlin, Hamburg. München und Dresden Tausende von Deutschen sich vereinigen, um Den großen Toten zu ehren, so bitte ich Sie, meine Herren Gesandten, die Sie al« berufene Vertreter der südamerlkanischen Länder unter unS weilen, dies al» Zeichen zu nehmen l>er tiefen und aufrichtigen Freundschaft, bie und mit Ihren Ländern, Ihrer Geschichte unb Ihren Geschicken verbindet Rach der Rede Dr. Eurtius entwarf Gtaaisminister a. O Or Boelih ein Bild bet Persönlichkeit Simon Bolivars. Der Redner hob hervor, wie Bolivars Persönlichkeit in stärkstem Maße von eurvp.i chen Ideen geformt wurde, namentlich von den Gedanfengingen eure- päiicher Wissenlchackler, und wies in diesem Zusammenhänge auf die Begegnung Bo.ivars mit Alexander v. Humboldt in Pari- hin. Staat-- Minister Dr. Boelih gemachte auch d r Schar deutscher Offiziere und Soldaten, die hinausgezogen seien, um an der Seite DolivarS zu kämpfen. Zum Schluß seiner Rede gaj Staatsminister ank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Saliy Oppenheim. Gieren, den 17 Drz^mher 1930. | Vermietungen j)u Vad-Slanlleim ist in flrlntiber Vage «Md Zlm.-Wohnq. mit fJaö n^jlubeüor rm rubifl«* Mieter ob 1. ;)an au ucrmieten. zdittititde etnnef). um 1/r. KKW an Dir (Mrldflitelt b 4iou« ■Uoiibfimer B Opei-Änto, tiieBeo 1 i.&ttM. TJM7 Zum SuollDreis oon WM) HL üerfaule labrlfnriirO |r bannt (BÖalliorhiobe 24. homVh tle lataeiiiriciilimij im aan*en ober teil» melle ah nerfonlen. dNAufeben bet feenü Lilienfeld TelterOMeg HX. ®DteBlollne?ru». nnnebuib. Pr a uert ^liigeb. u. 07/98 an h n «Heft Vln* erb Diwan-Decken Tisch-Decken Reise-Decken Auto-Decken Heinrich Hochstätter 1442 A Fahrner-Schmuck brr farbenfreudig« Schmuck der modernen Frau, Lassen Sie »hh die neuesten Entwürfe vorlegen und die ßroadlöt*- Ober l'nhrnrr.Schmuck gehen, W'khr rill Pr«la-Rfltar! mthfllt 851fb J. Hirz Kunsthandlung • Kunslgcwtrbc • Srlterawrg 22. PfOr hie mir anläßlich meines 70. We- ’ burtttaQtf erwiesenen Aufmerksam fei len danfe ich herzlichst o/;*4 Frau Maria Gann Gle-ea Cfranif. eir. 127), 17. Dez. 1930 MMU Am (Samstag, dem 20. Dezember, nachmittags 2 llhr, werden verschiedene Gegenstände, wie: r.nu aus famlllen-Üroolnaohen Verlohungsanfelgan VormAhlunyennzelQan Ooburlnhnztil'jfin bei Brühl, Hohuletrsfle 1 Luche eine noch gut erhaltene SlelvlWlngkle aii faulen. Tchriiti Angebote mit Preis unb Angabe der ,Va« btiftnaife unt. O77M an den Wirft. Ans. yiu6fünlieln»/edtb«, Liraf-.damll.-Ange« leaenbciten, Wefude, Vh'ttiäflf, Beovach« Hingen. Heberroodfl unb Ermittlungen ptelÄm. fiteufl diokr il an all. Orten ett. n erleblgt Defektiv* Boreean.Anekoeltel loh K.Uerz.ßad-Nea- helm, Knratr. 17. iTVldtei für Händler und otid 'Üriuoie um )'f i faul HM 11 > Beifüuleröpfl Mg Müs las 110810110: 2 weih Ldrilnke, Wei« es Bett, bi Hilden Teppich ^)/3'2O cm, Qfenl t irm Mehlimniertb Tcideuanipcl, gut erhaltenen Ntn derwaae«. vif hi ’ftmbrrbrtf. »linderbadewanne «rohcnXautibren- ner, Cbftborbr, 107/W fliolien (vmafttopf. 'Air hl ar. »Mea 37p. Möbel, landwirtschastl. 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Z.3V Gr Ah«- 4 6 Prlih nortlericw Lager hl Ober-Hemden, wr,lh und Inrblg, bchtrn Bl< Irlrldrr Habrlkflt, »u mnlniiiill« h niedrigen Preisen MIM Weitere weg il ÜI!1Ä»EN liabnbaletr. 14 neumeier voran im Preisabbau! dies war unsere Mitteilung an unsere künden Im augusfd.f, um mitzuhelfen, der Immer größer werdenden wlrtechafte- krlsls einhalt zu gebieten, hat schuhheue neumeier nochmals die preise gesenkt! wir erwarten elel (,mn Taschentücher Damen -Taschentücher Häkelkante gestickte Ecken, glatt mit Hohlsaum 0.45,0.35,0.30,0.25, Damen -Taschentücher weiß mit Indanthren-Streifen und -Karos .0.50. 0.45, Damen -Taschentücher kein Batist, mit Spitzen und gestickten Reken 1.-, 0.90, Herren -Taschentücher weiß, glatt und mit streiken - und weiß mit bunter Kante und Karos ....0 40, 0.30, 0.25, 0.20, Herren -Taschentücher weiß Mako mit bunter Kante und mit Hohlsaum, 0.95, 0.80, 0.75, Herren-Ziertücher Crftpe de Chine und Kunstseide, weiß u. farbig, 1.10, 0.85,0.50, Kinder-Taschentücher weiß und farbig, mit bunter Kante und Karos, gestickte Pcken usw .....0 25, 0.15, 0.12, 0.10, Taschentuch-Geschenkpackungen schöne, geschmackvolle Ausführung, eleg. 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Dezember 1930 kräftige Mit anderen Worten: Weihnachtsgeschenke sind meist zu massiv. Sie marschieren noch viel zu häufig mit jenem geraden festen Tritt heran, der sich seiner straffen Pflicht bewußt bleibt und eine geschmeidigere Wendung, die sozusagen eine zarte, muntere Synkope in den Gleichtakt hineintupft, für eine verwegene Vertraulichkeit hält: sie melden sich noch Wer süddeutsche Gewohnheiten kennt, ist da ziemlich veruiaynt: Denn nur selten wird es sich ereignen, daß man etwa aus Wien ein Weihnachtspäckchcn erhält, das sich nicht auf eine sehr liebenswerte und gewandte Weise darum bemühte, schon durch die Wahl der Hüllen und Verschnürungen anzudeuten, daß das Geschenk, das sich dariiinen verbirgt, gewissermaßen aus dem kühlen Bereich des Handels gelöst und ins Intime verzaubert ist. Die weiche Schmiegsamkeit eines seidigen Um- Mags, der ein blankes Grün mit einem flockigen Weiß wechseln heißt, macht aus der Gegenständlichkeit eines Schmucks oder eines Buchs nahezu einen graziösen Vorwand: die schmale Goldschnur, die ein paar Blumen oder eine Zigarettenschachtel umwindet, wird gleich dem bei^epackten Tanncn- zweig zum liebenswürdigen Schnörkel... Aus einer Pflicht ist hier eine zärtliche Arabeske geworden. den und 6icrc Stellung unter allseitiger Anerkennung bis zum Iahre 1924 bekleideten. 2m Iahre 1899 wählte man S.e in die Handelskammer, der Sic ununterbrochen bis heute angehören. In 1909 wurde Ihnen die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden übertragen, und seit 1920 sind Sie Präsident der Kammer. Sic hoben die Handelskammer allezeit treulich geführt und wie selten einer mit einer Hingabe und Treue in einer vornehmen Weise da» Amt de» Präsidenten verwaltet, daß es jedem, der zu Ihrer Nachfolge berufen wird, schwer sein wird, sich eine gleiche Vertrauensstellung zu erringen, wie man sie Ihnen vorbehaltlos stet» zuerkannte. Ihre Vaterstadt Gießen kann stolz sein auf einen solchen Mann, aber auch wir Kammer- Mitglieder sind stolz auf einen solchen Führer, und wir können uns nicht darein finden, daß wir uns von unserem Vorsitzenden trennen sol.en. Wir können es nicht und wir wollen cs nicht, und deshalb, sehr geehrter Herr Kommerzienrat, bieten wir Ihnen das Höchste, was wir zu vergeben vermögen, nämlich die Würde des Ehrenpräsidenten, um deren Annahme ich Sie herzlichst bitte. Die geschäftlichen Arbeiten sollen auf Ihren Amtsnachfolger ab- gcwälzt werden, aber Ihren allezeit geschätzten zeichnen. Derartige Ertratouren sollten Grund genug sein, die Reichsreform mit dem Ziele des Einheitsstaates energischer als seither zu betreiben, denn Erschütterungen ähnlicher Art verträgt der Reichsgedanke nicht, ohne ernstlichen Schaden zu erleiden. Es gibt für die Deutsche Dolkspartei. keine Gründe, die die Erhöhung der Grundsteuer in Hessen irgendwie rechtfertigen. Wir bestreiten, daß der Hinweis auf Preußen die Erhöhung rechtferli t, w i r bestreiten, daß bei der seitherigen Höhe der Grundsteuer hier noch eine Steuerreform vorhanden ist: nicht auf die Höhe der einzelnen Steuer kommt cs an, die G e s a m t st e u e r be l a st u n g ist das Entscheidende, und daß diese in Hessen zu einer Steuererhöhung berechtige, das wagt doch wohl niemand zu behaupten. Wir bestreiten die Richtigkeit der Behauptung, daß die Steuer ja nur für ein Iahr erhoben wird. Das ist eine Beruhigungspille, über deren wahren Gehalt wohl bei niemand ein Zweifel herrscht. Wir be st reiten aber vor allem dem Finanzminister das Recht, die Steuer deshalb zu erhöhen, weil ab 1. April 1931 von Reichs wegen eine Herabsetzung vorgeschrieben sei und dadurch per Saldo eine erhöhte Steuerleistung nicht in Frage komme. Die reichsrechtlichen Vorschriften wollten eben keine gleichbleibenden Steuern, sondern eine dem kranken Tier ängstlich aus dem Wege bog. Fifi, das süße Fräulein Rchpinscher aus dem Bäckerladen, ij.ng lieber auf die Freite: der starke Cäsar endlich, des Dorfschmieds große Dogge, hielt den Verkehr mit dem Invaliden Nero überhaupt unter seiner Würde. Eines Tages lag Nero hinter dem Haufe im Schatten. Die Kinder waren der lockenden Drehorgel gefolgt, deren Lied vom Karussell auf dem Dorfplatz zu ihnen herüberdrang. Die kleine drei- jährige Life hatten sie zurückgelassen, weil sie ihnen lästig war. Sie sollte mit dem Hund spielen, bi» sie wiederkämen, hatten die anderen gemeint und Life war damit einverstanden. Aber Nero hielt seinen Mittagsschlaf und kümmerte sich nicht um das Kind, bis ein heller Aufschrei ihn aus seinen Träumen weckte. Die Kleine war hinter ihrem Ball her zum Mühlenteich gehüpft und bei dem Versuch das ins Wasser gerollte Spiel- zeug zu erhaschen, in den Weiher gestürzt. Nero, der sonst bedächtig Fuß vor Fuß setzte, um nirgends anzustoßen, rannte blindlings auf die Stelle zu, von der der Schrei des Kindes gekommen war: er hörte wie etwas im Wasser um sich schlug, sprang hinzu und schnappte die Kleine, die eben untersinken wollte. Dann faßte er den Gürtel des Kleides mit dcn Zähnen und trug das Kind auf fein Lager neben dem Ofen. Hier fanden es später die Geschwister. Die anderen Hunde aus dem Dorfe waren durch Neros Tat aus dem Felde geschlagen. Ein Jahr später ist das gute Tier gestorben. Sein Name aber strahlte fort wie der Name eines Hel- den, und wenn ich in der Chronik meiner Fugend- etnbrurfe blättere, so steht der tapfere Nero gleich neben Herkules, Wilhelm Tell und Old Shatter- Hand... ganze Attion wird aber zur Farce herabgewür- digt, wenn Länder und Gemeinden — auf letztere wirkt daS Beispiel belebend — geradezu einen Wettlauf veranstalten, um vor dem 31. Dezember, dem letztmöglichen Termin, Steuererhöhungen durchzudrücken. Was für die Grundsteuer gilt, das gilt für die in diesem Frühjahr allerdings auf indirektem Wege erfolgte Gewerbe st cuererhöhung um etwa 10 Prozent, das gilt auch Jur die in dem jetzigen Steuerbukett enthaltene Erhöhung der Sonder st euer für alle Gebäude, deren Friedensmie.wcrt 5 Prozent des Gebäudc- steucrwcrts übersteigt. Aus den ersten Blick eine gerechte Sache. Leider wird aber der Mehr- ertrag von 500 000 Mk. nicht zum Ausgleich von Härten verwandt, sondern ist als Mehreinnahmc dem Staat sehr willkommen. Gerade bei der Sondcrsteuer darf nicht vergessen werden, daß der Grund, der die Erhebung dieser Steuer anfänglich rechtfertigte — die ganze oder teilweise Schuldenfreiheit infolge der Inflation — größtenteils wcggefallen ist und daß deshalb die Steuer, die im hessischen Staatshaushalt mit einem Bruttoertrag von etwa 25 Millionen figuriert, schon jetzt außerordentlich druckend wirkt und daß jede Erhöhung weitere Härten und weitere Erbitterung im Gefolge haben wird. Ein paar Tage haben wir jedenfalls noch Zett... Ävar wird nicht jeder den Sinn solcher Arabesken begreifen ebenso wie nicht jeder begreift, daß cs das Reizvolle und Beglückende allen Spielens ist, daß es sein Genüge in sich selber findet und keinerlei Ansporn aus der Welt der Tüchtigkeiten zu seiner Entfaltung braucht. älnd vielleicht ist es ganz gut, daß es nur toe- mge begreifen. 2lber gewiß wird jeher, der es begreift, es nie besser als kurz vor Weihnachten begreifen — denn schließlich hat die Attualität nicht umsonst die Gepflogenheit, anregend zu sein und ein bißchen erstehend zu wirken. (Vielleicht werden eS unsere Weihnachtsgeschenke bestätigen.) Hohe Ehrung des scheidenden Handels- kammerpräsidenien. Ein bedeutsamer Wendepunkt bei der Industrie- und Handelskammer Siehen. Wie es scheint, ist diese Kultur noch nicht recht entwickelt. Wenn schon ein natürliches Gefühl dem Sch:n- kcnden zu raten pflegt, was er für jeden wählt, und obgleich ein erzogener Takt kein Mißverhältnis in der Gröhe des jeweiligen Angebots aufkommen lasten wird — die Art, mit der man Vertreter des Weihnachtsmann Symbols »u beschäftigen bemüht, zeigt öfter den verständigen Willen als ein selbstverständliches Geschick. Denn wenn es nicht so wäre —: es wäre mit nichts zu erklären, daß Weihnachtsgeschenke so leicht auf den Reiz des Persönlichen verzichten, der die Gabe erst aus der täglichen Ebene eines nützlichen Güteraustauschs heraushebt und sie in die Bezirke rückt, wo die sachlichen Ordnungen spielend gelockert und lediglich von einer heiteren Herzlichkeit bestimmt sind. Doch nur selten wird diese sanfte Schwerelosigkeit erreicht. Kultur des Schenkens. $on Harry schreck. Vichts ist reizender als ein charmantes Weihnachtsgeschenk — Der Beschenkte, den es zur gelegenen Zeit überrascht, betrachtet es mit den freundlichen und angenehmen Empfindungen, die eine graziöse Absicht, ein liebenswürdiger Zufall und eine verbindliche Aufmerksamkeit zu wecken vermag: und gern wird der Mensch, dem es als das Zeugnis einer geneigten Gesinnung begegnet, die anmutige Aeußerung eines klugen Herzens schätzen. Er wird sie um so mehr zu schätzen wissen, wenn das Geschenk, mit dem sich der ilebcrfenber unvermutet vor stellt, die zwanglosen Zeichen einer Stimmung trägt, die aus dem Augenblick erwuchs und deshalb nichts von jener zwectbcwußten Beimischung verrät, die ihrem Angebinde wider den eignen Willen eine unglücklich: Färbung gibt, indem sie es als einen Wert überreicht. Weihnachtsgeschenke verlangen somit eine besondere Kultur...! Rat toollen wir nicht entbehren Gebe Gott, daß Sic noch lange gesund und frisch weiterhin mit uns in der Kammer zusammcnarbeiten zum Wohle von Handel und Industrie, und damit auch zum Wohle unseres gequälten, dem Riederbruch nahen Vaterlandes, an dessen bessere Zukunft zu glauben wir nicht aufgeben, und an der wir gemeinsam mit Ihnen mitwirken wollen, soweit es in unserer Kraft steht. Möge es Ihnen, verehrter Herr Kommerzienrat, der Sie die ganze Trübsal des RiedcrgangcS unseres Vaterlandes mit durchleben mußten, gegönnt fein, auch noch die Morgenröte des Wiederaufstiegs mit zu erleben." Rach Verlesung der Ehren-Adrefsc kam die große Verehrung und hohe Wertschätzung in besonders erhebender Weise zum Ausdruck, als Herr Kommerzienrat R a m s p c ck dem treuen Führer im Ramen der Kammermitglieder mit dcn herzlichsten Worten ein wertvolles Geschenk überreichte und ferner seine Aufmerksamkeit auf fein geschmücktes Bild lenfte. weiches in der Bilderreihe der seitherigen Dorsitzenden der Handelskammer für die kommenden Gesch.echter zum Gedächtnis Aufnahme gesunden hat. Hierauf richtete der Syndikus der Kammer, Herr Or. Zeidler, die folgenden Worte an Herrn Kommerzienrat Schirmer. „Hochgeehrter Herr Kommerzienrat! In beredten Worten hat soeben Herr Kommerzienrat R a m s p e ck unter dem Beifall der Versammlung Ihrer großen Verdienste gedacht, welche Sic sich während einer 32jährigen Zugehörigkeit zur Kammer um Handel und Industrie deS Bezirks erworben haben. Wenn ich mir nunmehr erlaube, das Wort zu ergreifen, so geschieht dicS im Ramen der Beamten und Angestellten der Kammer. Die Berechtigung zu dieser unserer Kundgebung glaube ich auS der Tatsache herleiten zu dürfen, daß ein ganz besonders cngeS Verhältnis zwischen Ihnen alS dem Präsidenten der Kammer und unS als deren Beamten unt> Angestellten besteht. Ist doch im Lause der vielen Iahre selten ein Tag vergangen, an welchem nicht die Geschäste der Kammer den einen oder anderen von uns mit Ihnen zusammen geführt haben. Und da möchte ich doch in dieser feierlichen Abschiedsstunde und vor dieser festlichen Versammlung es laut und freudig bekennen, wie Sie, Herr Präsident, uns bei dieser engen Zusammenarbeit stet» ein leuchtende» Vorbild ftruefter und gewissenhaftester Pflichterfüllung gewesen sind, keine Angelegenheit war zu geringfügig, keine Aufgabe zu groß und zu schwierig, welcher Sie sich nicht mit der gleichen Sorgfalt In nimmermüder Bereitschaft, mit starker Entschlußkraft und voller Verantwortungsfreudigkeit gewidmet haben. Rchmcn Sie deshalb vor Ihrem Scheiden die Versicherung entgegen, daß Ihr Vorbild auch in Zukunft bei Erfüllung der dienstlichen Pflichten uns immer ein starker Ansporn sein wird, daS Beste zu leisten zum Wohle von Handel und Industrie des Kammcrbczirks. Tiber auch herzlichen Dank möchte ich in dieser Stund« sagen für die freundliche und wohlwollende Gesinnung, welche Eie uns zu jeder Zeit und in allen Lebenslagen bekundet haben Darum ist cs uns auch ein aufrichtiges Bedürfnis, unseren tiefgefühlten Dank nicht nur in vergängliche Worte, sondern auch in ein sichtbares und dauerndes Gewand zu kleiden, Und so darf ich Sie denn, hochgeehrter Herr Kommerzienrat, bitten, eine bescheidene Gabe als Zeichen unserer Dankbarkeit und mit der Bitte um freundliche Zeitschriften. -$®ffe"lanb" Monatsschrift für LandeS- unb Volkskunde, Kunst und Literatur Hessen« herausgegeben von Dr. E. Hrtzeroth (Verlag, R. G. Eiwert, Marburgs beschließt mit dem 12. Heft Öen ersten Iahrgang nach der Reugestoltung. DaS vc-lr- in erster Linie der altehrwürdigen Landesbibliothek in Kassel zu ihrem 350jährigen Iubi- laum gewidmet. Ibr Direktor, Dr. W. Hopf, schildert ihren Entwicklungsgang. Dr. W. Grothe beschreibt die reichhaltige Dibelsammlung der Bö- bliothek. Dr. W. Rkeyer, Darkhau'en, und Professor Dr. Fr. Wachtsmuth führen die Debatte über das interessante Grundrißprvblem der Elisa- bechkirche in Marburg fort Rero. Don Zrih Oroop. Wenn ich an meine Kindheit denke, so kehrt die Erinnerung besonders gern zu einem Bruder mei- nes Balers zurück, der einen schonen braunen Jagdhund hatte. Ich weiß nicht, wem meine größere Liebe gehörte, dem Onkel oder dem Tier: denn der Hund war blind und der Onkel pflegte ihn mit rührender Anhänglichkeit. 2ch habe den langhaarigen Nero nur einmal gesehen. Es war wahrend der ersten Serienreife, die ich in die Heimat der Eltern machen durste: unsere Vorfahren wohnten am Fuße des Teutoburger Waldes und meine Phantasie bevölkerte unsere Ahnen- galerie mit allerlei Helden, die es mindestens mit Hermann dem Cherusker aufnehmen konnten. Mit dem Vornamen hatte sich als äußerliches Attribut heldischer Würde der Backenbatt in der Familie vererbt und er wurde mit großer Sorgfalt gepflegt. Auch Nimrod trug bekanntlich einen Bart. Nero hatte seinen Herrn auf hundert Jagden be« gleitet ^und manche Siegestrophäe heimgebracht. Eines Tages aber war der Hund mit unsicherem (Sang durchs Zimmer gekrochen und der Tierarzt halte in beiden Augen eine starke Trübung des Glaskörpers feftgeftellt, die schon bald daraus zu völliger Erblindung des Hundes führte. In dieser Verfassung lernte ich Nero kennen. Kinder lieben kranke Tiere noch mehr als kranke Menschen: auch wir Weiteren, fühlten mehr Mitleid mit ihnen, weil wir meinen, sie müßten noch tiefer leiden, weil sie stumm sind und wir nur ahnen können, was sie quält. Kranke Menschen können uns über ihre Schmerzen verständigen, der Hund aber blickt uns mit traurigen Augen an, um Hilfe flehend, weil er uns vertraut. Mancher Tierfreund greift öann wohl aus Mitleid zum befreienden Gift oder zur Schußwaffe, um dem stummen Leid ein Ende zu bereiten. Nero aber sollte leben, bis der Tod ihn freiwillig holte: er schien sich wie ein weiser Philosoph in das Unabänderliche hineinzufinden, nahm das Schicksal wie eine Fügung unb_ kauerte meist neben dem Ofen, auch wenn der Sommer das Feuer ausgeblasen hatte. Mittags machte er feinen gewohnten Rundgang um das Haus, oder er spazierte nach dem Mühlenteich, der zwanzig Schritte hinter dem Hause lag. Hier traf Nero auch seine Spielkameraden, die Kinder des Nachbarn, die er nach ihren Stimmen unterschied. Hundefreundschaften hatte Nero nicht: der dicke Mobs des Tierarztes war ein Hypochonder, der Allen Einwendungen zum Trotz haben Regierung und Koalition ihren Willen durchgcsctzt und der Bevölkerung eine Erhöhung der Stcuer- Iciftung von 4,5 Millionen Mark cufgcbüröct Als Redner meiner Fraktion habe ich vergebens gewarnt und nochmals die Wege gezeigt, die unseres Erachtens allein eine gründliche Sanierung verbürgen. Die Mehrheit hatte die Macht und hat sie ausgenützt. Die Zukunft wird zeigen, wer recht hatte: die Koalition, die nicht die Erkenntnis oder den Mut hat. frühere grundlegende Fehler einzugestehcn. oder w i r. die behaupten, daß ohne grundsätzliche älmkehr eine _ v ■ ■ | wirkliche und dauernde Sanierung nicht mög- Senkung der Realsteuern. Die I lich ist. schreibt für Länder und Gemeinden ab 1 April 1931 die Herabsetzung der Grundsteuer um 10 Prozent, der Gewerbesteuer um 20 Prozent zwingend vor. Der hessische Finanzminister, dessen Vorgänger noch vor einigen Iahren erklärt batte, die Real steuern seien in Hessen bis zuräuherstenGrenzeangespannt.er- h ö h t die Grundsteuer gleich um 200 Prozent, von 12 Pfennig auf 36 Pfennig. Ich habe im Landtag erklärt, wenn in Preußen im vergangenen Iahr die Grundsteuer verdoppelt wurde und wenn sie jetzt in Hessen verdreifacht wird, so kann man ein solches Vorgehen, das im diametralen Gegensatz zu den Tendenzen der Rcichspolitik steht, nur als eine Sabotage der Reichspolitik be- Nach der Schlacht. Don Äürgenneister Dr. Niepoth, M. b. Schlitz. Mit dem Reichstag ist auch der Hessische Landtag in die Weihnachtsserien gegangen, nachdem er in der kurzen Tagung neben allerlei Kleinkram Gesetzesvorlagen von höchster Bedeutung verabschiedet hatte, Vorlagen mit dem Ziel, den hessischen Haushalt zu sanieren und die Gemeindesinanzen vor einet sonst zwangs äusigrn Zerrüttung zu bewahren. So einverstanden die Deutsche Dolkspartei mit den Plänen des Finanzministers an und für sich war, — hatte sie doch schon seit Iahten mit aller Entschiedenheit einen ausgeglichenen Staatshaushalt allein dringendes Erfordernis erflärfc *— die Mittel, deren er sich bedienen will, erschienen ihr verkehrt und nicht ersolgversptechend. Statt endlich das zu tun, was wir — übrigens in voller Mebereinftimmung mit dem Gutachten des Spar- kommissars — schon oft, zuletzt in diesem Frühjahr gefordert hatten, nämlich 1. Dezentralisatton der Verwaltung von oben nach unten, 2. Abstoßung nicht unbedingt notwendiger Ausgaben, 3. Beschränkung der Zahl der Beamten auf solche, die staatliche Hoheitsaufgaben zu erfüllen haben, bat man Im Finanzministerium entweder nicht die nötige Einsicht, die Wurzel des Hebels zu erkennen oder nicht die nötige Energie, sich den verschiedensten — leicht erklärlichen — Widerständen gegenüber durchzusetzen. Mag man zunächst zur Frage der Besoldung der Be- omtenanwärter stehen, wie man will, niemand wird bestreiten können, daß die schematischen Maßnahmen der Regierung, die keinerlei Rücksicht auf die außerordentliche ileberalte- rung deS Anwärterstandes nahmen, in diesen das Gefühl erwecken mußten, sie seien Personen minderen Rechtes. Vor allem aber mußte und muh es tiefe Erbitterung erzeugen, wenn Beam'.enanwär- ter sehen, daß man zwar sie, weil sie wehrlos sind, zum Opfer der Sparsamkei'.spo.ilik macht, sich aber nicht scheute, Personen zu Beamten zu ernennen, deren Befähigungsnachweis lebig* l ich in ihrer Parteizugehörigkeit bestand und die ohne Rücksicht auf die gebotene Sparsamkeit, die wenn irgendwann hier am Platze gewesen wäre, besoldet werden. Oder muß cs nicht als Hohn wirken, daß man, dem Drängen unserer _ Fraktion nachgebend, die Stellen der StaatSräte in den Ministerien zwar auf den Inhaber setzte, vorher aber noch rasch durch mehrere Rcuemennungen die Maßnahmen größtenteils illusorisch machte? Man kann gerade aus diesen psychologischen Gründen heraus die Erregung verstehen, und die Regierung wird sich nicht wundern dürfen, wenn sie das erntet, was sie gesät hat. Roch unverständlicher als auf dem Gebiete der Beamtenbesoldung sind die Vorschläge des Finanzministers, durch Erhöhung der Grund st euer und der Sondergebäude st euer im Gesamtbetrag von 4,5 Millionen dcn Ausgleich deS Haushalts herbeiführen zu wollen Während man in den verantwortlichen Stellen des Reichs endlich erkannt hat, daß die Höhe der öffentlichen Lasten eine der Hauptursachen unserer innerwirtschaftlichen Schwierigkeiten ist, geht man in Hessen den ausgetretenen Weg der Steuererhöhungen weiter. Der R e i ch s f i n a n z m i - n ist er hat sich überzeugt, daß gerade die Real steuern — die als Obcktsteucm auf die persönliche Leistungsfähigleit des einzelnen nur in sehr geringem Umfang Rücksicht nehmen können — gesenkt werden müssen. Er hat sich deshalb im Gegensatz zu früheren Gelegenheiten nicht mit Redensarten und haltlosen „Empfehlungen" begnügt: die Rotvcrordnung des Reichspräsidenten Don der Industrie- und Handelskammer Gießen wird uns berichtet: Am vorgestrigen Tage berfamm eiten sich die Mitglieder sowie die Beamten und Angestellten der Industrie- und Hanbeiskammer Gießen im ge chmückten S hungs aale zu einer schlichten Ab - schiedsfeier für den seitherigen Do r- fitzenden. Als Herr Kommerzienrat Schirmer die Stätte seines langjährigen Wirkens betrat, erhoben sich die Dersainmclten zu seinen Ehren von ihren Plätzen, worauf der stellvertretende Vorsitzende/ Herr Kommerzienrat JL mspeck, bie folgende Ansprache an ihn richtete: „Sehr geehrter Herr Kommerzienrat! Mir ist die ehrenvvl.c Aufgabe zugefallen, Sie heute rm Ramen der Kammcrmitglicder auf das herzlichste zu begrüßen und Ihnen Dank zu sagen für al.es, was Sie im Dienste der Kammer in dcr langen Reihe von Iahren getan haben. Ich habe die Aufgabe einesteils gerne übernommen, anderenteils bereitet sie mir einen tiefen Schmerz, den alle, welche dcr Kammer an- achören, mit mir teilen, da Sic von uns scheiden wollen. Das Ansehen, welches Sie in weitesten Kreisen genoßen, und das Vertrauen, welches Ihnen insbesondere die Kaufmannschaft entgegenbringt, war bie Veranlassung, daß Sie im Iahre 1894 als Handelsrichter berufen wur- DicI zu oft gleichsam zum Dienst: und sic tun das mit einem gediegenen Emst. Wer sic so cintreffcn sieht, weiß zwar genau, daß sie eine freundschaftliche Botschaft auszurich- ten wünschen: und er weiß ebensogut, daß die äußere Hülle, die sie beim Einkauf im Geschäftsraum auf den Weg bekommen, wohl sicher mfr etwas Aeußcrlichcs ist. Aber obgleich er das weiß — er weiß schließlich auch, daß man eine Kultur dcs Schenkens pflegen sollte. ... eine Kultur, in der das Wie bezeichnender als das Was ist. Erinnerung aus den Händen von Fräulein Arnold entgegennehmen zu wollen." Für die ihm gewordene Gärung dankte Herr Kommerzienrat Sch.rmer, aufs tiefste bewegt, mit folgenden Worten: »Die ehrenden Worte des Herrn Kollegen Rainspeck und des Herrn Dr. Zeidler haben mich tief gerührt. Sch weih gar nicht, wie ich meinem Danke Ausdruck geben soll. Als ich vor einem Menschenalter in die damals noch sehr kleine Handelskammer Gießen gewählt wurde, bestand sie nur aus neun Mitgliedern, und wurde von Herrn Kommerzienrat F. C. D. Koch geleitet. Stirn stand ein nebenamtlicher Syndikus zur Seite. Sm darauffolgenden Sahre wurde die Kammer um die Kreise Alsfeld und Lauterbach vergrößert. Die Anzahl der Mitglieder stieg auf 18 — heute sind es zwanzig —, die Arbeit wuchs und es muhte ein hauptamtlicher Syndikus mit der Geschäftsführung betraut werden. Der Entschluß, aus diesem bedeutenden Gremium, dem ich nun seit 32 Sahren angehöre, auszuscheiden, ist mir unendlich schwer geworden: auf dre Gründe, die mich dazu deranlaht haben, brauche ich nicht mehr näher einzugehen, da ich sie Shnen seinerzeit auseinandergesetzt habe. Sie haben die Kluft, die sich durch mein Ausscheiden zwischen der Kammer und mir geöffnet haben würde, aus die schönste weise durch die Ernennung zum Ehrenpräsidenten überbrückt. Ich bin darüber Uef gerührt und werde von der mir damit gegebenen Berechtigung mit großer Freude Gebrauch machen, sowohl bei den ernsten Sitzungen der Kammer, als auch bei einem etwa nachfolgenden fröhlichen Zusammensein. Für die mir gemachten wundervollen Geschenke danke ich Shnen herzlichst. Sch hätte das nie erwartet. und es freut und rührt mich tief. Die mit Shnen verlebte Zeit während meiner Mitgliedschaft und Präsidentschaft in der Handelskammer ist schön und interessant gewesen und ich werde mich stets gern an sie erinnern. Für die mir heute dargebrachte Ehrung danke ich Shnen nochmals aus wärmstem Herzen." Aach der eindrucksvollen Kundgebung in der Kammer scharten sich die Mitglieder, Beamten und Angestellten an festlicher Tafel um den scheidenden Borsitzenden, wobei noch treffliche Worte von den Herren Rohr, Schirmer, Rinn, Ramspeck und Griehbauer gesprochenwurden. Bei dieser Gelegenheit gedachte Herr Kommerzienrat Schirmer in ehrenden Worten auch des Leiters der Steuer- und Duch'ührungsbera- tungsstelle der Kammer, H^rrn Steuersyndikus Will, welcher der Kammer 2 5 Sahre treueste Dienste in uneigennützigster Weis e geleistet habe, worauf der Subilar in bewegten Worten für die ihm gewordene Ehrung dankte. Zusammenlegung von pädagogischen Akademien? Wie aus Darmstadt verlautet, beabsichtigt die hessische Regierung die Zusammenlegung der Pädagogischen Akademien in Darmstadt und Mainz, um hierdurch Ersparnisse für den hessischen Staatshaushalt zu erzielen. Es ist geplant, die Pädagogische Akademie von D a r m st a d t nach Mainz zu verlegen und mit dem dortigen Snftitut zu verschmelzen. Künftig soll dann für ganz Hessen nur noch eine Pädagogische Akademie mit dem Sitz in Mainz zum Zwecke der Lehrerausbildung bestehen. Dadurch würde die geplante Errichtung einer Pädagogischen Akademie in Gießen mit Oer Dreizehnte. Roman von Anny von panhnys. Copyright 1929 by Verlag Vechlhold Lraunlchwetg 31 Rortlefiung Nachdruck verboten „Höre auf, um des gütigen Heilandes willen, höre auf", schnitt ihr Primo Duero das Wort ab. »Sch weiß, aus welche Weise du dich des roten Kostüms entledigtest. Das Kostüm wurde entdeckt, aber bis jetzt blieb verborgen, wer es getragen. Sch habe genug gehört, übergenug. Du bist furchtbar!" Er faßte sich mit beiden Händen an die Schlä» fen. „Sch kann es ja nicht fassen, es sprengt mir den Kopf" Montserrats Züge waren leidenschaftlich erregt. „Sch weih, ich habe dir Schreckliches gesagt, ich weih auch, ich bin nun in deiner Gewalt. Ader das wäre nicht das Schlimmste! Diel schlimmer, nein, das Schlimmste auf Erden ist es, daß ich nun, wenn ich nicht for kann, den Wann verlieren muß, den ich liebe. So liebe, wie ich dich niemals hätte lieben können!" Sie schlug sich mit der geballten Faust an die Brust. „Alles ist gegen meine Liebe farblos. Als ich dein Haus verlieh, nahm ich eine Stellung als Gesellschafterin in Valencia an, ich mußte doch zunächst die Rolle der Mittellosen spielen, um nicht auszufallen. Und dort lernte ich ihn kennen. Culaner ist er, und Puppen, Hampelmänner und Wachss.g. r:n sind alle Männer gegen ihn. Wir sanden uns, wir heirateten." Sn ihren dunklen Augen leuchtete es wie Fanatismus auf. „Eine je.'.er wundervollen Abenteurernaturen ist es, di« das ganze Dasein wie ein buntes Spiel nehmen, die zu leben wissen, zu lieben, zu genießen. Und ich zog mit ihm, die glücklichste aller Frauen. Richts von dem kümmerte mich mehr, was hinter mir lag. An nichts dachte ich mehr als an Um. Sn seiner Abwesenheit, in seiner Gegenwart. Mein Geld ging bei unserem Leben mit darauf. Wir lebten im vorigen Sahre im Haag. Einen kleinen, feinen Spielklub hatten wir dort, aber eines Tages klopfte die Rot an unsere Tür. Da fuhr ich hierher, versetzte die Steine, die mein Mann niemals bei mir gesehen hat. Sch veränderte für alle Fälle mein Acuße- res. Wir leben jetzt in Paris, und ich habe die mehrtägige Abwefenheit meines Mannes benützt und bin hergereist, um die Steine zu holen. Setzt haben wir Geld genug. Sch bin in einem kleinen Hotel Im Haag abgestiegen in der alten Vermummung, die ich erst unterwegs im Zug vom Haag hierher anlegte, gekommen. Die Steine wollte ich wiederhaben, well ich fürchtete, wenn sie verfallen würden, könnte sie der Pfandleiher verlaufen, und ich käme in Gefahr, wenn die seltenen Steine erkannt würden." Primo Duero hatte nur halb hingehört, et Anlehnung an die Landesuniversitat hinfällig werden. Bekanntlich hat der Gießener Stadtrat im Frühjahr dieses Sahres für die Schaffung eines solchen Snstitutes in Gießen eine finanzielle Beihilfe von 100 000 2HL bewilligt und außerdem ein Gelände im Werte von 30 000 Mk. kostenlos zur Verfügung gestellt. Dabei hat die Gießener kommunale Mrperschaft, neben dem Gesichtspunkt der Förderung kommunaler Snter» essen durch eine solche Einrichtung, vor allem auch die Erwägung geleitet, mitzuhelfen an einer weitgehenden Nutzbarmachung der in Gießen bei der Universität ohnehin schon bestehenden Einrichtungen für die Zwecke der akademischen Lehrerbildung, bei gleichzeitiger wirkscnner Kostenersparnis für den hessischen Staat. Wenn der jetzige Plan der hessischen Regierung, der feine Hauptbefürworter in den Mälzer Kommunalpolitikern, Vertretern der sozialdemokratischen Partei und des Zentrums haben soll, verwirllicht würde, wäre auch das Gießener Projekt als gescheitert und damit die rationelle Ruh- barmachung der Hilfsquellen unserer Universität zum finanziellen Vorteil des Staates als erledigt anzusehen. Die Schaffung eines solchen Zen- tralinstituts in Mainz würde also, infolge mangelnder Ausnutzung der Möglichbriten unserer Universität einerseits und des Aufwandes bedeutender Geldmittel für die Mainzer Einrichtung anderseits, nicht nur keine Ersparnis bedeuten, sondern sogar den Aufwand erhöhter Geldmittel notwendig machen. Gegen eine so unwirtschaftliche Maßnahme der Regierung, bei der nach Verlautbarungen aus Darmstadt vor allem parteipolitische Sntereffen innerhalb der Regierungskoalition unter Ausschluß der Demokraten im Vordergründe stehen sollen, muß auch von Oberhessen und von Gießen aus entschiedener Einspruch erhoben werden. Dabei ist die Forderung aufzustellen, daß die Regierung zum finanziellen Vorteil des Staates unter allen Umständen ihr Gießener Projekt verwirklicht, um dadurch die schon bestehenden Einrichtungen der Universität in weitgehendstem Maße für die Zwecke der akademischen Lehrerbildung in Hessen nutzbar zu machen. Aus der provinzialhauptstadt Gießen, den 18. Dezember 1930. Oie Geburisstunde -es Weihnachisbaums. Weihnachten ohne Tannrnb.'.um.ift für uns fein Weihnachtssest. Viele werden in diesem Saijr beschenke entbehren müssen. Für die Erwachsenen ist das nicht so schlimm, aber ohne Baum kann keine Feststimmung auflommen. Die Bäume stehen in den Straßen und Höfen. Wenn jetzt die Bäume durch die Straßen getragen werden, beginnt es schon richtig weihnachtlich zu werden. Für uns ist der Weihnachtsbaum so eng mit dem Christfest verbunden, daß man meint, solange Christen Weihnachten feiern, müßten sie. cs unter l ich le rgeschmücktem Baum getan haben. Aber diese schöne Sitte ist erst viel später entstanden. Die Wohnung in den Weihnachtstagen mit einem Weichselbusch zu schmücken, oder einen im warmen Zimmer zu früher Blüte gebrachten Kirschbaum- zweig auizustellen, gehört schon seit vielen Sahr- hunderten zu den deutschen Weihnachtsbräuchen, an deren Stelle dann — zum ersten Male in der Ueberlieserung erwähnt — zu Weihnachten 1615 in Straßburg ein mit buntem Papier geschmückter Tannenbaum trat. Um die Mitte des 18. Sahr- hunderts wird schon vom mit Zuckerwerk und Aepseln behangenen Christbaum geschrieben. Es stand noch viel zu stark unter dem Eindruck der entsetzlichen Aeuigkeit. Montserrat war die Mörderin seines Vaters! Alles in ihm bäumte sich gegen die Wahrheit auf. Das Unglaubhafteste auf Erden schien es ihm. Montserrat alter sprach leidenschaftlich bewegt weiter: „Hier wurde ich festgehalten, der alte Gauner hat anscheinend die Steine schon in den Handel gebracht, und es ist dadurch aufgerührt worden, was so weit hinter mir lag, daß es mich kaum noch berührte. Und nun hielt man mich hier sest und ich muhte doch zurück nach Paris. Mein Mann ist ein paar Tage in London. Aber möglicherweise wird er eher wieder in Paris fein als ich. Und vielleicht reist er dann gänzlich ab und ich weih nicht wohin. Er ist unberechenbar und glaubt sicher, ich hätte ihn verlassen." Sie schrie auf. „Sch ihn verlassen! Sn Tropfen gäbe ich mein Blut für ihn hin." Shr Fuß stampfte den Boden. „Sch Rcirrin! Hätte ich mich doch nicht mehr um die elenden Steine gekümmert, man gab mir ja doch nur buntes Glas dafür, und wcr ich in.Wirklichkeit war, wußte hier niemand. Hätte ich mich doch nicht mehr darum gekümmert, denn nichts auf der Welt ist wichtiger als er, den ich liebe." Shrr Augen flammten und um ihre scharf gezeichneten Lippen zuckte es unaufhörlich nervös. „Vielleicht bin ich eine Frau ohne Gewissen, aber ein Herz habe ich dvch. Ein Hcrz, das meinem Manne gehört. Sft er mir verlorengegangen, dann ist mir alles gleich, dann renne ich mit dem Kops gegen die Wand, bis ich nicht mehr weiß, wie schön jeder Gedanke an den Geliebten ist." Sie schob die Hände gegen Primo Duero. „Was kann dir an meiner Verhaftung liegen! Dein Vatcr ist tot, den kannst du nicht mehr mit einer sogenannten Sühne ins Leben zurückrufen. Und Reue empfinde ich nicht. Gar keine! Rur das Verlangen, noch rechtzeitig nach Paris zu kommen, habe ich, heiße, verzehrende Sehnsucht nach meinem Mann und nach der seligen, unbegrenzten Wette unseres Abenteurerlebens." Primo Duero erhob sich langsam, und sein Blick war starr. „Kennst du nicht das Dibelwort: .Wer Blut vergießt, des Blut soll wieder vergossen werden?' Sch halte mich daran, ich will, daß der Mord gesühnt wird." Sie richtete sich höher auf. > „Gib dich ja keinen Sllusionen hin. Dein Vater hat mich meist wie ein zugelaufenes armes Tier, wie ein Aschenbrödel behandelt. Dafür gibt es Zeugen, und sein Testament bezeugt es auch. Das spricht zu meinen Gunsten. Deine Küsse kommen dazu, die mich glauben liehen, von dir aus beschämender Abhängigkeit erlöst zu werden. Deines Vaters Tod wird sicher nicht durch mein Blut gesühnt werden. Ein paar Sahre Kerker wäre das Schlimmste, was mir passieren könnte. Für mich allerdings wäre es tausendmal schlimmer als der Tod. Denn wenn ich meinen Mann verlieren mühte, dann hat das Sterben keinen Schrecken mehr für mich. Und wenn du auf di« sollte nicht lange dauern, bis diese schöne Sitte überall in deutschen Landen ihren Einzua hielt. Kaum fünfzig Sahre vergingen, und schon Anfang des 19. Sairhunderts bildete der Weih..ach.sbaum in vielen deutschen Familien den Mittelpunkt des W^nachtssestes. Von Deutschland trat er dann feinen Siegeszug in die Welt an und findet weit üwt uie deutschen Grenzen hinaus immer mehr Freunde. Heute strahlen um die Weihnachtszeit nicht nur In vielen deutschen Städten und Dörfern schon tagelang vor dem Fest auf öffentlichen Plätzen brennende Christbäume, heute leuchtet auch mitten im Gewühl der Riesenstadt Reuyork in dem brodelnden Verkehr der Straßen ein Weihnachtsbaum. Rach alter Sitte werden alljährlich auf dem Kopenhagener Rathausplah riesige Tannen- bäume mit Lichtern geschmückt. Seber, d'.r vorübergeht, hat seine Freude daran, in jedem erwachen weihnachtliche Gefühle. Seder sinnt, wie er denen, die ihm lieb sind, eine Freude bereiten kann. Freude zu machen, ist ja der Sinn dieses Festes der Liebe. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Einführung des Weihnachtsbaumes als Symbol des Christ- festes durch heidnische Sitten beeinflußt worden ist, wie überhaupt viele unserer Weihnachtsbräuche daher übernommen worden find. Sm alten Rom beging man zwischen dem 17. und 24. Dezember das Fest der Saturnallen iu Ehren des Gottes Saturn und seiner Gattin, der Erzgöttin Hobs. Es war ein Fest der Verbrüderung, ein Fest, zu dem jeder seinen Freunden und Verwandten eine Freude bereitete. Die Sklaven brachten die Geschenke am ersten Festtag In die Häuser. Seder reichte ihnen einen Trunk. Die S'andesunterschiede fielen an diesem Tag. Wer es sich leisten konnte, zahlte als Weihnachtsfreude seinen Freunden sogar die Schulden. Das wäre sicher für viele heute auch ein recht willkommenes Weihnachtsgeschenk! Zu den Geschenken gehörten auch damals schon Wachskerzen, die das Symbol des nach der dunklen Zeit des Sahres wiederkehrenden Lichtes waren. Unsere Vorfahren, die alten Germanen, begingen um die Weihnachtszeit das Sulfcft. das Fest der Wintersonnenwende. Auf den Bergen entzündeten sie Holzstöße. Ueberall spielte das Licht eine große Rolle. Darum geht man sicher nicht fehl in der Annahme, daß die leuchtenden Kerzen unseres Weihnachtsbaums ihren Ursprung in heidnischen Bräuchen haben, die für die Sdeo- logie des Christentums umgestaltet worden sind. Reben dem Weihnachtsbaum gibt es eine ganze Reihe von Weihnachtsbräuchen, die wir getreulich bewahren. Da sind die Krippenspiele, die wieder neu aufgelebt sind. Da sind all' die vielen Gerichte und Leckereien, die unverbrüchlich mit dem Weihnachtsfest verbunden sind. Was wäre Weihnachten ohne Pfefferkuchen, Marzipan, Aepsel und Rüsse? — Alljährlich freut uns all' das aufs neue, alljährlich erklingen die alten schönen Lieber und lassen die Herzen höher schlagen. Schiedsspruch für das deutsche Buchdruckgewerbe. Sn Lohnverhandlungen des deutschen Buchdruckgewerbes hat gestern daö zuständige tarifliche Zentralschlichtungsamt einen Schiedsspruch gefällt, der den bestehenden Lohntarif bis zum 13. Februar 19 31 mit der Maßgabe verlängert, daß zur Fortsetzung der Beratungen und zur Fällung eines weiteren Schiedsspruchs die Schlichterkammer am 2. Februar 1931 von neuem zusammentritt. Gictzcner Wochcnmarltpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160, Kochbutter von 130 an, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Sühne bestehst, dann bedenke auch vorher, mein Mädchenname ist der gleiche wie dein Name. Sch bin auch eine Duero, und es würde fortan wie Schande auf den 21 am en liegen." Sie sah ihn scharf an. ..Sch weiß, dein Vater war sehr stolz auf die Reinheit seines Ramens, und dir wird es sicher auch keine Freude bereiten, wenn ber Rame für die Zukunft identisch ist mit dem einer Mörderin. Laß mich gehen, Primo, denn glaube mir, eine wirkliche Genugtuung wirst du doch nicht darüber empfinden, wenn Du mich in irgendeinem Zuchthaus weißt. Mein Mann ist ein Spieler, ein Aventurero (Abenteurer) großen Stils, und ich passe zu ihm. Setzt besteht noch di« Möglichkeit, wenn sie auch gering ist, vor-ihm in unserer Pariser Wohnung einzu- treifen, laß mich die Möglichkett benützen. Sch habe immer den Hang gehabt, frei durch die Welt zu ziehen, nach meinen eigenen Gesehen zu letten. Mein Mann empsindet ebenso. Wir passen zueinander, als wenn uns das Schicksal von je füreinander bestimmt hat. Sch lüge und betrüge für ihn und mit ihm, zusammen aber lachen wir über die Philister. Wir sind wir, sind vor uns groß, sind selbstherrlich von eigenen Gnaden. Wir leöen, ihr vegetiert nur, wir genießen, ihr wagt kaum zu kosten, wir stehen über dem Schicksal, ihr fürchtet es." Shre Stimme schwankte. „Das heißt, jetzt fürchte ich es auch, weil meine Liebe in Gefahr ist. Laß mich laufen, Primo, und wenn es dich beruhigt, dann denke, eine Ratur wie die meine, die keinen Unterschied zwischen Recht und Unrecht macht, die daraus loslebt mit einem Genossen ihrer Art, dcr es gleich ist, wohin ihr Lebensschifflein steuer- los treibt, die wird schon eines Tages von irgendeinem Sturm über Bord gespielt werden." Primo Duero empfand nicht die mindeste Weichheit, nicht das mindeste Mitleid. Shm war es, als umlagere ihn eine schwere bedrückende Wolke von Verachtung und Ekel, durch die er nicht hindurchschauen konnte. Rur eins sah er, ein3 begriff er. Bestand er auf die Sühne, dann kam der Rame Duero an den Pranger, der Rame, den er trug und den nun auch bald sein blondes Lieb mit ihm teilen würde. Vielleicht durfte er eines Tages ein Kindchen im Ann halten: Evas Kind und das seine, und das trug Dann auch den Ramen. Es würde dann später vielleicht hören von der Montserrat Ducro, die in einem Zuchthaus ihre Tage verbrachte. Er fror bei der Vorstellung. Klanglos sprach er: „Geh, aber komm niemals in meine Rahe, niemals. Um des Ramens Duero willen will ich unterlassen, was mir Pflicht und Gewissen gebieten. Aber gehe schnell, ehe es mir leid tut, ehe ich es bereue." Heber Montserrats Züge glitt ein Aufleuchten. „Sch danke Dir, Primo, ich —“ „Geh", gebot er hart, „du hast keinen Grund, dich bei mir zu bedanken, denn auf dich nahm ich bei meiner Entscheidung nicht die geringste Rücksicht, sondern nur auf Den Ramen Duero." Wirsing 8 biS 10, Weißkraut 5 biS .6, Rottrauk 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 25 biS 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3Vr bis 4. Aepfel 25 bis 40, Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 83 bis 100, Suppenhühner 80 bis 103, Gänse 90 bis 110. Russe 60 bis 70 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 50 bis 70, Eier 17 bis 18, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück. Kartoffeln der Zentner 2.23 bis 2,50, Weißkraut 3» Wirsing 4, Rotkraut 5 Mk. Daten für Freitag, 19 Dezember. Sonnenaufgang 8.10 Uhr, Sonnenuntergang 15.52 Uhr. — Mondaufgang 7.58 Uhr, Mond- Untergang 14.49 Uhr. 1594: Gustav Adolf von Schweden in Stockholm geboren. Vornotizen. * — — Tageskalender für Donnerstag. Lichtsvielhaus Bahnhofstraße: „Die Sehnsucht jeder grau7'. — Astoria-Lichtspiele: „Die Rettung" und „Wer gewinnt Den großen Match?". — Aus Dem Stadttyeaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Freitag, 20 Uhr. findet Die erste Wiederholung Der erfolgreichen Gesellschaftskomödie „Die erste Frau Selby" statt unter der Spielleitung von Walter Bäuerle, mit Maria Koch als Frau Selby. — Die nächste Vorstellung des Weihnachtsmärchens „Gold- marie und Pechmarie" findet zu ermäßigten Preisen am Sonntag, 21. Dezember,, 15 Uhn statt. • •• Frist ablauf für Rentenantrüge in Der Angestelltenverficherung. Durch Gesetz vom 7. März 1929 ist die Wartezeit in Der Angestelltenversicherung allgemein auf 60 Beitragsmonate herabgesetzt worben. Sind tgeniger als 30 Deitragmonate auf GrunD Der Versicherungspflicht nachgewiesen, so beträgt Die Wartezeit 90 Beitragsmonate. Das Gesetz lst mit Wirkung vom 1. März 1929 in Kraft getreten. Sft ein Leistungsantrag vor Diesem Zeitpunkt rechtskräftig abgewiesen worden, toeil die Wartezeit nicht erfüllt war, so kann, wenn nach dem Gesetz vom 7. März 1929 die Wartezeit erfüllt ist, die Rachprüfung des Rentenantrags beantreyt werden. Der Antrag muh aber bis zum Schluffe des Sahres 1930 gestellt fein. •• Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Aus dem Stadtthcater- bureau wird uns geschrieben: Am Sonntag 21. Dezember, gelangt zum letzten Male das erfolgreiche Lustspiel ..Geschäft mitAmerika" von Frank und Hirschfeld als Fremdenvorstellung zur Aufführung. Die beiden Autoren sind in Gießen bereits bekannt durch ihre Lustspiele „Grand Hotel" (Frank) und „Die Frau, die jeder sucht" (Hirschfeld) Es ist das neueste Werk dieser beiden Autoren. Die Spielleitung hat Karl Dolck. Reben Den Damen Sahn, Leutholf, Schwend, iptb den Herren Bäuerle und Hauer spielt ein kleiner Dackel die Hauptrolle. Beginn der Vorstellung 18,33 Uhr, Ende 20,30 Uhr. •• Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Sm jüngsten Vortragsabend Der Gesellschaft für ErD- und Völkerkunde berichtete Prof. Dr. G. S ch o 11, Abteilungsvorstand an Der Deutschen Eeewarte zu Hamburg, in fesselnder, leicht- verständlicher Form über seine Reiseeindrücke aus Der chinesischen Provinz Kiang-su, aus Sapan und einem Teil von Aiederländisch-Ostindien. Die Hauptaufgabe Der Reife des Redners, die das Es schien, als wollte sie noch etwas sagen, er aber gebot ihr herrisch Schweigen. „Setze die graue Perücke wieder auf, es ist für alle Fälle besser, es erblickt dich hier niemand so, wie Du wirklich aussiehst." Sie trat vor Den kleinen Spiegel ünD zog die grauen tiefen Scheitel über ihr dunkles, kurzes Haar, umwand den Kopf mit dem Spihenschal und schlüpfte in Den viel zu weiten Mantel. Primo Duero öffnete die Tür und verließ gemeinsam mit ihr oas Zimmer. Allein würde sie Der riesige Wächter vor Der Tür gar nicht Durchlässen, Dachte er. Unten im Laden befanden sich Ricolaas Sneek und seine Tochter, beide mit bangen und erwartungsvollen Gesichtern. Primo Duero fagte zu der Wontirossi: „Die Frau konnte mir einwandfrei beweisen, daß sic die Steine rechtmäßig erworben hat, und eS scheint, ich habe mich in Den Steinen getäuscht, sie ähneln Den anDeren, die ich suche, nur zum Verwechseln." Ricolaas Sneek trat von einem Fuß auf Den anderen. So angenehm es war, in keine Mord- geschichte verwickelt zu werden, so peinlich würde nun Die Auseinandersetzung zwischen ihm und der grauhaarigen Frau werden. Wenn Der Spanier sich nicht eingemischt hätte, wäre man jetzt wohl schon auf Dem Weg nach Florida. Run begann Der Tanz zwischen ihm und Der Dersetzerin. Aerger unD Unannehmlichkeiten standen ihm sicher in Hülle und Fülle bevor, wenn es ihm nicht gelang, sich mit Der Frau zu einigen. Vielleicht mußte er alles Geld, das So Dafür erhalten, herausrücken, oder gar Die Steine wieder zurück- f (baffen. Er fluchte innerlich und erwartete Den Angriff Der Frau. Doch die sprach kein Wort, sondern eilte plötzlich auf Die Ladentür zu und verschwand mit größter Schnelligkeit, als müsse sie fliehen. Ricolaas Sneek sah seine Tochter an, und So fah Primo Duero an. „Was bedeutet denn das?" fragte sie maßlos erstaunt. Primo Duero zuckte die Achseln. „Sie hat anscheinend doch ein schlechtes Gewissen! Sedenfalls ließe sie sonst nicht einen so großen Wert im Stich. Aber Shnen liegt ja nichts Daran, von dieser Frau wegen Unterschlagung belangt zu werden, und ich will jetzt auch keine Rachforschungen mehr anstellen, ich gebe es auf. Sch kann nicht mehr. Also freuen Sie sich über Öen unrechtmäßigen Verkauf Der blauen Brillanten, eS werden Shnen anscheinend daraus keine Schwierigkeiten erwachsen." Ricolaas Sneeks Mund zog sich bedenklich in Die Breite, so schmunzelte er. Primo Duero hielt der Montirossi einen Ring entgegen. „Sch versprach ihn Shnen und Sie erhalten ihn für Shre Bemühungen mit Der Frau. Wenn nun auch alles resultatlos für mich verlief, so können Sie doch nichts Dafür." (Schluß folgt) ganze Jahr 1929 tn Anspruch nahm, bestand tn der Sammlung von rzeano graphischem Material für je eine Monographie des Indischen und des Pazifischen OzeanS. Die Reis« führte rund um und über die beiden Weltmeere, und waS den Redner hier In Dietzen bringen konnte, toar nur ein Ausschnitt aus der Liebersülle von Ergebnissen und Eindrücken. Prachtvolle Lichtbilder gaben Zunächst lebendige Vorstellungen von der Ra- tur der .chinesischen Aiederlande" an der Mündung des Jangtse, von diesem ebenen Schwemm- land, da- intensiv bebaut und von Hunderten von Kanälen durchzogen ist. Besonders interessant war das Bild von der Flutbrandung bei Haining an der Mündung des Tsien-tang-kiang, wo die au'» kommende Flut tn Gestalt einer biS zu 3,5 Meter hohen Wassermauer den Strom aufwärts zieht. Seine Reisewege in Japan erläuterte der Vortra- Snde an einer Karte von Richthoten, die deutlich e engen Beziehungen zwischen der Tektonik und dem Retz der Derkehrsstrc.ben zeigte. Gr umritz weiter den Dualismus, der in der japanischen Dolksseele ringt: das Bestreben, an den alten Lleberlieserungen festzuhalten, und den Zwang, das Reue, das auS Europa und Qlorbamehta kommt, in sich aufzunehmen. Auherordentlich interessant war dann noch der Vergleich zwischen den ostindischen Inseln Madura und Lombok hin- sichtlich der klimatischen, geographischen und wirtschaftlichen Struktur. Den Schluß des Vortrags bildete eine kurze Schilderung von Java, insbesondere der grohartigen Dölkerschau, die die Niederländer aus Anlah des panpazifischen Kongresses zu Buitenzorg veranstaltet haben. Dr. L. Cberbeffen. Gegen die Auflösung des Kreises Schotten. Handelskammer und Havdwerkskammer-Rebenftelle Friedberg warnen. Die Industrie- und Handelskammer Friedberg und die Handwerkskammer-Rebenstelle Friedberg haben sich in einer Eingabe an den Herrn Minister des Innern und den Hessischen Landtag gegen den Plan der Aushebung deS Kreises Schotten gewandt. In der Begründung wird daraus hingewiesen, dah selbstverständlich die Wirtschaft daS unbedingte Interesse hat, dah in der öffentlichen Verwaltung gespart werden muh, utit zu einer Ausaabenminderung und damit zu einer Lastenverteilung zu kommen. Andererseits sind sich aber die amtlichen Vertretungen von Handel, Industrie, Handwerk und Gewerbe klar darüber, dah bei der heutigen Gestaltung der Dinge mit dem Abbau des Kreises Schotten keine Ersparnisse erzielt werden, dah vielmehr die mit der Aushebung verbundenen wirt.chastlichen Rachteile die erwarteten finanzieren Ersparnisse und Vorteile bei wei- tem überwiegen. Handel und Gewerbe im Bezirk Schotten ringen heute schwer um ihre Existenz, und eS würde für die Wirtschaft geradezu eine Vernichtung bedeuten, wenn der Kreisabbau zur Dcrwirllichung käme. Aus die'en wirtlchastlichen Erwägungen müsse der KreiS Schotten unbedingt erhalten werden. (Semeinderat in Laubach. □ Laubach. 16. De» In der jüngsten Ge- meinderatSsitzung wurde zunächst, an Stelle des durch Wegzug ausgeschiedenen Ge- meinderaiSmitgliedes Ob^rbahnmeistcr Pulchrr, der Postasistent E r m e l durch Bürgermeister Hö gy alS Gerne.nderatSmitgled verp'lichiet. Mehrere Landwirte hatten darüber Beschwerde erhoben, dah sie von der Teilnahme an der diesjährigen HolzHauerei ausgeschlossen worlen seien. Der Beschwerd: wurde nicht stattgegeben, und der Geineinderat beharrte auf seinem früheren Dc'ch'uh. Der Konkursverwalter einer hiesigen Firma bot der Stadt das Anwesen seiner Gemeinichuldnerin zum Ankäufe an. Der Gemeinderat lehnte einstimmig ab. Ferner wurde beschlossen, da3 veraltete O r t s st a t u t der Sla&t Laubach über die »Benutzung der städti - schen Wasserleitung zum P.ivat^ebrauch" unter Bezugnahme auf eine vom Kreisamt Schotten vorgelegte Mustersatzung entspr-chrnd abzu- änbem. Die Gewährung einer Winterbei - Hilfe wurde abgelehn», da die Arbeitslo'en als Holzhauer und mit sonstigen Arbeiten in d?r Gemeinde beschäftigt sind. In dringenden Fällen entscheidet der Gemeinderat nach Gutdünken. Zum Schlüsse wurden noch den Fa elhallern, die für die Pflege der Fabeltiere bei der diesjährigen Hauptkörung die Qlote »sehr gut" erhalten hatten. Prämien bewilligt. üanDticiG Wicken. • 21bach. 16. Dez. Am Sonntagabend fand hier eine kleine eindrucksvolle Feier statt, galt eS doch, dem vor 30 Jahren hier ins Schulamt gekommenen Lehrer Groh Dank vonseiten der Gemeinde und Kirche auszusprechen für treue, selbstlose Dienste in dieser Zeit. Orts- und Kirchenvorstand, sämtliche Vereine und der größte TeU der Gemeinde fanden sich am Hause des Jubilars VetMnmg am 31. Dezember 1930! Don Amlsgeiichtsrai Or. Kari-Ludwig Schimmelbusch. Bei dieser Betrachtung steht nicht die 30jährige Verjährung im Brennpunkt deS Interesses, sondern die Ausnahmen, die zwei- und vierjährige. Sie beginnen am Schluß des IahreS. in dem der Anspruch entstand, und enden dementsprechend. Welche Ansprüche verjähren am 31. Dezember 1 9 30? Dor allem die Ansprüche aus 1928 aus dem allgemeinen täglichen Verkehr einschließlich der Anwalls- und Rotar- gebühren und der Aerztehonorare. Am 15. Dezember 1927 hat jemand für feinen Haushalt mit einem Monat Ziel Waren gekauft: Fälligkeit: 15. Januar 1928; Verjährungsablauf: 31. Dezember 1930. Dagegen beträgt die Frist bei Lieferungen für den Gewerbebetrieb, und bei den meisten wiederkehrenden Leistungen wie Zinsen, Hausmiete, Landpacht vier Jahre. Hier tritt also am 31. Dezember 1930 die Verjährung erst bei Ansprüchen aus 1925 ein. Die dreißigjährige Verjährung aber gilt für rechtskräftige Echuld- titcl und für die wenigen Forderungen, für die das Gesetz keine besondere Frist nennt und deren häufigste wohl das Darlehn — aber nur der Hauplanspruch — ist. Ein wirksames Mittel zur Verhinderung der zwei- oder vierjährigen Verjährung ist daher die ilmtoanölung in ein solches (schriftlicher Vertrag). Das Profil der Verjährung zeigt eine klare Linie; keineswegs bedeutet sie den Untergang des Anspruchs; sie ist also nur auf „Einrede" des Schuldners zu beachten. Sie kann durchweg vertraglich nicht erschwert, wohl aber verkürzt, und eS kann trotz Verjährung Gezahltes nicht zurück- geforöert werden. Wer nicht unter allen Umständen arbeitet die Zeit für den Schuldner. Während der Stundung z. 2. ist die Verjährung „gehemmt", wobei die Zeit vor der Hemmung milzahtt und die Frist hemach w e i t e r l ä u f t. Wichtiger ist die „Unterbrechung". nach der der Fristlauf neu beginnt Sie lann erfolgen einmal durch Abschlags-, Zins-, Sicherheitsleistungen. Slundungsbitte oder auS- drücklichcs und unzweideutiges, fchristliches oder mündliches — Zeugen! — Anerkenntnis. AlleS das schätzt den Gläubiger ausreichend gegen Verjährung, wenn es noch im laufenden Jahre erfolgt, bis Ende 1932 bzw. 1934. Entgegen weitverbreiteter Meinung genügt aber Rechnung, Postnachnahme, Kontoauszug oder Mahnung keinesfalls, auch nicht unter „Einschreiben", mit Zustellung oder durch den Rechtsanwalt Die sicherste Art der Unterbrechung sind Klage, Güteantrag oder — als billigstes und bequemstes Mittel — der Zahlbefehl. Für ihn sind die Amtsgerichte der Höhe nach unbeschränkt zuständig. Rechtzeitiger Eingang beim Gericht genügt; auf die Zeit der Zustellung kommt es — wiederum entgegen verbreiteter Meinung — nicht an. Die Unterbrechung der Verjährung durch Zahlbefehl gilt aber, wenn Widerspruch nicht erhoben ist, als nicht erfolgt, wenn der Gläubiger nicht binnen sechs Monaten den Dollstreckungs- befehl beantragt, oder bei landgerichtlichen Ansprüchen die Klage erhebt. Legt der Schuldner nicht gegen den Vollstreckungsbefehl binnen einer Woche Einspruch ein, so ist ein Einspruch nicht mehr zulässig. Damit ist dann die 30jährige Verjährungsfrist erreicht, der allein zulieb; mancher einen zahlungsunfähigen oder zahlungsunwilligen Schuldner verklagt. ein, wo Bürgermeister Lenz in warmen Worten den Jubilar begrüßte und die Dankbark.-it der Gemeinde betonte für deS Lehrers vielseitiges Wirken in 30 langen Jahren, und ihm als Zeichen der allgemeinen Wertschätzung ein von Kunstmaler Stephan in Gießen hergestellteS Oelbild, das Lehrerwohnung, Schulsaal und Kirche zeigt, im Auftrage von Gemeinde und Kirche überreichte. Anschließend sprach der Ortsgeistliche ebenfalls Worte des Dankes für das, was der Jubilar im Interesse des kirchlichen Lebens geleistet hat. worauf dieser in bewegten Worten erwiderte. Eingerahmt waren die Ansprachen durch vortrefflich gefangene Heimatslieder der beiden Albacher Gesangvereine. Die F:ier war schlicht und einfach, wirkte aber sichtlich auf die Stimmung aller Teilnehmer. Und galt die Ehrung auch dem einzelnen — eine Gemeinde, die in solcher Stunde freudig zu danken vermag, ehrt damit auch sich selbst. Krcis Friedberg. ^lDad-Rauheim, 16. Dez. Sine vom hiesigen Ortskartell einberufene und stark besuchte Deamtenversammlung nahm nach einem Referat des Vorsitzenden, Steuerinspektor P l a a g, Stellung zu dem Problem des Preisabbaues. Nachdem mitgeteilt war, waS in der Frage der Preissenkung örtlich schon in Verhandlungen mit den Verläusergruppen getan worden ist, wurde in der sehr regen Aussprache von verschiedener Seite der Vorschlag gemacht, sich in weitere Besprechungen nicht mehr einzulassen und sofort nach dem Beispiele anderer Ortskartelle den Weg der Selbsthilfe zu beschreiten. Die Mehrheit der Versammlung erhoffte aber von einer Fortführung der Verhandlungen im beiderseitigen Interesse eine befriedigende Lösung der Preisabbaufrage. Zuletzt gelangte die folgende Entschließung zur einstimmigen Annahme: .Die Dad-Rauheimer Beamtenschaft ist von dem Ergebnis der bisher mit den wirtschaftlichen Organisationen in der Preissenkungsfrage gepflogenen Verhandlungen nicht befriebtgt. Die Versammlung beauftragt daher den Vorstand des Ortskartells, gemeinsam mit den übrigen Derbraucherorganisationen, nochmals an den Einzelhandel und die Innungen heranzutveten, um in gemeinsamer Besprechung zwischen Verkäufer und Käufer feft- zustellen, was im gegenseitigen Interesse nach der Einkommensminderung weiter Kreise der Käuferschaft in bezug auf entsprechende Angleichung der Preise geschehen lann. Die Dad-Rauheiner Beamtenschaft war immer bestrebt, ein gutes Einvernehmen mit Handel und Gewerbe zu erhallen und hat eS daher auch abgelehnt, nach dem Beispiele anderer Städte zur Selbsthilfe zu greifen. Die Beamten würden es daher bedauern, wenn ihnen die Möglichkeit der gemeinsamen Beratung nicht, gegeben und ihnen damit der Weg zur Eigenhilfe aufgezwungen werden sollte. Die Beamtenschaft wünscht eine versöhnliche Lösung der dringlichen Frage auch schon aus dem Grunde, um eine Abwanderung der Käuferschaft zu unterbinden." Kreis Büdingen. L Dobenhaus en I., 16. Dez. In Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Rot haben sich die hiesigen Vereine entschlossen, von der Abhaltung der Abendunterhaltungen zu Weihnachten abzusehen. — In unserem Orte wurden verschiedene Sammlungen durchgeführt. Für den DolkSbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurden 15,20 Mk., und für die Kaiserin- Augusta-Viktoria-Gedächtnisstiftung 11,75 Mk gc- fammclt. Die Schulkinder verkauften für 12 Alk. WvhlfahrtSbriefmarken. Kreis Schotten. V Gedern, 17. Dez. Mit 8 gegen 4 Stimmen wurde in der jüngsten Ge m e i n de v e r trete r f i tz un g die Einführung der 'Bürger- [teuer beschlossen. Die Hundesteuer wird tn der bisherigen Höhe erhoben. — Rach dem Wasserleitungsstatut müssen die Besitzer von Reubauten die Zuleitung vom Hauptstrang der Wasserleitung bis zum Hauptaostellhahnen selbst bezahlen. Da sich 6er bisherige Modus der Wassergeldberechnung als unzulänglich erwies, beschloß der Gemeinderat vorläufig, daS Wassergeld nach folgenden Sähen zu erheben: Es wird berechnet pro Monat für eine Person 30 Pf., ein P'erd 30 Pf., ein Stück Rindvieh 30 Pf.; Anschluhgebühr 50 Pf. Diejenigen Haushaltungen, welche eine Badeeinrichtung oder ein Klosett mit Wasserspülung besitzen, bezahlen hierfür monatlich je 90 Pf. Dieselbe Summe ist auch für einen Hydranten oder eine Zapfstelle im Garten zu zahlen. Bei einer eventuellen Veräußerung der verschiedenen Brandteiche soll durch Vermittlung der Brandversicherungskammer erreicht werden, daß der Gemeinde ein dingliches Recht eingetragen wird, damit im Falle eines Brandes das Wasser dieses Teiche benutzt werden kann. Der M ü h l b o r n soll unter Denkmalschutz gestellt werden. wg. Gedern. 17. Dez. Durch den Vorstand des T i e r s ch u tz v e r e i n s für Hissen ist dem hiesigen Kaufmann und Landwirt Ernst Kliesche w s k i als Anerkennung für treue Tierpflege (Pferdepflege) eine Ehrenurkunde und eine Delo- Prämie verliehen worden. + Glashütten, 18. Dez. 3m Basalt- werk Hermann wird jetzt wieder eine größere Anzahl Arbeiter beschäftigt. 3m nächsten Früh- jahr sollen, wenn weitere Aufträge einlaufen, bis zu 70 Mann Beschädigung finden. — Die Holzhauerarbeiten im hiesigen Forstbezirk dürften voraussichtlich bis Weihnachten beendet sein. § Ulrichstein, 17. Dez. Der hiesige Krie- gerverein hielt einen Vortragsabend ab. Als Redner war hierzu Kamerad Kratz (Freienscen) gewonnen. 3n läng ren Ausführungen verstand er cs, ein treffliches Bild der Tätig- feit unserer Marine in Krieg und Frieden zu zeichnen und die Aufmerksamkeit der Hörer zu fcjfcln. Zahlreiche gute Lichtbilder veranschaulichten daS Gehörte. Reicher Beifall belohnte den Redner. — Die Holzfällerarbeiten im Bereich des hiesigen Forstamtes wurden dieser Tage beendet. 12 Mann au- der Gemeinde hat' , hierbei Arbeit gesunden, die nun zum größt.'N Teil arbeitslos geworden sind. — Die Bür« germeifterstichwabl wurde auf Sonn tag, 21. Dezember, festgesetzt. Preußen. Kreis Wetzlar. -Z-Lützellinden, 17. Dez. Der Vorsitzende deS Deutschen KriegerdankbundeS, General von Oven, Berlin, evangelisierte in den letzten acht Tagen in unserer Gemeind«. Die Ausführungen deS Redners fanben in den täglichen Bibel stunden und EvangelisationSversammlun^en viele Zuhörer. Gesangliche Darbietungen deS bieiigen Gemischten Shores unter der Leitung deS Dirigenten Altenheimer umrahmten die Veranstaltungen in würdiger Weise c*o Lützellinden, 16. Dez. Die Holzsäl« lungsarbeiten in dem Markmalde der Gemeinde sind feit einigen lagen im Gange. Bei den Arbeiten wird auch eine Anzahl Wohlfahrtserwerbs« lose beschäftigt. < Dornholzhausen, 16. Dez. Gestern abend wurde in der hiesigen Turnhalle, auf Ver- anla furg der Kirchengemci .d: der neue Bethelfilm „3n Vater Bodelschwinghs Spuren" vorgeführt. Die Veranstaltung war gut besucht. <> Niederkleen, 16. Dez. Der Landwirt Wilhelm Steiger von hier versieht das Amt des Gemeindeoostbaumwärter s schon über 30 Ja h r e zur vollen Zufriedenheit der Gemeinde. In Anerkennung dieser lanojährigen erfolgreichen Tätig« feit hat der kreisausschuß ihm eine Geldprämie bewilligt, die ihm jetzt übermittelt wurde. — In der letzten Zeit ist Schwarzwild im hiesigen Jagdbezirke wiederholt aufgetreten und hat auf den mit Wintergetreide bestellten Grundstücken Schaden an- gerichtet. Kreis Biedenkopf. ED Waldgirmes, 17. Dez. Der hiesige Turn« oc rein trat mit einer Werbeoeranstaltung seiner Schülerabteilung an die Dcffentüdjtcit. Die 41 Jungen zeigten, geturnt in zwei Riegen, Freiübungen, Stabübungen, Keulenschwingen, Hammerschlag, Langstabübungen, dazu Barren, und Pferd« turnen. Die Hebungen legten Zeugnis ab von wochenlanger, zäher Arbeit unter der Leitung des Vorsitzenden des Vereins, Wilhelm Becker. Die exakten und zum Teil schwierigen Leistungen überraschten alle Zuschauer auf das angenehmste. Das Rahmenprogramm gefiel ebenfalls sehr gut. Kirche und Schule. O L e l h g e st e r n, 17. Dez. Zu einer erhebenden Feier gestaltete sich am Sonntag die Einführung unsereSneuenPfarrersWil- b el m Aeufch durch den Dekanstel^ertreter, Pfarrer Sattler, Wieseck. Der Kirchenvorstand begleitete die beiden Geistlichen vom Pfarrhaus aus in die schöne, dichtbesetzte Kirche. Am Altar zeigte der stellvertretende Dekan, wie Gemeinde und Pfarrer sich immer wieder neu zu GvtteS Lob aufzunehmen hätten. Darauf folgte unter Handschlag die Verpflichtung. Rach Gebet. Fürbitte und Predigtlied hielt der neue Pfarrer eine eindrucksvolle Antrittspredigt, in der er dis Gemeinde aufforderte, mit ihm Wegbereiter deS Herrn zu fein. 3n einer anschließenden Besprechung mit Kirchenvorstand und Kirchengemeindevertretung wurden verschiedene Fragen deS kirchlichen LebenS erörtert. Snefkaften 0er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeit der SchrifUeitung.) E. B.in f). Das Bestehen von Verbänden der von Ihnen angegebenen Art konnte trotz eingehender Erkundigungen hier nicht feftgcstellt werden. ■berliner -öone. Berlin , 18. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der gegen Schluß der gestriges Neuyorker Börse eingetretene Tendenzumschwung wirkte sich im heutigen Frühverkehr in einer festeren Stimmung aus. Man nannte, ohne dah das Geschäft allerdings größeren Umfang annahm, 1 bis 2 o. H. höhere Geldkurse, Salzdetfurth sollen sogar mit 220 o. H. gehandelt sein. Reichsbank hörte man mit 231 o. S). Geld. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,60, London gegen Mailand 92,73, London gegen Spw nien zirka 45, London gegen Kabel 4,8569. London gegen Berlin 20,3650, Kabel gegen Berlin 4,1930. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 20. Dezember. Vorabend 4 30 Uhr; morgens 9; Predigt; abends 4.40 und 5.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 20. Dezember. Freitag abend 4 05 Uhr; Samstag vormittag 8.30; Predigt; nachmittags 4.30; Sab« batausgang 5.20. — Wochengottesdienst: morgens 7.10: abends 4 Uhr. fcßöttutiuißK'Qiai Kennen Sie schon das jüngste Erzeugnis der Persiiwerke: © Henkel’s Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel? Henkel's ausgezeichnetes Putz-u. Scheuermittel in der praktischen Streuflaschc. Warum mehr anlegen ? 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Nur« Datiro 17 n 18. 12 17 12 18 12 Datum 17. 12 18 12 17 12 | 18. 12 6% teutidre «eldManleO* ramDutfl^äiHenla *8 «fei . . . < 63,25 64,5 63.65 64,75 von 1927 86.5 86,5 — Pamdura-Südam Damoflchlkt 8 — — 155 — 7% Teutlthe flelrteanlette Hanta Domolicbi'« 10 — — 122 — eon 1929 38,5 ■— 98.75 —— «orbbeutidier ov ... 8 65,75 66.25 66 66,5 tleuriite ÄnJ..Zbl6L.6dniI6 mti ÄiigemehteTfutWUteotttiHtt. 10 ■ —- — 97 97.6 6u»U>i.9itd)trti 51.6 51.65 51.7 51.7 Barmer Bankverein 10 100 100 100 100 Dflfll. obnr fluiloffledite 5.5 5.6 5,6 5,7 Berliner HanbeleaelelllLap 19 120 — 120,5 120 8% peil. Polfeftaiii von 1929 Towwer,, uno Pnval»Bank 11 110.5 110.9 110,5 110.9 (ttehobrb 102%) 83/25 •— 88 r arm «lädier und Sationolöan! 12 146,75 —— 146.5 148 Oberteilen t rotem ■ Mair Ihr ort- truhifce Banl und aueiol.Xrditrn 49,5 — — tieconto-OlekUKtiah, .10 108 108,25 108.25 108 teurfrte flomtn €ann.........8 — — 117 — ■nfünbbat bi« 1932 92 — •— — 2tefernne4fleienf&aH 10 — — 96 97 4U% «bemhdM fepP -San! vtdn uno Statt . . 10 115 116,4 115.4 115,75 Stau, (boibptr. 86.95 — — __- ftelien & OutUeaume . . 7^ 81 80 83 8% VanbWmitbTtttanfiaU. *'tel.'td:a!i für (Jietnfirte Slanbbnele « i • 100 — 100 — Untemrbniunflen .10 98.25 99.5 — 8% P, tfanbrer an.bnrfanftaU Catnbutger (he'truitat».®erfe 10 — -— 100,25 101,5 »omm.-CbLS. 80. 97 97 — *bctnliCbe S-elrrUllLl ... 9 — 115 112 113 7% Pr eanbevi-a-iorrtdanfiali. SLlcmche tt efmiudl. ... 10 — — —e 104 Vfaibbrtelc R 81 97 97 — -Lucken & Ho......1) — 115 113,4 114.9 S S.« abfl. «or.nrfle-Cblieatie- ctemene ä Halele.....lf 151 152.75 150,5 152,25 nen, nutiablbar 1933 — —— — _ Ilanrradw ........ f — — — — aba*oei 8 G».. ..... 1< 116 _ 115,13 - «% CtftttttuSW «olbmrtt . . 26.25 48 4^0% Oefterreirbttrte Gilberten tt 2,4 — 2,4 — ieo n Le .......« — 59,75 60.6 4% Ceftrrteubticte (Einte Itiüte eficnet Stetxfoble ..•••• 8 — — flenre 1.25 — 1,3 (StDentträena ...... t 83 *—• 83,5 84 4% UngartidK «olbrentt . . — — 22,25 22,4 74 — 74,5 76 4% Unflartid* Staat« tente B. 1910 — i-oefrt) (hien ...... —— — 68 70.25 «H% tNfli. von 1919 — 18.75 3ite Bergbau ...... 10 — — 156 160 4% Unganlite frronrnrentr 1,35 — 1.3 — SlScknenverte 55,5 — 55,75 56.5 4% Zärftirbe floilanlrfbe von 191) 2,95 2,95 2,95 2.95 ebln-ÄcueiSen .....? — — 75 76,25 4% I3tWdK CaobaDbabn-anJ Manne»munn flöhte» .... 7 63 63,5 63,5 64,13 Sette 1 ,05 —- — 3,05 «aneielber ladaa .... 7 — — 82,25 33.25 4% omi Set* n — 2,9 2,9 CberAiel (Jiicnthcail . . . ■ b — —— 34 — 5% «uminlfdx oeietnb Sflrtr 1 Cbertitile) floteroette . 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Canada Urn uay - Latro . . 168.63 1,369 58,50 112,01 112,03 112,43 10,542 21,93 20,342 4,1890 16,455 81,285 45,20 2,075 0,397 59,00 12,429 7,416 73,27 1,036 18,82 41,36 1,784 5,429 4,181 2.997 20,87 168,97 1,373 58,62 112,23 112,25 112,65 10,562 21,97 20,382 4,1970 16,495 81,445 45,30 2,082 0,399 59,12 12,449 73,41 3,042 18,86 81,53 1.7« 5,439 4,189 3,003 20,91 168,66 1.387 58,505 112,01 111,99 112,41 10,54 21,93 20,342 4,1880 16,452 81,305 44,76 2,078 0,397 58,99 12,429 7,416 73,26 3,036 18,81 81.36 1,784 5,428 4,181 3,047 20,87 169.00 1,391 58,625 112,22 112,21 112,63 10,53 21.97 20,382 4.1960 16,492 81,465 41,84 2,082 0,399 59,10 12,449 7,430 73.40 3,042 18,85 81.52 1,789 5.438 4,189 3.053 20,91 S.A.-'SpoTt VfB. zweimal in der 30-Bestenliste der OSB. Entsprechend der 20-Bestenliste bcS West» deutschen Spielverbandes gibt die Deutsche Sport- behörde alljährlich eine Liste der 30 Besten einer jeden Leichtathletik-Disziplin heraus. Sn der nun vor kurzem erschienenen Liste der diesjährigen Saison ist VfB. durch seinen Werfer Mahl zweimal vertreten. Mehl hat sich diese hohe Deppelauszeichnung, die mit der Verleihung zweier Nadeln verbunden ist, durch zwei hnvor- ragende Leistungen erworben, indem er die Kugel 13,40 Meter weit stieb und den Hammer 35,21 Meter warf. 3n diesem Zusammenhang erscheint es angebracht, auch nochmal die VfD.er und VfD.erinnen anzuführen, die schon in der 20-Vestenliste des WSV. genannt wurden. Hnb zwar war es wieder Mohl, dessen Name gleich dreimal unter den 20 Besten im Kugelstoßen (13.40 Meter), Hammerwerfen (35 21 Meter) und im Diskuswerfen (37 5'r Meter) zu finden war. Außerdem waren es Heise (5000 Meter in 16:29 Min.). Frl. Ehelmüller (800 Meter in 2:54 Min.), Frl. Ehelmüller, Frl. Fr. Müller und Frl. S t ü h - ler (3X800-Meter-Staffel in 8:42 Min.). Gießener Billardspieler abermals erfolgreich- D^r 1. Gießener Billard-Klub konnte am 14. Dezember das Rückspiel gegen den Billard- Klub in Frankfurt bei acht gewonnenen und einer verlorenen Partie auch wieder mit 230 Punkten HeÜcrlegenheit für sich entscheiden. Gießen btieb also bei einem Gesamtergebnis von 2638 Punkten gegen Frankfurt mit 2200 Punkten Sieger und kann damit einen hervorragenden Erfolg der zweiten Spielklasse verbuchen. Rhernlandhatte in Gefahr. Die Rheinlandhalle in Köln ist wieder einmal in Gefahr. Tie Kölner Industriewerke, die sich , in letzter Zeit nur noch mit der Verwaltung ihrer großen Grundstücke beschäftigen, zu denen auch die Rheinlandhalle gehört, haben ihre Zahlungen eingestellt, so daß das Schicksal der Rheinlandhalle als Sportstätte völlig ungewiß ist. Oie Olympischen Winterspiele 1932 geben nun ebenfalls ihre Programmfclg: bekannt. Als Termin ist die Zeit zwischen dem k und 13. Februar 1932 in Lake Plaeid in Aussicht genommen. Die Wettkämpfe beginnen mit dem S.i Lang- lau', es folgen kombinierter Sprunglauf, Eirzel- Sprung- und Dauerlauf. Die amerikanische Einladung, prominente europäische Skiläufer zu Stu- .dienzweclen schon in diesem Winter nach Amerika zu entsenden, hat der Norwegische Sli-Dund mit der Begründung abgelehnt, daß die vielen in Nordamerika ansässigen Norweger die Aufgabe: „den Amerikanern norwegischen Stil vorzu,ühren vollkommen erfüllen könnten. Es hat danach den Anschein, als ob die Norweger Zweck und Ziel einer so.chen Studienreise nicht restlos erfaßt hätten. Denn es kommt wohl nicht so sehr darauf an den Amerikanern norwegischen oder anderen Stil im eigenen Lande vorzu, ühren, als vielmehr darauf, sich möglichst frühzeitig die Erfahrungen anzueignen, die unseren Läufern im Olympia-2ahr zugute kommen sollen. Allein aus diesem Gesichtspunkt ist die Entschließung des DSD., den bekannten Allgäuer Springer und Fachmann Ludwig Böck, Nesselwang, schon in die em Winter übers große Wasser zu senden, aufrichtig zu begrüßen. Kurze Sportnotizen. Im Berliner Eishockey-Turnier fiel der Sieg an den L T E. P r a g mit 5 Punkten vor Das IBinferfroining beim DfB. An drei Tagen in der Woche herrscht in den Turnhallen des Schulhauses an der Schillerstraße und in der Pestalozzischule eine ebenso lebhafte wie ernste Betriebsamkeit. Sportlerinnen und Sportler, Fußballer, Leichtathleten halten sich je zu ihrer Zeit dort auf und üben, trainieren, ergänzen und ersetzen die Betätigung auf dem Sportplatz durch die Leibesübung im geschlossenen Raum. „Rast ich, so rost ich": nirgend gilt das Wort mehr als im Sportbetrieb. Der Aufstieg der leichtathletischen Leistungen in den hiesigen Vereinen dürfte aber im wesentlichen dem erst seit noch nicht allzulanger Zeit eingeführten Wintertraining zuzuschreiben fein. Die Beteiligung an diesen Hebungsabenden ist sehr gut Die Sportler lassen es sich sehr angelegen fein, „fit" zu bleiben, um im Frühjayr bereit zu sein für die Aschenbahn, für die Spring- und Wurfkonkurrenzen. 3n der Erganzungsarbett liegt System. Die Art der Betätigung ist sehr vielseitig und klar auf den Zweck eingestellt. Die drei Abteilungen, in diesem Fall» die des VfB. Gießen, (Frauen und Mädchen jeweils am Dienstag-, Fußballer am Mittwoch-, die Leichtathleten am Donnerstagabend) beschäftigen sich zur Zeit lediglich mit Körperschule. Frauen und Mädchen, es nehmen fast regelmäßig 17 bis 20 Mitglieder der Damenabteilung teil, treiben Gymnastik, allerdings nicht rhythmische Gymnastik im Sinne einer bestimmten Schule, sondern eine Art Kraft- gymnastik, die den Körper in allen Teilen stärken und geschmeidig, gelenkig machen soll. Sprung- und Laufübungen, Freiübungen mit dem Berliner SC. mit 4, Oxford Canadians mit 3 unb der brandenburgischen Auswahl-Mannschaft mit 0 Punkten. Clas Thunberg, Finnlands Altmeister im Eisschnelläufen, trainierte in Drontheim sehr eifrig, lieber 500 Meter erzielte er 46,2 Sekunden und über die doppelte Distanz 1:40,2, also immerhin beachtliche Zeiten. * Die Berliner Meisterschaften im Kunstlaufen für Damen, Herren und Paare werden am Sonntag im Berliner Sportpalast ausgetragen. e Die Cambridge - Eishockeymannschaft mußte auf ihrer Kontinentreise in Wien eine neue Niederlage durch die Wiener Auswahlelf einstecken, die 2:1 (0:0, 2:1, 0:0) siegreich blieb. * Exmeister Paul Samson - Körner wird sich am 27. Dezember in Hamburg beim Kampf Pistulla — Hofmann (Holland) als Ringrichter betätigen. und der E>p elvereinigung 1900. leichten Hanteln, Spiel mit dem Medizinball, Hebungen an der Schwedischen Sprossenwand, schließlich zum Abschluß der beiden Hebungsstunden ein Handballspiel in der Halle, das, bedingt durch den beschränkten Raum, meist recht dramatisch verläuft, sind die Mittel zum Zweck. Den Hebungsstunden im Ianuar und Februar wird dann ein mehr spezialisierter Hebungsplan zugrunde gelegt, der die besondere Vorbereitung für die einzelnen Gebiete der leichtathletischenDetätigung, für den Lauf, für Kugelstoßen, Weit- und Hochsprung umfaßt. In der gleichen Weise, soweit es den grundsätzlichen Gedanken dieses Winter-Spoct- betriebes betrifft, vollzieht sich auch die Arbeit der Leichtathleten. Die Hebungsstundr, die meist von etwa 30 jungen Männern besucht ist, bringt hauptsächlich Kraftübungen, Hebungen, die die Muskulatur des gesamten Körpers systematisch in Anspruch nehmen. Beweglichkeit des Schulter- und des Hüftgelenks, Wendigkeit des ganzen Körpers unter gleichzeitiger größtmöglichster Kraftentfaltung als hauptsächlichste Voraussetzung leichtathletischer Betätigung wird erstrebt. Die Notwendigkeiten weisen hier den Weg, der zu beschreiten ist, und so sind beim auch bie Hebungen sorgfältig ausgewählt. Der Erfolg bieder Arbeit dürfte kaum zu bezweifeln fein. Den Abschluß der Hebungsstunden der leichtathletischen Abteilungen bildet bei einigermaßen geeignetem Wetter ein Lauf um die Anlagen der Stabt, der mehr als Stillauf durchgeführt wirb unb In der geschlossenen Form nicht nur für den De- Vom Sportplatz in die Turnhalle. telligtcn von großem Nutzen ist, sondern darüber hinaus dem abendlichen Fußgänger einen Anblick bietet, der zu kurzer besinnlicher Beobachtung der jungen Läufer veranlaßt. Bei der Durchführung der Hebungen legt man dabei nicht unbedingten Wert auf eine parabe- ähnliche exakte Teilnahme des einzelnen, sondern läßt es dabei bewenden, bah die Hebungen lediglich unter dem größten Aufwand an Energie und einigermaßen richtig mitgeübt werden, denn damit ist der Zweck schon erreicht. Desgleichen sieht man von kleinlichen Korrekturen ab. Dadurch, daß der ganze Hebungsbetrieb als Bodenghmnastik durchgeführt wird, kommt man der bei Sportlern häufig anzulre senden „Gerätescheu" entgegen. Neben den leichtathletischen Abteilungen pflegt mich die Fußballabteilung ein regelmäßiges Training. Der größte Wert wird hierbei auf die Weiterentwicklung der Ballbehandlung gelegt. Wendigkeit und schneller Start, zuverlässiges Stoppen des Balles u. a. m. wird auch hier durch besondere Hebungen gefördert. Daneben Juirb die allgemeine Körperschule nicht vernachlässigt. Hnter den gleichen Voraussetzungen finden sich auch die aktiven Sportlerinnen und Sportler der Spielvereinigüng 1900 in der Turnhcktte in der Pestalozzischule ein. An diesen Hebungsstunden beteiligen sich auch einige Mitglieder der Gießener Rudergesellschaft. Am Mittwoch übt die Jugend, allerdings ist hier die Zeit der sportlichen Betätigung auf eine (stunde beschränkt, um jede Heberanstrengung zu vermeiden. Die leichtathletische Abteilung findet sich jeweils am Donnerstag von 20 bis 22 Hhr ein. Etwa 30 Mann beteiligen sich auch hier. Nicht weniger stark ist die Beteiligung der Frauen unb Mädchen, die jeweils am Freitag üben. Die Fußballabteilung der Spielvereinigung 1900 hat sich anscheinend bisher noch nicht dazu entschließen können, einen besonderen Trainingsabend durchzuführen, obwohl diese Art der Betätigung den Mannschaften sicher auch zum Vorteil gereichen könnte. Für die Mädchen unb Frauen pflegt man bei der Spielvereinigung einen etwas breiter angelegten Spiel betrieb. Was die Iugend anbetrifft, so legt man besonderen Wert darauf, recht viele Jugendliche aus den eigenen Reihen zu Leichtathleten heranzubilden. Augenblicklich bereitet man die Mannschaften auf das große Frankfurter Hallensportfest am 24. Ianuar vor. Die Leitung der HebungTstunden liegt in bewährten und verantwortungsbewußten Händen. Für den VfB. wirkt an drei Abenden der unermüdliche Rudi Fischer, während sich bei der Spielvereinigung 1900 die Herren Schmidt unb Meyerhofs mit ihrem Wissen und Können in den Dienst der Sr tu leiben nef. Schr.Anaeb. u. "7766 a. d. Gteß.Anz. Ruhl 55 4 Erd- Hüffe solangeLorrat reicht Wal« 60. 70 u. SO 4 Hasel' 70, 80 u. 90 Para........ 4 Malaga Trauben 150 4 Frische Trauben 90 4 Feiacu 200 4-50 4 Datteln 150-95 4 Sultana ° Rosinen 95 .) Aevfcl 80 4-40 4 Orangen 3 Psd. ■= • • • 95 4 Mandarinen 3 Bid. - . 110 4 Zitronen 3St. 20