Nr. 244 Erster Blatt 180. Jahrgang Samstag, 18. Oktober 1930 Lrlcheini tägltd), aufeer •Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. zernfprechanschlöste anterSammelnummer225L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VNkck und Verlag: vrühl'sche llniverflälr-vuch- und Stelnöruderei K. Lange in Gießen. Zchrlflleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dir zum Rachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Giehen. Der Kampf um die Mehrheit Die langen Wochen bis zum Zusammentritt des neuen Reichstags sind vergangen ohne die erwartete Klärung der Fronten. Die Parteien der sogenannten „Mitte , die bislang den Kern des Regierungslagers ausrnachten, haben sich von dem Schreck, den, ihnen allen, vielleicht mit alleiniger Ausnahme der beiden klerikalen Gruppen des Zentrums und der Bayerischen Bolkspartei, der 14. September versetzt hat, noch immer nicht ganz erholt. Die schwerste Krisis erlebte die mitten im Wahlkampf von Demokraten und Jungdeutschen gegründete Deutsche Staatspartei. Schon damals hatten wir die Gründung als übereilt und nicht zu Ende durchdacht bezeichnet. Was während der Schlacht sich noch mit Hilfe der Partei- und Ordensdisziplin mühsam Zusammenhalten liefe, fiel auseinander angesichts der Enttäuschung, die der Wahlausgang beiden Partnern der neuen Partei brachte. Die Jungdeutschen Arthur Mahrauns hatten gehofft, durch den Einbruch auf dem linken Flügel die ganze Front der alten, ihrer Annahme nach morschen Mittelparteien bis weit in das konservative Lager hinein aufreifeen und eine neue aktivistische Mitte bilden zu können. Die Demokraten hatten wohl erwartet, ihrer Partei, die seit den Wahlen zur Nationalversammlung mit ihrem großen Erfolg ständig abgesunken war, durch die Verbindung mit einer Gruppe von frischem 9m puls, neuen Auftrieb zu geben. Beide sahen sich bitter enttäuscht. Taktische Ungeschicklichkeiten und Fehler, die bei der überraschenden und offenbar mangelhaft vorbereiteten Gründung unterlaufen waren, verhinderten eine weitere Ausdehnung der Bewegung. Die Ausstellung der Kandidatenlisten, programmatische Erklärungen der Führer verursachten dann Verstimmung auf beiden Seiten. Die ersten Risse, die schon während des Wahlkampfes deutlich wurden, Haften nach der Schlacht zum unüberbrückbaren Spalt auf. Es kam wieder zur Scheidung der Geister, die im Grunde viel zu verschieden waren, als daß mehr als nur taktische Erwägungen sie hätte Zusammenhalten können. Die Demokraten, die allem Anschein nach das neue Firmenschild beibehalten werden, sinken nach dem Auszug der Dolksnationalen unter Fraktionsstärke; diese bilden eine kleine selbständige Gruppe von sechs Abgeordneten, die im Parlament ihren Platz zwischen Deutscher Dolkspartei und Deutschnationalen ein« nimmt. Die weitere Atomisierung der bürgerlichen M tte ist das einzig greifbare Ergebnis dieser unerfreulichen, aber hoffentlich lehrreichen Episode. Auch auf die Deutsche Volkspartei und die W i r t s cha f t s p a r t e i ist der Ausgang der Reichstagswahl nicht ohne Rückwirkung geblieben. Der Aktion des volksparteilichen Parteiführers Dr. Scholz zur Sammlung des Bürgertums war ein nur allzu magerer Erfolg befchieden gewesen. Ein nichtssagender gemeinsamer Wahlaufruf als einziges Ergebnis wochenlanger, zermürbender Verhandlungen konnte unmöglich befriedigen, wo man eine einzige grofee Partei oder wenigstens eine Arbeitsgemeinschaft von Westarp bis Koch-Weser hatte schaffen wollen. Das Konkurrenzunternehmen der Staatspartei, die Antipathie der Jungdeutschen gegen eine Verbindung mit der als hochkapitalistisch und schwerindustriell verschrienen Volkspartei — wobei es immer wieder überraschen mufe, daß das in der Demokratischen Partei in der Hauptsache vertretene Finanzkapital anscheinend für dieselben Jungdeutschen fein Hinderungsgrund für eine enge Liaison war — schließlich die Abneigung der ständischen Gruppen, Wirtschaftspartei und Landvolk, gegen ein Aufgehen in einem größeren Parteigebilde, das alles zufammengenommen war dem Unternehmen des Herrn Dr. Scholz nicht glücklich. Die schwere Schlappe aller liberalen, konservativen und berufsständischen Gruppen hat vielleicht den damals dem Einigungsgedanken noch widerstrebenden Kräften die Augen darüber geöffnet, daß ent- roeber eine klare Gliederung der politischen Mitte — wobei wir es durchaus dahingestellt sein lassen möchten, ob eine so weitgehende Einigung liberaler und konservativer Elemente, wie sie Dr. Scholz plante, überhaupt möglich oder auch nur wünschenswert ist — in allernächster Zeit kommen mufe, wenn auch vorläufig nur in Form einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft, oder die bürgerliche Mitte zwischen der sozialistischen Linken und einer großen radikalen Rechten zerrieben wird. Für die innerpolitische Gleichgewichtslage Deutschlands, die unser Volk in den kommenden Not- und Kampf- jahren mehr als je nötig hat, wäre dieser Ausfall der Mitte eine große Gefahr. Die innere Unsicherheit, die der Wahlausgang bei Dolkspartei, wie Wirtschaftspartei und Landvolk zurückgelassen hatte, äußerte sich in dem Wunsch oller drei Gruppen, sich von dem Kabinett Brüning, dem ja Mitglieder aller drei Parteien angehören, zu „b i ft a n 3 i e r e n", wie ber schnell üblich gewordene Ausdruck in der Parlamentssprache heißt. Beim Landvolk ging das anscheinend reibungslos. Der Reichsernährungsminister Schiele legte fein Amt als Präsident des Reichslandbundes nieder. Ein dahingehender Wunsch seiner Berufsorganisation kam feinen eigenen Absichten entgegen, bei feinem Wirken für die Rettung der deutschen Landwirtschaft feine Hand frei zu haben von Bindungen irgendwelcher Art. In der D e u t f ch e n Volkspartei machte sich ebenfalls eine Strömung geltend, dem der volksparteilichen Reichstagsfraktion angehörenden Reichsaußenmin-ster Dr. Curtius den Rücktritt nahezulegen. Ader nun nicht etwa, wie man nach dem unseres Erachtens wenig glücklichen und im Erfolg zumindest zweifelhaften Auftreten des Ministers auf der Gen- fer Völkerbundstagung hätte vermuten können, um das ohnehin um feine Existenz schwer kämpfende Kabinett zu entlasten, sondern vielmehr um sich selber der Verantwortung für bas bei Den Die Programm-Aussprache im Reichstag. Debatte über das Gchuldentitgungsgefeh. — Die politische Aussprache beginnt. Große Zurückhaltung der Sozialdemokraten. - Scharfe Angriffe der Nationalsozialisten. Das Schuldentilgungsgeseh. Berlin, 18. Oft. (VDZ.) Zunächst kommt zur ersten Beratung i>er Gesetzentwurf über die Schuldentilgung. Abg. Dr. Neubauer (Kom.) fragt die Regierung, warum sie noch feine wirk- famen M a fe n a hmen gegen d i e Kapital- f I u ch t ergriffen feabc. Die Schweiz ersticke beinahe in dem Kapital, das von deutschen Kapitalisten dorthin verschoben wird. Der Redner empfiehlt einen kommunistischen Antrag, der schwere Bestrafung der Kapitalverschieber verlangt. Die Rationalsvzialisten, so fährt Dr. Reubauer fort, haben einen ähnlichen Antrag eingebracht, aber sie wollten vorsichtig sein, denn furz vor dem Hitler-Putsch hat ihr theoretischer Kronleuchter Feder sein Kapital ins Ausland... (Bei diesen Worten springt Abg. Feder (RS.) auf und ruft erregt: „Das ist eine Unverschämtheit!" Die übrigen Nationalsozialisten rufen: ^Schluß! Schlusz!" Präsident Lobe kann nur mit Mühe Ruhe schaffen. Er macht die nationalsozialistischen Zwischenrufer darauf aufmerffam, daß er nur gegen die unparlamentarischen Ausdrücke einschreiten könne, nicht aber gegen Behauptungen, die nach der Meinung der Angegriffenen unwahr sind.) Abg. Dr. Reubauer (Komm.) fährt fort, Hitler habe den amerifanischen Bank- und Börsenfürsten erklärt, daß eine nationalsozialistische Regierung alle Zahlungsverpflichtungen an das Ausland peinlich genau erfüllen werde. (Unruhe bei den Rationalsozialisten.) Die Kommunisten verlangten dagegen die Einstellung der Tribut- lei st u n g e n, und sie würden auch das vorliegende Gesetz ablehnen. Abg Setter (NS.) bezeichnet zunächst die von Dr. Reubauer gegen ihn erhobene Beschuldigung der Kapitalverschiebung als eine Lüge. Dr. Reubauer antwortet mit dem Zuruf: „(Sie unverschämter Schurke!" Präsident Lobe ruft Feder und Reubauer zur Ordnung. Abg. Feder bekämpft dann den vorliegenden Gesetzentwurf. Irreführend sei der Rame »Gesetz zur Schuldentilgung". Tie Rationalsozialisten mühten beantragen, daß die Ueberschrift dahin geändert wird, daß es heißt: »Gesetz zur Erhöhung der Schulden." (Beifallsklatschen bei den Rationalsozialisten. — Zuruf links: „Das ist nun eine revolutionäre Tat!") Aehnlich wie bei der ersten Kreuger-Anleihe stehe auch hier sicherlich im Hintergrund der Ausländsanleihe die Ueberlassung einesdeutschenMono- pols andas Ausland. Vielleicht werde jetzt noch die Deutsche Reichspost dem Auslande ausgeliefert. Die deutschen Finanzen werden durch die neue Anleihe auch nicht saniert. Es wird nur ein Loch mit dem anderen zugestopft, das ist die ganze deutsche Regierungskunst. (Beifallsklatschen bei den Rationalsozialisten.) Die wirklich deutschen Parteien müssen diese Vorlage ablehnen und mit der Vorlage» muh auch die Regierung verschwinden, denn ihre Uhr ist abgelaufen. (Lebhafter Beifall bei den Rationalsozialisten.) Abg. Or. Quaah (Oul.) stimmt dem Vorredner in der Verurteilung der Vorlage zu. Der Finanzminister hat von deutschen Tanken nicht das Geld bekommen, das er gebrauchte, das ist ein Sturmsignal erster Ordnung. Die deutschen Tanken waren dazu nicht in der Lage. (Zwischenrufe des Ministers D i e t r i ch.) Es wäre sehr gut, wenn der Minister nachher einmal deutlich sagen würde, wer denn eigentlich die Gläubiger Deutschlands sind. (Minister Dietrich: Das wird geschehen!) Die Regierung kann doch selbst nicht glauben, daß durch die vorliegende Anleihe die Finanzen in Ordnung gebracht werden. Es geht eben nicht, den deutschen Lebensstandard ausrechlzuerhalten und gleichzeitig aus den Mitteln des verarmten deutschen Volkes den riesig st en Militarism uszufinanzie- r e n , den die Welt je gesehen hat, densranzo- fischen. Der französische Kriegsminister kann sich einen Sonderfonds von 6 bis 7 Milliarden anlegen aus den Mitteln, die in Deutschland den Beamten und Arbeitnehmern vom Gehalt und Lohn abgezogen werden (lebhafte Zustimmung rech.s>. Ich richte über die Parteigrenzen hinweg den Appell an Sie als Männer, die doch auch ein deutsches Herz haben: Halten Sie ein auf dem Wege, umercr armen Jugend die Zukunft zu vertäuen und ihr Schulden aufzuerlegen, die sie nie bezahlen kann. Helsen Sie Deutschland auf dem Wege zu Ehre und Freiheit! (Lebhafter Beifall rechts.) Reichsfinanzminister Oieirich gibt eine zahlenmäßige Aufstellung der schwebenden deutschen Schulden. Diese Schuld betrage 1,213 Milliarden. Die grofee Belastung durch die gesteigerte Arbeitslosigkeit habe eine Verminderung dieser Schulden verhindert. Mit den für die Arbeitslosenunterstützung vorgesehen nen Mitteln komme man nicht aus. Cs seien 3 00 Millionen mehr erforderlich. Die finanzielle Lage werde unter diesen Umständen am 1. April 1931 die gleiche sein wie am 1. April 1930. Mit der in dem vorliegenden Gesetz enthaltenen Anleihe werde es gelingen, den Etat zu balancieren und die schwebende Schuld abzudecken. Der Minister erklärt dann mit erhobener Stimme, bei den Verhandlungen über ,oie Auslandanleihe habe er mit keinem Wort d i e Verpfändung irgendeines deutschen Monopols zugesagt oder versprochen, daß Deutschland auf eine Anwendung der ihm günstigen Bestimmungen deS Voung-Vertrages verzichten werde. Aus wiederholte Zurufe des Abg. Feder (RS.) ruft Minister Dietrich erregt: „Ich mufe verlangen, dafe Sie mir glauben, ich bin doch fein Lügner. Die- Wählern in dem ober jenem Punkt unpopuläre Sanierungsprogramm Brünings zu entledigen. Es ist erfreulich, daß dahinzielende Strömungen bei ber Volkspartei nicht Oberwasser gewinnen konnten, und die Partei in alter Geschlossenheit hinter ber Regierung und ihrem Programm stehen wirb. Bei ber Wirtschaftspartei verachteten sich ähnliche Wünsche auf Distanzierung zu einem förmlichen Fraktionsbeschluß, ber ben Reichsjustizminister Dr. Bredt zum Rücktritt aufforberte, um, wie es in bem Beschluß hieß, dem Kabinett Gelegenheit zu geben, sich zu einer von ben Parteien unabhängigen Regierung umzubilben. Der Minister hat nun zwar bem Reichspräsidenten sein Rück- trittsgefud) unterbreitet, Dieser hat es jedoch abschlägig beschieden und damit die von ihm wiederholt betonte völlige Unabhängigkeit des Kabinetts von den Parteien erneut und gewiß sehr wirkungsvoll unterstrichen. Wie sich nun allerdings die Wirtschaftspartei zum Kabinett stellen wird, ist im Augenblick noch völlig unsicher. Macht sie ihren Beschluß wahr, daß sie auch eine von der Sozialdemokratie lediglich geduldete Reichsregierung nicht unterstützen werde, dann ist vorerst nicht zu ersehen, wie das Kabinett Brüning sich in diesem Reichstag durchsetzen soll. Die Regierungserklärung, mit der der Reichskanzler am Donnerstag im neuen Reichstag den Kampf um fein Kabinett und dessen Sanie- rungsprogramm eröffnete, klang überaus sachlich, taktisch sehr sorgfältig abgewogen und fein nuanciert leider aber auch — und Ohrenzeugen be- (tätigen diesen Eindruck — schwunglos und nüchtern. Sachlich war nicht viel mehr zu sagen, als seinerzeit in der Verlautbarung über das Sanierungs- Programm schon ausgeführl worden war. Um so wesentlicher hätte es doch für den Kabinettschef fein müssen, nun dieses sachlich feststehende Programm mit Leben zu erfüllen. Gesichtspunkte dafür und dawider aufzuzeigen, für die Arbeit des Kabinetts zu werben und dadurch in Kontakt mit dem Reichstag zu kommen, mit dem der Kanzler doch nach feiner Erklärung Zusammenarbeiten will. Aber seine Rede selber und mehr die nüchterne Art seines Vortrags waren ausschliefelich darauf eingestellt, vorsichtig zwischen den Polen rechts und links hindurchzulavieren, niemanden vorzeitig vor den Kopf zu stoßen und einzig und allein das fachliche Programm als solches wirken zu lassen. Er liefe sich nicht einmal zu einem freien Exkurs hin- reifeen um einen seiner Kolleaen, Curtius oder Groen'er, gegen die vielen aggressiven und scharfen Zwischenrufe zu verteidiaen. So konnte nicht überraschen, dafe mit Ausnahme der Kommunisten alle Parteien des Hauses die Regierungserklärung mit großer Zurückhaltung entgegennahmen und die Na- tionalfozialisten sich erst rührten, als der Reichskanzler Außenpolitik und Reichswehr besprach. Das war auch die einzige Gelegenheit, wo Dr. Brüning um einen Grad deutlicher und im Ton schärfer wurde, als er z. B. erklärte, daß die Reparationspflicht nicht dazu führen dürfe, daß das deutsche Volk seiner sittlichen und sozialen Grundlagen beraubt werde. An die Adresse des Auslandes gerichtet war auch die Feststellung des Kanzlers, daß nicht einmal die Bedingungen des Versailler Vertrages, die zu unfern Gunsten frechen — Brüning wies auf die einseitige Abrüstung hin — auf der Gegenseite eingehalten werden. Wir hätten gewünscht, daß unser Recht auf eine Revision unserer Zahlungsverpflichtungen vom Reichskanzler noch schärfer heraus- gearbeitet worden wäre. Er sprach zwar davon, daß die Basler Internationale Zahlungsbank die Aufgabe hätte, im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten rechtzeitig Maßnahmen zu ihrer Behebung zu treffen, daß dies aber auf der Gegenseite bisher wenig Widerhall gefunden habe. Unsere Gläubiger mögen wohl zwischen den Zeilen lesen, was auf sie gemünzt war, aber bei der allzu oft schon erwiesenen Harthörigkeit der Vertragsgegner wäre es in dieser Stunde vielleicht doch am Platze gewesen, um ein geringes deutlicher zu werden, zumal der Kanzler fid) doch mit allen Parteien des Reichstags von den Kommunisten bis zu den Nationalsozialisten darüber einer Meinung weiß, daß die unerfüllbaren Reparationsverpflichtungen des Poungplans das schwerste Hemmnis für eine Beseitigung der Wirtschaftsnot sind. Für einen besonderen Clou hatte der Reichskanzler noch gesorgt, als er sich von der Ruhrindustrie die Senkung der Kohlenpreise um sechs Prozent hatte zusagen lassen und dieses erfreuliche Ergebnis der bislang vielfach skeptisch beurteilten Preissenkungspolitik feines Kabinetts dem Reichstag verkünden konnte und für das Vorantreiben der Preisfenkungsaktion Zwangsmaßnahmen in Aussicht stellte, wenn die Bemühungen der Regierung auf anderen Produktionsgebieten auf dem Verhandlungswege nicht zum Ziel führen würden. Damit suchte der Kanzler den Angriffen die Spitze abzubrechen, die der Regierung vorwerfen, gegen die starre Preispolitik der Kartelle, Syndikate und Truste nicht scharf genug vorzugehen, während sie andererseits nicht vor einer empfindlichen Gehaltskürzung der Beamten zurückschrecke, um die für eine Erholung der Wirtschaft unerläßliche Senkung der öffentlidjen Lasten zu erreichen. Heber die Verwaltungs- und Verfas- fungsreform, ohne die unseres (Erachtens eine Sanierung der Reichs-, Länder- und Gemeindefinanzen für die Dauer unmöglich ist, liefe leider auch der Reichskanzler nichts verlauten. Nach dieser Richtung bedarf das Reformprogramm des Kabinetts noch dringend der Ergänzung. Die Aussprache, die im Reichstag am Freitag Der Rede des Kanzlers folgte, hat bis zum Augenblick, wo diese Zeilen geschrieben werden, noch keine Klärung gebracht. Die Opposition von rechts und links und einzelne Redner aus dem Regierungslager begründeten den Standpunkt chrer Parteien. Dabei war es fast tragisch, zu beobachten, wie die Gemüter ciufeincrnderplahten, wie man sich über dem Sanierungsprogramm der Reichsregierung auseinanderzankte und darüber die innere Einheit in dem Wollen nach Revision der Reparationsabmachungrn verlorenging. Rationalsozialisten und Deutschnationale leugneten glatt die Möglichkeit jeder Sanierung der öffentlichen Finanzgebarung ohn-e vorherige Revision des Houngplans. Sie vergafeen darüber, daß Deutschland schon einmal in einer Situation war, die nach der wirtschaftlichen und vor allem nach der psychologischen Verfassung des deutschen Volkes der heutigen Lage durchaus glich. Sie vergaßen, daß die Kraftanstrengung, mit der das deutsche Volk an der Jahreswende 1923 24 die alles zerstörende Inflation meisterte, geradezu die Voraussetzung für eine Reuaufrollung des Reparationsproblems war. Einer der deutschnationalen Sprecher warf dem Reichskanzler vor, daß das Verhalten der Reichsregierung eine Art Verzweiflungsmut ter Schwäche sei. Mit dem Abgeordneten Dingeldey, der den gegenteiligen Standpunkt begründete, sind wir der Meinung, daß die Sanierungsaktion des Reichskabinetts geradezu die Voraussetzung für die Führung eines aussichtsvollen Kampfes um eine Aenderung der reparattonspolitifchen Abmachungen darstellt. Es war ja Die ungeheuerliche staatspolitische Verfehlung Des sozialDemokratischen Reichsfinanz- minifters Dr. HilferDing, Dafe er bei seinem Amtsantritt entgegen Der klaren Erkenntnis Der Sachlage Die Reichseinnahmen noch um 150 Mill. Mark Lohnsteuer kürzte, obwohl er wufete, Dafe schon Der nächste Reichshaushalt nicht mehr ausgeglichen sein würDc unD obwohl auch er sich Darüber klar sein mußte. Daß DeutschlanD im Jahre 1929 einen aufeerorDentlich schweren StanD gegenüber seinen Reparationsgläubigern in Den Haager und Pariser VerhanDlungen haben werbe. Er tat nichts, um Das Reich für Diese AuseinanDer« setzungen finanziell zu rüsten, er versäumte alles, um Den Deutschen HnterhänDlern in Paris unD im Haag einen Abbruch Der ReparationsoerhanDlungen als ultima ratio zu ermöglichen. Die Zwangslage, unter Der schließlich bei Der zweiten Haager Konferenz Der Aoungplan von DeutschlanD unterzeichnet werben mußte, ist in erster Linie burch Diese Versäumnisse herbeigeführt worben. Jetzt, in einer Zeit, Da Die Deutsche Wirtschaft ganz befonDers stark von Den allgemeinen Erscheinungen Der Weltwirtschaftskrise betroffen roirD, müssen sie unter AnwenDung unpopulärster Maßnahmen wieDer gutgemacht werben. Gerabe bie peinlichen (Erfahrungen, Die währenb Der schwierigen ReparationsoerhanDlungen im vergangenen Jahr gemacht haben, sollten uns eine sehr einbringlidje Warnung sein. Man begibt sich nicht auf Diplomatische Gespräche unD Konferenzen, wenn man nicht sicher ist, im Innern so gerüstet zu sein, Dafe Die UnterhänDler nötigenfalls auch ohne ernsthaften SchaDen für Volk unD Wirtschaft Die VerhanDlungen abbrechen können, falls Die Gegenseite nicht zu Den für notroenDig erachteten ZugestänDnissen bereit ist. GeraDe in Dieser Sachlage sehen wir Den stärksten Zwang zur raDifalen Durchführung Des (Sanierungsprogramms Der Reichsregierung, allerDings auch Den Zwang Dazu, Den Wirtfchafts. unD Finanzplan in feinen GrunD- zügen unoeränDert zu belassen. Das Reichskabinett würbe gegen feine eigene Zielsetzung verstoßen, es würbe sich an Der nächsten unD weiteren Zukunft DeutschlanD nicht minDer schwer versün- Digen als HilferDing im vorigen Jahr, wenn es sich mit seinem Sanierungsprogramm im Parlament wieDer auf Die schlüpfrige Bahn fauler Kompromisse begäbe. Dann wäre Das SchulDentilgungsgesetz als unbeDingte Voraussetzung für Den Ueberbrüdungs» treDit illusorisch in seiner Wirkung, Dann ging ber finanzpolitische Schlenbrian in DeutschlanD weiter, unD keine Regierung Der fommenDen Zeit hätte mehr Die Moalichkeit, Dem rollenDen Wagen in Die Speichen zu fallen. Es wäre bas Begräbnis aller Der befcheiDenen Revisionsmöglichkeiten, Die wir bei Der Durch Die Weltwirtschaftskrise stark erschwerten außenpolitischen Sachlage zu sehen vermögen. tenigcn, die zwölf Jahre mit mir in diesem Hause sitzen, würden mir nie so etwas zutrauen. (Lebhafter Beifall in der Mitte.) Abg. Dr. Qua ah (Dntl.): „Sprechen Sie für Ihr Ressort oder für die ganze Reichsregierung?") Dietrich: Solange ich in der Reichsregierung sitze, kann ich für sie reden, und solange werde ich auch nicht zulassen, daß ein anderes Regierungsmitglied so etwas verspricht. (Beifall.) Einige Rationalsozialisten machen dem Minister fortwährend so laute Zurufe, daß die letzten Sätze seiner Rede kaum verstanden werden können. Am Schluß klatschen die Abgeordneten der Mitte Beifall. Präsident Lobe erklärt, nur der plmstand, daß ihm die neuen Abgeordneten noch nicht sämtlich bekannt sind, habe ihn verhindert, gegen diejenigen, die durch dauernden Lärm die Redner überschreien, die geschäftsordnungsmäßigen mittet anzuwenden. Gr behalte sich aber vor, nach der Feststellung der Ramen die Ausweisung der Ruhestörer nachträglich schriftlich zu verfügen. (Lebhafter Beifall in der Mitte.) Abg. Keil (Soz.) führt aus: Die sozialdemokratische Fraktion wolle mit allen Kräften daran arbeiten, daß die Reichs- finanzen in Ordnung gebracht werden. Das liege gerade im Interesse der deutschen Arbeiterschaft. Der Redner verliest dann das Protokoll der Vernehmung eines Münchener Polizeibeamten, der ausgesagt hat, der Abg. Feder habe im Rovember 1923 von seinem Bankhaus ein beträchtliches Aktienpaket abheben wollen mit der Begründung, er brauche es als Pfand für die Aufnahme einer größeren Geld- summe. Wenige Lage später sei der Hitler- Putsch ausgebrochen, und Feder habe eine Verfügung erlassen, in der alte Bankabhebungen und Verschiebungen mit Strafe bedroht werden. (Von den Sozialdemokraten werden die Ausführungen Keilch mit lautem Hört! Hört!, von den Rationalsozialisten mit großem Lärm auf genommen.) 2lbg. Feder (R.-S.) erwidert dem Abg. Keil, er habe lediglich ein entwertetes Bankdepot abheben wollen. Abg. Keil (Soz.) antwortet, das angeblich wertlose Depot habe doch als Pfand für eine größere Summe dienen sollen. Rach der zweiten Lesung wird das Schulden- tilgungsgeseh dem Haushaltsausschuh überwiesen. Nie Parteien zur Regierungserklärung. Runmehr beginnt die Aussprache über die gestrige Erklärung der Reichsregierung. Als erster Redner aus dem Hause tritt der sozialdemokratische Abg. Müller- Franken an das Rednerpult. Die Rationalsozialisten verlassen darauf demonstrativ den Saal. Sie machen dabei o höhnische Zurufe, die Abg. Müller mit der Bemerkung beantwortet: „(Sie scheinen in einer Shnagogenschule erzogen zu fein!“ Abg. Müller-Franken (Soz.) erklärt: Die Stellung der Sozialdemokratie zu dieser Regierung werde dadurch beeinflußt, daß gegenwärtig Deutschland eine der schwersten Wirtschaftskrisen durchmacht. Wäre es anders, so würden die Sozialdemokraten sehr deutlich ihr Mißtrauen gegen Minister wie Schiele und Treviranus bekunden. Wir werden uns aber von keiner Partei den Zeitpunkt vorschreiben taffen, an dem toir zum Angriff gegen dieses Kabinett vorgehen. Der nationalsozialistische Wirtschaftssachverständige hat zur Aufhebung der Zinsknechtschaft eine Wirtschaftstheorie ausgearbeitet, die er vollinhaltlich abgeschrieben hat, und zwar abgeschrie- fcen hat aus dem Dritten Buch Moses Kapitel 25. Gs ist bezeichnend, daß die Rationalsozialisten , ihre Anleihen machen ausgerechnet bei Moses und den Propheten. (Stürmische Heiterkeit.) Der - nationalsozialistische Antrag auf Enteignung der ^ank- und Börsenfürsten ist nicht eingebrwcht worden, nachdem Herr Hittler beim DanUnrektor von Stauh gefrühstückt hat. (Hört! hört!) Wir werden die Vorlage des angekündigten Reformprogramms abwarten und behalten uns unsere Stellungnahme dazu vor. Wir müssen aber verlangen, daß diese Vorlage parlamentarisch verabschiedet wird. Von der Rotverordnung betrachten wir einige Teile als unvertretbar. Die vollständige Aufhebung dieser Rotverordnung wäre aber nicht zu verantworten. In der Außenpolitik stimmen wir der Erklärung des Reichskanzlers zu. Hitler hat in der Auslandpresse ja auch erklärt, daß ein von ihm geführtes Deutschland alle Verpflichtungen peinlich genau erfüllen werde. Im Abdruck seines Interviews im „Völkischen Beobachter" hat er freilich diese Sähe weggelassen. (Hört! hört! links.) Wir erwarten von der Regierung ein energisches VorgehengegendieKapitalverschie- b un g. Wir beantragen zu diesem Zweck die verschärfte Anwendung der schon im Einkommensteuergesetz gegen die Kapitalflucht enthaltenen Bestimmungen. Wir erwarten mit der Regierung, daß die Reparationslasten der deutschen Wirtschastsnot entsprechend herabgesetzt werden. Vizepräsident S t ö h r (R.-S.) übernimmt dann jum ersten Male die Derhandlungsleitung. Er erteilt als nächstem Redner das Wort dem Abg. Strasser (R.-S.). Abg. Straffer (71©.): ®er deutsche Rationalsozialismus Ist eine aus dem deutschen Wesen entstandene und mit dem deutschen Wesen verbundene Bewegung. Er will an oie Stelle des seit zwölf Iahren bestehenden Systems der Schamlosigkeit, der Korruption und des Verbrechens die sittliche S t a a t s i d e e des Blsmarck-Reiches wieder setzen. Wir wollen feinen Bürgerkrieg, sondern eine neue Orb- nung. ®ie Verfassung kann nicht das Ziel. fein. Das Ziel ist d i e Erhaltung der Ration. Mit uns ist die Vernunft und die Seele des deutschen Volkes. Wir wollen keine Reaktion sondern Gesundung. Wir wollen die Erhaltung der guten Kräfte in unserem Volke. Wir wollen keine Iudenverfolgung, aber wir verlangen die Ausschaltung der Iuden aus dem deutschen Leben Wir wollen eine deutsche Führung ohne jüdischen Geist, ohne jüdische Hintermänner und ohne jüdischen Presseeinfluh. Wir wollen feinen neuen Krieg, denn wir wissen, daß Europa und die Welt nur gesunden können, wenn die führenden Kulturvölker wieder in sich gesunden. Wir scheuen aber den Krieg nicht, wenn er das letzte Mittel sein sollte, um die deutsche Selbständigkeit und soziale Freiheit wieder herzustellen. Wir müssen verlangen, daß auch die übrigen Staaten die feierlich beschworene Verpflichtung zur Abrüstung durchführen. Dor allem fordern wir die Wiederherstellung der deutschen Ehre. Darum verlangen wir eine RevisionderVerträge von Boung bis Versailles. Die Sanierung der deutschen Finanzen kann nicht als Voraussetzung der Revision betrachtet werden. Wenn unsere Finanzen erst saniert sind, dann können wir lange auf die Revision der Verträge warten. Das deutsche Volk will Arbeit, Ordnung und Brot. (Abg. Dr. Leber (Soz.): „älnb Schaufenster!" Heiterkeit.) Sie brauchen vielleicht Schaufenster, um Ihre Visage darin zu sehen. (Große Heiterkeit bei den Aationalsozialisten. — Abg. Dr. Leber (Soz.) macht einen neuen Zuruf.) Vizepräsident S t ö h r : Herr Abg. Dr. Leber, ich ersuche Sie, nicht fortwährend provokatorische Zurufe zu machen. Abg. D i 11 m a n n (Soz.): Das Wort „Visage" haben Sie nicht gerügt. Vizepräsident Stöhr: Das Wort „Visage" ist nicht un- parlamentarisch. Ich bitte, meine Geschäftsführung nicht zu kritisieren. Abg. Strasser (Nat.-Soz.) fährt fort: Als Grundrecht der deutschen Verfassung verlangen wir die Proklamation der allgemeinen Wehr- und Arbeitspflicht. Wir wollen die Fortführung und Verbesserung der deutschen Sozialpolitik, die Sozialversicherung soll nicht eine Versorgungsanstalt für 10 000 sozialdemokratische Faulenzer sein. (Lebhafter Beifall rechts. — Zuruf links: „Faulenzen dürfen nur die Nationalsozialisten!" — Heiterkeit.) Kapitalflucht ist bei der heutigen Not soviel wie Landesverrat. Wir haben das tiefste Mißtrauen gegen dieses Kabinett und werden darum für jeden Mißtrauensantrag stimmen. Diesem Kabinett gehört Dr. Wirth an, der kein anderes Ziel hat, als in der Art eines Don Quichotte den Kampf gegen die Windmühlen des Nationalsozialismus zu fuhren. Dann ist da der Außenminister Dr. Curtius und schließlich der Wehrminister Groener, dessen Amtsführung nicht die leiseste Idee deutschen Be- freiungswillens erkennen läßt. Groener wird feine Tätigkeit fortfetzen im Sinne des Verrats. (Große Unruhe in der Mitte. — Rufe: „Gibt es keinen Ordnungsru f?" — Reichskanzler Dr. Brüning erhebt sich und verläßt nach einigen Sekunden den Saal.) Die Sozial- bcmotraten unterstützen diese Regierung aus Angst vor dem Verlust der Futterkrippe in Preußen: denn Herr Otto Braun ist durch Brüning eingeschüchtert worden wie ein hypnotisiertes Kaninchen. Der Sozialdemokrat Müller-Franken hat geradezu antisemitische Wendungen gebraucht. Ich erkenne dagegen an, daß Moses einer der tüchtigsten Gesetzgeber war. Wenn er so strenge Maßnahmen gegen den Wucher ankundigen mußte, so ergibt sich daraus, daß die Juden schon damals nicht anders waren als heute. (Heiterkeit.) Wir Nationalsozialisten, denen sich jetzt die Mehrheit des Volkes zugewandt hat, werden alle Macht in Anspruch nehmen, die uns die demokra- tische Verfassung überläßt. Sie mögen den Reichstag auflösen, so oft Sie wollen, wir werden das begrüßen, denn das Volk ist mit uns. Das deutsche Volk ist erwacht, und den Preis bezahlen Sie! Vizepräsident Stöhr: Mir wird mitgeteilt, Herr Abg. Strasser, daß Sie dem Minister Groener den Vorwurf des Eidbruches gemacht haben. (Abg. Strasser: „Des Verrats!") Ich muß Sie dafür zur Ordnung rufen. Abg. Joos (3.) Unter der gegenwärtigen Krise leiden alle Länder der Welt, auch das reiche Amerika. Daraus ergibt sich schon, wie lächerlich es ist, die deutsche Krise auf Fehler der Regierung ober auf die Reparationslast zuruckzuführen. Diese Weltkrise kann nur durch ein Zusammenwirken ber verschiedenen Länder behoben werden. Das Gerede von agrarischer Habsucht ist lächerlich angesichts der Tatsache, daß bei Kartoffeln der Erzeugerpreis für den Zentner nur 60 Pf., der Kleinverkaufspreis aber 2,50 bis 3 Mark beträgt. Wir begrüßen es, daß die Regierung unter Beachtung der Gesetze der Wirtschaft energisch auf die Senkung ber Preise hinarbeiten will. Dabei darf auch nicht zurückge- schreckt werden vor Zwangsmaßnahmen, wenn sie notwendig werden sollten. Es muß gelingen, bie Höhe des Reallohnes zu erhalten, wenn Regierung und Parlament auf die- fes Ziel hin zusammenarbeiten. Das Volk wird dieses Zusammenarbeiten höher einschätzen als Agitationsanträge, die nicht ernst gemeint sind. Die Reichsregierung hat schon allein dadurch, daß sie im Amte blieb, bas Vertrauen des Auslandes zu Deutschland gestärkt. Der deutschnationale Abg. Dr. Quaatz hat heute Ausführungen gemacht, die nur geeignet sind, das Vertrauen des Auslandes zu Deutschland zu zerstören. Mit dem bloßen Schreien gegen den Versailler Vertrag ist nichts getan; es kommt darauf an, ihn zu verändern. Die Politik beginnt da, wo Herr Strasser aufhört. Wenn vor zwölf Jahren nicht auch Marxisten in den Graben ge- prungen wären, bann würden Sie heute solche Reden nicht führen können. Es ist natürlich leichter, heute von Opfern zu reden, als sie zwölf Jahre hindurch zum Wohle des Volkes zu bringen. Das deutsche Zentrum wird alles tun, um die Bestrebungen zur Revision der Verträge zu fordern. Der etzige Reichskanzler hat zweifellos einen neuen Ton in die Außenpolitik gebracht. Mit einer Straffen rede kann man mehr Porzellan zerschlagen, als hundert kluge Politiker wieder gutmachen können. Zu verwerfen ist jene Primitivität, die tatsächliche Verwilderung ist. Wenn auch die parlamentarische Lage chwer ist, so muß dennoch eine parlamentariscye Lösung versucht werden. Abg. Dr. Oberfohren (önl) betont, die Regierung Brüning habe in Verfäl- chung und Mißachtung der Wahlen auch jetzt wieder Anschluß bei den Sozialdemokraten ge- ucht. Weil die Regierung nicht den Mut habe, die Revision des Voung-Planes zu fordern, suche ie der schweren Finanzkrise durch weitere Ver° chuldung und neue Belastungen zu begegnen. Seine Partei verwerfe deshalb den Sanierungsplan, weil er die Katastrophenpolitik weiterführe, deren Ende das Chaos sein werde. Die Voung- Plan-Revision müsse sofort in Angriff genommen werden. Erst nach der Tributentlastung sei eine innere Gesundung denkbar. Abg. Oingeldey (OVp.) führt aus, die erste Forderung dieser ernsten Zeit sei es daß dem deutschen Volk mit rücksichtsloser Offenheit der ganze E r n ft b e r Q a g e von der Regierung geschildert wird. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist so erschwert, daß es letzt vor allem darauf ankommt, die Wirtschaft von jenen drückenden La st en zu befreien, die ihr den Wettkampf mit dem Ausland erschweren. Wir begrüßen es, daß bie Regierung narfj der Erklärung des Kanzlers bestrebt ist, an der Senkung der Selbstkosten unserer ! Wirtschaft zu arbeiten. Nur auf diesem Wege kann die' notwendige Senkung der Preise erreicht werben. Nur durch Arbeitszeitverkürzung kann die Wurzel der Arbeitslosigkeit niemals beseitigt werden. Wenn die Sozialdemokraten die Notverordnung in den wesentlichsten Punkten ändern wollen, dann erwarten wir von der Regierung, baß sie sich solchen Aenderungen energisch widersetzt. Die Deutschnationalen, die heute so eifrig die Revision des Poungplans verlangen, haben vor einem Jahre den Poungplan vor allem mit dem Argument bekämpft, daß er unabänderlich fei. Wie verträgt sich das miteinander? (Sehr gut! bei der Volkspartei.) Wir haben schon vorher die wirtschaftlichen Gründe angeführt, die uns die Erfüllung des Youngplanes erschweren. (Rufe rechts: „Warum haben Sie ihn dann angenommen?") Weil Sie uns keinen anderen Weg zeigen konnten! (Abg. Dr. Frick, Nat.-Soz.: „Dann treten Sie doch ab, dann zeigen wir Ihnen den Weg!") Auch wenn Sie in ber Regierung säßen, würben Sie nur den Weg gehen können, die Vertragsgegner durch wirtschaftliche Argumente zu überzeugen. Es wäre aber gar nicht möglich, heute von Revisionsmöglichkeiten zu sprechen, wenn die Franzosen noch am Rhein ständen. (Lebhafte Zustimmung bei der Volkspartei.) Es ist eine verwerfliche und abscheuliche Methode, andere zu beschimpfen und herabzuwürdigen, obwohl sie mindestens so vaterländisch fühlen wie Sie (zu den Nationalsozialisten). Wir wollen den Geist der Wehrhaftigkeit in unserem Volke fördern, aber wir weisen die Angriffe zurück, die von Ihnen gegen den Reichswehrminister gerichtet werden. Der Wehrgeist kann in der Reichswehr nur aufrecht erhalten werden, wenn dort der Gei st der Disziplin und der Unterordnung herrscht. Es bars nicht vergessen werden, mit welcher Zähigkeit Reichswehrminister Groener die Verstärkung der Flotte gegen widerstrebend« Strömungen des Parlaments durchgesetzt hat. Es kommt alles darauf an, die aufbauende Zusammenarbeit der führenden Männer aus dem Lager der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Uederwindung der furchtbaren Wirtschaftskrise zu ermöglichen. Was der Reichskanzler in dieser Beziehung gesagt hat, findet unsere volle Unterstützung. Wir erwarten, daß die Regierung sich von ihrem Wege nicht ab- dräng« n lassen wird. Würden die Nationalsozialisten gezwungen fein, i n derReichsregie- rung mitzuarbeiten, so würde heut« ihr Redner wohl leiser und vernünftiger gesprochen haben. (Lärm bei den Nationalsozialisten.) Wir erwarten von der Regierung, daß sie in diesem Winter unbeirrt durch Fraktionseinflüsse den Weg ruhiger Reformarbeit gehen wird. Abg. Dr. Weber-Potsdam (GtaatSp.) schließt sich der Meinung anderer Redner an, daß die gegenwärtige Krise eine Weltwirtschaftskrise sei, für die man die Regierung nicht verantwortlich machen könne. Die Maßnahmen, mit denen man der Landwirtschaft helfen wollte, hätten sich als verfehlt erwiesen. Viel notwendiger fei eine bessere Ab sahorganisation. Mit Zöllen sei nichts zu machen, sonst müßte der Weizenpreis weit höher fein. Die -ungesunde Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen müsse verschwinden. Wir freuen uns, daß der Reichskanzler auf einen Preisabbau hinwirken will. Die Kartelle müssen unter Staatsaufsicht genommen werden. (Abg. Dr. Goebbels (Rat.-Soz.): „Das ist eine zehnjährige Forderung der Aationalsozialisten!") Ich habe diese Forderung schon vertreten, als Sie noch in den Windeln lagen. (Heiterkeit.) Wir verurteilen die K a p i t a l s l u ch t aufs schärfste, aber mit den hser beantragten Maßnahmen wird sie nicht verhindert, sondern eher verstärkt werden, denn d i e Ursache der Kapitalflucht ist mangelndes Vertrauen zur deutschen Regierung und zur deutschen Wirtschaft. Die Wirtschaft kann sich nur günstig entwickeln, wenn Arbeitg ber und Arbeitnehmer einträchtig zusammenwir>.en. Wenn es zum Lohn» und Gehaltsabbau kommt, dann muß verlangt werden, daß die leitenden Persönlichkeiten in den Unternehmungen mit bestem Beispiel vorangehen. (Beifall. — Abg. Dr. Goebbels (Rat.-Soz.) wird zur Ordnung gerufen, weil er den Redner „Clown!“ genannt hat.) Von den Beamten werden schwere Opfer verlangt, aber wir sind überzeugt, daß sie sie bringen werden. (2lbg. Dr. Frick (Rat.-Soz.): „Wie lange hat der Splitter rroch Redezeit?") Die Reichsreform muß schleunigst durchgeführt werden. In der Außen- poUtik wird sich für Deutschland auch in Zukunft noch etwas erreichen lassen aus dem Wege vernünftiger Verhandlung. Rur auf dem Boden des parlamentarischen Systems und der Republik wird Deutschland vorankommen können. Präsident L ö b e ruft wegen Störungen bei der Rede des Aeichsfinanzministers die nationalsozialistischen Abgg. Heines, Brückner und Reinhard zur Ordnung. Er erklärt, er würde den Abg. Reinhard wegen besonders grober Störungen aus dem Saale gewiesen haben; er habe davon nur deshalb abgesehen, weil die Geschäftsordnung des Reichstags noch nicht an alle Abgeordneten verteilt war. — Die Fortsetzung der Aussprache wird auf Samstag 11 Ähr vertagt. Günstige Aussichten für den Kanzler. Eine knappe, aber sichere Mehrheit für Ablehnung der Mißtrauensanträge. Berlin, 17. Oft. (TÄ.) In parlamentarischen Kreisen erwartet man im Laufe des Samstags einen Antrag aus den Reihen der Regierungsparteien, wonach sämtliche vorliegenden Mißtrauensantrage abgelehnt werden und über siezurTagesordnungüberge- gangen wird. Dieser Antrag würde dann der weitgehendste sein und mit seiner Annahme wäre die Abstimmung über sämtliche Mißtrauensanträge gegen die Regierung auch über die einzelnen Mißtrauensvoten erledigt. Für die Annahme dieses Antrages rechnet man in den Reihen der Regierungsparteien eine knappe, aber sichere Meh rheit von etwa 20 b i s 3 0 Stimmen. Mit der gleichen Mehrheit hofft die Regierung, auch das Schuldentilgungs- g e s e h in der dritten Lesung zur Verabschiedung zu bringen und dieÄeberweisungderRvt- verordnungen vom 26. Iuli an die Ausschüsse zu erreichen. Anders liegen die Dinge gegenüber dem sozialdemokratischen Antrag, den Schiedsspr uchim Berliner Metallarbe'iterkonflikt nicht für verbindlich zu erklären. Hier muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß dieser Antrag angenommen wird, da für ihn außer den Sozialdemokraten und den Kommunisten auch die Rationalsozialisten stimmen dürften. Man hofft, sämtliche Abstimmungen imLaufedesSams- tagnachmittag durchführen zu können, so daß dann der Reichstag mit Ausnahme des Auswärtigen Ausschusses bis Anfang Dezember vertagt werden würde. Bis dahin fallen dem Reichsrat verschiedene Gesetzentwürfe, die zum 6a* nierungsprogramm der Reichsregierung gehören, zugeleitet und vom Reichsrat verabschied werden. Nie Wirischastspariei fordert ein Moratorium. Ncvisionsantrag im Reichstag. Berlin, 18. Oft. (BDZ.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei hat einen Antrag eingebracht, der die Reichsregierung ersucht, sämtliche im Boungplan vorgesehenen Maßnahmen zur unverzüglichen Herbeiführung ein ^Zahlungsaufschubs einzuleiten mit dem Ziele, im Rahmen des neuen Planes keine Zahlungen zu leisten, durch die die Wiederherstellung einer gesunden Lebenshaltung des deutschen Volkes gefährdet ist, ferner unverzüglich eine Denkschrift über alle bisher vom Deutschen Reich an die früheren Feindbundstaaten durchgeführten Leistungen sertigzustellen und zu veröffentlichen, welche als Grundlage zur endgültigen Vereinigung der Reparationsfrage den Rachweis erbringt, daß das Deutsche Reich schon jetzt weit höhere Opfer für die Liquidation der Kriegsschäden gebracht hat, als ihm nach der geschichtlich feststehenden Widerlegung der dem Versailler Vertrag zugrunde gelegten Behauptung seiner Allein- schuld am Kriege billigerweise zugemutet werdenkönne. Das nationalsozialistische WirWafisprosramm. Nie Kehrseite. Man hatte unmittelbar vor und nach der Er-, Öffnung des Reichstags den Eindruck, daß die Rationalsozialisten größten Wert darauf legten, aus den Eierschalen der Agitation herauszukommen und den Rachweis ihrer Regierungsfähigkeit zu erbringen. Sie hoben gerade bei der Eröffnung eine erstaunliche Disziplin gezeigt und sich auch in den ersten beiden Tagen — mit wenigen Ausnahmen — angenehm von der Radaupolitik der Kommunisten unterschieden. Bei der starken Disziplin, die auf chrer Seite herrscht und die sogar soweit geht, daß die Fraktion ihren Vorsitzenden nicht ernennt, sondern von dem Parteiführer zugewiesen erhält, durfte man annehmen, daß aus diesem Verhalten der Führerwille sprach, der aus den Wahlen die Folgerungen ziehen und den Versuch machen wollte, sein Programm parlamentarisch durch- zufehen. Schade, daß dieser Eindruck nicht lange vorgehalten hat. Die nationalsozialistische Fraktion hat ein ganzes Büirdel von Anträgen eingebracht, die zum Teil der Ausfluß eines übersteigerten Marxismus sind, der nur auf Propagandawirkung ausgeht, und absichtlich auf jedes politische Verantwortungsgefühl verzichtet. lieber mancherlei in diesen Anträgen läßt sich reden, einige und gerade die entscheidenden Punkte aber sind so gestaltet, daß sie sachlich überhaupt nicht durchführbar sind. Der Gedanke, „das gesamte Vermögen der Bank- und Börsenfürsten, der seit dem 1. August 1914 Zugezogenen Ostjuden und sonstigen Fremd- stämmigen" zu enteignen, ist rein agitatorisch, Zumal da ec in feiner angedeuteten Entwicklung Zur Konfiskation aller seit 1923 verdienten Gelber führen muh. Bank- und Börsenfürsten, das ist nie ein juristisch greifbarer Ausdruck, sondern eine Formulierung, die nur auf die Massew- stimmung berechnet ist. Ebenso weltfremd ist di« Forderung, den Zinssatz auf höchsten« fünf Prozent zu begrenzen, wovon ein Prozent Amortisation fein muß, alles, was darüber hinausgeht, soll wegen Wucher bestraft werden. Von den führenden Köpfen bei den Rationalsozialisten kann sich niemand darüber im Unklaren sein, daß die Durchsetzung dieser Forderungen Wahnsinn wäre, dessen Wirkungen sich unmittelbar gerade gegen die ärmeren Schichten richten müßten. Deutschland ist viel zu kapital- arm, um aus sich selbst heraus seine Wirtschaft wieder aufbauen zu können, wir müssen also aus dem Auslande Geld leihen, und daß uns in der ganzen Welt gegenwärtig niemand Vertrauen genug entgegenbringt, um sich mit einem Zinssatz von 5 Prozent zu begnügen, das kann auch Herrn Hitler nicht entgangen sein. Die Annahme dieses Antrages würde also den Verzicht aus jede ausländische Kapitalhilfe und die Aushungerung der deutschen Wirtschaft bedeuten. Das sind Dinge, über die man ernsthaft überhaupt nicht reden kann. Man muß daher leider daraus den Schluß ziehen, daß die Rationalsozialisten auf eine praktische Durchführung ihrer Ziele verzichten und sich auf die Regation einstellen wollen. Sicherlich nicht im Sinne ihrer Wählermassen, die sie bisher wenigstens in erster Linie als nationale Bewegung gewertet haben. Ner Berliner Meiallarbeiierstreik. Kommunistische Offensive. Berlin, 17 Oft. Die Berliner Kommunisten be- v^uhen sich gegenwärtig, den Metallarbeiterstreik mit allen Mitteln zu verschärfen. So haben sie am urcita9Dormittag den Versuch gemacht, das Kraftwerk Klingenberg im Berliner Osten, das für die Versorgung Berlins lebenswichtig ist, lahrnzu- legen. Dies i[t ihnen zwar bisher nicht gelungen, Aber die zuständigen Berliner Stellen werden ihre ganze Aufmerksamkeit darauf richten müssen, Unheil zu verhindern. Ebenso haben die Kommunisten oer- Die Wetterlage. d. 'ft- (ßterfa'W Ja* rt»y<" W1 '0 12 12 M Wim 16 SL slurmischer nordwtsl flß* <^uch nut einet Rate bet landwirtschaftlichen Grundsteuer für die Staatskasse bedeute einen Einnahmeausfall von 500 000 Mk. In Sonder- fallen hat die Regierung jedoch Entgegenkommen zugefagt. Der Landbundabgeordnete Dr. Leucht- 8ür Beschaffung von S-S-Zimmer- wohnung in gutemHauie.Schr. Angebote unt. 71430 an den Gien.Anzeig. Wohnungstausch) MllUNgStvM Geboten: 6 Z^ Bad. Balkow Heizung. Gesucht: 4 evtl. 5 Z. nm Bad, sofort ob. Anfang 1931. Schrin!. Angeb. unt. 06419 a.b. Gien Anz. j Stellenangebote | Vertreter(in) zum lohnenden Besuch von Landwirten undViehhaltern von .>utterkalk- u. Kraft- iutierltrma gesucht. Evtl, zur Mitnahme dies, guten Artikels. Schristl. Angeb. unt. 71500 a. d.Gießener Anzeiger. S: Zimmer los. z. verm. 06439 Kaiserallce 23, H. I. 3 schöne '.Kanmc parterre, nut Gas u. 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Montags, Mittwochs und Freitag- von 11 bis 13, Mittwoch- auch von 15 bis 17 2hr geöffnet und findet hoffentlich von feiten des Publikums Interesse und regen Besuch. Man beachte die gestrige Anzeige. ** D i e Museen und der Heidenturm sind am morgigen Sonntag zwischen 11 und 13 älhr bei kleinen Preisen geöffnet. ** Dienstjubiläen bei der Reichsbahn.« Auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn konnten in den jüngsten Tagen die Zugschaffner Wilhelm Schäfer III. in Wiesed und Ludwig Langsdorf in Leihgestern, sowie der Weichenwärter Ludwig Fischer in Großen- Linden, sämtlich beim Bahnhof Diesten beschäftigt, Sirüdblidcn. Den Iubilaren wurden von dem eiter deS Bahnhofs Diesten, Amtmann Dörr, Dlüdwunschschreiben der Reichsbahnverwaltung überreicht. •• Angestelltenjubiläum. Der Kaufmann Heinrich Müller konnte am Mittwoch auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Tapetenhaus Otto Säubert zurückbliden. Dem Jubilar wurden aus diesem Anlah von der Firma, sowie von seinen Mitarbeitern und Bekannten herzliche Ehrungen bereitet. * Biehmarkt in Diesten. Am nächsten Dienstag findet in Diesten Rindvieh-(Ruhvieh-) Markt statt. Näheres in der Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. * Kepler-Gedenkfeier in den hessischen Schulen. Auf Anordnung des hessischen Kultusministeriums findet am 15. November in den Schulen eine Kepler-Gedenkfeier statt. An diesem Tage sind es 300 Jahre, da st der groste Astronom Johannes Kepler tot ist. " Die Volkshochschule weist im Heutitigen Anzeigenteil darauf hin, dast sie am Montag, 27. Oktober, ihre diesjährige Winterarbeit wieder aufnimmt. Der Arbeitsplan, in dem alles Nähere über Kurse und sonstige Veranstaltungen enthalten ist. wird anfangs nächster Woche veröffentlicht. Interessenten seien schon jetzt darauf aufmerksam gemacht. ** Handelskammerprüfung f ü r Geschäfts st enographen. Im heutigen Anzeigenteil wird eine auf den 23. November an» beraumte Handelskammerprüfung für Geschäftsstenographen angekündigt. Es kann nicht oft genug betont werden, von wie großer Wichtigkeit die Teilnahme an einer solchen Prüfung füt hinge Leute ist. die viel mit Schreibarbeit j(U tun haben. Dies gilt besonders für die heutige Zett in der es den Arbeitgebern bei der grvtzen dabl der Stellungsuchenden möglich ist. in engster Auswahl den nach ihrer Meinung geeignetsten Bewerber zu finden Dast in solchen Fällen Stenotypisten, die sich durch das Zeugnis einer bestandenen Gefchästssteiiographenprüfung über ißre Fähigkeiten ausweisen können, den Vorzug vor anderen erhalten, ist selbstverständlich. Die Handelskammerprüfungen haben insofern eine Erweiterung erfahren, als auch eine sog. Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 Silben abgehalten wird. Diese Vorprüfung ist cingc- hjprt worden, um Anfängern einen richtigen Maststab für ihre Leistungen und gleichzeitig ein Gefühl der Sicherheit für die später abzulegende DeschäftSstenographenprüsung zu geben. Die Vorprüfung besteht, wie bei der Hauptprüfung, in ber stenographischen Aufnahme eines Diktats von zweimal 5 Minuten mit einer Unterbrechung von einer Minute und in der sofortigen ^Übertragung in Kurrentschrift. Die zulässige Uebertragungs- zelt beträgt bei handschriftlicher ilebertragung 96 Minuten, bei der Ilebertragung mit der Maschine 64 Minuten. Wer die Vorprüfung bestanden hat, erhält kein eigentliches Zeugnis, sondern lediglich eine Bescheinigung. Es steht zu erwarten, dast von dieser Neueinrichtung eifrig Gebrauch gemacht werden wird. ** DH V.-Kreistag in Diesten. Am morgigen Sonntag findet in Diesten, wie au- der gestrigen Anzeige ersichtlich, der Kreistag des Kreises II. Mittelhessen, im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband statt. An dem Kreistag. der um 10 Uhr im Saale deS EafL Leib beginnen wird, werden neben etwa 200 Teilnehmern der auswärtigen Ortsgruppen die (Siebener DHV.-Mitglieder teilnehmen, um gemeinsam darüber zu beraten, wie die Nöte deS Kaufmannsgehilfenstandes in der heutigen Zeit möglichst behoben werden können. An den Kreistag schließt sich nachmittags im Cafe Leib eine gesellige Veranstaltung aus Anlaß der Wiederkehr des 32. GründungStages der Ortsgruppe Gießen an. Den geselligen Teil wird die hiesige Militärkapelle unter Leitung deS Obermusikmeisters Gober mit ihren Darbietungen bereichern. ** Oie Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in 5) es- s e n hält ihre nächste Tagung am Samstag, 25. Oktober, in Mainz ab. Derhandlungsgegenstand ist die Frage des Bewahrungsgesetzes, für die als Berichterstatter die Professoren Dr. Aschaffenburg- Köln und Dr. P o I l i g k e i t - Frankfurt a.M. gewonnen sind. ** D i e Landwirtschaftliche Schule Butzbach beginnt den diesjährigen Lehrgang am Montag. 3. November. Interessenten werden auf die heutige Anzeige hingewicfen. Der Grünberger Gallusmarki. -f- Grünberg, 16. Oft. Nachdem die Stadt schon am Dienstagnachmittag Wimpel- u n d Fahnenschmud angelegt und der Marktmeister auf der „Käswiefe" die Verlosung der Krämerstände vorgenommen hatte, wuchs dort bald eine kleine Zelstadt auf; waren doch etwa 110 Krämerstände vorhanden, wozu noch ein reich besetzter Iulplah kam. der schon am vorhergehenden Sonntag mit seinen reichhaltigen Darbietungen ausgewartet hatte. Am Dienstagabend sand aus dem Marktplätze vor dem altehrwürdigen Rathause unter zahlreicher Beteiligung der Einheimischen, sowie ber in stattlicher Zahl zum Markt erschienenen auswärtigen Grünberger und sonstigen Marktbesücher die fett dem Jahre 1928 übliche Eröffnungsfeier statt Nach einem schneidigen Marsch der Feuer- Wehrkapelle hielt Beigeordneter Keller vom Rathause herab eine Ansprache, in der er daraus hinwieS, daß der ®ia'lu8marft in diesem Jahre zum 450. Male begangen werde. Wegen der schweren wirtschaftlichen Not der Zeit habe man von einer besonderen Ausgestaltung des Marktes abgesehen. Der Gallusmarlt verkörpere ein Stück Heimatgeschichte, denn ob auch die alte Stadt Grünberg von schweren Kriegszeiten, schlimmen Seuchen, großen Feuersbrünsten. Hungersnot und Teuerung heimgesucht worden sei, trotz allem habe der Gallusmartt sich bis in die Jetztzeit behauptet. Mit einem Hoch auf die Stadt und Markt schloß die kernige Ansprache, woraus die blau-weiß-rote M a r k t s a h n e gehißt wurde. In den Gasthäusern sand bann bei Musik und anderen Darbietungen die traditionelle Vorfeier statt. Arn Dienstagmorgen begann um 8 ilßr der Auftrieb zum Schiveincmarkt. Wohl seit vielen Jahren war diese Rekord- zahl der zum Verkauf ausgetriebenen Ferkel nicht erreicht worden: 1160 Stück, während der Rind» viehmarkt. da die Marktkoimnission den jüdischen Feiertag nicht in Betracht gezogen hatte, nut mit drei Stück beschicft war. Bei gutem Handel konnten angesichts des großen Auftriebs nicht alle Ferkel verlauft werden, so baß ziemlicher lieber* stanb verblieb. Die Preise können als gut bezeichnet werden. (Man vergleiche den Bericht in der Donnerstag-Nummer.» Der reich beschidte kramcrmarkt . mit seinen Gassen von Verkauisstänben. darunter wohl ein halbes Dutzend ..wahre Jakob", sowie der anschließende Iu? platz füllten sich ba d. da neben den Sonberzügen ber Bahn die..Kraftverkehr Hessen", bic Reichspost und verschiedene Privatbesitzer von Autobussen von mehreren Richtungen her Sonderfahrten nach Drünberg eingerichtet hatten. Trotzdem erreichte der Zustrom wohl nicht ganz die Hohe des Vorjahres, da viele Landleute bas überaus günstige Herbstwetter zu notwendigen Fcldarbei- ton benutzten, die durch das seitherige Regenwetter etwas im Rüdstande sind; dagegen war die Jugend der Dörfer stark vertreten. Au benr Markte erreichte daher der Verkehr wohl die Höhe früherer Jahre, und der Marktrmmnel_ auf dem Iuxplatz, der bis in die späten Abendstunden dauerte, zeigte das gleiche Bild wie fonf, während anöcticitä die Gasthäuser, die zwar auch stets gut besetzt waren, sowu: die Laden in der Stadt, doch nicht den Zustrom früherer 2ahre aufzuweisen hatten, wohl infolge des sommer lichen Wetters, das die Marktbcsuc^r langer draußen auf dem Markte verweilen ließ. Starren besuch zeigten dagegen die Tanzlokale 'n Der Stadt. Die Feuerwehrkapelle, die am Morgen! den eigentlichen Markttag durch einen Umzug mit Musik eingeleitet hatte, veranstaltete am Mittag auf dem Marktplatz in der Stadt ein Platzkonzert, das eine große Menge Marktbesucher angclodt hatte, bic sich an den guten Darbietungen der Kapelle — darunter besonders flotte Qllärfd,«: — erfreuten. So nahm der Markt, begünstigt vom schönsten Wetter, allgemein einen zufriedenstellenden Verlauf. Auch ber zweite Tag staub unter bemselben Zeichen, obgleich hier bic De- fucherzahl bei weitem nicht an bic Menge beerst en Tages heranreichte. Das >M a r k t geschält im allgemeinen bürste wohl nicht alle Erwartungen erfüllt haben; während es auf der „Käswiefe" Wohl noch ziemlich gut zu nennen war, da hier der größte Verkehr fich abspielte, waren die Geschäftsleute in der Stabt nicht Pollauf befriebigt, da hier der Umsatz hinter dem früherer Jahre zurüdblieb, was wohl auch aus der allgemeinen Geldknappheit zu erklären ist. Arn zweiten Tage gab eS bei der angeseyten Gallmarktsoerlosung in der Turnhalle eine Ueberraschung. Es stellte sich nämlich heraus, daß statt der 4000-Los-Num- mern weiße Zettel geliefert worben waren und daher die Verlosung nicht vorgenommen: werden tonnte. Diese soll nun am Sonntag statt- finben, an welchem Tage ber Iuxplatz für bic Einheimischen den Ausklang des GalluSmarkteo bringt. Berliner Börse. Berlin. 18. Oft. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühocrkehr lag geschäftslos und abwartend. Es wurden zwar noch keine Slurfc genannt, doch glaubte man, daß die heutige Börseneröffnung sich etwa auf dem leicht ermäßigten gestrigen Frankfurter Abend- niocau halten wird. '21 in Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87, London gegen Mailand 92,81, London gegen Spanien zirka 49, London gegen Kabel 4,859750, London gegen Berlin 20,43. Anbei gegen Berlin 4,2040. (Sdjluß dev redaktionellen Teile.) Jungvieh macht immer Sorgen, und jeder Tierhalter ist froh, wenn es die ersten Monate gesund überstanden hat. Zn der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sind die Auszuchtkrankheiten auf Mangel an den beiden Bitaminen A und D zurüdzusühren, denn A macht den Körper widerstandsfähig gegen Erkrankungen und fordert außerdem das Wachstum, und D verhütet die englische Krankheit, die als Lähme, Steifbeinigkeit, Krampf, Kümmern und Ballonleib auftritt. Das beste Dorbeugungs- und DerHütungs- mittel ist emulgierter Lebertran. Die aufsehenerregenden Erfolge, die nun gerade mit M. Brodmanns Biel)-Lebertran Emulsion „Osleosan" (Mischfutter im Sinne des FMG.) erzielt wurden, gründen sich auf di. Tatsache, daß diese Emulsion ständig unter fach- männischer Aufsicht hergestellt und dauernd auf ihre Wirkung hin beobachtet roirb. 0472V Etwa» über Gemüfekosl. Gemüse ist heute ein wichtiger Bestandteil des Speisezettels. Früher war es nur Beilage, heute ist es vielfach zur selbständigen Mahlzeit geworden. Der Zubereitung gebührt daher erhöhte Aufmerksamkeit. Große Bedeutung kommt da dem Fett zu. Es darf die leichte Be'rdaulichkeit des Gemüses nicht beein- trächtigen und muß den reinen Naturgeschmad voll zur Gellung kommen lassen. Die Margarine Rama im Blauband entspricht diesen Anforderungen. Am besten bewährt sie sich, wen nman ihr kein andere» Fett beimischt. Ihr reines Aroma bleibt dann unae- trübt. b522V 'X. > ierStcl/jc, wo laLak uuruS Papuir sücIl^ujtl Format der Cigarette vcreuugerL, htrüget cutg LevAmxjassig uinlcr 50°ZkSamue gehaltertes, luocJtpoItcrtes etcktrisckcs ßu£JelcLSerb Aic Naht. Der Drude von, %5 SdcunAc c/crulgt, ' KUR» MARR ' CIGARETTEN 1 Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1929: 25400 Badegäste Wdunget MmenquM Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Tel. 3888 Schriften kostenlos 3166V (Statt Karten < Ihre Verlobung zeigen an Emma Weber Ludwig Kratz Kaiserallee 50 Schulsiraße 11 18. Oktober 1930 08458 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Lina Sommer Kar! Weber Oarbenfcid) Gießen Sahnhofstraße 2 KaiseraNee 43 18. Oktober 1930 GIESSENER KONZERTVEREIN Einladung zum Abonnement 1930-31 Oie Verlobung meiner Tochter Gisela mltHerrnFrihJriedrich gebe ich bekannt Ludwig Grießbauer Sanldireltor Gießen, im Oktober 1930 Lonystraße 19 7123D Meine Verlobung mit Fräulein Ilse Vase beehre ich mich anzuzeigen Artur Schneider Heuchelheim-Gießen,lmOktoberl930 7145 D Meine Verlobung mit Fräulein Gisela Grießbauer Tochter des Äankdirektors Ludwig Grießbauer und seiner verstorbenen Frau Gemahlin Marie, geb. Müller, gebe ich bekannt Fritz Friedrich Dentist Gießen, im Oktober 1930 Sonnenstraße 8 Oie Verlobung unserer Tochter IlsemitHerrnArturSchneider geben wir bekannt Hermann Läse und Frau Martha, geb.Schmidt Wolfenbüttel, im Oktober 1930 Carnveslraße 19 Es sind folgende 10 Konzerte vorgesehen: DasRosö-Quartett — Prof Adolf Busch (Violine) und Rudolf Serkin, Günther Ramin (Öigel) — Luise Gmeiner (Klavier) - Edith Lorand (Vio- line), Eva Liebenberg (Alt) - Drei Orcbester- konzerte Chorkonzert: Händel Messias. Etwaige Änderungen vorbebalten. Preise der Abonnements: I. Platz RM. 35.-, II. Platz RM. 25.-. Die Ausgabe der Abonnements erfolgt in 4 Raten unter Abzug des Mitgliederbeitrages (RM. 6 -). Ausführliche Prospekte, Anmeldung sowie jede gewünschte Auskunft in der Musikalienhandlung Ernst Chai Her jetzt Neuenweg 10. Telephon 2671. Donnerstag, den 6. November 1930 im Stadttheater: Erstes Orchesterkonzert: DAS MEININGER LANDES-ORCHESTER Leitung; Dr. St. Temesvary. 71BD Cafe Amend Ab Montag bis Mittwoch ein kurzes Sensations-Gastspiel des weltbekannten Geigers LajosRigo Lajos Rigo ist konkurrenzlos! Lajos Rigo ist in allen Weltstädten eine Sensation I Solo-Einlagen nachm. 5 Uhr, abends von 9-10'/, Uhr 71261 > Winterkur für <942 \ Nervenkranke und Nervös- Erschöpfte Spezialkuranstalt Eolbeim im Taunus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San-Rat Dr. M. Sdialze-Kahlerss. Erkins! Bei der Kaualisienm^Heucbelheim ist Rohrbruch vorgekommen. - Um falschen Gerüchten entgegenzutreten, erkläre ich hiermit folgendes: In meiner Fabrik wurde 8 Tage vor Anlieferung der Rohre ein 1000-mm-l. W.- Rohr von der Behörde unter Druck gestellt Das Ergebnis war, daß sich bei 3300 kg 5 Minuten langer Belastung nicht die geringste Neigung zu einem Bruch zeigte. Die Rohre wurden einwandfrei zur Baustelle angelieiert. Nun wurden von der ausführenden Behörde mehrere Stüdeeherausgehauen und von derTech- nischen Hochschule in Darmstadt unter Prüfung gestellt. Auch hier war das Ergebnis so,dahdas Material demdeutschen Normenausschuß mit 200 kg pro qcm vollständig entsprach. Die Unterlagen können bei mir zu jeder Zeit eingesehen werden. 7116b Willi. Rinn 8., Heuchelheim Baugeschäft, Zement Warenfabrik und Baumaterialhandlung Büro 2730 Telephon Fabrik 2182. 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Volkswirtschaftlicher Kursus Thema: Grundfragen der deutschen Sozialpolitik. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Günther. 71290 Vorlesungstage: 30. Oktober, 6. und 13. November. Thema: Die deutsche Volkswirtschaft im Zeitalter des Hochkapitalismus. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Lenz. Vorlesungstage: 20. und 27. November. Thema: Grundfragen der Besteuerung und Steuerpolitik. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Mombert. Vorlesungstage: 22., 29. Januar und 5. Februar. II. Rechtswissenschaftlicher Kursus Thema: Grundzüge des Arbeitsrechts. Vortragender: Herr Privatdozent Dr. Bötticher. Vorlesungstage: 12., 19. und 26. Februar. • / III. Einzelvortrag * Thema: Das deutsche Märchen. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Götze. Vorlesungstag: 5. März. Sämtliche Vorträge finden im Großen Hörsaal des Vorlesungsgebäudes der Universität in der Zeit von 8% bis 10 Uhr abends mit ^stündiger Pause statt. Die Vorlesungsgebühr für alle Vorträge beträgt 6,— RM., für den volkswirtschaftlichen Kursus 4,— RM., für den rechtswissenschaftlichen Kursus 2,— RM. und für den Vortrag „Das deutsche Märchen“ 1,— RM. Teilnehmerkarten sind erhältlich auf dem Sekretariat der Handelskammer, bei der Commerz- und Privat-Bank, Darmstädter und Nationalbank, Deutschen Bank und Discontogesellschaft, Handels- und Gewerbe-Bank sowie am Eingang zum Hörsaal. Die Teilnahme an den akademischen Kursen ist nicht auf selbständige und angestellte Kaufleute und Gewerbetreibende beschränkt, sondern jedermann wird hierzu freundlichst eingeladen. Im Auftrage: Industrie- und Gießener HandelskammerGießen Hochschulgesellschaft gez. Schirmer, Kommerzienrat. gez. Graef, Provinzialdirektor. S Alle Artikel tür die Pflege des X / Kindes und der Frauen- \ [ Hygiene! Sämtl. Gummiwaren \ Getrennte Verkaufsabteilupg / \ Erfahrene Damenbedienung / \lDrogerie Winterhoff/ Kreuzplatz 10 ___________6676 A Waldrestaurant u. 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Kulturfilm-Veranstaltung 1930/1931 Durch ilie Ozeane u den Erdball I Eine Weltfahrt zu den markantesten Punkten der Erde I Der interessanteste und lehrreichste Kulturfilm I Eine herrliche Meeresfahrt durch 33 xotische Länder Jugendliche haben ZutrittI Das irrtümlich angekündigte Orgelspiel der Franziska Schotter findet nicht statt 1 Kleine Preise. Vorverkauf: Reisebüro Loeb I __ 7038 C ■ Rallen n. Mäuse Wanzen u. jedes andere Un- gezieier verntgi unt. scheint. Garantie u. N'eng diskret. Be- bvrdl.Dantschreib n Bel Wanzen Zimmer von 7.— DIk. an. Schomber, Kammerjäger Giegen, Kirchen- vlalz 18.__6451 WWM 7134 V I eppiche | deutscheQualit. B liefert ohne Anzahlung in W 12 Monatsraten ■ Teppichhaus Orient ■Frankl. M.Zell25 ■ Grb.Sie unverb WBertreterbesuch fctaig liefere frei Haus. Karl Konrad Siein, Beuern bei Gießen, Telephon Cl1, Groß -Buseck Nr. 62 Grünerer Menatll mit Wasser in den Eichgart. z. vervacht. Schrift!. Angebote u. 0645'» n. d. Gien.An». lintgeh. NMall An pachten gesucht. 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Friedrichstraße 28 / Telephon 3962 Geld MMlHd Gießen Sonntag, den 19. Oktober 1930 Wettspiel gegen 7152D Darmstädter Scbachklub im Universität-Caf6 Beginn: Nachmittags 31/« Uhr.- Heute Samstagabend ab 8 Uhr Gesellschafts-Taill Bis 4 Uhr geöffnet. *onn,4suahr Künstler-Konzert An beiden Tagen Auftreten des Vortrags-Künstlers Seppi Würthen in sämtlichen Räumen. 06483 Cafe Restaurant Mittelstmühle b. Trohe. Das Oktoberfest das wegen des schlechten Wetters aus- tiei, findet heute Samstag, den 18.. und Sonntag, den 19. Oktober, bei jeder Witterung statt.[06474 AachKimes Großen-Buseck! Sonntag, den 19. Oktober 06459] ES ladet ein Wilhelm Wagner. Hotel Deutsches Haus But; bach Sonntag, den 19. Okt., abendö 8 Ubr TANZ Pelzte Kugverbindnng nach Glesien 1,24 ItUr abends ab Butzbach. 17100V Jeder Kriegsteilnehmer fordere Beitrittserklärung u. Antragbog. f. Verleihung des KriegsehrenkreuA,Satz. usw. beim Ehrenbd. Deutech. Weltkriegstelln., manchen, JTNk Ungererstr. 301. r. Sterbe- gelo 400 Mk. Wohlfahrtsetn- rlcht. (Erholungsh., Unterstützungsk.) usw. Wirksame Werbe-Drucksachen liefert die SrllhI'sche Druckerei Nr. 244 Drittes Blatt Somstag, 18. Oktober 4930 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Oberheffen. Oer Wafferleitungö- und Kanalisationsbau in Klein-Linden g. Klein-Linden. 17. Oft Der Gemeinderat beschäftigte sich am Dienstag und am gestrigen Donnerstag mit dem Dau der Wasserleitung in unserem Orte. In der Sitzung vom Dienstag gab Regierungsbaurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen die Angebote zur Ausführung der Wasserleitungsarbeiten bekannt. Anschließend folgte eine Aussprache des Gemeinderats über diese Angebote. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde Hebet ein- stimmung dahin erzielt, daß von der Anschaffung von Wassermessern zunächst Abstand genommen werden soll. Den Vertragsentwurf mit der Stadt Gießen über die Wosserlieferung will der Gemeinderat in einer besonderen Sitzung noch einmal beraten. In der Sitzung am gestrigen Donnerstag beschäftigte man sich mit den Angeboten der Firmen Weimer (Gießen), M. Abermann (Gießen) und der hiesigen Unternehmer. Aach längerer Aussprache wurde die Ausführung der in Los II und III enthaltenen Wasserleitungs- und K'anal- arbeiten der Firma M. Abermann (Gießen- zu ihrem Angebotspreis für beide Lose von 175 682,97 Mari übertragen. Die Ausführung der Arbeiten und Lieferungen des Loses II soll die Firma durch hiesige Maurermeister vornehmen lassen. Weiter soll der Unternehmer neben anderen Erwerbslosen auch noch Wohlfahrtserwerbslose der Gemeinde und solche Erwerbslose, die während der Vauzeit ausgesteuert werden, beschäftigen. Bemerkt sei, daß das Angebot der hiesigen Unternehmer um 6000 Mark teurer war, als das Angebot der Firma Abermann. In einer neuen Sitzung des Gemeinderots am nächsten Dienstag soll die Lieferung von Kanalartikeln vergeben werden. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 18. Oft. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde die Kanalisierung, dos Legen der Wasserleitung und die Chaussierung der Gortenstroße, sowie die Kanalisierung eines Teiles der Jungfernstraße beschlossen. Die Lieber« deckung und dos Walzen der Kornblumenstraße, deren Kosten zirka 5000 Mark betragen, wurde ebenfalls genehmigt Die Mittel hierzu sind sichergestellt. Einem Gesuch des Radfahrervereins um Herabsetzung der Festplatzgebühren wurde stott- gegeben, aber nur deswegen, weil der Festplatz noch nicht vollkommen fertiggestellt war und der Verein durch die Verregnung des Samstags einen größeren Einnahmeausfall zu verzeichnen hotte Ein Schreiben des Turnvereins 1862 gab Veranlassung, di« Sportplatzfrage wieder aufzurollen Nachdem allgemein anerkannt wurde, daß dem Arbeiter- Turn- und Sportverein sein Vorzugsbenutzungsrecht nicht zu Unrecht erteilt sei, wurde vorgeschla- gen, diese Angelegenheit der Baukommission zu überweisen, die sich mit den Vorständen der beiden Vereine über die Benutzung des Platzes in Verbindung setzt, um eine Einigung herbeizuführen. Ferner wurde angeregt, einen zweiten Sportplatz auf dem Festplatzgelände zu schaffen. Dem Bauvorhaben von Karl Volzel hoben sich Schwierigkeiten durch die Umlegung der elektrischen Hochspannungsleitung entgegengestellt, doch hofft der Gemeinderat daß es dem Bürgermeister gelingt, im Einvernehmen mit dem Elektrizitätswerk diesen Mißstand zu beseitigen. Schuldiener wird Wilhelm Weller IX., auf den das Los fiel; 33 Bewerbungen lagen vor. g. Klein-Linden, 17 Ott. Der hiesige Schutzmann Horst Grönke. der im Januar an Stelle des langiährigen Polizeidieners Friedr Jung vom Gemeinderat a's Schuhmann angestellt wurde, ist vom Minister des Innern bestätigt und vom Kreisamt Gießen verpflichtet worden. DerneueWwesi-euscheGwßsenderbeiMHIacker und Mütti sehen sich an. Dati legt die Uhr einen Blumentopf und sagt: „Wir wollen Hansi, und die ganze Sippschaft steht an dem Baume und hört zu, was Mananne ihnen erklärt. „Ich muß schon Brötchen holen", sagt Mananne, „hier sind sie." Und alle sehen in den Korb und fassen die Brötchen an. Mütti wird etwas blaß, aber Dati legt seinen starken Arm um sie. Unten steht immer noch Mananne Sie steht breitbeinig und kühn Eines der Kinder ist noch so klein und dumm, daß es bestimmt nicht erfaßt, was vorgeht, aber die anderen sehen staunend auf Mananne und halten sie für groß und stark. Dann gibt Mananne ihnen allen die Hand und läßt sie hinter sich. „Denn ich mutz nun nach Hause , sagt sie fest. Hansi auf dem Roller rollert voran, hinter ihm her rennt Mananne mit ausklatschenden Sohlen, sie ist munter und frech, sie johlt und singt und schleudert den Korb mit den Brötchen im Kreise umher. Sie dreht sich im Kreise mit und Vati und Mutti müßten sich g genseitig halten vo u-lerbrüd- tem Gelächter Und dann fliegt ein Brötchen - wupp - weit hinaus aus dem Körbchen bis auf den Damm, es tanzt und wippt ein bißchen. und der große Hund, der dort umherlungert, er- schrickt zunächst und hat dann Mühe, das tanzende Brötchen zu erwischen. Wau, wau. macht er freudig. Da muß sich Vati längs legen auf die Chaiselongue und strampelt mit beiden langen Deinen. Aus der Praxis. Ein paar Pillen von Peter Purzelbaum. In die Spr.chst-nde eines Berliner Arztes kommt ein Arbeiter der städtischen Kanalisation. Er klagt über ein schlimmes Dein. Zeigen Sie mal her", sagt der Arzt. Der Arbeiter entledigt sich also seiner Hose und präsentiert das Vein. Aa hören Sie mal", entrüstet sich der Arzt, Sie hätten Ihr Bein aber vorher waschen können! Ich wette mit Ihnen, was Sie mir da »eigen ist das schmutzigste Bein von Berlin." Die Wette harn Se Valoren, Herr Doktor", erklärte der Mann in aller Gemütsruhe, „ick zeije Ihn jetzt det andre Deen." Müttt vermutet: LULLl UKLUUllVl. rxi Z Jam l" „Es ist vielleicht sehr voll beim T&ader. Und dann sehen sie schließlich Mananne daher- rnrnoTt päo hat vier Kinder bei stch, außer | xinu Dann jtyvn uv ।„ kommen. Sie hat vier Kinder bei sich, außer Ka- vor. o^Und^der Sekundenzeiger fährt munter russell, der Minutenzeiger ruckt langsam Diele Jahre vor dem Krieg erschien in der Universitätsklinik von Kiel ein stämmiger Landmann - anscheinend Mitte der vierziger Jahre - und bot dem Geheimrat v. Esmarch sein Skelett zum Verkauf an. „Aber mein Dester" meinte Esmarch, „da I würden wir am Ende doch ein wenig zu lange | warten müssen, bis wir den Desih antreten könnten - was wollen Sie denn überhaupt mit dem Geld« anfangen ?" „Ich will nach Australien auswandern, Herr Geheimrat." * Zu dem vor etwa 25 Jahren verstorbenen bekannten Dermatologen Lassar kam eines Tages ein Mann, der an Haarschwund litt. Lassar untersuchte, schrieb ein Rezept und bedeutete dem Mann, er soll sich alle vier Wochen vorstellen. „Ich wohne aber in Dreslau", entgegnete der Patient, „und kann doch unmöglich jedesmal deswegen nach Verlin kommen." „Ra schön. Dann schicken Sie mir alle vier Wochen einige Haare. Ich untersuche diese und verordne dann das Weitere", sagte Lassar. So ging das eine Zeitlang hin und her. Der Mann schickte Haare und Lassar Rezepte zu neuen Mixturen und Salben. Eines Tages kam ein Brief: „Einliegend wieder einige Haare — es sind meine letzten." • Mitten in der Rächt wurde der Landarzt von einem Dauern aus dem Schlafe geklingelt. Er folgte dem Rufe und stolperte beim trüben Schein einet Oellaterne, mit der der Landmann den regennassen Weg beleuchtete, eine Stunde durch die Gegend, um dann festzustellen, dah es sich bei dem Krankheitsfall der Dauersfrau um eine lächerliche Lappalie handelte, zu welcher er auch noch am nächsten Tage viel zu früh gekommen wäre. Aergerlich brüllte der Arzt den Bauern an: „Wie könnt Ihr wegen solcher Dummheit mir die Rachtruhe stören!" „Wissens, Herr Dottor", beruhigte chn der Dauer, „zahl'n könne ma eh net un da Ham ma Eahna bei der Rächt g'holt, dah S' wenigstens koa Zeit versäuma." • Die beiden Landdvktoren — der „zweibeinige" und der „vierbeinige" - waren gut befreundet, was sie aber nicht hinderte, manchmal miteinander zu streiten. Der Tierarzt behauptete nämlich, sein Deruf sei der schwerere, denn seine Patienten könnten doch nicht reden und ihm mitteilen, was ihnen fehle. — eine Ansicht, die der Menschenarzt bestritt. Eines schönen Tages erkrankte der Tierarzt und lieh seinen Freund holen. Dieser erschien und Karlchen hat ein Markstück verschluckt. Die Mutter eilt mit ihm zum Arzt, und der verspricht, mit Hilse von einigen Lösseln Rizinus und der entsprechenden Zeit die Geschichte in Ordnung zu bringen. Die Mutter kann jedoch nicht warten, und so bleibt Karlchen beim Onkel Doktor allein zurück. Das Geldstück erscheint bann auch wieder, und frohgemut trabt Karlchen nach Hause. Unterwegs denkt er bei sich: „Donnerwetter! Don der Mark muß doch mindestens ein Groschen für dich abfallen I" Das Markstück wird also gewechselt, und zu Hause angekommen, zählt Karlchen neun Groschen auf den Tisch: „Hier Mama, mehr hat Onkel Doktor nicht herausgekriegt." stellte nun am Krankenbett die eine und andere Frage — doch hartnäckig schwieg der Patient und machte, als der Menschenarzt ihn auszankte, nur: „Muuuuh!" „Mhmh!" sagte darauf der Doktor zur Frau des Patienten. „Hier habe ich ein Pulver aufgeschrieben, das geben Eie dem Luder zu schlucken und sollte es nicht besser werden, müssen wir notschlachten." Während der Abendmahlzeit klingelt es an der Haustür, dann bringt das Mädchen einen Drief, der soeben draußen abgegeben worden sei, herein. Der Arzt erbricht ihn und liest: „Lieber Kollege, kommen Sie doch bitte heute abend zum Skat in den Goldenen Löwen. Desten Gruß, Meier, Schulze." „Du mußt entschuldigen", sagt der Arzt zu seiner Frau, „dah ich dich heute abend allein lasse. Schwieriger Fall — zwei Kollegen. sind schon da." Waö ist ein Dom? Merkwürdige Frage, wird man denken, und doch ist sie gar nicht so merkwürdig, denn als kürzlich die Meldung durch die ‘Blätter ging, dah der Hamburger Dom verlegt werde, wird sich mancher gefragt haben, wo denn in Hamburg ein Dom stehe. Aber ein Dom ist zuerst mal der Teil eines Dampfkessels, ferner haben wir in Drandenburg an der Havel eine Insel, die auf den Ramen Dom hört. In Dreslau ist der Dom auch nicht nur eine Kirche, sondern auch der Rame des Stadtteils rings um das bischöfliche Palais, und in Hamburg ist der Dom der - Weihnachtsmarkt. Der also wird verlegt, und zwar auf den 16.210* vember bis 14. Dezember. vom Sparen spricht — und man tut es sehr viel und sehr ernsthaft in der Oeffentlickkeit, wie unter privaten Wirtschaftern — dann denkt man an äußerste Einschränkung des Verbrauchs, um zunächst einmal die durch Prciskatastrophen, Steuerbelastung und Vertrauenskrise erschütterte Grundlage des gesamten Wirtschaftslebens wiederherzustellen, um darauf eine neue, nach oben führende Entwicklung aufbauen zu können Die ybee des Sparens zieht sich also durch das gesamte Wirtschaftsleben hindurch und nimmt je nach der Forderring des Augenblicks verschiedene Gestalt an. Allen Einzelfällen gemeinsam ist die zwingende Erkenntnis der Notwcndigkeit, wirtschaft- lich verantwortungsbewußt zu handeln, über den Augenblick hinaus für die Zukunft zu sorgen und so einen Fortschritt der Gesamtheit zu ermöglichen. Der Weltspartag, in diesem Sinne gesehen, gewinnt für uns Deutsche gerade in der gegenwärtigen Lage eine besondere Bedeutung, denn er ist ein Symool für diejenige Kraft, die allein imstande sein wird, uns aus dem „finsteren Tal" der wirtschaftlichen Not und Abhängigkeit wieder auf eine neue Höhe hinaufzuführen. S.jfXfporf Iußball'Großlampf auf dem Waldsportplah. VfB. — VfB. Kurhessen Marburg. 2lm Sonntag stehen sich aus dem Waldsportplatz die Ligamannschaften der DfD. Kurhessen Marburg und des DfD. Gießen im Kampfs um die Punkte gegenüber. Beide Gegner gehören zur Spitzengruppe. Die Marburger DfDer haben bis jetzt fünf Spiele ausgetragen, von denen sie vier gewinnen konnten und nur eines verloren. Die Gießener haben sich als Neuling in der obersten Spielklasse bis jetzt sehr gut geschlagen. In den Gesellschaftsspielen der letzten Jahre unterlag Gießen seinem Marburger Namensvetter stets nur knapp. Die Gäste des kommenden Sonntags verstehen shstemvoll und rationell Fußball zu spielen. Ihr bester Mannschaststeil ist der Sturm mit den bekannten Torschützen Winkler. Döttaer und Fischer. Daß diesem die Läuferreihe und die Hintermannschaft kaum nachsteht, beweist allein schon der Sieg über .Borussia" Fulda. Die Platzmannschaft steht vor einer schweren Aufgabe, der sie aber aller Voraussicht nach in stärkster Aufstellung entgegentritt. Wenn man den Hiesigen auch nur geringe Chancen zusprechen kann, das Treffen für sich zu entscheiden, so erwartet man doch, daß sie die kaum vermeidliche Niederlage nicht allzu hoch werden läßt. Bei etwas Glück sollte ihr vielleicht ein Unentschieden gelingen. Die Ligareserve hat im Verbandsspiel den Vorteil des eigenen Platzes. Der Gegner ist die erste Mannschaft Lollars. Die dritte Mannschaft ist spielfrei. Ebenfalls auf dem Waldsportplah steht die ^2-Iugend der Al-Jugend Steinbach im Pflicht- spiel gegenüber. Die übrigen Iugendmannschaften sind spielfrei. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannfchaft ist am Sonntag spielfrei. Die Reserven müssen dem spielstarksten Gegner in dieser Runde, der ersten Elf der .Teutonia" Steinberg, entgegentreten. Das Spiel findet auf dem Platze in Steinberg statt. Gelingt den Blau- weißen auch in dieser Begegnung ein Sieg, so dürfte deren Spitzenstellung in dieser Gruppe Hie Hertha — hie BSC. Hertha-Berliner SC. haben sich endgültig getrennt. Die zweite Vollversammlung am Donnerstag beschloß fast einstimmig die Loslösung der Fußball-Abteilung Hertha vom Hauptverein. Der deutsche Fußballmeister führt weiter den Namen Hertha-BSC. Die Selbständigkeit kostet Hertha 73 500 Mark, die in fünf Jahren abzutragen sind. Die Trennung erfolgte in bestem gegenseitigen Einvernehmen. Sawall als Segelflieger. Walter Sawall, Exweltmeister der Dauerfahrer und noch heute einer der besten Steher, widmet sich seit einiger Zeit in seinen Freistunden der Segelfliegerei und hält sich bereits längere Zeit in der Rhön auf, wo er auch bereits einige Starts hinter sich hat. Oer Sächsische Schwimmkreis in Konkurs. Der Schwimmkreis Sachsen hat jetzt den Konkurs doch nicht abwenden können. Nachdem alle Versuche zur Behebung der vorhandenen Schwierigkeiten fehlgeschlagen waren, wurden die Vergleichsvorschläge zurückgezogen und das Konkursverfahren geht seinen Gang. Die Gejamtschulden betragen 600 000 Mark, von denen nur ein geringer Teil gedeckt ist. Bekanntlich ist die schwere Lage des Kreises Sachsen auf Veruntreuungen des früheren Kreisvorsihenden Dr. Dünner zurückzuführen. Oer Turnplatz des MTB. Im Südosten der Stadt erstreckt sich, dem Klingelbach entlang, unweit des Schiffenberger Weges ein größerer Wiesenplan, der, mit Ausnahme kleiner Parzellen dem Gießener Männerturnoerein zu eigen ist. Im Lause der Zeit hat der Verein insgesamt ungefähr 16 000 Quadratmeter Wiesenland erworben und seinen Zwecken nutzbar gemacht. Eine wettergebräunte Hütte steht dort, die als Auskleideraum und als Geräteschuppen seit langen Jahren dient, im Hintergründe fällt ein großangelegtes Denkmal auf, das an die im Weltkrieg gefallenen Mitglieder erinnert. Die Namen der Gefallenen sind In die Seltenmauern eingegraben. Die Sportplatzanlage wird zum Teil von Hecken umsäumt. Der Platz, der von den Mto.-Mitgliedern unter Einsatz finanzieller Opfer, sowie geistiger und körperlicher Arbeitskraft in spielfähigen Zustand versetzt wurde, befindet sich zur Zeit in einer Verfassung, die eine gründliche Ueberholung angebracht erscheinen läßt. Wege wären nachzuziehen, die Laufbahn von Gras und Unkraut zu reinigen, an anderer Stelle Gras neu anzusäen, Hecken wären zu beschneiden, die Sprungbahnen aufzuarbeiten, der Platz an den harmonisch eingefügten Ruhebänken, die im hinteren Teil des Turnplatzes zum Sitzen einluden, in Ordnung zu bringen und noch manches andere mehr. Das Denkmal für die Gefallenen, das ebenfalls unter großen persönlichen Opfern geschaffen wurde, bedürfte einer durchgreifenden Reinigung, denn schmutzige Bälle, von unbeaufsichtigter Jugend anscheinend allzuoft gegen das Mauerwerk geworfen, hat es unansehnlich werden lassen. Die diesjährige Turnsaison ist zu Ende; es hätte kaum viel Zweck, in gärtnerischer Hinsicht vor Ein- bruch des Winters an der Anlage zu arbeiten. Um o mehr wird man die Hoffnung hegen dürfen, daß ich im Frühjahr des nächsten Jahres fleißige Hände inben werden, die dem Platz wieder (ein freundliches llussehen geben. Erwähnenswert ist übrigens die Tatsache, daß der Verein erwogen hat, auf dem Grundstück, das äugen- blicklich noch außerhalb der Umzäunung liegt, eine Turnhalle zu errichten. Es bedarf kaum besonderer Betonung, daß der wohlmeinende Gedanke während der nächsten Zeit kaum Wirklichkeit werden wird. Eine vorausschauende Grundstückspolitik hat aber für dieses Projekt bereits die Grundlage geschaffen. Einer besseren Zeit dürfte es Vorbehalten fein, Turnhalle und Turnplatz zu einer idealen Einheit werden zu lassen. Bom Büchertisch des Sports. — „DerSchiedsrichter" vonS.Rosenber- berger und A. Hofschneider. (Preis 4 Mark; 410.) 3m Verlag Dieck & Co. erschien unter bem Titel ..Der Schiedsrichter" ein Buch, das die Spielregeln des Deutschen Fuß» ballbundes mit ausführlichem Text und Erläuterungen, alles Wissenswerte für Schiedsrichter, für den Spieler und für das Publikum vermittelt. Der wesentliche Vorteil jenes Buches ist der, daß all das behandelt ist, was mit den neuen Regeln, den den internationalen Regeln angepaßten Bestimmungen des Deutschen Fußballbundes überhaupt in Verbindung zu bringen ist. In sehr übersichtlicher Form sind die einzelnen Paragraphen zugleich in den verschiedenen Möglichkeiten ihrer Auslegung behandelt. Die Kapitel, „Hnbeabsichtigtcs und beabsichtigtes Handspiel", „Strafstoß", „Freistoß", „Rempeln" usw.» insbesondere aber die Abseitsregel sind zu besserem Verständnis mit bildlichen Darstellungen erläutert. Die Verfasser haben zugleich auf Grenzfälle des Möglichen Bezug genommen. Das Buch stellt für alle, die mit Fußball direkt oder indirekt verbunden sind, einen unentbehrlichen Ratgeber dar. gesichert sein. Die dritte und vierte Mannschaft sind einer Epielklasse (2. Gauklasse) und auch einer Spielgruppe (1) zugeteilt, so daß beide in Vor- und Rückrunde aufeinandertreffen. Das erste dieser Vereins derb y steigt am Sonntagvormittag. Man farm keiner Mannschaft Vorschußlorbeeren erteilen, denn das bessere Können der Dritten wird die Vierte durch größeren Ehrgeiz ausgleichen. Den Schiedsrichter stellt Lollar. Die erste Jugend ist ohne Spiel. Die zweite Jugend empfängt auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe Butzbachs erste Jugend. Die dritte Jugend spielt gegen Niederweisels erste Jugend. ■ Die erste Schülerelf hat zu Hause Nauborns Schüler zu Gast. Handball der Sp.-Bg. 1900. Am Sonntag tragt die erste Handballmannschaft der Sp.-Vg. 1900 auf eigenem Platz ein Spiel aus. Gegner zu diesem Freundschaftstreffen ist die Hnterosfizier-Mannschaft des hiesigen Bataillons. Die Gäste verfügen über eine gut durchgebildete Mannschaft mit verschiedenen hervorragenden Ein- zelkörmern. Für 1900s Elf wird das kommende Spiel als Vorbereitung für die Verbandsspiele, die in aller Kürze beginnen, wertvoll sein. Die Frage nach dem Sieger muh offen bleiben. Oie Spesenfrage kommt nicht zurRuhe. Einen bemerkenswerten Beschluß faßt« auf feinet General-Versammlung der 1895 gegründete Sport-Club Erfurt zu der auf dem Dresdner Bundestag beschlossenen Spesenregelung und den vor kurzem vom Mitteldeutschen Verband getroffenen Ausführungsbestimmungen: ..Der SC. Erfurt ist mit der bisherigen Behandlung der Berufsspieler und Amateur-Frage nicht einverstanden und beauftragt seine Leitung, beim Gau, Verband und DFD. darauf hinzuwirken, daß die reinliche Scheidung zwischen Berufsspielern und Amateuren durchgeführt und in der Spesenfrage keine unterschiedliche Regelung, weder in den einzelnen Verbänden, noch in den Vereinen, vorgenommen wird. Die vom DMBV. verfügte Regelung der Spesenfrage wird abgelehnt und verlangt, daß den Verhältnissen der mittleren und kleineren Vereine Rechnung getragen wird." Aun auch $eröl Swatosch ... Be i dem am kommenden Sonntag in Gelsenkirchen stattfindenden Rückspiel zwischen dem „Meister des Westens" (Schalke 04) und dem i. FC. Wuppertal (SSV. Elberfeld) wird bei den Wuppertalern auch Ferdl Swatosch, der vom Rheinbezirk kaltgestellte Sturmführer der Sp. Vg. Köln-Sülz mitwirken. Srauenftirnen, eine AotwendiM. Die Stellung der deutschen Frau im öffentlichen Leben ist in der Kriegs- und Nachkriegszeit eine wesentlich andere geworden, als sie früher war. Die Frau ist selbständig in den Kampf um das tägliche Brot eingetreten und damit Mitbewerberin des Mannes auf allen Gebieten geworden. Ihr neuer Aufgabenkreis verpflichtet sie auch zu gau3 anderen körperlichen und Nervenleistun- gen als früher. Kein Wunder, daß unter solchen neuen Voraussetzungen auch die Leibesübungen der Frau ganz anders in Erscheinung treten konnten und mußten, als dies früher der Fall gewesen ist. Heute tummeln sich Hunderttausende von Frauen aller Altersstufen, von der Greisin bis zur Iungturnerin, dazu aber auch viele Kinder, in den deutschen Turnvereinen, um sich hier Kräfte und Gesundheit und Gewandtheit und Lebensfrische zu erwerben und erhalten. Diese Entwicklung ist eigenartig dadurch gestaltet worden, daß sie nicht nur an die Frauen herangetragen, sondern von diesen selbst ausgenommen und weiter gefördert wurde. Die ersten Anfänge des Frauenturnens in Deutschland mußten sich an das Männerturnen anlehnen, da Vorbilder und Erfahrungen fehlten. Seitdem aber in immer verstärktem Maße die deutsche Frau selbst in die Führerstellen ihrer ureigenen Leibesübungen eingetreten ist, formt sie sich ihren Hebungsbetrieb selbst entsprechend ihren Neigungen und aus ihrer inneren fraulichen Einstellung heraus. Das bedeutet aber nicht, daß Gutes, Altes, Bewährtes aufgegeben wird, im Gegenteil, heute haben wir noch viele tausend Frauen und Mäd- chen, die sich freudig und gern an den Geräten tummeln, um sich zu kräftigen, oder aber, um im Wettkampf ihre Leistungsfähigkeit zu erproben. Daneben aber hat die Frau auch die Körver- schule für sich dienstbar gemacht, und vor allem in besonderen, eigenartigen Formen, d i e dem weiblichen Wesen besonders entsprechen. So ist z. B. das weite Gebiet der rhythmischen Gymnastik für die körperliche Erziehung des weiblichen Geschlechts in Deutschland auch in den Turnvereinen ausgewertet worden. Turnerische Musterschulen ha6en den Grundstock gelegt für die Hebungsauswahl und die Lehrweise. Der Hnterschted des gymnastischen Betriebes in den Turnvereinen gegenüber bem in besonderen Gymnastikschulen ist ber, bah dieser wertvolle Teil des gesamten Turnens nicht der einzige ist, der gepflegt wird, sondern nur ein Teil. Damit ist all denen, die nicht für rhythmische Betätigung geeignet sind, — und es sind viel mehr, als man gemeinhin anzunehmen geneigt ist — die Möglichkeit gegeben, sich ihrem Können und ihren Neigungen entsprechend zu tummeln. Es ist eine ganz falsche Auffassung, wenn man meint, jede Frau fei auch rhythmisch veranlagt und müßte deshalb auch alle rhythmischen Hebungen gut ausführen können. Endlich ist es auch Geschmacksache, ob und wie weit jeder die eine oder andere Hebungsart betreiben will. Im deutschen Turnen ist neben dem Hallenturnen, neben der Körperschule und ber rhythmischen Gymnastik auch bas weite Gebiet bes Sprungs, Laufs und Wurfs für die Frau erschlossen. Sie kann sich hier betätigen und, wenn sie zu Wettkampfzielen strebt, ihr Können unter Beweis stellen. Auch das Tum- und Sportspiel findet in ber DT. eine gute Pflegstätte, und Tennis, Faustball, Hockey, Schlagball, Trommelball, Handball bereiten vielen Turnern und Turnerinnen große Freude. Aber auch das Schwimmen und Wasserspringen wird betrieben, ebenso das Florettfechten. Außerdem pflegen alle deutschen Turnvereine das Wandern. Hier werden der Frau Stunden der Freude beschert, und das Wandern bringt sie ber Natur nahe. Auch sei daran erinnert, daß die DT. sich in immer steigendem Maße bem Rubem und Wasserfahren zuwendet, und um den Ausbau des Wasserfahrens besorgt ist. Endlich bleibe nicht unerwähnt, daß das Skiläufen, Schlittschuhlaufen, Rodeln, weiteste Verbreitung in der DT. gefunden haben. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ahne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 2H. TH. ®. 1. Ihr Mieter ist Staatsbeamter und nicht, wie es im Reichsmietengesetz heißt, „Hnter- nehmer eines gewerblichen Betriebs". Eine Forderung auf Mieterhöhung erscheint danach als aussichtslos. — 2. Für den Fall, daß eine gütliche Auflösung des Mietvertrags unmöglich ist, könnten Sie eine Klage auf Aushebung des Mietverhältnisses vielleicht auf § 4 des Mieterschutzgesehes gründen, dessen Anfang lautet: „Der Vermieter kann auf Aushebung des Mietverhältnisses klagen, wenn für ihn aus besonderen Gründen ein so dringendes Interesse an der Erlangung des Mietraumes besteht, daß auch bei Berücksichtigung ber Verhältnisse des Mieters bie Dorenthaltung eine schwere Hnbilligkeit für den Vermieter barstellen würde." Bücheriisch. — Richard Graf Dumoulin Eckart. Geschichte der deutschen Hniversi- täten. Stuttgart, Ferdinand Enke 1929 (581). — Das vom Verlag hübsch ausgestattete Buch (473 S., 42 Tafeln) schlägt man mit großen Erwartungen auf, ist aber bald enttäuscht, wenn man merkt, wie ungleichmäßig die einzelnen Perioden geschildert zu werden pflegen, und wie so manches für die Entwicklung ober Charakteristik der betreffenden Hniberfität Wertvolles fehlt. Ein ganz besonderer Hnftem aber hat über unserer Ludoviciana gewaltet. Daß von den acht auf Gießen entfallenden Seiten sechs den ersten fünfzig Jahren gewidmet sind, ist ein arges Mißverhältnis. Ihm ist es zu danken, wenn wir recht vieles für Gießen Bezeichnendes vergebens suchen. Hm nur einiges zu nennen: kein Wort von der der wissenschaftlich theologischen Durchbildung dienenden alten Stipendiatenanstalt, von den vielversprechenden Ansätzen theologischer Reformen durch Babrdt und Schulz (schon 1773 ein Predigerseminar!), bie freilich wegen ber so wenig gefestigten Charaktere ihrer Träger keine Frucht tragen konnten, und von der modernen durch Stade inaugurierten Theologenschule mit ihrer ganz markanten Stellung in" der Wissenschaft. Warum fehlt die Errichtung der ökonomischen Fakultät durch Schlettwein 1777,* die sich selbst zwar nicht halten konnte, aber die Veranlassung zur Pflege einer ganzen Reihe von Fächern wurde, bie sonst nicht ober nicht in dem Außmaße an Hniberfitäten vertreten waren. DaS gilt besonders von der Tierheilkunde und Forstwissenschaft, durch deren Einbeziehung in den akademischen Hnterricht bekanntlich Gießen bis kurz vor dem Weltkriege die einzige Möglichkeit zur Erwerbung des Doktorgrades 'in diesen Fächern bot Eine weitere Besonderheit bildeten die 1874 aufgehobenen Professuren für Architektur und Ingemeurwissenschaft. Die katholisch-theologische Fakultät mußte ebenfalls mit einem Satze Erwähnung finden. Für Liebig nur ein recht farbloser Sah! Hnd die von ihm inaugurierte Blüte der Naturwissenschaft ist ganz übergangen bis auf die falsche Angabe, daß sich Dunsen in Gießen entfaltet habe (Verwechselung mit Duff). Auch manches andere hätte sich bei geschickterer Stoffverteilung selbst auf acht Seiten noch einfügen lassen, wie etwa die Erteilung der Doktorwürde der Geburtshilfe nach regelrechter Prüfung an einige Damen schon vor hundert Jahren. Aber, wenn nun wenigstens das Geboten« frei von Hnrichtigkeiten untf Druckfehlern wäre. Auch nach dieser Seite wird bem Leser auf ben paar Seiten ungewöhnlich viel zugernutet. Daß z. B. in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts an Professuren für germanische Philologie und Päbagogik nicht zu denken war, weiß jeder auch nur ganz oberflächlich mit der Geschichte des Hn- terrichtes Bekannte. Gemeint sind ber Vertreter des Griechischen und ber Gymnasialbirektor, ber den Titel Pädagogiarch führte, ©onbetbar mutet an, wie der Ausbau der städtischen Verwaltung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, ber obenbrein für die Hniversität kaum von erheblicher Bedeutung war, mit dem berühmten Archäologen Friedrich Gottlieb Weicker, der recht wenig geschickt mit „ein junger Mann namens Weicker" eingeführt wird, in einen sich ergänzenden Gegensatz gebracht wird. Die bekannte burschenschaft- liche Vereinigung ber Gießener Schwarzen nennt ber Verfasser Bund ber schwarzen Brüder, was obendrein Anlaß zu Konfusion mit den Orden geben kann, Die beiden folgenden Sähe über die studentischen Verbindungen der Zeit um 1818 geben kein rechtes Bild der Entwicklung dieser Verhältnisse. Versehen wie „Gotho Predus" statt „Gothofrebus", „Vvltäus" statt „Vulteius", Amalie Eleonore statt Amalie Elisabeth (die bekannte Kasseler ßanbgräfin) durften nicht stehen- bleiben. Leider ließ sich diese Liste noch lange fortsehen. So ist vor bem Kapitel Gießen nur zu warnen. Es kann Weber als Quelle ber Belehrung noch als Hilfsmittel ber Forschung dienen. — Dr. Max Ape 1: Die Weltanschauungen der großen Denker. Reclams Uni» versal-Bibliothek Nr. 7053/54. Geh. 80 Pf., geb. 1.20 Mark. (142.) — Die vorliegende Darstellung zeigt auch dem Laien einen Weg, wie er zu dem Lebenswerk ber großen Denker von Plato bis Schopenhauer ein inneres Verhältnis finden kann. In anregender und leichtoerständlicher Weise zeichnet das Werk knapp und erschöpfend die großen Weltbilder, die das Denken der Menschheit beherrschten. Der Verfasser versteht aus jahrelanger Praxis als Vortragender die Kunst, solid fundierte Wissenschaft für einen größeren Leserkreis fruchtbar zu machen. — Hanns Johst: So gehen sie hin. Ein Roman vom sterbenden Adel. Umschlag- und Einbandzeichnung von Prof. Dr. W. Tiemann. Leinen 8,50 Mark. Verlag von Albert Langen, München. (366.) — Wurzellos Gewordene, Ziellose, Fürsten ohne Fürstentum, Prinzen ohne Herrschaft, Aristokraten eben, die alles verloren haben, nur die Haltung nicht. Sitzen vorerst noch um das Ufer eines großen deutschen Sees, gute Freunde und Nachbarn: Herren und Damen, die von Geburt her auf den Brettern standen, die die Welt bedeuten, und denen man diese Bretter unter den Füßen weggezogen hat. Sie geben keine feierlichen Diners und keine fröhlichen Jagdfrühstücke mehr, sie haben die Dienerschaft, bis auf karge Reste, entlassen, Gras wuchert zwischen den Steinen an den Auffahrten ihrer Schlösser, aber man kommt doch noch zum Tee zusammen, und die jungen Frauen ihrer Gesellschaft erhellen immer noch den Tag dieser Männer, wie Blumensträuße ein dunkles Zimmer, machen namenlose Prinzen zu Märchenprinzen und Dichter zu Landfahrern der Sehnsucht. -EDDENfomoTTl N W M INORMAL-nfi I »OSE düPfg. mSStsrndern SMm» JMgt bloss *0» iiift Ud«* “'TOdOlllM* 2? »Ocetwl-Sl >2'*111 ;ViN I DOPPEL-En DOSE SOpFg. ™ ALLES FÜR VIM-DECKEL-SCHÖNE GABEN ! RM.145/0HNE RÖHREN BRIEFANSCHRIFT AUS U. SA. Der SUt* der Straße ^ede< „unportane Kss. <*-• ednen |f •___ Rückvergütung. 7149 D Fran Elisabeihe Pleiller, Seb. Lotz Wieseck (Gießener Straße 152), den 17. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19 Okt, nachm.4’/t Uhr. statt. ?1tOD 7116 D Oroßen-Linden, den 18. Oktober 1930. 06478 Acker 2244 qm Acker 2509 qm Acker 2511 qm Acker 2209 qm Acker 2209 qm 06473 Karl Schmidt, Gießen, Neuenweg 42,Tel. 3075 Für Wiederverkäufen besondere Preise 6454D Znhib.inApotbete. Droger. n. wo PU kete elehtbar. Nach einem arbeitsreichen Leben verschied plötzlich und unerwartet meine Hebe Frau, unsere unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Gießen (Marburger Str. 40), 18. Okt. 1930. 7141D Hiermit bringe ich der Elnwohnerschatt von Gießen (Kugelberg. Plattenhausen) zur Kenntnis, daß ich neuerdings neben Bansmadier Wetleraner Warst aa» die Wostwarea der Firma Meister führe. Auf diese Waren gewähre ich 5% M Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 14. Oktober 1930 eingetragen: „hessische gemeinnützige Wohnungsbau- gejeuichaft mit beschränkter Haftpflicht", (Siegen. Gegenstand des Unternehmens ist: a) Erwerb von Aktien der Gemeinnützigen Attiengeselljchaft für kleine Wohnungen in Darmstadt: b) Beschaffung von Baugelände; c) Errichtung und Verwaltung evtl, auch Veräußerung von gesunden Klein- und Mittelwohnungen für Minderbemittelte, insbesondere auch für kinderreiche Familien durch das Handwerk und Gewerbe in Gießen und Umgebung; d) Be- Asbest- Platten 1,2,3.4 und 5 mm, wieder nm Lager. 6785D CarlSchunck Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben, unvergeßlichen Gatten,sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, und die Kranzspenden tiefgefühlten Dank. Marie Bechtold. Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen lieben Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkels Herrn Georg Bopp VI., Altbürgermeister sagen wir hiermit innigsten Dank. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für seine trost- reichenWorte, sowie dem Herrn Bürgermeister.dem Kriegerverein, dem Gesangverein und für die vielen Kranz- und Blumenspenden. Die trauernden Hinterbliebenen. Bellersheim, Gießen, Berstadt, den 18. Okt. 193(1 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die wir bei dem langen Krankenlager und dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen erfahren haben,' sagen wir Dank. Ebenso Herrn Pfarrer Schultheiß für seine Worte am Grabe. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Phil. Luh VII,, Rangierm. i R. „zum Hüttenberg". Waagen und Gewichte aller Art empfiehlt u. 1 werd.eichsähig bergest. Gießen (Moltkestraße 24), den 18. Oktober 1930. 06114 Danksagung. Ftlr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Hartmann. Hessische Landwirtschaftliche Schule Buhbach. Der diesjährige Lehrgang der hessischen Landwirtschaftlichen Schule zu Butzbach beginnt Montag, den 3. November, vormittags 10 Uhr, in dem Schulgebäude. Lang- gaffe 17. Aufnahme finden Schuler, die mindestens Ostern 1929 oder früher die Volks- schu' verlassen haben. Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an die Landwirtschaftliche Schule Butz- bad) zu richten, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. Der Leiter der Landwirtschaftlichen Schule Butzbach. Dr. Sienft. Pr>ma Spelle- n. Salat- Snloffeln W. Hankel NcutnBiiuc7."'D Telephon 2612 Bullenverkauf. Die Gemein', e Beuern beabsichtigt au dem Submissionswege einen jungen fetten Simmentaler Bullen zu verkaufen. Offerten hierzu mit Preis für pro Zentner Lebendgewicht sind bis Mittwoch, den 22. d. IN., nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind. 7119D Beuern, den 16. Oktober 1930. Hessische Bürgermeisterei Beuern, Linden st ruth. issige Haut, Pickel, Mitesser unreinenleint beseitigen und verhindern im Alter von 56 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: lob. Karl Pfeiffer. sollen im Saale des Hotels Hopfeld in Gießen, Friedrichstraße 4, die der Frau Else Dill geb. Seipp in Weilmünster gehörigen, in der Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücke: 7125D Flur XXIII, Nr. 214, 2242 qm Acker pm grünen Weg in der Pfannlach, Flur XXIII, Nr. 215, — Kupferkessel fabrizieren als Spezialität Wilhelm ZimmerG.ni.b.H. Abteilung Kupferschmiede Bahnhofstr. 12 GieSen TeL2072 Zwangsversteigerung Ä Am Donnerstag, dem 11. Dezember 1930, vormittags 9 Uhr, wird im Amts- oerichtsgebäude zu Gießen, Rimmer 112, das dem Simon Tbeifebach in Gießen im Grundbuche Band 15, Blatt 728 zugeschriebene Anwesen Wetzsteingasse 21 und 2o T[ur 1, Nr. 1159 - 111 qm Bauplatz, Tlur 1, Nr. 1162 = 594 qm hofrcite, geschätzt 22 335 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 7108D Gießen, den 16. Oktober 1930. 3 A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Mieren SüllMllilM werd, fachgemäß u. preiswert ne- fttmml u. revar. 6.6 um Sieben, pioiMHi Telephon 2403. Verkant v. neuen it. flebt. Sllao. teeeeeeee—eeee» daselbst, Flur XXIII, Nr. 231, auf dem Flutgraben, Flur XXIII, Nr. 232, daselbst, Flur XXIII. Nr. 233, daselbst Flur XXIII, Nr. 234, treibung aller Geschäfte, die den unter c aufgeführten Zwecken dienen, sowie sonst zur Förderung der Ziele der Gesellschaft geeignet sind; e) Beteiligung oder Mitwirkung an anderen gleichgearteten oder ähnlichen Gesellschaften oder Unternehmungen oder deren Vertretung zwecks Erreichung der Ziele der Gesellschaft. Das Stammkapital beträgt 20 000 Reichsmark. Geschäftsführer find: Friedrich Zutt jun., Weihbindermeister, und Heinrich Weimer jun. Bauunternehmer, beide in Gießen. Der Gesellfchastsvertrag ist am 30 Juni 1928 mit Nachtrag vom 8. Februar 1929 festgestellt. Die Gesellschaft wird durch die beiden Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer und einen Stellvertreter vertreten. Die Genehmigung der Gesellschaftsversammlung ist erforder- lid) für: 1 Erwerb und Veräußerung von Grundstücken. 2. Pacht- und Mietverträge über Grundstücke, welche auf länger als em Jahr abgeschlossen werden. 3. Die Bestelle. von Prokuristen. 4. Abschluß von Dienst- und Werkverträgen. 5. Zustimmung 3it allen wesentlichen Geschäftsvorgängen, ß Einforderung von Einzahlungen auf die Stammeinlagen. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Deutschen Reichsanzeiger. 7Uö/u Gießen, den 16. Oktober 1930. Hessisches Amtsgericht. Arbeitsvergebung. Auf Grund der Reichsverdingungsord. nung sollen die für die Hofanlage bei dem neuen Postgebäude in Lich erforderlichen Pflasterarbeiten (zirka 290 qm Kopfpflaster) vergeben werden. 7114D Zeichnung und Bedingungen sind auf unserem Amte, Zimmer Nr. 4, einzusehen, woselbst auch die Angebotsunterlagen abgegeben werden. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Freitag, 24. Oktober 1930, vorm. 10 Uhr, bei unserem Amt, Stephanstraße 18, Zimmer 4, einzureichen. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 17. Oktober 1930. Hessisches Hochbauamt Gießen. Berth. HERBA-CREME Zu haben In Apotheken, Drogerien und -P®rf0;^, rlf"; Herba-Seife RM -.65 30°/° verstärkt RM Herba-Creme in Tüben fetthaltig, fettfrei RM -.60, in Dosen fettha MhIioIz ofenfertin, Anseuer- bolz, Sagemehl z. Näuch. u. Ltreuca. Z.Wellhöser, Tel. Die Regenzeit beginnt! >a btltprcifen. 70000 Heinrich floiniann Segelluchdecken-und Zeliesabr., vlarben- velm, Telephon 2904 NB. Ein Voiien Wa« ocnplnnen 3x4 Riet. zumAuSnabmeprel» von RAt.2^0 vr.qrn, solange Borrai.____ Miiiigei* stets vorrätig C533D (5. Niibiamcu. Aernfur. 36B9. Pianos oder Harmoniums werben erstkl. u. pretvw. gestimmt n. repariert durch Erwin Zollinßer Sllnuicttcdinilcr u. gevr. Stimmer. Berkaus von neuen u.gebr. Pianos.».,^ Gießen, Selterö- weg 79 a. Tel. 3610 Gewerbe- und Mschinenbauschule Gießen. Maschinenbauschule, Abteilung für Baugewerbe, Schreiner-Fachschule, Maler-Fachschule, Schuhmacher-Fachschule, keramische Abteilung, Vorbereitung auf die Kunst- gewerbeschule. (Fachkurse für Elektriker, Schweißer usw.) 6868D Beginn 1. November. Heute Nacht 2 Uhr verschied nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Herr Wilhelm Weller II. Schuhmacher im 66. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Weller, geb. Völzel Wieseck, den 18. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Montag, den20. Oktober, 4 Uhr nachmittags, vom Sterbehause, Wieseck, Rabenauer Straße 12 aus statt. Bekanntmachung. Dienstag, den 21. Oktober 1930 abends 7 Uhr Haben " schon einmal meine neuen Verkauf*- Räume besichtigt? — Wenn nicht, dann kommen Sie sofort zur un» verbinbllchen Le« sichNgung. Ich habe mein Lager um das dreifache erweitert. Mein Prinzip Gute Qualität, äufrcrt't kalkulierte Preise: 71Ü4D | Bequeme tihlungmlse Lieferung frei! Möbelhaus K.Espich Lollar Daabringer Straße 21 Montag, den 20. Oktober, ab 2 llhr nachmittags, versteigere ich im LasS Ernst Ludwig: ein Wirtschaftsbüfett mit Marmor-Abdeckung (4 Meter lang), einen Gläser- schrank mit Spiegelrückwand, eine La- dentheke mit Marmor, einen Warenschrank mit Schiebetüren und Spiegel- rückwand (für Konditorei), mehrere Glasplatten mit Messingstanaen zum Ausstellen und einen Erkerverschluß. Versteigerung bestimmt. (7138D LudwigSaetmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Montag, den 20. Oktober 1930 nachmittags 2 Llhr, rersteigere ich in Großen-Linden zwangsweise gegen Barzahlung: ein Klavier, eine Standuhr, eine Ständerlampe, ein Büfett, eine Kredenz, einen Ausziehtisch mit sechs Stühlen, einen Rauchtisch einen Bücherschrank, zwei Lederklubsessel, ein Sofa, fünf Del» gemälde, einen Lastkraftwagen. 7139D Zusammenkunft: Bürgermeisterei. Der« Gerichtsvollzieher In Gießen Hans Helfrich Lebensmittel- u. Feinkostgeschäft * Friedensstraße 2. Telephon 4343. Bekanntmachung. Dienstag, den 21. Oktober 1930, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauen- euche schutzgeimpft. 70720 Auftriebszeit am Markttage von 7S bis 8% Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 29. Oktober 1930 statt. Gießen, den 18. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. daselbst, in Teilstücken von je zirka einem halben Morgen einer öffentlichen freiwilligen ver- teigerung ausgesetzt werden. Der Lageplan kann bei der Firma Schaumberger & Sohn in Gießen, Lud- wigstraße 30, eingesehen werden. Gießen, den 17. Oktober 1930. Dr. Rosenberg, Hessischer Notar. Bekanntmachung. Bett.: Prüfung für Geschäftsslenographen. Am Sonntag, dem 23. November ö. J., morgens 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, eine Prüfung der Geschäftsstenographen statt. Geschrieben wird nur in der Einheitskurzschrift, und zwar in den Abteilungen 150, 180, 200, 220 und 240 Silben. — Zum erstenmal wird auch eine Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 Silben abgehalten. — Die Gebühren betragen 2 RM. für die Hauptprüfung und 1 RM. für die Vorprüfung; sie sind mit der Anmeldung (Angabe der Silbenzahl) zu entrichten, welche bis zum 12. November 1930 bei dem Sekretariat zu erfolgen hat. — Wer die Uebertragung in Maschinenschrift vornehmen will, hat die Maschine selbst zu stell-»»!. 7129D Gießen, den 18. November 1930 Industrie- und Handelskammer Gießen, ge;.: Schirmer, Kommerzienrat. BMW durch eine für Sie vollkommen unverbindliche Probefahrt. '7096D Mantelstoffe Seiden und Samte Preis. R., Hauptwachtmeister Bitte meine Schaufenster zu beachten 7095 A 750 tcm Wanilerer|yy sperr hoi 1 = . - = CD . aI am aHah IrX* av -Motorrad mit Beiwagen Telephon 4067. Kaiserallee 45. Preis-Abbau! 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Auch zu Beginn der neuen Woche setzte sich unter dem Elnsluß der ungünstigen innerpolitischen Verhältnisse der ÄurSabbdu roeiter fort zumal das Publikum in seiner Angst in gröberem Ausmaß zu Abgaben schritt. Auch die schwache Veranlagung der Veuyorker Börse trug zur pessimistischeren Beurteilung der Lage bei Ausschlaggebend dürste wohl in der Hauptsache die Diskonterhöhung der Rcichsbank gewesen sein und auch die Mutmaßung, daß durch den starken' Devisenabzug sich eine weitere Erhöhung erforderlich machen würde. Aber wider Erwarten schlug die Tendenz um. Die Stimmung wurde zuversichtlicher. Ausschlaggebend hierfür war als tendenzänderndcs Moment das 3 u st a n d e - kommen des Lleberbrücku» gskredits Abgaben wurden nur noch in ganz geringem Umfange vorgenommen. Der stark befürchtete Streik in der Berliner Metallindustrie prallte an der inneren Widerstandskraft der Börse fast voll- kommen ab, da man gleichzeitig vermutete,, daß doch eine Einigung, und zwar zu etwas besseren Bedingungen für die Arbeitnehmer erzielt werden wird. Die Berliner Straßenunruhen anlählich der Reichstagseröffnung deprimierten wohl anfangs etwas. Im allgemeinen büßte die Börse von ihrem Optimismus aber kaum etwas ein, da sich die Beurteilung der Lage durch hinzukommende günstige Momente weiter gebessert hatte. Die Auslandbörsen lagen zumeist ebenfalls ge° bessert. Dann ließ die Nachfrage nach Devisen stark nach, wodurch eine Erhöhung des Reichs- bankdiskonts hinsällig geworden sein dürste. Das Interesse für die Mark steigerte sich ebenfalls wieder. Gegen Ende der Woche besserte sich die Tendenz weiter. Die Verfassung der Börse konnte als sehr fest bezeichnet werden. Das Geschäft nahm in einzelnen Werten, bei zunehmendem Interesse von Auslands- sowie Publikumsseite, lebhafte Formen an. Die günstigen Außenhandelsziffern. sowie die sesten Ausland- börsen übten entscheidenden Einfluß aus. Kurs- besserungen in führenden Werten bis zu 6 Proz. an einem Tag waren keine Seltenheit. Vereinzelt setzten ganz erhebliche Kurssteigerun- gen ein. Material kam nicht mehr an den Markt. Im Vordergründe standen Reichsbankanteile. Echiffahrtswerte. Aku, Bemberg, Dt. Linoleum, I.-G.-Farben, Ilse Bergbau, Aschersleben, Rheinische Braunkohlen, Salzdetfurth. Schuckert, Siemens, Westeregeln und Waldhof, die von 10 bis zu 20 Proz. gegenüber der vergangenen Woche anzogen. Rur Chadeaktien waren im Zusammenhang mit der schwachen Veranlagung der spanischen Valuta 12 Mark schwächer. Auch für Bauunternehmungen und besonders für Kassapapiere machte sich auffallend starkes Interesse bemerkbar. Auch am Pfandbriefmarkt hat sich in dieser Woche die Situation grundlegend geändert. Die Rachfrage hat zum Teil wieder beträchtlich zugenommen. Für Liquidaüonspfandbriefe und sechsprozentige Schuldbuchforderungen war das Interesse bei anziehenden Kursen zeitweise erheblicher. Rur in Goldpfandbriefen war das Geschäft noch ziemlich ruhig. Am Devisenmarkt nahm das Geschäft wieder einen normalen Verlauf. Die starken Abzüge haben ganz nachgelassen. Spanien lag erneut schwach. Die Mark konnte sich wieder befestigen. Am Rentenmarkt hat das Interesse sür deutsche Anleihen zugenommen. Auch Ausländer besserten sich. Rur Mexikaner lagen schwächer. Die Woche schloß zuversichtlich und fest. Unter vereinzelten Schwankungen, die durch Gewinnmitnahmen verursacht wurden, konnte sich die Mehrzahl der Papiere weiter bessern. Auch wurde die Ablehnung des Mißtrauensantrages gegen Braun günstig verbucht. Man hofft zuversichtlich auf eine weitere Klärung der innerpolitischen Verhältnisse. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Die Tendenz auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche allgemein nach unten gerichtet, so daß im Zusammenhang-«pit dem teilweise Widder ganz erheblichen Auftrieb die Preise fast allgemein bis zu 3 Mark nachgaben. Entspannung am Geld- und Devisenmarkt Die Lage am Geld - und Terminmarkt hat im Verlaufe dieser Woche unverkennbar eine leichte Entspannung erfahren. Besonders dürste die ungünstige Dcvisensituation überwunden sein, so daß die Möglichkeit der Rückkehr normaler Verhältnisse am Geld- und Devisenmarkt gegeben scheint, vorausgesetzt, daß in der innerpolitischen Lage nicht unvermutet Komplikationen auftreten. Die vorsorgliche Maßnahme der Reichsbank, die Erhöhung des Diskontsatzes, die einen Schreckschuß darstellte, um den Ansturm am Devisenmarkt einzudämmen, hat also doch einen gewissen Erfolg gehabt. Dies ist um so mehr zu begrüßen, als es Ende der vergangenen und zu Beginn dieser Woche noch den Anschein hatte, als ob die Reichsbank genötigt fein würde, eine weitere Erhöhung des Diskonts vorzunehmen. Besonders die Angleichung des Privatdislontsayes am vergangenen Samstag an den offiziellen Diskontsatz von 5 Prozent hatte in Börsenkreisen diese Frage austauchen lassen. Durch die Entwicklung bis heute ist sie aber vorläufig gegenstandslos geworden. Bereits dieser Tage hat die Entspannung am Devisen, und Tlotenmarkt erhebliche Fortschritte gemacht, roae schon daraus hervorgeht, daß am Donnerstag jum erstenmal wieder der Ausgleich zwischen Nachfrage und Angebot sich im Markte selbst vollzog, da das Angebot sowohl in Devisen als auch in Roten reichlich war. Auch hat seit Dienstag die Reichsbank kein Gold mehr abzugeben brauchen. Der heute erschienene Medioausweis der Reichsbank, der noch einen Goldabfluh von 225 Mill. Mk. in der Berichtsperiode aufweist, hat also bis zu einem gewissen Grade nur noch historische Bedeutung, da sich inzwischen eine entscheidende Wandlung am Devisenmarkt vollzogen hat. Zudem ist. wie verlautet, zu beachten, daß von der Reichsbank seit Absassung des Medio-Ausweises noch 70 Millionen Mk. in ein Depot bei der Dank von Frankreich gelegt, also nicht verkauft worden sind. Die Entspannung am Devisenmarkt gewinnt noch dadurch besondere Bedeutung, daß sie gleichzeitig mit der monatlichen Transferierung der Reparationszahlungen durch die Reichsbank erfolgte; hatte man doch gerade im Zusammenhang mit der monatlichen Transferierung mit einer Versteifung am Devisenmarkt gerechnet. Weiter ist zu beachten, daß in der nächsten Zeit der älebcrbrüdungefrcöit (530 Mill. Mk.) berein- fommen wird, so daß also wohl weiter mit einer Besserung der devisenpolitischen Situation zu rechnen sein dürste. Dadurch dürfte eine neue Diskonterhöhung, oder das Mittel einer Kreditrestriktion vorerst nicht erforderlich sein. Am Geldmarkt selbst war gestern der Satz für Tagesgeld unverändert aus 4,5 bis 6 Prozent (am 14. und 15. Oktober noch 5 bis 7 Prozent) gesprochen. Eine Aenderung des Privatdiskonts (5 Prozent für beide Sichten), bei der man mit der Möglichkeit einer geringen Ermäßigung des Satzes rechnete, kam vorläufig noch nicht in Betracht. Die internationale Geldslüssigkeit hält in unge- schwächtem Maße an, besonders in den von den äapifalflüdjllingen bevorzugten Ländern wie Holland und Schweiz. Allerdings haben die deutschen Plätze Don_ der Geldflüssigkeit an den ausländischen Weltbörsen bieder nicht genügend profitiert. Lediglich am Schweinemarkt, der in der letzten Zeit besonders stark gedrückt war, konnte man trotz des größeren Auftriebes eine gewisse Widerstandsfähigkeit feststellen, und bei etwas regerem Handel lagen die Preise bis zu 1 Mark gebessert. Gegen Ende der Woche war das Ge- schäst jedoch wieder ziemlich schleppend, die Preise gingen sogar noch unter das Vorwochenniveau zurück, doch kommt dies in den Notierungen nicht zum Ausdruck, da am Nebenmarkt keine amtlichen Notierungen festgesetzt werden. Am R i n derma r k t war der Auftrieb für die jetzigen ungünstigen Wirtschaftsverhältnisse zu stark. Das Geschäft entwickelte sich daher nur sehr langsaim und war während des ganzen Marktes schleppend. Bei bis zu 3 Mark niedrigeren Preisen verblieb großer äleberftanb. Dullen, die seither noch am besten gefragt waren, standen dabei im Vordergründe. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Etwa 50 Prozent des Auftriebs wurden wieder in die bekannten Versorgungsgebiete ans- geführt. Kälber und Schafe wurden nach ruhigem Handel ausverkauft. Bei Kälbern betrugen die Nachlässe bis zu 3 Mark, bei Schafen 1 bis 3 Mark. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1749 Rindern, darunter befanden sich 207 Dullen, 385 Ochsen, 499 Kühe und 471 Färsen, ferner aus 1125 Kälbern, 597 Schafen und 6275 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 336 Rinder, 25 Kälber, 7 Schafe und 52 Schweine mehr angetrieben. Dezählt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark' Ochsen Al 56 bis 58, A2 52 bis 55. Bl 47 bis 51; Dullen A 52 bis 54, B 47 bis 51; Kühe A 46 bis 48, B 40 bis 45. C 35 bis 39, D 30 bis 34; Färsen A 57 bis 60, B 53 bis 56, C 47 bis 52; Kälber B 78 bis 81, C 73 bis 77, D 66 bis 72; Schafe Al 48 bis 51. B 42 bis 47. C 35 bis 41; Schweine A 56 bis 58. B 57 bis 59. C 57 bis 60, D 57 bis 60. E 56 bis 58; Sauen 45 bis 52. • * ElektrizitätS AG. vorm. W. Lah- m a h e r L C o., F r a n k f u r t a. M. In dem Bericht für das Geschäftsjahr 1929 30 wird u. a. mitgeteilt daß die Stromerzeugung im Mittel noch um 10,3 Prozent zugenommen, gegen 16 Prozent im Vorjahre, dagegen die Derkehrsunternehmun- gen des Konzerns schon einen durchschnittlichen Rückgang von 1.8 Prozent zu verzeichnen gehabt hätten, der sich im laufenden Iahre weiter fortgesetzt habe. Im Zusammenhang mit der allgemeinen Depression werden im lausenden Iahre voraussichtlich auch die Gewinnergebnisse einzelner nahestehender Gesellschaften zurückgehen. Die Gesellschaft erzielte einen Geschäftsgewinn von 5,77 (5,39) Mill. Mk., wovon Teilschuldverschreibungszinsen 0,68 (0,69), Unkosten 2,70 (2,33) Mill. Mk. und Abschreibungen 47 800 (43 142) Mark erforderten. Aus dem einschl. 118 594 Mk. Vortrag sich ergebenden Reingewinn von 2,45 (2,44) Mill. Mk. sollen wieder 12 Prozent Dividende auf 18 Mill. Mk. Stammaktien und 6 Prozent auf 10 000 Mk. Vorzugsaktien verteilt werden. Zum Vortrag verbleiben 129 954 Mk. ‘ Die Schwan-Blei st ift-Fabrik, Nürnberg, feiert in diesen Tagen das 75. Jubiläum ihres Bestehens. Sie wurde im Iahre 1855 unter dem Namen ..Großberger & Kurz" gegründet, und zwar im Gegensatz zu handwerksmäßigen Betrieben als richtige Fabrik unter Benützung der Dampskraft. Einige Iahre später wurde die Firma von dem Nürnberger Kaufmann Gustav Schwanhäuser übernommen. Rastloser Aufbau brachte die Fabrik schnell vorwärts und bereits Ende des vorigen Jahrhunderts betrieb sie einen weltumspannenden Export. Die KriegSzeit brachte der Fabrik, ebenso wie der übrigen deutschen Bleistift-Industrie schwere Störungen im AuSlandabsah. die sich nach dem Kriege durch Gründung vieler ausländischer Blei- stiftsabriken verschärften. So begegnet heute der Exvort deutscher Bleistifte weit größeren Schwierigkeiten als früher. Inzwischen machte aber die Schwan-Dleistift-Fabrik in ihren Laboratorien eine bedeutsame chemisch-technische Erfindung. Es konnten Farbstifte auf den Markt gebracht werden, welche trotz der geringen Stärke der Mine (,.Dünnkernstifte") eine große Festigkeit gegen Bruch besitzen. In einer Zeit, in der sogar amerikanische Unternehmer die Bleistift-Fabrikation in Deutschland ausgenommen haben, ist c3 wichtig zu wissen, daß die Schwan-Bleistift-Fabrik ein rein deutsches Unternehmen ist. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 18 Okt. Tendenz: zurückhaltend. — Die Wochenschlußbörse stand wieder unter dem Druck einer st arten Zurückhaltung, die vor allem durch die schwache gestrige Neuyorker Börse und die zu erwartenden Abstimmungsergebnisse in der heutigen Reichstagssitzung verursacht wurde. Aber auch der Ordereingang war im allgemeinen, im Vergleich zu den letzten Tagen, ziemlich bescheiden, so daß sich das Geschäft in engstem Rahmen bewegte. Eine Ausnahme machte der Elektro markt, an dem die Schweiz wieder einiges Interesse gezeigt haben soll. Die Umsatztätigkeit war aber auch hier im allgemeinen nicht sehr groß. Schuckert, Geffürel, Felten und Licht & Kraft gewannen bis zu 1,5 v. H. AEG lagen nur knapp behauptet. Farben wiesen kaum eine Veränderung auf. Rül- gerswerke lagen 1 v. H abgeschwächt. 'Am Montan- markt mar die Kursgestaltung nicht einheitlich. Von Kaliaktien gaben Aschersleben 1,5 v. H nach, mährend Westeregeln behauptet blieben. Kunstseideaktien bis 1,5 p. Sy gedrückt. Am Bankenmarkt machte sich für Reichsbankanteile mit plus 1,5 v H. weiteres Interesse bemerkbar. Am Rentenmarkt war die Nach- frage noch deutschen Anleihen etwas reger. Auch Aus lander zumeist leicht erholt. Im Verlaufe wurde die Stimmung wieder freundlicher. Auf Deckungen der Kulisse war eine Geschastsbelebung in Spezialaktien sestzustellen. Gegen Ansang ergaben sich Stursbefferungen bis z u 2 u. f). Am Psandbriefmarkt war das Geschasl heute bedeutungslos. Reichsschuldbuchforderungen lagen etwas niedriger. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,25 v. Sy etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2025, gegen Pfund 20,43, London gegen Kabel 4,86, gegen Paris 123,88. gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 48,45, gegen Schweiz 25,02, gegen Holland 12,0650. Berliner Börse. Berlin, 18. Okt. Die heutige Wochcnfchluhborfe eröffnete in sehr ruhiger Haltung. Die Umsätze blieben auf ein Minimum beschränkt, und die Unsicherheit, die wegen des Ausgangs der heutigen Reichstagssitzung herrscht, kam in einer gewissen Nervosität bei der Kursfestsetzung zum Ausdruck. Im allgemeinen fehlte es an Anregungen, und Meldungen über die Schwäche der Ausland- börsen mahnten eher zur Zurückhaltung. Die Spekulation bekundete wieder Realisationsncigung, während außenstehende Kreise neue Kaufaufträge, besonders an den Kassamarkt, gebracht haben sollen, was der Tendenz eine gewisse Stütze bot. Trotzdem überwogen bei den ersten offiziellen Notierungen zirka 1,5—2-v. H.-K ursrückgänge gegen die gestrigen Mittagskurfe, d. h. sie lagen nicht mehr wesentlich niedriger, als die bereits abgeschwächicn gestrigen Frankfurter Abendbörsenkurfe. Gebrüder Körting (minus 3 v. Sy) und Schlesische Zement (minus 3,5 v. H.) fielen als besonders schwach auf, während Julius Berger mit einem 5,5-v. H-Gewinn als fester zu erwähnen find. Am Anleihemarkt konnten Altbesitzanleihe auf 55 v. Sy anziehen. Ausländer lagen geschäftslos und ziemlich behauptet. Pfandbriefe etwas ruhiger und nicht ganz einheitlich. Die Geldsätze blieben für Tagesgeld 4,25 bis 7,5 d. Sy; Monatsgeld 6,5 bis 7,5 d. Sy ; Warenwechsel zirka 5,5 v. Sy Bei schleppendem Geschäft war die Tendenz nach den ersten Kursen nicht ganz einheitlich, später aber zur Schwäche neigend. Mit Ausnahme des Schiffahrtsmarktes, an dem die Hamburger Arbitrage Saufneigung bekundete, gingen die Kurse der meisten Papiere zirka 1 v. Sy zurück. Siemens verloren sogar 2,5 v. Sy Die Baissepartei benutzte anscheinend die Geschäftslosigkeit zu Blankoabgaben. Die Umsätze blieben aber ziemlich klein. Salzdetfurth und Berger verloren im Verlaufe ebenfalls noch 2,5 bis 3 v. Sy Berliner Prodnktcnmarkt. Berlin. 17. Oft. Seit gestern nachmittag steht der Roggenmarkt im Mittelpunkt des Interesses des Getreidehandels. Die Möglichkeiten einer Annahme des Deimahlungszwanges von Rog'en zu Weizen werden lebhaft erörtert und je nach der Ausfassung bezüglich der neuen Regierungsaktion ergaben sich starke Preisschwankungen. Nachdem in den gestrigen Nachmittagsstunden die Lieferungspreise für die späteren Sichten um 7 bis 9 Mark über Börsenschlußniveau gelegen hatten, machte sich heute zu Börsenbeginn eine Beruhigung geltend. Immerhin waren ncxch PreiSbesse- rungen um zwei bis drei Mark zu verzeichnen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die uneinheitlichen, jedoch zum größten Teil schwächeren Auslandmeldungen ließen den Frankfurter Produktenmarkt in dieser Woche meist in sehr ruhigerHaltung verkehren. Die Umsatztätigkeit bewegte sich infolge des meist ziemlich schwachen Besuchs in engen Grenzen. Das Die hinter den Papieren Frankfurt a. 2P Serlin Schluß-s iurS | l-ltyrT Kurs Schluß- Anfang« Iurs | Kurs Dalum 17- 10 18 10 17 10 ' 18 10 6% Deutlche Reichsanleche 87 — 87,5 . . 7% Deutsche ReichSanleihe 97,75 97,75 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit 54,4 54,75 54,5 55 DeSgl. ohne AuSlos.-Nechte . - 8% Hess. Bottsstaat von 1929 6,75 86,5 6,75 6,8 6,75 Frfirfinhlb 102%)...... 88 Obernien Provinz - Anleihe mi- Ofudint j^Rrditen ...... — Deutsche Komm. Sammelabl. 50,75 51,5 — 8% firanlf. Hhv.-Bank Goldpfe 98,5 XIII unkündbar bis 1934 - - 7% ßranll. Hop-Bank Go'dpfe — — — 93 _ _ _ . . - - Hamburg-Südam. Dampfschiff - 8 80 — 79 78,13 —— — 161 — Hansa Tamvfschiss.....™ —— — 124,5 Norddeutscher Lloyd.....8 79,5 — 79,5 78,5 Allgemeine DeutscheCreditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 107,75 107 100,5 107,9 100,4. 107 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Cammer,- und Privat-Bank . 11 131 121,5 121 131,5 121,25 131#25 121,5 Darmstädter und Nationalbanl 12 160,75 — 160.5 160,25 Deutsche Bank und Tisconlo-Gesellschaft, ... 10 116.5 116,5 116,5 116,5 Dresdner Bank......10 Retchsbanl........12 115 218 115 219,5 115 217,5 115 219 Srrlln, 17 Oktober ÖSÜ6 Brief ■ Amenkani'che Noten ..... 4,21 4,23 Belgische Noten ....... 58,38 58,62 Dänische Noten ....... 112,15 112,59 Englische Noten........ 20,399 20,479 ssranzosische Noten....... 16.45 16.51 Holländische Noten....... 169,06 169.74 ntallenildK- Noten........ 21,97 22.05 Norwegische Noien....... 112.08 112,52 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling 59.11 59.35 8iumäiilid)e Noten....... 2.477 2.497 Schwedische Noten..... . 112,67 113,11 Schweizer Noten........ 81,49 81,81 Spanische Noten........ 40,62 40.78 Tschechoslowakische Noten..... 12,42 12.48 Ungarische Roten ...... 73,36 73,66 17 Oktober 18 Oktober Amiuchr Mo lerung Seid Srie ^Mliiche Jiouerung Gelb । Arie- 169.19 169.53 169,07 169.41 1.424 1,426 1.442 1.444 58.54 58.66 58.54 58,66 112.35 112,57 112.34 112,56 112.36 112,58 112.33 112,55 112.79 113.01 112.77 112,99 10,568 10,588 10.566 10.586 21,935 22,025 21,99 22,03 20,408 20.448 20,407 20,477 4,1995 4.2075 4.1995 4.2075 16,467 16.507 16.467 16.507 81,57 81.73 81,56 81,74 40,91 44.99 42.16 42,24 2,077 2,081 2,077 2.081 59,225 59,345 59,225 59,345 12,462 12,482 12.461 12.481 7,448 7.462 7.484 7,462 73,54 73.68 73,52 73,66 3,041 3.046 3.044 3,050 18,83 18,87 18.83 18.87 81,56 81.72 81.58 81.74 1,784 1,789 1.784 1 .789 5.44 5.45 5.44 5,45 4,203 4,211 4.203 4,211 3,253 3,197 3,203 3.247 20,93 20,97 20,93 20,97 Schlciiiche Elektrizität. . . 10 . . 11 136 . . 16 I81J ............... • • • b . . 10 140 i Buderus...... . . . d -1 Deutsche Erdöl . . - Essener Steinkohle . . , , , s . . . v 96,5 Harpener ...» Hoesch Eisen. ...» Ilse Bergbau ...» Älödncrwcrle - - • • . ‘ 75 KölnNeueiien.... • • • ManneSmann-Röbren • • • • 73 ManSielder Bergbau . 41 Oberichles. Eilendedari — Oberschles. Kokswerke. — Rheinische Braunkohle« . . 10 ... 6 184 78 Riebeck Mont« . . . . . 7,2 iiei' . ht Unb dann Mch den °tr< )ttung mundete rin Taladiner Dan wird i Dir nach Hau ich einem M Der nickte bt .Sie Höhenio nich noch nie pie in diesen * ,-unststück, t j**-®**! , s.Sortlcfi“"«- ertmut« 8’® LnUvort. j Witer> 5fl , Sie ^Etfru1 -Me ihr n rfll ?urbe Agioing '.irrten die ö lind dann^ j SM i ijannet 'M* g 1 V 3n emer T Saul war W -W- k-ln 81« | Malerin, i öi haschte na überließ. , ' Jute, liebe, Sie erschrak imb entzog ipm 31id von der ' X über das * Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungs blatt Qtr. 77 vom 17. Oktober enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche. — Die Eröffnung des ordentlichem Lehrganges 1930/31 an den landwirtschaftlichen Schulen. — Errichtung eines Hilfswasser- werks. — Die Festsetzung der Schlacht- und Beschauzeiten. — Anschaffung von Projektionsapparaten. — Ortssahung über die Wahl eines besoldeten Bürgermeisters in der Stadt Grünberg. CLu$JsfrnArit 1 Quto? JJ" jp5' I HUjl N* - \l29600a / ^^Jutomobi/e <659000, Angebot in Brotgetreide ist merklich kleiner ge- worden. . Der Wei - enmarkt hatte weiterhin etwas Nachfrage zu verzeichnen, so daß gegen die^Dor- woche ein Preisgewinn von 2 Mark per -L,onne eintrat. Die Umsätze blieben jedoch^ klein, zumal das Mehlgeschäft keine Belebung erfahren hatte. Am Roggen markt war die Stimmung weiter eher etwas schwächer. Rachdem man durch die Verbilligung des Eosin-Roggens eine Entlastung des Marktes erhofft hatte, war weitere Abgabeneigung festzustellen, so daß der Preis um 2,50 Mark die Tonne nachgeben mutzte. Einer Preiserholung des Roggenmarktes wirkt in erster Linie die zögernde Kauftätigkeit entgegen. Eine Aenderung ist hier wohl erst zu erwarten, wenn sich die innerpolitischen Verhältnisse und die neue Regierungsbildung klarer übersehen lassen. Der Hafermarkt hat ein ruhiges Bild. Dem mäßigen Angebot stand nur geringe Rachfrage gegenüber, die sich zudem fast ausschließlich auf gute Qualitäten erstreckte. Der Ger st en markt lag weiter ruhig, Kauflust war kaum festzustellen. Weizen- und Roggen mehle hatten bei unveränderten Forderungen kleines Dedarfsge- schäft. Am Futtermittclmarkt ist das Geschäft wieder wesentlich ruhiger geworden. Wei- zenkleie lag eher wieder etwas niedriger, während Roggenkleie behauptet blieb. Am Kartoffelmarkt schritt die Abwärtsbewegung der Preise, nachdem in der vergangenen WoA der Markt sich etwas beruhigen konnte, weiter fort. Das Angebot war weiter sehr groß. Das Geschäft hat sich namentlich nach der Schweiz und Süddeutschland wesentlich gebessert, ohne jedoch ein besseres Preisniveau zu zeigen. Die Preise ab Westerwald stellen sich auf 1,95 bis 2 Mark, ab Wetterau auf 1,60 bis 175; ab Rheinhessen, die la Qualität sind, auf 2 bis 2,10; ab Franken auf 1,80 Mark per Zentner. Am Frankfurter Markt notierten gelbfleischige Industriekartvffeln per Zentner 1,80 bis 2 Mark. Weizen 250 bis 252; Roggen 162,50; Hafer 155 bis 160; Weizenkleie 6,35; Roggenkleie 6,75 bis 7; Weizenmehl, südd., 39,75 bis 40,50: Weizenmehl, niederrhein., 39 50 bis 40,25; R. ggenmehl 26 bis 26,50 Mark. Sonntag, 19. Oktober. 7 (von Hamburg): Hafenkonzert. 8.15: Morgen- feier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 10 bis 10.45: Orgelkonzert. Konzertante Orgelmusik vvn Vorläufern Ioh. Seb. Dachs. 11 (von Urberach): Stunde des Ehorgesangs. 12 (aus dem Schumanntheater): Kunstturnwettbewerb München, Bochum, Frankfurt. 12.20: Mittags-Unterhaltungskonzert. 14: Stunde der Iugend. Uebertragung auS dem Iungfliegerhorst Böblingen. 15: Stunde des Landes. 16 (von Wien): Konzert. 16.45 (Dacharach): Weinlesefest — ein Winzerzug. 17.15 bis 18: Mandolinen-Konzert. 18: „Die deutsche Volkskunde und die Krise der deutschen Bildung", Vortrag von Prof. Dr. Paul Zaunert, Kassel. 18.25: „Die neuen Tendenzen in der zeitgenössischen französischen Literatur", Vortrag von Henri Guilbeaur, Berlin. 19.30 (vonMannheim,: Arien- und Lieder-Abend. 20 (aus der Elisabethen- kirchc Stuttgart): Abendkonzert. 21: Die bescheidene Frau. 21.15: Kompositionen von Ketölbey. 22.30: Der Brief. 23 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 20. Oktober. 7.30 bis 8.30: Frühkonzert. 12.20: Cchallplatten- konzcrt: Russisches Konzert. 13: Russisches Konzert. 15 (von Trier): Führung durch den Trierer Tempelbezirk. Römische Ausgrabungen. Sprecher. Professor Löschte und Dr. Paul Laven. 16: Rach- mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Wirtschaftskrise und Angestellte", Vortrag. 18.35: Schelmenstreiche. Vorlesung von Wilhelm Gulde. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: 2. Montags-Konzert des Frankfurter Orchestervereins. 21.20: „Biographie Ullrich von Huttens", von Otto Flake, vorzetragen vom Autor. 21.50: Konzert des Aguilar-Lauten-Quartetts. 23.05: Tanzunterricht, erteilt von Georg Grü- nert. 23.35 bis 24: Tanzmusik. Dienstag, 21. Oktober. 7.30 bis 8.30: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12.20: Schallplattenkonzert: Umberto Giordono. 15: Hausfrauen-Rachmittag. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Hessen-Kassel und Südwestdeutschland", Vortrag von Regierungspräsident Dr. FriedenSburg. 18.35: „Binnenkolonisation und Auswanderung", Vortrag von Manfred Griesebach. 19.05: „Die schwäbischen Dichter in der Frankfurter Rationalversammlung", Vortrag von Geh. Archivrat Dr. R. Kraich. 19.30 (aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.): Cavalleria rusticana. Oper in einem Aufzug. Hierauf: Die Bajazzi. Drama in 2 Akten mit einem Prolog. Mittwoch. 22. Oktober. 7.30 bis 8.30: Frühkonzert auf dec Kino- Orgel. Ausführender: Organist Keller. 10.20: Schulfunk: Deutsch. Auswahl Balladen aus dem Lesebuch „Deutscher Dlütenreigen", vorgetragen von Professor Earl Ebert, Darmstadt. 12.20: Schallplatten-Konzert: Leichte Unterhaltungs- Amtsgericht Gießen. Anfangs April l. I. wurde in einer Waldschneise unter sonderbaren Umständen frühmorgens ein leeres, teilweise in einem Graben stehendes Auto vorgefunden, dessen sich die Polizei annahm. Sie war noch mit Ermittelungen des Eigentümers beschäftigt, als dieser erschien und erklärte, er habe bei seiner Heimfahrt auf der Landstraße eine Panne erlitten und die Fahrt einstellen müssen. Die Angaben waren durchaus glaubhaft, nachdem die Polizei näheres über die der Panne vorausgegangene Fahrt erfahren hatte, de^n um die nämliche Zeit war bei ihr die Anzeige erfolgt, ein betrunkener Autofahrer habe in der Stadt nachts einen Motorradfahrer, dessen Sozius erheblich verletzt worden sei, angefahren. Die Feststellungen der Polizei ergaben, daß der Eigentümer des Autos in der Rächt schwer gezecht und gegen 2 Uhr die Heimfahrt nach einem benachoarten Städtchen angetreten hatte, offenbar in betrunkenem Zustande. Er war dann einige Zeit beobachtet worden, wie er in durch- < vs fahrwidriger Weise einen Zickzackkurs durch ne auch zur Rachtzeit nicht unbelebte Straße gefahren war. Auf der Fahrt benutzte er infolgedessen auch zeitweise vorschriftswidrig die linke Straßenseite und rannte dort den ihm entgegenkommenden Motorradfahrer mit den oben angegebenen Folgen an. Er erreichte dann die Landstraße und erlitt dort am Waldrand angeblich die Panne. Der Angeklagte erhielt wegen grober fahrlässiger Körperverletzung eine hohe Geldstrafe. Seine seitherige Unbestraftheit schützte ihn vor Gefängnis. Selbstverständlich bildete seine Trunkenheit keinen Strafmilderungsgrund; sie wirkte straferhöhend, zumal der Angeklagte nicht der alleinige Insasse des Autos war, und sein verwerfliches Verhalten den ganzen sich auf der Straße abspielenden Auto- und sonstigen Verkehr erheblich gefährdete. Rach der Anklage soll der leichtsinnige Führer sich auch durch die Flucht der Feststellung seiner Personalien entzogen haben, ein Vergehen, das wegen der oft eintretenden Unmöglichkeit, den Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen, schwer geahndet zu werden pflegt. Auch im Fragefall hätte dies ohne das verlassene Auto wohl kaum geschehen können. Aber der in dieser Hinsicht erhobene umfangreiche Beweis reichte zu einer Verurteilung nicht aus. musik. 15: Stunde der Iugend. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Vondel", Vortrag von Heinz Haerten. 18.35: Esperanto- Unterricht. 19.30 (nach München): Was ist ak- tuen? Gesvrach zwischen Alfons Paquet, Rudolf von Scholz und Paul Laven. 20: Slawische Musik. 21.15: Adalbert Stifter (zum 125. Geburtstag am 23. Oktober): „Die Rarrenburg". 21.45 (von der Liebigshöhe, Gießen): Militärkonzert des Musikkorvs des 1. (Hess.) Grenadier-Bataillons 15. Infanterie-Regiments. 22.45: Vorlesung aus einem neuen Roman und Begründung: Wolfgang Weyrauch. Donnerstag, 23. Oktober. 7.30 bis 8.30: Frühkonzert auf Schallvlatten. 12.20: Schallplatten-Konzert: Mittagsständchen. 13: Mittagsständchen. 15 bis 15.50: Stunde der Iugend. Wir spielen Zirkus. Hörspiel für Kin- der. 16 (aus dem Kurhaus Wiesbaden): Kon- zert des Kurorchesters. 18.05: Zeitfragen. 18.35: Gerhart Pohl liest aus seinen Prosawerken. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.40: Zeitbericht. Septembertagung des Völkerbundes in Genf. 20.20: Zither-Konzert. 20.50: Die Instrumente des Orchesters. 8. Vortrag von Hans Rosbaud. 21.20: Opereiten-Abend des Rundfunk-Orchesters. 22.30: Einbrecher um Mitternacht. Ein kriminalistisches Hörspiel von Otto Schwerin. Freitag, 24. Oktober. 7.30 bis 8.30: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12.20: Schallplatten-Konzert: Militär-Konzert. 15: Erziehung und Bildung — Eltern- stunde. 15.25: Erz ehung und Bildung — Pädagogischer Rundfunk: „Wie wertet der Lehrec die Schulfunkstunde aus?'. 16: Buch und Film. 16.30: Studienkonzert (1. Internationale Ar- beits- und Festwoche für kath. Kirchenmusik). 18.35: „Das astronomische Weltbild unserer Zeit", Vortrag von Prof. Beutel. 19.05 (von Mannheim): „Zum 2000. Geburtstag des Dichters Vcrgil", Vortrag von Prof. Dr. Eugen Fehrle, Heidelberg. 19.30: Bauerngeschichten aus dem Bayerischen Wald. Versaßt und gelesen von Siegfried v. Vegesack. 20 (aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart): Sinfonie-Konzert. 22.30 bis 24: Unterhaltungsmusik. Samstag, 25. Olober. 7.30 bis 8.30 (von Gießen): Militär-Konzert. Ausgeführt vom Musikkorp« des 1. (Hessischen) GrenadierBataillons, 15. Infanterie-Regiments aus Gießen. Leitung: Obermusikmeister Wilhelm Gober. 10.20 bis 10.50: Schulfunk — Musikstunde: „Wenn die Bettelleute tanzen" (Kindermusik), vorgetragen von Studienrätin Cäcilie Geis. 12.20: Schallplattenkonzert: Brahms-Konzert. 14.30: Stunde der Iugend. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18 (aus der Peterskirche Frankfurt a. M.): Frankfurter Motette. 18.35: „Gesundheitspflege im Arbeiterhaushalt", Dor- I trag von Dr. Marcuse, München. 19.05: Spa- | nischer Sprachunterricht. 19.30: Humor im Lied. I SrieffaRen der Redaktion. D. 23. 23. lieber medizinische Fragen können mit aus naheliegenden Gründen im BriefkLjten kein« Auskunft erteilen. Wir empfehlen Ihnen, den Arzt zu fragen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 19. Oktober. 18. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; Deichte unb hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die IohannesgemAnde: Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibel- besprechung im Johannessaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11; Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr^Lenz. —• Llisabelh-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. Die. Waas. -- Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; anfdjnefjenb Abendmahl der älteren Verheirateten; 11: Kinder- gottesdienst. — Wieseck. Erntedankfest . 9730 (Frauen, chor): 10.45: Kinderkirche; Kollekte für evangelische Gemeindehäuser. — Alien-23useck. 14: Pfr. Sattler, Wieseck. — Kirchberg. Erntedankfest. 10: Kirchberg; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeinde- glieder von Staufenberg; 13.30: Lollar; hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder; Kollekte. —■ Hausen-Garbenleich. 10: Garbenteich; Feier des hl. Abendmahls; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg 19: Gottesdienst; anschließend Beichte und hl. Abendmahl (ältere Eheleute). — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Pfarrvikar Draudt. — Rieder-Bessingen. 10. katholische Gemeinden. Samstag, den 18. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 19. Oktober, Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommumo» der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11:'Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre unb Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. -» Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 101 Hochamt mit Predigt: 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Bott trag unb Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 21. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen. Mittwoch, den 22. Oktober. Hungen. 7 Uhr: hl. Messe. Freitag, den 24. Oktober. Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen. Unsere Darstellung zeigt den Kraftwagenbestand in einigen der wichtigsten Lander der Welt und das Verhältnis des Bestandes zu'der Bevölkerung. Fall Dreiviertel des ganzen We Bestandes entfallt auf die Vereinigten Staaten, wo bereits auf jeden fünften Einwohner em Automobil kommt; dagegen kann in dem arm gewordenen Deutschland erst jeder 97. Einwohner sich Automobilbesttzer nennen. Verwun. derlich ist, daß in dem sonst so modernen Japan erst auf jeden 735. Einwohner ein Auto entfallt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen.______________________________ Lonntagödienll d.Acrzte u.Avotbekennm 19.10 30 S.-R. Dr. Schlievbakc. Dr. n/30 b b . ----2 --------- ------ ■!■■■! —— ———»MI PERTRIX-BATTERIEN sind von längster Lebensdauer; daher im Gebrauch am billigsten? Bahnhof-Str. Wetzla Nachdruck verboten 8. Fortsetzung. mit Segen. DAPOLIN einer neuen STATION * Gießen, Frankfurter Str. 24 2525 V ittiOtt. llhr Somtlaj DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM-GESELLSCHAFT DAPOLIN * ESSO * STANDARD MOTOR OIL )rth, der Vereinig*11 ie Re»®;?" eicht der, rate beschleunigt ion baW;._ Kommen Sie zumTanken zu uns I Wir bieten Ihnen kostenlose Abgabe von PreSluftfOr die ^'[.^^msm’echer'^aS Kühler I * Oelwechsel und Abschmiergelegenheit auf dem Wagenheber • Geöffnet von 7-23 Uhr. Fernsprecher zog frinitotig. * und hl. N*. L' Erdmute hatte nur einen -warmen Blick als Antwort Weiter! Die dunklen Baumkronen waren jetzt wie mit Blattgold überkrustet. In breitem Band goh die Lonne ihr erstes Licht über den Wald. Der Weg wurde immer rauher. Auf dem blanken Stein klirrten die Zwingen der Stöcke. Und dann war nach zweistündigem Anstieg ine Waldgrenze erreicht So weit das Auge auswärts sehen konnte, breitete sich das Minfeld. Aus den Schornsteinen der Sennhütten kräuselte dünner Rauch senkrecht zum blauen Firmament ■ aus. In einer Senke weideten die Binder. Ihr *>eläut war schon auf eine Viertelstunde zu i hören. Weiter oben, auf den Klippen und Zacken, ! breitete sich das Paradies der Ziegen, die dort von den dürftigen Kräutern naschten, zu denen sie nur in halsbrecherischen Sprüngen gelangen ‘ 'konnten. »Da ist die Falknerhütte I" Tutenberg wies mit gestreckter Hand zur Höbe. Aach zehn Minuten hatten sie die Alm-Wirtschaft erreicht. Ä, „Zuerst einen Enzian!" entschied der Schriftsteller. ; „Und dann Milch", bestellte die Malerin. Aach den Strapazen der beschwerlichen Wanderung mundete das einfache Frühstück besser als ein Galadiner im vornehmsten Hotel. „Man wird uns nicht wiedererkennen, wenn vir nach Hause kommen —", lachte Erdmute nach einem Blick auf ihren Begleiter. Der nickte bestätigend. „Die Höhensonne hat uns geröstet. Ich fühlte mich noch nie so gesund und widerstandsfähig wie in diesen Tagen." „Kunststück, wenn ich dabei bin." neckte die Malerin, Er haschte nach ihrer Hand, die sie ihm willig überliest „Mute, liebe, kleine Mute..." Sie erschrak über die Färbung seiner Worte und entzog ihm ihre Hand. Aoch ein trunkener Blick von der primitiven Holzterrasse über das Sol, über das Firn- und Felsenhaupt des Ander- kogels zur Linken und das gewaltige Massiv der : Schwarzen Schneide sowie des Grieskosels ien» 1 feit« de« Tales - dann erhob sich Erdmute. ? „Aun wird es aber Zeit zur Arbeit." >n. 1*1 ' den Arg „Ich gehe hinauf zum Falkner. Was wünschen Sie. Mute?" „Bitte, Heinz, Limonade, und recht kühl. Gehorsam wie ein Page stieg er über die Matte hinauf zur Falknerhütte. Und als Geschenk nahm er einen warmen Blick aus Mute« Blau-Augen mit auf den Weg. Drüben aber, im Schatten des Waldrandes, lag der auf der Lauer, von dem die Aede war: Ludwig Schwaihofer. Iedes Wort hatte er gehört. Das Lob Erdmutes und die Aeferenz Gutenbergs. Für einen Moment schwankte er in seinen Entschlüssen. Sollte er letzt, wo der andere fort war. hinüber springen zu dem hübschen Kind? Aber gleich besann er sich anders. Erst die Pflicht, bann daS Vergnügen. Morgen begann die Iagd auf den roten Bock. Da galt es, Vorbereitungen mit dem Iäger zu treffen. Er hatte fich ohnedies schon verspätet. Tiefer in den Wald zurückweichend, eilte Schwaihofer hinüber zur Iagdhütte. v . Aber auf dem ganzen Weg dahin kam ihm die Malerin nicht aus dem Sinn. Auch er hatte gestern abend beim Postwirt sowohl, als auch in der Leutstube des Gasthofes Erkundigung über Erdmute Hänfen und ihren täglichen Begleiter eingezogen. „Sie ist die Tochter des Dresdener Motorenfabrikanten Peter Hansen", hatte Aiml gesagt. Und Heinrich Gstrein, bei dem Gutenberg im Quartier war, hatte sich gegen eine Halbe „Voten" nicht lange nötigen lassen, zu offenbaren: „Schriftsetzer oder Schriftsteller hat er auf den Meldezettel geschrieben. Das ist einer, der für die Zeitungen schreibt. Aber ich meine, es ist beiläufig dasselbe, ob er die Schrift stellt oder Das war für Schwaihofer Aebensache. Ihn interessierte nur: Gutenberg war verheiratet und das Fräulein Hansen ledig! „Der Weg zu dem lieben Kind ist frei!" dachte er mit Genugtuung. Und wenn sie zehnmal die Tochter des Konkurrenten war — deswegen blieb sic doch ein allerliebstes Schlanker!! An Fusionen dachte er nicht, weil für den windbeuteligen Ludwig Schwaihofer Liebe keineswegs einen Beigeschmack von Heirat hatte. „Von morgen an geht es auf zwiefache Pirsch: Früh auf den Hirsch, abend« auf da« Mädel", lachte er leise für sich hin. Und da schimmerte auch schon der kleine Vlock- hausbau der Schwaihoferschen Iagdhütte durch die Stämme. Aus der Bank neben der Tür' sah Sepp ©meiner, der Jäger in Schwaihofer- schen Diensten. Er war ein lang aufgeschossener Bursch von vielleicht fünfundzwanzig Jahren. Sein Gesicht zeigte Blatternarben. Der lange Schnurrbart, der ihm schwarz und ungepflegt auf der Oberlippe wuchs, machte ihn auch nicht Auch Gutenberg rekelte sich auf. „Sie sind immerfort fleißig, während ich die Zeit verbummle." „Dieser Unterschied liegt in der Verschiedenartigkeit unserer Künste begründet", sagte Mute tröstend „Ich muh Formen und Farben nach dem Original., nach den ersten frischen Eindrücken gestalten Sie hingegen können erst schaffen, wenn Sie die nötige Distanz zu den Ereignissen gewonnen haben." Unterhalb vom Falkner stellten sie die Feldstaffelei auf. Die Arbeit ging Mute heute flinker denn je aus den Händen. Die Oelfkizze erstand in saftigen Farben für den Vordergrund, und ganz zart, in feinen Konturen schimmerte der Röder» kvge! über der zackigen Linie des gemalten Waldes „Wenn das der Schwaihofer sieht, wird er es kaufen für seine Jagdhütte, die gar nicht so fern von hier liegen muh." Während Gutenberg diese Worte sprach, sah er mit einem geheimen Lauern auf das Mädchen. Erdmute fühlte seinen brennenden Blick, ohne aufzufchauen. Ein kleiner Teufel reute sie, ihren Begleiter ein wenig in Hämisch, zu bringen. „O, der Ludwig Schwaihofer — das ist ein hübscher Kerl! Ich will ihn bitten, mir zu fitzen. Ich muh feinen dunklen Charakterkopf auf die Leinwand bekommen." Gutenberg fah auf einem Stein und besah seine Hände. An der Rechten blitzte der schmale Goldreif in der Sonne. Mit diesem Ring war er an Gertrud gebunden... „Ja, der Münchner ist ein Adonis pflichtete Gutenberg nach einer Weile kleinlaut bei. „Ob er auch reich ist? Er hat gesagt, dah ihm die Jagd auf dieser Talseite gehört...“ stichelte die Malerin weiter. Und dabei schwammen ihre Augen in einem merkwürdigen Glanz Vielleicht war es ihr doch Ernst mit diesem Lob auf die Mannesschönheit des neuen Bekannten Gutenberg stand auf und verschränkte die Hände auf dem Rücken, als er sagte. „Ich habe gestern abend vorsichtig bei Riml geforscht Schwaihofer ist der Sohn des Generaldirektors der MMW. Das besagt genug/4 „Der Münchener Motoren-Werke?" Es war ein leichtes Tremolo in de« Mädchen« Organ, das Gutenberg stutzig machte. „So ist es . pflichtete er bei. Und plötzlich die Zusammenhänge merkend, fügte er laut hinzu „Mute - die Verbindung ist glänzend! Ich sehe Visionen am wirtschaftlichen Himmel..." Jetzt wurde sie ärgerlich. „Quatsch'" . Sie trat einige Schritte zurück, um die Wirkung des Bildes zu prüfen. Und dann, sich nach Gutenberg umwendend: „Tinen Höllendurst hab ich schon wieder." Er nickte ihr zu. _________ ihn nm 19.10 30 Engclovoihrke. er. lD I Sommunioe homt mH Pie, 'istenlehre unb Ü Prebiot. taubiich. IOj ehre unb 8m iflt; 20: $on samt mit Pre» Predigt. mit Segen. 'C-SBüaj * ÄL i » j ’• Kirchberg; n Gemeinde, "> hl- Abend, Kollekte. - M« des hl. n-SleinbeuL £ hl. Abend, riistsdechant ; Rarrvikar schöner, aber bestimmt um zehn Iahre älter. Als der Jagdherr auf die Hütte zutrat, erhob sich der Jäger und nahm den verwitterten Hut ab. „Grüh Gott. Herr Schwaihofer!" „Grüh Gott, Sepp!" Sie traten in die Hütte und besprachen dort lange und eingehend das Programm für bie nächsten Tage. . , , „Drüben im Zwieselsteiner Revier spurt sich einer, wie ich ihn hier meiner Lebtag noch net geschaut hab. Stangen wie meine Arme! Und sechzehn Enden!" Schwaihofer« Augen funkelten in der Vorfreude auf diesen Kapitalhirsch. „Dem flick ich eins auf6 Blatt I" getobte er. Und jetzt war das malende „Schlankerl" drüben bei der Falknerhütte wirklich vergessen. Die Iagd hatte den Schwaihofer nun ganz und gar. Da war kein Platz für Weibergefchichten in feinem Hirn. Es wäre anders auch gar nicht gut möglich gewesen; denn einen verliebten Jäger sieht das Wild gern. Aber am Abend war er dafür um so tüchtiger. 3m Gasthof spielte ein Sommergast ein paar Märsche und Walzer auf dem Klavier Da griffen flinke Hände zu, räumten Tische und Stuhle au« der Mitte des Speisesaals, und schon drehte fich jung und alt im Tanze. Schwaihofer. der erst fpät von den Bergen gekommen war und noch beim Mahle fast, als die Musiker begannen, liest seinen Braten stehen und schätz wie ein flöhender Adler auf die seitlich vom Fenster sitzende Malerin zu. Von dieser Minute an gab er sie nicht mehr frei. Während des ganzen Abends kam Gutenberg kaum zweimal dazu, mit Erdmute zu tanzen. Er sah beim Biere und muhte zusehen, wie der Münchner das Dresdener Mädel umgarnte. „Die ist ihm sicher, auch wenn er sich nut halb anstrengt!" dachte er in unangebrachtet Resignation. „Was konnte ihm Erdmute sein? Aie mehr als Freundin. Und dabei stellte eil fich gleich selbst zur Rede. Du dummer Kerl, hast daheim das hübscheste Weib, die beste Kameradin. die sich in jeder Hinsicht für deine Aufwärtsentwicklung einsetzt, und Du bist imstande, sie zu vergessen — schäm dich. Heinz Gutenberg!" Jawohl, er erteilte sich einen Ordnungsruf! Und damit wurde für ihn auch die Situation erträglicher. Mochte Schwaihofer bis morgen früh mit Mute tanzen — was ging ihn das an? Die beiden hübschen Menschen pahten zueinander und hatten das freie DerfügungsrechL über fich. In dieser Stunde brachte es Gutenberg sogar fertig, dem anderen da« liebe Mädel zu gönnen. / (Fortsetzung folgt)_______________ " -eiuBM Roman von Hans Friedrich. Urheber-Rechts!^uy durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. Photo Radio Telefunkendienst Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 317^ ___________________________3494D MülÄlMmM Ionen rom roer Auf- ober Umbauen will, wer bochverzinsttche Hypotheken ober Auf- wenungshyvotheken ab lösen will, wende sich an bte älteste mtuelbeutfche Voujparkaffe Thuringia Akt.-Ges. Bezirksdirektion Gießen Jiobbcimer Ltraste 42. Tel. *331. Auskunft u. Vertreterbesuch fofienloö. ---------- ------- Hyazinthen in Prachtsort.,verseh. Groß.,wieder zu Vorkriegspreis. 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