Nr. W Erster Blatt 180. Jahrgang Montag, 18. August 1950 Erschelv« läglich,außer Sonntags und ßeurteg» Beilagen: Vie 3nuftnerte Gießener Familienblätter Heimat ini Bild Vie Scholle ■•iieti-Beiagspreti: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter- Beinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt. zerNfprechanfchlüße ■nterSammelriummer22SL InMjrift für Drahtnach- Annahme ran Innigen für die Tagesnummer bit Zum Nachmittag vorher. Preis |ur { mm höhe für Tlnzeicikn von 27 mm Srette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Hameanjeigen von 70 mm Srcite 35 NeiLspfennig, Platzvorschrist 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Jnebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Emst »lumfchein und für den Anzeigenteil Ma^ Filler, sämtlich in (Stehen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger tieftet. V f 4fr PetwedTonto: grenffert am mein 11686. vnick nnö Verlag: vrLHNschr UniverNISIr-vllch. «nd Stctnöruderef H. Lange in Gießen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Schulstraste 7. polnische I^eden. Polen Hot in den letzten Tagen wieder einmal gefeiert und dabei viele Reden gen Himmel steigen kiffen. Schön waren fit nicht, aber fie waren deutlich, meistenteils sehr massive Antworten an den Minister TreviranuS, dem Geschichtsfälschung, Rationalismus und mancherlei andere gute Dinge zum Dorwurf gemocht wurden; auch da- in Anwesenheit deS Ministerpräsidenten und englischer wie französischer Döste. Wenn die deutsche Diplomatie Sinn für politische Bosheiten Hütte, könnte fie die Delegenheit benutzen, um eine entsprechende Demarche einzuleiten; aber es hat ja keinen rechten 3toed. Die Polen find die geborenen Subjektivisten, alles was f i e tun, ist gut und friedensfreundlich, alle-. waS Deutschland tut, dagegen gehässig und kriegerisch. Also schließen wir die Akten über den Fall und nehmen höchstens zur Kenntnis, daß dabei die offizielle Parole „Front gegen Westen" auSgegcben wurde. Immerhin ist eS trostreich, dah die inneren Derhältniffe Polens den kriegerischen Ehrgeiz stark dämpfen werden. P i l f u d f k i hat auch bei feinen Legionären viel an Boden verloren, eS ist eine eigene Organisation gegen ihn gegründet worden. DaS polnische Parlament hat beinahe schon wieder den Ruf erreicht, der ihm vor der Teilung Polen- den Fluch der Lücherlichkeit verlieh. Und wenn nicht die Stützen der Bundesgenossen, vor allem Frankrei ch, wären, dann würde Polen heute schon wieder in das ThaoS eine- Kampfes aller gegen alle zurückgesunken fein. Der preis für ein Ostlocarno. Ein Vorschlag zur Aufhebung deS Danziger Korridors. Paris, 18. Aug. (WTD. Funkfpruch.) Mit der Frage de- Danziger Korridor- beschäftigt fich in der »Volonte" der Schriftsteller Ernest 3 u b e L Er schreibt: Wenn Polen, als es die kostspielige Anlage deS Hafens von Gdingen in Angriff nahm, sich nicht vorwiegend von militärischen Erwägungen. statt von wirtschaftlichen leiten liest und wenn da- wirtfchastliche Problem nicht durch militärische Fragen verfälscht worden ist, täte eS gut daran, sich nach den Erfahrungen anderer umzusehen; da- System, nach dem dieTschecho- slowakei handelt und bei dem sie sich Wohl befindet, indem fie den ihr zugebilligten Freihafen in den Hamburger Gewässern benutzt, würde uns von einer politischen Servitut befreien, die weder den wahren Derhält- nissen, noch unseren Interessen entspricht. Da- ist eine der Mahnungen, die da- zweite Memorandum Briand- sicher nicht unbeachtet lassen wird. Rach dem West-Loearno must man den Preis für da- Ost-Locarno erlegen. Litauische Diktatur im Memelgebiet. Wo bleibt der Völkerbund? Die litauische Reg ierung hält eS im Augenblick offenbar für günstig, wieder einmal die Autonomie der Deutschen im Memel gebiet etwa- abzudrosseln. Sie hat zwar die .AuSlegung-gesctzemit denen fie durch den Litauischen Landtag die Autonoinierechtc der Deutschen -erschlagen wollte, auf ausländischen Protest wieder zurückgezogen. Aber dafür steuert sie jetzt im Memelgebiet selbst einen Kurs, der auf den Konflikt berechnet ist. Der Gouverneur MerkyS hat einen neuen Landespräsidenten berufen und da- alte Direktorium für abgcfctzt erklärt, da- noch sehr gut seine- Amtes waltet, und hat die Deutschen zwingen wollen, mindesten- zwei Litauer in das Direktorium aufzunehmen. Als die deutschen Parteien da- ablehnten, hat er da- Direktorium einfach gegen fie ernannt, das nun vollkommen in der Luft schwebt und unter Aus» schaltung des Parlaments rein diktatorisch regieren will. Die Derhältnisse sind nachgerade wieder so unhaltbar geworden, dah der Völ - k e r b u n d fich darum kümmern must. Die Beschwerde der Deutschen liegt ihm vor. und wenn der Dölkerbund sich nicht selbst überflüssig machen to‘ll. kann es für ihn gor keine andere Dahl geben, al- dafür Sorge zu tragen, dah Litauen ute Beipflichtungen, die es den Deutschen gegenüber etngegongen ist, auch wirklich erfüllt Dle Verewigung -es Haffes. LtratzburgS Kampf um eine Inschrift. Straßburg ,16. Aug. (541) Der Ltrastbur- aer Beigeordnete Haas hatte auf daS dringende Verlangen der von der Stadtverwaltung empfangenen Mitglieder der.Internationalen Liga für Frieden und Freiheit" verbrochen, die Inschrift der Statue, die im Empfangssaal des Rathauses seit zehn Sohren steht, zu beseitigen. Ss handelt sich um ein G e schenk der Pariser Zeitung Le Z a *1” V 6me symbolische Statue des franzöfi- sthen Bildhauer- Guillaume verherrlicht den fron- Die Ausstellung der Kandidaten für den neuen Reichstag. DieMrtschast sord. rt Sammlung Sine Mahnung des NeichSverbando der deutschen Industrie. Berlin, 16. Aug. (ERB.) Der R e i ch - v e r- band der deutschen Industrie richtet zu den Wahlen ein Rundschreiben an seine Mitglieder, in dem eS u. a. hecht: Die Entwicklung deS letzten IahreS. insbesondere der letzten Monate hat unwiderlegbar gezeigt, zu welchen verheerenden Folgen für Volk. Staat und Wirtschaft eine falsche WirtschaftS- und Finanzpolitik führt. Ein Wandel ist nur möglich, wenn eine arbeitsfähige und reformwillige Regierung auf 6reite r Grundlage gesichert ist, die vom Dertrauen aller am Wiederaufbau mitarbei» tenden Schichten de- deutschen Volkes getragen wird. Es ist die höchste Zeit, alle aufbauenden Kräfte zu sammeln und in einer Regierung zur Auswirkung zu bringen, die das Gebot der Stunde begreift und entschlossen ist, mit durchgreifenden Maßnahmen Ordnung in unsere Finanz- und Wirtschaftsführung zu bringen. Der Reichs verband der Deutschen Industrie richtet daher an seine Mitglieder die ernsthafte Mahnung, zu dieser Sammlung der aufbauenden Kräfte mit allen Kräften und Mitteln beizutragen. Er erwartet von seinen Mitgliedern, dah fie da- Wah lrech t unbedingt als eine slaats- bürgerlich und wirtschaftspolitische Pflicht auffassen und es bei den kommenden Wahlen im Sinne dieses Aufruf- auS- üben. Er erwartet ferner, dah seine Mitglieder sich darüber hinaus auch aktiv an der Dorbereitung der Wahlen beteiligen. Getreu der staats- und wirtschaftspolitischen Linie, die der Reichsverband seit seinem Bestehen stets befolgt hat. glaubt er, von feinen Mitgliedern fordern zu follen, daß fie ihre Enterstützung durch Mitarbeit und Stimmabgabe nur solchen Parteien zuwenden, die auf dem Boden der Verfassung fte^en, und die unzweideutig für die Erhaltung und Entwicklung der Privatwirtschaft sowie für dasPri- nateigentum eintreten. Im Rahmen dieser allgemeinen Grundsätze empfiehlt der Reichsverband insbesondere die Unterstützung derjenigen Parteien, die entschlossen sind, bei der Lösung der bevorstehenden Aufgaben dieGrundsahe der wirtschaftlichen Vernunft zur Geltung zu bringen, alle kollektivistischen Experimente abzulehnen und durch entschiedene Reformen die Grundlagen für eine Gesundung der deu t- f che n Wirtschaft und damit auch für einen Rückgang de r Arbeitslosigkeit zu legen. Wahlgememschast im Wahlkreis Frankfurt-Oder. Erfreulicher Erfolg der Lammluugsbcwegung. Frankfurt a. d. 0., 16. Aug. Die Organi- falionen der Wirtschaft des Wahlkreises Frankfurt a. d. 0., Grenzmark Posen-lveslprcuhen, hatten unter Führung der Arbeitsgemeinschaft der Rieder- lousitzer Wirtschaft Vertreter aller bürgerlichen Parteien nach Frankfurt a.d. 0. geloben mit dem Ziel, über die vorhandene Parteizersplitterung hinweg eine Einheitsfront im Wahlkreis V und damit eine gemeinsame Plattform für d i e Wahlbewegung zu schaffen. Heber den Verlaus der Sitzung wird von beteiligter Seite mitgeteilt: Mit lebhaftem Bedauern wurde das bisherige Scheitern der zentralen Einheitsbe- ftrebungen feffgefteHt. Die Wähler verstehen nicht, daß es angesichts der allgemeinen Rotlage nicht möglich sein sollte, das Trennende zu überbrücken. Erfreulicherweise ist e» den Bestrebungen der Wirtschaft gelungen, die Vertreter der bürgerlichen Parteien des Wahlkreises V zu einer weitgehenden Einigung zu bringen. Man einigte sich darauf, einen gemeinsamen wohlauf- ruf zu erlassen und den Wahlkampf gemeinsam durchzuführen. Die fo gewonnene Gemeinschaftsarbeit zwischen Wirtschaft und bürgerlichen Parteien soll auch über die Wahlen hinaus aufrechterhalten bleiben. Demokraten und Gtaatspartei in Hessen. Der Mainzer Bürgermeister Ehrhardt staatsparteilichcr Spitzenkandidat. Frankfurt a.QU., 17. Aug. (WSR.) Der Landesausschust der Deutschen Demokratischen Partei Hessens nahm zur Gründung der Deutschen Staatspartei und den kommenden Reichs- tagswahlen Stellung. Landessekretär Dr. Reubauer bezeichnete die Gründung der StaatS- partei als naturnotwendig, da man dazu kommen müsse, größere, aktionsfähigere Parteien in den Reichstag zu schicken. — StaatSanwalt Dr. M a y berichtete über die Verhandlungen mit der Volks- nationalen Reichsvereinigung. Er erkannte dabei die Berechtigung der Forderung dieser Kreise an, nach neuen Männern und Führern zu rufen. — Der Vorsitzende der Landtagsfraktion erllärte. daß er angesichts der gegebenen Lage nunmehr a u f die Kandidatur verzichten müsse. — Rach langen, oft sehr lebhaften Auseinandersetzungen wurde folgende Resolution angenommen: Der Landesausschuh billigt die Stellungnahme des ReichsparteiauSschusses aus Anlaß der Gründung der Deutschen Staatspartei und erhofft von ihr einen machtvollen Zusammenschluß der sreiheitlich, fortschrittlich und sozial gesinnten Staatsbürger zur Schaffung eines wahren DolkSstaateS. — Als Reichstagskandidat wurde dann Bürgermeister Dr. Ehrhardt (Mainz) als Qkrtrcter deS Wahlkreises Darmstadt nominiert. Professor Soetzsch konservativer Spitzenkandidat in Hessen. Mainz, 17. Aug. (WSR.) In einer auS allen Teilen des Landes Hessen besuchten Versamm- tung in Mainz wurde der LandeSverbanb Hessen der Konservativen VolkS- Partei «gründet. Mit der Leitung deS Lan- deSverbanoeS wurde OberregierungSrat Lanz (Mainz) beauftragt, der namens der Parteileitung einen Lieberblick über die Entstehung und Aufgaben der Partei gab. In der anschließenden Diskussion, in der Vertreter der drei Provinzen und Angehörige der verschiedensten Berufsstände daS Wort ergriffen, zeigte sich völlige Ucbereinftimmung über Wege und Ziele der Partei. AIS Spitzenkandidaten im Wahlkreis Hessen-Darmstadt sind für die Konserv. DolkS- partei Professor Dr. Otto H o e tz s ch und Rechtsanwalt Lr. R e e n (Mainz) ausgestellt worden, Oie sozialdemokratischen Kandidaten für Hessen. Staatspräsident Ulrich kandidiert nicht mehr. WSR. Frankfurt a.M., 16. Aug. Ein außerordentlicher Parteitag der Sozialdemokratischen Partei von Hessen befaßte sich mit der Lage vor den Wahlen und der Aufstellung der Reichstagskandidaten. Reichstagsabgeordneter Reichsminister a. D. Dr. David (Berlin) hielt das Referat über die Krise des deutschen Parlamentarismus und die kommenden Reichstagswahlen. Die Krise des Par- lameniarismus liege nicht im System des Parlamentarismus selbst; die Derantwortung, auch an den Kabinettskrisen der letzten Jahre, falle den Wäh- lern zu, die einen unfähigen Reichstag nach Berlin schickten. Die Absatzkrise in Deutschland habe ihre Ursache in der Rot des Volkes; ryit der Hebung Jmchlbares kraslwageiiimM im Siefengebirge. Gin Postautobus in die Elbe gestürzt. — Acht Todesopfer. Am Sonnlagnachmitlag ereignete sich a u f der Straße oon S p i n d l e r m ü h l e nach hohen- e l b e ein furchlbares Kraftwagenunglück, bei dem acht Personen getötet und sechs schwer verletzt wurden. Der Autobus, der um 13.30 Uhr mit 13 Fahrgästen von Spindlerinüssle abgefahren war, geriet in einer Kurve auf der nassen Straße ins Schleudern, durchbrach eine über einen Meter hohe Mauer neben der Straße und stürzte in die Elbe. Sämtliche Passagiere und der Wagenführer wurden ins Wasser geschleudert. Rur der Schaffner konnte sich durch Abspringen retten. Die Feuerwehr von hohenelbe und Militär nahmen sofort die Bergungsarbeiten auf. Ls wurden acht Leichen und sechs Schwerverletzte geborgen. Unter den Toten befinden sich die Gattin de, Berliner Arzte» Mendelsohn, die in Spindtermühle jur Kur weilte, ein weiterer Kurgast au» Spindler- mühle, zwei Kinder im Alter von acht und 14 Jahren und der Wagenführer. Die übrigen loten sind Bürger au» Spindtermühle und hohenelbe. Der Baier der beiden gelöteten Kinder befindet sich gleichfalls unter den Todesopfern. Er hatte den Autobus benutzt, um feinen Kindern die überschwemmte Talsperre zu zeigen. Die sechs verletzten wurden sofort Ins Krankenhaus geschafft. Drei von ihnen haben lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Die Straße Splndlermühle-hohenetbe war Infolge der Aufräumungsarbeiten zwei Stunden lang gesperrt. zösischen »Sieg" mit» folgender Inschrift: »Zur Erinnerung an den Sieg des Rechts über d ie Gewalt und der Zivilisation über die Barbarei." Das Derspre- chen des Beigeordneten Haas hat aber sofort große Entrüstung bei dem Straßburger französischen »Iournal d Qllsace et de Lorraine' und erst recht beim .Matin" ausgelöst. Die Redaktion des Pariser nationalistischen Blattes hat sofort den Bürgermeister von Straßburg von seinem Willen in Kenntnis gesetzt, »die Befveiungs- statue in ihrem ganzen Aeußern respektiert zu sehen, so wie sie am 19. Oktober 1919 vom Straßburger Gemeinderat angenommen worden ist. Andere Städte, die diese Statue gleichfalls erhalten hätten, täten desgleichen. Unter diesen beschenkten Städten werden neben Lille, Qkrbun und Brüssel auch Kolmar und Metz genannt. Der .Matin" droht damit, er se in Geschenk zurückfordern werde, wenn seiner Forderung nicht entsprochen werde und ruft das Urteil der französischen Oef- fentl.chkeit darüber an, ob er da nicht in seinem Recht seu Während das ..Journal d'AIsace" diese Wög- lichkett tote überhaupt diesen ganzen Fall als „eine Schande für Straßburg" empfindet für --diese alte demokratische 6tabr*, meint die aulo- nomistische „Elsaß-Lothringer Zeitung", dah man das Ding schön verpackt dem „Matin" zurückschicken solle......Denkmäler des Hasses will Straßburg nicht." U^>er bte bombastische Inschrift könne man nur lachen, wenn man Die Folgen deS „Rechts- friedens" von Versailles sehe und insbesondere am elsässischen Schicksal feststellc wie hohl alle die Reden vom Selbstbestimmungsrecht der Völler waren. Es werde sich im Gemeinde- ral leicht eine Mehrheit finden, um die Desei- tigung dieses „Ueberbleibfels deS Krregsgeist eS" zu beschließen. Danz anderer Meinung ist natürlich der offiziöse „Elsässer Bote", der entrüstet ist, daß man in Straßburg heute „auf einer Statue nicht einmal wehr die Wahrheit in Form einer Inschrift sagen öenrf“. Die Entwicklung der Angelegenheit werde „sicherlich der jetzigen autonomistifch-kommunisti- schen Verwaltung der Stadt Straßburg nicht zur Ehre gereichen". Frankreichs Rüstung immer noch ungenügend. Nach der Turchfül.rung der einjährigen Tienstjeit. Paris, 16. Aug. (TU.) Kriegsminister M a- g i n o t hat einem Vertreter des .Ioumal" eine Unterredung gewährt, in der er sich über den Stand der französischen Armee nach der Durchführung der einjährigen Dienstzeit äußerte. Maginot eAärte zunächst, daß dadurch eine Reihe von Fragen aufgeworfen wurde, zu deren Lösung Geld notwendig sei. Das Hauptaugenmerk richtete der Kriegsminister dairn auf die Stärke der französischen Armee. Das aktive Heer genüge jetzt nicht mehr, einem plötzlichen Einfall standzuhalten, wenn es nicht durch die sofortige Einberufung der Reserve verstärkt würde. Das solle natürlich nicht heißen, daß die französische Armee nicht in der Lage sei, einen Angriff ab* zuwehren und sogar nach einem gewissen Zeitpunkt die Ueberhand zu gewinnen. Die französische Armee, die ein ausschließliches DerteidigungSinstrument sei, habe vielleicht nicht die Mittel, die zu einem Angriff notwendig seien. Eie sei aber auch lediglich zu dem Zweck geschaffen, eine reine Dertel- digungsarmee darzustellen. Krisis in Argentinien. Lebhafte Oppojition gegen den Präsidenten Zrigoycn. Buenos Hirt», 16. Aug. (Tel-Un.) Die argentinische Regierung hat die Berboppclung der berittenen Polizei der Haupisladt von 500 auf 1000 Mann angeordnet. Die Maßnahme, die großes Aufsehen hervorruft, steht im Zusam. menhang mit der innerpolitischen Gärung, die sich fast täglich in Demonstrationen gegen den Präsidenten Irigoyen äußerl. Dor einigen Tagen haben sich 44 Abgeordnete oer- schiedener Oppositionsparteien der Abgeordneten- fammer, darunter so entgegengesetzte Richtungen wie Konservative und Unabhängige Sozialisten, zu einem festen Block zusammengeschlos» s e n. Zwar verfügen die Anhänger des Präsidenten, die Personallsten, mit hundert Mandaten für sich allein über die notwendige Mehrheit in der Kammer. Die Bildung eines Oppositionsblockes kann aber doch den Anstoß zu einer Umschichtung der ^^politischen Macht Verhältnisse geben. Der Haupt- adjliAe Dorwurf, der gegen den Präsidenten und «eine Partei erhoben wird, ist die systematische Aus- s ch o 11 u n g des Parlaments. In der Abgeordnetenkammer verhindern die Perfonalisten durch Obstruktion die Beschlußfähigkeit, so daß keine ori öentlidjen Sitzungen stattfinden können. Im Senat liegen die Dinge allerdings anders, doch kann der Lenat für sich allein ohne die Mitwirkung der Kammer nicht arbeiten. Es laufen Gerüchte über ttbrungen der Ordnung, die vielleicht von der Provinz E n t r e Rios ausgehen könnten, wo die Per,onalisten nicht die Mehrheit und auch nicht die Stegieningsgeroalt besitzen, um. Dort sind kurzer- banö die Mandate von 6 personalistischen Abgeord- neten, die systematisch Obstruktion trieben, für ungültig erklärt und Reu wähle u ausgeschriedM worden. bij Lohn- und Existenzniveaus der breiten Massen steige auch der Verbrauch und belebe wiederum Landwirtschaft, Handel und Industrie. Zum Punkt • Kandidatenaufstellung teilte Staatspräsident a. D. Ulrich mit, daß er infolge seines hohen Alters nicht mehr für den Reichstag kandidieren wolle. Die Versammlung bereitete ihm eine stürmische Ovation und dankte ihm für seine fast 40jäh- rige Abgeordnetentätigkeit. An der Spitze der Wahlvorschlagsliste stehen Reichstagsabgeordneter Neichsminister a. D. Dr. David (Berlin), Dr. M i e r e n d o r f f, Pressereferent im Innenministerium Darmstadt, sowie Oberreaierungsrat Ritzel (Gießen). Dann folgen Gewerkschaftsbeamter W e ■ her (Offenbach), Rudolph (Offenbach), S t e f - fan (Oppenheim), Rink (Urberach), Dr. Gum- b e l (Gießen), Lutz (Worms), Kern (Darmstadt), Bürgermeister Lux (Rieder-Florstadt), Thom a s (Mainz), O f e n l o ch (Bürstadt) und Parteisekretär Wittig (Butzbach). Die Deutsche Volköpartei in Hessen-Nassau. Dr. Kalle wieder Spitzenkandidat. WSN. Wiesbaden, 17. 2lug. Die Deutsche Dolkspartei im Wahlkreis Hessen-Nassau hielt ihren Wahlkreis-Parteitag ab, der sich mit der endgültigen Aufstellung der Reichstagswahlliste befaßte. Während die Aufstellung des Spitzenkandidaten Dr.Kalle einstimmig erfolgte, wurden auf die zweite Stelle von den Vertretern der Frauen, des gewerblichen Mittel st andes und der jungen Volkspa r t e i l e r Ansprüche angemeldet. Rach längerer Debatte wurde der nachstehenden Kandidatenliste von dem Wahlkreisvertretertag zugestimmt: 1. Dr. Kalle, Frankfurt a. M.: 2. Oberstudiendirektor Präsident des Kvinrnunal- landtags in Kassel Dr. V e ck e r ; 3. Schneidermeister Fehling, Dillenburg: 4. Frau General Röther, Wiesbaden: 5. Landwirt Dinges, Soden, und 6. als Vertreter der jungen Dolksparteiker Redakteur Willi Schöppe, Frankfurt a. M. Der Vertretertag begrüßt in einer Entschließung die Bemühungen der Deutschen Volkspartei um den Zusammenschluß des Bürgertums zu einer breiten Partei der Mitte. Von dem Wahlkreisvvrstand und den Reichstagskandidaten wird erwartet, daß sie die Parteileitung mit allen Kräfte unterstützen und jeden gangbaren Weg zur Erreichung dieses Zieles beschreiten. Die Politik der Reichsparteileitung wurde gebilligt und die Gründung der Staatspartei nicht als Weg zur Lösung der Frage der Sammlung bezeichnet. Oie deuischnattonaten Kandidatenlisten. Berlin, 17. Aug. (SH. Funkspruch.) Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: Der Vorstand der Deutschnationalen Volkspartei beschäftigte sich am Samstag mit der Aufstellung der Kandidatenlisten für den Reichstag. Die Listen wurden vom -Vorstand einstimmig gebilligt. Sie werden veröffentlicht werden, sobald die endgültige formelle Zustimmung der Kandidaten vorliegt. Die Listen umfassen führende Persönlichkeiten des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens. Reben den bisherigen Abgeordneten, die treu zur Partei standen, und einigen bewährten Abgeordneten des Preußischen Landtages stehen eine Reihe neuer Ra men von Ansehen, vor allem auch der jüngeren Generation, an den führenden Stellen der Listen. Die R e i ch s l i st e wird geführt durch den Parieivorsitzenden Dr. Hugenberg, Frau Müller - Ottfried, Landesökonomierat W e i l b ö k, den Ehrenvorsitzenden des Bayerischen Landbundes, Dr. Q u a a tz, Prof. Spahn und Hauptmann a. D. Schmidt (Hannover). De Christlich-soziale Volksdienst Die Kandidaten der Neichsliste. Berlin, 16. Aug. (TH.) Die Reichsliste des Christlich-sozialen Dolksdienstes nennt an den ersten Stellen folgende Persönlichkeiten: 1. Simpfen- Dörfer, Schriftleiter, Korntal bei Stuttgart: 2. Hartwig, Arbeitersekretär, Spandau: 3. Kling, Rektor, M. d. L., Stuttgart-Hnter- türkheim: 4. D. Mumm, M. d.R., Berlin- Charlottenburg: 5. Schmidt, Schriftleiter, Kassel; 6. Eitner, Gertrud, Breslau; 7. Renken, Landwirt, Insel bei Schneverdingen; 8. R i p p e l, Verlagsbuchhändler, Hagen i. Wests.; ferner u. a.: 13. Wolf, Margarete, Vorsitzende des Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen, Berlin; 14. Rudolph, Generalsekretär des Gesämwerbandes evangelischer Arbeiter-Vereine Deutschlands, Berlin-Lankwitz; 16. Veidt, Pfarrer an der Paulskirche, Frankfurt a. M. Wie der Christlich- soziale Volksdienst bemerkt, handelt es sich bei den Genannten durchweg um Ramen, die im evangelischen Dolksteil einen guten Klang besitzen. Von Bedeutung sei, daß sie den verschieden- st e n Landeskirchen, Freikirchen, evangelischen Kultur-Verbänden und Verbänden der christlichen Arbeiterbewegung nahestehen. Weitere Spitzenkandidaten. Der Vertretertag der Deutschen Volks- Partei des Wahlkreises 10 Magdeburg- 2lnhalt hat als Spitzenkandidat den Generaloberst von S e e ck t ohne Debatte aufgestellt. Generaloberst von Seeckt erllärte sich bereit, die Kandidatur zu übernehmen. * Der Wahlausschuß der Vereinigten Konservativen Volkspartei und der Deutsch- Hannoverschen Partei für den Wahlkreis Wese r - E m s stellte an erster Stelle Reichsminister Treviranus auf. • Der Wahlkreisausschuh der Z e n t r u ms p a r- tei für den Wahlkreis 14 (Weser-Ems) stellte als Kandidaten auf: 1. Reichsminister a D Dr. B r a u n s und 2. Landwirt Dr. Drees-Rat- bergen (Landkreis Osnabrück). Eine Erklärung der Staalsparlei Einigung über die Kandidatenlisten. Berlin, 16. Aug. (WTB.) Die Pressestelle der Deutschen Staatspartei teilt mit: Der Haupt- aktionsausschuß der Deutschen Staatspartei der am Freitag unter dem Vorsitz Arthur Mahrauns tagte, hat die Dorbereitungsarbeiten für den Reichstagswahlkampf nunmehr abgeschlossen. An den Verhandlungen nahmen außer Minister Höpker -Aschoff auch Reichsminister D i e t. Oie erste Wahlversammlung -er Deutschen Siaatspartei. Höpker-Aschoff und Mahraun sprechen gemeinsam in Düsseldorf. Düsseldorf, 18. Aug. (TH.) Auf einer Wahlversammlung der Deutschen Staatspartei sprach Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff. Er betonte, die Sehnsucht des deutschen Volkes nach etwas Reuem; es sei des Haders txer Parteien müde geworden. Das Volk wolle kein Parlament mehr haben, in dem Interessengruppen sich gegenseitig bekämpften, es wolle die starke Verbindung zwischen Parlament und Volk, wozu die Parlamentsreform nötig sei. 2m Zusammenhang hiermit stehe die große Reichsreform. Die Deutsche Staatspartei denke nicht daran, Preußen zu zerschlagen; aber die kleinen und kleinsten Länder, die in Rord- deutschland im Gemenge mit den deutschen Provinzen leben, müßten verschwinden, weil kein Raum mehr für sie da sei. Ferner gehe es auf die Dauer nicht, in Berlin zwei große Regierungen nebeneinander zu haben: Reichsregierung und preußische Regierung. Es müsse hier ein Zusammengehen der beiden Regierungen, ein Aufgehen der preußischen in der Reichsregierung erstrebt werden. Wer eine Volksregierung haben wolle, dec müsse das parlamentarische System und damit auch die Parteien an sich bejahen. Aber Vereinfachung sei hier notwendig. Starke verantwortungsbewußte Parteien als Ausdruck der in einem großen Volke lebenden Strömungen und Geistesverfassung seien erforderlich. Wer aber alles zusammenfassen wolle, wie das in Italien in der faschistischen Partei der Fall sei, der rufe nach Diktatur. Eine derartige Einheitspartei liege nicht im Sinne der Deutschen Staatspartei, sondern das wäre ein Instrument der Diktatur. Die radikalen Elemente auf der Linken unö Rechten müßten niedergerungen werden. Richts sei falscher, als daß er, Höpker-Aschoff, nicht den Kampf gegen die Sozialdemokratie wolle. Er erklärte wörtlich: „Auch ich will den Kampf gegen die Sozialdemokratie, weil sie sich in den letzten Jahren und Monaten den Bedürfnissen des Staates schlechthin versagt hat. Was ich gegenüber Dr. Scholz ab- gelehnt habe, war, daß ein Bürgerblock, ein Hindenburgblock, gebildet werden soll, und daß man die Sozialdemokratie als etwas Minderwertiges betrachten und nicht anerkennen wolle als Partei. Vom alten Liberalismus sei vieles tot, aber auch manches lebendig, wie das Bekenntnis zu Volksregierung und Selbstverwaltung, Ablehnung jeglicher Diktatur, der Gedanke der Hntemehmerwirtschaft, des Führertums auch in der Wirtschaft, verbunden mit starker sozialer Verantwortung, und der Gedanke der Persönlichkeit, die nur ihrem Gewissen verantwortlich ist und von der Freiheit des Geistes nicht lassen kann. Hieraus ergäben sich Gegensätze zur konservativen Rechten. Außenpolillsch sei eine Einigung mit der Rechten eher möglich. Es handelt sich darum, die Ostgrenzen zu sichern und der deutschen Wirtschaft den Weg nach dem Osten frei zu machen. Im Donaubecken und in Mitteleuropa liegen große Möglichkeiten für die deutsche Wirtschaft. Wir wollen Völkerfrieden und Verständigung der Völker bei aller Eigenliebe zu unserem Vaterland. Rach Dr. Höpker-Aschoff sprach der Führer der Deutschen Staatspartei, Arthur Mahraun. Wer heute im politischen Kampf unseres Volkes seine Pflicht tun wolle, der müsse sich zunächst darüber klar sein, welches denn die Hauptsache in unserem Kampfe sei. Der Hader der Parteien, der Zank um nebensächliche Dinge, sei bestimmt nicht die Hauptsache, sondern diese liege begrün» bet in der Lage des deutschen Volkes und in der Lage des Deutschen Reiches angesichts der Ereignisse in der Welt. Auf der einen Seite sehe man die Macht des angelsächsischen Kapitals erstehen, das nach der deutschen Wirtschaft greife; auf der anderen Seite sehe man den Bolschewismus. Das Ziel der Machthaber in Moskau gehe nicht allein dahin, die kommunistische Bewegung nach Deutschland hineinzutragen, sondern über Deutschland hinaus die ganze Welt mit dem Kommunismus zu erfassen; denn wenn Deutschland erst einmal ihm zum Opfer gefallen sei, sei die Welt für Moskau reif. Hier gelte es, alle Kräfte einzusehen, um das deutsche Volk daran zu erinnern, daß es noch ein deutsches Vaterland habe. Es gelte jetzt einen Staat zu schaffen, der die selbständige Heimat der Ration sei, und der außerhalb und über den Debatten stehen müsse, weil er uns allen gehöre. Zu der neuen Entwicklung gehöre vor allem Idealismus, ohne den keine Staatsbürgerpartei möglich sei. Die Deutsche Staatspartei wolle einen W ille n s ke rn schaffen, eine Gemeinschaft, die fähig fei, für Ideale zu streiten im Kampf für das, was die Bewegung in Zukunft durchsetzen wolle. Mahraun wandte sich dann an die deutsche Wirtschaft. Cs gehe nicht weiter, daß man durch Geld eine politische Richtung züchte, mit der man seinen Willen durchsetze. Die Zukunft bestehe in der Er - richtungeinesfreien Staatsbürger- tums, das allen Ständen gerecht werde. Die Hetze der Fahnenächtung müsse verschwinden. Wir stünden jetzt vor der Wende der politischen Entwicklung. Etwas Reues sei gekommen und es müsse erkannt werden, daß em neuer Wille über uns hereingebrochen sei zum Wohle des Ganzen. r i ch - Baden und Erich K o ch. W e s e r besonderen Anteil, lieber die K a n d i d a t e n l i st e n der Deutschen Staatspartei wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, sie werden nach abschließender Fühlungnahme mit den örtlichen Organisationen endgültig aufgestellt und veröffentlicht werden. Unter den führenden Kandidaten befinden sich Persönlichkeiten aus allen Lagern, aus denen Kräfte zur Deutschen Staatspartei gestoßen sind, aus der Demokratischen Partei, der oolksnationalen und jung- deutschen Bewegung, den Kreisen junger Volkspar- ler und den Kreisen ehemaliger Deutschnationaler. Dicht neben die bisherigen Parlamentarier tritt gleichberechtigt die junge Generation. Dem Gesicht der Deutschen Staatspartei als einer neuen und jungen Front, die für staatspolitische Reformen in den Kampf geht, trägt die Tatsache Rechnung, daß Arthur M a h r a u n, der ein Reichstagsmandat abgelehnt hat, außerparlamenta- rischer Führer der Deutschen Staatspartei ist. Reichsminister Treviranus spricht in Kassel. Das Programm der Konservativen. Kassel, 17. Aug. (WSR.) In einer öffentlichen Versammlung eröffnete Reichsminister Trevira- n u 5 in Kassel den Wahlkampf für die Konservativen in Hessen-Nassau. Er führte dabei u. a. aus: Man kann mit Recht sagen, daß etwas Neues in Deutschland aufsteigt, nur darf man das nicht von einem alten ober neuen Parteistandpunkt aus betrachten, der die Gefahr der Selbstgerechtigkeit ober ber Suche nach unebten Motiven bei allen Nachbarn verewiyt. Das Gesetz des Handelns hat der Reichspräsident — niemand anders, und zwar solange, bis das deutsche Volk wiederum selb st entscheidet. Dabei wird es keine Regierung geben, die angesichts der ernsten Lage kapitulieren müßte, wenn eine Mehrheit in sich uneiniger Parteien das begonnene Reformwerk zu zerschlagen trachten würde. Aber deshalb soll das deutsche Volk sich gesund wählen, dem Reichspräsident erneut das Vertrauen aussprechen können, wenn der Nebel des Parteihaders zerflossen ist. Darum wächst mit dem Katastrophengerede die Verzweiflung, die der nationalen Wirtschaft größere Wunden schlägt als Reparationslast und innerdeutscher Leerlauf. Woher anders rührt denn die Radikalisierung breiter Schichten als aus der Enttäuschung über Versprechungen, denen die Alltagsarbeit nicht Rechnung tragen konnte. Man muß den größeren Mut haben, unpopuläre Arbeit anzufassen, wenn man ehrlich „mitregieren" will, und sich nicht darauf hinausreden, daß man keine Halbheiten machen dürfe. Es wird ohnehin nur Schritt für Schritt vorangehen, bis wir wieder Grund und Boden unter den Füßen haben. Mein Bekenntnis auf dem Reichstagsplatze zu einer aktiven Revisionspolitik ohne kriegerische Drohungen war der selbstverständliche Ausdruck ber (Empfinbun- gen der Frontgeneration. Uns ist ber Front- g e i ft kein wilber Begeisterungstrank, sondern eine Verpflichtung zu mutiger Geduld, zur Vertiefung des Glaubens an den Sieg der Rechtsgleichheit unter den Völkern. Die Außenpolitik darf nicht nur eine Sache ber Fachleute fein, sondern muß die Sache des ganzen Volkes werden. Das ist neben anderen Aufgaben das Kernstück der politischen Mission der 30- bis 50- jährigen in Deutschland. Das gleiche Leid. Das Loch der Arbeitslosenversicherung e in England. London, 17. Aug. (TH.> In London findet am Montag eine Konferenz mit Kabinettsmitgliedern statt, die der Erörterung der durch die Zunahme der Arbeitslosigkeit entstandenen Rotlage gilt. Die Regierung sieht sich nach der unerwartet schnellen Heberschreitung der Zwei- Millionengrenze der Arbeitslosenziffer früher als erwartet vor die Frage gestellt, entweder durch neue Steuern neue Mittel für die Arbeitslosenversicherung zu finden oder durch eine allgemeine Herabsetzung der Hnterstützungssätze die Ausgaben zu vermindern. In politischen Kreisen girnmt man an, daß die Regierung eine Beschneidung der Arbeitslosenunterst ützungssähe um zwei Schilling je Woche ernsthaft in Erwägung zieht. Der Arbeitslosenversicherungsfonds ist jetzt bereits um rund 60 Millionen Pfund Sterling überzogen, für die Zinsen gezahlt werden müssen. Liberalen Politikern wird der Plan zugeschrieben, durch Einführung eines Zollaufschlages in Höhe von 10 v. H. für alle e i n g e - führten Fertigwaren neue Einnahmen zu schaffen. Snowden und andere arbeiterparteiliche Führer sollen hierin jedoch den ersten Schritt zur Hebernahme des Schutzzollgedankens sehen und den Vorschlag daher ablehnen. Aus aller Welt. Zuchthausstrafen für politische Rowdies. Im März veranstalteten die Chemnitzer Rechtsorganisationen eine Kundgebung gegen den Boungplan und marschierten im geschlossenen Zuge durch die Stadt. Rach Auflösung des Zuges kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern anderer Parteien. So überfiel ein Trupp Kommunisten eine Anzahl Nationalsozialisten und Stahlhelmer. Hierbei wurden ein Nationalsozialist getötet und andere schwer verletzt. Wegen dieser Tat hatten sich vor dem Schöffengericht acht Personen, darunter zwei weibliche, zu verantworten. Der Arbeiter Seifert, der als Rädelsführer gilt, erhielt ein Jahr drei Monate Zuchthaus, der Hufschmied Weigert ein Jahr Zuchthaus, der Geschirrführer Hubatsch neun Monate Gefängnis, die Ehefrau Weigert sechs Monate Gefängnis und die 17jährige Arbeiterin Ella Gl§ß einen Monat Gefängnis. R 100 in Eardinglon gelandet. Das englische Luftschiff R 100, das, wie erinnerlich, am 13. August um 9.28 Uhr abends in Montreal (Kanada) zum Rückflug nach England gestartet war, ist Samstag mittag um 12.02 Uhr in Carbington gelanbet. Jetzt Hnwetter in Amerika. Rach der wochenlangen Dürre ist jetzt über Worcester (Massachusetts) ein Wolkenbruch niedergegangen, wie man ihn dort kaum jemals erlebt hat. Der durch die herabstürzenden Wassermengen angerichtete Schaden wird auf 1 bis IVzRllllionen Dollar geschäht. In Westfield (Massachusetts) war das Hnwetter von einem Hagelschlag begleitet, der die gesamte Tabakernte in der Hingebung vernichtete. Auch dort beläuft sich der Schaden auf Hundert- ^ausende von Dollar. — Ein schweres Hnwetter setzte auch zeitweilig die Straßen in den nördlichen Bezirken der Stadt Neu York unter Wasser und verursachte bettächtlichen Ernteschaden in den Staaten Neu-England, Reuyork und Hmgegend. Fünf Personen wurden vom Blitz erschlagen. Bootsunglück auf dem Rhein. 3n der Nähe von Köln-Poll wurde auf dem Rhein ein Paddelboot, das Segel gesetzt hatte, zum Kentern gebracht. Ein in der Nähe befindliches Boot des Wasserbauamts warf dem Paddelbootfahrer einen Rettungsring zu, der von diesem auch erfaßt wurde. Bei dem Versuch, den Verunglückten an Bord zu ziehen, riß jedoch die Leine des Rettungsrings, der Verunglückte geriet unter öie Schraube des Bootes und wurde tödlich verletzt. Seine Leiche konnte geborgen werden. Boofsunglütf auf der Havel. Auf der Havel ereignete sich in der Nähe des Dorfes Wust bei Brandenburg ein schweres Bootsunglück. Drei junge Leute wollten i n einem Paddelboot von dort aus nach ihrer Arbeitsstelle fahren. Infolge des hohen Wellenganges schlug das Boot um, und alle drei Insassen stürzten ins Wasser. Einer von ihnen konnte sich durch Schwimmen retten. Die beiden anderen ertranken. Ein Eisenbahnzug fahrt in eine Zuschauermenge. 3m Zusammenhang mit dem Eucharistischen Kongreß in Agram (Serbien) ereignete sich ein furchtbares Hnglück. Hm einem aus Anlaß des Kongresses veranstalteten Feuerwerk bei» zuwohnen, waren etwa 60 000Perfonenzu- sammenge strömt, von denen mehrere Taw- send auf einem Bahndamm Aufstel- l u n g genommen hatten. Plötzlich nahte ein Güterzug und fuhr in die Zuschauermenge hinein. Drei Personen wurden auf der Stelle getötet und fünfzehn schwer verletzt. Von den Schwerverletzten sind drei gestorben, während die anderen sich in Lebensgefahr befinden. Der rätselhafte Tod auf den Schienen. Das Rätsel um den Tod des Direktors Nathan, der, wie erinnerlich, aus dem fv-Zug Hamburg-Berlin herausgestürzt und über fahren worden war, wird immer dunkler. Bisher hatte man angenommen, daß sich Nathan allein in seinem Abteil befunden habe. Eingehende Vernehmungen haben jedoch ergeben, daß das Zugpersonal sich nachträglich auf die Anwesenheit eines weiteren Reisenden in dem Abteil besinnt. Es ist jedoch unmöglich, eine Personalbeschreibung dieser Persönlichkeit zu erlangen. Es besieht die Version, dieser Fremde habe einen Erpressungsversuch an Nathan gemacht. Als der Industrielle keinen Ausweg mehr gewußt habe, hätte er sich durch einen Sprung aus dem Zuge das Leben genommen. Ein Schimpanse flüchtet in die Untergrundbahn. Eine seltsame Jagd gab es im Berliner Hnter- grundbahnhof Iannowitzbrücke. Aus dem Gewahrsam des Tierschutzvereins war ein Schimpanse ausgebrochen und nach dem Unter» grundbahnhof geflüchtet. Durch diesen Zwischenfall mutzte der Zugverkehr für nahezu 30 Minuten unterbrochen werden. Als man glaubte, des Tieres bereits habhaft geworden zu fein, setzte es jedoch die Flucht in den Tunnel hinein fort, so daß der elektrische Strom ausge- schaltet werden mußte. Die gan-e Beamtenschaft veranstaltete darauf eine Hetzjagd auf das Tier. Trotz alledem konnte man aber den Affen nicht einfangen, da er in den verschiedenen dort aufgestellten Baugerüsten einen Hnterschlupf fand. Er konnte noch nicht gefunden werden. Oie Wetterlage. 45- Ui Paris O o / fT# Ä vh \Ü4 .Wien** O : lagert.} o 11 2HZZ \tt~4 MM Owolkenlos. O neuer Qnaio oedccKi. • wenig, ©ocdecm. eiteon * Schnee c Graupeln e Meoei K Grwilttr.@)windstilie.*O'sch# leichter Ost -nassioe*’ Soosodwes» q stürmische» nordwcsl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden zahf len geoen die Temperatur an. Oie Limen «romdeo Orte mit gleichen! » 10000 HL 319954 Heute mittag 1 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grober Geduld ertragenem Leiden mein innlgstgellebter, unvergeblicher Mann, unser herzensguter Vater. Schwiegervater, Grobvater. Schwager und Onkel Herr Jakob Wagner 1H. Landwirt Lnf fed« gezogen, Nummer find zwei gleich bebe Gewinne gefallen, und »war jt einer auf die 8r|e gleicher Nummer iu den beiden Abteilungen I und U leet rtyÄ Üff ”• und ^en r-tten. ^uttaene. Witte |j* I Anlah tn8u» Tau. Wui. ÄÄL2 Adreßbuch s— Stadlplan und Einwohner- und Geschäft-Verzeichnissen von 7 Städten und 74 Orlsgememden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schäft-- unb kulturgeschichtlichen Sonderadschnitt / Preis 10 Reichsmark OberbeMcher Adreßbuchverla«. Gießen, Echulstr. 7 37919 40110 41526 45497 53740 51522 69436 70590 73327 75692 77363 83446 93832 96472 97368 103047 107154 112205 ------ ------ ------ 133718 - Ä la. °°l1«, hat durch «MA* neter c»"*.. nie ag 7'' [igen y) st- ct- uren VF «184 ®if* *•?»** 4 •eetne. i> 5000 M 40143 195081 2 »w.nne *■ 3000 ei Gesetzes gilt auch zubereitete Milch. 3m 8 2 ist angeführt. waS unter Verbraucher un Sinne deS Desehe- zu verstehen ist Danach ist Verbraucher, wer Milch oder Milcherzeugniss« zum persönlichen Gebrauch oder zur Verven» düng im eigenen HouShalt bezieht. AIS Derbraucher im Sinne deS Gesetzes gelten auher- dem Gastwirte, Schankwirte und andere De- I werbetreibende, soweit sie dies« Lebensrnittel zur Verwendung innerhalb ihrer DetriebSstatt« be- ziehen. Entsprechendes gilt für Krankenhäuser, Heilanstalten. Erziehungsanstalten. Wohlfahrts- anstalten und ähnliche Einrichtungen. Milch- wirtschaftliche Unternehmungen sind nicht Verbraucher im Sinne des Gesetzes. Dicht weniger als 17 Paragraphen enthalten allgemeine Vorschriften über den Verkehr mit Milch, während 15 Paragraphen Vorschriften über Markenmilch geben, t) 35 umsastt die Vorschriften über Wilch- «rzeugnisse. § 3b die über daS Dachmachen von Milch und Milcherzeugnissen, während in den Paragraphen 37 biS 42 besondere Wastnahmen zur planmästigen Ordnung der Milchwirtschaft vorgesehen sind Dicht weniger als sieben Paragraphen enthalten die UcberwachungS- unb Strafbestimmungen. Die übrigen sieben Paragraphen enthalten die Schlustbestimmungen. Mit < dem Inkrafttreten dieses GeletzeS tritt daS De- I feh zur Regelung deS Verkehrs mit Milch vom 23. Dezember 1926 ouster Kraft. DaS Gesetz ist mit Wirkung vom 3L3uIi in Kraft getreten. Otfaßenhilfsdienst des Landesvereins vom ^oten Kreuz. Der Hessische Landesverein vom Rot« n Kreuz hat in Anbetracht der in letzter , Zeit austerordentlich stark zunehmenden Auw- Unfälle einen besonderen StrahenhilsS- dienst eingerich'.et. der folgende Strasten betreut. soweit sie da; hessisch? Gebiet berühren: 1. Franksurt Darmstadt—Heidelberg: 2. Frank- surl Gberbach: 3. Mainz—Darmstadt: 4 Mainz— Gingen: 5. Mainz-WormS: 6. Mainz-Frank- surt: 7. Mainz Al».ey: 8. Frankfurt- Greste n. Aus dielen S.recken sind an insgesamt 44 Orten 61 Unfallhilfsstellen und 102 Unsallmelde- steilen eingerichtet, die an das Telephonnetz an- geichlolsen find AlS UnfallhiliSstel.'en dienen zu- nächst die bisher unter der Bezeichnung Det- tr - .wache, -Rettungsstation. Sanitätswache, Unfallstation eingerich e.en Stellen. Daneben find in io.uxn Orten, wo Saniiätswachen oder ähnliches nicht bestanden, neue Unsallhilfsstellen errichtet worden, in denen ständig und insbesondere an Sonn- und Feiertagen mindestens zwei auSgebil- dete Saniiätsperfonen Aur Leistung der ersten Hilfe zur Verfügung stehen, die mit dem nötigen Krankenbesörderung?geräi und Verbandmaterial ausgerüstet sind. SS ist in Aussicht genommen, im nächsten Iahre den Slra^enhilsSdienst auf weitere St rasten auszudehnen, die einen erheblichen Verkehr von Kraitsahrzeugen besitzen. Taten für Tienotag, IS. August. Sonnenaufgang 4.51 Uhr, Sonnenuntergang 19.16 Uhr. — Mondaufgang 19.16 Uhr, Monduntergang 16 25 Uhr 14 nach Christi: der römische Kaiser Augustus in Noia gestorben, — 1662: der französisch« Philosoph Blaise Pascal gestorben: — 1819: James Watt, der 'Berbesscrer der Dampfmaschine in 5)eatsield gestorben. 2 ettotn.e in 300000 M. 229622 2 Ortninn« |« 10000 W. 64240 2 »«Dlnne »« 5000 W. 345742, 20 ffcB-lrnr «n ‘ * 166344 228366 348348 14 ®«6>1rntf in Scheune mit sämtlichen Getreideoor- raten, ein Teil des Wohnhauses, sowie chuhner und Schweine zum Opfer. Sieben auswärtige Wehren beteiligten sich an der Bekämpfung des Feuers. Der Feuerwehrmann Philipp Schroder wurde von einem herabstürzenden Balken getroffen und muhte schwer verletzt dem Krankenhaus zugeführt werden. Kreis Alsfeld. xr Rülfenrod, 17.Aug. Das von den Ge- mcinden Otterbach und Dülsenrod errichtete neue Schulgebäude geht seiner Vollendung entgegen. Die Einweihung deS Hauses soll voraussichtlich Ende August stattfinden. Der prächtige Dau erhebt sich an der Hauptstraße etwa in der Mitte beider Ortschaften. DaS Gebäude ist vor den rauhen Dord- und Ostwinden durch eine natürliche, mit Tannen bewachsene Anhöhe geschützt, während sich nach der Süd- und Westseite hin ein angenehmes LandschastSbild entfaltet. Lehrer und Schüler werden sich in dem hellen, geräumigen Schulsaal behaglich fühlen. Preußen. Kreis Wetzlar. O Hörnsheim, 16. Aug. 3n seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der De - meinderat mit der Beratung deS Haushaltsplanes für 1930. GS wurde beschlossen, auf di« staatliche Steuer vom Grundvermögen, sowie aus die Gewerbekapital- und Gewerbeertragsteuer einen Gemeindezuschlag von je 275 Prozent zu erheben. Der Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgabe aus 82 400 Mk. sestgestellt. Oie Zeppelin-LandungSfahni nach Kassel verschoben. WSD. Kassel, 17. Aug. Die für heute vorgesehene Landungsfahrt des »Graf Zeppelin" nach Kassel ist vorläufig wegen der ungünstigen Wetterlage abgesagt worden. Die mündlichen Verhandlungen deS Verkehrsamtes mit dem Zeppelin-Dau in Friedrichs- Hafen führten zu dem Ergebnis, dah wahrscheinlich an einem SamStag die Zeppelin-Landung in Kassel doch noch stattfindet. Der genaue Termin steht noch nicht fest. fort der Chirurgischen Klinik zugefuhrt, wo er sich heute bei gutem Befinden noch aufhält. Er hat bei dem Unfall eine Fleifchwunde am Kopse davon- getragen. Der zweite Unglücksfall ereignete sich : gen 18 Uhr an der Ecke Ludw.gsstrahe und Goethe- straße. Dort wurde der auf einem Fahrrad daher- Oberheffen. Arbeitsbeschaffung in (Schotten. X Schotten, 15. Aug. Der Gemetnderat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der schwierigen Frag« der Fürs orge sür die ausgesteuerten S r w e r d S l vl « n. 3m Laufe deS WinterS wird sich ihre Zahl erhöhen Dl an war allgemein der Ansicht, da st cS richtiger sei. den bett. Erwerbslosen für Arbeit zu sorgen und damit für die Gemeinde vorteilhafte Werte zu schaffen, als ihnen lediglich Unter- stuyung auszuzahlen. Sine Deihe von Arbeiten wurde vom Gcmeinderat vorgesehen, die im Lause deS Winters zur Ausführung gelangen sollen. So wird die Etadtbach von der Lohgasse biS zum Amtsgericht in Detvn gefastl und damit auch zugleich ein Verbindungsweg in das Stadtinnerr geschaffen. Etwa 200 Kubikmeter Steine werden ungefähren und klein geklopft, ebenso sollen im städtischen Steinbruch Pflastersteine gewonnen werden. Die alle Straste bis zum Spiehwald wird neu chauffiert, ebenso eine gröstere Strecke im Stadtwald. 3n den Höllwiesen wird eine gröstere Drainage durchgeführt, die Gräben an den Feldwegen werden geöffnet und hcrgestellt. Alle Arbeiten werden, wie der Gemeindcrat beschlossen hat, nur im Wege deS Akkorde auSgeführt. De» sondere Dichtlinien sind hierfür aufgestellt, die Wohlfahrtskommission regelt die näheren Einzelheiten über die Art und Vergütung bei der einzelnen Beschäftigung. L'nnDtrciö Bietzen. -i Lich. 16. Aug. Dieser Tage sand hier eine Verlammlung des Thri st lich-Sozialen VolkSdienfteS (Evangelische Dcwegung) statt, In der Pfarrer Wahl, Dutzbach, über das Thema sprach: „Was will der Christlich-Soziale Dolksdienst?". Ön eingehendem Deferat zeigte er die Dot. die zur Gründung deS Volksdienstes gc- sührt habe, sprach von der grohen verantwortungsvollen Ausgabe, die dem Christen im Staat gestellt sei, und zeigte den Weg deS Volksdienst eS, der allein vom Gewissen geleitet werden dürste. Die zahlreichen Zuhörer solgtcn mit Aufmerksamkeit. eine kurze Aussprache schloß sich an. Berliner Börse. Der! in. 18. Aug (WTD. Funklpruch.j Der erste Zrühverkedr der neuen Woche lag getchästS- loS und abwartend. Die Stimmung in den Dank» bureaus schien aber eher etwas beruhigter zu sein, da daS trotz Schwankungen per Saldo festere Veuvork und die weiter günstigen AustendandelS- zifscrn eine gewisse Anregung boten. Kurse waren ober bisher noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,83. London gegen Mailand 92.97. London gegen Spanien 46 zu 46,25 zirka, London gegen Buenos 40.Ä), London gegen Amsterdam 12.09, London gegen Kabel 4,8715, London gegen Berlin 20,3913 und Kabel gegen Berlin 4,1860. derhergestellten Waldbühne bas von Intendant Dr. Präsch selbst mhenierte Lustspiel Shakespeares Zßiebe» Leid und Lust' in Szene. Die Vorstellung findet nachmittags statt. Falls das Detter ungünstig ist, wird im Stadttheater aespielt werden. Das Stück ist von der Regie io angelegt worden, daß es beide ilufführungsmogltchkeiten zulätzt. — Di« 3t«i »Partei he» Deutschen Mittelstände» (Wirtschaftspakte i) Der- anftaltet — wie man un» schreibt — am Mittwoch, 20. August, 20 Uhr im Caf6 Leib in Dietzen ihre erste Wahlversammlung 6» spricht der Vorstand der Partei und seitherige Fraktionsoorsitzende im Reichstag Bäckermeister Drewitz au» Berlin Als zweiter Redner spricht der Spitzenkandidat der Wirt- schaftspartei für den Wahlkreis Hessen, Prof Dr. fjorneffer, der barlegen wird, welche Gründe ihn oeranlaht haben, für die Wirlfchaftspartei in den Wahlkampf einzugreisen. Da» Thema seiner Rede lautet: „Die Krise der deutschen Parteien". Rach den Reden findet freie Aussprache statt. Siehe heutige Anzeige. — D i« Wählerlisten zur AeichS- tagswahl werden in der Zeit vom 24. August bts 31. August im Stadthaus Bergstraße zur öffentlichen Einsicht aufgelegt. •• Abmarsch i n S Manöver. Unser Bataillon rückt, wie am SamStag schon mitgeteilt, heute (Montag) abend nach dem Truppenübungsplatz Döbritz mit an^chlietzendem Vlanöver in Thüringen ab. DaS "Bataillon marschiert um 6.15 Uhr von der Aeuen Kaserne ab durch Sicher Straste, Ludwigsplatz, Gartenstrahe, wo sich die 3. Kompanie anschliesten wird, Südanlage und Frankfurter Strahe zur grosten "Rampe im Güterbahnhof. Der Transportzug wird um 20.49 Ahr den Bahnhof verlassen. •• Der gefällige Oberhcsse. 3n ein Abteil eine- ZugeS der Strecke Diesten—Frankfurt steigt eine junge Dame, besetzt einen Eckplatz. öffnet ihr Handtäschchen, entnimmt ihm »Kamm, Qtagclfeilc, Puderquaste usw. chästigt sich mit der Frisur, der Aagel- pflege, dem Anmalen der Lippen, der Wimpern und der Wangen. Nachdem die immerhin lange Zeit andauernde Verschönerung des Persönchens beendet ist, zieht ein ihr gegenübersitzender Oberhesse sein Kognaksläschchcn auS der Tasche und bietet ihr diese- mit den Worten an: . Freilein, wolle se nett aach noch gorgele?" Die Wirkung dieser Ansprache war allgemeines Gelachter der Mitreisenden, (Siebten der Dame bis an die Haarwurzeln und schleunigste Flucht in da- CttcbenableiL Morgen kein Schlusnus-Konzert in Bad-Nauheim. Bon der Bad- und Kurver- waltung in Bad-'Nauheim wird uns geschrieben: Wegen Grippcerkrankung des Kammersängers chcinrich Schlusnus fällt das für den 19. August vorgesehene Konzert aus. Es findet voraussichtlich anfangs September statt. •• Zwei Berkehrsunfälle an einem Tage ereigneten sich am Samstag in unserer Stadl. Gegen 10 Uhr wurde in der Frankfurter Strotze der Maurermeister Weitz von Krotzcn-Linden von einem Gießener Auto angesahren. Der bedauernswerte Mann wurde von dem Krastwagenführer so- Ärcie Fricdbcrg. WSN. cholzhausen v. d. ch., 16. Aug. Im Gehöft des Landwirts Westerfeld brach gestern 340067 _____ _____ _____ 242 »omni ib 300 OIL 3778 10552 11784 15838 17172 21910 21937 30384 34972 MO, 0 o/ v> yxk 1k Wirble ins Leben! Vornan von Anna Fink. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. 6.-2L 23 Forttetzung. Nachdruck verboten. Frau Berger war mit ihrem Schützling nicht zufrieden. Sie setzte eine geheimnisvolle Miene auf. „6ie scheint arg großes Interesse an Ihnen zu nehmen", sagte sie dann, „fie fragte, wie s dem Herrn Contius bei mir gefiele, ob ich auch gut für ihn sorge, und dann meinte sie..." Die Gute konnte den Satz nicht beenden, denn ein schrilles Klingeln an der Tür unterbrach sie. Sie öffnete. „Grüß Gott, Fräulein Minchen. Ia, sieht man Sie denn auch einmal?" Damit zog sie ein derbes, kräftiges Mädchen, das schon nicht mehr ganz jung war, lebhaft zur Tür herein. „®rü6 Gott, Frau Berger, die gnädige Frau läßt fragen..." Was die gnädige Frau fragen lieh, wartete Reginald nicht mehr ab. Froh, daß das gar zu wohlmeinende Interesse der Frau Berger von ihm abgelenkt worden war, zog er den Hut und verschwand eiligst durch die noch halboffene Flurtüre. „Ein hübscher Mensch", sagte Fräulein Minchen anerkennend hinter Contius her. „3a, und so solide", pries Frau Berger ihren Mieter, und es dauerte eine halbe Stunde, bis Fräulein Minchen dazu kam, ihren Auftrag auszurichten, weil man doch erst seine Meinung über „möblierte Herren" im allgemeinen und dann in diesem besonderen Falle austauschen mußte. Reginald war es, als sei er einem Regen entronnen, der sanft, aber eindringlich auf ihn heruntergegangen war. So was weicht bis auf die Knochen durch, wenn man nicht beizeiten flüchtet. Es war tatsächlich ein schöner Abend. Die Luft war weich. Reginald bummelte langsam die Straße hinunter. Er sollte um acht Llhr zum Baron Grif- finger kommen, zu einem „kleinen Butterbrot und einer Tasse Lee", wie die Frau Baronin ihm liebenswürdig geschrieben hatte. „Grüß Gott, Contius!" schlug eine frische Stimme von der anderen Seite der Straße herüber an sein Ohr. Er sah auf. Ein junger Mann von kleiner, gelenkiger Figur kam elastisch über den Fahrdamm auf ihn zu und schüttelte ihm die Hand. Lieber Contius' Gesicht ging ein Lächeln. „Guten Tag, Reinwald", grüßte er wieder. Der junge Kaufmann Reinwald kam ihm wie einer der besten Vertreter der Oesterreicher vor. Reinwald schob seinen Arm in den von Contius. „Haben's ein bisserl Zeit, lieber Contius, so kommen's mit mir ins Kaffee, wir plaudern ein bisserl." Contius lehnte ab und berichtete von seiner Einladung bei Griffinger. „Hören's, lieber Contius, da bring ich Sie hin. Der Griffinger wohnt eh auf der andern Seit'n der Stadt halb am Berg, und 's ist erst halb acht. Ist es Ihnen recht?" Contius war einverstanden. Er war leicht verstimmt gewesen, ohne eine nähere Begründung dafür zu haben, und freute sich über die Ablenkung. „Sie wollten mir doch immer mal erzählen, lieber Freund, wie Sie gerad Fahrlehrer für die Firma Kunkel & Co. geworden sind, und was Sie hierher verschlug in unser Ländchen." „Ie", sagte Contius, „ich war stellenloser Ingenieur in Deutschland. Durch einen glücklichen Zufall lernte ich Baron Griffinger kennen." , „Sie sind gewiß als rettender Engel erschienen", lachte der andere. „Der Griffinger ist bekannt dafür,- daß er relativ viel Pech hat, gerad in gottverlassenen Gegenden. Wahre Schauergeschichten berichtet er hinterher, und sein Chauffeur ist a kreuzbraver Kerl, nur versteht er von komplizierten Sachen nix. Dazu denkt er zu einfältig. A Auto ist a verflixtes Ding, wenn's sei Mucken hat. Wenn mer da net a G'fühl hat und a Ras'n dafür, spielt einem auch der beste Wagen zuweilen böse Streich'. Stimmt's oder net, Herr Ingenieur?" Reginald lachte herzlich. „Gewiß, Reinwald, Sie haben recht wie immer", pflichtete er bei. „Ieht erzähl'ns aber weiter", drängte Reinwald. „Da ist nicht mehr viel zu erzählen", meinte Reginald. „Griffinger war gerade dabei, nach Oesterreich zurückzukehren. Er nahm mich auf meine Bitte mit. Ich habe dann Glück gehabt. Es wurde gerade für den theoretischen Llnter- richt ein Fahrlehrer gesucht. Ingenieur, ledig, usw. Run, da habe ich mich auf Zureden des Herrn Baron gemeldet und wurde sofort angenommen. Also, da sitz ich seitdem hier", schloß Reginald trocken seinen Bericht. „Lind seitdem hat sich das Renommee des Fahrunterrichts beträchtlich gehoben", ergänzte Reginald. „Die ganze Stadt ist Ihres Ruhmes voll, Verehrtester, wenn Sie das noch nicht wissen sollten." „Ach, gehen Sie, lieber Reinwald, jetzt übertreiben Sie einmal wieder recht kräftig!" spottete Reginald. „Aber na, 's ist die purste Wahrheit", widersprach Reinwald beinahe etwas gekränkt. „Sie haben's fertig gebracht, daß die guten Kreise alle, besonders die Damen zu Ihnen rennen und sich, bloß um bei ihnen Fahrunterricht nehmen zu können, ihren Wagen bei Kunkel L Co. kaufen. Im übrigen hat er ja auch wirklich gute Marken. Lassen Sie sich's bloß teuer genug bezahlen — die können's, ich weih schon Bescheid." Reginald wollte ernsthaft ärgerlich werden. „Aber gehn's, Herr Contius." Der kleine Reinwald drückte ihm herzlich den Arm. „Ich freu' mich doch so, wenn Sie a bisserl auf die Deine fallen. Sie sind so an anständiger und lieber Kerl, halt a Norddeutscher, a bissel steifleinen. Macht nix. Im übrigen sind wir jetzt da. Behüt Sie Gott! Grüßen's mir die schöne Lllla von Griffinger und legen's der Frau Mama meine größte Verehrung zu Füßen. Holen's mich amal ab ins Kaffee!" Lind schon ging Reinwald mit seinen federnden Schritten die Straße hinab und war um die nächste Ecke verschwunden, knapp, daß Contius sein „Auf Wiedersehen" dazwischen an* bringen konnte. „Drollige Kerle, die Oesterreicher!" dachte er bei sich. „Reden können sie wie die Wasserfälle um jeden Quark. Der Reinwald ist übrigens ein lieber Mensch. Bei ihm steckt mehr dahinter als bloße Redensarten." Er war einer seiner ersten Schüler gewesen, und daraus hatte si»ch eine Art Freundschaft entspannen. Reinwald war ihm wirklich in jeder Weise behilflich gewesen. Contius blieb einen Augenblick wie zögernd vor der Gartenpforte flehen.. Die kleine Villa vom Baron Griffinger war kurz und gedrungen gebaut, es war, als drücke sie sich in den Hang hinein, an dem sie stand. Sie sah aus wie der kurze, breitschulterige Baron Griffinger, wenn er in die Polster seines Wagens gesunken war. Regmald stellte wieder einmal fe^t, wie doch die Häuser der Art und Weise ihrHs Besitzers ähnlich sind. „Ia, wissen's denn immer noch nicht., wie unsere Pforte aufgedrückt wird?" erklang eine frische, sehr hohe Mädchenstimme in Contius', Sinnen. In einem rosaen Kleid mit langen!, wehenden Bändern — wie ein großer Schmetterling anzusehen — kam Lllla von Griffinger' den Kiesweg heruntergeflattert. Reginald zog den Hut. „Guten Abend, Baroneß, das heißt, man sagt Wohl eigentlich hier „Küß' die Hand"." Sie hatte die Pforte geöffnet. „Man sagt's nicht nur, sondern man tut's Herr Contius", rief sie keck und hielt ihm ein klein wenig herausfordernd die Hand entgegen. Etwas betont steif neigte sich Reginald über die kleine gepflegte Hand und küßte sie. „Verrenken Sie sich nur nicht das Kreuz", lachte sie lustig. „Ia, ja", sagte Reginald bekümmert, „man ist und bleibt halt immer der „steifleinene Rord- oeutfdie“. Das hab' ich schon vorhin vom kleinen Reinwald zu hören bekommen.^__ „Aber gehen Sie, so schlimm war's gar nicht gemeint", tröstete das junge Mädchen. „Sie müssen halt nicht immer alles so tragisch nehmen, Herr Contius. Lernen Sie von uns die Leichtlebigkeit, Sie können's gebrauchen. Lind jetzt kommen Sie geschwind herein, die Mama wird schelten, wenn ich Sie so lang hier stehen laß." Kichernd lief sie ihm voran ins Haus, ließ ihn ablegen, öffnete die Tür zum Eßzimmer mrd blieb knicksend an der Türe stehen. „I bitt' schon, Herr Ingenieur." Reginald ging hinein. Die Frau CBaronin, eine stattliche Dame ht schwarzer Seide, kam ihm liebenswürdig entgegen. „Freut mich, Sie bei uns zu sehen, HerrContius." „Mama, er hat schon was gelernt", lachte Lllla hell, als Contius der Dame die Hand küßte. „Aber Lllla -" Weiter kam die Baronin nicht, berat Lllla küßte sie auf den Mund. „Das beste Mittel, jemanden nrunbtot zu machen, Llllachen", ließ sich die behäbige Stimme von Baron Griffinger vernehmen, der dazu tarn. Gr lachte kurz und kräftig über seinen Witz. Man setzte sich um den zierlich gedeckten Tee- tisch * (Fortsetzung folgt.) Wahl-Versammlung! Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) Mittwoch, den 20. August, abends 8 Uhr, Saalbau Cafd Leib Redner: Herr Belchstagsabg. Bäckermeister Drewitz. Berlin, Herr Reichstagskandidat Prof. Br. Horneffer, Diesen spricht über: 5754D Die Krise der deutschen Parteien MMWWHM Kanfgesnche Ein gulerhlittener mittelschweres Dauerbrenner Stratzenpserd OSfiSÄU. z. kauf. ges.Zuersr.i. Lichtspielhaus Gießen Operetten Singspiel Revue Motto: Lachen - Frühling - Liebe-Humor Im FHmprogramm: Gewöhnliche Preise I Lichtstadt Paris. 5736 C Nur 3 Tage auf der Bühne Anfangszeiten: 4,5.15,6.45,8.30 Uhr BaNnhoIsfr. 17. [,6l0e (Einfamilienhaus mit sehr ar. Garten, in d. Borstadt, Nähe Straßenbahn, Neubau, hausztnSsteuer- frei, beziehbar, billia zu verkaufen. 05107 J. Baer, Oitanl. 29. d.Geschst.d G. A. Mim Heute Montag, den 18. August 1930 Dienstag, den 19. August Mittwoch, den 20. August: Gastspiel des Frankf.Operettentheaters Kl alter. Saus Innenstadt, s.3500M. a. verk.b.500M.Anz. sofort bezieht). 06IM J. Baer, Ostanlage 29 „Seitensprünge“ mit dem bek.Tenor b.Frankfurter Rundfunk HANS SCHNEIDER ehemals Reinhard-Bühnen, Berlin Operetten-Revue V. 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August 1930, nach, mittags 2 Uhr, an Ort und Stelle (Be- kanntgabe erfolgt im obigen Lokal) eben- falls zwangsweise gegen Barzahlung: ferner: Biergläser, Weingläser, Sektgläser, B . Südweingläser, Kaffeetassen, Schoko- WIOnOF ladentassen, Bouillontassen, Küchenteller, ■ I dtlUfclulv Wl vUui Tortenplatten, verschiedene Service u. v. a., Wäsche: wie Bettücher, Küchen- . n n . ■ tücher, Gardinen usw., Möbel: wie sechs 791111^71 ilF PPKPh Betten, Schränke, vier Waschtische Ul. I UldUII __5749D |Verschiedenes| Kammerjäger vertilgt gewissenhaft und diskret Wanzen — Käfer, Ratten. Mäuse usw. Schristl. Garantie. Bei Wanzen iach- gcmäßeVcrgaiuna Behördliche Dank- schreiben. 05096 Ungeziefer - Ber tilgungS-Jnstitut «heften, Ktrchenplatz 18. Nr. 191 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheflen) Montag,-18. August 1950 Turnen, Sport und Spiel. Die Dolkslurnmeisterschasten der ST. Als am SamStagvormittag auf dem Platze des TB. Leipzig-Connewitz die Volkstum- meisterfchasten der Dcutlchen Turnerfchaft ihren (Beginn nahmen, öffnete auch der Himmel leine Schleusen, und alle Aussichten auf die Srzie- lung hochstehender Leistungen schienen dahrnzu- schwinden. Trotz Regen und Wind brachte aber der Tag doch eine Reihe von sehr feinen Leistungen, sogar einige neue DT. - Höchstleistungen konnten registriert werden. So wartete Frl. Heuvelmann. Köln, im Weit- sprung mit 5,69 Meter mit einem neuen DT-Rekord auf, eine zweite DT - Höchstleistung bot Frl. S t o ck h o r st i.n Schlagl^allwei'.wcrftn mit 76.64 Meter, infolge der starken Regengüsse konnte das Programm des ersten Tages nicht vollständig zur Abwick- lung gebracht werden. Ergebnisse deS Samstags: 200 Meter 1. LammerS. Oldenburg. 22 Sekunden 2. Rlährlein, Mainz. 22,3 Sekunden. 3. Appel, TFC. Ludwigshafen. 22,5 Sekunden. öt ein ft oben, beidarmig: 1. Lingnau. Dort- mund, 17,99 Meter. 2. Welzel, Tschernitz, 16,95 Meter 3. Kraft, Buchholt (Sachsen). 16,49 Me- ter. — Beftarmig: 1. Lignau, Dortmund. 10,30 Meter. 2. We^el, Tschernlh. 9,92 Meter. 3. Langbein, ilnterlinb. 9,50 Meter. Sechskamps der Turner: 1. Herbert, Dulst, 21TB. TreSlau. 548 Punkte (100 Meter in 11,9 Sek., 1500 Meter in 4:52,2 Min., Steinst oh en 9.02 Meter, Schleuderball 56,40 Meter. Hochsprung 1.60 Meter. Weitsprung 6,60 Meter». 2. Welzel, Tschernitz. 544 P. 3. D. Pein- ter. Lustenau. 542 Punkte. Dierkampf der Turnerinnen: l.M. Wittkowski, Charlottenburg. 462 Punkte (100 Meter in 12,7 Sek.. Hochsprung 1,47 Met.. Weitsprung 5.32 Meter. Kugelstoßen 10,21 Meter). 2. ®. Mauermayer, München, 413 Punkte. 3. Cent Thymm. Leipzig, 409 Punkte. Weitsprung für Frauen: 1. T. Heuvelmann. Köln, -.69 Meter (neue DT.-Höchst* leistung). 2. Wittkowski, Charlottenburg, 5,51, 3. Mauermayer, München, 5,29 Meter. Hochfprung für Frauen: 1. Frl.Rotte, Düsseldorf, 1:52,5 Meter. 2. Geiling. Hamburg, 1,47 Meter. 3. D. MelcherS, Altenessen, 1,47 M. Oie Wettkämpfe am (Sonntag. Die Kämpfe um die DolkStummeisterschaften in Leipzig hatten auch am Sonntag stark unter dem regnerischen Welter zu leiden. Dennoch find auch in diesem Jahre wiederum einige Best« leistungen zu verzeichnen. So verbesserte Frl. Rotte ihren eigenen DT -Rekord im Hochsprung auf 1,57 Meter. Frl. Schumann, Essen, stellte mit 40,55 Meter im Speerwerfen sogar einen neuen Weltrekord auf. der jedoch international nicht anerkannt werden wird, da die DT. nicht dem internationalen Verband angeschlossen ist. Gut war auch die Zeit von 10,4 Sekunden, in der LammerS auf der nicht gerade idealen Bahn tue 100-Meter-S trecke zurücklegte. Tic Ergebnisse deü sonntags. Manner. 100 Meter. 1. LammerS (Oldenburg) 10.4 Sek.: 2. Pflug (Schöneberg) 10,8; 3. Lösert (Ludwigshafen) 10,9. 40 0 Meter: 1. Ahlmeyer (Herne) 50,5 Sek.; 2. Peyold (Schönebergl 52,2; 3. Maerdten (Leverkusen) 32,3. 800 Meter: 1. Vach (Kasseler TD.) 1:58.4; 2. Scherer (Tv. Rümberg) 2.-01; 3. Winkler (Karlshorst) 2:03. 1500 Meter. 1. Dach (Kassel) 4:12.2; 2. Rft (Berlin) 4:13,7; 3. Prowattke (Frankfurt. Oder) 4:13.7. 10 000 Meter: 1. Rake (Llpolda) 32.43.2 (neue DT.-Höchstleistung); 2. Köpf (Prvnten) 32:55.5 ; 3. Daebel (Berlin) 34:155. 110 Meter Hürden 1. DahmS (Osnabrück) 15.6; 2. Scholz (Berlin) 15.7; 3. Fiedler (Danzig) 15.8. Marathonlauf: 1. Sehr (Dülken) 2:46,50; 2. Haff au (Schönebeck) 2:52.28; 3. Tietz (Berlin) 252.29. Kugel st osten, bestarmig: 1. Lingnau (Dortmund) 14,07 Meter; 2. Schwald (Kottern) 13.42 Meter; 3. Langbein (UnterlinZ)) 13,36; beidarmig: 1. Lingnau 25,21 Meter; 2. Wengenroth (Frankfurt a. M.) 23,59 : 3. Voth (Lichterfelde) 22,93. Zehnkampf: 1. Wegener (Odermünde) 906 Punkte; 2. Scholz (Berlin) 849; 3. IakobS (Fulda) 809 Punkte. Olympische Staffel: 1. Kasseler Turn- gemeinde 3:37.9 Minuten; 2. Schöneberger TSE. 3:44,7 Minuten; 3. ATD. Dresden 3:46,6 Min. Speerwerfen, be barm g: Grospih (Emmerich 93.43 Meter; 2. Zentsch (Raumburg) 80,60. 3. Pfingst (Dreckerfeld) 79.77 Meier. 5 000 Meter: 1. Syring (Wittenberge) 15:312 Min.; 2. Gebhardt (Mitteldorf) 15:54; 3. Dittrich (Leipzig) 16:00,8 Minuten. 4x100 Meter: 1. Turn- und Fechtklub Ludwigshafen 43,4 Sekunden; 2. T. i. D. Berlin 435 Sek.; 3. TD. Saarbrücken 43,5 Sekunden. — 4x400 Meter: 1. TSV. Schöneberg 3:28,7 Minuten; 2. Kasseler TD. 3:30.4; 3. Friesen Berlin 3 32.1 Min.; 4 DorwärtS Frankfurt-Docken- heim. — 3x1000 Meter: 1 ATD. Breslau 8:03,6 Minuten; 2. ATV. Berlin 8:05,1 Min.; 3. Koblenzer TD. 8:07,1 Minuten. Die Freie Turnerschaft Gießen hatte ich für Samstaa abend eine Stabt mann- chaft Brüssels, die sich auf einer Fußballreise >urch Deutschland befand, zu einem Freundschafts« piel verpflichtet. 2Iuf dem Waldsportplatz des 23. f. B. hatte sich eine stattliche Zuschauerzahl — es mögen wohl 1400 bis 1500 Personen gewesen fein — eingefunöen. Lebhaft begrüßt betraten die ausländischen Gäste das Feld, denen die Einheimischen folgten. Hier hieß der Vereinsoorsitzende die Gäste willkommen. Ober« regierungsrat Ritzel begrüßte im Namen der Staatsbehörden die Gäste, während im Namen der städtischen Behörden Schulrat Fischer will« kommen hieß. Nach dem Dank des Vertreters der Gäste für die freundliche Aufnahme und dem Austausch von Blumensträußen begann das (Spiel. Die Gäste, die den Wind zum Bundesgenossen gewählt hatten, fingen den Anstoß der Einheimi« schen ab. Zn olanoollen Angriffen trugen sie dann Angriff auf Angriff gegen das Tor der Einheimischen vor, doch deren Verteidigung leistete gute Abwehr. Allmählich sand sich dann auch Gießen, in prachtvollen Angriffen schickte der Mittelläufer seinen Sturm vor, doch immer war es die rechte Seite, welche die schönsten Angriffe zu Wasser werden ließ. Das Spiel war nun vollständig gleichwertig. Keiner Partei wollte es gelingen, das Netz des Gegners zu finden. Auch eine für Brüssel gegebene Ecke wurde gut getreten, aber vom Hüter Diskuswerfen, bestarmig: 1. Lingnau (Dortmund) 41,27 Meter; 2. Thönisfen (Düsseldorf) 39.89 . 3. Johne (Hamburg» 38,19 Meter; bcibarmig: 1. Lingnau 74,03 Meter; 2. Voigt (Lichterfelde) 89,40 ; 3. Zabel (Leipzig) 66.06. 3 raum. 10 0 Meter: 1. Gericke, Spandau, 12,4 Sek.; 2. littet, Geppersdorf, 12,5 Sek.; 3. Wolff, Wandsbek. 125 Sekunden. Diskuswerfen: 1. Biesenthal, Berlin, 34,55 Meter; 2. Wittkowski, Charlottenburg. 34,30 Meter; 3. Geiling, Hamburg, 32,76 Meter. Äugel ft oben, beidarmig: Windsheimer, Würz« bürg, 22,46 Meter; 2. Herrmann, Köln, 21,76 Meter; 3. Wüst, Mundenheim, 19,34 Meter. Speerwerfen, beftarmig: 1. Schumann, Essen, 40,55 Meter (Weltrekord); 2. Richters, Wischhagen, 36,65 Meter; 3. Wittkowski, Charlottenburg, 34,67 Meter. 4X100 Meter: 1. TSV. Schöneberg, 51,4 Sek.; 2. Hamburger Turnerschaft, 51,9 Sek.; 3. ATD. Leipzig, 52 Sekunden. Kugelstoßen, beftarmig: 1. Windsheimer, Würzburg, 12,51 Meter; 2. Herrmann, Köln, 12,25 Meter; 3. Wüst, Mundenheim, 11:48,5 Meter. Weitere Ergebnisse der Männer. Speerwerfen (bestarmig): 1. Macke. Bockenem. 61,70 Meter. 2. Dinkler. Remscheid. 61,63 Meter. 3. Raddatz, Berlin, 58,62 Meter. Stabhochsprung: 1. Müller, Cannstatt. 3.67 Meter (außer Konkurrenz 3,77 Meter). 2. Faupichler. Schöneberg. 3,62 Meter. 3. Rogener, Dortmund. 3,47 Meter. Weitsprung: 1. Sieg. Schöneberg. 7.08 Meter. 2. Peintner, Lustenau, 7,05 Meter. 3. Dölmke, Dortmund. 6,95 Meter. Hochsprung: 1. Haag, Göppingen, 1,83 Meter. 2 Dreistigacker, Langenberg, 1,78 Meter. 3. Bornhöfft, Limbach, 1,78 Meter. Schleuderba ll: 1. Meister, Rodenkirchen. 61,54 Meter. 2. Hehnen, Westerstedt, 60,25 Meter. 3. Wengenroth, Frankfurt a. M.. 59,40 Meter. der Einheimischen abgefangen. Bis Halbzeit blieb jeder Erfolg aus. Halbzeit 0.-0. Nach Seitenwechsel lag Gießen mehr im Angriff, doch die ballsichere Verteidigung der Gäste, im Der« ein mit der fünfen Läuferreihe, ließ die Einheimischen nicht 3um Erfolg kommen. Dann waren es wieder die Gäste, die dem Tore der Einheimischen gefährliche Besuche abftatteten. In der Mitte der zweiten Halbzeit wurde eine von Belgien gut getretene Ecke vom Hüter Gießens schlecht abgewehrt und im Nachschuß unhaltbar zum Führungs- t o r verwandelt. Nach Wiederanstoß ging Gießen stark aus sich heraus, manchmal hing der Ausgleich in der Luft, doch versiebte der Sturm die sichersten Sachen, oder sie wurden eine Beute des flinken Hüters der Gäste. Brüssel erzwang noch mehrere Ecken, die aber nichts einbrachten. Auch im Endspurt blieben die Erfolge aus, und konnten die Gäste mit 1:0 Toren als glücklicher Sieger das Feld verlassen. Mannschaftskritik. Die G ä st e stellten eine flinke, körperlich ausge- glichene Mannschaft, die das hohe Spiel pflegt und durch ihr gutes ftopffplel immer wieder den Ball vorbrachte. Hüter und Verteidigung waren sehr gut, auch die Läufereihe, von denen der linke Läufer heroorragte, leistete gute Zerstörungsarbeit. Auch der Sturm war sehr flink, doch im entscheidenden Moment zu weich. Gießen lieferte ein gutes Spiel und war auf Belgische Kuß-aller in Gießen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. — Gießen—Brüssel 0:1 (0:0). allen Posten gut besetzt, nur der Rechtsausten fiel hiervon ab. Dor diesem Spiel standen sich die Iugendmann- ichasten Gießens und W i e s e ck s gegenüber. Dieses Spiel konnte Gießen mit 2:1 Toren für sich entscheiden. 70. Geburtstag von Exz. Lewald. Berlin. 18. Äug. (WTB.) Der Reichspräft- dent hat dem Vorsitzenden des Deutschen Reichsausschufses für Leibesübungen, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, zu seinem heutigen 7 0. Geburtstag den Adlerschild des Reiches verliehen und in einem Glückwunschschreiben feiner Verdienste um das Deutsche Reu- und um die Förderung dcS deutschen Sportes mit großer Anerkennung gedacht. Auch Reichs- miniftcr Dr. Wirth und leitende Beamte des ReichSmini steriumS deS Innern haben Glückwunschschreiben gesandt. Käst 27 Tage in der Lust. Reuhork, 17. Aug. (WTB) Die Flieger 3adf on und O'Brien sind heute, nachdem sie mit ihrem Flugzeug 6 4 7 Stunden 28 Minuten, also fast 27 Tage ununterbrochen in de r L u f t gewesen find, auf dem Flugplatz von St. LouiS gelandet und von einer begeisterten Menge jubelnd begrüßt worden. Sie haben damit die bisherige Welthöchstleistung der Gebrüder Hunter, die 554 Stunden betrug, ganz gewaltig überboten. Das Endergebnis des Europa-Rundfluges. Don dem Veranstalter des diesjährigen öu * ropa-RundflugeS, dem Aero-Club von Deutschland, wird jetzt die endgültige Placierung der Konkurrenz bekanntgegeben. Sie bedarf noch der Bestätigung der 3ntcrnatio- nalen Kommission und des Deutschen LustrateS. Die Klassierung lautet: 1. Morzik. Deutschland. 427 Punkte; 2. Poß, Deutschland, 423 P.; 3. Rotz. Deutschland, 419 P; 4. Miß Soooner. England. 416 P; 5. Polte, Deutschland, 409 P.; 6. Carberry, England, 405 P; 7. v. Massenbach, Deutschland, 398 P.; 8. Kapt. Broad. England, 395 P.; 10. Dinort, Frankreich 385 P. Die weiteren Plätze: Osterkamp, von Koppen, Lusser (alle Deutschland); Pierrez, Schweiz; Tictics, Deutschland; Thorn, England; Finat, Frankreich; Peschke. Deutschland; Ploncynsli, Polen; Siebel. Deutschland; Wieckowski, Polen; Pasewaldt, Deutschland; Kolp, Deutschland; Arrachart, Frankreich; v. Waldau, Benz, Göthe, Freyberg, Reeder (alle Deutschland); v. Habsburg-Bourbon. Spanien; Lady Bailey, England, Dajan, Polen; Böhning, Deutschland. Die Frankfurter August-Rennen. Der einzige Frankfurter August-Renntag, der am gestrigen Sonntag veranstaltet wurde, gestaltete sich bei prächtigem Sommerwetter zu einem vollen Erfolg. Bei gutem Besuch wurden die Rennen ausgeritten, sie brachten wertvolle« Pferdematerial auf den Plan. DaS HauplercigniS des Tages, das mit 10 000 Mark au«geftattetc Alexander-Rennen, brachte nur drei Pferde an den Start Der von O. Schmidt sehr gehalten gerittene Weinberger .Ladro" formte müheloS über die 2000-Meter-Distanz vor „Wiener Blut" unb .Liberator" gewinnen. Linen interessanten Kampfverlauf gab eS beim Festa- Preis, den ebenfalls Weinbergs Meisterjockey Schmidt auf .Machvoran" vor .Delifee'^ und Kosenamen. Weitere Plauderei mit ernstem Schluß. Don Anni Juliane sichert. Sind Sie nicht auch der Meinung, daß eine Ehefrau, wenn sie von ihrem Manne immer Baby oder Püppchen gerufen wird, beileibe nicht ernst genommen werden darf? Lind daß die Zierde deS männlichen Geschlecht-, Herr Schulze, sich dagegen verwahren sollte, von seiner teuren Ehegattin mit zärtlichem Lonschmelz „Süßer Affe" angeredet zu werden? LS läßt sich nicht leugnen, daß eine große Zärtlichkeit und Liebe ihren Ausdruck in Kosenamen findet. Lind daher wehrt sich auch selten jemand bagc en. wenn 6dm traulichen Zusammensein die Liebe auch in der Sprache erfinderisch macht und sich nicht genug tun kann an zärtlichen Verkleinerungen oder Zuhilfenahme der Blumen- und Tierwelt, um passende Flamen für den geliebten Gegenstand zu finden. Sehr oft bleiben lustige KindheitSnamen für das ganze Leben an Persönlichkeiten hängen, deren Aeußeres im schroffen Gegensatz zu dem gewählten Hamen steht. Man sah eS der wohlbeleibten Fünfzigerin nicht mehr an, daß sie einst als holdes, zartes Heckenröslein durch ihre 3ugcnbtage gewandelt war. Sie wurde trotzdem „Röschen" gerufen, und ein Spötter fand eines TageS heraus, daß selbst der Titel „Klatschrose" noch zu sanft sei und die Anwendung beleidigend für den hübschen roten Mohn. Ein schlanker, junger, eleganter Mann wird von seiner Mutter .Dickchen' gerufen, und muh erst^lachend die Srllärung abgeben, daß er vor 24 fahren rund wie eine Kugel durch sein zweijähriges Leben getrudelt sei. Die zärtliche Mutter behielt das schmückende Wort bei. das dem Mreckten jungen Mann durchaus nicht mehr Leib paßte. Sehr viele Ehegatten erheben das Wort .Alte" zum Kosenamen schon, werm ihre .Alle" noch eine knusperige, reizende .Zunge' ist. .Ich möchte Sie mal meiner Alten vorstellen", sagt der behäbige Eheherr und weckt dadurch in dem Fremden den Begriff einer älteren, würdigen Dame. Er muß sich innerlich erst umstellen, toenn er die elegante, von der Frische der Zugend umflossene .Qnte" vor sich sieht. Mit bezauberndem Humor hat Reuter in seiner . Strom tid" die Möglichkeiten geschildert, aus einem Familiennamen eine ganze Stufenleiter von neuen Ramen kosender, ermahnender und strafender Art herauszubilden. Frau Pomuchels- kvpp rief ermahnend: .Muchel" beim Spaziergang, als der Gatte stehenbleiben sollte. Muchel ging weiter. Da rief sie empört: .Kopp", und diesem Ruf konnte der Ehemann nicht widerstehen. Er wußte, daß sein .Hühnchen" ihm ordentlich die Krallen -eigen konnte und sein Klucking ihn sehr selten zärtlich .Köpping" nannte. Da gab er lieber klein bei. Er kannte die Gefühle feiner teuren Frau allein aus ihren bedeutsamen sog. Kosenamen heraus. Die Ablvandlung der Anrede .Mann" bei zornigen Ermahnungen — in das bittende .Männchen" und in das beliebte .Männe" — findet man nicht nur in der Parodie, sondern man erlebt es täglich in seiner Llrnwelt. Ganz ähnlich wie Fritz Reuter es seiner EmporkömmlingSsamilie abgelauscht hat. Der Ehemann tadelt feine .Frau" und lobt fein . Frauchen". Gelegentlich versteigt er sich dazu, seinem Herzchen. Häschen oder Schnuteken etwas Rettes mitzubringen. und die erfreute Gattin drückt ihrem Möpschen, dessen lange, hagere Gestalt im starken Widerspruch zu dem Llrblld eines Mopses steht, einen innigen Dankeskuß auf. Diese Kosenamen klingen im Familienkreis, oder besser noch m seliger Zweisamkeit dem Manne wie der Frau wunderschön ins Ohr. Den beiden Verliebten bedeutet das Wort gar nichts, der Tonfall alles. Man farm .Scheusal" zu der Geliebten sagen, und sie hört eine Welt voll bewundernder Anerkennung und hingehender Liebe aus diesem nicht gerade passenden Wort. Aber solche Kosenamen müften Schlaf- zimmergeheimnisse bleiben, und die Frau Professor sollte es vermeiden, ihren Mann auch in größerem Kreise mit Schahi oder Bubi anzurufen Llnwillkürlich wird von der Würde des Herrn Professors etwas abgebröckelt, und man vermag seinen geistvollen Ausführungen über den augenblicklichen Stand der Relativitätstheorie nicht mehr ganz mit dem Emst zu folgen, den dieser wissenschaftliche Gegenstand erfordert. Kosenamen entstehen auch oft aus liebevoller Reckerei. Man ist in der Familie als schüchternes Häschen oft genug gehänselt worden Trotzdem ist es nicht sympathisch, auch außerhalb der Familie immer wieder diesen Ramen vorgesetzt zu bekommen, der ein Echo von Hemmung und Schwäche war. Man wird nicht gern daran erinnert, daß man nicht draufgängerisch veranlagt ist. und manche Verbitterung entsteht durch das gedankenlose Anwenden solcher Reck- und Kosenamen Sie entwickeln sich dadurch zu Spitznamen, und bei der Anwendung fehlt leicht jener persönliche Klang der Liebe, der den Kosenamen eigen ist. Sie Binnen bestimmend auf den noch knetbaren, eindrucksfähigen Charakter ein- wirken Der Wunsch, durch den Recknamen zu bessern und zu erziehen, ist sehr oft der Vater dieses nicht glücklichen Gedankens. Meist erreicht man daS Gegenteil von dem. was man wollte. Man denke nur daran, wie oft Eltern ihren Kindern hochtönende Taufnamen geben, oder der Bewunderung für irgendeinen Dichter und Denker nicht besseren Ausdruck zu verleihen vermögen, als daß sie das Leben ihrer Kinder mit dem Ramen dieser Vorbilder belasten Wie manche Brunhilde hat sich ihres ÄamenS schon geschämt, und wie mancher Cäsar mußte sich ohne jegliche heldische Anwandlung auf einem Bureauschemel Herumdrücken Die Ramen verpflichten, so stempeln auch Kose- und Recknamen ab. Das sollte man bedenken, und die schmeichlerisch bedachten und liebevoll gemeinten Angehörigen nicht dem Fluch der Lächerlichkeit ausfetzen Daheim kann man .geliebter Affe" fein, man kann auch als .süße Puppe", .Mausi" oder .Schnucki" das Dasein des Gatten verschönen Außerhalb der vier Wände ruft man sich lieber mit dem Tauf- namen Vorausgesetzt, daß die Eltern vorsichtig in der Wahl des ÄamenS gewesen sind. Wie sich WillinS seine ll-Boot Zahrt zum Nordpol denkt. Der berühmte australische Polarforscher Sir Hubert Wilkins, der gegenwärtig in London Vorbereitungen für feine neue Dordpol-Expedi- tion im Llnterfeeboot trifft, hat über feinen soviel besprochenen Plan nähere Angaben gemacht. Die 2 Millionen Mark, die er für daS ilrüer- nehmen braucht, sind natürlich nicht ganz leicht aufzubringen, und Wllkins beklagt sich besonders über seine engeren Landsleute, die Australier, die ihm noch nicht einen Pfennig gegeben haben Rachdem er den Luftweg nach diesem Gebiet unbekannter Möglichkeiten unö Gefahren erprobt hat. teil! der unerschrockene Reisende jetzt einen .Versuch unten durch" machen, den feine Kritiker für unmöglich erklärt haben Er selbst glaubt fest an das Gelingen „Ich breche im Mai nächsten Jahres mit meinem Llnterfeeboot nach Spitzbergen auf und will über den Pol nach Alaska. Das ist eine Strecke von etwa 3000 Kilometer, und ich denke, daß sie in 50 Tagen zurückgelegt werden kann Sobald wir finden, daß daS Eis unsere Fahrt unmöglich macht, tauchen wir einfach unter und schlagen der Ratur auf diese Weise ein Schnippchen Ich schätze die durchschnittliche Dicke deS Eises auf etwa 3 Meter, aber um Spitzen zu vermeiden, werden wir wahrscheinlich mit dem Li-Boot in einer Tiefe von etwa 8 Meter fahren. Das LI-Boot ist so konstruiert, daß eS unS gestattet, zweieinhalben Tag unter dem Dis zu bleiben" Das amerikanische Ll-Boot, dem WilkinS sein und der Seinen Schicksal anvertraut, soll daS „letzte Wort" der Technik darstellen; es ist 115 Meter lang und hat 350 Tonnen. Die Expedition wird einen vollständig internationalen Charakter tragen; unter den 18 Teilnehmern befinden sich außer dem australischen Führer Engländer, Deutsche, Amerikaner und Holländer. Die Llnterkunft ist nach Ansicht deS Forschers „ganz bequem", und mit der Rahrung wird man keine Schwierigkeit haben. Sie wird hauptsächlich aus Konserven bestehen. Wilkins rechnet bei einer Maschine von 500 Pferdekräften mit einer _ durchschnittlichen Geschwindigkeit an der Oberfläche des Wassers mit 14 Knoten und unter Wasser mit 9 Knoten Bei der Fahrt unter Wasser hofft er. durchschnittlich 5,5 Kilometer in der Stunde zurückzulegen und 16 Stunden täglich vorwärts zu kommen. Bei der Fahrt soll ein fortlaufender Tonfilm ausgenommen werden, der nicht nur sehr interessante wissenschaftliche Dinge festhalten, sondern auch von großer, rein menschlicher Wirkung sein wird. WilkinS hat auch Vorkehrungen getroffen, um der Welt seinen eigenen Bericht von der Expedition durch Rundfunk mitzuteilen „Hatür- lich werde ich von der Oberfläche des Wassers auS funken", sagte er, „und ich denke mir, daß, es eine Lleberraschung geben wird, wenn ich sage: «Lebt alle wohl. Wir gehen jetzt unter/ Hoffentlich wird diese Lleberraschung bann durch eine glückliche Wiedermeldung gelöst werden" Eine der wichtigsten Aufgaben seiner Reise erblickt Wllkins darin, zu zeigen, daß ein Llnterseeboot Vorräte auf dem Pol landen kann; damit würde die Möglichkell vergrößert werden, daS ganze 2ahr über dort ein Depot zu unterhalten. o „Rosmarin" nach Hause bringen konnte. Eine LIeberraschung gab es bei dem 2l.-v.-M e tz l e r - Erinnerungs-Rennen, das Kultschinskys „Mydear" unter 3. Göbl vor dem favorisierten „Transgressor" und „Sturmbock" gewinnen konnte. ' DeuWe Wasierball-Beisterschast Hellas Magdeburg erfolgreich. 3m Anschluß an die süddeutsche Wasserball- meisterschast wurde ani Sonntag in Nürnberg die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Hellas Magdeburg und Wasserfreunde Hannover entschieden. Der Sieg fiel nach ausgezeichneten Leistungen auf beiden Seiten mit 5:2 (3:1) an Hellas Magdeburg, das da- mit zum sechsten Male den Meistertitel erringen konnte. Deutsche Degen-Reisterschasten. 2lm Samstag, dem ersten Tag« der d e u t - schen Degen Meisterschaften in Bad Pyrmont wurde die Mannschaftsmeisterschaft entschieden, um bie sich neben dem Verteidiger Hermannia Frankfurt nur der DFC. Hannover bewarb. Hermannia wurde zwar wieder Meister, jedoch nur sehr knapp, da die Mannschaft bei gleicher -Zahl von acht Siegen nur durch einen mehr ausgeteilten Treffer zum Erfolge kam. Am Sonntag wurden die Kämpfe mit den Meisterschaften im Einzelfechten abgeschlossen. 3n der Endrunde waren 12 Fechter beschäftigt. von denen zum Schluß der Offenbacher Altmeister Halberstadt und Rosenbauer, Frankfurt, mit je neun Siegen und neun erhaltenen Treffern punktgleich an der Spitze standen. 3n dem angesehten Stichkampf siegte der Offenbacher Routinier mit 2:1 und gewann damit zum zweiten Male d':e deutsche Meisterschaft, die er bereits im 3ahre 1922 innehatte. Das Schluß- | klassement der Meisterschaften hat folgendes Aus- • sehen: 1. Halberstadt (FC. Offenbachs 9 Siege, 9 Treffer: 2. Rosenbauer (Hermannia Frankfurts 9 Siege, 9 Treffer (durch Stichkampf entschiedens: 3. Oblt. Hax (Wünsdorfs 7 Siege. 12 Treffer: 4. Eyssenecker (Henn. Frankfurt) 6 Siege, 13 Treffer: 5. Miehe (DFC. Hannover) 6 Siege 15 Treffer. AOAC-Bergrekort>. Bullus (NSN) fährt die fchnellste Zeit. Das traditionelle Rennen um den B e r g - rekord auf dem Schauinsland bei Freiburg wurde gestern zu einem motorsportlichen Ereignis. Der Held des Tages war der Engländer Bullus, dem es auf seiner 498-ccm- RSLl.-Maschine gelang, nicht nur die beste Zeit des Tages, sondern auch den im 3ahre 1928 von Heuher, Schmalkalden, aufgestellten Bergrekord um 23Vs Sekunden zu unterbieten. Er benötigte für die 12 Kilometer lange. 173 Kurven enthaltende Strecke 9:16,3 Minuten — 77,19 Stunden-Kilometer. Bei den Fahrern der Sportwagenklasse siegte wieder einmal mehr R. Caracciola (Mercedes-Benz), während in der Rennwagenklasse Hans v. S t u ck durch Rennpech um seine Chancen kam und so dem Berliner Bugattifahrer v. M o r g e n den ersten Platz abtreten mußte. Leichiaihleiik-Giädiekampf. Berlin schlägt Tokio 65,5: 48,5. Vor zahlreichen Zuschauern wurde am gestrigen Sonntag der leichtathletische Städtekampf zwischen Berlin und Tokio ausgetragen. Die Leistungen der beiden Vertretungen wurden von dem Regen, d«r auch die Bahnen aufgeweicht hatte, stark beeinträchtigt. Es gab auf beiden Seiten Enttäuschungen. Berlin blieb, obwohl es in letzter Stunde noch Ersatz hatte einstellen müssen, im Gesamtergebnis mit 65,5:48,5 Punkten erfolgreich. Wirtschaft. Oer flüssige Geldmarkt. 3n der vorigen Woche hat die Verflüssi- gungdesGeldmarktesweitere Fortschritte gemacht. Der Medio und die fälligen Steuerzahlungen haben sich naturgemäß etwas fühlbar gemacht, alle Anforderungen konnten jedoch leicht befriedigt werden. Der Sah für T a g e s g e l d bewegte sich seit Beginn der Woche zwischen 2 bis 3.5 Prozent, vereinzelt sogar unter 2 Prozent, stieg aber am Medio auf 3 bis 4,5 Prozent, vereinzelt erfolgten allerdings Abschlüsse darunter. Monatsgeld stellte sich wieder zwischen 4,5 bis 5,5 Prozent. Zu einer Aenderung des Privatdiskont- s a h e s (3,25 für beide Sichten) lag keine Veranlassung vor. Den Sah für Warenwechsel mit Dankgiro hörte man zwischen 3,75 bis 3,64 Prozent. An den internationalen Geldmärkten hielt bi« Geldflüfssigkeit an, und von einer verknappenden Wirkung der allmählich stärker «insetzenden Ernteansprüche ist noch nicht viel zu spüren. 3m Gegenteil. es sind immer noch große Beträge am Geldmarkt beschäftigungslos. Mangels^ geringer als liquid zu betracytenden Anlagemöglichkeilen werden sogar viel« Offerten des Auslandes abgelehnt. Für die Beurteilung der Marktlage ist auch symptomatisch, daß die Reichsbahnemission um etwa 50 Prozent überzeichnet worden ist, obgleich eine Effekten- "derzinsuny der Reichsöahnanleihe von etwa 7,2 Prozent im Hinblick auf die Langfristigkeit der Anlage eine für deutsche Verhältnisse nicht zu hohe Rente darstellt. Dabei ist anzunehmen, daß aller Wahrscheinlichkeit nach eine noch stärkere Federzeichnung eingetreten sein würde, wenn nicht durch den bevorstehenden Wahlkampf eine starke politische älnsicherheit hervorgerufen worden wäre, die vornehmlich das Ausland veranlaßt hat, sich diesmal sehr wenig an der Erwerbung der Deichsbahnanleihe zu beteiligen. Von ganz besonderer Bedeutung für die internationale Diskontpolitik dürfte aber die Tatsache sein, daß jetzt anscheinend das Ende der französischen Goldkäufe in London gekommen ist Der französische Franken ist leicht zurückgegangen und das englische Pfund hat sich erholt, wodurch der Kauf von Gold bei der Bank von England und Wiederverkauf an die französische Notenbank unrentabel geworden ist. Dadurch ist der Gefahr einer weiteren Abnahme der Goldbestände der Bank von England Einhalt geboten und eine eventuelle Diskonterhöhung in England nicht mehr aktuell. Die Reichsbank wird daher im kommenden Herbst in ihrer Diskontpolitik voraussichtlich keine Störungen vom Ausland zu befürchten haben. Abgesehen von der zu erwartenden natürlichen und saisonbedingten Verknappung des Geldmarktes würde dies bedeuten, daß die Herbstansprüche be- friedigt werden können, ohne zu einer Diskonterhöhung greisen zu müssen, wobei natürlich voraus- gesetzt werden muß, daß im Ausland, speziell in England keine Diskontveränderung eintritt und nicht ein überraschender Umschwung in der Konjunktur erfolgt. • * Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 13. August berechnete Großhandels- indexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 125,0 gegen die Vorwoche (125,2) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0.6 Proz. auf 116,7 angezogen. Die 3ndexziffcr für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,9 Proz. auf 118,1 gesunken: gleichzeitig hat diejenige für industrielle Fertigwaren weiter auf 149,5 nachgegeben. * Fusion Schultheih-Patzenhofer- O st w e r k e. Die Fusion der Ostwerke AG.. Berlin. und der Schultheih-Pahenhofer Brauerei AG.. Berlin, geschieht in der Weise, das letztere die Ostwerke aufnimmt und für 5000 Mk. Ostwerke- akticn 4000 Ml. Schultheißaktien anbietet. Zum Zwecke der Fusion wird das Aktienkapital von 50 auf 75 Millionen Mark erhöht. Außerdem werden 15 Millionen Mark Vorzugsaktien geschaffen. * Die Leipziger Herb st messe 1930. Die am 31. August beginnende Leipziger Herbstmesse wird, wie aus den bisherigen Meldungen ersichtlich ist, sowohl zahlenmäßig wie inhaltlich hervorragend beschickt werden. Abgesehen von einem Teil der großen Maschinen der Technischen Messe und der Baumesse, die seit 3ahren nur auf den Frühjahrsmessen ausgestellt werden, bieten die Mustermesse, die Daumesse und die im Herbst in Leipzig vertretenen Zweige der Technischen Messe das gleiche umfassende Angebot in sämtlichen 3ndustriezweigen wie in den Vorjahren. Oer deutsche Außenhandel im Juli. 3m Monat 3 u l i stellte sich im reinen Warenverkehr der deutsche Außenhandel in der Einfuhr mit 909,2 Mill. Mark um 95,6 und in der Ausfuhr mit 950,5 Mill. Mark um 40,3 höher als im Vormonat. Es ergibt sich mithin ein Ausfuhrüberschuß von 41,3 Mill. Mark im 3uli. Von der Ausfuhr entfallen im 3uli 55,1 Mill. Mark gegen 51,7 im Vormonat auf Reparationslieferungen. Die Steigerung der Ausfuhr entfällt mit 36,7 Mill. Mark auf Fertigwaren und mit 11,8 Mill. Mark auf Rohstoffe, wogegen die Ausfuhr von Hafer und Roggen um 8 Mill. Mark zurückgegangen ist. Die Einfuhrsteigerung ist hauptsächlich durch die. wie üblich, im ersten Quartalsmonat für die vergangenen Monate stattfindenden Zollabrechnungen aus dem Lagerverkehr bedingt, die im ersten Halbjahr 1930 126 Mitt. Mark betragen haben. 3m einzelnen entfallen von der Einfuhrsteigerung 58,4 Mitt. Mark auf Lebensmittel und 38,1 Mill. Mark auf Rohstoffe. Dem Streben der Ausstellerschaft, die Messespesen in Anbetracht der augenblicklichen schwierigen Wirtschaftslage nach Möglichkeit zu vermindern, soll nach einem Beschluß des Verwaltungsrates des Leipziger Messeamtes dadurch Rechnung getragen werden, daß die Herbstmesse diesmal am Donnerstag, 4. September, offiziell schließen wird. * Stillegung in der Odenwälöer Hartsteinindustrie. Die Odenwälder Hartsteinindustrie hat ihren Betrieb in Rieder- ramstadt wegen Mangels an Aufträgen gänzlich stillgelegt und die Belegschaft entlassen. Die übrigen Betriebe sind ebenfalls nicht mehr voll beschäftigt. Frankfurter Börse. Frankfurt erfteiUßr. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 Proz., da heute die Auslosung auf die Reichsbahnschahanweisung beginnt. Die übrigen Sätze des Geldmarktes blieben unverändert. Nach den ersten Kursen erhielt sich bei etwas lebhafterem Geschäft die freundlichere Grund st immung, und es kam zu weiteren Kursbesserungen, wozu der günstige Reichsbankausweis per 15. August beitrug. Erwähnenswert sind die Abnahme des Notenumlaufs um 169 Millionen und die Abnahme des Wechsel- und Scheckbestandes um 170,5 Millionen. Die Gesamtentlastung beträgt zirka 149 Millionen. Die Deckung besserte sich um 2,4 bzw. 2,5 aus 61,9 bzw. 69,3 Prvz. Besonderes 3ntereffe konnten int Verlaufe Kaliaktien auf sich ziehen, von denen Westeregeln verspätet mit plus 5,5 Prozent zur Notiz gebracht wurden. Bei den sonst bevorzugten Werten betrugen die Besserungen bis zu 4 Proz., während es im allgemeinen zu Gewinnen von 1 bis 2 Proz. kam. Auch Schifffahrtswerte waren weiter freundlich veranlagt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 18.Aug. Am heutigen Produktenmarkt tixrr das Geschäft unberänöert still. Einige Nachfrage bestand nach Weizen. Das Angebot war nicht sehr gvvß, so daß sich eine geringe Preiserhöhung durchsetzen konnte. Roggen war dagegen stiller und eher schwächer. Am Markte für Futtermittel bestand für Hafer etwas regeres 3nteresse bei anziehendem Preise. Auch Kleie war etwas gefragter. Mehle waren sehr still bei kaum verändertem Preise. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen- Nassau) Hektolitergewicht von 76 Kilo 272,50 bis 273,50; Roggen (Hessen, Prov. Hessen-Nassau und ilnterfranfen) Hektolitergewicht von 70 Kilo 170 bis 167,50; Hafer (alter) inländischer 195 bis 200; Hafer (neuer) ausländischer 175 bis 180; Weizenmehl, süddeutsches Spez. 0 43,25 bis 44; Roggenmehl 26,50 bis 27,50; Weizenkleie 7,75 bis 7,90; Roggenkleie 7,70 bis 7,90; Erbsen, 28 bis 40; Linsen 36 bis 70; Heu, süddeutsches, 5,50 bis 6; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,20; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 2,80; Treber, getrocknet 10,25 bis 11,25. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Franks urt a. M., 18. Aug. Auftrieb: 1489 Rinder, darunter 381 Ochsen, 130 Bullen, 533 Kühe und 417 Färsen, ferner 509 Kälber, 53 Schafe, 4756 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 58 bis 61, ältere 54 bis 57, sonstige Vollfl. jüngere 50 bis 53, Bullen, jüngere vollst, höchsten Schlachtwerts 55 bis 58, sonstige vollfl. oder ausgemästete 50 bis 54; Kühe, jüngere vollfl. höchsten Schlachtwerts 48 bis 50, sonstige vollfl. oder ausgemästete 44 bis 47, fleischige 40 bis 43, gering genährte 35 bis 39; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder), vollfl. ausgemästete höchsten Schlachtwerts 60 bis 62, vollfl. 56 bis 59, fleischige 50 bis 55. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere 70 bis 75. geringe 62 bis 69. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 68 bis 71, vollfl. von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 69 bis 71, von zirka 200 bis 240 Pfd. 70 bis 72, von zirka 160 bis 200 Pfd. 69 bis 71, fleischige von zirka 120 bis 160 Pfd. 65 bis 68. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer äleberstand. Schwein« anfangs rege, später ruhig, geringer Lleberstand. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Diehinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. lyranffurt a. 2)1. Berlin Jronffurt a. Ul. Derlin für» 1-uhr- Kur» Schluß«! Ansong- fur» fluni Schluß- t-Uhr- Schluß. Anfang- Datum 15. 8. 18. ö. 15. 8. 18. 8. Datum 15. 8. 18. b. 15. 8. 18. 8. 6% Ueuijctje Jieiajsüiueüjt von 1927 ........ 7% Deutsche ReichSanleihe von 1929 .......... 87,75 101,75 60 7,9 94,4 59,25 58,9 101 96 87,05 101,25 98 97 92 26,4 2,15 24,2 19,5 2,15 7,05 5,05 5,05 9,5 16 7.4 i2 i Ii 5iiiii ii i i i i i i । i । i ss । i 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II 1 II 1 1 1 H 1 1 • is i &iii£i £i i i i i i i i i i i i i | uamburg-tflmertta Pater . . . , Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampsichifs.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DrutscheCreditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und .DiSconto-Gesellschast,... 10 Dresdner Bank......10 ReichSSank..... . , 12 A.E.G............8 Bergmann.........9 Slektr. LieferungSgesellschast. 10 Licht und Kraft......10 Helten & Guilleaume ... 7% . Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert & So. ..... . 11 Siemen« L HaUke ..... 16 TranSradio ......... 8 Lahmeyer L Co.. ..... 10 Buderus..........b Deutsche Erdöl ....... 6 90 89,5 106 115,25 141 128,75 181 123,4 124 136,5 132,5 97,5 134 148,25 151 58,25 104,75 97 78,25 83,75 48,5 75,13 205 6,5 92,25 92,25 115,5 128,75 123,5 244 137 100,25 149,5 189,25 105,25 86 89,75 147,5 89,9 106,25 115,25 141,9 128,75 180,5 123,5 124,75 240,75 136,13 166,5 122,4 132.25 96,5 134 130 125 127,5 148,5 188,5 108 151 57,5 70,5 104,5 97 82,13 220 78,75 80,5 83,5 53,75 83,9 76,4 205 85,4 91,9 149 92,25 107 115,5 141 128,75 179,5 123 123,5 244 136 125 132 101 134,9 129,5 126 127,75 148,5 190,75 71?5 104,75 97,6 82,5 221 77,5 80,5 83,5 53,25 84,5 76,5 204 85,5 96 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Desgl. ohne AuSIos^Rechte . . . 8% Hess. BolkSstaat von 1929 frückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz • Anleihe mli Auslos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% ssranks. Hyp.-Bank Goldpfe XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar bi» 1932 ..... 4Vi% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe......... 8% Pr. LandeSpsandbrtesanstalt, Pfandbriefe R. 17...... 8% Pr. LandeSpsandbriefanstalt, Komm.-Obl. R. 20...... 7% Pr. LandeSpsandbrtesanstalt, Psanbbrtese R. io...... A.E.B. abg. Borkrieg»-Obligationen. rückzahlbar 1932 ..... 4% Oesterretchtsche Golbrente . . 4,20% Oesterreichilche Silberrentc 4%, Oesterreichtsche Einheitliche «% Ungarische Golbrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *%% deSgl von 1913..... Gelsenkirchener .... 8 Harpener..... .... 0 Hoesch Men........6% Ilse Bergbau.......10 Klücknerwerke . ....... 7 Köln-Neuessen..... 7 ManneSmonn-Röhrett .... 7 ManSselder Bergbau ..... 7 Oberschles. Ellenbedarf .... 6 Oberschlej. KoUwerke.....7 Phönix Bergbau...... 6% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinstahl.........6 Riebeck Montau......7,2 4% Üngastsche Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I........... 4% deSgl. Serie II....... 6% Rumänische vereinh. Mente von 1903 .......... 4%% Rumänische vereinh. Rente von 1918 .... ...... 1% Rumänische vereinh. Rente Frankfurt a. Ul. 25trlln Banfnoten. Schluß-! für« | 1-ilyr- flnrs Schluß« für« Anfang- Kurs ZJerlin, 15. August Geld Ärief - Amerikanische Noten ...... Belgifche Noten. . ....... Dänische Noten ......... Englische Noten ........ 4,167 58,38 111,88 20,347 16,415 168,23 21,97 111,94 59,08 2,465 112,13 81,44 44,61 12,37 73,15 - Aranksurl 4,187 58,62 112,32 20,427 16,475 168,91 22,05 112,37 59,32 2,485 112,57 81,76 44,79 12,43 73,45 a. rn. Datum 15. 8. 18. 8. 15. 8. 18. 8. II2IS 1I3I£ 1 I5I88I 1 1 1 1 1 । 1 1 1 1 1 1 s 1 1 1 1 1 76,4 38,75 187,25 194 304 149,5 70,25 54 48,75 104 77,65 66 252 202 87,25 88,75 125,75 93 91,5 128,25 27,4 181 39,5 58 130,75 294,5 77 78,13 189,75 304 151,25 71,9 55 50 103 78,75 252,5 203 86,5 89 129 97 92,75 128,4 27,5 180 38,5 58,5 292 85,9 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 I. G. Farben-Jndustrie . . . 1L Dynamit Nobel.......6 Scheideanstalt........ 9 Goldschmidt ........ 6 Rütgerswerke..... 6 Metallgelellschaft. ...... 8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cemeniwerk Karlstadt. ... 10 Wavß ä ssreytag......8 Schultheis Payenhofer ... 16 Ostmerle.......• . 12 Aku...........18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhof .... 13»/, Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer GaS..... 9 Daimler Motoren ...... 0 Deutsche Linoleum ...... Not. Automobil . ...... 0 Orenstein & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 SvenSko . ......... frankfurter Maschinen . • . . « Gritzner..... 6 Heyligenstaedt ....... 0 Iunghan,...... 6 Lechwerke........... Matnkraftwerke Höchst 0.9JL. . 8 Miag........ io Gebr. Roeder .......io Boigt 8= Haeffner ......o Süddeutsche Zucker .... io 187,5 194,5 304 150 135 54 48,5 104,5 77,75 102,5 123 65 37,25 88,5 127 95 27,5 181 131 295 22,25 31,5 94,25 88 98,5 145,5 Holländische 9 Italienische N Norwegische Deutsch-Oeste Rumänische N Schwedische N Schweizer No Spanische No Tlchechoslowa Ungarische N Deoi loten ........ oten........ loten....... reich, i 100 Schilling oten....... oten ....... ten. ....... en ........ ische Noten..... cnmarfl Berlin 15. August 18. August Amllichc Geld Notierung Sric, Amtliche Geld Notierung Ärics Amft.-sttoN- Buen.-AireS Brss.-Antw. Christianta. Kopenhagen Stockholm . Helssngfors. Italien. . . London. .. Neuvork .. Paris.... Schweiz .. Spanten . • Japan . . . Äto de Jan- Wien in D-- Oest. abgest. Prag . . . . ycl.irob . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantia. Athen. . . Canada .. llrinuat). « Cairo . . . 168,40 1,531 53,465 112,10 112,17 112,42 10,526 21,91 20,373 4,182 16,445 81,345 45,00 2,067 0,425 59,12 12,406 7,428 73,34 3,032 18,80 81,44 1,784 5,43 4,186 3.467 20,88 168,88 1,534 58,585 112,32 112,39 112,64 80,546 21,95 20,413 4,190 16,485 81,505 45,10 2,071 0,427 59,24 12,426 7,442 73,48 3,038 18,84 81,60 1,789 5,44 4,194 3,473 20,92 168,47 1,528 58,455 112,11 112,16 112,37 10,524 21,91 20,37 4,1815 16,44 84,34 43,81 2,066 1,417 59,095 12,406 7,430 73,36 3,032 18,80 81,44 1,784 5,435 4,183 3.467 20,88 168,81 1,532 58,565 112,33 112,38 112,59 10,544 21,95 20,41 4,1895 16,48 84,95 43,89 2,070 1,419 59,215 12,426 7,444 73,50 3,038 18,84 81,60 1,789 5,445 4,191 3,473 20,92 = ö 22- r- <-> = E =3 3 o> o> c o er- u xr <2 r> 3-* O E s o Cb> Ä 5^» «» C 3 uH SÜ « «* E * C e 3 = --8S:^Se Bit’ ® * 2 f=Ac® c o E e er « e % e si>«3 C o: £55 L -S $2 X E 5-2 A 02) A E-9 ;«zf 570 e € B.X = B -E 55 Iff> ts € i t a»i a ec: ■tBt »• — 4. -^e^ ~ »■ x zag* S4Z? 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