Nr. 166 Erstes Blatt 180. Jahrgang sreitag. 18. Zu» 1950 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vruck und verlqg: Srühl'sche Universttöls Buch. und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Schlllstrahe r. Erschein! täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle. ntonatsBejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn. auch bei Richter- fcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüffe iinterSammeInummtr225L Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzeiaer Gießen, poftschecttonto: granlfurt am Dlain 11686. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm »reite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" a mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diesten. Der Reichstag aufgelöst. Berlin, 18. Juli, 12.55 mittags (WTB. Funkspruch). Im Reichstag wurde der sozialdemokratische Antrag auf Aufhebung der Notverordnungen mit 236 gegen 221 Stimmen angenommen. Der Reichskanzler erhob sich sofort und verlas das Auflösungsdekret des Reichspräsidenten. Unter großer Unruhe ging der Reichstag auseinander. Ergebnislose Verhandlungen mit den Oeutschnationalen. Hugenbergs Forderungen. Berlin, 17. Juli. (DDZ.) Wie die deutsch- nationale Pressestelle mitteilt, fanb in den Nachmittagsstunden eine längere Aussprache zwischen Dr. Hugenberg und Dr. Oberfohren einerseits und Reichskanzler Dr. Brüning und dem von ihm Hinzuge, zogenen Reichsfinanzminister Dietrich anderer- scits statt. Bon den deutschnationalen Führern wurden die Verhandlungen auf folgender Grundlage und mit folgenden Zielen geführt: Das Abgleiten Deutschlands in neue schwere Zuckungen kann nur durch Stärkung des rechten Flügels und durch eine — zwar auf der ganzen Linie arbeitnehmerfreundliche — ober klar antimarxistische deutsche Freiheits- und Friedenspolitik vermieden werden, die Kultur, wirtschaft und Finanzen rettet. Zur Erreichung dieses sachlichen Zieles müßte auster einer Umbildung des Reichskabinetts im Sinne der Bildung einer wirklichenRechts- regierung die Gewähr für eine entsprechende Parteigruppierung und U m g e st a l - tung der Regierung in Preußen gegeben werden. Um eine ruhige Verhandlung über die sich hieraus ergebenden Fragen zu ermöglichen, würde die Dcutschnational« Bolkspartei bereit sein, gemeinsam mit den Regierungsparteien zu beantragen und zu beschließen, daß die Verhand- lung und Abstimmung über den Antrag auf Aufhebung der erlaßenen Verordnungen auf einen der letzten Septembertage vertagt wird. Rach einer Aussprache über diese Anregungen wurde vereinbart, daß der Reichskanzler Mitteilung über seine endgültige Stellungnahme machen würde. Diese Mitteilung erfolgte durch den Staatssekretär der Reichskanzlei in dem Sinne, daß eine Vertagung der Beschlußfassung über den sozialdemokratischen Antrag nicht möglich erscheine, daß vielmehr die Auffassung dahin gehe, daß eine sofortige Entscheidung zweckmäßig sei. Demgemäß wurde unmittelbar darauf unter Zustimmung der Regierungsparteien der sozialdemokratische Antrag auf Aufhebung der auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlassenen Notverordnungen als erster Punkt aus die Tagesordnung der morgigen Reichstagssitzung gesetzt. Der von der nationalen Opposition gemachte Versuch, die Grundlage für eine Zusammenarbeit zu finden, hat sich danach erledigt. Oer letzte Appell an den Reichstag. Tie Freitagsitzung. Berlin. 18.3uli. (DDZ.) 3m Reichstag begann heule die Beratung des sozialdemokratischen Antrags auf Aufhebung der Notverordnungen, sowie des sozialdemokratischen Mißt rauensan- trags kurz nach 10 Uhr. - Als erster Redner sprach -er sozialdemokratische Abgeordnete Landsberg, der unter anderem erklärte, daß die Doraussetzungen für die Anwendung des Artikels 48 bei den gestrigen Notverordnungen nicht gegeben seien. Der Redner begründete ausführ, lich den sozialdemokratischen Antrag auf Aufhebung der Rotvervrdnungen und den sozialdemokratischen Mitztrauensantrag. Er betonte zum Schluß seiner Ausführungen, der Präzedenzfall Brüning könne die verhängnisvollsten Folgen für die Auslegung des Artikels 48 bringen. Die Reichsregierung habe die Reichsverfassung mit ihren Dcrordnungcn verletzt und sich damit das Mißtrauen 7>es Reichstages verdient. Reichsinnenminister Dr. Wirth erklärt, er fühle mit dem Abg. Landsberg die Schwere dieser Stunde. „Mir, als überzeugtem Republikaner', so fährt der Minister fort, „ist es wahrlich nicht leicht geworden, den jetzt beschrittenen Weg zu gehen; alle Republikaner und ganz besonders die Sozialdemokraten, muhten sich aber fragen, ob sie nicht selbst die Schuld daran tragen, wenn dieser Weg beschritten werden muhte. Wir stehen vor einer Krise des Parlamentarismus. (Unruhe links, Abg. Wels (Soz.) ruft dem Redner zu: ..Sie verwechseln immer sich selbst mit dem Parlamentarismus!" — Heiterkeit.) Es hat sich doch gezeigt, dah in diesem Reichstag eine Mehrhcitsbildung unmöglich ist. (Lebhafter Widerstand bei den Sozialdemokraten und Rufe: „Brüning will sie gar nicht!", Jeder weih doch, dah bei einer Neuwahl die Mehrheitsbildung im neuen Reichstag noch viel schwieriger sein wird. (Untufye und Zurufe links.) 3ch übernehme die volle Der- antwortung für die letzten Maßnahmen der Re- gierung. Wer den Artikel 48 anwendet, muh sich in seinem Gewissen prüfen, ob ein Rot- st a n d vorliegt. 3ch behaupte, dah er vorliegt und nehme das auf mein Gewissen. (Beifall im Zentrum, Unruhe links.) Abg. Dr. Oberfohren (Dntl.) verliest dann für die Deutschnationale Fraktion eine Erklärung, in der der Regierung vorgeworfen wird, sie habe eine Derständigung mit den Deutschnationalen unmöglich gemacht. Die Regierung habe nur deshalb keine parlamentarische Mehrheit für ihre Deckungsvorlage gefunden, weil sie ihre Steuergesetzgebung in rein sozialistischen Gedankengängen gemacht habe. (Gröhe Heiterkeit links und in der Mitte.) Tatsächlich füge sich die Regierung der Herrschaft des Marxismus. Die A g r a r h i l f e war wirkungslos, da eine grundsätzliche Aenderung der Handelspolitik nicht damit verbunden war. Die Oft- Hilfe ist so verschlechtert, dah man von einer wirklichen Hilfe im Sinne des Reichspräsidenten nicht mehr reden kann. Die Herrschaft des Marxismus hat den Staat Preußen einem kaum noch verhüllten Kulturbolschewismus ausgeliefert und findet ihren stärksten Ausdruck in der Diktatur, die die Sozialdemokratie in Preußen ausübt. Wir haben zur Regierung nicht das Vertrauen, daß sie in der Lage ist, dem deutschen Dolk in der kommenden Notzeit Führer zu sein. Wenn die Regierung wirklich das Defizit decken will, dann muß sie durch eine Notverordnung weitere Abstriche am Etat vornehmen und den weiteren Bedarf eventuell durch den Der- kauf entbehrlichen Reichsbesihes decken. (Unruhe.) Aus der Einstellung zur Regierung ergibt sich unsere Haltung zu den von der Regierung beschlossenen Notverordnungen. Reichsfinanzminister Dietrich sucht zahlenmähig nachzuweisen, daß mit den Notverordnungen gerade das Defizit gedeckt wird, das durch die Arbeitslosenversicherung entstanden ist. Die Maßnahmen der Regierung hätten also den ausgesprochenen Zweck, den Bestand der Arbeitslosenversicherung zu sichern. Die Bürger st euer sei nicht als Dauereinrichtung gedacht, sondern sie solle später mit den Realsteuern verkoppelt werden. — Der Minister wendet sich dann gegen die staatsrechtlichen Ausführungen des Abgeordneten Landsberg über den Artikel 48 und erklärt: Wenn wir die Dinge so weiter laufen lassen wie jetzt, dann wird in kurzer Zeit die Ruhe und Ordnung so gestört sein, daß jeder gern unseren Dorschlägen zustimmen würde. (Unruhe links und Zurufe.) Wenn wir das Defizit mit einem Einkommensteuerzuschlag decken wollten. dann mühten wir einen Zuschlag von 25 statt von 5 Prozent erheben. Es hat sich gezeigt, daß eine Mehrheitsbildung in diesem Reichstag nicht möglich ist. Wir muhten also einen anderen Ausweg aus dem Defizit suchen und wir sehen voraus, dah in diesem Hause noch so viel Derstand ausgebracht wird, daß man uns diesen Ausweg nicht versperrt. (Lebhafter Beifall in der Milte, Unruhe links.) Roch ist die Reichskaffe in Ordnung, wenn aber unsere Deckungsvorschläge schei.ern, dann besteht in wenigen Monaten die Gcsayr, “Baft die Beamten ihr Gehalt nicht bekommen können und dah die sch wer st en Unruhen entstehen. Die Aussichten für eine wirtschaftliche Wiedergesundung sind günstig; aber wir werden sie nur erreichen können, wenn der Regierung die Deckung des augenblicklichen Defizits ermöglicht wird. Der Reichstag muh heute zeigen, ob wir noch ein Staatsvolk sind oder nur ein Haufen von Interessenten. (Lebhafter Beifall in der Mitte.) Abgeordneter Graf Westarp (DnfL): 3m Auftrage einer Anzahl meiner politischen Freunde (Rufe: »Wieviel?") habe ich zu erklären: Wir stehen der Regierung Brüning auch weiterhin kritisch gegenüber, wenn wir auch mchl verkennen, dah diese Regierung wesentliche Reformarbeit auf verschiedenen Gebieten geleistet hat. Wir wollen verhüten, ^iß eine Regierungskrise entsteht, die zu einer Staatskrise führen könnte. Wir wollen nicht ■^nna$mc_ sozialdemokratischer oder kommunistischer Anträge eine bürgerliche Regierung stürzen und damit die Derabschie- dung der Osthilfe, des Amneftiegesehes und anderen Dorlagen verhindern. Wir werden daher den Aufhebungsantrag und den Mihtrauens- antrag a b l e h n e n. Abgeordneter Or. Scholz (O. D.) begrüßt mit lebhafter Freude die Erklärung des Abgeordneten Westarp, weil sie aus d e r D e r- antwortlichkeit heraus käme, die im gegenwärtigen Augenblick allen Parteien zu wünschen sei. Dadurch, daß der Artikel 48 der Kontrolle des Parlaments unterliege, sei er eingefügt in die parlamentarische Tätigkeit überhaupt. Wir stehen in einem außerordentlich kritischen Augenblick für den Parlamentarismus und für das gegenwärtige Parlament. Das Parlament hatte vorgestern eine große Chance und hat heute noch einmal die Möglichkeit, sich einzu- schalten. Sie (zu den Sozialdemokraten) haben am wenigsten Grund, über die Anwendung des Artikels 48 zu zetern, auch wir sind nicht mit allen Maßnahmen der Regierung durchaus einverstanden. Ich möchte sagen, daß wir uns in der Kritik der Einzelmaßnahmen von der Erklärung des offiziellen Sprechers der Deutschnationalen Fraktion nicht mehr wesentlich unterscheiden (Hört, hört!). Wir stellen jedoch bewußt in diesem Augenblick der Gefahr zunächst unsere Bedenken zurück. Die Deutschnationalen hatten allen Anlaß, die Regierung Brüning zu unterstützen, da die Politik dieser Regierung mit den Grundsätzen der Deutschnationalen übereinstimme. — (Hört, hörtl bei den Sozialdemokraten.) Abgeordneter Meyer (Dem.) erklärt, die Demokratische Fraktion habe alles versucht, um eine parlamentarische Lösung der Deckungsvorlage zu ermöglichen. Die demokratische Fraktion hat alles versucht, um eine pa - lamentarische Lösung der Deckungsvorlage zu ermöglichen. Wir Huben Bedenken gegen die Anwendung des Artikels 48 und begrüßen eS. daß der Reichstag es ermöglicht Hut, durch einen Mehrheitsbeschluß die Notverordnungen zu bestätigen und damit dem Reichskanzler Indemnität au erweisen. Abgeordneter Meyer widerspricht der Bemerkung des Abgeordneten Scholz, daß das Kabinett Brüning deutschnationalen Grundsätzen folge. Die Demokraten würden gegen die Aufhebung der Notverordnung stimmen. Sie beantragten, die Schankverzehrssteuer dem Steuerausschuh zu überweisen. Abg. Dr. von Keudell (Vollst.) bedauert, daß der deutschnationale Abgeordnete Oberfohren das große Werk der Osthilfe nicht besser gewürdigt hat. (Beifall in der Mitte.) Cs sei nicht zu verstehen, warum jetzt gegen Verordnungen des Reichspräsidenten der Kampf geführt wird von denselben Politikern, die vor kurzer Zeit die Parole ausgaben „W ehr Macht dem Reichspräsidentenl" (Lebhafter Beifall in der Mitte.) Die Aussprache war damit beendet. Die Mehrheit der SeuWiationalen gegen Zrüning Annahme des sozialdemokratischen Aufhebungsantrags. Oie Abstimmung. Abg. Scholz (D. Dp.) beantragt, die Abstimmung über die Mißtrauensanträge vorzunehmen. Bei der Abstimmung wird der Dorschlag angenommen. Die Sozialisten und Kommunisten ziehen hierauf ihre Miß - trauensanträge zurück. Unter größter Spannung des Hauses wird dann die namentliche Abstimmung über die Vorlage auf Aufhebung der Notverordnungen vorgenommen. Für diesen Antrag stimmen die Sozialdemokraten, Kommunisten, Nationalsozialisten, die beiden Abgeordneten der Dolksrecht- partei und die Mehrheit der Deutschnationalen. Das Ergebnis ist die Annahme des Aufhebungsantrags mit 236 gegen 221 (Stimmen. (Bravorufe bei den Nationalsozialisten.) Oas Auflösuugsdekrei. Nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses erhob sich sofort Reichskanzler Dr. Brü- nmg zur Derlesung des Auflösungsdekrets des Reichspräsidenten: „Nachdem der Reichstag heute beschloßen hat, zu verlangen, daß eine auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlassene Notverordnung aufgehoben werde, löse ich auf Grund des Artikels 25 der Reichsverfassung den Reichstag auf." Die letzten Sähe des Reichskanzlers blieben unverständlich, weil die Kommunisten unter lebhaftem Tumult schrien: „Nieder mit dem Reichspräsidenten". Der Reichstagspräsident L ö b e verließ darauf seinen Platz, so daß die letzte Sitzung des Reichstags formlos geschlossen wurde. Dor dem Auseinanoergehen fangen die Kommunisten die Internatis- nale. Am 14. Sept.mber Neuwahlen. Berlin, 18.3uli. (IBIS.) Wie wir hören, ist Sonntag, 14. September, als Termin für die Neuwahl vom Reichstag in Aussicht genommen. Da der Reichstag 30 Tage nach erfolgter Wahl zusammentreten muß, ist mit der e r st e n Sitzung des neuen Reichstags Mitte Oktober zu rechnen. Oas Schicksal der Amnestie. Preußen fetzt seine Obstruktionspolitik fort. Berlin, 17. Juli. (Prio.-Tel) Obwohl man versuchen will, das eben erst gefallene Amnestie- geietz, das nun in Form eines Initiativantrages der Regierungsparteien in unveränderter Form wieder eingebracht ist, möglichst beschleunigt zur Annahme zu bringen, haben sich die Aussichten für sein Zustandekommen nach der Ansicht unterrichteter Kreise nicht verbessert. Wie wir hören, wird Preußen seine bisherige Taktik nicht aufgeben und erneut im Reichsrat gegen die Vorlage, wenn sie keine wesentlichen Abänderungen enthalt, stimmen. Unter diesen Umständen kommt es im Reichs- rat ganz darauf an, ob Preußen seine alte Gefolg- schast wieder erhält, oder ob es der Regierung inzwischen gelingt, die Zahl der preußischen Bundesgenossen zu verkleinern. Da auch im Reichstag die Mehrheit für die Amnestieoorlage als unsicher gelten muß, steht man vor einer Fülle von Schwierigkeiten. Der Grundgedanke, die Amnestie in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Rheinlandräumung durchzuführen, scheint darüber hinaus aber auch gefährdet zu sein durch die Unmöglichkeit, noch vor dem Beginn der Som- merferien die Vorlage in drei Lesungen durchzu- beraten. Der gute Gedanke, nun endlich einen Schlußstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, wird also anscheinend nicht zu dem beabsichtigten Termin verwirklicht werden, wenn die Reichsregierung nicht ihrerseits, wie jetzt in parlamentarischen Kreisen vielfach verlautet, noch Mittel und Wege findet, das Begnadigungswerk in die Tat umzusetzen. Aus dem Reichstag. Berlin, 17. Juli. (WTB.) Der Reichstag nahm m zweiter Lesung das Ost Hilfegesetz an. Die Entschließung, die die Einbezie - oer bayrischen Ostgrenze in die Ofü)ilf€ Dorfa^, wurde abgelehnt, dagegen wurde die Einbeziehung von Pommern bis zur Oder angenommen. Dann fanden das M i l ch g e s e h , die Novell« zum Dersorgungs- und Dersahrensgesetz und eine große Zahl von Handels- und anderen außenpolitischen Derträgrn Annahme. Oas pensionskurzungsgeseh. Berlin, 17. Juli. (VDZ.) Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde rnitdenStimmen des Zentrums, der Sozialdemokraten und Kommunisten das von sozialdemokratischer Seite beantragte Pensionskürzungsgesetz nach den Beschlüssen der ersten Lesung auch in zweiter Lesung angenommen. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich erklärte, daß innerhalb des Kabinetts schwerste Bedenken dagegen bestehen, eine so schwierige Angelegenheit überstürzt zu behandeln. Die allgemeine Pen- sionskürzung auf 12 000 Mark würde die besten Kräfte, die Reich, Länder und Gemeinden für die leitenden Stellen brauchen, ab halten, in den amtlidjen Dienst zu treten. Die Reichsregierung er- klärt sich bereit, auf dem ordentlichen Gesetzgebung^ wege im Herbst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der d i e M i ß st ä n d e beseitigt, welche auf dem Gebiete des Pensionswesens bestehen. Reichsjustizminister Dr. B r e d t äußerte ebenfalls Die schwersten materiellen Bedenken. wurde dem Reich, den Ländern und Gemein- den nicht mehr möglich fein, mit der Privat- roirtjdjaft in Konkurrenz zu treten. Dies treffe m allererster Linie zu auf das R e i ch s g e - richt, das für die allerersten Juristen feine Anziehungskraft nicht verlieren dürfe. Auch wies der Minister darauf hin, daß die Beschneidung der PenZ fionen eine Verletzung der roofjlerroorbe» n e -R e d) t e d e r Beamten bedeuten würde Diesem Standpunkt der Reichsregierung traten die Deutsche Volkspartei, die Volkskonseroativen, die Demokraten und die Bayerische Volkspartei bei. Abg, besing (Zentr.) wies die Vermutung zurück, als ob das Zentrum daran denke, den Beamten, die durch jahrelange Dienstleistung ein Ruhegehalt oer- Dienten, dieses zu beschneiden, doch müße sich das Zentrum g e ge n g e w i s s e M i ß st ä n d e auf dem Gebiete des Pensionswesens wenden. Lleberflüssige Aufregung in Paris. Gehässige Angriffe auf Hindenburg. Paris. 17. Juli. (SU.) Die Pariser Rechts-, presse sieht in der Entwicklung der innerpolitischen Lage in Deutschland eine schwere Sebro* hnng der in den letzten Jahren befolgten L o- carnopolitik. Die Angriffe richten sich je- doch weniger gegen die Regierung Brüning, als gegen den Reichspräsidenten von Hindenburg, von dem es heißt, er habe endgültig die-ZügelderRegierungper- sönlich in die Hand genommen und handhabe sie mit einer Energie, die geradezu erstaunlich sei. Es fehlt natürlich nicht an überaus gehässigen Angriffen, so besonders in der „öiber te“, die sich wieder einmal bemüßigt fühlt, zu erklären, daß das ganze deutsche Volk während des Krieges noch unter das Niveau der Hunnen, Hyänen und Gorillas gesunken sei, und der Präsident der deutschen Republik, Gencralfeldmarschall von Hindenburg auf der Liste der Kriegsverbrecher gestanden habe, die zur Zwangsarbeit verurteilt werden sollten, hinter dem Deckmantel der Finanzaufbesserung, so führt das Blatt weiter aus, habe man zur Anwendung des Artikels 48 der Reichsverfassung gegriffen, während zur gleichen Zeit der Reichspräsident die preußische Regierung dazu zwinge, sich vor dem Stahlhelm zu beugen und die Reichsregierung als Voraussetzung für ihren Beitritt zum europäischen Staatenbund die Revision der Verträge verlange. Das sei, so betont das Blatt, die Bilanz der Nachkriegspolitik. — 3m „3 o u r - nal des Debats" heißt es u. a., das Eingreifen Hindenburgs in die Angelegenheit des Stahlhelms sei ein Ereignis, das in Zukunft alle Illusionen zunichte mache. — Der „Ternps" stellt fest, daß der Reichskanzler mit der Anwendung des Artikels 48 sich entschlossen habe, einen entscheidenden Schritt auf dem Wege zur Diktatur zu machen, wodurch der Rückkehr zu einer linksgerichteten Koalition unüberwindliche Schwierigkeiten entgegengesetzt würden. — Der „<3 o i r" führt u. a. aus, daß die durch wirtschaftliche Rot verdoppelte Krise des Parlamentarismus und des demokratischen Systems außerordentlich beunruhigend wirke. Die deutsche Rechte erhebe das Haupt und verberge gar nicht ihre Absicht, die Autorität der Republik zu schwächen. Englands Absage an Briand. n Hof unb gelb. Er ist heute der alleinige Veteran der Kriege von 1866 und 1870-71 in unserer Gemeinde An allen Gesch^jnissen des öfsenttichen Lebens nimmt er mit Interesse Anteil. s. Trais-Horloff. 17. Juli. Kurz nach dem Kriege hat sich hier auf dem Wohnhause des Landwirts Hermann Daltzer ein Storchenpaar cingcniftet, das seitdem alljährlich wiederkehrt und regelmäßig brütet. Es hat In diesem Sommer ein Gelege von vier Eiern — eine seltene Zahl — ausgebrütet. Kreis Schotten. Gichels achsen, 16. Juli. Gin schönes Beispiel echt dörflichen Gemeinsinns zeigt jetzt unfer kleines Gemeinwesen. Auf Anregung des hiesigen Turnvereins wurde vor einiger Zeit das Projekt erwogen, den früheren Brandteich am Südausgang des Dorfes in ein Schwimmbad umzuwandeln. Da auch ber Gemelndevvr- ftanb bas Dorhaben begünstigte, unb einen geldlichen Zuschuß in Aussicht stellte, entschloß man sich, den Plan noch in diesem Jahr zur Ausführung zu bringen. Die Ausschachtungsarbeiten haben jetzt begonnen. Alle Hand- unb Spanndienste werden unentgeltlich von der opferfreudigen Bewohnerschaft, insbesondere vom Turnverein, geleistet. Die Handwerker haben sich verpflichtet. die ihnen zukommenden Arbeiten ohne jegliche Dergütcmg zu übernehmen, so dah eigentlich nur Materialkosten erwachsen, die durch bas Entgegenkommen ber Gemeinbe sowie verschiedene Geldspenden gedeckt werden können. Das Bassin soll 50 Meter lang und etwa 20 Meter breit werden. Eine eingebaute Schleuse ermöglicht es. das Bassin abzulassen, um im Falle eines Brandes das angesammelte Wasser ins Dors zu führen. Die Arbeiten werden so beschleunigt, dah die Anlage noch vor Herbstbeginn fertiggeftellt ift. Der Turnverein, der in ber Hauptsache an dem Zustandekommen des Schwimmbades beteiligt ist. wird sich das Verdienst erwerben, eine beneidenswerte Einrichtung geschaffen zu haben, die dem ganzen Dors zum Segen gereicht. I Steinberg, 15. Juli. Die „Vogelsberger Sängervereinigung" im Gau „Vogelsberg-Süd" deS Hessischen Sängerbundes hielt dieser Tage hier Ihr diesjähriges Bunde s f e st ab. verbunden mit Fahnenweihe und Jubelfeier des Gesangvereins „Harm onle“. Der abendliche Festakt wurde des Regens wegen in die Festhalle verlegt. Der Vorsitzende des festgebenden Vereins, Zimmermeister und Sage- werksbesitzer H. A L a n g l i h. begrüßte die Erschienenen und eröffnete das Fest. Bei Liedervorträgen und Konzertstücken ging die Zeit rasch hin. Am folgenden Tage bewegte sich ein Festzug durch die geschmückten Straßen des Dorfes zum Festplatz. Rach einem Degrüßungschor und Der Begrüßungsansprache des Dirigenten des feftgebenben Vereins, Lehrer Iud er sieben (Glashütten), nahm Pfarrer Ehr Hard (Hirzenhain) die Weihe ber Fahne vor. Der Fahnenträger sprach ein Treugelobnis. Eine von Frauen und Jungfrauen des Dorfes gestiftete Fahnenschleife wurde mit einem Weihespruch durch Fräulein M. L a n g l i h an der Fahne befestigt. Danach hielt ber Dundesvorsitzende, Lehrer Riedel (Gedem) die Festrede unb nahm folgende Ehrungen verdienter Sänger vor: H QL Langlitz erhielt die Ehrung des Hessischen Sängerbundes für 25jährigen Dorsih im Gesangverein Harmonie (Steinberg) und H. Hey (Gedern) diejenige für 40jährige Mitgliedschaft im Gesangverein Liederkranz (Gedem). Es folgte die Aeberreichung eines Fahnennagels durch den Festwirt und der Vortrag der beiden Massenchöre „Deutschland, dir mein Vaterland" und „Bleib' deutsch, du herrlich Land am Rhein", die unter ber Stabführung des Dundesvorsihen- ben Riedel (Gedem) vorzüglich zum Vortrag gebracht wurden. Das Singen der Bundes- und Gastvereine schloß sich an und zeigte sehr beachtenswerte Leistungen. hält sich vollkommen abwartend, so daß noch fdni Kurse zu hören waren. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Pari» 123,59, London gegen Mailand 92,87, London gegen Spanien 41,75, London gegen Kabel 486,45, London gegen Berlin 20,3712, Kabel gegen Berlin 4,1875, London gegen Buenos 40,50. Oie Wetterlage. :i\im S5E ■fTÄ (Ku O M "/Uten. 7 ^49 Osto 2iaf Grs wyV 16 ParisZ ■'Trinkt OWorxenios.0 neuer. 3 naro etdecii » worwig ® oeoecit, eRegea * Schnee o Graupein ■ fitDti X 0ewiiter.@windjtnie.-O sei* leichter Ost. y m*»'0tr Suosoovesi q stürmische« "ordwtsl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeinen Stationen stehenden iat> len geben die Temperatur an Die Linien verbinden Ort» mit gleich«* 0 Einwohner. Am 31. Mai betrug die Zahl ter unterstützten Wohl» fahrts-Erwerbslosen rund 63 000 oder 8 auf 1000 Einwohner, so daß im Iuni eine Steigerung von 12,5 Prozent eingetreten ist. Seit dem 30. September 1929 hat sich die Zahl ter laufend unterstützten Wohlfahrts-Erwerbslosen in den kleinen und mittleren Städten mehr als verdreifacht. K Weitere Verschlechterung des Zementabsahes. Die bereits für Mai fest- gestellte ungünstige Entwicklung des Zementabsahes hat im Iuni eine erhebliche Verschärfung erfahren. Der Versand ging von den schon ganz unzulänglichen 656 000 Tonnen im Mai um 133 000 Tonnen auf 523 000 Tonnen im Iuni zurück: das bedeutet eine Abnahme um über 20 Prozent mitten im Baujahr. Im Vergleich zum Iuni 1929, der einen Versand von 826 000 Tonnen aufwies, macht ter Rückgang sogar über 35 Prozent aus. * Wiederaufnahme der Arbeit bei Mansfeld? Die Verhandlungen um die Wiederaufnahme des Betriebes bei der Mansfeld AG. find gestern, laut „Tempo", insofern einen Schritt oor- wärtsgekommen, als zwischen der Verwaltung und den Gewerkschaften eine Einigung zustandegekom- men ist. Es wurde ein neuer Tatifoertrag abgeschlossen, der eine Lohnkürzung von 9,5 v. ch. vor- sieht, während die Verwaltung von Mansfeld eine Kürzung von 15 o. ch. gefordert hatte. Nebenher laufen die Verhandlungen um die Wiederaufnahme des Betriebes selbst, die davon abhängig sind, ob und in welchem Umfange das Reich an den Kupferbergbau in Mansfeld laufende Subventionen zahlen will, sophen der Mystik nahegebracht. Durch eine auto- suggestive Haltung, durch besondere Hebungen mit „vollkommener" Atmung, welche Auguste Elders in früher Morgenstunde ausführte, erreichte sie eine „vollkommene Konzentration", in der sie Körper, Seele und Umwelt vollständig vergißt, in der sie die „Erscheinungswelt" abstrahiert. In einfacher, realistischer Weise schilderte sie, wie sie zu diesem höchsten, wunderbaren Erlebnis gelangt ist. Dieses erhabene Schauen sei zu einem dauernden Bewußtseins- zustand geworden, in dem sie überall zu jede« Zeit den „Urgrund aller Dinge" erblickt. '* Preisgekrönte Tänzer. Man berichtet uns: Der Tanz-Club Rot-Weih Gießen, Mitglied des Meichsverbantes zur Pflege des Gesellschaftstanzes, hat zum erstenmal unter Aufsicht des Reichsverbandes in Bad Soden ein Tanzturnier besucht. Als Vertreter von Gießen wurden Herr Hans Laberenz und Fräulein Leni W e h r u m entsandt. Das Paar konnte den 2. Preis in der S-Klasse erringen. Dies ist für den jungen Tanz-Club Rot-Weih Gießen ein sehr schöner Erfolg. deren Höhe je nach den Schwankungen des Kupferpreises verschieden sein sollen. Aus der Basis der gegenwärtigen Preise würde diese Unterstützung monatlich etwa eine halbe Million Mark ausmachen, jährlich also 6 Millionen. Die Zuschüsse werden dann vom Tage der Betriebsaufnahme bis vorläufig zum 31. Dezember d. I. gezahlt. Frankfurter Börse. Frankfurt 11,83 59,05 2,47 112,28 81,34 48,50 12,375 73,14 4,188 58,62 112,24 20,41 16,50 168,74 22,01 112,27 59,29 2,49 112,72 81,66 48,70 12,435 73,44 Deot «markt Berlin - Frankfurt a. M. 17. Juli 18. Juli __ Amtliche Notierung Geld | »riei Amtliche Notierung Geld | Ärie, Amst.-Siott. Buen.-Aires Brss.-Antw- Chrtstiania - Kopenhagen Stockholm . Helstngfors. Italien. . . London. .. Weilt)ort . • Paris.... Schweiz . . Spanien. • Japan . . . Wo be Jan. Wien in D-- Ceft. adgest. Prag . . .. Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . Tanada . Uraiuat). Tatro .. 168,37 1,508 58,455 112,07 112,09 112,46 10,53 21,91 20,352 4,1885 16,46 81,335 48,60 2,068 0,464 59,105 12,407 7,421 73,32 3,034 18,80 81,35 1,784 5,43 4,186 3,566 20,87 168,71 1,512 58,575 112,29 112,31 112,68 10,55 21,95 20,392 4,1915 16,50 81,495 48,70 2,072 0,462 59,225 12,427 7,435 73,46 3,040 18,84 81,51 1,789 5,44 4,194 3,574 20,915 168,37 1,523 58,46 112,07 112,09 112,47 10,533 21,915 20,352 4,184 16,46 81,325 48,65 2,068 0,459 59,13 12,407 7,425 73,35 3,034 18,80 81,35 1,784 5,43 4,188 3,586 20,875 168,71 1,527 58,58 112,29 112,31 112,69 10,553 21,955 20,392 4,192 16,50 81,485 48,75 2,072 0,461 69,25 12,427 7,439 73,49 3,040 18,84 81,51 1,739 5,44 4,196 3,594 20,915 findet in Bad Gauwe11 cg. _ SM Me rot Jütaerfteig hinlc-z xber btt 2ahn- c stützte in einer ie Tiefe, ©lud* nsühtet das Auto t, so daß Personen 58,38 in,» 20.33 16,M 168-06 21.» Ib» 58. 2,47 11-4 81,3/ iljj 10 10 -tevattioiu 17 W Sami*8! » MM -- * Der Start zu dem Lauf findet Sonntagfrüh in Marburg statt. Hm 11.03 Hhr 11.2 5 Hhr Gießen. 9.50 Hbr tirtrb Lollar, um ’M 58» 1I2-» 112.» i>rZ u-Z ri.A Z f1.<8 41,75 2,072 0.46’ tfl 112'.O7 112’8 iM 10.5» 21,915 16.» -K' 8s 4 7.4§ tz 8 4'8 1,586 25,875 «/'tat "JÄ n?® M planer Ailtaikt btti out, etbai «Jen bat eint ^uh'gtet, i /u"brs,e, ? vurde, bat oucte enigeM UnS fernblX c«n«i 6tfolfl 'eifert * 17. Juli. In tinem m t*f «»d b"J i zu begehen. »« w».«'*yfcS ,unehmen. Me« im zwei intern sprechen oejN** 5 schon niehrfoch A rWkn fW bciej. 59,25. 12.4» 7.4» 13,49 M !!Z — Am nächsten Sonntag fir Nauheim das diesjährige _______ I <6 to i m m c n des Turngaues Hessen der D. T. ftatt. Heber 200 Turner und Turnerinnen wer- d m In verschiedenen Stufen zu den Wettkämpfen euntreten. QIm besten haben die Giehen-r Turnvereine gemeldet. Weltmeisterschasten derStudenten Die deutsch« Leichiathletik-Dertrelung. Für die leichtathletischen Wettbewerbe der Weltmeisterschaften der Studenten in Darmstadt h-t der Hochschul-Ausschuß für Leibesübungen farlgende Mannschaft aufgestellt: 100 Meter: Wrnig, Eldracher, Schuhmacher: 200 Meter: .Wrnig, Eldracher, Eschenbach, 4 00 Meter: Dorz, Danz. Görricke: 800 Meter: Danz, SHwerdtfeger, Lefebre: 1 500 Meter: Krause, Qellpapp. Sujatta: 110 Meter Hürden: Dcinhardt: 400 Meter Hürden: Allwardt, Wegner, Zimmermann: Hochsprung: Beetz, Eotoinfl, Ladewig: Weitsprung: Maier, Didewig, Gerko, Mölle: Stabhochsprung: Siechemesser: Speerwerfen: Schnackertz, Wei- rann, Eberle: Diskus: Sievert, Weih, Voigt: Kugelst oh en: Sievert, Weih, Stechemesser: Fünfkampf: Ladewig, Eberle, Etechemesser: 4i<10 0 Meter: Asseher, Eschenbach. Körnig. T.bracher: 4X4 0 0 Meter: Danz. Görrickc. Le- !»ibre. Storz: Olympische Staffel: 61- "'acher. Körnig. Storz, Danz. Südwestbeutscher Torn-Serbanb A. V. I. 21m kommenden Samstag, Sonntag und Montag 7«:lt der Südwestdeutsche Turn-Derbond sein drit- t i s V e r b a n d s f e st, verbunden mit dem 25. I u. Hlaum des Turnvereins Steinbach in ^Einbach ab. Zu der Veranstaltung, die mit über »0 Turnerinnen und Turnern beschickt wird, korn- mren ferner hinzu bie I c i d) t a 11) I e t i f d) e n Tt e i- rschaf t e n für Turner und Turnerinnen des -erbandes. Zu biefen werben bereits am Samstag ^,,2°„r,Qmp!.e.-ctlet,i6‘. wShrend bie meiften Sitfcheibungen erst Sonntagnachmittag fallen. Sonn- >«g früh 6 Uhr beginnt derZwölf. bzw. Neun- 'impf für Turnerinnen und Turner unter Lei- ixng von Verbandsturnwart Diefenbach (Kelster- i:ch), während die Leitung für den sportlichen teil 11 den Händen von F e u t n e r (Mörfelden) liegt. -?9 Hauptinteresse beanspruchen naturgemäß die 0 l k s t u r n m e i st e r s ch a f t e n, die in den ein- 3»anen Konkurrenzen stark besetzt sind. Zu den Ein- 'ükonkurrenzen kommen noch hinzu die als Wander- [ yeis gelaufene Schweden staffel und der |l «“.n 1 kampf, welcher als Einzelkampf und gleich- '»tig als Mannschaftskampf -gewertet wird: Der- 8 lediger ist hier die Turngesellschaft Opel-Rüssels- sE, welche auch in diesem Jahr wieder die besten . .tsslchten hat, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Schwerathletik. Trotz des ungünstigen Wetters am Samstag urd Sonntag hatten sich über 150 Konkurrenten fl :s Hessen, Hessen-Aassau und Thüringen auf o-cn Sportplatz 1900 eingefunden. um die Mei- fuirschaftskämpfe im Aingen. Gewichtheben «Kn und Aasenkraftsport, 7. Kreis (Hessen) °rszutragen. Es wurden allgemein recht gute "istungen erzielt. Der 1. Kraft- und Sportklub 1893 ^tefjen nahm an dem Wettstreit rühmlichen «teil: es gelang ihm, bei 10 Meldungen sie- nxn erste und fünf zweite Preis« zu erringen. Gießener Preisträger finb: «tui Delloff. Stemmen Mittelgewicht, erster Sindenburgflaffel der D. T. TU mittclrhcinischen Turner huldigen dem Reichspräsidenten. Ließen wird am Sonntag zwischen 11 und 12 Hhr durchlaufen. = Zu einer großen vaterländischen und tur- irrischen Veranstaltung rüsten Ne Turner deS MittelrheinkveiseS der D. T. Wenn am 2 0.3 u l i Reichs Präsident vonHindenburg in Wiesbaden zur Aheinland-Befreiung-feier weilen Dird, werden ihm die Turner eine Huldigung !>esonderer Art bereiten. 3m Eilbotenlauf verden Turner und Turnerinnen aus fünf ver- 'chiedenen Gegenden des Kreisgebietes dem Reichspräsidenten und dem ehemals besetzten Sebiet die Turnergrüße überbringen. DieHaupt- äuf« beginnen in Saarbrücken (Spicherer Berg). DormS, Aschafferrburg, Marburg und Koblenz und enden sämtlich in Wiesbaden. Hafer Heimatgau Hessen ührt mit den Gauen Lahn-Dill, Aar, Mittel- aunuS und Süd-Aassau den unter der Oberleitung von Gauoberturnwart Wilhelm Will »Gießen) stattfindenden Hauptlauf 4 (Marburg — Gießen — Limburg — Wiesbaden) Lurch. Don der Desamtstvecke (1411/. Kilometer), Lie in 8 Stunden durchlaufen wird, haben die Hessenturner 54'/, Kilometer (Marburg bis Oberndorf) besetzt. 545 Turner und Turnerinnen kes Hessengaues werden diese Strecke in knapp 2'/i Stunden bewältigen. Die Gießener Turne rscha ft und der ATV. Rheinfranken siiellen allein 108 Läufer. um 11.34 Hbr Klein-Linden durchlaufen. Lim 12.31 Hyr übergibt der letzte Hessenläufer Een Köcher an den ersten Läufer deS Lahn-Dill» Daues. Um 6 Hhr nachmittags trifft der Schluß- Eiufer deS gesamten Laufs Marburg—Wiesbaden am Ziele gleichzeitig mit den Schlußläufern der anderen Hauptstrecken ein Den Schlußläufer des heimischen Laufes (Marburg—Wiesbaden) stellt unser Hessengau. Der Sieger vom Kirchhainer Gauturnfest, Unterfeld- twebel Paul Götsch (Marburg), wurde vom Eauturnausschuß dazu bestimmt. Er wird dem Reichspräsidenten vor dem Wiesbadener Kurhaus die von Hand zu Hand gegangene Urkunde t»er Stadt Marburg überreichen. Die Urkunde, fre mit den anderen Urkundeir de- Hindenburg- leufS später im Deutschen Museum tn München Tvebcrgelegt wird, enthält neben dem Gruß an t>m Reichspräsidenten die Unterschriften des LberbürgermeisterS der Stadt Marburg. deS Vertreters des Mittelrheinkreises, A. Pfeiffer, unb der Marburger Turnerschaft. Turngau Hessen der O. T. Gauwettschwimmen. Men. Leinde- Wbtttt »ur nd um n8 des mMubz, bi» WWn M. "A darunter die Dauberger- nh der englische nHt das Rennen >irb auch vvraut- Wen. Für den lh-Tnaier, der rd an der Renn- werden. - Der vmmermarkt in der Zeit dm Der Markt wird 'liches Ausziehen Das Wasser- r nach dm Der» bis 15 Pf. y« r von 2 Ml. M IlmdestMhr. - m Achen einet ung wird abge- kann hieifür ein Die Strahe Don Lockzchl nach der den Lastkrast« t. - In den Fal« augelänbe ab« : Dedingmg auseinheimische dalichst auSge« eschästigen. '8: 16'54 'S: 0 ’S 110 11,66 13,70 12435 13.8» Turnen, Gpori und Spiel. Preis, Kreismeister 1930; Kurt Beyer. Boxen Weltergewicht. 1. Preis, KreiSmeister 1930; Albert Forbach, Ringen, Halbschwergewicht, erster Preis, Kreismeister 1930, Stemmen Halbschwergewicht. 2. Preis; AloiS Funk, Boxen, Leichtgewicht. 2.PreiS; HanS Kraft, Ringen. Federgewicht, 1. Preis, KreiSmeister 1930, St einst otz en, Federgewicht, 1. Preis, KreiSmeister 1930; Heinrich Staubach, Hammerwerfen, Altersklasse, 1. Preis. Kreismeister 1930, Steinstotzen, Altersklasse. 1. Preis. KreiSmeister 1930; Georg Staubach . Leichtathlet. Dierkampf. 2. Preis. Steinstohen, 2. Preis; Erich Valentin, 3u- gend, Dreikampf, 2. Preis. Den Wanderpreis der Stadt Dietzen im Tauziehen (6 Mann biS 900 Pfund Körpergewicht) errang Stemm- und Ringklub Friedberg. Arbeiier-Tui-n- und Sportbunb. Am kommenden SamStag, Sonntag und Montag findet in Darmstadt das 8. KreiS- f e ft deS 9. KreifeS de S Arbeiter - Turn- und SportbundeS ftatt Verbunden damit ist das 35. 3ubiläum des 9. KreiseS. Bereits am SamStagvormtttag beginnen die Gerätewettkämpfe für Turner und Turnerinnen. ebenso die Mehrkämpfe in Leichtathletik. Anschließend folgen die Elnzel- kämpfe. Gleichzeitig finbet daS Vereins- riegenturnen statt. Am Spätnachmittag wird da- Spiel um die Kreisfestmeisterschaft in Fußball ausgetragen. Am Samstagabend findet in der Festhalle der BegrühungSabend statt. Der Festsonntagvormittag bringt den Fe st - z u g. Aach Eintreffen auf dem Festgelände (Poli- »eisportplähe) finden die Massenübungen für Männer unb Frauen gemeinsam nach Musik statt Anschließend werden die 'Entscheidungskämpfe in Leichtathletik, sowie das Endspiel um die KreiSfest Meisterschaft im Handball au-getragen. 3n der gleichen Zeit werden die Schwimmer ihre Wettkämpfe in der Schwimmbahn zum Austrag bringen. Den Abschluß deS Sonntags bildet daS Fußballspiel KreiSmannschaften 9. Kreis gegen 14. Kreis. Am Montag findet anläßlich der 600-3ahrseier Darmstadts ein Volksfest statt LeichiachleiGer Großkampftag in Gießen. IX. Nationale leichtathletische Zubiläumswettkämpfe der Gpielvereinigung 1900 ö. Zum neuntenmal bringt am kommenden Sonntag die Spielvereinigung 19 00 ihre reichSoffencn Leichtathletikkämpfe zur Durchführung. Die Veranstaltung erhält eine besondere Aote dadurch, daß sie im Rahmen des 30. Stiftungsfestes des Vereins stattfindet. Aam- hafte Vereine — über zwanzig an der Zahl — werden ihre Besten entsenden. Reben den aus den Vorjahren bekannten, wie den Frankfurter Grvhvereinen „Eintracht" und Fuhballsportver- ein, sind auch erstmalig vertretene Vereine am Start. Es interessiert hier besonders der Sport- Elub Köln-Marienburg, dessen Vertretung auS ersten Kräften besteht. Die überaus zahlreichen Meldungen machen natürlich V o r k ü m p f e, die am Vormittag erledigt werden, notwendig. Die stärksten Felder hat die Leistungsklasse III, die etwa der früheren Anfängerklasse entspricht, zu verzeichnen. So beteiligen sich am 1 0 0 - M e t e r - L a u f nahezu 40 Mann. Es ist natürlich schwer, unter diesen Hmftänben Voraussagen über die Placierungen zu machen: immerhin ist anzunehmen, daß sich bie talentierten Kräfte der Frankfurter „Eintracht" und des MSE. Köln durchsetzen. Auch dürfte hier Becker, Mtv. Gießen — neben dem Mtv. Gießen haben auS dem Turnerlager noch der Wiesbadener Turnerbund unb die ATV. Rheinfranken Gießen zugesagt —, eine Rolle spielen. Mit nicht viel weniger Leuten wartet der Weitsprung derselben Klasse auf. Heiß umstritten werden auch die 800- und 3000-Meter-Läufe der Klasse III sein. 3n der erstgenannten Konkurrenz muh man Staub, Eintracht Frankfurt: Hetzel, Fußballsportverein Frankfurt, und Glago w. 1 9 0 0 Gießen, Chancen einräumen, während über die lange Strecke Wöll, Frankfurt-Fechenheim: Pfeil, VfB.-Kurh. Marburg, und Hornung, Wiesbaden, dominieren dürften. 3m Speerwerfen der genannten Klasle hat zwar der Veranstalter einige gute Kräfte (Vogt, Dachmann), ebenfalls Mtv. Dietzen, jedoch dürfte Spaar. Offenbach 99, schlecht zu erreichen sein. Zur 4xl00-Meter- Staffel der Klasse III gehen acht Mannschaften, in der Hauptsache den Heimatgauen zugehörig, an Start. Die Leistungskl affe II sieht an Läufen vor: 100, 400 und 1500 Meter. Bei den 100 Meter wird Müller (Weilburg), zeigen müssen, ob er den Dezirksmeistertitel von Hessen-Hannover zu Recht trägt; die Frankfurter und Marienburger werden ihm jedenfalls stark zu- seherr. Hinsichtlich der 400 Meter ist zu bemerken, daß hier Dr. Tönaes zum letzten Male für die 1900er Farben startet, da er von Dießen verzieht. Die 1500 Meter-Favoriten sind: Kaufmann (Frankfurt), Peters I., 190 0, Hollstein (Marienburg) und Roessing (Wiesbaden). 3m Hochsp rung dieser Klasse wird sich wohl Capello (DfL. Wetzlar), den Sieg nicht entgehen laficn, wenn er auch von Steines (Mtv. Dietzen), unb anderen hart bedrängt werden wird. 1900 muß hier auf den bertrorragenben Weil, der am vergangenen Mittwoch in Marburg 1,80 Meter übersprang, verzichten. Weil muh, wie sein Klubkamerad Emil Schäfer, an diesem Tage an den Südwest deutschen Hochschul- meisterfchasten in Tübingen tMnehmen. Beim Speerwerfen dürften neben einigen maini- schen Kräften Hopfenmüller unb Duyot, oder Klos vom Gastgeber in Front zu erwarten fein. Eines der interessantesten Rennen wird sich bei der 4x800-Meter-Staffel, die von „Eintracht", Fußballsportverein. Wiesbaden, Köln-Marienburg und Dietzen 1900 bestritten wird, entwickeln. Auserlesene Felder sind in Leistungsklasse I vorhanden. Müller (Weilburg) wird hier über 100 Meter einen harten Strauß mit -Zankl („Eintracht" Frankfurt), und den 1900ern Geist und Guhot zu bestehen haben. Auf bie 200 Meter haben es scheinbar die Marienburger Doiß und Stöbe abgesehen. Heiß umstritten werden auch die 800 Meter sein. Die Teilnahme von Döselt (Eintracht Frankfurt), Hollstein (Köln), Kaufmann (Frankfurt), Pe- terS (1900), Duchardt (Alsfeld) läßt darauf schließen. Bei den 5000 Metern wird die Spitzengruppe aus Heise (D. f. D. G i e ß e n), Rössing (Wiesbaden) und den beiden 1900cm Paul und Gerhardt bestehen. Letzterer, früher dem Weilburger F. D. 1919 angehörig und durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen bekannt, startet nunmehr für die Sp.-Dgg. 1900. — Beim Kugel st otzen und Diskuswerfen werden sich wohl gleiche Bilder ergeben. 3n Abwesenheit Schäfers werden die beiden Reichs wehr angehörigen M o h l (DfB.) und Arndt (Mtv.) ihre auswärtigen Konkurrenten abschütteln können. Unter reger Anteilnahme der Zuschauer wird wohl der Stabhochsprunazum AuStrag kommen. Es treffen hier SteineS, Mtv. Dießen, Rodenkirchen, Köln- Marienburg, 3ung, 1900 Gießen, und Dietrich, Frankenberg. aufeinander, alles Leute, welche hie 3-Meter-Höhe schon deS öfteren erheblich übersprungen haben. Die Reihenfolge ist schwer vorauszusagen. Man darf wohl den Turner Steines vor dem Dezirksmeister 3ung, 1900, erwarten. Die 4xl00-Meter-Staffel. Kl. I, wird von Hessen-Preuhen Kassel nicht verteidigt. Es wird mit viel 3ntereffc verfolgt werden, wohin diesmal der Pokal — er wurde anläßlich der I. Rationalen Wettkämpfe ausgefeht — wandert. 3n Wettbewerb treten: „Eintracht" Frankfurt, Köln- Marienburg, Borussia Fulda, Weilburger F.-D. 1919 und Sp.-Dg. 1900. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für bie Rebaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. finb zu richten an bie Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 270 Don E. Brunner. 8 8 6 5 5 3 2 Schwarz, d e g h 1. 2. d2-d4 c2-c4 1. Sg8-f6 2. e7-e6 Deitz. ®eifj zieht unb setzt in drei Zügen matt Weitz: 8 Steine. Ka5; Del; Td5, gl- La8, h2; Bd3 g4 Schwarz: 8 Steine. Kh3; Th5; Lhl; Ba6, g2, g5, h4,' h7 Nachstehend zwei Partien vom Mlltelrheinischen Schachkongreß zu Bad SmS. Pfingsten 1930. Partie Nr 196. Indisch. Weitz: Orth, Darmstadt. Schwarz: Wenger, Frankfurt a. Al. eine 16. Sc6-e7 17. De4-g6 18. 19. 8 f7 — f5 9. f5Xe4 8. Lfl-d3 9. Ld3xc3 10. d4xc5 Se7 — c6 Te8-e7 3. Sbl-c3 4. Lei-d2 5. c2-e3 6. Ld2xc3 3. Lf8-b4 4. c7-c5 5. Lb4xc3 6. Sf6-e4 Sgl-b3 0-0 Ddl-d6 f2 — f3 f3xe4 Tfl-f3 Dd6 —g3 Dg3-e5 De5-d6 Tel —fl Sh3-g5 Dd6-d3 Tf3-h3 Dd3-h7+ Dh7xg7-h Lc3-fo matt. Partie Nr. 197. AbgelehnteS Damengambit. Deitz: Dleutgen, Mainz. Schwarz: Walter, Koblenz. 1. d7-d5 2. Sg8-f6 3. e7-e6 4. Sb8-d7 5. Lf8-e7 6. c7-c6 7. 0-0 8. h7-h6 9. Sf6-h5 10. Dd8-g5? 11. Dg5-f5 12. Sb8-c6 13. a7-a5 14. Tf8-e8 15. Df5xe4 ^Bener 10. Lg3 unb auf Sxg3 ll.hxg3 nebst De2 unb langer Rochade mit späterem Königs« angnff. Hebereüt, erst Figurenentwicklung war geboten. 7. Tal-cl 7. 0-0 20. Dg6-e8 21. h7-h6 22. b.6xg5 23. Te7-f7 24. Kg8-f8 25. Kf8-e7 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. d2-d4 Sbl-c3 Scl-e5 e2-e3 Lfl-d3 a2-a3 Lg5-h4 Ln4xe7 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. Schwarz hat durch fehlerhafte Eröffnung emf>finbli