Nr. 65 Erstes Blatt Dienstag, 18. März 1950 180. Zahrgang Aach derRalWerung des Noungplans muß die Räumung folgen 13.11 bringt, den der des das einmütig ab. Sollte, wie cs den Anschein hat, Frankreich durch unberechtigte Forderungen den Abbruch der Verhandlungen verursachen, so fordert die Bevölkerung des Saargebietes, dah der Völkerbund seine Pflicht erfüllt und für alsbaldige Veseitigung des Unrechts an der Saar Sorge trägt. In ihrer Treue zum deutschen Vaterland wird die Bevölkerung an der Saar niemals wankend werden. Kraft getreten, die die Rechtslage entscheidend verändert haben. Seit 1923 ist Dort der Botfdjafter- konferenz feftgelegt, dah, wenn Anlagen zu zerstören sind, die Botschafterkonserenz vom Augenblick des Absendens der Rote ab es uns überläht, das zerstörte Material zu verwenden, dah sie also daraus verzichtet, den Erlös für das zerstörte Material für sich in Anspruch zu nehmen. Die Forderung wäre also schon deshalb hinfällig geworden. Es kommt aber hinzu, dah eine weitgehende Vereinbarung getroffen worden ist, über die Regelung der Frage der Verwendung militärifcher Gebäude für ganz Deutschland, also auch für das befehle Gebiet. Die jetzt noch bestehenden Anlagen sollen zunächst von uns einer zivilen Verwendung Zuge f ü h r t werden. Erst wenn dies bis Ende 1 9 3 2 nicht gelungen ist, würde eine Zerstörung in Frage kommen können. 3n dem Moment der Freigabe gehen die Anlagen in den Besitz des Reichsfinanzmlnisieriums über, das dann die nöligen Mahnahmen zu ergreifen Hal, über die Gebäude in dem Sinne zu verfügen, dah es sie der zivilen Verwendung zuführl. Menn in einem Blatt die Rechtslage so geschildert wird, als ob die Franzosen nur Anlagen, die sie während der Besahungs- zeit für sich gebaut hätten, meinen, so ist das nicht richtig. Zwischen den Anlagen, die vorher bestanden, und denen, die während der Besahungszeil errichtet worden sind, bestehl kein Unterschied. Auch bei den während der Besahungszeil errichteten Anlagen stehl den deutschen Behörden das Recht der Verwertung zu. Snnahmr von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20’mehr. Chefredakteur Dr Friedl Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filier, sämtlich in (Biegen. Berlin, 17. März. (ERB.) Die Frage der Rückgliederung des Eaargebietes bildete den Gegenstand eines heute im ehemaligen Herrenhaus in Gemeinschaft mit dem BundderSaarvereine von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen L ndsmannschasten in Berlin veranstalteten Vortragsabends. Das Referat über „Rückgliederung des Saargebiets und der Saarwirtschaft" wurde von dem Stadtverordneten und Gewerkschaftssekretär P i ck 'Saarbrücken) gehalten Seine Ausführungen gipfelten in der Erklärung: Ohne die Saarrückgliederung ist die Befriedung Europas nicht denkbar. Deshalb ist es die Pflicht aller am Frieden arbeitenden Mächte, das Saar- Unrecht sofort zu beseitigen. Eine von Verwaltungsdirektor Vogel verlesene Entschließung, die einstimmig angenommen wurde, lautet: Entgegen dem einmütigen Willen der Bevölkerung an der Säar wurde das Saar- gebiet 1919 einer autokratischenFremd- Herrschaft unterstellt. Seine Kohlengruben wurden dem französischen Staat übereignet. Die Industrie wurde unter politischem Druck überfremdet. Die Bevölkerung des Saargebietes verlangt die sofortige Wiedergutmachung dieses ihr zugefügten und in der Weltgeschichte einzig dastehenden schreienden Anrechts. Seit Monaten verhandelt man in Paris über die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland, b i s jetzt ohne jedes positive Ergebnis. Der sich in dieser Verschleppung gegen die bereits verspätete Wiedergutmachung eines begangenen Anrechts zeigende n t d i e Saarbevölkerung Widerstand Frankreichs erregt nicht nur Anwillen der Saarbevölkerung, sondern ganzen Welt, die im Interesse einer Politik Friedens und der Versöhnung verlangt, daß eine Ungerechtigkeit und widerspricht dem Geist einer Verbrauchssteuer, von einem durch diese Steuer sowieso schon sehr bedrängten und unter der allgemeinen Kapitalnot besonders schwer- leidenden Gewerbe zu verlangen, daß es nicht nur a l s Steuereinnehmer für den Staat fungiert, sondern sogar d i e Steuer noch finanziert, nämlich sie früher absührt, als sie vom Verbraucher bezahlt ist, zumal das Gewerbe dem Staat gegenüber auch noch der Bürge für die Steuer ist. Die Wirkung ist ganz besonders schlimm für die Mittelund Kleinindustrie, da diese noch weniger Kreditmöglichkeiten hat als die größeren Firmen. Die geplante Mühnahme würde in der Zigarrenindustrie, einer bekanntlich noch heute absolut mittelständ'.erischen Industrie mit Tausenden von selbständigen kleinen Fabrikanten, besonders mittelstandsseindlich wirken. Die Steuerläger wurden geschaffen, um einen steuerfreien Zwischenhandel zu ermöglichen. Wir schätzen die Vorräte, die in den Zigarrensteuerlägern vorhanden sind, auf gut 1 Milliarde Zigarren. Diese hätten einen Steuerwert von etwa 30 Millionen Mark. Dah die Steuerlagerinhaber diese 30 Millionen außer ihren laufenden Verpflichtungen aufbringen können, ist eine vollkommene Anmöglichkeit' Auch der bestfundierte Händler wäre nicht in der Lage, den auf ihn entfallenden Betrag zu zahlen. Es würde sofort eine enorme Absatzstockung bei der Industrie und damit entsprechend erhöhte Arbeitslosigkeit eintreten, da die Steuerlagerinhaber gerade in der Zeit der schlimmsten allgemeinen Krise gezwungen würden, solange keine Bestellungen zu geben, bis die nunmehr versteuerten Läger abgebaut wären. Die Aufhebung der Steuerläger würde für die Zigarrenindustrie bedeuten, dah sie nicht allein 90 Millionen Mark Anrecht und der Gefahrenherd an der Saar alsbald restlos beseitigt werden. Eine Befriedung Europas kann nur dann eintreten, wenn die Lösung der Saarfrage im Sinne des Willens der Bevölkerung und der Empfehlung der ersten Haager Konferenz, alle Kriegsfragen zu liquidieren, erfolgt. Die restlose Beseitigung jedes fremden Einflusses auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete ist eine zwangsläufige Notwendigkeit. Eine den wirtschaftlichen Interessen aller Beteiligten gerecht werdende Lösung der Frage des Austausches der Güter muß sich bei gutem Willen Frankreichs leicht finden lassen. Eine Regelung, die nicht auf dieser Grundlage fußt oder die neue Belastungen des deutschen Volkes mit sich um so mehr müssen wir Wert daraus legen, daß wenigstens am 30. Iuni die Stunde der Befreiung für das besetzte Gebiet endlich geschlagen hat. Unberechtigte Forderungen GuiNauinats. Zerstörung von Flugßafenanlagen in der Pfalz. Berlin, 17. März. (OB.) Zwei Berliner Sonntagsblätter bringen die Meldung, daß der Oberkommandierende der französischen Besahungs- truppen an die zuständigen deutschen Stellen die Forderung gerichtet habe, die Anlagen auf gewissen Flughäfen in der Pfalz zu ; e r ft ö r e n. Mil Recht weisen die Blätter darauf hin, daß diese Zerstörung mit dem Poungplan i in Widerspruch flehen würde. Es ist aber, wie wir von z u st ä n d i g e r Seite erfahren, gar nicht einmal notwendig, im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit auf den Poungplan zu verweifen. Wir hätten auch ohne den Zoungplan einen klaren Rechtsanspruch auf E r - Haltung der Anlagen. In dem Schreiben des franzüfifchen Oberkommandierenden wird gesagt, daß die Flughäfen zu zerstören und der Erlös aus dem dabei gewonnenen Material dem französischen Schatzamt zu überweisen fei. General Guillau- mal beruft sich dabei auf die Bestimmungen der Rheinlandkommission aus dem Jahre 1920. Inzwischen sind aber neue Vereinbarungen in An der Bahre des toten Diktators. Die Ucbcrführunq der Leiche Primo de yiiveras nach Lpanicn. Paris, 17 März. (TU.) Den ganzen Sonntag üler und auch in den Morgenstunden des Montag heben sich in dem kleinen Hotel im Zentrum der Stabt, in dem Primo be Rivera am Sonntagvor- Die Rückgliederung des Saargedieis Eine Kundgebung des Bundes der Gaarvereine in Berlin. Cr|d)eim lügttch.avtzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Meßenet Familienblättet Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter» fijeinen einzetnerRummem Infolge höherer (Bemalt Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer2251 Inschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. mittag gestorben ist, zahlreiche französische unb spanische Persönlichkeiten eintragen lassen. Am Montag- M morgen fanb im Totenzimmer eine kurze Messe statt, an ber nur die Verwanbten des s*.‘ Generals unb einige engere Freunbe teilnahmen. den späten Abendstunden des Sonntags erschien : * hri Totenzimmer die ehemalige Verlobte Primo de dl ineras, Mercedes Eastellanos Sie wurde von den Kübern des Generals empfangen und weilte einige Minuten kniend neben der Bahre Im Gebet. Mer- 4 cedes Gaftelhmos, die Tochter der Gräfin San ' Helix, war, wie erinnerlich, vor zwei Jahren mit dem Diktator verlobt, die Verlobung wurde jedoch : ;■ einige Monate später aufgehoben. Am Montagnachmittag wurde die Leiche des ■’ Oencrate im Hotel aufgebahrt und, nachdem 1 ter Geistliche ein Gebet gesprochen hatte, zum T5a hnhos übergeführt. An den nach Spanien gehenden Rachtzug wurde ein besonderer Wagen angehängt, der den Toten befördert. 1 Bordeaux ist bereits General S a n j u r g o mit seinem Sohn und zwei Ordonnanzoffizieren clngetroffen, um die sterblichen Aeberreste des Generals in Empfang zu nehmen. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden der Leiche des Generals Primo de Rivera die militärischen Ghren erwiesen. Der Präsident der Re- >p u 6 I i t hatte sich durch den Chef des Protokolls iicrtrcten lassen. Kriegsminister Maginot war als Vertreter der französischen Regierung er- 'dbienen. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Noch keine Einigung der Parteien. Berlin, 18. März. (D. D. Z.) Die Finanzsachverständigen der Regierungsparteien setzten am Montagvormittag im Reichstag ihre Besprechungen über das Finanzprogramm und die Sanierung der Arbeitslosenversicherung fort. Bisher zeigt sich wenig Aussicht auf einen Ausgleich der zwischen den Fraktionen in dieser Frage bestehenden Gegensätze. Es wird auch bezweifelt, daß vor dem Parteitag der Deutschen Volkspartei eine Einigungsformel gefunden werden könnte. Die Verhandlungen drehten sich am Rachmittag hauptsächlich um die Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Dafür liegen aus den einzelnen Parteien verschiedene Vorschläge vor. Gegenwärtig wird besonders ein Vorschlag erörtert, der das Problem etwa in folgender Weise lösen will: Die Verpflichtung des Reiches zur Hergabe von Darlehen zur Deckung von Fehlbeträgen bei der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung wird a u f g e h o » b e n. Das Reich leistet vielmehr einen bestimmten etat «mäßigen Zuschuß. Ent- steht trotzdem ein Defizit, so soll die Reichsanstalt selbst die Sanierung versuchen durch Ersparnisse in der Verwaltung und andere Maßnahmen, aber innerhalb der Beitragsgrenze von 3 x'2 P rozent. Hält die Reichsanstalt eine Beitragserhöhung oder einen weitergehenden Reichszuschuß für nottoen- big, so müßte sie mit ihrem Antrag sich an Reichskabinett und Reichstag wenden. - Der Widerstand anderer Parteien richtet sich bei GietzeimAiiMger General-Anzeiger für Oberhessen Onitf unb Verlag: vrLhl'lche UntDerfitäls.Bnd). und StelnOnidcrei B. Lange In Sieben. Schriftlettnng und Seschäftsltelle: SchnIIttahe 1. Die Flottenkonserenz in der Sackgasse. Italien und Frankreich gelangen nicht zu einer Einigung. London, 18 März. (WTB- Funklpruch.) ,.Ti- ines" meldet: Gegenwärtig können diefranzö- s schen Zahlen als die wichtigste Frage betontet werden, die der Konferenz vorliegt. Es UÄrd zugegeben, dah in den Besprechungen zwischen Großbritannien und Amerika, zwischen Amerika und Japan und zwischen Großbritannien iLib Iapan beträchtliche Fortschritte errzielt worden sind. Formelle Vereinbarungen süich dagegen nicht zustande gekommen und sind iruch nicht zu erwarten, bevor es sich zeigt, ob Isiü Gegenstand eines Fünfmächteabkommens bilden können oder nicht. Der Patient, der schon im Sterben zu liegen schien, hat sich etwas erholt. Ob aber Aussicht auf völlige (Sendung besteht, ist fraglich. Während Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Japan eine Anzahl ihrer ursprünglichen Pläne aufgegeben anb Opfer gebracht haben, stehen die beiden lateinischen Länder sich noch ebenso ?«genüber wie am Anfang. Italien beharrt nach axe vor auf Parität mit Frankreich. Eine all- gemeine Parität würde aber für Frankreich Unterlegenheit im Mittelmeer bedeuten. Frankreich sicht sich vor dieser Gefahr zu schützen, indem ee ein Programm von solcher Gröhe and stellt, dah es Italien aus finanziellen Dründen unmöglich wäre, Schritt zu Hal- len, besonders angesichts des Vorsprunges, den Frankreich bereits hat. Wenn beide Länder von ihrem Standpunkt nicht abgehen, besteht wenig Hoffnung auf ein Abkommen, das alle fünf Mächte einschlieht. diesem Vorschlag in der Hauptsache gegen d i e vorgesehene Höchstgrenze für den Beitrag. Man erwägt, der Reichsanstalt einen gewissen Spielraum für vorübergehende Beitragserhöhungen zu gewähren. Die Tabaksteuervorlage. Zu der Vorlage über Zahlungsfristenverkürzung für Tabaksteuerzeichen (mit Ausnahme der Zeichen für Zigaretten) und über Aufhebung der Zigarren st euer- lager, die im Reichsrat am Samstag angenommen wurde und nun dem Reichstag vorliegt. hat der Reichsverband deutscher Zigarrenhersteller den Abgeordneten eine Denkschrift überreicht. in der es u. a. heiht: Eine Verringerung der Zahlungsfrist für Zigarrensteuerzeichen unter den jetzigen Stand würde bedeuten, dah die Zigarrenindustrie die Tabaksteuer früher zahlen mühte, als sie vom Verbraucher hereinkommt. Das liegt einmal da- xan, daß Zigarren, im Gegensatz zu Zigaretten, die frisch verkauft werden müssen, monatelang ablagern müßen, damit sie verbrauchsreif sind. Weiter ist das darin begründet, dah die Zigarrenindustrie ihre Gelder vom Handel erst nach 3 bis 31. o Monaten hereinbekommt. Demgegenüber vorzuschlagen, die Zigarrenindustrie solle für eine Verkürzung dieser Frist sorgen, wäre graue Theorie, denn der Handel zahlt aus dem einen einzigen Grunde nicht früher, weil er es nicht kann. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, an- zunehmen, dah, nachdem das Reich kein Geld hat, das beim Zigarrengewerbe nicht ebenfalls zutreffe. Wir behaupten, dah das Zigarrengewerbe nicht in der Lage ist, bei den geschilderten Umständen die vorgesehene Zahlungsfristverkürzung zu finanzieren. Es ist auch Kein Grund für Verzögerungen. Mit der Unterzeichnung der Vounggesehe durch den Reichspräsidenten hat Deutschland die wichtigsten Vorbedingungen für das Laufen des Reuen Planes erfüllt, was noch übrigbleibt, ind Formalitäten. Die unterzeichneten Verträge müssen noch in Paris deponiert werden. Das kann aber erst geschehen, wenn auch die anderen Staaten ratifiziert Haben. Für den ganzen Plan ist dazu notwendig die Annahme der Verträge durch die Parlamente von England, Italien und Frankreich — auf Japan ist wegen der zeitlichen und räumlichen Umständlichkeiten verzichtet worden. Dazu käme dann noch die „Ingangsetzung" der Internationalen Bank, die aber kaum vor dem l.Mai erfolgen kann, nachdem die Schwierigkeiten in der Wahl des leitenden Präsidenten sich bisher nicht haben überwinden lassen. In einem Punkte allerdings, der für uns ja in unserer Stellung zu dem Reuen Plan ausschlaggebend gewesen ist, in der Räumung, bedarf es der Mitarbeit der anderen Staaten nicht, dazu genügt die Annahme des (Soung- plans durch das französische Parlament. Leider ist hier durch die wiederholten Ministerkrisen eine Verzögerung eingetreten, die vielleicht den Franzosen nicht einmal unbequem war, weil sie dadurch dem Deutschen Reichstag den Vortritt lassen konnten. Jetzt aber soll die Kammer die Beratung der Haager Abkommen in der letzten Märzwoche beginnen, und Tardieu hofft, in der zweiten Aprilwoche den ganzen parlamentarischen Kampf ausgefochten zu haben. Dann könnte auch die Ratifizierung durch Frankreich erfolgen, der ursprünglich ins Auge gefaßte Termin wäre damit nicht innegehalten. Immerhin erfolgt der Abschluß noch früh genug, um die im Haag vorgesehenen Räumungsfristen zu wahren. Die französischen Rationalisten machen plötzlich Schwierigkeiten und verlangen auch dies Unterschriften Englands und Italiens, die zwar für die Gültigkeit des QJoung- planes selbst erforderlich sind, nicht aber für den Beginn der Räumung. Herr Tardieu hat im Haag dem deutschen Außenminister bestimmt zugesagt, dah hierfür nur die Unterschrift Deutschlands und Frankreichs notwendig sei. Wenn also Mitte April die Unterzeichnung durch Frankreich erfolgt, stehen bis zum 30. Iuni noch zweieinhalb Monate zur Verfügung. mehr als hinreichend Zeit, um die Räumung glatt durchführen zu können, zumal da ja die Franzosen jetzt bereits alle Vorbereitungen treffen und die erforderlichen Rückmarschpläne ausarbeiten können. Der verstorbene Reichsauhenminister Dr. Stresemann hat Herrn Briand schon früher einmal gesagt, es hieße, dem französischen Generalstab ein schlechtes Zeugnis ausstellen, wenn man ihm nachsagen wolle, daß er für die Bewegung einer — an den großen Kriegsheeren gemessen — kleinen Zahl von Truppen monatelange Vorbereitungen brauchen. Das hat die Franzosen schwer geärgert, eben weil es den Ragel auf den Kops traf. Sie hätten hier einmal Gelegenheit zu zeigen, dah sie sich nicht an den Buchstaben klammem, sondern auch den Sinn der Verträge erfüllen wollen. Dann würden sie sich mit der Räumung beeilen, die praktisch in zwei b i s drei Wochen durchzuführen wäre, so daß schon vor dem l.Iuni kein feindlicher Soldat mehr aus deutschem Boden zu stehen braucht Aber damit werden wir nicht rechnen dürfen. | ................ •• zi <• an Tabaksteuern im Jahr mehr finanzieren mühte, sondern daß sie darüber hinaus noch für den gleichen Betrag das Mehrrisiko auf sich nehmen mühte, wobei im Konkursfalle die Tabaksteuer noch nicht einmal berechtigt ist, also vom Fabrikanten selbst dann gezahlt werden muh, wenn er sie bei einem Abnehmer in vollem Umfange verloren hat. Es ist vollkommen unerfindlich, wo das zur Finanzierung der Re- gierungsvorschläge notwendige Mehrkapital Herkommen soll! Aus eigener Kraft ist das nicht zu erreichen und durch Kredite wird es nur weniger besonders gut fundierten Firmen möglich sein, bringt dann aber eine nicht herauszuwirtschaftende Zinsmehrlast mit sich. Die Durchführung der Vorschläge würde also unabweisbar — und' zwar besonders stark bei der Mittelund Kleinindustrie — zu einer noch größeren Kapitalnot als der schon vorhandenen führen, die viele Zusammenbrüche zur Folge haben würde und damit Ausfälle bei den direkten und anderen indirekten Steuern. Der neue Reichswehretat Notwendiger Ausbau derLstbefe'iignngen Berlin, 18.März. (CAB.) Der Reichs» finanzminister hat nunmehr den Reich'Haushaltsplan dem Reich5rat zugeleitet. Wie der „Demokratische Zeitung ^.dienst" erfährt, wird im Vorwort zum Hau halt des Reichswehrministeriums ausgesührt, dah sich die Forderung des Reichswehrministeriums bei der Beratung des vorjährigen Etats, es müsse sich hierbei um eine einmalige Kürzung handeln, nicht verwirklichen lasse. Es war nicht möglich, die Zuschuhsumme von 707 Millionen Mark des Jahres 1928 wieder zuzubilligen. Der Gesamtzuschuh für 1930 kann nur auf 700 Millionen Mark bemessen werden. Das bedeutet für das Reichswehrministerium die Rot» wendigkeit, 35 Millionen Mark ein- zusparen. Bemerkenswert ist, dah der Haushalt des Reichswehrministeriums die Vorbemerkung enthält: „Die Reichsregierung hält hiernach weite re Abstriche nicht für möglich." Für Maßnahmen zur Verbesserung der Landesbefestigung En werden insgesamt 30 Millionen Mark angefordert. Der angesehte Betrag von 2,25 Millionen Mark ist nur ein erster Teilbetrag. 3n der Erläuterung für diese Summe heißt es: Die geänderte Grenzführung des Reiches im Osten erfordert im Anschluß an die vorhandenen Befestigungsanlagen besondere Maßnahmen, die nach Abschluß der auf Grund der Pariser Abmachungen vom Januar 1927 eingeleiteten Ermittlungen nunmehr in Angriff genommen werden müssen. Irgendwelche Bemerkungen über das Panzerschiff 8 „Ersah Lothringen" finden sich im Etat der Reichsmarine nicht. Die Manöverpläne der Reichswehr. Berlin, 17. März. (Priv.-Tel.) Wie wir erfahren, eilen die vielfach aufgetretenen Aach- richten über die diesjährigen Manöverpläne der Reichswehr den Tatsachen voraus. Es werden zwar darüber zur Zeit, obwohl der Etat des Reichswehrministeriums noch nicht verabschiedet ist, Erörterungen gepflogen, in denen es aber nach unseren Informationen noch zu keinen bestimmten Festlegungen gekommen ist. Immerhin scheint man sich schon darauf geeinigt zu haben, die eine größere Hebung, die in diesem Jahre durchgeführt werden soll, in der Form einer Rahmenübung in der Main- gegend, und zwar in der Aähe von Schweinfurt, zum Austrag zu bringen. Weitere Manöver größeren Stiles werden dagegen mit Rücksicht auf die schwierige Finanzlage des Reiches auch in diesem Jahre nich t zur Durchführung kommen können. Es wird also auch diesmal nur bei Heineren Hebungen auf den Truppenübungsplätzen der verschiedenen Garnisonen verbleiben müssen. Die endgültige Festlegung der Manöverpläne dürfte voraussichtlich aber erst nach der Verabschiedung des neuen Etats erfolgen. Deutscher Reichstag. Der Ausbau der Angestelltenversichcrung. Berlin, 17. März. (V. D. Z.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die dritte Beratung des Reichsministergesetzes. An» genommen wird die Ausschutzentschließung, nach der zurückgetretene Minister, die aus der De- amtenlaufbahn hervorgegangen sind, nach Möglichkeit in für sie geeignete Reichs» beamtenftelten angestellt werden sollen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über Zuschüsse aus Reichsmitteln für die Ansiedlung von Landarbeitern. Abg. Söder (Soz.) äußert sich über Mißstände in der Praxis der Landarbeitersiedlung. Vielfach seien die Arbeiter nicht in der Lage, die mit dem Eigenheim übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Abg. Behrends (Chr.-Nat.-A.-G.) beklagt den Zustand der meisten Werkswohnungen, besonders in der Landwirtschaft der Ostprovinzen. Das vorliegende Gesetz bringe immerhin einer großen Zahl von Landarbeitern eine Besserung der Wohnungs- oerbältnisse. '■Mbg- Frhr. v. Richthofen (Dntl.) widerspricht der Meinung, daß die Landarbeiterwohnungen besonders schlecht seien. Wenn jeder Stand seine Pflicht in der Wohnungsfrage so erfüllt hätte, wie die Landwirtschaft, so stände es besser in Deutschland. 2er landwirtschaftliche Arbeitgeber müsse allerdings auch vom Arbeiter Treue verlangen. Abg. Schmidt-Köpenick (Soz.) erklärt, daß jeder zehnte organisierte Landarbeiter einen Rechtsstreit mit seinem Arbeitgeber habe, und daß von 10 000 Rechtsstreitigkeiten dieser Art 9000 zugunsten der Arbeiter entschieden worden seien. Die Vorlage wird in zweiter und dritter Beratung angenommen dazu eine Ausschußent- schließung, wonach die Tilgungsfrist für die Darlehen für Landarbeitereigenheime allgemein auf 30 Jahre festgelegt werden soll. Zur ersten Beratung kommt bann der Gesetz» entwarf zum Ausbau der Angestelltenversicherung. Der Entwurf erweitert die Selbstverwaltung und verbessert die Ver» sicherungsleistungen für die Angehörigen von Versicherten. Im Falle der Scheidung oder der Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft soll die frühere Ehefrau des Versicherten eine Witwenrente erhalten. Die Eltern und Großeltern sollen eine Rente bekommen, wenn sie vom Derficher- Die Kinderzuschläge in Hessen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes der höheren Beamten bittet uns um Veröffentlichung einer Abhandlung, der wir folgende Darlegungen entnehmen. In diesem Jahre hat die Regierung wiederum, wie in früheren Jahren, tiefgreifende Abstriche an den persönlichen und sachlichen Ausgaben des Staates vorgesehen: das bekannte Sofortprogramm bildet einen Bestandteil des Voranschlages, weitere Sparmaßnahmen sind angekündigt, zum Teil bekannt. Roch vor Eintritt in die Prüfung dieses Regierungsprogramms sind jedoch im Finanzausschuß Anträge eingebracht worden, die auf eine Kürzung der Bezüge der Beamten abzielen, und die somit diese Kürzung als die vornehmste Aufgabe des Staates, die allen anderen voranzugehen habe, bezeichnet. Zwar hat sich die Regierung ihrer Annahme auf das entschiedenste widersetzt. Der Antrag jedoch, die Zuschläge für Kinder vom 16. Lebensjahre an zu streichen, ist in erster Lesung angenommen worden, obwohl auch gegen ihn der Staatspräsident sich energisch zur Wehr setzte: eine Koalition der Vertreter der Sozialdemokratie, des Landbundes und des Zentrums gab als Mehrheit den Ausschlag. Die gesamte Beamtenschaft ohne Hnterschied der Vorbildung und Einstufung, gleichviel, ob der einzelne davon berührt wird oder nicht, fühlt sich im Kern und Wesen getroffen und ist sich einig in der Abwehr dieser Matznahme. Man kann auf dem Standpunkt stehen, dah das Grundgehalt allein die Besoldung des Beamten auszumachen habe: die letzte Besoldungsordnung hat sich bereits durch „Einbau" der Frauenzulage diesem Standpunkt stark angenähert. Aber solange die Gehälter der überwiegenden Mehrzahl der Beamten, gemessen an den Teuerung szahlen unter dem Friedensstand stehen, solange namentlich die höheren Beamten, wie kürzlich erst der preußische Finanzminister Höpker-Aschoff öffentlich feststellte, nur 70 v. H. ihrer Friedensbezüge erhalten, kann nicht völlig auf einen sozialen Ausgleich für die Familie verzichtet werden. Darum sehen denn auch die Besoldungsgesetze des Reiches und sämtlicher °änber Zuschläge für Kinder bis zum Vollerde en 21. Lebensjahr vor. Ihre Streichung für Kinder über 16 Jahre, würde der Anfang zum Abbau des letzten sozialen Bestandteiles des Gehaltes bilden, ohne dah dem Familienvater innerhalb des anerkannt zu niedrigen Gehaltes für die Kosten der Ausbildung feiner Kinder gegenüber dem Junggesellen ein Ausgleich geboten würde. Weit entfernt davon, trifft ihn die Streichung der Zuschläge in einem Zeitpunkt, wo die Sorgen für die Kinder in finanzieller Hinsicht erst recht eigentlich anfangen: zwischen dem 16. und 21. Lebensjahre vollzieht sich der Hebergang von der Schule ins Leben, sei es nun ins praktische Leben mit der dafür erforderlichen Ausbildung oder von der höheren Schule auf die Hnioerfität — in jedem Fall sind mit der Ausbildung (nur dann wird der Zuschlag überhaupt gewährt!) in diesen Jahren erhebliche Kosten verbunden. Die Möglichkeit, sie aufzubringen, einsparen zu können, entscheidet über das ganze Leben des Kindes. Seit Jahren ist schon das Studium eines oder gar zweier Kinder für den Beamten mit den schwersten Entbehrungen verbunden. Eine Gesetzgebung, die darauf keinerlei Rücksicht nehmen wollte, richtet sich gegen die Familie, insbesondere gegen die Ausbildung der begabten Kinder aufstrebender Schichten, schließlich damit gegen den Rachwuchs des Beamtentums selbst. In diesem Zusammenhang erscheint jedoch der Beschluß des Finanzausschusses in einem besonders eigenartigen Licht, wenn man die Kosten für die Ausbildung hessischer Kinder mit her» anzieht. Der hessische Staat hat im Herbst vergangenen Jahres überraschend das Schulgeld an den höheren Schulen erhöht. Er hat es dabei auf eine solche Höhe geschraubt, datz nunmehr das Schulgeld in Hessen dasjenige aller anderen Länder nicht nur übersteigt, sondern ganz wesentlich übersteigt! (Hamburg und Bremen können mit anders gelagerten Verhältnissen hier außer Betracht bleiben. Bayern jedoch sei angeführt mit 90 Mk. jährlich, Hessen dagegen 252 Mk. bzw. 288 Mk.!) Das hessische Schulgeld aber hat noch eine besondere Eigenart: es beträgt für Sexta bis Hnter- sekunda 252 Wk., von Obersekunda ab 288 Ml. jährlich. Heberfteigt nun schon die erste Summe (252 Mk.) den Kinderzuschlag für das erste Kind (240 Mk.), so wird nun vollends nach dem Beschluß des Finanzausschusses der Zuschlag gerade in dem Augenblick völlig gestrichen, in dem das erhöhte Schulgeld (288 Mk.) aufzubringen ist. Denn der Hebertritt in die Obersekunda erfolgt in der Regel im 16. Lebensjahr. So trifft im Vergleich mit den Beamten des Reiches und aller Länder dieser Beschluß den hessischen Beamten doppelt hart. Hnd durch welch groteskes, in Wirklichkeit grausames Zusammentreffen! Die hessische Regierung erhöht das Schulgeld auf dem Dervrdnungswege, b. h. ohne Mitarbeit des Parlamentes. Das Parlament (bis jetzt der Finanzausschuß) streicht den Kinderzuschlag — gegen den Willen der Regierung. Das Opfer aber solcher gegeneim- Verlaufenden Maßnahmen ist der Beamte als Diener des Staates. Diese sozialen Gesichtspunkte müssen ergänzt werden durch eine beamtenpolitische Betrachtung. In der Beamtenlchaft Hessens ist die Heber» zeugung lebendig, datz die Reichsgesehe die Grundsage zu bilden haben für die hessischen Beamtengesehe. Das Reichsgesetz sieht vor, daß die Bezüge des Beamten aus Grundgehalt, Wohnungsgeld und Zuschlägen für Kinder b i s zum vollendeten 2 1. Lebensjahre bestehen. Vom vollendeten 16. Iah e an wird jedoch der Zuschlag nur unter der Bedingung gewährt, daß das Kind in der Ausbildung ist und nicht ein eigenes Einkommen von mindestens monatlich 30 Mk. (Preußen u. s. 40 Mk.) hat. Genau die gleichen Bestimmungen sehen die Gesetze sämtlicher Länder, von Preußen bis Schaumburg- Lippe, vor. Sollte Hessen die Zuschläge vom 16. Lebensjahre ab streichen, so steht der hessische Beamte schlechter da als sämtliche Beamte Deutschlands. Er sieht sich in einem Bestandteil seines Gehaltes gekürzt, der vom Reich und allen Ländern als ein Grundbestandteil des Gehaltes rechtlich und gesetzlich anerkannt und festgelegt worden ist. Im ganzen Deutschen Reiche bildet die Kinderbeihilfe in vermögensre-^ttichrr Beziehung einen Faktor für die gesamte Hnler- haltsforderung des Beamten — nur in Hessen nicht! Als einziges unter allen deutschen Besoldungsgesetzen sieht das hessische Gesetz vom 30. März 1928 in Ziffer 3 Artikel 15 vor, daß der Zuschlag an Kinder über 16 Jahre gezahlt werden kann. Er kann gezahlt werden, wenn dieselben zwei Vorbedingungen erfüllt sind, die das Reich vorschreibt. Diese beiden Vorbedingungen beziehen sich auf das Objekt, das Kind. Rur dann oder erst wenn es sich in einem bestimmten Zustande befindet, in der Ausbildung ist und nicht mehr als ein bestimmtes Einkommen hat, kann der Zuschlag gewährt werden. Andere Vorbedingungen k^s Könnens, die sich auf das Subjekt, den Gesetzgeber, bzw. auf das ausführende Organ seines Willens beziehen, sind weder im Gesetz noch in Ausführungsbestimmungen gegeben. Cs ist weder ein materieller, noch ein zeitlicher Hinweis darauf gegeben, wann der Staat können soll oder wann er nicht zu können braucht — außer im Hinblick auf das Objekt. Daraus ergibt sich, daß die Aufhebung der ganzen Ziffer 3 des Artikel 15 ebenso wie die Aufhebung oder Aenderung der Kannbestinnnung im besonderen nur durch Aenderung des Gesetzes möglich ist (vgl. Artikel 43 Hess. Bes.-Ges.). Sowohl die Einfügung subjektiver Vorbedingungen — etwa die Angabe des Zeitpunktes, von wann das „Können" des Staates aufhört, möglicherweise auch der materielle Grund, warum er aufhört, — wie die Aenderung der vorhandenen objektiven Vorbedingungen — etwa, daß die Kinder begabt sein müssen (Zeugniszwang) — bedeuten ebenso Aenderungen des Gesetzes wie die Streichung der ganzen Ziffer! 3. Rach der nahezu einstimmigen Ansicht voiz Literatur und Rechtsprechung widerspricht jedoch Artikel 43 des Bes.-Ges., wonach Älenderungen der durch das Gesetz geregelten Dienstbezüge, wozu laut Artikel 1, Ziffer 3 Hess. Bes.-Ges. auch die Kinderzuschläge gehören, durch einfaches Gesetz erfolgen können, der Reichsverfassung (Artikel 129). Eine Aenderung der Verfassung müßte der Aenderung des Gesetzes vorausgehen, da es sich auch hier um ein wohlerworbenes Recht handelt. Roch eine Reihe weiterer Erwägungen führt zu demselben Ergebnis: hingewiesen sei jedoch nur auf die Zuschläge für Kinder über 21 Jahre, die widerruflich und durch Verordnung geregelt sind. ten vorwiegend aus seinem Arbeitsverdienst unterhalten worden und bedürftig sind. Weibliche Versicherte sollen bei der Heirat die Hälfte der Beiträge auch dann erstattet erhalten, wenn die Wartezeit bei der Heirat noch nicht erfüllt ist. — Dce Vorlage wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Dienstag: Schlußabstimmungen über das Republikschuhgesetz und über das Reichsministergesetz. Oie Religionsverfolauno en in Rußland Berlin, 17. Blärj. (TU.) wie in proleslantisch- kirchlichen Kreisen verlaulel, schmachten nach neuen Meldungen aus Sowjetrußland 13 lutherische Pastoren in Gefängnissen. Eine Reihe weiterer ist auf den Wunsch ihrer Gemeinde von hause entwichen. Zwei Pastoren wurden nach monatelanger haft bei 30 Grad Frost in die Wälder Sibiriens verschickt. 3n Lenin- grad stehen zahlreiche Mitglieder der evangelischen Gemeinde unter Anklage, „revolutionsfeindlicher" Gesinnung. Etwa die hälfte befindet sich in haft, während die auf freien Fuß Belassenen sich unterschriftlich verpflichten mußten, die Stadt nicht zu verlassen, linier den Angeklagten find fünf Pastoren. Die administrative Derurteilung steht in Kürze bevor. Bon einem ordentlichen Gerichtsverfahren hat man ausdrücklich abgesehen. Oie Kommunisten demonstrieren mit einem Pappsarg. Berlin, 17. März. (ERB.) Von kommu- nistischer Seite war geplant worden, die Beisetzung der beiden bei den Zusammenstößen am 6. März erschossenen Kommunisten zu einer neuen großen Demonstration auszunuhen. Der Polizeipräsident hatte deshalb angeordnet, daß die Heberführung der Asche vom Krematorium nach dem städtischen Kirchhof in Friedrichsfelde heute früh I in aller Stille erfolgte. Die Kommunisten haben im Vertrauen darauf, daß dies nicht allgemein bekannt geworden war, versucht, heute mittag die angesagte Demonstration auf dem Küstriner Platz doch noch durchzuführen. Sie benutzten dabei einen leeren Sarg aus Pappe. Die Atrappe wurde beschlagnahmt und der Platz geräumt und von der Polizei beseht. In mehreren Fällen mußte gegen die sich immer wieder bildenden Demonstrationszüge eingeschritten werden. Aus aller Wett. Schwerer kircheufrevel in Böhmen. In Deutsch-Brod bemalten unbekannte Täter mit roter Farbe die erst im vorigen Jahre mit einem Millionenaufwand erneuerte Wand der Dekanat-Kirche. Sie schrieben an: Los von Rom! — Es lebe S. S. R.! — Tretet aus den Kirchen aus! — Glaubt ihnen nicht! Die Aufschriften sind in einer Höhe von drei Meter angebracht und sehr deutlich zu lesen. Die Wiederausbesserung der bemalten Wand wird mit großen Kosten verbunden sein. Als Täter wurden zehn Gymnasiasten und ein Maschinenschlosserlehrling verHas - t e t. Beim Verhör auf dem Polizei amt gestanden sie alle die Tat ein, wollten jedoch nicht angeben, wer sie zu der Tat a n g e ft i f t e t habe. Äehn- liche Aufschriften kommunistischer Tendenz waren auch an den Mauern der Dreifaltigkeitskirche zu lesen. Born Spiel In den lob. In Saal (Kr. Franzburg) ließen sich mehrere Knaben an den Flügeln der langsam gehenden Windmühle des Dorfes ein Stück Hochziehen und sprangen dann ab. Der neunjährige Sohn des Ziegeleiarbeiters Schuldt wurde hierbei von den Windmühlenflügeln mit hochgerissen und stürzte von oben auf das Dach der Mühle. Trotz sofortiaer Hilfe erlag er bereits nach einer Stunde seinen schweren Verletzungen. Marcel Salzer f. Der bekannte deutsche Vortragskünstler Professor Marcell Salzer ist am Montagnachmittag in seiner Villa in Berlin-Lichterfelde nach einem längeren Herzleiden im Alter von 5ß Jahren g e ft o r b e n. Professor Salzer, gebürtig aus St. Johann a. d. March, gehörte der alteren Generation der deutschen Vortragsmei» fter an; seine Spezialität war der mimisch belebte Vortrag heiterer Prosa und Poesie, worunter er wiederum gewisse Dialektstücke bevorzugte. Auf seinen zahlreichen Vortragsreisen durch ganz Deutschland — auch das Gießener Pu- blifum wird sich seiner gern erinnern — hat sich Professor Salzer eine große und anhängliche Gemeinde geschaffen: eine Auslese seiner heiteren Vortrags- und Lesestücke ist in den vier Bänden des „Lustigen Marcell-Salzer- Buches" vereinigt. Schweres Lawinenunglück bei Bludenz. Don einer niedergehenden Lawine sind im hinteren Teil des Vergaldener Tales am sogenannten Hinterberg vier Skifahrer, zwei Damen und zwei Herren, verschüttet worden. Die beiden Damen wurden von anderen Skifahrern sofort geborgen. Sie waren noch am Leben. Der Ingenieur Ludwig Karck aus Bad Dürkheim, wohnhaft in Pegnitz bei Berlin, war bei seiner Auffindung bereits tot. Der andere Skifahrer, Ingenieur Wilhelm Heidt, Chemiker aus Durlach bei Karlsruhe, konnte bisher noch nicht aufgefunden werden. Die Rettungsabteilung ging wieder an die Hnglücks- stelle ab, um die Suche fortzusetzen. Die Ski- Partie, die zu dem Hnglück führte, wurde ohne Führer unternommen. Dlederaufrollung des Mordprozsses von Dietingen. Dor dem Schwurgericht Osnabrück begann der wiederaufgenommene Mordprozeß gegen den Dien ft knecht von Dielingen aus Helle, der am 14. Mai 1926 wegen Mordes an der Dienstmagd Anna Hoge zum Tode verurteilt und durch Erlaß des Staatsministeriums oom 22. Februar 1927 z u lebenslänalichem Zuchthaus begnadigt worden war. Aufgrund einer Reihe neuer Sachverständigengutachten, die über die Todesursache der Dienstmagd zu einem andere n Ergebnis als die ersten Gutachter gekommen waren, wurde das Wiederaufnahmeverfahren in Gang gesetzt. Rach den Ergebnissen des ersten Prozesses soll von Dielingen die Anna Hoge, mit der er ein Liebesverhältnis unter- halten hatte, erwürgt haben, während später beigebrachte Gutachten aufgrund des Berichtes über den Sektionsbefund Herzschlag als Todesursache ansahen. Zu dem Prozeß hatte sich eine ungeheure Anzahl Zuschauer eingefunden. Elf Sachverständige und 33 Zeugen sind geladen. Manasse Friedländer in der Irrenanstalt Herzberge. Sanitätsrat Dr. Leppmann, der vom Reichsgericht beauftragt worden war, den wegen Totschlages an seinem Bruder Waldemar und dessen Freund Tibor Földes zu sechs Jahren Gefängnis verurteilten Manasse Friedländer auf feinen Geisteszustand zu untersuchen. hat nunmehr fein Gutachten dahin abgegeben, daß Manasse Friedländer tatsächlich geisteskrank sei. Der Sachverständige hat zur Bestätigung seines Gutachtens eine sechswöchige Beobachtung Manaise Friedländers in einer geschlossenen Irrenanstalt für erforderlich gehalten. Das Reichsgericht hat diese Unter» suchung angeordnet und Friedländer ist nach der Anstalt Herzberge gebracht worden. Ts scheint,. daß er diese An st alt nicht verlassen wird, da er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bildet. Er bedroht seit einiger Zeit jeden, mit dem er zusammen» kommt, mit dem Tode. Oie Wetterlage. o wolkenlos o neue/. (* naib Gedeckt. ® wolkig. • gedeckt • Reget ♦ Sehnet a Grauoem «Nebel K GeWit'^r.^)Windstille. -O-> K* leichte- o$i £ massige» Südsüdwest q stürmische1 -tordvesl Die Piene fliegen mit dem wmdt Pie du den Stationen stenenoen Zah" len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte o»l gleichet* Mecrtsniveau umoereehneten Luftdruck .Nordöya« snavi 51 Aoerdeel Val. Mti 0 Montaa, 17./W2.1930,7haDds. ™.° 3 Clermont G,nt ” o QcSa 1 O Wettervoraussage. lieber dem nordwestlichen Deutschland und dem Nordseeküstengebiet bewegte sich heute morgen der Kern der Storung, welche bei uns abermals verbreitete Niederschläge und wieder Temperaturzunahme brachte. Rasch wird der Erwärmung wieder Abkühlung folgen, die durch die zufließende Kaltluft an der Rückseite der Störung hervorgerufen wird. Dabei bleibt das Wetter unbeständig, Bewölkung wechselt mit Aufheiterung und Schauer treten vorläufig auf, welche bei der Abkühlung teils als Schnee niedergehen dürften. Wettervoraussage für Mittwoch. Wechselhaftes Wetter mit Temperaturrückgang, Schauer, teils als Schn«. Lufttemperaturen am 17. März: mittags 9,9 Grad Celsius, abends 6,8 Grad: am 18. Wäry: morgens 8,5 Grad. Maximum 10,0 Grad, Minimum 6,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cw Tiefe am 17. März abends 6,0 Grad, ivu 18. März: morgens 5,8 Grad Celsius. te d geloben, lande: Herzberge, mann, der *• Gedenkfeiern am Dolkstrauertag fanden am vorigen Sonntag, wie aus den uns vorliegenden Berichten ersichtlich ist. in zahlreichen Städten und Dörfern Oberhessens und der angrenzenden preußischen Kreise statt, lieber die Veranstaltungen im einzelnen zu berichten, ist uns im Hinblick auf den stark in Anspruch genommenen Raum leider nicht möglich, zumal ja auch.die Feiern überall DieRülkkehrzumRoggenbrot ist nationale Pflicht! den war, den halber Daldmar u1' zusechsIahni ManasseFrieb eszustand zu im!t? utachten dahin N nder talfächlich geb »verständige Hai p en8 eine sechslö ' firi’eMnbcri w dt für erfo:terli« Gefahr für^ ,t bildet. Er bebe;, t dem er iularnrr Kirchliche Tiachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 19. März. Stadtkirche. 18 Uhr: Passionsandacht; Pfarrer Schlaudraff. Mittwoch, den 19. März. Lich. 20 Uhr: Passionsandacht. katholische Gemeinden. Dienstag, den 18. März. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Mittwoch, den 19. März. Gießen. 6.30 Uhr: Hochamt. Freitag, den 21. März. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. it L und Ith$nnnetn - i?ve und * von Mgtt snobriitf begann tr Segen br lln.6«n aus M «orbes an bei Dien '°be verurteil ^Ministeriums n benslänglich,, ?en war. Aufgrv' ondigengutachten, ti lienstmagd zu eine ersten Gutachter p eberaufnaljnit !■ Nach ben Ergo 1 von DietiWn te besverMnis iofr> en, wahren-fe b des W« ifc lag QliZobts- Irozest hchscheine ingesunden. Lach 4 Blühen. rsZ eb°n äderen % - LiSi «Sä "^.^en, % J ® die Unglüdj, Zusehen. Die uhrte, wurde o h n. daß er glaubte, es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren ;u können, die Katastrophenpolitik der heutigen Koalitionsparteien mitzumachen. Die Haupt- chuld an der ganzen Lage tragen die bürgerlichen Parteien, die durch das dauernde Zusammengehen mit dem Marxismus diesen erst gestärkt und mächtig gemacht hätten. Einen Ausweg sanden sie nicht, sie seien unter sich uneiniger denn je. Nachdem sie erst vor wenigen Monaten gelegentlich des Volksentscheids große Steuersenkungen nach Annahme des Voungplans in Aussicht gestellt hätten, sehen sie sich heute trog Annahme dieses Planes vor die Not- wendigkeit gestellt, dem deutschen Volke fast eine Milliarde neuer Steuern aufzuerlegen. Der Redner besprach dann noch die Absplitterungen im nationalen Lager, die nur die Rechte in ihrem Kampfe gegen den Marxismus schwächen. Eine Anzahl kleinerer rechter Gruppen hätten einer geschlossenen linken Front gegenüber nicht dieselbe Stoßkraft, wie eine große Rechte. Mit dem ernsten Appell an die Anwesenden, trotz der trüben Aussicht für die Zukunft nicht zu verzagen und weiterzuarbeiten für die Ziele der DNDP. und vor allem die Reihen fester zu- sammenzuschließen, endete der Redner unter starkem Beifall. Nach einer eingehenden Aussprache fanden noch die übrigen Punkte der Tagesordnung, wie Jahresberichte, Kassenbericht und Dorstandswahl ihre Erledigung. Daraus sei hervorgehoben, daß an Stelle des verstorbenen Dr. Lenz zum zweiten Vorsitzenden der Ortsgruppe Postinspektor H. Lucas gewählt wurde." Uebernahme der „Europa" durch ben Norddeutschen Lloyd. Laut telephonischer Mitteilung von Bord des Schnelldampfers .Europa" des Norddeutschen Lloyd ist der Dampfer durch Generaldirektor tAlässel im Namen des Norddeutschen Lloyd von der Werft Blohm & Boß übernommen worden. Gcncrald.r ktor ®uiffel hielt oon der Brücke aus eine Ansprache, in der er Betonte, daß das Schiff allen Auftragsbedingungen entspreche. Er sprach der Bauwerft seinen Dank aus und brachte auf die Werft ein dreifaches Hoch aus. Er übergab dann das Schiff Ler Führung des Commodore Johnsen. Sind Experimente an Menschen zulässig? 3m Neichsgesundheitsrat ist unter lern Dorsih des Präsidenten des Neichsgesund- tzeitsamtes die Frage, inwieweit experimentelle Lntersuchungen an Menschen zulässig sind, eingehend beraten worden. Referate wurden hier- öci von den Mitgliedern des Reichsgesundheits- rates, Reichstagsabgeordneten Dr. W o s e s, Geh. Rat Professor Dr. v. M ü l l e r, München; Geh. Rat Professor Dr. Schloßmann, Düsseldorf, und Geh. Rat Dr. ©tauber, Nürnberg, erstattet. Die von ihnen vorgelegten Richtlinien sanden die einmütige Zustimmung des Reichsgesundheitsrates. Sn diesen Richtlinien wird die LI nentbehrlichkeit wissenschaftlicher Versuchean Menschen für oie notwendigen Fortschritte in der Erkennung, der Berhütung und der Heilung von Krankheiten anerkannt, andererseits die besondere Verantwor- tu n g, welche die Bornahme solcher Versuche dem Arzte auferlegt, betont. Die vom Reichs- grsundheitsrat empfohlenen Richtlinien werden wem Reichsministerkum des Innern vorgelegt «erden. Der etwa notwendige Erlaß besonderer Anordnungen würde den Landesregierungen überlassen bleiben. I W>r,lt ruU tussagc,' s- i yÄ Äitt< t /Jk ri e Zum Schuh gegen \ßanflavm*Erhcilung^branh- Y RASTILLEN heilen, Mandela. 8 (Aendmiumderivat) Halsentzündungen Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; jung- Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20, Nüsse 50 bis 80; Tauben Stück 70 bis 80; Eier 9 bis 10; Blumenkohl 50 bis 1,00; Salat 30 bis 40; Endivien 40 bis 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Ra- dieschen Bund 20 bis 25; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; rote Rüben 10 bis 15. Vornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Die Sache, die sich Liebe nennt", 20 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Der Patriot" (mit Emil Iannings) und „Scheidung vor der Ehe". — Astoria-Lichtspiele „Die Rache des Verlassenen" und „Eines starken Mannes Liebe" — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: „Die Sache, die sich Liebe nennt": Infolge Erkrankung des Herrn Hub spielt die Rolle des Harry Kurt Dommisch. Au« der Prvvinzialbouptstadt Gießen, den 18. März 1930. Seid fröhlich! Der alte weise Sokrates hat so gesprochen, als er, gezwungen, den Schierlingsbecher zu trin- («n, dem Leben den Abschied gab. Wenn also ein Sokrates vor mehr als 2000 Jahren nichts Besseres in seiner bittersten Stunde au sagen hatte, als dieses „Seid fröhlich !“, dann muß diese Mahnung schon Gewicht haben. Es war ein wenig als Trost für die Freunde gemeint, die fein Schicksal bedauerten; aber es »arg sicher auch einen tieferen Sinn, wie ja hinter des alten Griechen Worten meist ein lieferet Sinn verborgen ist, wenn sie leicht da- >intänzeln oder in weitschweifiger Logik zwingend zum Kern hinführen. Seid fröhlich! in unserer Zeit zu mahnen, sl einerseits gar nicht nötig, denn im allgemeinen versteht man es schon allzu sehr bei ; uns, sich das Leben angenehm zu gestalten, soweit cä die schwierigen Umstände zulassen. Anderseits erscheint es aber wohl am Platze, denn das, Ions man Fröhlichkeit, wirklich aus dem Hetzen quellende Fröhlichkeit nennen lann, ist unserer Zeit ziemlich fern. Man kann, laut sein, lustig, man kann tollen und übermütig, leichtsinnig und leichtlebig fein, aber fröhlich? Man sieht so selten fröhliche Menschen, öslche Menschen nämlich, denen die Fröhlichkeit aus dem Innern kommt, aus einem Hetzen, das bereit ist, gütig und freundlich alle Widrigkeiten zu übersehen, mit einem freundlichen Worte alle Schwierigkeiten zu überbrücken und freigebig aus der Fülle des eigenen Gemüts zu verschenken. Man bemühe sich nur einmal, sie zu suchen, und man wird wie ein Diogenes lange am hellen Tage mit der Laterne loanöeln können. Fröhlichkeit dieser Art ist eine kostbare Gabe, und solch kostbare Gaben wer- d)Der Spor loitor. GieBeoerChonereii Donnerstag, aboifr 8* ? Ohr Singstunde Dringendes Erltbei- »en erfordert. OIwO Schuhmacher« Zwangsinnung für die Stadt und Landkreis (Stehen Wir erwarten ein voll-äbl. Erscheinen aller Nttiglteder -u dem Vortrag am Hlttwocb, 19. d. DL, Im Ca.6 Leib. 21161) Ter Vorstand. [Vermietungsn | 5-3imm.-lDo|)ü. in fluier Vage -u mäh. 'Breis gegen Hergabe einer Hnvoihek z. Demi. Hyvoihek tst gut gesichert u. wird durchMiete amor- i liiert. Schr. Ang. u. 22661 a. d.G.A. Möbl. BZobn- und Schlafzimmer in freier Lage zu vermieten 2’257D Franks. Str. 12 11. Möbl.Zimmer mit Zeniralhet-ung und el. L. au oernt. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gien. An-. 22771) I Mietgesuche | Einlamilieuhans non mindestens zehn Zimmern bet hoher Miete alsbald gesucht. Schr. Angeb. u. 01S65 n. d. Gien. An-. ^olinung8lau§eh^ Zu tauidten gesucht wird große, neu bei» gerichtete 7 Zimmer-Wobn. SüdanLgeg.sonntge 9-Zimmer Wobu. in freier, ruhig, ^age. Schr. Angeb. u. 01860 an den Gieß. An-. |Stellenangebote| Junger Schuhmacher gesucht. Kost und Wohnung w. gestellt. Heinr. 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Mürz MO Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 65 Zweites Blatt Vottstraueriag in Berlin Die Feier im Reichstag. Reichspräsident von Hindenburg grüßt beim Verlassen des Reichstags die Ehrenkompanie der Reichswehr. Reben dem Reichspräsidenten General Heye. ____-__- Koch für eine Mertelmillion berliner. Bierströme und Bockwürste am lausenden Band. - Stündlich 14000 belegte Brötchen. — Zm Jahr werden 8 Millionen psund Fleisch und Geflügel verzehrt. Die Berliner find anspruchsvoller geworden. Don Rudolf Bier. Wer sehr schnell reich werden will, darf nicht versuchen, den wohlhabendsten Leuten seine Waren zu verkaufen — es gibt zu wenig Millionäre! Wool- worth ließ sich den größten Wolkenkratzer Reu- yorks von dem Geld erbauen, das er beim Verkauf von Gegenständen im Werte von 5 und 10 Cents verdient hatte, und Dinge, die nur 20 oder 45 Pfennige kosten, werden natürlich nur von den minderbemittelten Schichten Amerikas begehrt. Die Warenhäuser in der ganzen Welt, deren Wachstum so erstaunlich ist, haben alle mit dem Verkauf billiger Gegenstände begonnen, dem Grundsatz folgend, daß der geringste Nutzen sehr vorteilhaft sein kann, wenn nur der Umsatz der Massengüter entsprechend steigt. Auf dieselbe Weise wie Woolworth oder die großen Warenhausbesitzer sind auch zwei Unternehmen groß geworden, die heute aus den beiden größten europäischen Städten nicht mehr wegzudenken sind. Im Jahre 1887 verkaufte der Engländer Lyons auf einer Ausstellung die Portion Tee zu 2 Pence, während es sonst Üblich war, für dieses Getränk drei Pence zu nehmen. Er machte ein glänzendes Geschäft und gründete bald darauf kleine Restaurants, in denen neben dem billigen Tee auch billige Mahlzeiten verabreicht wurden. Jetzt werden in den zahlreichen Lyons-Läden in London wöchentlich zehn Millionen Mahlzeiten ausgegeben, und das Unternehmen beschäftigt nahezu 30 000 Angestellte. Nicht ganz so gewaltig hat sich die Gründung der beiden Brüder Äschinger entwickelt, die fast um dieselbe Zeit und ohne Kenntnis dessen, was in London gleichzeitig versucht wurde, ihre erste „Bierquelle" schufen, aus der inzwischen das größte deutsche Re- staurations- und Hotelunternehmen geworden ist. Wer in Berlin gewesen ist, kennt die Bierstuben oder die Konditoreien dieses Konzerns, zu dem außerdem zwei große Hotels am Potsdamer Platz und eins am Charlottenburger Knie gehören. Aber der Fremde weiß gewöhnlich nicht, daß dieselbe Gesellschaft auch die Aktienmehrheit eines Unternehmens besitztz das vier der vornehmsten und größten Berliner Hotels, ein Weinrestaurant, ein großes Bier- restaurant am Bahnhof Friedrichstraße, zwei be- riihmte Kaffeehäuser Unter den Linden und das Varietö „Wintergarten" betreibt. In diesen Hotels können weit über 2000 Gäste untergebracht werden, und in den Bierstuben und Restaurants des Konzerns speisen täglich rund 250 000 Berliner. Um die hungrigen Mägen zu sättigen und den Durst der Gäste zu stillen, sind ganz gewaltige Mengen von Rahrungs- und Genußmitteln nötig. Jährlich werden ungefähr 74 Millionen Pfund Fleisch, 500 000 Pfund Geflügel, 300 000 Pfund Fische, 8 Millionen Pfund Kartoffeln, 24 Millionen Pfund Gemüse, 225 000 Pfund Käse, 4 Millionen Eier und 4 Million Pfund Zucker verbraucht. Täglich werden 25 000 Liter Bier ausgeschenkt, und zu den 30 000 Tassen Kaffee, die getrunken werden, braucht man jährlich 220 000 Pfund der schwarzen Bohnen. Die Berliner trinken nicht gern schwarzen Kaffee, und da auch zu den Speisen Milch und Sahne verbraucht wird, verschlingt der Betrieb ständig eine ungeheure Menge dieser Molkereiprodukte, nämlich 250 000 Liter Milch und 375 000 Liter Sahne im Jahr. Es gibf heute viele Restaurants in Berlin, die „Aschingers Bierquellen" außerordentlich ähnlich sind, und in denen man schnell und billig einen Imbiß nehmen und ein Glas Bier trinken kann. Sie alle sind äußerlich daran kenntlich, daß der Schanktisch im Schaufenster steht, eine Einrichtung, die heute niemand mehr auffällt, aber doch erst durch die Brüder Äschinger volkstümlich gemacht wurde. Sie wollten ihren Kunden zeigen, daß nur frisches Bier aus- geschenkt wird, und nicht etwa, wie dies früher manchmal vorgekommen sein soll, die Reste anderer Gäste mit verwertet werden. Ein Besuch solcher Restaurants und vielleicht ein Gang durch die Küche zeigt nichts Außergewöhnliches. Sehenswert und in Deutschland einzigartig ist dagegen die Zentrale des großen Restaurationskonzerns, die das Publikum nicht sieht, und in der die Speisen vorbereitet werden, die man später in den vielen Lokalen kaufen kann. Ein mächtiges Fabrikgebäude im Berliner Norden. Die Besichtigung der Werkstätten beginnt im fünften Stock, wo eine Maschine steht, die täglich 250 Zentner Kartoffeln waschen und sortieren kann. Man geht weiter und gelangt in eine mit allen modernen Maschinen ausgestattete Tischlerei — natürlich gibt es* in einem so großen Betrieb stets Tischlerarbeiten auszuführen. Darunter liegt die Waschanstalt, in der ungeheure Mengen schmutziger Wäsche gereinigt wer- den. Zehn große elektrische Trommeln, fünf Zentrifugen, einige Muldenmangeln und andere Apparate sind für diesen Zweck ständig in Betrieb. Mit amerikanischen Bügelpressen wird geplättet, und fünfzehn elektrische Nähmaschinen dienen der Ausbesserung des schadhaften und der Anfertigung neuen Materials. Man kann zuerst gar nicht verstehen, daß man sich in einem Unternehmen der Lebensmittelbranche befindet, wenn man durch die langen Hallen wandert, in denen die Wäschetrommeln ausgestellt sind, oder wenn man ein Stockwerk darunter die Schlosserei besichtigt, in der nicht nur Reparaturen ausgeführt, sondern auch viele neue Dinge angefertigt und sogar kupferne Geschirre verzinnt werden. Den Restaurationsbetrieb spürt man erst in den großen Küchen, in denen Gemüse, Kartoffeln, Geflügel und Fische vorgekocht werden. Die Fertigstellung der Gerichte ist den einzelnen Lokalen über« , lassen. Aber auch in diesen Küchen und in den Räumen, in denen die Dauerwurst fabriziert wird, fällt I die große Zahl moderner Maschinen auf. Ohne die Anwendung dieser technisck>en Hilfsmittel wäre es z. B. nicht möglich, in der Kochwurstfabrik im zweiten Stockwerk in jeder Stunde 20 000 Pfund Fleisch zu verarbeiten. Das Rohmaterial'für diese Abteilung wird aus dem Erdgeschoß heraufbesördert, wo sich die größte Berliner Schlächterei befindet. Wie in den Markthallen hängen die halben Schweine, die Kalbskeulen, die Rinderviertel an den Haken, und eine Armee von Schlächtern zerlegt die Tiere, deren Fleisch bald daraus gekocht, gebraten ober geräuchert ist. Neben der Schlächterei liegt die große Bierwurstfabrik, deren Arbeiter jahraus, jahrein nichts anderes tun, als Fleisch in kleine Därme zu füllen und die Würstchen soweit fertigzumachen, daß sie in die benachbarten zehn großen Räucherkammern gehängt werden können. Der Würstchenverbrauch ist unvorstellbar groß, aber entsprechend groß ist der Konsum an Mostrich. Im ersten Stockwerk des Zentralgebäu- des befindet sich deshalb eine eigene Mostrichfabrik, neben der ein großes chemisches Laboratorium liegt. Dort hantieren die Nahrungsmittelchemiker mit Retorten und Mikroskopen, um die Qualität des Fleisches oder der Butter zu prüfen, vor allen Dingen aber, um darüber zu wachen, daß die Wurstfabrikation richtig vor sich geht. Wurstvergiftungen, die in der heißen Jahreszeit zuweilen Vorkommen, müssen in diesem Betrieb unbedingt vermieden werden, weil die Kundschaft sonst unwiderruflich verloren gehen würde. Es ist fast unmöglich, alle Nebenbetriebe dieses gewaltigen Unternehmens zu beschreiben. Da gibt es Werkstätten für Elektrotechniker, eine Messerschmiede, eine Silberputzanstalt, viele Lagerräume, Obstküchen, Speiseeisfabriken, eine Kaffeerösterei und vor allen Dingen riesige Bäckereibetriebe. In der Brötchenbäckerei stehen zwei Oefen, deren jeder in der Stunde 14 000 Brötchen backt. Wenn man rechnet, daß die Hälfte dieser Brötchen zur Bierwurst, zur Brühe oder zu den Fleischspeisen trocken verzehrt werden mag, so ergibt sich, daß in jeder Stunde immer noch 14 000 ganze oder 28 000 aufgeklappte halbe belegte Brötchen zum Verkauf gelangen. Ein Roggenbrotofen ist 36 Meter lang und liefert die fertigen Brote fast ohne menschliches Zutun. In den Konditoreien, den Bäckereien und den Küchen ist es stets recht warm, aber die Apparate der Speiseeisfabrik werden stets auf einer Temperatur von etwa 25 Grad unter Null gehalten; angenehm kühl, jedoch stets frost- frei ist es in den großen Weinkellereien des Unternehmens. Der Mann, der seit 28 Jahren diese Betriebe leitet, hat seine Laufbahn als Vertreter einer Spiegelglasfirma begonnen. Er war ein alter Freund der Brüder Äschinger, die vor 13 und 11 Jahren gestorben sind, und er kann wie kein anderer aus seiner langen Erfahrung beurteilen, ob sich der Geschmack des Berliners verschlechtert oder verbessert hat. Nach seiner Ansicht ist in keiner Weise daran zu zweifeln, daß man heute besser als früher essen will. Kaviar, Hummer ober Lachs wurden früher nur in vornehmen Lokalen verabreicht, werden aber jetzt überall verlangt. Die Lieblingsspeise des Berliners ist jedoch heute wie vor einem Vierteljahrhundert dieselbe geblieben: 4000 Portionen ßöffelerbfcn mit Speck werden täglich in den Speisehäusern dieses Konzerns bestellt — eine solide Grundlage für hungrige Mägen und für die Kalkulation der Restaurants. Ser Frankfurter Fernsprechbetrieb nur noch automatisch. WEN. Frankfurt a. M., 16. März. Am Samstag sind auch die FrankfurterFern-- sprechämter Hansa, Taunus und Römer auf den vollautomatischen Betrieb umgestellt worden. Lieber 200 Beamte waren den ganzen Tag bis weit in die Rächt hinein beschäftigt, um das schwierige Werk zu vollbringen. Die Zahl der durch den automatischen Betrieb überflüssig werdenden Beamtinnen ist erheblich, doch konnten die Kündigungen auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Zu einem großen Teil sind die Beamtinnen in anderen Dienststellen oder auswärts untergebracht worden. Walter und die Katze Letizia. Don Bert (Schiff. Rachdruck verboten. Wir fuhren zum ersten Male mit Walter ins Dorf. Es wurde Abend. Er sollte zeitig zu Bett, deshalb setzten wir uns sogleich an den Tisch. Walter aß Reisbrei. Plötzlich stieß er einen Schrei aus, ließ den Löffel fallen. Die Katze war auf den Tisch gesprungen. 3d> suchte ihn zu beruhigen: „Sieh, die gehört mit zur Familie. Der Opa. die Oma und das Mädchen sitzen sonst allein am Tische. Jener Platz ist für Letizia. Sie kann sich natürlich keinen Stuhl heranrücken. Da wartet sie nun hübsch artig, bis ihr ein Bissen Brot, mit Butter bestrichen - du magst ja auch nichts trocken essen - oder ein Endchen Wurst zugeworfen wird." So geschah es, ländlich — sittlich. Aber es hals wenig. Er war ohnedies übermüdet von der Reise. An dem Abend war nichts mehr mit ihm anzufangen, und als er zu Bett gebracht wurde, mußten wir ihm versprechen: »Die Tür zwischen deinem und unserem Schlafzimmer bleibt offenstehen." Am Morgen führte ich ihn in den Kuhstall. Er klopfte wohlerzogen an die Tür. Ich öffnete. Die Magd saß mit einem Eimer unter der Kuh. Als sie die schäumende Milch direkt vom vollen Euter zwei Meter weit bis an die Wand gegenüber spritzte, machte ihm die weihe Fontäne höllischen Spatz. Er sperrte den Mund auf. Am liebsten hätte er die zehn Liter kuhwarm mit offenem Munde aufgefangen. Die seitlichen Fehltreffer schadeten der blauen Lieberschürze wenig. Aber plötzlich drückte er sich an mich. „Sieh da!" „Eben, Letizia". besänftigte ich ihn. Das Phosphoreszieren ihrer Augen im Halbdunkel erschreckte ihn. Ich bemerkte sie auch erst jetzt. „Warum miaut sie?" „Sie bittet um ein Näpfchen voll Milch." Er- fahrungsgemätz fiel es ihr zu, sobald die Magd ihre Ernte beendet hatte. „Warum schmiegt sie sich an deine Schuhe und Hose?" „Sie liebkost mich und will gestreichelt sein. Genau wie du." Diese Vermenschlichung brachten ihm Letizia nahe. Insbesondere auch die gleiche Funktion des Milchtrinkens „Fahre mit der Hand mal über ihren Rücken!" Walter tat es „Oh, wie weich!" sagte er. Es war sicher nur eine Illusion. Denn er strich über dem Fell in der Luft entlang, getraute sich nicht, die Haare zu berühren. Er erklärte sich auch bereit, ihr selbst das volle Räpfchen zu reichen, tat es mutig-zittemd. lieft es schließlich aber dennoch fallen, als Letizia auf seine Gabe zuschritt. Die nächsten Tage ahmte er die Art ihres Trinkens mit der leckenden Zunge und ohne Ansehen der Tasse an den Mund nach, mit mehr Eifer als Erfolg. Letizia. Ich nannte sie so nach der berühmten Mutter der fünf Könige. Zwar stammte sie nicht, wie jene, von der Insel Korsika; aber ihr Stammbaum war im Dorfe sehr angesehen, da sie als gute Mäusefängerin galt. In der Rachbarschaft fand man viele ihrer Söhne, Töchter und Enkel. Sie war eine bejahrte Same. Peinlich sauber. Oder eitel. Das Grau des Pelzes mit fleckenlosen, samtenen Streifen Weiß durchsetzt. Am Mittag brachte Letizia eine Maus. Sie konnte sehr genau ihre edlen Taten von den Vergehen unterscheiden. Bei Näschereien ergriff sie schleunigst die Flucht. Nun wußte sie. daß Lob und Ruhm ihrer warteten. „Pfui Teufel, die könnt' ich nicht essen!" sagte Walter. Dann hantierte er mit einem Seil herum. Drehte eine Schleife. Ich wußte nicht, wozu. Letizia sah zusammengekauert in der Sonne, träumte oder dachte über etwas nach. Er wollte ihr den Strick um den Hals werfen und sie hinter sich herziehen, wie zu Hause in der Stadt die hölzerne Ente, die auf vier Rädchen watschelnd rollte. Letizia fauchte. Er rannte entsetzt zu mir. „Was ist denn los?" „Letizia explodiert!" Vor dem Gashahn und allen Dingen, vor denen ich ihn eindringlich zu warnen wünschte, sagte ich immer, „es explodiert". Er verband damit eine schreckliche Vorstellung. Ein Rattenpintscher kam auf den Hof. Er ging in gemessener Distanz um sie herum. Sie war keine Ratte. Als ihm dennoch einmal diese Täuschung widerfuhr, fuhr sie ihm mit den Krallen derartig kräftig nach den Augen, daß er fortan allen Händeln mit ihr aus dem Wege ging. Dann kam ein großer Fleischerhund. Es war ein robuster. draufgängerischer Geselle. Letizia wußte, mit dem ist nicht zu spaßen. Mit drei Sähen war sie aus einem Baum in Sicherheit. Das gefiel Walter. Beim Abendessen riefen wir: „Walter, wo steckst du denn?" Er kam überhitzt, die Schürze total mit regennassen Baumflechten beschmiert. „Ich wollte auch auf den Baum klettern." Nachts wurde ich jäh aus dem Schlafe geweckt. Ich eilte an sein Bett. Lettzia sah ich gerade noch durch die Türspalte huschen. An seiner Hand war ein kleines Blutgerinnsel. Sie hatte sich mit dem Fell an ihm gerieben. Er bewegte die Hand; vielleicht hatte er ohnedies von ihr geträumt. Sie mißverstand das als Drohung und hackte in der Abwehr mit den Krallen nach ihm. Ich verbynd die leichte Wunde, ärgerlich, ob des gestörten Schlafes. „Wir schaffen sie . fort!" sagte der Hausherr. Letizia war in der Nachbarschaft ohnedies verhaßt, seitdem ein kleiner Brand ausgebrochen, für den es keine richtige Aufklärung gab. Man munkelte, Letizia habe in ihrem Fell einen Funken verschleppt. Denn sie liebte es, nach dem Brot- backcn in den warmen Ofen zu kriechen. Ich glaubte nicht an diese unbewiesene Kombination. Wenn Letizia über die Straße ging, schleuderten die Dorfjungen Steine nach ihr. Ich erwischte auch Walter dabei. Es war keine eigentliche Grausamkeit, mehr die Freude am Knalleffekt. Billiges Siegerglück, weil Letizia dann schleunigst in die unzugänglichen Winkel zwischen den Scheunen flüchtete. Ein weiter Kartoffelsack wurde bereitgelegt, und als Letizia ahnungslos sich über die Milch im Näpfchen beugte, wurde er ihr über den Kops geworfen. Auf einem Pferdefuhrwerk, das in die nächsten Dörfer fuhr, wurde sie trotz ihres Miauens mitgeschleppt. Dann wurde der Sack vor einem Weiler geöffnet. Ich erklärte es Walter: „Man hat ihr die Stelle gekündigt, wie einem Angestellten, mit dem der BrotArr unzufrieden ist. Sie muß sich nun nach einem neuen Hntertommen umsehen." Aber nach drei Tagen war Letizia wieder zur Stelle. Ob chr die Dorfglocken oder eine andere Witterung den Weg gewiesen, weih ich nicht- Sie schlich sich scheu ins Haus hinein. Auch ihre jugendliche Nachfolgerin duldete sie. Als sie jedoch sah, daß sie wieder in Ehren aufgenommen wurde, biß sie jene Konkurrentin bald l entschlossen aus dem Hause. Ein Jahr ist seitdem vergangen. Ich fragte gestern Walter: „Wo warst du bis jetzt?" Er nannte fünf Städte und ein Dors. „Wo hat es dir am besten gefallen?" Er nannte das Dorf. „Warum?" „Dort ist die Katze Lettzia." Roro-Anekdoien. Personen des kleinen Schauspiels: Eine ältliche Dame — und Roda Roda. Sie (lebhaft): Nein — dieses überraschende Wiedersehen nach so vielen Jahren! Erinnern Sie sich noch? In Wien! Sie haben mich damals glühend angebetet, lieber Freund; haben geschworen, sich zu töten, wenn ich Sie nicht erhöre." Er (neugierig): „Nun, gnädige Frau? Lind Sie? Haben Sie mich erhört?" * Man sprach vom Dichter S. und seinen beiden Söhnen: der eine sei Rellameanwalt geworden, der andere kopiere alte Bilder im Museum. „Kurz, sie haben das Talent ihres Vaters geerbt,“ sagte Roda Roda. Carl Röhler und Roda Roda saßen in einen Münchener Kneipe, als der bekannte Literat 2E. auftauchte und sie um je fünf Mark anpumpte. Röhler zinste willig; Roda Roda weigerte sich. Als T. gegangen war, sagte Röhler: „Du hast unrecht getan, Roda. Er wird dir nun übel nachreden — dagegen wird er für lumpige fünf Mark mein Freund fein." Roda darauf: „Als Feind ist er aber viel zuverlässiger." * Der Bankier C. in Frankfurt wollte von Roda Roda ein Autogramm; er sei Sammler. „Ich auch," erwiderte RR. „Wissen Die was, Herr C.? Tauschen wir Schecks über hundert Mark." * Eine Zeitschrift hatte Roda Roda aufgefordert, ihr humoristisch „eine peinliche Situation" zu schildern, in der er sich befunden. R. R. antwortete: „Sie verlangen von mir einen humoristischen Beitrag. Lind mir fällt nichts ein, nicht das mindeste. Das ist gewiß eine überaus peinliche Situation. Das Honorar für diese wahrheitsgemäße Schilderung erbitte ich auf mein Postscheckkonto." Turnen, Sport und Spiel. Frühjahrsgeländelauf des 2. Bezirks des Gaues Hessen der O.T. Don gutem Wetter begünstigt, fand am Sonntag der Frühjahrsgeländelauf des 2. Bezirks des Gaues Hessen der DT. in der Gemarkung Klein- Linden statt. Unter der Leitung des Bezirks- sportwarts Albert Weigel vom Turnverein Klein-Linden wickelte sich der Wettkampf glatt und ohne Unfall ab. Die Rennstrecke, Frankfurter- Wetzlarer Straße bis zum Allendorfer Wäldchen, eine saubere und glatte Straße ermöglichte es. daß recht gute Zeiten erzielt werden konnten. Das Ergebnis ist folgendes: Strecke 5 Kilometer, Teilnehmer im Jahre 19 11 und frühe r geboren 15 Teilnehmer. 5 Sieger 1. Sieger. Karl Hermann Kleeberg, A. T. D. Rheinfranken. Gießen, 17:15,2 Win., 2. Karl Bender. Tv. Wetzlar. 17:41,7, 3. Hans Koch, M.T.D. Gießen, 18:15,5, 4. Willi Straub, Tv. 1846 Gießen, 5. Gotthard Wolf. Tv Wetzlar. Strecke 3 Kilometer. Teilnehmer 19 12 und 1913 geboren: 19 Teilnehmer, 6 Sieger. 1. Sieger Wilh. Lindenstruth. Tv. Wetzlar - Rieder-Girmes, 10:19,2 Minuten, 2. Ferd Otto, Tv. Wetzlar, 10:26,7, 3. Hch. Rinn, Tv. Heuchelheim, 10:47; 4. Hans Helwig. Tv. Lich, 5. Hans Jsengard. Tv. Wetzlar, 6. Karl Schuster, Tv. Wetzlar. Strecke 2 Kilometer, Teilnehmer 1914 und 1915 geboren 13 Teilnehmer. 4 Sieger: 1. Sieger: Artur Kehr, Tv Heuchelheim, 6:0,7 Min., 2 Alb. Römer, Tv Heuchelheim, 6:02,5, 3. Ludw Ulm, Allen- dorf a. d. Lahn: 4. Willi Jung, Tv. Klein- Linden. Bei Den Mannschaftskämpfen erhielten in der Männer stufe mit 5 Kilometer Laufstrecke den ersten Sieg: Turnverein Wetzlar, in der Jugendoberstufe mit 3 Kilometer Laufstrecke den ersten Sieg: Turnverein Wetzlar und in der Jugendunterstufe mit 2 Kilometer Laufstrecke den ersten Sieg: Turnverein Klein-Linden. Handball im Männerturnverein (O.T). Tv. Heuchelheim I — Mio Gießen II 3:5 (1:1). Am Sonntag kam aus dem Mto.-Plaß zwischen der zweiten Mannschaft des hiesigen Männerturnvereins und der ersten 'Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim ein Handball-Freundschaftsspiel zum Austrag Trotz der starken Regengüsse der letzten Tage war der Platz in verhältnismäßig guter Verfassung. Beide Mannschaften traten in kompletter Aufstellung an und waren in ihrer Spielstärke ziemlich gleichwertig In der ersten Halbzeit zeigte die Gästemannschaft zwar ein besseres Zusammenspiel als die Einheimischen, doch konnten die Mto.er infolge der guten Abwehrarbeit ihrer Hintermannschaft, trotz starkem Drängen des gegnerischen Sturmes. das Resultat zu einem Unentschieden gestalten In der zweiten Halbzeit zeigte sich zunächst dasselbe Bild; erst nachdem die Gastgeber das Tempo steigerten und einen neuen Erfolg buchen konnten, fiel die Gästemannschaft immer mehr ob und konnte den schnellen Angriffen der Mto.er nicht mehr standhalten. Während die Gießener noch vier weitere Tore erzielen konnten, waren den heuchelheimern nur noch zwei Erfolge beschieden, so daß die Mtv.- Mannschaft mit 5:3 das Spiel für sich entscheiden konnte Handball Garbenteich I. - Wieseck 3:3 (2:0). Am Sonntag traten sich die beiden Turnermannschaften zu dem fälligen Derbandsrückspiel in Wieseck. Garbenteich fand sich sofort gut zusammen und brachte das Wiefecker Tor unmittelbar nach Anwurf in Gefahr. Es entwickelte sich ein äußerst flottes Spiel, in dem die Gästemannschaft vorerst den Einheimischen überlegen war Rach einigen Minuten erzielte Garbenteich das Führungstor, dem bis zur Halbzeit ein weiterer Trester dadurch folgte, daß der Wiesecker Torhüter durch Beeinflussung des Publikums einen als abseits bezeichneten Ball bewußt passieren lieh. In der zweiten Halbzeit kurz nach Anpfiff lieh der Unparteiische wegen des Bolkstrauertags eine kurze Spielunterbrechung eintreten - hatte die Platzmannschaft mehr vom Spiel. In kurzen Zeitabständen konnte gisch zu nehmen, zumal der Gegner als recht spielstark bekannt ist, wie seine Siege über die Ligareserve von Pirmasens (7:1), den Kreismeister Fechenheim (4:2), den D. f. R. Limburg, Oberliga (2:1) und über Bürgel (4:2) bartun. Kurz der Spielverlauf: Der Platzelf fällt es leichter, sich zu finden, als den Gästen, und sie zeigt von Anfang an ein vielversprechendes Spiel Ihr Zuspiel ist gut und ihre Angriffe sind schnell und forsch. Schon nach etwa zehm Minuten kann sie in Führung gehen. Franffurt braucht verhältnismäßig lange, bis es sich zurechtgefunden hat, wartet aber dann mit einer Reihe von schnellen Angriffen auf. Das Spiel Einigung zwischen Turnen und Sport. Die die Eimguno vollzogen. Lang (Leichtathletik — links), Linnemann (Fußball — Mitte), Dominicus (Deutsche Turnerschaft — rechts). Fast ein Jahrzehnt zogen sich die Eimgungsoerhandlungen der Turn- und Sportverbände ergebnislos hin Nun endlich haben die Vertreter der Deutschen Turnerschaft, der Deutschen Sportbehörde für Leibesübungen und des Deutschen Fußballbundes sich darauf geeinigt, die drei Verbände zu einer yroßen deutschen Sportorganisation zu- fammenzuschließen. sie Dreimal einsenden und Damit Die Führung an sich reihen. Mit diesem Resultat hätte das Spiel enden können, wenn Die Wiesecker Verteidigung nicht so weit aufgerückt wäre. So gelang es Garbenteich kurz vor Schluß, mit einem Durchbruch den Ausgleichstreffer anzubringen. Das Spiel wurde zur beiderseitigen Zufriedenheit von Turner Becker Kesselbach, geleitet V. f. B. Am Sonntag trat die Ligamannschaft gegen die Ligareserve (Pokalelf) der Frankfurter „Eintracht" auf dem Wald- sportplah an. Die Gäste hielten, was man sich von ihnen versprochen hatte. Sie zeigten vor allem ein ausgezeichnetes Stellungsspiel, flache Kombination und nicht zuletzt eine gute Körperbeherrschung. Die Platzmannschaft konnte als Gesamtheit nicht befriedigen. Wohl sah man verschiedentlich gute Einzelleistungen, auch hin und wieder einen Kombinationszug, im übrigen fehlte aber Has gegenseitige Verstehen der Spieler untereinander fast ganz und ließ infolgedessen auch ein Zusammenarbeiten der einzelnen Mannschaftsteile fast ganz vermissen. Die Ursache lag in der völlig veränderten Mannschaftsaufstellung, die einen Versuch zu einem neuen brauchbaren Mannschaftsgefüge, in dem vor allem der Sturm eine größere Durchschlagskraft besitzt, darstellte. Don diesem Gesichtspunkt aus betrachtet ist Die knappe Riederlage der Platzmannschaft nicht tratst verteilt. Während die Gästeelf vorwiegend mehr die engmaschige Kombination bevorzugt, bedient man bei D. f. B. mehr die Flügel. Die Chancen sind auf beiden Seiten gleich; bei Halbzeit lautet das Resultat noch 1:0 für D. f. B. Rach dem Wechsel sind die Cintrachtler im selben Maße im Vorteil und können nach kurzer Zeit den Augsleich erzielen. Gießen versucht, den verlorenen Vorsprung wieder zurückzugewinnen, verpaßt aber die s»ch ihm bietenden Gelegenheiten. Frankfurt kommt mehr und mehr auf; sein flinker Sturm stellt die einheimische Verteidigung vor eine schwere Aufgabe und vermag trotz deren aufopfernder Abwehr den zweiten und damit den Siegestreffer aiuubrin- gen. Während des Restes der Spielzeit sind die Gäste der Platzmannschaft in technisch und taktischer Beziehung überlegen, trotzdem kann diese das Spiel bis zum Schluß offen halten. Cs bleibt beim 2:l°Sieg der Eintracht. - Anlaß- lich des Volkstrouertages wird Der Kampf in Der zweiten Spielhälfte zu Ehren der im Weltkrieg Gefallenen auf zwei Minuten unterbrochen, während der Vorstand des V. f. D. am Ehrenmal im Ehrenhain einen Kranz niederlegte. Die zweite Mannschaft hatte ein Gesellschaftsspiel mit der ersten Steinbergs abgeschlossen, das aber des schlechten Wetters wegen abgesagt wurde. — Auch das Verbandsspiel Der vierten Mannschaft gegen Steinbachs zweite konnte wegen Hnbe- spielbarkeit des dortigen Platzes nicht zum AuS- trag kommen. Die erste Jugend hatte im letztenPflicht- spie! Der diesjährigen Saison auf eigenem Platz die gleiche Aßlars zum Gegner und schlug diese nach überlegenem Spiel glatt mit 5:1. Bei der Bewertung des Resultats muß allerdings berücksichtigt werden, daß Aßlar das Spiel nur mit 9 Mann bestritt, nach seinen Leistungen zu schließen, wäre es jedoch auch in kompletter Ausstellung für den Sieg kaum in Frage gekommen, da die D. f. B.-Elf sich z. 3t in einer sehr guten. Verfassung befindet. - Die dritte Jugend stand in Büblingshausen der dortigen ersten gegenüber und verlor gegen den körperlich stärkeren Gegner mit 0:5. - Die jibrigen Jugend- und Schülerspiele kamen nicht zum Austrag Spielvereimgung 1900 Gießen. ö. Das Gesellschaftsrückspiel der L i g a Mannschaft in Friedberg ging verloren, und zwar in einer Höhe, die für die Mannschaft beschämend wirkt. Rach anfänglich recht guten Leistungen fiel die Mannschaft nach dem Seitenwechsel mehr und mehr ab. Mit 5:1 Toren triumphierte der Gastgeber V. f. D. F r i e d b e r g zum Schluß, obwohl vor der Pause die Gießener Die tonangebende Partei waren und mit mindestens 2 bis 3 Treffer führen mußten. Der Torreigen begann mit einem Handelfmeter für Friedberg, den der in seinen Leistungen schwache Schiedsrichter für „angeschossene Hand' an der Strafraumlinie bei Ausführung eines Eckballes verhängte. Der Elfmeter war schlecht placiert und haltbar. Der Gießener Halblinke erzielte mit schönem Schuh den Ausgleich, ließ aber die sicherste Gelegenheit aus, ebenso machten eS seine Mitspieler, so daß trotz größerem Spielvortell mit 1:1 die Seiten gewechselt wurden. Rach Wiederbeginn flaute der Kampfgeist: 1900s ganz ab. Der schwere Boden machte den Dlauweißen hart zu schaffen. Dazu kam, dah der Sturm, mit Ausnahme des Mittelstürmers und Ersatzlinksaußen einen ausnahmsweise schlechten Tag hatte. Der Rechtsaußen fiel wieder vollkommen aus. Der nach Krankheit erstmals wieder milwirkende Mittelläufer wurde in Der zweiten Halbzeit auch schwächer, was sich allzusehr auf das Stellungsspiel von Läuferreihe und Verteidigung auswirkte. Infolgedessen kam der Platzverein zu zwei weiteren Treffern aus ganz kurzer Entfernung. Beim dritten Tor Frned- bergs schied der linke Läufer Gießens bis zum Schluß aus. so dah die geschwächte und ermüdete Hmtermannfcyaft auch Die beiden weiteren Erfolge des Gastgebers nicht mehr verhindern konnte, und das um so mehr, als auch der sonst so gute rechte Verteidiger infolge einer Verletzung in feinen Leistungen bedenklich nachlieh. Das schlechte Wetter lieh die sonst noch vereinbarten Spiele ausfallen. Rur die vierte E l f trat zum Verbandsspiel in Großen- Duseck (nicht Steinbach, wie irrtümlich in der Vorschau geschrieben) an. Die Gießener, die zur Zeit recht spielstark sind, blieben auch diesmal über die zweite Mannschaft des Gastgebers mit 5:2 Toren sicherer Sieger. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. Bei ihrem Gastspiel in Frankfurt am Sonntag trafen die 1900er in Der ersten Elf des dortigen Postsportvereins auf den erwartet spielstarken Gegner. Die Postsp?rtlcr brachten ihre Heberlegenheit durch einen 12:3- Sieg zum Ausdruck. Allerdings muß in erster Linie berücksichtigt werden, daß der Sieg gegen eine stark geschwächte Gießener Mannschaft erzielt wurde. Die Spielvereinigungsleute mußten Sie gefiederte Schlange. Vornan von Edgar Wallace. 2. Fortsetzung Rachwuck verboten Sie war etwas verwundert über diese Frage »Ich habe Sie dort gesehen — neulich war ich bei ihm, um ihn wegen einer Sache zu inter- viewen. Heute morgen habe ich mich wieder Daran erinnert.“ Er rührte seinen Tee gedankenvoll um und runzelte die Stirn. „Die älteren Rovellisten erzählen in ihren Geschichten so schön, dah hübsche, junge Damen schlechtbezahlte Stellungen bei betrügerischen Besitzern von Spielklubs und Bankiers haben - aber in der letzten Zeit sind ja so skandalöse Bankkrachs nicht vorgekommen.“ „Bon der Welt weiß ich nichts, ich gehöre zum Mittelstand und fühle mich Da wohl,“ sagte sie lächelnd. Das schien ihm zu gefallen. „2ch kann Leute nicht leiden, die es in der Wett zu nichts bringen. — Kennen Sie die Dame dort drüben — sie sieht beständig zu Ihnen herübek“ Daphne wandte sich um. „Das ist Mrs. Paula Staines,“ sagte sie. „Sie ist weitläufig mit Mr. Crewe verwandt." Peter beobachtete die gutgekleidete Dame. Sie sah aber zu weit von ihm entfernt, als dah er ihr Gesicht genau sehen konnte. »Sind Sie eigentlich mit Ihrer Stellung zufrieden?“ fragte er plötzlich. »Sie meinen mit meinem Posten bei Wr Crewe?“ Sie zögerte. „Rein, eigentlich nicht. Ich versuche, eine andere Stellung zu frnden, obgleich ich mir nicht einbilde, daß ich Erfolg Dabei haben werde." Er sah sie scharf an. »2st Crewe nicht ein wenig verrückt? Er hat gerade keinen guten Rus Es wäre besser, wenn Sie von ihm fortgingen. Er hat sein Vermögen auf etwas seltsame Art erworben. Heber Rocht touröe er plötzlich reich, und niemand weiß woher dieser Geldsegen kam." „Interessieren Sie sich so sehr für ihn, oder ist dies nur eine Aeußerung —" „Meines allumfassenden Verstandes," beendete er den Satz „Rein, das gerade nicht. Ich inter- essiere mich wirklich für ihn. Ich berichte bei Der Zeitung besonders über Verbrechen mit einem etwas phantastischen Einschlag. Ich Hobe mir schon die verschiedensten Theorien über Crewe gebildet, aber keine von allen stimmt — Run essen Sie doch einmal Ihre Torte auf!“ Daphne gehorchte freundlich. „Ich muß jetzt zu einer Dame gehen, um nachher einen Artikel über sie zu schreiben, der mindestens tausend Pfund Reklame wert ist — und dabei hat sie noch nicht einmal für zehn Pfund Schmuck verloren." „Meinen Sie vielleicht Miß Ella Creed?" fragte Daphne überrascht. „Die junge Dame. Die in ihrem ©arten überfallen wurde?" „3ft sie Ihnen bekannt?" fragte er. »Glicht persönlich Sie kommt manchmal ins Haus Mr. Crewe war sehr bestürzt über den Aaub. Auch er hat eine Karte mit dem Bild der gefiederten Schlange gerade an Dem Tag erhalten, an Dem Miß Creed überfallen wurde, und das hat ihn sehr aufgeregt.“ Peter sah sie nachdenklich an. »Och glaube nicht, daß etwas dahinter steckt", sagte er schließlich. „Dos Motiv zu dieser Geschichte ist irgendeiner älteren Rovelle entnommen." Er nannte Den Ramen eines Autors, und sie erinnerte sich dunkel, daß dieser seltsame und phantastische Geschichten schrieb. „3n Wirklichkeit tun Diebe so etwas nicht. Das ganze Gerede von sogenannten Warnungen ist Unsinn, und ich möchte nicht mit solchen Dingen belästigt werden. Wo gehen Sie hin?" fragte er plötzlich. Dei dieser Frage lachte sie laut auf. »3ch will mich in ein noch größeres Abenteuer stürzen Ich suche eine neue Stellung und habe nicht einmal den Schatten einer Hoffnung, dah ich dabei Erfolg haben werde!" Vor Dem belebten Hoteleingang trennte er sich von ihr und schlenderte Dann zum Orpheum. Er nahm nicht an, dah Die Direktorin schon zu so früher Stunde im Theater sein würde und machte sich auf eine lange, unangenehme Wartezeit gefaßt Hm so mehr freute er sich, als er erfuhr, daß sie schon in ihrer Garderobe sei und ihn sprechen wolle. Offenbar war Miß Ella Creed erst einen Augenblick vor ihm gekommen, denn sie war noch im Straßen kleid und hatte den Pelz noch um die Schultern. Peter begegnete ihr zum erstenmal, doch kannte er ihren Begleiter sehr' gut. 3oe Farmer war eine bekannte "Persönlichkeit in London. Seine Figur war etwas stark und untersetzt, und er hatte ein rotes, gewöhnliches Gesicht. Man sah ihm an, dah es ihm gut ging und dah er stets Erfolg hatte Er veranstaltete hauptsächlich Boxkämpfe und war außerdem Eigentümer einer ganzen Reihe berüchtigter Lo- kale, die in Der Stadt verstreut lagen. Bei den Kennen lieh er einige Pferde laufen, die in Berkshire trainiert wurden Denn fein Ruf auch nicht der beste war, erfreute er sich doch einer gewissen Popularität. An feinen dicken Fingern glitzerten zahlreiche Brillantringe, so dah man lebhaft an das Schau- fenftcr eines Juweliers erinnert wurde Er hatte eine Schwäche und Vorliebe für Brillanten. Ein außergewöhnlich großer Stein blitzte -in feiner Krawatte, den man nicht übersehen hätte, auch wenn er bescheidener gefaßt gewesen wäre. Er grüßte Peter mit einem freundlichen Grinsen und streckte ihm seine dicke, etwas feuchte Hand entgegen. »Das ist der richtige Mann für dich — mit dem mußt du sprechen," sagte er mit einer tiefen, heiseren Stimme. Er schien an einer unheilbaren Kehlkopfentzündung zu leiden. „Ra, kommen Sie, Peter-, alter Junge Rehmen Sie Platz. Lasse mich ihn dir einmal vorstellen, Ella — es ist Mr. Peter Derwent —" „Dewin, mein armer, alter Bacchus,“ sagte Peter gelangweilt. „D—e—w—i—n." Joe Farmer lachte heiser. „Für mich ist es eben Peter. Werden Sie sich den nächsten bedeutenden Boxkampf ansehen, den ich in der großen Sporthalle arrangiert habe?" fragte er. „Richts von Boxkämpfen jetzt!" fuhr Ella böse dazwischen. „Sind Sie Zeitungsreporter?" wandte sie sich an Peter. „Sie kommen vermutlich wegen des schrecklichen Heberfalls, den man gestern abend auf mich machte. Ich muß gestehen, daß ich noch niemals in meinem Leben solche Furcht empfand." Sie sprach sehr schnell. „Es ist noch ein Glück, dah ich nicht meine echten Juwelen trug Heutzutage kann es sich eine Dame nicht leisten, Perlenketten von zwan- zigtausend Pfund Wert spazieren zu tragen. Das verstehen Sie doch wohl, Mr. Dewin?" „Kann ich einmal die Karte sehen?" unterbrach er sie. öie öffnete ihre Handtasche und zog ein etwas schmutzig aussehendes Stück Karton daraus her- vor. das an einer Schnur befestigt war „Das fand man an meinem Halse hängen, als ich wieder zu mir kam," sagte sie. „Ich möchte gern, dah Sie folgenden Satz in Ihrem Bericht auf- nehmen: Ich verlor niemals meine Geistesgegenwart und wenn man mich nicht bewußtlos gemacht hätte —" „Hat man Sie schwer verletzt?" fragte Peter Sie zögerte Der Wunsch, in der Öffentlichkeit möglichst großartig dazustehen, wurde nun doch etwas gedämpft Sie erinnerte sich, dah sie schon eine ganz genaue, Der Wahrheit entsprechende Aussage vor der Polizei hatte machen müssen. „Man hat mich in einer ganz besonderen Art bewuhtlos gemacht," fügte sie etwas kleinlaut hinzu „Hm bei der Wahrheit zu bleiben — ich wurde ohnmächtig." „Würden Sie die Leute, die. Sie überfallen haben, wiedererkennen?" Eie schüttelte den Kopf. „Rein, es war ganz dunkel. Gewöhnlich wartet mein Chauffeur, bis ich ins Haus gegangen bin. Aber törichterweise und ganz unüberlegt sagte ich ihm, dah er gehen könnte. Hnd gleich darauf ereignete sich der Heberfall." Peter betrachtete die Karte mit dem Bild der gefieberten Schlange genau. „Glauben Sie, dah sich jemand einen Scherz mit Ihnen erlaubt hat?" Sie wurde ärgerlich über feine Frage. „Einen Scherz?" erwiderte sie scharf. „Bilden Sie sich Denn ein, dah meine Freunde sich so etwas herousnehmen würden? Rein, diese Kerle waren hinter meinen Juwelen her, und ich möchte einmal ihre Gesichter gesehen haben, als sie entdeckten, dah sie nur wertlose Imitationen erbeuteten!“ Peter hörte zum erstenmal die Geschichte von der Karte, die sie am Abend vorher in ihrer Handtasche gesunden hatte. Sie wurde ihm später, ohne dah er danach fragte, von Daphne Olroyd bestätigt. „Es ist merkwürdig," sagte Mih Ereed in ihrer abgerissenen Sprechweise, „dah mein Freund, -er bekannte Börsenspekulant, Mr. Leicester Crewe, auch eine solche Karte erhielt und —" „Ich nämlich auch," mischte sich Joe Farmer plötzlich ins Gespräch. Dabei verzog sich fein Gesicht au einem langen Grinsen. „Sagen Vie mal, was denken Sie eigentlich davon, dah man diesem unschuldigen Baby so etwas angetan hat?" Joe hatte viel mit amerikanischen Boxern zu tun und sich Dabei eine etwas burschikose Sprechweise angeeignet. „Hören Sie mal zu, Peter, ich glaube, ich habe eine große Geschichte für Sie, eine ganz große —“ „Halt den Mund!" sagte Ella scharf. Ihre Worte klangen nicht gerade sehr fein und gewählt. „Deine Geschichte gehört jetzt nicht hierher." Sie war so heftig geworden, daß sie glaubte, eine Erklärung dafür geben zu müssen. »Mr Farmer glaubt nämlich, daß es ein Mann tat der immer einen Haß auf uns beide hatte, ober der ist tot und kann es unmöglich gewesen sein." Sie schaute Farmer bedeutsam an. „3e weniger darüber gesprochen wird, desto besser.“ „Er mag tot oder noch am Geben fein,“ sagte Joe vorsichtig. „Ich habe meine besonderen Ansichten Darüber, unb ich handle auch danach Ich gehöre zu Den Leuten. Die man wohl führen kann, aber ich lasse mich nicht zu etwas Drängen. Verstehen Sie mich? Wenn mich Die Leute recht behandeln, so behandle ich sie auch recht —* „Willst Du endlich schweigen!" Diesmal war Miß Ella Ereed wirklich sehr ärgerlich, und der Veranstalter Der Boxkämpfe gehorchte ihr sofort. (.Fortsetzung folgt) • 1 lie sonst noch w 2lur die vierte ’I in Troßen' irrtümlich in te (Siebener, die zu ।en duij bicßmn1 ' Sastgcöers mit 1 "'4l l«m Ä* mit 5 A rir örffc-J" nui fr*11»!«. -iu d°-dL"d **a ä* 2 Origen 3U, SM AuStrag >o ©ielen. riL2i9QmQnn» ;£Ä5 kriuinphinie der ,9 ium Schlust ''ebener die ton- mit mindestens 2 r r ^errejgen t Jur 5u«l»betg, 7^ache SchiedL an der Straf- e^Eckballes ver. placiert und M erzielte mit \ aber die Mw machten es "vtz gröberem n gewechselt wur« « der Kampsgeist Soden machte den Dazu kam, daß Mittelstürmers ohmsiveiseschlcch, fiel wieder voll- :it etftmali wie* crde in der Mr« iqä sich alfyiltft Läuferreihe" und gedessen tarn der Treffern aur ganz itten Tor Fried, fer Gießens b'ii die geschwächt, t auch tue beite cs nicht mehr ver> so mehr, als auch erteidiger infolge istungen bedenklich ^.1900. lantfurt am Sonr- :t ersten Elf M ns aus den n> Die PostsP?rll'- durch einen 12:3* Igs muß in ersw 16 der Sieg flcfl® cr Wannschast ct- gungsleute mußtc Und gleich d>m mit dem Nld » iand einen c)cherz ine Frage- sie lchan-.M > Freunde l'ch l Hein, diese M len h°r, »J » die SeschM M N trctb w P Ifciccft« * und -- sich 2oe WL ÄWffJ .Sagen 6« J ich glaube. eine gE Ella sehr jtil diel' Skt >eStnw K »«.vic •“* z" HJ’Jrin ® J -.daWhax “ä> * '.Äft rc<61 nämlich auf ihre beiden wurfträftigsten Stürmer und die beiden Verteidiger verzichten. 2n der ersten Spielhälfte lieferten sre chrem Gegner eine gleichwertige Partie und hätten bei noch besserer Zielsicherheit des Mittelstürmer-, der jedoch der Brauchbarste in der 1900er Fünferreihe war und auch die drei Gegentore warf, einen Dorsprung herausarbeiten können. So waren zu Halbzeit die Frankfurter 4:3 im Vorteil. Aach dem Wechsel änderte sich das Bild vollkommen. Der Postsportverein zog alle Aegister seines Könnens und drängte 1900 in die Defensive. Der Mittelstürmer des Gastgebers, der als bester Frantfurter Stürmer überhaupt anzusehen ist, wurde stets gut freigespielt und brachte fast alle Treffer auf sein Konto. Dagegen wollte es im Gießener Sturm nicht mehr recht klappen, so daß die Angriffe nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Dazu kam, daß der eine Gießener Derteidiger manaels spielerischer Routine den anstürmenden Postsportlern nicht immer den notwendigen Widerstand entgegensetzen konnte. Der freundschaftliche Charakter des Spiels blieb jederzeit gewahrt. Mitelrhein-Handballmeisterschafi der O. T. 3m Mittelrheinkreis der D. T. wurde am gestrigen Sonntag der Kreismeister der Turnerinnen ermittelt. 3m Vorspiel hatten sich Mainzer Turnverein von 18 17 und Stadtsportverein Frankfurt unentschieden getrennt. 3m Rückspiel blieben nun die Mainzer 3:2 Sieger und wurden damit zum zweiten Male Kreismeister. Vei den Herren fand in Darmstadt das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Gruppe Ost zwischen den punktgleichen Tabellenführern Polizei Frank- s u r t und Turnverein Herrnsheim statt. Die Frankfurter blieben mit 3: 0 Sieger und wurden damit Gruppenmeistcr, so daß es im Endkampf um die Kreismeisterschaft zu einer Begegnung Polizei Frankfurt — Turnverein Algenrodt kommt. Neue deutsche Schwimm-Rekorde. Der deutsche Rückenmeister Küppers, der sich jetzt den Bremer Sportfreunden angeschlossen hat, unternahm am Freitagabend im Bremer Hansabad einen angemeldeten Rekordversuch über die 400-Meter-Strecke und konnte auch seine eigene Bestleistung von 5:59,2 auf 5:57,6 verbessern. Aach ihm unternahm seine Braut, Reni Erkens, Oberhausen, einen Angriff auf den von ihr selbst gehaltenen Rekord über 500 Meter beliebig. Auch ihr älnternehmen glückte, denn die deutsche Meisterin konnte ihre alte Rekordleistung um genau 18 Sekunden von 6:39,1 auf 6:11,1 verbessern. Arbeiter-Tuni und Sportbund. Lollar 1 — Gießen Id 5:0. 3n Lollar standen sich am Sonnlag diese Mannschaften im ersten Serienspiel komplett gegenüber. Lollar konnte bereits nach wenigen Minuten durch seinen Halbrechten in Führung gehen. Aach ebenso kurzer Zeit führte Lollar bereits 2:0. Run wurde Gießen merklich besser, konnte aber nichts Zählbares erreichen. Kurz vor Halbzeit erhöhte Lollar das Resultat auf 3:0. Aach 3cm Seitenwechsel weiter flottes und offenes Spiel, bei dem beide Schlußmänner öfters reitend eingreifen muhten. Während es Lollar gelang, noch zweimal erfolgreich zu sein, blieb den Gästen das verdiente Ehrentor versagt. Vorher spielten die 3ugendmannschaften Lollar gegen Beuern. Auch hier konnten die -Einheimischen die Anfängerjugend Beuerns leicht mit 6:0 Toren abfertigen. Heuchelheim I — wieseck Ib 3:2. Wieseck 1b war in Heuchelheim zu Gast. Beide Mannschaften waren komplett. Wieseck gelang es Lald, durch einen schön getretenen Eckball in Führung zu gehen. Heuchelheim ging nun mächtig aus sich heraus und konnte kurz vor Halbzeit den Ausgleich Herstellen. Halbzeit 1:1. Auch rach dem Seitenwechsel weiter flotter Kampf. Wieseck konnte durch Elfmeter abermals die Führung erringen. Beide Schlußmänner bekamen reichlich Arbeit. Erst kurz vor Schluß konnten die Einheimischen den Ausgleich und wenige Minuten später das Führungstor erzielen. Bei diesem Stande blieb es bis zum Schluß. Burkhardsfelden 1 — wieseck I 2:5. Burkhardsfelden hatte Wieseck 1. im ersten Se- rienspiel zu Gast. Während die Gäste mit nur 10 Mann und darunter noch Ersah antraten, stellten sich die Einheimischen in kompletter Ausstellung. Den Einheimischen gelang es bis Halbzeit, zweimal erfolgreich zu sein, dem die Gäste nur ein Tor entgegensetzen konnten. Aach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Dem technisch überlegenen Spiel der Gäste hatte Burk- hard-selden wenig entgegenzusetzerr. Viermal noch mußte der Hüter der Einheimischen das Leder aus den Maschen holen, während auf der Gegenseite alle Angriffe an der sicheren Abwehr scheiterten. 3n Wieseck trafen sich die zweite Jugend W i e s e ck s gegen die 3ugcnd Rödgens. Dieses Spiel konnten die Einheimischen mit nur zehn Mann und 3:0 Toren für sich entscheiden. Krcisturntag beb 9. Kreises. Am Sonntag fand in Frankfurt a. M. der ordentliche Kreisturntag des 9. Kreises statt. Die Berichte über die avgelaufene Geschäftsperiode lagen gedruckt vor. Nach kurzen Erläuterungen konnte man zur Aussprache schreiten. Besonders wurden hier die technischen Belange der Turnsparte einer eingehenden Kritik unterzogen, während man zu geschäftlichen Angelegenheiten wenig zu sagen hatte. Hierauf wurde mit großer Aufmerksamkeit das Referat des Bundes-Turn- und Sportwartes Bühren über die Entwicklung der Tumsparte entgegengenommen. In sehr interessanten Ausführungen legte der Redner die technische Entwicklung der Tumsparte dar. lieber die Aufgaben des kommenden Kreistages gab der Kreisoertreter Bauer einen kurzen Ueberblick. Nachdem noch die Wahl der Spartenvertreter zum Kreistag vorgenommen war, schritt man zur Wahl der Delegierten der Sparte zum ordentlichen Bundestag in Köln. Sodann wurde ein Antrag angenommen, nach dem in Zukunft die Delegierten zum Kreisturntag nicht mehr von den einzelnen Vereinen, sondern von den Bezirken auf Grund ihrer Mitgliederzahl auf Kosten der Kreis- turnkasse entsandt werden. Die Wahlen fanden schnelle Erledigung, da der geschäftsführende Vorstand, sowie der technische Ausschuß einstimmig wiedergewählt wurden. Nach sechsstündiger Beratung fand die arbeitsreiche Tagung ihr Ende. Wirtschaft. Buderuö'sche Eisenwerke, Wehlar. Ter Geschäftsbericht. Der Amsah der Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar mit fremden Abnehmern erhöhte fich im 3ahre 1929 auf 49,42 (i. V. 45,16) Mill. Mk. Die Llmsahsteigerung von 9,44 Proz. entfällt fast ganz auf einen erhöhten Auslandsabsatz. Aach dem Geschäftsbericht hatte die Gesellschaft in den ersten drei Monaten 1929 nur einen schwachen Versand infolge des harten Winters, war dann aber bis in den Dezember hinein gleichmäßig gut beschäftigt. Der weitere Verlauf der Krisis des Wirtschaftslebens sei heute noch nicht abzusehen, zweifellos werde aber die Aufnahmefähigkeit des deutschen Baumarktes 1930 stark vermindert sein. Die Betriebe erzielten einen erhöhten Tleberschuß von 5,13 (4,64) Mill. Mk., wovon Handlungsunkosten 2,42 (2,17) und Abschreibungen 1,49 (1,41) Mill. Mk. erforderten. Einschließlich 0,92 (1,03) Mill. Mk. Vortrag aus 1928 verbleibt ein Reingewinn von 2 135 547 (2 089 470), woraus, wie bereits gemeldet, eine erhöhte Dividende von 6(5) Prozent auf 26 Mill. Mk. Stammaktien und wieder 5 Prozent auf 300 000 Mk. Vorzugsaktien vorgeschlagen werden. Ferner wird eine Hochofenerneuerungsrücklage von 800 000 Mk. gebildet. Der nach Ausschüttung von 41 200 Mk. Aufsichtsratstantieme verbleibende Rest von 166 940 Mk. soll vorgetragen werden. Die Gesellschaft ist zur Zeit damit beschäftigt, unter endgültiger Aufgabe des Hochofenbetriebes der Georgshütte Burgsolms die Roheisenerzeugung auf der Sophienhütte Wetzlar zu- fammcnzusassen und die Leistungsfähigkeit der drei Hochöfen mit dem gestiegenen Roheisenbedarf der Gießereien des Unternehmens auf jährl. etwa 275 000 T. zu steigern. Der Bauplan wird nach Maßgabe der für diesen Zweck verfügbaren Mittel voraussichtlich bis Ende 1934 durchgeführt sein. Die neue Rücklage soll zur Deckung des über die bereits erfolgte Abschreibung der alten Anlage hinauSgehenden Dau- kostenauswandes beitragen. Der Um» und Ausbau des Hochofenwerks bildet den Schlußstein des Rationalisierungsprogramms. Heber die verschiedenen Be triebe wird im Geschäftsbericht u. a. ausgeführt: Ab 1. April 1929 setzte die Staatshilfe für den Eisenstein- bergbau an Sieg, Lahn und Dill, sowie in Oberhessen in Höhe von 0,50 Mk. je Tonne wieder ein. Die Weiterbewilligung für das Etatsjahr 1930 31 dürfte gesichert fein. Die Förderung, sowie die Aus- und Vorrichtungsarbeiten auf den Eisensteingruben ging planmäßig vor sich. Die Kalksteingewinnung blieb hinter dem Vorjahre infolge des verminderten Bedarfs der Hochöfen zurück. — Hüttenbetrieb: Man hofft, den neuhergerichteten Hochofen H der Sophienhütte im April 1930 wieder anblasen zu können. 'Weiterhin ist eine Trockengaseinrichtung im Bau. Graugußgiehereien: Der Anteil der auf der Sophienhütte nach dem Schleuder- gußversahren hergestellten Muffendruckröhren am Gesamtabsah stieg 1929 auf 37,1 (24,7) Prozent. Die gesteigerte Erzeugung der Karlshütte- Staffel an Abflußrohren und Kanalartikeln konnte nur ins Ausland zu stark gedrückten Preisen abgeseht werden. Infolge der Vergrößerung der Werksanlagen der Main-Weser- Hütte konnte der vermehrten Aachsrage nach den Erzeugnissen entsprochen werden. — Elektrizitätswerk: Die Stromerzeugung wurde ganz nach der Sophienhütte verlegt. Mit der Preußenelektra wurde ein langjähriges Strom- lieserungsabkommen auf Gegenseitigkeit getätigt. Die Abgabe von Drehstrom an Fremde erfuhr eine Verringerung um 6,82 Prozent: die eigenen Betriebe nahmen 4,11 Prozent weniger ab. — Zementwerk: 3nfolgc der bekannten Verhältnisse auf dem Zementmarkte konnte die Leistungsfähigkeit der Anlagen nur zu etwa drei Viertel ausgenutzt werden. — Ende 1929 betrug die Zahl der Angestellten und Arbeiter der Stammwerke 6351 (i. V. 6571). Daneben beschäftigten die Tochtergesellschaften und Konzernwerke am 3ahresfchluß zusammen 2924 (2766) Angestellte und Arbeiter. Oie Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau. lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Frankfurt: Die winterliche Höchstbelastung des Arbeitsmarktes war in der Vorwoche erreicht. In der Berichtswoche trat in den meisten Arbeitsamtsbezirken eine merkliche Entspannung ein, die, wie gewöhnlich im Frühjahr, von den Außenberufen ausging und infolgedessen vorerst auch nur den Arbeitsmarkt der Männer entlastete. Die Zahl der Arbeitsuchenden sank insgesamt um rund 3500, von 230 800 (darunter 199 500 Männer) auf 227 300 (davon waren 196 000 Männer). Am stärksten nahm die Arbeitslosigkeit ab im Baugewerbe (mit rund 2000 Abgängen) und in der Lohnarbeit wechselnder Art (1200, vorwiegend Bauhilfsarbeiter). In Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärtnerei war der Rückgang (absolut 370) relativ ebenso groß, als im Baugewerbe. In der Steinindustrie ist die Lage noch gedrückt und uneinheitlich, immerhin ging die Zahl der Arbeitsuchenden um 260 zurück, gegenüber eine Zunahme in der Vorwoche von 360. Das Verkehrgewerbe erfuhr ebenfalls eine allerdings nur geringe Belebung (150 Abgänge) durch Einstellung von Zeit- und Streckenarbeitern bei der Reichsbahn. Der erwartete saisonmäßige Aufschwung im Bekleidungsgewerbe ist bisher ausgeblichen; von den rund 11100 Arbeitsuchenden am Schluß der Vorwoche gingen nur etwa 180 in Arbeit. Die geringe Entlastung in der Lederindustrie (insgesamt 160 Abgänge) hat ihre Ursache in der saisonbedingten Aufnahmefähigkeit der Portefeuilleindustrie. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in Arbeitslosen- und Krisenunterstützung ging nach den vorläufigen Meldungen der Arbeitsämter um 2763, von 168 859 auf 166 096 zurück. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. März. Tendenz: etwas freundlicher. — Vormittags herrschte wieder starke Verstimmung und große Zurückhaltung, da der Ordermangel weiter anhielt. Die offizielle Eröffnung der Börse brachte jedoch eine bessere Beurteilung der Stimmung, da einige günstige Rachrichten heute etwas mehr Beachtung fanden. Vor allem wurde mit Befriedigung die Unterzeichnung des Polenabkommens ausgenommen. Aber auch die gestrige feste Reuyorker Börse und die leichte internationale Geldmarktlage, in deren Zusammenhang erneut DiskontermäßigungShoffnungen in Erwägung gezogen wurden, gaben der Börse einen gewissen Anreiz. Die Spekulation schritt in Erwartung einer baldigen Besserung zu Mei- i nungskäufen, so daß zu den ersten Kursen auf den meisten Marktgebieten eine etwas leb* 1 t) a f t e r e Geschäftstätigkeit festzustellen war. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten zunächst in Reaktion der lehttägigen Ab- wärtsbewegung überwiegend Besserungen ein. Mehr in den Vordergrund treten konnten Siemens, die 3 v. H. gewannen. AEG. lagen leicht erhöht. Gesfürel zogen 1,75 v. H. an. Der Chemiemarkt war anfangs nur wenig beachtet, Farben konnten sich nur auf gestrigem Riveau behaupten. Die übrigen Werte dieses Markte- lagen ebenfalls nur wenig beachtet und geringfügig gebessert. Der Montanmarkt konnte von der allgemein besseren Beurteilung nur wenig profitieren. Mansfelder lagen sogar im Angebot und 1,25 Prozent schwächer. Rur Buderus fanden auf die Dividendenerhöhung etwas Beachtung. Zellstofswerte lagen uneinheitlich. Die Veränderungen blieben jedoch nach beiden Seiten gering. Von Kunstseidewerten waren Aku auf dem stark ermäßigten Stand gut gehalten. Angebot war in diesem Papier nicht mehr zu bemerken. Dagegen lagen Bemberg angeboten und 3 Prozent schwächer. Am Schiffahrtsmarkt waren Norddeutscher Lloyd 1,5 Prozent fester, Hapag vernachlässigt. Zement Heidelberg konnten sich auf den günstigen Zementabsatz weiter leicht bessern. Wayß & Freitag 2,25 Prozent abgeschwächt. Bankwerte gehalten. Renten gedrückt. 3m Verlaufe wurde d i e Hmsatztätigkeit wieder sehr bescheiden: der Auftragsmangel hemmte jede Unternehmungslust. Die Tendenz blieb jedoch unverändert freundlich, da auf der anderen Seite der heute veröffentlichte Reichsbankausweis mit seiner ziemlich starken Entlastung befriedigte. Teilweise konnten sich Spezialwerte noch etwas bessern, besonders die anfangs vernachlässigten Farbenwerte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 Prozent wieder flüssiger. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfund 20,3850, London gegen Kabel 4,8613, gegen Paris 124,88, gegen Mailand 92,84, gegen Madrid 38,45, gegen Schweiz 25,1250, gegen Holland 12,1250. Berliner Börse. Berlin, 18. März. Rach einem ruhigen abwartenden Dormittagsverkehr schien es an der Dorbörse, als ob sich eine freundlichere Tendenz entwickeln wolle. 3n der Hauptsache waren es wohl börsentechnische Momente, die diese Hoffnung aufkommen liehen, daneben wies man aber auch aus den sehr festen Schluß der gestrigen Reuyorker Börse und die international äußerst flüssigen und leichten Geldverhältnisse hin. Demgegenüber mußten die ersten Kurse enttäuschen, da sie überwiegend etwas unten dem Dortagsschluh lagen. Wider Erwarten kam noch etwas Material heraus, wobei neue Arbeiterentlassungen im Ruhrbergbau und bei Daimler, rückgängige Geschäftsentwicklung im Maschinenbau und das anhaltende, drückende Angebot in Aku-Aktien mitbeftimmenb gewesen fein dürsten. Die Verluste waren im allgemeinen minimal. Rur Aku, Deutsche Linoleum waren mit minus 3,5 Prozent, Bemberg mit minus 2,75 Prozent, Berger mit minus 2 Prozent etwas stärker gedrückt. Siegen-Solingen zogen dagegen bis auf 18 Prozent an. Auch Charlottenburger Wasser, Gesfürel und Schlesisch-Berliner Gas erfreuten sich eines gewissen Interesses und lagen Cttoa 1 Prozent gebessert. Berliner Handelsgesellschaft, die heute exklusive Dividende 12 Prozent tendierten, gleichfalls freundlich. Deutsche Anleihen waren ganz uneinheitlich. Altbesitz in Reaktion auf die gestrige Steigerung 35 Pf. rückgängig. Von Ausländern Anatolier schwächer. Der Pfandbriefmarkt war freundlich. Der Geldmarkt war wieder leichter. Tagesgeld 4,25 bis 6,5 Prozent: sonst waren die Sähe unverändert. 3m Verlaufe stimulierte die Meldung eines Mittagsblattes, die von einer unveränderten zehn- prozentigen Dividende bei der Dedi-Bank mit auffallender Bestimmtheit spricht. Hinzu kam, daß der Reichsbankausweis per 15. März mit einer Entlastung von 321 Millionen als recht günstig anzusprechen ist. Erwähnenswert find die starke Abnahme der Wechselbestände um 278 Millionen, der Giroguthaben um 71,8 Millionen, des Rotenumlaufs um 314,2 Millionen und die Zunahme der Goldbestände um 18,3 Millionen. Die Deckung besserte sich auf 58,1 bzw. 67,8 Prozent. Ausgehend von den Hauptspekulationswerten kam es zu Besserungen von 1 bis 2,5 Prozent. Rheinische Braunkohlen gewannen 4 Prozent, Salzdetfurth 3 Prozent. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H. Frankfurt a. Ul. Berlin «Schluß-j für» | 1-Uhr- Kurs Schluß-j turs I Antana- Kurt Datum 17. 3. 18. 3- 17. 3. 18. 3. <% Deutsche Rcichtanieihe von 1927 ......... 87,5 — 86,9 — i% Deutsche Reichtanlelhe von 1929 ......... 99 _ 99 —- teulfdit Anl.-Abwi.-Schuld mit AuSIos.-Rechtrn ...... 52,15 52,05 52,3 — LeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 8,35 — 8,4 8,4 1% Hell. «olhftaat von 1929 Bans . n 153.5 153,5 153,5 153 5 Darmstädter und Nationalbank 12 226.25 — 225,75 226 Deutsche Bank und Tirconto-Gesellschast, . . . 10 142 142,75 142 142,25 Dresdner Bank .... . . 10 145.5 145 145.5 145,5 Reich.'»,!...... . . 12 — — 279.25 272,5 . . . 8 160 160,5 160,25 160.5 . . . 9 — — 193,5 191,75 Dektr. LieserungSgesellschast. 10 — — — 158 Licht und Krall .... . . 10 165 — — 164.25 Fellen & Guilleaume . - l¥t 124 — — 124 GeseUschast sur Elektrische Untemehmungen . . . . 10 168 169,75 168 168.9 Hamburger Elekirizitätt-Derke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 — — 130 — Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 158,5 159 Schucken & C-o..... . . 11 — — 181,5 181 Siemens & Hallke . • • . . 16 241,5 244.5 241,75 244 Transradio . . . • • • . . . 8 — — — — . . 10 163.25 162,5 — Buderus..... • . . . b 75 75,25 74,9 75 Deutsche ErdSI . . • • . . . 6 — 97,5 97 96,75 Eisenei Steinkohle . . • . . . 8 — —- 140.25 — Gelsenkirchener . . • • . . . 8 137,5 137,6 137,25 137,25 . . . 0 130 — 130 130 . . sy, — — 105,65 105 Ilse Bergbau . . • • • . . 10 — — 250 — felodr.etiDetfe . . . • • < • t f — — 100,75 101 Köln-Neuesten..... , , . 7 — —- 103 102,75 Manncsmann-Röbrea . . . . 7 103 101,5 102,75 103 Mansselder Bergbau . . Obrrschlch. Eisenoedart . • • - 7 . . . b — — 102,75 102.5 67 Lberschlcs. Kokswerke . . ... 7 — 97.13 99,9 99 Rheinische Braunkohlen . . en 100 • . 10 227 227 233 . . . 6 —— — H1,5 111.5 Riebeck Moulou . . . . . . 7,2 — —- — 93 Jranffurt a. 271. Berlin Schluß-, kurz 1 1-llhr- ITurd Schluß- kurz I Ansang- «ur« Datum 17- 3. 18. d. 17. 3- 18. 3. Bereinigie Stahlwerke . 94.5 —- 94,5 95 Ctaoi Minen..... . 6'/. — — 56,25 56,25 Kaliwerke Aschersleben . . ■ 10 206.5 —— 205.5 — Kaliwerke Westeregeln . • • 10 209,5 — 208 208 Kaliwerke Salzdetsurth . • • 15 353 — 351,5 354 I. G. Farben-Industtie. - 12 158 158,13 158 157,5 Dnnamit 'Nebel .... . 6 75 Scheidcanstalt..... e e . 9 147.75 — — . 5 66 — 66 —— RülgerSwerke ..... . 6 74.5 75 74,75 74,13 Metallgelelllchafi. . . . . 8 104 104 104 — PHUiVV Holzmann . . . . 7 95 — Zementwerk Heidelberg • 10 126,25 127 Cementweri Karlstadt. . • 10 146 Wavb & Frehtag . . . . 8 80.25 78 80 - SchullheiZ Paxenhoser . 15 - - 268 266,5 Lstwerke....... 12 - 210,5 210 Aku ........ 18 88 88 90,5 87 Bemberg..... • Zellstoss Daldhos . . . e 14 142,5 145,25 142.5 • 31/. 202,5 202 201,25 201 Zellstoss Alchafkenburg . e e 12 151,25 151,5 150 150,5 Ebarlottenburger Wasser • • . 8 — — 96,5 Dessauer GaZ..... . 9 — 165,5 166,75 Daimler Motoren . . . . 0 37 — 36.75 37 Teustche Linoleum . . e e e . — — 236 232,5 . 0 —• — 45.13 44,25 Rat. Automobil . . . A e . 0 — 17,5 - Lrenstctn Ä Koppel . . . 6 — — —- 72 Leonhard Tietz . . • • 10 — 153 154 152.75 SvenZko....... — 338,75 337 Frankfurter Maschinen . • . 4 — — 36,75 — Gritzner ...... . 6 40,75 — 41 — Hehligenstaedl . • • • IunghanS...... . 0 . 6 36,5 — 37,5 _ Lechwerke....... . 8 105 105 — Mainkrasiwerke Höchst a. 2R.. . 8 106 —• — Miag......... 10 130 —- 129,5 129 Gebr. Roeder..... e M 10 104 — —— — Voigt & Haesfner . . . . 9 218 218 —• Süddeutsche Zucker . . • • 10 151,75 151 — Banknoten. Äerlin, 17. März Geld 25nef Ämertkantiche 'Noten..... 4,178 4,198 Belgische Noten........ 58,28 58,52 Dänische Noten ........ 111,88 112,32 Englische Noten........ 20,325 20,405 Französische Noten...... 16,37 16,43 holländische Noten ...... 167,61 168,29 italienische Noten...... 22,03 22,ii Norwegische Sloten...... 111,88 112,32 Deutsch-Oesterr, i 100 Kronen 58,83 59.07 Rumänische Noten...... 2,46 2,48 schwedische Noten ...... 112.23 112,67 Schweizer Noten....... 81,04 81,36 Spanische Noten....... 52,90 53,10 Tschechoslowakische Noten . . 12,36 12,42 Ungarische Noten....... 72,95 73,25 Leoi tnmartl Berlin — Frankfurt a.M. 17. 2Jldr, 18. Mär, Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld »rief Ämft.-Rott. 167,93 168,27 167,90 168,24 Buen.-AireS 1,551 1,555 1,557 1,561 Brst.-Antw. 58,36 58.48 58.275 58,495 Chrisnania. 112,05 112,27 112,25 112,27 Kopenhagen 112,12 112,34 112,12 112,34 Stockholm . 112,42 112,65 112.46 112,68 feelfingforö. 10,542 10,562 10,542 10.562 Italien. . . 21,93 21,97 21,93 21,97 London. . . 20,362 20.402 20.363 20,403 Neuyork . . 4,1885 4.1965 4.1895 4.1975 Paris.... 16,38 16,42 16,385 16,425 Schwei, .. 81,09 81,25 81.06 81,22 Spanien. 53,00 53.10 53.00 53.10 Japan . . . 2,068 2,072 2,068 2.072 wo be Jan. 0,481 0,483 0,488 0,490 Wien MD - Lest, abgeft 58,995 59,115 58,995 59.115 Prag . . . . 12,41 12,43 12,41 12,43 Belzrad . . 7,405 7.419 7,399 7,413 Budapest. . 73,17 73,31 73,195 73.335 Bulaarien. 3,037 3.041 3,039 3,045 Lissabon . . 18,81 18.85 18,81 18,35 T an zig. . . 81,37 81.53 81,385 81,545 Konstantin- 1,785 1,789 1,784 1,788 Athen. . . 5,425 5,435 5,425 5.435 Canada . . 4,178 4.186 4,1845 4.1925 llrn not). . 3.676 3.684 3.676 3.684 Cairo ... 20,88 20,92 20,88 20,92 empfehle ich in großer Auswahl: 313V hessische [01880 3 GfESSEN*MAUößURG ICT I 2130A Sie preiswert bei mir. 1723A Wiesbaden Gießen saa'e Marz 1930 r 01856 =3 X L Jlarktstr. 14 Gießen E Tel. 2417. .o IkWibel Mlleo Sie m-,W :o ■ 2047 A LICHTSPIELHAUS empfehle ich in großer Auswahl: Handschuhe Kommunionkränze Taschentücher Kerzenranken Kerzentücher Haarbänder Reformröcke Der größte Film des Jahres — Der größte Schauspieler — Der größte Regisseur Hemdhosen Krawatten Oberhemden Anfangszeiten: 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr. 2261C G/ESSEN* MAUÖBURG lö 2I30A Rheuma-Sensit 6 co a> Kreuz«Drogerie August Moll. 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