Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höh« für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 ti m Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Will) Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Will) Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich m Bietzen St Id) eint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsorechanschlüfse anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Poftschedfonlo: Krontfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhessen Vn'ck vnd Verlag: vrvhl'sche UniversslSlr-vuch- mid Ztelndruckerei B. Lange in Sietzen. Schristleitnng und Geschäftrftelle: schul^ratze 7. Ur Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 18. Sebruar 1950 SietzenerAnzeiger Der Kampf um den Staatsvoranschlag in Hessen. Eine neue Denkschrift der Regierung. Den Abgeordneten des Hessischen Landtages ist nunmehr der Entwurf des Haushaltsvoranschlages für das Jahr 1930 zuaegangen, dem eine umfangreiche Denkschrift der Negierung beigegeben ist. Die Zahlenangaben, die darin enthalten sind, hat die Oesfentlichkeit schon aus den Aussagen des Finanzministers Äirnbergcr vor der Presse erfahren Nach dem Voranschlag für 1928 ergab sich bekanntlich ein Defizit von 6,26 Millionen Diark, für 1929 schätzt die Denkschrift das Defizit auf 11 Millionen Mark. Es wird ausführlich die enge Verflechtung von Staats- finanzen und Wirtschaftslage in der Denkschrift behandelt, vor allem wie es kommt, daß das Jahr 1928 so viel günstiger abschloß, als man es bei der Aufstellu. g des Voranschlages erwarten konnte, und aus welchen Gründen sich der Rechnungsabschluß für 1929 auf 11 Millionen Mark Defizit belaufen wird, lieber die Aussichten für das Jahr 1930 wird u. a. gesagt: Bei der Aufstellung des Staatsvoranschlages für das Jahr 1930 sah sich die Regierung einer Menge von Schwierigkeiten gegenüber: den Sorgen wegen der wirtschaftlichen Entwicklung an sich mit ihrem wahrscheinlichen weiteren Rückgang des Reichs st eueraufkom- mens, das schon 1929 für Hessen einen Ausfall von zwei Millionen brachte; dazu kam die Un- sicherheitinderGestaltungdesReichs- a u s g l e i ch e s unter dem schweren Druck der Reparationszahlungen und über das, was Hessen aus dieser unbedingt notwendigen Sanierung und vor allem aus dem Finanzausgleich für seine Finanzen zu erwarten hat, dies insbesondere, nachdem dos Reich Rücksicht auf die Bedürfnisse der Länder nicht in besonderem Maße gezeigt hat. Dazu kommt als meilere Schwierigkeit die Tatsache, daß die Geldbeschaffung auf große Schwierigkeiten stößt, besonders die Unterbringung l a n g f r i ft i - ger Anleihen. Besetzung und Ruhrkampf wirken durch die noch andauernde wirtschaftliche Schädigung des besetzten Gebietes und des ganzen Landes als Randstaat ebenfalls ungünstig mit. Zu all dem kommt noch die Belastung, die mehr und mehr für Hessens Finanzen aus manchen Ausgaben erwächst, die in anderen Ländern ganz oder in größerem Maße die Gemeinden oder die Kommunalverbände tragen. Infolgedessen hat sich der innere Finanzausgleich zwischen den Ländern und den Gemeinden nirgends so ungünstig gestaltet wie gerade in Hessen. (In Württemberg zum Beispiel mit seinen an sich viel günstigeren wirtschaftlichen und steuerlichen Verhältnissen tragen die Gemeinden 45 bis 80 v. 5). zu den persönlichen Volksschulunkosten bei, was in Hessen einem Betrage von 2—3000 Mark je Stelle entsprechen und den Fehlbetrag wohl decken würde). Eine Regelung der Eisenbahnentschädigungen und ein Ertrag aus dieser Forderung Hessens an das Reick könnte wohl eine erhebliche Besserung der hessischen Finanzen bringen. Durch eine ErhöhungbestehenderSteuern oder durch die Schaffung neuer Steuern der ungünstigen Finanzlage zu steuern, erscheint bei der Gcsamtwirtschastslage unmöglich, wenn auch Hessen in der Belastung durch Landes- und Gemeindesteuern nicht an der Spitze der Länder steht. Die Denkschrift sagt dann weiter: Außer diesen Maßnahmen ober soll auf dem ganzen Gebiete der Staatsverwaltung eine planmäßige Vereinfachung durch Abbau von Aemtern und Stellen durchgeführt werden, fo weit möglich unter Nutzbarmachung der Vorschläge des Sparkommissars und im Anschluß an sie. Erwähnt wird, daß in diesem Gutachten die Organisation der hessischen Staatsverwaltung im allgemeinen als durchaus sachgemäß, einfach und billig anerkannt wird im Vergleich zu vielen anderen Staaten, wo die Verwaltung durch Mittelstellen, durch Nebeneinanderarbeiten von Staat und Selbst- Verwaltungsbehörden verteuert wird. Aus diesen Organisationsänderungen lassen sich jedoch finanziell nur geringe Wirkungen bereits für das Jahr 1 930 erzielen, doch kommt schon vielfach die Absicht als Grundlage für später dadurch zum Ausdruck, daß eine ganze Anzahl von planmäßigen Stellen auf den Inhaber gesetzt werden, denn es soll möglichst vermieden werden, Staatsbeamte oder Staatsangestellte brotlos zu machen. Es wird vielmehr meist nur eine Verzögerung in dem Einrückender jungen Anwärter eintreten, wie sie namentlich in den akademischen Berufen schon lange üblich ist. ilm nicht die Deckungsmittel für die laufenden Verpflichtungen des Staates zu gefährden, waren beim Staatsvoranschlag 1930 Maßnahmen nötig die sich in einer unmittelbaren und als- baldigen Erleichterung des Staatsvoranschlages auswirkten. Diese Maßnahmen sind unter der Bezeichnung Sofortprogramm bereits mitgeteilt worden. Bel bet Bearbeitung des Gutachtens des Reichs- sparkommisfars kann es sich erweifeu. daß manches im Notprogramm der hessischen Regierung mit jenen Vorschlägen nach Art und weise über- einftimrat, daß manche Vorschläge der Regierung sogar weilergehende Ersparnisse zeitigen werden, als die Vorschläge des Sparkommissars und umgekehrt. Dadurch soll der ernste Wille der Regierung zum Ausdruck kommen, aus eigner Kraft alles zu tun, was irgendwie zur Hebung der wirtschaftlichen und kulturellen Lebensfähigkeit des Staates geeignet ist. Zum Schluß wird gesagt, aus der Gestaltung des neuen Etats leite man die Hoffnung her, daß bei weiteren Vereinfachung der Verwaltungsorganismus und bei einigermaßen ange- Frankfurt a. M., 17. Febr. Der Hessische Städtetag befaßte sich in seiner heutigen Sitzung erneut mit dem Sparprogramm der hessischen Regierung und faßte folgende Entschließung: 3n den amtlichen Veröffentlichungen zum Sparprogramm in Hessen wird zu dem Kapitel „Schulgelderhöhung und Volksschul- lasten der Gemeinden" die beabsichtigte Belastung der Gemeinden mit Beiträgen zu den Dolksschulkosten in Verbindung gebracht mit der im vergangenen Jahre eingetretenen Schulgelderhöhung für die höheren Schulen und behauptet, daß durch diese Schulgelderhöhung den Gemeinden „ein Ausgleich erwachse", der in einzelnen Städten sogar eine Mehreinnahme herbeiführe. Dieser Auffassung muß widersprochen werden. Denn die im Jahre 1929 verordnete Erhöhung des Schuldgeldes stellt selbstverständlich nichts anderes dar als einen, allerdings äußerst bescheidenen Ausgleich für die Mehrausgaben, die den Städten seither schon durch die von ihnen zu leistenden Zuschüsse zu den Kosten der höheren Schulen entstanden waren. Diese Zuschüsse sind allein in den 5 größten Städten des Landes seit der Markstabilisierung im Jahre 1924 um 576 372 Mk. gestiegen. Erst wenn man diese Tatsache mit in Rechnung stellt und sie in Verbindung bringt mit den für die 5 größten Städte amtlicherseits bekanntgegebenen Zahlen der Auswirkung der Schulgelderhöhung (209 000 Mk.) sowie der beabsichtigten Beitragsleistung zu den Volksschulen (170 000 Mk.) und der Pflegegelderhöhung (218 343 Ml.), gewinnt man das richtige Bild für die Belastung der Städte. Erfüllt von der Sorge, daß sich die Zuwendungen der hessischen Regierung Frankfurt a. M., 17. Febr. Der Vorstand des Hessischen Landgemeindetags befaßte sich heute unter dem Vorsitz von Bürgermeister Alexander, Gonsenheim, mit dem Sparprogramm der Hess. Regierung und legte nach eingehender Beratung icine Stellungnahme in nachstehender Entschließung nieder: Der Hessische Landgemeindetag erhebt als berufene Vertretung von nahezu tausend hessischen Landgemeinden gegen denjenigen Teil der von der hessischen Regierung geplanten Sparmaßnahmen Protest, der nichts weiter als eine Verschiebung der Lasten ohne Zubill gungneuerEinnahmequellen für die oetroffenen Gemeinden bedeuten. Die ungeheure Belastung, welche die darniederliegende Wirtschaft den Gemeinden und Bezirksfursorgeverbänden gebracht hat. ist die Tlrsache, daß zahlreiche Landgemeinden in industriereicher Gegend ihre Voranschläge für_ das Rj. 1930 beim besten Willen und bei größter Sparsamkeit nicht in Ordnung zu bringen vermögen. Eine weitere Steigerung des zu erwartenden Fehlbetrages durch die angekündigten Maßnahmen des Staates müßte verhängnisvoll wirken. Angesichts der unabweisbaren Lebensnotwendigleit der Gemeinden erhebt der Hessische Landgemeindetag die Forderung auf Schaffung eines ausreichenden Last e n a u s g z e i ch s zur Herstellung dringend erforderlicher Gefahrengemeinschaften auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge, sowie die Forderung auf Errichtung eines neuen innerstaatlichen Finanzausgleichs. Gegenüber den in der Presse aufgetauchten Behauptungen, wonach das Sofortprogramm der hessischen Regierung keine nennenswerte De- laftung der Gemeinden brächte, sieht sich der Hessische Landgemeindetag zu folgenden Feststellungen veranlaßt: 1 .Die Erhöhung der Einnahmen der skaal. lichenheil-undPslegean st alten bedeutet eine Erhöhung der Aufwendungen der Bezirksfürforgeverbände und der Gemeinden. 2 . Der Beitrag der Gemeinden von 200 Mark für jebe Volksschullehrerstelle bringt den Gemeinden eine weitere Reubelaffung, ohne -ah hierfür Ersah geleistet wird. Die la der Presse gezogenen vergleiche in bezug auf die geringfügige Steigerung der Losten für die messener Gestaltung des Finanzausgleiches sowie einer befriedigenden Regelung der Eisenbahn- entschädigungsfrage sowie vor allem bei einer Besserung der Wirtschaftlichen Konjunktur mit ste g.mden Steuererlrägni.sen auch der Zeitpunkt nicht fern sei, in dem die heisischen Staatsfinanzen ins Gleichgewicht zu bringen sind, dies namentlich, wenn das | Reich nach seinen früheren Zusagen die Verpflichtungen einlöst, die es einem durch die politischen Verhältnisse so schwer betroffenen Lande wie Hessen schuldet. für den Wohnungsbau unter dem gesetzlichen Maß bewegen und dadurch der Wohnungsbau in den Städten im Jahre 1930 zum Erliegen kommen muß, hat der Hessische Städtetag die Finanzierung des Wohnungsbaues noch einmal eingehend mit dem Ergebnis geprüft, daß er auf seiner Behauptung, die hessische Regierung stelle nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Mittel dem Wohnungsbau zur Verfügung, beharren muß. Rach der wohlbegründeten Auffassung des Städtetages hat die hessische Regierung für den Wohnungsbau weder einen Betrag aus der Gebäudesondersteuer bereitgestellt, der dem gesetzlich zulässigen Mindestmaß von 15 bis 20 Prozent des Friedensmietwerts entspricht, noch hat sie die Mieterhöhung von 2 0 Prozent über die F r i e d e n s m i e t e hinaus in dem gesetzlich vorgeschriebenen Maße dem Wohnungsbau zugeführt. Diese Mängel werden auch nicht dadurch geheilt, daß die hessische Regierung durch Aufnahme von Anleihen dem Wohnungsbau Mittel zuführt; denn der Gebäudesondersteueranteil wird durch diese Anleihen nicht vermehrt, sondern nur durch den Schuldendien st (Verzinsung und Tilgung) belastet. Durch die beabsichtigte Kürzung um 2 Millionen Mark für den Wohnungsbau aus der Gebäudesondersteuer würden die Aufwendungen für den Wohnungsbau noch weiter unter das gesetzlich zulässige Maß sinken. Der Hessische Städtetag muß dieser Kürzung widersprechen, zumal sie nicht mit dem Mangel an ersten Hypotheken, wie die Entwicklung in den letzten Monaten gezeigt hat, begründet werden kann. Gemeinden mit höheren Schulen wirken irreführend. Mehr als 90 v. h. der hessischen Gemeinden besitzen keine höheren Schulen, erfahren also auch keinen Ausgleich der geschilderten Art. 3m übrigen verlangen die Gemeinden mit höheren Schulen schon seit 1920 eine Reuregelung der Sostenverleilung der höheren Schulen, bis jetzt erfolglos. 3. Der Wegfall des seitherigen Staatsznschusses zur Versicherungsan st alt für gemeindliche Beamte bewirkt eine Reubelastung der Landgemeinden, auf die nach der jetzigen Rechtslage der Ausfall abgewälzt werden wird. 4. Die Verringerung des Staatsbeitrages zur Straßenunterhaltung verursacht ebenfalls eine Schädigung der Gemeinden und Provinzen. 5. Die Einsparungen auf dem Gebiete des Volksschulwesens durch Erhöhung der Klassenstärke gefährden das mit großen Opfern aufgebaute System der modernen Volksschule. Mit dieser Frage im Zusammenhang stehend, erhebt der hessische Landgemeindetag gleichzeitig Einspruch gegen eine Entblößung des flachen Landes von höheren Lehranstalten. Die Landgemeinden mit ihrer die übergroße Mehrzahl der Gesamlein- wohner Hessens bildenden Bevölkerung müssen auf dem Gebiete des höheren Schulwesens die gleiche Berücksichtigung fordern, wie die Städte. 6. Die geplante starke Verminderung der staatlichen Baudarlehen trifft die Landgemeinden besonders hart. Diese Maßnahme müßte sich außerdem in der ungünstigsten weise auf das Wirtschaftsleben des Landes auswirken. Der Hessische Landgemeindetag sieht die Herabsetzung des Zuschusses zum Hessischen „Landestheater" in Darmstadt a 1 s ungenügen d an. Es wird festgestellt, daß es sich hier in der Hauptsache um ein Theater der Stadt Darmstadt handelt, und daß es den Landgemeinden nicht zugemutet werden kann, wesenlliche neue Lasten zu übernehmen, während ein einer Stadt zugute kommendes Theater auf Landeskosten unterhalten werden soll- Die beabsichtigte Verminderung der Polizei st eilen gibt dem Hessischen Land- gemeindetag willkommene Veranlassung, sich gegen die geplante Schaffung von Gendarmerie-Großstationen zu wenden, da eine solche Maßnahme nicht im Interesse der Landgemeinden gelegen sein kann. Die seitherige Verteilung der Gendarmeriebeamten über das ganze Land ist vom Standpunkte der Landgemeinden unter allen Umständen einer Zusam- menbällung der Gendarmerie auf wenige Haupt- Plätze vorzuziehen. Grundsätzlich sieht sich der Hessische Landgemeindetag zu der Feststellung veranlaßt, daß es geltendem Landesrecht (Art. 15 des Hess. Ausführungsgesetzes zum Finanzausgleichsgeseh vom 27. März 1924) widerspricht, den Gemeinden neue Lasten aufzubürden, ohne ihnen gleichzeitig ausreichende neu'e Einnahmequellen zu erschließen. Der Hessische Landgemeindetag muh im Interesse der bedrohten Gemeinden mit aller Entschied denheit die Forderung vertreten, das Defizit des hessischen Staates durch geeignetere Maßnahmen herabzudrücken. Als geeignetes Mittel hierzu sind gewisse Aenderungen in der Organisation der Staatsverwaltung zu bezeichnen, die auf die Dauer zu namhaften Ersparnissen in der Zentralverwaltung zu führen vermögen. 3m besonderen erhebt der Hessische Landgemeindetag die Forderung auf Aufhebung der Ober- rechnungskammer, Revisionsamt II und die lleberweisung der Rechnungsprüfung der Kirchen, Gemeinden und Korporationen an geeignete Revisionsverbände. Eine Zurückführung der staatlichen Dauverwaltung auf einen einfacheren und billigeren Stand erscheint ebenso vertretbar, wie die vorübergehende Aufhebung der derzeitigen Denkmalpflege. die Vergrößerung von Forst- amtsbezi - ten, Einsparungen an der T e ch- nischen Hochschule, der Landesuniver- fität, Landesbibliothek. Geologischen Landesanstalt und an anderen Stellen. Hinsichtlich einer Bemerkung in der kürzlichen Erklärung des Hessischen Städtetags legt der Hessische Landgemeindetag nachdrücklichst Verwahrung ein gegen die dort zutage getretene Absicht der Inanspruchnahme staatlicher Baudarlehnsmittel zugunsten der Städte, die den Landgemeinden zustehen, ein. Der Landgemeindetag ertlärt, daß durchaus die Möglichkeit bestand, die angeblich noch freien Mittel (700000 Mk.) auf Grund ausreichender Beschaffung erster Hypotheken ihrem Verwendungszweck in den Landgemeinden zuzuführen. Die weitere Bereitstellung dieser Mittel für die Landgemeinden wird dringend gefordert. Der Hess. Landgemeindetag bittet die Staatsregierung im Bewußtsein der hohen Verantwortung, die alle beteiligten Faktoren trifft, von einer Belastung der Gemeinden unter allen Umständen abzusehen, sondern im Gegenteil auf Mittel und Wege zu sinnen, um den von finanziellem Zusammenbruch bedrohten Gemeinden des Landes zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben zu verhelfen. Schließlich kann sich der Hessische Land- gemeinbetag der Besorgnis nicht erwehren, daß die von der hessischen Staatsregierung in ihrem Sparprogramm vorgesehenen Maßnahmen eine Gesundung der hessischen Staatsfinanzen auf die Dauer nicht werden herbeiführen können, so daß zu erwägen wäre, ob nicht dem Gedanken der Schaffung eines dezentralisierten Einheitsstaates mit bestimmt abgegrenzten Wirtschaftsgebieten unter Aufrechterhaltung der Eigenheiten der einzelnen Länder ernstlich näher getreten werden müßte. Oie GieNeneinsparungen. Im Forstwesen. — An den höheren Schulen. Bei der Polizei. WSR. Darmstadt, 17. Febr. Zu der Zuschrift des Lehrervereins an die Presse bemerkt die Hessische Amtliche Pressestelle auf die Frage, ob es in dem hessischen Staatsvoranschlag eine Position gibt, an der auch nur im entferntesten ähnliche Abstriche vorgenommen worden feien wie im Volksschulwesen, daß das hessische Forstwesen vor dem Kriege 114 Akademiker hatte. Diese Zahl ist jetzt so sehr verringert, daß für 1930 nur noch 71 Amtsvorstandsstellen vorgesehen sind, davon 7 bzw. 9 Inhaberstellen. Die ursprüngliche Zahl von 10 Oberforfterftellen ist auf 7 reduziert. Die Einsparungen bei den Försterstellen ergibt sich aus folgender Gegenüberstellung: 1911 582, 1929 396, 1930 353 Stellen. Rach Durchführung des Abbauplanes werden die Stellen von insgesamt 2 4 Amts- Vorständen eingegangen sein, was eine Verminderung gegenüber dem Stand von 1911 um 28 v. H. darstellt, dies, obwohl sich in der Zwischenzeit die Detriebsfläche um rund 15 000 Hektar, d. h. nach früheren Begriffen um fast 6 Oberförstereien, vergrößert und der Geschäfts- umfang erheblich zugenommen hat. Bei dem Lehrerpersonal der höheren Schulen sind infolge der allgemeinen Sparmaßnahmen . folgende Aenderungen vorgesehen: Abgesetzt sind Oer Hessische Städtetag nimmt nochmals zum Sparprogramm Stellung. Auch der Hessische Landgemeindetag meldet sich zum Sparprogramm. 44 Stellen, hierunter 3,5 Stellen, für die bisher die Kosten ganz von den Gemeinden zu tragen waren. Reben den abgesehten Stellen fällt für acht Stellen an den höheren Bürgerschulen der Staatszuschuh weg. Insgesamt werden also eingespart für den Staat 48,5, für die Gemeinden 3,5 Stellen, zusammen 52 Stellen. Dabei ist es noch fraglich, wieweit die bisher von den Gemeinden voll unterhaltenen Stellen von diesen künftig beibehalten werden. Für das höhere Schulwesen sind im Staatsvoranschlag 1930 insgesamt 1054 Stellen vorgesehen gegen 1098 in 1929. Don den für 1930 vorgesehenen Stellen sind 1003,5 Stellen staatliche Stellen, d. h. Staat und Gemeinden tragen für sie anteilmäßig die Kosten, 50,5 Stellen fallen voll den Gemeinden zur Last. Zum Vergleich kann darauf hingewiesen werden, daß 1924 (vor dem Beginn des Abbaues) vorhanden waren 1157 staatliche und 17 gemeindliche, zusammen 1174 Stellen. Zum Schluß sei darauf hingewiesen, daß im Sofortprogramm d i e Einsparung von etwa 200 Polizei- beamten stellen vorgesehen ist, nachdem bisher schon eltoa 350 Stellen eingespart worden sind. Die Führer derDeuWnationalen heim Reichspräsidenten. Hindenburg bchäli sich seine persönlichen Entschließungen vor. Berlin, 17.Jebr. (L.R.B.) wie wir erfahren, empfing der Reichspräsident heute mittag den Vorsitzenden der Deutschnationalen Partei, Geheimrat hugenberg und den (Führer der deutschnationalen Reichstagsfraklion Dr. Oberfohren. Staatssekretär IN e ihn er wohnte der Unterredung bei. von unterrichteter Seite verlautet, daß der Reichspräsident Ende voriger Woche bereits den Vorsitzenden der Deutschen volksparlei Dr. Scholz und den (Führer der Reichstagsfraktion des Zentrums Dr. Brüning empfangen hat. Geheimrat hugenberg und Dr. Oberfohren trugen ihre Auffassung über die mit dem Zoungplan zusammenhängenden Probleme vor und insbesondere ihre Bedenken hinsichtlich des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens, der Sanktionsfrage und der Richlerledigung der Saarfrage sowie der Untragbarkeit der dem deutschen Volke aus dem Poungplan erwachsenten L a st e n. Der Reichspräsident Hot diese Ausführungen mit Aufmerksamkeit entgegen- genommen und erklärt, sich seine persönlichen Entschließungen bis nach Beendigung der Beratungen und der Beschlußfassung des Reichstags Vorbehalten zu müssen. Stockende Etatsverhandlungen. Die Biersteuer — Pro est gegen die Streichungen. Berlin, 17. Febr. (ERB) Die Besprechungen über die Etatsfragen gehen nur stockend weiter. Im intersrakii-nellen Ausschuß hat der Reichsfinanzminister nur über die Verhandlungen mit den Finanzministern der Länder Bericht erstattet. Daraus ist von besonderem Interesse, welche Firm der Biersteuer jetzt im Vordergründe steht. Man denkt nun an ihre 7 5 - v. H. - Erhöhung, wovon 50 v. H dem Reich und 25 v S) den Ländern zugute kommen sollen. Aus Antrag Bayerns soll die Verteilung unter den Ländern jedoch nach dem Maßstab des Aufkommens erfol-, gen, so daß also die Länder, die den größten Teil der Steuer aufbringen, auch Anspruch aus die stärkste Quote bei der Verteilung haben. Rach der Sitzung des interfraktionellen Ausschusses ist abends 7 Uhr das Reichskabinett zusammengetreten: es berät den Reichs- Haushalt weiter. Das nächtliche Treffen der Reichsminister, das der Sanktion der Ersparnisse am neuen Haushaltsplan galt, fand bereits eine Situation vor, die alle Voraussetzungen für schwierige Be - r'a t u n g e n geschaffen hatte. Da verschiedene Minister bereits vorher hatten durchblicken lassen, daß sie ihren Rücktritt nehmen würden, wenn die Kürzungen an ihrenRes- s o r t e t a t s aufrechterhalten blieben. So hat der R e i ch s w e h r m i n i st e r die stärksten Bedenken gegen die Streichungen an seinem Etat, der Deichsarbeitsminister glaubt es nicht verantworten zu können, mit seinen beschränkten Mitteln die sozialen Aufgaben lösen zu müssen und der Reichsfinanzminister hat bereits damit gedroht, zurückzutreten, wenn seine Pläne abgelehnt werden. Der stärkste Widerstand ging aber vom Minister für die besetzten Gebiete aus, der auf der Einsetzung der 20 Millionen für das Westprogramm in seinem Etat bestand, die Moldenhauer gestrichen hatte. Vottsparteiliche Bedenken gegen die neuen Steuern. Bremen, 17. Febr. (ERD.) Die Deutsche Volkspartei Bremen hat an den Reichs» sinanzminister Dr. Moldenhauer und an den Fraktionsführer Dr. Scholz nachstehendes Telegramm gesandt: Rach Zeitungsberichten beabsichtigt Reichsminister Dr. Moldenhauer ein neues Programm zur Sanierung der Reichskasse vorzubringen und dazu anstatt der seit Iah- resfrist in Aussicht gestellten Steuersenkungen neue Steuern in erheblichem Umfange porzuschlagen. Dieses Vorgehen ist für die Vollspartei untragbar. Die Rot der Wirtschaft fordert gebieterisch Beginn des Abbaues der Steuern. Wirtschaft muß sehen, daß Reichsregierung anerkennt, daß Kulminationspunkt in steu erlicher Beziehung überschritten ist und Abbau begonnen wird. Dann wird billiger werdendes Geld den Beginn eines Aufstieges ermöglichen. Sonst führt 1930 zu weiterer Krise und Vermehrung der Arbeitslosigkeit Grundlegende Reform der Erwerbslosenversicherung ist un- vermci dbar und muh erzwungen werden. Gesandter Dr. Köster schwer erkrankt. Belgrad, 18. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Gesandte Dr. Köster ist an einer Blinddarmentzündung, die eine sofortige Operation nötig machte, schwer erkrankt. Prof. Wenkebach aus Wien, der als Spezialist an das Krankenlager des Gesandten oerufen worden war, begab sich sofort nach der Ankunft In daS Sanatorium, in dem Dr. Köster liegt, und hielt mit den behandelnden Aerzten ein anderthalbstündiges Konzilium ab. Der Zustand des Gesandten wird am Dienstagfrüh als unvermindert e r nst angesehen. In der vergangenen Rächt um 12 Uhr wurde eine neue Operation vorgenommen, die durch Oessnung der Bauchhöhle eine Verminderung des starken Druckes herbeiführen sollte, der infolge der fehlenden Darmfunktion entstanden war. Der Kranke befand sich zwar unmittelbar nach der Operation Wohler, hat aber die Rächt etwas unruhig verbracht. Die Teilnahme an dem Befinden des Gesandten ist andauernd sehr groß. Unter anderen Persönlichkeiten sprach auch der Vertreter des Außenministers Dr. Kumanudi im Sanatorium vor, erkundigte sich nach dem Zustande des Gesandten und übermittelte die besten Wünsche der Regierung für sein Genesen. König Alexander begab sich letzte Rächt persönlich ins Sanatorium, um sich nach dem Kranken zu erkundigen. Das preußische Wahlgesetz verfassungsmäßig. Die Klage der kleinen Parteien vom Staaisgerichi Hof '»nriickgemiescn Leipzig, 17. Febr. (WTB.) In der Verfassungsstreitsache des Völkisch-Nationalen Blocks und der Volksrechtspartei gegen das Land Preußen auf Feststellung der Verfassungswidrigkeit von Bestimmungen des preußischen Landeswahlgesetzes wurde vom Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich die Entscheidung verkündet. Sie ging dahin, daß die Klageanträge zurückgewiesen und damit die Verfassungsmäßigkeit des preußischen Wahlgesetzes anerkannt wurde. 3n der Begründung der Entscheidung führte der Vorsitzende, Reichsgerichtspräsident Dr. B u mke, u. a. aus: Die Entscheidung muß deshalb zu Ungun ft en der A n - t r a g st e l l e r ausfallen, well die von ihnen als mit dem Grundsatz der Gleichheit unvereinbar und daher als verfassungswidrig bezeichneten Bestimmungen des preußischen Landeswahlgesetzes m i t den entsprechenden Vorschriften des Reichswahlgesetzes genau überein- stimmen. Diese ist aber als verfassungs- mäß ig zustande gekommen anzuerkennen. Nach Artikel 22 Absatz 1 der Reichsoerfassung werden die Abgeordneten zum Reichstag und nach Artikel 17 Abs. 1 ebenso die zu den Volksvertretungen der Länder — gewählt in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Der Dersassungsgeber hat dem ordentlichen Gesetzgeber die Befugnis übertragen, das zur Ausführung der in Absatz 1 des Artikels 22 aufgestellten Grundsätze Erforderliche zu bestimmen. Diese Grundsätze sollen im Rahmen der Verhältniswahl verwirklicht werden. Ihre Erfüllung ist aber nur möglich, wenn dem Wahlgesetz ein gewisser Spielraum bei der Durchführung der großen Wahlgrundsätze gewährt wird, wenn es von ihnen nötigenfalls auch abweichen darf. Eine starke Bindung des künftigen Wahlgesetzgebers an jedem einzelnen dieser Grundsätze bis zur letzten Konsequenz durchzusühren, kann die Verfassung nicht bezweckt haben. Die strittigen Bestimmungen haben ihre Grundlage in der Erwägung, daß eine gewisse Zu rück- drängung der kleinen Parteien erforderlich sei, um die Bildung einer parlamentarischen Regierung nicht übermäßig zu erschweren. Diese Erwägung vermag der Staatsgerichtshof nicht als unsachlich zu bezeichnen. Man kann auch nicht sagen, daß die aus diesem Grunde eingeführte Beschränkung der Wahlgleichheit über das vom Der- fassungsgesetzgeber zugelassene Maß hinausgeht. Daraus ergibt sich, daß die von den klagenden Parteien gestellten Anträge zurückzuweisen sind. KabLnettskrr'sis in Frankreich. Finanzminister Charon in der Kammer geschlagen. - Gcsamidrmission des Kabinetts Tard'eu. Die Niederlage in der Kammer. Chörons Steuerfordcrungen werden abgelchnt Paris, 17. (Febr. (lel.-Un.) 3n der namentlichen Abstimmung über die vom (Finanzminister Lheron gestellte Vertrauensfrage bezüglich der Abtrennung eines Artikels vom gesamten (Finanzgeseh blieb die Regierung m i f 2 8 1 gegen 286 Stimmen in der Minderheit. Die große Mehrheit von 60 bis 70 Stimmen, die die Regierung larbleu bisher bei fast allen Vertrauensfragen erzielte, war schon bei der Beratung des (Finanz- gesehes fast auf Rull zusammengeschrumpft, wenn man berücksichtigt, daß die Abstimmung über die Vertrauensfrage bei dem Artikel über Steuerherabsetzung für unbebaute Grundstücke nur dank der 23 Mini st er st Immen zugunsten der Regierung ausfiel. Rach der ersten Abstimmung ging man zu der Beratung des Artikels Illb über, in dem die Einstellung der nachträglichen Einziehung derjenigen Industriegewinn steuern gefordert wird, die noch rückständig sind. (Finanzminister Lheron betonte, daß er auf diese Summen nicht verzichten könne und verlangte die Abtrennung des Artikels. Bei der Abstimmung wurde jedoch mit großer Mehrheit durch händeauf- heben für den Artikel gestimmt. Ein weiterer Artikel behandelte die S!euererklärungen der Kaufleute. Der (Finanzausschuß verlangt, daß der selbständige Kaufmann, dessen (Frau mit im Geschäft tätig ist, ein entsprechendes Gehalt für diese Mitarbeit auf Unkosten ko nto buchen und bei der Steuererklärung a b z i e h e n kann. (Finanzminister Lheron, der bei der Abstimmung der vorhergehenden Artikel geschlagen worden war, stellte wieder die Vertrauensfrage. Um einer Entziehung des Vertrauens vorzubeugen, betonte der (Finanzminifler, daß die Aussprache nunmehr auf das Gebiet der allgemeinen Politik übergegangen fei. Er wandte sich an die Regierungsmehrheit und forderte sie zur Unterstützung der Regierung auf. Einen Artikel vom Gesamtgeseh abtrennen hieße nicht, ihn zurückweisen. Die Kammer schritt darauf zur Abstimmung über die Vertrauensfrage. Bei der ersten gewöhnlichen Abstimung ergab sich Stimmengleichheit, so daß nunmehr zur namentlichen Abstimmung geschritten wurde, die Lheron das vertrauen verweigerte. Am Krankenbett Tardieus. Präsident Toumergue nimmt die Gcsamt- demission an. Paris, 17. Febr. (WD.) Die Mitglieder des Kabinetts haben nach der Abstimmung in der Kammer eine kurze Beratung im Kammergebäude abgehalten und sich daraufhin zum Minister- vräsidenten Tardieu, der bekanntlich das Bett hüten muß, begeben, um ihn von dieser Abstimmung in Kenntnis zu sehen und im Einvernehmen mit ihm das Demissions schreiben abzufassen. Finanzminister Cheron und Krieqsminister Maginot haben Tardieu über die Ereignisse in der Kammer unterrichtet, während sämtliche in Paris anwesenden übrigen Minister in einem Nebenzimmer warteten. Ministerpräsident Tardieu verfaßte das Demissionsschreiben, und gegen 9,30 Llhr französischer Zeit begaben sich sämtliche in Paris anwesenden Minister mit Ausnahme des Ministerpräsidenten, der das Bett hüten muh, und mit Ausnahme des in London weilenden Marineminister Lehguos und des in Genf weilenden Handelsministers Flandin ins Clysse, wo sie dem Präsidenten der Republik das Demissionsschreiben des gesamten Kabinetts überreichten. Der Präsident der Republik Dou- m e r g u e hat die Demission des Kabinetts a n - genommen und die zurückgetretenen Minister gebeten, die Erledigung dor laufenden Geschäfte zu gewährleisten. Beim Verlassen des Elysees erhärte Briand den Iournalisten, die ihn wegen seiner Abreise nach London befragten, er reise nicht nach London. Auf eine Frage nach dem Verbleib des Marineministers LevaueS in London erwiderte Briand, es sei möglich, daß der Marineminister nach Paris zurückkehre. Sie presse zum Sturz Tardieus. Paris, 18. Febr. (WTB. Funkspruch.) Zum Sturze des Kabinetts Tardieu schreibt der „Ma- tin": Die Stunde scheint gekommen zu sein, das Kabinett der republikanischen Konzentration zu bilden, das seit Beginn dieser Legislaturperiode bisher nicht zu verwirklichen war. Ietzt muß man den Führer wählen. — „Echo de Paris" erklärt: Tardieu muh zweifelsohne das Kabinett bilden. Gr geht aus dieser überraschenden Abstimmung keineswegs in seinem Prestige gemindert hervor, ganz im Gegenteil, der schmähliche Angriff, dessen Opfer er geworden ist, verschafft ihm die Sympathie und das Vertrauen des Landes. Die Verschwörer werden es in wenigen Tagen mit einem MinisteriumTardieu-Maginot, das gestärkt aus der Feuerprobe hervorgegangen ist, zu tun haben. — Das Blatt des Radikalen Daladier „La R 6 p u b l i q u e" schreibt: Für den oberflächlichen Beobachter ist das Kabinett das Opfer eines Zufalles, für den aber, der nachdenkt, war es durch seine Zusammensetzung selbst verurteilt. Seit gestern ist der Beweis erbracht, daß die Kammer sich nicht der Reaktion auszuliefern gedenkt. Die Vereinigung der Linken hat das Kabinett gestürzt, die Vereinigung der Linken muß die Regierung übernehmen. — Die „®re Rouvelle", das Organ der akademischen Linkskreise, schreibt, das gestürzte Kabinett stützte sich auf eine Rechtsmehrheit. Diese Mehrheit entsprach nicht den tiefgreifenden Wünschen des Landes. Die Bildung einer linksgerichteten Mehrheit zwingt sich auf. Eine solche Mehrheit wird eine ausgesprochen republikanische Regierung unterstützen müssen. Was wird? Die Schwierigkeiten der parlamentarischen Lage. Paris, 17. Febr. (ERD.) Das Unbehagen, das seit etwa vierzehn Tagen in der Kammer festzustellen war, hat sich in den letzten Tagen dermaßen verstärkt, daß selbst, wenn der Ministerpräsident nicht die Absicht gehabt hätte, für einige Tage aus London nach Paris zuruck- zukehren, er dazu im Interesse des Fortbestehens seines Kabinetts genötigt gewesen wäre. Die älrsache der Spannungen liegt in dem Fiska- lismus, mit dem Finanzminister C h e r o n die Debatte innerhalb des Finanzausschusses über das Einnahmebudget führte. um jedeSteuer- erleichterung über das geringe Maß hiraus, das die Regierung zugestanoen hatte, zu vereiteln. Richt nur in der Frage der Pensionen für die ehemaligen Frontkämpfer und in der Erhöhung der Staatsbeamtenpensionen, sondern auch hinsichtlich der Korrekturen an der steuerlichen Belastung der Industrie und des Handels bei der augenblicklich nicht gerade sehr rosigen Wirtschaftslage zeigte die Regierung unter Hinweis auf die Notwendigkeit des Budgetausgleiches eine unnachgiebige Haltung. Die Begründung dieser Ablehnung konnte selbst bei den rechtsstehenden Parteien nicht ernst genommen werden angesichts der Thesaurie- rungspolitikdesSchahamtes, das nach einem Zugeständnis des Finanzministers selbst etwa 17 bis 18 Milliarden aufgespeichert hat. Die maßgebenden Finanzpoli- tiEer im Finanzausschuß der Kammer vertraten immer wieder den Standpunkt, es sei ein schlechtes Finanzgebaren, wenn man auf der einen Seite Milliarden aufstapele und auf der anderen ab- lehne, den gerechten Wünschen des werktätigen Volkes nach Steuerermäßigungen Genüge zu tun. Die Stimmung war deshalb aufs höchste gespannt, und was sich heute abend ereignet hat, liefert den Beweis, daß es sich, wie der Vorsitzende des Finanz- ausfchusses der Kammer, der radikale Abgeordnete M a l o y, mit Recht ausdrückte, nicht um eine politische Manipulation handell, sondern um eine steue rt. chnische Frage. Der Antrag auf Pauschalermäßigung der Steuer auf industriellen und kaufmännischen Gewinn für die im Betriebe ihres Mannes arbeitende Frau ging von einem der reaktionärsten Abgeordneten aus, von dem Abg. Denais, der der Marin-Gruppe angehört und jahrzehntelang als Chefredakteur der „Libre Parole* in der Pariser Presse tätig war. Die Tatsache, daß der Abg. Denais selbst, als er die kritische Lage erkannte, erklärte, er werde gegen seinen eigenen Antrag ftimmen, ändert nichts an der Situation. Die Regierung ist mit fünf Stimmen in der Minderheit geblieben. Wie es scheint, hat die gestrige Kampfansage des Abg. Chautemps, des Vorsitzenden der radikalen Kammerfraktion, einen großen Eindruck auf die Regierung gemacht, vermutlich aber auch auf die Gruppe Loucheur, von der bekanntlich etwa 15 bis 18 Abgeordnete nicht gewillt sind, eine rechtsgerichtete Politik S3N8 phrase zu betreiben. Nach den parlamentarischen Gepflogenheiten müßte der Präsident der Republik den Abg. Chautemps mit der Kabinettsbildung betrauen. Ist das möglich? Darüber kann im Augenblick keine Auskunft gegeben werden, da bei der Lösung der Kabinettskrise unter Umständen die Tatsache mitspielen könnte, daß man mitten in der Londoner Seeab - rüstungskonferenz steht. Der Präsident der Republik könnte unter diesen Umständen dies zum Vorwand nehmen, um Tardieu zu bitten, die Kabinettsbildung wieder zu übernehmen. Geschieht das nicht, dann liegt es nahe, einen Versuch zu machen wie den, der der rechtsradikale Senator C16- m e n t e l bei der letzten Kabinettskrisis unternommen hat, ohne daß unter den Nachwirkungen der mißglückten Versuche Daladiers ein Kabinett der Linken zu bilden, feine Bemühungen Erfolg hatten. Auf alle Fälle hat die Erfahrung der letzten Monate gcz:igt, daß eine Ausschaltung der stärksten bürgerlichen Partei, der Radikalen, nur dann möglich ist, wenn man absichtlich eine wenig stabile Lage schaffen will. Der Präsident der Republik, wird also logischerweise, auch wenn Tardieu nochmals die Kabinettsbildung übernehmen sollte, di:sem e.npfehlcn, seine Bemühungen darauf zu richten, die Radikalen in das neue Ministerium ein- zubegreifen. Der Verlauf der heutigen Sitzung hat dies jedoch erschwert. Es lassen sich bestimmte Voraussagen nicht machen, da nach der Zusammensetzung der Kammer ein unter radikaler Leitung stehendes Konzentrationskabinett nur dann möglich ist, wenn es bis in die Reihen der M a g i n o t - G r u p p e hin- ein Tlnterstühung findet, da ja die Sozia- listen sich fe st gelegt haben und wohl die jetzige Situation nicht als die außergewöhnliche Situation ansehen werden, die der nationale Kongreß als das Kriterium für die Beteiligung an einer bürgerlichen linksgerichteten Regierung festgelegt hat. Sollte der Präsident der Republik, wenn eine Konzentration nach links keine Aussicht auf Erfolg hat, etwa an Poincar 6 denken? Das wäre sicher nur der äußerste Notbehelf, wie ja bi brr letzten Kabinet.s- bildung die Konzentration auch der äußerste Notbehelf war. Das Vergleichsverfahren bei der Bank für deutsche Beamte angenommen. In der Gläub'.gerversammlung der Dank für deutsche Beamte stimmten von 6393 Genossenschaftsgläubigem, die ein Kapital von 3 215 648 Mark vertraten, 3848 mit einem Kapital von 2 583 712 Mark f ü r bie ßiquibation. Dm ben reinen Gläubigem, deren Zahl 8591 mit zusammen 7 574 000 Mark Forderungen betrug, stimmten 6350 mit 6 166 932 Mark Forderungen für die Liquidation. Der Vergleich ist damit angenommen. Oie Wetterlage. Bär iaycn. 55 Oslo ADcrdecn- Vai: Still; rjnKf, Paris Cpruna Montaa, PeDruar. 1931 ©woiKtntoi. onrtrer. (jnaiD Dedecut.0 »raiiug. • ordern * Schnee a Graupeln a «cdci R Gewitter (§)windMine.«(>. sehr eiente» Ost ^5 nasstge» Südsüdwest Q stürmische» rtordwesl Oie fteiie fliegen mit dem winde Sie oeiden Stationen Menenden Zahlen gehen die Temperatur an Pie Linien eerpindeo Orte mit gleichet^ tut Meereson/eau umatrtfbattto uifldruca Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet hat sich sowohl verstärkt, als auch wesentlich an Ausbreitung über Zentraleuropa gewonnen. Sein Kern über Südskandinavien läßt Barometerstände von über 780 mm erkennen. Der Hochdruckeinfluß bringt Deutschland kontinentale Luft, in deren Bereich namentlich später bei gleichzeitiger südöstlicher Verlagerung des Hochs außer stellenweiser Rebelbildung, vielfach Aufheiterung zu erwarten ist. Die neue Störung, welche vom Ozean heranrückt, dürfte das Hoch zwar an seiner Nordseite wieder abbaum, jedoch wirkt sich zunächst der Hochdmckeinfluh selbst die nächsten Tage auf unsere Wetterlage aus. Wettervoraussage für Mittwoch: Dewölkt mit Aufheiterung, weiter Nachtfrost, meist trocken. Amtliche Wintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, minus 6 Grad, 26 bis 27 Zentimeter Pulverschnee, Spvrtmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. — Herchenhaincr Höhe: Klar, minus 4 Grad, 21 Zentimeter Schnee, verharscht, Sport- moglichkeit für Ski und Rodel sehr gut Sauerland. Winterberg: Dewölkt, minus 6 Grad. 25 Zentimeter Pulverschnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut Schwarzwald. Feldberg: Rebel, minus 7 Grab, 115 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Wieben 5*,rn' des roßen ?bi. ^°ber2^.°us d.eLÄlSbis e,reiäen. t» tiF's paP§ *Ste; Jw bitten, bie? !L°LT ?K°r M 8^ toenn man Jollen will. ’rö also logischer. >-°ls die"L 'r^EMlcn. r'-trn, öie 2?a, ViUum ein. ISJ Mutigen 6iu _?8 lallen sich be- “Wi da nach der et e'n unter rabi» MntrativnSkabmett 1 e« biS in die '.Truppe hin. l io die Sozia, eben und wohl die >e außergewöhnliche die der nationale ur bie Beteiligung loteten Regierung ihbent bet Aepu- nach links keine an lineare bet äufjuh Wen Äabinet.i. ■ bet äutzeche Hol- csahteu amte angenommen, hmg der Dank für )on 6393 Genossen« apital von 3215 648 einem Kapital von iquidation. Don ren Zahl 8591 mit Zorderungen betrug, Mark Fordenmgen Berglei^ i ft damit lNt. _ Mi 16 0 [V > haMSfe; -————-t =®i,an mS i» 3 ^hSneni^ tschland DJ*' itnenM Hpchr rlag^« Ob Sie 5m8 N rft t>üd*e :^och «».fil#* 6tU“ Mt ««*■ *■ obiW; «w ^.*v w* -rAs& Nachdruck verboten Obn» 65ftröbr 17. Rebruot 1930 8. äiebunpsteg 14651i 4381 6327 9686 206 ÖftD.nn. ,u 300 M 2145 2872 80126 83382 86051 96603 96670 98771 Prämien zu fe Im Gewtnnrode verblieben: 2 139797 191679 285836 356878 78859 100460 147328 164056 184306 211816 237536 256685 288167 300617 319466 340008 361536 376781 17199 36205 62975 77204 105314 115984 138042 166179 198014 224776 242700 273821 300923 321812 346540 388092 144400 213733 306854 395840 107731 148735 163852 192081 213182 244247 257532 288841 304379 320581 345024 361722 377316 113233 151308 169572 193123 214400 243958 270043 294538 308387 332605 348711 364913 384330 117298 160064 177712 194676 215049 254722 273039 296159 313909 336060 348754 364993 385933 130874 160854 179541 199009 217385 256181 280648 297821 314521 337712 357384 372303 397902 29296 46905 74858 95637 35503 50218 75005 96317 112361 135381 151233 191390 223986 240601 265910 292339 320352 346028 378245 106914 116095 140408 161023 199940 230181 244422 281488 303507 334602 362801 392848 110987 122203 145246 175587 205557 233895 264169 289835 309277 337160 372841 399191 28007 41916 71295 93661 111913 133726 149905 176724 223362 236345 264701 291919 311590 340896 377262 110827 120761 141161 164787 201457 231973 255157 232016 303682 3364I5 363130 394268 18857 20090 20748 36318 37750 41623 53428 61954 68729 78957 92891 93651 5000(10, 2 Gewinne zu je 500000. 2 zu ie 800000^ 3 zu je 20O000. 4 zu je 7500, 2 zu je 50'00. 12 zu je 25(00. 56 zu je 10000. 118 zu |i 50t X), 382 zu ,e »00, 614 zu je 2000. 1574 zu je 1000. 3380 zu je 500, 8650 zu je 300 M. 134441 162375 182140 199529 229474 256426 284563 300176 316089 339172 358407 372730 16652 23378 26501 27407 30187 49733 60477 52534 65424 65663 58206 66690 69693 73889 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II dauernswerten KindeS gibt natürlich zu Besorg- j nissen Anlaß. " Die deutsch-ruf fische Pamir-Ex - pedition. Man bericht.t uns: Lio Gesell,chaft für Erd- und Völkerkunde vrransta t .te gemein- fam mit den Sektionen Gießen un) Oberhessen des deutschen und österreichischen Alpenvereins einen Vortrag über eine große Forschungsexpe- dition, die im Sommer 1928 von der Rotgemein- schast der deutschen Wi senschast zusammen mit der Russischen Akademie der Wiss.nschaftcn und dem Deutschen und Oesterreichifchen Alpenvor in ausgesandt wurde. Es handelte sich um die wissenschastl'che und alpinist sche Erschießung der Transalailette und des Seltau-Deb.rg^zuges, die das Hochland der Pamire im Aorden und Westen abjchließen. Dieses Hochland umfaßt jen n südlichsten quadrat schen Vorsprung des Ruf i» schen Reiches in Asien, der aus drei Seiten von afghanischem, chir.e ischem und brtiisch-ind'.sll,em Gebiet umschlossen ist. Die Expedition wurde von Herrn W. Rickmer-Rickmers aus Bremen geleitet. Unter den 11 deutschen Vl tgliedorn war der Vortragende, Herr Wien aus München, der der alpinistischen Gruppe angrhilrte. An Hand prachtvoller Lichtbilder schilderte er zunächst die schwierigen Eeiu idungsbest igimgen in dem gebirgigen Winkel zwischen den beiden genannten Gebirgszügen und daraus die Tätig- feit der Expedition in der Seltaugruppe, die zur Entschleierung des längsten Talgletsch rs der Erde führte, des 77 Kilometer messenden Fed- tschentoglctschers. Ueberaus a ftrnvenb und entbehrungsreich war der Vorstoß über e.nrn glet- scherüberslossenen Pah der Seltauwa serfchoide hinab in das westliche Vorland des Gebirges. 3m September wurde schließlich von drei deutschen Mitg'iedem, darunter Herrn W i e n. der Pik Lenin bestiegen, der weit über 7039 M'ter emporragende höchste Gipfel des Transalti, den man bis vor kurzem für den höchsten Berg des Russisehen Reiches hielt, bis der Topograph der Expedition, Dr. F i n st e r w a l d e r, errechnete, daß der.Garmo der Seltauktite noch etwa 50 Meter höher ist. Alles in allem gab der sehr gut besuchte und mit großem Interesse auf- genommene Vortrag ein anschaulich?s Bild von diesem Teil Innerasiens, in dem die vegetationslose Trockenwüste mit ihren kahlen Fels- hängen und Schuftstrl men ohne jeden Ueber- gang in die Eisw.llste der allenthalben über 6000 Meter hohen Gi fei und der gletscherdurchström- ten Täler übergeht. Dr- L- •• Der Evang. Arbeiterverein veranstaltete am Sonntagabend zusammen mit dem Wartburgverein im Markussaal einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Pfarrer Becker gab in einer kurzen Einleitung seiner Freude über die Zusammenarbeit der beiden Vereine Ausdruck, mit dem Hinweis, daß auch der Evang. Bund für die Folge an den gemeinsamen Veranstaltungen teilnehmen werde. Hierauf wurden die Besucher im Geist zunächst zu dem höchsten Gipfel Deutschlands, der Zugspitze, geführt, deren Raturichönheiten in den einzelnen Bildern in bester Weise zum Ausdruck kamen. Interessant waren dabei die Darstellungen über den Dau und die Tragfähigkeit der auf österreichischem Gebiete bereits bestehenden Zugspitzbahn. Der zweite Teil des Vortragsabends beschäftigte sich mit dem Eisensteinbergbau in unserer engeren Heimat, nämlich im Gebiet Lahn, Dill und Oberhessen. Rach einer kurzen Erläuterung über den Umfang des Eisensteinbergbaues und die Verhüttung in diesem Gebiet wurden zunächst eine Reihe von Lichtbildern gezeigt, welche die landschaftlichen Schönheiten veranschaulichten. Es folgten dann eine größere Anzahl Bilder, welche die Gewinnung, Aufbereitung, Verladung, sowie den Transport der Eisenerze darstellten. Besonders interessant war dabei das Leben und Treiben unter Tage, das die Schwierigkeiten deö Decg- mannsberuses voll und ganz erkennen ließ. *• K a f h o l. Iungmännerverein und Deutsche Iugendkraft, Abteilung Gießen. Der Kathol. Iungmänn.rocrin und mit ihm die Deutsche Jugendlrast, Abteilung Gießen, veranstalteten, wie man uns berichtet, am Sonntagabend im Kath. Dereinshaus einen Familienabend. Giii vorzüglich zusammengesetzt tes Programm, das auf eine sorgenbrechende Stimmung eingestellt war, hat feine Wirkung nicht verfehlt. Der musikalische Teil wurde von der noch jungen Kapelle des jungen Gemeinde- orchesters bestritten, welche unter der Leitung des Kaplans ® re mm ein flottes Spiel bot. Zwei Schwanke fanden durch das gute Zusammenwirken der Spielerschar eine gelungene Wiedergabe. die große Heiterkeit auslöste. Auch die übrigen humorvollen Einlagen fanden den Bei- ; fall des vollbesetzten Hauses. Oberheffen. Schwerer Llnglücksfall in Lollar. H Lollar, 18. Febr. Gestern abend gegen 8 Uhr wurde In der oberen Hauptstraße, in der Röhe des Bahnüberganges, der Reifende Schä - f e r von der Holzhandlung Dürr & Co. in Gießen von einem Personenauto angefahren. Dr. Schlapp und Dr. Schwalm stellten einen doppelten Schädelbruch fest und veranlaßten die Ueberführung des bedauernswerten Mannes mit dem Sanitätsauto nach der Chirurgischen Klinik in Gießen, wo er in ernstem Zustande darniederliegt. Polizeiliche Ermittlungen wurden sofort aufgenommen. — Wie wir von beteiligter Seite hören, ist es zweifelhaft, ob der Verunglückte von dem Kraftwagen angefahren worden ist. Es bestünde auch die Möglichkeit, daß der bedauernswerte Mann auf dem glatten Wege ausgeglitten und unglücklicherweise gerade gegen das vorüberfahrende Auto gestürzt ist, was er selbst auch wiederholt ausgesagt hch. Landkreis Gießen. X Wieseck, 17. Febr. Der gestrige Unter« haltunasaberd des Frauen-Cyors im Saale von Betz erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuchs. Der Chor bot unter Leitung seines Dirigenten Philipp Groß sechs mit bekannter Güte und Sorgfalt vorgetrogene Chöre. Mundartgedichte, heitere Zwiegespräche und Duette, sowie ein flott gespielter Einakter wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen; den übrigen rnusikal schen Teil des Abends bestritten in gutem Zusammenspiel Gustav Weller (Klavier) und Karl Decker (Violine). Eine Verlosung füllte die Pause aus, Tanz machte den Schluß. : Beuern. 16. Febr. Gestern nachmittag hielt die hiesige Spar- und Vor schuß - kasse I, e.G. m. b. H, im Saale des Mitgliedes K. K. Sommerlad I. ihre diesjährige ordentliche Generalvers ammlun g ab. Die Rechnungs- Aus der Provinzialhauptstadt ; Gießen, den 18. Februar 1930. Letzten Endes. „Letzten Endes" sind Gedankenlosigkeiten, kein Verbrechen Aber vorletzten Endes? Ach was. das gibt es nicht. Also kann es auch kein letztes Ende geben. Ende ist Ende, basta. Und doch wird soviel des „letzten Endes" angewendet. Was ist nicht alles „letzten Endes". Die Rot unterer Zeit geht letzten Endes auf den verlorenen Krieg zurück Bein das ist nur vorletzten Endes. Denn letzten Endes besteht eine Rot der Zeit, weil wir sie noch nicht überwunden haben. Hätten wir sie überwunden, bestünde sie letzten Endes nicht mehr. Letzten Endes muß der Käse, der soeben im Laden getauft wurde, etwas teurer fein als der, den wir direkt vom Erzeuger beziehen. Aber vorletzten Endes stimmt daS auch wieder nicht, wir müssen letzten Endes die Umständlichkeit emeS solchen Bezugsverfahrens in Rechnung stellen, und so hat letzten Endes zwar der Händler einen Gewinn, aber wir haben ebenso letzten Endes ■ auch unseren Vorteil davon. Genügt das, um zu zeigen, daß „letzten Endes" ein ganz gedankenloses Modewort ist, dem man „letzten Endes" nur begegnen kann, wenn man es verfolgt, wo immer man kann, und das man mit Stiel und Stumpf ausrotten sollte? Cs ist nicht das einzige der Modewörter unsinniger Prägung. 2 brr „letzten Endes' kann man nicht verlangen, daß man mit einem Dch age allen diesen Ungetümen den Garaus macht. Wenn man nur erst mit einem fertig geworden ist. so radikal fertig, daß man es nicht mehr in den Wund nimmt, geschweige schreibt, dann ist schon eine kleine Schlacht gewonnen. Gegen die anderen kann man dann ebenso etappenweise vorgehen. „Letzten Endes" wird es schon gelingen, mit diesen Geistern des Unfugs fertig zu werden. Und „vorletzten Endes?" Und „vorletzten Endes? Und fo fort? . _ . Schließlich — aha, hier ist ja ein Wort, das dafür auch brauchbar und kein Unsinn ist — also schließlich kommt doch einmal der Tag, da man sich lieber die Zunge abbricht als ein „letzten Endes" zu gebrauchen. Es ist aber nicht nötig, mit der Zunge so rücksichtslos zu verfahren, wenn auch Philosophen behaupten, daß sie viel schuld ist an der Leichtfertigkeit des Wortgebrauchs, mit anderen Worten, daß sie oft zur Scheidemünze macht, was Gold sein könnte. Aber letzten Endes — nein, schließlich könnten w r auch ein andermal davon sprechen. S. Aus der Solmser Geschichte. Am 13. Februar hielt Archivrat Uhlhorn, Marburg, im Oberhessischen Gcschichtsverein zu Gießen einen Vortrag übet »Die geopolitischen Grundlagen der Solmser Geschichte und ihre Auswirkung i mM i t- telaltcr.“ Der Redner erläuterte zunächst an Hand von Lichtbildern die geographische <5trut» tut der ehemaligen Solmser Stammlande, d. h. der westlichen Hälste des heutigen Kreises Wetzlar. Das Gebiet setzte sich aus drei Siedlungsgebieten zusammen, der Hochebene südlich der Lahn, die mit dem Flußtal selbst im engen Zusammenhangs stand, dem Dilltal und der von beiden fast ganz abgeschnittenen Altenkirchener Hochebene. Dementsprechend sind auch die Burgen des Landes verteilt: Burgsolms, zu dem Anfang des 13. Jahrhunderts Braunfels kam, Wer- dorf und Königsberg. Ursprünglich bildeten diese drei Gebiete mit dem um Weilburg, um Klee- berg und dem Gießener Becken eine zusammenhängende Grafschaft, die sich auf den in laro- lingifcher Zeit bestehenden Erdagau stützt. Dessen Umfang Ist wiederum durch das Archipresbyterat Wetzlar zu erschließen. Rach dem Sturz der Konradlner, die lange Zeit die Herrschaft über diese Grafschaft ausübten, kam sie nach Absplitterung eines bedeutenden Teiles des Gebietes um Weilburg um das Jahr 1000 an Worms, in die Hände der Grasen von Gleiberg, die wiederum das Land um Kleeberg an eine Seitenlinie abtraten. Innerhalb dieses Hauses brach aber um 1100 ein Bruderkampf aus, in dessen Verlauf 1103 der Gleiberg zerstört wurde, und der im folgenden Jahre nur durch eine Teilung geschlichtet werden konnte. Die westliche Hälfte findet sich spater in den Händen des letzten Gleiberger Grafen Wilhelm, der fie an die Pfalzgrafen von Tübingen und die Herren von Merenberg vererbte. Die östliche Hälfte dagegen erhielt wahrscheinlich der Vater, der wenig bekannte Graf Otto von Gleiberg. Dieser letztere muß, wie aus mancherlei Gründen angenommen wurde, eine Erbtochter des Herrn Marquard von Solms, den die Schifsenberger Urkunde von 1129 nennt, geheiratet haben. Er brachte Land und Grasenrechte mit, nahm aber feinen Wohnsitz auf Burgsolms und nannte sich seitdem Graf von Solms. Demnach ist er als der Stammvater ön der heutigen Nachmittogsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 »ttplnne m 6000 -TR 379135 10 »etptnne «u 3000 OL 54756 126624 161187 281912 336174 4 »tto.nnt fu 2000 M. 85846 258406 34 ®e»inn» |U 1000 =m. 2190 7320 20988 28217 29744 42295 48366 100855 131409 135914 181835 223966 285877 305322 340783 379832 399884 52 ®»tr>inn» .u 600 •)>(. 23336 29478 40884 66248 64939 70244 72123 75930 108724 110'72 132500 148340 164700 186270 241806 243567 272736 293820 299451 305007 328650 331694 349963 361010 361804 369305 206 »etn nn« au 300 211 480 2289 5242 8293 8307 •* Um d i e hessische Gewerbe st euer d e r A e r z t e. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof beschäftigte sich am Samstag in einer sehr ausführlichen S.tzung mit der Frage der Heranziehu-g der Acrzte zur hessischen Gewerbesteuer. Die Sache wird von dem Darmstädter Arzt Dr. W i ß m a n n durch. gefochten, der mit seiner Klage beim Finanzamt und Finanzgericht sich nicht durchsetzen konnte. Nach mehrstündiger Verhandlung verschob der Verwac- tungsgerichishof die Urteilsverkündung auf den als Gegenburg bauten, nützte nicht viel; Hessen blieb, auf Wetzlar gestützt, in langsamem aber siegreichem Vordringen. 1361 verständigte es sich mit Rassau über die Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären, wobei die Kölner Heerstraße Grenze wurde. Solms mußte nun einen Zweifrontenkrieg führen. Graf Johann IV. von Burgsolms verstand es in Offensivstößen, wobei er auch einmal vorübergehend Wetzlar in feine Gewalt b tarn, Cuft zu gewinnen Infolge der dauernden Fehden aber v rödete die Kölner Heerstraße vollkommen; die Kaufleute nahmen den sichereren Weg über Diez. Dadurch verloren jedoch die einst so lockenden Kricgsziele an Wert. Man liquidierte Ende des 13._ Jahrhunderts das ganze Unternehmen und überlieh Solms den Greifenstein. Die Grafen von Solms erwarben wenig später in der Wetterau große Besitzungen durch die Falkensteiner Erbschaft und verlegten nun ihren politischen Schwerpunkt hierher. Die Solmser Stammlande sind erst wieder d irch die mod rne Verkehrsentwicklung wirtschaftlich aufgeblüht. Gietzcncr Wochenmarltpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das 'Pfund: Butter 140 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 63 bis 140; Wirsing 15 bis 30; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 10 dis 20; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 30 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 20; Rosenkohl 30 bis 35; Feldsalat 150 bis 180; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 70; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 41/, bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Ripse 50 bis 80; das Stück: Tauben 70 bis 80;'Eier 13 bis 14; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 25 bis 30; Endivien 40 bis 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4; Wirsing 12 bis 15; Weißkraut 7 bis 8; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mark. Bornotizen. — Tagöskalender für Dienstag. Stadttheater: „Wie es euch gefällt", 19.30 bis 22 injr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die weiße Schwester von St. Deith" und „Das rote Schwert". — Astoria-Lichtspiele: „Casanovas Erbe". . . — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Wie es Euch gefällt" beginnt um 19.30 Uhr. — Morgen, Mittwoch, 19. Februar, wird zum letztenmal die Operette „Gräfin Mariza" von Kalman gegeben. — Freitag, 21. Februar, erste Wiederholung des Lust- spiels „Wie es Euch gefällt" von Shakespeare. — Sonntag, 23. Februar, 18.30 Uhr, Fremdenvoistel- hing zu ermäßigten Preisen „Die andere Seite". — In Vorbereitung „Weekend im Paradies", Schwank von Arnold und Bach, „Die Heilige Flamme", Schauspiel von Maugham (Gastspiel Auguste Prasch. Greoenberg). __ , — Kasperltheater. Am Mittwoch, 19. Februar, wird Kasperl im großen Saale des Kath. Dereinshauses seine tollen Streiche aus- führen. 2Ule großen und kleinen Kinder find eingeladen. Siehe heutige Anzeige. dn bei heutigen Vonnsttaaszlebung wurden Gewinne übet 150 M. gezogen 2 S«winv« iu IOOOO Di 108576 4 «ttoinnt eu 3000 M. 294125 322083 12 ffemmnf »u 2000 TI. 16188 64774 112030 205960 248167 289'81 48 S.w'nn« ,u 1000 M. 236 20600 69987 65746 76095 82501 93070 '62882 17755’ 186136 '99616 203962 213200 244389 259054 302389 306204 318254 331156 334069 340169 384349 388926 392237 des Hauses Solms anzusehen. Seine Rachtommen teilten sich bald in Drei Linien, die sich nach ihren Wohnsitzen Braunfels, Burgsolms und Königsberg nannten. Sie behielten aber den Besitz gemeinsam in Mut- scharung. Die politisch ruhigen Zeiten des 13. Jahrhunderts benutzten fie dazu, ihre Herrschaft im Inneren auszubauen, nach außen aber zu vergrößern. Zunächst durch Pufferstaaten von ihren größeren Rachbarn Rassau und Hessen getrennt, tarnen sie durch Beseitigung der schützenden Wälle in allmählich immer engere BetM- rung mit denselben. Rassau erwarb zunächst WcÜburg und die Herborner Mark, schließlich zusammen mit den «Solmfem die Herrschaft Greifenstein, deren Gebiet man untereinander teilte, während die Burg selbst ein Zankapfel zwischen ihnen blieb. Keiner wollte sie dem anderen lassen, da sie den Schlüssel der Kölner Heerstraße bildete, die von Butzbach über Wetzlar zum Westerwald hin als Lebensader das Land durchzog. Rach der nasfauischen Teilung b.- stimmte der Kampf um die Kölner Heerstraße die ganze Solmser Politik gegenüber Rassau- Dillenburg. während Rassau-W. ilburz nach dem Besitz des südlichen Teiles der Grafschaft strebte, dem einzigen Gebiet, in dem es sich noch ausdehnen konnte. . _ „ In erste Berührung mit Hessen gerieten die Solmser als dieses Mitte des 13. Jahrhunderts Gießen erwarb. Bald entstand daraus offene Feindschaft, zumal als die Grafen auf die Seite des Erzbistums Mainz traten, das das ganze Mittelalter hindurch in schwerem Kampf mit den Landgrafen stand. Rur der Königsberger Graf, der auf der Altenkirchener Hochebene m allzu enger wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Gießener Becken war, schloß sich sehr bald Hessen an. Daß die anderen Grafen den Hohensolms ’• 2?us demGiehenerStandesamts- r e g i ft e r. Es verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. Februar in Gießen. 2. Willy Martin Friedrich Louis Fischer, taufm. Angestellter, 28 Jahre, Roonstrahe 33. 2. Philippine Blick, geb. Geier, Witwe, 52 Jahre, Gnauthstrahe 20. 4. Emma Wörner, geb. Roth, 68 Jahre, Rodheimer Straße 30. 4. Fritz Günther Walter Schmidt, Kausmann, 19 Jahre, Löberstraße 10. 4. Georg Peter Dahmer, Spengler- und Installateur- mcister, 60 Jahre, Reuenweg 40. 9. Clise Bcim- born, geb. Hartmann, 72 Jahre, Wehsteingasfe 16. 14. Minna Wittich, berufslos, 85 Jahre, Lindenplatz 12. 14. Johann Philipp Julius Schulze, Rentner. 78 Jahre, Wiesenstratze 1. •* Sangerehrungen. Für 50jähriae aktive Sangestätigkeit wurden mit der goldenen Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes unter gleichzeitiger Verleihung des Ehrenbriefes des D. S.B. ausgezeichnet: Sänger Karl Dock (M.-G.V. „Konkordia"), Stangenrod, Georg Schäfer („Frohsinn"), Londorf. Für 40jährige aktive Sangestätigkcit erhielten die silberne Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes: die Sänger Hch. Krapf („Liederkranz"), Leihgestern, Hch. Gönnert (M.-G.-V. „Konkordia"), Stangenrod, Karl Fay IV. („Liederkranz"), Gedern, Fritz Jäger und Karl E m r i ch (M.-G.-V.), Hirzenhain, 2ohs. Velten („Liederlranz"), Leihgestern, Georg Habermehl und Wilh. Mehendorf (Harmonisches Kränzchen), Schlitz, Ioh. Karl Funk („Polyhymnia"), Beuern. ** D i e Universitäts - Bibliothek fordert zur Rückgabe aller vor dem 20. Januar entliehenen Bücher zum Zwecke der Jahresrevision auf. Letzter Rückaabetermin ist 15. März. An immatrikulierte Studierende richtet sich diese Aufforderung nicht. Man beachte die heutige Anzeige. •• Schottischer Liederabend. Man schreibt uns: Am Freitag, 21. Februar, um 20.30 Uhr pünktlich, veranstaltet das Englische Seminar der Landesuniversität im Musiksaal des Realgymnasiums einen schottischen Liederabend, bei dem Miß Hclolse Russell-Feraussen schottische und englische Lieder zur Harfe fingen wird. Die obbligati Cello-Begleitung wird von Miß Marie Bare aus- geführt, den Klavierpart hat Frau Prwatdozent Dr. Gerber (Gießen) übernommen. Die Künstlerin, die von der englischen und deutschen Musikkritik sehr günstig beurteilt wird, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alte schottische und englische Dolksliederdichtung zu pflegen. Es wird interessant sein, diese musikalisch wie textlich gleich reizvollen Lieder kennenzulernen, auf deren Bedeutung in Deutschland zuerst Herder hingewiesen hat. Näheres in der Anzeige am nächsten Donnerstag. * Schwer verbrüht. Mit schwärm Verbrühungen wurde gestern das 2Vs 2ahre alte Kind einer hiesigen Familie in die Chirurgische Klinik eingeliefert. Das Kleine hatte m der Küche einen Topf mit kochendem Wasser vom Herd herabgezogen und sich dabei Arme und Deine stark verbrüht. Das Befinden des be- 62 D-w'nn« »v 600 M. 6903 17491 22049 26380 45181 46308 64209 89301 90108 118176 124488 ----- ------ j65638 172858 18574» 228897 229190 269309 270235 323127 327696 344883 346395 ablage für 1929. die mit einem Gewinn von 1791 Mk. abschließt, wurde einstimmig gutgeheißen und der Entlastungsantrag genehmigt. Von dem Gewinn sollen 18,Prozent SiDibeme auf die eingezahlten Geschäftsanteile gewährt werden. Die Wahlen hatten das Ergebnis, daß Kontrolleur Förster i. R. Hch. Koch 11. als Vorstand, und Jakob Schomber als 2lufsichtsrat einstimmig wiedergewählt wurden. Für das in 1929 verstorbene Ausslchtsratsmitglied Gen e nde- rechner Gg- Stein wurde Karl Krämer neu in den Aufsichtsrat gewählt. Die Genossenschaft, welche dem Verbände der Hessischen Landwirt- schaftl'.chen Genossenschasten angeschlos'en ist, hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr einen starken Aufschwung genommen. Der älmsatz betrug im Jahre 1929 512 000 Mk. gegen 357 000 Mk. im Vorjahr. Die Mitgliederzahl ist von 63 auf 80 angewachsen. Die Spareinlagen erhöhten sich von 46 700 Mk. in 1928 auf 68 500 Mk. in 1929. — Bei der Submission von Fichten- Stammholz aus dem hiesigen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Los 1 Klasse la 18 90 Mk., Los 2 Kl. Ib 20,95 Mk., Los 3 Kl. Ib 19,50 Mk., Los 4 Kl. Ha 22.10 Mk, LoL 5 Ila 21,50 Mk., Los 6 Hb 24 Mk., Los 7 Hb 24 Mk., Los 8 Illa 26 Mk., Los 9 Illa 26 Mk., Los 10 IHb 28 Mk.. Los 11 IVa 32.90, Tannenstämme Los 12 Ib 15.90 Mk. Es wurden zehn Offerten abgegeben. Die fubmittiertc Festmeterzahl betrug zirka 360 Festmeter, etwa ein Drittel der diesjährigen Ernte. 5 Harbach, 17. Febr. Dieser Tage fand die Versteigerung der Massegrundstücke unserer Feldbereinigung statt. Der Erlös betrug etwa 72 000 Mk. und ist höher, als erwartet wurde. Die Arbeiten in der Gemarkung, die durch die Verlegung der Wege und Grundstücke bedingt sind, wurden durch das gün- - ftige Wetter ermöglicht und sind gut vorgeschritten. Rur viel beanstandet 'wird es, daß zwer wichtige Feldwege für den Gebrauch der OrtÄ- einwohner so verlegt sind, daß sie nicht mehr gebraucht werden können. Der Weg nach Grünberg, der sehr gern gegangen wurde, ist jetzt sehr unpraktisch geworden, und der Weg, der als Kirchweg auf den Wirberg benutzt wurde, ist völlig in Wegfall gekommen. Man muß nun die Chaussee und Staatsstraße benutzen, was einen ilmtoeg von mindestens 20 Minuten bedeutet. Die Kinder, die zur Konfirmandenstunde nach Wirberg müssen und die Besucher der Kirchspielgottesdienste auf dem Wirberg haben den Schaden davon. Kunst und Wiffenschafi. Hundert Jahre Darmstädter Kunst. Anläßlich der Jahrhundertfeier der Stadt Darmstadt wird der Kunstverein der Stadt Darmstadt eine retrospektive Ausstellung veranstalten, bei der Gemälde Darmstädter Maler von 1 730 bis 1 830 aus öffentlichem und privatem Besitz gezeigt werden sollen. Besitzer von Kunstwerken der bezeichneten Periode, die gesonnen sind, ihren Besitz über einige Sommermonate zur Verfügung zu stellen, werden gebeten, sich mit Herrn Grafen von Hardenberg, im Schloß, Eingang vom Markt, in Verbindung zu sehen. In Frage kommen Werke folgender in Darmstadt tätiger Maler: App, Armbrüster, Castner, Edelmann. Eger, Chr- mann, Fiedler, Fohr, Frisch, Gläser, Hagelgans, Hill, Hirschberger, Issel, Koernlein, Lau- bacher, Frhr. von Löwenstern, Lukas, Michel, Rodingh, Samhammer, SandHaas, Schiklbach, Heinrich Schmidt, Schneeberger, Schnittspahn, Seekah, Sonntag, Spengler, Strecker und Susemihl. (ÄerrlnnauMUfl 5. Rlofie 34 Pieutzisw-Lüddeutsche (260. Preuß.) ftlafien-ßolterie U Unser innigstgeliebter Vater Herr Heinrich Amend sen 01139 Wetzlar, Aumühle, Bochum, 17. Februar 1930. Die Beerdigung findet in aller Stille statt 1404b| Utphe, den 17. Februar 1930. 312V Abende der beliebte 01137 Gesellschafts-Tanz Oie Direktion: (Sbel I425D Gießen, den 17. Februar 1930. Hurra, Kaiperle Hi da! guter Aomtlte. [1431D «HD 1<12D wurde heute nachmittag 3 Uhr nach einem arbeitsreichen Leben im 71. Lebensjahre durch einen sanften Tod erlöst ADLER FAVORIT Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Februar, nachm. 3% Uhr statt. -■ ____________ I426D Morgen Mittwoch, 4 Uhr Tanz-Tee Prof.A.Stagura, und andere Kunsthandlung Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bittet man Ab stand nehmen zu wollen. In tiefer Trauer: Katharine Eichenauer Wilhelm Eichenauer und Frau Johanna Götz geb. Eichenauer und Gatte Toni Eichenauer. In tiefer Trauer: Willi Amend und Frau Mia geb.Klingelhöfer Dr. Walter E. Lucht und Frau Milli geb. Amend Erich Schniewind und Frau Gusti geb. Amend Toni Amend geb. Weyer, ,München 1418D Liebe Kinder! Am Mittwoch, dem 19. Februar, nachmittags 4.15 Uhr, erwarte ich euch alle im groben Saale des >Kath Vereinshauses«. Es wird tabelhatt. — Bringt zur Deckung der Unkosten 15 Pfennig mit Euer Freund Kasperl Larifari« Wir können zwar keinen Adler*Wagen verschenken doch laden wir Sie höflichst ein, sich selbst davon zu überzeugen, daß jeder einzelne Adler-Wagen sein Geld werf ist — „auf eine Mark genau"! Alle Adler-Wagen besitzen Öldruck-Vierradbremsen, Zentral- Chassis-Schmierung, Stotzstangen vorne und hinten, Stossdämpfer an allen vier Rädern, 50 Liter Hecktank mitUnterdruckförderer, elektrischen Scheiben • Wischer und beiderseitigen elektrischen Fahrtrichtungsanzeiger. Heute morgen um 5 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden unerwartet und plötzlich mein lieber, herzensguter Mann, unser treusorgender Vater und Schwiegervater Herr Karl Eichenauer Schtchtführer bei der Gewerkschaft „Friedrich", Trais-Horloff im 48. Lebensjahre. Die Angestellten und Arbeiter des 1. Batl. Infant.-Regiments 15. । »2 )U Reichögräflich von Plcttenbergschc WeinkcUereiverwaUung, Kreuznach GJfbcmlb.) 450«00 Stock Eigenbau LsmV sucht Mitarbeiter an allen Plätzen. Verlangt: Tadelloser Ruf. oute Beziehung, in Privalkreiien. Geboten. Hobe Prov..b. Er olg Lebensstellung. tsiir penf. CffiAtere, Beamte auch neben erullich möglich, toroftc Verticust Möglichkeiten. AuSf. Angebote erbeten, möglichst mit Referenzen. (SeörOöerSdinilöl. OroB-Selöa Textil', Kurzwaren, Konfektiou. Todes-Anzeige« Heute nachmittag 4.45 Uhr verschied nach lancem, schwerem Leiden im Alter von 47 Jahren meine hebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwäg rin und Tante Frau Marie Schütz geb. Zecher. In tiefer Trauer: Wilhelm Schütz und Kinder Familie Zecher VII. Familie K. Klinkei K. Zecher. Gießen, Staufenberg, den 16. Februar 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Fehr- nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 410D Heinrich Wagener, Gießen Haus Schwarz, Fernsprecher 4120 faß, : fäeumajensit! Am Sonntag, dem 16. Februar, 14.15 Uhr, entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Herr Philipp Wolf im 68. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Wolf geb. Appel und Kinder. Gießen, den 18. Februar 1910. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Februar, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Nachruf. Am 16. d. M. verstarb unser lieber Kollege Philipp Wolf Wir betrauern in dem Heimgegangenen einen langjährigen Kollegen. Sein Andenken werden wir in Ehren halten. 3ch erkläre hiermit, bah meine rheumatischen Schmer,:o, Ischia und Sexenschub noch h,uwa- Sensit war das Beste. Wilhelm Dietrich io 3t. RH-urno.Scustt v. K p. 7!r. 433023 wird viel- taus ndsach gelobt und ärztlich »mpsoblen. Die Tube lostet 80 vfo., d.e voppe tube X3L 130. Machen Sie sofort einen Versuch. Tlneuma. Sensit ist tu allen Apotheken und Drogrrteo zu haben. Verkaufsstellen: German o-Vrogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße 39 Raifer-Orogtrie Ernst Tloll, Llndenplah 5 Nroaeo-Drogerie Sebr. Michel, Walltorflraße 29 Löwen-Droaerie W. Kilbinger 7la(^,, EclterSweg 19 a Med.ztnat Drogerie Haus Hindenburg, Seltersweg 68 a. e Tieftrauemd teilen wir mit. daß am 16. Februar 1930 unser lieber Kamerad Philipp Wolf nach längerem Leiden verschieden ist Das letzte Ehrengeleit geben wir ihm am Mittwoch, dem 19. Februar, um 2.45 Uhr nachmittags, auf dem Neuen !• riedhof. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 1429D Der Vorstand. ttataiiziige u. Dominus ZU verleiben. [01106 Die elegantesten n. or'ginellsl. Kostüme neiS am Vager. Kopfbedeckungen in Papier. Stoff und Filz, sowie Gesichtsmasken u. alle Karneval-Artikel in größter Auswahl Karnbach, Kaplansgaffe 27. Seff. Unloerntöts-BiöIioWet ließen. Sämtliche aus der Üniversitäts* Äibliothek vor dem 20. Ianuar 1930 entliehenen Äücher (mit Ausnahme der von immatrikulierten Studierenden entliehenen) sind bis spätesiens 15. März 1930 zurückzugeben. Ausstellung von Gemälden erster Künstler: Prof. E. Liebermann LViv warmen Sie ZhrenÄewerbungen aut Anzeigen ohne Namen Zeugnisse, Urkunden od sonst wichtige Papiere belzufügen! Abschriften genügen zur Ctnl.itung o. BnflellunqSverhand* unaen. Ost Ist und der Austragaeber unbekannt undin bltfcn^dllen können wir nicht« tun für d. Wiedererlangung de» Bewerbungsunterlagen Gletzener Slnreßgev oünoered l01lM Mädchen vom Lande in klein, •vouebnlt gesucht. Frau Else Metzer, Sievbansir. 26 I. Kaulmännische Lehrstellen gesuch t! Ungefähr 60 nicht mehr fortbildungsschulpflichtige, abgehende Schüler der hho Oellenlliden Handelslebranstalf der Industrie- und Handelskammer Gießen, mit gediegener Fachvorbildung und guter Allgemeinbildung. suchen zum 1. April d. J. Lehrstellen. Näheres zu erfahren durch die Schulleitung. Gießen. Nordanlage 15 (Kaufmännisches Vereinshaus). Telephon Nr. 2129. Sprechstunden: Mittwochs und Samstags, lll/3 —12*/, Uhr. GiefeenerKonzertverein Montag, den 24. Februar, 20 Uhr,in der Stadtkirche ACHTES KONZERT MOZART REQUIEM für Soli, Chor, Orchester und Orgel Leitung: Dr. Stefan Temesvary Der akademische Gesangverein — Das verstärkte Frankfurter Kammerorehester des Reichsverbandes deutscher Berufsmusiker. - Solisten: Grefe Korten (Elberfeld) - Irmgard Heermann - Max Meili (München) - Erich Meyer- Stephan (Frankfurt) - Johannes Nebeling (Orgel) Eintrittskarten: RM. 5.-, 4.- und 2.50 bei Ernst Challier (rernruf 2671) und abends an der Kasse. 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Es hat dieselben düsteren Gassen wie alle diese mittelalterlichen Seestädte, es hat seine Mauerwälle, die über dem Meer hinlaufen und eine weite Sicht auf die hohe See freigeben. Es ist immer von großem Reiz, in diesen Winkeln umherzustreifen: ober die Eindrücke wie- Verholen sich leicht und verlieren an Gegenwärtig- feit, wenn sich das eigentliche Leben einer Stadt bewußt in andere Viertel hinüberflüchtet. Ich habe — ganz im Gegensatz zu Neapel — in diesem alten Bari immer den Eindruck gehabt, daß seine Bewohner nur noch ungern in ihren engen Gassen und engen Häusern wohnen. Auch habe ich bei ihnen niemals eine besondere Liebe zu den beiden großartigen Kirchen entdecken können, welche dort mitten aus dem Giebelgewirr aufragen: zu der Kathedrale San Sobino und zu der Basilika von S Nicola. Und doch sind es nur diese beiden Bauten, um deret- willen der Fremde hierherkommt, dem kein Geschäft, sondern die niemals müde Sehnsucht nach Schönheit den Weg weist. Was ihn erwartet, kann er kaum ahnen, sofern er nicht weiß, daß die Kathedrale feit fünfundzwanzig Jahren von der namenlosen barocken Verunstaltung, welche sie sich um die Mitte des 18. Jahrhunderts gefallen taffen muhte, befreit wird. Die Arbeiten find noch nicht beendet, aber was schon getan ist, läßt erkennen, welches Wunder an Raum diese Gliederung von Mauern und Bögen öarftellt und welche Beglückung allen zuteil werden wird, die den Tag der endlichen Befreiung erleben. Das Wort - uni) sei es das dichterischste - muh hier versagen Man lasse dem Steine, was nur der Stein künden kann, und dem Bilde, was nur das Bild als Ahnung einer Wirklichkeit zu vermitteln vermag Die Kathedrale steht in Hauser eingeklemmt — aber man kann sie dennoch im Viereck umgehen Immer wieder bleibt man stehen, hingerissen von der Schönheit der romanischen Fenster, die wie große Blumen in den Wandflächen ruhen, wie ein Form-Duft, der gewaltiges Mauerwerk belebt Am unvergeßlichsten blieb mir von je ein Doppelfenster im Turm Der Rhythmus seiner beiden inneren Bögen, die ein schlicht verzierter äußerer Bogen nochmals überwölbt, klingt über alle Zeit und allen Raum in meinem Herzen nach — und fast ebenso mächtig der Gesang jener üppigen Rundung aus tierbelebtem Rank- und Blattwerk, wie sie das eine Fenstertor der Apsis aufweist Hymne aber bleibt der Seele, welche Fläche und Linie in Musik zu wandeln weih, die gewaltige Einheit von S. Ricola. Auch hier ist ein Befreiungswerk im Gang und geht feiner Vollendung entgegen. Auch hier wird eine un- sahliche Sunde wieder gut gemacht, wie sie nur war ein großer Tumult auf dem Markte von Carpentas. »Spuck das Geld aus!" bettelte der Inhaber, der nicht die Ziege behalten und auch noch ein Paket 500-Frankenscheine bezahlen wollte. »Sofort spuck aus!" versuchte er zu befehlen. Die Ziege starrte stumm. Den beiden wurde warm. Roch immer waren ihre Bemühungen ohne Erfolg. Da kam einer der umstehenden Bauern auf die Idee, die Ziege mit einem Pserdehaar am Gaumen zu kitzeln. Das war auch der papierliebenden Geiß zu viel. Sie öffnete ihr Maul und gab das Geld etwas feucht, aber vollzählig wieder — stolz in dem Bewußtsein, dah die Menschen auch eine Ziege manchmal um etwas bitten müssen. Meo- postume ks M Oie Ziege frißt ihren preis. Es gibt Leidenschaften bei Tieren, die man als Kenner und als Mensch, der täglich mit solchen Bestien zu tun hat, wohl beachten sollte. Was die Ziege angeht, so behauptet man, daß sie einmal leidenschaftlich gern Papier fräße und ferner durch ein Streicheln über ihren Hals zu gesteigerter Frehlust angestachelt werde. Hät- ten der Inhaber und der Händler, die mit der hier in Frage kommenden Ziege zu tun hatten, diese Momente beachtet, so wäre ihnen viel Angst und Sorge erspart geblieben Unb nie würde Monsieur Baragaud vor einer Geiß aus den Knien gelegen und sie um eine Gefälligkeit angebettelt haben. Also: die beiden Männer, der Besitzer und der Händler, waren sich einig geworden über die Ziege, die ihren Inhaber wechseln sollte. Es handelte sich nur noch darum, den Preis um einige Franken zu drücken. Herbst in Apulien. Von Albert H. Rausch. VIII. Bari. Dieses ist Bari, die Hauptstadt Apuliens: Ein neues flaches Viertel, sich nach Südwesten zu er- streckend, mit schönen, breiten Straßen und Häusern, wie man sie seit einigen Jahrzehnten in Süditalien errichtet. Viel Stein, viel Balkone, viel Ornament (bas sich aber fast niemals oorbrängt), weite, kühle Vestibüle, lange Zimmerfluchten, sehr hohe Räume. So gebaut, wie es bie viele Sonne und bie oft lange Trockenheit verlangen Murat hat bie Neu- stabt gegrünbet, am Anfang bes 14. Jahrhunderts. Es gibt heute in ihr viele schöne, viele reiche Läben, deren Auslagen sich in Lichtfluten breiten. Auffallend wenig einladende und leicht erkennbare Speifehäufer, ein paar durchaus provinzhafte Gasthöfe und einen, der 'war bie große Gebärbe zu machen versteht, aber roeber in feiner geräuschvollen Halle noch m seinen lauten unb luftlosen Zimmern ein Gefühl Der Heimatlichkeit zu schenken vermag Ein Gasthof für Durchreifenbe, bie es sehr eilig haben. Rur zum Wohnen, nicht einmal zum Essen. Reiche Leute bleiben ba eine Nacht Die wohlhabenben jungen Herren bes Laubes nehmen ihn zum Aufenthalt, wenn sie zu ihrem Vergnügen in bie „Großstadt" kommen. D<. Wunsch Baris, bas Neapel ber Abria au werden, ist sehr groß und auch sehr begreiflich Wie- weit er nur ein Wunsch ist, mögen spätere Geschlechter entscheiben. Bari ist Hanbelsstabt,.unb sehr bebeutenbe. Seine Seele ist sein geräumiger Hafen. Eine besondere Atmosphäre, ein befenberes „cachet" hüt bie Stabt nicht Man finbet in ihr alles, was man als Mensch dieser Zeit braucht, man finbet es leicht und reichlich Inwieweit ihr „Aufschwung" anbauern wirb, hängt von Entwicklungen bes Welt- honbels ab, bie nicht zu umschreiben sinb, hangt auch von ber Machtstellung ab, welche sich Italien - vor allem in ber östlichen Mittelmeerwelt - zu erwerben unb zu bewahren verstehen wirb Der Wille zur Macht ist heute bei allen Italienern sehr groß Die Geschlossenheit unb Einheitlichkeit des staatlichen und onlfbaften Bewußtseins ebenfalls Es ist ost ergreifend zu sehen, mit welcher Leidenschaft des Gefühls ber Italiener an bie bebeutenbe Zukunft fernes Lonbes glaubt, ja wie er sich nicht nur eine besondere mittelmeermäfjige, sondern sogar weltmahige „Sendung" zuerkennt. Und e? ist immer beakicfenb, mit so gläubigen und zukunftsfrohen Menschen in Austausch unb.Umgang zu sein. O1 ... Das alte Bari aber hebt sich auf leichter Anhohe plumper Unverstand eines aufgedunsenen Lebensgefühles begehen konnte an durch sich selbst geheiligter Form. Es wird die ewige Schmach des Barock bleiben, daß es kein Gefühl dafür besaß, wo es Halt zu machen hatte: daß es die Göttlichkeit ihm fremder Rhythmen nicht verspürte und als ewig-gültigen Urklang unbesudelt lieh: dieselbe Göttlichkeit, an der sein ganzer Schwulst zu Schanden wird. Das Hauptportal von S. Ricola schwer und reich in schlichtester Fassade ruhend - ist eines der edelsten in ganz Apulien . . Ein anderes, das Löwentor (porta dei Leoni), trägt einen Streifen mit ritterlichem Turnier unter einem Bogen mit Akanthusomamenten von solcher Einheit und Zurückhaltung der Maße, daß hier ein Aeuherstes an künstlerischer Bändigung erreicht erscheint .. Welche stumme, selbstlose Hingabe an ihr Werk hatten die Steinbildner jener abgeklungenen Zeiten. Welche hündische Eitelkeit hat das Kunstgetue der unseren, das schon die kleinste Leistung mit einem lautgenannten Ramen überdecken muß .. Am linken Seitenschiff des Jnnenraumes steht der Sarkophag des Mannes, der Konradin dem Beil des Henkers überlieferte: des Robert Chyurlia. Er führte den Prozeß im Auftrag Karls von Anjou Auf seinen Ramen fleckt der Mord der niedrigste, der je an einem halben Kind geschah, selbst wenn er. den Todesspruch, den ein Provenzale sällte, den der König gut- hieh, nicht gebilligt haben lallte .. So steigt auch hier in jedem deutschen Herzen der Schatten jenes kaiserlichen Knaben auf — und hüllt den Abschied ein .. Lockend hielt der Käufer die Paketchen mit den 500 Frankenscheinen hin, um durch die Suggestion des Geldes das Besiherherz zu erweichen. Der Bauer aber treulte seiner Geiß freundlich den Racken. Sie wußte ja nicht, um was es hier ging, handelte also so, wie es ihre Voreltern wohl auch getan haben. Sie wollte, angeregt durch daS Halskraulen, fressen und nahm das Raheliegende: das Geld aus der Hand des Käusers. Zweimal bewegte sich ihr Kiefer und dann — blickte sie harmlos wie vorher in die Welt. „Mein Geld — Mein Geld! — Die Ziege hat ihren Preis aufgefressen I" Es Lochschulnachrichten. Der ordentliche Professor Dr. jur. Hellmuth von Weber in Jena hat einen Ruf als ordentlicher Prosessor für Strafrecht und Prozeßrecht an die Universität Rostock erhalten. 1926 erhielt Weber die Ernennung zum Extraordinarius an der deutschen Universität in Prag, von wo er zwei Jahre später als Rachfolger von Professor M. Grünhut und planmäßiger a. o. Professor nach 3ena übersiedelte und dort die Ernennung zum persönlichen ordentlichen Professor erhielt. — Cs haben Rufe abgelehnt: Professor Dr. Ernst Hoffmann in Heidelberg auf den Lehrstuhl der Philosophie an der Uni» versität 3en a als Nachfolger von Professor M. Wundt, Professor Dr. Oskar Weigel in Marburg auf den Lehrstuhl der Mineralogie, Petrographie und Kristallographie an der Universität (Jena als Rachfolger von Geheimrat Sind, Professor Dr. Günter Scheibe in Erlangen auf den Lehrstuhl der physikalischen Chemie an der Universität Kiel und Professor Dr. Wilhelm Weber in H a 11 e auf den Lehrstuhl der alten Geschichte an der Universität Tübingen. Tiichliae f Periöoferm (Kürz.. Weib- ü-oIllvareo),DH ,ocht z. 1-^.oö.fM pflpw auch and Branche. (Uph nach Uebcreint Wttl'chrMSed. Wohnung °n 6« mieten n« X.@dml,L 1 'M oni3 Üljen Wien, Aiu. Möbliertes nnabhincffet Zimmer M mufepar.eitt, jun von btiieittn kamen a^t. entralbeUuna tie« «W. ^dmltlidje rngebvir mltVxtti tuet VM an ben flieh. Anz. erbeten. Jüngeres l0““ Mchen vom Lande in klein, vauebnlt gelnchi. Iran Elle Metzer, SteotzaniwMb wir warnen Sie JlmZrottbuMtnal Snjdgn otnt jfantr faß Mtyte Mm Mjutögci; Vs-Nsta ctnüqtn jer CinMhng D SW/OT^Mrfafflt» untat Cfttflun^ba ÜuhtoMtHtimbtiroti wdmWmMwttw ntn oli nW« hin fit d.Wrdmrlangnngho LwotMgtuMaga Gießener Anzeiger 8* I *u fetm I Psgr ML ttb vif "Ms? [uiofcfänme, ttfon?na9rn für ?Qflen SÖlt' ’ krger gö »■ '«Lrx M» I LLtz Dienstag, !8. Zebruar (930 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hr.41 Zweites Blatt Die Konferenz der Finanzminister der Länder: Sitzend von links: Reichsfinanzministsr Moldenhauer, Dr. H. Schmelzte (Bayern), H. Weber (Sachsen), Frohn (Anhalt). Stehend ganz links: Dr. I. Schmitt (Baben). Stehend von rechts: Dr. H. Jasper (Braunschweig) und W. Kromayer (Thüringen). bei denen er geringer ist, und die infolgedessen gezwungen sind, Kapital einzuführen. Zu der ersteren Gruppe gehören Grohbri annien, Schweiz, Frankreich, Belgien, Holland, Amerika, Tschechoslowakei und Schweden, während Oesterreich, Ungarn, Deutschland, Polen, 3apan usw. gezwungen sind, Kapital einzuführen. Für Deutschland ergibt sich eine Kapitaleinfuhr von 6 Prozent des Volkseinkommens, das jetzt un- ge ähr 68,5 Mil LrJen Mark nach den Feststellungen für das 3ahr 1928 und 71 Milliarden Mark nach denjenigen für das 3ahr 1929 beträgt. Diese Schätzungen sind dabei vym Statistischen Reichsamt gemacht worden, das für das 3ahr 1928 ein Volkseinkommen auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet von 1077 Mk. errechnete. Das Volksvermögen ist für Deutschland für das 3ahr 1928, berechnet nach der Helsfe- richschen Methode, mit 350 Milliarden geschätzt worden, während eine andere Schätzung nur auf annähernd 280 Milliarden kommt. Hierbei muß man selbstverständlich beachten, daß nach dem Kriege die Auswechselung der politischen Zugehörigkeit des Volksvermögens Europas, wo von rund ein Achtel ersaht wurden, eine große Rolle spielte. Rußland und Deutschland haben dabei die allergrößten Verluste erlitten. Unmöglich ist es aber zur Zeit, an der Hand dieser Feststellungen etwa Ausblicke auf die kommende Gestaltung des Volkseinkommens sowohl in Deutschland als auch in der ganzen Welt zu unternehmen. Das Volkseinkommen. Das Einkommen eines Volkes ist wichtig, um seine Existenzbedingungen werten zu können. Dor dem Kriege betrug das gesamte Volkseinkommen Europas etwa 240 Milliarden Mark oder aus den Kops der Bevölkerung umgerechnet rund 490 Wk. Run könnte man annehmen, daß die Rachlriegszeit hier eine starke Verminderung gebracht hat. Dem ist aber nicht so. Gewiß setzte in der Zeit des Krieges ein außerordentlicher Rückgang ein, ber aber bald wieder ausgeglichen worden ist. Und heute darf man bereits feststellen, daß das Volkseinkommen beinahe in allen europäischen Ländern den Vorkriegsstand schon wieder überschritten hat. Das liegt selbstverständlich in der Hauptsache an der gesamten Steigerung aller Vermögenswerte, die zum großen Teil auch daraus zurückzuführen ist, daß die rationellere technische Ausnutzung eine quantitative Förderung zur Folge hatte. Aber auch die außereuropäischen Staaten haben durchweg umfangreiche Steigerungen ihres Volkseinkommens aufzuweisen, die in den Vereinigten Staaten und in Kanada bald 100 Prozent pro Kops der Bevölkerung ausmachen, wobei sogar noch die Goldentwertung mit eingerechnet ist. Das Volkseinkommen der Vereinigten Staaten, das vor dem Kriege ungefähr zwei Drittel des gesamten europäischen Volkseinkommens ausmachte, und damals etwa 150 Milliarden Mark betrug, hat jetzt Europas Volkseinkommen bei weitem überflügelt. Hier ist am allerbesten d i e transkontinentale Verschiebung der Weltgeltung ersichtlich. Denn schätzt man das gegenwärtige Volkseinkommen der ganzen Welt auf rund 900 Milliarden Mark, so entfällt davon auf Amerika mehr als zwei Fünftel, während Europa noch nicht ganz zwei Fünftel erreicht und die anderen Länder zusammen ungefähr nur ein Fünftel aufweisen. Naturgemäß stellt die3nlandproduktion bei allen Ländern den Hauptanteil des Volkseinkommens dar, doch muß man von Anfang an zwei Ländergruppen unterscheiden, nämlich solche, deren Kapitalneubildung größer als der Bedarf an Reukapital und solche, Taten für Mittwoch, 18 Februar Sonnenaufgang 7.07 Uhr, Sonnenuntergang 17.22 Uhr - Mondaufgang 0.21 Uhr, Monduntergang 9.30 Uhr. 1473: der Astronom Rikolaus Kopernikus in Thom geboten (gestorben 1543); — 1731: Frau Rat, Goethes Mutter, in Frankfurt a. M geboren (gestorben 1808); — 1745; der Physiker Graf Volta in Como geboren (gestorben 1827); — 1859; der Astronom und Physiker Svante Ar- rhenius in Wyk bei Upsala geboren (gestorben 1927); — 1865: der Forschungsreisende Sven Hedin in Stockholm geboren. Schöffengericht Gießen. • Gießen, 14. Febr. Zwei junge Leute, die für ein Privatunternchmen von Kriegsbeschädigten gefertigte Holzschnitzereien, in der Hauptsache Aschenbecher und Schreibzeuge, verkauften, wobei ihnen selbst ein erheblicher Teil des Kaufpreises als Verdienst in die Tasche floß, erweckten durch die Art ihres Auftretens den Anschein, als seien sie Vertreter einer sozialen Wohltätigkeitseinrichtung; dabei hatten sie auch für milde Gaben eine offene Hand. 3n einem mitgeführten und für sie bestimmten Buch ließen sie die gespendeten Beträge eintragen. Es wurde ihnen außerdem nachgewiesen, dah sie in'hiesiger Stadt mindestens zwei Einträge verfälscht hatten, um die von ihnen aufzusuchenden Personen zur Zeichnung höherer Beträge oder zur geneigteren Abnahme von Waren zu veranlassen. Wegen gemeinschaftlicher schwerer Privat- urkundensälschungin Tateinheit mit versuchtem Betrug wurden sie zu je 1 Woche Gefängnis verurteilt. Ein wiederholt vorbestrafter Arbeiter, der vom hiesigen Wohlfahrtsamt für sich und seine Familie laufend durch Geld und Naturalleistungen unterstützt wurde, stand unter der Anklage der schweren Fälschung einer öffent- lieben Urkunde in Tateinheit mit Rück- s a 11 s b e t r u g. Wie von jeüem arbeitsfähigen Empfänger der Wohlsahrtsunterstühung, so wurde auch von ihm zwecks Prüfung der Arbeitswilligkeit an drei Tagen in der Woche die Ableistung von Pflichtarbeit verlangt und hiervon die Auszahlung der Unterstützung abhängig gemacht. Der Nachweis wird durch Vorlage der vom Wohlfahrtsamt ausgestellten Kontrollkarte geführt, in welcher der betreffende Aufseher die geleistete Arbeit einträgt. Gelegentlich der Wiedervorlage der dem Angeklagten ausgestellten Kontrollkarte stellte sich heraus, daß die Karte gefälschte Eintragungen enthielt. Das Gericht erklärte die Kontrollkarte für eine öffentliche Urkunde und verurteilte den Angeklagten int Sinne der Anklage zu 3 Monaten Gefängnis. Ein aus dem Ruhrgebiet kommender Sattler, der im Vogelsberg als Dienstknecht eine Stelle hatte benutzte die Gelegenheit, als sein früherer Dienstherr mit feiner Familie in der Kirche war, um diesen zu bestehlen. Vom Keller aus stieg er durch eine im Boden des Wohnzimmers befindliche Luke ein, offete einen dort stehenden Sekretär und entwendete daraus etwa 140 Mk. Von dem Geld kaufte er sich einen neuen Anzug und ein Paar Lackschuhe. Wegen schweren Dieb- stahls wurde er zu vier Monaten Ge- s ä n g n i s verurteilt. Großfeuer in Marburg. WSR. Marburg. 16. Febr. Gestern abend kurz vor 10 Uhr wurde die gesamte hiesige Feuerwehr alarmiert. 3n der erst vor wenigen Jahren erbauten Gr ohgarage und Au t o - mobilreparaturwerk statt Hermann, an der Ecke der Zimmermannstraße—Kasieler Straße (nahe dein Hauptbahnhof), war aus bis jetzt noch unaufgeklärter Ursache Feuer aus- gebrochen, das sich infolge der dort lagernden feuergefährlichen Stoffe (Benzin, Oel, Gummi usw.) rasch ausbreitete. Die nach kurzer Zeit aus dem Drandplatz eintreffende Feuerwehr ging mit der Motorspritze dem Brand energisch zu Leibe; nach und nach waren sechs Schlauchleitungen in Tätigkeit. Die Garage und die Reparaturwerkstätte brannten im 3 n n e r n völlig aus, nur die Betonmauern stehen noch. Eine große Zahl von Automobilen konnte noch aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Sieben b i s acht Wagen fielen jedoch dem Feuer zum Opfer. Ferner wurden wert- volle Reparaturmaschinen und das Gummilager vernichtet. Die anstoßenden Häuser, auf die der Brand schon übergegriffen hatte, konnten gerettet werden. Kurz nach zwölf Uhr konnte ein Teil der Feuerwehr wieder abrüden. Der durch das Grohfeuer angerichtete Schaden dürste 100 000 Mk. übersteigen. Starkenburg. WSR. Darmstadt. 16. Febr. Heute wurde hier die erste zweistödige Grohgarage der Firma Haas L Bernhard in der Rhein- straße eröffnet. Die in freitragendem Eisenbeton ausgeführte Garage ist 60 Meter lang und 21 Meter breit Die Riesen-Gläubigeroersammlung der zusammengebrochenen Bank für Deutsche Beamte in der Autohalle am Berliner Kaiserdamm. * —_ Turnen, Sport und Spies. AOT. Südwestdeuischer Turnverband. Lahn-Tiinsbeig'Gau. Einen schönen Verlauf nahm das am Sonntag in Waldgirmes zum Austrag gebrachte Gau-Serätewetturnen des Lahn- Dünsberg-Gaues. Der Turnverein Waldgirmes hatte gleichzeitig mit der Veranstaltung seine Winterfestlichreit verbunden, und in turnerischer. als auch gesellschaftlicher Hinsicht einen vollen Erfolz zu verzeich ;n. D.S Wetti r e , das morgens mit dem Turnen der Unter- uno ühütel- stufe seinen Anfang nahm, wickelte sich unter Leitung der beiden Turnwarte, Keller (Rod- heim) und Wagner (Lollar), reibungslos ab und war bereits um 12 Uhr beendet. Mit den Leistungen kann man voll und ganz zufrieden sein; während in der Unterstufe Deibel (Lollar) klar mit 6 Punkten vor dem zweiten siegte, brachte das Turnen in der Mittelstufe einen scharfen Kampf zwischen Zecher (Mainzlar). K a r b e r und S p e i e r (Odenhausen), der erst mit der letzten Hebung mit einem Punkt zugunsten Zechers entschieden wurde. Dor überfülltem Saal trat am Rachmittaz die Oberstufe zu ihrem Siebenkampf an. Leider fehlte hier Hofmann (Lollar), der durch einen Trauerfall verhindert war. Was hier an schwierigen und ejaft ausgeführten Hebungen gerzigt wurde, ist als sehr gut zu bezeichnen. Der 1. Sieg wäre hier Ferber (Waldgirmes) wohl n:i>t zu nehmen gewesen, wenn ihm nicht eine Reckübung mißlungen wäre. So kam H e 11 ch e (Lollar) zum 1. Sieg, dem dichtauf Vie rau (Lollar). Schmidt und Ferber (Waldgirmes) folgten. Der turnerische Teil fand durch eine Ansprache des Herrn Daupert jr. (Wieseck). eingeleitet mit der Preisverteilung, seinen Abschluß. Rach- stehend die Ergebnisse: Oberstufe: 1. Ludwig Hettche, Lollar. 119 P. 2. Wilhelm Schmidt, Waldgirmes und Walter Dierau. Lollar, je 117 P. 3. Wilhelm Ferber, Waldgirmes. 116 P. 4. Albert Drescher, Lollar. 114 P. 5. Heinrich Römer, Wieseck. 113 P. 6. Ludwig Lepper. Waldgirmes. 112 P. 7. Herrn. Röhl. Wieseck, 107 P. 8. Otto Dender, Rodheim, 106 P. 9. Gg. Bernhardt, Waldgirmes, 99 P. 10. Heinr. Größer, Steinbach. 98 P. 11. Karl Agel, Lollar, 97 P. 12. Otto Reh. Wieseck. 90 P. Mittelstufe: 1. Ludwig Zecher, Mainzlar, 119 P. 2. Wilhelm Karber, Odenhausen, 118 P. 3. Wilhelm Epeier, Odenhausen, 115 P. 4. H. Weller. Ahbach, 111 P. 5. Otto Agel. Ahbach. 107 P. 6. Otto Völzing, Ahbach, 105 P. 7. Otto Schlierbach, Rodheim, und Heinrich Velte, Ahbach, je 104 P. 8. Wilhelm Räuber, Waldgirmes. 103 P. 9. Karl Schwarz, Ruttershausen, 102 P. 10. Wilhelm Lepper. Waldgirmes, 101 P. 11. Wilhelm Schmidt, Waldgirmes, 9) P. 12. Wilh. Brück, Dorlar, Ludwig Knorh, Ahbach, und Otto Feiling. Ahbach, ie 97 P. 13. Wilhelm Decker, Waldgirmes, 96 P. 14. Ernst Jung, Lollar und Arthur Löhr. Lollar, je 93 P. 15. Wilh. Krauskopf, Rodheim, und Wilh. Müller, Wieseck, je 89 P. 16. Ludwig Walther, Daubringen, 87 P. 17. Richard Drpler, Kinzenbach, 84 P. Hn t erst ufe: 1. Ernst Deibel, Lo lar. 128P. 2. Fritz Geißler. Lollar. 122 P. 3. Karl Schwarz, Lollar, und S. Dodenbender, Ruttershausen, je 117 P. 4. Erich Vogel, Mainzlar. 116 P. 5. Alb. Schmidt, Waldgirmes, und Werner Schmulbach. Mainzlar, je 114 P. 6. K. Reinstädtler. Dorlar, 112 P. 7. L. Reinschmidt, Steinbach, 110 P. 8. Manfr. Rathan, Mainzlar. 107 P. 9. Heinrich Muskat, Ahbach. Albert Best. Waldgirmes und Anton Roth, Steinbach, je 106 P. 10. K. Bernhardt, Waldgirmes. 105 P. 11. Karl Mank, Wieseck. 104 P. 12. Karl Oestreich, Dorlar, und Alb. Schlierbach, Rodheim, je 101 P. 13. Wilh. Diddendorf, Mainzlar, Gust. Räuber, Waldgirmes und Heinr. Schmidt, Kesselbach, je 99 P. 14. Heinr. Weide, Mainzlar und Willi Werner, Wieseck. je 98 P. 15. Karl Vogel, Mainzlar, 97 P. 16. H. Reinhardt, Odenhausen. 96 P. 17. Arth. Schmelz, Wieseck und W. Seh-neider, Odenhausen. 95 P. 18. Erich Schäfer. Kesselbach. 94 P. 19. Ernst Reif. Daubringen, Th. Mühlich, Waldgirmes und L. Fuchs, Mainzlar, je 93 P. 20. Ewald Leib. Kinzenbach und Walter Rimtsch, Wieseck. je 92 P. Handball im Männeriurnverem (D.T). To. Alsfeld I — Mlv. Gießen I 2:9 (1:6). Für den vergangenen Sonntag hatte die 1. Mannschaft des Gießener Männerturnvereins die gleich« des Turnvereins Alsfeld zu einem Handball-Freundschaftsspiel nach hier verpflichtet. Trotz der schlechten Wetteroerhältnisse war der Platz in guter Verfassung. Spielverlauf: Gleich nach dem Anwurf leg- ten die Gastgeber ein flottes Tempo vor und konnten schon in der zweiten und fünften Minute die beiden ersten Treffer buchen. Auch im weiteren Verlauf des Spieles waren di« Männerturner stets stark überlegen und konnten bis zur Halbzeit das Resultat auf 6:1 stellen. 9n der zweiten Halbzeit hatten zwar die Einheimischen dos Spiel jederzeit in der Hand, doch ließ ihr« Ueberlegenhcit durch leichtsinnige Spielweise etwas nach, sie konnten aber trotzdem noch drei weitere Erfolge buchen, denen die Gaste nur einen einzigen Treffer entgegensetzen konnten. Das Endresultat von 9:2 für Mto. Gießen entspricht vollauf dem Spielverlauf. Während der Alsfelder Mannschaft noch die nötige Durchschlagskraft und Spielerfahrung fehlt, führte der Gießener Sturm wieder einmal ein schönes Flügelspiel vor, auch zeigte sich die Hintermannschaft jederzeit ihrer Aufgabe gewachsen. Handba 1imTv.Tre 6 a.b.Lda. (O.T.) l. Jgd. To. Vehlar — I. Treis 2:5 (1:3). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich am Sonntag in Treis die 1. Iugendmannschaft des Tv. Wetzlar mit der 1. Mannschaft des Tv. „Gut Heil" Treis. Gleich nach Anpfiff entwickelte sich ein sehr schönes technisches Spiel, wobei man eine leichte Ueberlegen« he t der Inifer Mannschaft sah. die auch das Halbzeitergebnis 1:3 zeigte. Rach Seitenwechsel konnte Treis durch den überaus großen Eifer der gesamten Mannschaft und durch flotte Ballbehandlung noch zweimal einsenden, demgegenüber Wetzlar nur noch einmal erfolgreich fein konnte. Das Spiel wurde sehr korrekt geleitet und auch fair gespielt. Handball der Sp.-Dg. 1900. Tv. Mendorf a.d. Lda.I — 1900 I 3:5 (2:2). Tv. Mendorf 1. Jugend — 1900 1. Jugend 0:8 (0:2). Die 1900er, die am Sonntag bei bem A. D.-T.- Verein Allendorf zu Gast weilten, konnten sich dort von der besten Seite zeigen. Rach hartem, aber jederzeit fairem Kampfe wurden zwei einwandfreie Siege herausgeholt. Daß derjenige der Jugend entsprechend deutlicher ausfiel, entspricht den Erwartungen. Allerdings muß man der aktiven Elf zugute galten, daß sie fünf Leute, darunter vier Stürmer, ersetzen mußte. Die eingestellten, jungen Ersatzleute zeigten sich jedoch der Lage gewachsen und hätten das Resultat auch noch verbessert, wenn nicht verschiedentlich die Latte hinderlich im Wege gewesen wäre. Dabei darf aber nicht unberücksichtigt bleiben, daß die Läuferreihe sehr gut auf dem Damm war und durch ihre guten Vorlagen am gegnerischen Wurfkreis immer gefährliche Situationen heroorrief. Besonders lobend ist der Gießener Mittelläufer zu erwähnen, der gleichzeitig der beste Mann auf dem Sie blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. 9 Fortsetzung. Nachdruck verboten Sie erwartet« Felix zum Abendessen. Seit einer Woche war er nicht mehr bei ihr gewesen. Sie hatte ihn mehrmals gebeten, zu ihr zu kommen, aber er hatte sich jedesmal mit Arbeitsüberlastung entschuldigt. Sie glaubte nicht recht an den Grund dieser Absagen. Ihr schien vielmehr, als sei e: in seinem Verhältnis zu ihr anders geworden als früher ..., kühler, gleichgültig ... 31)r Stolz hatte sich gegen diesen Gedanken aufgelehnt. Sie war es nicht anders gewöhnt, als Daß die Männer ihr zu Füßen lagen, und auch Felix Schulhofs hatte sie bis vor kurzem völlig beherrscht. Hnd dies sollte sich geändert haben? ... Ein kaltes Lächeln kam ihr ins Gesicht. Die trat nochmals vor den Spiegel. Das Bewußtsein ihrer Macht, der Macht ihrer stolzen Schönheit, durchströmte sie. Run konnte Felix kommen! Sie war ihrer Dache sicher. Klavierklänge ließen sie aufhorchen. Lus Lippen verzogen sich spöttisch. Sie kannte den Spieler. Es war ein junger Russe, der in der gleichen Pension wie sie wohnte. Sie hatte sich einige Male mit ihm unterhalten; er war ein kluger, etwas sentimentaler Mensch. Dor einigen Tagen hatte er ihr aus „Tristan und Isolde" vorgespielt, meisterhaft, wie sie zugeben mußte; nach den letzten Klängen aber war er vor ihr nieder gesunken und hatte ihr seine Liebe erklärt. Lachend hatte sie ihn abgewiesen; zu komisch war er ihr mit seinen Liebesbeteuerungen erschienen. Dettdem mied er sie, aber immer wieder drangen aus dem Musiksalon die Tristan-Weisen an ihr Ohr. Da saß er und klagte seine Liebe hinaus ... Dummer Kerl! dachte Lu und griff nach einer illustrierten Zeitschrift, die auf dem Tische lag. Sie enthielt Aufnahmen vom jüngsten Tennis- furnier in Nizza. Eine der Photographien zeigte Lu Horwitz, an ihrer Seite Felix Schulhofs. Mit finsterem Gesicht sah Lu auf das Bild. Gleich darauf meldet« die Zofe Herrn Schulhofs. Lächelnd ging Lu ihm entgegen. Sia bot ihm ihre Lippen zum Kusse, die er aber nur flüchtig berührte. Lu hatte es wohl gefühlt; sie trat von ihm zurück und sagte: „Du warst lange nicht mehr bei mir, Felix!" „Ich hatte immer unheimlich viel zu tun.“ „Das alte Lied! ... Hoffentlich findest du von jetzt ab doch etwas mehr Zeit für mich!" »Ich denke schon..." Während sie speisten, schleppte sich das Gespräch nur mühsam hin. Lu gab sich Mühe, es zu beleben, aber Schulhofs blieb einsilbig. Immer wieder betrachtete Lu ihn forschend. In seinem scharf geschnittenen Gesicht, das wie eine Maske nur hin und wieder ein teilnahmsloses Lächeln zeigte, war heute ein fremder Ausdruck, ein Zug von Entschlossenheit. 3a, Felix Schulhofs war entschlossen..., zur entscheidenden Aussprache mit Lu entschlossen. Mit dieser bestimmten Absicht war er gekommen. Schon mehrmals hatte er mit Luh sich ausein- andersetzen wollen; aber nie hatte sich die rechte Gelegenheit dazu gegeben. Heute sollte die Sache zum Austrag kommen. Es widerstrebte ihm, noch länger Gefühle heucheln zu müssen, die er nun einmal nicht mehr hegte. Seine Empfindungen und Wünsche gingen jetzt ganz andere Wege... „Warum so in Gedanken?" fragte Lu plötzlich. Schulhofs suhr zusammen. „Derzeihe, Lu!... Meine Arbeit will mir auch jetzt nia)t aus dem Kopse gehen!" „Das ist nicht sehr schmeichelhaft für mich!" erwiderte sie und konnte ihre zornige Enttäuschung nicht verbergen. Was sollte das heißen?... Sie saß ihm gegenüber, sie war schön, begehrenswert, andere Männer umwarben sie stürmisch, der junge Russe da drüben, der noch Immer spielte, ßäAe vielleicht, ohne mit der Wimper zu zucken, sein Leben für sie hingegeben... und Felix dachte in ihrer Gegenwart an seine Arbeit! Entsprang seine Teilnahmlosigkeit ihr gegenüber, diese verletzende Kält«, einer augenblicklichen Laune?... ober... liebte et sie nicht mehr?... Dieser letzte Gedanke schuf ihr Hnruße. Sie fühlte, wie ihr Herz rascher schlug, und in einer jähen Angst, die sie selbst nicht begriff, betrachtete sie ihren Verlobten. Was mochte hinter seiner hoben Stirne vor- ?;eßen?... Warum sprach er nicht mehr so zärt- ich zu ihr wie früher? Eine bisher nicht gekannte sehnsüchtige Regung stieg in ihr auf, der Wunsch, daß Felix sie In seine Arme nehme und küsse... Das Mahl war zu Ende. Lu Horwitz legte sich auf den Divan, Felix fetzte sich ihr gegenüber. Die Zofe servierte den Kaffee. Schulhoff zündete Lu die Zigarette an. „Danke!" sagte sie und lächelte weich. Eie bot ein wundersames Bild, wie sie nun in ihrer schlanken Schönheit auf dem Divan ruhte, den rassigen Kopf etwas zurückgelegt, und den Wölkchen ihrer Zigarette nachblickte, die spielerisch zur Höhe strebten. Schulhoff aber b ieb bei ihrem Anblick ruhig. Wie eine Fremde betrachtete er sie. Ietzt war eS Platz war. Die Vllendorfer hatten ihre besten Kraft« in der Hintermannschaft. — Das Spiel der Jugend- mannschasten war zunächst offen. Dann kamen de 1900er jedoch immer mehr auf, so daß der Gegner fast vollständig in seine Hälfte zurückgedrängt werden konnte. Der gut aufgelegte Mittelstürmer bracht« sechs Io re, sein rechter Nebenmann deren zwei zustande. Die Mannschaft des Siegers hatte kaum schwache Punkte und dürste, relativ gesehen, das handballerisch Beste darstellen, was die Spieloereini- gung 1900 zur Zeit aufzuweisen hat. Handball in Hartenrod. Zum fälligen Derbandsspiel standen sich am Sonntag in Hartenrod die Spitzenmannschaften der ersten Vorrunde Hartenrod l und Fronhausen I gegenüber. Rach flottem Kampf stand das Spiel bei Halbzeit auf 2:1 für Fronhausen. Rach dem Seitenwechsel nahm der Wettkampf wenig schöne Formen an; das Schlußresultat stellte sich unentschieden auf 4:4. V. f. B. Di« Ligamannschaft hatte sich die Liga der ..Sportfreunde" S i e g e n zu einem Gesellschaftsspiel eingeladen und vermochte diese nach hartem Kamps mit 2:1 zu schlagen. Wenn die Tordifferenz auch nur sehr knapp ist, so ist der Sieg der D.f.D.-Elf insofern doch recht erfreulich, als er gegen eine Mannschaft errungen wurde, di« der höheren Spielklasse (1. Dezirks» ligaklass«) angehört. Man hatte sich von den Gästen vielleicht etwas mehr versprochen. Allerdings muß man bei der Bewertung der Leistungen den aufgeweichten und glatten Boden berücksichtigen, der den Spielern schwer zu schaffen machte und sie an der Entfaltung ihres Könnens behinderte. Hierunter litt naturgemäß in gleicher Weise auch das Spiel der Plahelf. Sofort nach dem Anstoß kommt D.f.D. vor das Tor der Gäste, vergibt aber di« sich chm bietend« klare Torgelegenheit. Wenig später dasselbe auf der anderen Seite. Der Gastgeber verschärft das Tempo und kommt in exakt vorgetragenen Kombinationsangriffen mehrmals gut vor, ohne zum Erfolg zu kommen. Di« „Sportfreunde“ antworten mit schnellen Gegenangriffen, können diese aber auch nicht nach Wunsch abschließen. Bei verteiltem Spiel vergeht die erste Halbzeit, ohne daß die eine oder ander« Partei eine der sich ihr bietenden Chancen verwerten kann. Mit 0:0 werden die Seiten gewechselt. Rach Wiederbeginn kommt Siegen langsam mehr und mehr auf und gestaltet das Spiel überlegen. Seine Spielwelse wird im gleichen Maße besser, in dem Gießen nachläßt. Die „Sportfreunde" drängen einige Zelt und versuchen mit Macht, die Führung zu übernehmen, was chnen auch trotz aufopfernder Abwehr der Gießener Hintermannschaft gelingt Damit scheint sie aber ihr Pulver verschossen zu haben. D.f.D. rafft sich auf und spielt nun seinerseits stark offensiv. Die Siegener Elf kommt ins Hintertreffen und muß sich bald den Ausgleich gefallen lassen. Der Gastgeber ist auch weiterhin im Dorteil und vermag nach einiger Zelt zum zweitenmal einzusenden, somit das Resultat auf 2:1 zu seinen Gunsten stellend, an dem trotz beiderseitigem Bemühen nichts meßt geändert wird. Schiedsrichter Spurk, Butzbach, leitete sehr gut. Jedenfalls hat die V.f.B.-Elf bewiesen, daß sie auch gegen Mannschaften der 1. Dezirksligaklas.'e mit Erfolg bestehen kann. Die zweite Mannschaft hatte ein Gesellschaftsspiel mit ber er ft en Nauborns abgeschlossen, das auf hiesigem Platz ausgetreten wurde. Nauborn überraschte durch seine verhältnismäßig gute Spielweise. Trotzdem es schon ziemlich früh infolge Verletzung eines Spielers zahlenmäßig geschwächt war, gelang es ihm, das Spiel mit 2:2 zu beenden. D.f.B. hatte allerdings Pech und hätte auf Grund seiner technischen Ueberlegenheit einen Sieg verdient gehabt. an der Zeit für Ihn, zu reden, schon wollt« er beginnen, da hob Lu den Kopf. „Papa hat gestern geschrieben. Er kommt im nächsten Monat für einige Wochen mit Mama hierher." „So ... Wie geht es ihnen?" fragte Schulhoff darauf ohne sonderliches Interesse. Er sah wieder Lus Eltern vor sich: den ober- schlesischen Industriemagnaten, eine hochgewachsene, imposant« Erscheinung mit stolzen, hochmütigen Zügen, und Lus Mutter, die in ihrem bescheidenen und stillen Wesen neben ihrem Gatten beinahe verschwand. Zur Verlobung waren damals die Beiden nach Berlin gekommen, wo Lu, um sich ganz dem Tennissport widmen zu können, seit einem Iahre lebte. Wie weit lag das zurück!... „Danke, «s geht ihnen gut!“ antwortete Lu auf Schulhoffs Frage. „Sie freuen sich, dich wiederzusehen!" In Schulhofs straffte sich ein Entschluß. „Ich habe dir etwas zu sagen, Lu!" Sie vernahm das Fremde, Förmlich« in seiner Stimme und sah chn überrascht an. „Ditte! Ich höre." Er zögerte. Es war doch nicht so leicht, zu sprechen, wie er es sich gedacht hatte. Hnter Lus fragenden Dlicken, die ihn zu durchdringen schienen, wurde es ihm etwas ungemütlich. Dann aber dachte er an Eva Witte. Da verstummten all« Dedenken. Run war er ganz rußig. „Schon längst wollte ich mit dir darüber sprechen, Lu..., ich meine über unser Verhältnis zueinander. Du wirst selbst bemerkt haben, daß es nicht so ist, wie es fein sollte!" Sie wußte nicht, wohin er mit seinen Worten zielte, und zuckte mit den Schultern. „Es Ist nicht meine Schuld!" sagte sie vorwurfsvoll. „Du hast dich neuestens sehr zu deinem Rachteil verändert. Wenn jemand Hrsache hat, sich zu beklagen, so bin ich eS, weil du mich vernachlässigt hast!" Er streifte gelassen die Asch« von seiner Zigarette ab. „Ich gebe bas zu, Lu! E? liegt mir auch ferne, dir einen Vorwurf zu machen. Die Dinge haben sich eben entwickelt, wie sie sich entwickeln mußten. Der Fehler lag von vornherein darin, daß wir uns gegenseitig nicht recht erkannt haben.“ Lu richtete sich etwas auf. Ihre Augen zogen sich zusammen. In hochmütigem Tone fragte sie- „Wie soll ich das verstehen?... Du mußt dich schon klarer ausdrücken!" Sine schwere Spannung lag In der Luft. „Du wirst zugeben, Lu. daß eigentlich von De- ginn unserer Verlobungszeit an Meinungsverschiedenheiten zwischen uns an der Tagesordnung waren. Wir haben zu verschiedenartige Interessengebiete: du deinen Tennissportich mel» Mit 2:1 gewann bk dritte Mannschaft in L i ch gegen die dortige erste. Das Resultat entspricht in keiner Weise dem Spielverlauf, nach dem e» wesentlich höher hätte lauten müssen. Gießen erzielte außerdem noch mehrere Tore, die von dem Schiedsrichter zu Unrecht nicht anerkannt wurden. Auf eigenem Platz sollte die vierte Mannschaft das fällige Derbandsspiel gegen die zweite Daubringens austragen. Da der Gegner nicht antrat, fielen der V.f.B.-Elf die Punkte kampflos zu. Die Alte- Herren-Mannschaft mußte bei ihrem diesjährigen ersten Auftreten gleich eine hohe Niederlage «instkcken. Allerdings muß man hierbei in Betracht ziehen, daß V f B. zwei Spieler weniger zur Stelle hatte als fein Gegner, de Fußballmannschaft des Gießner Ruderklubs Haffia, der denn auch nach überlegenem Spiel mit 9:1 gewann. Hoffentlich sieht das Rückspiel beide Mannschaften komplett. Eine prächtige Leistung bot die erste Iugendmannschaft. Sie machte die Im Vorspiel erlittene 0:3-Niederlag« aufs beste wieder wett, indem sie die gleiche von Nieder- Girmes nach überlegen durchgeführtem Spiel mit 4:1 abfertigte. Der Sieg der V f.B.er war verdient; sie zeigten die besi fere Ballbehandlung und vor allem das genauere Zuspiel. Bei etwas weniger Pech hätte das Resultat noch höher lauten können. In Anbetracht der bekannten Spielstärke des Gegners ist das 4:1 ein anzuerkennender Erfolg der VfB.-Mannschaft. Die zweite Jugend war im Pflichtspiel Gegner der ersten Jugend Grünbergs und mußte fich eine l:3°Niederlage gefallen lassen. Zu berück- ichtigen ist allerdings, daß V.f.B. durch Verletzung eines Sp'elers geschwächt war und auch durch andere Umstände benachteiligt war. Einen hohen Sieg errang die dritte Jugend- ma nnschaft im Pflichtspiel gegen die erste von Hermann ft ein. D.f.B. zeigte die größere Wettspielerfahrung und führte ein gutes Spiel vor. Her- mannftein konnte trotz lobenswertem Eifer nicht verhindern, daß Gießen mit 7:1 gewann. Während die erste S ch ü l e r m a n n f ch a f t gegen die zweite der S p i e l v e r e i n i g u n g auf deren Platz 0:0 spielte, hatte die zweite Schäle reif im Pflichtspiel auf eigenem Matz die erste der Spielvereinigung zum Gegner. D.fB. zeigte sich den Blauweißen überlegen und führte bis kurz vor Schluß 1:0, um sich dann noch den Ausgleich gefallen zu lassen. Spielvereinigung 1900 Gießen. Das einzige Fußballspiel der Senioren trug dk« 4. CIf am Sonntag in Steinbach gegen die dor- tige 2. Mannschaft aus. Das Treffen wurde beim Stande von 4:1 vom Schiedsrichter vorzeitig be- endet, da der Platz vollständig spielunfähig war und die Sicherheit der Spieler darunter ganz bedenklich litt. Es muß also an einem anderen Sonntag wiederholt werden. 1. Jugend: Diese trug ihr Pflichtspiel in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend aus und gewann es, wie erwartet, nach überlegenem Spiel 4:0 (Halbzeit 2:0). Wenn der Platz auch nicht in bester Verfassung war, so sah man doch öfters schöne Spiclmomente, andererseits wurde aber der oft angebrachte Flankenwechsel vergessen, dadurch klebte der Ball immer auf einer Seite und viel Zeit wurde durch unnötige Ausbälle vergeben. 2. Jugend: Auf eigenem Platz setzte sie ihren Siegeszug fort, indem sie die 1. Jugend von Njede r - W e i s e l mit 2:1 bezwang. Die Tore fielen sämtlich in der ersten Halbzeit, in der 1900 stark überlegen war. Die zweite Halbzeit brachte ein ausgeglichenes Spiel, mehrere Torchancen konnte kein« der Parteien ausnutzen. 1. Schüler: Das Pflichtspiel führte sie mit der 2. Schülermannschaft von V. f. B. zusammen. Mit 8 Mann traten sie dem Gegner entgegen und vergaben damit den Sieg. Das Spiel endete 1:1. — 2. Schüler: Diese warteten mit einer guten Leistung auf,' indem sie gegen die 1. Schüler von neu 'Beruf! Ieder hält fein Betätigungsfeld für das wichtigste. Dei gutem Willen hätte sich vielleicht ein Weg finden lassen, damit jeder von unS zu seinem Recht gekommen wäre. Aber daran hat es gefehlt!" „Wem?... Dir oder mir?" unterbrach 2u ihn scharf. „Vielleicht uns beiden! Du mußt aber zugeben, daß bei aller Dewunderung für dein Tennisspiel für mich meine Arbeit doch wichtiger ist. Ich hatte auch gehofft, daß du daran Anteil nehmen, in meinem Schaffen mit mit leben würdest.... statt dessen war dir meine Arbett lästig hast du dich immer wieder beklagt, daß sie mich hindere, für dich da zu fein, wenn du es wünschest. Daß dies, wenigstens für mich, ein ganz unmöglicher Zustand ist, wirst du begreifenr Lu hatte sich wieder zurückgelegt. Aerger stieg In ihr auf; sie hatte Felix doch nicht für diesen Abend eingeladen, um nun derartige überflüssige Auseinandersetzungen zu führen. Immer noch glaubte sie, daß seine Klagen einer vorübergehenden Verstimmung entsprängen; da war es am besten, ihn reden zu lassen. Sie machte eine abweisend« Gest« mit ber Hand. „Ich kann mich nicht ändern! Ich bin nun ehv mal, wie ich bin!“ Schulhoff nickte. „Gerade darum sprech« ich mit dir, Lu! Weil ich weiß, daß dieser für mich unerträglich« Zustand niemals anders werden kann. Denn wir passen nicht zueinander, wenigstens nicht für eine Ehe! Deshalb bin ich dafür, daß wir uns trennen, eße es zu spät ist!" Lu fuhr in die Höhe. Fassungslos faß sie Schulhoff an. Ein wilder, heißer Schmerz durchzuckte sie. Aber er verstummte vor der maßlosen Empörung, die sie empfand. Wie Peitschenhiebe hatten feine Wort« sie getroffen. Das wagte er, ihr zu sagen..., ihr, Lu Horwitz!... Den Abschied gab er ißt... Sßr Stolz bäumte sich auf. Ihr Antlitz war tobe "Maß geworden. Hochaufgerichtet stand sie vor ihm. Hatz lohte in ihren Augen. „Ich denke, unsere Hnterredung ist hiermit zu Ende!" stieß sie hervor. Auch Felix Schulhofs hatte sich erhoben. Er fühlte, was in Lu vorging, und eine mitleidige Regung stieg in ihm auf. „Wenn du rußig über meine Worte nachdenkst, wirst du mir recht geben...“ Eie schnitt ihm das Wort ab und wies mit ber Hand zur Tür. „Spare dir weiter« Erklärungen!" sagte sie kalt. „Du kannst gehen! Ich halt« dich nicht!" (Fortsetzung folgt.) D. f. B. ein unentschiedenes Resultat (0:0) heraus- holten. Hochschul'Winlerspori. Der Schneeschuhsport, der an unserer Uni* versität ün letzten W.-S. einen gewaltigen Aufschwung genommen hatte, hat in diesem Winter außerordentlich unter den ungünstigen Schneeverhältnissen zu leiden. Das von der Universität Gießen jährlich veranstaltete Hochschulski- rennen zwischen den Hochschulen Gießen, War- bürg, Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg im Langlauf, Sprunglauf und Abfahrtslauf ist verlegt worden und mußte jetzt gänzlich abgesagt werden. Der Kampf um den Wanderpreis der hiesigen Medizinischen Fakultät für die beste Hochschulmannschaft im Langlauf kommt infolgedessen in diesem Winter nicht zum Austrag. Eine Entschädigung bietet eine Skifahrt ins Hochgebirge, die vom Institut für Leibesübungen der Universität veranstaltet wird. Die Anmeldungen sind so zahlreich, daß bereits am 1. Februar die Anmeldeliste geschlossen werden mußte. Das Ziel der 40 Teilnehmer an der Fahrt ist die Skischule des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht in St. Christoph am Arlberg (1800 Meter). An den herrlichen Uebungshängen St. Christophs bleuen di- Anfänger 2 Wochen. Je nach dem Können des einze.nen werden in den letzten Tagen Hochtouren unternommen, die auf die Ulmer Hütte, Schindlerspihe, Baluga (2900 Meter). Peischelkopf oder Wirth führen. Die Fortge- schriltenen treten noch achttägigem Skikurs eine Hochgebirgstour durch die Silvretta an. Saltür ist der Ausgongspun.t. Die Drciländerspitze, der Piz Duin (3400 Meter) werden erstiegen. Ein Abstecher führt ins Tal des Engadin. Aach achttägiger Tour wird Schruns erreicht und von Bludenz gemeinsam mit den Anfängern die Heimreise nach Gießen angetreten. Die Leitung der Anfängergruppe hat Turn- und Sportlehrer König. Die Gruppe der Fortgeschrittenen führen in der zweiten Woche Bergführer Hauptmann a. D. Freund (D. S. B.-Skilehrer) und Dr. Möckelrnann (D. S. B.-Skilehrer). Deutsche Hochschul-Meisterschasten. Die Wettkämpfe im Fechten. 3n Hannover wurden unter zahlreicher Beteiligung die deutschen Hochschul-Meisterschaften im Fechten ausgetragen. Der Titel im Florettfechten fiel an Kolbinger, München, der in allen Gefechten unge'chlagen blieb. Kol- binger holte sich auch ohne Aiederlage mit sechs Siegen die Degen-Mei st erschaft. Die Säbel-Mei st erschaft holte sich Eugen Mäher, Offenbach, der Bruder der Weltmeisterin, vor Hoffmeister, Göttingen und Kolbinger, München. Schwach beseht war die Damen-Meisterschaft im Florett. Sieg und Titel fiel an Frl. Wachter, München. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen! — Lollar! 7:1. Gießen hatte sich am vergangenen Sonntag die erste Mannschaft Lollars zum Fceundlchafts- spiel verpflichtet. Der Spielbeginn brachte ein flottes, spannendes Spiel, in dem beide Tore in gefährliche Bedrängnis kamen, bis es Lollar gelang, durch seinen Halblinken in Führung zu gehen. Jetzt wurde Gießen merklich b-sser und bald gelang es ihnen, den Ausgleich zu erzielen und bis Halbzeit auch die Führung an sich zu bringen Aach dem Wechsel war Gießen weiter überlegen und konnte in gleichmäßigen Abständen noch mehrere Tore erzielen Lollars Hintermannschaft war gegen sonst nicht wiederzuerkennen und trug den größten Teil der Schuld an der immerhin hohen Aiederlage. Gießen 1b — Leun I 4:3. Vorher standen sich diese Gegner gegenüber. Hier wurde ein äußerst scharfes Spiel vorgeführt. das die Einheimischen bei Schluß mit viel Glück im Borteil sah. wieseck Ib — Grohen-Llnden I 5:2. Daß die 'ävie.ecker I o-Mannscyaft auch in der ersten Klasse einen würdigen Gegner abgeben wird, bewies sie mit diesem Spiele. Beide Mannschaften stellten sich komplett dem Unparteiischen Dom Anstoß ab entwickelte sich ein flottes Spiel. Wieseck kam zuerst zum Führungstor. Kurz darauf konnte jedoch der Mittelstürmer der Gäste dem Hüter der Einheimischen den Ball von den Händen weg zum Ausgleich einfenden Wieseck war dann wieder etwas im Vorteil, und der gute Schlußmann der Gäste muhte öfters rettend eingreifen Iedoch gelang es Wieseck bis Halbzeit noch zweimal erfolgreich zu sein Aach dem Seitenwechsel hatte Grohen-Linden umgestellt und drückte merklich. In einem Gedränge vor dem Tore der Einheimischen entschied der Unpartciiiche ein sehr zweifelhaftes Tor. Wieseck erzielte dann nach kurzer Zeit das vierte Tor. Ein Elfmeter wurde von dem Hüter der Gäste abgewehrt. Kurz vor Schluß konnte Wieseck sein fünftes Tor erzielen Gießen I! — Odenhaufen I 1.2. Die neuerstandene zweite Mannschaft Gießens, die sich zum ersten Gegner Odenhausen I. verpflichtet hatte, unterlag nach wechselvollem Spiel mit 1:2 Toren den flinken Gästen. Raunheim I — wieseck I 4:0. Wieseck hatte eine Aückspielverpflichtung in Raunheim zu erfüllen Die Wiesecker Marmschaft stellte sich dem Unparteiischen mit nur neun Mann, und darunter noch Ersatz. Trotzdem zeigte diese zahlenmäßig schwächere Mannschaft einen Spieleifer, der Aaunheim veranlaßte, alle Re- gister seines Könnens zu ziehen, um die Mannschaft mit obigem Resultat nach Hause zu schicken 3n Heuchelheim standen sich am Sonntag nach langer Zeit die Handballmannschaft W i e s e ck s und eine aus Spielern von Gießen, Heuchelheim, Krofdorf-Glciberg zusammengestellte B e z i r k s e l f gegenüber. 3n etwas scharfem Spiele konnte die Dezirksmannschaft bei Schluß mit 4:0 Toren über die Gäste triumphieren. Wirtschaft. Handels- uns Gewerbebank Gießen. Die Handels- und Gewerbebank, e. G. m. b. H., Gießen hat soeben ihren Bericht über das 71. Geschäftsjahr 1929 veröffentlicht. Aus den Darlegungen des Vorstandes ist u. a. folgendes zu entnehmen: Die schwierigste und auch verantwortungsvollste Arbeit war im vergangenen 3ahr im Kreditgeschäft zu leisten. Die allgemeine Lage erforderte ganz besondere Vorsicht in der Gewährung und Ueberwachung der Kredite. Aeuen größeren Kreditgesuchen gegenüber legten wir uns Beschränkung auf. weit wir heute gesteigerten Wert auf die Erhaltung der Liquidität legen müssen. Der Betrag, den wir unseren Mitgliedern im K re» ditweg zur Verfügung stellen konnten, betrug fast 2 Millionen Reichsmark. Daneben haben wir im Wechseldiskontgeschäft Abschnitte im Gesamtbetrag von zirka 6 000 000 Mk. diskontiert, die Zahl der hereingenommenen Wechsel betrug zirka 15 000 Stück. Trotz der wirtschaftlichen Depression ist die Entwicklung unserer Genossenschaft auch im abge- laufenen Geschäftsjahr befriedigend geblieben. Eine starke Steigerung des Umsatzes konnte nicht erwartet werden. Trotzdem stieg der Gesamtumsatz gegen das Vorjahr um 7 000 000 Mark auf 130 000 000 Mk. Die Bilanzsumme hat eine Erhöhung auf 3 027 071,60 Mk. erfahren. Unser eigenes Vermögen beläuft sich jetzt auf 768 000 Mk. Unter Berücksichtigung der Haftsummen hat unser Gesamtgarantiekapi- t a l den Betrag von 2 500 000 Mk. erreicht. Es ist dies mehr als die Summe der bei uns angelegten fremden Gelder. Die Einlagen sind auf 2 152 737,91 Mk. gestiegen; der Zugang war im Einklang mit den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen naturgemäß langsamer als in den 3ohren vorher. Die Geschäftsanteile erhöhten sich auf 568 599,17 Mark; der Eingang der jährlich fälligen Raten.-ahlungen war zufriedenstellend. Wir waren jedoch auch in diesem 3ahr wieder genötigt, eine Anzahl Mitglieder, die ihren Verpflichtungen zur Zahlung d-r 3ahresraten nicht nachkamen, auszuschließen. Daraus erklärt sich der kleine Rückgang der Mitgliederzahl auf 1470 trotz des erfreulichen Zugangs von 92 neuen Mitgliedern. Aus dem Reingewinn von 73335,39Mk. soll auch diesmal wieder eine Dividende von 10 v. H. zur Verteilung kommen. Etwa 20 000 Mark sollen den Reserven zugeführt werden. die sich damit auf 200 000 Mark stellen. Dem Aufwertungsfonds sind vorweg 10 000 Mark zugewiesen worden. Die dritte Teilgutschrift von 3 v. H. des Goldwerts auf die aufgewerteten alten Geschäftsanteile und Spareinlagen soll nach Genehmigung durch die Generalversammlung in diesem 3ah re vor genommen werden. Die 10 v. H. Dividende aus 467 999 Mark erfordert 46 799,90 Mark, der gesetzlichen Rücklage sollen 19 340 Mark überwiesen, auf neue Rechnung 7159,50 Mark vorgetragen werden. Gewerbe- und Landwirtschafisbank Butzbach. Pb. B u tz b a ch . 16. Febr. 3m Saal des „Deutschen Hauses" fand heute nachmittag die gut besuchte 67. ordentliche Generalversammlung der Gewerbe- und Landwirtschaftsbank Butzbach e. G m. -b. H. statt, die vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Fabrikant Louis 3 o u h , eröffnet und geleitet wurde. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß die Entwicklung des 3nstituts im 3ahre 1929 als günstig bezeichnet werden darf. Der Gesamtumsatz stieg von 30 700 000 auf 32 100 000 Mk. Die Spareinlagen erhöhten sich von 403 000 auf 533 000 Mk., die Geschäftsguthaben von 90000 auf 102 000 Mk.. die Bilanz- summe von 707 000 auf 842 000 Mk. Der Reingewinn beträgt 17 793,50 gegen 15100 Mk. im Vorjahre. Die Derwattungswsten einschließlich Steuern betrugen 33 369,93 Mk. gegen 32 472,03 Mark. Die Bankschulden wurden im Laufe des 3ahres 1929 völlig abgedeckt. Am 31. Dezember 1929 war ein greifbares Bankguthaben bei erstklassigen Danken von 91 000 Mk. vorhanden. Der Kassenbcstand betrug 23 354 53 Mk. und einen Wechselbestand von 186 000 Mk. Einschließlich der Wertpapiere wäre es dem 3nftitut möglich gewesen, aus eigener Kraft sofort 150 000 bis 200 000 Mk. zur Verfügung zu stellen, womit der Beweis der g ü n st i g e n L i q u i d i t ä t der Bank erbracht sein dürfte. Der Mitgliederbestand betrug am 1. 3anuar 1923 518, Zugang in 1929 46, Abgang durch Tod, Aufkündigung und Ausschluß 23, so daß am 1. 3anuar 1930 533 Mitglieder verblieben. Die Gewinn- und Verlust- rechnung schließt in Soll und Haben mit 106 236,07 Mark ab. Der Reingewinn von 17 793,50 Mark wurde laut Beschluß der Versammlung wie folgt verteilt: 10 305,65 Mk. = 10 Prozent Dividende einschließlich Kapitalertragsteuer, die die Bank trägt, was einer Dividende von 11,1 Prozent entspricht, 2285 Mk. Zuschrift auf Reservefonds, 4000 Mk. auf Spezialreservesonds und 1205,(5 Wk. Vortrag auf neue Rechnung. Die Schlußbilanz ergibt sonach in Aktiva und Passiva den Betrag von 842 331,68 Mk. Die seitherigen Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Schwierigkeiten beim Frankfurter Bankverein. Frankfurt a. M.. 17. Febr. (WTD.) Der Frankfurter Bankverein ist inSchwie- rigtei ten geraten. Die Verluste sollen sich auf 2 Millionen Mark belaufen und durch zu große Kreditgewährung entstanden fein. Das Institut verfügt über 30 000 Sparer, die ungefähr 7 Mill. Mark Spareinlagen besitzen. Da es sich bei den Sparern in der Hauptsache um kleine Leute handelt, ist seitens des Frankfurter Magistrats eine Sanierungsaktion eingeleitct worden, um die Sicherheit der Einlagen und Kontokorrntforde- rungen in vollem Umfange zu gewährleisten. In Durchführung di.scr Sanierungsmaßnahme werden der Direktor der Städtischen Sparkasse, ©gier, und der Dankvorsteher bei der Städtischen Sparkasse, S ch ö n r o ck, in den Vorstand des Frankfurter Bankvereins ein'reten. Die von der Stadt zur Verfügung gestellte Summe soll 700 000 Mark betragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Febr. Tendenz ge- schästslos. — An dem ruhigen Dild der Börse änderte sich auch heute nur wenig. Lediglich war die Stimmung zu 'Beginn etwas zuversichtlicher, da die Erhöhung der Siemens-Deben- tures, nachdem diese gestern in Holland eine lebhafte Tendenz hatten, dem Markte eine gewisfe Stühe boten. Sonst lagen Anregungen kaum vor. Die festere gestrige Aruhorler Därse machte nut geringen Eindruck, ebenso die unveränderte Gcld- marttlage. Der anhaltende Orderman- g e l stand einer reibungslosen Geschäftsentwicklung hemmend im Wege. Aber man konnte doch scststellcn, daß die Spekulation etwas m hr Mut aufzubringen schien, denn sie schritt in einzelnen Werten zu Deckungen. Gegenüber der gestrigen Abendborse war die Kur3gestaltung jedoch nicht einheitlich, da später an einigen Märkten Material herauskam. Vor allem kam am Chemiemarkt Material heraus, und hiervon ausgehend griff eine Verstimmung erneut um sich, so daß das Geschäft fast vollkommen stagnierte. I.-D.-Farben büßten 1,5 v. H. ein. Im Freiverkehr waren Chadeaktien auf die weitere Abschwächung der spanischen Valuta stärker angeboten und 4 Mark schwächer. Die übrigen Werte des Clektromarktes lagen zur Erstnotiz ebenfalls niedriger, doch gingen die Abschläge nicht über 0,5 v. H. hinaus. Am Montanmarkt waren Gelsenkirchen und Ilse Dergbau je 1 v. H. höher. Gut behauptet lagen Phönix und Mannesmann. Rheinstahl gaben dagegen leicht nach Don Kunstseideaktien verloren Aku 2 v. H. Einiges Interesse bestand noch für Zement Heidelberg, Iunghans, Waldhof und Frankfurter Maschinen. Am Dankenmarlt büßten Dresdner Dank 1,25 v. H. ein. Deutsche Dank lagen leicht gebelfert. Am Rentenmarkt hat das Interesse für Türken e rheblich nachgelasfen. 3m Verlaufe traten infolge der Geschäftsstille Abbröckelun gen bis zu 1,5 v.H. ein. Schlickert verloren insgesamt 2,5 v. H. Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld auf 6 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt war Spanien schwächer, die Mark war ebenfalls rückgängig. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1925; gegen Pfund 20,374; London gegen Kabel 4,8300; gegen Pari« 124,20; gegen Mailand 92,90; gegen Madrid 40,40; gegen Schweiz 25,1990; gegen Holland 12,1250. Berliner Börse. Berlin, 18. Febr. Dormittagsverkehr und Vorbörse lagen zwar auch heute umsatzlos, doch glaubte man auf die Erhöhung der Siemens- Debentures auf 237 v. H. und der w.iier zu bemerkenden Deckungsneigung Grund zu einer etwas freundlicheren Stimmung zu haben. Im Frühverkehr hörte man Siemens mit 262, Polyphon mit 284 und sah so dem Deginn ter Dörse zuversichtlich entgegen. Die ersten Kurse entsprachen aber nicht den gehegten Erwartungen; trotz eines als recht günstig zu bezeichnenden Reichsbankausweises per 15. Februar ergaben sich kleine Kursverluste. Die älmsatztätigkeit war minimal, die Veränderungen zu den ersten Kursen gingen nur selten über 1,5 v. H. hinaus. Die Aachricht, daß in der Aachtfitzung des Kabinetts eine Einigung erzielt worden sei, fand geteilte Aufnahme, da gleichzeitig Gerüchte von einem Aotopfer in Höhe von 105 Millionen Mark zur Deckung eines Fehlbetrages für die Arbeitslosenunterstützung auftauchten. Stärker gedrückt lagen Deutsch? Atlanten mit minus 4,5 v. H.. Aku minus 2 v. H., Hohenlohe minus 2 v. H., Chadeaktien mit minus 4,25 Mark, Svenska mit minuS 2,75 v. H., Schlesische Gas mit minus 2 v. Hi Dagegen lagen Gelsenkirchen. Ilse Dergbau, Kali Aschersleben, Salzdetfurth, Polyphon, Zellstoff Waldhof usw. bis zu 1,5 v. H. gebessert. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer uneinheitlich. Dosnier 1 v. H. niedriger, auch Türken in Reaktion auf die letzttägigen Steigerungen nachgebend. Oesterreichische und Ungarische Renten freundlich. Lissaboner Stadtanleihe fester. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld 5 bis 7,5 v. H., vereinzelt 4,5 v. H. Die übrigen Sähe unverändert. Im Verlause kam es bei größter Geschäftsstille zu weiteren Abbröckelungen. Aku, durch die Rachricht von Betriebs- einschränkungen in der Kunstseideindustrie beeinflußt, weiter 1,75 v. H. rückgängig. ChadeakiieN im Zusammenhang mit der Schwäche der spanischen Währung minuZ 2 v.H. Polyphon 2 V.H. schwächer, Rheinstahl minus 1,40 v. H., Farben minus 1 V.H. usw. * * D i e Arbeitsmarktlage im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen. Heber die Arbeitsmarkllage in Hessen und Hessen-Aassau berichtet das Landesarbeitsamt Frankfurt a. M.: Die Arbeitsmarktlage hat sich unter dem Einfluß des Frostwetters erheblich stärker verschlechtert, als in der Vorwoche. Am größten waren die Zugänge von Arbeitsuchenden in den Außenberufen; so stieg die Zahl der Daufacharbeitev um 1450, die der Ungelernten einschließlich Bauhilfsarbeiter um 800, die der landwirtschaftlichen, forstw rischaftlichen und Gärtnereiarbeiter um 330, i >.v die der Steinarbeiter um 200. Insgesamt zählten die Arbeitsämter 227 000 Arbeitsuchende, gegen 223 200 in der Vorwoche. Der Zunahme der Arbeitsuchenden entspricht das Anwachsen der älnterstütztenzahl. In der Arbeitslosenversicherung befanden sich 146 850, in der Krisenunterstühung 17 050 Hauptunterstühungsempfängcr, zusammen also 163 900 gegen 159 900 in der Vorwoche. • 150 000 Mark Schadener s ah bet der Gewerbebank Mannheim. Die Verwaltung der Mannheimer Gewerbebank teilt mit, daß die Prozehtommission mit dem alten Aufsichtsrat der Dank einen Vergleich geschlossen habe, wonach die Mitglieder des alten Aufsichtsrats 150 000 Mark an die Dank zahlen. Die Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern leben die Höhe der zuletzt be|d)lofienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 o $)., Lombardzinsfuß 7 v. S). an. > " 1 dr1Ss.> Schuld mit Allgemeine DeutscheCreditanst 1- 120,75 — 121 121 Auslos.-Rechten....... 52,25 — 52,3 52,1 Parmer Bankverein .... p 129,75 —— 129,75 129.75 Deegl. ohne Austos.-Rechie . . 8.55 — 8,6 8,5 Berliner Handelsgcscllschnst . 1: 189 — 188,75 188 8% Hell. Volksstaat von 1929 (rikhnhlb. 102%)..... Commerz- und Prioat-Bank . 1 158 157,5 158 157,5 86,5 — 86,75 — Darmstädter und Naitonalbank 1 236,5 — 236 236,5 O Verheilen Provinz»Anleihe mi Deutsche Bank und Auelas.-Rechien...... 50 — — TiSconio-Gesellsclialt, . . . P 150 150,75 150,13 150 Deutsche Komm. Sammelabl. Treedncc Bank...... 11 151,25 150 151 150,5 Slnlcihe Serie 1...... 8% Rranfl. Hnv.-Bank Goldpse 50 — 49,5 Reichsbanl........ XV 308,5 — 309,9 297,5 XIII unlünbbar 618 1931 . . 96,5 — — l.E.S........... . t 175 174.6 175,65 175 7% Nranks. Hnp.-Bank Goldpsi Bergmann........ . ! 203.5 203 203,5 — unkündbar bis 1932 .... 4%% Rheinische Hnp.-Bank 85,75 — — — 5lekrr. LiesemngSgesellschaft. 1< — — 167 — tiidjt und Srasl...... P 166,5 — 166,25 166 Ltou. Goldpse........ 83 — — ■teilen & Guilleaume . . . 126 — 126 125,9 8% Pi. LandeSpsmidbriesanstali 96,5 «rseUschast für vlekcrilche 166 Psandbriese R. 17..... — 96,5 — Unternehmungen .... Hamburger EleklrUitätS-Werke p 168,25 168 168,75 8% Pr. LandooPfandbrielanstaP 94.5 i< — —— — — Komm.-Lbl. R. 16..... 7% Pr. Landespfandbricsansiall — 3,75 Rheinische Elektrizität . . . Schlesische Elektrizität. . . . — —-- 142,5 — 88,5 p — — 167,5 165,5 Psandbriese R. 10..... A.E.G. abg. BorkriegS-Obligatto *— 89 Schnckcri & (So....... 11 — — 189 189 Siemens & Halske ..... 11 260,5 260 260 260,5 ncn, rückzahlbar 1932 .... 94 •— — Dronsravto........ _ > — — — — tabmepet & (So....... 1' 167 — 197 — <% Oesterreichische Goldrenle . 29,4 — 29,5 29,6 Buderus ........ 75 — 74 74,75 4.20% Oesterreichische «ilberreni. 4.9 —— 4,9 Deutsche Erdöl...... . 1 — 104 104 4% Oesterreichische Einheitlich 2,65 Essener Steinkohle..... . 1 — 114 134 Rente.......... — 2,7 —— Gelsenkirchener...... — 138 137 138,5 4% Ungarische Goldrente . . . 4% Ungarische Staaterente V. 191' 25,7 25,9 25,4 25,8 1 136,5 — 136,25 135.5 23,25 — 23,4 23,4 6' — — HL5 111,25 Mill. Don 1913 .... —— — —- — Ilse Bergbau....... 1 — — 250 251,5 4% Ungarische gronenrrnte . . 2,675 — 2,7 2,7 — 250,75 107 107 4% lürflldie Zollanieibe von 191 7,13 — 7.25 7,1 Lölu-Sieucssen....... — 109 — 4% Türlische Bagdadbahn-An Mannesmann-Röhren . . . 106,5 107 106,5 7,13 7 7,25 7.13 ManSselder Bergbau .... 105,75 106,5 105,75 105 4% Mfll. Serie II...... 7,13 — 7.25 7.05 Lberschles. EisenLedars . . . — — — 5% Rumänische veceinh. Rente 10,5 Oberschl-j. Loksioerke.... — — 102,13 102,13 von 1903 ..... 10,4 —— Phönix Bergbau...... 6' 105 105 105,5 105,13 4%% Rumänische vereinh. Ren! — istheintsche Braunkohlen . . 1 —* 244,25 243,75 von 1913 ........ 16,5 — 16,75 •*— Rheinstahl........ 118 117,5 113,25 117,9 4% Rumänische vereinh. Rente 8,5 8,5 Riebeck Montan...... 7,t —• aniw l 0 pflll Banknoten. . U) Ufr Scheide anstatt........' 165 - 163,75 149,25 165,4 164,5 Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanisch: Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 112,00 80,62 52,21 13.359 112.44 80,94 52,43 12.419 Goldschmidt........ RütgerSwerke........< 69 77 — 69,5 77,5 68,5 77 Ungarische Skaten .... 72,95 73,25 Metallgekellschaft.......; 111 110,5 i 10,5 110,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. Philipp Holzmann VemenNverk Heidelberg . . j Eementwerk Karlstadt. ... ) 99 — 99,25 —- 17 III , 18 •veUtuQi 122.5 145 123 — _ -Auiii'id 4P tiUlli'dl- SP'I - tuiiy Wayb & Freyrag...... 85,5 —— 86 — ttru- 4-lr Br, .mit.» 167,75 168,09 167,88 168,22 Echultbei» Patzenhoser ... 1 — — 274 273,5 Buen-.AireS Brss.-Antw 1,580 58,295 1,584 58,415 1,579 58,28 1,583 58,40 Ostwerke.........' 210,5 210.5 Ehrisliania. 111,91 112,13 111,93 112,15 Aku........ 1 113 113.25 -ilopenhag.'n 112,07 112.29 112.07 112,29 Bemberg......... Zellttvss Voldbos .... 13' Aeltttoss Alchafkenbnrg . . . J 150 209 169 203 164.5 209,25 Stockholm . Helsingfors- Italien. . . 112,20 10,524 21,905 112,42 10,544 21,945 112.28 10 531 21.90 112.48 10 551 21,94 Ebarloitenburger Wasser . . . — 105,75 105,5 London. . . 20,344 20,384 20.349 20.389 Dessauer Gad........ 174 172,9 •.i.'tunorl . . 4,1845 4,1925 4,1875 4.1955 Daimler Motoren......' — 38,75 38,75 38,6 Paris.... 16,37 16,44 16.375 16,415 Deutsche Linoleum ..... 247 247,25 45,25 247,5 45,25 Schwei» .. 80,71 80,87 52.67 80.765 50.65 80,925 50.75 Rat. Automobil.......• Spa i:a. 52,52 — Japan . . . 2,058 2,062 2.058 2.062 Orrnstein & Koppel.....• — — 75,25 75,25 •Hio de Ian 0,465 0,467 0,465 0.467 Leonhard Tietz......1 162,75 162,5 Wien in D-» Soen-ka.......... — — 352,5 350 Test, abfleft 58,90 59,02 58,935 59.055 Prag . . . . Belirad . . 12,384 12,404 12.386 12.416 frankfurter Maschinen . . . . E— 40,5 41,5 - 7,375 7,384 7,368 7,382 Orihncr.......... 50,25 50,25 —— Budaptst. . 73,15 73,29 73,14 73.28 Heyllgenstaedt.......1 5,1 — — Bul aricn 3,027 3,033 3,027 3.033 Hunghane.......... 46 46,5 46,5 — Lissabon . . 18,78 18,82 18.78 18.82 Lechwerke.......... 105 — — 1 Tanpg. . . 81.33 81.49 81.33 81,49 Matnkraflwerke Höchst a-M.. . 107 — — .krönst lltin. 1.883 1.887 1.883 I 887 Miag...........) 130,75 130 133 Alben. . . 5.415 5,425 5,42 5.43 Gebr. Roeder.......1 119,25 — Canada . . 4.149 4,157 4,157 4.165 Boigt L Haessner ...... 218 218 — Uru nay. . 3,646 3,654 3,666 3.674 Süddeutsche Zucker .... li 159 — 158 Gatto . . . 20,865 20,005 20,87 20,91 Summe sei -um größten Teil bereits geleistet, der Rest sei sichergestellt. Auch mit der Be- amtenbank sei ein günstiger Vergleich abgeschlossen worden, der der Gewerbebank neue flüssige Mittel zuführe. Außerdem werde die Bilanz für 1929, wie auch die für 1928 mit einem Gewinn abschließen, dessen Höhe allerdings noch nicht bekannt sei. Die Generalversammlung finde im März statt. Die Gläubiger der Dank haben in einem Vergleich dem Unternehmen ein Moratorium für zwei Jahre gewährt. Buntes Allerlei. Der Floh als Heiratsvermittler. Sn einem Hotel in Marseille läutet es nachts um 2 Uhr aus einem der Fremdenzimmer Alarm. Der Rachtportier und der junge Geschäftsführer, der irgendwelcher Abrechnungen wegen noch auf den Deinen ist, eilen bestürzt hinauf, um die Ursache der wahnsinnigen Läuterei nachzuprüfen. Sn der Tür schon empfängt sie eine aufgeregte junge Dame in Reglige und überschüttet die beiden betroffenen Männer mit Vorwürfen, Beschwerden und jammernden Klagen. Keine Sekunde weiter werde sie in diesem Hotel zubringen, denn sie sei soeben von einem — Flohstich erwacht. Einem veritablen. gemeinen Floh- stlch, und das seien unerhörte Zustände, so etwas brauche sie sich nicht gefallen zu lassen, etwas ähnliches sei ihr noch nie in einem besseren Hotel widerfahren und sie wünsche, sich ohne jeden Aufschub in ein anderes Hotel umzuquartieren, wo es keine Flöhe gebe und überhaupt — Der Geschäftsführer sucht stotternd die junge, in ihrer südfranzösischen Leidenschaftlichkeit geradezu begehrenswert schone Dame zu beschwichtigen. DaS sei ihm unerklärlich, hier im Hotel habe es noch nie Flöhe gegeben, ob nicht vielleicht doch ein Srrtum vorwalten könne, und es sei wohl ziemlich zwecklos, jetzt in der Rächt noch eine Umquartierung in ein anderes Hotel vorzunehmen, denn es sei in dieser Zeit alles voll beseht. Rein und abermals nein, und die Dame stieß mit den Füßchen trotzig auf die Erde, sie könne hier nicht schlafen und sie verlange wenigstens ein anderes Zimmer, wo keine Flöhe seien, und sie werde sich an die Behörden wenden, und kurz, Mademoiselle Galda, wie sie sich ins Fremdenbuch eingetragen hatte, erwies sich als eine unerbittliche, aber reizende Furie en miniature. Da tat der Geschäftsführer den für sein ganzes Leben wichtigen Ausspruch: „Mademoiselle, Sie sind unwiderstehlich. Sch kann Shnen im Augenblick in diesem Hause kein anderes Zimmer anbieten als mein Bureau mit einer bequemen Ottomane, aber ohne Flöhe, wofür ich garantiere. Sch biete Shnen aber für die nächste Zukunft ein ganzes Hotel an, das ich als Eigentümer in vierzehn Tagen übernehmen werde, wenn Sie einwilligen wollten, meine Frau zu werden!" Das Unglaubliche geschah: Mlle. Galda nahm mit der Ottomane im Geschäftszimmer vorlieb und ist seit einigen Tagen außerdem Gattin des Hotelbesitzers und früheren Geschäftsführers Cariou. Sie achtet streng darauf, daß es in ihrem Hotel keine Flöhe gibt. ... Ein neuer Ozeanriese. Schnelldampfer „Curop a“, der dritte im Ozean-Expreßdienst des Rorddeutschen Lloyd, tritt am 19. März d. S. von Bremerhaven aus seine erste Ausreise nach Reuyork an. Er wird also von diesem Tage ab, gemeinsam mit dem vielgenannten Rekorddampfer „Bremen" und dem Schnelldampfer „Columbus", den schnellsten Dienst der Welt versehen. Die Führung dieses etwa 51 000 Bruttoregistertons großen Llohd- dampfers ist dem ältesten der aktiven Kapitäne des Rorddeutschen Lloyd, Commodore Rikolaus S o h n s e n, übertragen worden. Kirche und Schule. § Babenhausen II., 14. Febr. Letzte Woch» wurde hier durch Missionar Walther ((Beuern) eine Evangelisation abgehalten. Allabendlich hielt Herr Walther einen Vortrag, in der dichtgefüllten Kirche, wozu jedesmal außerordentlich viele Hörer aus den Orten unseres Kirchspiels, außer Kölzenhain, und sogar noch solche aus anderen Gemeinden, sich einfanden. Durch feine packende, wuchtige Redeweise zog der Vortragende seine Zuhörer stark in seinen Bann, deckte schonungslos die Sünde unserer Zeit auf und zeigte den Weg zu Christus als dem alleinigen Herrn und Retter. Besonders unterstrich er auch die Rotwendigkeit eines reinen, gesunden Familienlebens, wenn gesunde, natürliche Verhältnisse in unserem Volk wieder eintreten sollen. Die Vorträge hinterließen bei den Gemeindegliedern einen starken Eindruck. An Kollekten gingen insgesamt 168 Mk. ein. Sprechstunden ver Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Bekanntmachung. Das Polizeiregler, nt vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feld- besitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- und Fußwegen cinsriedigen- dcn Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 m Höhe und 0,50 m Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Anfugcn wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlun- gen auf Grund des Artikels 43 des Feld- ftrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 Reichsmark bestraft werden. 1236C Gießen, den 15. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. 9.23.: Dr. Rosenberg. Nutzholzsubnnssion. Aus den Waldungen der Stabt Avendorf an der Lumda sollen am Montag, dem 24. Februar 1930, vormittags 10^ Uhr. aus der Försterei 2 (Climbach), Forstort Steinwald, Rabenauer Straße, Lehmgrube, Langebruch und verschiedene nachstehende Holzsortirncnte im Submis- sionswege vergeben werden. Abschnitte (Güteklasse N). Eiche: 2. Klasse 9 Stück = 4,78 fm 3. „ 11 „ = 9,48 „ 4. „ 5 „ 6,00 „ Kiefer: 1b- „ 3 „ = 0,59 „ 2a- „ 14 „ = 4,41 „ 2b- „ 4 „ = 1,47 „ 3a. „ 6 „ = 3,03 „ 3b- „ 2 „ = 1,16 „ Fichte: la. „ 7 - 0,73 „ lb- „ 5 „ - 0,84 „ 2a- „ 1 „ = 0,31 „ 3a- „ 4 „ = 3,04 „ 3b- „ 5 „ = 4,39 „ 4a. „ 4 „ = 4,49 „ 4b- „ 8 „ - 10,13 „ 5. „ 3 „ = 4,23 „ (Güteklasse F.) Fichte: 2a-Klasse 1 Stück = 0,59 fm 3a» „ 3 „ = 3,44 „ 3b- „ 2 „ = 2,49 „ 4b- „ 1 „ - 2,26 „ Langholz (Güteklasse N). Kiefer: la-Klasse 34 Stück = 5,85 fm 1b- „ 283 „ = 83,51 „ 2a- „ 175 „ -- 82,79 „ 2b- „ 33 „ = 21,12 „ 3a. „ 14 „ = 14,73 „ 3b- „ 1 „ = 1,32 „ Fichte: la- „ 29 „ -- 5,32 „ lb- „ 106 „ - 29,85 „ 2a. „ 121 „ -- 64,65 „ 2b- „ 111 „ - 104,55 „ 3a- „ 82 „ = 111,74 „ 3b- „ 19 „ - 33,33 „ 4a- „ 5 „ = 11,43 „ Forstort: Steinwald. Langholz (Güteklasse N). ' Fichte: la-Klasse 67 Stück = 12,46 fm lb- „ 161 „ = 50,65 „ 2a. „ 20 „ -- 12,41 „ 2b- „ 3 „ = 3,07 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen, Nadelholz ist entrindet. Angebote sind nach Klassen getrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zum obigen Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. 1408D Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Der Betriebsbeamte, Herr Förster Allendorf, zeigt aus Wunsch das Holz vor. Die Verkaufsbedin- gungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehcn werden und'werden beim Termin nochmals bekanntgegeben. Allendorf a. d. Lda., 17. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Rein, Bürgermeister. Nutzholzversteigerung. Die Gemeinde Waldgirmes versteigert öffentlich meistbietend an Ort und Stelle cm Montag, dem 24. Februar 1930, vormittags 10 Uhr beginnend, aus Distr. Pfingstweide u. a.: Eiche. 50 Stä. u. Abschn. mit 25,00 fm, davon 5 Abschn. Altciche 5. u. 6. Kl. mit 9,00 fm 1 rm Nutzscheit 2. Kl., gespallen, 1,20m lang 16 rm Nutzscheit in Rollen, 2 m lang 10 rm Nutzknüppel. 2 m lang Buche. 11 St. mit 9,04 fm Kiefer. 140 Stä. Kl. la bis 3a mit 90 fm Fichte. 800 Stä. u. Abschn. Kl. la bis 4a mit 580 fm 120 Stangen l.Kl. 65 ,« 2. ,, 60 „ 3. „ Zusammenkunft vormittags 10 Uhr bei der Pfingstweide. 1422V Waldgirmes, den 17. Februar 1930. Der Bürgermeister. Schmidt« * ' k Arbeitsvergebung. Auf Grund der Bestimmungen der Reichsoerdingungsordnung werden folgende Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der „Hohl" in der Gemarkung Daubringen im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: 1424V 900 qm Chaussierung, 300 qm Gossenpflaster (Rauhpflaster). Anfahren von 100 cbm Sand und 120 cbm Steine, Liefern von 105 cbm Vasaltkleinschlag. Angebotsoordrucke werden, solange Vorrat reicht, auf unserem Amte, Stephan- straße 18, Zimmer 4, abgegeben. Die Bedingungen liegen daselbst zur Einsicht offen. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum Dienstag, den 25. Februar 1930, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichcn. Zur Eröffnung haben die Bewerber Zutritt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 17. Februar 1930. Hessisches Hochbauamt Gießen. __________________Berth.__________________ Mittwoch, den 19. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere idi dahier, Reuenweg 28 (im „Löwen"), zwangsweise gegen Barzahlung: 1423V 1. zwei Bücherschränke, zwei Büfetts, zwei Chaiselongues, einen Linoleumteppich, ein Damenfahrrad, drei Kleiderschränke, sechs Nähmaschinen, sieben Sofas, drei Tische, zwei Schreibtische, einen Glas- schrank eine elektrische Ständerlampe, einen Armlehnstuhl, fünf Stühle, einen Personenkraftwagen (20 PS), drei Motorräder, einen antiken Schrank, eine Vitrine, ein Vertiko, einen elektrischen Heißwasserapparat, einen Projektionsapparat mit Elektromotor, einen 9n- strumentenschrank, zwei Ladentheken, zwei Schreibmaschinen, zwei Kommoden, ein Klavier, zwei Pianinos, eine Standuhr, eine Tageslichtlampe, eine größere Partie Schuhmacherartikel, eine Zentrifuge, eine Obstpresse, mehrere Oefen und Herde, vier Kesselöfen, eine Waschmaschine mit elektrischem Betrieb, ein Warengestell. 2 An Ort und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal): einen Iagdwagen, eine Zerreibungs- maschine, eine Tablettenpreßmaschine. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Achtung! KWWWlW Mittwoch, den 19. Februar 1930, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 1430V Kinderstrümpfe, Höschen und Zäckchen, Herren-, Damen- und Kinderschuhe, 500 Rollen Tapeten, ein Schlafzimmer mit Marmor und Spiegelschrank, ein Büfett und Kredenz, eine komplette Küche mit Anrichte, einen Ausziehtisch (Eiche), einen runden Tisch mit zwei Stühlen (Eiche), ein Sofa mit sechs Sesfel und Tisch, Herren- und Damenräder, zwei Motorräder (fahrbereit), eine Laden- theke, einen Koffer und Grammophon- platten u. n. o. a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Havtmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Bau- und Nutzholzversteigerung. Freitag, den 21. Februar 1930, kommen im Mark- und Gemelndewald zu Bellersheim zur Versteigerung: 1415V Stämme. Eiche Kl. 1 34 St^ 4,00 fm „ „ 2 120 „ 35,00 „ Buche „ 3 2 „ 2,30 „ Hainbuche „1,2 3 „ 0,50 „ Lärche „ lb—5b 6 „ 5,50 „ Kiefer „ lb—4a 11 „ 5,30 „ Fichte „ la—3b 12 „ 4,00 „ Ahorn „ 1—2 4 ,, 0,56 „ Esche „ 2 2 „ 0,26 „ Derbstangen: Eiche Kl. 3 1 St. „ Hainbuche „35 „ Ruhscheit: Eiche 12 rm Ruhknüppel: Lärche 3 rm 10 Stämme Eiche 2. Kl. lagern im Ober- holz und werden nicht oorgezeigt. Zusammenkunft Freitag, den 21. Februar 1930, um 10 Uhr, auf der Straße nach Trais- Münzenberg, beim Forstgarten. Bellersheim, den 17. Februar 1930. Hahn. Markmeister. ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiniiiiiiiTiiiiiiiiniiimiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiimiimiiiiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin^- | Das Wasser | ist ein Faktor, welcher bei der Kaffeezubereitung eine große Rolle spielt j Durch den Abbau der Kaffeegerbsäure ist der veredelte und daher leicht- V bekömmliche Idee-Kaffee von der Beschaffenheit des Wassers voll- D kommen unabhängig. Idee hat noch den Vorzug, Gesunden und g Kaffee-Empfindlichen gleich gut bekömmlich zu sein. = Ü Das große Paket von 200 gr kostet nur Mk. 1.50 I J. J. Äaiboven ♦ Xamburg 15 | = Ueberall käuflich = = 313V = FilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllinilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllirH Bilanz vom Jahr 1929. Aktiva. RM. An Warenvorrat 4121,88 ,. Kassenbestand 2584,14 „ Ausstände 1247,72 „ Sparkassenguthaben 1659,05 ,, Mobiliar nach 10 v. H. Abschreibung 85,50 Summa 9698,29 Passiva. RM. Per Geschäftsguthaben der Genossen 1876,51 Eintrittsgeld 3,— Noch zu deckende Verwaltungskosten 2118,92 Warenschuld —.— ■■ Reservefonds 1390,55 M Reingewinn 4309,31 Summa 9698,29 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1928 178 Zugang in 1929 8 Abgang in 1929 6 Stand Ende 1929 180 Höhe der Gefchästsguthaben Ende RM. 1928 1756,81 Zugang in 1929 129,94 Abgang in 1929 10,24 Stand Ende 1929 1876,51 Gesamthaftsumme Ende 1928 8900,— Zugang in 1929 400,— Abgang in 1929 300,— Stand Ende 1929 9000,— Steinberg, den 17. Februar 1930. ConsumvereinSteinberg e.Gm b.H. B. Häuser XIV. Balth. Maid. 1409V Gg. Häuser XVI. Nutzholzversteigerung. Die Gemeinde Oberweidbach versteigert Montag, den 24. Februar, von 10 Uhr ab, in der Gastwirtschaft Herrmann, dahier, folgendes Nutzholz: 1426V Eiche: 40,47 fm 1. Kl., 58,53 2. Kl., 14,03 3. Kl., 1,11 4. Kl., 3,96 5. Kl., 4,32 7. Kl. 36 Stg. 1. Kl., 18 2. Kl. Buche. 5,49 fm 2. Kl., 26,4 3. Kl., 7,10 4. Kl., 1,72 5. Kl. Fichte: 70,77 fm la-Kl., 88,75 lb-Kl., 75,50 2a-Kl., 41,03 2b-Kl., 7,21 3a-Kl., 3,21 3b-Kl. 410 Stg. 1. Kl., 398 2. Kl., 440 3. Kl., 52 4. Kl. Oberweidbach, den 17. Februar 1930. Runzheimer, Bürgermeister. WMlMM Babnbofstr.27 : Sernfvr.3631 IOWA Frische Fische Mittwoch, Donnerstag u. Freitag ZMe saiettWe o. 010.0 45 im Ausschnitt Pfund 0.50 ff. Gooiion o. S.. Dfunü 0.40 im Ausschnitt Pfund 0.45 öke1llÄ8,IoNordseewareA0.0.3f im Ausschnitt Psnnd 0.35 Frische Filets, Pfund 0.70,0.60 UNd 0.50 grüne Heringe, 3 Pfund 0.70 Goldbarsch, Merlan, PortiouS schcllsiiche, Rotzungen, Psd. 0.65 ZiWe Sprotten. Bütttinge und ohne Rinde gcmcfen. Für den entrindet Freuag) 01135 SriMerlms 3ung. Mittwoch! Billiger Fischtag 101127 im frei Hof 14160 empfiehlt 535A Hch. Müller Jan. Zell (Kreis Alsfeld) Tel. Romrod Nr. 2. DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühfeche Drucf.erei TaS Brot das Sie suchen: Das mutige oüerheff. Landbrot (Dienstag und Samenhaus Hutt Salto Babnbofstrahe Tel. 3403. allgemeinen Bedingungen maßgebend. Zuschlagsfrist 2 Wochen. — Loseeinteilungen nebst Verkaufsbedingungen können von mir un» entgelllich bezogen werden. Schriftliche Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Stammholzverkauf" biö 3. März 1930, 11 Uhr, an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen einzureichen. (Nähere Auskunft erteilt das Hessische Forstamt Gießen in Gießen, Wilhelmstraße 56 — Fernruf Nr. 2936.) 1236C Gießen, den 17. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Or. Rosenberg. MlnnWMnMrSIMSleW la Bese »es MMm Meinls. Aus den Waldungen der Stadt Gießen soll aus dem Weg des schriftlichen Angebots folgendes Nadelstammholz verkauft werden: Fischhaus Cuxhaven Tel. 2417 Gießen Marktstr. 14 Auch LieferunL’cn nach auxwflrts! Verkäufe Eine Anzahl Feitiel und Linier hat abzugeben. [1U9L> Pächter Faber, Nachf. v. Gottmann Gtcnen, Marburger Str. 65 Gutes Vogelsberger BieWeo liefert vreiSwert frei Station Gießen oder suhrenwetfe auch Nuhhotzverkauf. Am Samstag, dem 22. Februar 1930. kommt aus dem G-uelndewald Königsberg in der Wirtschaft Gottlieb Geller Wwe.. dahier, nachmittags um 2.30 Uhr. nachstehendes Nutzholz zum Verkauf: 10 Stück Eichenstämme mit 6,45 fm, darunter Schnittstämme. Zirka 285 Stück Fichtenstämme mit 120 fm, darunter einige Kiefern-Ab- schnitte (Schnittstämme). Fichtenstangen 1. Klasse 130 Stück, 2. Kl. 68 Stück, 2. Klosse 110 Stück. Eiche (2 m lang) Nutzscheit und Knüppel 30 rm. Kiefer und Fichte (2 m lang) Nutzscheit und Knüppel 212 rm. 1421D Königsberg, den 17. Februar 1930. Der Bürgermeister. Gebr.,gm erhaltener Mstzgerwaoen au kaufen gesucht. Schrift!. Angeb. mit PrelSang. uni.01023 an den Gieß. Anz. DaS Holz ist „ Verkauf find die in der hessischen Staatsforstverwaltung gültigen Pianofabrik gibt erstklassige Instrumente gegen Monatsraten von RM. 25 - ohne Anzahlung ab. 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