Nr 269 Erster Blatt 180. Jahrgang Montag, 17. November 1030 Eriche,n> logl'ch.autzei Sonntag» unb Feiertag» Beilagen the anuftriertt «tetzenei Jamtlienblättei Heimat im Bild Dir Scholle monats-BejugsDrets. 2.20 Reichsmark unb 30 Reichspfenmg für Trägev lohn, auch bei Richter- Semen etnzelnerNummern folg» höherer (Bemalt Kernforechanlchlüfte anterSammelnummer2251 Anschnst füt Drahtnachrichten Bnjelger Stehen. Postscheckkonto: granflurtam Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick vstb Verlag: vrühl'sche UntverfitätS'vuch' nnö Stetnöruderet 8. Lange tn Sieben. Sd)riftlettnng UNO Geschäftrftelle: 8chulfttaße 7. Annahme van Snjetgee für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friede Will; Lange. Derantwortlich fürPolitil» Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein unb für den Anzeigenteil Max Filtech sämtlich in (Biehen. ftoungplan unb Internationale Zahlungsbank Die Auffassung amerikanischer Wirk- schaftsführer. Reuyork, 16. Hob. (WTD.) Der Boung- plan bildete das Thema der Reden auf dem 50. Jahrestage der Academy ot political Science. Shepard Morgan führte u. a. aus: Durch den 'Doungplan habe Deutschland die Herrschaft im eigenen Hause wiedererlangt. Rach Zurück- erlangung der vollen Verantwortung habe die deutsche Regierung als ersten wichtigen Schritt ihres Programms die Sanierung der Staatsfinanzen unternommen. Die früheren Regierungen hätten das gleich« versucht, aber ohne die Unterstützung des Reichstags und des Hauptteils des Dolles seien ihre Bemühungen fehlgeschlagen. Setzt jedoch scheine die ö f f e n t - liehe Meinung mehr als je zuvor aus- gerüttelt, eine Tatsache, die in der Deschluh- sasfung des Reichstages selbst ihren Ausdruck finden sollte. Falls die Finanzrefvrm durchgeführt und die Folgen der übermähigen Ausgaben und der Kreditaufnahmen beseitigt würden, dürsfte Deutschland wahrscheinlich^ a l s erstes der großen Industrieländer die gegenwärtige Depression überwinden. Shepard Morgan wies auf die größere Dehnbarkeit des Poungplanes hin und betonte, keine verantwortliche Regierung würde den beratenden Sonderausschuß einberufen oder eine Aufschiebung erklären, ohne die eigenen Angelegenheiten zuvor in Ordnung gebracht zu haben. Die Reden deS deutschen Reichskanzlers und das Reichsfinanzministers im Reichstag mühten in diesem Lichte betrachtet werden. Es sei jetzt keine Erklärung über eine Aufschiebung des Transfers zu erwarten. Der Präsident des Derwaltungsrats der Dank für Internationalen Zahlungsausgleich Mac - Darrah, sprach über die Tätigkeit der DIZ. seit ihren Anfängen, wobei er u. a. ausführte, obwohl er nicht die Investierung im einzelnen bekanntgeben könne, könnten gewisse Richtlinien angegeben werden, die u. a. vorsehen: Erhaltung der großen Liquidität, Förderung des Handel», Ueberleitung des Kapitals auS den Landern mit Kapitalüber- fluh in kapitalarme. Falls gefragt würde, wnS er als die hervorragendste Detätigung der BIZ. im letzten halben Jahre betrachte, würde er sagen: die Zusammenarbei t der Zentralbanken. Die BIZ. dürfte im Laufe der Zeit der große Mittelpunkt der Zentralbankreserven sowie ein allgemeines Clearinghouse werden. In Verbindung mit der Erleichterung der Geldüberweisung aus einer Währung in eine andere schlossen wir, sagte MacGarrah, g'w's e Diskontabkommen mit den Emissionsbanken der verschiedenen Länder ab. Tardieus Rede gegen den europäischen Frieden. Berlin, 15. Rov. (TTl.) Die volksparteiliche .Rationalliberale Korrespondenz" nimmt zu der Rede des französischen Ministerpräsidenten Tar- dieu .gegen den europäischen Frieden" in einem ungezeicbneten Artikel Stellung. Die Ausfüy- rungen der Korrespondenz sind um so bemerkenswerter, als der Reichsaußenminister C u r t i u s der Deutschen Dolkspartei angehört. Tardieu, so heißt es in den Ausführungen, hat gesprochen, wie ein verblendeter unbelehrbar er Tyrann, der von den herrschenden Zinnen Frankreichs auf das beherrschte Mitteleuropa hinabschaut. Dor aller Welt hat er die Politik Frankreichs als eine Politik des Krieges entlarvt, wenn das französische Dolk tatsächlich seinem Ministerpräsidenten Tardieu zustimmen sollte. Tardieu hat das Frankreich des Vertrages von Versailles über die Friedenssehnsucht des friedlosen Europas gestellt. Will er seinen besonderen politischen Absichten die abendländische Kultur opfern, dann wird er, gewollt oder nicht gewollt, der größte Verbündete der bolschewistischen W e l t re v o l u ti o n ä re! Sie allein haben Ursache, sich toct diese Rede Tardieus zu freuen. Moskau könnte Iubelhymnen anstimmen und seine Kircheng'ocken Freude läuten lassen, wenn es sie nicht zerstört hatte. Wir aber glauben wie Stresemann trotz allem, daß auch die Grenzen, die das Diktat von Versailles in die Länderkarte Europas gezogen hat, doch nicht für alle Ewigkeit eingegraben sind. Der Tag, an dem die Sieger von Versailles dieser Erkenntnis Rechnung tragen und in eine vernünftige Revision der Tributverträge einwilligen, wird der Geburtstag eines neuen Europas sein. Um den Parteiführer der Volkspartei. Wird Dingeldey den amtsmüden Dr Lchol; abtöscn? Berlin, 17. Nov. (CND.) In Berliner politischen Kreisen sind Gerüchte verbreitet, wonach Dr. Scholz seine Aemter als Partei- und Fraktionsoorsitzender der Deutschen Volkspartei nieder- gelegt haben soll. Aus dem Reich liegt eine gleiche Meldung des „Liegnitzer Tageblattes" vor, das über die Vorgänge innerhalb Der Deutschen Dolkspartei immer recht gut unterrichtet ist. Das Blatt führt als Grund an, Die Gesundheit von Dr. Scholz sei schon seit Wochen so angegriffen, daß Oie Oiktaturwahlen in Polen und Ostoberschlesien. Ruhiger Verlauf der Wahlen in Ostoberschlesien. Rückgang der deutschen Stimmen unter dem Terror der Aufständischen K a t t o w i tz, 16. Rov. (TL1.) Nachdem der maßlose Wahlterror bis in die letzte Rächt angebauert hatte, ging es am Wahltag selbst in Ostoberschlesien verhältnismäßig ruhig zu. Von größeren Ausschreitun- M. KO Marschall P i l s u d f k i, der polnische Diktator. gen ist nichts bekannt geworden. Wie bei früheren Wahlen wird daher auch diesmal von polnischer Seite mit einem Schein von Berechtigung behauptet werden, daß die Wahlen ,u n - beeinflußt vor sich gegangen seien". In Wirklichkeit hat man aber b i s zum letzten Augenblick jedes nur denkbare Mittel benutzt, um die Opposition und vor allem die deutschen Wähler einzuschüchtern und von der Stimmabgabe abzuhalten. Auf den verhältnismäßig ruhigen Verlaus dürfte ferner nicht ohne Einfluß gewesen sein, daß am Samstag eine Anzahl englischer und amerikanischer Pressevertreter in Kattowitz eingetroffen ist, die bei einer ilnterrebung mit dem Woiwoden auch die Frage der letzten Gewalttaten angeschnitten haben sollen. Der Woiwode soll ihnen versichert haben, daß die Wahlhandlung of)ne (Störungen durchgeführt werden würde. In den Kreisen Tarnowitz und Lub- linih soll es dessenungeachtet auch am Sonntag zu Zwischenfällen gekommen sein. Rach den bis gegen 1 Ahr nachts vorliegenden Teilergebnissen ist in den ostoberschlesischen Landgemeinden ein Rückgang der deuts chen Stimmen um durchschnittlich 5 0 v. H. zu verzeichnen. In einzelnen Orten beträgt der Verlust sogar bis zu 70 bis 80 v. H Die polnischen Aufständischen können also den traurigen Ruhm für sich in Anspruch nehmen, mit ihrem in den letzten Wochen ausgeübten unbeschreiblichen Terror vielfach Erfolg gehabt zu haben. Aus den Städten liegen noch keine übersichtlichen Ergebnisse vor. Auch hier ist aber ein wesentlicher Rückgang der deutschen Stimmen festzustellen, wenn auch nicht in dem Maße, tote auf dem flachen Lande. Man rechnet in den Städten mit einem Verlust von 20 bis 30 v.H. Die Korfanty-Partei hat nach den bisherigen Ergebnissen an Stimmenzahl st a r k zu - genommen, toas wohl in der Hauptsache darauf zurückzuführen ist, daß große Teile der ober- schlesischen Bevölkerung die Verhaftung Korfantys als ungerechtfertigt arrsahen und als Protest dagegen ihre Stimmen seiner Partei gegeben haben. Im allgemeinen ist ein etwa hundertprozentiger Stimmenzuwachs der Kor- fanty-Partei zu verzeichnen, während die Sana c j a (Regierungspartei) bei weitem nicht den auf Grund ihrer Wahlvorbereitungen erwarteten Erfolg zu verzeichnen hat. Oas Ergebnis in der Woiwodfckafi Schlesien kallowih, 17. Rov. (WTB. Funkspruch.) Das Ergebnis der Mahlen zum Warschauer Sejm In der Woiwodschaft Schlesien stellt sich in den drei schlesischen Wahlkreisen wie folgt: Wahlkreis Königshütte: Sanacja (Regie- gierungspartei) 59 543 Stimmen, 2 Wandale: Deutscher wahlblock 54 383 Stimmen, 1 Mandat: Kor- santypartei 60 467 Stimmen, 2 Mandate: Kommunisten 11 428 Stimmen, kein Mandat, Sozialisten 9126 Stimmen, kein Mandat. Wahlkreis Kattowitz: Sanacja 52 834 Stimmen, 2 Mandate: Deutscher Block 40 539 Stimmen, 1 Mandat: Korsantypartei 58 389 Stimmen, 2 Mandate: Sozialisten 12 457, Kommunisten 13 416 Stimmen. Wahlkreis Bielih - pleß : Sanacja 82 771, 2 Mandate: Deutscher Wahlblock 32 536 Stimmen, 1 Mandat: Korsantypartei 91 496, 3 Mandate; Sozialisten 30 862 Stimmen, 1 Mandat. Die Woiwodschaft Schlesien stellt demnach im neuen warschauer Sejm wiederum 17 Abgeordnete, jedoch hat der Deutsche Wahlblock je ein R! a n d a t in den drei Wahlkreisen gegenüber 1928 aus den bereits gemeldeten Gründen verloren, während die Korsantypartei in den Wahlkreisen Königshütte und Kattowitz je ein Mandat, im Wahlkreis Bielih-Pleß sogar zwei Mandate gewonnen hat. Vie Sanacja (Regierungspartei) hat im Wahlkreis Bielih-Pleß trotz ihrer großen Anstrengung und der behördlichen Unterstützung ein Mandat eingebüßt, während die Sozialdemokraten ihr einziges Mandat im Kreise vielih-pletz behaupten konnten. Die Korsantypartei hat also nicht nur die Verluste der Deutschen Wahlgemeinschaft, sondern auch ein Sanacja-Mandal erobert, von der Deutschen wahlgemeinschast sind im Wahlkreise Königshütte Gewerkschaftssekretär I Das Sejmgebäudc in Warschau. er sich äußerste Schonung auf erlegen muß und sich den Aufregungen des politischen und parlamentarischen Lebens bis auf weiteres nicht aussetzen darf. Als voraussichtlicher Nachfolger wird der Abgeordnete D i n g e l d e y genannt. Wie wir von der Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Volkspartei erfahren, liegt dort eine Rücktrittserklärung von Dr. Scholz noch nicht vor. In diesem Zusammenhang ist aber von Interesse, daß D i n g e l d e y nach Locarno abgereist ist, wo Dr. Scholz zur Erholung weilt. Als Zweck dieser Reise wird angegeben, daß Dr. Scholz voraussichtlich nicht rechtzeitig wieder in Berlin sein wird, um die Vorbereitungen für die Sitzung des Zentralvorstandes zu' treffen, der am 30. November tagen wird. Auf der Tagesordnung steht auch die Neuwahl des Parteivorstandes, die nach jeder Reichstagsmahl vorgenommen wird. Es ist wohl sicher, daß auch diese Frage in Locarno besprochen wird. Nach der Rückkehr Dingeldeys wird der Parteioorstand zusammentreten. In volksparteilichen Kreisen rechnet man damit, daß bis Mitte der kommenden Woche eine Klärung erfolgt. Oie Siabiverorbneienwahten in Mecklenburg Rostock, 16. Rov. In beiden Mecklenburg fanden am Sonntag Stadtverordnetenwahlen statt, die, soweit sich das bisher überblicken läßt, im allgemeinen ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen sind. In fast allen Orten der beider» Länder hatten die bürgerlichen Parteien eine Listenverbindung hergestellt, nur die Wirtschaftspartei und die Hausbesitzer sowie die Parteien der Linken hatten selbständige Listen aufgestellt. In Rostock, Schwerin, Wismar. Reu- strelih, Güstrow und den übrigen größeren Städten betrieben die radikalen Flügelparteien eine sehr eifrige Wahlpropaganda, die an Intensität der der vergangenen Reichstagswahl mir wenig nachstand. Die Wahlbeteiligung ist außerordentlich hoch gewesen. In einzelnen Orten betrug sie bis zu 85 Prozent, in den größeren Städten wurde eine Wahlbetelligung von 70 bis 80 Prozent festgeftellt; hingegen war die Beteiligung auf dem flachen Lande mit 60 bis 70 Prozent stellenweise schwächer. Bemerkenswert ist im Vergleich der letzten Reichstagswahlen mit den letzten Stadtverordnetenwahlen ein merkliches Ansteigen der bürgerlichen Mandate. Auch konnten die Rationalsozialisten verschiedentlich neue Erfolge erringen. Ein leichter Rückgang ihrer Mandatsziffem ist bei den Sozialdemokraten festzustellen. Bei den Kommunisten sind nennenswerte Verschiebungen nicht eingetreten. Die Mandatsverteilung für die Stadtverordnetenversammlung in Rostock lautet: Sozialdemo- tra.cn 23 Sitze (1927 26), Deutsch nationale 6 (13), Wirtschaftspartei 2 (5), Haus- und Grundbesitzer 5 (5), Deutsche Dolkspartei 1 (feine Vergleichszahl), Kommunisten 5 (3), Gruppe für Mieter, Angestellte und 'Beamte 1, Rationalsozialisten 15 (3 völkische), Chrisll.-Soz. Volksdienst 1, Freiheitlich-Rationale Angestellte I. - Die Mandate der Staviveroronetenverfammlung in Schwerin verteilen sich wie folgt: Bürgerliche Einheitsliste 11 (23), Gruppe für Dolkswohlfahrt 3 (4), Rationale Wirtschaftliche Vereinigung 4 (0), Sozialdemokraten 15 (18), Kommunisten 1 (0), Christlich-Sozialer Volksdienst 1 (0), Rationalsozialisten 13 (0), Staatspartei 1 (2), Freiheitlich-Rationale Angestellte (GDA.) 1 (0), andere Gruppen 2; zusammen 50 Mandate. Oie Kommunalwahlen in Baben. Einzug der Nationalsoztalisten in die Ltadtparlamente. Karlsruhe, 16.Rov. (WTB.) Im Freistaate Baden fanden heute die Wahlen in die Gemeindeparlamenle und in die Körperschaften der Bezirke und Kreise sta.t. Die intensive Vorbereitung der Wahlen lieh erkennen, daß den badischen Kommuna.wahlen nach den vorangegangenen Reichstags wählen auch politische Bedeutung beigemessen wird. Gleichwohl dürste die Wahlbeteiligung in den größeren Städten bei wertem nicht an die Ziffern des 14. September heranreichen. Stärker scheint die Beteiligung nur auf dem flachen Lande gewesen zu sein. Rach den bisher vorliegenden Meldungen konnten sich die Rationalsozialisten überall den Einzug in die Rathäuser und die übrigen Organismen der Selbstverwaltung sichern, dies gilt besonders von den größeren und mittleren Städten. Auch deü Evangelische Dolksdienst, der vor Jahresfrist anläßlich der Landtagswahlen das erste- mal in Aktion trat, hat Erfolge zu buchen. Da die Ergebnisse aus rund 1300 Gemeinden abae- wartet werden müssen, ist ein abschließendes Ar- teil über den Wahlausgang erst später möglich. In Karlsruhe erhielten in der Stadtverordnetenversammlung Sitze: Zentrum 16 (vo her 19), Sozialdemokraten 18 (24), Deutsche Dol spartet 3 (12 , Rational,ozialisten 28 (0 , ct-iatS^artei 3 (5), Kommunisten 8 (6), Evangeli eher Dollsdienst 3 (0‘, Deu.schnat oiale 2 (9j, Wictichaftspartei und Konservative 3 (3). In Freiburg haben die Deutschnationalen und die bürgerliche Mitte gegenüber den Reichstagswahlen weitere Verluste erlitten. Reu in den Bürgerausschuß z ehen die Rationalsozialisten ein mit 14 Mandaten. Im übrigen erhielten die Sozialdemokraten 18 gegenüber 20 Mandaten im letzten Bürgerausschuß, Zentrum 30 gegen 29, Kommunisten 3 gegen 2, Wirtschaftspartei 9 gegen 14, Evangelischer Dolksdienst 3 gegen 0, Bürgerliche Mittelparteien 7 gegen 14. 3n Konstanz ziehen in den Bürgerausschuß ein die Sozialdemokraten mit 13 gegen 14, das Zentrum mit 31 gegen 33, die Rationalsozialisten mit 12 gegen 1, die Kommunisten mit 6 gegen 11, die Wirtschaftspartei mit 5 gegen 8, die Deutschnationalen mit 4 gegen 4, Deullche Volks- Partei 3 gegen 3, Staatspartei 8 gegen 10, Evangelischer Volksdienst 2 gegen 0. 3n Kehl, das sich bei den letzten Reichstagswahlen besonders stark für die Rationalsozialisten entschieden hatte, entsenden diese in den neuen Bürgerausschuß allein 21 Vertreter gegen bisher 0 im alten Bürgerausschuß. Die Sozialdemokraten gingen zurück von 14 auf 10, die Volkspartei von 7 auf 4, die Kommunisten von 5 auf 2, die Wirtschaftspartei steigt auf 7 cm, die Wirtschaftliche Gemeinschaft hat von ifjren 20 Mandaten 13 hauptsächlich an die 2la* tionalsvz(allsten verloren. Jankowsky, im Wahlkreis Kallowih Ingenieur Hofamcf und im Wahlkreis Vlelih-Pleß Geschäftsführer Franz gewählt. Ser Wahlsonntag in Polen. Warschau, 16. Rov. (WTD.) Rach Nm in den Abendstunden vorliegenden Meldungen ist es bei den Sejmwahlen in verschiedenen Orten hu -Zusammenstöben gekommen. So kam es in Posenzu gröberen Sch ägereien zwischen Ratio- naldemokraten und Regierungsanhangern: etwa 30 Personen, wurden verhaftet. 3n Lodz stürmten die Regierungsanhänger das sozialistische Parteilokal, wobei zahlreiche Personen verletzt worden sind. Die Wahlbeteigung war ungleich- mäßig. Die stärkste Frequenz scheinen die Westgebiete, vor allem die Provinz Posen, auf- zuweisen, während die kongreßpolnischen und Ostbezirke eine geringere Wahlbeteiligung aufwiesen. 3n Warschau Stadt und Land stand der Kampf zwischen Regierungspartei und Rationaldemokraten im Vordergründe. Aus vielen Wahlkreisen wird berichtet, daß die Regierungsanhänger ihre Stimmen offen abgaben. 3n einigen Wahlkreisen, so besonders in W e st g a l i z i e n, sind sehr viele jüdische Stimmen für die Regierungsliste abgegeben worden. 3n Warschau selbst entfaltete der Regierungsblock, dem offenbar unbeschrankte Geldmittel zur Verfügung standen, eine ungeheure Propaganda. Lastautos mit Radiomusik, Trompetern und halbwüchsigen Burschen, die taktmähig „Es lebe der erste Marschall 3osef P i 11 u D f f i!“ schrien, durchfuhren die Stadt. Don einer öffentlichen Werbearbeit der anderen Parteien war kaum etwas zu merken. Die ersten Ergebnisse der Gejmwahlen. Sieg des Regicrungsblocks. Warschau. 17. Rov. (WTV. Funkspruch.) 6.20 Uhr früh. Die ersten vollständigen Ergebnisse zum Sejm liegen jetzt vor: von den insgesamt 64 Wahlkreisen sind die Ergebnisse aus 12 Wahlkreisen bekannt, die Warschau, das Gebiet von Posen und Oberschlefien umfassen. In diesen wurde der Sieg des Regierungsblockes vollauf bestätigt. Der Regierungsblock erhielt in den genannten Bezirken 25 (bei den letzten Wahlen 15) Mandate. Die Hauptstadt Warschau hat sich klar für die Regierung Pilfudski ausgesprochen. Von den 14 Mandaten, die auf Warschau entfallen, erhielt nämlich der Re- glerungsblock 8 Mandate, was einen Zuwachs von zwei Mandaten bedeutet. Die I u d e n konnten ihre zwei Mandate behaupten, die Kommunisten erhielten ein Mandat (verloren ein Mandat), die Oppofilionsfoziallsten haben ihr einziges Mandat verloren. In einer Beurteilung der Sejmwahlen berechnet der im Regierungslager stehende „kurjer Poranny", daß der Regierungsblock 240 von insgesamt 444 Mandaten erhallen wird, während den Rationaldemo- traten und Zentro-Linken je 60 und der Rest der Mandate den nationalen Minderheiten zufallen dürfte. In Ansehung der bisher bekanntgewordenen Ergebnisse kann vorläufig gesagt werden, dah die Rationaldemokraten im Osten, der Re- giexungsblock hingegen im Zentrum und besonders im Westen des Landes die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte. Auffällig ist. dah in rein ukrainischen und weißrussischen Kreisen fast durchweg Regierungsanhänger gewählt worden sind. So meldet beispielsweise „Expreß poranng“ aus der rein ukrainischen Wojwod- schaft w o l h y n i e n . dah von 16 Mandaten 15 der Msudski-Regierung zugefallen sind, während bei den Wahlen des Iahres 1922 gerade dort fast sämtliche Mandate die nationalen Minderheiten erhallen halten. In diesem Zusammenhang verdient auch erwähnt zu werden, daß in den Karpathenorken des Kreises Spl; die Wohlkommission ihre Tätigkeit schon Sonntag um 11 Uhr vormittags beenden konnte. Dort wurden in sämtlichen Orten sämtliche Stimmen für die Pit- s u d s k i - L i st e abgegeben. So wurden zum Beispiel in halys; genau 100 Stimmen und diese 100 sämtlich für den Regierungsblock abgegeben. Der politische Kurs in Hessen. Eine erstaunliche Erklärung des hessischen Innenministers Leuschner. Darmstadt, 16.Rov. (WSR.) Die Dozial- demokratische Partei und das Gewerkschaftskartell des ADGB. Abteilung Darmstadt, hatten zu einer Kundgebung in der Festhalle eingeladen. Dor der Versammlung sprachen Deichstagspräsident L ö b e und W. Eggert vom ADDD. Anschließend formierte sich ein De m o n st r a t i o ns- zug nach dem Paradeplatz, wo der hessische 3n nenrn in i st e r Leuschner u. a. erklärte: Die Republik ist stark genug, die Arbeiterschaft entschlossen, allen jenen Phrasendreschern und nationalistischen Hasardeuren den Daumen an die Gurgel zu drücken, wenn das «notwendig sein würde. Man sollte sich die kleinmütigen Geschäftsleute und Handwerker merken, die die Rational- sa^illen unterstützten. Ec werde die nationalsozialistische Uniform nicht verbieten, damit man ihre Trager kennenlernen könne. Der hessische Staat habe seine Machtmittel so fest in der Hand, daß er em Paroli bieten könne. Wir wollen in Zukunft, erklärte der Minister, so schnell es geht Dcmditen aburteilen. Die hessische Polizei wird in kräftiger fern, um sich durchzusehen. Daneben werden wir mit gleicher Kraft daran arbeiten, die schwere wirtschaftliche Rot zn überwmden, soweit es in der Macht eine« einzelnen Volkes liegt. Die Preissenkung in Hessen. Eine amtliche Verlautbarung des hessischen Wirtschaftsministers. D a r m st a d t, 15. Rov. (WER. Amtlich.) Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft beschäftigt sich eingehend mit der Frage wie im Zusammenhang mit dem Lohn- und Ge- haltsabbau in Hessen eine beschleunigte -und durch- greifende Senkung der Preise für di e wich. Die Wahlen zum Danziger Volkslag. Ruhiger Verlauf. Danzig, 16. Rov. (TU.) Am Sonntag fanden im Gebiete der Freien Stadt Danzig die Reuwahlen zunr Danziger Volkstage statt und zwar zum ersten Male nach der irn Sommer dieses 3ahres abgeänderten Danziger Verfassung. Rach dieser Verfassungsänderung ist die Zahl der VolkstagSabgeordneten bekanntlich von 12 0 auf 72 herabgesetzt worden. Don allen politischen Parteien wurde auch am Sonntag noch starke Wahlpropaganda getrieben. Hauptsächlich waren es die Kommunisten und die Rativnalsozialisten, die durch Umzüge mit Plakaten sowie durch Flugzeuge ihr Propagandamaterial abwarfen, noch in letzter Stunde eine eifrige Werbetätigkeit entfalteten. Zu Zusammenstößen ist es jedoch nirgends gekommen. Während der Wahlakt am Vormittag von schönstem Herbstwetter begünstigt war, setzte gegen 14 Uhr ein ziemlich heftiges Schneetreiben, unterbrochen von Regenfällen, ein, was die Wahlbeteiligung natürlich ungünstig beeinflußte. Trotzdem wart die Wahlbeteiligung, soweit es sich bisher übersehen läßt, außerordentlich lebhaft. Das Wahlergebnis. Die Wahlen ergaben folgende» Gesamtergebnis: (Bei den Mandatsziffern ist zu berücksichtigen, dah der neue Volkstag nach der in Genf angenommenen Verfassungsänderung nicht 120, sondern nut 72 Abgeordnete zählt): Sozialdemokraten: 53 741 (1927: 61 779), 19 Man- date (1927: 42). Deutschnationale Volkspartei: 27533 (1927: 35826), 10 Mandate (1927: 25). Zentrum: 30 841 (1927: 26 096), 11 Mandate (1927: 18). Kommunisten: 22 489 (1927: 11 700), 7 Mandate (1927: 7). Rationalliberale Bürgerpartei: 4465 (1927: 8331), 2 Mandate (1927: 7). Deutsch-Danziger Wirtschaftspartei: 6056 (1927: 8010), 2 Mandate (1927; 6). Deutsch-Liberale 3400 (1927: 6204), ein Mandat (1927: 4). Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft (Beamtenpartei): 4886 (1927: 4227), ein Mandat (1927: 3). Polen und polnisch-katholische Partei: 6441 (1927: 5764), 2 Mandate (1927: 3). Fischer: 1637 (0), kein Mandat. (1927; 1). Rationalsozialisten 34 294 (1927: 2130), 13 Man- date (1927: 1). Kampf gegen den Bolschewismus. Eine Berliner Kundgebung zum Schutz der abendländischen Kultur. Berlin, 16. Rov. (TU.) Der Deutsche Bund zum Schuhe der abendländischen Kultur, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Kampf gtgen die bolschewistische Propaganda aufzunch.nen, veranstaltete am Sonntag im Sportpalast eine Kundgebung, auf der namhafte Redner her verschiedensten Bekenntnisse zu dem Thema „ Für Kultur und Glaube gegen die Weltrevolution" das Wort ergriffen. Der Präsident des Bundes, Für st Löwen st ein, erklärte, nach Eröffnung der Kundgebung durch Graf Kayserlingk- Cammerau, daß der Bund nicht mit politischen, militärischen oder wirtschaftlichen, sondern mit geistigen Waffen für die persönliche Freiheit irn Sinn edes Christentums und des abendländischen Gedankens eintreten wolle. Er wende sich besonders gegen den von Sowjetrutzland herkommenden Angriff auf die heutige Kultur. Generalsuperintendent Karow schilderte die Gefahr, die der Kultur vom Bolschewismus drohe und wies besonders auf die von den Bolschewisten betriebene Auflösung der Familie hin, während der orthodoxe Bischof Seraphim die Re.igionsverfolgungen in Rußland schilderte, deren Zeuge er in Ausübung seines bischöflichen Amtes gewesen ist. Schon am Anfang der Kundgebung versuchte eine Anzahl von Kommunisten durch Zwischenrufe und Lärm zu stören. Bei den Ausführungen des Bischofs Seraphim, die von den Kommunisten anscheinend besonders peinlich empfunden wurden, steigerte sich der Lärm derart, daß die Polizei e i n g r e i f e n mußte. Die Polizei mußte vom Gummiknüppel Gebrauch macken und die Ruhestörer aus dem Saal entfernen. Hiervei wurden 21 Männer und zwei Frauen zwangsgestellt. Dann konnte die Versammlung ungestört zu Ende geführt werden. 9m weiteren Verlauf der Kundgebung betonte der Rabbiner Dr. Rosenthal (Köln), daß sich alle Vertreter der religiösen Kulturen zu gemeinsamem Kampf gegen Moskau zusam- menschließen müßten, da sowohl das Christentum als auch das Zudentum und alle anderen Religionen gleichmäßig vom Kommunismus bedroht würden. Sir Williams H o r w o r d, ehemaliger Polizeipräsident von London drückte in englischer Sprache seine Sympathien für die Bestrebungen des Bundes zum Schutze der abendländischen Kultur aus und wies auf die gleichgerichteten englischen Vereinigungen hin. Zum Schluß der Kundgebung erklärte der geschäftsführende Bundesvorsitzende von Al- oensleben. daß es Aufgabe Deutschlands sei, die Führung in dem Kampf um die Selbstbehauptung und um den Schutz des Abendlandes zu ergreifen. tigstenGegenständedeS täglichen Lebens erhielt werben kann. Durch Verhandlungen mit einzelnen Wirtschaftsgruppen wurde fest- gestellt, daß die Preisspanne innerhalb der einzelnen Städte recht verschiedenartig ist. Die angestellten Berechnungen haben jedoch ergeben, daß eine immerhin nicht unbeträchtliche Senkung der Verkaufspreise durchgeführt werden kann. Es dürfte aber notwendig erscheinen, die durch Kartelle oder sonstige Organisationen einheitlich festgelegten Preise einer wesentlichen Aenderung zu unterziehen. Diese zu große Gewinnspanne dürfte jedoch durch örtliche Verhandlungen am besten geregelt werden können, weil auch der örtliche Unkostensatz sehr verschiedenartig ist. Die darüber etngeleiteten Verhandlungen seitens der Oberbürgermeister der einzelnen Städte sollen nicht durch Eingreifen des Ministeriums gestört, sondern vielmehr gefördert werden. Das Ministerium wird jedoch darauf bedacht sein, dah auch auf dem Lande eine Herabsetzung der Preise für die Bedürfnisse des täglichen Lebens, aber auch der weit über den Friedenspreisen liegenden Unkosten für Herstellung und Reparaturen landwirtschaftlicher Geräte möglichst bald durchgeführt wird. Zur Durchführung dieser gemeinschaftlichen Preis- senkungsaktion wird im Verlauf der kommenden Woche eine Besprechung mit den Kreis- Ämtern und Oberbürgermeistern der Städte herbeigeführt werden. 9m Hinblick auf die überaus große Notlage der breiten Masse des Volkes und in Verfolg der Anregungen der Reichsregierung hat das Ministerium den festen Willen, die Preissenkung energisch zu betreiben und durch- zuführen. Das Ministerium gibt sich auch der Hoff- nung hin, daß durch eine vernünftige Verständigung mit den in Frage kommenden Wirtschaftsgruppen und durch vertrauensvolles Zusammenarbeiten dieses Ziel erreicht werden kann. Sollten jedoch gütliche Verhandlungen nicht den gewünschten (Erfolg führen, so wird 'das Ministerium nicht davor zurückschrecken, bei der Reichsregierung Maßnahmen zu beantragen, die es alsdann ermög- lichen, auf gesetzlichem Wege eine durchgreifende Preissenkung zu erzielen. Gründungsparteitag der Gtaatspartei in Hessen. WSD. Frankfurt a. M., 16.Rov. Die Deutsche Demokratische Partei Hessens trat am Sonntag im Dolksbildungsheim zu ihrem letzten Parteitag zusammen, um nach den Vorgängen im Reich ihre Auflösungzu beschließen. Landtagsabgeordneter Reiber sprach über die Tätigkeit der alten demokratischen Partei nach der Revolution und die Gründe, die Koch-Weser veranlaßten, die Basis für neue praktische Arbeit zu erweitern. Eine Aussprache sand nicht statt. Ein Antrag, in die Staatspartei überzugehen, für Hessen aber den 'Kamen Demokratische Partei, Landesverband der Deutschen Staatspartei beizubehalten, wurde gegen sieben Stimmen abgelehnt. Arn Rachmittag fand im gleichen Lokal der Gründungsparteitag der Deutschen Hessens statt. Staats- anwalt Dr. May (Darmstadt) berichtete über den Parteitag in Hannover. Rach ihm hielt Dr. Weber (Berlin), FraktionSvorsitzender der Staatspartei im Reichstag, ein kurzes Referat über Ziele und Aufgaben der Staatspartei. Rotwendig sei innerpolitisch mehr Toleranz und Menschlichkeit, weniger gesellschaftliche Lin- terschiede, mehr soziales Empfinden und Denken auch bei den Arbeitgebern; kein Wirtschaf tsbol- schewismus, sondern wahre Demokratie auch in der Wirtschaft; auch keine Anti-Agrarpolitik, sondern eine im 3nleresse der Konsumenten und» des Agrariertums liegende Politik. Die neue Partei solle zu einer Basis der Mitte ausae- baut werden, damit alle diejenigen hineinkönnen. die noch immer in Deutschland politisch heimatlos sind. Rach einer langen Aussprache, in der wiederholt Meinungsverschiedenheiten zum Ausdruck tarnen, sand eine Entschließung Annahme, in der der Kampf um die Demokratie als die dringendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet und den Parteimitgliedern die aktive Mitarbeit im Reichsbanner Schwarz-Rot°Geld empfohlen wird. — Rach Verabschiedung organisatorischer Fragen wurde ein vorläufiger geschäftsführender Vorstand gewählt, der aus den Herren Weniger (Bad-Rauheim), Dr. Kock, (Worms) und Schrauth (Darmstadt) besteht. Die endgültige Vorstandswahl soll auf dem Parteitag der Staatspartei im Frühjahr nächsten wahres erfolgen. Bollsparieiliche Anträge im Hessischen Landtag. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat im Hessischen Landtag u. a. folgende Anträge eingebracht: Der 11. August (Tag der Reichsverfassung) fiel in diesem 3ahre zum ersten Male, nachdem er durch Beschluß des Landtages zum gesetzlichen Feiertag gemacht war, auf einen Wochentag. Der hessische Feiertag für ein das Reich betreffendes historisches Ereignis wirkte sich bei der Grenzziehung Hessens und feiner engen wirtschaftlichen Verflechtung mit den Rachbarstaaten, in denen der 11. August fein gesetzlicher Feiertag ist, in geradezu grotesker Weise aus. Der Schaden war für die gesamte hessische Wirtschaft — Arbeitgeber wie Arbeitnehmer -- ein sehr beträchtlicher. Sprach und spricht schon die furchtbar ernste wirtschaftliche Lage ganz allgemein gegen Schaffung oder Beibehaltung neuer Feiertage, so widerspricht zugleich die jetzige partikularistische Regelung in Hessen aufs schärfste dem Gedanken der Reichsreform und -Vereinheitlichung, die so bitter not tut. Wir beantragen daher: Der Landtag wolle beschließen: Der 11. August gilt in Hessen nicht mehr als gesetzlicher Feiertag. Wir beantragen ferner: Die Regierung möge Richtlinien über die Beschäftigung von Strafgefangenen aufstellen und die Strafgefangenen nur mit solchen Arbeiten beschäftigen, die für das selbständige Handwerk, Handel und Gewerbe keine Konkurrenz bedeuten. 3n einem weiteren Antrag heißt es: Trotz des wirtschaftlichen Tiefstandes, trotz der außerordentlich hohen Gesamtsteuerbelastung bat die übergroße Mehrheit der Steuerzahler den besten Willen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Es muh deshalb beanstandet werden, wenn die Beitreibung der kleinen und kleinsten Beträge mit einer Rig orosität erfolgt, die bei den Kommun al steuern unbenE* bar wäre. Es ist, soviel uns bekannt, angoordnett worden, daß am dritten Tage nach Ablauf der Schvnsrist die Mahnzettel zur Post zugegeben sind, und sofort nach Ablauf der Mahnfrist soll schon die zwangsweise Beitreibung beginnen können. Da gerade bei kleinen Beträgen Mahn- und Pfändungsgebühren verhältnismäßig hoch find, und da die Verzugszinsen trotz wiederholter Senkung de« Reichsbankdiskonts dieselben geblieben sind, beantragen wir, die Finanzämter anzuweisen, bei der Beitreibung auf die wirtschaftliche Lage der Betroffenen R ü ck s i ch t z u n e h m e n. Der Gewerkschaft ingzurWirk- schasts- und Sozialpolitik. Berlin, 15.Rov. (WTD.) Der Gewerkschaftsring Deutscher Arbeiter», Angestellten- und Be. amtenverbände, dem zehn Berufsverbände mit etwa 600 000 Mitgliedern an geschlossen sind, hielt heute seinen vierten Freiheitlich-Rationalen Kongreß ab. zu dem viele ausländische Vertreter erschienen waren. Rach einer Begrüßung^durch den zweiten Vorsitzenden des GewerkschafkNkingeS, Reichstagsabgeordneten Gustav Schneider (GDA.), erstattete der Generalsekretär Emst L e m m e r, M. d. R., den Bericht über das erste 3ahrzehnt seit Bestehen des Ringes. Zum Är- beitslosenproblem bemerkte der Redner, daß auf jeden Fall eine ausreichendeUnterstüt- zung unverschuldet Arbeitsloser sichergestellt werden müsse. Die Trennung des Reichshaushalts von der Arbeitslosenversicherung sei nur möglich, wenn die Mittel für die Arbeitslosenunterstützung gesichert seien. Ein weiteres Ansteigen der Beitrage sei untragbar. Die katastrophale Arbeitsmarktlage erfordere eine Revision der Arbeitszeitdauer. 3m besonderen sei der Kampf gegen dieUeber- stundenarbeit aufzunehmen und das g:l'.ende Arbeitszeitrecht daraufhin zu prüfen, inwieweit durch Abänderung die gesetzlich zulässigen äleber- stunden eingeschränkt werden könnten. Lemmer empfahl, die Politik der Reichsregierung zu unterstützen. Es sei dabei aber notwendig, die Senkungsmahnahmen aller Warenpreise bis zum Verbraucher durchzuführen. Gegen volkswirtschaftlich ungesunde Preisbindungen mühten mehr als bisher die staatlichen Machtmittel eingesetzt werden. Aus aller Wett. Die Einskurzkalasirophe in Lyon. 3n Lyon wurden 14 Leichen geborgen, darunter die eines Kindes. Die Befürchtungen, daß das Chazeaux-Hospital einstürzen könnte, sind noch nicht behoben. Man hat versucht, die Herkunft des Grundwassers, durch welche- das Erdreich aufgeweicht wurde, festzustellen. Wie der Bürgermeister von Lyon, H e r r i o t, erklärt, hat sich durch Färbung des Wassers im Wasserreservoir des Chazeaux-Hospitals erwiesen, dah das am südlichen Hügel des Hospitals gelegene Kanalisationswehrgebrochen sein muh und dah das Erdreich das dort aus- sließende Wasser nicht mehr habe aufnehmen können. Dadurch ist, wie man annimmt, eine Unterspülung und sind dann die auseinander folgenden Erdrutsche hervorgerufen worden. Do X In Bordeaux getanbet Do X ist am Samstag 14.16 Uhr deutscher Zeit bei Bordeaux glatt gelandet. Die Landung auf der Gironde erfolgte nach einstündigem Fluge von La Rochelle um 1,02 Uhr bei Roque de Th-u, 30 Kilometer vor Bordeaux. Besatzung und Passagiere wurden herzlich empfangen. 3n Bordeaux findet am Montag die Vorführung des Flugbootes statt. Für Dienstag ist der Start nach La Cvruna vorgesehen. Oie Wetterlage. Thorgha^n- .5011 (dlsflj Rbirdtei Imfi aart 5 1 O Perl) -JänHMen" 2AJ&unaT± Ls ©wolkenlos O neuer. (jnalD bedeckt. » wolkig, e DtdtcKi •Regen. * Schnee a Graupeln ■ Nebel K Gewit*fr,(g)Wlndstlllc. «Q-i sehr leichte» Oii nissige» SQdsuowesi q stürmische, »tordwesl Ole Pfeile (hegen mit dem Winde Pie beiden Stationen stehenden Zafr Tours V *7 —Zcf , =35 len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit.gleichen, nur Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die zufliehende Kaltluft an der Rückseite des abziehenden skandinavischen Tiefs hat zu Auf- klaren geführt, so daß in der letzten Rächt die Temperaturen vielfach unter den Gefrierpunkt zurückgingen. Damit war gleichzeitiger kräftiger Barometeranstieg verbunden und ein Hochdruckkeil hat sich von 3sland über die britischen Anseln bis nach dem Festlande hin ausgebreitet. Dieser wird zunächst bestimmend für unser Wetter sein und die eingesetzte Besserung noch fortbestehen lassen. Bei klarer Rächt ist weiterhin Frost zu erwarten, allerdings dürste die Schön- Wetterlage durch eine in Westfrankreich erschienene Warmluftwelle für späterhin erneut gefährdet sein. Aussichten für Dienstag: Stellenweise Frühnebel. sonst vielfach heiter und klar, twcken mit Rachtfrost. Äl>s E. tori ® iM äd*1' n berg- 1 Zriedbei autzerde licher 2 Men. grünte* ratytte de» Fa anzust) reine 0 turtoen sichtlich A 2 Innung y, mit $1 schvetoe n Innung QluW mäßiger; schlOm Autoschlo nur um Srsatzteil' schuh k licher 2 Deschtvei Schlosser tourten, begrü Mahn setzen. 5 Als toi verhandel 1. Die bandet den Di Friedl losten sii 2. Die Stabt 5 verband Erstatte Jüllgras Der? zuÄechl jul.' klagten nebst 1 zahlen. Beklagt zu 2. Beklagt die Zeit Kokten, Koken i auferlegt (Stub der Al Sieben I der @i einstir men: .Dies schärfs mehrendi niilito behörde i ten MW Dieser1 seine 2ea: die sich f nehmender für itgen wollen, n zu lotchen j> Strütenter einen Sp audj am Leute am Jeföftigu tetjufaih Sum geft Vorfall" Etudente "ch nach "nd mi6l ^r.sogo in oct <- Lusern' wt mej 'n uns ii Junten 'n sogar d toorfcen c S.S SS! ^ennfeur ftie ^sonder/ Nen >u geben. Lediglich einige des Vollständigen z kleinere Bauplätze li regen noch brach, für die Aue der Provinzialhauptstadt Sieben, den 17. Rovember 1930. Provinzialausschuß Sitzung. r^J Künstliche Augen fertigen n. die Auto- schlosserei eine fachmännische Ausbildung als Autoschlosser vorauSsetze, obwohl eS sich auch nur um daS Einsetzen fabrikmäßig hergestellter Ersatzteile handele. Der Provinzialausschuß erkannte nach vorausgegangener mündlicher Verhandlung, in der der Vertreter deS Beschwerdeführers, sowie der Obmann der Schlosser- und SchmiedezwangSinnung gehört wurden, zu Recht, die Beschwerde als unbegründet zurückzuweisen und die Kosten des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Last zu setzen. Streitwert 500 Mk. AIS weitere Punkte der Tagesordnung wurden verhandelt: 1. Die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Offenbach a. M. gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Ersatz von Anterstühungs- kosten für Karl Hirschhäuser aus Windecken. 2. Die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Dortmund gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Lauteroach wegen Erstattung von Anterstühungskosten für Kaspar Füllgraf, früher wohnhaft in Lauterbach. Der Provinzialausschuß erkannte durch Arteile zu Recht, zu 1. der Klage stattzugeben unb den Beklagten zu verurteilen, an den Kläger 63,40 Mk. nebst 7 Prozent Zinsen seit 13. Mal 1930 zu zahlen. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Beklagten zur Last gesetzt: zu 2. der Klage insoweit stattzugeben, als der Beklagte verurteilt wird, an den Kläger die für die Zeit vom 9. bis 26. Mai 1928 aufgewendeten Kosten im Betrage von 26 Mk. zu zahlen. Die Kosten deS Verfahrens wurden dem Beklagten auferlegt. Studentischer Protest an die Polizei. Der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Gießen teilt uns mit: In der letzten Kammersitzung der Gießener Studentenschaft wurde e t n st i m m i g der nachstehende Antrag angenommen: „Die Studentenschaft der Universität Gießen erhebt schärf st en Protest gegen die in letzter Zeit sich mehrenden, fast täglichen UeberfälleaufKom- m i H t o n e n und ersucht die zuständige Polizeibehörde dringend um A d st e l l u n g des angeführten Mißstandes." KÄTHE ff- K- Preiswerte Saiomon Schulstraße 4 7g98 Wie oft kommt es vor, daß man nachts irgend welche Schmerzen leidet. Man wird von Kopf- schmerzen geplagt, das Zahnfleisch oder ein hohl. Zahn,Hexenadinß, Wadenkrampf, Rheuma, Kreuz- oder Gliederschmerzen qufllen einen. Hilfe bringt CARMOL Man verlange in Apotheken und Drogerien easdradcUch CARMOL. Carmol tut wohl! Preis Mk. 1,50 und 2,75 Carmol-Fabrik; Rheine berg (Mark) Kaiser-Progerie Ernst Noll, Lindenplatz 5. Gegen Erkältung: /5-6i> '"SLMM-Ill Kräuter haus Jung. Sehn Straße 8 Betfieineninflooagoiöiötiöen Donnerstag, den 20. November 1930, mittags 1 Ahr, läßt die Gemeinde Großen-Buseck ihre diesjährige Ernte an Korbweiden von ca. % Morgen erstklassig schöne Weiden in 4 Abteilungen auf dem Stand an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigern. Großen-Buseck, den 15. Novbr. 1930. Hessische Bürgermeisterei. Gans. 7809V 7 9PA prjoeFenstermW||m*r LW688W8W I Bandarbeit weg si. | Stellenangebote| f Fleischbütten X Waschbütten i Fle schständer Küferei 7763 0. Sommerkorn ) LBleichstr. lOZ Boilsbotbfdiüle Heuie der Kurs Staatsbürgerkunde wird wegen parlarnenla- rtfcherBertzmdernng von Obeiregie- rungsrat Ritzel erst nach Ncuiabr for'aesetzt. Der Zeti- punkl wird durch ZettungSanzeige mnneteilt. Einige Wagen L07’26 Mist gen. Stroh ab-ugeb. Hammftratze 5. Vertreter von alter, bestbe- kann:er süddeutscher Wcmüic* Konservenfabrik für den dies. Platz uesiichi. Schrtitltche Angeb nebst Referenden unter 7802D an den Gleft. Anz. Stadttheater Dienstag. L8.N0V. von 20 bi23 Uhr: e.Dlenstog-ML'üctft Overelieupreise Gaüspiel der Ä er- eurgten Cpeictien» tueater Bochum- Hamborn Das Land desLaclie.'ns Operette von Franz Lebär. Bekanntmachung. Zum verkauf von Lhristbäumen soll ein Platz von 150 qm auf dem Oswaldsgarten und ein Platz von 100 qm im Hof des städtischen Verwaltungsgebäudes, Garten- straße 2, für die Zeit vom 2. bis 24. Dezember 1930 vergeben werden. Schriftliche Angebote find spätestens bis zum 22. November 1930, mittags 12 Uhr, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 29, abzugeben. 7772C Gießen, den 14. November 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Hamm. Dienstag, den 18. November 1930, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuen- weg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: I. 1 Bücherschrank, 2 Diwane, 1 Dtxi- Wagen, 2 Schreibtische, 1 Chaiselongue, 2 Gasherde, 2 Büfetts, 15 Meter Stoff, 1 Schreibladenkaffe, 1 Nähmaschine, 1 Ausziehtisch, 2 Kredenzen, 1 Standuhr, 2 Teppiche, 1 Sofa, 1 Spiegel, 1 Bett mit Sprungrahmen und einer breit. Matratze, 2 Ladentheken, 1 Glasschrank, 2 Registrierkassen, 2 vollst. Fremdenzimmer, 1 Schreibmaschine, 1 Flurgarderobe, 3 Kinderbetten, 1 Tisch, 2 Waren- schränke, 2 Steppdecken, 2 Bettücher, 2 Bettbezüge, 4 Kopfbezüge, 1 Küchen- schrank, 1 Grammophon mit 25 Platten, 1 Klavier, 1 Eiskonservator, 1 Kaffeemaschine. II. An Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal): 1 Werkbank mit Schraubstock, 1 gelbe Riemenscheibe, 1 Polierbock mit Scheibe, 1 Transmission mit 4 Riemenscheiben, 7,80 Meter lang, 4 Böcke, 1 Transmission, 5 Transmissions-Le derriemen, 1 Flanse enbüchse, 1 Four nierpresse, 1 Kreissäge mit Bohr- maschine, 7 Bücherschränke, 7 Schreibtische, 11 Büfetts, 8 Kredenzen, 1 Flurgarderobenschrank, 1 Halbbüfett, 5 vollständige Schlafzimmer, 9 Tische, 2 Ausziehtische, 4 Sofas, 6 Sessel, 1 Küchen- büfett, 1 Abrichtmaschine mit Elektro- motor, 3 Vitrinen, 1 Fräsmaschine, 1 Hobelmaschine mit Elektromotor, 1 Friseurtoilette, 2 Chaiselongues, 1 Teppich, 1 Flügel, 2 Stühle. [7799D Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen, Dammstr. 241. Fernr.4039. Kleinguisverpachiung. Die infolge Oraanisationsänderuna freigewordene, in nächster Nähe von Schotten gelegene Försterhofreite Kiliansherberge soll mit dem dazugehörigen Dienstland in Größe von insgesamt 22 Morgen Wiesen-, Hutweide-, Acker-, Gras- und Grabgarten- gelände auf 12 Jahre aus der Hand ver- pachtet werden. Es ist Gelegenheit gegeben, in dem Anwesen nebenher Gastwirtschaft in einfacher Aufmachung zu betteiben. An- geböte, auch mit Preis für das Gelände, sind mit ausführlicher Begründung bis zum 29. November an die unterzeichnete Stelle zu richten, wo auch die Pachtbedingungen eingesehen werden können und jede weitere Auskunft erteilt wird. Persönliche Bor- stellung ist ebenfalls unbedingt erforderlich am 29. November oder bereits am 22. November vormittags. Das Anwesen kann ferner durch Herrn Förster Hübner, Einartshausen, nach vorheriger Anmeldung vorgezeigt werden. 7795D Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Bekanntmachung. Bei der am 9. d.M. stattgefundenen Vor- stands- und Beiratswahl wurden nach- stehende Herren gewählt: A. In den Vorstand: Isaak Sonn. B. In den Beirat: Hofrat Jacob Grünewald. Das Protokoll und die Anlagen liegen drei Tage lang auf dem Büro des Unter- zeichneten offen. Einwendungen gegen die Wahl und gegen die Person des Gewählten können während der Offenlegungsfrist bei demselben vorgebracht werden. [7801D Gießen, den 17. November 1930. Israelitische Religionsgesellschaft Gießen. Der Vorstand: A. Fröhlich. Eber-Verkauf. Die Gemeinde Rüddingshausen. beabsichtigt einen wegen Inzucht abgängigen Eber zu verkaufen. Dre Versteigerung findet Donnerstag, den 20. November 1930, nachmittags 3 Uhr statt. Zusammenkunft bei der Vürgermeisterei. Bürgermeisterei Rüddingshausen. _____________Müssig.________[7797 D Holzsubmission. Aus dem Gemeindewald Wißmar, Kreis Wetzlar, sollen, falls annehmbare Angebote eingehen, geschlagen werden: Los 1 zirka 80 Fftm. Eichen Klasse 2 n 2 „ 50 ,, „ „3 „ 3 „ 60 Rm. „ Nutz knüppel „ 4 „ 40 „ „ Nutzscheit u. Nollen II. Klasse in Längen nach Wahl des Käufers „ 5 zirka 20 Fftm. Buchen Klasse 3 „ 6 „ 20 „ „ „4 Der Käufer bleibt 8 Tage vom Tage des Eröffnungstermins an gerechnet an sein Gebot gebunden und muß sich ver- pflichten, mit einem Mehr- oder Minder- anfall einverstanden zu sein. Der Zuschlag bleibt derGemeindeverttctung Vorbehalten. Der Kaufpreis ist vor der Abfuhr in 3 Raten, und zwar % bei Erteilung des Zuschlages, y3 am 1.4.31 und y3 am 30. 6. 31 zu zahlen. [7807 D Angebote auf einzelne Lose oder die Gesamtmenge sind bis zu dem am Sams- tag, dem 29. November 1930, vormittags 11 Uhr im Dienstzimmer des Gemeinde- Vorstehers stattfindenden Eröffnungster- min bei dem Unterzeichneten einzureichen. Wißmar, den 13. November 1930. Der Gemeindevorsteher. Bittendorf. Cachenez. weiß. Kunstseide, in hüb- 4 Efl sehen, modernen Mustern.......1.75, l»UU Selbstbinder, la Kunstseide,in mo- 4 Ert dernen, kleinen Mustern.......L7o, laUU Selbstbinder, reine Seide, Wiener O Eil Fabrikat, eleg., fesche Dessins. 4.50, UeUU Kragen, Steh- u. Stehumleeef., 4fach (1 Cß Mako,gut. Fabrikat,mod. Form.. 100, UeUU Hosenträger, bestes Gummi, Leder- 4 Ert patten oder Gummistiippen.... 1.75, l«vv Oxford-Hemden,angeschn.Kragen A 7E u. Krawalle, praut. Geschenk -..5.50, lu Oberhemden, weiße, ganz durch gern ust ert, beste Popelinqual., schöne C Ert kleine Muster und Streifen ... 7.50. UeUU den Reiz ihrer Persönlichkeit und der berühmte Tenor Hans Heinz Bollmann den Glanz seiner Stimme einem Tonfilm. Die Schauplätze der Handlung, Bonn und Godesberg, das rheinische Leben und der rheinische Humor mit den famosen Schlagerliedern schaffen die packende prachtvolle Stimmung I * 7792 c Im Beiprogramm: Tönende Ufa-Woche und „Felix“, Mickys Bruder Anfangszeiten: 4,6,8.30 Uhr, Mittwoch: Anf. 3 Uhr Karten Vorbestellungen erbeten unter Nummer 4077. OIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIID Gesucht wird Stenotypistin bis 23 Jahre die verfett französisch stenographieren und das Stenogramm ichnell auf der Ma- ichme übertragen kann. 7793D Nröeltsomt (Sieben Slm.estellien- Vermittlung. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID Lichtspielhaus • Gießen Zum ersten Male leiht die gefeierte Darstellerin der allerersten deutschen Theater im 28. Lebensjahre. Gießen, den 17. November 1930. im 60. Lebensjahre. 7806D nachmittags 2% Uhr statt 07125 2V, Uhr statt. 7800D Oppenrod, Griedel, den 17. November 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. November, Holzheim, Bettenhausen, den 16. November 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. November, nachmittags In tiefer Trauer; Ad. Becker und Kind Heinr. Georg und Frau Familie Ad. Becker. Heuchelheim, den 17. November 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18 November, nachm. 2 Uhr, vom Tiauerhause Marktstraße 18 aus statt. Die Beisetzung findet Dienstag, den 18. November, nachm. 2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. ____________________7803 V im Alter von 44 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weller, Gastwirt. In tiefer Trauer; Jakob Hahn, Schuhmachermeister Familie Otto Hahn Familie Paul Schmidt Nur allzu kurz war dir das Mutterglück beschieden. Samstagmorgen entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine Rute Frau, unsere gute Mutter und einzige Tochter, Schwiegertochter. Schwägerin und Tante Frau Antonie Becker, geb. Georg Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ist heute morgen nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Margarete Arch geb. Jäger im Alter von 55 Jahren in dem Herrn sanft entschlafen. In tiefer Trauer: Heinrich Wilhelm Arch Wilhelm Arch und Familie Heinrich Arch, Lehrer, und Braut. Am Sonntagabend 71/2 Uhr entschlief plötzlich nach langem, mit grober Geduld ertragenem Leiden meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisahelhe Balm, Heb. Steinmauer Samstag vormittag 9% Uhr entschlief sanft nach sechswöchigem Kranksein meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin, Nichte, Kusine, Gote und Tante Marie Weller [Käthe Dorsch | [ Mietgesuche | Astoria-Lichtspiele Mascottchen 7,92 C GeschftitshaaB beste Lage, in. altem, gutaeh. 0 eschäft bet 10000 Mk. Anz. zu verk. Schr. Angeb. u. 07127 tt d. Gteü. Anz. 2. Käthe von Magy Roval-Samborsky in müb''.3imn er zu vermieten. 07118 Moltkcsfr. 2 I. 6 Akts voll Tempo, Laune, Witz und Uebermut Weitzer Gr deher" vretöw. z. verk. 07122 Westaul. 56 v. (Geräumige 2-3=3imm;r« Woh ung sofort au mieten gef. Schriftl. Angebote u. 07128 a. d.Gteß.Anz. [Vermietungen | bin zwar sehr eilig, weil Ich um ein Uhr bei dem Fürsten Monaco lunchen soll. Aber Sie höre Ich immer gern." Ich: „Für die innere Politik ist Bethrnann wohl alles in allem der Beste. Die Linke wird er bei der Stange halten, das Zentrum wieder heran- -iahen, die Konservativen sind ihm, soviel ich weiß, auch wohlgesinnt. Er versteht nur gar nichts von auswärtiger Pol'tik." E. M. tlachend, heiter): ..Die auswärtige Politik überlassen Sie nur Mir! Ich habe bei Ihnen eiwigcs gelernt. Es wird schon gehen." Ich: „Das hoffe ich Aber Eure Majestät brauchen wenigstens als Amanuensis einen guten Äaals ekcelär des Auswärtigen Amts. Schö n ist imsähiq." 6. OH.: ..Er hat in der bosnischen Frage aber doch famos abgeschnitten, denke Ich." Ich: „3a, unter mir." 6. OH. tzurn erstenmaal etwas gereizt): „Was unter 3hnen ging, Mein lieber Bülow, wird wohl auch unter Mir gehen." Ich: „Als Stühe und Hilfe für das auswärtige Ressort empsehle ich Eurer Majestät Mühlberg oder Kiderlen." S. Ott.: „Die nehme Ich beide nicht." Ich: „Dann nehmen Eure Majestät Bernstorfs. Der würde sich eventuell auch zum Reichskanzler eignen." S. M.: „Das will ich Mir merken. Ich habe Dernstorsf sehr gern." Ich: „Ein begabter Mensch ist auch Drockdvrff- Ranhau." 6. an.: „Den nehme Ich nicht. Er ist ein Reffe von Therese Drockdorff, der Oberhofmeisterin Meiner Frau, und Ich mag keine Verwandtschaften zwischen dem Auswärtigen Amt und Meinen Hosleuten." Ich: „Sachlich lege ich Eurer Majestät zwei Bitten ans Herz, sehr ernst und sehr dringend." 6. OH. (abwehrend, ungeduldig, sieht nach feiner Armbanduhr): „Lieber Bernhard, Ich habe wirklich keine Zeit mehr." Ich: „Das tut mir leid. Ich werde mich aber bemühen, Extrakt zu reden, in fliegender Eile, wie der arme Dietrich Hülsen zu sagen pflegte: Trachten Sie, zu einem Naval agrccnicnt mit England zu kommen." 6. OH. (sehr gereizt): „Run kommen Sie mir zum Schluß noch mit dieser Sache! Habe ich Ihnen nicht oft genug gesagt, mündlich und brieflich und in soundsoviel Marginalien, daß Ich Mir nu Meine Schiffsbauten nicht hineinreden lasse! Seher solche Vorschlag ist eine Demütigung für Mich und Meine Marine." Ich: „Ich habe Eurer Majestät nie zu etwas geraten, worunter unsere Ehre leiden könnte. Aber eine so weitreichende und dabei schwierige Frage kann nicht vom Standpunkt des Paukkomments behandelt werden. (Seine Majestät runzelte die Stirn.) U.rd dann! Wie soll unsere Ehre darunter leiden, wenn wir freiwillig, avec un beau geste, mit England au einem Abkommen gelangen, das mit der englischen Besorgnis vo.f dem Tempo unserer Schiffsbauten die latente! Kriegsgefahr verringert?" 6. OIL (mit großer Bestimmtheit): „Ich glaube nicht an eine solche Kriegsgefahr!" Der Kaiser blickte, während er so sprach, auf die seine „Hohen- zollem" umgebende Kriegsflotte. Indem er mit der Hand auf die gewaltigen Panzerschiffe deutete, rief er mit erhobener Stimme und mit stolz» zurückgebogenem Haupt mir zu: „Wenn einer, wie Ich, in diesem Moment, die Früchte seiner ehrlichen und saueren Mühen so unmittelbar vor Augen hat, dann darf er wohl ein gewisses Selbstgefühl betätigen." Ich mußte an Schillers Polykrates denken, der von seines Daches Zinnen auf Samos schaute mit vergnügten Sinnen. Ich erwiderte: „Auch ich glaube nicht, daß England von heute auf morgen über uns herfallen wird wie seinerzeit Relson über Kopenhagen und die kleine dänische Flotte. Was ich glaube, ist, daß, wenn wir unseren Schiffsbau forcieren — ich unterstreiche das Wort: forcieren! — ein durch das Tempo unserer Bauten schließlich allzu sehr beunruhigtes und gereiztes England sich gegen uns wenden wird, falls irgendeine größere Korn» plikation ihm Gelegenheit bietet.“ 6. OH.: „Ich will Mich doch im guten und in Frieden von Ihnen trennen, lieber Bülow, warum kommen Sie auf diesen alten Streitpunkt zurück?" Ich: „Weil die Gelegenheit für eine Verständigung mit England gerade jetzt günstig liegt. Mein Rücktritt, ein neuer Reichskanzler, das gibt a new departure. Auch kann es jetzt nicht so aus- fehen, als ob wir deshalb über das Tempo unserer Schisssbauten mit uns reden ließen, weil uns der finanzielle Atem ausginge. Unsere Kassen sind wieder voll." S. Ott.: „Ich kann und will Iohn Dull nicht erlauben, Mir das Tempo Meiner Schiffsbauten vorzuschreiben l" Ich: „Cs handelt sich ja gar nicht um ein Vor- schreiben, um ein Diktat, auch nicht um einen Zwang, sondern ujn ein freiwilliges und freundliches Arrangement." 6. OH. (sehr ungeduldig): „Das sind Wortspielereien I Ich bitte Sie noch einmal, hören Sie ldamit endlich auf. Wir wollen uns doch im guten trennen, nicht wahr?" Ich: „Dixi ct salvavi animam meam.“ 6. OH.: „Schon wieder ein Zitat! Run, und wie ist es mit der zweiten Ermahnung des großen Pädagogen?' Ich: „Wiederholen Sie nicht die bosnische Aktion." E. OH. (mißtrauisch): „Die war aber doch ein Triumph für Sie?" Ich: „Die Situationen wiederholen sich in der auswärtigen Politik selten in ganz gleicher Weise. Im vorigen Winter lagen die Dinge, wie sie kaum je wieder liegen werden. Ne bis in idem!" S. OH. (wieder heiter, freundlich): „Sie zitieren zum Schluß aber noch gewaltig. Das wenigstens macht Ihnen keiner nach. Also, Sie meinen, Ich soll auf dem Balkan vorsichtig fein?" Ich: „2a, dort noch mehr als anderswo. Dort liegt die Gefahr. Denken Eure Majestät, bitte, an alles, was Bismarck in dieser Beziehung gesagt, geschrieben, gewarnt hat. Denlen Eure Majestät an seinen Erlaß an den guten Deines, meinen alten Freund und Regimentskameraden, Eurer Majestät ausgezeichneten Eeneraladjutan- tcn. Ich habe Eurer Majestät nach dem Manöver in Koblenz, es war wohl 1905, die Abschrift dieses Bismarckschen Erlasses, die ich mir genommen hatte, vorgelesen und Cure Majestät gebeten, sie an Sich zu nehmen." S. OH. (sieht wieder nach der Armbanduhr): „Schon, schön. Ich werde das nicht vergessen. Seien S c ganz ruhig. Run muß Ich aber fort. Ich darf Monaco nicht warten lassen. Ich nehme Sie aber mit in Mein Boot und fahre Sie hin." Ich: „Sehr gnädig, Cure Majestät? Rur noch das eine: Gerade wenn Sie zu meinem lebhaften Bedauern ein Agreement mit England ü er das Tempo unserer Schiffsbauten ablehnen, müssen Sie doppelt vorsichtig mit den Russen fein. Ich sage es noch einmal, an einen plötzlichen Heb erfüll von feiten der Engländer glaube ich nicht, wohl aber, daß ein durch das Tempo unserer Schiffsbauten ganz außer Rand und Band gebrachtes England gegen uns vorgehen wird, sobald wir mit Rußland aneinander sind. Und bann: Wollen Sie wirklich Bethrnann? Karl Wedel wäre besser." S. OH. (während er zum Fallreep geht): „Der ist Mir zu eigensinnig, zu sehr Dickkopf, das wissen Sie ja seit lange.“ Ich: „Oder Schorlemer? Er hat mehr Kavalierperspektive als Bethrnann. Oder Rheinbaben? Der hat mehr Courage." E. OH.: „Rein! Es bleibt bei Bethrnann. Passen Sie nur auf, wenn der lange Kerl sich von der Dank des Bundesrats im Reichstag erhebt und die verehrten Reichsboten mit seinen strengen Augen ansieht, dann kriegen sie es alle mit der Angst und verkriechen sich in ihre Mauselöcher. Und dafür ist es hohe Zeit! Run aber rein ins Doot." Reichsbanner-Kundgebung in Gießen. Am Freitagabend sprach in einer sehr gut besuchten Versammlung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Major a. D. Anker im Cafe Leib. Landesverbandsführer Kern, Darmstadt, leitete die Versammlung und betonte einleitend, daß die Versammlung des Reichsbanners in Gießen eine Mobilmachung gegen die Reaktion, die in Gießen besonders stark sei, darstelle. Er wies weiter darauf hin, daß der „Gießener Anzeiger" es abgelehnt habe, die Einladungsanzeige für diese Versammlung aufzuneh- mcn. (Demgegenüber stellen wir hiermit fest, daß, wie bei allen derartigen Anzeigen von Parteien und Verbänden, auch hier lediglich die agitatorischen Zusätze zur Einladung beanstandet wurden, daß der Ausnahme der Einladung selbst aber nichts entgegenstand. Trotzdem ist die Anzeige nicht zur Einfügung in den „Gießener Anzeiger" bestellt worden. D. Red.) Sodann ergriff der Redner des Abends, QHa* jor a. D. Anker, daS Wort. Er referierte zunächst ausführlich darüber, wie er als Soldat der alten Armee schwere innere Kämpfe zu bestehen hatte, bis er sich entschließen konnte, den republikanischen Staatsgedanken mit seiner Person zu vereinigen. Viele andere Soldaten Hütten ebenfalls großen inneren Widerstand überwinden müssen, um sich zur Republik zu bekennen. Heute sei es jedoch so weit, daß der wahren und übe.zeugten Feinde der Republik als ötaatsform nur noch verschwindend wenige seien. Die Revolution, so führte er u. a. weiter aus, könne auch nicht als ein nationales Verbrechen gelten, sofern die Angehörigen einer Ration in überwiegender Mehrheit die Träger der re armierenden Idee seien. Im übrigen wären die Sozialdemokraten bemüht gewesen, die Monarchie aufrechtzuerhalten, eine Tatsache, die dadurch be wie e n werde, daß dem Abdankungsedikt beigefügt worden fei, „der Kaiser muß abdanken, der Kronprinz auf feine Reche verzichten, denn nur so fet die Dynastie zu reiten". Der Redner befaßte sich weiter mit den Vorgängen während der letzten Tage des Krieges, wie sie sich an der Front abgespielt hätten, und betonte, daß die den Kampfgeist zersetzenden Flugblätter nicht von deutschen Sozialdemokraten aus in die Gräben gebracht worden seien, vielmehr von feindlichen Fliegern abgeworfen worden wären, nachdem von deutscher Seite ähnliches über den feindlichen Gräben geschehen fei. Weiter wies er darauf hin, daß auch die Republikaner Anhänger des Wehrgedankens seien, sich aber dagegen wenden müßten, daß zum Kriege gehetzt würde, zu einem Zeitpunkt, da die deutsche Wehrmacht nur geringe Aktionsmöglichkeit habe und keinen entscheidenden Schlag gegen einen mächtigen Feind zu führen imstande fei. Er wünschte sich den Soldaten mehr in der Rolle eines Feuerwehrmannes, der den Wunsch habe, daß ein Unglück, wie eS ein Brand darstelle, nicht eintreten möge. Im Hinblick aus die heutigen Derhältniffe erklärte der Redner, es gehe nicht an, daß Beamte und Pensionäre, die von der Republik Gehalt und Pensionsgelder bezögen, gegen den Staat wühlten und ihn stets zu schädigen und an seiner Form zu rütteln versuchten. Wesentlich aber sei es, daß die historische Wahrheit über den sog. Dolchstoß festgestellt werde, denn erst dann werde die Republik nicht mehr mit Feindschaft, sondern mit Liebe betrachtet und damit der Weg Erster Tag im Kammerspiel-Zyklus. Julius MariaBcckcr: „Ter Brückcngcist". Der erste Tag des vom Goethe-Bund gemeinsam mit dem Stadttheater veranstalteten Kammerspiel- Zytlus brachte als sonntägliche Morgenfeier die Aufführung eines „Spieles vom Tode" des Dichters Justus Maria Becker: es heißt „Ser Brücken- g e i st" und ist kein eigentliches Drama, sondern eine tiefsinnige, mit allerlei Gedankenwerk befrachtete Vision vom jüngsten Tage, ein mit Musik verbrämter, lyrisch-melodramatischer Dialog, halb Erzählung, halb Totentanz — eindringlich und schlicht, mensdstich-irdisch und zeitlos zugleich. Wie die Alten sich die greife Gestalt des Charon als seelengeleitenden Fährmann der Abgeschiedenen in die Unterwelt dachten, so wird in der Borstellung des fränkischen Dichters, der aus spürbaren Nachklängen des Expressionismus in eine neue Romantik hineinwuchs, der Grenzwächter und Zollerheber am Brückenturm zum „Briickengeift": er öffnet und schloßt den toten Seelen die Schranken, die ihr gewesenes Dasein von ihrem neuen Reich scheiden. Brückengeist: ein mythisches Wesen, feindselig und gütig zugleich den Irdischen gesinnt, mit tiefem Wissen begabt von Leben und Tod. * ßier spricht ein Dichter, bas muß man gespürt haben aus den Worten des Spiels, und wem ste nicht gleich eingegangen find wie ein flacher Schla- gcrtrxt oder ein blöder Schwankdialog, der möge einholten und ein Weilchen nachdenken über das, was er horte und sah, — ehe er sich mit schnell- fertiger ®eringfd)äßung abwendet. Es liegt ein tiefer Sinn in den Erzählungen, Wechselreden, Bildern und Gestalten des Spiels. Becker hat intensiv erlebt, was manchem zuvor gewiß nur undeutlich oder unterbewußt auf« gestiegen war: die Magie einer Brücke, beruhend auf dem kaum mehr empfundenen Emporgehobenwerden und Schweben auf schmaler Grenze zwischen hüben und drüben, ... über einer ewig rauschenden Tiefe. So wird dem Dichter die Brücke zum Symbol, zum Sinnbild und räumlichen Gleichnis des schmalen Bezirks zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Himmel und Erde. Wer die Brücke betrat, hinten: dem sind die Schranken zum irdischen Ufer auf immer geschlossen: sie wird ihm zur Himmelsleiter und wölbt sich in riesigem Boden den Sternen zu. In. dieses, im Räumlichen sichtbar gemachte Gleichnis wird das schöne und sehr menschlich empfundene Motiv von der Wiederbegegnung und Wiedervereinigung der abgeschiedenen Seelen, ... zumal der toten Liebenden sinnfällig einbezogen. So kommt untean linken Brückenturm ein singender Hand- wecksbursch, unterm rechten ein junges Mädchen, beide auf der Suche nach einem fernen Geliebten, zum Grenzwächter ans Tor, ... hinter die Schranken, auf die schmal geschwungene Straße, von der es keine Wiederkehr gibt. So wenden sich beide traurig vom gesenkten Schlagbaum zur Mitte zurück und finden einander, selig entrückt, vor dem steinernen Madonnenbild im dichten Flockenfall der winterlichen Nacht unter den kreisenden Sternen, und der Brückengeist wirft ihnen mit einer guten Gebärde den gemeinsam einhüllenden dunklen Mantel über für die letzte Reise. Dieses Bild: die beiden Liebenden vor dem Muttergottesbild, im Schneefall aus hohem Himmel, in Brückenmitte zwischen wuchtigen Grenztürmen ... war von großer und eindringlicher Schönheit. Hier gelangte die ganz auf einen finnfäUigen Ausdruck des dichterischen Gleichnisses bedachte, geschickt stilisierende Aufführung des Intendanten Dr. Prasch, vorzüglich unterstützt von seinen technischen Helfern Löffler und Keim, zu einem Höhepunkt visueller Regieführung. Auch war der Spielleiter bemüht, der szenischen Phantasie in feiernd) nachhallender Sprachgestaltung den ihr zukommenden Klang und die angemessene rhythmische Betonung zu geben. Die Musik von Hans U1 - ball (Leitung von Fritz C u j 6) hätte — für unser Empfinden — einfacher, gleichsam volksliedmäßig und mehr auf eine schlichte Melodik hin instrumentiert sein müssen. * Drei Schauspieler ordneten ihre darstellerische Individualität willig der verständnisvoll wirkenden Führung unter. Herr B ä u e r l e fand, scharf akzentuierend, als Brückengeist den aus Irdischem und Jenseitigem zusammenströmenden Sprachklang des Gelciters über die Grenze: W e - s e n e r spielte in schlichter Natürlichkeit den Handwerksburschen Wendlin von Strümpfelbach: Elisabeth Wielander, blaß-blonde Legendengestalt, sprach die zärtlichen Worte der jungen Liebenden. • Die Morgenfeier war gut besucht. Die Aufführung soll am kommenden Sonntag zum Totengedachtnis wiederholt werden. hth- Hochschulnacknchien. Der Oberingenieur der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin Dipl.-3ng. Dr.-Ing. Hans Piloth hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in München als Rachfolger von Geheimrat K. Heinke zum 1. März 1931 angenommen. Seine Ernennung zum etatsmäßigen Ordinarius an der Münchener Hochschule ist bereits erfolgt . Der Oberlandesgerichtspräsident a. D. Dr. jur. h. c. Emst Dronke ist zum Honorarprofessor in der rechtswissenschaftlichen Fakultät der ilni- versität Frankfurt ernannt worden: gleichzeitig wurde er beauftragt, Vorlesungen auf dem Gebiete des Bürgerlichen und Verfahrens- Rechts zu hotten. 1928 ernannte ihn die Frankfurter Rechtswissenschaftliche Fakultät zum Ehren» । doktor. Hauch von Paris. Von Albert H tausch. II. „Le Quartier" („Das viertel"). Wenn ich sehr lange in Paris bleibe, wohne ich oben in Montmartre. In einer verschwiegenen „Gor^onniöre", deren Wohnzimmer aus einen Binnengarten geht, deren vergittertes Schlaszimmersenster aber auf eine jener Treppenstraßen schaut, welche von den äußeren Boulevards nach der Place du Tertre hinaufführen. Verlasse ich Paris, so wird das kleine Paradies untervermietet — und ich kündige meinem Stellvertreter nicht auf, wenn ich nur für kürzere Zeit in der Lichtstadt Aufenthalt nehme. Dann bin ich auf der „ anderen" Seite zu Hause, auf dem linken ©eine-üfer, im siebenten Bezirk, also im alten Viertel von St. Germain, iinb ich bin dort wirklich genau so zu Hause wie auf der Höhe von Montmartre. Der Fluß ist mir heimatlich wie der Berg — und ich weiß manchmal nicht, wen von beiben ich mehr liebe. Habe ich mich nun also in den Bannkreis des Flusses begeben, mein Quartier für anderthalb bis zwei Monate am Quai Voltaire aufgeschlagen, so sagen die Leute in diesem- Viertel, die mich kennen: „Monsieur est revenu dans le quartier.“ („■Ser Herr ist in das Viertel zurückgekommen.") Genau so, wie sie etwas erstaunt und vorwurfsvoll, ja manchmal auch fast etwas herablassend sagen: „Tiens, monsieur quitte le quartier“, „So so — der Herr verläßt das Viertel"), wenn ich in die Montmartrewohnung übersiedle. Denn „le quartier“ (.das Viertel") ist eine große Angelegenheit, „etre du meine quartier“ („aus dem gleichen Viertel stammen"), ist ein unsichtbares Band von oft ungeahnter Stärke. Der Pariser liebt sein Viertel zärtlich — und er läßt nichts darauf kommen. Wer aus der Gegend des westlichen Boulevard St. Germain und des Quai d’Orsay stammt, an dem das Abgeordnetenhaus, das Außenministerium und das Haus der Ehrenlegion liegen, ist sehr stolz ckus sein Viertel. Regierungsatmosphäre des heutigen Frankreich und — um den Boulevard St. Germain herum, den Sih der alten royalistischen Aristokratie,- in deren grauen, edlen Palästen die Zeit stillzustehen scheint — die Lust gewesener Größe: was will der kleine Wann aus Paris noch mehr? Man muß ihn sagen Horen: „Ah oui, nous du septifcme“ („3a, wir vom siebenten"). Das ist wirklich etwas anderes, als wenn einer in Datignolles oder in Belleville oder gar „braußen“, an den Toren wohnt. Dieses „septifcme“ verpflichtet. Hier hat man als Muster die Haltung der vornehmen Leute, in deren Schatten man wohnt. Hier gibt es noch Zucht, Verschwiegenheit, Würde... Man weiß alles, sellrstverständlich, — aber man drückt die Augen zu... Dieses Augenzudrücken: einer der bezauberndsten Reize von Paris. Hier ist die Liebe wirklich noch Element, dem niemand andere Dämme setzt als die Menschen, die liebenden, es selbst tun. Lind eben darum ist in Paris die Liebe so selbstverständlich und so mild geblieben. Wann hört man hier jemals aus dem Munde selbst eines noch so geringen Straßenmädchens ein gemeines Wort? — — „Ah, monsieur est donc revenu dans le quartier’.“ Das ist das Wort, das mich nun an allen Ecken und Enden empfängt, als ich am Vormittag nach meiner Ankunft die unerläßlichen Besorgungen mache. Da ist zuerst der Friseur und seine liebenswürdige Frau, deren Lippen mit scharlachroten Stiften angemalt sind, genau wie die Fingernägel. Welche Flut von Fragen — und welche Schwierigkeit, immer so zu antworten, daß man eigentlich nichts gesagt hat. Da ist der etwas melancholische Gehilfe, dessen blasses Gesicht sich kaum jemals belebt. Er stammt aus der Gegend von Clermont-Ferrand. Er sagt: „Wir sind dort unten anders als die Pariser“ — und er ist zufrieden, anders zu sein. Er arbeitet still und gewissenhaft, ohne zu sprechen. Aber er betrachtet sich und sein bleiches Haupt immerzu im Spiegel — und seine dichten schwarzen Haare duften bei jeder Bewegung nach dem Eau de Cologne du Chevalier d’Orsay... Tas ist so, solange ich ihn kenne — und das wird wohl immer so bleiben. Die Franzosen lieben nicht sehr den Wechsel. Auch der kleine Mann ist sehr konservativ. Dann ist da mein Papiergeschäft mit feiner beleibten Besitzerin, welche, wie alle ihre Artgenossinnen, immer etwas erhöht hinter einem Kassen tisch thront und die Scheine in ihren schwerberingten Fingern knistern läßt. Auch sie sagt: „Ah, monsieur est de retour dans le quartier" und fügt noch, geheimnisvoller und fast so als ob sie Verbotenes fragte, dichter an meinem Ohre zu: „Et que se passe-t-il donc lä-bas?“ („Und was geht denn nun eigentlich drüben (in Deutschland) vor?") Aber sie wartet nicht einmal die Antwort ab: „Comme vous avez bonne mine“ („wie gut Sie aussehen"), lenkt sie das Gespräch in allgemein menschliche Bahnen zurück — und entläßt mich, indem sie mir eine junge Angestellte zur Erfüllung meiner Wünsche „attachiert". Diese junge Dame ist hochmütig (schon zwei 3ahre lang), sehr schon, hat einen Freund im Ministerium und ernährt ihre leidende Mutter. Das alles hat mir Madame — sagen wir Thevenin erzählt, die Besitzerin eines benachbarten kleinen Cafes, wo ich öfters einen „Bresil“ trinke (unter vielen Gepäckträgern des d'Orsay-Dahnhoss, die hier ihr Standquartier haben) und einem kleinen räudigen Hund Zucker gebe. Madame Thevenin weiß alles, was sich in ihrer Ecke („dans mon coin“) abspielt, ßie weiß auch, daß ich nachts arbeite und meinen Vergnügungen unter Tags nachgehe. Aber nicht im „Viertel". Klugerweise. Herren („was ein rechter Herr ist") amüsieren sich nicht in ihrem „Viertel". Von wirklichen Herren weiß man nie etwas Genaues... — Und von Damen? frage ich sie einmal. — Alles, erwidert sie fast heftig. Weil alle Damen sich gegenseitig überwachen! Aber die Herren helfen sich gegenseitig... Tiens, madame Thevenin! (wird fortgesetzt.) SJ.-fpori Lin Protest des Mer Kememderals Nachdruck verboten 4. Fortsetzung. 3. Eva Hirtberg wohnte Familie an der Plaza machte ihr immer wieder Ion ihres Zimmers aus bei einer sehr netten Urquinaona, und es Freude, von dem Dal- das lebhafte Treiben beobachten. Sie hatte D Lich, 15. Rov. Der Gemeinderat unserer Sta^t trat zu einer dringlich einberufenen Sitzung zusammen. Bürge ^meister Geil gab dabei bekannt, daß die Reichspost in einem Teil der zum Poslbestell- bezirk Lich gehörigen Gemeinden Erhebungen darüber anstelle, ob Interesse für eine von Butzbach ausgehende Landposloerkraslung bestehe. Er nahm gegen das Projekt einge-end Stellung und fand einmütige Zustimmung. Linier einstimmiger Verwahrung ge.en diese Ablicht wurde eine Entschließung a.igcuom- men und der Bürgermeister beauftragt, ail’ geeigneten Schritte gegen die Abtrennung der zum Postbestellbezirk Lich ge- hörigenOrtezu unternehmen und nach Mog- lichkeit auf eine vonLichausgehendeDer- k r a f t u n g hinzuwirken. (5m übrigen beschäftigte man sich mit folgenden Angelegenheiten: Aeuwahl der Schätzer in Ausführung des Reichsv.e)!euchengefctzes. Für die nächste Amtszeit wurden gewühlt als Schützer Luüwig Heller und Christian Alb ohn, a.s . Stelldert.etec Friedrich Menges VI. und Hermann Philipp Dietz. Ferner stimmte der ~ Gemeinderat den von der landwirtschaftlichen Kommission beschlossenen Maßnahmen zur De- kampfung der Feldmäuse zu und stellte den für Beschaffung üeS Siftwe'.zeTrs ersorderlichen Kredit zur Verfügung. ____ Hierauf befaßte man sich mit einer Anregung des Kreisamtes Gießen (Bezirkssürsorgcstolle) über die Volksbildung der Erwerbslosem Der Verband Ahein-Mainischer Volkshochschulen, der Richtlinien für die Volksbildung der Erwerbslosen ausgearbeitet hat. w.ll für diesen Zweck entsprechende Filme gegen eine mäßige Leihgebühr zur Verfügung stellen. Der Gemeinderat vertrat einstimmig die Auffassung, daß dre Anregung für hiesige Verhältnisse nicht in Betracht kommen könne, und er beschloß, von einer Beteiligung der Stadt Lich abzusehem Sodann wurde der Aufnahme eines zinsverbilligten Darlehens in Höh« von 15 0C0 Ml, das der Stadt Lich für die Ausführung von Aotstandsarbeiten durch Wohlfahrtserwerbslose bewilligt worden ist, zugestimmt. Geldgeberin ist die Dezirks- sparkasse Gießem Weiterhin wurde ein Gesuch der hiesigen Standesherrschaft zur Führung einer privaten Wasserleitung in dem unteren Teil des alten Gardenteicher Wegs in widerruflicher Weise genehmigt. ’ Wegen der Verwertung der im Stadtwald zum Anfall kommenden Christ bäume (zirka 100 bis 150 Stück) beschloß der Gemeinderat, die Bäume in eigener Regie verkaufen zu lassen. Die Lieferung von zirka 150 Kubikmeter Strahenunterhaltungssteine wurde dem Karl Friedrich Eise zu Lich zu seinem Angebot von 6.50 Mark je Kubikmeter Übertragern des schönen Platzes zu ____ vorhin ihren Morgenkaffee getrunken und blickte nun interessiert vom Balkon auf das gewohnte und doch stets wechselnde Bild zu ihren Füßen In unserem Orte wurden durch die Schulkinder für die Studentenhilfe in Gießen 67 Körbe voll Kartoffeln gesammelt. Kreis Wetzlar. cZ Krofdorf, 16. Nov. Die für den Volks» bunb Deutsche K r i e g s g r ä b e r f u r s o r g e veranstaltete Sammlung hat in den Gemeinden Oer Dreizehnte. (Roman von Anny von panhuyö Copyright 1929 by Verlag Vechthold Braunschweig zur deutschen Freiheit, zur Lösung der Versailler Fesseln und der Weg zur deutschen Einigkeit gefunden. Erst dann, so fuhr der Redner fort, wenn der neue Staat die Schlacken einer abgelosten Epoche über Bord geworfen habe, sei ein ehrenvolles und würdiges Leben unter dem Danner Echwarz-Rot- Gold, den Farben des alten Darbarossa, möglich. Die Zuhörer nahmen den Vortrag mit lebhaftem Beifall auf. Die Versammlung verlief ruhig. Kreis Friedberg. 2$. Bad-Rauheim, 16. Rov. Der hiesige Verkehrsverein war bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. 211. um Vermehrung der von hier ausgegebenen Sonntagsfahrkarten eingekommen, vor allem war an Orte an den von Gießen ausgehenden Anschlußstrecken gedacht. Die Reichsbahndirektion konnte jedoch dem Wunsche nicht entsprechen, da nach ihrer Auffassung es für den Reisenden keine besondere Zumutung sei, sich beim Umsteigen in Gießen eine weitere, von dort gültige Sonntagskarte zu lösen, zumal für jeden Anschluß in Gießen genügend Zeit zum Rachlösen sei. / As senhe im, 14. Rov. Als heute nachmittag der Maurermeister Hch. Müller IV. aus Gedern auf seinem Motorrad in unser Dorf einfahren wollte, geriet das Rad ins Rutschen. Seine Frau, die auf dem Soziussitz saß, wurde heruntergeschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Die Tedauerns- werte wurde dem Krankenhaus in Gedern zuge- führt. Oberbeff en. Landkreis (ließen» X Klein»Linden, 16. Nov. Der Altveteran und Eisenbahnschaffner i. R. August Steger, Frankfurter Straße 75, feierte vor einigen Tagen in geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. =.= Watzenborn-Steinberg, 15. Nov. Unser Mitbürger JohannesHäuser XL, Bahnhofstraße 29, beging heute bei körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 8 9. Geburtstag. is. Steinbach, 16. Rov. Unsere Gemeinde- Hebamme Elisabeth Dender Wwe. trat jetzt im Alter von 65 Jahren in den R u h e - st a n d. Seit dem Jahre 1894 hat sie 36 Jahre hindurch in treuer Pflichterfüllung und bester Zu- friedeicheit ihren Dienst versehen und wähvendi dieser Zeit 711 Geburtshilfen geleistet. Ihre Rachfolgerin ist Frau Helene Müller. — Zum Holzhauen im hiesigen Gemeindewald waren 42 Anmeldungen eingegangen. Unter Berücksichtigung der heutigen Verhältnisse konnten nur Erwerbslose und Ausgesteuerte eingestellt werden. ! Inheiden, 16. Nov. Bei der in unserem Feld abgehaltenen Treibjagd wurden 63 Hasen, zwei Füchse, vier Fasanenhähne und drei Rebhühner zur Strecke gebracht. ! Langd, 16. Nov. Dieser Tage konnte der Vater unseres Bürgermeisters Fritz, der Zweitälteste Einwohner unseres Dorfes, bei bester körperlicher und geistiger Gesundheit seinen 8 5. Geburtstag feiern. Duero unmöglich der Mörder sein. Denn ich kann «s mit hundert heiligen Eiden beschwöreru, er hat sich von dem Augenblick an, wo er den Wagen um ein halb nach drei mit uns anbern vor dem Geschäft bestiegen, bis um acht Uhcr, als wir heimkamen, nicht eine einzige Minute aus unserer Gesellschaft entfernt. Und wenigstens ein paar der andern, die diese Fahrt afö Clowns auf dem Reklamewagen mitmachten, müssen es genau wie ich beschwören können. 2Öie wäre es da also möglich, daß er seinen Dover um fünf Uhr erschossen hätte?" „Wahrhastig? Madre mia, können Sie das beschwören?" javste Donna Maria. „O, das wäre ja ein großes Glück für den jungen Duero." Eva Hirtberg achtete gar nicht aus das, waS die Frau noch weiter sprach, sie schlüpfte in ihren dunkelblauen Mantel, drückte, das weiße, vorn aufgeschlagene Filzhütchen tief in den KoPf, und, der Frau zuwinkend, eilte sie davon. Aber wie so ganz anders trat sie heute den Gang ins Geschäft an als sonst an anderen Mor- gen. Sonst schritt sie froh und unbekümmert dir Via Layatana hinunter und freute sich über alles, was sie umgab. Die hohen neuen Häuser interessierten sie und sie warf manchen . Blick ür die alten Gassen, die hier noch überall abzw^g- ten. Immer wieder erfreute sie sich an dem Bild der ragenden Kathedrale über einem 23iectel alter Häuser, aber heute sah sie nichts von allem. Sie dachte: wie konnte es nur geschehen, daß Primo Duero als Mörder seines Vaters verhaftet wurde, wo es doch so leicht für ihn war, seine Unschuld zu beweisen. Sie bemerkte schon von weitem eine Ansammlung von vielen Menschen vor dem Hause in der Calle Fernando, und als sie näher kam, konnte sie überhaupt nicht mehr vorwärts. Sie sah Polizisten vor der Haustür stehen. Energisch schob sie sich durch. „Lassen Sie mich doch weiter", bat sie, „ich muß doch in das Haus." Ein Sicherheitsbeamter in seinem leuchtend roten Uniformrock tief: „Weitergehen all«, die nicht in das Haus gehören!" Eva sah, die Läden vor den Schaufenstern und der Ladentür waren fest geschlossen und alles bewies ihr, das Schreckliche, was sie heute gehört und was sie immer noch ein wenig angezweifelt, war grausige Wahrheit. Sie schob sich weiter, gelangte bis zu dem Beamten, sagte hastig: „Ich bin eine Angestellte des Geschäfts.' Er nickte: „Treten Sie ein, Ihre Kollegen stnv schon drinnen." Eva war es, als wehe ihr eine dumpfe Luft auf dem Hausgang entgegen. Ihre Rerven waren so angespannt, daß ihre Phantasie zu arbeiten begann und sie einen eklen Dlutgeschmack auf der Zunge spürte. (Fortsetzung folgt.) Gedanken verfallen, es handle sich um ihren Ches. Wenn der Ermordete von dem eigenen Sohn getötet wurde, brauchte sie wirklich nicht an Jose Duero denken, denn Primo Duero war ein grün bautet, anständiger Mensch, der würde sicher niemals die Hand gegen seinen Vater erheben. Sie holte tief Atem, damit der Druck, der ihr auf der Brust lag, Weggehen sollte. Aber es gelang ihr nicht ganz, wenn sie sich auch ein Wenig freier fühlte. Ihre Wirtin klopfte. Sie hatte einen zotteligen Bubikopf, in dem ein paar Lockenwickel wie kleine Spieße steckten, und ihr gelblicher, interessanter Teint war durch schneeweißen Puder verunstaltet. „Madre mia", tief sie ein tretend, „wissen ©te es schon, Sennvrita, weil Sie aussehen wie aus Porzellan? Madre mia, Sie können es ja noch nicht wissen!" Eva Hirtberg hatte schon daheim spanisch gelernt und durch das Jahr praktischen Umgangs volle Sicherheit gewonnen. Sie war aufgesprungen und stieß erregt hervor: „Ich hörte die Zeitungsverkäufer schreien, es wäre in der Calle Fernando ein Juwelier ermordet worden von seinem Sohn. Ich erschrak, weil ich doch in der Straße —" Sie konnte nicht weiterreden. Ihr sah ein entsetzlich würgender Knäuel im Halse. Die Wirtin vollendete: „Natura Elemente! Weil Sie in der Calle Fernando in einem Juwelengeschäst in Stellung sind. Und leider ist Ihr Schreck nicht grundlos, der Juwelier Jose Duero ist ermordet worden und sein eigener Sohn wurde als Täter verhaftet." Eva Hirtberg packte die Frau an den Schultern und, blaß bis auf die Lippen, fragte sie erregt: „Wann ist denn der Mord geschehen und was wissen Sie davon?" Die Frau machte ein einfältiges Gesicht und lächelte dann: „Ich verstehe doch Ihre Sprache nicht, Sennvrita!" Eva Hirtberg' ward sich erst jetzt dessen bewußt, sie hatte in der Aufregung deutsch gesprochen. Sie fragte nun auf spanisch: „Wann ift der Mord geschehen und was wissen Sie davon?" Sie ließ die Schultern der Frau los, murmelte eine Entschuldigung. Die gute Donna Mana suhlte sich durch Die etwas grobe Berührung nicht gekränkt. Sie ward sehr beredt und erzählte, was sie eben in der „Danguardia", ihrem Morgenblatt, gelesen. Eva hört« aufmerksam zu, blickte dabei ab und zu auf die Uhr, und dann sagte sie plötzlich, den weiteren Redestrom der Frau zurück- dämmend: „Ich muß für alle Fälle pünktlich wie immer ins Geschäft gehen. Weiteres werde ich ja dort hören. Im übrigen kann Primo nieder. Die Wogen des Verkehrs brandeten noch nicht so hoch wie zur Mittagszeit, aber sie waren schon stark in schaukelnd rhythmischer Bewegung. Autos hatten es eilig, ihre Herren in die Geschäfte zu bringen. Ein Tram nach dem anderen zog vorbei, es ward eine fast ununterbrochene Kette, und die hohen Aufbauomnibusse zogen zwischendurch wie fahrende rote Häuser, in dessen ersten Stockwerk sich die Menschen genau so drängten w.e im Erdgeschoß. Die Zeitungsverkäu- fer schrien wild und lärmend durcheinander. Wie das Kriegsgeschrei indianerspielender Jungen klang es, dachte Eva, und über ihr rosiges, zartes Gesicht glitt ein Lächeln. So ähnlich hatte es geklungen, wenn ihr Bruder mit seinen Freunden in dem kleinen Fichtenwald des märkischen Heimatstädtchens die Gestalten der Mayschen Ro- mane hatte lebendig werden lassen. So ähnlich schrie die kleine, von Jugend und Abenteuerlust wie toll gewordene Bande, wenn Old Fire- hand seine Getreuen um sich versammelte, um Feinden den Kampf bis aufs Messer zu erklären. Mit rollenden Augen, allerlei Federwerk und Papierfehen ins Haar gesteckt, spielten sie Indianer. Eva Hirtoerg lächelte noch immer. Wie fern war das alles, woran sie nun die Rufe der Zeitungsverkäufer erinnerten, wie fern und weit. Der kleine Fichtenwald, in dem einst lustige Dubenstimmen ihre Lebensfreude hinausbrüll- ten, lag wohl jetzt in Schnee eingebettet und die Februarsonne zauberte Glitzern und Funkeln aus dem blendenden Weih. Hier auf dem Platz bestrahlte die Sonne stolze Palmen und bunten Blumenschmuck, der leuchtend grünen Rasen begrenzte. Eva Hirtberg stand versunken in ihre Gedanken. Heimat! Sie sehnte sich plötzlich dorthin mit starker, elementarer Sehnsucht. Eigentlich zum erstenmal seit dem Jahre, das sie schon hier verbracht, empfand sie so ein starkes, fast überwältigendes Sehnen nach der Heimat. Rach der engen Kreis S Itcn. Laubach, 16. Noo. Auf das Anwesen des hiesigen, in Konkurs befindlichen Zigarrenfabrikanten Adolf Repp wurde bei der Versteigeruna als Höchstgebot 1 3250 RM. abgegeben, obwohl der Wert des Wohnhauses und Fabrikgebäudes ein wesentlich größerer ist. Krcls s; + Schadenbach, 16. Nov. Der Kartoffel» sammlung der Gießener Studentenhilfe war hier ein voller Erfolg beschieden. Sämtliche Landwirte ohne Ausnahme, stellten einen Korb voll zur Verfügung, so daß 21 Körbe voll zusammen kamen. chNieder-Ge münden, 16. Nov. In unserem Dorfe wurde ein Geflügelzüchterverein gegründet, der den Romen „Geflügelzuchtverein Rieder-Gemünden und Umgebung" tragen soll. Zum Vorsitzenden wurde Schneidermeister Wit- t i ch, zum Schriftführer Herr L. O 11 e t b e i n, beide aus Rieder-Gemünden, und zum Rechner Herr K. Kehl aus Burg-Gemünden gewählt. — kleinen Heimat, aus der sie doch herausgästrebt, um ein Stückchen von der großen Herrgottserbe kennenzulernen. Ihren Bruder Erich hatte dieses Fernenweh, das auch sie empfunden, noch weiter fortgetrieben. Dis hinüber über das Weltmeer. Er lebte in Rio be Janeiro als Dankangestellter. Sie hatten ja auch in bem kleinen Heimafstädtchen niemanb, Der ihnen besonders nahestand, außer einer alten Großtante, die immer mürrisch war und nur auf die heutige Jugend schimpfte, die verlottert und unmoralisch wäre, und die Elterngräber. Eva seufzte unbewußt. Cs war dennoch etwas Eigenes um die Heimat. Mochte man noch so weit gehen, man mußte doch zurückschauen, und wenn es der einfachste Erbenwinkel war. Dort, wo man die Kinberspiele gespielt, war heiliger Doben, dort lag baS Paradies. Sie schreckte zusammen unb strich sich mit der Hand über bas leicht gewellte, einfach gescheitelte Dlonbhaar, bas im Racken flach aufgesteckt, fast ben Anschein eines Pagenkopses erweckte. Aber Eva Hirtberg hatte sich nicht, wie es bie Mobe immer herrischer gebot, von ihrem langen Haar trennen mögen. Sie war erschreckt zusammengefahren, weil sich ber eine Zeitungsverkäufer jetzt wie rasend gebärdete, unb nun verstaub sie auch, was er immer toieber förmlich hinaustrompetete: „Morb in ber Calle Fernando, ein Juwelier ermordet von dem eigenen Sohn!" Eva Hirtberg horchte noch einmal angestrengt auf das, was ber mit mächtigen Stimmbänbern Gesegnete schrie. Sie vernahm genau basselbe wie vorher. Ihre Heimatsehnsucht war so jäh verflogen, wie sie gekommen. Sie sah nicht mehr bie breit» tronigen Palmen bort brüben über bem grünen Rasen, bie sie ft> liebte, sie sah nicht mehr bas emsige Durcheinanber unten auf bem Platze, unb der Himmel war nicht mehr so türkisblau, was sie immer toieber betounberte. Er war zu einer grauen Decke geworben, bie sich in bleierner Stumpfheit auf sie niebcrsenken wollte. Sie trat in ihr Zimmer zurück, bie Schreie ber Zeitungsverkäufer verursachten ihr Kopfschmerz. Sie blickte auf bie kleine Weckeruhr ihres Rachttisches. Sie hatte noch reichlich eine Viertelstun be Zeit, ehe sie ins Geschäft zu gehen brauchte. Sie brückte sich tief in bie Ecke bes kleinen grünen Tuchsofas unb saun mit pochenden Schläfen, wie kam sie nur auf die schreckliche Idee, mit dem ermordeten Juwelier in ber Calle Fernando könne Josö Duero gemeint sein? Es gab ja gerade in ber Straße viele Juweliergeschäfte. Sehr viele. Weshalb hatte sie sich nur gleich fo maßlos erregt? Sie fühlte bas starke Zittern ihrer Glieder. Du lieber Himmel, wie burfte sie nur auf ben «bekanntlich kürzlich in Eisenach tagten, an bat Verhanblungstisch setzt. Man broht mit bat schönsten Strafen, Disqualifikation unb Ausschluß. Es bürste jedoch in der nächsten Zeit fahr wahrscheinlich zu einer Aussprache kommen. Es ist sehr leicht möglich, bah bei ber am 29. unb 30.Rovember in Erfurt ftattfinbenben Sihrvrg bes geschäftsführenden Bundes-Ausschusses c®e eingehende Besprechung über ben derzeitigen Stand unb die Entwicklung des deutschen Professionalismus zustande kommt. Es"tst-allerdinäs bei der Mentalität der Bundesführer noch nicht ohne weiteres vorauszusehen, ob die Grohvereme mit ihren Wünschen auf Gegenliebe stoßen werde«. Tenniskampf Deutschland - Schwede« Die Schweden bleiben mit 4:1 erfolgreich. Der dritte Hallentenniskampf Deutschland gegen Schweden, der am Sonntag in der neuen Mannheimer Tennishalle zum Abschluß gebracht wurde, endete mit einem erwarteten Siege der Gäste. Die Nordländer blieben mit 4:1 erfolgreich. Der Schwede Oesterberg fertigte im Herreneinzel Dr. Buß-Mannheim leicyt 6:4, 6:1, 6:1 ab. Dr. Dessart holle anschließend den einzigen Punkt für Deutschland durch einen 6:4, 9:7, 6:0°Sieg über Romberg. Im Doppelspiel mußte sich das Paar Dr. Buß-Oppenheimer nach einer anfänglichen Ueberlegenheit den Schweden Oestberg-Henning mit 3:6, 4:6, 6:1, 6:4, 10:8 beugen. Tagung des Deutschen Motorrad- fahrer-Verbanbes. Am Sonntag hielt der Deutsche Motorrad^ fahrer-Berband in Frankfurt a. M. seine Generalversammlung ab, ayf ber wichtige Be» schlüsse gefaßt wurden. Sv würben zwei Anträge, eine Steuerermäßigung für berufstätige Fahrzeuge bei der zuständigen Behörde zu erreichen unb einen Stellennachweis ähnlich dem beim! ADAC, einzurichten, angenommen. Der Haushaltsplan fanb Genehmigung. Die bekannten Fahrer Zünborf, Winkler und Pätzolb würben für ihre Verdienste. mit bem goldenen Sportabzeichen ausgezeichnet. Man wlll nun auch im DMV. eine reinliche Scheidung zwischen den Amateuren unb Berufsfahrern anstreben unb eine . Klaffe Fahrer schaffen, bei beten Erfolgen mrc die Ramen der Fahrer und des Klubs, nicht die der Maschinen genannt werden sollen Das gesamte alte Präsidium wurde wiedergewählt» für ben ausscheibenben Herrn Löckeritz, Berlin, fanb man in Dr. Wettstädt, Berlin, einen würdigen Rachfolger. Reichsverband der Lustfahrzeughalter. Unter Mitwirkung ber Deutschen Lufthansa, bar Süddeutschen Luftverkehrs AG., ber Rord- bayrischen Verkehrsflug AG., der Deutschen Vev- kehrsfliegerschule, der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, des Deutschen Lustfahrb- verbandes, der Luftdienst GmbH, unb ber 'Seub- schen Luftfahrt GmbH, würbe mit bem Sitz ia Berlin (Flugverbanbshaus) ber „ReichsverbcmL» ber Deutschen Luftfahrzeughalter e. V." gegründet. Zweck bieses Verbandes, in bem alle namr- haften beutschen Flugzeughalter sich zur Wahrung ihrer Interessen zusammengeschlossen haben, rft laut Satzung: Forderung ber Haltung von Sufi» des Amtes Atzbach unb Launsbach 447,60 Mk. ergeben. Der Betrag verteilt sich auf die einzelnen Gemeinden wie folgt: Atzbach 39,85 Mk., Dorlar 69,40 Mk., Dutenhofen 94,60 Mk., Garbenhsim 42 Mk., Kinzenbach 20,70 Mk., Krofdorf-Gleiberg 64,10 Mk., Vetzberg 16,80 Mk., Launsbach —, Odenhausen 28,10 Mk., Salzböden —, Wißmar 72,05 Mark. Fußball der Gießener Mannschaften. Am Sonntag stellte bie Spielvereinigung 1900 fünf Mannschaften ins Feld. Die Liga trug ein Gesellschaftsspiel gegen den VfB. Weidenau (Siegen) aus unb verlor nach sehr interessantem Verlauf 3:0. 1900 IV. Mannschaft stand Doubringens II. gegenüber unb gewann 4:1. Die I. Jugend hatte bie 1. Jugend von Germania Marburg zum Gegner, gewann ebenfalls, und zwar mit 2:1. Die II. Jugend überfuhr bie II. Jugend von VfB. Gießen überraschend mit 6:0. Die I.Handball- mannschaft ber Spielvereinigung kämpfte gegen Tv. Wiesecks I. und konnte das Spiel mit 9:2 für sich entscheiden. Fußball in Hessen-Hannover. FC. Ockershausen würbe auf eigenem Platze von „Germania" Fulba 1:3 besiegt: VfB. Gießen wurde in Kassel von der Spielvereinigung Kassel geschlagen und verlor hoch 7:3: Sport Kassel brachte Hessen 09 mit 5:0 eine hohe Riederlage bei. Kurhessen Kassel gewann gegen Großalmerode 5:2 und SC. Kassel schlug Rvrtheim ebenfalls mit hohem Ergebnis. Das Spiel endete 8:2 für SC. Kassel. punffefämpfe in der Gruppe Main. Eintracht Frankfurt vor dem Ziel. Die Spiele vom 16. Rovember haben die Situation in der Gruppe Main etwas geklärt. Für die Besetzung der drei ersten Tabellenplätze kommen nur noch vier Mannschaften in Frage: Eintracht, Kickers Offenbach, Union Riederrad und Rot-Weiß Frankfurt. Der FSB. Frankfurt, ber seit langen Jahren wenigstens auf einem „Platz"- zu finben war, ist zum ersten Male ausgeschaltet. Die Eintracht braucht nach ihrem 2:0 (1:0) Sieg über ben FSD. nur noch einen Punkt, um Meister zu sein. Dieser eine Punkt wird allerdings nicht ganz leicht zu holen (ein, ba bie beiben noch ausstehenden Spiele in Offenbach und in Bieber stattfinden. Hart wird noch ber Kampf um bie beiben Plätze werben. Rot-Weiß sicherte sich seine Chance burch einen 3:1 (2:0) Sieg über Kickers Offenbach, Union Rieberrad schlug Hanau 93 5:3 (2:2). Fechenheim, bereits zum Abstieg verurteilt, schlug Germania Bieber 3:1 (1:1) unb kam bamit zu seinem ersten Sieg. Oie Punktekämpfe in Hessen. Bei ben Punktkämpfen ber Gruppe Hessen gab es am Sonntag bie größte Sensation der Saison, als SD. Dann stabt 93 Alemannia Worms auf beten Platz mit 2:0 schlug. Die Wormser Wor- maten konnten burch ein 2:2 gegen Mainz 05 ben einen noch notwendigen Punkt für ihre vierte, Hessenmeisterschaft holen. Der 1. FC. Langen fertigte ben DfL. Reu-Isenburg mit 2:0 ab, SV. Wiesbaden schlug den Reuling Urberach 3:0 unb rückt dadurch an die zweite Stolle der Tabelle. Isenburg unb Alemannia Worms teilen sich mit je 13 Punkten ben britten Platz. Vor einer Sitzung? Großvereine und Bundesvorstand. Die Lanbesvetbände des Deutschen Fußball- Bundes protestieren heftig dagegen, baß sich der Bunbesvorstanb mit ben 17 Großvereinen, bie im Skiober 178 Millionen RM. Ausfuhrüberschuß. irtschafi D r e euer: „Der Weg durch» . 299 Seiten 8°. Brosch. 4,50 Mk., oman. Bantnolen. Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. ZIL Es kosten au1 — Ma Feue r". amft-Wott. Burn -Aire- Brss-Ankw Lhristiania. fiopenbaaen Ctodbolm - fcelfingforl. Entfernungen 5 0 kg S ar- Äriefkasten der Redaktion. (Rechlsgutochten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. G. Die Erben, also auch eine Ehefrau als Erbm ihres Mannes, treten in alle Verträge ein. die der Erblasser abgeschlos'en hat, Wenn die Erbschaft nicht rechtzeitig auSgeschlagen worden ist. Sie können deshalb von der Versicherungsgesellschaft verklagt werden. Ihre Haftung für Rachlaß- schulden können Sie aber durch Inventurerrichtung 1 beschränken. Sie können auch die Bezahlung einer Vachlaßverbindlichkeit bis zum Ablauf der ersten drei Monate nach der Annahme dec Erbschaft verweigern. Weitergehende Auskunft erteilt daS Amtsgericht (Aachlahgericht). tranFhin a | Berlin Wennort . . Tortl. . . . etbrodt .. Spanten. yavan . . . «Mio de 3 ff conti. Hyp.-vank »olbpfe XIII unfünbbat bie 1934 . . 51 — 51,25 — 98.25 — — — 7% firantf. Hyp-Bant »ofbpfe 93,25 «4% flteltistche -vv^anl 85,75 _ Bi. £ünt* ^ GO O CO 68,25 37,13 190 191 260,25 138 44 48,4 86,5 76,75 50,25 176,25 141 69,25 69,25 106,5 78,75 82,75 109 24 115,65 116.5 274 14,5 28,5 27,25 70 142 132,25 68 36.5 188.75 190,5 259 137,6 44,13 48,13 86 77,5 176 139,5 68.6 69 106,5 78,75 82,75 109,13 24 117 47 116,5 275,5 »1 — - Serlin, 15. November Gelb »rief ... Ameri'anstche Noten..... 4.187 4,207 vclgstche Roten , ....... 58,25 58,49 Tünstche Noten ........ 111,83 112,27 Sngstlche Noten........ 20.348 20,428 yronzolstche Noten ....... 16.443 16,503 fcollanbifdie Noten ....... 168,31 168.99 Atoltenstche Roten........ 21,89 21,97 -rorwenllche Noten....... Deustch-Oesterreich, i 100 Schilling 111,83 112,27 58.89 59.13 Biuntäniidx Noten....... 2,47 2,49 Schwobstche Noten ....... 112,26 81,15 112,70 81,47 Svanliche Noten ........ Lichechostowakstche Noten..... 48,25 12,39 48.4$ 12,45 llngarilche Noten ....... 73,22 73,52 r^chiutz» tur< 1-Uhr- 1 Rur» | Ächluß-, tflnlana» kurs | Kurt Datum 15 II 17 II 15 il 17. 11 ^ambutg-flmertto Palet . . . < ti - 72,75 71.5 Hamburg-Sübam. Tampsschiss. 8 — 158 Honla Tamvllchiii.....10 — — 124 — Norvbeuticher Liovb.....8 73 72,25 73,75 72,75 Allgemeine DeuticheCrebitanst. 10 96,5 96.75 97.13 Barmer Bankverein ... 10 101 101 101 101 Berliner Hanbeltgelellick>aft . 12 128,5 — 128,75 127 Clommerz- unb Privat-Bank. 11 111,75 111,5 112,5 111,5 rarmstteler und NaNonalbant 12 Teutiche Bank unb 150 — 150,25 149,25 TUronto.aft. 10 112,5 115 115 <— Licht uns fltali......10 121,5 — 122.25 122,5 Selten & fluUleaume ... 7^ «eiellichalt für Lieklrtiche 93,5 — 95 94,5 Unternehmungen .... 10 117,5 — 119,25 118.13 Hamburger Qteftrtiltdti-tBerte 10 — — — 107 fltemstche Siektrtzitcki .... 9 122 —— — Lchtcistche tiiettrylui. ... 10 — — 112.5 113 €d)udertÄl£o.......11 131,5 130 130,5 130,5 6lernen« Ä Halele.....If 177 —- 176,5 175,5 Ztantrablo ......... t — — - — Labmeyer & So...... . 1< 137,5 — 136,25 136 Cubetue..... • • • • 0 52,75 _ 53 52,5 Den ticke Erb 51 ....... 6 66 — 65,5 65.13 Itflener Stetnloble ...... 8 — — —- — QklicnHrdtenei ....... 8 85 — 86,25 85,75 Hoelck Eilen........6Vi 82,5 — 83 74 75,75 Iiie Bergbau ....... 10 210 — 208 — Rfödncrroerte .••••••? 69,25 — 69,25 69 Köln-Neuesten ..... 7 — 80,5 82,25 Mannelmonn-Nökirru «... 7 70 — 70,5 69,6 42,5 - 42,25 42,9 Cbetldjief. Estenoebarl . . . . 6 —• _ — — 75 65,5 74 »bönlt Bergbau .... 655 65 — 65,6 Ndeinstche Braunlotzien . . 10 160 — 161 158,75 Rteinslahl.........6 76 76,5 76,75 Stteteck Mout» ...... 7,1 — — 15 November 17 Novemdei Amtlich, xonerun^ (Mb 1 8rir Amtlich» Dotierung (Selb | »ne 168,59 168,93 168,56 168,90 1.442 1,446 1,438 1.442 58,465 58,585 58,45 58,57 112,12 112,34 112,10 112.32 112.12 112,34 112,11 112.33 112,47 112,69 112,52 112.74 10,554 10,574 10,552 10,572 21,945 21,985 21,945 21,985 20,362 20,402 20.359 20,399 4.193 4,201 4,1920 4,2000 16.463 16,503 16,461 16.501 81.23 81,39 81,22 81,38 48.45 48.55 47,80 47.90 2,078 2,082 2,078 2,082 0,418 0,420 0,421 0,423 59,02 59,14 59,035 59,155 12,433 12,453 12,429 12,444 7,418 7,432 7,418 7,432 73.35 73,49 73,32 73,46 3,037 3,043 3,037 3,043 18,80 18,84 18,80 18,84 81,40 81.56 81,40 81,56 1,784 1,789 1,784 1,789 5,435 5,445 5,435 5,445 4,196 3,327 4,204 4,195 4,204 3,333 3,327 3,333 20,885 20,925 20,885 20,925 Kostenlos 7798D Betten Ortsgruppe Gießen. 07123 Dleoe drei weeentllohen Eigenschaften der gediegenen Der Vorstand. 7804 D Schlaf zimmer Reklame-Rabatt von spo*%t 380 Damen-Konfektion In echt Mahagoni Strümpfe,Handschuhe Herren-Konfektion Schürzen Herren-Artikel Markenartikel ausgenommen! Frottierwaren Kinder-Konfektion Matratzen Weißwaren Woll-u.Seidenstoffe Woll-Matratzen Kapok-Matratzen Bunte Baumwollwaren Mantel-Stoffe Gardinen Modewaren Küchen Korsetts Pelzwaren Schirme Leibwäsche Kurzwaren Tisch- u. Bettwäsche Auf Wunsch Zahlungs - Erleichterung Strickwaren Trikotagen BettenBär Handarbeiten Stickereienu.Spitzen Kaufhaus Gießen Marktstraße 29 Seltersweg 20 7475 A 7711 A SCHMUCKER. Geschmackvoll I Vornehm I Pereönllohl mit Glasplatten zusammen zu dem von............... Deshalb ist es Zeit an den Einkauf zu denken. Unser Personal steht zur Verfügung und ist zur aufmerksamen Bedienung verpflichtet. Hier Preise zu nennen, haben wir uns erspart, denn nur an Hand der Ware ist es möglich, ein Urteil über Preiswürdigkeit zu fällen. Wir unterhalten in sämtlichen Abteilungen größte Auswahl. Unsere Schaufenster verraten hierüber schon Vieles, aber mehr erfährt man durch einen ganz unverbindlichen Besuch im holen wir Sie mit unserem Auto ab oder vergüten Ihnen die Bahnfahrt dritter Klasse, wenn Sie zum Einkauf von 100 Mark an zu uns kommen. Kostenlos bringen wir Ihnen sämtliche bei uns gekauften Betten. Schlafzimmer sowie alle anderen Möbel frei ins Haus. Familien-Drucksache bietet ihnen In zehlrelohen neuzeitlichen AuefUhrunge- gedem 2.^cuigMcut^ärter icfan deut^augetd. gugetätt Verein ehem.U6erGießen Unsere diesjährige Herbst-Generalversammlung findet am Samstag, dem 22. d. M.. abends 8'/4 Ubr, im „Postkeller" statt, wozu hiermit alle Mitglieder eingeladen werden. Das Geld hat hierdurch an Kaufkraft gewonnen 153 Millionen RM. konnten von der G.d. F. in knapp 6 Jahren für 10134 Eigenheime bereitgestellt werden. Unkündbare Darlehen zu 4% Zins mit Lebensversicherungsschutz bei konkurrenzlos niedriger Prämie werden von der G. d. F. zum Bau, Kauf oder zur Hypothekenablösung nactLEjIüllung der Sparverpflichtung gegeben. Verlangen Sie bitte noch heute Aufklärungsschrift K8. von der größten und erfolgreichsten Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot Gemeinnützige G.m. b.H. Ludwigsburg /Württ Auskunft d. Th. Hickel, Gießen, Neustadt 32, Tel 4330. — Geschäftsstelle Frankfurt a. Main, Kaiserstraße 2, Telephon Hansa 27871. 6499V |M P|aLa bestehend a*is 1 dreitürigen In RlZnl t eile Kleiderschrank mit Glastüre III UUlll Ul UHU u. innenspiegel, 2 Bettstellen. 1 Waschtisch mit Marmor und Spiegelaufsatz, einem Handtuchhalter, 2 Nachtschränken mit Marmor- oder Warnung! (9 <--- 'm C e ^ =. s E E-y A mA ~ n üw. E gg? c LS o oA.9 e -c m :§ -2 S N € pftfi . m fc w «’ö L ■Ti *€' L'S §E 3 = i=® ZM _ X> E T3 C 4=- 3 2--{E. cSQ 2D Es® ’ = il=2®to = ee»iagsg ,D «T . ö c-° Z(9^ — o -e *-* j? S-A^E L 2 3 x> 2 c © E tf> L . o «- * L -b-3- L „ 5 <$M n. M gsHfa® ID uö *•- ° . j£ >30 " >-T3 O t- m —/b — 3 ® <£? E fc ’ 2 =o ce _-.E Z L-L. X'Z'B p 2 (X1, ö ,n. (9 e~ n, ä 3 o 2^C . = -60 3 o ZA E g/= , 3 - — Ä i- z5 .ES' • e oA e- ± c . Sä3- 2» So ■S „H ca -3 a -—<9 ’“ (9 ° t^3^ .± ?— «a= ;-e5 m — E, p =-a u*e3 s- * — . i4 “ 7 9 x- — —, O Xi _, 3 ÖL «a M 2 3 3 Sxji? ."ms: ^«=2' E E _ ~ e ■e cl9 £ o»5 2 8K EÄ — E «.S S E. s^S„wL 5? . e «l,®7 e 19 19 E 3 L öE-^19 ■Ä- 3 A - e 19 cy E o iO— i- a^'-ö "E <ÄjO Ö.3.J3 A 2 E2 o ZVI Jl® "2Z = = vqA 2.® S A ?s 3 —• = c p 4® — ®££ L Z.'b ej.5 E§Z g-A^3 Z 2 «'S N = ^ö - ■ O C 05 . E §N 3 3.« c " — = := 3 = 3 »gjfs T — - "3 ’^B s«: fi o EN 25? •8S 5-ß-o "v D H 19 D§ D e SK ^■c_-cy s Z S33h 55 .Em s 3 c H E 2 N 8KQS§ SqaS to(9äS üdE?(9 — E E ö3"E N m 3 5-x.^ 3 3< äs 53 LKMA^ o(9gQctcgQää E <«> «• e- s§ E C e E m’b:2 e L-btvL c K c DZs-r^ E JO tfl •“ ZE^S? :.= 5® a&ss - §.Ei §« « C7§# A to2±S.ra v o .3 -b -b«2 E _ ■g- —a 2^to-i . E 3 19 i £ E.»^ “S=" SALZ —- 3 _ O ■2* M m^-E :O « Eg«'s - L m 2 - H E3 m(9 Z-®L 2 S E 2 «CX5 2 5” N«77 ®c EÜ S® A1 A-O63® c 2 .to i-.-b äZ2 ZK S^9 E mA E o -e E«. « M A«g- p 5 E 3? u, c 75 r i o 19.5 M P 05' o 3 E Es"»» e .2 3 *- ® «B|ge 1^.(9 -£>' SS .<31 1— 9 3 H §19 ■c“2 oDN ’S :e 5 5 A «« 3 _- ^4% ■n •“ ög 2 ±® l^2 CÄ £tfÖ!«S® m e? -- S'Ä.-3 3 5 *9 (S)ä o Ö:OV' E o-ö — J-:C E = ±=?Q^X £.m E 2 re? A 33 §ES ix? c>e o E P (9 5» SJ2 S BS = | P ?H 3 s SB eS3 «■E1 E 0(9 « 2*» p E D — r- o E och 3«sr M % M 2- :sss5 A M In 19 m £e(9 Aq « € 2 3 N Eto 2(9 ES ö 3 •e E E o 5€ — N - ° 3 E® 2 «^18 = Si E-- Mo E ®; c B S« E =A« ö £N L ®5 A L ®.E= 91® E o T i5isi sh?2 ®‘‘ C C O Q - "2=3""c ~ □i2°4?E ° Jo« ■x3-a5i55ÄS (D_ M«-' s m |f‘i 3 3 3-O§ ae/SCLo » — gi r?2ß ÄJ SS E S T.— ° C c ” O c v C J '. 3 2 =S-E o e7 A ° 3 Aso- 3 53 3 - e jo 7-Z^-Z L Mi ... sZ7Z§-- 5-f g,= ”£l: E^seSB? 2 . Eg- E tojO 2 5 3 3 W "3 3 o — Mn ®’rp M JO o O ö = «— D — -— C C M M e“ 3 cm.. c3wm33ÖE Zs-Fs^H ^ZLsL^L 5 53 .c ' 65_S-S M -- L 3 d M “CM c E £m p-“ 3^® m»m «J 3 -e •» -e 3 _*t- .js e^a£ßa. k3o 8 ot"b =ra 2 8 3 5 ;•= 5 f? s* 51—CD b' ui ^5 Ig3a 3° © a.E-8 B 3 2 e 3-5 D 3 8 a J* ts 5 3 = 2.Ö =ra t=a5 3 b ÖD a cd cl 2,™ o ui jo jo @3 a 2.e?2 ia-ö? h3 8 P ti 5 a- 3 ffie u> s-.s§raag s ;-ö 5® 3 c b »“'ES El 5 "b" 6) 2 5 3 w » Ss 28 « "O B ö O ° E 2 2 « 5® 2Cco‘ 3 S CT (3 H < ro 3 2 2 cz Q: 8 CD ö ALS 3 = 6)63 3 D: ro SB. «6)3 8 s 2 2 62acM 5«?ßl® 3 5 orapa gg°ii as 3 ? 2® £202-03 8 E 3 3 '2ZS0 B S Ul aco ö als E2S Ecffl = 3 3« 3 8 2 3. ui ÖD 85 D Ul S 3 3 Ä8 •3* B o 3 SSSs Ul 3 «cS q O53 3 5 8 3 02 3 B

O a§ u> 14 ZrsL°6) 8 8 3 —a3 D* — 3 3 3 O 3ÖX dB« °a?E |F- 'S'b e er eres* D 5 £S 8 a 3 ^-tia «•aS 3 a“ a°is - a ~ ® 2. iS « Uh g2 3 o «y a «3 F-ä»ÄSg~ S 5J A> 2.5 H,a =: 6>o- 2. c^a ■ • a c o g 3 t®a5 c —Sb äfch^af ..aZre ,E" CT CD I w? 3 a^co j» b to sf|S||!a| g| 3 «^SgaSuo3 "o 3 3 ^~;6) b» ’ 3 >r) " c" -ö3328g tf3Cr_ 8 2 s 3 2 3 ret«o — 3 0 D Sr« u q b ro r*- 8 a§3 3 • 3 3 «- 3 Saafiö)«3£ 33 31-5 2 5p!5"a = 8 8 3 „3 8 efl 3 B 8 3 SB 3 3 8Z 8 c Ul 3 3 er« A.' g^r? ® Q 5^2:r a s E 3 s 8° 5 föBw 3 g 3 c g ui o, g ro - 3 rs © ,3 85 eyS 8 © $» 3 « DJ©'« 8 o a 3 3 aB § « 3' a gor ■iS ■ sZ 8 3 ui a 28 8-a <0 B» ro —n «o O: B On g sag e ffir» 3 3 cd 5 2 3 ö 3 3 Q gs. 53 Ö)8O 'n 3 3 w cd er 03 01 3 a D Q D 3 m © to J3cS‘ ro e 8 o 3 cd b. O B «. E 2 3 : «2 «a - 3 D 5 E 5 B B ia „ m in - in 7 h h S3§ ap & A 3 .CD JyD ^B-a 3 a - r» CS dfi s 9 3 § 8T i» s 3 i § CflB 5‘tä aoj z. 9 8 2 a« isp-ä a g D 3 B 6) ~ B ui 3 2^sti 24Z-Z 2 S g2 3 6) m tx-er V D- *“ B g B B™ 2 2 3 °^8 3 £ 2. 3 2,-g 3 -1 3 —3 gsa 3 B U> § t löt ag-a ,aZ2«3 ,2. b. K 3 if Ö>B a" _ CD _ g B B 2.^3 3 s-a b3 äogore» H ö§ ZL ■3 g L13 ora d 3 =h 3 SCZ4* u. 3 ZS hS 8 3 B Z? s-l LZZ« gZSH. SSZ» o *• w — •?»’ & 5-S S3iK§“ Zaag-L. D* ■— c B ro o-5co g-äa in m -V) Zl_ « 2"* » « E o -Za« 3® «f 5t 5 er"3 're«,Hg °: o: £ §3 6)MZ Z Z »e8? er *3 K8EZ D 3 olc'B B» 3 —t 2 B —• D — : 3 3 — — —• — D 3 3b 8 aa er 2 . — 3 B- 3 fasäi a® 6 2er& B "* S er CD 08 3 s,fföp : "giDara n, tz>LsZ7 3 8 ‘ t3 re re 3 3 ■3 E4J>§.g aa g 3' C: A»CD ®a S ®s. 6)er ^5- 2.0 K-ftaa «©O-ggui a b -Z3 rs ©3 3 2 3 8 X-.Ö3 = S^ölc- t3fi 2 B 3 u 451 B 3 B E § = as s-5 ■ D 5" 13<3 ^as Z « B "Z-? j—. ü. 5 &” tSs*—n Q cd" B 2.2. 2 3 8 2 3 3 !-Ä ^b«--3 © 1 cd g b 3 — o J &• D ftD 2 cz §2? u D 3 E-2,b ~=: gtla' •*0 ® 8 8 b 8 - ■öS^g.© 2 3-0 8 3 7? 3 D: =• — ES 3 2,2 ö= 5 ö ö KA^6)A- 0 3 3 B 2 e ö ~bCT a 2. SD — 63 8 w ÖZ 8 CT «a 2 a «85 3 Za g-cS-3 8 g5 2 8 ö S 5 t 61 M £ D 8 D Q 8 3 3 a E: — 3 © v« " O mL 3 8 D a3 er %)Cr) & ©srs a rs g a« O tS3 G* s.Ba 6) 63 3 WE®* u> Q CD 3ÖD-3 61 r- 8 a za A ^6S6) ä-z a 3 a a° ?3 Z- CD S8 e 3 6) a 6) a 3 Cfl M) ÖD e 1 ft c 3 Ul S© AZ ts®-® re © 2. El a*1 s' e» 2 3 Za 83 5 6)5 b a js: D S E 353 5 r* v ©=,£}£ a § 8 I =r it g< rr a.3 üK.ag"3' 3 I» g o a? er 8 g a=R^ — o 3 6)2. as L)?'Laa Ö3 3 3m § 3 2 2"«D or — b 5 CD u> o 3 3 o <- 5 3 ” 0a "Sb 3" 5 *.0 3 ui b 6) CT 2s -tSÖDÖ ~re n, E 0.0- I3Y? -K5L- b b m ar* 3 3 3 D3 62 CT b ezts 0«:= b B " (3 g- B iD 62 2-' 7 3 a 5 ~a3 5ö-a' 2®_ a-S- co "3 g®? •* ä* a B ■ o eztiS gttS sr^D-a a 2 3 4 62 Sfäg. 2 1'liF® 3* 3 Ei' 3 2 cS ' "6)2.2 2 öe 3-a3. 2 Öl3 w —•< 35ß3£"§ga- orJ3__3 B 3 B 2 ?a g^ita 3 53 8 = ogSa o-5a_ 2 —, 3d = S2.at ©s.-ieft B 3 2. »5 Z. 8 6 3 63" 53 O 8 3 3 3 8 HE. ©& LZ