Nr. 245 Erstes Blatt 180. Jahrgang Sreitag, 1?. Oktober 1950 (Er|d)etni tüglich.avtzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert, Vleßener Familienblätter Hetmal im Bild Die Schalle monats=Bejug$pret$; 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenmg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anterSamme[nummer2251 Anschrift Mr Drahtnachrichten Anzeiger Steßen. Postscheckkonto: Sranfturtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntck und Verlag: vrW'sche UniverfilLtZ'vuch' und Steinöruderei R. Lange in Sieben. Schriftleltung und Seschäft5ftelle: Zchulsttabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Retchspfennig, Platzvorschrift 20“mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in Diehen. Die Regierungserklärung im Reichstag. Des Reichskanzlers Appell an die Parteien. — Das Ganierungsprogramm des Kabinetts Brüning. Gechsprozentige Senkung der Kohlenpreife. Berlin. 16. Oft. (Vdz.) Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung steht als erster Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Damit verbunden sind die Notverordnung vom 26. 3uli, das Schuldentilgungsgesetz und 21 Anträge, die von den ver- schiedenen Parteien auf Aufhebung der Rot- Verordnung, A ufhebung oder Revision des Voung-Planes, auf Durchführung der Femeamnestie und in anderen innen- und auhenpoli- tischen Fragen gestellt sind, ebenso die Miß- trauensanträge. Reichskanzler Dr. Brüning: Die Reichsregierung legt ein Wirtschafts- und Finanzprogramm vor. mit dem sie die schlimmsten Wirkungen der wirtschaftlichen Krise zu beheben gedenkt. Voraussetzung für die Durchführung dieses Wirtschafts- und Finanz- resormprogramms ist die Aufrechterhaltung der Rotverordnung. DieseRotver- vrdnung ermöglicht die Balancierung des Reichshaushalts und damit eine Durchführung der Sozialpolitik. (Lärmender Widerspruch bei den Kommunisten. - Präsident Lobe ruft den Abg. Leow (Kom.) wegen seiner Zurufe zur Ordnung und kündigt schärfere Maßnahmen an.) Die Reichsregierung wird sich der Beratung der Rotverordnung im Reichstagsausschuh nicht widersehen. Sie enthält unentbehrliche Vorschriften über die Gemcindefinanzierung und die Länderhaushalte. Reue Einnahmequellen sind durch sie erschlossen. Wichtige Teile der Sozialversicherung haben eine Gestaltung erhalten, die eine Rettung der Sozialversicherung erst möglich macht. Richt zuletzt ist das Werk der deutschen Osthilfe durch sie in Angriff genommen Das Defizit des laufenden Jahres wird aus eine Milliarde geschäht. (Hört! Hört!) Mit neuen Steuern und Lasten ist die Rot nicht zu beheben. Daher hat die Regierung sich bisher mit Anleihen beholfen Aber inzwischen hat der Geldmarkt sein Gesicht verändert. Viele deutsche Kapitalisten haben in Verblendung und mangelnder Staatsgesinnung ihr Geld ins Ausland gebracht. - Lebhastes Hört! Hört! Rufe be, den Kommunisten „Sa drüben (rechts) sitzen die Kapital- verschiebcr!" - Hätte das Treiben dieser Elemente nicht unsere Finanzen auf das schwerste geschädigt, dann wäre der deutsche Geldmarkt wohl in der Lage gewesen, unseren dringendsten Finanzbedars zu befriedigen. So waren wir genötigt, uns an das Ausland zu wenden. Dom Ausland haben wir die erforderlichen Mittel zu befriedigenden Bedingungen e r - halten unter der Voraussetzung, daß die Ermächtigung zur Aufnahme und Tilgung der Anleihen durch Gesetz planmäßig fest- gelegt wird. Ich richte an Sie, meine Herren, die Auf- forberung, dasselbe vertrauen zur deutschen wirtschaft und zur Regierung zu haben wie das Ausland. Die Reichsregierung hat i h r S a n i e r u n g s- programm bereits veröffentlicht. Seine Grundlage ist ein vollkommen ausgeglichener Haushalt für 1931, die Selbständigmachung der Arbeitslosenversicherung, Sparsamkeit auf allen Gebieten. auch bei den Gehältern (Unruhe), Vereinfachung des behördlichen Apparates, besonders auf dem Gebiete der Steuerverwaltung, sowie die Vorbereitung eines endgültigen Finanzausgleiches, durch den den Gemeinden auch die Verantwortung für die Einnahmen auferlegt wird. Die Reichsregierung will keine dauernde Senkung des Reallohnes, sie will aber das unhaltbar gewordene deutsche Preisgebäude unter allen 11 m ft ä n - den ins Wanken bringen. Das ist aber nut zu erreichen, wenn auch eine gewisse B e - weglichkeit in die Gehälter und Löhne gebracht wird. (Unruhe lrnks.) Alle Stände des deutschen Volkes müssen Opfer bringen. (Rufe bei den Kommunisten: ..Aber die Defitzsteuern werden gesenkt!") Dazu brauchen wir auch die Mithilfe der Beamtenschaft. (Abg. Torgler (Komm.): ..Das ist immer wieder der alte Schmus!") Die Beamtenschaft wird das Opfer bringen trotz der Hetze mancher Kreise gegen das Berufsbeamtentum. (Rufe bet den Kommunisten: ..Stegerwald!") Die Regierung wird ungerechte Angriffe auf die Beamten ad- wehren. Sie nimmt für sich in Anspruch, daß sie sich in sozialer Gesinnung von keiner ihrer Vorgängerinnen übertreffen läßt. (Lärmender Widerspruch bei den Kommunisten.) Aber wir können nicht Sozialpolitik im luftleeren Raum machen Line blutleere Volkswirtschaft und ein zusammengebrochener Staatshaushalt wären nicht mehr in der Lage, die Sozialpolitik weiter durchzuführen. Die Regierung wird alles tun, um möglichst viele Arbeitswillige und Arbeitsfähige wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Unter allen Umständen aber wird sie eine ausreichende Unterstützung der Arbeitslosen sicherstellen. Unsere Preispolitik wird vor allem einen wichtigen Schritt zur Wiederherstellung des weltwirtschaftlichen Gleichgewichts bedeuten. Die Kohlenpreis- Der Reichskanzler spricht. — * I bildung ist für die Selbstkosten der ganzen Produktion grundlegend. Die Ruhrkohlenindustrie hat sich bei den von der Regierung eingeleiteten Verhandlungen bereit erklärt, vom 1.Dezember ab die Preise um 6 Prozent zu senken. Ich erkenne diesen bedeutsamen Schritt um so mehr an, als die Lage der deutschen Kohlenwirtschaft in olge ihrer mangelnden Elastizität bei ihrer Anpassung an die jeweilige Marktlage in der gegenwärtigen Konjunktur besonders schwierig ist. (Beifall bei der Mehrheit, Unruhe links.) Wenn nötig, wird die Regierung auch zu Zwangsmaßnahmen zur Preis- senbing greifen. (Lachen links.) Besonders leidet die Landwirtschaft. Ihre Rot ist zurückzuführen auf den Zusammenbruch der Preise auf dem Weltmärkte. (Zuruf bei den Kommunisten „Oldenburg schmunzelt da drüben." - Heiterkeit. - Abg. Torgler: Zehn Minuten für die Großagrarier, kein Wort für die Berliner Metallarbeiter.) Die Reichsregierung betrachtet es daher als ihre Aufgabe, die lleberschwemmung Deutschlands mit ausländischen Agrarprodukten einzudämmen Ferner ist eine Hebung des Verzehrs des Roggen». des Produkts unserer heimischen Scholle, notwendig. (Beifall rechts.) Von den Kreditinstituten ettoar'.ei d e Re chs.egte^ rung eine besonders pflegliche Behandlung der landwirtschaftlichen Betriebe. Höchstes Ziel aller deutschen Innen- und Außenpolitik ist die W i e - dererringung der nationalen Freiheit. (®n>ftcr Lärm bei den Rationalsozialisten. Abg. Dr. Goebbels iRat.-Soz.) ruft. Zestungs- strafe gibt es für nationale Willensäußerung!' Abg. Strasser (Rat.-Soz.) erhält wegen eines Zurufs einen Ordnungsruf.) Der Weg dazu kann nur der Weg des Friedens sein, eine Abenleurerpolitik lehnt die Reichsregierung ab. (Beifall in der Mitte.) Rachdem die internationalen Sachverständigen ihr Urteil abgegeben haben, ist di c deutsche Wirtschaftslage von Monat zu Monat schlechter geworden. Wir erleben eine Arbeitslosigkeit und einen Preissturz von nie geahntem Ausmaß. Der Bank für internationalen Zahlungsausgleich ist in voller Absicht die Aufgabe zugewiesen worden, im Falle von Schwierigkeiten rechtzeitig Maßnahmen zur Behebung dieser Schwierigkeiten zu treffen. Die deutsche Reichsregierung ist damit durchaus einverstanden, sie bedauert aber, daß diese Gedankengänge auf der anderen Seite bisherwe- nig Widerhall gefunden haben. Die Reparalionspflichl darf nicht dazu führen, daß das deutsche Volk seiner sittlichen und sozialen Grundlage beraubt wird. Die unmittelbare Aufgabe der deutschen Regierung ist es. zu- nächst Ordnung im eigenen Hause zu schaffen. (Rufe rechts: „Erst Brot?“) Das ist auch die Voraussetzung jeder gesunden Außenpolitik. Wir müssen eine Berücksichtigung unserer bedrängten Wirtschaftslage verlangen. Unsere junge Generation lebt In völliger Ungewißheit über ihre Zukunft. (Lebhafte Zurufe rechts: „Er merkt aber auch alles!" „Jetzt kommt die Poesie!") Die Tatsache, daß man nicht einmal die Bedingungen des Versailler Vertrages, die zu unseren Gunsten sprechen, auf der Gegenseite eingehalten hat, ist nicht zu bestreiten. T»ie Versailler Vertragsbestimmung, daß der erzwungenen Abrüstung Deutschlands die freiwillige der anderen folgen werde, ist bisher nicht eingehalten worden. (Abg Dr. Goebbels (Rat.-Soz.): „Und sie bestrafen den Wehrwillen mit Festung.") Die Reichsregierung muh unter diesen Umständen alles tun, um unsere Landesverteidigung im Rahmen der ihr gezogenen Grenzen zu sichern. Wir werden uns stets für die Erhaltung der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes ein- setzen. (Beifall.) Wir werden aber auch dafür sorgen, daß die Wehrmacht als festester Rückhalt unserer Volks- und Staatsgemeinschaft freigehalten wird von Einflüssen der Politik. (Beifall und Unruhe.) Unsere Selbstachtung erfordert, daß die deutsche Wehrmacht nicht das Ziel eigensüchtiger Partei- zwecke und unberechtigter Verdächtigungen und Verleumdungen wird. Angesichts der seelischen und wirtschaftlichen Rot unseres Vaterlandes hält es die Reichsregierung für eine ihrer wichtigsten Aufgaben. (Rufe bei den Rationalsozialisten: „abzutreten!" - Heiterkeit) allen Bestrebungen kultureller Zersetzung auf das Energischste sich entgegenzustemmen. Die schwere Krise, die Deutschland jetzt zu überwinden hat, erfordert sittliche Stärke und einmütiges Zusammenhalten aller derer, die ihr Vaterland lieben. Die Reichsregierung erwartet, daß das Hohe Haus im vollen Bewußtsein der großen geschichtlichen Aufgaben an die Arbeit gehen wird. Die Rot des deutschen Volkes verträgt Feine Selbstzerfleischung der Parteien. Die Gegensätze aus dem Wahlkampf müssen vergessen werden. Schwere Opfer werden verlangt. Sie sollen und werden den Weg zur Freiheit und zum Aufstieg bahnen. (Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien. — Lärm und Gelächter rechts und links.) Von der Landvolk-Partei ist ein besonderer Mihtrauensantrag gegen den Reichsauhenminister Dr. E u r t i u s eingegangen. Die Aussprache über bie Regierung s- erflärung wird auf Freitag vertagt Für die Aussprache haben die Reichstagsfraktionen folgende Redner bestimmt: Die Sozialdemokraten Müller-Franken, die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Strasser und Feder, die Kommunisten P i e ck, das Zentrum Joos, die Deutschnationalen Dr.Oberfohren, die Deutsche Volkspartei Dauch, die Wirtschaftspartei Drewitz, Fraktion Deutsches Landvolk Döbrich, die Bayerische Vollspartei Leicht, der Christlich-Soziale Volksdienst R i p p e l, die Staatspartei Dr. Weber. Verschiedene Redner werden sich damit begnügen, eine Erklärung ab- zugeben. Oie Aussichten für Brüning. Von unterer Berliner Redaktion. Wer für heute eine besonders lebhafte Reichs- tagssihung erwartet hat, der ist bestimmt nicht auf feine Kosten gekommen. Dies merkte man auch auf der Tribüne der Auslandpressevertreter, wo Journalisten wie Marcel Rey und LäonBlum nur aus diesem Grunde aus Paris nach Berlin geeilt waren, um ihren Zeitungen sensationell« Berichte übermitteln zu können. Reichskanzler Dr. Brüning sprach gemefien und klar. Er vermied es bewußt, auf die Zwischenrufe einzugehen und verstand es, seine Ausführungen so vorzutragen, daß der Widerspruch überhaupt nur von radikaler Seite ausgehen konnte. Die Kanzlererklä- rung wird in parlamentarischen Kreisen, abgesehen von den Parteien, die in scharfer Opposition zum Kabinett stehen, durchweg günstig beurteilt. Das ist besonders bei der Deutschen Dolkspartei der Fall, die gestern noch außerordentlich skeptisch eingestellt war. Don dieser Seite wird betont, daß der Kanzler zwar nicht viel Reues vorgetragen habe, das sei nach Lage der Dinge auch gar nicht möglich gewesen. Er habe aber den ganzen Emst unserer Situation und den Willen der Regierung, dieser Schwierigkeiten Herr zu werden, noch einmal mit allem Rachdruck zusammengefaßt. Dabei seien zwei Gesichtspunkte für die Haltung der Deutschen Volks- Partei besonders entscheidend: Die deutliche Sprache, in der der Kanzler die Lohn- und Gehaltspolitik des Kabinetts unterstrich, und zum zweiten die Formulierungen zur Außenpolitik, die klar herausgeschält hätten, daß das Kabinett keineswegs die Absicht habe, sich in der Außenpolitik einer Lethargie hinzugeben. Auf der anderen Seite enthielt die Regierungserklärung nichts, was dazu beigetragen hätte, bie Sozialdemokratie in eine schärfere Opposition hineinzudrängen. Im Gegenteil hat die Erklärung, daß die Regierung unter allen Umständen versuchen wolle, mit parlamentarischen Mitteln durchzukommen, die Situation soweit geklärt, daß die sozialdemokratische Fraktion gegen die Mißtrauensvoten auftreten, und zwar auch direkt und nicht nur in der Form, daß über alle anderen Anträge zur Tagesordnung übergegangen wird. Allerdings wird die politische Gesamtlage gerade auch füe die SPD. dadurch erschwert, daß sie selbst einen Antrag eingebracht hat, wonach der Reichsarbeitsminister den Lohnschiedsspruch für dis Berliner Metallindustrie nicht für verbindlich erklären soll. Politisch aber dürfte die SPD. darauf abzielen, entweder vom Reichskanzler oder vom Reichsarbeitsminister eine förmliche Erklärung über die Frage der Berbindlichkeitserklärung zu erhalten, um hiernach ihre weitere Haltung gegenüber den Mißtrauensarsträgen sowie einem äu enn der neue Reichstag nicht von allen guten Geistern verlassen sei, toerbe er ihr folgen. — Die „D ö r- senzeitung" (konservativ) bezweifelt, daß das Regierungsprog-ramm m i t H i l f e derSozial- demokratie, die bisher jede Sanierung der deutschen Wirtschaft vereitelt habe, durchzuführen sei. Tie Anzeichen eines Linkskurses der Reichs- Politik mehrten sich in beängstigendem Ausmaße. Gerade deshalb wäre es wünschenswert gewesen, wenn der Kanzler gesagt hätte, wie er sich die parlamentarischeDurchsührung seines Programms denke. Aber er sei a(I diesen brennenden Fragen aus dem Wege gegangen. Man habe den Eindruck, daß es dem Kanzler weniger um das Programm zu tun gewesen sei, als darum, Zeit zu gewinnen und sein Regierungsschiff erst einmal an der drohenden Klippe der Mih- trauensanträge vorbeizusteuern. — Die „D o s s i - sche Zeitung" schreibt, mit dem sachlichen Inhalt werde man sich bei der gegebenen Lage im großen und ganzen eher einverstanden erklären tonnen, als mit der Tönung, man habe mehr den Einfluß des Parlaments auf die Regierung gespürt, als den Willen der Regierung, Einfluß auf das Parlament zu gewinnen. Der Kanzler hätte ruhig merken lassen können, meint das Blatt, daß die Regierung willens stärker und ziel- bewußter sei, als die Erklärung vermuten lasse. — Der „L o k a l a n z e i g e r" (deutschnatl.) weist darauf hin, daß die Erkenntnis der Tributfolgen reichlich spät komme. Es sei alles eingetroffen, wie es Dr. Hugenberg vorausgesagt habe. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" (Volksp.) hebt als eindrucksvoll die Satze hervor, die Dr. Brüning über die Außenpolitik und die Wehrmacht gesagt habe und meint, mit den staatsmännischen Andeutungen über die Richterfüllung des Abrüstungsversprechens der anderen habe die Erklärung einen Höhepunkt erreicht. — Die „Deutsche Tageszeitung" (Landvolk) ist dagegen der Auffassung, daß die Ausführungen über die Außenpolitik zu spät kämen, da die verhängnisvollen Bindungen nicht mehr gelöst werden könnten. Unter Hinweis auf die Einzelheiten über das Agrarprogramm der Regierung vertritt die „putsche Tageszeitung" die Meinung, baß, wenn für das Kabinett Brüning dieses Agrarprogramm etwa ein Marimum darstelle, es für ein nächstes Kabinett ein Minimalprogramm werde sein müssen. — Die „Deutsche Zeitung" (deutschnatl.) sagt, die Rede habe nichts enthalten, womit man sich nicht schon hundertmal auseinandergescht hätte und gipfelte in dem Bekenntnis zur Fortführung der bisherigen Erfül- -lungs- und Kreditvolitik. — Der „Vorwärts" (soz.) sagt, die Erklärung des Reichskanzlers sei, gemessen an den früheren Reden des Reichskanzlers, in ihrem einleitenden Teil bemerkens- wert bescheiden uni) im ganzen von vorsichtiger Zurückhaltung gewesen. Als besonders anfechtbar bezeichnet das Blatt die Stellen der Erklärung, die vom Wirtschaftsprogramm der Regierung handeln. Oer Streik in der Berliner Metallindustrie. Berlin, 16. Okt. (CNB.) Der Streik in der Berliner Metallindustrie hat seit gestern keine Veränderung erfahren. Zunächst besteht kaum eine Aussicht, daß heute auf Veranlassung des Reichsarbeitsministers eine Besprechung stattfinden kann; denn der Antrag des Verbandes Berliner Metallindustrieller auf Verbindlichkeitserklärung ist an das Reichsarbeitsministerium noch nicht abgesandt. Erst nach Eintreffen dieses An- träges wird Minister Stegerwald die Möglichkeit haben, von sich aus weitere Schritte zu veranlassen. Zu Ausschreitungen ist es nach den bisher vorliegenden Meldungen heute nicht gekommen. Die Streikleitung hat zwar Posten vor alle Betriebe gestellt, in denen die Belegschaft teilweise arbeitet, so besonders bei den Siemenswerken, doch hatte die Polizei keinen Anlaß, einzuschreiten. Die Kommunisten entfalten dagegen eine rege Tätigkeit. Nachdem der Deutsche Metallarbeiterverband die Obleute der Streikenden heute auf 3 Uhr nachmittags zu einer Versammlung einberufen hatte, in der über den Stand der Angelegenheit berichtet werden wird, hatte die sogenannte „Rote (3 e = Werkschaftsopposition" eine Kundgebung unter freiem Himmel für 5 Uhr nachmittags anberaumt, zu deren Besuch sie alle Erwerbslosen aufforderte. Gegen diese Sonderaktion veröffentlichte das Metallkartell eine Erklärung, in der es heißt, daß die „RGO." krampfhafte Versuche mache, die Einheitsfront der Metallarbeiter zu stören. Solchen Leuten dürfe kein disziplinierter Arbeiter folgen. Heber dieZahl der S t re i k e n d e n werden nach tote vor widersprechende Angaben gemacht. Während die Gewerkschaften erklären, daß neun Zehntel aller Metallarbeiter im Kampf stünden, wird von Arbeitgeberseite erklärt, daß rund 25 Prozent aller Metallarbeiter in den Betrieben geblieben seien. Die Sozialdemokraten haben inzwischen einen Antrag eingebracht, durch den das Reichskabinett ersucht wird, auf den Reichsarbeitsminister dahin einzuwirken, daß der Schiedsspruch vom 10. Oktober nicht für verbindlich erklärt wird. Im Reichstage bezweifelt man nicht, daß der sozialdemokratische Antrag eineMehrheit findet; denn er wird sicher die 143 Stimmen der Sozialdemokraten, die 77 Stimmen der Kommunisten und — nach der gestrigen Erklärung der Berliner Gau- leitung der NSDAP. zu schließen — auch die 107 der Rationalsozialisten auf sich vereinigen. 3m ganzen ist also eine Mehrheit von über 300 Stimmen zu erwarten, ganz abgesehen davon, daß gewiß auch noch einzelne andere Gruppen für diesen Antrag eintreten werden. Danach ist also damit zu rechnen, daß der Schiedsspruch nicht für verbindlich erklärt, sondern der Versuch gemacht wird, durch neue Verhandlungen eine Einigung herbeizufuhren. Oer Hessische Beamtenbund zur Lage. Der G e s a m t v o r st a n d des Hessischen Beamtenbundes hat in seiner Sitzung vom 15. Oft. 1930 nach eingehender Aussprache folgende Entschließung gefaßt: „Die hessischen Staatsbeamten, Polizeibcamten und Lehrer, noch nicht zur Ruhe gekommen über die einseitige Belastung durch das Reichsnotopfer und über die im ganzen Reiche vereinzelt dastehende Beschränkung der Kinderzuschläge in Hessen, muß mit Entrüstung feststellen, daß die Reichsregierung der augenblicklichen Stimmung gegen die Beamtenschaft durch eine weitere Kürzung der Beamtengehälter Rechnung tragen will. Der Hessische CBeamtenbunb warnt vor der Fortsetzung der sinnlosen, in allgemeine Dolksverhehung ausartenden Deam- tenhehe und fordert von der Regierung Schuh der Beamtenschaft vor dieser zum Teil auf Unkenntnis der Verhältnisse, zum Teil aber auch auf Mißgunst beruhenden gemeinen Hetze. An der ungünstigen Entwicklung der öffentlichen Finanzen sind nicht die Beamten und ihre Bezüge schuld. Die allgemeine Verschlechterung der Weltwirtschaftslage, die Folgen des verlorenen Krieges, die Reparationskosten, parteipolitisches Gezänk, eigensüchtige Interessenpolitik, brutale Ausnützung der Notlage des Volkes durch Trusts, Kartelle und Syndikate, Kapitalflucht und Steuerscheu der wirklich besitzenden Klassen, sind die wahren Ursachen der Finanznot, die durch Kürzung der Beamtengehälter nicht behoben, vielmehr durch Wegnahme der Kaufkraft nur verschärft wird. Die hessische Beamtenschaft fordert: 1. eine durchgreifende Verfassungs- und Der- waltungsreform, 2. schärfste Maßnahmen zur Unterbindung der Steuer- und Kapitalflucht, 3. Beschaffung von Arbeit statt Unterstützung, 4. Einleitung einer ehrlich gemeinten und rücksichtslos durchgeführten Preissenkung und Senkung der Zinsspanne, bevor eine weitere einseitige und ungerechte Belastung der Beamtenschaft Überhaupt in Erwägung gezogen wird. Die Gehaitskürzung in der Großindustrie Berlin, 16. Oft. (ERD.) In der Oeffent- lichkeit wird immer wieder die Frage geftellt, ob die vom Reichsverband der Deut- schenIndustrie geforderte Herabsetzung der Löhne und Bezüge aller in der Privatwirtschaft Tätigen als wichtigste Voraussetzung für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auch die Senkung der Bezüge der leitenden Persönlichkeiten, d. h. der Generaldirektoren und der Direktoren der einzelnen Werke umfasse. Dazu teilt das Wolff- bureau auf Grund von Erkundigungen an zuständiger Stelle mit, daß diese Forderung des Reichsverbandes sich selbstverständlich auch auf diese Kategorie der in der Privatwirtschaft tätigen Persönlichkeiten bezieht und daß in noch schärferem Umfange, als es bisher schon geschehen ist. die Generaldirektoren und die Direktoren der großen deutschen Unternehmungen sich freiwillig beträchtlichen Kürzungen ihrer Bezüge unterworfen haben. Der kommunistische Mßirauensanirag gegen Vraun abgelehnt. Das Zentrum gegen eine Auflösung des preußischen Landtags. Oer Kampf um Preußen. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun hat, wie nicht anders zu erwarten war, im Landtag am Mittwoch den Auflösungsantrag abgelehnt. Er ist der Meinung, damit der Demokratie den besten Dienst zu erweisen, denn er spricht immer wieder von einem Konjunkturwahlsieg der Rationalsozialisten, der keinen Bestand haben werde. Man braucht auf die einzelnen Beweisgründe des preußischen Ministerpräsidenten nicht weiter einzugehen. Er will nicht, und das genügt. Die preußische Sozialdemokratie erklärt einfach, daß sie als „staatserhaltender Faktor" in der preußischen Regierung unentbehrlich sei und daß dieser hohen politischen Weisheit gegenüber alle Gegengründe zu schweigen hätten. Aber der preußische Ministerpräsident befindet sich in einem Irrtum, wenn er glaubt, daß die Stimmung des Volkes jetzt aus rein zufälligen Gründen so stark nach rechts aus- geschlagen ist. Es mag sein, daß die Rational- sozialistische Partei als solche in ihrer jetzigen Form keinen Bestand hat und daß sich andere Organisationen bilden werden, um den Kräften des Volkslebens ihren politischen Ausdruck zu verleihen. Sicher ist aber soviel, daß dieser Zug nach rechts auf einer natumotwendigen Entwicklung unseres politischen Lebens beruht. Er ist die Reaktion auf die unfruchtbare Parteipolitik der letzten zwölf Jahre. Der Widerstand gegen die parteipolitische Durchsetzung der Verwaltung, deren Hauptträgerin die Sozialdemokratie ist, wächst ins Ungemessene. Das ganze deutsche Volk, abgesehen von einer dünnen „Oberschicht" von Nutznießern dieses Systems, sehnt sich nach einer sachlichen u n d ordentlichen Verwaltung. Es hat die parteipolitische Unsachlichkeit, die Vergebung der Ölender nach dem Parteibuch, die personalpolitischen Schiebungen in allen Ressorts bis herab zur letzten Gemeindeverwaltung gründlich satt. Die jetzige preußische Regierung, insbesondere aber die preußische Sozialdemokratie, muß es sich schon gefallen lassen, daß man sie in erster Linie für diese Schäden verantwortlich macht. Es ist deshalb nur gerecht, wenn sich der Unwille des Volkes gerade gegen diejenigen wendet, die dieses System aus egoistischen Gründen bis zum Aeußer- ft en verteidigen. Daß man für solche unsauberen Schritte auch noch den Gedanken der Demokratie strapaziert, macht das Bild des Ganzen durchaus nicht sympathischer. Das Volk will heute keine politischen Theorien, sondern eine klare und faubere Verwaltung. Cs ist der festen Ueberzeugung, daß eine solche durch keine Parteikoalition, wie immer sie geartet sei, verwirklicht werden kann. Rotwendig ist vielmehr die Stärkung der Staatsgewalt und die Eindämmung des M a ch t e i n f l u s s e s der Parteien. Es ist natürlich kein Zufall, daß die Entwicklung der politischen Lage in Preußen ihre Schatten in das Reich hineinwirft. Unerklärlich wäre das Gegenteil. Denn wenn ein Einzelstaat zwei Drittel des gesamten Reichsgebietes und seiner Bevölkerung umfaßt, dann müssen seine Geschicke sich aus Gründen des politischen Schwergewichtes zwangsläufig auf die Politik des gesamten Reiches auswirken. Wer durch formalistische Bestimmungen eine solche Wechselwirkung aus der Welt schaffen zu können glaubt, wie es offenbar die Väter der Weimarer Verfassung taten, der verkennt das Wesen der Politik. Preußen hat sich als selbständiges Staatswesen gehalten. Cs hat sogar unter Otto Brauns ziel- bewußter Führung den Versuch unternommen, seinen Machtbereich in Rorddeutschland noch weiter aüszudehnen. Der preußische Ministerpräsident ist offenbar der Auffassung, daß er dazu berufen ist, auf diesem Wege praktische Reichsreform zu leisten, während auf der Länderkonferenz Reden gehalten und Denkschriften hergestellt werden und während das Reichsinnenministerium seinen Dornröschenschlaf weiterschläft. Diese Seite der preußischen Politik ist mindestens ebenso bedenklich, wie die Unbekümmertheit, mit der die Verwaltung in den vergangenen zehn Jahren den Regierungsparteien systematisch nutzbar gemacht worden ist. Preußen war im alten Bismarckreich d i e starke Klammer der Reichseinheit. Damals bestand die Personalunion zwischen der Krone Preußen und dem deutschen Kaisertum. Diese verfassungsrechtliche Konstruktion ist unter den veränderten Verhältnissen nicht wieder herzustellen, wenn man nicht den ganzen Reichsaufbau von Grund auf ändern will. Deshalb wird man wahrscheinlich nach anderen Wegen süchen müssen, um zu verhindern, daß Preußen immer mehr ein Fremdkörper im Reich werde. Der vielbeklagte Dualismus zwischen dem Reich und Preußen ist nicht nur eine Folge der besonderen preußischen Einstellung, sondern liegt in der Natur der Dinge begründet. Ihn zu beseitigen ist aber die allerdringlichste Auf- , gäbe, wenn man überhaupt zu einer Einheitlichkeit der Reichspolitik gelangen will. Man kann deshalb, ohne sich in irgendwelche Parteipolitik einzulassen, den jetzt in Gang kommenden Kampf um Preußen, der hoffentlich durch das vom Stahlhelm beabsichtigte Volksbegehren beschleunigt werden wird, gar nicht ernst genug nehmen. Man möchte nur wünschen, daß dieser Kampf um große politische Gesichtspunkte geführt wird. Die Erringung von Parteimehrheiten darf dabei nur Mittel zum Zweck fein. Der Gedanke der Reform des Verhältnisses von Preußen zum Reich muh im Vordergrund aller politischen Erwägungen stehen, da wir sonst niemals in Deutschland zu einer Einheitlichkeit der Reichspolitik gelangen. Man sollte bei dem jetzt einsehenden Kampf um Preußen dieses große Ziel nicht vergessen. Das ist wahrlich wichtiger, als afier Streit um Einzelheiten. Der preußische Ministerpräsident aber ist der Vertreter einer Politik, die die Wirrnisse im Reich.auf verfassungsrechtlichem Gebiete immer weiter steigert. Deshalb heißt die Parole: Fort mit dieser Preußen-Regierung, die ihre Mission in Deutschland nicht begriffen hat! Brauns erster Sieg. Berlin, 16. Olt. (VDZ.) Wieder ist der Haupteingang zum Landtagsgebäude durch ein starkes Polizeiaufgebot gesichert. Die Pubtikums- tribünen im Sitzungssaal sind stark besetzt. Die allgemeine Aussprache über die Anträge auf Auflösung des Landtags usw. wurde fortgesetzt. Abg. Dr. Heß (Ztr.) wies auf den Beschluß des ?r- -umsvorstandes hin, wonach keinerlei Veranlassung vorliegt, Anträgen auf Qluflöu. j des Landtages zuzustimmen. Angesichts dcr politischen Undurchsichtigkeit im jetzigen Reichstag sei es nur zu begrüßen, wenn i n P r euhen d i e Klarheit der Verhältnisse bestehen bleibe. Den deutschnationalen Zusatzantrag, der die Auslösung der Kommunalparlamente verlangt, lehne das Zentrum ab. Das Zentrum glaube, daß das deutsche Volk auch wieder zur Vernunft gelange. (Unruhe rechts.) Wenn es sich Herausstellen sollte, dah die Nationalsozialisten etwa Hand anlegen wollten an die deutsche Demokratie, dann würden sie auf die schärfste Gegners chM ft d e s Zentra m s stohen. Da die Nationalsozialisten auch den Reichskanzler Brüning als ihren Gegner bezeichnet hätten, so sei das auch eine Kampfansage an das Zentrum. Das Zentrum nehme den Kampf auf, das weitere werde sich finden. Abg. Steuer (Dnt.) erklärt, das Vorgehen Brauns gegen die Beamten zeige wieder einmal, daß die Regierung bewußt rechts - und verfassungswidrig handele, um die parteipolitischen Ziele der Regierungsparteien mit staatlichen Mitteln zu fördern. Das Uniformoerbot gegen die Nationalsozialisten, das eine bestimmte Hemdentuchfarbe als staatsgefährlich feststelle, sei eine große politische Dummheit. (Sehr wahr, rechts.) Für jeden wahren Demokraten hätte es nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen ein Gebot der politischen Reinlichkeit sein müssen, den Landtag und die Kommunalparlamente sofort aufzulösen. hierauf wurde der kommunistische Mißtrauens- antrag gegen die Staatsregierung mit 233 gegen 198 Stimmen abgelehnt. Dgs Ergebnis der Abstimmung wurde mit lebhaften Zustimmungs- und Mihfallenskundgebungen ausgenommen. In der Aussprache über die Auflösungsanträge erklärte Abg. Stendel (D. V.), in der Angelegenheit des Uniformverbots gegen die Nationalsozialisten habe die Regierung keine glückliche Hand gezeigt. Ein Parlament müsse dem Willen der Bevölkerung entsprechen. Die Sozialdemokraten, die durch eine Landtagsauflösung jetzt angeblich keine Unruhe in das Volk tragen möchten, hätten sich bei der Reichstagsauflösung nicht darum gekümmert. Die Deutsche Volkspartei stimme dem Antrag auf Auflösung des Landtages zu, nicht aber der Auflösung der Kommunalparlamente. _ Abg. Riedel (Dem.) sprach sich gegen Auflösung des Landtags aus. Aus den Ausführungen der deutschnationalen Redner fei hervorgegangen, dah sie nur die Macht in Preußen erlangen wollten, um unbeschränkt ihre Partei- Politik in den öffentlichen Stellen treiben 'zu können. Abg. M e n h (Wp.) verlangte Auflösung des Landtags, da dem Willen des Volkes entsprochen werden müsse. Die Wirtschaftspartei wolle aus politischem Anstandsgefühl heraus dem Volke Gelegenheit geben, zu sagen, wohin das Staatssteuer Preußens gerichtet werden solle. Niemals habe der Großtapitalismus so frech und anmaßend sein Haupt erheben können wie in diesem sogenannten sozialen Staat. Nationalsozialistische Wirtschastspotitik. Anträge im Reichstag. Berlin, 16. Okt. (VDZ. Funkspruch.) Obwohl der Reichstag erst drei Tage versammelt ist, liegen doch bereits über 70 Anträge und Interpellationen der verschiedenen Parteien vor. Die Nationalsozialisten fordern Einleitung der notwendigen Schritte zur Aufhebung des Versailler Vertrages und der darauf aufgebauten Tributverträge. Weiter fordern sie Festsetzung des hochstzulässigen Z i n s f a h es auf 5 o. h.» wovon mindestens 1 v. h. auf Tilgung der Schuld zu verrechnen ist. Zuwiderhandlungen sollen roegen Wuchers mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft werden, wer Geld oder andere Vermögenswerte im Auslande besitzt, hat dies dem zu st ä n di- gen Finanzamt anzuzeigen und auf verlangen das Geld nach Deutschland zurück- z u f ü h r e n , widrigenfalls Bestrafung wegen Lan- desoerrats eintreten soll, wechsel dürfen nur diskontiert werden, wenn der Nachweis eines Warengeschäftes erbracht ist; alle Termin- und Blankogefchäfte an der Börse sollen verboten sein, und der börsenmäßige handel mit Wertpapieren sott aufgehoben werden. Was sagt die presse dazu? Berlin, 16. Ott. (TU.) Die nationalsozialistischen Anträge finden in der Berliner Presse starke Beachtung. Der „Lokalanzeiger" (Hugenberg) meint, es fei nicht zu verwundern, wenn, man auf Möglichkeiten sinne, der Kapitalflucht entgegenzuwirken. Aber die Anträge der Nationalsozialisten würden schwerlich etwas bessern. Es möge möglich sein, einige Kapitalflüchtlinge anzuprangern, aber es werde sich nicht erzielen lassen, die gesamte Kapitalflucht zu erfassen oder aufzuhalten. Aehnlich sei es mit der Begrenzung des Zinssatzes. Wucherparagraphen hatten nur einen mäßigen Nutzen. Wenn es Deutschland gelinge, seine Tribut- lasten loszuwerden, werde von selbst wieder eine Senkung des Zinsniveaus eintreten. Eine völlige Aushebung des borsenmähigen Handels der Wertpapiere werde wahrscheinlich nicht die großen Kapitalisten, sondern vielmehr die Sparer und kleinen Geschäftsleute treffen. — Die „DAZ." (Dolksp.) bemerkt, daß die Nationalsozialisten mit diesen Anträgen sich eine völlige Verkennung der von der sozialdemokratischen Führerschicht bereits richtig erkannten neuen Zeitströmung leisteten. „Marxismus" fei eine Mumie aus der Vergangenheit. Die Nationalsozialisten dürften solche Anträge, die auf Zerstörung des Eigentums, also auf Marxismus hinauslie- f e n, nicht stellen. — Die „Börsenzeitung" (Kons.) stellt fest, dah eine Anzahl vernünftiger Gedanken von Anträgen überwuchert würden, die nur den Wert nackter Agitation hätten. Hervorzuheben sei z. D. die Forderung nach Sozialisierung der Großbanken und der Reichsbank, nach Konfiskation des Vermögens der Bank- und Börsen- fürften, nach Konfiskation jedes in ehrlicher Arbeit feit 1914 erworbenen Vermögens, denn auf jedes Vermögen könne der Antrag angewandt werden. Der Antrag auf Kürzung der Gesamt- bezüge des Reichspräsidenten und der Reichsminister um die Hälfte stelle eine rapide Annäherung an das sowjetrussische System dar. Die Forderung nach Aufrechterhaltung der Gehälter der unteren und mittleren Beamten bei Kürzung der Gehälter der höheren Beamten bis zu 15 vom Hundert sei so marxistisch-sozialistisch, so kiasfenkämpferisch, dah noch nicht einmal die Sozialdemokratie bis zu diesem Grad der Agitation sich verstiegen habe. Dor ..Borfen-Courier" (dem.) meint, dah die Nationalsozialisten, wenn sie heute Dinge forderten, die schon beim Versuch der Ausführung Staat und Wirtschaft in Trümmer legen mühten, so sei damit nur zu erreichen, dah sie trotz ihrer 107 Abgeordneten nicht mehr ernst genommen würden. Das „Berliner Tageblatt" (Mosse) meint, auch denen, die bereit gewesen seien, dem Nationalsozialismus viel niedrige Demagogie zu verzeihen, gehe dieser groteske Wahnsinn zu weit. Aus Abneigung gegen einen wirksamen „M arxismus" habe man den verrücktesten und radikalsten Marxismus genährt. Die „V o s s i s ch e Zeitung" (Hllftein) sagt, dah die nationalsozialistischen Anträge im rechtsbürgerlichen Lager eine tiefe Verstimmung hervorgerufen hätten. Es wird mehr gebaut. Ueberraschend günstige Ergebnisse der Wohnbautätigkeit im ersten Halbjahr 1930 Berlin. 16. Ott. (DD.) Man hatte allgemein angenommen, daß sich schon im erjtcri Halbjahr 1930 ein außerordentlich starker Rückgang des Wohnungsbaues bemerkbar machen würde. Auf Grund der vorliegenden Zahlen des Deutschen Städtetages erfährt man aber die Lleberraschung, dah im Vergleich zum ersten Halbjahr 1929 in der Zeit vom 1. Januar 1930 bis 1. 3uli 34 217 Wohnungen mehr errichtet wurden. Die Gesamtzahl der neuerstellten Wohnungen beträgt 77 823. Der Hauptanteil der Neubautätigkeit entfällt auf bic Großstädte über 200 000 Einwohner, wo auf 1000 Einwohner ein Anteil von 4,1 an neuen Wohnungen entfällt, während bei der Gruppe der Städte von 100 000 bis 200 000 Einwohner der Tausendanteil nur 2,6 und in der Klasse von 50 000 bis 100 000 Einwohnern nur ein Anteil von 2,3 entfällt. 3m Durchschnitt beträgt der Tausendanteil 3,6. so dah d i e G r o h st ä d t e den Durchschnitt weit überragen. Sehr deutlich zeigt sich schon bei den Feststellungen über die Wohnungsgröhe derReu- bauten im ersten Halbjahr 1930, dah die Tendenz, die Wohnungsgröße zu verringern, die seit dem Sommer planmäßig von der Reichsregierung gefördert wird, immer mehr an Wirkung gewinnt. Dei den Großstädten ist der Anteil der 4- bis 6-Zimmerwohnungen von 67,6 auf 47,1 gesunken. Merkwürdigerweise ist bei den Städten von 50 000 bis 100 000 Einwohnern im Gegensatz zu den anderen Gruppen eine Zunahme der größeren Wohnungen von 50,4 auf 56,9 Prozent festzu- stellen. Aber das Gesamtbild ergibt doch die Tatsache, daß die Hundertanteile bei den 1- bis 3-Zimmerwohnungen von 40,1 auf 49,5 stiegen, während sie bei den 4- bis 6-Zimmerwohnungen von 56,2 auf 48,2 sanken. Der Wohnungsbau richtet sich immer mehr nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der minderbemittelten Kreise. Für Aufrechterhaltung der Gtaatspartei. Der lin, 16. Ott. (CAD.) Auf Antrag des Reichsfinanzministers Dietrich hat der Haupt- vorstand der Deutschen Demokratischen Partei beschlossen, für die Aufrechterhaltung der Staatspartei einzutreten. 3n dem Deschluh heißt es u.a.: „Der Ausgang der Wahlen gefährdet Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Doch sieht unser Volk die ihm drohende Gefahr nicht. 3hr rechtzeitig unerschütterlichen Widerstand entgegenzusehen, ist unsere Aufgabe. Die Deutsche Staatspartei ist gegründet worden aus dem ernsten und festen Willen, den Kampf um die Dehauptung und um die verfassungsmäßige Weiterentwicklung der Republik zu führen. Wir sind gesonnen, auf diesem Wege zu bleiben und werden daher dem Parteitag Vorschlägen, den Liebergang in die Deutsche Staatspartei zu vollziehen." Reichsminister a. D. Koch-Weser hat an den geschäftsführenden Vorsitzenden einen Drief gerichtet, in dem es heißt: „3ch habe die Zuversicht, daß es gelingen wird, in der Staats- Partei das notl. enbige Sammelbecken für bic- jenigen zu gewinnen, die auf dem Doden der Republik d^tc Konzessionen an die nationalsozialistischen Staatszerstörer die deutsche Zu- hmft gestalten wollen. Ich selbst ober fühle mich nach den schweren politischen Entscheidungen der letzten Monate nicht mehr imstande, an dieser Arbeit führend und im Parlament mitzuarbeiten. 3ch werde deshalb mein Reichstagsmandat niederlege n." — Auf der Reichsliste wird nunmehr der 3ungvolksparteiler Wind- s ch u h an die Stelle Koch-Wesers rücken. Or. Scholz plötzlich erkrankt. Berlin, 17. OK. (WLD. Funkspruch, i Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion der Deutschen Volksportei, Dr. Scholz, hat an der Reichs- tagssihung am Donnerstag nicht teilgenommen. Wie wir erfahren, ist er Mittwochabend plötzlich erkrankt. Es scheint, daß bieErkrankung mit seinem Darinleiden zusammenhängt, wegen dessen er bekanntlich vor einiger Zeit operiert werden mußte. Sein Krankheitszustand wird sich aber erst aus der genauen Untersuchung ergeben. Sicher ist jedoch schon jetzt, daß Dr. Scholz wahrscheinlich für die kommenden fünf Wochen der aktiven Politik fern- bleibt. Wie wir erfahren, hat die Fraktion beschlossen, den Abg. D a u ch mit der Führung der Geschäfte zu betrauen. Revisionskanipagne in Frankreich. Hen>6 stellt die Sorhcrung auf Revision des Versailler Diktats. Pari», 16. Oft. (CJIB.) Der Herausgeber des „Soir", Gustave herv^, macht heule Vorschläge für die Revision de» Versailler Vertrages, reell feine Richtrevision Jcanfreid) s ü r einen kommenden Krieg, der an Trümmern nnd Menschenmord den Krieg von 1914 bei weitem übersteigen reerde, verantreortlich machen würde, hervs tritt für die Annullierung der deutschen Reparalionrlasten ein, sobald Amerika dieinteratlierten Schulden gestrichen habe, für den Verzicht auf die Volksabstimmung im Saargebiet, reas Frankreich übrigens im Jahre 1935 eine öffentliche Demütigung ersparen würde, denn die Volksabstimmung werde unfehlbar zugunsten Deulschlands ausgehen, für die Ermächtigung Deutschlands, sich die sieben Millionen Oe st erreichet anzugliedern, weil dadurch im Grunde genommen nichts geändert werde und weil doch der Anschluß moralisch bereits vollzogen sei, für die Rückgabe der französischen Mandatsgebiete Togo und Kamerun an Deutschland, für die Revision des deutschen Militär st atuts. Deutschland solle das gleiche Militärstatut erhalten wie Frankreich und Lffektiobeslände in Stärke der im französischen Mutterlonde stehenden Truppen. Herve tritt ferner ein für eine freundschaftliche Intervention Frankreichs bei Polen zwecks Rückgabe des Korridors an Deutschland, wenn Deutschland Litauen bewegen könnte, mit Polen wieder wie einst einen polnisch-litauischen Staat zu bilden. Für alle diese Aenderungen müßte die gegenseitige militärische Garantterung des neuen europäischen Status quo gegeben werden. Man dürfe die Bewilligung auch nicht davon abhängig machen, dah Deutschland die republikanische Staatsform beibehalte. Schacht über den Nationalsozialismus Rcuy ork, 16. Oft. (TU.) Der frühere Reichs- bankpräsibent Dr. Schacht sprach am Mittwoch vor den Professoren und Studenten der Columbia- älniversität ähnlich wie am Tage vorher an der Bale-älniversität über die Paneuropa-Frage. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache. Auf die dabei gestellte Frage, wer die Hitler-De- wegung finanziert habe, erklärte Dr. Schacht wörtlich: „Ich weiß, worauf Sie orrspielen. Seien Sie überzeugt, daß der Rationalsozialismus eine rein deutsche Bewegung ist. Sechs Millionen Deutscher, die gegen zwölfjährige unwürdige Behandlung Protestieren, brauchen nicht durch auslän - bische Wohlgelder gewonnen zu werden." Die Erklärung Dr. Schachs wurde mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 16. Oft. (WHP.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags genehmigte die Regierungsvorlage über die Unterstützung des oberhessischen Eisenerzbaues, wofür weitere 27 000 Mark angefordert werden. Der Antrag der Regierung, für maschinelle Einrichtungen im Physikalischen Institut an der Landesuniversität Gießen den Betrag von 43 968 Mark bereitzustellen, wurde mit ficbcn gegen drei Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Die zunächst ablehnende Haltung des Ausschusses änderte sich erst, als die Regierung die dringende Rotwendigkeit dieser Wiederherstellungsarbeiten barlegte, weil sonst auch Schäbigungen von Personen zu befürchten seien. Der weiter angesorberte Betrag von 60 000 Mark für Ergänzungen der Apparate- ausstattung bes Instituts wurde vom Ausschuß a b g e l e h n t, da zur Zeit die -Notwendig- feit dieser Einrichtungen nach seiner Meinung nicht gegeben sei. Der volksparteiliche Antrag aus Herabsetzung der Stempelgebühren für bas Auf stellen vonDreschma sch inen würbe durch bie entgegenkommende Erklärung der Regierung für erledigt erklärt. Die Regierung will die Stempels,ebühr dadurch vermindern, baß den Dreschmasch'nenbesitzern gestattet wird, Sammel- heroe erklärt, er beschäftigt sich seit zwei Jahren mit diesen Fragen und gebe seine Gedanken bekannt, um fein Gewissen zu erleichtern. In einem zweiten Artikel erklärt hervs, man müsse den Versailler Vertrag revidieren und ihn der neuen Loge a n - passen, die durch dos versagen von Frankreich» ehemaligen Alliierten Rußland, Amerika, Italien und England, durch die auf den Krieg folgende Mirt- schastsnot, durch dos Ehaos, In dos Deutschland zu sollen Im Begriffe stehe, und durch die eiternde Wunde, die bolschewistische Revolution, geschossen worden ist. wir waren, so erklärt hervö, vier große Rattonen, um in Versailles dos Urteil gegen Deutschland zu fällen, heute bleibt nur Frankreich übrig, um den Gerichtsvollzieher und Gendarmen zu spielen, wie will man unter derartigen Umständen eine Zwongspolltik anwenden? Oer Sächsische Landtag fordert Revision des ^onngptanS. Dresden, 16. Oft. (WTB.) Zur Frage der Revision des Boungplanes wurde in der heutigen Landtagssihung ein bürgerlicher Antrag mit 82 gegen 12 kommunistische Stimmen angenommen, die Regierung zu ersuchen, auf die Rcichsregierung einzuwirken, angesichts der wirtschaftlichen Lage mit allem Rachdruck und Beschleunigung sich zu bemühen, Verhandlungen für die Revision deS Boung- planes einzuleiten. Ein kommunistischer Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, alle Zahlungen aus dem Voungplan sofort ein zu stellen, wurde gegen die Stimmen der Rationalsozialisten und Kommunisten abgelehnt. anmeldungen mit einmaliger Deurkundungsgebühr einzureichen. Der demokratische Antrag auf erneute Behandlung der Frage der Kinderzu- schläge für Kinder über 16 Jahren wurde zurück- gestellt, bis die Verhandlungen über das Programm der Reichsregierung einen Lieberblick gestatten. Kein Kurswechsel in Südtirol. Es gibt keine Umkehr in Liidtirol. Rom, 16. Ott. (TLl.) Auf eine vor einigen Tagen durch die deutsche Presse gegangene Meldung, wonach der Präfekt von Bozen angeblich den deutschen P r i v a t s ch u l u n t e r r i ch t in vollem Umfange wieder zugelassen habe, schreibt die faschistische Zeitung „31 Brenners" wörtlich: „Es ist überflüssig zu sagen daß diese Meldung absolut jeder Grundlage entbehrt und daß die deutsche Presse das Opfer einer Ente geworden ist, deren Ursprung man sich leicht denken kann. Die direkte und gradlinige Politik der Herrschaft gegenüber Südtirol wie auch gegenüber allen andern Gebieten 3taliens läßt keine Umkehr zu. Auch hinsichtlich der Aufhebung der deutschen Schulen, die ein Herd des Anti-Italienertums waren, gibt es keine Umkehr. Es genügt das Beispiel der kürzlichen Schließung der slowenischen Schule in Triest, die ein wahres 3nfek- tionszentrum für bie moralische Gesundheit der jungen Seelen war, um zu verstehen, wie gefährlich dergleichen Kultur-Oasen in dem ruhigen und ernsten Leben der italienischen Grenzpro- vinzen sind." Bauer und Fünfjahresplan. Fiasko der bolschewistischen dlgrarpolitik. K o w n o, 15. Oft. (TU.) Meldungen aus Moskau besagen, daß der Liefer streik der Bauern, der im Frühherbst einsetzte, allen Druckmaßnahmen zum Trotz auch weiter anhält. Die Bereitwilligkeit der Dörfer, das Getreide an den Staat zu verkaufen, wird in den Veröffentlichungen des Volkskommissariats für bie Lanbwirtschaft als a u h e r o r b e n t l i ch ungenügenb bezeichnet. So finb in ben ersten zehn Tagen bes Oktober nur 24,2 v. H. der für ben ganzen Monat vorgesehenen Getreibemenge abgeUefert worben. Die Lage wird besonders bedrohlich, weil bte au« ben einzelnen Provinzen gemeldeten Zahlen eine absteigende Tendenz zeigen. Während Sibirien und bic deutsche Wolgarepublik in dem Bericht lobend erwähnt werden, ist das für bic Drotverforgung des Lanbes wichtigste Gebiet der Ukraine besonders weit zurückgeblieben. Gegenüber dem für die Ukraine vorgesehenen Iahresplan hat diese Provinz bisher nur 44,5 v. H. Getreide dem Staat zur Verfügung gestellt. Da auch zu gleicher Zeit die Herbstaus- s a a t nach wie vor ungenügend verläuft und die Dauern bisher insgesamt nur 73 v. H. des Iahresplans durchgesührt haben, werden die Vergeltungsmaßnahmen gegen bic Leiter des Ge- treibefelbzugs an Ort unb Stelle verschärft. In einem wichtigen Gebiet in Zentralrußlanb ist der gesamte Vorstand des GebietSvoll^ugsauS- schusses aus der Partei ausgeschlossen und dem Gericht übergeben worden. 'Der neue Feldzug für die Durchführung der staatlichen Pläne wird wiederum unter der Losung „Kamps gegen den Kulaken" geführt. Gleichzeitig hat das Volkskommissariat für den Handel besondere Fonds geschaffen, aus denen Belohnungen an solche Dauern und Kollektivwirtschaften gezahlt werden sollen, die den Plan voll durchgesührt haben. Oie Wetterlage. Abcrdj 15( QtfolKenios. <3 neuer Omid Deder*t »woiKig. eotdeciti •Keflea »Schnee & dreupem ■ MeDei "K 6e*niier.(§)wind$tiiie. sehr leichter Ost y *ni>S|Oer Südsüdwest Q jturmrjchei «ordwesl Ole Mene fliegen mit dem winde Die oernen Stationen jtenenden Zaft- len gelten die lemperatur an Die Linien veromden Orte mit gleichen» auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage Durch das Vordringen der Warmluftwelle über Deutschland hin, was besonders in höheren Luftschichten geschah, hat sich nunmehr eine geschlossene Nebel- und Dunstdecke gebildet. Auch heute moraen werden besonders aus Frankreich und Westdeutschland wie bisher hohe Temperaturen mit über 16 Grad gemeldet. Da weiterhin ein Austausch zwischen der kalten Bodenluft und den sich darüber lagern- den Warmluftmassen stattfindet, so dürft« noch mehr Nebel, teilweise auch Wolkenbildung die Folge sein. Jedoch wird das Wetter im Bereich des hohen Druckes vorerst noch trocken bleiben. Aussichten für Samstag: Reblig-wvl- kig, tagsüber auch aufheiternd, Temperaturen wenig verändert. Lufttemperaturen am 16. Oktober: mittags 16,2 Grad Celsius abends 8,5 Grad; am 17. Oktober: morgens 6,9 Grad. Maximum 16,4 Grad, Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 16 Oktober: abends 11,9 Grad; am 17. Oktober: morgens 8,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1% Stunden._________________________________ Eine mifldß Salbe \ gegen Hautjucken, Wundsein u. £\\V\ Rissige Häuf PenatenCreme ir^potM^rogDo4euTub«60 Pfg.LM Sunlicht Seife luxseifenhdcken SUNLICHT GESELLSCHAFT AG. 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Klinkei zweiten Dild schon — losgebrannt. Die vier Silber, die nach der Pause noch kommen, fallen sehr ab. Weil einmal die politische, die geistige 2luseinandersehung, die zuvor wenigstens versucht und geahnt wurde, abgetan ist und in einem kleinen, ziemlich rührseligen Privatschauspiel versandet, älnd weil überdies damit auch der theatralische Elan der ersten Szenen fast spürbar sich lockert und nachgibt. Erstes Bild: Sektion Rahnstetten, die Untergruppe einer politisch radikalen, aktivistischen Organisation tagt, unter dem Deckmantel eines harmlosen „Fechtklubs", in ihrer Kellerkneipe. Aus einer Reihe von gut gesehenen, oöersläch- lich chargierten Ver'chwörern, meist jüngeren Alters, heben sich schärfer umrissen die drei in der Handlung wichtigsten heraus: Rahnstetten selbst, der Führer, ganz hingegeben an „die Sache", kalt, ohne alle Gefühlshemmung, nur auf Taktik, Organisation, „Pflicht", geschworenen Eid und ersehnte Tat bedacht. Hallbach, em sehr junger Schwärmer, berauscht von Phrasen und Gemeinplätzen — wie mehr ober minder alle in diesem Kreise, ilnb Tomver, älter, reifet, klarer benkend als Hallbach, dem er seit Langem in Freunbschaft eng verbunden ist. aber auch gefühlsmäßig viel mehr belastet als Rahnstetten. Die Verschwörer sind chrer selbst nicht sicher: es wird von Verrat gemunkelt. Einer wird offen verdächtigt. Wan hat auf der „Gegenseite" schon Wind bekommen: ein Kriminalpoliz'.st erscheint, sofort bedroht, aber uneingeschüchtert, und stellt die Personalien fest. Es ist hohe Zeit: die „Leitung" hat die Tat beschlossen: der Munster, Führer und Symbol der bekämpften Richtung, soll fallen. Hallbach meldet sich freiwlllig. Tom- ber. der den Freund der Gefahr nicht breiSgeben will, kann nicht hindern, daß alle Stimmen sich auf jenen einigen. Das zweite Dild bringt schon — dramaturgisch gesehen, viel zu früh — die entscheidende Szene: Gegenüberstellung des Täters und des Opfers. Hallbach dringt ins Arbeitszimmer des Ministers ein und hält ihm, der ahnungslos vom Schreibtisch aufsieht, den Revolver entgegen. Große Spannung — aber der Schuh fällt nicht. Der Minister tritt dem Zungen entgegen, macht ihm mit fingen, überredenden, überzeugenden Worten den 3rrsinn seines Vorhabens klar, zeigt ihm, daß der vermeintliche Verräter, den er „umlegen" wollte, in Wahrheit der Mann des Dienstes am Vaterlande und der Pflichterfüllung gewesen ist. Und als der junge Mensch, innerlich völlig überwunden, davongestürzt ist, deckt ihn der in einem Schwächeanfall zusammen- gesunkene Minister vor den herbeiellenden Beamten — als einen jungen Freund, der einen harmlosen Desuch gemacht habe. • Das ist eine Szene von unbestreitbar großer äußerer Wirkung. Aber wo blieb, wenn man genau hinhörte, die Auseinandersetzung, die das Drama macht? Der junge Mensch steht fast stumm. Der Minister redet eigentlich einen Monolog. Ein gesprochener Leitartikel ist ja noch kein Drama. Wenn es wenigstens ein brauchbarer Leitartikel gewesen wäre. Aber es sind — gewiß ehrlich klingende — dennoch allgemeine, unverbindliche Formeln. Worum geht es hüben und drüben? Wer steht gegen wen? Was wollen die Gegner? 3m ersten Dild war das hohle Pathos echt, typisch, charakterisierend. Hier hätte, nachdem es einmal soweit war (zu sprechen und nicht zu knallen) — das eigentliche Stück erst beginnen, Rede stehen, Bekenntnis ablegen, Rechenschaft geben müssen, ... wenn anders es ein politisches Schauspiel, ein positives und aufbauendes Drama sein wollte. — nicht bloß ein zeitgemäßer Bilderbogen nach den Wahlen und zur Eröffnung des Reichstages. Was ist der Sinn, die Lehre, der Gewinn dieser sechs Szenen? Wie überwinden sie das Schlagwort, die Ideologie, die brutale Verneinung? Wie bereiten sie den Weg zu einer Gesinnung, zu einer Pflichterfüllung, zu einer Tat, die mehr toill als Mord und mehr, als nach dem Mord mit hllfloseren Händen als zuvor der Auflösung und dem Chaos gegenüberstehen? Das sind die Fragen, die hier gestellt werden mußten um) nicht beantwortet find. Oder sollen Rahnstettens allerletzte Worte etwa als Antwort und Bekenntnis gelten? „Genug der Toten — genug!“ Das wäre denn doch für ein politisches Drama zu primitiv, zu dürfttg und kläglich. * Die übrigen vier Bilder: bürgerliches Trauerspiel unb Feme-Rührstück. Hallbach gesteht das vereitelte Attentat und seine innere Wandlung. 3etzt verurteilt ihn das Femegericht als Verräter zum Tode. Tomber meldet sich, rätselhaft genug für die andern, als Vollstrecker. Der Minister ist, inzwischen einem neuen Schwächeanfall erlegen, tot Der anfangs verdächtigte Verschwörer wurde erschossen aufgesunden. (Selbstmord unwahrscheinlich.) Hallbachs Vater ahnt das Verhängnis, das sich über seinem Sohn zusammenzieht, möchte ihn zum Reden bringen, ihm helfen. Der schweigt hartnäckig, älnd die Mutter ist schwer leidend, ihr muß jede Qlufregung erspart bleiben. (Dem Zuschauer bleibt nichts erspart, und dem Qlutor ist jeder noch so billige Effekt recht.) Tomber erscheint — zu einem „Spaziergang" mit Hallbach. Die nächtliche Scheune, wo der Gang endet, sieht genau so aus, als ob hier die Hinrichtung vollzogen werden sollte. Aber Som- bet hilft Hallbach mit allen „in solchen Fällen" üblichen Mitteln zur Flucht ins Ausland und erschießt sich selber, als Rahnstetten wie ein Rachegeist hereinstürzt. „Genug der Toten!" — * Die Gießener Aufführung dieses unzulänglichen, aber stellenweise sehr effektvollen Tyeater- stückes wurde vorn 3ntenöanten Dr. Prafch persönlich inszeniert: es war die feinste und weitaus geschlossenste Vorstellung, die wir bisher in der neuen Spielzeit erlebt hoben, durchgearbeitet und ausgeseilt: wir wüßten nicht, was daran auszusetzen wäre. 3eder mögliche Einwand müßte das Stück treffen, und mehr war aus diesem Stück nicht herauszuholen. Die erste Szene wurde gleich ein blendender Auftakt, mit sicherem Instinkt für die erregende Aktualität der Vorgänge empfunden und wieder- gegeben. Stark auch die zweite, die Hauptszene: kotz ihren inneren Mängeln von unverkennbarer Wirkung auf den Zuschauer, der erst in der Pause zu Besinnung und ruhigem Nachdenken kommt. Den folgenden Bildern gab die Regie, geschickt verteilt, wechselnde Stimmung und wechselndes Tempo, um in der Schlußszene die schon abebbende Spannung noch einmal energisch zu sammeln und zu entloben im befreienden Schuß, auf den man seit dem zweiten Bild gewartet hatte. * Lauter männliche Rollen in diesem Schauspiel — olle mit Fingerspitzengefühl besetzt, alle gut und tüchtig an ihrem Platz. Schorf profiliert der kühl überlegene, brutal beherrschende, fanatisch verbissene Rahnstetten, den Bäuerle spielte. Hauer gab mit männlicher Warme den zwischen Disziplin und Kameradschaft schwankenden Tomber. Wesener setzte, vor allem im ersten Bild, seine stürmische Jugendlichkeit für den AttentäterWallbach ein. Auf der Gegenseite F a s s 011 als Minister: sehr nobel und würdig gespielt, um eine geistige Haltung bemüht (die freilich vom Autor hätte vertieft und begründet sein müssen). Ein paar prägnante Chargen sind nach zu erwähnen: Ritter (Der Fremde«: Volck (Hallbachs Vater): Link mann (Krügel): Bruck (Regierurcgsrat). — Es war ein starker, von der Regie erarbeiteter und verdienter Erfolg. Der Beifall, am lautesten nach den ersten beiden und dem sechsten Bilde, darf vornehmlich der Aufführung gelten. Mit den Spielern erschien zuletzt der Intendant, hth. Durch das Kriegsschädenschlußgesctz sind die Gläubiger liquidierter BorkriegssorderunHen an das feindliche Ausland hinsichtlich der Höhe der Entschädigungssätze den Eigentümern liquidierter Sachwerte gleichgestellt worden, so daß sie für die ersten 5000 Mark die Entschädigung zu 100 Prozent, dar- über hinaus nach einer sinkenden Skala erhalten. Dagegen ist für diejenigen Gläubiger, deren Forderungen nicht liquidiert, sondern im Ausgleichsverfahren verrechnet sind, der Satz, zu dem das Reich mit ihnen abrechnet, bis heute unverändert geblieben, nämlich Prozent des Vorkriegswertes 'der Forderung ohne Rücksicht auf deren Höhe. Da es vielfach, so besonders gegenüber England, von reinen Zufälligkeiten abgehangen hat, ob eine deutsche Forderung liquidiert ober im Ausgleichsverfahren verrechnet wurde, sind in vielen Fällen Härten entstanden, die unter der Voraussetzung der Bedürftigkeit der Geschädigten durch Härtefonds- Zuwendungen ausgeglichen werden können. Dies gilt auch für Firmen jeder Art, die sich in wirtschaftlicher Notlage befinden. *• Berufswettkämpfe d e s D. H. V. Man berichtet uns: Der Deutschnationale Hand- lungsgehilfen-Derband, Ortsgruppe Gießen, hatte am Montag seine Bctriebsvertrauensmänner zu einer Sitzung eingeladen, um mit ihnen die Borbereitungen für die Durchführung der in Gießen am 16. November vom Verband aus stattfindenden Berufswettkämpfe durchzusprechen. Nachdem der Wettkampsleiter, Herr Schwarz, die technischen Anweisungen gegeben und vor allem daraus hingewiesen hatte, daß an dem Wettkampf alle männlichen Kaufmannsgehilfen und Lehrlinge bis zum 21. Lebensjahr teilneh- men können, auch solche, die dem DHB. als Mitglied nicht angehören, ging Kreisgeschäftsführer Echroeder in einer kurzen Ansprache auf den Sinn und Zweck der Berufswettkämpfe ein. Sie sollen für die Teilnehmer eine Selbst- , Prüfung sein. Diese Selbstprüsung hat der junge Kaufmann nötig, denn für ihn gibt es beim Abschluß der Lehre leider keine Gehilfenprüfung, wie sie jeher Handwerkslehrling in der Gesellenprüfung hat. Der DHB. fordert die Einführung der kaufmännischen Gehilfenprüfung. Die Derufswettkämpse werden in Kurzschrift, kaufmännischem Rechnen, Handelsbrieswechsel und Situationsaufgaben durchgeführt. Aus den Ergebnissen will auch der DHB. als Derufsverband der Kaufmannsgehilfen Lehren ziehen, wo er in künftiger Zeit in besonders starkem Maße mit der Berufsbildung einzusehen hat. Aach Erledigung dieses Tagesordnungspunktes wurde die Durchführung des am kommenden Sonntag in Gießen stattfindenden Kreistages des Kreises II. Mittelhessen, besprochen, ferner Stellung genommen zu den Belastungen, die das Regie- rungsprogramm des Reichskabinetts den Angestellten bringt. " Bor trag im D. H. B. 3n einer gut- besuchten Versammlung des D. H. D. sprach gestern abend im D.-H.-B-Heim nach kurzen Begrüßungs- Worten des ersten Bertrauensmannes Dr. Kunde l e r, Frankfurt, über den Voungplan. Der Redner lieh vor dem geistigen Auge feiner Zuhörer die Zeit unmittelbar nach dem Kriege erstehen, streifte kurz den Vertrag von Versailles und die Zwangslage, in der sich seinerzeit Deutschland befand, eine Lage, aus der heraus der Vertrag unterschrieben wurde, obwohl eine bestimmte Reparationssumme noch nicht festgesetzt war. Der Vortragende kam weiter auf das Londoner Ultimatum zu sprechen und widmete schließlich dem Dawespakt eingehendere Betrachtungen. An Hand von Zahlenmaterial gab er den. Hörern ein Bild von den im Dawesplan übernommenen Lasten und wies zugleich auf einige charakteristische Klauseln dieses Vertrages bin. 3n seinen Ausführungen über den Voung- plan betonte der Redner, daß die Ermäßigung der Lasten, von denen seinerzeit so viel gesprochen wurde, keinesfalls von jenem Ausmaß seien, wie sie von uns erhofft waren, stellte dem Diei IRenfmen - einBotnon Vornan von Hans Friedrich. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau L Sa. 7 Fortsetzung. Nachdruck verboten Wie aus einem Traum erwachend, sah Hansen seine Frau an. Ach so. er hatte ganz vergessen, wo er sah. Sein Schweigen reizte Irma mehr, als wenn er grob geworden wäre. „Dein Töchterchen scheint sich in Tirol sehr wohl zu befinden. Natürlich, Sölden ist weit vom Schuh. Dort kann sie sich ausleben. Sie ist ja Künstlerin, freie Künstlerin!" Das war Gift, wie es nur eine Frau gegen eine Geschlechtsgenossin verspritzen kann. Wie 3rma „ausleben" und „freie Künstlerin" betonte! Ihre Worte waren ätzende Lauge. Aber Peter Hansen schwieg rwch immer. Aur in seine Augen stahl sich ein harter Ausdruck, daß sie grau wie der Stahl wurden, den er in seiner Fabrik verarbeitete. 3rma beachtete diese kleinen, ihr bekannten Wetterzeichen nicht. Sie wollte es heute unter allen Umständen zu einer Szene kommen lassen. Peter hatte sie vor fünf 3ähren aus Liebe geheiratet. Das wußte sie. 3bre halbe Million Mitgift wirkte auf die Hansen-Motoren-Fabrik wie eine Dlutsauffri- schung. Das war ihr auch bekannt. Run muhte es sich zeigen, ob ihre Macht raxfj stark genug war, um ihren Willen durchzudrücken, um diese Belastungsprobe auszuhalten. „3ch mache so nicht weiter mit!" trumpfte sie plötzlich auf. „Entweder du rufst deine Tochter heute noch telegraphisch zurück oder —" Sie war sich über das hinausgetrumpfte „oder" selbst noch nicht ganz im klaren, als Hansen schon sehr beherrscht fragte: oder — Run muhte sie Farbe bekennen. oder ich verlasse dein Haus heute noch! 3ch möchte doch wissen, wer hier mehr zählt: Deine Tochter oder ich!" Aus ihr sprach tobende Wut. Hansen besah eine verträgliche, friedliebende Aatur. aber wenn es sein muhte, konnte er auch grob werden. Zunächst versuchte er es mit Diplomatie. „Bitte. 3rma, reg' dich nicht wegen dieser Kleinigkeit auf! Wir haben uns tagelang über den Entschluß Mutes unteHalten. 3ch möchte die Debatte über diesen Punkt schließen und nun endlich Ruhe haben." Doch er hatte die Rechnung ohne seine sinnlos erregte Frau gemacht. vielmehr die Tatsache gegenüber, daß die Zahlungen, die nun für den Voungplan geleistet werden müssen, in Anbetracht der niedrigen Rohstoffpreise relativ höher seien, als zur Zeit des Vertragsabschlusses. Schließlich ging der Redner, nachdem er sich mit technischen Einzelheiten des Tributplanes beschäftigt hatte, auf das Schuldverhältnis der Feindbundstaaten zu Amerika und die Konsequenzen, die sich für Deutschland daraus ergeben, ein. Der Vortrag gipfelte in dem Sah: der Schlüssel zur Lösung der Weltkrise, die zum großen Teil durch den Voungplan heraufbeschworen wurde, liegt in 6er Hand Amerikas! Eine rege Aussprache über das Für und Wider ergänzte den Vortrag und bewies die starke Anteilnahme Der Zuhörer. •• Gewerkschaftsbund der Angestellten. Man berichtet uns: 3m Rahmen des Winterbildungsplanes 1930 31 hielt am Samstagabend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen 3nstituts Llniversitütsprofessor Dr. Rauch vor Mitgliedern des GDA. einen Vortrag über „Kunsthistorische Baudenkmäler in Oberhessen", der durch Lichtbilder ergänzt wurde. Der Redner betonte, daß gerade Oberhessen ein besonders dankbares Gebiet in dieser Hinsicht darstelle. An Hand von Lichtbildern führte er seine Zuhörer durch die Baustile der Vergangenheit, zeigte die Bauweise des romanischen und des gotischen Stils, der Renaissance und des Barock, sowie die des Fachwerkbaues, den er als die eigentliche deutsche Bauart bezeichnete. Zeugen aus der Zeit des romanischen Baustils finden wir noch in den Klosterkirchen Schiffenberg und 3lbenstadt, in der Kaiserpfalz in Gelnhausen und der Burg Münzenberg. Aus der Zeit der Gotik stammen die Clisabethenkirche in Marburg, z. T. das Kloster Arnsburg, die Marienkirche in Gelnhausen, der Limburger Dom und der Dom in Wetzlar. Die Zeughauskaserne in Gießen wurde im Stile der auf gotischer Grundlage aufstrebenden Renaissance erbaut. Durch gleiche Beispiele wurden noch das Zeitalter des Barock und des Fachwerkbaues erklärt. Der Redner sprach ferner über plastische Kunst und Malerei und betonte, daß auch auf diesen Gebieten in Oberhessen wertvolle Kunstwerke erhalten geblieben seien. Geschäftsführer Mack dankte im Rainen der Zuhörer dem Vortragenden. Tagung des Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz. Darmstadt, 16. DH. (WSN.) Hier fand heute vormittag unter dem Vorsitz von Geheimrat von Hahn die ordentliche Hauptversammlung des Hessischen Lan'desvereins vom Roten Kreuz statt. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden erstattete dieser den Geschäftsbericht, aus dein erwähnenswert ist, daß die Zahl der Zweigvereine und der Mitglieder mit etwa 7000 sich nicht verändert hat. Die Zahl der Freiwilligen Sanitätskolonnen hat sich um zwölf vermehrt. Es bestehen 70 Kolonnen und 7 detachierte Hüge. Aktive Mitglieder sind 2251 genannt. Die sechs Iugendgruppen umfassen 68 Mitglieder, die 25 weiblichen Abteilungen 218 Helferinnen. Die neueingeführte Prüfung für Kolonnen- unb Zugführer wurde 1929 zum erstenmal abgehalten. Während im Jahre 1928 15 899 Hilfeleistungen ausgeführt wurden, waren cs 1929 5555 Krankentransporte und 22 149 Hilfeleistungen. An der Steigerung sind am meisten der S t r a ß e n h i l f s- dien ft infolge des gestiegenen Verkehrs und die Organisation des Wasserrettungsdienstes beteiligt. Reichsbankdirektor Müller erstattete den Kassenbericht für 1928 und 1929. 1929 schloß die Rechnung mit 32 238 Mk. Einnahmen und 23 552 Mark Ausgaben. Das Kapitalvermögen beträgt jetzt 12 400 Mark. Das neue Rechnungsjahr schließt mit einem Baroortrag von 8600 Mark. Rechnungsablage, „Debatte schließen — sehr schön — aber auf meine Kosten! ilnö weshalb? Damit dein eigenmächtiges Töchterchen nur ja keine Kränkung erfährt..." Sie machte eine schneidende Geste mit der Hand. „Lind ich sage dir: So geht es nicht weiter! Was will das malende Girl, über dessen Talent sich letzten Endes noch streiten läßt, mit dieser betonten Selbständigkeit anfangen? Wenn sich diese Außenseitermanieren erst in der Gesellschaft herumsprechen, ist es vorbei mit Erdmutes Rus. und sie bekommt im Geben keinen Mann!" Run mußte Peter Hansen lachen. „Laß das nur Mutes Sorge sein, liebe 3rma! Sie ist mit ihren zweiundzwanzig 3ahren alt genug, um entscheiden zu können, was —“ ihr nutzt und frommt..." fiel die Fahl-' blonde gereizt ein. „Aatürlich — nimm sie nur in Schutz, deine Prinzessin Lausendschön!" Lind mit einem unerwarteten leidenschaftlichen Ausbruch aufspringend: „Gut, ich fahre allein an die See — aber du wirst die Konsequenzen ziehen müssen — früher oder später — verlaß dich darauf." Er hob den Kopf. Aus feinem Gesicht war alles Blut gewichen. „Du sprichst in Rätseln." Dann mit erhobener Stimme: „3m übrigen hast du immer eine gewisse Freizügigkeit in deinen eigenen Entschlüßen an den Tag gelegt ... 3ch werde dich auch diesmal nicht hindern." Er stand auf und steckte die geliebte Morgenzigarre in Brand, bevor er ins Bureau fuhr. Der Appetit zum Frühstück war ihm vergangen. 3rma betrachtete ihn mit funkelnden Augen, wie sie etwa im Zoo ein fremdes, gefährliches Tier angesehen hätte. Lind sich gewaltsam zu- sammenreißend, fragte sie: „Du wirst sie zurückrufen?" 3n ihr lebte immer noch ein Funken Hoffnung auf Sieg. Peter zertrat ihn kaltblütig. „Rein! Mute bleibt mit meiner ausdrücklichen Genehmigung!" Seine Frau wandte sich entrüstet ab. »3ch werde dein Haus noch heute verlassen." Er zuckte im Abgehen mit den Schultern. Es war eine abschließende, gewollt gleichgültige Geste. „Tu. was dir beliebt..sagte er noch, dann schlug die Tür hinter ihm ins Schloß. 3rma Hansen stand mit verkniffenen Lippen am Fenster und sah ihn über den Kies des Park- Weges schreiten. Draußen stieg er in den wartenden Wagen. Der Schlag krachte zu, und der Motor zog im selben Moment an. 3rma lachte unmotiviert auf, spöttisch und boshaft. 3ns Zimmer zurücktretend, warf sie einen zerstreuten Blick auf die LIhr. Lind während sie dann das Kursbuch für Süddeutschland studierte, mußte das Mädchen die Koffer packen. Voranschlag 1931 und Entlastung sanden einstimmige Genehmigung. Die Vorst and wähl ergab die Wiederwahl der turnusmäßig ausscheidenden Herren. An Stelle der ausscheidcnden Mitglieder Generaldirektor Pfote n h a u e r, Rektor Klingler und Kaufmann Stemmer treten Oberregierungsrat Linden- struth, Polizeioberst Schröder und Fabrikant Dr. K. Merck in den Vorstand ein. In den erweiterten Vorstand wurden Studienrat Weiß- Babenhausen, Beigeordneter P l o ch - Butzbach und Kolonnenführer Kratz- Gießen gewählt. Infolge der gesteigerten Hilfekeistungen werden in Zukunst drei Provinzialinspektoren ernannt. Am Nachmittag tagte der Landesausschuß des Hessischen Roten Kreuzes, der nach glatter Erledigung der Regularien einen Vortrag über „Die Aufgaben des Jugend-Roten- Kreuzes" entgegennahm. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der ausscheidenden Herren. Neu gewählt wurden Fabrikant Philipp Heim- Offenbach, Fräulein Vera Wecker, Beigeordneter P l o ch - Butzbach, sowie als Stellvertreter Professor Haas- Mainz. SJt.-tfpont Amtliche Gpieltermine für Sonntag, den 19. Oktober. Bezirksliga. Süd: Herrnannia Kassel — Hessen Hersfeld! Germania Fulda — Spielverein Kassel: VfB. Gießen — Kurhessen Marburg. A o r d : SC. Kassel — Hessen Kassel; Großalmerode Sc. Göttingen; Kurhessen Kassel — 05 Einbeck; SV. Göttingen — FC. Grone. Gruppe Lahn. Germania Marburg — Wetzlar; Breidenbach — Wiesenbach. Gruppe Hannover. Holzminden — Witzenhausen; Sp. Einbeck — Blau-Weiß Göttingen; Osterode — Lauterberg; Weende — Sp. Sp. Northeim. 31 Jahre Radclub,/Germania" 1899 Gießen. Die erste Mannschaft des RC. Germania trug anläßlich des 31. Stiftungsfestes je ein Gesellschaftsspiel gegen den „Europa-Meister" im 2er und den „Deutschen Meister" im Oer-Radballspiel aus. 3n einem spannenden Kamps mußte der „Meister" alle Register seines Könnens ziehen, um im zweier die „Germanen" mit 7:5 zu schlagen, während ihm im 3er-Radball ein schwer erkämpfter 6:3-Sieg gelang. 3n der ersten Halbzeit lieferten sie dem Gegner einen ebenbürtigen Kampf, mußten schließlich aber vor der größeren Spielerfahrung die Segel streichen. Die im weiteren: Verlauf des Abends von Mitgliedern der „Germania" gefahrenen 3ugend- Flaggen- und Glüh- lichtreigen fanden ein beifallSfreubigeS Publikum. Westdeutschland gegen Amnestie. 3n einer Besprechung über die Auswirkung der Beschlüsse des Fußball-Bundestages in Dresden bekannte sich der Vorstand des Westdeutschen Spiel-Verbandes erneut zu seinem Qlmateur» standpunkt. Gegen die von anderen Verbänden gefaßten Beschlüsse, die einer Amnestie gleichkommen, legt der WSV strengste Verwahrung ein, da der Bundesvorstand es von sich aus abgelehnt hat, von seinem Gnadenrecht Gebrauch zu machen. Aach der endgültigen Stellungnahme des Bundesvorstandes am Samstag in Berlin wird der Westdeutsche Spiel-Verband den Termin für die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages festlegen. Zu diesem Derbandstag beabsichtigt der Vorstand neben den sahungsgemäß zugelassenen Vertretern in weitestem Maße die Verein-- führer heranzuziehen. Lim die Tagung auf eine möglichst breite Basis zu stellen und den Vereinen Gelegenheit zu geben, zu den entscheidenden Fragen Stellung zu nehmen, ist ebenfalls in Aussicht genommen, in aller Kürze die Gauvorstände und ihre Mitarbeiter zu einer Besprechung zu laden. Herbst -Felbberglauf der Skiläufer. Am Sonntag wird der traditionelle Herbst- Feldberglcmf des Ski-Clubs Taunus, offen für alle Skiläufer des Deutschen SkiverbandeS. ausgetragen werden. Der Lauf unterscheidet sich von den Läufen der Turner und Leichtathleten durch seine erschwerenden Bedingungen, die Touren- oder Skistiefel und Skidoppelstöcke vorschrei- ben. Der Lauf wird als Einzel- und MannschastS- lauf gewertet und in drei Klassen ausgetrayen werden. - Der Sport im Reiche. An diesem Sonntag ragt kein Ereignis aus dem normalen Sportbetrieb heraus. Das 3ntereffe kann sich wieder den lokalen Geschehnissen im Fußball, Handball oder Hockey zuwenden. 3m allgemeinen steht der Sonntag im Zeichen verschiedener wichtiger Tagungen der Sportführer. 3m Fußball werden im ganzen Reiche die Verbandsspiele fortgesetzt. Aur Westdeutschland entsendet eine Auswahlmannschaft nach Deventer, um mit Osthollands Vertretern erneut die Kräfte zu messen. 3n Mitteldeutschland beginnt der neben der Meisterschaft laufende Pokalwettbewerb mit der ersten Runde. — 3m Handball ist neben den allenthalben angesehten Punktelämpfen noch das Probespiel der Süddeutschen Repräsentative gegen Rheinhessen in Darmstadt. zu beachten. 3n der Leichtathletik beginnt die schöne Zeit der Waldläufe. Auf dem Gebiete dcsVvlks- turnens ragt der Brandenburgische Herbstwaldlauf in Groß-Räschen (Lausitz) und der neunte Alstcrstaffellauf in Hamburg-Fuhlsbüttel, offen für Avrddeutschland, hervor. — 3m Kunstturnen gehen zahlreiche Veranstaltungen wie das Georg°3ung-Gedächtnisturnen in Berlin, das erste Ausscheidungsturnen des Kreises Rheinland in M.-Gladbach für den Mannschaftskampf Rheinland-Westfalen, der Vereinswettkampf 3ahn Eisenach-Mehlis 62 gegen Erfurter Turnerschast in Erfurt, sowie Tgde. Weinheim gegen Tbd. Durlach-Psorzheim 88 in Weinheim von statten. — 3m Schwimmen ist das Derbandsosfene von Charlottenburg 1887 die bedeutendste Veranstaltung, gibt sich hier doch die Meisterklasse erneut ein Stelldichein. — Der Radsport bringt Hochbetrieb aus den Hallenbahnen. 3n der Kölner Rheinlandhalle steigt schon am Samstag ein 100-Kilometer-Mannschaftsfahren, die Dortmunder Westfalenhalle folgt am Sonntag mit einem Zweistunden-Mannschaftscennen, toä.)» rend im Berliner Sportpalast der Berliner Cbun- desgau als Veranstalter auftritt. — Don den zahlreichen Tagungen am Samstag und Sonntag sind besonders die Sitzungen des DFD.-Dor- Llrsprünglich wollte sie ja an. die See zu Doktor Krieger. Aber nun folgte sie doch dem Rat der Vernunft. Sie fürchtete den Klatsch der Modebäder; denn letzten Endes konnte sie nicht für kleine Zufälligkeiten garantieren ... Lind die Welt war ein großes Dorf. Der Doktor mußte sich gedulden, bis sie mit Mute zurückkam. Vorläufig scheiterte das Heiratsprojekt an dem Widerstand des starrköpfigen Mädels. * * * Unter der Post befand sich ein Bericht des Wiener Vertreters der Hansen-Motoren-Fabrik. Der Chef der Firma studierte ihn eingehend, nun schon wieder ganz losgelöst von seinen Privatangelegenheiten. Dieser geschäftlichen Aufmerksamkeit und Konzentration verdankte er seinen Aufschwung, das Aufblühen seines Unternehmens. Leider ging dabei manches Persönliche, Familiäre in die Brüche... „Aha, da ist doch auch wieder die Sache mit Riml erwähnt!" stellte Hansen, leise für sich sprechend, fest. Schon vor einigen Wochen hatte der Wiener Vertreter beim Besitzer des Gasthofes zur Post in Sölden vorgesprochen, um Offerte für die Lieferung eines Dieselmotors zum Antrieb der neuen Seilbahn auf die Haimrach-Alp zu machen. Diese Bahn sollte in der Hauptsache der Beförderung von Proviant für das neue Wintersporthaus auf der Ski-Wiese dienen. 3ohann Riml war sich aber bisher noch nicht schlüssig geworden. Wie aus dem Bericht hervvrging, tarnen als Hauptkonkurrenten die Münchener Mo- toren-Werke in Frage. Hansen lehnte sich in seinem Sessel zurück. 3n seinem Gesicht arbeitete es. „Das wäre eine Reise für mich! Sölden — dort treffe ich Mute — und vielleicht, wenn mir das Glück hold ist, kann ich auch mit Riml abschließen." Und entschiedener: „Die MMW. dürfen uns dieses Projekt auf keinen Fall vor der Aase wegschnappen!" Diese noch völlig in der Luft hängende Reise beschäftigte Peter Hansen den ganzen Tag. 3m» mer wieder mußte er an sein Kind denken, das da unten in den Bergen Studien machte. Gewiß würde Mute eine ganze Anzahl gelungener Gebirgslandschaften mit heimbringen. Dann sollte 3rma endlich verstummen mit ihren ewigen Nörgeleien. Und wenn man selber hinfuhr — ob sich das Mädel freuen würde über die famose Ueberraschung? ©an) gewiß! Er hatte in diesen Tagen ohnedies niemand, der ihm ein wenig Sonnenschein gab. 3rma — ach, nicht mehr an sie denken! Und als er am Nachmittag nach Hause kam, war das Rest leer! „Die gnädige Frau ist mit dem Mittagszug an die See abgereift", meldete bqc Diener ungefragt. Hansen blieb stumm. Was hätte er auf diese Neuigkeit erwidern sollen? Nach dem Doran- gegangenen stand es außer allem Zweifel, daß 3rma ihre Drohung wahr machen würde. Als der Herr des Hauses allein in seinem Zimmer wahr, lachte er auf, sagte nur: „Gott sei Dank!" Dann riß er das Fenster auf und ließ frische Luft ein. Da hing noch ein Hauch von 3rmaÄ Parfüm unter der Decke. Hansen wollte nun seine Ruhe haben und durch nichts mehr an diese Frau erinnert werden. Nachdenklich in den f ommer grünen Park hinausschauend, kam es ihm wieder zum Bewußtsein, welch eine unbegreifliche Torheit diese Ehe war. Nein und abermals nein, er hätte dieses junge Weib nicht heiraten dürfen! Cs war ein Mißgriff, trotz der finanziellen Hllfe. 3rma verstand sich weder mit ihm noch mit seiner Tochter. Nach einigen nutzlos im Sinnieren verguälten Minuten stand Hansens Entschluß fest: „3ch werde nach Sölden fahren. Die Lleberraschung will ich erleben. Lind Mute bereite ich eine Freude." Als er vom Fenster zurücktrat, witterte er wieder den exotischen Blumenduft. „Pfui Teufel!" grollte er und trat hinaus auf die Veranda. 8. Die Kogel und Ferner lagen noch im Morgennebel, als Erdmute Hansen und Heinz Gutenberg den Aufstieg zum Drunnenkogel antraten. Von der Windachschlucht aus führte der markierte Pfad steil bergwärts durch den Wald. 3n den Wipfeln der Fichten und Zirbelkiefern säuselte ein frisches Lüfteri. Auf ihre Bergstöcke gestützt, stapften die beiden Menschen den Zickzackpfad aufwärts. Gesprochen wurde nicht viel. Die Lungen brauchten die Kraft für den Berg. Wenn sich erst die Sonne bis hier herab getastet hatte, wurde dos Wandern eine Qual. Die Hitze war heuer ohnedies enorm für das hochgelegene Oetztal. Gutenberg trug das Malgerät. Er ging voran, mit seinen „Genagelten" im Gesteinsstaub eine deutliche Spur hinterlassend. Die Malerin folgte tapfer, ließ sich die Mühe dieser Partie nicht verdrießen. Wenn sie den Schritt zu kurzer Rast verhielten, sah Gutenberg, wie die Lunge seiner Begleiterin arbeitete, wie sich ihre junge Brust um Luft ringend hob und senkte. Er nickte ihr mit einem gewinnenden Lächeln zu. „Diese Berge sind nichts für uns Talschleichen. Sie machen uns mürbe.“ (Fortsetzung folgt.) im Spetialgeic Hi NK 520 bürgen fi bei zeitgem! fielst Wanten Probte Str Mutel.1 W„'bre' Garend, Swetin ol- tachtb Alle 56, solche mit steif. entwick« wenn Sie bi RA ltn9tn. Verlange r oeisen Sie Nach Eheste Vieh Ä Wölb nur gute ( fr «ui * tuet N reicht tt 5 u den ver U im abg' 5S$S ?>rben. j ihnen Ai-B-d- »onifiall iml ^»irk. Lac «mr &« Torung der - 3m 2 Deztrk Ahausen- UM« ^l_. 3m 3. Mir atmen, und M nb Hausen - & te Säfte zu nennt 70 Pfg Pelze K Strümpfe Strümpfe Strümpfe Seide Flor mit Seide Wolle Brotpreisabschlag FüMsMlIer Mantelstoffe Brühl'sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 «MeMM/MslM 14 /1(1 3498. Nowack von 5.50 6.80 50 7,20 7.80 RM CTO8 A Salomon &»***•* NK 520 Für die f ehern. Reinigung^ Waschbenzin (Sonderqualität) reinigt alle Stoffe l Drogerie l X Winterhoff 7 Annahmestelle für Revaraturen u. Umänderungen, sowie neue Pelze ciuherst vretöiv. bei Ernst Hartmann, Schneiderinelster. Babnboistr. 35. 4 Pfund Mischbrot 75 Ps. 4 Pfund Roggenbrot 65 Ps. 3mÄunMut» iltungen wie das Berlin, das erste es Rheinland in Mkamps Rhein«, iwetilamps Jahn uttcr Turnerschait cheim gegen Lbd. iheim von ftatten. \ Derbanösossene icuttnbfte Daran- Meisterklalle er« adspvrt bringt aUenbahnen. r steigt schon am Lannichasi-Iahr^ folgt am Sonntag chaflkennen, toä.j« der ‘Berliner Ran- t. - Don den zahl« Mag und Sonn« :n des DFR.«Dor« NIVEA KINDERSEIFE verwenden. Nivea-Kinderseife wird nach ärztlicher Vorschrift hergestellt; sie dringt schonend in, die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung. .. und bis zum 10. Jahre dürfen Sie für die zarte und empfindliche Haut Ihres Kindes nur die milde, reine ngenehmes Rasieren durch NIVEA* CHEFfE Sie müssen sich vor dem Einseifen mit Nivea-Creme einreiben, jedoch nicht zu stark, damit die Schaumerzeugung nicht beeinträchtigt wird. ' Sie werden dann sehen, dass auch tägliches Rasieren Ihre Haut nicht * angreift. Sie werden nicht mehr unter schmerzenden Rötungen und aufgesprungenen Stellen zu leiden haben. Sie werden gleichzeitig feststellen, dass Ihr Aussehen jugendlicher, straffer und gepflegter wird. Zu ersetzen ist Nivea-Creme nicht, denn nur sie, enthält das hautpflegende Eucerit, und darauf beruht ihre besondere Wirkung. Dosen: RM o.20, o 30, o.60 und 1.20 I Zinntuben: RM o.60 und 1.00 EISU-Betten (Stahl u. Holz) l'oister. Sdilafzimm^Stahlmair. 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Tinen fairen Kampf lieferten sich beide Mannschaften in Daubringen, in dem der Gastgeber meist im Vorteil war und einen verdienten Sieg erringen konnte. Sportverein 1928 (Sarbenteich. Die erste Mannschaft des Sportvereins löst kommenden Sonntag das fällige Verbandstpiel gegen die zweite Mannschaft vom Sportklub Daubringen in Daubringen aus. Die zweite Elf empfängt die erste Mannschaft des Sportvereins Vieber bei Rodheim im Der- bandsspiel und wird alle Kräfte einsehen müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Die erst« Schülermann- schaft steht den Schülern vom DfR. Butzbach im Pflichtspiel auf eigenem Platze gegenüber. Handball im Tv. Großen-Linden. Zum letzten Pflichtspiel in der Vorrunde empfängt die erste Elf die erste Mannschaft des Turnvereins Münchholzhausen. Den Gästen dürfte allerdings eine Riederlage beschieden sein. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Vor eine schwere Ausgabe ist am Sonntag die Ligamannschaft des FE. 26 Grohen-Duseck gestellt. Sie steht in Rieder-Girmes dem dortigen SE. im Derbandsspiel gegenüber. Auf Grund der Leistungen der vergangenen Spieltage, während der sich Grohen-Duseck meisterhaft geschlagen hat, ist in diesem Kampf dem wahrhaft Besseren der Sieg Verhaftung eines Kurpfuschers. DSV. Montabaur. 16. Ott Rack^ em ihm m Frankfurt der Boden zu heiß geworden war. verlegte der Kaufmann Emil Qlcumann auS Alzey seine Praris als .Arz t" nach dem Westerwald. Er .praktizierte" unter dem Aamen Dr. Anton Lerm ann in Untershausen und besuchte hier eine Reih« von Kranken, denen er rasche Heilung versprach Wenn Reumann die Kranken, die meistens an bösartigen Hautausschlägen oder Krampfadern litten, untersucht hatte, übersandte er seinen Patienten gegen Nachnahme wertlose Mittel, die sofort helfen sollten. Für die absolut wertlosen Mittel muhten die Kranken Preise anlegen, die zwischen 9 und 28 Mk. schwankten. AIS diese Geldablch.ieiderei den Westerwäldern doch zu arg und von einer Heilung nicht die Spur bemerkt wurde, erstattete man Anzeige. Die Polizei nahm den .Herrn Doktor" fest. 3n seinem Besitz sand man ein Verzeichnis der Orte, die der gemeingefährliche Kurpfuscher besucht hatte. .Dr. Lermann" wurde nach Frankfurt transportiert. Berliner Börse. Berlin. 17. Ott. (WTD. Funkspruch) Ohne daß das Geschäft im heutigen Fruhverkehr eine Belebung erfuhr, blieb die Grundstimmung recht freundlich. Man taxierte gegen gestern abend unveränderte Kurse und rechnete auch für die heutige Börse mit Deckungen und Meinungs- käufen. Die gestrige Brüning-Bede fand im allgemeinen eine günstig« Beurteilung, auch die nunmehr beschlossene Aufhebung der Kapitalertragsteuer ab 1. Januar 1931 trug zu 7er freundlichen Stimmung bei. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Paris 123,94, London gegen Mailand 92,81, London gegen Spanien zirka 50,50, London gegen Kabel 4.8595 zu 4,8598, London gegen Berlin ^20,4350, Kabel gegen Berlin 4,2045. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristlcitunq.) Milliarden-verluste am Nationalvermögen. Anonyme Zuschriften finden keine Berücksichtigung. zu wünschen. Vorher treffen sich die Reservemannschaften der beiden Vereine. ArbeiteeTurn- und Sportbund. Am Sonntag stehen sich die Ib-Mannschaft Wiesecks und die erste Mannschaft Gießens im fälligen Serienspiel gegenüber. Die Gäste werden erst nach schwerem Kampf Sieger bleiben können. Wieseck I und Lollar I spielen in Lollar. Beide Mannschaften haben sich schon immer beachtenswerte Kämpfe geliefert. Die Ehancen sind gleichverteilt. Rodheim I und Kinzenbach I werden sich in Rodheim gegenüberstehen. Hier dürfte den Gästen ein Plus zuzusprechen sein. Raunheim Ib und Wetzlar I kämpfen in Raunheim. Ob es den Gästen gelingen wird, einen Sieg zu landen, ist sehr fraglich. 3n der zweiten Dezirksklasse hat Heuchelheim II Rödgen l zu Gast, und mühte auf eigenem Platz tonangebend sein. Gleiberg hat Wetzlar II und Waldgirmes hat ßeuu f zu Gast. Die Platzbesitzer haben das PluS. Saasen und Beuern werden sich in Saasen ein gleichwertiges Spiel liefern. Watzenborn spielt in Hungen mit Sieges aussichten. Odenhausen und Fronhausen stehen sich in Odenbausen gegenüber. Annerod hat Hachborn zu Gast und wird sich um ein ehrenvolles Ergebnis sehr bemühen müssen. Marburg I kämpft gegen Londorf I und wird wohl Sieg und Punkte für sich behalten. LaunSbach I spielt gegen Sichertshausen in Launsbach: Wihmar I wird in Frankenbach zu Gast sein, und Hausen I hat Rüddingshausen 1 zum Gegner. In der Jugendklasse stehen sich Rodheim — Wieseck III; Grohen-Linden — Raunheim: Wetzlar — Leun: Staufenberg — Beuern: Hachborn — Wieseck II; Watzenborn — Rödgen, jeweils auf dem Platze des zuerst genannten Vereins gegenüber. In Launsbach findet am kommenden SamStag und Sonntag ein Kursus für Vereins- Kinderturnwarte unter Leitung de« Ärei8- Kinderturnwartes Zuber (Oberursel) statt. alle Größen, viele Farben, und zwar: Damen-Schlupfhosen aus echt egupt Mako, ganz schwere Qualitäten, teils Fabrikat Benger Damen-Schlupfhosen aus kräftiger Baumwolle, Innen gerauht Damen-Schlupfhosen aus kräftiger Baumwolle, mit kunstseidener Decke, innen gerauht..................... Damen-Schlupfhosen aus künstlicher Seide, glatt, alle Farben und Größen............................... zum Einheitspreis von 2.00 und Verkauf Im 1. Stock Mantelstoff 140 cm breit, englisch gemustert, reine Wolle...........................Mk- 6 5°* Mantel-Ottomane 140 cm breit, schwarz u. marine, reinwoll. 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In diesen Veranstaltungen beteiligten sich 318 Kitglieder, wobei 287 Einzelsiege errungen wur- jrit, darunter die Kreismeisterschast lm Hoch- fcrung der Tut. die Gaumeisterschaft der Tui im »austball, ebenso die Gaugruppenmeisterschaft. An Landerpreisen wurden auf dem Feldbergfest das hrunhildeschild und Emonuel-Schmuck-Schild erworben. Für Staffelsiege erhielt der Verein fünf liefe Heu. Unter den 287 Siegen waren 62 erste, t zweite 36 dritte, 26 vierte und eine Reihe festerer Siege. Der Redner beglückwünschte die Siegerinnen und Sieger zu den schönen Erfolgen |nft widmete ihnen unter dem Ausdruck des Danis für die geleistete Arbeit ein freudig aufgenom- lenes „Gut Heil!" Turnerische Darbietungen der kchiiler" an Barren und Pferd verschönten die Eiet, die alt und jung noch lange zusammenhielt. f Sandball imLahn-OünSberg-Gau. I Mit nachstehenden Spielen werden kommenden Monntag die Meisterschaftsspiele fortgesetzt: s 1. Bezirk. Launsbach — Waldgirmes, Rod- Hestn — Wihmar und Dorlar — Ahbach. Der Musgang des letzten Spieles ist bestimmend für |c Führung der Tabelle. In den beiden ersten 1 vielen dürften die Plahbesiher Sieger werden. I Im 2. Bezirk findet nur ein Spiel, und zwar »Uttershausen — Daubringen, statt, während das Unoesehte Spiel Allendorf — Lollar ausfällt. [ 5m 3. Bezirk treffen vier Mannschaften zu- arrnnen, und zwar Burkhardsfelden — Wieseck mb Hausen — Garbenteich. Als Sieger dürften ie Gäste zu nennen sein. ____________________ Samstag Vormittag verkaufen wir - soweit Vorrat - ganz besonders billig ca. 500 Damen-Schlupfhosen Kd kä ste-S MV 9 kme- auher, gen. M,der Dox, ^offenen Der« Verein-. In6 Klien und den Jjj kn ent. '^r zu einer De« r CfiUiifer. jfonefc Herbst. Offen m Skiverbandeg unterscheidet sich' lb Leichtathleten lungen, die Tou« elftöde verschrei, mb Mannschaft Iten auKgetrqen Leupin - Creme tansendfach bew. bei Flechte Krätze, Jucken, Ausschlag Hämorrhoiden Beinschäden. 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Oktober 1930 Na, gnädiges Fräulein,! was sagen Sie nun? । Ja, ja, es gibt nichts Besseres. Schon feit Zähren stretche ich unsere Zuhböden nur mit Wehrosol. Die Böden werden tadellos bltßblank, glashart. können ausgewaschen und ge- bohnert werden. Nur echt in 1-Llr - und Crtfltnnlfannen bei Aug. Noll, Kreuz-Drogerie, Babnbosstr. 51. 4O33D ’/< Pfund von 21-50 Fi. */4 Pfund von 25-43 Pf. V« Pfund 43 Fi. */4 Pfund 48 Pf. tilienfeM^ Sonntag, den 19. Oktober 1930, vormittags 10Uhr,Caf6 Leib, Walltorstr. Kreistag des Kreises 2, Mittelhessen Alle DHV.-Kollegen sind herzlichst eingeladen. Wichtige sozial- und gewerkschattspolitische Dinge werden neben anderen Standestragen behandelt. Es wird erwartet, daß die Gießener Mitglieder sich restlos beteiligen. Nachmittags 3 Uhr, Gründungsfeier der Ortsgruppe unter Mitwirkung der hiesigen Reichswehr- Kapelle unter persönlicher Leit, ihres Obermusikmeisters W. Löber. Ab 6 Uhr Festball Eintrittskarten in der Geschäftsstelle u. am Saaleingang 7074V Ferner: , R,n T,""T1" Der König der Wälder II. Micky-Maus III. Tönende Wochenschau 6977 C Das tonische Kräftigungsmittel tür Körper, Nerven und Herz ist Kalophat-Wein Flasche Mk. 4 50. Fabrik: Engelapotheke. In allen Apotheken zu haben. Heute letzter Tag Atlantic Aufschnitt in verschiedene!) Preislagen, */< Pfd. v. 38—58 Pf. Wurstwaren sind auch in unseren Lebensrnittel- Verteilungsstellen zu haben Warenabgabe nur an Mitglieder! Ausweiskarte ist jederzeit vorzuzeieen! Auf alle Waren 5% Rückvergütung! Die beste Sparkasse ist die Rückvergütung im Konsumverein. Sie erleichtert im Herbst die Einkäufe für den Winter- Jliisverfcaiif von Damen- u. Herrenfchuhen, Überftiefeln und Tanzfchuhen, Zum Men Grund Morgen Samstag EchlachW Ab 10 Ubr: Wellfleiich. - Radio mit Lautsprecher. — Schlachlplatfe 1,50 Mk. Gleichzeitig empfehle ich meine Säle für Vereinszwecke. 70 so ThüringerHof Emil Sied / 9ommftro6e 1 Samstag, den 18. Mom 1930 Mime Irid JhjriKha* laT Samstag 18. Oktober, ab 6 Uhr abends Metzelsuppe Tnbi 'JnuiSuui UtUMauHJiata Kurs. Mt Nr.245 Drittes Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberheffen)_____________Hreitag, 17. Oktober(950 Wirffchast. Die ^uhrkohlenindustne zur Kohlen - Preissenkung bereit. B e r (i n, 16. Ott. (IDIB.) Reichskanzler Dr. B r ü- nlng gab heute im Reichstag bekannt, bah die Ruhrtohlenlndustrie in Erkenntnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge ihm ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit erklärt habe, trotz der noch nicht erleichterten Selbstkosten- löge mit einer durchschnittlichen Senkung der kohlenpreise um 6 v. h. voranzugehen, die am 1. Dezember wirksam werden soll. Der Reichs- kanzler betonte, datz dieser bedeutsame Schritt um so mehr von ihm anerkannt werde, als die Lage der deutschen kohlenwlrtschast infolge ihrer mangelnden Elastizität bei Anpassung an die jeweilige Marktlage in der gegenwärtigen Konjunktur besonders schwierig sei. Sieuerabbau bei festverzinslichen Wertpapieren. WTB. Auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 9. Juni 1930 über st euerliche Erleich - terung auf dem Gebiete des Steuerabzuges vom Kapitalertrag und der Derkehrssteucrn hat die Reichsregierung, nach Zustimmung des Reichsrates und eines Ausschusses des Reichstages, am 10. Oktober 1930 eine Verordnung erlassen, wonach der Steuerabzug vom Kapitalertrag für die Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Vorzugsaktien der DeutschenReichs- bahngesellschaft aufgehoben wird. Derartige Wertpapiere int Sinne dieser Verordnung sind Anleihen, die in öffentlichen Schuldbüchcrn eingetragen sind, sowie Anleihen, über die Teil- schuldve^chreibungen ausgegeben sind. Die Verordnung gilt erstmals für die Zinsscheine, die nach dem 2. Januar 1931 fällig werden. • Zusammenschluß des Lastkraftwagengeschäfts. Die Zusammenschluhver- handlungen zwischen den Automobilwerken Büssing AG., Braunschweig, und der Rationalen Automobilgesellschast AG., Berlin, sind nunmehr im wesentlichen zum Abschluß gelangt. Es soll eine neue Betriebsgesellschaft gegründet werden, die voraussichtlich den Ramcn „Vereinigte Ruhlastwagen-Werke RAG-Büssing" tragen und mit 4 Mill. Mk. Kapital ausgestattet sein wird. Die Aktien werden zu gleichen Teilen von Büssing und RAG. übernommen gegen Einbringung des laufenden Geschäfts und eines Teils der Vorräte. Beide Gründer statten außerdem die neue Gesellschast mit Betriebsmitteln in Kreditform aus. * Zementpreisermäßigung in Süddeutschland. Der Süddeutsche Zementverband in Heidelberg hat jetzt für seine Bezirke Bayern und Württemberg den Preis für 10 Tonnen Zement um 20 Mark ermäßigt, nachdem er vor etwa zwei Wochen den Zementpreis bereits um den gleichen Betrag herabgesetzt hatte. Für Baden und die sonstigen Gebiete des Südwestdeutschrn Verbandes ist eine Preisherabsetzung in ähnlichem Ausmaße vorgenommen worden. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 17. Ott. Tendenz: behauptet. — 3m Vormittagsverkehr war die Stimmung infolge der günstigen Beurteilung der Rede Brünings im gestrigen Reichstag weiterhin recht freundlich. Zum offiziellen Beginn machte sich plötzlich ein Tendenzrückschlag.bemerkbar, der in Mutmaßungen über einen nicht günstigen Reichsbanlausweis zu suchen war. Der Grundton der Börse blieb aber verhältnismäßigwi- derstandsfähig, denn es zeigte sich bald, daß dies kein Grund zur Besorgnis ist, und der seit einigen Tagen herrschende Optimismus gewann sofort wieder die Oberhand. Das Geschäft blieb aber hinter dem gestrigen erheblich 5 u - r ü ck. Ter Ordereingang hatte nachgelassen. Auch die schwächere Reuyorker Börse von gestern mahnte "etwas zur Zurückhaltung. Aber dessen ungeachtet schritt die Spekulation später wieder in verstärktem Maße zu Deckungen. Dir hohen Anfangskurse wurden zum offiziellen Beginn jcdixh nicht immer ganz erreicht. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich trotzdem meist kleine Kursbesserungen. Farben. Deutfche Linoleum, Wayß & Freitag, Gessürel. Siemens und die Mehrzahl der Bankwerte gewannen bis zu 1,25 Prozent. Etwas mehr in den Vordergrund traten Licht & Kraft. Süd- deutsche Zucker. Zellstoff Aschaffenburg, die bis 2.5 Prozent gewannen. Am Kunstseidemarkt lagen Aku 2 Prozent schwächer. Montanwerte eröffneten still und meist leicht gedrückt. Interesse bestand noch für Danken, von denen Braubank 2 Prozent anzogen. Auch der Rentenmarkt hatte Nei- nes Geschält. Deutsche Anleihen waren behauptet. Von Ausländern war das Geschäst wieder etwas erholt. Im Verlause war die Tendenz wieder ausgesprochen freundlich: Spezialaktien traten wieder mehr hervor. Das E'.- schäft war jedoch nicht gerade sehr umfangreich Gegen den Anfang traten Besserungen bis zu 2 Prozent ein. Am Pfandbricfmarkt war das Geschäft ebenfalls ruhiger. Goldpfandbriese waren jedoch etwas gesuchter. Auch war ein weiteres Anziehen der Werte zu verzeichnen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit fünf Prozent etwas angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2025, gegen Pfund 20,425, gegen Paris 123,96, London gegen Kabel 4,8598, gegen Mailand 92,81, gegen Schweiz 25,01, gegen Holland 12,06. Berliner Börse. Berlin 17. Olt. Rachdem im heutigen Vor- mittagsverlehr, in Rachwirkung der Kanzler- Rede und des Wegfalls der Kapitalertragsleuer für festverzinsliche Werte vom 2. Januar 1931 ab, eine ausgesprochen freundliche Stimmung geherrscht hatte, und man noch vorbörsliche Kurse nannte, die bis zu 4 Prozent über dem gestrigen Schluhniveau lagen, eröffnete die Börse selbst etwas enttäuschend. Die ersten Kurse waren zwar immer noch etwas gebessert, ober nicht fa fest, wie voroörslich taxiert. Während angeblich die Kundschaft und das Ausland weiter als Käufer austraten, zeigte die Spekulation Reigung zu Gewinnmitnahmen, wobei die Unsicherheit über die heutige Sitzung des Reichstages, in der eine starke Opposition erwartet wird, eine starke Rolle gespielt haben dürfte. Auch der Reichsbankausweis für die zweite Oktober-Woche hat sicherlich zu den Realisationen beigetragen, da er mit einer Zunahme der Kapitalanlage um etwa 35 Millionen, einer Rotenabnahme um 320, einem Rückgang des Gold- und Devisenbestandes um 224 Millionen und einer Verminderung der Deckung auf 52,1 resp. 56,2 Prozent nicht als besonders günstig angesprochen wurde. Hinzu kamen noch schwache Reu- Yorker Meldungen von gestern. Die Schweiz und auch London meldeten heute wieder freundlichere Börsen. Die Kohlenpreissenkung um 6 Prozent vom 1. Dezember an und ein gemeldeter neuer Rückgang der Ruhrkohlen- förd^rung verstimmte. Bemerkenswert ist allerdings, daß verschiedene Werte, besonders Rebenwerte, mit Plus-Plus-Zeichen erschienen. So waren Draubank, Gebrüder Körting. Chemische Heyden, Siegen-Solingen, Aschaffenburger Zellstoff, Sarott'i, Maximilianshütte usw. als sehr fest anzusprechen. Auch Otavi-Minen konnten 1,25 Mark gewinnen. Don Dauunternehmungsaktien waren Schlesische Zement mit minus 2 Prozent, 1 ferner Stöhr, Ostwerke und Mansfelder mit je I 1,25 Prozent niedriger. Montecatini hatten einen Verlust von 1,13 Prozent. Deutsche Anleihen behauptet. Von Ausländern waren Bosnier mit 0,5 Prozent, Oesterreichischr Staatsrente von 1914 mit 1 Prozent höher. Auch Mexikaner waren eher fester. Pfandbriefe freundlich bei kleinem Geschäst. Reichsschuldbuchforderungen waren nicht einheitlich. Der Geldmarkt war eher leichter. Tagesgeld 4,25 bis 6,25 Prozent: Monatsgeld 6 bis 7 Prozent, Warenwechsel 5,5 Prozent. Auch nach den ersten Kursen neigte die Tendenz zur Schwäche. Die Kurse gaben bis 1 Prozent, vereinzelt bis 2 Prozent nach. Berliner Produktenmartt. Berlin, 16. Oktober. Das anhaltend schöne Wetter veranlaßt die Landwirtschaft mit allen verfügbaren Kräften die Feldarbeiten durchzuführen, so daß das Inlandangebot nach wie vor gering zu nennen ist. Weizen ist nur in märkischer Waggonware und vereinzelt zur Kahnverladung aus Mecklenburg angeboten, während die anderen Provenienzen gegenwärtig nicht nach dem hiesigen Platze rentieren. Bei kleinen Umsätzen zahlten die Mühlen etwa 1 Mark mehr als gestern: der Lieferungsmarkt war in gleichen: Ausmaß befestigt, zumal die Auslandmeldungen etwas stetiger lauteten. Für die Besestigung des Roggenmarktes werden vor allem 'Befürchtungen bezüglich der Haltbarkeit der diesjährigen Qualitäten als Grund angesührt. und dies kommt auch in einer Erhöhung der späteren Lieferungssich'.en um 2 bis 2,50 Mark zum Ausdruck. Am Pcomptmartte sind gute Qualitäten weder zur Waggon- noch zur Wasserverladung in nennenswertem Umfange angeboten, und das Preisniveau war in gleichem Ausmaße wie am Lieserungsmarkt gebessert. Weizen- und Roggenmehle hatten bei unveränderten Muhlenf. rderungen k.e nes Bedarssgcschäst. 3fa er am Promptmarite gut stetig, spätere Lieferung befestigt. Das Gerstengeschäst hat sich nicht belebt. Es notierten (1000 Klio): Weizen, märkischer, 224 bis 226 (fester), Oktober 239 (Bries), Dezember 247 bis 247,50 bis 247, März 261,50. Oderhessen. Land kreis (Sicken. * Heuchelheim, 17. Ott. In der letzten Nacht gegen 22 Uhr brach in einem Strohhausen, den zwei hiesige Landwirte im freien Feld zwischen Heuchelheim und Atzbach ausgeschichtet hatten, auf bis jetzt noch ungeklärte Weife Feuer aus. Da an ein Loschen natürlich nicht zu denken war, brannte die gcfjmte Strohmenge im Umfange von etwa vier Wagenladungen völlig nieder. Die polizeilichen (Ermittlungen nach der Urfache des Feuers find im Gange. OO Klein-Linden, 16. Oft. Hier werden feit einigen Tagen viele Kinder, besonders solche in noch nicht schulpflichtigem Alter, von den M a f e r n heimgesucht. Die Kind.-rschule mußte geschlossen wer- den, da weit mehr als die Hälfte der Kinder von der Krankheit befallen ist. * Klein-Linden, 16. Ott. Seinen 85. G e - b u r t s t a g begeht am 21. Oktober der Altveteran Eifenbahnschaffner i. 9t S) eÄ n r i d) Knapp. (Er hat an den Feldzügen von 1866 und 1870/71 teilgenommen und erfreut sich noch einer guten geistigen und körperlichen Frische. Außer Knapp leben h.er noch zwei Feldzugteilnehmer von 1866 und 1870,71, nämlich der 87jährige Landwirt Johann Heinrich Schmidt, der älteste männliche Einwohner unserer Gemeinde, und der 85jährige Kirchen- Vorsteher und Ortsgerichtsmann Philip Jung IX. Als Allveteran von 1870 71 ist hier noch der 85jäh- rige Eisenbahnbeamte i. R. Peter August Sieger ansässig. O Holzheim, 16.Okt. Am nächsten Sonntag feiern im Kreise ihrer Kinder und Enkel der Landwirt Heinrich Ernst Engel und Frau Martha, geb. Wienecke, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 76, seine Frau 74 Jahre alt. Beide sind körperlich und geistig noch außerordentlich rüstig. — Durch den Wechsel im Pfarramt konnte hier der Unterricht der Konfirmanden erst jetzt seinen Anfang nehmen. Leider ist es diesmal eine sehr kleine Konfirmandenschar, nämlich drei Mädchen und ein Junge. Während im vorigen Jahre unser Filialort Dorf-Gill keine Konfirmanden stellte, sind es heuer 4 Mädchen und 4 Kyaken. ! Langd, 16. Olt. In einer Versammlung des Geflügelzuchlvereins Hungen und ilmgegenö unter der Leitung des Vorsitzenden G. K 0 h l - Heyer, Hungen, wurden die bevorstehenden Geflügelausstellungen in Ridda (De- zirksschau) und in Gießen (Provinzschau) rege besprochen. Im Anschluß an die Versammlung fand eine Besichtigung der hiesigen Rassegeflügelbestände statt, wobei anerkannt wurde, daß die verschiedensten Zuchten (schwarze Italiener, gesperberte Italiener, Silberwyandottes, Wel- fumer, amer. Leghorn usw.) hier mit gutem Tiermaterial vertreten sind. Kreis Friedberg. * Butzbach, 14. Okt. Gestern abend wurde in der Aula der hiesigen Stadtschule der erste Volks- hochschulkursus eröffnet. Der Kursus wird geleitet von Dr. med. Malech (Gießen) und umfaßt vier Vorträge. In dem gestrigen ersten Vortrag sprach der Redner zunächst über die Entstehung von Krankheiten und die Abwehr- und Schutzkräfte in unserem Körper. Gespannt folgten die zirka 40 Zuhörer den interessanten Ausführungen des Redners. OO Steinfurth, 16. Okt Gestern sand hier eine Versammlung des Geflügelzuchtvereins statt, in der die Veranstaltung einer totalen Geflügeln us st ellun g beschlossen wurde. Die Ausstellung soll voraussichtlich Mitte Januar stattfinden. (Ein Lichtbildervortrag des Geflügelzucht- vcreins Bad-Nauheim fall von den Mitgliedern besucht werden. Es wurden u. a. noch die Vorteile einer frühen Brut und die Nachteile einer einseitigen Römerfütterung erörtert und der gemeinsame Bezug von Mischfutter beschlossen. Kreis Büdingen. I Ober-Widdersheim, 16.0«. Zum Rechner unserer Kirche wurde Ludwig Geist verpslichtet. — Infolge neuer Auftrage (u. a. wird die Straße Bad Salzhaufen—Grund- Schwalheim neu hergerichtet) konnte das große Basaltwerk von 2. Rickel einen Teil seiner Arbeiter wieder ein st eilen, so daß die Arbeitslosigkeit in unserer Gegend einen) erfreulichen Rückgang erfahr. ! Echzell, 16. Okt. Unter dem Vorsitz von Dr. Eichenberg wurde hier eine Freiwillige Sanitätskolonne gegründet. Die Gründung dieses Vereins, an dessen Spitze Kaufmann W. G r 0 s als Obmann berufen wurde, wird von unserer Bevölkerung begrüßt. 1. Babenhausen 1, 16. Okt. Während der Herbstserien wurde der hiesige S ch u l ( a a l einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Der Sockel wurde bis zu 1,50 m Höhe mit blauer Del- färbe, die Wände strohgelb, die Decke weiß gestrichen. Um jederzeit in dem Saale Lichtbilder oorführen zu können, wurden an den Fenstern entsprechende Vor- richtlingcn geschaffen und an der Vorderwand des Saales eine zweimal 2 Meter große Leinwandfläche angelegt. Kreis Alsfeld I Kirtorf, 15. Oft. Beim Dreschen ist heute nachmittag der hiesige Landwirt Karl Wahl verunglückt. Er wollte vom Dreschwagen herunterspringen und fiel dabei rittlings auf d ie obere Kante einer offen stehenden Tür. Wenn auch seine Schmerzen groß waren, so konnte bei seiner Einlieferung in die chirurgische Klinik zu Marburg ddch festgestellt werden, daß die Verletzungen erfreulicherweise nicht allzuschlimmer Ratur sind. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Dornholzhausen, 16. Okt. Bei einer Verpachtung von Grundstücken eines hiesigen Einwohners wurden folgende Preise erzielt: für eine Wiese von 3,34 Ar 19,50 Mk., für Acker» grunhstücke in Größe von 9,99 Ar 40 Mk., 15,46 Ar 35 Mk., 15 Ar 38 Mk. und für ein Obstbaumgrund- stück von 3 Ar 8 Mark. Reiche Zischbeute durch das Lahuhochwaffer. Obernhof, 16. Okt. (WSN.) Infolge des Hochwassers hatten die Fischer an der unteren Lahn in den letzten Tagen außerordentlich gute Fangergebnifse zu verzeichnen. So wurden besonders zahlreiche Hechte gefangen, von denen verschiedene Exemplare 7 bis 10 Pfund wogen Den Rekord errang Bürgermeister Lotz von Obernhof, der einen Hecht von über 12 Pfund fing. Festnahme eines Warenschwindlers. Frankfurt a. M., 16.0kl. (WSN.) Fest- genommen wurde hier der Kaufmann Anion Weber, der sich als Diplomingenieur Dr. Weber ausgab und auf dem Gebiete des W a r e n f ch w i n- b e 1 s kein Unbekannter ist. Neuerdings konnten ihm einige 20 Fälle nachgewiesen werden, in denen er von hiesigen und auswärtigen Firmen auf deren Inserate Bücher, Photoapparale, Prismengläser, Radio, Hochfrequenzapparate und andere Sachen gegen Ratenzahlung kaufte oder sich zur Ansicht schicken ließ. Die Waren wanderten sofort ins Pfandhaus und die Pfandscheine zu Trödlern und sonstigen Pfandscheinaufkäufern. Trödler, Antiquare, Pfandfcheinkäufer usw. waren ebenfalls Abnehmer des Betrügers. Außer den von ihm angegebenen Straftaten dürfte aber noch eine ganze Reihe hiesiger und auswärtiger Firmen Anzeige 1 nicht erstattet haben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinssuß 6 0. H. Frankfurt a. M. Berlin (Schluß-1 Iure | 1-ilhr» Kur4 Schluß-s für# | Ansang- fiure Dalum 16 10 | 17 10 16 10 1 17 10 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 .......... 87 — 87,5 — 7% Deiche Rclchsanleihe 97,75 — 97,9 — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit DcSgl. ohne Audlos.-Rechte . . - 54,5 6,6 — 54,25 6,55 54,5 6,7 8% Hell. BollMtaat von 1929 (rüdiablb. 102%) ...... Cberbcllcn Provinz. Anleihe mit Auelos.-Rechten....... 86 — 86,65 — — — — — Icutldx Komm. Sammclabl. Anleihe Serie 1....... 50,9 — 50,75 — 8% Rranl|. Hyp.-Bank Goldpse. XIII unkündbar bi» 1934 . . - 7% Frankl. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... 98,5 — — — 93,5 — — — «y,% Rheinische Hyp.-Bank Siqu. Goldpse......... 83,9 — — _ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, 100 97 100 8% Pr. Landedpianobriesanstalt, Komm.-Lbl. N. 20...... _ 97 _ 7% Br. Landeev'andbriefanstalt, Psandbriese R. LI...... A.E.G. abg. Borrrteg»-Obligatio- ncn, rückzahlbar 1932 ..... 97 — 97 — 94 — — — 4% Oesterretchische Golbrcnte . . — _ 26,9 _ 4,20% Oesierreichilche Ciiberrente 3,2 — 3,4 —— 4% Oesterreichische einheitliche Rente........... 1,8 _ — 4% Ungarische Goldrente . . . . — — 23,9 — 4% Ungarische Staatsrentc V. 1910 — — —— 4%% desgl. von 1913 . . - — — 20 — 4% Ungarische Kronenrente . . - 1,85 — 1,9 1,9 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4,55 4,6 4,5 — 4% Türkische Bagdadbahn-Ant Serie I........... 4,6 — — 4,55 4% desgl. Serie II....... 6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... 4,5 — 4,6 — 8,25 — 8,35 _ 4S% Rumänische vereinh. Rente von 1013 .......... 13,5 — 13,7 13,75 4% Rumänische vereinh. Rente 7 7 6,95 6,9 Frankfurt a. M. Äerlin Schluß«! furd 1 1-Uhr- Ku rS Schluß-! furd | Anfang» Kurd Datum 16 10 1 17 10 16 10 ; 17 10 Hamburg-Amerika Batet . . Hamburg-Südam. Dampsschiss • 77,5 77.25 77,25 77,75 8 — — 159,25 — Hansa Tampsschiss..... 10 — — 123.5 — Norddeutscher Lloyd .... 8 78 78 78 78,25 Allgemeine Deutsche Creditantt. Barmer Bankverein .... 10 10 106,25 108 100 106 100,75 107,9 Berliner HandelsgeseNschast . 12 133 — 133 132,25 Gommers- und Privat-Bank . 11 121,75 121,5 121,5 121,25 Darmstädter und Nationalbank 12 161 — 160,5 160,5 Deutsche Bonk und 114,25 Disconko-GeseUschast, . . . 10 114,25 115 115 Dresdner Bank...... 10 113.5 113,75 113 113,75 Reichsbank..... - 12 216 — 214,5 217 6 119 119 117,9 119 Bergmann........ 9 — 137 139 Elektr. LieserungSgelellschast. 10 — 113,25 115 Licht und «rast...... 10 122 124,5 122,25 125 Reiten & Guilleaume . . . "•Yi 96,5 — 96 96,4 gesellschast für Elektrische 122,5 123,25 122,5 124,9 Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werke Rheinische Elektrizität . . . 10 9 — 117,5 123 117^4 Schlclilche Elektrizität. . . . 10 — — 118,5 118 SchnckenLCo...... 11 135 134,5 134,5 135 Siemens L Halske ..... 16 179.5 180 179,5 180,25 Transravio........ . 6 — — 127,25 12b,6 Labmeyer & Co...... . 10 138,5 — 138 139,4 . 6 53 — 52 Deutsche Erdöl...... • 6 — 66 66,13 66,75 . 8 — — — Gelsenkirchener...... Iiie Bergbau ....... Klückncrwerke ....... . H . 0 6 y, 10 95,75 70 95 90,9 E 95,25 91,75 80,5 222,5 70,5 95 I 91,9 ! 79.5 72 Köln-Ncueslen....... • < —— — 81.25 | 81,9 Mannclmann-Röhren ... . 7 73,25 73,25 72,13 1 73,25 ManLselder Bergbau .... • 42,25 — 41,75 40,25 Lbcrlchles. Eiienbedars . . . . 5 — — 42,5 43 Oberschlcs. NokSwerke. . . . 7 — — 75,25 । 76 Phönix Bergbau ..... 6Yt 64,5 — 64.5 64,75 Rheinische Brcmnlohlen . . 1(J 180 — 180,25 183 Rhein stahl........ . 77 76,5 77,25 76,75 Siebeck Moni«...... 7,2 — — — Frankfurt a. 2P. Serlin Schluß-s turd | 1-Uhr- Kurd Schluß-> furd | Unfüng» Kurs Datum 16 10- 17 10 16. 10. ! 17. 10 Bereinigte Stahlwerke . 65 65.5 65.25 | 64,75 Ctaot Minen..... 16»/. — — 31,5 | 32,75 Kaliwerke Aschersleben . 10 194.5 —— 196.75 196 Kaliwerke Westeregeln . 10 197 — 197.25 198 Kaliwerke Salzdetfurth . - 15 271 270 272 1 273 I. G. Farben.Industrie . 12 138,4 139,5 138,25 : 139 Dynamit Nobel .... 6 - — 65 65.75 Scheideanstalt..... — —- — Goldschmidt ..... d 42.5 — 43 — Rülgerswerke..... 6 50 50,25 50 50,5 Mctallgeleilschafi. . . . t — 1 — 92 92 Philipp Holzmann . . . 78 78.25 78 78 Zementwerk Heidelberg . e 10 89 88 —— — Cementwerk Karlstadt. . • • 10 — — —— — Wayß & Freyiag . . . . b 52 53 52,5 — Schultheis Patzenhofer . - . 15 — _ 185 186,5 Lstwerke....... 12 —— — 146 144,5 Aku......... 18 65,5 63.5 65 64.5 Bemberg....... Zellltoss Waldhof . . . • e 14 69,5 —- 69 69.5 . 3‘/. 119 118 H8.5 117,5 Zellstoss Aschassenburg . e e 12 82,25 85 84,75 89.5 Cbartottenburger Wasser • • . 8 — —- 83.25 82 Dessauer Gas..... . 8 — — 118 119.25 Daimler Motoren . . . . 0 — 24,5 24.13 24.5 Deutsche Linoleum . . • • • . 158 — 158,5 159.25 Maschinenbau A^G. . . . 0 — — 33 33,25 Nat. 'Automobil .... e • . 0 —- 11,75 12 Crcnfkin & Koppel . . . 6 —— —- 49 49 10 — 114.5 — Svens ka..... • — 288 288 Frankfurter Maschine» . ■ « . 4 15,75 I — 17,25 I — Gntzncr....... e e . 6 29.5 —— 29,9 —— Heyligenstaedt . . . . e e . (J — — —— Iunghans....... . 28,25 — 28 — Leckiwerke. ...... . 8 86 87 — I — Mamlrastwerke Höchst a. M.. . 8 71 — ! - Mtag......... 10 72 70 Gebt. Roeder..... M Ä 10 — —— I ■— Boigt L Haeffner . . . e e 150 150 Süddeutsche Zucker . . • • 10 135,5 1 138 135 •— Banknoten. Serlln, 16. Oktober Gelb Ärles Slmer,konische Noten..... 4,215 4,235 Belgische Noten ....... 58.34 58,58 Dänische Noten ........ 112.18 112,62 Englische Noten ........ 20,392 20,472 Französische Noten ....... 16,45 16,51 Holländische Noten....... 169,21 169,89 Italienische Noten........ Norwegische Noten....... 22,00 112,05 22,08 112,49 Deutsch.Oesterreich, i 100 Schilling 59.11 59,35 Rumänische Noten ....... 2.475 2,495 Schwedische Noten....... 112.68 113.12 Schweizer Noten ....... 81,56 81 .88 Spanische Noten........ 40.399 40,08 Tschechoslowakische Noten..... 12,43 12.49 Ungarische Noten ...... 73,35 73,65 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 16 Oktober 17 Oktober Amtliche Geld Notierung Srie Amtlich, Gew Kotierung »riet Ämsi.-RoN. 169.23 169,57 169.19 169,53 «uen.Aires 1,440 1,442 1.424 1,426 Brss-Antw- Christiania. 58,54 58.66 58,54 58,66 112,37 112,59 112,35 112,57 .Kopenhagen 112,33 112,61 112.36 112,58 Stockholm - 112,81 113.03 112.79 113,01 HclsingforS. 10,571 10.591 10.568 10,588 Italien. . . 21.99 22,03 21.935 22,025 London. . . 20.409 20.449 20,408 20.448 Neuyork . . 4,2005 4.2085 4,1995 4,2075 Paris.... 16,465 16,505 16.467 16,507 Schwei, . . 81,63 81.79 81.57 81,73 Spanien. 40.11 40.19 40.91 44.99 Japan . . . Äio de Jan- 2,077 2,081 2,077 2,081 —— — — -- Wien in D--! £eft. abgeft. 59,255 59,375 59,225 59,345 Prag . . . . 12,463 12,383 12.462 12,482 Pelzrad . 7,455 7,469 7.448 7,462 Budapest . . 73,545 73,685 73,54 73,68 Buloarien 3.044 3,050 3.041 3,046 Lissabon - 18,83 18,87 18,83 18,87 Dan,ig. . 81.57 81.73 81,56 81,72 .Ronftantia. 1,784 1.789 1.784 1.789 Athen. . 5,44 5,45 5,44 5,45 Canada ■ 4,203 4,211 4,203 4,211 Unt uaH. 3,197 3,203 3,197 3.203 Tatra . * 20,93 20,97 20,93 20,97 Kubier Hanna v t I SPORTHOSEN PRINZESSROCKE Schmückers billige Wochenend-Angebote 2.95 MR. 3.95 Mk. 95 pt 1.95 6865 A ,'V . 'k, , >1 ■? ■ 1 Kinderschlüpfer, gefüttert 3 Stück Staubtücher 5 Stück Herrenkragen 1 m Landhausgardinen 1 Knabenschürze 1 kunstseiden Herrenschal 2 StückWischtücher 1 Paar Herrensocken 1 Frottierhandtuch 1 Paar gefütt. Damenhandschuhe 1 Baskenmütze 1 Knabenleibchenhose biszu 6r.4 1 m Kleidertweed 1 Store m. Klöppeleinsatz u.Spitze 1 Paar Unterziehhosen 1 Damenträgerhemd 1 Waschlischgarnltur 1 P. Damenstrümpfe, K’seide platt 1 Plng-Pong-Mütze 1 Heirencachenez 1 Schlatdecke 1 Bettvorlage (Plüsch) 1 D’schürze.gestr. Slamos. od. Ind. 1 m bedruckter Waschsamt 1 amerik. Opossumteil 1 D’nachthemd m.Einsatz u.Spitze 1 P Damenglacöhandschuhe.farb. 1 Herrenstreifenhose 1 m 150 cm breiter Mantelstoff 1 Biberbettuch, weiß 1 Damenschlüpfer, la Charmeuse 1 m Dekorationsst., K’seide 120 br. 1 Paar Herrengamaschen 1 Morgenrock 1 gez. Tischdecke, 130x160 cm 1 Babymantel 1 Schlafdecke, Jacquard 1 m bedruckte Satin richö 1 Henenunterhose (Plüschfutter) 1 m 130 cm Crepe Caid 1 Damennachthemd, farbig 1 Charmeuseunterrock, m.lmalSp. 1 eleg. Cachenez für Damen Matratzen dreiteilig aufzuarbeiten nur 5.— RM. Streng reelle Bedienung. K. Böhling. Polstermei et er. Neustadt Nr. 15. [06418 Architekt gesucht welcher hypothekenfreie Grundstücke nachweisen kann, bet welchen zur Bebauung HauszlnSsteuer gegeben wird, sowie über gute Beziehungen zu slädt. und staatlichen Behörden versügr. Geld zur Bebauung wird gegeben, Bauleitung zugencheri. Schrift!. Angeb, uni. 06433 a. d. Gien. Anz. Düngemittellieferung. Die Lieferung des zum Düngen der städtischen Wiesen benötigten Düngers, und zwar: 7072C 500 Zentner Thomasmehl, 15—16°/otg, 300 Zentner Kainit, 12°/vig, ist zu vergeben. Die Lieferung hat bis zum 15. November 1930 zu erfolgen. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum 25. Oktober 1930 beim Städtischen 23er- mcssungsamt einzureichen. Es wird noch darauf hingewiesen, daß sämtliche Angebote in kg °/o einzureichen sind. Gießen, den 16. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 30. September 1930 der Aufhebung eines Teiles des Bebauungsplanes für das Eichgärtengebiet vom 28. Februar 1929 gemäß dem Abänderungsplan vom 19. September 1930 zugestimmt. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß für den aufgehobenen Teil der frühere Zustand wiederhergestellt wird auf Grund des Artikels 7 der Allgemeinen Bauordnung bzw. § 17 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Der Plan liegt in der Zeit vom 20. Oktober 1930 bis einschließlich 5. November 1930 bei dem Städtischen Hochbauamt, Afterweg 9, während der üblichen Dienststunden offen. Einsprüche sind während dieser Zeit bei Vermeidung des Ausschlusses bei dem Städtischen Hochbauamt anzubringen. Gießen, den 14. Oktober 1930. 7072C Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Die Besitzer von Obstbäumen der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämtliche Obstbäume bfe Mitte November 1930 gehörig abkratzen und mit Kalkmilch (gelachtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist) bestreichen zu lassen. Gießen, den 16. Oktober 1930. 7072C Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahntarife. Wiederholte Vorkommnisse geben Veranlassung, nochmals darauf hinzuweisen, daß der Fahrgast nach dem Einsteigen unaufgefordert den Fahrschein zu lösen bzw. das Fahrscheinheftchen dem Führer vorzuzeigen hat. Gleichzeitig ist die Halle- stelle des Aussteigens und beabsichtigtes Umsteigen auf dem Marktplatz anzugeben. Die Entwertung der Fahrscheine erfolgt nur durch das Fahrpersonal. 7073D Wer mit einem ungültigen Umsteigefahrschein angetroffen wird, hat nach § 9 der Vorschriften für den Verkehr und den Schutz der Straßenbahn den vollen Fahrpreis nachzuzahlen. Gießen, den 15. Oktober 1930. Direktion der Städtischen Straßenbahn. Stolt». Kübler-Hanna-Kleidung führen: Modehaus Salomon K.-G. Kaufhaus J. Schmücker Nachf. Frdr.Teipel VerlvkSlettttns 06432 M|.-SWI.JMeMMMlel Samstag, den 18. Oktober, abends s’/2 Uhr ifieiölte MWlW in Lich in der Turnhalle rteduev: pg. -Kemvev, Kavßsvubs (Eintritt 30 pf. zur Deckung der Unkosten. 2510 V E o&Dg-t T Clfl u A $» «J e B £3 5«- »‘-C t 0 “ S 6 3S * u W-eZ -5 A *• B 9«w! =Se3Hüi Ca a. e <■ E. S 0:3 u1 E - H । «-us = ! ^5:3 O 's Eu S° c aus edelster, feinster Wolle, schmiegen sich ohne aufzutragen weich dem Körper an. Sie sind von vornehmer Gediegenheit und entsprechen allen hygienischen Anforderungen. Beim Einkauf bitte auf die eingenähte Schutzmarke „Junge mit Schaf“ und die Wortzeichen „Kühler Hanna" zu achten. Verlangen Sie kostenlos den neuesten Prospekt mit ermäßigten Preisen von der Fabrik Paul Kübler & Co., G.m.b.H., Stuttgart-O. 216. MODENSCHAU „TEE ...TANZ • Samstag, 18. Oktober, abds. 8.18 Uhr Im Kaufm. Vereinshaus, Nordanlage 15 Es ladet ein: Der Vorstand des G.D.A. Ortsgruppe Gießen tossd Eintritt freil Gruppe der weiblichen Angestellten. 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