Nr. 139 Erstes Blatt (80. Jahrgang Dienstag, 17. Juni 1930 Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertag«. Beilage«: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zenifprechanschlüfie anterSammeummmer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postschecksonto: Krauls»rt am Main 11688. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfilLlr-vuch. und 5te^idruckerei K Lange in Liehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 .im Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/. mehr. Chefredakteur: Dt. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lanae; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für bW Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Ein peinlicher Abschluß. Der Schlußbericht, den Parker Gilbert seht mit wochenlanger Verspätung über seine Tätigkeit in Deutschland veröffentlicht hat. gibt aus oer- schiedenen Gründen Anlaß zu sehr berechtigter Kritik. Schon im vergangenen Jahre wählte der bisherige Reparationsagent die etwas eigentümlich anmutende Taktik, den Zeitpunkt der Veröffentlichung so zu legen, daß den zuständigen deutschen Stellen keine Gelegenheit mehr zu einer entsprechenden Ge g c n ä u ße r u n g . die rechtzeitig genug gekommen wäre, blieb. Wie wir uns damals des Eindrucks nicht erwehren konnten, daß hier Absicht vorlag, so ist cs auch heute wieder. Und es bleibt der Eindruck, daß Parker Gilbert größten Wert darauf legte, feine Darlegungen zur propagandistischen Aus- Wirkung kommen zu lassen. Das ist bei der Schärfe der Kritik, die der frühere Reparationsagent an Deutschland übt, gelinde gesagt, ein unfreundlicher Akt. Wir wollen dabei keineswegs die Berechtigung seiner sachlichen Kritik leugnen; nur halten wir es für ein Gebot der Loyalität, daß man dann, namentlich als Ausländer, der davon betroffenen Regierung die Möglichkeit zu einer gleich- ?eiligen Stellungnahme läßt. Roch feit- amer aber muß die Tatsache anmuten, daß Parker Gilbert es für richtig hielt, feinen Schlußbericht erst so f p ä t z» veröffentlichen. Seit Wochen sind die faktischen Geschäfte seines Bureaus beendet, seit Wochen sind die Funktionen des Reparationsagenten auf die Bank für Internationale Zahlungen über- gegangen, seit Wochen ist seine Treuhänderfunktion als solche erloschen. Parker Gilbert ist also Deutschland gegenüber heute lediglich Privatmann. Wenn er nun trotzdem noch mit einem langen Bericht herauskommt, der, wie uns bekannt ist, schon fertiggestellt war, als er seine Geschäfte übergeben mußte, so liegt der Verdacht nahe, daß Parker Gilbert damit noch bestimmte politische Zwecke verfolgte. Wollte er etwa'dem Reiche, wo sein Einfluß in den letzten drei Jahren zusehends geringer wurde, in dieser Form demonstrieren, daß er auch als Privatmann noch sein Mütchen an Deutschland kühlen könne? Wir können nicht an- nehmen, daß der bisherige Reparationsagent eine Politik der Verärgerung betreibt Soviel aber steht doch fest, daß fein Mensch in Deutschland den Sinn einer so späten Veröffentlichung anders begreift, als daß damit der Zweck verfolgt wird, dem Reiche zu schaden. Dabei kann und soll, tote gesagt, nicht geleugnet toerden, daß seine Kritik in zahlreichen Punkten durchaus berechtigt ist. Wir hätten bei- spielstoeise gewünscht, daß dem Reich der Vorwurf erspart geblieben wäre, es habe Jahr für Jahr versäumt, die so oft versprochenen Reformen auf dem Gebiete des Finanzausgleichs, in der Verwaltung und bei der Arbeitslosenversicherung durchzuführen. Hier treffen die Ausführungen des ehemaligen Reparationsagen- ten mit voller Schärfe und voller Verechligung die zahllosen Versäumnisse, die sich der Vorgänger Moldenhauers. Herr Dr. H i l s e r d i n g, in seinem Ressort zu'chulden kommen lieh. Auch der frühere Reichsfinanzminister Koehler wird von Parker Gilbert angegriffen, wenn der Schlußbericht des Reparationsagenten feststellt, daß die allgemeine Beamtengehaltserhöhung vom Herbst 1927, deren finanzielle Auswirkungen nicht voll übersehen worden seien, die letzten Reserven des Reiches ausgeschöpft habe. Tatsächlich hat Moldenhauer von seinen Vorgängern eine Erbschaft übernommen, die ihm jetzt die ganze Unpopularität eines Ausgabenfenkungspro- gramms mit allen daranhängenden Konsequenzen aufbürdet. Er war nicht in der Lage tote Reinhold oder Koehler oder Htlfer- ding, sich die Gunst der Massen durch Steuerabbau zu ertoerben, er hat praktisch vielmehr seine Tätigkeit mit der Durchpeitschung eines umfassenden Steuerprogramms beginnen müssen, dem nun binnen weniger Wochen ein zweites folgen soll. Einige Einwände des früheren Reparationsagenten kann man freilich auch wegen thter grundsätzlichen Ratur auf das amtierende Rerchs- kabinett beziehen. Denn tatsächlich läßt auch der neue Reichshaushalt bisher ebensowenig wie die Etats der Länder und v.eler Gemeinden den Willen zur Sparsamkeit und das Dekenntnis zu dem Grundsatz, daß alle Ausgaben durch entsprechende Einnahmen gedeckt werden mühten, erkennen. Aehnliches gilt von der Undurch- s i ch t i g k e i t derEtatsgebahrung überhaupt. Das Dunkel, das die Einzelressorts, wie die Regierung überhaupt — teilweise zweifellos mit bewußter Absicht — über den Etat 6reiten, macht es praktisch dem Parlament nahezu unmöglich, die Finanzgebahrung des Kabinetts fortlaufend zu kontrollieren, wie es seine Aufgabe gewesen wäre. Auch die Uebcrprüfung der Ausgaben durch den Reichsrechnungshof geht bekanntlich immer noch mit großer Zeitversäumnis vor sich, so dah die Kritik, die erfreulicherweise von dieser unabhängigen Stelle an der Reichsrewerung und ihren einzelnen Ressorts geübt wird, politisch ziemlich wirkungslos bleibt. Hier muß Reme- our geschaffen werden. Das gleiche gilt von allen den Fragen, in denen Moldenhauer die böse Erbschaft seiner Vorgänger abwickeln muh. Als erster Finanzminister hat er wenigstens den Versuch einer organischen Reform auf der ganzen Linie unternommen. Der Versuch ist nicht in allen seinen Teilen als geglückt zu bezeichnen. Dennoch bleibt nichts anderes übrig, als das Experiment durchzuführen. Rur so können wir uns künftig eine in jeder Hinsicht peinlich anmutenbe Kritik tote die Parker Gilberts ersparen. Der Rotopserplan der Regierung schon erledigt? Deutsche Volkspartei und Demokraten lehnen ab. — Pros. Moldenhauer in der entscheidenden Sitzung seiner Fraktion. - Aus der Suche nach einer Kompromißlösung. Oie Deutsche Volkspartei geht nicht mit. Neue Vorschläge zur Finanz- und Wrrischaftsrcform. Berlin, 16. Juni. (DDZ.) Die Reichstags- fraktion der Deutschen Volkspartei faßte in ihrer Sitzung heute abend folgende Entschließung: Die soziale und wirtschnstliche Rot des deutschen Volkes zwingt zu entscheidenden Entschlüssen. Sic kann durch neue steuerliche Belastungen nicht behoben werden. , Das Problem der deutschen Wirtschaft und der Finanzen des Reiches kann nicht von der Steuer- feite, sondern nur von der Seite der Belebung der Wirtschaft und der rücksichtslosen Senkung der Ausgaben angesaht werden. Die gesamte Wirtschaft befindet sich in einem Zustand fortschreitender Einschrumpfung. Arbeitslosen- Heere und Leere der öffentlichen Stoffen find nur der Ausdruck dieses Zustandes. Deshalb muß die Senkung der Produktionskosten durch Herabsetzung der Personglausgaben der privaten Wirtschaft von oben bis unten, durch gleichzeitige Herabsetzung der Preise und durch eine starke Minderung der Ausgaben der öffentlichen Verwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden durchgeführt werden. Solange die Voraussetzungen für eine solche gemein- schastlichc Kraftanstrengung des ganzen Volkes, fei es durch Teilvereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sei es im Wege der Gesetz, gcbung, nicht gegeben sind, bleibt eine einseitige Sonderbelastung wie „Jtotopfcr" oder „Reichshilfe der Jtc 23 10 ifr iur$ 773 o „ 21 OSO _ ©woftenloiQ«ent- anef» Dtdcttt »völlig. ®otdttti ertgtt # Schnee a Grioptm « hcßci K len gehen die Temperatur «n 0>c Lin en rer&mdco Orte mit Gleichet* •ui neerumreeu umgerechneten Lwtlflryci Wettervoraussage. Die Wetterlage steht weiter im Zeichen de- skandinavischen Hochs, das feine Lage wenig verändert hat, wohl aber beginnt, sich abzuschwächen. Deutschland, das im Bereich des südlichen Hochdruckteiles liegt, wird noch von kontinentaler Luft beeinflußt. Außer weiter ansteigenden Temperaturen und zeitweise etwas Bewölkung halt das seitherige Wetter an. Wettervorhersage für Mittwoch: Zeitweise bewölkt, sonst aufkommende weitere Erwärmung, trocken. Lufttemperaturen am 16. Juni: mittags 25.3 Grad Celsius, abends 19 Grad: am 17. Juni: morgen- 19 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum 13 Grad. Reisewetterdienst. Baden-Baden. 20 Grad, Ostwind, heiter. Garmisch-Partenkirchen. 15 Grad, Nordwestwind, heiter. Westerland auf Sylt: Südostwind, heiteres Wetter. Schöne weiße Zahne. „Auch ich möchte nicht verfehlen. Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die „Chlorodont-Zahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche „Chlorodont^ schon leit Jahren und ich werde ob meiner schönen weißcn Zähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer „Chlorodont-Zahnpaste" erreicht habe." C. Reichest, Schwerz, Amt Niemburg, Saalkreis. — Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 Mk., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mk. bei höchster Qualität. Zn allen Chlorodonl- Veriaufsstellen zu haben. in großer Auswahl bei Danksagung. Für alle Beweise der Teilnahme beim Hln- schelden meiner Frau, unserer Mutter und Großmutter Lina Beck, geb. 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Lust die zahl, öd] acsührten surt 27: Äelkheim 44:33, S; 1846 Gii Gießen ■ 47:23, L In bei ein Spie homburj Besser der Tur chomburc Sieger. ( jährigen Halbzeit aus. Mit Hälfte. j)i Punkt für Frankfurt mit 46:22 Platz unf( Wenn 'T werden fi ehrenvoll nun auch sie auf be, Öan Zu ei Mannsck mit 10 1 vollzähi stützt vo brachte Aeichslv ihrem 5 sicher. 0 Aechtsor schöner 'ßinföauf Mnute i Katbzeit die Gieß gewechse Wtbeber 38 Forts foar Drfohrt Sudem ut Klietz ®r ttian burgs. Lothar dünge. Er feg der 9'n9 es i IIÄ Nia & SÄ 9ClDOtbc ZSenon Mensch,, K »2ulia Nr. 159 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 17. Zuni (950 Turnen, Sport und Spiel. Kaustbattmeisterfchaflsspiele der Gaugruppe Main-Lahn O.T. Aus den in der Vorschau erwähnten fünf Turn- flauen stunden sich am Sonntag in Bad Homburg die tfauftbailmanufdjaftcn DOn Licht-Lust Frankburt, To. .Holtheim, Polizeisportoerein Hanau, Tu. Hailer und Tu. 1846 (fließen in der Turnertlasse gegenüber. Bei den Altcrsturnern waren es nur zwei, nämlich Licht Lust Frankfurt und Homburger Turnverein, bei den Turnerinnen To. 1860 Frankfurt, Homburger Turnverein und Mto. Gießen. Unter Leitung des Gruppenspieiwartes Rudolf Klinge (Brontfurt) entroidtclte sich eine sehr eifrige spielerische Tätigkeit. Gleich im ersten Spiel stießen die 1846 (fließen auf den stärksten Gegner, den deutschen Meister Licht-Luft Frankfurt. Obwohl die Mannschaft von vornherein mit einer Rieder- läge rechnen mußte, sah es in der ersten Halbzeit nicht nach einem glatten Sieg der Frankfurter aus Mit 13:10 Fehlen für Frankfurt wurde ge- wechselt. Leider hatte nun im Beginn der zweiten Spielhälfte Gießen einige schwache Minuten, in denen es den Jranksurtern gelang, ihren Borteil wesentlich zu vergrößern. Zuni Schluß sand sich dann die Mannschaft wieder und in einem glän- z-nden Endspiel stellte sie das Ergebnis auf 33:44. Bergleicht inan dieses Ergebnis mit den nachstehenden, so erkannt man ohne weiteres, daß die 1846er für Licht Lust ein beachtlicher Gegner waren. Die Mannschast sollte bei einigermaßen eifrigem Heben noch besser gegen den DT.-Meister abschnei- den können. Die drei weiteren Gegner wurden mit Klassenunterschied geschlagen. Ebenso erledigte Licht- Lust die anderen mit teilweise doppelter Fehler- zahl. Sehr deutlich zeigen das die nachstehend auf- geführten Ergebnisse: Kelkheim — LL. Frankfurt 27:42, Hailer — Hanau 49:36, Hanau — Kelkheim 28.40, LL. Franksurt — 1846 Gießen 44:33, Hailer — LL. Franksurt 24:55, Hanau — 1846 Gießen 30 51, Kelkheim — Hailer 40:32, 1846 Gießen — Kelkheim 36:22, 1846 Gießen — Haller 47:23, LL. Franksurt — Hanau 63:21. 3n der Weiteren Klasse (über 39 Jahre) fand nur ein Spiel statt, bds Licht-Lust leicht mit 50:21 gegen Homburg gewann. Besser als für die 1846 standen die Aussichten der Turnerinnen des Mto. Im Spiel gegen die Homburger Turnerinnen blieben sie auch mit 54:41 Sieger. Erbitterter war der Kampf mit dem vor- jährigen Meister 1860 Frankfurt In der ersten Halbzeit sah das Spiel nidjt nach Sieg der Mto. aus. Mit 13:17 geschlagen, begannen sie die zweite Hälfte. Hier fand sich nun die Mannschaft und holte Punkt für Punkt auf. Mto. siegte mit 29:28. 1860 Frankfurt gewann noch das Spiel gegen Homburg mit 46:22, mußte aber für dieses Fahr den ersten Platz unseren Gießener Turnerinnen überlassen. Wenn die Mannschaften weiter so eifrig arbeiten, werden sie jederzeit gegen die stärksten Gegner ehrenvoll abschneiden. Den Mto. ist mit ihrem Sieg nun auch der Weg zum Kreismeister offen, um den sie auf den Kreisturnfest in Hanau spielen werden. Handball in Aliendors a. d. Lda. Tv. Allendvrf (Lda.) I — 1. Komp. Ins.-RgtS 15 Dießen ll 9:2 (4:2). Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Allendors. D.e Soldaten traten mit 10 Mann zum Spiel an, während Allendvrf vollzählig antrat. Der Allendorler Sturm, unterstützt von seiner schnellen und guten Läuferreihe, brachte das Spiel mehr und mehr an sich. Die Reichswehr verschuldete mehrere Strafwürfe vor ihrem Tor, doch hielt der gute Tormann sehr sicher In der zehnten Minute schoß Allendorfs 'Rechtsaußen unhaltbar das Führungstor. Rach schöner Kombination folgte durch Allendorfs Linksaußen das zweite Tor. Schon in der 18. Minute folgte für Gießen das erste Tor. Dis zur Halbzeit erreichten die Allendorfer noch zwei, die Gießener ein Tor. Mit 4:2 werden die Seiten gewechselt. Rach der Halbzeit zeigten die Allen- Konstanze. Zfioman von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau 38 Fortsetzung. Nachdruck verboten Er schlug den Weg nach Julias Wohnung ein. ES war ein beträchtliches Stück zu laufen. Ein Gefährt wollte er sparen. Die Straßenbahn war zudem um diese Stunde zu beseht. Schließlich hatte er ihre Straße erreicht. Schon von ferne sah er ein Auto vor dem Hause stehen. Er erkannte den kostbaren Wagen Ludwig Warburgs. Lothar Emmerstorf fühlte Bitterkeit auf der Zunge. Er kehrte um. Im Alkohol vergaß er Julia. In den Räumen der Filmschauspielerin aber ging es zu dieser Stunde festlich her. Ludwig Warburg hatte sich schon vorher für den Abend bei ihr angemeldet. — Sie faß ihm bei Tische allein und in einem raffinierten Hauskleid, das Warburg für fie hatte anfertigen laffen, gegenüber. Dor kurzem noch hatte sie mit Lothar so gespeist. Run war es ein anderer. — Iulia Koromitzky schenkte ihre Gunst dem, der ihr am meisten bot. Oh, sie hatte viel gelernt, seitdem sie eine Berühmtheit geworden war. Rach dem Essen ging Warburg in dem Zimmer auf und ab. Er hatte sich einen eleganten Gang angewöhnt. Er wiegte sich leise auf den Fußspitzen. Seine frühere, laute Sprache war leiser geworden. Er hatte phrasenhafte Bewegungen angenommen, die ihre Wirkung auf unintelligente Menschen nie verfehlen. ..Es ist scheußlich," sagte er und steckte die Hände in die Taschen seines Smokings, indem er feine Blicke durch den Raum gleiten ließ. ..Diese Wohnung ist nichts für dich, Iulia. Der Emmerstorfs ist unverschämt, dir eine solche Unterkunft zu bieten." Iulia hatte sich auf einen Diwan gelauert. Sie nahm die Zigarette von den Lippen, verzog den Mund und entgegnete: „Lothar ist ruiniert. DaS weiht du." dorser sich in bester Form. Die Reichswehrleute zeigten ebenfalls sehr schöne Leistungen, doch machte sich das Fehlen des elften Mannes bemerkbar. Harte Arbeit hatte der ReichSwehr- tormann, welcher bis zum Schlutz noch fünf unhaltbare Bälle durchlassen muß. Handball im T. V. Londorf. Tv. Wieseck 1. Jgd. — Tv. Londorf 1. Jgd. 3:19 (1:11). Am Sonntag standen sich beide Mannschaften im fälligen Rückspiel in Londorf gegenüber. Das Spiel wurde stets flott durchgeführt und sah in Londorf den technisch Besseren Schon in der ersten Minute ging Londorf in Führung. Wiefeck glich sofort aus, dann aber mußte es sich zehnmal bis zur Halbzeit strecken. Rach Halbzeit fand sich Londorf schlecht und schoß erst nach sieben Minuten da- 12. Tor. Wieseck konnte noch zweimal erfolgreich sein, während Londorf auf 19:3 erhöht. Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. 18 erste, 23 -weite und 16 dritte Siege. Glänzende Leistungen der Jugend. ö. Die Leichtathletik-Abteilung der Spielvereinigung 1900 hatte am vergangenen Sonntag nach drei Fronten gleichzeitig zu kämpfen, eine Aufgabe, die mit vollem Erfolg gelöst wurde. Besonders eindrucksvoll waren da» Abschneiden der Aktiven in Weilburg und der Jugend in Frankfurt a. M.. die mit sehr guten Leistungen aufwartete. Aber auch die Frauen, die am meisten unter der großen Hitze zu leiden hatten, da die Kämpfe bedauerlicher Weife über Mittag ausgetragen wurden, kämpften recht tapfer und erfolgreich. Als beste Leistung deS Tages ist die 4> 100-Meter-Stafsel der A-uugenb zu betrachten, die, ohne Guthardt. die erstaunliche Zeit von 46,4 erlief, womit die feit 1926 bestehende Leistung von 47 Sekunden erheblich unterboten wurde. Sodann verdienen die Ginzel- leiftungen von Schickedanz und Koch über 100 Meter Beachtung. Ebenfo in der 8-Klaffe der Sieg BaumstiegerS im 800-Meter-Lauf, eine feine Leistung, zumal der Sieger fein erstes Rennen lief. Auch der - Klaffemann D ol k zeigte gute Leistungen, hatte jedoch* da» Pech, viermal auf den vierten Platz zu kommen. AlleS in allem kann man sagen, daß die Abteilung im IubiläumSjahr — der Derein blickt auf fein 30jähriges Bestehen zurück — auf der Höhe ihres Könnens ist. Rachstehend die Ergebnisse, soweit die 1900er erfolgreich waren: Marburg, DezirkSmeisterschasten der Frauen. Frauen-Klaffe : 100 - Meter - Lauf: 1. Stöhrig, Kurh. Kaffel, 13,8; 2 Schneider, DsL. Wetzlar, 14,1; 3. Rickel und Knab, 1900, Gießen. 4x 100-Meter-Staffel: 1. Kurhessen, 57 Sekunden, 2. 1900 Gießen, 57,2; 3. DfL. Wetzlar; 4. 1900, 2. Mannschaft. 60,1. Hochfprung: 1. Stöhrig, Kurh.. 1.35; 2. Schneider. DfL.. 1,25; 3. Richtberg. 1900, 1,25, nach Stechen. Weitfprung: 1. Stöhrig, Kurh., 4,73 Meter; 2. Schneider DfL., 4,30; 3. 'Braun, 1900, 4.25 Meter. Speerwerfen: 1. Hücker, Kurh. Kaffel. 22 Meter; 2. Hollstein, 1900, 21.45; 3. Rickel, 1900. 19,10 Meter. Mädchen, Klasse A: 100-Meter - Laus: 1. Müller. DfD. Gießen, 14.8; 2. G. Richtberg, 1900. 15,2; 3. Hollmann, DfL. Wetzlar. Kugelstoßen: 1. Andrae. 1900, 7.23 Meter; 2. Kuhn, DfL.. 7.06; 3. Hollmann, DfL.. 6,85 Meter. Weitsprung: 1. Kuhn, DfL. Wetzlar, 4.22 Meter; 2. Fischer, DsB.. 3,96; 3. E. Richtberg. 1900. 3.68 Meter. Mädchen, Klasse B: 75 - Meter - Laus: 1. Losch. 1900, 11,1; 2. Mehschke. DfL., 11,1; 3 Knorz, DfL., 11.3. 4 ;75-Meter»Staffel: 1. Kur- helfen Kassel 45,1; 2. 1900 Gießen 45.3. Ball- weitwerfen: 1. Lösch, 1900. 50,90 Meter; 2. Knorz, DfL.. 46.60 ; 3. Schimbke. Kurhessen, 46,30 Meter. Weitfprung: 1. Mehfchke, DsL., 3,96 Meter; 2. Lösch, 1900, 3,72. 3. Guth. 1900, 3.66 ; 4^ L Diehl. 1900, 3.63 Meter. Dreikampf: 1 Lösch. 1900. 1760 Punkte. 2. Knorz. DfL^. 1539 Punkte. 3. Mehfchke. DfL.. 1522 Punkte Große Erfolge in Weilburg. Am vergangenen Sonntag fanden in Weilburg die Gaumeisterfchaften ber DSD. für den Dau Gießen-Wehlar statt Die Wettkämpfe wurden bei gutem Wetter, aber mäßigen bis fchlech» ten Playverhältnifsen abgewickelt Die ‘Beteiligung der Gauvereine ließ zu wünschen übrig. Lediglich die 1900er waren mit einem größeren Aufgebot erschienen und konnten fo auch ihre ileberlegcnbeit in eindrucksvoller Weise demonstrieren, indem sie nicht weniger als 10 Gaumeisterfchaften, dazu noch 13 zweite und 6 dritte Plätze errangen. Im Gefamtklaffement führt 1900 mit 62 Punkten vor FD Weilburg mit 20. DfD. Gießen mit 19. DfL. Wetzlar mit 13 und Wetzlarer SD. mit sechs Punkten. Klasse I. 1 00 anctcr : 1. Müller, FD. Weilburg. 11.5; 2. Guyot. 1900. 11,7. 3. Geist. 19X\ BruTtbreite zurück. 11.7 Sekunden. Die 1900er können auf Den ersten 50 Meter das Tempo des noch immer sehr guten Weilburgers nicht halten und enden 1.50 Meter zurück. 800 Meter: 1. Depperling. 1900. 2.09 ; 2. Knigge. 1900. 2:17 ; 3. Glagow, 1900. 2.19 Min. Depperling geht vorn Start scharf weg und läuft, ständig führend, eine gute Zeit betaut. 5000Me ter : 1.Paul, 1900. 17:21; 2. Heber- limr SD. Wetzlar. 25 Meter zurück; 3 Heise. DfD. Gießen, 300 Meter zurück Der 1900er, der einen KrankheitSanfall überwunden hat, liegt nach wunderbarem Lauf nach einem 200-Mcter- Spurt, in dem der bekannte DfD.er Heise überrundet wird. Paul lief in Dezug auf Stil und Taktik tadellos. Kugelstoßen: 1. Mohl, DfD. Gießen, 12,67 Meter; 2. Schmelz. 1900. 10,70 ; 3. Koch. DfL. Wetzlar. 10,40 Meter. Der DfD.er ist nicht zu schlagen; überraschend der zweite Platz von Schmelz, vor dem guten Koch Schäfer. 1900, nicht am Start. Hammerwerfen: 1. Mohl, DfD. 32,45 Meter; 2. KlöS, 1900, 23,65 ; 3. Franz, DfL. Wetzlar. Dei intensivem Training sollte der 1900er in der Lage fein, 30 Meter zu werfen. Hochsprung: 1. Weil. 1900, 1,70 Meter; 2. Hopfenmüller, 1900, 1,55 Meter. Auf der mi- ferabelcn Sprungbahn zeigt Weil eine glänzende Leistung. An 1,75 scheitert er ganz knapp. Stabhochsprung; 1. Dest, DsL. Wetzlar. 2.80; 2. Jung. 1900. 2,70 Meter Ein Ergebnis. daS Jungs Können nicht gerecht wird und daS er bei den DezirkSmeistekschaften am nächsten Sonntag korrigieren wird. Lediglich der Um- stand, daß Sprungständer und Absprungstelle xu dicht beieinanbe nagen, bewirkte Jung» Ausscheiden. Klasse 11. 100 Meter: 1. Guyot. 1900, 11,7 ; 2. Weil. 1900. ein Meter zurück, 3. Hopfenmüller. 1900, Handbreite zurück. Hopfenmüller führt nach glänzendem Start bi» 80 Meter, wo feine Klubkameraden aufgekommen find und Guyot alS bester Mann gewinnt. 400 Meter: 1. Fischer. DfD. Gießen, 54,8; 2. Geist, 1900. 55,1; 3. 'Büttner, DfD. Gießen. Der 1900er läuft die ihm ungewohnte Strecke auf ungünstiger Dahn in ausgezeichneter Zeit. Weitfprung: 1. Weil, 1900, 6 Meter; 2. Mau», 1900, 5,80 Meter. Die 1900er sind hier unter sich und entwickeln daher keinen besonderen Ehrgeiz. Klasse III. 1 00 Meter : 1. Sarnau, FD. Weilburg, 11,4; 2. Schwab. 1900, 11,7 ; 3. Maus. 1900, 11.8 Sek. Schwab hat sich wieder sehr in den Vordergrund geschoben, auch Maus sein Können auf der kurzen Strecke fehr verbessert. 1 5 0 0 Meter: 1. Heberling. SD. Wetzlar, 4:37; 2. G. Koch. 1900 ; 3. Zernd. SD. Wetzlar. „3a“, sagte er und nickte. „DaS weiß ich allerdings. Er liegt vollständig am Doden." Ein Grinsen lies über sein Gesicht, aber das Lachen verflüchtigte sich sogleich wieder. „Du hast es prächtig mit ihm verstanden!" „Wie meinst du daS?" fragte er, hielt in feiner Zimmerwanderung inne und blieb kurz vor ihr stehen. Da wurden ihre Augen ganz klein. Sie funkelten böse. „Du hast ihn vernichtet!" Er prallte einen Schritt zurück. — Sein Gesicht wurde finster. .Ich habe mit ihm Geschäfte gemacht", entgegnete er schließlich beherrscht. „Kann ich dafür, daß er bei diesen Geschäften schlecht abgeschnttten hat?" — Er zuckte die Achseln und setzte sich nahe zu ihr. „Welcher Art diese Geschäfte waren, weiß ich." „Es waren Käufe und Verkäufe." „3a! 3aI“ Sie lachte plötzlich wild und ohne jede Schranke. Pause. — Keiner sprach. — Sie steckte eine Zigarette an der anderen an. Das kleine Zimmer war bald mit blauem Rauch erfüllt. ..Du bist schnell reich geworden, Ludwig. — Als du Lothar fcnnenlcmtcft, begann dein Aufstieg" ..Mein Wettbureau erfreut sich der ersten Kundschaft 'Berlin», mein Liebling", entgegnete Warburg gedehnt. — „Man gilt etwas in der obersten Gesellschaft", fügte er prahlerisch hinzu. „Diese Wohnung allo muß aufgegeben werden", fuhr er fort .3ch werde dir eine Etage in der Tiergartenstrahe mieten. 3ch habe bereit» eine Billa im Auge." „Mit Lothars Geld wird er mir eine Wohnung kaufen", dachte 3ulia und pfiff den neuesten Eharleston. „Du erlaubst allo, daß ich dir die Wohnung zeige?" „Tu, waS du nicht lassen kannst." „Sie ist übrigens groß genug für zwei." „Für zwei?" .3a", lachte er. »3ch werde auch dort too^nen." „Wie soll ich daS verstehen?" „3ch will sS dir verraten", erwiderte er. .Ich stche in Behandlung mit einem amerikanischen Agenten, werde daS Wettbureau verkaufen. 3ch bin bereits heute doppelter Millionär, 3ulia. Mir schwebt etwas anderes vor. 3ch werde eine Filmgesellschaft gründen." — Er weidete sich an ihrem Erstaunen. — „Dor einigen Wochen schon lernte ich einen Dollarmillionär kennen, der mit der Absicht umgeht, eine großzügige Filmgesellschaft inS Leben zu rufen. — Für die Filme dieser Gesellschaft sollst du allein, 3ulia, die Hauptrollen spielen. — Ich kann dir schon jetzt in Aussicht stellen, daß dein Gehalt dein heutige» um etwa daS Zehnfache übersteigen würde. — Ob die Gesellschaft hier, in Amerika, oder sonstwo gegründet wird, ist noch unbestimmt. Du aber sollst der Gesellschaft angehören, wie ich, al» Teilhaber — al» meine Frau." Sie starrte chn an. Sie sah daS weibische Gesicht, da» sie noch vor kurzem verlacht. Sie sah sich im Geiste al» amerikanische Filmdiva von Weltruf. — WaS dieser Mann, der vor nicht» zurückschreckte, sich vomcchm, führte er au». — Danz flüchtig nur dachte sie an Lothar. Wie ein Schemenbild huschte er vor ihrem geistigen Auge vorüber. — Hier stand der Mann, der alle Borteile, die ihr geboten werden konnten, in den Fäusten hielt. — Sie erkannte das Lächeln in dem Puppengesicht. Doch eS kam ihr jetzt nicht zum Bewußtsein, daß sie über das unmännliche Antlitz einst gespottet hatte. Sie schleuderte die Zigarette von sich. Mit verlangenden Armen umfing sie den Mann. Lothar Emmerstorss aber nahm sich fest vor, nun reinen Tisch zu machen. Konstanze war verloren für chn. — Konstanze war für immer verschwunden. — Sie lebte wohl nun in einet Welt, in der sie sich wohlfühlte und in einet Tätigkeit, die sie erfüllte. — Richt ohne Wehmut dachte Lochat an feine Stau. — Iulia sollte ihm nun ganz gehören vor der Welt, al» fein rechtmäßiges Weib. — Bevor er aber vor sie hin trat, sie zu fordern, bedurfte e» noch einer Kleinigkeit. Er wollte alle Wege gebahnt wissen, um chret um so sicherer zu fein. St mußte vor sie hintreten und sagen können: „Ich bin ein armer Mann geworden, Julia, aber ich habe eine Stellung mit einem bescheidenen Gehalt. In dieser Stellung werde ich steigen und bald so viel verdienen, daß ich dir wieder da» bieten kann, was du verlangen darfst. — Du wirst einige Zeit mit mir kämpfen muffen, Iulia, aber du wirst es gern Gegen den ausgezeichneten Wetzlarer konnte Koch nicht gewinnen. 3000 Meter: 1. G Koch. 1900. 10.17; 2. Goßmann. FD Weilburg. 50 Meter zurück. 3. Mewes. DsB. Gießen. 300 Meter zurück Hier läuft der 1900er em ausgezeichnetes Rennen, indem er auf der Strecke lich feinen Bor- sprung schafft, um ihn zäh bi» in» Ziel zu halten. Hochfprung. 1. Hopfenmüller. 1930. 1,55 Meter; 2 Depler. FD. Weilburg. 1.55 Meter; 3. Müller. FD BSeilburg Im Stichkamps ist der 1900er der sicherere, was ihm den ersten Platz einbringt. Weitsprung: 1. Depler, FD Weilburg, 6.10 Meter; 2. Weil. 1900. 6 ; 3. Maus. IWO. 6 Meter. Pech der 1900er! Knapp ubergetreten schossen Weil über 6,40 Meter; Mau« über 6.20. Speerwersen: 1. Dachmann. 1930. 43,20 Meter; 2 Plank, FD. Weilburg. 39.10. 3 Depler, FD. Weilburg. Ern seiner Sieg Dachmanns mit guter Leistung, die noch verbessert werden kann. Kugelstoßen 1. Franz, DsL. Wetzlar, 11,01 Meter 2 Schmelz, 1900. 10.52. 3. Dest. DsL Wetzlar, 10,20 Meter Schmelz sollte bei etwa- mehr Training die 11-Meter-Grenze wieder erreichen. Staffeln. 1 00 - Meter: 1. 1900, 1. Mannschaft (Hopfenmüller. Weil, Geist, Gunott. 46,8; 2. FD. Weilburg, 3 Meter zurück, 3. 1900. 2 Mannfchaft. Die 1900er siegen auf der miserabelen Außenbahn sicher; ihre Aussichten bei den am nächsten Sonntag in Gießen stattfindenden DezirkS- meisterfchasten von Hessen-Hannover sind nicht schlecht. 4>^1500Meter: 1. 1900 l Linsemann, Jung, Knigge. Glagow) im Alleingang Frankfurt, Iugendwettkämpse Klaffe A, 12 13: 100 Meter 1. Schickedanz, 1900. 11,h (I); 2. Marff, VfL Wetzlar; 2 Höchst; 3. Koch II., 1900, 11,9. 800 Meter 2. Mootz. 1900, 2:13,9 Minuten. 1500 Meter 3. Mootz. 1900, 4:45 Minuten. Kugelstoßen: 1. Kilo. DfL Wetzlar. 14,28 Meter; 2. Will. 1900, 13,26 Meter. Speerwerfen 3. Will, 1900. 39 Meter. 4 100- Meter-Staffel: 1. Lp.-Dgg 1900, Gießen, 46.4 (!); 2. Eintracht. Frankfurt a M, 47,1; 3. Fußball- SpD. Frankfurt. Klaffe B. 100-Meter-Lauf: 3 Gräf. 1900. 12 Sekunden. 800 Meter 1. Daumstieger, 1900, 2:15,7; 2. Schäfer. Eintracht, 2:19,2 Minuten. 4'xl00 Meter: 2. Sp.-Dag 1900, 49.2 Sekunden. Weitfprung: 2. Gräf. 1900, 5,80 Meter Dreikampf: Gräf, 1900. D.f.B. Leichtathletik. Die Leichtathletikabteilung vertrat am vergangenen Sonntag den DfD. bei drei verschiedenen Veranstaltungen, und zwar mit bestem Erfolg. Trotz stärkster KonkurrSnz und Ausfall einiger talentierter Leichtathleten, durch Krankheit bzw. Urlaub wurden eine ganze Anzahl Siege und Plätze errungen. Wenn ihre Zahl auch nicht ganz so hoch ist, wie die einiger anderer, bedeutend längere Zeit Leichtathletik treibender Bereine, so ist sie doch höher al» bei den gleichen, Veranstaltungen im Dorjahre, und zeigt, daß man immer mehr mit der aufstrebenden Abteilung deS DfD. zu rechnen bat. Dei den Be- zirksfrauenwettkärnpfen in Marburg konnten Die Damen insgesamt drei erste, drei zweite und einen dritten Sieg erringen. Tfle Konkurrenzen, in denen DfD. erfolgreich war. Diskuswerfen für Frauen: 1. Luh. DfD. 08, 25,10 Meter; 2. Fred, DfL- Wetzlar. 22,33 Meter; 3. Thiel, .Kurhessen" Kaffel,. 22,20 Meter. Frl. Luh, die durch ihre körperliche Veranlagung für diese Koniurrenz prädestimiert ist, stellte ihr Können mit dieser vorzüglichen Leistung, die mit zu den besten der ganzen Ver- anstaltung gehören dürfte, unter Detveis. 800 Meter Frauen: 1. Schlüter, „Kur- hessen" Kassel, 3:3,6; 2. Ilmbach, „Kurhesfen" Kaffel, 3 4,9; 3. Stühler, DfD 08. 3:5,6. Frl. hm, ich weiß eS." Ja. so würde Lothar zu ihr lagen. — Dorher aber mußte er zu Siegfried Warfchner gehen. Der würde ihn aufnehmen. Lothar würde al» Direktor oder Prokurist da» Werk wieder hochbringen. Fremde Gefichter begegneten ihm in der Marfchnerfchen Fabrik. DaS gesamte alte Personal schien durch neue Kräfte ersetzt worden zu sein. „Ich möchte Herrn Marschner sprechen", sagte Lothar zu einem jungen, strohhaarigen Buchhalter mit seltsam großporiger Rase, der im ersten Bureauzimmer saß Der Angestellte nahm die Karte. „Sind Sie angemeldet?" „Rein!" „Dann bebaute ich! Bielleicht kann ich Sie für einen der nächsten Tage anmelden." .Erlauben Sie", erwiderte Lothar ungeduldig. ..Herr Marschner wird mich ganz bestimmt empfangen.“ Der Buchhalter zog die Schultern hoch. .ES ist ganz ausgeschlossen. Herrn Marschner zu stören. — Sine wichtige Konferenz." Lothar wußte, daß der Mann log. .Ich bin Emmerftorff. der frühere Mitinhaber deS Werke». Herr!" ries Lothar mit rotem Gesicht. .Melden Sie mich unverzüglich Herrn Marschner." Der Ltrohhaarige wurde verlegen. .Aus — Ihre — Verantwortung!" stammelte er und verschwand sehr rasch im Rebenzimmer. Lothar mußte lange warten. Schließlich kam der Angestellte zurück. .Herr Marschner läßt bitten!" Emmerstorff trat in bad Privatbureau ein. .Wa» führt Sie denn her. mein Lieber", fragte Marschner jovial und erhob sich schwerfällig au» dem Klubsessel. .Ich hörte lange nicht» von Ihnen. Sie sehen nicht gut aus. Derehrtestrr. Erzählen Sie!" — Er schaute seinen Besucher forschend an. — E» wäre nicht nötig gewesen, daß Lothar nun von seinem pekuniären Mißgeschick erzählt hätte. Sein ehemaliger Kompagnon wußte alle». »Ich bin ruiniert, sehen Sie", schloß Lothar seinen Bericht und sah Marschner hilfesuchend an. (Fortsetzung folgt) Stühler lief diese Strecke zum erstenmal, dielt sich aber trotzdem sehr tapfer. 3x8OO-Meter-Staffel für Frauen: 1. LfD. 08, 9:4,2. Die VfBerinnen liefen mit Frl. Schwarz, Frl. Müller und Frl. Ehelmüller ein feines Rennen. Die Zeit ist außerordentlich gut zu nennen, zumal sie ohne Konkurrenz gelaufen wurde. — Im 100-Meter-Lauf für Frauen konnte sich Frl. Stühler bis in die Entscheidung durchkämpfcn. vermochte sich im Endlauf jedoch nicht zu placieren. Trotzdem gebührt ihr Anerkennung, da sie in den Laufkonkurrenzen bisher nicht trainiert hat. 10 0 Meter f ür Mädchen 1913/14: 1. M. Müller, VfB.08, 14,6; 2. E. Richtberg, Sp.- Vgg. 1900, 15,2 ; 3. Hollmann, VfL. Wetzlar, 15,4 Sek. Von Frl. Müller eine beachtliche Leistung. Obwohl ihr der Start mißlang, lief sie dank ihres guten Stils ihren Gegnerinnen davon und errang den Sieg in einer sehr guten Zeit. Weitsprung für Mädchen: 1. Kuhn, VfL. Wetzlar, 4,22 Meter; 2. Fischer, VfB. 08, 3,96 Meter; 3. G. Richtberg, Sp.-Dgg. 1900, 3,68 Meter. Frl. Fischer war nicht in Form, sie hat schon bessere Leistungen erzielt. 4xl00-Meter°Staffel für Mädchen: 1. VfL. Wetzlar 61,4; 2. VfB. 08 61,5; 3. „Kurhessen" Kassel 63,8 Sek. Rur mit Handbreite kam VfB. in der Besetzung mit Frl. Krause, Frl. E. Müller, Frl. M. Müller und Frl. Fischer hinter VfL. Wetzlar ein, nachdem er bis zum letzten Wechsel führte. Dreikampf für Mädchen: 1. Kuhn,VfL. Wetzlar; 2. Fischer, VfB. 08; 3. Hollmann, VfL. Wetzlar. Mit sechs Aktiven, einer verhältnismäßig geringen Zahl, beteiligte sich VfB. an den Gauwettkämpfen in Weilburg und errang vier erste, zwei zweite und drei dritte Siege. Kugel Kl. l: 1. Mohl, VfB. 08, 12,67 Meter; 2. Schmelz, Sp-Dgg. 1900, 10,70 Meter; 3. Koch. VfL. Wetzlar, 10,52 Meter. Mohl fehlte auch hier wieder der gewohnte Stoßbalken, trotzdem warf er zwei Meter weiter als sein nächster Gegner. 400 Meter Kl. II: 1. R. Fischer, VfB. 08, 54,8; 2. Geist, Sp.-Vgg. 1900, 55,1; 3. Büttner, VfB. 08. R. Fischer, der seit langer Zeit erstmals wieder startete, überraschte durch seinen prächtigen Lauf und verdankt seinen Sieg seinem guten Stil. Hammerwerfen: 1. Mohl, VfB.08, 32,45 Meter: 2. Klös, Sp.-Dgg. 1900 , 23,60 Meter; 3. Frenz, VfL. Wetzlar, 21,40 Meter. Eine überragende Leistung Mohls, dem diese Disziplin besonders liegt. Diskus Kl. II: 1. Koch, VfL. Wetzlar, 34,64 Meter; 2. Mohl, VfB. 08, 34,17 Meter; 3. Frenz, VfL. Wetzlar, 30,65 Meter. Hier mißlangen Mohl sämtliche Würfe; kürzlich noch warf er in Diez 36,95 und in Wetzlar sogar 37,55 Meter. 400 Meter Kl. III: 1. R. Fischer, VfB.08, 55; 2. Büttner, VfB. 08, 55,4 Sek. 3. Erbe, Weilburg. R. Fischer zeigte, daß sein vorheriger Sieg kein Zufallserfolg war. Büttner hielt sich ebenfalls recht gut. 5000 Meter Kl. I: 1. Paul, Sp.-Vgg. 1900, 17:21; 2. Heberling, Spv. Wetzlar, 17:29 Min.; 3. Heise, VfB. 08. 30 0 0 Meter Kl. III: Koch, Sp.-Dgg. 1900, 10:19; 2. Goßmann, Weilburg; 3. Mewes, DfB. 08. Mewes hielt sich trotz seiner Jugend und geringen Kampferfahrung recht gut. K Bei dem Rationalen Öugendsportfest der Frankfurter Eintracht gelang es von den ^Jugendlichen nur Jäger, sich einen ersten Sieg zu erkämpfen. Er gewann die stark belegten 400 Meter der Klasse A in 55,6 Sek. Sein Erfolg ist beachtenswert und verdient volle Anerkennung. Die übrigen vermochten sich nicht durchzusetzen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Lollar I — Raunheim I 4:4. Raunheim war in Lollar zum fälligen Serienspiel zu Gast. Beide Mannschaften liehen viel von ihren früheren Leistungen vermissen. Vom Anstvh ab ist Lollar etwas im Vorteil. Lollar kommt nach Verlauf einer Viertelstunde durch Elfmeter zur Führung. Das Spiel wird schärfer. Lollar kann von einer Anzahl Ecken mit viel Glück eine zum zweiten Tor verwerten. Rach Seitenwechsel geht Raunheim mächtig aus sich heraus. Ein Elfmeter bringt chm das erste Tor. Lollar erhöht bald auf 3:1. Rach kurzer Zeit kann Raunheim den Ausgleich erringen und danach durch Strafstoß die Führung übernehmen. Das Spiel wird noch schärfer. Ein Spieler der Gäste muh wegen unfairen Spiels das Feld verlassen, der Strafstoß bringt Lollar den Ausgleich. Der deutsche Außenhandel im Rai. Steigerung des Ausfuhrüberschusses Berlin, 16.3uni. (WTD.) Der Wert der Einfuhr im deutschen Außenhandel betragt im reinen Warenverkehr im Mai 831 Millionen Reichsmark gegen 889,4 Millionen Reichsmark im April, der Wert der Ausfuhr 1 096,5 gegen. 976,7 Millionen Reichsmark. Die Einfuhr hat sich daher um 58,4 Millionen Reichsmark verringert, die Ausfuhr um 119,8 Millionen Reichsmark gesteigert. 3m ganzen beträgt der Ausfuhrüberschuß im Mai 265,5 Mill. Mark gegen 87,3 Mill. Matt im April. Diese Entwicklung ist um so bemerkenswerter, als gleichzeitig die Durchschnittswerte der Ein- und Ausfuhr als Folge der internationalen von 87.3 auf 265.5 Millionen RM. Preissenkung weiter zurückgegangen sind. Unter dieser Berücksichtigung ergibt sich volu- menmäßig nahezu ein Sichgleichbleiben der Einfuhr, für die Rohstoffeinfuhr sogar eine leichte Steigerung, und eine Erhöhung der Ausfuhr um 130 Millionen Reichsmark, gemessen an den Vormonatspreisen. Der Rückgang der Einfuhr entfällt in der Hauptsache auf die verminderte Getreide- und Rohstoffeinfuhr. Zu der Steigerung der Ausfuhr hat hauptsächlich der vermehrte Export von Fertigwaren, Rohstosfen und Halbfertigwaren beigetragen. Der Anteil der Reparatrons- lieferungen an der Ausfuhr beträgt 78,8 Millionen Reichsmark gegen 51 Millionen Reichsmark im April. Wieseck Ib — Grünberg I 9:0. Grünberg 1 war in Wieseck äu Gast, um gegen die mit Ersatz antvetende Ib-Mannschaft des Platzbesihers ein Freundschaftsspiel auszutragen. Alle Anstrengungen der Gäste konnten nicht verhindern, daß die Einheimischen in gleichmäßigen Abständen ihrem Hüter neunmal das Rachsehen gaben, während es ihnen versagt blieb, zu einem Ehrentreffer zu kommen. Auch die Zugendmannschaft der Gäste muhte gegen die erste Jugend der Einheimischen eine 7:0-Riederlage hinnehmen. Radsport \m Lahngau. Der zweite Sonntag im 3uni ist der Tag, an dem in den gesamten Gauen des Bundes Deutscher Radfahrer die Gaumeisterschaften im 150-Kilometer-Zuverlässigkeitsfahren ausgetragen werden. Der Lahngau hatte Gießen als Start und Ziel seiner 150 Kilometer gewählt. Schon in früher Morgenstunde war am „Feldschlößchen" reger Verkehr, doch sind 150 Kilometer im Lahn- gau schon jahrzehntelang eine besondere Rümmer im Sportprogramm. Dem Fahrwart Kehr, Gießen, stellten sich in Klasse A sechs, in Klasse B neun und in der Seniorenklasse ein Fahrer zum Start. 6.05 Uhr schickte Fahrwart Kehr die A-Klasse auf Die große Reise. Der Seniorfahrer Hildesheim, Lollar, wurde fünf Minuten später und die B-Klasse 6.25 Uhr auf ihre 90-Kilometer- Fahrt losgelassen. Die A-Fahrer fuhren große Fahrt, bisP reih, Gießen, durch Reifenschaden bei Dillenburg von der Gruppe abfiel, vor Laasphe aber wieder aufkam. Zwischen Biedenkopf und Marburg gab es wieder Lücken in der Gruppe, die jetzt schon eine große, zum Teil bergige Strecke hinter sich hatte. Deibel, Gießen, muhte infolge Reifendefekt vom Rade, auch Dosum, Marburg; Bender und Keiner, Wetzlar, fielen ab. Volz und P r e i ß, Gießen, nahmen jetzt Reißaus. P r e i h blieb hei Marburg zurück. Deibel machte sich jetzt an die Verfolgung von Volz, der sich durch Deibels Defekt einen Vorsprung gesichert hatte und diesen auch bis ans Ziel behielt und somit den, Titel Gaumeister für 1930 an sich bringen konnte. Eine Minute später ging Deibel als Zweiter über das Zielband an der Karlsruhe, wo sich ein zahlreiches Publikum versammelt hatte. Die B-Fahrer blieben bis etwa 40 Kilometer in einer Gruppe, bis hinter Burg bei Herborn Müller und Oswald von Wetzlar abgingen und auch nicht mehr aufgeholt werden konnten; sie hatten ihren Vorsprung dauernd vergrößert. Der Altersfahrer Hildesheim, Lollar, wurde in Gladenbach überholt; auch er hatte sich gut gehalten. Rachstehend die Ergebnisse: A-Klasse (150 Kilometer): 1. W. Volz, Germania Gießen, 4:52 Stunden, 2. QI. Deibel, 1885 Gießen, 4:53.05, 3. H. Preiß, Germania Gießen, 5:01.30, 4. H. Bender, 1887 Wetzlar, 5:23.26, 5. F. Keiner, 1887 Wetzlar, 5:23.27. — B-Klasse (90 Kilometer): 1. H. Müller. 1887 Wetzlar, 3:09.25 , 2. H. Os- beld, 1887 Wetzlar, 3:14.40, 3. K. Hildesheim jun., Lollar, 3:18.25, 4. K. Muhl, 1885 Gießen, 3: 22.30, 5. F. Zimmermann, 1887 Wetzlar, 3: 22.32, 6. R. Knöbel. Mandeln, 3:25.18, 7. R. Ost ermann, Mandeln, 3:29.51. — Seniorenkasse (90 Kilometer): K. Hildesheim sen., Lollar, 3:44.52. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Wirtschaft. Schwarzer Tag in Wallstreei Reuyork. 16. 3uni. (1DIB.) Wallstreet hatte heute einen schwarzen Tag zu verzeichnen. Umfangreiche Liquidationen und Blanko- abgaben, die auf die scharfen Rückgänge der Warenpreise, auf das Fehlen irgendwelcher anregender wirtschaftlicher Rachrichten, vor allem jedoch auf die Ermäßigung der Gasolin- und Kupferexportpreise zurückzufllh- ren waren, übten einen empfindlichen Druck auf das Kursniveau aus. Selbst krästtge Interventionen konnten der rückläufigen Bewegung nur für kurze Zeit Einhalt gebieten. Die K u r s v e r t u st e erreichten bei zahlreichen Spezialwerten ein Ausmaß von 15 bis 22 Dollars. Die Börse schloß flau, und der neue Kurseinbruch wird mit dem neuen Zolltarif in einen gewissen Zusammenhang gebracht, da ungünstige Auswirkungen für die gesamte amerikanische Wirtschaft, insbesondere jedoch für den Außenhandel befürchtet werden. Rinfrermortt in Gießen. Auf dem heutigen Gießener Rindermarkt standen 1222 Stück Großvieh und 187 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mk., 2. Qualität 450 bis 550 Mk., 3. Qualität 250 ckis 350 Mk.; Schlachtkühe 150 bis 450 Mk.; Rinder, V.jährig, 150 bis 250 Mk., »/<- bis 1'/jährig 150 bis 350 Mk.; Kälber das Pfund Lebendgewicht 60 Pf. Ausgesuchte Tiere brachten Preise über Rotiz. — Marktverlauf: Anfangs rege, zuletzt abflauend, es verblieb geringer Lleberstand. • * Neue Mehlpreisermäßigung. Die Süddeutsche Mühlenvereinigung hat den Konven- tionspreis für Weizenmehl Spezial 0 von 45,75 auf 45,50 Mark ermäßigt. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 17.3uni. Tendenz: weiter abgeschwächt. — Die heutige Börse eröffnete in erneut schwächerer Haltung. Der starke gestrige Kurseinbruch an der Reuhorker Börse und die ungünstige innerpolitische Lage veranlaßte die Spekulation zu stärkerer Zurückhaltung. Das Geschäft war wieder sehr klein, der Auftragsmangel hielt unvermindert an. Es kam Material an den Markt, doch nur an einigen Märkten in etwas größerem Umfange, so daß im allgemeinen die Kursabschläge gegenüber der gestrigen Abendbörse nicht über 2 Proz. hinausgingen. Rur die Spezialwerte hatten stärker unter der schlechten Situation zu leiden. Vor allem war der Elektromarkt in Mitleidenschaft gezogen, an dem Gesfürel 5,5 Prozent, Siemens 4,5 Prozent und gelten 3,5 Prozent einbühten. AEG. und Dchuckert hielten ihren Verlust im üblichen Rahmen. Auch am Chemiemarkt hatten Farben einen beträchlichen Abschlag von 3,5 Prozent zu verzeichnen. Am Montanmarkt gingen die Abschläge nicht über 1 Prozent hinaus. Rheinstahl und Phönix eröffneten knapp gehalten. Westeregeln und Salzdetfurth gaben bis zu 2,5 Prozent nach. Stark angeboten waren Zellstoff Aschaffenburg mit minus 4 Prozent. Schiffahrtswerte gaben bis zu 2 Prozent nach. AG. für Verkehrswesen lagen erneut 1,5 Prozent niedriger. Auch am Bankenmarkt war Die Umsahtätigkeit sehr bescheiden. Reichsbank gaben etwa 5 Prozent nach. Die übrigen Werte dieses Marktes waren bis zu 2 Prozent schwächer. Am Rentenmarkt waren Deutsche Anleihen gut gehalten, zeitweise etwas lebhafter gehandelt. 3m Verlaufe schritt die Kulisse weiter zu Abgaben, zumal von der Schweiz besonders Clektrowerte angeboten sein sollen, so daß sich das Kursniveau gegen Anfang erneut etwas senkte. Farben blieben dagegen gut gehalten, konnten sich sogar im Kurse etwas bessern. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Prozent etwas leichter. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1926, gegen Pfund 20,37, London gegen Kabel 4,8575, gegen Paris 123,78, gegen Mailand 92,76, gegen Madrid 42,12, gegen Schweiz 25,0840, gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin, 17. Sunt. 3m Anschluß an den schwachen Vormittagsverkehr eröffnete^Tiuch die heutige Börse in ausgesprochen matter Haltung. Das Hauptmoment war der scharfe Kurseinbruch an der gestrigen Reuhorker Börse, der sehr überraschend kam. Hinzu kamen noch die Schwierigkeiten der innerpolitischen Lage, die sich weiter verstärkt haben. Diesen beiden Momenten standen zwar einige günstige Rachrichten gegenüber, bie aber ohne jeden Einfluß auf die Stimmung blieben. Der heute veröffentlichte Reichsbankausweis per 14. 3uni brachte wieder eine starke Entlastung. Die Wech- Eßt mehr Roggenbrot! fei» und Scheckbestände haben sich um zirka 27,2 Millionen verringert, während der Umlauf an Reichsbanknoten um 295,5 Millionen zurückgegangen ist und die Deckung der Roten durch Gold sich auf 61,2 und durch Gold und Devisen auf 71,7 Prozent erhöht hat. Auch die Hoffnungen auf eine Diskontsenkung in kurzer Zeit haben sich verstärkt, zumal dem Reich bald die 400 Millionen aus der Boung-Anleihe und die zweite Rate der Reichsanleihe zufliehen werden. Richt ohne Einfluß blieb ferner die Auflegung einer Auslandanleihe der Rentenbankkreditanstalt. Zu den ersten Kursen kam, besonders in den schweren Werten, Material heraus, das nur zögernd Aufnahme fand. 3m Durchschnitt betrugen die Anf angsver- lufte 1 bis 4 Prozent, zum Teil bis 6 Prozent. Sehr schwach lagen Svenska mit einem Verlust von 10 Mark und Chade mit einem solchen von 8 Mark. Bei letzteren drückten, ebenso wie in den anderen Elektrowerten, Schweizer Abgaben. Spritaktien und Kalipa- piere tagen ebenfalls sehr schwach. Am Chemie- martt verloren 3.-G.-Farben 4 Prozent. Zu erwähnen sind noch Deutsche Linoleum mit minus 9 Prozent. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit an. Tagesgeld war mit 2,5 bis 4,5 Prozent erhältlich; Monatsgeld unverändert 4,75 bis 6 Prozent. Warenwechsel zirka 4 Prozent. Deutsche Anleihen waren uneinheitlich. Ausländer schwächer. Rach den ersten Kursen setzte auf 3n- terventionen von Grohbankseite sich eine leichte Erholung durch, bei der sich Gewinne von 1 bis 2 Prozent ergaben. Verwegner Bankeinbruch in Lodz. Warschau, 17. 3uni. (WTV. Funkspruch.) Zu dem sensationellen Einbruch in die Lodzer Handelsbank, über den bereits berichtet wurde, werden nun noch weitere Einzelheiten bekannt. Wie der „Rote Kurier" meldet, sind die drei Gefangenen, es waren dies der Haupt- kaffierer und zwei Bureaudiener, um 2 Ahr nachts mittels Rachschlüssels lebend und gesund aus der Panzerkammer befreit worden. Die Der- brecher, fünf Männer und eine Frau, sind im Laufe des gestrigen Tages von einem gekündigten Burean- diener, der das letztemal feinen Dienst versah, in die Bank gelassen worden. Den Kasseneinbrechern, die mit den allermodernsten Einbruchswerkzeugen gearbeitet haben, ist eine Beute In höhe von 300000 Zloty in die Hände gefallen. Die Safes blieben jedoch unversehrt, da die Bankräuber es für angebrachter hielten, fo rasch wie möglich wieder zu verschwinden. 3n Lodz hat der Vorfall große Erregung hervorgerufen. Zahlreiche Kunden sind sofort nach Vekanntwerden des Raubes in die Bank geeilt um zu prüfen, ob ihre Werte nicht angetastet worden sind. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 o. $)., Lombardzinsfuß 5,5 o. S). Frankfurt a. DI. Derltn Frankfurt a. M. | Berlin Schluß« kurS l.Uhr. Kurs Schluß. kurS Anfang- Kurs Schlußkurs l-ithr. Kurs Schluß« kurS Anfang- Kur« Datum 16. 6. 17. 6. 16 6. 17. 6. Datum 16. 6. 17. 6. 16 6. 17. 6. b% Leuna,e ineiajeaiuenjc Vamvukg-Amerlla Patel . . . < 105,75 104,5 109,5 103,25 _ 88,25 — Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 — — 7% Deutsche RetchSanleihe Hansa Dampsschiss.....10 — — 146,5 140.5 104,75 - 104,5 ■ - Norddeuticker Llond.....8 106 104.5 110.25 103,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mH Allgemeine DeutscheEreditanst. 10 114,75 114 114,6 Ohiolni . ...... _ _ 6fi,q 57.2 91nrmpr Bankverein .... 10 125.25 124 125,25 124 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 9 8,65 9 8,6 Berliner Handelsgesellschaft . 12 168 165.5 8% Hess. Bolksstaat von 1929 Commerz- und Privat-Bank. 11 146,75 145 147 145 (rüdtafjlb. 102%)...... 95,25 •— 96 — Darmstädter und Nationalbank 12 220,5 —— 220,5 218 Oberhessen Provinz • Anleihe mH Deutsche Bant und 9ln»ln| -Nechlen....... 57 _ — Ttöconto-chesellschast, ... 10 138 — 137 138.75 _ 139,5 137 ÄJcUi|u)c stumm, vsumuiciauu ßlnlp|f)p (Aoki? 1 ...... . 67 -__ 56,4 - ReichLbank........12 272,4 — 272,75 268.75 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse XIII tntlünbbar bid 1931 . . . - - AEG...........8 156.5 154,5 157,13 155,25 7% Franks. Hpp.-Bank Goldpse Bergmann.........9 184,75 185 Utifünhbar uiS 1932 ..... 94 9 _ - Slpttr LleieounoSaeielllckakt. 10 — 148 0 — 4Vi% Rheinische Hyp.-Bank Licht und Straft”...... 10 156 157,75 152,13 SUqti. Goldpse......... 88,75 _ _ ä Guilleaume . . . 7V4 116,5 113,25 116 113,25 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Äesellschasl für Elektrische £R 17 . 101 101 151 145,5 151,5 148,13 8% Pr. LandeSpsandbrtesanstalt, Hamburger ElektrizilätS-Werke 10 135 fiomm^Cbl. VI. 20...... 98,5 — — —- Rheinische Elektrizität .... 0 -- 144 142 7% Pr. Lanbespfandbriesanstalt, Schlesische Elektrizität. ... 10 — — 157 155 Psandbriese R. 10...... 95,5 —— 96,1 — Schuckert L Co.......11 — 166,5 168.5 168 A.E.G. abg. BorkriegS-Obligatio. Siemens 8= Halske.....16 230 225,5 231 228 nen, rückzahlbar 1932 .... 96,5 — — — Troneradio.........8 — — — 118,75 Lahmeyer «Co.......10 — — 164,5 — 4% Lesserretchische Goldrente . 25,75 — 26,75 _ 73,75 _______, 73,5 70.25 4,20% Oesterretchische Silberrente — 3,5 3 Deutsche Erdöl . ...... 6 93 — 92 89,5 4% Oesterreichilche Einheitliche ? 05 Essener Steinkohle......8 ,34 — 134 133 «% Ungarische Goldrente .... 23,5 — 23J 122 122,13 121 4% Ungarische Stoatsrcnte v. 1910 _ XncLf. Etl-n.......ßVi 99,25 97,25 4!4% deSgl. von 1913..... — — 21 — Ilse Bergbau.......10 224.5 224 4/j% Rumänische vereinh. Rente Rheinische Braunkohlen . . IC — 216 212,75 114 113,75 115 114 4% Rumänische vereinh. Rente — — 8,1 — Rlebeck Montan......7,S Frankfurt a. M. Berlin Banknoten. Schluß-s t-ichr« Schluß« Anfang« Aerlin, 16- Juni Geld Ärtef kurS | KurS kurS Kurs Amertkantlchc Noten . . 4,169 4.189 Belgische Noten..... • • e 58,40 58.64 Datum 16 6. 17. 6 16 6 17. 6. Dänische Noten .... « • • 11,83 112.27 20,385 Englische Nolen..... flranzüsischc Noten . . . . 20,305 Bereinigte Stahlwerke . . Otavt Minen...... 16'/. 9T 89,75 90.5 89,9 • e • 16,42 16,48 — 46.5 45 Holländische Noten . . . . 168,06 165,74 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 208 — 209 206 Italienische Noten..... 21,93 22,01 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 209.5 208 211 208 Norwegische Noten . . . 111.73 112.17 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 382 379,5 385 382 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59.07 .59.31 Rumänische Noten . . . 2,465 2.485 I. ®. Farben-Jndustrte . . . 12] 161,65 — 162 158 Schwedische Noten . . . . Schweizer Noten .... 112,25 81,11 112,69 81-43 Dynamit Nobel..... . . 6 — — 81 81,25 Spanische Noten..... 48,85 49.05 Schetdeanstalt...... . . 9 — — ■ Tschechoslowakische Noten. M M M 12,42 12.48 Goldschmidt ...... ROigcrSwerke...... • • 5 . . 6 56 63 61,75 56 63 57 62 Ungarische Noten .... 73.00 74,30 Metallgesellschast. .... . . 8 116,5 — 116.5 115 Devisenmarkt Berlin — Frankfur a. M. Philipp Hohmann .... Zementwerk Heidelberg . Cementwerk Karlstadt. . . . 10 . 10 96 115 96 — 16. Juni 17. Juni — — — Amtliche Notierung Amtliche Notierung Drie, Wayß & Freytag .... . . 8 75,5 80.25 —— Amst.-Nott. 168,38 168,72 168,40 168,74 Schultheis Patzenhofer . . . 161 — — 300 296 Luen-Aires Brss.-Antw. 1,545 50,39 1.558 58,51 1,540 58,39 1,544 58,51 Ostwerke........ . 12 248,25 244.5 Chrtstiania. 112.03 112.25 112,04 112,26 Aku . . ........ . 18 91 90 88 .Kovenkiaaen 112,06 112,28 112,67 112,05 112,27 Bemberg........ . 14 105 — 104 100,5 112,45 112,44 112,66 Zellstoss Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg . . 18'/, 160 — 160 158 10.542 10.562 10,541 10,561 . 12 123 118 123 — 21.94 21,98 21,925 21,965 Charlottenburger Wasser . . . 8 — — 100,25 100 London. . - 20.342 20,382 20,342 20,382 Dessauer (Mas...... . . 9 — 154,75 151 Ncuhork . . 4,1875 4.1975 4,1875 4,1955 Daimler Motoren . . . . . . 0 35,5 — 35.13 34,5 Parts.... 16,43 17,47 16,43 16,47 Deutsche Linoleum . . . ■ e . 210,5 — 210 201 Kchrveiz •. 81,11 81.27 81,095 81,255 . . 0 — — 48.5 48,25 Spanten. . 49,15 49,25 48,05 48,15 Rat. Automobil..... . . o — — 16,75 — Japan . . . 2,068 0,473 2,072 2,70 2,74 Orensiein & Koppel . . . . . 6 — — 72 69,5 •Hlo de Jan. 0,475 0,469 0,471 Leonhard Dietz..... . 10 —- —— 151,5 — Wien in D-- SvenSka........ 313 — 312 301,75 Öest. abgcst 59,09 59,21 9,10 59,22 Prag - . . . 12,417 12,437 15 ,419 12.439 sZranksurter Maschine» . • . . 4 26.5 — 27 ■— Äelzrad . . 7,408 7,416 ,398 7,412 Hehligenstaedt ..... . . 6 . . C 35,5 — Budapest. . Bulgarien . 73,22 3,035 73,36 3,041 7j ,215 ,035 73.375 3,041 JunghanS........ Leckwerke........ . . 6 40 —— •* —— Lissabon . . 18,80 18,84 18,81 18,85 . . 8 — —• — Danztg. . . 81,34 81,50 81,34 81.51 Matnkrastwerke Höchst a. M.. .8 — —— — — Konstantin. 1,785 1,789 1,784 1,789 Mtag.......... . 10 — 115,5 115 Athen. . 5,425 5,435 5,425 5,435 Gebr. Roeder...... . 10 — —- —— — Canada . 4,187 4,195 4,188 3,656 20,86 4,196 ISolgt L Haesfner . . . . Süddeutsche Zucker . . . . . 9 . 10 150 156,5 150 157,5 Uruguay. Cairo . . 3,666 20,86 3,674 20,90 3,664 20,90