Nr. 115 Erstes Blatt 180. Zahrgang Samstag, 17. Ma! 1930 Gr|d)etnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Du Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Bejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. $entfpred)anfd)lüfle anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten : Mnjetger Stehen. Postscheckkonto: Kranffuri am Main 11686. GietzemrAMiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Sle'.ndruckerei ».Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von »nzeigeU für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzoorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Gießen. Das Hilfsprogramm desReichskabmeiis für den deutschen Osten ©er lebende Grenzwall Den ersten und vielleicht auch den schwierigsten Graben Hai der Ernährungsminister Schiele glücklich übersprungen. Nachdem es ihm gelungen ist, die Pläne, die er für das Osthilfeprogramm hatte, mit geringen Abänderungen im Kabinett selbst durchzusetzen, wobei er klug genug war, um die Reibungsflächen zu vermindern, sich selbst in den Hintergrund zu stellen und die Feder- führung dem Reichsinnenminister Dr. Wirth zu überlassen, der seine Gedanken im wesentlichen übernommen hat, der aber nach seiner Persönlichkeit ganz gut geeignet ist, die Verbin- düng nach der sozialdemokratisch orientierten preußischen Regierung aufrechtzuerhalten und auch den Kampf im Plenum des Reichstags gegen die Sozialdemokraten aufzunehmen. Cs wäre so schön gewesen, wenn es gelang, wenigsten« dieses Hilfsprogramm für den Osten, das doch im besten Sinne eine nationale Aufgabe ist, aus dem politischen Tageskampf herauszuztehen. Aber dazu sind die inneren Gegensätze bei uns wohl zu groß. als dah so etwas überhaupt möglich sein könnte. Die Einflüsse, die Preußen auf die weitere Entwicklung des Gesetzgebungswerks haben kann, sind nur noch verhältnismäßig gering Die Preußenkasse Legen deren Tätigkeit wegen ihrer sozialistischen -Neigungen bei der gesamten Land- Wirtschaft ein unüberwindliches Mißtrauen besteht, ist zwar nicht vollkommen ausgeschaltet, sie wird kapitalsmäßig an der neuen Dank beteiligt, aber doch so schwach, daß sie Regattons- pvlittk nicht treiben kann, Und das ist gut so. Denn wenn dieser letzte Versuch zur Rettung der ostdeutschen Wirtschaft überhaupt einen Sinn haben soll, bann muß er einheitlich eingesetzt und durchgeführt fein. Wir haben uns infolge der Besetzung des westlichen Grenzgebiets instinktmäßig in den legten Jahren daran gewöhnt, v i e l z u sehr nach dem Westen zu sehen und die Gefahren zu übersehen, die im Osten heraufzogen. Erst zu spät sind uns die Augen aufgegangen, haben wir auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge begreifen gelernt, die eine Gesundung der ostdeutschen Wirtschaft ohne großzügige Abhilfe verhindern. Was bisher vom Reich und von Preu- tzen getan wurde, war Stückwerk. Wenn jetzt geholfen werden soll, dann dehnt sich diese Hilfe gleichmäßig auf alle Schichten aus, sie will .aber doch in erster Linie nur den Trieb zur Selbsthilfe wecken, den Osten aus sich selbst heraus gesund zu machen und dafür zu sorgen, dah gleichzeitig an unserer östlichen Grenze ei ne lebendige Mauer von deutschen Dauern sitzt, die der beste Grenzschutz gegen alle Störungsversuche von außen ist. Die Vorschläge. rung beschlagnahmter Grundstücke und gepfändeter Jnoentarstücke hinausgeschobenwerden,wenn die Landstelle dies beantragt. Zur Entlastung der Wirtschaft sollen steuerliche Lastensenkungen, die bisher auf die Landwirtschaft in Ostpreußen beschränkt waren, dem übrigen Notstandsgebiete der Oslgrenze zugute kommen und auf die übrigen Healfleuern ausgedehnt werden. Die Frachterleichterung, die bisher nur für Ostpreußen galt, soll auch auf andere unmittelbar an den Kotridor angrenzende Gebiete erstreckt werden, Die wirtschaft des Ostens soll ferner durch den Bau von Eisenbahnen belebt werden. Meliorationen. Landarbeiterwohnungsbau, Umschulung von Arbeitskräften zu Landarbeitern. Krediterleichterung für Gewerbe, handel und Handwerk, Beihilfen für den Bau von Krankenhäusern werden unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbeschaffung und der mittelbaren Entlastung der Gcmeindehaushalte durchgcführt werden. Voraussetzung für diese Fürsorge wie auch für die Senkung der Realsteuern ist. daß es der kommunalen Aussicht gelingt, dem von Jahr zu Jahr stärkeren Anschwellen der kommunalen haushalte Einhalt zu tun. Zur Verkehrs- erfchließung und Arbeitsbeschaffung sollen auch die durch Grenzzerreihung verstümmelten Verkehrswege, der Straßen- und Lhausfeebau, die Erhaltung des Kleinbahnnehes im Osten sowie der Ausbau der Höfen gefördert werden. Zur Beschaffung der Mittel für die landwirtschaftliche Umschuldung dienen Reichs- garantien und die Einrichtung einer deutschen Ablösungsbank, die zur Herausgabe von Ablösungsscheinen berechtigt ist. Dresden. 16. Mai. (WTB.) Die Stadt Dresden war aus Anlaß der Eröffnung des Deutschen Hygiene-Muieums festlich mit Flaggen geschmückt. Der Festcckt selbst vereinigte eine große Zahl Gäste. 11. a. sah man Reichsmmister des Innern Dr. Wirth, die Mitglieder des sächsischen Kabinetts, viele Mitglieder des Diplomatischen Korps und zahlreiche Vertreter von Behörden und öffentlichen Körperschaften. Ober- bürgermeister Dr. Blüher sprach allen Freunden und Mitarbeitern, dem Schöpfer und Erbauer des Museums den wärmsten Dank aus. Das Museum sei zu einem Zentralinstttut für öffentliche Gesundheitspflege geworden, das sich rühmen dürfe, ein hervorragendes Jnstru- Die Leitung der ganzen Osthitfeaktion will Reichskanzler Dr. Brüning persönlich in der Hand behalten. Beide Regierungen, sowohl die preußische wie das Reichskabinett, sollen aus ihrem kreise je einen Kommissar ernennen, dem die besondere Verbindung und Beobachtung obliegt. Für das Reichskabinelt wird Minister Trevi r a n u s . für das preußische fjabinett Wohlfahrtsminister hirtflefer diese Funktion übernehmen. An den Aufbau einer besonderen Behörde zur Durchführung des Ostprogramms ist offenbar nicht gedacht, vielmehr soll die Exekutive bei den beteiligten Ressorts, also in erster Linie bei dem Reichsernöhrungsmlnisterium verbleiben. Matta wünscht ein Konkordat mit dem Vatikan Malta, 17. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das amtliche Organ der maltesischen Regierung hat gestern abend den Entwurf eines Konkordats zwischen der britischen Regierung und dem Heiligen Stuhl veröffentlicht, durch das das Verhältnis zwischen Kirche und Staat auf Malta geregelt werden soll. Als Zweck des Konkordats wird bezeichnet, die Unabhängigkeit der Kirche von Malta in allen geistigen Fragen in einer Weise zu regeln, die mit der Stellung Maltas als britisches Kronland und als autonomes Glied des Britischen Reiches verträglich ist. (Dgl den heutigen Aufsatz unseres römischen ^-Korrespondenten über Malta.) ment deutscher Kulturpolitik zu sein. Reichsminister des Innern Dr. Wirth verlas ein Handschreiben des Reichspräsidenten. in dem der Leitung des Deutschen Hygiene- Museums und allen denen, die an der Vollendung des heute vor uns stehenden Werkes mitgewirkt ^haben, für ihre vaterländische Arbeit volle Anerkennung und herzlich st er Dank ausgesprochen wird. Mit hoher -Befriedigung könne Sachsen und Dresden auf den stolzen Bau blicken, der dazu berufen, sei, der Pflege unserer Volksgesundheit zu dienen. Die Arbeit des Deutschen Hygiene-Museums sei eine Angelegenheit der ganzen deutschen Ration. Eröffnung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden Berlin. 16.Mai. (WTB.) Die Gesetze für die Osthilfe wurden heule endgültig f e r t i g g e ft e 111. An den Beratungen haben sich Vertreter Preußens beteiligt Ls ist im Reichskabinett volles Lin- vernehmen erzielt worden. Vie Osthilfegefehe sollen, aufbauend auf der all- meinen Agrarhilfe, den Krisengebieten des deutschen Ostens besondere Unterstützung zuteil werden lassen. Sie gehen davon aus, daß die Gefamtpolitik der Reichs- und der preußischen Staatsregierung sich zum Ziele fetzt, die wider st andskraft des Ostens zu stärken und die Ostprovinzen in ihrer wirtschaftlichen Kraft und sozialen Lage auf gleicher Stufe mit anderen Landesteilen lebensfähig zu machen. Gleichzeitig soll der Bestand der Bevölkerung im Osten durch starken Ausbau der Siedlung in allen ihren Formen erhalten und erhöht werden, hierzu find Dauer- matznahmen notwendig. Da jedoch die Einnahme- und Ausgabeseite der künftigen Haushaltsjahre nicht im voraus feffgetegt werden kann, stellt die Osthilfe zunächst den Bedarf des Notjahres 1 9 3 0 und die in diesem Jahre vordringlich durchzuführenden Maßnahmen sicher. Gleichzeitig wird aber der Rahmen für die umfassende Hilfe auf insgesamt fünf Jahre umschrieben. Für die Landwirtschaft ist das wesentlichste die Wiederherstellung der Rentabilität durch eine bessere Verwertung der wichtigsten Erzeugnisse des Landbaus. Ls muß gelingen, die Verluste zu vermeiden. die durch deren mangelhafte Verwertung hervorgerufen werden und die jetzt jährlich 400 bis 50C Millionen Mark betragen. Die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft liegen in der Betriebssicherung und Umschuldung der gefährdeten Betriebe in Verbindung mit Zins- crleidjterungen. Vas Ziel ist, mit den vorhandenen Mitteln eine größtmögliche Sanierung der produktiven werte zu erreichen. Um zu verhindern, daß im Einzelfall der Zugriff eines Gläubigers einen Niederbruch des Betriebes zum Nachteil des Schuldners und der anderen Gläubiger herbeiführt, und um eine ordnungsgemäße Durchführung der Schuldenregelung in den einzelnen Betrieben ficherzu- stellen. ist unter Vermeidung eines Moratoriums ein individueller Vollstreckungsschutz für eine Uebergangszeit bis zum 31. Dezember diese» Jahres vorgesehen. Danach kann eine versteige- i - - • fioi I UMII . - I A Oben von links nach rechts: Professor Kreis (Düsseldorf), der Erbauer der Ausstellung; Dr Dlü her Oberbürgermeister von Dresden; Minister a. ®. ®t..^£«3’ B-ir hie Ausstelllrna Unten: Das Hygiene-Museum, der Mittelpunkt der Ausstellung; ünT SS K PoÄlaÜmedaille, die dre Meißner Porzellanmanufaktur zur Ausstellungs» eröffnung herausbringt. Revision oder Status quo? Die 59. Tagung d§s Dölierbundsrats. die fo- eben beendet ist, Hal in Deutschland, das vorwiegend mit innerpolitischcn Wiederausbauproblemen beschäftigt ist, weniger Beachtung gefunden, als sie verdiente. Richt so sehr ihrer eigentlichen Tagesordnung wegen. Der rumänisch-ungarische Optantenstreit. der dank des Abkommens über die Ostreparationen zum letzten Male die Rats- mitgliedcr beschäftigte, die Berichte der verschiedenen Kommissionen, die erneute Vertagung der „vorbereitenden" Abrüstungskonserenz bis nbcc die Vollversammlung des Völkerbundes hinaus, die mageren Ergebnisse des sogen. Sicherheitskomitees, dem die Anpassung des Völkerbundsstatuts an den Kclloggpakt zur Aufgabe gemacht war. das find alles Fragen, die uns von früheren Genfer Ratstagungen her zu geläufig sind, als daß sie noch aus besonderes Interesse rechnen können. Leider ist es mit den deutschen Angelegenheiten auch nicht viel besser. Beschwerden der deutschen Minderheit in Polnisch-Oberschlesien sind ständige Requisiten einer jeden Ratstagung. Cs ist ein steter hartnäckiger Kleinkrieg um deutsches Recht und polnische Pflicht. Aurin zähem Ringen kann die deutsche Völkerbundspolitik in Gens, durch Rückschläge nicht entmutigt, kleine Erfolge durchsetzen, die den Deutschen in den abgetrennten Gebieten wirtschaftlich und kulturell Atemfreiheit fchaffen bis zu der großen Generalbereinigung, die man wohl hinaus- schleppen kann, ohne die aber eine Stabilisierung an der großen Scheide zwischen Ost- und Mitteleuropa undenkbar ist. Damit berühren wir schon das große weltpolitische Problem, das im Hintergrund der Genser Ratstagung stand: Revision oder Status quo! Man hat Gens das große Clearing House der europäischen Politik genannt und tatsächlich sind bislang die Besprechungen der zur Ratstagung nach Gens gekommenen Außenminister zumeist weit wesentlicher gewesen, als die offiziellen Ratssitzungen selber. Was beim Diplomatentee in der Hotelhalle verhandelt wurde, war wichti- ger und interessanter als Rede und Gegenrede am grünen Tisch des Konferenzsaals. Diesmal brachte Genf gleichsam eine Nachlese zu den vorausgegangenen internationalen Konferenzen im Haag und in London. Zwischen Driand und dem Außenminister Dr. Curtius, der Deutschland zum erstenmal im Völkerbund vertrat, sind die politischen Auswirkungen des Poungabkom- mens erörtert: Rheinlandräumung und Rückgabe des Saargebiets. Heber die Einhaltung des Räumungstermins hatte man aus Paris Dinge gehört, die die deutsche Oesfentlichkcit beunruhigen mußten. Der französische General- stab schien sich mit der endgültigen Ausgabe des Rheinlands noch immer nicht abfinden zu können, man suchte anscheinend nach Vorwänden, die Räumung über den 30. Juni hinaus zu verschleppen und die Annahme lag nahe, daß die im Kabinett Tardieu einflußreiche Rechte alles aufbieten werde, um die Wünsche der Militärs beim Ministerpräsidenten durchzusehen. Curtius hat nun in Genf von Briand beruhigende Erklärungen erhalten; hoffen wir, daß der fran- zösische Außenminister auch in Paris stark genug ist, feine Zusagen einzuhalten. Weit unerfreulicher scheint es um die Saarverhandlun- gen ju stehen, die anfangs überhaupt kaum in Gang kommen wollten und nun schon Monate hindurch geführt werden, ohne daß die Oesfent- lichkeit erfährt, ob in absehbarer Zeit mit einem Ergebnis zu rechnen ist. Aach Pariser Meldungen hat Curtius in dieser Frage sein Ziel an*, scheinend nicht erreicht. Er wollte die Saarver- Handlungen so beschleunigt wissen, dah die Völker- bundsversammlung im September zu den deutsch- französischen Vereinbarungen ihr Plazet geben könne. Aber Briand scheint sich alles Vorbehalten zu haben. Der andere Kreis der Besprechungen betraf die Restpunkte der Londoner Flotten- konfcrenz, die ja Atoar den Dreimächtepakt zwischen Amerika, England und Japan als Ergebnis buchen konnte, aber die französisch- italienische Flottenverständigung offen ließ. In Genf sind nun unter Vermittlung des britischen Außenministers Henderson persönliche Besprechungen zwischen Briand und G r a n d l angebahnt worden, aber seit dem Ende der Londoner Flottenkonferenz hat sich die Lags natürlich keineswegs so grundlegend geändert, daß nun in Genf in wenigen Tagen gelingen konnte, was in London in Monaten nicht erreicht worden ist. Die Beteiligten haben dies auch offenbar sehr schnell eingesehen und die Verhandlungen auf ein Gebiet geschoben, das eher Erfolg versprach. Sauerwein, das journalistische Sprachrohr Briands, berichtet wenigstens aus Genf dem „Mattn", dah die afrikanische Frage zwischen Briand und Grandi zur Erörterung stand und daß hier die Meinungsverschiedenheiten sich nicht als unüberbrückbar erwiesen, so daß man beiderseits hoffe, in diplomatischen Verhandlungen zwischen Rom und Paris zu einer Klärung zu kommen, die dann auch für eine Flottenverständigung günstigere Auspizien biete. Hier kommen wir erneut auf den großen Gegensatz, der die europäische Polittk der nächsten Zeit zu beherrschen besttmmt sein wird: Revision obet Status quo! Das in diesen Tagen in Kraft getreten« Voungabkommen und die mit dem Dreimächtepakt abgeschlossene Londoner Flotten- konferenz sind für die europäische Politik Einschnitte von heute noch unabsehbarer Deden- tung. Das Voungabkommen hat von Paris aus gesehen das zwischen Deutschland und Frankreich stehende Reparationsproblem als solches beseitigt. Die Flottenkonferenz dagegen hat der französischen Politik keinen Erfolg gebracht. Die beiden angelsächsischen Weltmächte sind durch den Drcierpakt noch enger aneinandergerückt. die letzten Aussichten für Frankreich, zu einem Bündnis mit England und Amerika zu kommen, das Frankreich seinen Besitzstand, den in Bersailles geschaffenen Status quo garantierte, sind dahin. Die Vereinigten Staaten lehnen nach wie vor jede Einmischung in europäische Dinge strikt ab und England ist nach der erhaltenen Rückendeckung durch Amerika weniger denn je geneigt, ohne zwingenden Grund für Frankreich zu optieren. Frankreich ist heute in Europa die Macht, die, politisch, wirtschaftlich und kulturell saturiert, nichts sehnlicher wünscht, als die unbedingte Aufrechterhaltung und Stabilisierung der gegenwärtigen Machtverhältnisse. Deshalb der entschiedene Widerstand gegen jede Abrüstungstendenz, gegen jeden Versuch zu einer Lockerung der Versailler Verträge. Jede Veränderung in Europa, jede Verschiebung der europäischen Kräfteverhältnisse geht auf Kosten Frankreichs, auf Kosten der französischen Machtposition. Deshalb das uns Deutschen fast schon hysterisch anmutende Geschrei nach Sicherheit, deshalb die vergeblichen Versuche nach Erlangung verstärkter Garantien über Locarnovertrag und Kelloggpakt hinaus. Frankreich-ist mit dem Erreichten zufrieden, es will in Ruhe die Früchte seines Sieges genießen, und beobachtet daher die starke Bewegung, in die die europäischen Dinge geraten sind, mit schärfstem Mißtrauen. Hier liegt vielleicht auch der tiefere Grund für die große Aktivität, die die französische Außenpolitik in den geschickten Händen Aristide B r i a n d s entfaltet. Frankreich will, wenn schon die europäischen Dinge in Fluh geraten, versuchen, die Reuordnung Europas selber in die Hand zu nehmen und in ein System zu bringen, das wenigstens für Frankreich die Aufrechterhaltung des Status quo, also die Sicherung der erreichten Machtstellung bedeutet. So erklärt sich wohl auch Briands Einstellung zu „Paneuropa". Spielte er bis vor kurzem als Präsident der Paneuropäischen Anion des Grafen Coudenhove-Kalergi eine ausschließlich repräsentative Rolle, so scheint er nun entschlossen zu sein, diese Gedankengänge für die französische Politik einer Stabilisierung Europas praktisch fruchtbar zu machen, nachdem andere Möglichkeiten, Frankreichs Besitzstand durch Garantiepakte und Bündnisverträge sicherzustellen, erschöpft sind. Gleiche Interessen fesseln die anderen Rutznieher der Friedensdiktate, Polen und die Mächte der Kleinen Entente an Paris. Sie alle verteidigen den Status quo gegen die Versuche einer Revision. Deren Wortführer ist heute Italien, nicht die Besiegten des Weltkrieges, Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien, die nach der Regelung der Reparationen noch allzu ausschließlich mit der Ordnung ihrer inneren Angelegenheiten beschäftigt sind, um in der Außenpolitik die- nötige Ellbogenfreiheit zu haben. Aber neben der Türkei, die schon vor Jahren aus eigener Kraft eine Revision erzwang, sehen zumindest Ungarn und Bulgarien, und neuerdings wohl auch Oesterreich, in Rom den Anwalt ihrer Reoisionswünsche. So wenig wie Deutschland kann sich Italien mit der Lage abfinden, wie sie .in Versailles geschaffen wurde. Beider Forderungen auf Revision stehen Frankreichs Bemühungen um Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes und seine Stabilisierung durch einen irgendwie gearteten paneuropäischen Bund entgegen. Italiens Ansprüche gehen zurück auf den Londoner Vertrag von 1915, der in Rom den Entschluß zum Kriege gegen die ehemals verbündeten Mittelmächte reifen ließ, dessen Zusicherungen aber nach dem gemeinsam und ohne Italien schwerlich errungenen Siege bei den Alliierten überraschend schnell in Vergessenheit gerieten. Durch die Pariser Friedensvcrträge "sah sich Italien um seine Hoffnungen auf koloniale Expansionsmöglichkeiten betrogen und auch, was man ihm an der Adria zubilliate, war eine Enttäuschung. Die große afrikanische Kolonialmacht wurde Frankreich, dessen Bevölkerungszahl seit Jahrzehnten stagniert, das ohne den Zuzug von Hunderttaujenden italieni- scher Einwanderer gar nicht in der Lage gewesen wäre, Tunis und Algerien zu kolonisieren, während Italien nicht weiß, wo es für feine rapide zunehmende Bevölkerung Raum scyaffen soll. Mit Energie hat das faschistische Regime die noch aus der Vorkriegszeit herrührenden kolonialen Forderungen Italiens aufgegriffen. Die Italiener, die zu Hunderttaufenden Sudfrankreich und das französische Kolonialreich in Nordafrika bevölkern, sollen der italienischen Nation erhalten bleiben. Heute werden die fremdstämmigen Einwanderer zwangs- weise französische Staatsbürger und damit entnatio- nalisiert. Eine Aenderung dieser Praxis würde in ihrer letzten Konsequenz den Verzicht Frankreichs auf Tunis bedeuten. Kaum weniger schwerwiegend ist die weitere Forderung Roms auf Zuweisung eines Kolo- nialmandats, wobei man an das ehemals deutsche Kamerun denkt. Schon im Londoner Vertrag von 1915 war den Italienern eine Gebietserweiterung versprochen worden, die ihnen eine Verbindung von ihrer Kolonie Tripolis nach dem Tschadsee ermöglichen sollte. Das fascki- stische Regime konnte den tripolitanischen Besitz, ehemals eine reichlich fragwürdige Angelegenheit, wirtschaftlich und militärisch festigen, so daß nun mit dem Plan einer großen Transsahara- b ah n die alten Wünsche wieder laut werden, die die Alliierten in Versailles stillschweigend zu den Akten gelegt hatten. Die Bahn würde die Verbindung von Tripolis nach Kamerun, vom Mittelmeer an die afrikanische Westküste schlagen, ein großes italienisches Kolonialreich quer durch Nordafrika böte genügend Raum für fruchtbringende koloniale Betätigung des italienischen Bevölkerungsüberfchus- ses. Aber auch hier steht Frankreich im Wege, iffienn sich auch Briand in Genf zu beträchtlichen Gebietsabtretungen an der tripolitanischen Grenze — man spricht von 40 000 Quadratkilometer gegenüber der sich auf 60 000 belaufenden Forderung stauens — bereitgefunden haben soll, so bedeutet biejer Verzicht Frankreichs doch gegenüber dem italienischen Anspruch auf ein eigenes afrikanisches Kolonialreich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, solange man Italien nicht die Mandatsherrschaft über Kamerun einräumt. Wird aber erst die Mandatsfrage aufgerollt, werden auch andere Mächte mit berechtigten kolonialen Ansprüchen hinter Jta- lien nicht zurückstehen wollen. Das ganze Gebäude von Versailles droht ins Rutschen zu geraten und das ist es, was Frankreich unter allen Umständen zu vermeiden sucht. So befindet sich die französische Politik in einer Zwickmühle: jedes kleine Zugeständ- nis, das Frankreich Italien in Nordafrika macht weckt neue, größere Ansprüche, stärkt Italiens Irlands panenropäischer Fragebogen. Wie sich Frankreich die Organisierung Paneuropas denkt. Paris, 17. Mal. (2BIB. Aunkspruch.) Der Fragebogen Briands, der heule vormittag den europäischen Hauptstädten überreicht und am Abend veröffentlicht werden wird, führt, dem „Journal“ zufolge, den genauen Titel „M emorandum über die Organisation eines Regimes der europäischen föderativen Unio n“. Dieses Memorandum umfaßt nicht weniger als 16 Seiten und rund 600 Zeilen. Eine dreiseitige Einführung erinnert daran, unter welchen Bedingungen Briand seine Gedanken in Genf vorgefchlagen hatte, und wie er beauftragt wurde, einen Entwurf, der als Diskussionsgrundlage dienen könne, auszuarbei- len. Der zweite Teil bildet den eigentlichen Fragebogen in Form von Kapitelüberschriften, zu denen die Mächte sich äußern sollen. Jm dritten Teil, der Konklufsion, wird die Unterstützung der 26 europäischen, dem Völkerbund angehörenden Rationen zur Durchführung dieses planes erbeten. — Die Mächte werden, dem „Petit parisien“ zufolge, ersucht, ihre Antwort noch vor dem 15. Juli zu erteilen. Rach dem „Matln“ beabsichtigt Briand in seinem Plan einer europäischen Föderation vorzuschlagen, erstens eine periodische Konferenz, zweitens ein wirtschaftskomitee, drittens ein ständiges Sekretariat, alles dies i m R a h - men und am Sih des Völkerbundes. Ein feierlicher moralischer Pakt und außerdem repräsentative leitende und technische Organe unter einer Jahr für Jahr wechselnden Präsidentschaft, das sei der zu Anfang sehr bescheidene Mechanismus, den Briand im September dieses Jahres ins werk sehen wolle, wenn qualifizierte Vertreter der Staaten Europas die Gewohnheit gewonnen hätten, zusammenzukommen und gemeinsam die sie interessierenden Probleme zu bearbeiten, würden alle Lösungen von selbst kommen. Oer Anschluß und Paneuropa. Köln, 16.Mal. (ERB.) Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Dr. Streeruwitz sprach im Oesterreichisch-Deutschen Volksbund über das Verhältnis Oesterreichs zu Deutschland. Er betonte zur Anschlußfrage, es sei falsch, immer daran zu denken, aber nicht davon zu sprechen. Die Rechtslage für den Anschluß sei viel zu günstig. Die Auffassung, der Anschluß habe Zeit, halte er nicht für unbedenklich. Denn auf diese Weise habe man früher die Schweiz und die Riederlande verloren. Mit Oesterreich würde Deutschland wertvolle Verbindungen nach Osten verlieren. Die Paneuropabewegung sei ein gefährliches Schlagwort, weil sie den gegenwärtigen Zu st and verewigen wolle. Es gebe nur eine Möglichkeit: Zusammenfassung der deutschen und der österreichischen Wirtschaft, vielleicht unter Einbeziehung der Tschechoslowakei zu einem mitteleuropäischen Block. Machtstellung und verschärft den Gegensatz zwischen den beiden Rivalen. Findet sich Frankreich jedoch zu dem großen Verzicht bereit, den Italien fordert — Tunis und Kamerun — so wäre es aus mit einer Stabilisierung Europas im französischen Sinne. Aber eine wahrhafte Stabilisierung Europas ist undenkbar ohne Bereinigung des italienisch-französischen Problems, so gut wie sie undenkbar ist ohne die Erfüllung der deutschen Reoisionsansprüche im Osten. Die Nationalsozialisten in Thüringen. Tas Weimarer Kabinett lehnt Ortlesip ab. Weimar, 16. Mai. (TA.) Die Anstimmig- feiten zwischen den Rationalsozialisten und den übrigen Thüringer Koalitionsparteien haben eine gewisse Verschärfung erfahren, da das Kabinett mit Stimmenmehrheit den von den Rationalsozialisten zum Weimarer Polizeidirektor vorgeschlagenen nationalsozialistischen Assessor Or t lepp endgültig ab gelehnt hat. Staatsminister Baum hatte sich bereit erklärt, persönlich bei der Reichsregierung die Auffassung des thüringischen Gesamtkabinetts zum Ausdruck zu bringen, daß die Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Partei kein Hinderungsgrund für eine Einstellung in den Polizeidienst fein könne. Die Rationalsozialisten weigerten sich jedoch, die Ernennung des Polizeidirektors von neuen Verhandlungen in Berlin abhängig z u machen. Trotz der Ablehnung halten die Rationalsozialiften an der Kandidatur Ortlepps fest, da es sich für sie um eine Prestigefrage handele. Sie blieben auch am Freitag den Haushaltsverhandlungen im Landtag fern, so daß Abstimmungen nicht stattfinden konnten. Ob es zu einem Rücktritt der Landesregierung kommt, erscheint fraglich, da die Landvolkpartei, die. Wirtschaftspartei, die Deutsche Volkspartei und die Deutschnationalen keinen Anlaß sehen, ihre Kabinettsmitglieder zurückzuziehen. Sollte tatsächlich eine weitere sachliche Arbeit unmöglich sein, so dürfte mit der Möglichkeit einer Intervention des Reiches gerechnet werden. Es wird aber alles versucht, eine solche Einmischung des Reiches zu vermeiden. Die Rationalsozialisten sind jedoch bereit, fest zu bleiben und es nötigenfalls auf Reuwahlen ankommen zu lassen. Im Landtag erklärte Minister Dr. Frick, er habe im Iahre 1927 beim Reichsinnenministerium eine schriftliche E r- k l ä r u n g abgegeben, wonach die Nationalsozialistische Arbeiterpartei nicht daran denke, auf gewaltsamem Wege die Weimarer Verfassung zu beseitigen. Es sei ein untragbarer Zustand, oah man Polizei beamten verbiete, Rationalsozialisten zu sein, wenn man auf Grund der Reichs- Verfassung dulde, daß ein Rationalsozialist Lände rminister werde. Als solcher sei er, Dr. Frick, jetzt Chef der thüringischen Polizei. Es gehe nicht an, daß hier mit zweierlei Maß gemessen werde, es sei eine Prestige- und Lebensfrage für die Rationalsozialiften, daß sie als Regierungspartei ebenso behandelt würden wie die anderen und nicht nur als gut genug erachtet werden, unpopuläre Gesetze mit zu beschließen. Sie müssen auch das Recht erhalten, wichtige Positionen im Staate zu besehen. Der Fustizetat im Reichstag Berlin, 16. Mai. (VDZ.) Auf der Tagesordnung des Reichstags stand die zweite Beratung des Etats für 1930, beginnend mit dem Haushalt des Reichspräsidenten, der ohne Aussprache bewilligt wird: ebenso der Haushalts des Reichsministeriums, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei. Beim Haushalt des Reichsjustizministeriums wendet sich Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) gegen die Rechtssprechung des Reichsgerichtes. Eine der letzten Entscheidungen, die den Gemeinden eine Entschädigungspflicht für die in der Fluchtlinien-, orönung vorgeschriebenen Freiflächen auferlegt, begünstige die Bodenspekulation und mache es den Gemeinden unmöglich, vernünftigen Städtebau zu treiben. Der Sieger in diesem Prozeß verlangt jetzt, gestützt auf die 'Reichsgerichtsentscheidung, von der Gemeinde Berlin eine Entschädigung von 1,7 Millionen Mark für einen Teil des Grundstücks, obwohl er das ganze Grundstück in der Inflationszeit für 20 000 Mk. erworben hat. (Hört! hört!) Wir verlangen eine durchgreifende Reform des Reichsgerichts. Abg. Dr. E v e r [ t n g (Dnl.) begründet einen deutschnationalen Amnestieantrag. Es handele sich um den vierten Vorstoß seiner Partei, um endlich die Opfer der Femehehe freizumachen. Warum habe die Regierung die von einer Regierungspartei verlangte Amnestie anläßlich der Rheinlandräumung nicht vorgelegt? Sollen, so fragt der Redner, bei den Rheinlandfeiern nur Verräter Freiheit bekommen, nicht aber Soldaten, die in nationaler Rotwehr handelten? Wir werden die Amnestieforderung wiederholen, bis die Mehrheit im Parlament fühlt, wie es jedes Rechtsgefühl empören muß, wenn Barmat ein halbes Iahr Strafe bekommt, Skla- rek alsbald frei wird und die Opfer der Femehehe Iohr um Iahr hinter Gittern sitzen. Reichsjustizminister Or. Bredi: In der Frage des Arheberrechtes hat der Internationale Kongreß in Rom gute Vorarbeit geleistet. Wir werden vielleicht zu der Regelung kommen, daß grundsätzlich die Schutzfrist 30 Iahre beträgt, daß aber in den folgenden 20 Iahren noch ein beschränkter Schutz besteht. Hinsichtlich der im Iahre 1932 fällig werdenden aufgewerteten Hypotheken denken wir uns die Regelung so, daß durch Erhöhung des Zinssatzes den Gläubigern weniger an der Rückzahlung liegt, während den Schuldnern ein. Anreiz zur Rückzahlung der Hypotheken gegeben wird. Ein allgemeines Moratorium ist nicht vorgesehen. Die Gläubiger erhalten ein langfristiges Kündigungsrecht, sie müssen aber die Rückzahlung der Hypotheken annehmen, wenn der Schuldner es verlangt. Die Reichsgerichtsentscheidung über die Entschädigungspflicht für die durch die Fluchtlinienordnung vorgeschriebenen Freiflächen wendet sich gegen die Härte, daß im Wege, der Anliegerbeiträge die Enteigneten für die Enteignung noch zahlen sollen. In der Qlmneftiefrage muh ich die Entscheidung des Rechtsausschusses abwarten. Der preußische Ministerpräsident hat sich energisch gegen eine Amnestierung der Fememörder ausgesprochen. Ich habe dazu zu sagen: Wenn wir eine Amnestie anläßlich der Rheinlandräumung machen, dann kann sie nur die Aufgabe haben, einen endgültigen dicken Strich unter alles zu machen, so daß nichts mehr übrig bleibt, worüber weiter geklagt werden kann. Wenn die Amnestie die Fememörder nicht einschließt, dann hat sie gar feinen Wert, dann wird der dicke Strich nicht gezogen, auf den es ankommt. (Anruhe links.) Eine Amnestie, die nur eine Anruhe schafft, hat feinen Wert. Abg. Dr. Bell (Ztr.): Wir hoffen, daß die Mei- nungsverschiedenheiten über die Strafrechtsreform so ausgeglichen werden, daß mir möglichst bald zur Kodifikation des neuen Strafrechts unter Rechts- anglelchung an Oesterreich kommen. Wir wünschen eine allgemeine Justlzreform unter Nachprüfung der bestehenden Justizorganifation. Oer Angriff auf das Salzloser von Oharajana. Bulsar, 17. Mai. (WTB. Funkspruch.) Jm gern« zen liegen jetzt vier Abteilungen von je 50 Freiwilligen vor den Salzlagern von Dharasana. Die Polizei hat ihnen den Weg versperrt. Die Einwohner von Dharasana haben beschlossen, den Polizeibeamten alle Lebensmittel zu verweigern. 100 Anhänger Gandhis, die nach Schiroda marschierten, um in die dortige Salzniederlage einzudringen, wurden in dein Augenblick verhaftet, als sie sich auf einen italienischen Dampfer einschiffen wallten. Der Vollzugsausschuß des nationalistischen Kongres- ses nahm ein« Reihe von Beschlüssen an, die zur Förderung und Belebung des Feldzuges des zivilen Ungehorsams verschiedene Maßnahmen empfiehlt, wie z. B. Boykott der ausländischen Stoffe, der britischen Bank- und Schiffahrtsorganisationen und ähnlicher Unternehmungen, sowie Ausdehnung der Bewegung gegen das Salzmonopol. Wie liberale Kreise erklären, ist ein Schritt der Regierung zum Zwecke der Anbahnung von Verhandlungen mit Gandhi demnächst zu erwarten. Wieder ein Neger gelyncht. Sherman (Texas), 17. Mai. (WTB. Funkspruch.) In dem 80 Kilometer von Sherman, dem Schauplatz der kürzlich gemeldeten Lynchung eines Regers, entfernten Honey Rove, hat der Mob wiederum die Lynchjustiz ausgeübt. Ein Reger hatte am Rachmittag einen weiße n Farmer erschossen und verbarrikadierte sich nach der Tat in einer Hütte. Er wurde regelrecht belagert und befchos- f e n. Als er zu seuem av.fhorte, stürmte eine Menge von einigen hundert Menschen die Hütte, bemächtigte ich der Leiche des inzwischen seinen Verletzungen erlegenen Regers, band sie an ein Automobil und schleifte sie nach dem Regerviertel, wo die Menge die Leiche verbrannte. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 17. Mai 1930. Oie Freude am Kleinen. Vor einigen Iahrzehnten war es Heinrich Seidel, der uns in feinem Leberecht Hühnchen in wundervoller Weise auf die Poesie der kleinen Leute hinwies, auf die Glücklichen, die selbst bei größtem Mißgeschick die Zufriedenheit nicht verlieren und da noch Sonne und Licht sehen, wo andere schon verzweifeln. Von den neueren Dichtern ist Ludwig F i n ck h, der „Rosendoktor", in die Fuhtapsen Seidels getreten und wird nicht müde, in seinen Schriften darauf hinzuweisen, daß wir auch im Alltagsleben die Poesie nicht vergessen sollen, daß wir auch Freude und Glück bei den kleinsten Sachen finden. In feinem Buch „Die Iakobsleiter" steht der Sah: ^Wkc brauchen nicht auf Monde zu steigen und uns um andere Sterne zu mühen: es gibt neben uns und auf unserer Erde Brunnen, die niemals auszuschöpfen find und ihre Stuben öffnen dem, der den Eimer hat." Es gibt Menschen, die sich nur freuen können, wenn sie das große Los gewonnen haben, oder wenn sonstwie das Glück scheffelweise Einkehr bei ihnen hält. Im übrigen sind sie unzufrieden und schimpfen auf die schlechten Zeiten. Damit berauben sie sich aber mancher schönen Stunde: denn gerade die Freude am Kleinen erhellt unser Leben, macht es auch in trüben Zeiten lebenswert. Selbst wenn uns der Rachmittagsspaziergang verregnet, soll man das nicht tragisch nehmen. Der Regen strömt vom Himmel, alles ist von Wolken verhüllt. Ist dann der Gedanke: Es ist doch gut, daß wir nicht unterwegs sind! nicht auch ein Trost? Oder betrachten wir doch einmal die runden Regentropfen, die gegen das Fenster schlagen. Wie sie einen Augenblick hängen, dann aber langsam an der glatten Fläche abgleiten. And nun bricht die Sonne doch für einige Minuten aus den Wolken hervor und beleuchtet die nasse Welt. Die kleinen Regentropfen am Fenster saugen sich voll Licht. Sieh, wie sie funkeln und glitzern, wie sich das Licht in vielen Farben bricht! Ein kleiner Regenbogen. Beim langsamen Abrollen am Fenster ändern sich die Farben beständig. Sind die Tropfen nicht glänzende Edelsteine? Ein kleines Wunder. Ist das nicht schön? Aber der Frühling bietet uns ja nun Schönheiten in Hülle und Fülle. Gehen wir nicht so schnell an den blühenden Bäumen vorüber! Bleiben wir doch auch einmal stehen und betrachten die zarten Blüten, schauen zu, wenn die summenden Bienen chren Honig holen! Das kann man nicht im Vorüberhasten, da muh man sich Zeit nehmen. Aber man hat seine helle Freude an diesem Anblick. And haben wir keinen Garten mit blühenden Blumen, bdhn ist ein Strauß im Zimmer ein kleiner Ersah. Im Frühling muh man etwas Lebendiges und Farbiges in der Stube haben. Da helfen uns die einfachen Feld- und Waldblumen. Seien es nun die duftenden Maiglöckchen, oder schlichtes Wiesenschaumkraut. Jede offene Blüte, jede aufbrechende Knospe ist ein Labsal für unser Auge. And erst in der Zusammenstellung im Glas kommen die Blumen mit ihrer gesammelten Schönheit voll und ganz zur Geltung. Sie sind schön, wenn sie mitten auf dem» Tisch stehen und seitlich vom einfallenden Sonnenlicht getroffen werden, sie find noch schöner, wenn am Abend die große Hängelampe ihren matten Schein darüber gießt. Bei unserer Arbeit, bei unserer Erholung bringt uns dieser Strauß den Abglanz des Frühlings ins Zimmer. Wir können in jedem Garten kleine Ratur- wunder beobachten und Gewinn davon haben. Da klettert am Hause der selbstklimmende Wein. An den glattesten Stellen, selbst an Glanzsteinen haftet er fest. Das ganze Haus bekommt durch Oie Wetterlage. © Wolkenlos. O neuer. o halb bedeext. ® woixig. o bedeckt. «-Regelt * Schnee o Graupeln e nebei K Gewitter.® Windstille. «O> seh» leichter Ost. V massiger Südsüdwest <5 stürmischer «ordwest die Pfeile fliegen mH dem winde Oie oeiaen Stationen stellenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichen! «uf heercsniveau umgereenneten LultdrucM Wettervoraussage. Von der Biskaya in nordöstlicher Richtung über Frankreich, Deutschland nach dem Baltikum hin lagert hoher Druck, welcher bei uns durch den Einfluß der Warmluft der nördlichen Störung jedock keine ausgesprochene Schönwetterlage entwickelt hat Wenn auch im Bereich des hohen Druckes zunächst trockenes und aufheiterndes Wetter herrscht, so schein! es nur von kurzer Dauer zu fein, denn erneuter Luftdruckfall über Irland und das Drehen der Wind« auf Süden zu, deuten auf spätere Wetterverschlechterung hin. Wettervoraussage für Sonntag: Dunstig und wolkig mit Aufheiterung, zunächst trocken, tagsüber warm. Witterungsauss ich ten für M ona tag: Wieder mehr Eintrübung, warm, späte! Riederfchläge wahrscheinlich. MM- MW 8U.8 arten mit blühenden lch im Zimmer ein g muh man ewaS n der Stube haben. 1 Feld« und Dald- duftenden Maigiöct- »aumlraut. Jede alle- Knospe ist ein Lab- t in bet Zusammen- > Blumen mit ihrer mb ganz zur ®d* ie mitten auf beim Mallenden San- , Vvnb noch schöner, Maüamhe ihren t. Der unserer Erbringt M dieser Mllngö ins jimmcr. »arten Heine Aatur- ewim davon W- elbstllimmende w. elbst an GlanAm Haus bekommt dm itrouw" sZK i°lC, herrli1, Üeutt’ !e in, ^rW* ,s- «J ... 8»v MNg. ^upiflch ‘ K' ®«i 1930.' deinen. MC. d'r Hei. MM« Mb» i\uiHSmS6‘ ' ^°n W i-igS! inb unfnm^ --Ätz nut sreuen können ssL r.'z«2 ^ schonen Stunde: £, feiten lebens- Mnutagäi^. baS nicht tragisch Falles ist von )er Gedanken tzz 'Xw JjW sind! nicht Hten tvir doch ein. en, die gegen das en Augenblick bän. .der glatten Fläche ’e Sonne doch für ten hervor und bc- kleinen Aegentrop. >ll Licht. Sieh, tvie sich das Licht in ‘einer Regenbogen, m Fenster ändern Sind die Tropfen Ein lleines Dun« uns ja nun Schon- Gehen toir nicht so umen vorüber! Aei- leben und betrachten • zu, wenn die sum- ig holen! Das kann n, da tmifj man sich t seine helle Freude Der Voranschlag des Kreises Lauterbach für 1930 Nach kleiner 4 einen tigen erhebt, 100 000 Mk. aufbringen muh. Oer Abschluß von 1928. Ausgaben vorgesehen. Das Finanz, und Steuerwesen verzeichnet «ine Einnahme von 140 408 Mk. (136 623 Mk.) und eine Ausgabe von 36 04n Mk. (35 103 Mk). Die ft reis Umlagen sollen sich wieder, wie im Vorjahre, auf 82 000 Mk. belaufen Lei der G r u n dst ü ck s v e r wa l t u n g wird mit einer Einnahme von 3864 Mk. (3989 Mk.) und mit einer Ausgabe von 1360 Mk. (1989 Mk.) gerechnet. 3n der Dermögensrcchnung sind beim Reste- und Ausgleichsstock 27 345 Mk. (im Vorjahre 20 803 Mk) vorgesehen, die auS einem Barvorrat von 27 286 Mk. und aus Einnahmerück- ständen im Betrage von 59 Mk. bestehen. . Der Barvorrat wird in die Betriebsrechnung übergeführt. Besonder- interessant ist an diesem Boran» Anzeige.) Oberheffen. Landkreis Gießen schlag, dah der Kreis Lauterbach, wie schon seit Jahren, die niedrigsten Steuersätze von allen hessischen ft reifen hat, er trotzdem eine neue wichtige Aufgabe der Landeskultur dadurch zu fördern gedenkt, dah er, wie oben vermerkt, 1250 Mk. zur Zinsverbilligung von Darlehen an Gemeinden, die in der F e l d b e r e i n i g u n g stehen, bis zur Zuteilung gewähren will, die Steuersätze die gleichen bleiben wie im Borjahre und der ftrelfl Lauterbach an Steuern (ftrcisumlagcn) 82 000 Mk. während der ftreis Schotten z.B. dem Berwaltungsbericht des ftreisaus- schusses schließt die Rechnung des Kreises Lauterbach vom Rechnungsjahr 1928 wie folgt ab: Die Einnahmen betragen 238 650,08 Mk., die Ausgaben 211 304,88 Mk., mithin verbleibt ein Rest von 27 345,20 BU„ der aus einem Barvorrat in Hohe von 27 286,63 Blf. und aus Ausständen in Höhe von 58,57 Mk. besteht. Geschwister May, hier, Moltkcstrahe 24, feiern. Die Jubilarin, die schon früher für langjährige treue Dienste mehrfach ausgezeichnet ist, wurde auch an diesem Tage wieder von verschiedenen Seiten be- sonders geehrt. . ** EinRindvieh-CB utzoreh-) Markt findet am Dienstag nächster Woche in Gießen statt. . •* Wohltätigkeitsaufführung „Die Königskinde r". Morgen, Sonntag, nachmittags und abends findet eine Wohltätigkeitsaufführung des romantischen Märchenfchauspiels „Die Königs- finber" unter Mitwirkung von Kindern aus den Gießener Schulen statt. Die Rollen der jugendlichen Darsteller sind geschickt besetzt, und die von Liedern, Tänzen und bunten Bildern belebte Handlung ist der Borstellungswelt der Kleinen vorzüglich angepaßt. Im ganzen wirken 100 hiesige Kinder bei der Aufführung mit. Als Auftakt zu den Spielen wird am Samstag um 18 Uhr ein Propagandazug mit Musik durch die Straßen der Stadt veranstaltet. (Näheres in der heutigen Anzeige.) " Born Flugplatz. Heute und am morgigen Sonntag findet auf dem Flugplatz Trainingfliegen im Kunst- und Schauslug durch den Piloten Weih vom Zirkus Barnum auf Flugzeug D 816, Typ Schwalbe mit 60 P. S. luftgekühltem Siemens-Sternmotor statt. Das Flugzeug besindet sich auf einem Lieberlandflug durch Deutschland und bleibt mehrere Tage in Gießen. Den Besuchern des Flugplatzes ist hierdurch Gelegenheit gegeben, unentgeltlich sich die Kunst- fluge des Piloten Weiß mit Sturzflügen und Loopings anzusehen. (Siehe heutige Anzeige.) " Iohann-Strauh-Festkonzert. Am Himmelfahrttag, 29. Mai. 20 ilfjr, findet in der Bolkshalle ein Wiener Festkonzert von Johann Strauß anläßlich seines 30. Dirigentenjubiläums statt. Johann Strauh, der soeben eine erfolgreiche Italientournee hinter sich hat, wird mit seinem Wiener Orchester hier ein neues Programm, vor allem den Wiener Walzer und Lieder, zu Gehör bringen. Die Beranftaltung dürfte in den musikalisch interessierten Kreisen unserer Stadt lebhaftes Interesse finden. (Bähe- Der Kreistag des Kreises Lauterbach wird am 30. Mai zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammenlretcn, deren Hauptpunkt btc Beratung des Voranschlags des Kreises Lauterbach für 19 3 0 sein wird Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 280 592 Mk. gegen 246 029 Mk. im Vorjahre ab. Davon weist die Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe je 253 247 Mk.. gegen 225 226 Mk. im Jahre 1929 auf, die Vermögensrechnung schließt mit 27 345 Mk., gegen 20 803 Mk. im Vorjahre ab. In der Betriebs re chnung sind bei der Allgemeinen Verwaltung für das neue Rechnungsjahr 4132 Mk. Einnahmen (im Vorjahre 3867 Mk.) und 19 500 Mk. Ausgaben (im Vorjahre 18 457 Mk.) vorgesehen. Das Polizeiwesen weist eine Einnahme von 9000 Mk. (6200 Mk.) und eine Ausgabe von 11 200 Mk. (8000 Mk.) aus. Beim Schulwesen sind keine Einnahmen verzeichnet, an Ausgaben sind 2300 Mk. (3700 Mk.) veranschlagt. Für Kunst und Wissenschaft sind 200 Mk. Einnahmen und 1100 Mk. Ausgaben, beides wie im Vorjahre, in Ansatz gebracht. Das Kapitel Bauwesen schließt mit einer Einnahme von 4866 Mk. (4867 Mk.) und einer Ausgabe von 12 700 Mark (12 900 Mark) ab. Bei der allgemeinen Förderung der Wirtschaft wird mit einer Einnahme von 250 Mark, wie im Vorjahre, und mit einer Ausgabe von 6430 Mark (4830 Mk.) gerechnet. Bemerkenswert ist bei diesem Kapitel besonders, dah zur Verbilligung der Zinssätze für Staatsvorlagen an bedürftige Gemeinden mit Feldbereinigung (bis zur Zuteilung der Grundstücke) ein Betrag von 1250 Mark neu vorgesehen ist. Für Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen sollen bei 90 527 Mk. (69 230 Mk.) Einnahmen 160 717 Mk. (137 237 Mk.) auf der Aufgabeseite verwandt werden. Für Anstalten und Einrichtungen sind keine Einnahmen, aber 1900 Mk. (1910 Mk.) fefne dunkelgrünen Blätter ein freundlichere-, lebendigeres Au-sehen. Aber wie schon ist er erst im beginnenden Herbst, wenn die ersten Rebel kommen! Brennend rot leuchtet er dann, als verkünde er noch einmal bi« Schönheit de- Sommer-. Dann läßt er die goldnen Blätter fallen. Bun im Mai treten aus den Blattwinkeln kleine Aestchen. Sie breiten sich aus, und wenn sie die Blauer unter sich fühlen, spreizen sie ihre kleinen Füßchen, laugen sich fest mit den Knötchen und halten aus bei Regen und Wind. Sie hängen so fest, daß man eher die Aestchen durchbrechen, als die Saugfüßchen von der Unterlage befreien kann. Und ist es mit dem Efeu nicht ebenso? So bieten Haus und Garten jeden Tag neue Freuden und Ueberraschungen dem, der zu suchen und zu beobachten weiß. „Unter Leben kann ärmlich und dürftig verlaufen nach außen, wir sind doch innerlich reich gewesen wie kein König." (Finckh.) L. G. Rommuniflentumulte. Gestern abend veranstaltete die Nationalsoziali- stische Deutsche Arbeiterpartei im Einhorn eine Der- fammlung, die gut besucht war. Am Eingänge zu dem Versammlungslokal erschienen, wie wir vom Polizeiamt erfahren, gegen 84 Uhr etwa 40 Kommunisten unter Führung des Chauffeurs und Stadt- ratsmitglieds Lepper und begehrten Einlaß, woll- kn aber das Eintrittsgeld nicht bezahlen, da sie er- werbslos feien und Erwerbslose überall freien Zutritt hätten. Die Leute wurden wegen der Nichtbezahlung des Eintrittsgeldes abgewiesen und zogen dann nach kurzem Verweilen auf dem Kirchenplatz unter Führung Leppers und Singen von Hetzliedern gegen die Polizei in der Richtung nach dem Walltor ab. Etwas nach 9 Uhr erschien die Menge wiederum auf dem Kirchenplatz, wo Lepper von der Treppe der Stadtkirche aus eine Ansprache an die Versammelten richtete. Als die Polizei ihm die Ansprache vekdot, hörte er auf tu reden, jedoch blieb die Menge beisammen. Inzwischen waren etwa fünf Nationalsozialisten, die sich über ihre Person nicht ausweisen konnten, unter Begleitung eines Kriminalbeamte auf dem Wege zum 1. Polizeirevier, wobei eine Anzahl Kommunisten nachdrängte, um sich auf die sistierten Leute zu stürzen. Zwei Polizei- beamten gelang es jedoch, die Menge auf dem Lindenplatz zurückzudrängen. Mittlerweile blieb die kommunistische Ansammlung auf dem Kirchenplatz beieinander, so daß sich die Polizei zur Sicherung des Verkehrs gegen J410 Uhr veranlaßt sah, den Kirchenplatz zu räumen und dabei auch die nach dem Marktplatz zurückgedrängte Menschenmenge zu zerstreuen, was zum Glück ohne Anwendung von Zwangsmaßnahmen vor sich ging. Etwas später sammelte sich die Menge erneut zusammen und drängte vom Marktplatz aus nach dem Kirchenplatz vor. Hier nahm sie, als gegen 11 Uhr die nationalsozialistische Versammlung zu Ende war und die Besucher das Lokal verließen, eine drohende Haltung ein, so daß sich die Polizei gezwungen sah, abermals den Platz zu säubern. Aus der Menschenmenge ertönten u. a. Rufe wie: Schlagt sie töt!", „Nieder mit den Hunden!" usw. Während die Polizeibeamten die Menge vom Kirchenplatz in der Richtung nach dem Straßcnteil zwischen Marktplatz und Kirchenplatz zurückdrängte, versuchte plötzlich ein Teil der Menschenmasse an der Ecke Kaplansgasse und Kirchenplatz die polizeiliche Säuberungslinie zu durchbrechen, wobei insbesondere eine Anzahl Frauen durch aufhetzende Rufe an die Männer gegen die Polizeibeamten sich hervortaten: u. a. wurde gerufen: „Laßt euch bas nicht gefallen". „Schlagt sie tot", „Pfui" usw. Die Lage wurde schließlich so bedrohlich, daß die Polizei unter An- Wendung des Gummitnüppels die Menge mit Gewalt zurückdrängen mußte und auch gleich den Marktplatz mit räumte, wobei die Menge nach den Seitenstraßen abgedrängt wurde. Nunmehr gab es auf diesen Plätzen etwas mehr Ruhe, dagegen zog sich der Spektakel in der Richtung nach dem Scltersweg zu weiter. Als eine Gruppe von zwölf Nationalsozialisten vom Marktplatz her in der Richtung nach dem Seltersweg marschierte, wurde sie von einer Anzahl Kommunisten verfolgt, wobei aufreizende Zurufe fielen,z. B.: „Ihr Bluthunde, ihr wart das letztemal in Gießen, das nächstemal schlagen wir euch tot!" Tätlichkeiten und gefahrdrohende Belästigungen unterblieben jedoch. Erst im oberen Seltersweg zwischen Goethestraße und dem Selters- tor kam es dadurch zu einer Schlägerei, daß die Kommunisten die nationalsozialistische Gruppe angriffen und diese sich zur Wehr setzte. Die Polizei schritt sofort energisch ein und mußte dabei wieber- um von dem Gummiknüppel Gebrauch machen. Sie räumte den Seltersweg bis hinauf zum Cafs Heikler und riegelte die Straße ob, so daß schließlich die nationalsozialistische Gruvpe nach der Lubwig- straße zu abrüden konnte. Als bann bie Polizei- beamten uoch genügenber Sicherung ber Verkehrs- freiheit ben Seltersweg herabmarschierten, um sich nach bem Revier zu begeben, wurden sie von einer ansehnlichen Menschenmenge, bie ihnen ftänbig nachfolgte, belästigt und burch Rufe wie „Blut- Hunde", „Schlagt sie tot", „Ihnen nach" usw. beleidigt, so daß sich die Führung der Polizeibeamtenschaft schließlich gezwungen sah, als die Lage immer bedrohlicher wurde, zwischen der Maigasse und der Goethestraße eine erneute Säuberung durchzufüh- ren, wobei bie Menae in bie Seitenstraßen abge- brängt und gründlich zerstreut wurde. Erst dann trat allmählich Ruhe ein. Bei dem letzten Tumult im Seltersweg gegen die Polizei machte sich ein 22 Jähre alter Mann namens Heil, der auch vorher schon zu den Hauptschreiern gehört hatte, so unangenehm bemerkbar daß er von ber Polizei verhaftet Und mit zur Wache genommen würbe. Im Laufe ber Nacht würbe er bann wieber entlassen, ba er hier seinen festen Wohnsitz hat. Bornotizen. — Tageskalenber für Samstag. Oe« unb Dogelzuchtoerein Gießen und Umgegenb: itsoerfammlung bei Henkel, Walltorftraße, 21 Uhr. — 1877—1927: Monatsversammlung auf bejn Schiffenberg, 21 Uhr. — G.R. G.: Generalversammlung im Bootshaus, 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Melobie bes Herzens". — Astoria-Lichtspiele: „Der Cowboykönig von Chikago" und „Zwei Welten". — TageskalenberfürSonntag. Frauen- verein vom Roten Kreuz für „Deutsche über See": Wohltätigkeitsfestspiele „Die Königskinber" in ber Volkshalle, 16 unb 20 Uhr. — Verein Hunbesport für Gießen unb Umgegenb: Schau von Hunden aller Rassen im Cafö Leib, 10 bis 14 Uhr. — Lichtspiel- haus, Bahnhofstraße: „Melodie des Herzens". — Astoria-Lichtspiele: „Der Cowboykönig von Chikago" unb „Zwei Welten". t, — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die nächste Woche bringt die letzte Premiöre im Winterabonnement. Am Dienstag, 20. Mai, Meine liebe, dumme Mama", Lustspiel. Donnerstag, 22. Mai, „Clavigo", im Mittwoch- abonnement. Freitag, 23. Mai, „Meine liebe, dumme Mama", im Mittwochabonnement. Samstag, 31. Mai, zum letzten Male „Elovigo", Schülervorstellung, Beginn 16 Uhr. Damit ist die Winterspielzeit beendet. In der Premiöre verabschiedet sich Fräulein Ingeborg Scherer, die mit Schluß der Winterspielzeit aus dem Ensemble des Stadttheaters ausscheidet. — Der Bezirksverein Bord-Ost hält am kommenden Montagabend im Cafe Leib seine ordentliche Generalversammlung ab. In unserem heutigen Anzeigenteil wird dazu eingeladen. (Bäheres in der gestrigen Anzeige.) •* Rettungswachdienst. Die Unglücksfälle beim Baden haben in den letzten Jahren einen er- schrecklichen Umfang angenommen, was auf den Aufschwung bes Babelebens zurückzuführen ist. Aus diesem Grunde hat sich der Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft entschlossen, mit Hilfe der von ihm ausgebildeten und geprüften Rettungsschwimmer einen freiwilligen Rettungs- Wachdienst einzurichten, wie er schon in einer Reihe anderer deutscher Städte seit Jahren besteht. Im Sommer werden diese Rettungsschwimmer in den Badeanstalten und auch an ben Badeplätzen außer- halb derselben einen freiwilligen Beobachtungsdienst ausüben, um im Notfälle helfend einzugreifen. In den letzten Tagen haben in einer Vorbesprechung der Kreis- und Stabtvermaftung, bie Schwimm-, Turn- unb Rubervereine, sowie Polizei, Militär unb Sanitätskolonne ihre Mithilfe an biefem eblen Werk zugesagt. Ooerhessis cher ftun ft Verein. Es sei nochmals auf die derzeitige Graphische Bildausstellung der Gesellschaft für Bolksbilbung in Berlin hingewiesen, welche im Turmhaus am Brandplatz bis Sonntag, 25. Mai einschl., und zwar an den Sonntagen nur noch von 11 bis 1 Uhr, Montags, Mittwochs und Freitags von 5 bis 7 Uhr nachmittags geöffnet ift D i e Museen sind am morgigen Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. Im Oberhefsischen Museum: Ausstellung neuer Wille-Stiche. *♦ Di e n ft j u b i l ä u m. Frl. Gretchen Le sch - Horn aus Dillingen kann am 19. Mai ihr 50. Dienst jubiläum als Hausangestellte bei ber Familie ber res in der heutigen Anzeige.) ** Militär-Grohkonzer t in Marburg. Wie im vergangenen Jahre veranstaltet auch in diesem Jahre am Sonntag, 25. Mai, die Stadtverwaltung Marburg ein Militär-Groß- konzert. Für die Durchführung des Konzertes sind sämtliche vier Musitkorps des 15. Inf.-Begi- ments gewonnen worden, und zwar: das 1. (Hess. Ball. Gießen, das 2. (Tbür.) BatL Eisenach, das 3. (Jäger-) BatL Kassel und das Ausbildungs- (Hess.) BatL Marburg. Des weiteren wird der Spielmannszug des Ausbildungsbataillons am Konzert mitwirken. Die Leitung des Konzerts hat der neuernannte Heeresmusikinspizient Major Schmidt, Berlin, übernommen. Mit dieser Beranftaltung, die in dem ideal schön gelegenen Schloßparktheater vor sich geht, bie.ek die Stadt seltenen Kunstgenuß. (Bäheres in der heu- bes Regenwetter unter freiem Himmel auf die An- kunft der Züge warten mußten. Die Rcichsbahngc- sellschaft hat bem Uebel jetzt abgeholfen unb in ben letzten Monaten eine größere Wartehalle errichten lasten. Ihre FerKgstellung ist in ben nächsten Tagen zu erwarten. • Sich, 15. Mai. Bon den Beranftaltungen de- Radfahrerbundes Oberheffen dürfte neben den Gaufesten da- in den Mauern unserer Stadt stattfindende diesjährige B u n - deSfest die größte Bedeutung haben. Blit diesem Feste, das am 28. und 29. Juni gefeiert wird, ist das Stistungssest des Radsabrer- vereins .Edelweiß" , Lich. anläßlich dessen 10jährigen Bestehens, verbunden. Etwa 50 Radfahrvereine werden sich hieran beteiligen. AIS Festplatz ist das geräumige Gelände bei der Turnhalle auSersehen. Der erste Festabend wird als besonderer Festakt für das Stiftung-fest des hiesigen Bundesvereins auSgestalteL Im Rahmen dieser Feier sind Radreigen vorgesehen und wird ein RadbaUvorwettbewerb au-getragen, ferner wird sie noch durch Borträge der hiesigen Männergesangvereine u. dgl. verschont Der Fest- fonntag beginnt mit einem Zuverlässig- keitsf ähren des Radfahrerbundes Ooerhessen. Bachmittags wird sich ein farbenprächtiger Festzug, bei dem der Standort -und das im Zuge stattfindende Korsosahreir preisgekrönt werden, durch die Straßen der Fest» stadt bewegen. Mit Reigensahren, Radballspielen. Kunstfahren und Bolksbelustigungen wird der Bachmittag auSgefüllt und dabei viel Interessantes geboten werden. Den geplanten Ber- anstaltungen bringt die hiesige Einwohnerschaft sowie die Bevölkerung der Umgegend großes Interesse entgegen. Einige Ausschüsse sind eifrig tätig, die würdige Ausgestaltung deS Feste- vorzubereiten. | Lollar, 15. Mai. Dieser Tage fand hier durch den Borsitzenden des Ortsgewerbevereins, Epenglerrneister Gerhard FuchS, im Beisein des Gesellenprüfungsausschusses, deS Borstandes und der Lehrherren die feierliche Lieberweisung der Gesellenbriefe an die Junggesellen statt. Der Feier ging die mündliche Prüfung der Junggesellen durch Berufsschullehrer Eberle voraus, nachdem die schriftliche Prüfung bereits einige Tage vorher vorgc- nommen worden war. Da die Werkslehrlinge der Budcrusfchen Eisenwerke in diesem Jahre zum erstenmal durch eine besondere Kommission geprüft werden, war die Zahl der Lehrlinge, die ihre Prüfung vor dem Ortsgewerbeverein ablegten, diesmal gering. Cs waren im ganzen nur 9, die sämtlich die Prüfung bestanden. Ein Prüfling erhielt die Bote „Gut bis sehr gut", fünf die Bote „Gut" und zwei die Bote „2m ganzen gut". Den Berufen nach waren es: ein Schreiner, zwei Maurer, zwei Schlosser und vier Weißbinder. Der Borsihende Fuchs überreichte mit beherzigenswerten Worten den Junggesellen die Gesellenbriefe und ließ sie durch Handschlag treue Pflichterfüllung geloben. Ein Junggeselle sprach hierauf den Dank aller an Lehrherren und Prüfungsausschuß aus. — Am vergangenen Sonntag unternahm der hiesige Turn- und Gesangverein einen Familienausflug nach Kirchhain und Amöneburg. Trotz des ungünstigen Wetters war die Beteiligung eine gute, und alle Teilnehmer waren von dem Berlauf befriedigt. Bach der Ankunft in Kirchhain, wo das Mittagessen eingenommen wurde, ging es nach bem herrlich gelegenen Amöneburg. Hier verging bei Gesang. Musik und Tanz die Zeit nur allzu rasch. Da der Wettergott dann auch ein Einsehen hatte und das Wetter sich zeitweise aufhellte, ja sogar die Sonne sich zeigte, konnte man den herrlichen Rundblick genießen. Bach der Rückkehr nach Kirchhain brachte der Bercin dem Baker des Mitglieds Heinze ein Ständchen und trat dann in bester Stimmung die Heimreise an. 0 Kesselbach, 14. Mai. Nach kurzer Krank- heit verschieb hier im 49. Lebensjahre ber Inhaber ber Firma Coop. Ionas (Kefselbach), Kaufmann Karl Wetzstein. Ein großer Trauerzug legte Zeugnis ab von ber allgemeinen Beliebtheit des Da- hingeschiebenen, sowohl in unserer Gcmeinbe, als auch in ben Nachbarorten, wohin ihn seine geschäftlichen Beziehungen führten. Der Krieger, ünb Schützenoerein, sowie ber Gesangverein Lieberkranz, denen ber Verstorbene als Mitglied angehörte, beteiligten sich vollzählig an der Beisetzungsfeier. Der Gesangverein sang am Trauerhause unb am Grab einen Trauerchor. Der Kriegeroerein gab seinem Kameraden bie militärischen Ehrungen, unb ba er Teilnehmer des Weltkrieges war, auch die Ehrensalve am Grab. Kränze wurden niebergelegt vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Edeka-Groß- handek Londorf, Ebeka-Zentrale Berlin, Kricaer- und Schützenoerein. Rabbiner Dr. Sander (Gießen) hielt bie Traueransprache. Krcis Lauterbach. • Maar, 13. Mai. Die K u rz h a a r - Pe l z - Kaninchen-Zucht nimmt in unserem Orte einen erfreulichen Aufschwung. Unter dem Borfitz von Herrn Wilhelm E i b m a n n haben sich die hiesigen Züchter zu einem „ Farbenrex-Züchter- Ilub,r zusammengeschlossen, um durch Einkauf erstklassiger Zuchttiere und gemeinschaftliche Ber- wertung wirtschaftlicher zu arbeiten. Der hiesige Züchterklub steht mit Verschiedenen Handelsfirmen des Auslandes, insbesondere Schwedens, in Ber- bindung, um die Ausfuhr nach dort aufzunehmen. führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und «Rjxwcvn. Du bist im Bilde Garbenteich, 14. Mai. Unser Warteraum im Bahnhof erwies sich schon lange Zeit als völlig unzureichend, um die Reisenden besonders zu den nach Gießen fahrenden Früh- zügen aufnehmen zu können, so baß bie Reisenben 25 ZIGARETTEN ...E^_______ ALLERDINGS 6 PFENNIGE! i und ob, biß i und (=1 r"16 tonntaW'lh WÜF l- toürgt, die ganz Leusel scheren. Apotheker .. Da blieb die baren Erleich' -wachend durch genannte 2ul phischen Eindi Vörstetten, tve betrachten Do und es liegt c wilden Wogen brüchiger in ein M das toai Mr das einr sechzigprvMtige meerpM auf, und jede Stunde ich ihm nach seir wertigen Malte! valisierende Hai Eine Reihe v wie eine Jadew samp/geschwuder schlossen von e wände, cm bene yvhen Fliegerb Dogen des A Hasen als die schend in bei Knops, der sammenhält. deutsche Kaisi als die Englä land spottetet Hosen/nops he 3d) bin im J yaveunterschei g.s (Sine red! W Aus W Kfi» Premicm eines 3r Lutter, £ partes dw verdränge reits dazu als Dotl^ sandten a folger crn und der Dcrfch das einzige, gar parat Wan mu Mite kurz nad teren in 1* Dl€’ einem nichts pc Ich weiß "ich der Abfahrt, id verwandelte in eine endlose» die sich ebenso i warts bewegte, lLevegungsfrech schiedene Abteil der nach den i tobte, bis zu । len nidit c^Qut und rei^Ane. to-Qt wÄ'^n iU9e,,en m*net und toci|U? die die in IN ve "ngehörte" «jß die NS übern sS? D-r _ X $ war in ei 'M Capri, Adl der Zrei N wohnten ii mil ’c der schmale NJJtte Hige lä au« tiesbl. Nute sich " Don,e Solo ™f dis sri Ob?'*’ ® °b°n°n7>i Preise für (eine Stell. Wollmatratze Mk. 8 00 Aufarbeiten :< eine Stell. Kapokmatratze Mk. 6.00 3825 A leine 3t. Roßhaarmatratze Mk. eioo iten Ihre Matratzen auf! fill dieselben abends wieder zurück. 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Mai 1950 Spaziergang auf Malta Eine recht aktuelle Angelegenheit Don unserem römischen ^-Korrespondenten Auf Malta, dem britischen Flottenstützpunkt im Mittelmeer, ist in der Sprachen- srage ein Konflikt ausaebrochen zwischen der maltesischen Geistlichkeit, die für die italienische Sprache eintritt, und dem Premierminister Lord S t r i ck l a n d , Sohn eines Irländers und einer italienischen Mutter, der als Führer der Autonomisten- partei das Italienische durch das Britische verdrängen möchte Der Konflikt Hot bereits dazu geführt, daß England für seinen als Botschafter nach Chile gehenden Gesandten am Datikan vorerst keinen Rach- folger ernannt hat > Malta, im Mai 1930 Ser Apotheker in Syrakus hat mir ein Mittel gegen die Seekrankheit verraten, ja, in seiner Herzensgute sogar mit einer Gebrauchsanweisung und der Versicherung verlaust, das sei überhaupt das einzige, garantiert echte und wirksame Präparat Man muh eine Tablette kurz vor und eine zweite kurz nach der Abfahrt nehmen, die weiteren in je vier Stunden Abstand Dann kann einem nichts passieren Ich weih nicht, wieso es kam, aber kurz nach der Abfahrt, ich hatte mich kaum schlafen gelegt, verwandelte sich die Tablette in eine Spirale, in eine endlose Schraube, wie der Techniker sagt, die sich ebenso um sich selber, wie auf- und abwärts bewegte, soweit ihr mein Innenministerium Bewegungsfreiheit lieh, wobei sie dessen verschiedene Abteilungen, vom Magen angefangen, der nach den Chinesen der Sih der Weisheit wäre, bis zu den Rebenräumen und Wandel- gängen. die merkwürdigerweise unter meiner Zunge endeten, neckisch mit herumdrehte, auf und ab. bis ich von einem schrecklichen Sah- ungetüm. das aus meiner Westentaschenschreib- maschine hervorgekrochen kam, melodisch abgewürgt, die ganze Mittelmeerpolitik kann sich zum Teufel scheren, diesem Gouverneur von einem Apotheker .. Da blieb die Spirale plötzlich mit einer wunderbaren Erleichterung stehen, ich schaute erwachend durch das fälschlich, aber konstant so genannte Bullauge und hatte einen geographischen Eindruck. Sie können sich ganz leicht vorstellen, wenn Sie im Schulbuch den Atoll betrachten Das ist ein kreisrundes Korallenrifs und es liegt auf der Hand, daß ein von den wilden Wogen dort hineingeschleuderter Schiffbrüchiger in einer Badewanne zu sein glaubt Und das war Malta Wer das einmal erlebt hat. dem dämmert ein sechzigprozentiges Verständnis für die Mittelmcerpolitik auf. wäre er auch ein blutiger Laie, und jede Stunde setzt er zehn Prozent zu, so daß ich ihm nach seiner Rückkehr aufs Schiff als vollwertigen Malteser Epezialberichterstatter die rivalisierende Hand drücken kann Eine Reihe von Wasserbecken, jedes so ruhig wie eine Badewanne und so grob, dah ein Groß- kampsgeschwader darin manövrieren kann, umschlossen von einem Riesenatoll gelber Felswände. an denen selbst die neuesten, vier Mann hohen Fliegerbomben zerplatzen würden wie die Wogen des Meeres so steht dieser natürliche Hasen als die Festung Grobbritanniens beherrschend in der .Dölkertränke" Malta ist der Knopf, der die ganze englische Uniform zusammenhält Ein Gleichnis, das einmal der deutsche Kaiser für Helgoland gebrauchte, als die Engländer und ihre Apostel in Deutschland spotteten, er habe Sansibar für einen Hosenknopf hergegeben. Ich bin im Kriege auf Helgoland gewesen und habe unterscheiden können, wer den weiteren Blict hatte Ringsum war englisches Sperrgebiet, aber Dritannia beherrschte nicht einmal die Wellen. die an das Bogcleiland schlugen. Die Offiziere liehen zuerst ihre Frauen und diese ihre Kinder kommen, um, den englischen Flugzeugen preisgegeben, am Badestrand zu baden, wie sonst in Friedenszeiten. Es kam kein feindliches Flugzeug Wir Huben mit den Kindern herumgetollt, Sandburgen gebaut und Muscheln gesucht So sicher fühlten wir uns im englischen Schußbereich Ich fieberte nach dem Sesamwort, das mir dieses Geheimnis offenbaren könne. Und der Sieger vom Skagerrak. Admiral Scheer, lieh mir den Felsen öffnen und mich in seinem Inneren herumführen Da erkannte ich. da- sah und fühlte ich. dah sie dem Stein e i n Herz eingesetzt hatten Das Herz von Helgoland ging laut wie eines Riesen Herz, es gab der kleinen Insel eine unberechenbare Stärke. Selber unverwundbar, scheuchte nicht sein Schlag, nein, schon das Wissen um die Dernich- tungsmöglichkeit seines Schlages Schiffe und Flieger Diese eingebauten Batterien schützten vier Jahre lang, ohne einen Schuh abfeuern zu müssen, die Weser-. Elbe- und Eidermündung, die gesamte deutsche Flotte, die sämtlichen Zufluchtsorte der Unterseeboote. Richt anders M a l t a Rur alles nochrie- s e n h a s t e r Unüberwindlich. Ich kletterte mit Ziegen die erste Felsenwand hinauf und geriet so in die „Hauptstadt", Lava l e t t a Aus allen Strahen und Plätzen fielen mir merkwürdige erhöhte Scheiben auf, Deckel sozusagen, die an manchen Stellen förmlich in Reih und Glied standen. Drei Kutscher versuchten mich mit einem brandenden Sprachen- Potpourri in bte Landschaft zu entführen, ein Policeman geriet in ein ungewohntes Lächeln, das nach einer anderen Richtung wies, aber ich war nun einmal neugierig und wartete. Und siehe, es dauerte nicht lange, da kam Wagen um Wagen und es öffnete sich Deckel um Deckel und Ladung aus Ladung rauschte hinunter, ins Innere von Malta, in seinen unergründlichen Magen. In die Magazine, die Speicher, die Dorratskammern aller Art. Malta ist hohl, wie Helgoland hohl war. Es wird, nehme ich an, außer dem Magen auch ein s ch l a g e n d e s He r z haben. Man dars aber aus die Bastei gehen und sogar durch die Kanone hindurchschauen. Ich weih nicht, ob das Ablenkung, Heuchelei oder Sicher- heitsproherei ist. Don der letzteren Tugend findet man jedensalls heute viele Ableger auf der Insel. Da und dort wird ein italienischer Straßenname anglisiert und Zettelankleber hauen die Bonmots des Gouverneurs an die Wände- Malteser! Wollt ihr eine maltesische Dolksregierung oder eine Regierung italienischer Handlanger? Aber die Geistlichkeit ist für Rom und Lord S t r i ck I a n d . der maltesische Premierminister, macht kaum ernsthafte, ich meine: nach Indien riechende Anstrengungen, um den Papst zu entthronen, dessen Interessen diesmal mit denen des Duce parallel laufen. Eine solche „Langmut" ist nicht britisch, aber auf Malta begreift man sie rasch Jetzt kann mich eine Droschke ruhig herumfahren Wir kommen auf die 'höchste Höhe, dort, wo die englische Fahne weht und die netten englischen Offiziershäuschen stehen. Alles blitzblank, die Messingstangen vor den Haustüren, die Geschütze. die kleinen Läden. Reizend hier „Shopping gehen". Ganz anders als drunten im Eingeborenen Hafenviertel, ilnb man spricht wie in London, während die Malteser ihre eigene Sprache haben. Die Italiener finden sie italienisch. Und folglich gehöre Malta zum italienischen Kulturkreis. Daher Kamps, Kamps dem Unterdrücker. Worauf Lord Strickland immer etwas von S ü d t i r o 1 murmelt. Dort seien genau so viele Menschen wie auf Malta und sprächen so wenig italienisch wie die Engländer hier. Wenn Rom trotzdem sage, da- sei italienisches Land, warum solle dann Malta nicht english country sein? Die Römer verwerfen diese Loaik, aber Großbritannien hat eine stärkere: seine Kanonen. Als gehörten sie nicht dazu und wollten auf jeden Fall für sich sein, tragen die toeiblichen Inselbewohner, soweit sie nicht Engländerinnen sind, eine Art gotische, schwarze Rische mit sich herum, die Faldetta. Da können sie sich hinein- kuscheln wie die Schnecke in ihr Haus. Sehe praktisch. Aber ich muß die Augen ossenbehal- ten. Und nach vier Stunden Fahrt habe ich gesehen: Schiffe, Speicher und Kanonen. Kanonen, Speicher. Schiffe. Richt gesehen. Malteserritter, Maltakartofieln und Maltcferbündchen. Es scheint sich da um unwesentliche Dinge zu handeln. Schweres Hochwasser in Süddeuischland Sic Isar in München, die durch die starken Regenfälle der letzten Tage starkes Hochwasser führt und an den Ufern überall schwere Verwüstungen anrichtet. Ebenso werden Hochwasserschäden aus Oberbayern, Baden und der Schweiz gemeldet. Unser Bild zeigt das Rahen der Hochwasserwelle der Isar beim Deutschen Museum In München. MdemLmienschiff„Heffen"inSüdspanim Briefe von der Auslandausbildungsreise der deutschen Flotte. Don H. Wittig, Leutnant zur See an Dort) Linienschiff „Hessen"*. öigene Sonderberichterstattung für den „Gießener Anzeiger". Alicante. In See hat der deutsche Flottenchef die Linienschiffe detachiert. „Schlesien" und „Hessen" besuchen unter dem Oberbefehl des Befehlshabers der Linienschiffe die spanische Stadt Alicante, die an der Südostküste Spaniens liegt. Die Linienschiffe müssen wegen ihrer Gröhe auf der Reede zu Anker gehen Rachdem die offiziellen 'Besuche mit den Behörden und den Vertretern des Deutschen Reiches gewechselt sind, wird der Verkehr mit dem Lande erlaubt. Mit dem ersten Boot begibt sich unsere Postordonnanz an Land, um die von allen sehnlichft erwarteten Postsäcke aus der Heimat zu holen. Bald umlagern viele kleine Boote von spanischen Händlern die Fallreeps der deutschen schiffe, und der deutsche Seemann ersteht für wenige Centimos sich die süßen Früchte des Landes. Die Reede von Alicante eröffnet einen weiten • Dgl. auch Rr. 99 des Gießener Anzeigers vom 29. April. Blick auf ein vor uns liegendes Dergland. Rur unten an bet Küste sind einige Ansiedlungen, unter denen die Stadt Alicante mit 70 000 Einwohnern die größte ist. Mitten aus dem Häusermeer, unter denen einige prächtige Bauten an der Strandpromenade hervorragen, erhebt sich, ähnlich der Akropolis in Athen, ein Felsblock, der oben zu einer Feste, der Santa Barbara,» ausgebaut ist. Diese beherrschte mit ihren Kanonen früher die ganze llmgegenb. Heute künden nur noch Ueberrcfte ihrer alten Mauern und Zugbrücken von einstiger Stärke und Un- einnehmbarkeit. Die Stadt Alicante selbst besitzt schone, tveite, mit Palmen bepflanzte Straßen und macht einen wohlgepflegten und sauberen Eindruck. Umgeben ist sie eigentlich durchweg von ff einigen -Bergen; nur hin und wieder geben einige grüne Palmenanpflanzungen Kunde von der südlichen Lage des Ortes. Hinten am Horizont erhebt sich, romantisch zerklüftet, eine hohe Bergkette, die Ausläufer der Sierra Revada. Don allen Seiten der Bevölkerung werden die Deutschen an Land freundlich begrüßt. Die Pier, an denen die deutschen Urlauberboote anlegen, Der Mann vom Montmartre. Don Karl Zedrrn. Cs war in einem üppigen, glückerfüllten Sommer aus Capri, lange vor dem Krieg. Die große Zahl der Fremden hatte die Insel verlassen, wir wohnten in dem einsam gewordenen Hotel Pagano mit seinen großen, von Blumen überwachsenen Terrassen und der schlanken Palme in der schmalen Gasse vor dem Eingang. Die schwere Hitze lähmte bei Tag, des Morgens ging man zum tiefblauen Meer zum Bade hinab oder sonnte sich im heißen Sand, an den Klippen des Monte Solaro, dann ruhte man in den kühlen Räumen, bis der Abend zu Spaziergängen in den schattig gewordenen, durchdufteten Wegen ober aus bie kleine weihe Piazza unter bem flammenben Sternenhimmel ober zu Barkenfahrten aus bem schimmernden Meer um Felsen und Grotten lud. Oder man traf sich beim Kater Hiddigeigei obenan an bem langen Tische saßen bie noch an- wefenben Bürger und tranken Sekt, wenn ihnen so zumute war. Je weiter unten am Tische, desto mehr Boheme ward die Gesellschast. Künstler und Schriftsteller, bie bie Insel nicht verlassen konnten, 'tocil sie längst mit ihrer Barschaft zu Ende uiib\AU viel schulbig waren und die auf irgendein Wunder warteten; dann schöne junge nordische Künstlerinnen, die im Gegensatz zu den Männern sehr vorsichtig mit ihrem Gelde umgingen und nur öagcblmben waren, um zu malen ober ben anbem zuliebe. Beide Tischenden betrachteten einander mit einem gewissen Mißtrauen, die einen, tocil sie angepumpt zu werden fürchteten, die anderen, weil sie voraussahen, dah dies vergeblich sein würde, und weil sie die Bürger überhaupt verachteten. Diese wieder fühlten nicht ohne Empörung den Hohn des gelb- und respektlosen Volkes. Aber biefe Spannung war wenig merklich, weil die einen ben Spott zügelten und bie andern sich zu gut unterhielten, und weil wir vermittelten, meine Gattin und ich bie in der Mitte sahen und beiden Gruppen angehörten, zur einen, weil wir unsere Hotel- rechnung regelmäßig bezahlten, zur andern durch den Beruf, bie freien Anschauungen unb bie Fröhlichkeit. Welche übermütigen Tage unb Rächte haben wir da verbracht. Kleine Feste in improvisierten Kostümen wurden in den kühlen Sälen gefeiert Einmal fuhren ihrer drei nach bet Blauen Grotte ein junges Paar unb ein Freunb. der ein trefflicher Schwimmer war. In der Grotte faßte ihn bie Lust nach bem ungewöhnlichen Erlebnis rasch entfleibet sprang er ins Wasser und schwamm unter bem Boote durch. Die beiden andern benützten dies, um sich zu küssen. „Rein, wie du herrlich tauchst", sagten sie, als er wieder hervorkam, „unb wie silbern bu glänzest, du phosphoreszierst geradezu, es ist zu schön, du mußt es noch einmal machen!" und sechs- bis achtmal ließen sie mit falschem Lobe den Geschmeichelten fein Kunststück wiederholen und unter ihr Boot tauchen; sowie fein Kops im Wasser verschwand, schlossen sie Augen unb Lippen, bis ein Sprubeln sie warnte, bah er wieder auf- tauchte. Seltsame Existenzen lebten auf der Insel; wirklich begabte Leute, so ein österreichischer Maler, der später entdeckt unb berühmt wurde; ursprünglich ein einfacher Arbeiter, der den Winter in einet Höhle verbracht hatte, mit einer Decke, einem Schnellsieder und einer Lampe als Hausgerät. Andere, die nicht begabt waren, lagen wie Spinnen auf der Lauer nach vorübergehenden Engländerinnen oder Amerikanerinnen, sie zu malen, zu modellieren, vielleicht zu heiraten. Der eine, ein Italiener, verlieh sich auf seine Schönheit, andere auf ihre Frechheit. Ein langhaariger Holländer hatte fein Atelier an der Bergstraße und verkaufte Butterbrote und Wermut an durstige Spaziergänger, in der stillen Hoffnung, vielleicht einmal auch ein Bild anzubringen. Diese Leute blieben unserer Gesellschaft von selber fern. Aber eines Abends kam Balder, einer der jungen Schriftsteller, derselbe, der so gut zu tauchen verstand, unb meldete, er habe eine Entdeckung gemacht, einen Mann, der würdig sei, in unfern Kreis aufgenommen zu werden nach seinem ganzen Erscheinen unb Auftreten sei er zweifellos em Montmartrier, was, wie man weih, den höchsten Abe! ber Boheme be- bcutete Er zeigte uns ben Fremden, der an einem kleinen Tische sah und eine Grenadine trank Er sah in der Tat gut aus, hatte blaue Augen und einen feinen blonden Bart, einen nicht leicht zu deutenden ruhigen Ausdruck Er trug einen tadellosen Anzug, aber keinen Kragen und ging mit bloßen Füßen, unter die er Sandalen gebunden hatte Der Mann mußte etwas sein. Balder hatte ihn gegen die' Steinwürfe sittenstrenger Inselbewohner verteidigt, als er ohne Schwimmanzug zu baden versucht hatte. Wir gaben die Erlaubnis, ber anbere ließ sich nicht bitten, setzte sich ganz natürlich an die untere Seite des Tisches unb schlürfte seine Gre- nabine zu Ende Wir erfuhren, baß er Russe war. aber tatsächlich aus Paris kam, in Rom, in Florenz unb überall gewesen war unb jetzt an der großen Warina in einem weitläufigen Sterngebäude inmitten eines großen Parks wohnte Seinen Beruf verriet er nicht. Er liebe es, sagte er, den Sommer in heißen Ländern zu verbringen, den Winter in Eis und Schnee. Er wolle alles aus dem vollen genießen. Gegen Mitternacht trafen wir Balder in einem kleinen Cafe wieder Die Rocht war so schwül, daß wir durstig geworden waren unb eine Flasche Asti unb Kaviarbrote bestellten. Wir luden bie andern ein, aber der Mann von Montmartre verzog das Gesicht. „Das Kaviar? Da bedauere er, nicht mithalten zu können, er als Russe wisse, was Kaviar sei, in seiner Heimat esse er ihn pfundweise, und was für Kaviar und was für andere Gerichte, unter denen die Tische sich bogen. Und dieser Wein hier Er sprach von Weinen, die er in Paris, in Ruza zu trinken pflegte. Wir sahen, wie Balder lauschte: er schien transsigurlert. Es war ein Uhr. als der Fremde, wohl ein wenig degustiert, von unferer Anspruchslosigkeit, das Kaffeehaus verlieh. Da erst legte Balder los Mit strahlenden Augen erzählte er: der Mann sei nicht, was er scheine, er lebe zwar in Paris, aber nicht auf dem Montmartre, auch nicht, wo die solideren jungen Künstler wohnen, auf dem Mont- pamaffc. er steige nur im Carlton ab. Um von Paris auszuruhen, sei er hierhergekommen, aber schon in wenigen Tagen verlasse er die Insel, um eine Weltreise anzutreten, zunächst nach Aegypten. dann nach dem Kaukasus, nach Turkestan und tiefer nach Asien hinein Er habe Karawanen in seinen Dienst genommen, und nun komme das Schönste er habe zwar Kamele genug, aber noch keinen Sekretär, und so habe er ihn aufgefordert, als Sekretär mit ihm nach Afrika und Asien zu gehen, mit freier Reise und einem nicht großen, aber doch sehr anständigen Gehalt Endlich, endlich könne er von der verfluchten Insel fort und den Orient sehen, was er sich immer gewünscht hatte. Es tat uns leib, den übermütigen unb untermal tenben Gesellen zu verlieren, aber wir gönnten es ihm Wann es losgehe? Vermutlich schon in den nächsten Tagen, der Russe habe in Reapel zu tun und werde ihm von dort telegraphieren Und er ging, um sich Reiseträumen yinzugeben und Reisevorbereitungen zu treffen. Drei bis vier Tage sahen wir ihn nicht. Dann rollte ein keines Gerücht durch die Insel Und dann kam er niedergeschlagen: keine Racch- richt war eingetroffen. Da war er nach dem Hause des Russen gegangen, um nach ihm zu fragen Schimpfend hatte der Besitzer die Gittertür zugeschlagen seit Wochen lebe der Fremde da unb fresse seine Feigen unb anderen Garten- früchte weg und sei ihm die Miete schuldig. Dicht einmal Strümpfe oder ein Hemd besitze er. Sein schwerer Reisekoffer, ben niemand zu heben vermocht hatte, war leer imb von innen mit einem Hagel am Boben befestigt. Derwichene Rächt sei der Lump heimlich über die Gartenmauer und davon Wie er über das Wasser gekommen sei, wisse er nicht ... Der Traum vom Orient war vorbei, der vom Montmartre war nicht viel wert. Wir lachten, und Balder mit „Er hat eben doch nur Kamele gesucht!" sagte er mit Delbstironie und schlenderte an den Strand hinab, wo er im Wasser Purzelbäume schlug, um dem Schicksal trotzig seine Kehrseite zu zeigen Gastspiel im Siaditheaier. In der gestrigen Ausführung des „C l a o i g o“ spielte Herr Walter Bäuerle vom Deutschen Theater in Riga die Rolle des Carlos auf Engage« me gli che Boraussicht auf dem Gebiet der Fürsorge für Wohlfahrts-Erwerbslose fehlt. Daher richten begreiflicherweise die Städte immer und immer wieder den Appell an die gesetzgebenden Körperschaften, die Krisenfursorgc zu wr- längern, um dadurch eine leidliche Entlastung in der öffentlichen Wohlfahrtspflege herbeizuführen Die Krisenfürsorge genießen solche Erwerbslose, für die die Arbeitslosenunterstützung abgelaufen ist Sie ist nur für einzelne Bermsgruppen und für diese wiederum in verschiedene Zeiträume festgelegl Die Mittel für die Krisensürsorge werden überdies auch noch zu z von den Gemeinden aufgebracht. Die Aufwendungen für die W o h I f a h r t s e r - werbslofen in der öffentlichen Fürsorge haben die Gemeinden allein zu tragen In den nachstehenden Zahlen sollen diese Aus- Wendungen des städtischen Wohlfahrtsamtes seit dem 31. Dezember 1929 für jeden Monat in der allge- Die lausende öffentliche Fürsorge in Gießen Oer gegenwärtige Stand 7 250 000 Bei dieser Zusammenstellung darf nicht Übersehen werden, daß die unter Ziffer 4 und 5 angeführten genossenschaftlichen und privaten Bauten fast ausnahmslos noch aus öffentlichen Mitteln der Gcbäudesondersteuer finanziert worden sind. Ferner ist beachtenswert, daß bei dieser Zusammenstellung die Bauten, die tatsächlich in den beiden Jahren begonnen und sertiggestellt wurden, mit ihrem vollen Werte eingesetzt sind, während man die Gebäude, die erst im Jahre 1930 fertig werden, nur mit dem Wert ihres Bauzuslandes Ende 1929 berücksichtigt hat. Angesichts dieser Ziffern kann man nur den Wunsch aussprechen, daß möglichst bald die öf- sentliche Hand wieder der belebende und stärkende Faktor für unser Bauwesen in weitreichendem Maße werden möge. ien - der 2or- Unterlagen ging gliedern erst am üfung des Snl« neue Haushalts« ich stark an« ff hatte für einen Decking zu belachst inS Auge MS abgelebt S unseren Dal« tenen Hol-Preise ze auf dem Holz- erung gegenüber Zur Erzielung an^ausichuh auf jeemigt, die in formuliert find uftimmung der Der AMüch M sich aber an« ifWtaflc, für die vch nicht iu.be« ^>nungsmadigen teilen wird, Der« iur einigermaßen ■ sind überzeugt ng und der Fi' fsenhaftigkcit und haben, aber wir können, immer, rasend um dre und immer von ipsand sie bitter an ihrem, 0|t ich so gewunM glaubte, fie mr« ten 6tunH mit Sie I°S>«L id) MeÄ waren bei « schrak sie 8U.L, ’s?« id. sich und es war Kamen n* inb * w der gstf liebe nicht- Stä® rrs« Liebe ff* s?-5 o st i» .o ijr 1 (i HD an rLt $ ■ so»- ?SS** loser" dadurch neu entstanden. Man Hal Darunter solche arbeitsfähige arbeitslose Personen zu Der- stehest, die keinen Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung der Krisensürsorge oder aus der Sonderfürsorge bei berufsüblicher Arbeitslosigkeit haben. Sie sind heute die Schmerzenskinder in der öffentlichen Fürsorge. Eine rationelle Wohlfahrtspflege muß immer und immer wieder darauf drängen, daß diese Wohl- fahrtserwerbslofen aus der öffentlichen Fürforye ausscheiden und ihnen die Gesellschaft die einzig wahre Fürsorge angedeihen läßt, nämlich A r - beitsgelegenheit. Um die Gießener Verhältnisse In Vergleich zu setzen zu anderen Städten, sind in nachfolgender Zusammenstellung die Zahlen der Städte Darmstadt, Worms, Hanau und Aschaffenburg bezüglich der Wohlfahrtserwerbslosen aufgeführt Bei kritischer Betrachtung dieser Zahlen wird man finden daß die Verhältnisse in Gießen im Vergleich zu diesen anderen Städten noch relativ günstig sind Gemeindliche Fürsorge für Erwerbslose. Wohlfahrt-erwerbslose Laufend unterstützte Parteien am: Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 18. Mai, 17 bis gegen 22.15 Uhr: Die Meistersinger von Nürnberg. Montag, 19., 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Indigo Dienstag. 20.. 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Die Fledermaus. Mittwoch. 21., 19.30 bis nach 22 Uhr Der Freischütz. Donnerstag. 22., 19.30 bis nach 22 Uhr. Das Land des Lächelns Freitag, 23., 19.30 bis 22.15 Uhr: Cavalleria rusticana. Hieraus Der Bajazzo. Samstag. 24., 20 bis gegen 22.30 Uhr Belsazar. Sonntag. 25.. 19.30 bis gegen 22.30 Uhr. Uraufführung. Transatlantik. Montag, 26., 19.30 bis gegen 23 Uhr: Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Sonntag, 18. Mai, 15 bis nach 17.30 Uhr Der Londoner verloren« Sohn. 20 bis gegen 22.45 Uhr: 2. und letzte« Ensemble-Gastspiel Lucie Höflich: Dom Teufel geholt. Montag, 19., 20 bis gegen 22 Uhr: Schwingen über Europa. Dienstag. 20., 20 bi« gegen 22.30 Uhr: Die Bekehrung des Ferdy« Pistora. Mittwoch, 21., 20 bis gegen 22.15 Uhr: Hans im Schnakenloch. Donnerstag, 22., 20 bi« gegen 22.30 Uhr Die Bekehrung des Ferdy« Pistora. Freitag. 23., 20 bis gegen 22.15 Uhr: Hans im Schnakenloch. Samstag, 24., 20 bi« 22.30 Uhr Die Bekehrung des Ferdys Pistora. Sonntag, 25., 20 bis gegen 22.15 Uhr: Hans im Schnakenloch. Montag, 26.. 20 bis gegen 22 Uhr: Die neue Sachlichkeit. kommen und ein wesentlich geringeres Defizit als bisher in Erscheinung treten, was natürlich seine entsprechende Rückwirkung auf die Höhe des Zuschüsse« auS der allgemeinen Finanzverwaltung hätte. Beim Stadttheater sollen gegenüber dem Dorjahr 19 000 Ml. und beim Wohlfahrtsamt (ebenfalls gegenüber dem Vor- jahr) 37 000 Mk. erspart werden Inwieweit das beim Wohlfahrtsamt unter den jetzigen und künftig womöglich noch verschärften Verhältnissen möglich sein wird, lassen wir dahingestellt. Bei den Steuern bemerkt man, daß bie Ansätze, bis auf zwei Ausnahmen, etwa- niedriger als im Vorjahre gehalten sind. Die Biersteuer soll einen geringen Mehrertrag bringen, nämlich 57 150M! gegen 54 250 Mk. im Dorjahre. Der Anteil an der Reichs-Einkommen- und Körperschaftssteuer ist für das neue Etatsjahr auf 567 035 Mk. gegen 597 035 Mk. veranschlagt worden, den Anteil an der Reichs-Umsatzsteuer hat man mit 122 160 Mark gegen 134 160 Mark im Icchr 1929 vorgesehen Die Grun^-erwervssteuer ist mit 54 200 Mark Ertrag gegen 69 200 Mark im Dorjahre in den Haushaltsentwurf eingestellt, die Dergnügungssteuer mit 55 000 Mark gegen 60 000 Mark, die Wertzuwachssteuer mit 19 700 Mark gegen 34 100 Mark, die Hundesteuer mit 18 350 Mark gegen 20 300 Mark, die Filialsteuer mit 12 000 Mk. gegen 15 000 Mark. Bei der Grund-, Gewerbe- und städtischen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz wird für das neue Rechnungsjahr ein Ertrag von 1 303 900 Mart gegen 1 213 500 Mark im Dorjahre. mithin ein Mehr von 90 400 Mark erwartet Inwieweit diese Ansätze. die übrigens vorsichtig berechnet sind, tatsächlich erreicht werden kann bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage und deren voraussichtlicher Weiterentwicklung heute kaum abgeschäht werden Jedenfalls wird man gut tun, auch hier unter Umständen gewisse Windererträge nicht ganz außer Betracht zu taffen, so daß die jetzt getroffene Grenze für das Ausmaß der Sätze nicht als zu weit gezogen anzusprechen ist. 30. April 1930 folgende Zahlen in Betracht: Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene 23 Parteien. 84 Personen. Sozialrentner 516 Parteien, 767 Personen: Kleinrentner 231 Parteien, 281 Personen: Stadtarme 430 Parteien, 1376 Personen, Hilfsbedürftige im ganzen 1205 Parteien, 2508 Personen. Es befinden sich somit am 30. April 1930 2508 Personen in laufender offener Fürsorge des Wohlfahrtsamtes — 7,2 Prozent der Einwohnerschaft Gießens, o. h.: jeder 1 4. Sinko o h n er befindet sich in laufender offener Fürsorge des Wohlfahrtsamtes. Unberücksichtigt blieb hier der gesamte Aufwand in der geschlossenen Fürsorge, insbesondere die stationäre Krankenhausbehandlung und die Unterbringung von Geisteskranken und Gebrechlichen in Anstalten, sowie der Aufwand für Ortsfremde einschl. Wandererfürforge. Das Wohlfahrtsamt wurde im Monat April 1930 von insgesamt 1230 durchreisenden Wanderern wegen Gewährung von Obdach und Verpflegung in Anspruch genommen. Unter diesen befanden sich 256 Iugendliche = 26,33 Prozent. Durch Exmission waren von ortsansässigen Familien Ende April 1930 obdachlos und in ausgesprochenen Rotwohnräumen untergebracht insgesamt 21 Familien mit 41 Erwachsenen und 38 Kindern, zusammen 79 Personen. Das Gebiet der Iugendfürsorge, sowie jede Art von Sonderfürsorge (Gesundheitsfürsorge, Fürsorge für Lungenkranke, Trinkerfürsorge, Mietunterstützung aus Mitteln der Gebäudeson- dersteuer u. dgl.) blieben in der vorstehenden Ausstellung ebenfalls unberücksichtigt. 930. [S?S .^Gesamt- aus die De- Me und Aus- 5 622 644,38 X "ögensrech. 3 020 567,19 X H gelungen ift We Summe darf man doch die Verringe« lvgensrechnung, Anlagen und Möglichkeit für ■tfälit, Während iStocrte Steige* T Daß bet -enden Männer 'nen sihen, die- zugestimmt bisherigen Hin- die zWangsläu- Teiles unserer Angesichts der bevorstehenden Etatberatungen im Stadtrat erscheint es wohl zweckmäßig, die Dcffent- lichkeit über den Umfang der unterstützenden Fürsorge des städtischen Wohlfahrtsamtes zu unter- richten In den nachfolgenden Zahlen soll die Entwicklung dieser Fürsorge in dem abgelaufenen Rechnungsjahr bis zum 30 April 1930 dargetan werden. Wir erhalten hierüber vom Wohlfahrtsamt auf unsere Anfrage folgende Unterlagen: Am 1. April 1929, dem Beginn des abgelaufenen Rechnungsjahres, wurden laufend in offener Fürsorge unterstützt: Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene: 35 Parteien 115 Personen: Sozialrentner. 513 Parteien, 770 Personen, Kleinrentner: 255 Parteien, 321 Personen: Stadlarme: 247 Parteien, 780 Personen, Hilfsbedürftige im ganzen: 1050 Parteien, 1986 Personen Hierzu ist zu sagen, daß unter laufender öffentlicher Fürsorge solche zu verstehen ist, die die Un- terstützungseinpfänaer mit dem notwendigsten Lebensbedarf (Bargeld und Naturalien) für nicht begrenzte Zeit außerhalb einer Anstalt betreut. Mit tiefen 1986 Personen waren also am 1. April 1929 - 5,7 v H der Einwohnerschaft der Stadt Gießen (rund 35 000 Einwohner) In laufe n b c r offener Fürsorge Die Gruppen der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen, der Kapitalrentner und der Sozialrentner gehören der aehobenen Fürsorge an, zum Unterschied von den Stadtarmen, die In der allgemeinen Fürsorge betreut werden. Es liegt in der Natur der Sache, daß die in der gehobenen Fürsorge betreuten Gruppen von der allgemeinen Wirtschaft nicht so unmittelbar berührt werden wie die Kreise, die in der allgemeinen Fürsorge unterstützt werden Es ist dazu zu bemerken, daß befon- ber-3 bie ausgesteuerten Erwerbslosen in biese Fürsorge im Falle ihrer Hilfsbebürftigkeit aufzunehmen sind Hieraus folgert, baß sich jede Bewegung auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens, namentlich auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes, unmittelbar auch auf das Gebiet der öffentlichen Fürsorge ausstrahlt In der öffentlichen Für- sorge ist der Begriff „Wohlfahrtserwerbs- glauben doch, unseren Mitbürgern sagen zu müssen daß eine gute Dosis Pessimismus für dielen Doranschlag am Platze ist Die Reserven des stäbtilchen Haushaltes au« den letzten Jahren sind für den neuen Doranschlag in weitgehendem Maße mit in Rechnung gestellt worden. Dazu werden EinnahmeerhOhungen bzw. AusgabeermSßigungen dem Stadtratsplenum zur Genehmigung vorgeschlagen, von deren voller DerwirklichungSmöglichkeit wir uns bisher beim besten Willen nicht überzeugen konnten Dem Elektrizitätswerk und dem Gaswerk sollen im neuen Wirtschaftsjahre um 20 000 bzw 25 000 Mark höhere Zuschüsse zur Allgemeinen Verwaltung gegenüber dem Vorjahre auferlegt werden so daß diese Werke nach dem neuen Dor- anschlag 370 000 bzw. 235 000 Mk abzuliefern hätten. Die Straßenbahn soll im neuenGtatjahre mit einem Zuschuß von 44 214 Mk. auskommen, obwohl ihr Dienst für Kapitalzinsen und Schuldentilgung infolge Auswertungsverpflichkungen und Verzinsung des Kapitals für die Verstärkung des Wagenparks von 24 805 Mk. im Vorjahre auf 60 593 Mk. im Jahre 1930 angewachsen ist Eine Mehrcinnahme erhofft man. wie aus Stadtratskreisen berichtet wird, durch eine teilweise Erhöhung des Straßenbahnfahrpreises zu erzielen, inwieweit diese Rechnung aber aus gehen wird mit den Erwartungen, vermag nur die Entwicklung im neuen Wirtschaftsjahre zu beantworten Bei der Betrachtung des Straßenbahnetaks erscheint uns der Strompreis mit 17 Pf. je Kilowattstunde für die Straßenbahn in einer Weife angesetzt, die das Schlußergebnis der Rechnung auf der Ausgabenseite zu ungünstig darstellt. Wurde man den Strompreis derart festsehen, daß zu den erheblich niedrigeren Selbstkosten ein geringer Aufschlag für die Verwaltung des Straßenbahnbetriebs hinzukäme - wobei man doch beachten muß, daß die Straßenbahn ja nur ein Teilbetrieb des Städtischen Elektrizitäts- Werkes ist —, so würden die Ausgaben und die Einnahmen zum Schluß einander erheblich näher- Taten für Sonntag, 18 Mai Sonnenaufgang 4.06 Uhr, Sonnenuntergang 19 48 Uhr. — Mondaufgang 0.52 Uhr, Monduntergang 8.14 Uhr 1782; der Freischarenführer Ma,or Frhr. o. Lützow in Berlin geboren; — 1799 der französische Schrift- steller Pierre Augustin Baron de Beaumarchais in Paris gestorben; — 1848: Eröffnung der ersten deutschen Nationalversammlung in Frankfurt a. M. Taten für Montag 19. Mat Sonnenaufgang 4.04 Uhr, Sonnenuntergang 19.49 Uhr — Mo'ndaufgcmg 1.17 Uhr, Monduntergang 9.26 Uhr. 1762: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte in Rammenau geboren. ________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bie 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen HM meinen Fürsorge bargetan werden Ifb in off. Fürs, hiervon Wohl- Aufwand unterstützte fahrtser- monatlich Stichtag Parteien werbslosc (insges.) rd. 31 12.29 261 120 11 000 Mk. 31. 1.30 317 199 13 000 Mk 28 2.30 376 263 18 000 Mk 31 3.30 361 199 18 000 Mk 30 4.30 430 281 20 000 Mk. In der aef amten Fürsorge kommen für den Stabt 31.12 29 31.1. 30 28 2. 30 31.3. 30 Darmstadt (89 000) 836 706 894 844 Worms (47 000) 1056 865 1164 1251 Hanau (39 000) 962 865 970 924 Gießen (35 000) 120 199 263 199 Aschaffenburg (34 000) 153 158 172 164 fßxidTJIlttdungen. füc'Huwu.JBftwe Zur Haustrinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1929: 25400 Badegäste dtefawuuielle Badeschriften: durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6 Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. 3166 V Flugplatz Giefeen Samstag und Sonntag TraininWen im Knosfllug ausgeführt von Pilot We 1 b vom Zirkus Barnum auf D 816, Typ „Schwalbe" Eintritt frei! Eintritt frei! Autobus ab Ludwigsplatz 15.20,18.30 Uhr ab Flugplatz.... 15.35,18.45Uhr Werktäglich lliWlsiiviMer Luftverkehr nach dem In- und Ausland. Starts um 8.30, 18.30 Uhr. 3791D Lichtspielhaus Giessen Nur noch heute und morgen Sonntag , der Ufa-Ton- und Sprechfilm Melodie des Herzens ferner das tönende Beiprogramm Anfang400,600,830UhrSonntags300,530,830 Voranzeige ab Montag 3672C Der unsterbliche Lump Ihre Verlobung beehren sich aTiMeigen Carola Schmittgall Willi Seipp, Ingenieur Gießen, den 17. Mai 1930 Nordanlage 9 Ludwigstraße rs 03292 Lissi Heines Heinrich Faber Verlobte NerleWe MedmmemM-AW» Sonntag, den 25. Mai 1930, nachmittags 1% Uhr, findet in Gießen im „Laf6 Leib" die ordentliche LNttgttedetr-oerrsamrnlung (Hauptversammlung) statt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, 2. Mchnungsablage und Entlastung, 3. Ausschußwahl, 4. Satzungsänderung, 5. Verschiedenes. 38030 Gießen, den 9. Mai 1930. Dr. van Bentheim, Direktor. 20 Uhr Nach erfolgreich absolvierter Italien-Tournee JOHANN 3796D WienerFestkonzert anläßlich des30jähr.Dirigenten-Jubiläum8 Wiener Walzer G Wiener Lieder NEUES PROGRAMM Vorverkauf bei Verkehrs-Verein und Loeb, Bahnhofstr. MM mit seinem Wiener Orchester Ihr Bann meint, die Iran des Kollegen sähe viel jünger aus? Dabei ist sie älter als Sie! — Ganz einfach: Sie denkt eben auch an sich und tut damit zugleich ihrer Familie etwas Gutes! Täglich trinkt sie „Köstritzer Schwarzbier". Machen Sie es ebenso! Schon in kurzer Zeit fühlen Sie sich dann wie neugeboren, denn mehr Blut, befferes Blut, gute Verdauung, fester Schlaf, Stärkung der Verven, das ist's, was Sie brauchen. Sie erreichen es mit wenig Geld durch „KöstritzerSchwarzbier". — Ihr Mann wird schmunzeln! — Vertretung: EmilSchmall, Fernsprecher 3883 ___________________________________________________________487V Melanchthonhaus Kaffee u. alkoholfreies Speisehaus in Marburg a. 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Mit jenem Ausatm hinter der Miene kühl werden pflegt, schloss' nun die sriedliche Kl einige Wochen tanz, denn das ist in der Kostet werden ausge die dich daheim nicht deine habe und erla ein Liedchen vor die lalische Tonfilmsrech zen verachtest... Ta - was ist dm wii dein verzärtelte UÄmaschunq wie 5)i unliGnzs. Ist es mi gel. W Säugling dach - und der Bluta her geschickt worden der Zorn saust in de schon deine Timme, d dem Wirt de- faiiie Hammer empsehlen w wider solchen Insult Viertchensionärs zu s gefügtes Aersahren! 1 Nr, es gibt genug Misellvs W vhne ^atliches Kurhai Burg Gleiberg Fernsprecher Gießen 3444 Schöner Ausflugsort. Rundblick über das Lahn tat den \ ogelsberg und Taunus. Schöne Säle und Gesellschaftsräume. Gute Verpflegung. Autofahrt ab Gießen. Bad-Nauheim Gasthaus zur Waldlust beit, feit 1860. — Größtes bürnerl. ©arten« reftaurant am Platze. — Eigene Schweine« metzgerei, eigene Avtelwemkelt. Bürger!. Mittagstisch. Reichh. Abendkarte. Billigste Vretse. 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Du bist nun, Teuerster, mit dir allein; wozu also Umstand« machen und leugnen, daß es gar nicht die vielgepriesenen und von den Letzten dir gleichsam händeringend empfohlenen Heilmittel waren, die dich lockten, diese dir bis dahin fremde Stätte auf- zistuchen, und nicht die wohlassortierten Bilder von Park und Kurhaus, Badeanlagen und Aus^ichts- türmen in sarbenprangendem Prospekt: „Fahr' hin, o Welt" — war nicht eben dies ein Gedanke, als der Zug in seinen Achsen zu knirschen begann, und war er cs, dieser heimliche, säst schadenfrohe Gedanke nicht auch im Hinblick auf das, was dir am Ziel der Reise beoorstand? Ach, du hast es dir ja schon lange eingestanden, daß etwas anderes dir im Sinne lag, als du dich bequemtest, in eine Kur einzuwilligen, die das ramponierte Herz — o verkniffene Mundwinkel! — in einen normalen Gang zurückbringen soll und das System der Nerven — reden wir nicht davon. Aber das war es, was dich Aog, was dich ermunterte, den Sprung zu tun ins Ungewisse: die Möglichkeit, wieder einmal mit dir allein zu sein, abgeschlossen von einer Welt, die mit Menschen bevölkert ist, die du leider kennst, und im Bollgenust einer Gesell- schaft, die dir jene Welt einen Winter lang gründlich verleidet hat, der Gesellschaft deines eigenen, so geliebten Ich, mit dem allein du schwatzen und schwadronieren kannst, wie dir ums Herz ist, das erweiterte, und frisch von der Leber herunter, der geschwollenen. Das war's — und weiter nichts. Und darum bist du Kurgast geworden, Kurgast im Früh, ling. * Mit jenem Aufatmen wahrer Befriedigung, das hinter der Miene kühler Unbewegtheit verborgen zu werden pflegt, schlossest du die Tür. Dies ist also nun die friedliche Klause, die dick) umhegen wird, einige Wochen lang, gesichert vor aller Störung, denn das ist in der Pension mit einbegriffen. Die Koffer werden ausgepackt, mit einer Gemächlichkeit, die dich daheim nicht ankommen würde, verteilst du deine Habe und ertappst dick) plötzlich dabei, wie du ein Liedchen vor dich hin pfeifst, so eine kleine musi- kalische Tonfilmsrechheit, die du sonst so von Herzen verachtest... Da — was ist das? Laute bringen dir ans Ohr, und dein verzärteltes Trommelfell empfindet diese Ueberraschung wie Dröhnen und Donnern des Weltuntergangs. Hst es möglich? Du stürzest an die Silin- liel. Ein Säugling im Hause...? Das ist denn doch — und der Blutandrang, wegen dessen du hier- her geschickt worden bist, steigt in Wellen empor, der Zorn saust in deinen Schläfen, und du hörst schon deine Stimme, wie sie mit schneidendem Hohn dem Wirt des Hauses einen — einen Schmiedehammer empfehlen wird, um voll zahlende Gäste wider solchen Insult von selten eines Halb» oder Biertelpensionärs zu schützen, ein für allemal! Abgekürztes Verfahren! Uebrigens ist es noch früh im Jahr, es gibt genug freie Zimmer hierorts und zweisellos solche ohne Nachbarschaft dieser ... dieser Art. Du schnaubst. Kommt niemand. Geht die Klingel nicht? Alles ist still im Haus. Auch das Baby ist verstummt... Was tun, wenn jetzt dienstbeflissen nach deinem Begehr gefragt wird? Was würdest du sagen — guter Gott, es klopft. .Herein." „Der Herr haben geklingelt?" »3a — ich möchte — sagen Si«, Fräulein, könnte ich — einen Teelöffel haben? Zum Einnehmen von Pulver, wissen Sie." „Gern, der Herr, einen Augenblick." Einen Teelöffel, keinen Schmiedehammer. Denn bist du auch nach innen ein Wüterich, — nach außen wirst du den Lyriker nie verleugnen. * Schließlich bist du ja auch nicht hier, um den ganzen Tag im Zimmer zu hocken, also hinaus mit del- nen müden Knochen! Zuerst natürlich in den Park, den hochgelobten. Und wenn du es auch, Nachtreter des alten Horaz, nicht mehr zum Staunen dringst — diese geschniegelte und gebügelte Darbietung der Natur hat auch für dick) etwas wie einen Reiz, den du, Schritt für Schritt dich bewegend, zu kosten nicht umhin kannst Und diese Düfte, aus den Bosketts und Rabatten, nicht wahr, und dieses Ausruhen alle drei Minuten auf einer weiß- gestrichenen Bank — nett, nein wirklich, es läßt sich schon ertragen, und die Kurtaxe beginnt, zu einem ziemlich gleichgültigen Zahlengebilde zu verkümmern. Indessen bleibt cs dir nicht erspart, auch hier festzustellen, daß es schwer ist, allein zu sein auf diesem Erdenrund. Und du hebst dich von bannen unb machst aus ber Phrase bes sich seitwärts in bic Büsche Schlagens einen realen Vorgang. Im Begriff, dir aus diese Tat schon etwas einzubilden, wirst du durch ein Begebnis am Erdboden abge- lenkt: ein kleiner bunter Vogel, rötlich-braune Brust, ammetgraue Flügel mit weißer und dunkler 'Bor- >üre, zwischen grauem Kopf unb Schnabel ein chwarzer Strich — bu bist ja kein Ornithologe unb brauchst, wie schön, nicht zu wissen, wie er heißt — pickt ungeniert von beiner Anwesenheit auf bem Weg herum. Du bist nur einen Schrit von ihm entfernt, er sieht bich aus schwarzen Nabelknopsaugen an unb pickt weiter unb vor ihm wälzt sich etwas Blasses, Feuchtes im Sanb — sieh ba, ein Regen- wurm. Du bleibst ganz ruhig, um ben Vogel nicht zu stören, unb beschreibst schließlich weitergchenb einen Bogen: ba flattert der bunte Kerl bavon, unb verärgert siehst du ihm nach — was soll bas beim? Der Wurm aber zieht sich alsbalb in die Sicherheit des Erdreichs zurück, und nun weißt bu in Wahr- Helt nicht, hast ou bem Vogel Böses ober bem Wurm Gutes getan? Ja — wer kann bas ermessen? Elend ist ber Mensch, hilflos und blöd. Kopfschüttelnd machst bu bich bavon, irgenbetwas schämt sich in bir, bu weißt nur nicht, vor was und für wen. Du fliehst zu den Gradierwerken — ber Arzt hat bir ben Aufenthalt bafelbft ohnehin verorbnet. Na- Zwei Tage an Nahe und Rhein. Mit dem Frühzuge fahren wir über Frankfurt unb Mainz nach Bad Kreuznach, durch das wir einen Rundgang machen. Außer bem Kurhaus und dem schönen Kurgarten finden wir hier noch Beste römischer Kastelle und alte Stadt- mauerft. Interessant ist die mit Häusern bestandene Nahcbrücke. Nun wandern wir weiter (bzw. Strahenbahnbenutzung) durch das benachbarte Bad Münstcr a in Stein, das älteste Saline- und Solbad Deutschlands, überschreiten die Nahe- brücke und steigen durch das Dörfchen gleichen Namens hinaus zur Burg Ebernburg. Bor dem Hutten-Sickingen-Denkmal bietet sich uns ein herrlicher Ausblick. Aach der Einnahme eines guten Tropfen Naheweins Abstieg zur Nahe unb Llebersetzung mit der Fähre, hierauf Aufstieg durch das« liebliche Huttental zum 215 c i u - grafenstein, einem fast senkrecht aus dem Fluß aussteigendem mächtigen Felsen mit den Besten eines ehemaligen Schlosses und einer prächtigen weiten Aussicht. Der weitere Weg führt über die „Gans", den reizvollen Emil- Zakobs-Weg und die Rhei-grafenstraße abwärts nach Bad Kreuznach, von wo wir die Bahn zum Endziel des ersten Tages, Bingerbrück, benutzen. Am nächsten Morgen wandern wir dem Rhein» höhenweg „R" nach auf vielgewundenem Weg zur Elisenhöhe, wo wir einen entzückenden Blick auf Dingen, seine reizvolle Umgebung und den gegenüberliegenden Niederwald mit bem Nationaldenkmal haben. Auf schönen Waldpsaden, unterwegs immer hübsche Aussichtspunkte treffend, kommen wir am Forsthaus Heiligenkreuz vorüber, zu einem der schönsten Punkte des ganzen Rheintals, dem Schweizerhaus (gute Einkehr), von dessen Terrasse sich wiederum prachtvolle Blicke auf den Rhein und den Niederwald sowie auf Aßmannshausen darbieten. Wir verlassen jetzt unser seitheriges Zeichen und folgen roten Ringen nach durch das wildromantische Morgenbach- t a l. einem der reizvollsten Seitentälern des Rheins, hinab zum Schloß Reichenstein, auch Falkenburg genannt, wo der Morgenbach in den Rhein mündet; in der Nähe auf einem vorgeschobenen Bergkegel die Klemens» kapelle. Wir gehen jetzt ein kurzes Stück stromaufwärts und gelangen zur malerischsten Rheinburg Rheinstein, die wir bei genügender Zeit gegen Gebühr besichtigen können. Bon hier benutzen wir den Dampfer, der uns durch den landschaftlich schönsten Teil des Rheintales nach Nieder-Lahnstein bringt, von wo wir mit der Bahn zurückfahren. — Wanderzeit am ersten Tage 3 Stunden, am zweiten Tage 3'/r Stunden. türlich hast bu keine Ahnung, zu welchem Behuf dies« Masse entblätterten, offenbar hornigen Gesträuchs aufgebäuft ist, schnurstracks, eine schier endlose, dunkle Mauer, unb hoch wie ein Haus, burch bie bas Master sintert, außen wi« ein lebenbigcr Vorhang silberner Perlen. Aber kühl ist es hier, ohne baß bu frierst, benn die Sonne scheint auf das Schutzdach, unter dem du sitzest mit deinem Duck), und ein bißchen auch auf die Bank, und der leichte Wind bewegt einen salzigen Hauch zu dir hin, ben bu ohne Beschwer einatmen kannst. Ab unb zu nimmst bu ganz von selber ordentlich die Lungen voll von dem, wie bich büntt, fäubernben Obern ... Tapp, tapp, tapp unb tapp. Leute gehen auf bem Bohlengang über bem absließenben Wasser, Damen mit Brillen unb Hanbarbeiten, Herren, ben Hut in ber Hand ober an der Weste festgeklemmt. Stören sie dich? Es scheint nickst so: Kurgäste nehmen Rücksicht aufeinander. Sie haben ein sozusagen standesgemäßes Gefühl für Empfindsamkeiten und setzen sich nicht auf die Bank neben dir, von deiner „eigenen" ganz zu schweigen. Eie respektieren dein Buch und deinen Notizblock — vielleicht auch deinen starr auf den bewegten Vorgang stürzender Silberperlen gehefteten Blick. Hörst du überhaupt etwas von den Menschen, die vorübergehen? Lebst du nicht vielmehr unter diesen Tropfen da, die, unzählbar, aus der Höhe nie- dersickern, durch den unersorschlichen, undurchdringlichen Wald bräunlich-schwarzen, grünlich-roten Gestrüpps? Dennoch kommen sie nach einer Reise von unaussprechlicher Dauer, einmal am Ziel an, hier unten, zahllos plätschernd — wieder vereinigt in dem quellenden Strom, aus dem sie sich trennten, verändert nun, gewandelt unb gleichwohl aufs neue verbunben zu einem einzigen, gemeinsamen Fließen, wohin, bu weißt es nicht. Du weißt das so wenig wie auch nur das Geringste von Geheimnis eines einzigen dieser silbernen Tropfen, deren so viele sind, daß cs unmöglich ist, den Weg auch nur eines von ihnen zu verfolgen, unb obwohl jeder dieser Wege ein anderer ist. und keiner sich wiederholt. Du scheust bich nicht, bei biesem Anblick beincs eigenen Weges zu gebenfen, eines Menschenweges, ber nur einer ist von ungezählten unb doch wie keiner vor ihm verläuft und wie keiner nach ihm — aus dem großen, gemeinsamen Reservoir des dunklen unbekannten Jenseits von Zeit und Raum mit dem großen gemeinsamen Fluß in das andere unbekannte Jenseits von Zeit und Raum. Woher, wohin? Du siehst die Tropfen an, bie silbernen, bie, in ber Sonne glitzernb, ba herunterperlen — was bist bu mehr als einer von ihnen? Du siehst biefen bewegten Vorhayg silberner Perlen an, unb es wirb ruhig in bir, so ruhig, — daß bu vor lauter Stille bie Unterhaltung ber Leute nicht vernimmst, bie vorübergehen, noch bas vielstimmige Singen aus ber nahen Kinderschule, bas Rauschen eines Sägewerks, bas eilige Rollen und Schlittern ber Estenbahn. Die plätschernde Erlösung ber Silberperlen ist wie eine unendliche Melodie. Du möchtest sie bir einprägen. Nichts kann dein Lauschen stören in dieser Stunde ... 2826V qSad Sabhause^Q^^. 2 Bahnstunden von Frankfurt am Main w vVM VVUvVvr a/äJ K?hknsdäurehaalt?ße S^lqueUen, Lithium-, Stahl-, Schwefelquellen; Inhalatorium, Diathermie, Höhensonne, Sonnenbad. Altbewährt bei Herzleiden, Arterienverkalkung, Ischias, Nervenleiden und Kinderkrankheiten. Angenehmer, ruhiger und preiswerter Kuraufenthalt, über ^'^n.^^urpar^^^^ Badedirektion. 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Lin neuer Führer „Harz und Kyffhäu- f er“, herausgcgeben vom Harzer Derkehrsver- band c. D. (Wernigerode), ist erschienen. 3m ersten Teil wird dem Leser in einem schlagwort- artig gehaltenen Text, der durch entsprechende Aufnahmen illustriert wird, die Vielseitigkeit des Harzes und des Kyffhäusergebirges vor Augen geführt. Der dann folgende Aufsatz t>ou Professor Dr. med. Rhese „Die Heilfaktoren des deutschen Mittelgebirges“ gibt eine objektive und lesenswerte Schilderung. 3m letzten Abschnitt sind die Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Heilanzeigen, Kurmittel, -Zimmer- und Pensionspreise usw. nach Orten getrennt zusammengestellt. Der Führer enthält mehr als 75 Abbildungen und einen kleinen Auszug aus der Harzführer-Literatur. Westerwald-Führer mit fünf Karten und zahlreichen Abbildungen, herausgegeben für den Westerwald-Verein von E. Hehn, Verlag C. Ebner, Hachenburg, Preis 3,50 Reichsmark, achte Auflage. — Der Führer orientiert über alles Wissenswerte; bringt ausführliche Abhandlungen über die geologischen und archäologischen Verhältnisse, reiche Mitteilungen über Geschichte, Kulturgeschichte und Kunst, gibt dem Wanderer wertvolle Winke und enthält außerdem ein Verzeichnis der 3ugendherbergen und der Natur- schuhdenkmäler des Westerwaldes. Die Ausstattung mit reichem Bildmaterial unterstützt den gehaltvollen Text. — Ein neuer Führer durch Gelnhausen. Der „Führer durch die Darbarossa- stadt Gelnhausen“ ist reich bebildert wieder in neuer und verbesserter Auflage im Verlag der Vuchhandlung 3ean Kalbfleisch erschienen; er enthält alles, was es über die Stadt Gelnhausen Wissenswertes gibt. Er bringt eine Fülle interessanter Einzelheiten über die Gelnhäuser Vaudenkmäler alter und neuer Zeit und eine umfassende Zusammenstellung der geschichtlich wichtigen Daten der Stadt. Das Werkchen enthält 65 Seiten Text, einen Stadtplan und die Wegemarkierungen durch den Wald. — Reue Straßenkarte für Auto-, Motorrad- und Radfahrer. 3ro- Straßenkarte. Sonderblatt Rheinprovinz. Preis gef. 2,50 Mk., aufgez. 5,50 Mk. 3ro-Verlag, Carl Kremling. München 2 NW2. — Von den 3ro°Strahenkarten in dem äußerst günstigen Maßstab 1:250 000 ist nunmehr das Sonderblatt Rheinprovinz erschienen. Schon ein flüchtiger Blick läßt erkennen, daß es sich hier um eine wirkliche Spezialkarte insbesondere für den Kraftfahrer handelt, welche durch ihre Klarheit und Deutlichkeit, durch Weglassen aller Rebensäch- lichkeiten, auch während der Fahrt und im Dämmerlicht leicht zu lesen ist. — Das Würmtal. Wanderungen durch Geschichte und Landschaft des Würmtals. Mit Wanderkarte, Daulinienplänen und zahlreichen Illustrationen; bearbeitet von Franz Langhein- rich. Verlag H. Hugendubel, München. Preis 1,60 Mark. — 3m lieblichen Würmtal, das sich vom Starnberger See nach München herabzieht, bietet sich uns eines der reizvollsten, oberdeutschen Landschaftsbilder dar. Durchs die landschaftlichen Schönheiten, durch die naturgeschichtlich wie historisch reiche Vergangenheit des Tales ist das von den Würmtalgemeinden betreute Buch Langheinrichs ein beredter Führer, der sich auch durch guten Bildschmuck und geschmackvolle Ausstattung empfiehlt. Reisewinke. Neue Jugendherberge in Eschwcge Für die Sommersaison bereitet E s ch w e g e die Eröffnung einer neuen Zugendherberge vor, die im ehemaligen Wohngebäude der Schloßmühle untergebracht wird. Die Zugendherberge bietet 100 Personen Schlafgelegenheit und enthält große Aufenthalts- und Tagesräume, eine Wasch- und Drauseanlage usw. Außerdem ist un- mittelbar neben der Herberge ein Spielplatz angelegt worden. Die Eröffnung wird spätestens am 1. 3uli erfolgen. Lido am Ltarnbergersee. Das im vorigen 3ahre eröffnete Lidostrandbad in Seeshaupt, an der Spitze des Starnbergersees, ist in diesem 3ahre abermals erweitert und vergrößert worden und wird Ende Mcri eröffnet. Das Strandbad verfügt über einen Badestrand von 350 Meter Länge und ist auf das komfortabelste eingerichtet. Den Gästen steht eine große Strandhalle mit Restaurationsbetrieb zur Verfügung; ein dazugehöriges Haus ist zu einem Kurheim mit vorläufig 24 Betten aus- gebaut worden. Billige Sommerfrischen im Weserbergland. Der reich bebilderte Gaststättenführer durch das Weserbergland ist erschienen. Man kann schon für 1,50 Mk. ein sauberes Quartier in idyllisch gelegenen kleineren Orten erhalten und braucht für Pension bei guter Verpflegung 4 bis 5 Mk. anzulegen. Das Buch enthält wie in den Vorjahren auf der Llebersichtskarte die für den Reisenden notwendigen Verkehrseinrichtungen, insbesondere über 100 Kraftpostlinien, deren Fahrpläne sich auf der Rückseite befinden. Auch die Fernkraftpostlinie Bremen — Weserbergland — Kassel, die Ende Mai eröffnet wird, ist mit berücksichtigt. Als besonders wertvoll ist die mit Preisangaben versehene erstmalige Zusammenstellung der Sonntagsrückfahrkarten, die von den verschiedenen Reichsbahndirektionen für das Weserbergland ausgegeben werden, anzusehen. Machen und Folgen der Rohstoff-Vaijse. Don Or. Arthur- Dix. Wenn man seit Jahr und Tag mit einiger Aufmerksamkeit die Preisbewegung auf fast allen Gebieten der Nohstoffproduktion (industrielle Rohstoffe so gut wie menschliche Nahrungs- und tierische Futtermittel) verfolgt hat, so könnte man aus allen Tabellen und Kurven nur eine bissige Satire auf die Arbeiten jener Stubengelehrten lesen, die sich in neumalthusianischen Gedanken mit sorgenden Erwägungen darüber beschäftigen, wie bald die Erde „übervölkert" fein würde. Im praktischen Leben hat sich erwiesen, daß die technisch-wirtschaftlichen Fortschritte der Bevölkerungsvermehrung weit voraus sind. Der allgemeinen Steigerung der Produktion ist aber eine Steigerung der Auf - n a h mefä h i g ke i t in den Kulturländern keineswegs paralell gegangen. Hier klaffen im Gegenteil Millionenlücken. Millionen von Angehörigen der Kulturvölker haben im Kriege ihr Leben gelassen; noch mehr Millionen sind in der Kriegs- Zeit angeboren geblieben. Alle diese Konsumenten sind ausgefallen, und trotz — oder gerade wegen — dieser unmittelbaren und mittelbaren Menschenverluste herrscht in den Industrieländern eine große Arbeitslosigkeit, die wiederum in der Summe Millionen von Menschen zu außerordentlich geringer Konsumfähigkeit verurteilt. Das Ueberangcbot von Rohstoffen und die weitgehende Rationalisierung der Industrie hat auch auf industriellem Gebiet zur Ueberproduktion gegenüber der verringerten Konsumkraft geführt, ohne daß die Preise der Jndustrieerzeugnisse entsprechend den Rohstoffpreisen hätten sinken können (infolge wesentlich gesteigerten Anteils der Löhne an den Gesamtkosten). Diese Ueberproduktion macht sich nun um so fühlbarer, als selbstverständlich diejenigen Länder, die ihre allzu reichlichen Rohstoffe nicht oder doch nur zu unverhältnismäßig geringen Preisen absetzen können, für Jndustrieerzeug- nisse entsprechend weniger aufnahmefähig sind. Es liegen ja nicht nur für Hunderte von Millionen Diamanten in festen Safes, um den Markt nicht zu überlasten. Wir kennen auch nicht nur das alte Beispiel der griechischen Korinthen, von denen nun schon seit Jahrzehnten zu Zeiten reichlicher Ernten Unmengen verbrannt werden, um den Preisdruck zu mindern. Mit den überreichlichen Kaffee-Ernten Brasiliens steht es ja nicht viel besser. Auf dem Welt-Kupfer-Markt haben die letzten Monate eine Baisse nach der anderen gebracht, und erst in jüngster Zeit ist eine geringe Heraufsetzung der Notierungen erfolgt. Fast zu gleicher Zeit wurde jedoch bekannt, daß in Nord-Rhodesien riesige Kupferlager neu aufgeschlossen werden, deren Ausbeute den Markt schwerlich zur Ruhe kommen lassen wird. Auch auf anderen Metallmärkten ist die Lage zum Teil nicht wesentlich besser, auf dem Kautschuk markt noch schlimmer. Und wie steht es mit der B a u m w o l l e? England bemüht sich lebhaft, in ganz Ost- und Zentral- Afrika neue Baumwollpflanzungen ins Leben zu rufen, um in künftigen Jahren allen etwaigen Ueberraschungen aus Aegypten und Indien gegenüber gewappnet zu sein. Auch andere Länder fördern neue Baumwollkulturen. Zu gleicher Zeit aber lehrt beispielsweise die deutsche Ausfuhrstatistik von Textilerzeugnissen, daß der Absatz von Baumwollwaren merkbar zurückgeht und auf beträchtlichen Geibeten durch Erzeugnisse der Kunstseide- Industrie abgelöst wird. lieber die landwirtschaftliche Ueberproduktion an Nahrungsmitteln, sowie an Vieh und tierischen Produkten ist während der letzten Monate in Deutschland ja genug geschrieben und gesprochen worden. In überseeischen Ländern ist cs in durchaus nicht vereinzelten Fällen dazu gekommen, daß Getreide wieder einmal das billigste Brennmaterial hergeben mußte, während in Deutschland massenhaft Roggen verfüttert wurde, da er für unmittelbare menschliche Nahrungszwecke keine genügende Aufnahme fand. So mußte es dann zu großen Notstandsaktionen kommen, für die amerikanischen Farmer sogut wie für den deutschen Grundbesitz. Es ist wahrlich zur Zeit feine Rede von einer Ueberbevölkerung, die Schwierigkeiten für die Versorgung der Menschheit mit Nahrungsmitteln und industriellen Rohstoffen verursachen könnte. Im Gegenteil, gerade die Kulturländer bedürfen dringend einer starken Auffrischung der Konsumkraft. Nur selten findet sich dabei ein Industriezweig, der von der andauernden Baisse der Rohstoffpreise Vorteile und keine wesentlichen Nachteile hat. Wie die deutsche Industrie beispielsweise in sehr weiten Zweigen unter der Aufnahmeunfähigkeit der landwirtschaftlichen Kreise infolge der niedrigen Getreide- und Viehpreise schwer gelitten hat, fo leidet insbesondere die kupferverarbeitende Industrie Deutschlands darunter, daß sie sich in den Zeiten verhältnismäßig hoher Preise sehr stark eingedeckt hatte, für die Beleihung der gelagerten Rohstoffe hohe Zinsen zu zahlen und beim Absatz der Fertigware mit Ländern zu konkurrieren hat, die auf Grund der heutigen billigen Rohstoffpreise kalkulieren können. Zu den seltenen Ausnahmen gehören gewisse Erzeuger billiger Massenfabrikate, wie beispielsweise der gigantische Trust Margarine- und Seifenfabrikanten, der im vorigen Jahre durch den Zusammenschluß der größten holländischen und englischen Gesellschaften mit einem Kapital von 2% Milliarden Reichsmark gegründet worden ist und der jetzt infolge der gesunkenen Preise pflanzlicher Fettstoffe neben 20 v. H. Dividende noch Gratisaktien und andere Vorteile zu vergeben in der Lage ist. Bei Erwähnung dieser seltenen Ausnahme mag daran erinnert werden, daß im Wandel der wirtschaftlichen Verhältnisse das einst so lebhaft ge- scywungene Kriegsbeil im Kampf zwischen deutscher Ländwirtschaft und Margarine-Industrie längst begraben ist. Die deutschen Butterpreise werden ja nicht durch die Konkurrenz der Margarine diktiert, sondern vornehmlich durch die dänische Butter. Die Margarine-Industrie ihrerseits ist aber nicht nur Abnehmer der Landwirtschaft in Gestalt beträchtlicher Milchmengen, sondern ihre Abfallprodukte geben der Landwirtschaft auch wertvolle und billige Futtermittel. Auf anderen Gebieten wirkt auch die Preissenkung für pflanzliche Oele ungünstig auf die europäische Wirtschaft insofern, als die produzierenden Länder natürlich wieder in ihrer Aufnahmefähigkeit für europäische Industrie-Erzeugnisse geschwächt sind. Jeder Prcisfall in tropischen Ttn^-jubtropifdjen Produktionsländern macht sich sofort automatisch bemerkbar durch eine entsprechende Verringerung der Einfuhr von Fabrikaten aus den europäischen Industrie-Ländern. Dafür liegen gerade aus der Handelsstatistik des abgelaufenen Jahres in großer Fülle schlagende Beweise vor. Alles in allem genommen, müssen wir für die Gegenwart also feststellen, daß wir ganz bestimmt nicht an Ueberbevölkerung, son- dem vielmehr an dem großen Ausfall bzw. dem verminderten Bevölkerungs-Wachstum aus der Kriegszeit gerade in den Kulturländern leiden. Diese Erscheinung des Verbraucher-Mangels wirkt sich um so schwerer aus, als die Konsumfähigkeit weiter verringert ist durch die schwere Last der Kriegsschulden. Das weltwirtschaftliche Ergebnis ist: Produktions« Überfluß in den Ländern, die vom Kriege nicht unmittelbar betroffen waren, Untertonfum in den Ländern, die am meisten an den Kriegsfolgen zu tragen haben. Wo der Ausweg aus dieser dauernden Krisenlage zu suchen und zu finden ist, dürfte nach diesen Erwägungen unschwer zu schließen sein. Rundsunkprogramm. Sonntag, 18. 2Hai. 7 bis 8.15 41hr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.20 bis 9.30: Von Kassel: Morgenfeier aus der Adventskirche Kassel. 10.20: Erziehung und Bildung. „Auslandfahrten deutscher 3ugend", Vortrag von Willi Obländer, Frankfurt a. OIL. 10.50: Erziehung und Bildung. Elternstunde: „Wie helfe ich meinem Kinde bei den Hausaufgaben?“ Gespräch zwischen Lehrer Hermann 3unggeburth, Altenhain, und Alex Keller, Höchst. 11.50: Dlas- musikkonzert. 13.10: Don Lollar: Stunde des Chorgesangs. Ausführende: Arbeitergesangverein „Vorwärts“, Lollar. Leitung: Chormeister Heinrich Meyer, Wieseck. 14. Von Stuttgart: Zugendstunde: Purimspiel von Alex. Adelsheimer. 15: Stunde des Landes. 16: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes fürVolksbildung: „Gandhi als religiöser Mensch", Vortrag von Prediger Schramm, Offenbach a. M 16.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Chinesisches Volkslied". Vortrag von Dr. Albert Ehrenstein. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Von Freiburg: Konzert des Arbeitergesangvereins „Freundschaft". 20: Aus dem Kursaal Cannstadt: Tlnterhaltungs- konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22: Von Stuttgart: Sketschs. 23.15 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 19. Mai. 8 bis 9 Tlhr: Von Bad Homburg: Konzert der Homburger Kurkapelle. 13 bis 14: Schallplattenkonzert: Volkslied und Schlager. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Wiesbadener Kurorchesters. 18.05: „Meyerhold und das russische Theater", Vortrag von H. Guilbeaux. 18.35: „Gerichtshumor", Vortrag von Redakteur Egon Du Mont, Frankfurt a. M. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Lieder zur Laute. 20: Von Stuttgart: Internationaler Programmaustausch. 21: Von russischer Seele. Vortragsstunde von Dr. Fritz Gropp, Worms. 21.30: Zur Feier des 100. Geburtstages von Karl Goldmark (geb. 18. Mai 1830), Werke von Karl Goldmark. 23: 3m Polizeirevier. Mikrophonreportage von Dr. Paul Laven und Otto Schwerin. Dienstag, 20. Mai. 7.30 bis 8.30 Tlhr: Von Bad Kreuznach: Konzert des Kreuznacher Kurorchesters. 13 bis 14: Schallplattenkonzert: Spanien echt — Spanien nachgemacht. 16: Hausfrauennachmittag. 17 bis 17.45: Tanzmusik. 18.05: Gedichte von Henri Guilbeaux. 18.35: Von Stuttgart: „Deutsche 3u- gendbewegung im Ausland", Vortrag von Dr. Karl Klingenfuß. 19.05: Von Stuttgart: „Journalist oder Literat?", Vortrag von Ministerialrat Hans Goslar, Berlin. 19.30: Mexiko gestern und heute. 20.30: Von Köln: Schlager. Ein satirisches Hörspiel von Frank Warschauer und 3ulian Stein. Musik von Leo Eysoldt. 22.201 Kammermusik. 2320: Funkversuch: Das Mikrophon belauscht eine Nachtigall. Mittwoch, 21. mal 8 bis 9 Tlhr: Von Bad Homburg: Konzert der Homburger Kurkapelle. 9.30 bis 10: Schuld funk. Gegenwartsstunde: „Das Goethehaus", Gespräch zwischen Rektor F. Hürten, Rektor K. Wehrhan und dem Dichter Rudolf Dinding. 12.20: Dom Schloßplatz Stuttgart: Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert: 3gor Strawinsky, Das Frühlingsopfer. 15 bis 15.50: Stunde der 3ugend. 16: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Aus nordischen Ländern. 18.05: „Soziale Reportagen und 3nterviews", Gespräch zwischen Dr. Paul Laven und Hugo Ramm. 18.35: Von Stuttgart: Esperantokurs. Dr. Vogt, Stuttgart. 19.05: Von Stuttgart: „Don Mexiko bis Chile" I, Vortrag von Ülo Graf von Reischach. 19.30: Dichtungen Frankfurter Mundart. 20: Aus dem Kurhaus Bad Homburg: Sinfoniekonzert. 21.30: Von Stuttgart: Odysseus bei den Sirenen. Hörspiel von Arnold Schmidt. 23.05: Funkversuch: Das Mikrophon belauscht eine Nachtigall. Donnerstag, 22. Mai. 8 bis 9 Tlhr: Von Bad Homburg: Konzert der Homburger Kurkapelle. 12.20: Schallplattenkonzert: 3m Volkston. 13.30: Strafkammerverhandlung: „Einbrecher". 15 bis 15.30: Don Stuttgart: Stunde der 3ugend. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Frühling, Sehnsucht und Liebe. 18.05: Zeitfragen. 18.35: Stadtgesundheitsamt Frankfurt a.M.: „Rauschgift und Charakter", Vortrag von Stadtarzt Dr. (Serum. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Stunde für Laienmusizieren. 20.30: Zeitberichte: 3ustizkrise in USA. 21.10: Klavierkonzert Fritz Malata. 22.30: Schallplattenkonzert: Ohne Ansage (Was - wen hören Sie?) Ludwig Pfarrer Pfarrer Heumann’s Heilmittel bewährt bei gahlrdchea Krankheiten. 180 000 Dankschreiben. 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Dor allem aber verstimmte der anhaltende Ordermangel. Aber dessenungeachtet war die Grundstimmung zumeist nicht unfreundlich, obwohl Anregungen kaum Vorgelegen haben. Rur vereinzelte Spezialmärkte machten eine Ausnahme und hatten zeitweise eine etwas lebhaftere Umsatztätiakeit aufzuweisen. Dor allem waren dies die Kali- und Schifwhrtsaktien, letztere waren auf die bevor- stehende endgültige letzte Freigabe gesucht. Auch die wieder höheren Kupferpreise gaben der Dorse und besonders den Rletallaktien eine Anregung. Die Reuyorker Börse war schwankend, doch konnte von einem stärkeren Einfluß von dieser Seite nicht mehr gesprochen werden. Die Tendenz wurde im Lause der Woche ausgesprochen freundlich, und es traten wesentliche Kursbesserungen ein. 3n einigen Werten zeigte das Ausland, aber auch verschiedentlich die Privatkundschaft Interesse. Man scheint sich jetzt wieder mehr den Aktienmärkten zuwenden zu wollen Doch war die zwischendurch eingctretene Geschästsbelebung von nicht langer Dauer. Bei der Kulisse machte sich erneut eine starke Zurückhaltung bemerkbar, die vor allem mit dem geringen Auftragseingang begründet wurde. Aber auch der Mangel an Anregungen und die bevorstehende Auslegung der Boung-Anleihe in den einzelnen Staaten wurde al- Geschäftshemmung empfunden. Auch die nicht vorgenommene Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank trug einen wesentlichen Teil zur Derstimmung bei. Das Geschäft kam f ast vollkommen zum Stillstand und die Anfangs der Woche erzielten Gewinne gingen fast durchweg verloren. Rur einige Werte machten wieder eine Ausnahme und nahmen anhaltendes Interesse für sich in Anspruch. Hiervon ausgehend wurde zum Wochcnschluß die Stimmung wieder sreundlicher, zumal einige Anregungen Vorlagen. Dor allem gab der günstige Geschäftsbericht der Mannesmannwerke dem Montanmarkt einen Ansporn, so daß gegenüber der vergangenen Woche zumeist Besserungen bis zu 2 Proz. zu verzeichnen waren. Rur Ilse Bergbau waren etwas gedrückt Rheinische Braunkohlen lagen 4 Proz. schwächer. Für den Elektromarkt kamen Fusionsanslrcbungen mit Poge und Sachsenwerk in Betracht. Aber nur AEG. lagen etwas fester und hatten etwas lebhafteres Geschäft, während die übrigen Spitzenwerte, wie Schuckert und Siemens, kaum verändert lagen. Don Metallaktien waren Mansfelder und Otavi — ebenso dürsten auch Hirsch-Kupfer hiervon etwas berührt worden sein — auf das Anziehen der Kupferpreise angeregt. Hirsch Küpser waren auf Versionen hin haussierend und zirka 20 Proz. gesteigert. Als an diesem Markt von einer größeren Transaktion nicht mehr zu sprechen war, ging wieder ein Teil des Gewinnes verloren. Es war nur eine Verschiebung eines größeren Aktienpaketes vorgenommen worden. Zellstoff-Waldhos büßten 3 Proz. ein. Lebhasteres Interesse bestand aus den schon bekannten Gründen für Schiff- sahrtsaktien. Auch Banken lagen fester. Ebenso konnten sich Kunstseidewerte erholen. Die anfangs ungünstig beurteilten Faktoren konnten jetzt anregend wirken. Renten lagen schwächer. Reubesitz blieben gehalten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Proz. leicht, doch wurde der Sah in Anbetracht des Medios auf 4V2 Proz. erhöht. Am Devisenmarkt änderte sich wenig. Das Pfund lag international etwas fester. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch in dieser Woche eröffnete der Frankfurter Produktenmarkt in flauer Haltung, wobei die schon bekannten Gründe' und der Mangel von Anregungen jeglicher Art die Hauptmotive hierfür waren. Die Umsahtätigkeit bewegte sich in den aller engsten Grenzen. Das Angebot in allen Artikeln war reichlich und wurde selbst zu nachgebenden Preisen kaum aus dem Markt genommen. Auch der Wochenschluh war weiterhin sehr still, und die Preise gczben infolge der Geschäftslosigkeit meist weiter leicht nach. Stärker gedrückt war nach wie vor der Futtermittelmarkt. Inlandweizen kam in großen Posten an den Markt und war bei der großen Zurückhaltung der Mühlen zu den Preisen der vergangenen Woche nicht abzusehen. Auslandweizen ohne Interesse. Roggen war ebenfalls stärker angeboten, ohne daß irgendwelche Abschlüsse zustande kamen. Auch hier gab der Preis weiter nach. Hafer war zu stark nachgebenden Preisen ziemlich angeboten. Braugerste, worin kaum noch Angebot bestanden haben dürste, konnte den Preis zunächst gut behaupten, war aber im Einklang mit der allgemein abgeschwächten Haltung gegen Wochenschluh ebenfalls niedriger. Weizenmehl unverändert. Für Roggenmehl waren die Offerten gegenüber der Vorwoche weiter etwas ermäßigt. Das Geschäft war aber in beiden Mehlarten sehr gering. Am Futtermittelmarkt war die Stimmung weiter ausgesprochen schwach und wurde gegen Wochenschluh vollkommen unterbunden, da die Stützungsstelle des Reiches Posten des Roggens, den sie früher zur Preisstützung aufgenommen hat, mit Eosin gefärbt — damit er nur für Futterzwecke verwendbar ist — zu 13.50 Mk. ab Frankfurt anbietet. Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Rauhfuttermittel bei sehr kleinem Geschäft unverändert. Von sonstigen Kraftfuttermitteln gaben Treber unter den Einwirkungen des Futtermittelmarktes ebenfalls stärker nach. 3m Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Weizen, Roggen und Gerste je 2,50 Mark, Hafer 8,50 Mk. nach. Weizenmehl unverändert. Roggenmehl minus 0,50 Mk., Kleie bis zu 1,25 Mk. niedriger. Die Woche fchloh zu folgenden Rotierungen: Weizen 302,50, Roggen 182,50, Gerste 205, Hafer 180 bis 182,50, Roggen- [leie 8, Weizenmehl, füdd. 44 bis 45.25, Weizenmehl, niederrhein. 43,75 bis 45, Roggenmehl 26 25 bis 27,50, Weizenkleie 7,25, Kartoffeln per Zentner 3 bis 3,10, Erbsen 26 bis 35, Linsen 38 bis 80, Heu 8,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 5, (gebündelt) 5,25, Treber 10,75 bis 11. Die Preise verstehen sich für Getreide per Tonne, für alles übrige per 100 Kilo Frachtverrechnung Frankfurt a. M. Wochenbericht vom Frankfurter Schtachtviebmarkt. Trotz des überwiegend größeren Auftriebs verzeichnete der Frankfurter Schlachtviehmarkt in fast allen Viehgattungen recht reges Geschäft bei weiter kleinen Besserungen. Schweine, die in letzter Zeit meist ziemlich flaues Geschäft hatten, wurden etwas lebhafter gehandelt, wobei sich namentlich der Export sehr start beteiligte. Der Abtrieb nach auswärts war namentlich nach Frankreich sehr groß. Man hörte allerdings, daß diese Käufe durch die Stühungs- ftelle des Reiches über Reparationskonto ausgeführt wurden. Fette Schweine waren wieder fast unverkäuflich. Bei leicht anziehenden Preisen wurde ausverkauft. Auf dem R i n d e r m a r k t war der Auftrieb stärker, als in der Vorwoche. Gute Qualität war reichlich vorhanden. Der Handel fetzte zunächst ruhig ein, belebte sich später aber ziemlich. Die Preise konnten sich bet durchschnittlich mäßig regem Geschäst behaupten, nur Ochsen gaben gering nach. Der Markt wurde geräumt. Etwa 45 Proz. des Austriebs gingen wieder nach auswärts, hauptsächlich nach Hessen, Hessen-Rassau und dem Rheinland. Kalber wurden bei regem Geschäft und leicht anziehenden Preisen ausverkauft. Schafe wurden wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1499 Rindern, darunter befanden sich 355 Ochsen, 94 Bullen, 511 Kühe und 375 Färsen, ferner aus 1592 Kälbern, 129 Schafen und 6017 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche standen 65 Rinder, 129 Kälber, 17 Schafe und 350 Schweine mehr zum Verkauf. . Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58 bis 60, a2) 53 bts 57, bl i 47 bis 52. Dullen a) 54 bis 57, b) 49 bis 53. Kühe a) 47 bis 50, b) 43 bis 46, c) 38 bts 42, dj 32 biS 37. Färsen a) 58 bi« 61, b) 54 bts 57, c) 48 bis 53. Kälber b) 82 bis 86, c) 76 bis 81, d> 70 bis 75. Schweine b) 63 bis 65, c) 64 bi« 66, d) 64 bis 66, e) 63 bis 65. 3m Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche lagen Kälber und Schweine je 1 Mark höher, während Ochsen 1 Mark nachgaben. Dullen, Kühe und Färsen unverändert. * Ermäßigung der Zinssätze der Seehandlung. Sie Lage des Geldmarktes gibt der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) die Möglichkeit, ab 17. Mai erneut eine Ermäßigung der Zinssätze vorzunehmen. Der Satz für täglich fällige Einlagen ist von 3,5 auf 3 Prozent gefenft worden, für den Fall, daß sie über Ultimo bei der Staatsbank stehen bleiben, von 4,88 auf 4,50. Für Einlagen auf einen bis 3 Monate fest werden jetzt 3.5 (bisher 5) Prozent vergütet. Auf Konto „H“ werden Darlehen auf einen Monat fest zum Satze von 5,50 (5,88) Prozent gewährt, für Einzahlungen darauf 4,25 (4,64) Prozent Habenzinsen gezahlt. Aus Konto „J“ — Darlehen im Monatsverkauf — werden 4,75 (5,25) Prozent Zinsen berechnet, für Einzahlungen darauf 3,5 (4) Prozent Habenzinfen. • Absatz st ockung auf der Erzgrube Königszug im Scheldetal. Wie bei den Erzgruben im Siegerland, ist auch auf der staatlichen Erzgrube Königszug im Scheldetal, die mit einer Belegschaft von 300 Bergleuten betrieben wird, eine immer stärker “ Erscheinung tretende Absatzstockung eingetreten. Eine Einschränkung der Förderung und in Verbindung damit eine Detriebseinschränkung ist noch nicht bestimmt worden, sie steht jedvch in Aussicht, wenn nicht in Kürze eine Besserung der Verhältnisse eintritt. 3m Berichtsjahr 1929 hat die staatliche Grube Königszug rund 105 000 Tonnen Eisenerze gefördert, die jedoch nicht restlos zum Versand gelangt sind, sondern Ausnahme auf den Halden finden mußten. • AG. für Zellstoff- und Papiers a- brifation, Aschaffenburg. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen Detriebsgewinn von 8,82 (7,74) und an Effekten-Erträgnissen 0,37 (0,02) Mill. Mk. Davon erforderten Unkosten 2 05 (1,88), Aussichtsratstantiemen 0,23 (0,18). Steuern 1,54 (1,67), Zinsen und Provisionen 1,11 (1,05) und Abschreibungen 1,53 (1,25) Miß Mark. Aus dem einschl. 0,301 (0,284) Mill. Mk. Vortrag sich ergebenden Reingewinn von 3,028 (2,028) Mill. Mk. werden wieder 12 Prozent Dividende auf das erhöhte Stammkapital von 23 (14 4) Mill. Mk. vorgeschlagen- Zum Vortrag verbleiben 0,300 (0,301) Mill. Mk. Rach dem Bericht war das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr voll beschäftigt, gegen Jahresende traten jedvch Absatzschwierigkeiten ein. Damit im Zusammenhang seien nach einer kleinen Besserung auch die Preise wieder zurückgegangen. Für das laufende Iahr konnten infolge der noch zu unübersichtlichen Aussichten keine näheren Angaben gemacht werden. 3n Anbetracht der Depression auf dem Weltmarkt hätten fich die Absatzschwierigkeiten verstärkt. (GV. 11. 3uni.) • Concordia Bergbau A G., Oberhausen. Der in der gestrigen Aussichtsrats- sihung vorgelegte Abschluß für das Geschäftsjahr 1929 ergibt einen auf 7,32 (6,08) Millionen Mark erhöhten Rohüberschuß. Rach Verrechnung der Steuern und Lasten von 3,61 (3,56) Mill. Mark, der Zinsen imb Provisionen von 0,98 (1,01) und der Abschreibungen von 1,55 (1,52) verbleibt ein Reingewinn, einschließlich des mit 65 117 Mk. aus dem Vorjahr übernommenen Gewinns von 1 253 125 Mk. Der Aufsichtsrat schlägt der auf den 26.3uni einberufenen Generalversammlung hieraus die Verteilung einer Dividende von 6 (0) Prozent auf das 20 Millionen Mark betragende Aktienkapital vor. • Dividendenerhöhung bei Rheinstahl. 3n der gestrigen Aufsichtsratsfihung wurde beschlossen, der auf den 1. Iuni einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 7,5 (im Vorjahre 6) v. H. vorzu- schlagen. * Wieder 15 Prozent Dividende t m Linoleum-Konzern. Die Derwaltungs- gremien des Linoleum-Konzerns haben die Bilanzen der in der Interessengemeinschaft zusammengeschlossenen Gesellschaften genehmigt und bringen eine Dividende von wieder 15 Prozent auf deren Aktienumlauf, der sich auf insgesamt nom. 60 665 000 Mk. erhöht hat, in Vorschlag. Die Umsätze der im Konzern zusammengefaßten Fabriken haben sich 1929 gegenüber dem Vorjahr« gehoben. Frankfurter Börse. Frankfurt, 17. Mai. Tendenz freundlich. Zum Wochenschluß war die Stimmung im heutigen Vormittagsverkehr freundlich. Die evtl. Einführung einiger deutscher Werte an der Pariser Börse regte weiter etwas an. Dem Farbenmarkt wandle sich mehr Interesse zu, da Farben von der Einführung betroffen werden sollen. Zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich jedoch wieder, von der Kulisse ausgehend, eine stärkere Zurückhaltung bemerkbar, wozu der geringe Ordereingang in erster Linie Anlaß bot. Die höheren Vormittagskurse konnten nicht gehalten werden. Auslandinteresse fehlt fast vollkom- mm. Eine Anregung gaben dem Montanmarkt der günstige Oberkoksabschluß und die Verteilung einer höheren Dividende. Im allgemeinen wurde die Börse aber wenig davon berührt, und die Stimmung war trotz des freundlichen Beginns später zurückhaltend. Das @cfd)äft war sehr bescheiden. Nur für einige Spezialaktien erhielt sich Nachfrage bei leicht ge- bessertem Kurse gegenüber der gestrigen Abendbörse. Im großen und ganzen war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Verschiedentlich kam Material an den Markt, und bei der geringen Aufnahmelust ergaben sich Abschwächungen bis zu 1 v. H Am Elektromarkt gaben AEG. und Schuckert bis zu 1 v. H. nach. Am Chemiemarkt waren Farben leicht erhöht. Mehr hervortreten konnten von Kaliaktien Aschersleben. Don Schiffahrtsaktien lagen Norddeutscher Lloyd 1 v. H. abgeschwächt. Bankwerte waren uneinheitlich. Renten zumeist gehalten. Auch im Verlaufe trat keine Geschäftsbelebung ein, die Kurse waren im allgemeinen unverändert und die Tendenz wider- st a n d s f ä h i g. Salzdetfurth waren lebhafter gehandelt und 7 v. H. gegen Anfang gesteigert. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt war die Lage unverändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1917, gegen Pfund 20,37, London gegen Kabel 4,8600, gegen Poris 123,86, gegen Mailand 92,69, gegen Madrid 39,75, gegen Schweiz 25,13, gegen Holland 12,0850. Berliner Börse. Berlin, 17. Mai. Die in den letzten Tagen zu beobachtende innere Widerstandsfähigkeit der Börse bewirkte aud) im heutigen Vormittagsverkehr und an der Vorbörse, daß man höhere Eröffnungskurse taxierte. Neben Zeitungsmeldungen über Dividenden- erhöhungen bei Oberkoks (8 nach 7 v. H.) und Konkordia Bergbau (6 nach 0 v. H.) und die Umsatzftei- gcrung im Linoleumkonzern, der wieder eine 15pro- zentige Dividende zur Ausschüttung bringt, und endlich die sich erhaltenden Gerüchte über eine bevorstehende Farbeneinführung in Paris regten an. Die bisher noch ergebnislosen Baseler Verhandlungen, die noch zu keinem Eraebnis hinsichtlich des Aus- gabekurfes der B. I. Z.-Anleihe geführt hab.n, mahnten etwas zur Zurückhaltung. Infolge der an Samstagen stets verspätet eintreffenden Orders enttäuschte das Anfangsniveau etwas, doch hatten nur RWE., Ostwerke und Schultheis Verluste von über 1 bis 2 v. H. zu verzeichnen. Auch Schiffahrtswerte tendierten schwächer. Demgegenüber waren vielfach Besserungen im gleichen Ausmaße zu beobachten. Hirsch Kupfer, Karstadt, Eisenbahnverkehrsmittel und Kaliwerte gewannen bis zu 3 v. H. Den bedeutendsten Gewinn hatten Berger plus 3,25 v. H. trotz des Dementis der Verwaltung. Auch festverzinsliche Werte waren in Erwartung einer Regelung der Aufwertungsfrage heute gesuchter. Deutsche Anlechen waren uneinheitlich. Neubesitz plus 0,20 v. H., Altbesitz minus 0,10 v. H. Ausländer weiter geschäftslos. Pfandbriefe freundlicher. Der Geldmarkt war unver- ändert leicht. Unmittelbar nach den ersten Kursen steigerten sich Salzdetfurth und Berger um etwa 6 d. Sy, eine Tatsache, die der übrigen Börse einen kräftigen Stimulus gab. Während bei ersteren die Käufe zweier Großbanken zu beobachten waren — vielleicht hängt dieses Interesse mit dem Ausfall der Preußag-Produktion in Vienenburg zusammen —, erhielt sich bei letzteren die Hoffnung auf Aufträge aus dem Ostprogramm. Bei den übrigen Werten baten Besserungen von zirka 1 bis 2 v. H. ein. Hotelbetrieb und Karstadt gaben etwas nach. Bücheriisch. — Goethes Familie in Bad Franken haus en. Mit bisher unveröffentlichten Briefen und Tagebuchblättern von Ottilie und Walther von Goethe. Herausgegeben von Leonhard Schrickel. Verlag: C.Werneburg, Bad Frankenhausen (Kyffh.), 1930. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die Dinier den Papieren angelührien Zillern geben die Sjöl)e der »uietzi Md>l°[|enen Dividende an - ReichebanMeiani S ■>. fr. Lambardzm-suß 6 °fr 4Jie ynutri v Frankfurt a. 2J1. | II l 1 H V4 Berlin Frankfurt a. M. Berlin _ Jranfhirt a. Dl. | Schluß. Lllhr- I Iure । Kurs | Srrfin Schluß-, Anlang- !urd , Kur« Banfno Serlin, 16- DIa> len. (Selb Brief Schluß-> 1-Uhr- Schluß-^ Anfang- Schluß-l i-llhr- für* 1 flurt Schluß»! Bnfang- hirt I Kur« Amcrtlantiche '/loten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,17 58,29 4,19 58,53 112.12 20.395 16.485 168,79 22.08 112.14 59.15 2.485 112,47 81.18 51.22 12 465 73/28 a. in. JDlai it Notierung Ärie' Datum 16 3 j 17- 5 16 5 । 17. 5 Dalum 16 3 17. 5 16 5 1 17. 5- Datum 16 5- ! 17 5 16 3 17- 5 - 1 11,6t 0,315 6,425 68.11 22,00 11,70 58.91 2.4(5 12.03 80.86 51.02 12.405 72 98 ranffur 7 Amiiia ®elb b% Deutsche MetdjSanltlüe von 1927 7% Deutsche Reichkonkeihe von 1929 Deutsche Lnl..«bIös^CchuU> mii SuSlol.-Reckien - ■ DeSgL ohne AuSlol^Rechte . Hell. BolkSstaai von 1929 (nhtiahlb. 102%) Oberhellen Provinz - Anleihe mit Auslol.-Reckten Deutsche Romm. Saminelatl. Anleide Serie 1 9% fitanfl Hyv.-Bant «oldpse. XJ1I unkündbar bte 1934 7% yrankl Hnp.-Bank Sowvle unkündbar bU 1939 «betnilcbr Hyv.-Bank Stau. Sowpsr. 9% Pr. Landeivsandbrtesanlkakt, Pfandbriefe R. 17 ■5% Pr LandeSvsandbrtefanüaU, Romm.-Cbl. R. 16 ;% Pr LandeSpsandbriefanlkaU, Pfandbriefe R. 10 abg. Porkrieao-Obligationen. rückzahlbar 1932 4% OeiterrrMMSe «oldrrnre 4,20% Oefterreicknlche Silberrenie 4% Oeüerreickillbe tttnbdUitht Rente 1% Ungarische Goldrente 4% Nngarilcke Staalsrente v. 1910 4%% oHfll. von 1919 4% UngarW Kronenrente 4% lürfW Zollanleihe von 1911 4% Türkisch? Bagdadbabn-Anl Serie 1 4% desgl Serie 1) 5% Rumänische oereind. Rente von 1903 Rumänische vereint). Rente von 1913 IX Rumänische vereinb. Bleut« "1 102.5 | 59.2 93,5 55,5 58,5 100 94 66.5 101 96,5 । 94,5 1 96 26.75 23.75 z,35 6 6 9.8 17 8,13 59 2 11 7 87.1 102.65 59 4 11.5 93,5 57,8 101 96 25 26,7 4,13 2,4 23.9 2.3 6 55 6,55 6.55 9,8 17,1 8 15 59.1 11 7 - 23.8 20 9 — 5 25 6,5 Hamburg-Amerika Paket . . < Hamburg-Sübam. Dampfschiff 8 Hanla Tampsichisl . 1° Norddeutscher Lloyd ... 8 Allgemeine Deutsche Treditanlk. 10 Barmer Bankverein 10 Berliner HandelSgelellschasi 12 Commerz, und Privat-Bank 11 Darmstadter und Rationalbank 12 Deutsche Bank und Disconto-Selellschaft, . . 10 Dresdner Bank......10 Reick»4bank .......12 ................® Bergmann......- ■ ' Elektr. LieferungrgeieUIchatk. 10 Licht und Krall JO Felten & Sutlleanme <¥1 ©elellltbaft für Elektrische Unternehmungen Hamburger ElektriritütS-Werke 10 Rbetnilche ElekrrijNäi ... 9 Schleiiiche Elektrizität. ... 10 Siemens & Halske . • • • • 16 Labmetier 8 Go.. . • • • • 10 Buderus * Deutsche ErbSl . -•••••" Stiener Steinkohle......° Harvener " 3i|e Bergbau - « - ‘2 KIScknerwerle Küln-Reueiiev .......' Mannesmann-Röbren - - < Mansfelder Bergbau . . . . . > CberWcl Eilende dort . . . • t cberfchlei ftoKroede ••••/* Phönir Bergbau ■ - • 6-i Rheinische Braunkohlen . . V Rheinstahl . -..... ® Stiebe il Mont« ...... V 116 25 116 5 116 126 75 1775 152 75 231 141,75 142 75 171,75 - 168 5 125 168 246.5 170 5 140,5 126 101 108.25 79 98,75 228 120,5 e 3 i i s ( I I I | l | 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ÄSä Illi 1 1 1 1 ff ' 1 ff 1 ff 1 g> 1 1 1 116 1 mT« 116 25 127 178 I 152,75 1 231 1 141 75! 142.5 | 300 , 171,25 159 25 169 125,25 168,5 139.5 167.5 195 75 246 5 170,9 70,25 101 141 126 5 108,25 216.5 101.5 106 107.5 78.75 110 99 5 228 120 103,25 115,25 115 5 116.25 127 178 152,25 231 141 75 142 5 300 171.5 167.5 167 194 9 246 170 101 141.25 126 107.9 216.5 105,75 108 25 78 75 110 75 99.25 | 120.25 Bereinigte Stahlwerke Ltavi Minen ... 16*/, Kaliwerke Aschersleben ... tu Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke 6aUbetfurtb ... 15 3. ®. Farden-Inbullrte ... 12 Tonamit Nobel.......6 Scheideanstall........ 9 Goldschmidt ....... .5 Rütgerswerke ........ 6 Metallgeielllchakk. ...... 8 Phittvp Holzmann......< Zementwerk Heidelberg . . 10 Lementwerk Karlüadl. ... K Davb 8 Rteutap .....8 Schultheis Payenhofer ... 15 Qstwerke .......Vi Khi ........18 Bemberg.........V. Zellstoff Daldbo» .... 12'/» Zellstoff «schassenburg ... 12 Charlottenburger Wasser . . . b Dessauer Gas ..... 9 Daimler Motoren ..... 0 Maschinenbau 2L-®. . . • • • c 9?aL Automobil . . • • • • ® L renkt ein 8 Koppel ..... 6 Leonhard Ties ...... 10 Sveniko • • •---•• Frankfurter Maichme» .... 4 Griyner 6 Heuligenikaedt gunghans ...... Lechwerke ....... e Marnkroftwerke Höchst a. M. Miag .....11 (Bebt. Roeder .....K Boigt 8 Haessner ...... 1 Süddeutsche Zucker .... 1< 223 1 227 I 397 I 186.4 69 75 70 117 100.5 136 142.25 95 25 109 128 >82,5 39 245,5 150 31 36 75 45 106 75 88,65 104,5 161,5 53 225 136 75 117 5 95 25 156 75 1 = 52 J5 223.5 227 5 397.75 186.13 88.5 69 25 69 75 117 94.25 310-25 260,5 109 127.5 182 147 104 5 168 75 38.75 244,5 53 18,65 83 151 343 30 36 44,9 122 161,75 52S9 226.5 230 398.5 186.6 69 25 70 5 117 5 100 309 258,5 108.25 182 25 147,75 167.75 39 244.9 18,5 33 25 151 5 343 5 121,5 । - Holländische iktalteniiche 'J.otn’Cfltfdie leutftt Cefti Nllmäniiche Schwedische Cchweiccr 9i Spanische 91 Tlchechoilow Ungarische 9 Deoif Noten...... Noten...... Noten..... 'rr,4100 Kronen Noten...... Noten...... oten....... oten....... akische Noten .. oten . . . inmarfl Berlin >6 Dia, Lmllichr Jlotierun weid Sne | | | | 1 1 1 । III II 1 1 । II Ä inst--Non. Buen- AneS Brsi'Änkw Chrisiianta. Kopenbogen Stockholm . HelnngforS. Italien . . . London. . . Neunork . . Paris.... 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Tcnro • • 163,39 1,601 58.415 112.00 112.03 112.28 10,542 21.96 '0.347 4,187 '6,42‘ 30.567 51,13 2.06t 1.4975 :9,135 12.411 7,391 73,13 3,035 18,79 31,33 1,785 5,42: 4,181 3,846 20.87 1bä,73 1,605 58,5-5 112,22 111,25 112,50 10,5» 2 '2,00 20.387 4,195 16,46 81,125 51,23 2,072 9,4995 59,155 12.431 7,405 73,2, 3,041 18,81 81.49 1,789 5,43: 4,189 3,854 20,91 168.37 1.603 58.425 112,01 112.04 112,35 10 545 21,95 20.35 4.1875 16,4 80,97 51,17 2,06t 9,4975 59,04- 12,414 7,395 73,15 3,03: 18,81 31.36 1,784 5,435 4,181 3,846 20,875 168.71 1,607 58,545 112.23 112,26 112,57 10,564 21,99 20.39 4,1955 16,46 81.13 51.27 2.072 9,4995 59,165 12 434 7,409 73.29 3,041 18.85 81,52 1,788 5,445 4,189 3,854 20,915 !ll. 116& «E'Ig 60inü Btiiogtn: meJlllisM« ’to 5*"’ JwfiL ä*rf ti*;5 ä* ’Ä« >S La- Es ist eine fü: die et sich M bogenS über da hat. 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Ein Rad seines Wagens ging ihm über den Rücken, so daß er schwer verletzt liegen blieb und später nach seinem Hause verbracht werden mußte. Kreis Schotten. ch Dedern, 10. Mai. Der Frühj ahrs- bezirkstag der Kri egerka merad- schäft „Hassia" wird am 18. Mai hier stattfinden. Wie man hört, wird auch der Vor- sitzerrde der „Hassia", General von O i d t - mann, an der Tagung teilnehmen. Am gleichen Tag soll auch das 55. Jubiläum des Kriegervereins Gedern in schlichter Weise gefeiert werden. Laut Beschluß der letzten Generalversammlung des Kriegervereins wird es eingeleitet durch einen Fcstgottesdienst. — Der Kriegerverein in der Aachbargemeinde Burkhards wird am 25. Mai das Fest seiner Fahnenweihe begehen, wozu schon eifrige Vorbereitungen getroffen werden. 4= Gedern, 12. Mai. Mit einer schlichten Feier soll kommenden Sonntag, 18. Mai, die hiesige neuerbaute Jugendherberge eingeweiht werden. Die Herberge, zu der die Stadt Gedern den Bauplatz kostenlos und eine größere Summe zur Verfügung gestellt hatte, wurde im letzten Winter fertiggestellt. An der Aufbringung der Gesamtkosten von rund 10 000 Mark beteiligten sich noch der Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda, der hessische Staat und der Kreis Schotten. In der Herberge, die innen recht schön ausgestattet ist, können bis zu 40 Jugendliche Unterkunft finden. Ein größerer Raum ist als Tagesraum und Speisezimmer ausersehen, damit sich die ankommenden Wanderer nicht immer in den drei Schlafräumen aufhalten müssen. Die Erbauung der Herberge erwies sich als eine dringende Notwendigkeit, da Gedern als Ausgangspunkt und Endziel für Wanderungen in den hohen Vogelsberg besonders günstig gelegen ist. (Schluß des redaktionellen Teils.) Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. Mai. Cantate. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — 3o- hanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die^Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militär- gottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent Schlaudraff; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrassistent Schlaudraff. — Elisabeth- kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer Lic. Waas. — Jleue Aula der Landesuniversität. 11.15: Professor O. Cordier. — Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst; 13.30: Hauptgottesdienst. — Wieseck. 9: Beichte; 9.30: im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Opfer für ausländische Diaspora. — Allen- Duseck. 9.30: Beichte; 10: 11: hl. Abendmahl; 13.30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Mainzlar; 13.30: Lollar. — Haufen- Garbenteich. 10: Garbenteich; Christenlehre; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.20: Prcdigtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (Jugend); 15: Waldgottesdienst der Kinderkirche; Abmarsch 14.45 von der Kirche, bei schlechtem Wetter 13.30 Kindergottesdienst in der Kirche. — Lich. 9.30: Pfarrer Lenz (Gießen); Festgottesdienst anläßlich der Einweihung des Heims für den Po- faunenchor; Kollekte für den Pofaunenchor; 12.45: Kindergottesdienft; 14: Pfarrvikar Draudt; Kollekte; 15: Einweihung des Heims. Bei allen Veranstaltungen Mitwirkung des Pofaunenchors. katholische Gemeinden. Samstag, den 17. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 18. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe, Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Segensamt mit Predigt. — Lich. 10: Segensamt und Predigt; 20: Maiandacht und Vortrag. — Laubach. 10.15: Segensamt und Predigt. — Ridda. 8.30: Messe, Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 20. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. —- Lich. 20.30: Maiandacht und Segen. Sonntagsdienst d.Aerzteu. Apotheken nm 18.5.30 Dr. Geyer. Br. Schätzer. Hirschapoiheke. Zahnarzt: Dr. Adam. *d Gute Vorarbeit beim waschen. Will man eine tadellose Leistung erzielen, so muß man gut vorarbeiten, ganz einerlei, auf welchem Gebiet es sei. Dies weiß auch jede Hausfrau. Ihr ist z. B. klar, daß das Waschen der Wäsche viel schneller und leichter geht, wenn die Wäsche vorher richtig eingeweicht wurde. Am besten ist, man verwendet zum Einweichen die bekannte H e n k o-Bleichsoda, die durch ihre hervorragende schmutzlösende Wirkung die Reinigung der Wäsche bedeutend erleichtert. 2486v Ein neuer Müllwagen! Möglichst staubfreie Müll- abfuhr, eine der Hauptforderungen moderner Gesundheitspflege, gewährleistet der neue 211. A. N.- Müllwagen (Maschinenfabrik Augsburg-Tlürnberg A.-G-), der bereits in verschiedenen Städten erprobt wurde. Die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeuges wird noch bedeutend gesteigert durch feine mannigfaltige Verwendbarkeit, da der Aufbau in kürzester Zeit gegen einen Sprengwagenaufbau oder eine Lastwagenbrücke ausgewechselt werden kann. 348V ^Fordern Sie ausdrücklich Achten Sie auf den. Namen MAGGI und die rot-gelbe 3809V Stück Kiefernstämme: 0,44 fm 14,77 „ 17,36 „ 5,60 „ 2,13 „ zutragen haben. Rodheim, 15. Mai 1930. Bürgermeisterei Rodheim. Hofmann. Tierärztlich untersuchte Absatz-Ferkel direkt aus dem Zuchtgebiel der hannoverschen u. westfälischen Edelrasse. Liefere hiervon jeden Posten freibleibend: 6-8 wöch. 29-33 Mk. 8-10 wöch. 33 biö 37 Mk. 10—12 wöch. 37—42 Mk. 12-15 wöch. 42—50 Mk. vro Slllck ab hier per Nachnahme. Größere Länferschweine billigst nach Gewicht. Die Ferkel kommen direkt aus dem Zucht- gebier und werden stammweise verpackt, daher für jeden Käufer vorteilhaft. Es kommen nur gesunde, seuchenfreie Tiere zum Versand, selbige sind langgestreckt, breitbucklig mit Schlappohren, die besten zur Zucht und SchneUmaü. Garantie für gesunde Ankunft noch 14 Tage nach Emv° lang. Kätzge nehme wie berechnet per Nachnahme zurück. Genaue Bahnstation anaeben. 3811V Ferkelversand Hermann Pieper, Ströhen-Wagenleid Ureis Lübbecke 1. Westf. Telephon: Offenti. Fernsprechslelle. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rod- heim für Rj. 1930 liegt vom 17. bis einschließlich 23, d. M. zur Einsicht der Interessenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen auf unserem Bureau offen. Es ist die Erhebung einer Umlage be- schlossen, zu der auch die Ausmärker bei- Bekanntmachung. Dienstag, den 20. Mai 1930, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 7 bis 8$ Uhr vormittags. Der nächste Schweinemarkt findet am 18. 3uni 1930 statt. 3474C Gießen, den 17. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Los 9. „ io. 11- „ 12. 13. Holzsubmiffion. Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll folgendes Nutzholz auf dem Wege schriftlichen Angebots verkauft werden. 56 43 36 36 12 18 2 1 Los 1. „ 2. „ 3. „ 4. „ 5. „ 6. ,, 7. „ 8. 21,25 fm 35,70 ,, 27,57 „ 45,91 „ 15,37 „ 32,49 „ 4,25 „ 5,42 „ 3 Stück 67 „ 50 „ 11 „ 3 „ Klasse 1b „ 2a „ 2a „ 2b ,, 2b ,, 3a ,, 3b „ 6 Klasse la „ 1b ,, 2a ,, 2b „ 3a Fichtenstammholz, Güteklasse N, Langholz und Abschnitte: Das Holr ist entrindet und mit Rinde gemessen. Angebote sind, getrennt nach Sortiment und Klassen, in den Losen bis Donnerstag, den 22. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Oeffnung der Angebote erfolgt. Mit der Einreichung unterwirft sich der Käufer den Verkaufsbedingungen, die vor dem Termin bekanntgegeben werden. Das Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden, und wird aus Verlangen von Förster Keil vorgezeigt. Beuern, den 15. Mai 1930. 3827V Hessische Bürgermeisterei. Lindenstruth. Bekanntmachung missionswcge vergeben. 383 ID Kiefer: Fichte: 71,89 Eiche: 0,60 fm 50,07 die ab Zu über- 38080 2. 3. lb- 2a* 2b- 3a* 3b* la* lb- = 42,69 --- 59,68 -- 18,10 = 1,25 Rutzholzsubmission. Aus den Waldungen der Stadt Ullendorf an der Lumda werden am Mittwoch, dem 21. Mai 1930, vormittags 10% Uhr, aus der Försterei I und II, Forstort: Nasser Strauch, auf dem Berg, Winnereck, Fichtenwiese, Hahnenkamm, Obig den Rödern, Neuewald, Kringelsbach, Kalkberg, Langebruch, Steinwald, Köpfchen und verschiedene nachstehende Holzsortimente im Sub- tragen worden. Gießen, den 16. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. = 0,28 fm -- 3,74 „ = 4,35 „ = 0,25 „ = 41,21 „ -- 23,65 „ = 8,45 „ = 0,37 „ = 23,82 „ -- 110,84 „ = 84,49 „ = 43,03 „ Bullen- u. Eberverkauf. Tie Gemeinde vber-Befsingen verkauft Mittwoch, den 21. Mai 1930, vormittags 11 Uhr, durch öffentliche Versteigerung einen abgängigen Bullen und einen Eber. Verkaufsbedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. 3820V Ober-Bessingen, den 16. Mai 1930. Hessische Bürgermeisterei Ober-Bessingen. Keil. Die Bullen- und Lberhallung für Stadt Gießen ist vom 1. April 1930 dem Oekonom Rudolf Heistermann Gießen, Marburger Straße 66, 7 7 1 99 35 9 1 160 348 Los I 145 Los II 59 Los I 68 Los II 38 36 9 1 Langholz (Güteklasse F). 3. Klasse 1 Stück = 1. Klasse 1 Stück Langholz (Güteklasse N), Försterei I. Eiche: ' ......... Kiefer, Grubenholz (N) 222 Boleo-Ml. Der 4^jährige, etwa 20 Zentner schwere SMmWMMSW wird gegen Barzahlung zum Schlachten verkauft. 38330 Der Bulle wird sattgefüttert gewogen mit 5 Prozent Abzug. Schriftliche Angebote je Zentner Lebendgewicht bis Dienstag. 20. Mai, vormittags 8 Uhr, an den Landwirtschaftskammer - Ausschuß in Gießen erbeten. Abschnitte (Güteklasse N), Försterei II. Eiche: 2. Klasse ' 9 Stück 4,78 fm 3. „ U „ = 9,48 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen; Nadelholz ist entrindet. Angebote sind, nach Klassen getrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klassen oder Vorbehalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Stelle. Die Verkaufsbedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden und werden beim Termin nochmals bekanntgegeben. Allendorf a. d. Lda., den 16. Mai 1930. Hessische Bürgermeisterei. I. V.: Döll,-Beigeordneter. Muniloiieii liefert in bester Ausführung Borne, Walltorstr. 25. Gokovt bsziehvav oder später, ein schönes WWlIlMW (Gartenhaus« bcscklaanabmefrei, in bester Lage. Schriftliche Anträgen unter 03317 an den Gienener Anzeiger erbeten. Gras-Dersteigerung der Stadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt THontag, den 19.* Dienstag, den 20., und Mittwoch, den 21. Mai 1930, folgende Grasnuhungen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: 3474C Montag, 19. Mai 1930 vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft an der Rodheimer Straße, beim Städtischen Schlachthof), die frühere Ockelsche und Haubachsche Wiese an der Rodheimer Straße in drei Abteilungen, anschließend die frühere Hospitalwiese auf der Hohleich in zehn Abteilungen und die städtischen Feldwege und Gräben usw. im Neustädter Feld. Dienstag, 20. Mai 1930, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Hammstraße an der Wieseckbrücke) die Grasnutzung von den Wieseckböschungen von der Hammstraße bis zur Lahn, die Böschungen an den Kläranlagen, verschiedene Klee- und Grasstücke am Leihgesterner, Aul-, Erd- kauter-, Schiffenberger und Heegstrauchs- Weg sowie sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Lahn und Licher Straße. Mittwoch, 21. Mai 1930, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Licher Straße bet der Wirtschaft „Zur Stadt Lich") die Grasnutzung von den Schneisen und Mähplatten der städtischen Waldungen, ferner zwei Kleestücke in der Licher Straße, fünf an der Sandgrube bei der Liebigshöhe und eins an der alten Marburger Straße, weiterhin sämtliche Feldwege zwischen Licher Straße und Lahn. — Vormittags 12 Uhr (Zusammenkunft in der Ederstraße am Viadukt) 19 Grasstücke in der Schwarzlach. Anschließend an diese Versteigerungen wird noch das aus Abt. 32 des Ferne- waldes verfügbare Eichen-Brennholz zum Ausgebot kommen. Gießen, den 12. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. ______I- V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Hausen für das Rj. 1930 liegt vom Montag, dem 19. Mai l. I. ab eine Woche lang zur Einsichtnahme offen. Einwendungen können nur innerhalb dieser Zeit erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker bei- zutragen haben. 3815D Hausen, 16. Mai 1930. Bürgermeisterei Hausen. Happel. Zurjetzig. Pflanzzeit empfehle Geranien, Efeu-Geranien, Petunien für Balkon bepflanzung. Begonien, Semperllo- rens, Lobelien, San- dalienen, Knollenbegonien für Friedhof und Garren. Tomaten mit Topfballen, pikierte Selleriepilan- zen, Porreepflanzen au äußerstem Preis. Versand nach aus- waris b. freier Verpackung. 03290 Gärtnerei Dönges Gleisen Marburger Str. 67 Telephon 2321. Gebrauchte, sehr nut erhaltene Lever-1 ireiMeniell in allen Abmessungen verkauft lebt billifl Skt» hetz Gießen Schützeustraße62 lalie ©rtrfcbe Wollspinnerei» Für Garten unaVeranda BRUDER SCHMIDT Das Fachgeschäft für Haus u. Küche 3497 A Gartenschirme Garten- u. Dielenmöbel Liegestühle Rollschutzwände Gartenschläuche Schlauch wagen Gießkannen Rasenmäher Gießen (Krofdorfer Str. 8), Frankenbach, den 16. Mai 1930. Die Beerdigung findet Montag, den 19. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Ü3299 Ziehung sicher 28. Mai! Straff Im Text Einprägsam In der Form In tiefem Schmerz: Wilhelm Schmidt und alle Angehörigen. Nur so berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die BrOhl’sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Nur so können Sie Ihre Zeitungsanzeigen durch " Gestern morgen entschlief nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder und Onkel Gustav Schuchardt, Dienstmann im Alter von 74 Jahren. Im Namen der tief trauern den Hinterbliebenen: Frau Elisabeth Schuchardt. Gießen, den 17. Mai 1930. Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. Mai, 21/i Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt - ________ 03322 Todes-Anzeige. Gestern morgen entschlief sanft nach schwerem Leiden meine teure Gattin, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Elisahelhe Schmidt geh. Loh im Alter von 56 Jahren. zeitgemäße, gepflegte Werbe- wirksam in d„ Färb, drucksachen gut unterstützen. 11974 6ew.u,1 Prämie 32000 10000 6 0 0 0 10000 Auf 10 Lose Ifd. End: Nr.1 Gew. Preis 1 Mk., Porto u. Liste 35 Pf. L F. Ohnacker Lott.-Eln. Darmstadt Alle liess. Lott.-Eln- nehm. u. Verkaufsst. MAGGP Fleisthbriihwürfel