Donnerstag, 17. April 1950 180. Jahrgang Ur. 91 Erstes Blatt Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntck und Verlag : vrühl'fche UniversttStr-vllch- und Steindruckerei B. Lange in Sieben. Schristleitllng und Seschästrstelle: Zchuffttatze 7. Annahme von Snjetge» für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis lur | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig.- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich fürPolttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filter, sämtlich in (Bieben. Erscheint täglich,nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Äonats-Beiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfvrechanfchlüste ünterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen, poftschecklonto: zrantfurt om Main 11686. Ostsiedlung als Grundlage Des Ostprogramms! Don jDetonomierdt Dr. h. c. Gchiftan, M. d. L Die neue Reichsreglerung hat in ihrem Programm vor dem Reichstag durchgreifende und umsaffendeO st Hilfe versprochen. Ein solches Hilfswerk ist aber nur möglich, wenn neben ausreichenden Maßnahmen für die Besitz» erhaltung der lebensfähigen Betriebe und den Maßnahmen für die Herstellung einer wirklichen Rentabilität auch solche ergriffen werden, die der dringend erforderlichen Ostsiedlung dienen. Heute hat die Agrarkrise den Grund und Boden in Bewegung gebracht. Verzweiflung ist der Hausgenosse eines großen Teiles der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Die Ostproviiuen mit ihrem überwiegend leichten Boden leiden am meisten unter dem landwirtschaftlichen Rieder- gang Müssen noch viel mehr Landwirte mit dem .Deisten Stab" von ihrem Hofe ziehen, dann tut sich außerhalb der Großstädte ein Gefahrenherd auf, der der Staatsordnung schwer abträglich ist. Zutreffend sagt in bezug hieraus die Regierungserklärung: .Die Agrarkrise hat in besonders bedrängten Landesteilen den Charakter einer allgemeinen Dolks - und Staatskrise angenommen." Rach Areboe stehen über 200 000 Siedlern jen- scits der polnischen Grenze nur etwa 25 000 Siedler bei uns gegenüber! Die Ost Provinzen sind immer menschenleerer geworden. 3n die wirtschaftskranken und dünnbevölkerten Räume der Ostprovinzen kann der Pole mit seinem starken Geburtenüberschuß leicht cinrüden. Alle Anzeichen zu diesem Wollen sind vorhanden. Verkappte polnische Käufe finden an unseren Ostgrenzen statt. Lind daß sich der Pole dort auf die Dauer einrichten will, zeigt die vielfältige Schaffung von polnischen Schulen. In den bedrängten Ostprovinzen stockt Handel und Wandel. Die Provinzstädte veröden. Das Handwerk und die Industrie haben keine Beschäftigung und leiden geldlich mit der Landwirtschaft unter deren Zusammenbrüchen. Die Arbeitslosigkeit ist daher groß. Arbeitswillige müssen Arl'citslosenfürsorge in Anspruch nehmen. Sie werden durch diese Art der (Snftenxfriftung seelisch schwer bedrängt. Leere Handwerksstuben, stilliegende Fabriken, geschlossene Geschäftslokale in den Ostprovinzen zeugen von der Rot, die im landwirtschaftlichen Riedergang ihren Ausgangspunkt und ihre Grundlage hat. □lut die Schaffung finanzieller Ertragsmöglichkeit der Landwirtschaft und in Verbindung damit die Schaffung landwirtschaftlicher Produktions- stellen unter besonderer Berücksichtigung der Erhaltung des bodenständigen Besitzstandes aller Größen kann helfen, denn die Provinz ist auf das inländische Geschäft fast ausschließlich angewiesen. Die Besiedlung darf aber nicht geschehen in der Absicht der Verdrängung derer, die mehr Land haben als der andere, sich nicht in der rücksichtslosen Beseitigung dessen auswirken, der ohpe Verschulden in der Rot der Zeit in Der- mögensrückstand gekommen ist Es liegt nicht im Staatsinteresse, erhaltungswürdige Landwirte von Haus ifltb Hof zu jagen, es muß ihnen diejenige Erleichterung geschafft werden, durch die sie wieder in Ordnung kommen können. Die Lösung dieser Frage ist auf dem Wege der Wertbemessungen, Taxen und Kalkulationen allein nicht durchzuführen, weil es keinen genauen Wertmesser heutzutage gibt Richtige Wertmesser sind Rentabilität, Geldflüssigkeit und alles überwiegend: Vertrauen $ u r allgemeinen Lage Richts davon ift bis jetzt vorhanden, und die Landwirtschaft wartet deshalb mit drängender Sorge auf die in Aussicht gestellten Sofort-Maßnahmen der Reichsregie- runa. Die Hauptschritte in den Eanierungsmaßnah- men xur Behebung der landwirtschaftlichen Rotz besonders des Ostens, sind in erster Linie darauf abzustellen, daß mit sachverständigem ftnanz- technischem Rat Hilfe und Erleichterung gebracht wird Werden die Dinge richtig eingeleitet, so wird man ohne zu große Geldaufwendungen zu einer Erhaltung und Sanierung des Grundbesitzes kommen. Das notleidende Kapital muh also auf sanierungstechnischem Wege, soweit es bei der Verspätung der durchgreifenden Maßnahmen für den Osten nicht endgültig verloren ist. durch Stillhalten und Garantien für endgültigen Eingang gesund gemacht werden. Diese finanztechnischen Maßnahmen werden aber ohne starkeSiedlung ni ch t w ir k - s a m feilt Es wird notwendig werden, die Landsubstanz manches Besitzes zu verkleinern und auf diesen abgeteilten Landkomplexen Siedlungen der verschiedensten Größen zu begründen. Diese Siedlungen müssen in ihrer Zusammensetzung wirtschastlich lebensfähig und verkehrs- lnäßig günstig gelegen sein. Mit Hilfe der Bereitstellung eines großen Fonds, der einerseits der Desiherhaltung dient und andererseits die Auslegung von Siedlungen fördert, Hilst man dem Eigentum und der Besiedlung gleichmäßig, darüber hinaus aber fördert man das Wirtschaftsleben im Osten und die Erhaltung eines starken Deutschtums in den Ostprovinzen. Diese Maßnahmen mit dem Ziele auf Reu- siedlung und Absiedlung müssen in geordneten Dahnen unter Aussicht der staatlichen Siedlungs- Oer Reichshaushalt für 1930. Genehmigung im Reichsrat. - Oie erste Rate für den Panzerkreuzer Boom Reichsrat beschlossen Berlin, 16.April. (BDZ.) Der Reichsrat beschäftigte sich heute mit dem Haushaltsvoranschlag für 1 9 30. Den Bericht der Reichs ratsausschüsse erstattete der preußische Ministerialdirektor Dr B r e ch t Er führte u. a. aus: Der Haushalt ist solide ausgestellt, aber große Ersparnisse bringt er nicht. Die Gesamtausgabe wächst für 1930 im Vergleich mit 1929 um 354,8 Millionen, Mehrausgaben gegenüber 1929 entfallen u. a. auf: Millionen Wehrmacht einschließlich Versorgung 47,9 Landwirtschaft 24,1 Wasserstraßen 24,1 Finanzverwaltung einschl. Versorgung 19,1 Wohnung und Siedlung 13,1 Luftfahrt 7,1 Läßt man bei den Mehrausgaben die besondere Schuldentilgung mit 450, die Rückkehr zur Bar- lilgung bei der Anleiheablösung mit 51,2 und die Mehrzahlungen an die Länder mit 119,3 Millionen außer Betracht, bei den Minderaus gaben die Arbeitslosenversicherung mit 207,5 Millionen, so ergibt sich für 1930 zwar eine sachliche Ersparnis, aber nur von 58,8 Millionen Mark. Das ist alles. Die gesamten Rettoaus- gaben betragen 11 277,6 Millionen. Erfreulich ist die Entlastung um 125 Millionen auf dem Gebiete der Liquidation des Krieges. Davon entfällt auf den Voung-Plan eine Erl ei chterung von rund 90 Millionen, auf die Verwaltung der besetzten Gebiete rund 30 Millionen, aus die Versorgung der Kriegsteilnehmer rund 24 Millionen, während die Entschädigung für die polnischen Liquidationen mit 27,4 neu hinzukommen Die Ausschüsse haben die Auflösung des Ministeriums und der Vermögensverwaltung für die besetzten Gebiete spätestens zum 1. Oktober 1930 beschlossen, während die Regierungsvorlage keinen Endtermin vorsah. Bewilligt wurde ein WestfondS von zehn Millionen im Anschluß an die im März bewilligten, noch nicht verausgabten zehn Millionen, daneben für kulturelle Fürsorge noch zwei Millionen und für andere Zwecke 400 000 Mark. Ebenso wurde ein entsprechender Ostfonds von 22 Millionen bewilligt, außerdem in weiterer Ausführung des vorjährigen Gesetzes für Ostpreußen 293 Millionen, für die östliche und nördliche Wohnungsnot 12 Millionen und zur Verhinderung des Ausfalles an Umschuldungskrediten eine Million. Der ostpreußische Siedlungsfonds von 18 Millionen ist nicht wieder eingestellt. Ein Antrag, auch für die südöstlichen und die nördlichen Grenzgebiete 6 Millionen ein» zustellen, wurde mit Rücfficht auf die Finanzlage abgelehnt. Die größte Vermehrung weist die Wehrmacht auf. Reben der Steigerung der Versorgung werden für Heer und Marine zusammen 40,1 Millionen mehr gefordert. Sicher Streichungen haben in den Ausschüssen hefttge Kämpfe stattgefunden. Die Mehrheit hat Abstriche von rund 3,4 Millionen beschlossen. Anträge Preußens auf Abstriche von weiteren 1,5 Millionen im einzelnen und 10 Millionen pauschal, zusammen 15 Millionen, wurden abgelehnt. Aus der Mitte des Reichsrates wurde die Einsetzung einer ersten Rate für ein zweites Panzerschiff beantragt. Dieser Antrag erhielt in zweiter Lesung eine veränderte Bedeutung dadurch, daß die Reichsregierung — ohne den Antrag selbst zu übernehmen — erklärte, sie würde seine Annahme begrüßen und sich für die Annahme mit Material und Gründen etn- sehen. Die preußische Regierung sprach sich gegen den Antrag aus. Mit Rücksicht auf die neue Erklärung der Reichsregierung stimmte die Mehrheit der Ausschüsse für d i e Einsetzung der ersten Rate in Höhe von 2,9 Millionen in der Weise, daß der gleiche Betrag bei den anderen Schiffsbauten gestrichen wurde. Der Zuschuß für die Deutschen Werke i n Kiel mit 2,5 Millionen wurde bewilligt. Die Lage des Arbeitsmarktes macht den Augenblick zur Liquidation ungeeignet. Bei der Arbeitslosenversicherung beantragte Preußen, im Haushaltsgesetz, das ja den Reichstag erst im Juni passieren wird, eine Heraufsetzung des Beitrages um V« Proz. vorzuschlagen und den Zuschuß aus 120 Millionen (mit Rotstock 200) oder 100 Millionen und 20 Millionen Darlehen herabzusetzen. Die Mehrheit lehnt die Beitragserhöhung ab und stellte 150 Millionen Zuschuß ein. Für die Landwirtschaft enthält die Vorlage, und zwar noch in der Form der alten Regierungsvorlage, wesentliche Mehreinstellungen. Der höchste neue Ansatz Ist der für Schulden- tilgung. Die Tilgung bedeutet jetzt nichts weiter als die verzögerte Deckung der beiden letzte» haushalte. Darüber hinaus bleiben aus 1929 etwa 65 Millionen zusätzlicher Fehlbetrag hängen. Die Ausschüsse haben die Schuldentilgung daher von 450 auf 515 Millionen erhöht. Eingesetzt wurden 800 000 Mark für die Ausfuhr- Werbung der Leipziger Messe, 300 000 Mark mehr für die Technische Nothilfe, eine Million für Kinderspeisung. Der Berichterstatter kam dann zur E i n n a h m e- feite. Die Ausschüsse haben dabei die neuen Ge- Oer Zeppelinbesuch in Spanien. wesens, General Kinde la. sowie zwei Adzu- tanten des Königs hinzukamen, an Bord. Sim 19,30 Slhr, eine Stunde nach der Landung, trat das Luftschiff, von der Menschenmenge jubelnd begrüßt, die Rückfahrt nach Friedrichshafen an. Die Menge klatschte begeistert Beifall. Zahllose Hochrufe auf Deutschland und den »Zeppelin" ertönten. Sevilla, 16. April. (WTB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 18 Uhr hier glatt gelandet. Bei der Landung waren der König, die Königin, die Jnsanten und eine ungeheure Menschenmenge anwesend. Begeisterter Empfang. Sieber die Landung des Luftschiffes „Gras Zeppelin" in Sevilla berichtet das „Journal": Sim 13,10 Slhr erschien der „Graf Zeppelin" in 1 500 Meter Höhe über Sevilla und kreuzte über dem Ausstellungsgelände. Der Kommandant teilte mit, daß er aus technischen Gründen erst später werde landen können. Das Luftschiff nahm alsdann Richtung auf Eadix, von wo es 16,10 Slhr zurückkehrte. Sim 17 Slhr begannen die Landungsoperationen in Anwesenheit des Königs, der Infanten und des Herzogs von Aosta, sowie einer ungeheuren Menschenmenge. Sim 18,30 Slhr wurde der „Graf Zeppelin" von 250 Soldaten an mehreren schwer beladenen Lastautos Der taut, da der Ankermast noch nicht benutzt werden konnte, weil das Zement des Unterbauet noch nicht die nötige Härte besah. Die Reisenden verließen sofort das Luftschiff. König Alfons unterhielt sich mit Kapitän L e hm ann und seinem aus Friedrichshafen kommenden Leibarzt Mejias. Kapitän Lehmann erklärte dem König, daß der Flug von Friedrichshafen nach Sevilla ausgezeichnet gewesen fei, und daß er Mitte Mai nach Sevilla zurück- z u k e h r e n gedenke, um seinen Flug nach Amerika anzutreten. Sim 19,15 Slhr gingen diePassa- giere, zu denen der Leiter des spanischen Flug- Oie Heimkehr. Friedrichshafen, 17.April. (1DIB. Funk- spruch.) Rach hier eingetraffenen Meldungen befand sich das Luftschiff „Graf Zeppelin" um 3.15 Uhr 30 Meilen südöstlich Vigo. Um 330 Uhr betrug die Windgeschwindigkeit 9 bis 10 Sekunden» meter, Richtung Rordost-Rord. Um 435 Uhr flog das Luftschiff querab Kap Finesterre. Die Radivstation von Bordeaux teilt heute früh 6 Uhr mit, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" mit der Funkstation von Kap Flnisterre in Verbindung gewesen sei. Der Kommandant habe auf Anfrage mitgeteilt, daß an Bord alles gut gehe. ,(5raf Zeppelin" umgeht Südfrankrcich Paris, 17. April. (WTB. Funkspruch.) „fjanas“ berichtet aus Madrid: Das Luftschiff „Graf Zeppelin" teilte gelegentlich der pofilionsmel» düng von 6.25 Uhr Greenwicher Zeit mit, daß cs wegen widriger winde Südfrankreich umgehe und Kurs auf die Loiremündung über den Golf von Gascogne nehme. Blick auf Sevilla, dem Ziel der Spanienfahrt des „Graf Zeppelin". Im Vordergrund Sevillas berühmte Kathedrale. Oben rechts „Graf Zeppelin". V 'A V, til - IIMi* behörden erfolgen und nach genauer Prüfung dessen, der die Siedlung auslegt. Falls jedoch, wie von der Wirtschaft dringend gefordert wird, ein starker Ostsiedlungssonds zur wirtschaftlichen Förderung der Ostprovinzen bereitgestellt wird, wird es vor allem Sache der Beratung der Staatsbehörde sein, eine schnelle und sachgemäße Siedlung zu fördern. Die vorher geschilderten Aufgaben im Rahmen des von der Reichsregierung verheißenen Ostprogramms werden, fotoeit landwirtschaftliche Interessen in Frage kommen, von einer zu diesem Zweck einzurichtenden Zentralstelle aus zu leiten sein, deren Arbeitsabwicklung unpolitisch lediglich nach rein volkswirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten vor sich zu gehen hat. Sim den zeitraubenden Instanzenweg zu vermeiden, wird zweckmäßig eine Ostsiedlungs- Helle mit weitgehenden Befugnissen zu schaffen sein, mit der die Landeskulturämter mit ihren Kulturämtern im engsten Einvernehmen zu arbeiten haben. Dadurch wird erheblicher Zeil- und Kostenverlust vermieden. Der Osten erwartet die große Tat zu feiner Rettung! Keine Ausschlüsse bei den Oeutschnationalen? Berlin,' 16. April. (WTB.) Wie die Deutschnattonale Pressestelle mitteilt, ist der Parteivorstand der Deutschnationalen Dolkspartei zum 2 5. April (nicht zum 1. Mai) nach Berlin einberufen worden. Zu dieser Mitteilung bemerkt die „D. AZ.": „3m Mittelpunkt der Beratungen wird die Frage stehen, was mit jenem Teil der deutschnationalen Fraktion geschehen soll, der im Reichstag bei den Abstimmungen über das Deckungsprogramm für das Kabinett Brüning gestimmt hat. Die Entscheidung dürfte praktisch bereits gefallen sein Entgegen der allgemeinen Erwartung will die Parteiführung, wie wir zuverlässig erfahren, keine neuen Ausschlüsse vornehmen Es soll ledigllch eine DertrauenSkundge- bung für Dr. Hugenberg stattfinden, die mit einer Art Rüge an das undisziplinierte Verhalten der Reichstagssraktion verbunden werden soll. Der Verzicht auf Ausschlüsse geht darauf zurück, daß die Parteiführung sich zugunsten einer Generalbereinigung der Wahllisten entschlossen hat. Die dis sentierenden Abgeordneten sollen soweit sie nicht zur Landbundgruppe gehören bei den nächsten Wahlen in ihren Kreisen nicht wieder aufgestellt werden Haussuchung bei Berliner Kommunisten. Berlin, 16. April. (Eigene Meldung.) Die Berliner polittsche Polizei hat überraschend eine Haussuchung im Dezirkssekretariat der Kommunistischen Partei in der Seydel- stratze vorgenommen und zahlreiches Material beschlagnahmt. Die Aktion steht im Zusammenhang mit der vor dem Reichsgericht schwebenden Affäre wegen Verbreitung von Zersetzungsschriften in den Kasernen der Schutzpolizei und der Reichswehr, setze zugrundegelegt. Das Gesamtbild kann dahin charakterisiert werden, dah der Haushalt die Wiederkehr des Vertrauens zur Solidität des Etats rechtfertigt, aber vorn Standpunkt der Sparaktion wenig ermutigend ist. Der Redner erörterte dann die Aussichten für 1931. Nur in Höhe von rund 200 Millionen ist die Entlastung des Haushaltes von 1931 schon jetzt wirklich fundiert, und auch das nur unter der Voraussetzung ausreichender Arbeitslosenversicherung. Alles ^weitere hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung, von Anlcihemöglichkeiten und von dem Sparprogramm auf lange Sicht ab. Namens der Ausschüsse beantragte der Berichterstatter dann eine Reihe von C n t s ch l i e ß u n - gen. wonach die Reichsregierung ersucht wird, im Sparprogramm noch vorzusehen: Aufhebung der reichseigenen Forstverwaltung, Vereinigung der Vauverwaltung mit der Vauverwal- tung der Länder. Fertigstellung der Sammlung des Reichsrechtes. Ferner bei Aufstellung des Sparprogramms zu prüfen die weitere Behandlung der Kanalbaufrage vom finanziellen und wirtschaftlichen Standpunkt, die Frage der Abtrennung des Waffenamtes vom Aeichs- wehrministerium, die Frage der Aufhebung der Reichsvcrtretung in München und die Möglichkeit der Eingliederung des Sparkommissariats in die Allgemeine Verwaltung. Sn weiteren Entschließungen wird gefordert: Prü- fimg der billigen ^leberlassung freigewordener Gebäude im besetzten Gebiet an die Gemeinden. Vornahme der großen Reichsfinanzstatistik nur alle fünf Jahre, Vorlegung von Berechnungen über die künftige finanzielle Entwicklung der Kriegsbeschädigtenfürsorge und Vorbereitung der Reuregelung der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge auf banktechnischer Grundlage. Heichsfinanzminister Dr. Moldenhauer verweist zu der Einstellung der er st en Baurate des neuen Panzerkreuzers durch die Reichsratsausschüsfe auf die Regierungserklärung vom 1. April, in der Reichskanzler Dr. Brüning den vom Kabinett Müller ausgestellten Haushaltsplan unverändert übernommen habe. Daraus ergebe sich die Stellungnahme der Regierung auch zur Panzerkreuzerfrage. Die Reichsregierung hält an dem ursprünglichen Etat fest und kann erst nach dem Borliegen der endgültigen Stellungnahme des Reichsrates zur Frage einer Doppelvorlage ihrerseits Stellung nehmen. Die Regierung lehnt es ab. die Initiative zu ergreifen oder eine Beeinflussung auszuüben. Sie richtet an den Reichsrat die Bitte, nach eigenem besten Wissen und rein sachlichen Erwägungen abschließend Stellung nehmen zu wollen und sich insbesondere in keiner Weise von der Reichsregierung beeinflussen zu lassen. In der nun folgenden Einzelberalung der einzelnen Etats wird ein Antrag der Rhein- vrvvinz, daS Ministerium für die besetzten Gebiete nicht am 1. Oktober aufzuheben, sondern zum frühest möglichen Termin, spätestens am 1. Januar 1931, mit 36 gegen 29 Stimmen abgelehnt. Beim W e h r e t a-t beantragt Neichswehrminister G r o e n e r die Wiedereinsetzung der von den Ausschüssen gestrichenen Beträge bei den Ausgaben für militärisches Personal, für Gebäudeunterhaltung und Bauten. Der Minister erklärt, sein Antrag entspringe nicht schwäbischer Dickköpfigkeit, sondern rein fachlichen Gründen. Nach dem vom Kabinett vor- -genommenen Abstrich von 50 Millionen seien weitere Abstriche gar nicht möglich, wenn nicht der geregelte Betrieb der Wchrorganisation empfindlich gestört werden solle. Preußischer Staatssekretär Dr.WeiSmann: Angesichts der großen Streichungen beim Sozialetat und auch sonst bei den dringendsten Ausgaben können wir es nicht verantworten, auf Streichungen beim Wchretat zu verzichten. Reichssinanzminister Dr. Moldenhauer: Rach schweren Kämpfen hat sich das Reichskabinett entschlossen, den Wehretat mit 700 Millionen zu bewilligen. Unter diesen Umständen kann ich dem Antrag Groener nicht widersprechen. Als Vorsitzender stellt darauf Minister Dr. Molden- Hauer fest, daß der Antrag Groener ohne Widerspruch angenommen sei. Runmehr beantragt Staatssekretär Dr.Weisman n die Wiederherstellung der Regierungsvorlage beim Panzerkreuzer, also die Streichung der von den Ausschüssen Bruckner und die He'ligen. Legende von Ernst Liffauer. Als Anton Bruckner eines Rachmittags im Juni auf der Orgel spielte, war er recht froh, daß niemand in der Kirche war außer dem weißen Sonnenschein, der auf der hell- gckalkten Wand und dem gelbgestrichenen Gestühl lagerte und leuchtete. Er sah mitten im Orgelschall, der ihn rings umhüllte wie ein tönendes Gewölk, darin er nichts sah und hörte, und also auch nicht bemerkte, daß sich das schwere mittlere Tor ausklinkte, ächzend zurücklastete und laut ins Schloß schnappte. Ein Priester, in schwarzem Kleid, darüber das weiße, spitzengesäumte Hemd, war eingetreten, er hielt ein langes Kruzifix wie eine Zupfgeige in der Beuge des linken Arms, und ein blanker Reifen war wie eine goldene Hutkrempe um seinen Kopf gelegt: es war der Heilige Repomnk von der Brücke des Krottenbachs. Wiederum schob sich das Tor mit einem rutschenden Laut auf: ein Kriegsknecht erschien, geharnischt, den Helm auf dem Kopf, einen Zuber Wasser in der Rechten: es war der Heilige Florian aus der Rische des Rathauses. Das linke Seitenpförtchen ging auf: ein mittelgroßes, schlankes Weib, halb Mädchen, halb Frau, trat ein, auf dem braunen Haar eine kleine, zierlich geschmiedete Krone, einen stumpfblauen Mantel von der Farbe des Aprilhimmels rl^gehüngt: es war die Maria, die inmitten Marktes, zu oberst auf dem Brunnen daheim 1 9'n9 durch das rechte Seitenschiff ein paar Schritte nach vorn und stand gerade in einem lichtblauen Balken aus Staub und Glanz, der aus dem letzten Gadenfenster niederquoll — devl ganz hinten auf der linken Seite, das schon seit vielen Jahren den Sprung hat —, da schob eine andere Frau das rechte Seitenpförtchen, das zur sogenannten Sakristeigasse führt, langsam mit dem rechten Arm auf, langsam und behutsam, denn sie hielt auf dem linken ein Kindlein. es war die Maria von der Kreuzung wo der Zaunweg vom Marktplatz her in die Lcnzer Reichsstraße cinmündot. Und nun hörte bas Knarren und Rutschen Aechzen. Klinken, Fallen und Zuschnappen der Thüringen erhält wieder Reichszuschüsse. Ein Schreiben der thüringischen Regierung an den Reichöinnenminister. Berlin, 16. April. (WTD.) Die thüringische Regierung hat dem Reichsminister des Innern Dr. Wirth folgende Erklärung zugehen lassen: „Rach schriftlichen und mündlichen Mitteilungen des Herrn Reichsministers des Innern besteht zwischen dem Reich und dem Lande Thüringen Meinungsverschiedenheit darüber, ob Abs. I von § 3 des thüringischen Ermächtigungsgesetzes vom 29. März 1930 Ges. S. S. 23 mit dem Reichsrecht vereinbar ist. Die Landesregierung Thüringens hält den Absatz I von § 3 des thüringischen Ermächtigungsgesetzes durchaus für mit dem Reichsrecht vereinbar, sie ist aber bereit, angesichts der zwischen dem Reich und dem Lande Thüringen bestehenden Meinungsverschiedenheit die Entscheidung des Reichsgerichts gemäß .Art. 13 Abs. ll der Reichs- vcrsassung und dem Reichsgeseh vom 8. April 1920 RGBl. S. 510 anzurufen und diesen Schritt auch gemeinsam mit der Reichsregierung zu tun. Nachdem bei der Besprechung zwischen dem Herrn Reichsminister des Innern und dem Vorsitzenden des thüringischen Staatsministeriums vom 10. d. M. von feiten Thüringens eingehend dargelegt ist, dah bei der Landespolizei Thüringen eine Verletzung der Bedingungen für die Gewährung von Reichszuschüssen für Polizeizwecke niemals slatlgefunden. hat, glaubt die Landesregierung Thüringens sich zu der Erwartung berechtigt, bah der Herr Reichsminister des Innern sich durch diese Darlegungen für befriedigt erklären wird. Sie spricht deshalb das Ersuchen aus, dah die in dem Schreiben des Herrn Reichsministers des Innern vom 18. März 1930 ausgesprochene nicht begründete Sperrung der Zuschüsse für Po.lizeizwecke an Thüringen alsbald nach Empfang gegenwärtigen Schreibens aufgehoben wird, damit das Land Thüringen vor weiterem Schaden bewahrt bleibt. Ebenso muh die Landesregierung Thüringens die Ditte aussprechen, dah die in dem Schreiben des Herrn Reichsministers des Innern vom 18. März 1930 weiter ausgesprochene einstweilige Einstellung von Uc6cr* Weisungen aus Fonds Mitteln deS Reichsinnenministeriums an Thüringen zurückgezogen wird. Der bei der Besprechung vom 10. d. M. in Aussicht gestellte Besuch des Herrn Staatssekretärs Z w e i g e r t wird dem Vorsitzenden des thüringischen Staatsministeriums willkommen sein, bei Gelegenheit dieses Besuches wird die vom Herrn Reichsminister des Innern gewünschte Unterredung des Herrn Staatssekretärs Z w e i g e r t mit Staatsminister Dr. Frick stattfinden können. Die Landesregierung Thüringens bedauert es überdies lebhaft, dah neuerlich in der Presse dem bevorstehenden Besuche des Herrn Staatssekretärs Zweigert der. Charakter einer amtlichen Kontrolle beigemessen wird." Ein halbamtlicher Kommentar. Zu der vorstehenden Erklärung der thüringischen Regierung erfahren wir noch folgendes: Bei der Be° sorecbung am 10. d. M. hat der Reichsinnenminister Dr. Wirth an den Vorsitzenden des thüringiscyen Staatsministeriums, Staatsminister Baum, wiederholt die Frage gerichtet, ob in der thüringischen Landespolizei irgendwelcheDer- änderungen oorgenommen worden seien, insbesondere ob Nationalsozialisten in die thüringische Landespoliz^'eingetreten seien. Staatsminister Baum hat darauf wiederholt die Erklärung abgegeben, für sich wie für das thüringische Staatsministerium, dah in der thüringischen Landespolizei keinerlei Veränderungen vorgenommen worden seien, mit alleiniger Ausnahme von solchen Anstellungen, die bereits vor dem Amtsantritt des Ministers Frick in Aussicht genommen waren. Insbesondere sei es absolut unrichtig, dah irgendein Nationalsozialist in der thüringischen Landespolizei Aufnahme gefunden hätte. Für diese Erklärung hat die thüringische-Staats- regierung, wie der Vorsitzende des thüringischen Staatsministeriums wiederholt erklärt hat, jede Dera nt wortung übernommen. Bevor cs zur der Besprechung vom 10. d. M. kam, hat die thüringische Regierung die Reichs- regierung wissen lassen, dah sie hinter der bekannten Erklärung des Ministers Frick, Herr S e v e r i n g könne lange warten, bis er eine Antwort auf fein Schreiben erhalten werde, nicht gestanden habe und auch jetzt nicht stehe. Oie E n(Teilung der Zuschüsse an Thüringen aufgehoben. Berlin, 17.April. (MTB. Funkspruch.) Zu der Erklärung, die die thüringische Regierung dem Reichsminister des Innern Dr. D i r t h Hal zugehen lassen, erfahren wir noch, dah angesichts dieser Sachlage der Reichsminister des Innern die bisherige Einstellung der Zuschüsse für Polizeizwecke und sonstiger Mebetroei- sungen an Thüringen aufgehoben hat. Staatssekretär Zweigert wird nach Ostern die Besprechungen mit dem thüringischen Slaatsministe- dum aufnehmen. eingesetzten ersten Daurate für den neuenPan- zerkreuzer. Das fei nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus politischen Gründen notwendig, damit sich die früheren heftigen Kämpfe um diesen Gegenstand nicht wiederholen. Westfalen und Rheinland stimmen dem Antrag der preußischen Staatsregierung zu, Württemberg erklärt, es müsse sich der Stimme enthalten angesichts der Differenz zwischen der heutigen und der den Ausschüssen früher gegebenen Grllärung der Reichsregierung. Der Antrag Preuhens auf Streichung der ersten Panzerkreuzerrate B wird hierauf in nament- licher Abstimmung mit Stimmengleichheit bei fünf Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Reichs- rot bewilligt also die erste Rate Für den Panzerkreuzer, also gegen den preußischen Antrag, stimmten Ostpreußen, Brandenburg, Pommern. Sachsen, Schleswig-Holstein. Hannover, Hessen-Nassau, Rheinprovinz, Provinz Sachsen, Bayern, Thüringen, Mecklenburg- Schwerin und Oldenburg. Enthalten haben sich Grenzmark Posen-Westpreußen, Oberschlesien, Württemberg, Bremen und Mecklenburg-Strelih. Das Stimmverhältnis war 29 zu 29 Stimmen bei fünf Enthaltungen Der W e fj r e t a t wird in der von den Ausschüssen beantragten Form mit dem von Minister Groener beantragten Erhöhungen genehmigt. Beim K r i e gslastenetat beantragen Rheinland und Bayern größere Mittel für die not* leidenden Grenzgebiete. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erklärt, er könne diesen Anträgen nicht zustimmen, könne aber zu dem bayerischen Antrag erklären, dah die Reichsregierung im Rahmen des Ost- Programms auch an den Röten der südöstlichen Grenze nicht Vorbeigehen werde. Der bayerische Antrag auf Bewilligung besonderer Mittel für das südöstliche und nördliche Grenzgebiet wird mit 35 gegen 31 Stimmen abgelehnt. Abgelehnt werden auch die übrigen Anträge auf Bewilligung besonderer Grenzhilfsfonds. Nach Bewilligung dieses und aller weiteren Etats spricht Reichsfinanzminister Dr. M o l d e n h a u e r Dem Reichsrat und besonders dem Berichterstatter, Ministerialdirektor Dr. Brecht, den Dank der Reichsreglerung für die gute und schnelle Arbeit aus. Die Ausschüsse hätten sich skeptisch über die Möglichkeit baldiger Steuersenkungen geäußert; die Reichsregierung wolle aber mit allen Kräften an der Verwirklichung dieser Zusage arbeiten. Sie werde nach Ostern den Entwurf eines Ausgabensenkungsgesehes vorlegen und bitte um die Unterstützung des Reichsrates für die schnelle Verabschiedung dieser Vorlage. Im weiteren Verlaus seiner Sitzung genehmigte der Reichsrat das vom Reichstag beschlossene Gaststättengesetz, den deutsch-schweizerischen Rheinregulle» rungsvertrag, die weitere Ausdehnung des deutsch- englischen Auslieferungsvertrages und die deutschtürkischen und deutsch-bulgarischen Konsularver- trage. Mit einigen Aenderungen wurde dem Entwurf eines Einführungsgesetzes zum Allgemeinen Deut- schen Strafgesetzbuch und zum Strasvollzugsgesetz zugestimmt. Sitzung des Reichskabinetts. Berlin, 16.April. (MTB.) Unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning fand am heutigen Nachmittag in der Reichskanzlei die letzte ftabi- nettssihung vor der Osterpaufe statt. Das Reichskabinett beschäftigte sich neben der Erledigung laufender Angelegenheiten in erster Linie mit dem heute vom Reichsrat verabschiedeten Haushaltsplan für das Iahr 1 93 0. hinsichtlich der vom Reichsrat bertzilttgten einen Million Reichsmark für Kinderspeisung und der an Stelle anderer Ausgaben des Marineetas eingesetzten er st en Baurate für das Panzerschiff B beschloß das Reichskabinett, die Reichsratsbeschlüsse dem Reichstage als Grundlage seiner Beratungen zuzuleiten. Kabinett und Panzerkreuzer. Keine DoPPelvorlage. Berlin, 17.April. (Eigene LNB.-Meldung.) In Erläuterung des halbamtlichen Berichts über die gestrige k a b i n e t t s s i h u n g erklären die Blätter, daß das Kabinett keine Doppelvorlage zu dem Beschluß des Reichsrats über die Einstellung der ersten Baurate für das Panzerschiff B einbringen wird. Das „B. T." sagt: Die Regierung hat also tatsächlich gegenüber der Sonderpolitik des Reichswehrministeriums nachgegeben. Aus dem Kabibekt wird allerdings, wie die „Voss. Ztg." berichtet, erklärt, daß die Regierung nicht bereit sei, die Frag^ des Panzerschiffe s zu einer Kabinettsfrage zu machen, d.h. also ihren Rücktritt oder die Reichslagsauflösung für den Fall einer Ablehnung der Baurate für das Panzerschiff anzuordnen. Maßgebend für den Be- schluß des Kabinetts sei es gewesen, daß die volkskonservative Gruppe, also die Gruppe des Ministers für die besetzten Gebiete, Treoiranuv, beabsichtige, durch einen Initiativantrag im Reichstag ohnehin den Beginn des Panzerschifssbaus zu fordern, so daß die Frage in jedem Falle im Reichstag zur Debatte gekommen wäre. In der „D. A. Z." wird ausgeführt: Es ist in hohem Maße zu begrüßen, dah die Reichsregierung den erfreulichen Beschluß des Reichsrats in vollem Umfange übernommen hat. Nach dem negativen Ausgang der Londoner Flottenkonferenz ist es ein besonders begrüßenswertes Zeichen von Einsicht, wenn die verantwortlichen Faktoren sich unter Ueberwindung anfänglicher Bedenken für die sofortige Inangriffnahme des Neubaues entschließen. Die Sparsamkeit braucht deshalb nicht zu kur; kommen. Sie wi d in den nächsten Iahren ein so weites Feld sird-m, daß sie nicht ausgerechnet an der knappen R ü - stung des Reiches zu beginnen braucht. polnischer Protest gegen die neuen Zollsätze. Berlin, 16. April. (Eigene Meldung.) Wie wir erfahren, ist im Auswärtigen Amt eine Note eingegangen, in der die polnische Regierung Einspruch gegen die Zo l l erhöhungen erhebt, die der Reichstag in der vorigen Woche beschlossen hat. In der Note wird u.a. behauptet, daß durch die neuen deutschen Zollerhöhungen die Grundlage des vor kurzem unterzeichneten, aber noch nicht ratifizierten deutsch-polnischen Handelsabkommens verschoben und außerdem noch die letzten internationalen Vereinbarungen der Genfer Zollfriedenskonferenz verletzt mürben. Demgegenüber wird in den Blättern fest gestellt, daß das Genfer Zollfriedensabkom- men ausdrücklich eine Klausel enthält, wonach die Bestimmungen des Abkommens beim Dorliegen Türen nicht mehr auf: alle Heiligen und Marien, die in Hauswinkeln und an den Wegen stehen, kamen, die Kirche flimmerte und funkelte von enzian-, glockenblumen- und vergißmeinnichtblauen, von kirsch-, mohn» und geranienroten Röcken 'und Mänteln, von silbernen und messingblanken Schnallen und Spangen, von Sträußen aus Jasmin oder Nelken, die man ihnen ans Kleid genestelt, auf die Sockel gelegt hatte. Sonne blitzte und spiegelte auf den vielen kreisrunden Heiligenscheinen. Bruckner, umfangen von Schall und Spiel, vernahm nicht, daß unten Schritte schlürften und schlichen, Türen ruckten und schlurften. Nun aber kam niemand mehr: die seligen Männer und Frauen standen und horchten, es gab keinen Laut. Die Stille ihrer Andacht schwoll hinaus zur Empore und mischte sich in die große Gewalt. Plötzlich Geräusch. Dem Nepomuk — dem andern, von der Wallgrabenbrücke — war der Schein heruntergefallen: ein kurzes Klirren, blechern auf den Fliesen verklappernd, zerschnitt die zarte Kantilene der Vox Humana. Bruckner schrak aus dem Spiel, trat an die Brüstung, staunte, erkannte aber sogleich die wohlvertrauten Heiligen, machte ein Kreuz, sank in die Knie. Da trat der Christophorus, der am Eck bei der Brauerei seinen Stand hat und scherzweise wegen der massigen Gestalt und des breiten Rückens als der Heilige der Dräuknechte bezeichnet wurde, mit ein paar weiten Schritten beinahe unter die Empore und sprach hinauf: „Anton, du hast uns so herrlich vorgespielt! Darum soll dir gewährt sein, was noch keinem Menschen beschieden war: du sollst an jeden von uns eine Bitte richten, und alle sollen dir erfüllt sein." Die heiligen Manner und Frauen stimmten zu: von dem Nicken wellte ein Blenden und Blinken der seit- gen Scheine durch die Kirche. Daraus breitete sich wiederum eine Stille: es war, als ob sie auf den grauen Fäden herabschwebte, welche die Sonne niederspann. Die Heiligen und Heiliginnen blickten vor sich auf die Fliesen und schie- nen ein Ave oder Daterunser abzubeten: in Wahrheit aber waren sie begierig, was alle- » wünschen würde: hunderttau- send Gulden: ein Haus mit 10 Stuben samt Blumen- und Kuchengarten; Kalesche» Fuchs und Schimmel: eine Frau, fest wie die Kellnerin vom »Auge Gottes" und tugendhaft wie die Aebtissin Rechthildis von den äirsulinerinnen in Enns. Dah die Symphonien viel gespielt werden; daß er Organist würde am Stefansdom zu Wien. Der Bruckner aber blieb hinter der hölzernen Brüstung auf den Knien liegen und sagte nichts. Schließlich ward dem heiligen Crispin vom Haus Nummer 66, wo der Schuhmachermeister Pankraz Resatsch wohnt, die Weile lang, und er rief empor: „Mach zu, Anton, fang an, wir müssen heim!" Aber der Bruckner schwieg weiterhin. Da sagte der heilige Josef — der von der Apotheke, er hatte einen weißen Vollbart und trug ein Jesuskind auf dem Arm — mild und großväterlich: „Willst du dir gar nichts wünschen, lieber Freund Anton?" Bruckner stand aus seinem Kniefall auf und hängte sein schmaleckiges Bauerngesicht, die gebogene Nase nach vorn, über die Brüstung: „Ich dank schön, ihr lieben Heiligen, aber ich weih nix, ich brauch eh nix. Das heißt" — er hob den Kopf ein wenig zurück und streckte den rechten Zeigefinger wie beim Schulunterricht steil empor — „die Musik soll mir halt bleiben, bis ich sterb, noch bei dec Sterbkerzen will ich komponieren. Das ist alles." Es rauschte und raunte und tuschelte unten im Kirchenraum, sie steckten die Köpfe zusammen, alle Heiligenscheine tauchten für einen Augenblick ineinander, ein breites Stück Sonne schien in der Luft zu hängen. Dann lachte der Nepomuk vom Bach: „Wenn sonst nix ist": der Christophorus rief: „Das kannst haben"; der Florian sprach enttäuscht: „Geh' ma.“ Rot, blau, grau schlürfte, schlüpfte, schlich es aus allen Türen, Seitentüren und Pförtlein. Aber die Madonna vom Markt wandte sich, schon halb in der Tür, um, hob das Kind dem Bruckner entgegen, dah es sich den Meister recht anschaue. und sagte ihm ins Ohr: „Den schau dir an: Das hier sind lauter gediente Heilige, der aber wirb einmal ein Heiliger!" Dann war die Kirche leer. Bruckner stanb allein, beim Spielstuhl, hinter der Orgel und trocknete sich kopfschüttelnd den Schweiß mit seinem großen, rot und weiß gewürfelten Sacktuch. Das liebste Buch. Von Marie Henriette Steil. Es ist nicht das grünseidene mit Gold, in dem der Ginster blüht und die Heide duftet. Cs ist auch nicht die Dürerbibel, oder da» Evangelium des Buddha mit den köstlichen Stichen. Es findet sich auch nicht bei den Prachtwerken und nicht bei den Seltenheiten. Nicht in der Reihe der Widmungsbücher, die manche kostbare Handschrift gezeichnet hat, findet sich mein liebstes Buch. Auch ist es nicht das schmalrückige, blahrote. das meinen Namen trägt, gewiß nicht. äind nicht einmal das andere, von fast gleichem Format, das dicht daneben steht und einen teuren Namen trägt, nicht einmal dieses ist mein liebstes Buch. Es steht ganz unten im dunkelsten Winkel, Zwischen alten Schul- und Märchenbüchern. Ist ein fleckiges, zersetztes, billiges Märchenbuch mit häßlichem Einband und kitschigen Bildern Warum ich dieses Buch am meisten liebe? .Richt wegen der Märchen, nicht wegen der Kindheitserinnerungen! Es ist ein Blatt in diesem Buch, an dem Reine, spitze Zähne genagt haben. Lind eine große Schmuhspur ist auf diesem Blatt, eine Hundepfote, ganz deutlich abgedrückt. Es waren die Zähne und die Pfote eines kleinen, sandfarbigen, längst verstorbenen Köters. Rur eines Köters, ohne Stammbaum und ohne Rasse. Aber er war mein bester Freund. Karfreitagklänge. Es harst der Wind in den Weiden, In Freude? nein, Trauer! — Er wehte um qualvolle Kreuzesleiden — --Nun klagt er in Wehmut: Der Tag wird grauer.---- Hanna Krüger t— t ( '«ne. 6bn klaren dir Bläh 'ppeloorlagr wdie Linsselluna 'erschlffötin. un9 hoi also l-l. der Reldjerodjr- ^b, wie dir „Voss, ie Regirrvag 'Paazerschis. e Zu machen, d. h. ielchrkagsauslösviig r Laurale für da» benb für den Bf- u.dchdie ooH> Ifo die Trvp-r der te, Treviraaa», ivmtrag im Bddjfr Saazerschisssbaur za «m Falle Im Brichr- 1 re. sgeführt: Ls Ist in die Reichrrrgimmg iieichsrais in rollern lach dem negaii- Soner Flollen- err begrüßenswerte» die veranlworlllchrn ing anfänglicher Br nangrifsnahme i Die Spatfamlcit fommen. Sie mib veiles Selb lieb'". • knappen Hu* dravchi. i geyen die sähe > Meldung.) Wir wir ien Amt eine Die j cheRegierung lollerhöhungen -t vorigen Woche be» . ii. a. behauptet, MB Höhungen die Grund- feien, aber noch mcht ich en j) an bei 6/ ' außerdem noch die arungen der ^e ir re nz verletzt wur- Plättern fefiB^ riedensabtom- sei enthält, wonach L» beim Doriregeu s,*tt ^binetis. ,* * »!R 7 ncb?n der 6t. erster L $***• -I-™ ■tu:; Ä'- Juch. ielttC Mt "'-Ä falbe duM *. w* Ml M®**" SSW to6"k »iS ”• “ »*• * SS'« n, nicht |eo ®*fl5 » Eti,e Freund- länge- anna dringender 11 m ft ä n b e* keine W i rk- samkeit finden. Vle IloNage der deutschen Landwirtschaft ist als (in solcher dringender, die neuen MgrarjoUbe- schiiMe des Reichstages oollaus rechtfertigender Umstand anzusehen. T-t übrigen ist man in deutschen Regierungskreisen ^r Ansicht, daß — mögen die neuen deutschen Agrar- .öde auch gewisse Nachteile für Polen bringen — Jon einer Verschiebung der Grundlagen für >xrt Handelsvertrag nicht gesprochen werden könne Der Vertrag gewähre vielmehr Polen noch wie vor so viele Vorteile, daß die polnische «Regierung nur ein Interesse daran haben könne, das Abkommen möglichst bald zu ratifizieren. Von deutscher Seite, d. h. vom Auswärtigen Amt, werde, so heißt es in der „Börsen-Zeitung", der Vertrag jedenfalls noch vor der Sommerpause dem Reichstag zur Ratifizierung vorgelegt werden. Eine De- ontmortung der polnischen Rote sei wohl erst nach den Osterferien zu erwarten. Spanische Konzession für deutschen Ilugbetrieb. Paris, 16. April. (WTB.) HavaS meldet auS Madrid, daß der KadinettSrat die Konzession für den Betrieb der Luftverkehrs st recke Barcelona — Eadix — Sevilla und Sevilla—Kanarische Inseln durch deutsche Gesellschaften genehmigt hat. Als Ausgleich dafür wird Spanien- Beteiligung an den deutschen Plänen einer Luftverkehrsverbindung mit Amerika gefordert. Verschärfung der Lage in Indien. c o n d o n, 17. April. (TU. Funkspruch.) Die U n - ruhen In Indien haben sich auf die drei wichtigsten Punkte — Karachi, Kalkutta und Bombay — ausgedehnt. 3n Kalkutta hat sich die Lage erheblich verschlimmert. Das Europäerviertel wurde von Eingeborenen angegriffen. Europäer wurden auf dem Heimweg von ihren Bureaus mit Steinen beroorfen. 3n den wichtigsten Polizeistationen wer- den britische Truppen in Bereitschaft gehalten. Der Sicherheitsdienst in den Straßen wird weiterhin durch Panzerwagen unterstützt. Mu» Bombay sind 300 Freiwillige Gandhis ausmarschiert, um die Salzloger der Regierung zu plündern. 3n Karatschi, das bisher ziemlich ruhig war, sind sechsFühr-rdesRalionalkongres- ses verhostet worden. Die Polizei hat ein Lager der Anhänger Gandhis, eine Hindu-Druckerei und eine Schute zur Förderung der homerule-ve- roegung in 3ndlen durchsucht und zahlreiches material beschlagnahmt. Dor einem Gericht in Karachi sammelte sich eine große Menschenmenge an, warf die Fensterscheiben ein und versuchte, das Ge- däude zu stürmen. Zwei europäische Poliziste» wurden verwundet. Die Polizei feuerte In die Menge. Die Zahl der Verletzten aus Selten der Eingeborenen sind nicht bekannt. Ueber 50 Personen sind in Karachi verletzt worden, darunter 15 Polizisten und elf Feuerwehrleute. Entgegen den bisherigen Meldungen ist sestzu- stellen, daß der Sekretär Gandhis nicht verhaftet worden ist. Er ist am heutigen Mittwoch zu einer Beratung mit Gandhi zusammenge- trossen. Wachsende Besorgnis in England. London, 16. April. (WDD.) Die Berichte über die Ausdehnung der indischen LIn- ruhen nehmen in der Presse großen Raum ein. „Evening Standard" schreibt, die Lage in Indien werde jeden Tag ernster. Das Blatt betont, daß heute abend schwere Lln- ruhen in Bombay vorgekommen seien. Aus Kalkutta berichtet das Blatt, daß -Wei von neun Europäern, die durch Steinwürfe verletzt wurden, davon eine Frau, ernst darniederliegen. Im Unterhaus teilte der Staatssekretär für Indien We dg w ood Denn über die Ausschreitungen In Kalkutta mit, er fei überzeugt, daß die örtlichen Behörden sich der Lage gewachsen zeigen würden. Der Konservative, Lord ODin ter ton, wies daraus hin, daß -um ersten Male seit den Tagen der passiven Resistenz EuropäeL Angriffen ausgesetzt gewesen seien und forderte Wedgwood Denn auf, festzustellen, ob die indische Regierung irgendeine Ursache für den ernsten Stand der Dinge angeben könne. Winterton nahm auf die wachsende Desorgnis in England über diese Zu» nähme der Gesetzlosigkeit in einigen großen Städten Indiens bezug und fragte, welche Schritte die Regierung unternehmen werde, um dem Einhalt zu tun. Wedgwood Denn erwiderte, er brauche nicht erst zu sagen, daß die Regierung die Lage mit ernster Aufmerksamkeit verfolge. Eingeborene Beamte für Gandhi Dombay, 10. April. (WTD.) Rach einer amtlichen Mitteilung haben im Dezirk Dombay von 2774 eingeborenen Beamten 317 um ihre Entlassung gebeten, um ihrer Sympathie für Gandhi Ausdruck zu geben. Bombay, 16.April. (WTD. Funkspruch.) 500 Freiwillige verkauften heute abend in den Borstädten von Dombay gesetzwidrig her- gestelltes Salz. Docker- und Sirahenfegerstrett in Karatschi. Karatschi, 16. April. Die Docker und Straßenfeger sind wegen der B e r h a s - tung der K o n g r e ß s ü h r e r in ben (Streif getreten. Zusammenstöße zw schen Hindus und Mohammedanern. Madura, 16. April. (WTD. Funkspruch.) Anläßlich eines Hindufesttages kam es hier zu Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern. Auf beiden Seiten gab es Verwundete. Gin Mohammedaner starb im Krankenhaus. Aus aller Well. Lchnee im Schwarzwald. 5 r e i b u r g L Br„ 17. April. (MTV. Funkspruch.) Auf dem Hochschwarzwald hielt der seit Anfang der Woche eingefrefene S chneesal! auch heule morgen noch an. Bei minus 4 Grad weht ein heftiger Sturm. Die Schneedecke Hal In freien Lagen eine höhe von 50 Zentimeter, infolge Rückganges der Temperatur schneit es jetzt auch in den tieferen Lagen, während es in den Tälern weiterhin regnet Die Schwarzwaldflüssc fuhren dem Oberrhein erhebliche Wassermengen zu, so daß in den letzten Tagen ein Steigen des Rheinwasser- stände» um etwa einen Bieter eingetreten ist. Auch in den Voralpen der Schwei; schneit es ununterbrochen. Schneefall und Kälte in Spanien. Wie HavaS auS Madrid meldet, ist die Temperatur in Leon beträchtlich gefallen. Man stellt reichliche Schneefälle fest. Seit mehreren Iahren ist um diese Iahreszeit eine so starke Kälte nicht dagewesen. Unwetter in Frankreich. An der Mittelmeerküste herrschte, wie auS Paris gemeldet wird, am Dienstag ein ungewöhnlich starker Rordwe ft sturm. Das Meer war entfesselt. Die aus Algier kommenden Dampfer erlitten erhebliche Verspätungen. Ein Passagierdampser nach Ostasien konnte Marseille nicht verlassen. Weitere Meldungen über Unwetter sind aus Elermont-Ferrand eingelaufen. Im ganzen Departement Auvergne gehen seit MDci Tagen so gewaltige Schneemassen nie- der, daß die höher gelegenen Straßen für Automobile unbefahrbar sind. Heuschreckenplage in Marokko. Nach einer Havas-Meldung aus Larrasch hat sich ein gewaltigerheuschreckensch warm über der Gegend niedergelassen. Der Zugverkehr ist ins Stocken geraten. Alle Vorkehrungen zur Be- kämpfiing der Plage sind getroffen worden. Lin Telephongespräch rund um die halbe Erde. Nachdem vor kurzem die Strecke Berlin—Buenos Aires dem allgemeinen Fernsprechverkehr übergeben werden konnte, wurde am Mittwoch zum ersten Male eine drahtlose telephonische Ver- ftänbigung zwischen Buenos Aires und Batavia über Berlin hergestellt. Das Tele- phvngespräch, das 23 000 Kilometer überbrückte, also eine Strecke, die größer ist als der halbe Erdumfang, wurde mit Hilfe von Telefunkenkurzwellensendern hergestellt und ergab eine ausgezeichnete Verständigung zwischen den sprechenden Personen in Batavia und Buenos Aires. Drei Opfer eine» Flugzeugzusammenstoh». Zwei Kampfflugzeuge stießen nach einer Meldung aus Paris über Chateaurou? z u - sammen und stürzten ab. Das eine fiel auf einen Platz der Stadt nieder, das andere auf ein Haus, wo eS in Brand geriet. Eine Frau, die sich in dem Hause befand, fand dabei den T o b. Die Piloten beider Flugzeuge, ein Untev- leutnant und ein Unteroffizier, wurden getötet Drei Millionen Dollar Feuerschaden. Im Sägewerk der amerikanischen Firma Infv« lat Lumber, einer der größten Hartholzsägereien der Welt, in Cadiz auf der Philippinen- Insel RegroS brach ein Feuer auS, das einen Schaden von schätzungsweise drei Millionen Dollar anrichtete. 12 00 21 r bei* ter sind beschäs t igungSloS geworden. Oie Wetterlage. Wettervoraussage. IM Tho 2T ScillyJ (lerml Ab-rder 'Rinnj Bist rei O 7<5 Wien -A =3 ^33 Mittv/och. 16. April 1930, 7* aDds. —*T$1—7657* ~La Coruna 1 Gwonrenios (9neuer. Qnaro Pedec*t ® wolltio. • Dtdecxt eRcge^ * Sehnte a Graupeln ■ Hebel K Gcwit'Tr .©Windstille. O-» XW leichte» o$i nissige» »Odsudwest q, stormoctie» nordWeA Oie Piene fliegen mit dem winde. Die do den Stationen stenenoen Zote len geben die Temperatut an. Die Limen verbinden Orte eH.fllcJch<< «u> Mecresniveau umoereennettn Luftdruck w Rayen-. rtamtrg. vevo Weiterhin herrscht durch das Zusammentressen verschiedener Cuftmalfon der zentraleuropäischen Störung über Deutschland trübes und regnerisches Wetter. Ihr Kern hat sich seit gestern nur wenig verlagert, aber etwas abgeslacht. Die weiter« Abflachung und somit der Energieverlust geht nur langsam vonstatten, wird sich aber morgen bemerkbar machen, so daß die anhaltenden Äie- ff derschläge nur noch zeitweise auftreten. Dabei bleibt jedoch der Himmel vorläufig überwiegend bewölkt und Dunstbildung tritt auf. Wettervorhersage für Freitag: Meist wolkiges und dunstige- Wetter, nur zeitweise noch Riederschläge, Temperaturen wenig verändert. __________________________ Verantwortlich für Politik: i. 93.: Ernst Blumschein. DEUTSCH-AMERIKANISCHE PETROLEUM-GESELLSCHAFT Drücken Sie auf den Anlasser, — gleich merkenSie, wie ESSO wirkt! Klopffrei kommt der Motor sofort auf Touren und zieht mit geschmeidiger Riesenkraft den schwersten Wagen an. 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Heute nachmittag 2% Uhr entschliet plötzlich und unerwartet nach kurzer Krankheit meine herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Wir werden ihm stets ein treues Andenken bewahren. Der C.C. der Teutonia. Frau Bertha Irle im Alter von 49 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Louis Irle und Kinder. Gießen (Kaiserallee 36). Alsfeld, Frankfurt a. M-. Hamburg. Neumünster, den 16. April 1930. Die Beerdigung 6ndet am Samstag, dem 19. April, vormittags H/4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. M06A einzig richtig ... Keine Versuche... Hen-Sdiuhe i NEURALGIE k ** JAHRZEHNTE BEWÄHRT K-OHNt MAGENBES(HWIRD£H Todes-Anzeige. Heute mittag entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgenderVater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Seibert ll. Pflastermeister im 70. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ottilie Seibert geb. Killer. Alten-Buseck, den 16. April 1930. Die Beerdigung findet am Karfreitag, dem 18. April, nachmittags 2*/4 Uhr statt. 3133D Lieh, den 17. April 1930. Familie Herrchen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels Herrn Karl Herrchen, Gärtner sagen wir allen, insbesondere dem Herrn Pfarrer Traudt für seine trostreichen Worte am Grabe, der Krankenschwester für ihre treue Pflege, sowie dem Gesangverein „Cäcilia“, der Gesellschaft „Gemütlichkeit“, der Feuerwehrkapelle, den Altersgenossen und dem Gartenbauverein für die letzte Ehre auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. 3139D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren, unersetzlichen Verluste unserer Heben Entschlafenen sowie für die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie W.Brückel Klein-Linden, den 16. April 1930. 3134D 02619 Allen, die unserer teueren Entschlafenen das letzte Geleite gaben, herzlichen Dank Besonders Dank für die vielen Kranz- und Blumenspenden sowie dem Herrn Pfarrer für seine tröstenden Worte, den Schulkameraden und der Frauengruppe. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Erb und Kinder. Wleseck, den 17. April 1930. sucht für ben dortigen Bezirk ein be- beutenb. Zementwerk gegen Provision bezw. für eigene Rechnung. ES kommen nur Herren in Frage, die mit der Malerte vertraut sind und durch tangere Tätigkeit bereits guie Beziehungen zu den in Frage kommenden Abnehmern haben. Ausführliche Angebote erbet, unt. K. b. ü. 4223 über Rudolf Moste, Bielefeld. Knollen-Begonien einfache, gefüllte und gefranste, sind prächtige Sommerblumen. Jetzt noch beste pflanzzeit! Räumungshalber 20 proz. Mali auf Katalogpreis. Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße 3072 A Telephon 3403 | (Stellengesuche) । Fräulein 35 Jahre alt, sucht Stellung bet einer olleinsteh. Person. 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Soli, aus feine )ai gab nun der dem lu&r M Dtoch w ting, in 'Lurni in Belgrad, i ritltcn die de Deutschland e Barcelona, in fanluln unb in Ezerneü bevorstehende 3 dem Tod ”1« in Belg kS»?o6t,?unfl' »er Londoner Inders begehn ren mit dem j L Höhere Handelsschule (Oberseicundareife) U Han» delafachichula IN Abendkurse. Einzelunterricht Beginn des neuen Schuljahres 1. Mal Druckschriften kosten!. Direktion Gießen Goetheatr. 32 Gut erhaltenes Iflfelllooier für Gesangverein geeignet, zu verkauf. Wicfeck, so«. Giehener Str. 1,2. [Verschiedenes) Leupin - Creme tauzandlaeh bew. bei Flechte Krätze, Jacken, Am- schlag,Hämorrhoiden Belnachäden. Zn haben 10110V Läwen-Drogerie W. Kllblnger Nach!., Seltereweg 79 a. OitMüöc v J einem A üf sy? Ms und o’9 Un f cn im viele ypor, un und flin8lunim i blt Yem. "er M»""d >, Einen neue» öeioaomte-lBflgen tTragkrast 50 Ztr.» verkauft [02615 Schmiedemeiller Hammel, Alt.-Bnseok Daubrlnger Sir. 15. 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Frisches Blut muß jedem Beamtenkörper von Aeit zu Zeit zugeführt werden, damit nicht nach der Schablone verwaltet, nach einem ein- »efahrcnen und zuweilen festgefahrenen System Politik getrieben werde. Auch in der Diplo- natie war es stets Grundsatz, nach ein paar Zähren die Gesandten und die Botschafter aus- »utaufchen, Staatssekretäre und Ministerial- »irektoren deS Auswärtigen Amtes wieder ein- nal in das Ausland zu entsenden und neue Männer in den Auswärtigen Dienst auszuneh- nen. Aber dieses gesunde Prinzip muhte manch- nal aus staatsmännischen Erwägungen durch- »rochen werden. Die französische Republik, die Hre Minister oft unheimlich schnell verbrauchte, rielt doch zähe daran fest, vor dem Krieg thren Londoner Botschafter Paul Cambon 22Jahre m Amt' zu lassen, es ist sehr schwer, in der -erschlossenen englischen Aristokratie und in den Zösischen Kreisen Londons Fuh äu fassen, und :in Mann, der das Bertrauen dieser überaus vichtigen Schichten gewonnen hat, ist schwer zu '.rsetzen. Auch Deutschland legte grohen Dert daraus, in das Gebäude seiner Londoner Botschaft - Earlton House Terrace Ar. 9 — nicht zu oft einen neuen Herrn einziehen zu lassen. Alan versuchte, dem traditionellen englischen Geist dadurch Rechnung zu tragen, dah non den Botschafter .am Hofe von Saint- Zames" recht lange in der britischen Haupt- Itadt belieb, und man hat sich deshalb auch ,iSher gehütet, Dr. Friedrich Sthamer, der eit August 1920 in Carlton House Terrace residiert, von seinem Posten zurückzuziehen. Ihm tnb seiner klugen, weltgewandten Gemahlin war 4 zu danken, dah deutsche Diplomaten sich rllmähltch in England wieder durchzusehen ver- nochten und genau wie vor dem Krieg gesell- chastlich anerkannt wurden. Aber der Bot» 'chafter Sthamer ist jetzt nahezu 74 Jahre alt. Aach seiner zehnjährigen Amtszeit hat er verdient, dah man ihm die Ruhe gönnt, die seinem Alter zusteht. Es ist ein offenes Geheimnis, bah er zurücktreten wird, sobald die Frage ber Nachfolge gelöst ist. Wenn ein wichtiger diplomatischer Posten frei vird, beginnt das Koffcrpacken nicht nur bei bem Nachfolger: lawinenartig gerät vielmehr baS ganze Gebäude das Auswärtigen Dienstes :nS Wanken, nachdem ein Stein aus dem Funda- nent ausgebrochen worden ist. Jeder Nachfolger braucht wieder einen Aachsolger, und schließ- lich führt die Demission des Seniors unter den Botschaftern dazu, dah der jüngste der Attaches am eine Sprosse aus der Leiter der Karriere »mporsteigt. Im Herbst 1927 rih der Tod des Freibcrrn von Alaltzahn eine schwer zu schliehende Lücke in die deutsche Diplomatie. Um die Besetzung des Botschafterpostens in Washington entbrannte ein hestiger Streit, und man erwartete schon damals, dah ein Revirement m ganzen diplomatischen Dienst bevorständc. Aber eS blieb bei der Ernennung des Herrn o o n Prittwih und ® aff ton, und der Siplomatenschub wurde um ein halbes Jahr vertagt. Bor genau zwei Jahren versetzte man bann den deutschen Botschafter in Tokio, Dr. Sols, auf seinen Antrag in den Ruhestand, und bas gab nun den Anlah, beinahe hundert Beamte aus dem Auswärtigen Amt oder im Auswärtigen Dienst in neue Aemter einzusehen. In Peking, in Buenos-Aires, in Brüssel, in Santiago n Belgrad, in Riga, in Reval, in Oslo erhielten die deutschen Gesandtschaften neue Chefs Deutschland ernannte neue Generalkonsuln in Barcelona, in Memel und San Franzisko.sowie neue Konsuln in Gotenburg, in Porto Alegre and in Czernowitz. Man rechnet damit, dah das bevorstehende Ausschcidcn Dr. Sthamers - kurz nach dem Tod des deutschen Gesandten Dr. Köster in Belgrad - zu ähnlich schwerwiegenden Umbesetzungen führen wird. Der Londoner Botschafterposten war stets besonders begehrt. Da man schon vor ein paar Jahren mit dem Rücktritt Dr Sthamers rechnete, Die Mado na von MonNrchi Bon Max Sidow An einem Abend, der voll war von den holden Rusen des jungen Frühlings, standen wir auf den hohen Bastionen der alten toskanischen Grenziestung Arezzo. Die Le te des dunkelnden Landes rings um den Hügel der Stadt goidete noch vom letzten Tageslchimmer G ne junge Frau kam uns unter den schwarzen Säulen ho,ec Zypressen entgegen Sic iah uns an Herbheit und Süße. Freude und Bangnis naher Mut er- scha't dämmerte in ihrem Blick So ichriti sie an uns vorbei Aber das zarte Geheimnis, das um sie wehte, die e Milchung von Lust und Leid in der Stunde zwischen Tag und Aacht glomm in uns aui wie die ewige Ampel einer alten Legende .Morgen," sagte leise ire.n Begleiter zu mir, ..werden wir dies noch einmal schauen, das Wunder der werdenden Mutter " 6inc Nachtigall schlug an im Lorbeergebüsch lockend und leicht, traurig und klagend, ein Lied von Le 'en und Tod. Leuchtkäfer tanzten ihren Stemenreigen In die Aacht - Am anbecen Morgen standen wir am Fuße der Höhe von Monterchi, einer kleinen umbrischen Stadt, mitten im Apennin. Ein schweres Erdbeben zerstörte sie Dar einigen Jahren, und noch waren viele Türme und Häuser geborsten und zerbrochen Stumm betrachteten wir d e Verwüstung und gingen dann weiter zum Gottesacker, dem Ziele unserer Wallsahrt. Am Eingang rasteten Maurer Bang schritten wir hindurch, der Kapelle zu. die das herrliche Fresko von Piero della Francesca, die .Madonna der Geburt", bergen sollte. Wie würden wir es finden? Halb oder völlig zerstört vom Erdbeben? Wir traten ein. Die Kapelle war leer, mit neu errichteten, neu geweihten Wänden. Werkzeug stand in ihr herum, sonst nichts. Beklommen fragten wir die Arbeiter nach dem Bilde. .Man hat es nach Borgo San Sevol.ro gebracht", erfuhren wir. Wie denn, ein Fresko, ein Bild, das auf die Mauer gemalt wurde < .Gewiß", sagten die Leute und zuckten die Achseln. Bald rollte uns ein Wagen durch prachtvolle umbrische Landschaft ins obere Tibertal. Begeistert deutete mein Freund das Land: Dort oben in den Bergen der Falterona liegt Castagno, die Heimat des großen Weisters Andrea! Das Rekordflieger Rehring tödlich abgestürzt. WSA. Darmstadt, 16. April. Der bekannte Segel- und Rekordslieger Johannes A e h r i n g, einer der besten deutschen Segelslieger, Mitglied der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt, ist, wie in einem Teil der gestrigen Ausgabe bereits gemeldet wurde, am Mittwochfrüh in der Aähe der Altrheininfel Kühkopf abgestürzt. Aeh- ring war mit einer Iunkersmaschine zu einem meteorologischen Flug in Begleitung von Dr. Steinhäuser aufgeftiegen. In erheblicher Höhe setzte der Motor aus unö_ die Steuerung versagte. Dr. Steinhäuser A ■ konnte sich durch Fallschirmabsprung retten, während Aehring abstürzte und nur als Leiche unter der völlig zertrümmerten Maschine geborgen werden konnte. Die Absturzstelle liegt in der Aähe des Einslusses vom Alt- rhein in den Rheinstrom. Wie das Unfllücf geschah. Aehring, der Pilot der Reichswetterflug- stelle, war heute früh 8.23 Uhr mit Dr. Steinhäuser mit der Iunkersmaschine A 35 zu einem Meßslug hier aufgestiegen. Infolge der schlechten Witterung verlor er die Sicht und ging aüs etwa 3000 Meter Höhe im Steilflug nieder, um schnell tiefer zu kommen. Heber dem Wald bei der Oberförsterei Knoblochsau fing er die Maschine auf. Dabei brach die eine Tragfläche und die Steuerung. Durch den Ruck wurde Dr. Steinhäuser aus der Maschine geschleudert, doch öffnete sich sofort der Fallschirm, so dah er unverletzt landen konnte. Der Flugzeugrumpf mit Aehring stürzte zwischen die Bäume in den Wald, wo man den Flieger tot auffand. An der Unfallstelle liegt etwa 10 Meter links von der Strahe der übergeschlagene Rumpf mit dem linken Flügel der Maschine, ein Iunkcrs- Ganzmetall-Flugzeug. Der Rumpf des Flugzeugs ist eingedrückt und Aehring muh, wie bereits gemeldet wurde, sofort tot gewesen sein. Der abgebrochene Flügel lehnt abseits an einem Baum. Noch nicht 30 Meter vom Wasser des Altrhcins entfernt hängt an den Bäumen der Fallschirm, durch den Dr. Steinhäuser gerettet wurde. Im Walde, weit verstreut. liegen die Räder des Fahrgestelles und Teile des Schwanzruders des Flugzeugs. Dr. Steinhäuser erklärt, dah in einer dicken Wolkenschicht, die von 3000 Meter Höhe an über der Erde lag, die Piloten im S t e i I f l u g herabkamen. Etwa 200 Meter über der Erde erkannte Aehring die Erdnähe und riß die Maschine hoch. Dabei wurde ein Flügel herausgedreht, wodurch die Maschine abstürzte. Aehring, der in diesem Sommer eine flugmeteorologische Expedition nach Grönland unternehmen wollte, hat nun den Fliegertod gefunden. Er stand im 26. Lebensjahre. Er wird als tapferer Flieger nicht vergessen werden. Das Beileid der hessischen Regierung. WSA. Darmstadt, 16. April. Staatspräsident Adelung hat in seinem und im Namen der hessischen Regierung den Eltern Rehrings in einem herzlich gehaltenen Schreiben das tiefgefühlte Beileid der hessischen Regierung anläßlich des Ablebens des Fliegers Johannes Aehring zum Ausdruck gebracht. Der hessische Innenminister hat an den Vater, Rektor Aehring in Bad-Homburg v. d. H, folgendes Schreiben gerichtet: »Tief erschüttert durch die Rachricht von dem tödlichen Absturz Ihres Sohnes spreche ich Ihnen und Ihren Angehörigen meine herzliche Anteilnahme aus. Mit Johannes Aehring verliert das deutsche Flugwesen nicht nur einen unserer erfolgreichsten Piloten, dessen Aame weit über den inneren Kreis seines Wirkens hinaus mit Achtung genannt wird. Wir alle, die ihn näher kannten, betrauern in ihm auch den schlichten, bescheidenen, zuverlässigen Menschen, der ein Vorbild für d i c akademische Jugend und alle Iungflieger fein konnte. Ich selbst habe an seiner fliegerischen Entwicklung und seinen bedeutenden Erfolgen auf dem Gebiete des Segel- flugs und des wissenschaftlichen und Sportflugs stets mit besonderem Interesse Anteil genommen. Sein Wirken im Dienste der deutschen Fliegerei wird unvergessen bleiben." werden die Kandidaturen für dieses Amt seit langem geprüft. Man verrät kein Geheimnis, wenn man zugibt, daß einige Zeit General von S e e ck t besonders gute Aussichten hatte, in das Londoner Votschafter-Palais einzuziehen, noch dazu, da er über sehr gute Beziehungen in England verfügt, unter anderem zu dem führenden Großindustriellen Lord Melchett. Bei der Bildung des Kabinetts Brüning wurde von volkskonservativer Seite verlangt, daß der Abgeordnete von Lindeiner-Wildau zum Rach- folget Dr. Sthamers ernannt werde Diese Kandidatur ist inzwischen erledigt, und Herr von Lindeiner-Wildau kommt jetzt vorwiegend für den Gesandtenposten in Warschau in Betracht Auch der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Herr von Schubert, wurde eine Zeitlang als zukünftiger Botschafter in London angesehen: er legt jetzt auf dieses Amt keinen Wert mehr, da es fast mit ebensoviel Arbeit verknüpft ist, wie der Posten, den er feit vielen Jahren in Berlin innehat. und es scheint nun, dah er als deutscher Botschafter nach Rom gehen wird. Damit treten für London wieder die Kandidaturen in den Vordergrund, die im letzten Winter in den diplomatifchen Salons am häufigsten durchgesprochen wurden: man rechnet nämlich in Berlin schon seit Monaten mit einem Diplomatenschub, und da es nirgends soviel..vertrauliche Informationen" gibt wie in der schweigsamen und bekanntlich sehr diskreten Diplomatie, hat man sich auf den Empfängen, beim Tee und beim Spiel oft zugeflüstert, daß Herr von Aeurath gern bereit fei, Rom zu verlassen, um nach England überzusiedeln. Aber auch der deutsche Vorichafter in Angora, Aadolny, würde es begrüßen, aus dem Innern Kleinasiens an den Strand der Themse zu ziehen. Schließlich kommt für diesen Posten noch Herr Dufour-Feronce in Betracht, der früher Botschaftsrat in London gewesen ist, bis er Ende Oktober 1926 zum deutschen UntA- generalfcfrctär im Dölkerbundssekretariat ernannt wurde Er ist aus dem Kausmannsstand hervorgegangen, war Grohkaufmann in Leipzig, als et zum Geheimen Legationsrat bei der deutschen Botschaft ernannt wurde, um Herrn Sthamer zur Seite zu stehen. Auf dem Londoner Posten hat et. der später den Titel eines Gesandten erhielt, während seiner sechsjährigen Tätigkeit ausgezeichnete Dienste geleistet. Da er in England dort ist der Höhenzug des Sasso della Verma, wo der Heilige Franz die Wundmae empfing Dahinter, im Tal des Caientino, wurde der gewaltige Michelangelo geooren. Hinter jenen weiten Bergen liegt Urbino, aus der Rafael und der große Bra nante stammen. Drüoen in Arezzo aus dem wir kommen, erblickten Mä enas, Pe° trarta und Vasati das Licht. Dort auch schuf der bedeutendste Meister aus der umbro toskanischen Schule Piero della Francesca, sein mächtigstes Werk den Zyklus von der Kreuz egende, und lehrte die Jungen den Perugino. den Signorellt und den Melozzo aus Zorli An zerstörten Gehörten vorbei, über die alte Tibetbrücke fuhr der Wagen in die Gassen von Borgo und hielt vor dem Rathaus Wir traten ein in den Saal, einem Heiligtum der Kunst, das dem großen Meister der Früh- renaiffance, Piero, geweiht ist. Uns gegenüber das Auferstehungsfresko Christus mit der Kreuzesfahne steigt über schlafenden Wächtern aus offenem Grabe zum Licht. Rechts der Heilige Ludwig und Pieros erstes grohe Weck, die Ma donna der Barmherzigkeit. Wit wandten uns um, da sahen wir tn E-r- furcht und Scheu die Madonna der Geburt Das große, ewige Muttennysterium. Das Gotteswun- det der Menschwerdung! Unter einem mit grauem Pelzwerk gefütterten Baldachin aus schwerem roten Brokat, der von zwei Engeln zurückgeschlagen wird, steht die Madonna in himmelblauem Gewand, das sie an der Seite und über dem gesegneten Leibe geöffnet hat Als wollte sie sagen, daß die Zeit erfüllt und ihre Stunde gekommen ist. Den linken Arm hat sie in die Seite gestützt. Die rechte Hand liegt schützend und segnend in der Oeffnung des einfachen Kleides, als spürte sie den Bewegungen des jungen Lebens unter ihrem Herzen nach. Verse des Dichters Hans Meinke fielen uns ein: „Qiim wölbt durch Mutterleibes zarte Wände Mein eigen Kind schon ungeduldige Glieder, Hebt meine segnend aufgelegten Hände, Und bald hab ich in ihm verjüngt mich wieder." Unter der mit Bändern geflochtenen, blonden Haarkrone sehen die Augen mit halbgeschlofsenen Lidern zu Boden. Welch ein unbeschreiblicher Blick im Antlitz, dessen Bewegungslosigkeit schon herannahende Schmerzen ahnen läßt! Welch ein Ausdruck in der Geste der rechten Hand und ihren leicht gebogenen, gespreizten Fingern! Die Stunde der Geburt ist nahe, das Wort will aus diesem Leibe Fleisch werden! Die Mystik des Mittelalters fand in diesem Bilde ihre gewaltigste Steigerung und Gestaltung, und zwar in einer Reinheit, die nur reine Anschauung erzwingt Und diese »Madonna der Geburt" wurde für eine Friedhofskapelle geschallen? Das Fresko ist cm Denkmal der Kindesliebe In Monterchi wurde Pieros Mutter geboren und vielleicht wartet sie auch auf jenem Got eöacker im Tal dem Ruf der Auferstehung entgegen Aber das Mysterium wächst über solche Betrachtung hinaus An den Gräbern, den Seelenhäusern der Toten, klingt die ewige We hnachtsbo schäft, ein Kind ist uns geboren, ein Heiland aller Menschen, die Sünde und den Tod zu überwinden .. An der gegenüberliegenden Wand leuchtete in umbrischer Landschaft unter einem Himmel, wie er grabe an diesem Tage über den Bergen strahlte Pieros Auferstande.er Christ. War es Fügung, dah wir in Borgo can Sepolcro. der .Burg zum Heiligen Grabe", diese beiden Gnadenbilder vereinigt sahen? Wir schauten lange von einem zum andern, bis wir wußten, dah die göttlichen Melodien beider ineinander klangen. sich mitsammen verwoben und zu einer einzigen untrennbaren Fülle tönten, aus der die frohe Botschaft in alle Welten scholl. Reben uns erzählte eine Stimme die letzten Schicksale der Madonna der Geburt w e eine alte Legende Als das grohe Beben die Fluren zerriß. stand das heilige Bild noch in der Kapelle von Monterchi. Ein dumpfes Grollen rollte durchs Land. Schwefelgelbe Himmel hatten sich mit schwarzem Gewölk umnachtet. darauf fahle Blitze Worte der Verfluchung schrieben. Sturm heulte auf, Wasserfluten brachen nieder, Bäume wurden entwurzelt, Städte stürzten ein. Der Jüngste Tag schien angebrochen. 3m Fr edhof von Monterchi wurden die Sotenmäler wie Kiesel durcheinandergeworfen. Gräber öffneten sich Ein gewaltiger Erdstoß rih die Kapelle ein, sie sank in sich zusammen. Die Mauern wankten und fielen, aber im Sturze wichen sie rechts und links vor dem heiligen Bilde, neigten sich in Demut vor der Mutter Gottes. Die Rückwand allein stand aufrecht, das Bild blieb unverletzt. Mitten in der Verfinsterung, inmitten des chaotischen Wirbels der Vernichtung leuchtete das Antlitz der Madonna ruhig und milde, Der- erzogen worden ist, hat er auch sehr nützliche Beziehungen zur Londoner City. Es ist müßig, alle Kombinationen wicderzu- geben, die zur Zeit in der Berliner Diplomatie in Erwägung gezogen werden. Allein um das Londoner Amt bemühen sich ein halbes Dutzend ernsthafte Reflektanten, und für den Posten des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt gibt es nicht weniger Kandidaten. Es fehlt auch nicht an Anwärtern für die Missionen in Rom, Angora und Warschau, sogar der Pariser Botschafterposten konnte bald srei werden, und schließlich ist auch das Amt desR eichspresse- ch e s s demnächst neu zu besetzen, da Herr Zeck> - l in ebenfalls in die diplomatische Karriere übergehen wird. Dieses Amt hat sich allmählich zu einem Posten entwickelt, der es Außenseitern ermöglicht, unter Ueberspringung aller niedrigen Stufen in die hohe Diplomatie einzutreten. Cs ist ganz offensichtlich, dah Beamte, die mehrere Jahre im Berliner Auswärtigen Amt gearbeitet haben, es sehr begrüßen, wenn sie in das Ausland versetzt werden. Das ist nicht nur für ihre Ausbildung und ihren ferneren Aufstieg sehr nützlich, sondern bringt auch finanzielle Dorteile mit sich. Die Gehälter in Berlin sind knapp bemessen, obwohl sogar der jüngere Diplomat zu beträchtlichen Ausgaben genötigt ist. Sein Frack muß bei den Empfängen in Berlin so tadellos beschaffen sein wie bei denen inMadrid oder inParis, er muß hier wie dort das Deutsche Reich repräsentieren. Aber in der Gehaltspolitik wird daS nicht anerkannt. Rur die im Ausland weilenden Diplomaten werden hoch bezahlt: so erhält z. B. der deutsche Botschaster in London einschließlich der Auslandzulagen und der Aufwandsentschädigungen monatlich 15 000 Mark, also die gleiche Summe, die dem deutschen Reichspräsidenten zur Verfügung steht. Zu den am besten besoldeten Diplomaten gehört der deutsche Botschafter in Washington, der monatlich fast 18 000 Mark erhält. Es ist merkwürdig, daß gerade in den demokratischen Vereinigten Staaten eine so große Repräsentation verlangt wird, ist es doch gar nicht lange her, dah die Diplomatie der Omzen Welt sich über die beinahe schäbige Besoldung der amerikanischen Diplomaten im Ausland aufhielt. Der deutsche Botschafter in Moskau bezieht monatlich 15 400 Mark, wobei man berücksichtigen muh, dah das Leben in der Sowjet-Union besonders teuer ist. Ungefähr ebensoviel erhalten Deutschlands Vertreter in Madrid und in Buenos-Aires, während der Botschafter in Rom mit einem Taufendmarkschein weniger auskommen muh. In Ungarn erhält der deutsche Gesandte ein Monatsgehalt von etwa 10 000 Mark. Solche Gehälter werdrn innerhalb Deutschlands natürlich nicht gezahlt, und wer hier repräsentativ auftreten will, muh aus seiner Tasche etwas zulegen, - was nicht jeder kann. Es ist also verständlich. dah sich an den kommenden Diplomaten- schub viele Hoffnungen knüpfen. Taten sttr Freitag 18. April Sonnenaufgang 5.01 Uhr, Sonnenuntergang 18.59 Uhr: Mondaufgang 0.40 Uhr, Monduntergang 7.25 Uhr. 1521 Luther auf dem Reichstage zu Worms; - 1873. der Chemiker Justus v. Liebig in München gestorben (geboren 1803), — 1892. der Dichter Friedrich Bodenstedt in Wiesbaden gestorben (geboren 1819). Taten für Lamstaa 19 April (Sonnenaufgang 4.58 Uhr, Sonnenuntergang 19.01 Uhr, - Mondaufgang 1.37 Uhr, Monduntergang 8.17 Uhr. 1529: Reichstag zu Speyer; - 1560: der Reformator Philipp Melanchthon in Wittenberg gestorben (geboren 1497), — 1882: der Raturforscher Charles Darwin in Down bei Becken- Ham gestorben (geboren 1809), - 1885: der Afrikareisende Gustav Nachtigall bei Kap Palmas in Westofrika gestorben, - 1906: der französische Physiker Pierre Curie, Entdecker des Radiums, in Paris gestorben (geboren 1859); — 1917: Aushebung des Iesuitengesetzes. söhnung und Derheihung. Als der Sturm gestillt war, gab man, bis zur Wiederausrichtung der Kapelle das Gnadenbild in die Obhut dec städtischen Galerie zu Borgo. Wir schauten noch immer im geweih'.en Raume. Hier die Stunde der Geöurt, dort Christus Triumphator, erstanden von den Toten Ein unendlicher Sphärenring schloß Anfang und Ende zusammen. Als wir in die Helle Sonne des Rathausplatzes Hinaustralen, läuteten die Glocken von Borgo wie in österlichem 3übel. £)od)fd)ulnadind)ten. Der durch den Weggang des Prof. B Helferich an der Universität Greifswald erledigte Lehrstuhl Der Chemie ist dem a. o Professor und Leiter der organischen Abteilung am chemischen Laboratorium der Universität Freiburg i. B., Dr. Walter Hückel, angeboten worden. Zur Wiederbcsetzung des Ordinariats der romanischen Philologie an der Leipziger Universität ist ein Rus an Professor Dr. Hanns Heiß in Freiburg i. B ergangen. Tie Ernennung des nichtbeamteten a. o Professors an der Universität Marburg Ober* ftuDienrat Dr. Wilhelm Enhlin zum ordentlichen Professor der alten Geschichte an der Universität Graz als Nachfolger von Prof. Fr. Oertel ist erfolgt. Amtlich wird die Ernennung des a. o. Professors Dr. Erich M o l i * t o r von der Universität Leipzig zum ordentlichen Professor in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Greisswald bestätigt, ihm wurde der Lehrstuhl des deutschen bürgerlichen Rechts als Nachfolger von Prof. Franz Beyerle übertragen. Die Professoren Dr. Ernst E n g e l f i n g in Freiburg i. Dr. und Dr. Leo Spitzer in Marburg haben die an sie ergangenen Rufe an die Universität Köln angenommen. Dr. Engelking übernimmt in Köln den Lehrstuhl dec Augenhellkunde als Nachfolger von Professor A. Pröbsting, während Professor Spitzer Nachfolger von Professor S. Lorck auf dem Lehrstuhl der romanischen Philologie wird. Der Historiker Professor Dr. Robert .Holtz- I mann in Halle a. d. S. hat den an ihn ergangenen Rus an die Universität Berlin an* I genommen. haben diesem in Sefu Tod Sah zugestimmt, weil sie wirklich Frieden gefüllten haben. den und Sterben, ist gedankenmätzig nicht zu erfassen, aber ungezählte Menschen Gegen das Kreuz Christi sind die Menschen -schon oft Sturm gelaufen. Nicht nur die Türken haben das in alter Zeit getan und nicht nur in dem unglückseligen Rußland geschieht das heutzutage, es gibt immer Menschen, denen dieses Zeichen nicht sympathisch ist. Es stimme nicht, so sagen sie, zur heiteren Erdenfreute, nicht zum schimmernden Frühling, nicht zum harmonisch vollendeten Menschentum, wie man es bei den alten Griechen zu finden glaubt. Trotzdem wird das Kreuzeszeichen ter M.nschheit nie verlorengehen, nicht deshalb, weil es seit alten Lagen auf Altären, Kirchtürmen, Friedhöfen und an Wegkreuzungen steht, sondern weil an diesem Zeichen unendlich viele Tatsachen, Wahrheiten, Gedanken und Gefühle haften, die dem innersten Sehnen tes Menschen entgegenkommen. Die, die sich ernstlich um Jesus Gedanken machen, haben in seinem Kreuze die Kraft gefunden, ihr eigenes Kreuz, Armut, Verkennung, den Verlust lieber Menschen, das Dahinschwinden ter eigenen leiblichen Existenz so zu tragen, daß ihr Kreuz ihnen eine Quelle der Kraft geworden ist. Man denke an die, die von dem Schicksal auf das empfindlichste getroffen den Rest ihres Lebens nicht in dumpfer Ve zwei lung zugebracht haben, sondern durch Reife, Milte, Güte und Liebe anderen ein Halt geworden sind. Kaum jemals ist ein Mensch in seinem Sterben so geschmäht worden wie Jesus, von allen Seiten dringen hier Spott, Schadenfreude und Verachtung auf ihn ein, und seit Jahrhunderten steht er in einem Glanze da, wie er nie einem Menschen beschicken war. Deshalb, weil sein Kreuzestod ein so machtvolles Leben geweckt hat. Etwas in dichterischem Äeterschwang, aber nicht wahrhcitswidrig nennt eine Predigt aus dem Mittelalter das Kreuz Christi „der Christen Hoffnung, der Irrenden Weg, ter Armen Trost, der Kinder Lehrmeister, der Seefahrer Steuermann, der Schiffbrüchigen Hafen, ter Kirche Grund". doch so, daß auch heute ein denkender Mensch an dem Kreuze Christi nicht vorüber- gchen kann und daß der Karfreitag, ter das Kreuz in den Mittelpunkt ter gottesdienstlichen üeier und der frommen Betrachtung stellt, in dreien Seelen Widerhall findet. H. B. Gießener ÄZoryenmarkt^ reise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Mund: Butter 140 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stuck) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 30; Z^bkraut 8 bis 10; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Äuten 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat £? b's Änterkohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 10 tzs 15; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 12; Meerrettich 50 bis 70- Schwarzwurzeln 40 bis 60; Rhabarber 30 bis 40; 4.5 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dörrobst 35; HomgN bis 50; junae Hähne 120 bss 130, Suppenhühner 100 bis 120; Rüsse 50 bss JO; das Stuck: Tauben 70 bis 80; Eier 10 m« 11; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 20 bis 25' Salatgurken 75 bis 80; Lauch 5 bis 10- Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; das Bund Radies- 20 Pfennig; ter Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für DonnerStaa Stadttheater: „Louis Ferdinand Prinz von Preußen", 19.30 bis 22.30 Ähr. - Lichtsvielbaus Bahnhofstraße: „Ängarische Rhapsodie'' — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend wird im %rei- togobonnement „Louis Ferdinand, Prinz von Preußen, ein Drama von Fritz von Änruh. Aus der provinzialbauptstadi Gießen, den 17. April 1930. Karfreitag. In neuerer Zeit haben Anhänger und Gegner tes Christentums in der Oefsenilichkeit oft miteinander über die Frage diskutiert, ob der christliche Glaube etwas so Sicheres sei, daß er allen Einwendungen standhalten könne. Die Auseinandersetzung ist dabei von beiden Seiten rein gedankenmäßig, mit philosophischen Beweisgründen, in dialektischer Schärfe geführt worden. Diskussionen dieser Art haben ihr gutes Recht, aber sie gehen von falschen Voraussetzungen aus; denn im Christentum handelt es sich nicht, wenigstens nicht in erster Linie, um Glaubenssätze, Gedanken, Meinungen, sondern um Tatsachen. Hier steht eine Tatsache voran, die Tatsache tes Kreuzes Christi. Alles, was Iesus gesagt und getan hat, ist in seinem Kreuzestote zusammen gefaßt, so daß Paulus mit Recht seine missionarische Verkündigung als die Predigt vom Kreuze bezeichnet. Tie Tatsache besteht, daß Iesu Kreuzesleiten in der Welt ein Leben gewirkt hat wie nie ein philosophisches System. Rie hat eine Geistes- tetoegung, fo mächtig sie auch war — man denke an den Humanismus, die Renaissance, den Ruf des 18. Jahrhunderts zur Rückkehr zur Ratur, den Kosmopolitismus an der Wende dieses Zeitabschnittes, die nationalen Bestrebungen der Gegenwart —, in gleichem Matze die Geister ergriffen. In einer seiner Passionspredigten nennt Papst Leo ter Grotze das Kreuz „Grund aller Gnaden, durch welche der Gläubigen Schwachheit sich wandelt in Kraft, Schmach in Ruhm, Tod in Leben". Dieser Mann ter alten Zeit hat nicht zu viel gesagt. Grund aller Gnaden nennt er das Kreuz Christi. Von Gnade wollen starke, selbstbewußte Menschen nichts wissen, sie wollen nicht bettelnd vor einer höheren Macht stehen und um Vergebung bitten, einmal aus Stolz, sodann, weil sie glauben, keine Schuld auf sich geladen zu haben. Gegen diese Stimmung erhebt sich das Leben mit seiner ganzen Macht; in jedem Menschenterzen erwacht früher oder später das Schuldgefühl. Dichter, die gar nicht ausgesprochen christlich sind, deren Bekenntnis deshalb aber um so erschütternder wirkt, haben das zum Ausdruck gebracht. Der unstete Wanderer Platen ruft aus: „O wehe, wie hast du die Tage verbracht", und einen österreichischen Dichter erinnert am frühen Morgen, da der. Rebel noch die Bergesgipfel einhüllt, ter Ton der Zither an alte, unschuldsvolle Zeiten, so daß er sagt: „Ich hatte können glücklicher sein und können glücklicher machen." Dieser Tatsache vom allgemeinen Schuldgefühl steht die andere gegenüber, daß Christen aller Zeiten in Jesu Tod die Versöhnung für ihre Sünden gefunden haben. Luthers Satz, daß Jesus den verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat von aller Schuld durch sein heiliges, teueres Blut und fein unschuldiges Lei- Ferienverteilung und Schulbeginn. Don Pros. Dr. Brüning, Facharzt für Chirurgie und Orthopädie, Gießen. In den letzten Wochen ist an allen Schulen Deutschlands darüber verhandelt worden, ob in der Verteilung der Ferien eine Aen- terung gegenüber dem bisherigen Brauch vorgenommen werden solle. Es wurde auch noch darüber gesprochen, ob es nicht empfehlenswert sei, den Beginn des neuen Schuljahres von Ostern auf den Herbst zu verlegen. Die Erwägungen, die das Ministerium zu dieser Anfrage geführt haben, sind verschiedener Art. Es sprechen dabei mit Gründe, die im wirtschaftlichen, religiösen und bürgerlichen Leben liegen, und solche, die hygienischer Ratur sind. Die ganze Fragestellung ist nicht ganz neu. Es ist ja bekannt, daß in den einzelnen Teilen tes Reiches der Schulbeginn und die Ferienzeit verschieden gelegen waren. So begann in Bayern früher das Schuljahr im Herbst und in unseren preußischen Rachbarprovinzen lagen die Ferien zu verschiedenen Zeiten. In Südteutschland besteht große Neigung, den Schulbeginn wieder auf den Herbst zu verlegen. Die großen Sommerferien schwanken in Länge von 3—6 Wochen, wobei einmal noch besondere Herbstferien hinzukommen, das andere Mal nicht. Auch die Zahl der Ferientage im ganzen Jahre ist veränderlich von 80 bis 105 Tage. Meines Erachtens ist eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland nicht möglich und auch nicht wünschenswert. Ich will hier nur vom ärztlichen Standpunkt einiges anführen. Vorher sei mir noch der Hinweis gestattet, daß unsere Bäder und Kurorte ein Interesse daran haben, daß die Ferien möglichst zu verschiedenen Zeiten liegen, damit sich ihre Besucher über längere Wochen verteilen können. Ebenso verhält es sich bei der Eisenbahn. Alle Eltern, die sich in abhängigen Stellungen befinden, müssen sich mit Kollegen wegen der Vertretung einigen. Bei lange öauernten, Ferien kann es beiden Teilen ermöglicht werden, einige Zeit mit den Kindern zu verreisen oder auf Fußwanderungen unsere Umgebung zu durchstreifen. Zuerst wäre die Frage aufzuwerfen: ist für die gesundheitliche Erholung der Kinder eine lange Sommerferienzeitzuträglicher, a1s mehrere kurze Ferien? Für wirklich Leidende ist ersteres unbedingt vorzuziehen, da eine erfolgversprechende Kur nicht in kurzer Zeit unternommen werden kann. Aber auch der Gesunde hat von einer längeren Erholungszeit mehr Gewinn für die kommende Zeit, als von kurzen Ferien, in denen nur die verlorene Spannkraft erseht, aber kein Reservestoff angesammelt wird. Die Lei- stungssähigkeit der Kinder ist individuell sehr verschieden, je nachdem es sich um große, blonde Schüler handelt oder um untersetzte, brünette. Auch die Ferienzeit muß sich in den einzelnen Teilen Deutschlands nach den klimatischen Verhältnissen richten; man wird immer die Monate wählen müssen, die erfahrungsgemäß eine günstige Witterung haben, so daß die Kinder sich viel im Freien tummeln können. Cs ist bekannt, daß Ende des Sommers die Kinder besonders an Größe zunehmen. Bei dieser Streckung des Körpers können nicht alle Teile gleichen Schritt halten, die Muskulatur bleibt zurück. Man sieht daher, wie die schnell wachsenden Schüler sich krumm halten, ihnen fehlt die Kraft, die Wirbelsäule zu strecken. In dieser Zeit muh dcrs Hocken über den Büchern vermieten werten, soll nicht eine dauernde Verkrümmung zurückbleiben. Licht und Luft hat der kindliche Körper jetzt ganz besonders notwendig. Hierzu können aber nur lange Ferien verhelfen. In der heißesten Jahreszeit ermüdet der kindliche Geist sehr schnell, er ist weniger aufnahmefähig. Die Schule trägt dem Rechnung durch die „hitzfreien" Stunden, die schon im Juli notwendig sind. Hieraus ergibt sich, daß man die Sommerferien am besten von Mitte Juli bis Ente August währen läßt. Im Winter seht der Körper Muskeln und Fett an. In dieser Zeit kann man ihm mehr häusliche Arbeit zumuten. Außerdem wird durch die kurzen Tage uuo das rauhe Wetter ter Aufenthalt im Freien beschränkt. Kurz, alles trifft zusammen, um die intensivere Arbeit für den Schluß des Schuljahres und für die Versetzung zu begünstigen. Wenn ich oben schon darauf hinwies, daß längere Sommerferien den Angestellten und Beamten erwünscht wären, so möchte ich dies nicht allein vom Standpunkt der Eltern aus gesagt haben, sondern ganz besonders im Jnteresle ter Kinder. Gerade die Möglichkeit, daß die Eltern mit ihren Kindern ganze Tage zusammen sein können, ist von großem erzieherischen Wert. Kinder, in den Ferien allein- gelassen, nehmen zu leicht Schaden an Leib und Seele. Welcher Vater hat bei ter Hast tes jetzigen Lebens Zeit und Gelegenheit, sich um die körperliche Entwicklung seiner Kinder zu kümmern! Für sechswöchige Sommerferien möchte ich ferner aus dem Grunde eintreten, weil viele Kinder erst nach drei Wochen Ferienzeit sich zu erholen anfangen. Im Sommer soll aber die Kraft gesammelt werden, von der in der langen, arbeitsreichen Winterzeit gezehrt wird. Dom 1. September bis zum Beginn der Weihnachtsferien würden 80 Tage sein; eine lange Zeit, die man nochmals durch eine kurze Freizeit unterbrechen müßte. Für unsere Gießener Verhältnisse halte ich zwei Wochen Herbstferien für reichlich lang; es würden 10 bis 12 Sage auch genügen, zumal für das Spielen im Freien das Wetter häufig ungünstig ist. Die Weihnachtsferien mühten wie bisher mit 14 Tagen angeseht werden. Die Osterferien sollten immer im März beginnen, weil erfahrungsgemäß mit dem Beginn tes Frühlings eine körperliche Schlaffheit und Ermüdung alle, Erwachsene wie Kinder, ergreift. Dem steht nun oftmals die ungünstige Lage des Osterfestes entgegen. Ehe hier nicht Wandel geschaffen wird, kann man nicht an eine vollständige Regelung ter Ferienzeiten denken. Wenn man auch grundsätzlich 14 Ferientage vorsieht, wird man doch manchmal über diese hinausgehen müssen. Die Schulzeit bis zu den Sommerferien muß ebenfalls eine Unterbrechung erfahren, die zu Pfingsten liegt. Hier genügen 3 bis 4 Tage, da das Bedürfnis nach längerer Ruhezeit im Sommer nicht so groß ist. Die langen, warmen Tage geben den Schülern genug Gelegenheit, die Lungen auszulüften und den Geist beim Spiel und Sport zu entspannen. Für die Länge der Ferienzeit ist meines Erachtens auch noch von Bedeutung, ob die Kinder nachmittags Schulunterricht haben. Ist letzteres der Fall, so fallen die Nachmittage zur Erholung fast ganz fort; es wären längere Ferien zu fordern. Durch Umfrage bet verschiedenen Lehrern wurde mir immer bestätigt, daß die Kinder in der letzten Schulstunde (selbst wenn es die sechste ist) aufnahmefähiger sind als in der Nachmittagsstunde nach einer Mittagspause von 2 bis 3 Stunden. Findet im Win-' ter Nachmittagsunterricht statt, so ist den Kindern fast gar keine Gelegenheit gegeben, sich im Freien zu tummeln. Sie sind auf die Stuben angewiesen und verweichlichen, statt in ter Winterluft sich abzuhärten. Es wären noch einige Worte über den Vegi n n d e s Schuljahres zu sagen. Würde man die Versetzung in den Herbst legen, so würden die Kinder gerate die arbeitsreichste Zeit tes Schuljahres im Sommer haben, es würden die Sommerferien mit Nachhilfestunden belastet werden. Dom ärztlichen Standpunkte aus ist eine solche Regelung zu verwerfen. Gerade für unsere kleinen Schulrekruten ist der Anfang zu Ostern deshalb so günstig, weil sie das ruhige Sitzen in oft überfüllten Räumen doppelt schwer empfinden und eine längere tägliche Ausspannung auf dem Spielplatz im Freien nötig haben. Dies ist aber nur im Sommer möglich- Herbst und Winter bringen die Erkältungskrankheiten und ihre ^Übertragung in ter Schule. Ist das Kind schon im zweiten Schulhalbjahr, so wird es sich schon eher vor Durchnässung hüten, als es dies im ersten Halbjahr tun wird. Es ist erstaunlich, wie der Geist und die Vernunft der Kinder im ersten Schuljahr geweckt wird. Die oben angeführten Grünte zur Regelung der Ferienordnung geben nur den ärztlichen Standpunkt wieder. Sie sollen auch nur für die Stadt Gießen Gültigkeit haben. Andernorts, besonders auf dem Lande, sprechen andere Verhältnisse mit. Auf dem Lande können die Sommerferien gekürzt werten, da die Kinder sich viel mehr im Freien bewegen: man wird aber die Herbstferien verlängern müssen, damit die Kinder den Eltern bei der Ernte helfen können. Auch bei uns sprechen viele pädagogische und wirtschaftliche Momente mit, die ihre volle Berechtigung haben, und die sich den ärztlichen Forderungen oft entgegenstellen. Man muh eine Einigung erstreben, doch möchte ich nicht einem Kompromiß das Wort reden. Ich bin vielmehr der Ansicht, daß man einmal genau prüft (d. h. nicht durch „Sachverständige"), ob man nicht in Art undMenge des Lehrstoffes eine weiseBeschränkung eintret-'n lassen könnte. Ich glaube, wenn das geschähe, so könnten wir unfern Kindern einige Ferientage mehr verschaffen. gegeben. — Die beiden Oftertage haben folgendes Programm: Ostersonntag, zum letzten Male „Katharina Knie", Seiltänzerstück von Zuckmayer, Ostermontag „Panne um Mitternacht". Diese neue Schwankoperette (Text von Gustav Deckner, Musik von Harry Waldau) wird erstmalig vom Neuen Operettentheater Frankfurt a. M , das vom vorigen Jahr noch in bester Erinnerung ist, gegeben. Das Stück konnte bereits anläßlich der Aufführungen in Frankfurt a. M, Wiesbaden, Darmstadt usw. das Publikum in die beste Stimmung versehen. Die Inszenierung liegt in den Händen des Regisseurs Franz G i b 1 h a u s e r, der in Gemeinschaft mit Gustav Rothe-Carey und Nuschi Wiesner das komische Element vertreten wird. In weiteren Hauptpartien sind die Damen Grete Kasper, Ly Ottmar und Hermann Hanschmann beschäftigt. Die Tänze sind von Tanzregisseur Hans H. Älüfer arrangiert; die musikalische Leitung obliegt dem Kapellmeister Ernst Topitz. — Am Dienstag, 22. April, wird das Gießener Stadttheater mit eigenem Ensemble zum ersten Male eine eigene Operette herausbringen, und zwar „In der Johannisnacht", Musikalisches Lustspiel in drei Akten nach R. de Flers, G. de Cavaillet, Et Reh « - „ obert Gilbert, Musik von Jean Gilbert. Splelleitung: Intendant Dr. P rasch, Musika- E^tung: Fritz Cuje, Choreographie: Ewald Bä ulke. Die Rolle ter Großmutter 1^1611 Auguste Prasch-Grevenberg als Gast. — e)as in der Karwoche ausgefallene Mittwoch- ationnement wird nachgeholt werden. rr* ? Mai bei den hessischen De- Ministerium hat folgende anr^e Nachgeordneten Behörden er. Getvährung von Dienstbefreiunaen am 1. Mai ist auch in diesem Jahre nach den Vorschriften tes Ausschreibens des Gefamtmini- fteriums vorn 8. Dezember 1926 zu verfahren. ** Evangelisch-kirchliche Pfarrper- s onalien. Durch die Kirchenregierung wurde folgenden Pfarrverwaltern Pfarrstellen übertra- tragen: Wilhelm Köhler zu Wenings die Pfarrstelle zu Wenings, Dekanat Büdingen; Hans Friedrich Lenz zu Münzenberg die Pfarrstelle zu Münzenberg, Dekanat Hungen; Hermann D o tz e r t zu Engelrod die Pfarrstelle zu Engel- rod, Dekanat Lauterbach; Ernst Ludwig Lautenschläger zu Nieter-Moos die Pfarrstelle zu Nieter-Moos, Dekanat Lauterbach. •• Personalien. Ernannt wurde am 12. Aprll der Landgestütsaufseher Hermann Geher zum Amtsgehilfen am hygienischen Institut der Landesuniversität in Gießen, mit Wirkung vom 1. Aprll 1930 an. — In den Ruhestand versetzt wurde am 4. Aprll der Lehrer an der Volksschule zu Gießen Heinrich Hahn auf sein Nachsuchen vom l.Mai 1930 an. * Das Stadttheater an Ostern. Man schreibt uns: Für die Ofterfeiertage hat die Intendanz zwei populäre Fremdenvorstellungen festgelegt, Stücke, die publikumsmäßig mit ausgezeichnetem Erfolg ausprobiert wurden. Zum letztenmal wird am Ostersonntag eines der volkstümlichsten, modernen Stücke ter deutschen Bühne, „Katharina Knie", von Zuckmayer, in Szene gehen. Die Romantik des Seiltänzertums, oas Auftreten einer ganzen Zirkus truppe, die originelle Szenerie mit dem Wohnwagen ter ®ei“An3er, wirkt besonders faszinierend auf das Publikum. — Am zweiten Ofterfeiertag wird das Frankfurter Neue Operettentheater, Direktion Georg Land, das in der vorigen Spielzeit so großen Beifall gefunden hat, einmalig gastieren. Das Ensemble wird nicht eine alte Operette bringen, sondern die moderne Schlager-Operette „Panne um Mitternacht", eine Art Lustspiel* schwank, der bei seinen Erstaufführungen m Frankfurt, Darmstadt und Mainz ganz außerordentlich gut gefallen hat. Gerade für den zweiten Ofterfeiertag wird dieses heitere musikalische Stück besonders geeignet sein. Man sieht dem Gastspiel mit außerordentlichem Interesse entgegen. Sonntag: Beginn 18.30 Ähr, ermäßigte Preise. Montag: Beginn 19 Ähr, ermäßigte Operettenpreise. ** Oberhessischer Kun st verein. Die derzeitige Ausstellung tes Münchener Künstlerkreises 1930 ist am Karfreitag geschlossen, an den beiden Ofterfeiertagen jedoch, und zwar zum letzten Male, von 11 bis 13 Ähr geöffnet. ** Aliceschulverein. Es sei darauf hingewiesen, daß die Eröffnung des Turnseminars am 29. April stattfinden wird. (Dgl. die heutige Anzeige.) - ** Vvm Verein für Luftfahrt wird uns geschrieben: Die günstigen Windverhältnisse ter letzten Tage erlaubten eifrigen Flugbetrieb, ter mit Erfolg beendet wurde. Nach den neuen Bestimmungen des Deutschen Segelflug-Ausschusses bestanden die Gleitfliegerprüfung B; stuck, rer. nat. F. Schmidt, Aßlar, und K. Schmidt, Aßlar. Karl Heinz Appel, Gießen, bestand die Gleitfliegerprüfung A. Die Hohe Warte bei Aßlar (Kreis Wetzlar) hat sich damit als ein ausgezeichnetes Prüfungsgelände erwiesen. — Die Gleitflüge wurden mit Rücksicht auf das Heranwachsende Getreide abgebrochen. ** Lernt Einheitskurzschriftl Man schreibt uns: An Ostern treten wiederum viele junge Leute aus der Schule in das Erwerbsleben. Aber nur ter Tüchtige, ausgerüstet mit Fertig- keiten, die heute gefordert werden, hat Aussicht auf eine dauernde Existenz. Eine Fertigkeit, die heute überall gefordert wird, ist die Beherrschung ter deutschen Einheitskurzschrift. Handel und Industrie, städtische und staatliche Behörden können heute ohne die Kurzschrift nicht mehr auskommen. Cs kann daher allen jungen Leuten beiderlei Geschlechts nicht dringend genug angeraten werten, stch in der Einheitskurzschrift bis zur höchsten Leistungsfähigkeit zu vervollkommnen. Ausgiebige Gelegenheit hierzu bieten die hiesigen Kurzschriftvereine. Neue Anfängerlehrgänge beginnen am Montag. 28. April in der Goetheschule (Westanlage) bzw. Dienstag, 29. April in der Pestalozzischule (Nordanlage). Wir verweisen auf die heutige Ankündigung der Vereine.) ** Zur Richtigstellung. Die von uns gebrachte Meldung über die Rettung eines beim Wasserholen in die Lahn gestürzten hiesigen Einwohners Dechert müssen wir nochmals folgendermaßen berichtigen. Der Verunglückte wurde von Herrn Erich Hochstätter, der sich gerate in einem Paddelboot auf der Lahn befand, zuerst gesehen und von ihm bis ans Äser gebracht. Der Invalide Johannes H o ß f e l d und dessen Sohn Karl haben dann den Verunglückten gemeinsam mit Hochstätter ans Land geschafft. — Don den oberhessischen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Eine wichtige Besprechung ter Kolonnenärzte, Vorsitzenden und Kolonnenführer der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Oberhessen findet unter dem Vorsitz von Provinzialinspekteur Sanitätsrat Dr. Hahn (Bad-Nauheim) am 11. Mai in Friedberg statt. Mit der Tagung ist eine Besichtigung ter Friedberger Kolonne verbunden. — Seit vergangenem Jahre können in die Führerstellen bei den Freiwilligen Sanitätskolonnen im Volksstaate Hessen nur noch solche Personen aufrücken, die die vom Landesverein vom Roten Kreuz vorgeschriebenen Prüfungen bestanden haben. Für Oberhessen findet, wie schon kurz mitgeteilt, die diesjährige Gruppen- und Zugführerprüsung am 18. Mai inGie - ßen statt. ** Paddler, nicht an Schlepper anhängen! Schiffer klagen auch in diesem Jahre wieder darüber, daß es viele Paddler an ter nötigen Vorsicht fehlen lassen. Sie versuchen immer wieder, um schneller vorwärts zu kommen, sich an die Drahtselle oder die Schlepper selbst anzuhängen. Seile und das aufgewühlte Wasser bllden aber derartig unberechenbare Gefahrenpunkte, daß es als Leichtsinn angesehen werden muß, sich mit dem Paddelboot anzuhängen. Dieser Tage zogen sich zwei Darmstädter Paddler auf dem Rhein ein sehr unangenehmes kaltes Bad zu. Bei dem Versuch, sich an einen Schleppkahn anzuhängen, kenterte das Doot, die Paddle« wurden abgetrieben und konnten nur durch das energische Eingreifen eines Motorbootbesitzers in völlig erschöpftem Zustande gerettet werden. ---— J Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 16. April. Ein früherer Gemeinderechner, der gleichzeitig neben der Gemeinte- kasse die Untcrertjebeftelle in feinem Orte für das Finanzamt Homberg verwaltete, war wegen Verbrechens imAmte angeflagt Es wurde ihm vorgeworfen, amtlich vereinnahmte Gelder im Gesamtbetrag von etwa 6000 Mark für sich verwendet und zur Verdeckung des Defizits Dücherfälschungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte, der nicht leugnen kann ange- sichts der Beweisaufnahme, daß er vereinnahmte Gelder überhaupt nicht verbucht hatte, behauptete, er habe das Geld nicht für sich verbraucht, Kasse gelegt, um kassenmäßigs Fehlbeträge, die in den letzten Jahren ohne sein Verschulden nach und nach entstanden seien, zu decken. Er habe insbesondere Außenstände, die noch nicht eingegangen waren, bei den Jahresabschlüssen als eingegangen gebucht. Das Gericht folgte der unglaubhaften Erklärung des Angeklagten nicht, zumal da auch zwei Buchfälschun- gen nachgewiesen waren. Cr wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre berurteilt, bie Fädigkeit zur Bekleidung öffent- lidjer Qlemter wurde ihm auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 3. H M. W. Ihr geschiedener Mann hätte nur dann ein Recht, die Kinder zu sich zu nehmen, wenn etwa Sw für den allein schuldigen Teil erklärt worden wären. Sollte das nicht der Fall sem, so können Sie ohne Bedenken llagend vorgehen und eingehende Gelder zum Nutzen der Kinder zinstragend anlegen. 3m Streitfälle ent* teertet über &ie persönliche Fürsorge für die ™ das DormundschaftSgericht, das heißt daS Amtsgericht des Wohnortes deS Vaters. vormittags 8 Uhr: nachmittags 4 Uhr. — Tag'. Vorabend 8.15 Uhr: oormittaas 8 Uhr: nachmittag« 4 Uhr. Festesausgana 8.20 Uhr. — Wochengotte». dienst morgens 6.30 Uhr: abends 7 Uhr. ConntaaObtenft s. .'ler.te u. llvotöcfen am 18 4.90 Dr. Neumann-2 vengel. Dr. Wolf. Hirschapoihcke. .iabnarzf: Dr. Haubach.D Nur noch den veredelten Kaffee „Idee“ von J.J. Darboven, Hamburg 15 überall käuflich J13V -rs- w dit $$”• : iLitett war wegen Servals. wutbe e angeH^mte 0cIbet wa 6000/" lerdeöung haben, iw-jl S«* it leugnen Lahmte e daß «LffW- verbucht N ^braucht, icht str ffeamMs s-rg-as aren. °^z G-n- n gebuwl- 2n' «zu «■»“ Er wuro« ^ghre 88^1 ^-uÄ"- ’19 < 2Sta «Wflje j "*®?8ÄS ,Ut^¥aÄ95etTle5. KM PrüfungsgelÄd. I Wurden mit I treibe abgebrochx,, .^Sschrifti ' ;eten wiederum eitle i Duftet mit Fertig, werden, hat AussiLt wird, ist die De- Heitskurzschrist. Han- « M staatliche De- dle Kurzschrist nicht ; baßer allen jungen nicht dringend ge- I 'n der EiichcitSkurz* ungsfahigkeit zu bet* Mgechrit hierzu hie* Iwereme. Äeue Zn* ■m Montag, 28.2pril ■toiage) bzw. Dien«. lalvOchulr iDvrdan- 1 die hrutigr ÄnLndi- ilung. Die von uni I die Leitung eine« beim s gestürzten hiesigen Sui-' 1 n wir nochmals folgen* er Derunglückte mit älter, der sich gnade der Lahn befand, zu« bis ans Ufer gebrecht. Hohseld und dessen ; den Dmmgliläten ge- j ans Land geschasst. chessischen Sani- Roten Kreuz. Sine ' t Kolonnenärzte, Dor* 1 ihrer der Freiwilligen m Kreuz in Oberheffen • ton tyrtoinjialinfpe!' , n (Wllaul)ebn) am tatt Mit der Tagung Friedberger Kvivnne ngenern Jahre sonnen j M Freiwilligen San'* I aale Hessen nur noch die die vom Lander* j vvrgeschriebenen Prü- Für Oberhessen findet, ■ , die diesjährige Srup* ■, ngajnl8.maitn®ie* . an Schlepper an* I n auch in diesem Jahre r viele Paddler ander 1 lassen. Sie versuchen , r vorwärts zu kommem , di- Schlepper selbst - berechenbare Gefahren * «Ä'Ä sS ^e gerettet werden. Kirchliche Tlachl-ichten. Loangelische Gemeinden. Karfreitag, den 18. April. Zladttlrche. 6.30 Uhr: Pfarrer Mahr: Beichte und dl. Abendmahl für Matthäus* und Markusgemeinde: 1115: Kinderkirche für die Matthciusgemeinde: Pfar* rtx Mohr: 18: Pfarrer Becker: liturgischer Gottes* bienst — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtols* kfimer; »eichte und hl. Abendmahl für Lukas* und Iohannesgemeinde. 11.30: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer: 18: Pfar* rer Ausfeld: liturgischer Gottesdienst. — Kapelle de. Allen Arledhoss. 9.30: Pfarrer Lenz: N: Kmder- kirche: Pforr« Lenz: 15: Pfarrer Lenz. — Elisabeth. Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Die. Waas, Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde, 20: Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 9: Haupigottcs* dienst und hl. Abendmahl für die Alten. — Dieseck. 9.30: im Anschluß Feier des hl. Abendmahls: Opfer für das syrische Waisenhaus. — Allen-Luscck. 10, 11: hl. Abendmahl; 13.30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Mädchenchor; 13.30: Lollar; hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder. — Hausen-Garbcnlcich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 9 15: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienst; im Anschluß hl. Abendmahl der Alten (Opfer für das syrische Waisenhaus in Jerusalem). — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 14: Pfarrvikar Draudt; 17: Andacht. katholische Gemeinden. Freitag, den 18. April. Karfreitag. Gießen. 7.30 Uhr beginnen die Anbetungsstunden; 9: ..Verstörte Messe" mit Predigt: 18: Andacht. — Lich. 8: Gottesdienst und Predigt; 20: Fastenandacht. — Hungen. 1430: Predigt und Andacht. — Laubach. 8- Gottesdienst und Predigt; 14.30: Andacht. Samstag, den 19.April. Karsamstag. Gießen. 7 Uhr: hl. Weihen; 830: Hochamt; 11: Messe mit Predigt, 14.30, 17.30: Christenlehre und Andacht. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgeme^nde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 19., und Sonntag, den 20. April: Passahfest. Ende. Samstag: Vorabend 7 Uhr; morgens 8.30 Uhr: Predigt; nachmittags 4 Uhr. — Sonntag: Vorabend 8.15 Uhr; morgens 8.30 Uhr; nachmittags 7.45 Uhr; Festesausgang 8.20 Uhr. Israelitische Rellgionvgefellschast. Samstag, den 19. April, und Sonntag, den 20. April: Passahfest-Ende. 7. Tag: Vorabend 7 Uhr; Osttm Aliceschulverein. Eröffnung dcS 3137D Tuvusenrrrrars am 29. Avril 1930. Anerkennung der PrüfungSzeugntsie in Preußen.Ter Vorstand. Annerod „Zur Krone“ Gartenwirtschaft — Eigene Metzgerei und Aptelweinkeltorei 3118D Besitzer: Karl Wallbott Autoverbindung ab Ludwigsplatz Groben Buseck Gasthaus zum Schwanen Bes. August Gerlach Eigene Apfelweinkelterei _______und Metzgerei______2962d Hausen Am Fuße des Schiffenbergs Station Schl ffen berg Gasthaus Adler Gute Verpflegung Besitzer: Frita DOrr. 31170 Tennis (käse Bad-Nauheim Ab Freitag, den 18. April geöffnet! 3113V Hriieim Otassl am Rhein. än prachvoll «direkt am Rbelnl zwilchen ergen nelen. 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Mitglieder vorgeprüfte Rechnung der Kreis» kaffe fowie des Kreiskinderheims Din» g c n h e i m für 1928 Rj., vorbehaltlich der Prüfung durch die Oberrechnungskammer genehmigt und dem Kreiskafferechner Entlastung erteilt. Ebenso wurde der vom Vorsitzenden vorgetragenc Rechenschaftsbericht für 1928 Rj. gebilligt und die Kreditüber- schreitungen in Höhe von 39 439,03 Mark genehmigt. Es wurde nun in die Beratung des Voranschlags des Kreises Büdingen für Rj. 1930 nebst den Sonderooranschlägen für das Kreiswohlfahrtsamt und das Kreisjugendamt sowie des Kreiskinderheims Bingenheim cingetreten. Der Voranschlag, der in Teil 1 „Für den Betrieb" in Einnahme und Ausgabe mit 530 531 Mark (gegenüber dem Vorjahre mit 493 700 Mark) und in Teil 2 Für das Vermögen" mit 70 301,76 Mark (gegenüber dem Vorjahre mit 17 919,46 Mark) abschließt, wurde genehmigt. In Kapitel 6, Titel 4 „Bodenkultur" wurde auf Antrag des Kreisausschußmitglieds H i l d n c r und des Kreistagsmitglieds Wolf für Zinsverbilliaung an Feldbereinigungen der Betrag von 4000 Mark zu Lasten des baren Betrieb skapltals zugesetzt. Infolge des günstigen Rechnungsabschlusses im Rj. 1928 konnte die Umlage für 1930 Rj. um 15 000 Mark gesenkt werden. Die errechneten Steuerausschlagssätze für die endgültigen Kreis- steuern 1929 Rj. sowie für die vorläufigen Kreis- steuern 1930 Rj. wurden einstimmia angenommen. Aus Vorschlag des Kreisausschusses wurden zu Mitgliedern der Kreiskörkommission ge- wählt: Bürgermeister Krug (Heuchelheim), Beige- ordneter Kraft (Bleichenbach), Bürgermeister I a - k o b i (Rohrbach). Zu Stellvertretern wurden bestimmt: August Muller I. (Berstadt), Beigeord- ncter Hopp (Wenings) und Direktor Dr. Helfe r t (Nidda). Die seitherigen Mitglieder des Kuratoriums des Kreiskinderheims Bingenheim wurden einstimmig wiedergewählt. Sitzung des Stadtvorstandes Lauterbach. ^Lauterbach, 12. April. In der letzten öffentlichen Sitzung des Stadtvorstanoes stand als erster Punkt die Fleischbeschau im Schlachthaus zu Lauterbach auf der Tagesordnung. Nach Qlnorönung des Ministeriums des Innern muh in Zukunft die Fleischbeschau im Schlachthaus in Lauterbach durch einen ^Tierarzt ausgeübt werden. Als Fleisch» beschauer wurde bereits Tierarzt Dr. F r i e - d e l bestellt, der für seine seitherige Tätigkeit 50 Proz. der Gruppe 2d als Vergütung erhielt. Nachdem nun Dr. Friedel die gesamte Fleischbeschau ausübt, soll er mit Wirkung vom 1. Februar d. I. eine Vergütung von 70 Proz. der Gruppe 2 d erhalten. Außerdem werden ihm jährlich 14 Tage Urlaub zugesprochen und in Krankheitsfällen der Gehalt auf die Dauer von vier Wochen. Fabrikant Kurt Wegener in Dlihenrod, als Vormund der Freifrau Therese N i e d e s e l zu Die gefiederte Schlange. Vornan von Edgar Wallace. 28 Fortsetzung Nackdntck verboten Cs ist eins der wichtigsten ungeschriebenen Gesetze der Üntertoclt Londons, daß fein bekannter Verbrecher irgendeine Tat in dem Distrikt begeht, wo er wohnt. Gewissermahen als Belohnung für diese Zurückhaltung darf er dort wohnen, ohne dah die Polizei ihm Unannehmlichkeiten macht. Er ist sozusagen ein Gast im Hause des Polizeiinspektors des Bezirks. Er ist mehr oder weniger von polizeilicher Aufsicht befreit und braucht nicht jeden Augenblick zu fürchten, daß man ihn als eine verdächtige Person in Schutzhaft nimmt, um Verbrechen zu verhüten. Offiziell besteht natürlich kein derartiges Uebereintommcn oder auch nur eine Verständigung. Aber in der Praxis geht der Gewohnheitsdieb in andere Distrikte, wenn er gesetzwidrige Taten ausführen will, und vermeidet es ängstlich, sein eigenes Nest zu beschmutzen. .Es tut mir furchtbar leid, Mr. Brown", sagte Jerry bescheiden, „aber ich sollte hundert Pfund für die Sache kriegen, und es war alles für mich vorbereitet. Aber trotzdem habe ich keinen Erfolg gehabt." „Ach, das ist die gewöhnliche Ausrede", fuhr ihn der Inspektor an. „Das ist keine Ausrede, Mr. Drown", sagte Jerry ernst. „Obgleich ich zugeben muh, dah es wie eine recht fadenscheinige Entschuldigung gussieht, stimmt es doch!" And dann erzählte Lightfoot Jerry eine merkwürdige Geschichte. Am vergangenen Morgen, ungefähr um zwölf Ahr, hatte er einen mit Bleistift geschriebenen Brief bekommen, in dem er gefragt wurde, ob er eine Sache unternehmen wollte. Es wurden ihm hundert Pfund als Belohnung dafür versprochen. Wenn er darauf eingehen wollte, sollte er sich mit dieser Nachricht um sechs Ahr abends an der Stelle einfinden. wo die Eifenbahnbrücke die Great West Boad kreuzt. Sein Auftraggeber wollte unter der Brücke auf ihn warten, um ihm weitere Instruktionen zu geben. Am diese Zeit waren weniger. Fußgänger auf der Great West Noad als am Tage, denn sie diente fast ausschließlich bem schnellen Autoverkehr. Dem Brief waren als Handgeld zwei Ein- bfunbnotcn beigefügt. Obwohl Jerry eine List der Polizei vermutete, ging er doch zu der angegebenen Stelle. Er litt wie alle Diebe unter der Einbildung, dah die Polizei nichts anderes 5*1 tun habe, als ihnen Fallen zu stellen. Die Straße war vollständig leer und oer- lassen, aber als er an der Drücke ankam, fuhr Eifenbach, hat die auf deren Namen im Grundbuch zu Lauterbach eingetragene Hypothek in Höhe von 90 000 Wk. auf den 1. Juli d. 3. gekündigt, um höhere Zinsen zu erreichen. Der Stadtvorstand lehnt einen höheren Zinsfuß ab, zumal in der gegenwärtigen Zeit sogar mit einer allgemeinen Senkung der Zinsen zu rechnen ist. und beschließt dementsprechend mit Wegener zu verhandeln. Nach den Ausführungen des Gem.- Äats Höll ist die Kündigung auch als unwirksam zu betrachten, da die Einwllligung des Gegenvormundes vor der ausgesprochenen Kündigung einzuholen ist. Heinrich Krömmelbein VI. hier, in der Kanalstrahe. ist wiederholt an die Stadt heran- getreten, ihm die Errichtung einer Tankstelle vor seinem Hause auf städtischem Gelände zu gestatten, oder ihm das für die Errichtung erforderliche Gelände käuflich zu überlassen. Der Stadtvorstand beharrt nach wie vor auf seinem Beschluß vom 25. Februar d. I., wonach die Genehmigung zur Errichtung einer Tankstelle versagt wird, da genügend Tankstellen in Lauterbach vorhanden sind. Auch zu einem Verkauf des fraglichen Geländes an Krömmelbein kann sich der Stadtvorstand nicht entschließen. Bei Beratung dieses Punktes wird beschlossen, für Tankstellen, soweit sie auf städtischem Gelände errichtet wurden, eine jährliche Pacht von 200 Mark zu erheben. Sodann beschäftigte sich der Stadtvorstand mit Beratung des Voranschlags für das Elektrizitätswerk für das Rj. 1930. Derselbe schließt in Einnahme und Ausgabe mit 110 000 Mark ab. Nach Durchberatung der einzelnen Rubriken wird der Voranschlag genehmigt. Der Bürgermeister gab dann davon Kenntnis, daß die Molkerei durch eine beabsichtigte Modernisierung ihres Betriebes voraussichtlich bedeutend mehr Strom als feiüjet abnehmen wird. Falls dieser Plan verwirklicht werden sollte, wird für die Verstärkung des Ortsnetzes außer dem bereits beschlossenen Gleichrichter voraussichtlich noch ein weiterer Gleichrichter erforderlich. Der Stadtvorstand beschloß dieserhalb, mit Beginn der Ausbauarbeiten des Nordbahnhofsviertels noch zu warten, bis fid)_ die Molkerei über ihre künftigen Pläne endgültig schlüssig geworden ist. Landkreis Giessen. LJ Großen-Lind en, 16. April. Die Jahreshauptversammlung des hiesigen Gesangvereins „Harmonie" sand am Sonntag im Vereinslokal bei Gastwirt Ludwig Faber statt. Der erste Vorsitzende Johannes Leun gab zunächst einen Rückblick auf die Vereinstätigkeit im letzten Jahre und konnte dabei mit Befriedigung feststellen, daß sich die Mitgliederzahl (320) auf derselben Höhe wie seither bewegte. Der Kassenbericht, von dem Rechner Ludwig Velten vorgetragen, zeigte ein sehr günstiges Bild. Die Dorstandswahl ergab die Wiederwahl des gesamten seitherigen Vorstandes. Dieser seht sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Johannes Leun IX.; 2. Vorsitzender Phil. Schmidt II. (beide Herren bekleiden diese Aemter schon 24 Jahre lang); 1. Schriftführer Karl 3 unter; 2. Schriftführer Ludwig Größer VH.; Rechner Ludwig Velten XL, sowie mehrere Beisitzer. Für den 18. Mai wurde ein Familienausflug nach dem Gleiberg beschlossen. Der Verein steht seit 3ahren unter der bewährten Leitung des Chormeisters Wilhelm Schüttler, Gießen, und gehört dem Hessischen Sängerbund an. # Obbornhofen, 16. April. Ein eigenartiger Transport ging gestern durch unser Dorf. Der große Löffelbagger der ehemaligen Grube „Friedrich" in Trais-Horloff wurde mittelst eigener Kraft nach feiner neuen Destimmungsstätte Wölfersheim befördert. Das ein Wagen dicht an die Bordschwelle heran, und ein Mann stieg aus. Ich konnte fein Gesicht nicht sehen, und ich würde ihn auch nicht wiedererkennen, selbst wenn man mir zehntausend Pfund als Belohnung verspräche," sagte er ganz offen. „Er erklärte mir, was ich zu tun hätte, und sagte mir auch, daß Leitern über die Mauer gehängt würden und alles für mich vorbereitet fein sollte. Er gab mir einen Plan des Hauses, in dem das Zimmer dieses Herr:, eingezeichnet war. Ich hatte nur eine Börse mit einem Schlüssel zu nehmen." „War da nicht eine Million Pfund Sterling darin?" fragte der Inspektor sarkastisch. „Ein Schlüssel sollte darin sein — das ist alles, was ich weih." Der Mann blieb bei seiner Aussage. „Nun hören Sie, Inspektor. Sie denken, dah ich Ihnen einen Bären ausbinden will — aber es gibt in London einen ganz Großen, der uns alten Kerle benützt und gut bezahlt. Ich weih nur das eine von ihm, dah er manchmal in einem Mietauto fährt." Er war nicht von feiner hartnäckigen Behauptung abzubringen, daß in der Hauptstadt ein reicher, früherer Sträfling lebt, der stets dem rechten Mann die rechte Aufgabe gab. Niemals wurde der Name der Leute bekannt, die er so engagierte. Peter nahm den Inspektor beiseite, der noch immer zweifelte. „Ich glaube. Eie mühten Elarke diese Sache mittellen," sagte er ernst. „Ich bin fest davon überzeugt, daß es ein Verbrechen ist, das mit der gefieberten Schlange zusammenhängt." Der Inspektor nickte. „Ich kenne Lightfoot schon feit langen Jahren —" Er zögerte. Oberinspektor Clarke war ein Mann, mit dem man. rechnen muhte. Er war an demselben Morgen zum Distriktsoberinspektor befördert worden und hatte seinen eigenen Bezirk bekommen. Es gibt vier große Beamte in der Polizeidirektion von London, von denen jeder einen Distrikt der Hauptstadt nettoalteL Der Polizeiinspektor ging in sein kleines Bureau, und Peter hörte, daß er telephonierte. Nach fünf Minuten erschien er wieder. „Mr. Clarke kommt her, um diesen Mann zu sehen," sagte er sehr ernst. „Er glaubt, daß Ihre Vermutung richtig ist. Auch er hält den ganz Grohen für die gefiederte Schlange." Plötzlich kam Peter ein Gedanke, und er bat um die Erlaubnis, einige Fragen an Jerry stellen zu dürfen. Aber in diesem Punkt war der Inspektor unerbittlich. Jerry blieb in seiner Zelle, und erst als Clarke eine Stunde später ankam, konnte Peter seine Fragen anbringen. Der Gefangene wurde aus dem Schlaf gestört und ins Bureau des Polizeiinspektors gebracht. Er war natürlich m schlechter Stimmung, aber über 1200 Zentner schwere Ungetüm nahm bei seinen gewaltigen Ausmaßen fast die ganze Strahenbreite ein. Besonders schwierig gestattete sich die Durchfahrt durch unsere Dorfstraßen. Es muhten besondere Vorkehrungen getroffen werden. um das Beschädigen der Fernsprech- und elektrischen Lichtleitungen zu verhüten. Auf zwei etwa dreiviertel Meter breiten Raupenschleppern bewegte sich der Bagger verhältniSmähig langsam vorwärts; für den etwa 12 Kilometer langen Weg von Trais-Horloff nach Wölfersheim werden fast volle vier Tage gebraucht. Diese merkwürdige Beförderungsart lockte alle Dorfeinwoh- ncr als Zuschauer herbei. Kreis Büdingen. ch Büdingen, 16.Avril. Es ist geplant, in der Neuwiese. Gemarkung Büdingen, die von dem Ingenieur F. W. Farr aus Fulda und dem Fisch^üchter Jakob Katz aus Schmalnau, Kreis Gersfeld, käuflich erworben wurde, eine Fisch- züchterei einzurichten. Die gesamte Neuwiese mit insgesamt 72 240 Quadratmeter Flächeninhalt soll in 49 einzelne Fischteiche eingeteilt werden, die von Zuflüssen aus dem Seemenbach und der Flattersbach gespeist werden sollen. Die ganze Fischzüchterei soll auf Forellenzuch t eingerichtet werden. △ Nidda, 16. April. Gestern mittag stieß hier mitten in der Stadt, Ecke Bahnhofstraße — Neue Straße, das Auto eines hiesigen Geschäftsmannes mit dem Personenwagen eines Detriebsbesihers in Ober-Wid- dersheim zusammen. Glücklicherweise hatten beide Fahrer eine sehr gemäßigte Geschwindigkeit, so daß nur das eine Auto größere Beschädigungen erlitt und die beiden Wagenlenker mit dem Schrecken davonkamen. Kreis Schotten. cp Schotten, 15. April. Nach langem, schwerem Leiben verstarb hier im Alter von fast 77 Jahren der frühere 2. Schottener Pfarrer Heinrich Muhl. Von den 44 Jahren, die er im Dienst der Evangelischen Landeskirche verbrachte, entfielen 42 Jahre auf seine Tätigkeit im Dekanat bzw. Kreis Schotten. Von 1832 bis 1906 betreute er das große Kirchspiel Dodenhausen ll, von 1906 bis zu seiner im Jahre 1924 erfolgten Versetzung in den Ruhestand war er zweiter Pfarrer in unserer Stadt und Seelsorger der Gemeinden Rainrod und Rudingshain. Wegen seines aufrechten und freundlichen Wesens, mit welchem große Treue und Gewissenhafttgkeit in feiner Amtsführung verbunden waren, erfreute er sich allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung in den von ihm bedienten Gemeinden. Kreis Alsfeld. * Nieder-Gemünden, 15. April. Die VvlkSnationale Reichsvereinigung beginnt jetzt auch im Kreise Alsfeld festen Fuß zu fassen. Am Sonntag sprachen in mehreren Dörfern unseres Kreises, so in Elpenrod, Ehringshausen, Burggemünden und hier, verschiedene Redner über das „Wollen der Volksnattonalen Reichsvereinigung". Hier ertlärten sich eine Anzahl Männer bereit, als Ortsgruppe im Sinne Der Volksnattonalen Reichsvereinigung zu arbeiten. In den anderen Orten steht die Gründung der Ortsgruppen nahe bevor. Preußen. Eine Jalschgeldfabrik aufgehoben. WSN. Frankfurt a. M., 16. April. Der Frankfurter Kriminalpolizei gelang am Dienstag ein guter Fang. Ein etwa 30 Jahre alter Mann, der an einem Wasserhäuschen zehn Zigaretten mit einem Fünfmark stück bezahlte, wurde angehalten, da der Verdacht bestand, dah es er war ärgerlicher über die Unterbrechung feines Schlafes als über seine Gefangennahme. „Sie haben doch gesessen, Jerry?" fragte Peter. Der Mann stimmte widerwillig zu. „Haben Sie einen Mann mit Namen William Lane gekannt?" Lightfoot Jerry überlegte. „Ja — ich habe ihn in Dartmoor gesehen. Er war in der Abteilung D, aber ich gehörte zur Abteilung A. Er sah, weil et falsche Banknoten gedruckt hatte." „Hoben Sie mit ihm gesprochen?" Jerry schüttelte den Kopf. „Nie im Leben. Er arbeitete bei den SchuH- machern, zusammen mit Harry, dem Vagabunden, und dem kleinen Hugg. Er war einmal mit mir im Hospital zusammen, aber ich Lag im Erdgeschoß, und so hatte ich keine Möglichkeit, ihn zu sprechen." „Glauben Sie, daß er es war, der Ihnen den Auftrag unter der Eifenbahnbrücke gab?“ forschte Peter weiter. Jerry überlegte. „Nein... und doch könnte es fein. Ich habe Lane niemals sprechen hören, und soviel ich weih, hat er überhaupt nicht viel gesprochen. Ich sah ihn ein- oder zweimal in der Kirche und bei den Schuhmachern. Sonst war ich fast immer im Back- und Waschhaus beschäftigt." Als Jerry wieder in seiner Zelle war, nahm Clarke, der während des ganzen Verhörs geschwiegen hatte, Peter am Arm und ging mit ihm auf die Straße. „Was wollte der Mensch aus Ihrem Zimmer holen?“ Peter war in die Enge getrieben und sah ein, dah er jetzt sein Geheimnis nicht länger hüten formte. „Er wollte einen Schlüssel und eine Geheimschrift holen." Kurz enttchlossen zog er die Börse aus feiner Tasche. „Ich will Ihnen nicht erzählen, wie sie in meinen Besitz kam, weil dadurch noch jemand anders belastet würde. 3oe Farmer trug diesen Schlüssel stets bei sich. Ich glaube aber nicht, dah Sie durch seinen Besitz irgendwie weitere 2LufGärungen erhalten" Sie gingen zur Polizeistatton zurück und Clarke besichtigte den Streifen Papier, der bei dem Schlüssel war. „Gucumatz ist das Wort," sagte Peter. „Die alten Azteken bezeichneten damit die gefieberte Schlange. Der Schlüssel hat mich etwas Derblüfft Wenn ich wüßte, was er zu bedeuten hat, würde es wohl kein Geheimnis der gefiederten Schlange mehr geben Aber so wie die Sachen jetzt liegen, bin ich ebensoweit von einer Lösung entfernt wie jemals." Clarke besah den Schlüssel von allen Seiten, nahm em Vergrößerungsglas und suchte, die auSgef eilten Buchstaben zu entziffern. Aber er gestand, daß auch er ratlos lei. Donnerstag, 17. April 1950 sich um ein Falsifikat handelte. Tatsächlich fand die Kriminalpolizei, die sich sofort mit dem Mann zu befassen hatte, unter den Kleidern verborgen einige weitere Falsch stücke und ermittelte in seiner Wohnung in der Den vergässe einen großen Koffer, der alles notwendige Material zur Herstellung von Falschgeld, u. a. auch Batterien und Säuren zur Galvanisierung der Stücke, enthielt. Der Wann, der G o t he heißt, im Jahre 1899 in Wingen i. Elsaß geboren ist und sich als Ingenieur bezeichnet, leugnete zunächst, gab aber schließlich zu, seit 1927 ungefähr 500 Derartige Falschstücke hergestellt und in den Der- fefcr gebracht zu haben. Kreis Wetzlar. Z St r o f b o r f. 16. Aprll. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Ärof- dors-Gleiberg wurde beschlossen, die von dem Bürgermeister nach den Vorschriften des Kommunalabgabengesetzes und den Wünschen der Aussichtsbehörde ausgearbeiteten Ordnungen über die Erhebung von Wasserzins und von Kanalgebühren anzunehmen. — Der kürzlich gefaßte Beschluß auf öffentliche Verhandlung der Stundungsgefuche für Gemeindeabgaben wurde, um das den Steuerpflichtigen gesetzlich garantierte Steuergeheimnis zu wahren, wieder aufgehoben. — Arbeitsvergebungen der Gemeinde sollen nur noch an solche Gewerbetreibende erfolgen, die vor der ZuschlagSerteilung ihr Gewerbe bei den Berufsgenossenschaften, der Handwerkskammer und den Steuerbehörden angemeldet haben. — Die Pfla st erarbeiten bei der neuen Schule sollen infolge der in den Angeboten bestehenden Unklarheiten nochmals ausgeschrieben werden. Verschiedene Wasserleitungsanschlüsse werden an zwei einheimische Gewerbetreibende übertragen. — Die Besitzer der in den letzten Jahren in hiesiger Gemeinde neu erbauten Häuser fjaben den Antrag gestellt, ihnen die auf den Neubauten lastende Gemeindesteuer auf einige Jahre zu erlassen, wie dies in dem preußischen Grundvermögenssteuergeseh bezüglich der staatlichen Steuer festgelegt ist. Der Antrag wurde zunächst zur weiteren Beratung einer Kommission überwiesen. — Die Elektrizitätswerke Gießen, welche die hiesige Gemeinde mit Strom versorgen, beabsichtigen, von dem TranS- sormatorenhaus bei der Oberförsterei hier nach der beim Rathaus stehenden Umsormstation eine unterirdische Hochspannungsleitung bet Hauptstraße entlang zu verlegen. Dadurch wird die von der Sßumbftation deS Wasserwerks gehende, durch die Wihmarer Straße in gefährlicher Nähe der Häuser führende Hochspannungsleitung überflüssig und abgebaut. Die Gemeinde ist mit der Verlegung durch den Dürgerfteig der Hauptstraße einverstanden. Die ordnungsmäßige Wiederherstellung der Bürgersteige und des Pflasters haben allerdings die Elektrizitätswerke ausführen zu lassen. — Die Aufrechterhaltung der Vorschriften über die Wohnungszwangs- wir ts chaf t hält die Vertretung nicht mehr für erforderlich. ch Krofdorf, 14. April. Zwecks Erfassung neuer Quellen zur Behebung des Wassermangels in hiesiger Gemeinde sind in den letzten Wochen an verschiedenen Stellen der Wiesen am Launsbacher Wald Bohrversuche gemacht worden, die endlich zu einem günstigen Resultat führten. In einer Tiefe von ungefähr 8 Meter stieß man auf wasserführende Schichten, deren Ergiebigkeit so stark ist, dah man nun Wasser in genügender Menge zu fassen glaubt. Ein 48sttin- diges ununterbrochenes Probepumpen unter genauer Kontrolle forderte eine Wassermenge von über 200 Kubikmeter pro 24 Stunden zutage. — Die Bautätigkeit in unserem Ort ist seit der Stabilisierung Der Mark sehr rege. Infolgedessen hat der Wohnungsmangel stark nachgelassen. „Haben Sie sich schon irgendeine Theorie zn- rechtgelegt?" fragte er dann. Peter schüttelte den Kopf. „Der Fall entwickelt sich in einer solchen Richtung und wird so mysteriös, dah ich, ohne roman- ttsch zu fein, wohl behaupten darf, dah dies der Schlüssel zu einem Kasten mit wichtigen Dokumenten ift Trotzdem lehne ich mich gegen eine solche Theorie auf.“ „Er sieht mir mehr nach einem Türschlüssel aus, nur ist er etwas Hein hierfür." Clarke steckte den Schlüssel in die 'Börse und schob beides in die Tasche. „Sie wissen viel mehr über diesen Fall als Sie mir erzählt haben, Dewin. Aber ich hoffe, daß ich die Tür entdecke, die durch diesen Schlüssel geöffnet werden kann. Dann ist das Rätsel gelöst, und Sie sind geschlagen!" Um hall» sechs kam Peter nach Hause, aber er konnte sich nicht entschließen, sich schla'en zu legen. Er nahm ein Bad und rasierte sich, machte dann aber doch den bösen Fehler, dah er sich f)a(b ungezogen zu einer ganz kurzen Ruhe aufs Bett legte... Er wachte erst wieder auf, als der Gong zum Mittagessen ertönte. 18. Es bedarf des Hauches des Bizarren an einem Menschen oder einer Tat, um das vollständige Interesse einer grohen Stadt wachzurusen. Die Andeutung des grausamen Geheimnisses der gefiederten Schlange war es auch, die den Mord an Farmer aus der Alltäglichkeit heraushob und wichtig machte. In etwas mehr als vierundzwanzig Stunden wußte ganz London von der unbehaglichen Tatsache, dah irgendwo mitten in der Stadt eine Geheimorganisation existierte, die rücksichtslose Methoden verfolgte und teuflische Verschwörungen plante. Obwohl die Zeitungen nur zwischen Den Zeilen darauf hinwiesen, daß es die Ausgabe der gefieberten Schlange zu fein schien, Rache an einigen Mitgliedern der Gesellschaft zu nehmen, sickerte doch das Gerücht durch, daß eine bekannte Schauspielerin zu den Bedrohten gehörte. Dadurch wurde der Fall natürlich noch interessanter und gewann an Bedeutung. Peter ging zu feinem Bureau, wo er den Nachrichtenredakteur im Gespräch mit Hugg vorfand. Das erste, was ihm an dem kleinen Mann auffiel, war sein außerordentlich gutes Aussehen. Er trug einen modernen Anzug, sein Kragen und seine Krawatte waren sichtlich neu. Außerdem batte er sich den Luxus geleistet, sich rasieren zu lassen und unter dem Arm trug er einen eingerollten Regenschirm. LZortjetzung folgt) Turnen, Sport und Spiel. Ore Frankfurter Osterrennen. Das neue Frankfurter Rennjahr wird mit dem ersten Osterfeiertag beginnen. Wie alljährlich, umfaßt auch Heuer das Frühjahrs-Meeting des Frankfurter Rennklubs drei Renntage, die am ersten und zweiten Feiertag und am Sonntag nach Ostern auf der Rennbahn in Riederrad abgehalten werden.' An jedem der drei Renntage kommt ein gemischtes Programm zur Abwicklung, das aus drei Hindernis- und drei Flachrennen zusammengesetzt ist. Die beiden ersten Tage sind den Berufsreitern Vorbehalten, während der letzte Renntag in den Hindernis-Konkurrenzen die Herrenreiter im Sattel sieht. Lange und kurze Jagdrennen, Flachrennen über alle Distanzen, die mit Ausgleichen und Altersgewichtsrennen eine vielseitige Abwechslung bieten, dazu ein Berlosungsrennen, das am zweiten Osterfeiertag zur Entscheidung kommt und dessen Sieger oder an dessen Stelle 1200 Mark in bar verlost werden, woran jeder Besucher ohne weiteres durch das zur Eintrittskarte gehörende Freilos teilnimmt, bieten eine Fülle von Abwechslung. Für die drei Tage sind insgesamt 316 Rennungen abgegeben worden. Außer den stets in Frankfurt vertretenen Ställen und heimischen Farben, zu denen die rot und blau geteilte Zacke der Frau 3. v. Opel gehören, werden die Ställe Reinicke, F. Sträter, v. Lotzbeck, Falkenberg, Florian Geyer, Stall Halma, Dr. H. Heß, Baumgärtner, v. Dippe, v. Klitzing, von Bonin, H. Weber und Gestüt Lechhof sich mit mehreren Pferden beteiligen, so daß die sportliche Seite voll gelungen erscheint. Um bei besonders großen Feldern dem Wetter eine bessere Gewinnchance zu geben, werden fortan bei Feldern von mehr als 12 Pferden vier Plahgelder vom Totalisator ausgezahlt werden, d. h. daß. in diesem Falle für das als viertes eingekommene Pferd ebenfalls eine Platzquote ausgezahlt wird. Arbeiter-Turn- und Sportbund Am Karfreitag hat die erste Mannschaft W i e s e ck zu einer fälligen Rückspielverpflichtung die erste Mannschaft von Fichte, Hanau, zu Gast. Die Gäste, die in der Kreisklasse spielten, stellen eine gute Mannschaft ins Feld. 3m Borspiel unterlag Wieseck seinerzeit mit 7:0 Toren. Auch in diesem Spiel wird sich Wieseck sehr anstrengen müssen, wenn es auch auf eigenem Platze nicht eine hohe Riederlage erleiden will. Borher hat Wiesecklb sich die erste Mannschaft Hungens zum Freundschaftsspiel verpflichtet. Hier werden die Einheimischen wohl die Besseren sein und die Gäste mit einer Riederlage heimschicken. Den Beginn machen die Handballer des Ber- eins, welche die Handballmannschaft Krofdorfs zu einem Freundschaftsspiel zum Gegner haben. Wirtschaft. Oie Deutsche Reichsbahn im März. Die Entwicklung des Güterverkehrs der Reichsbahn im März enttäuschte. Die der 3ah- reszeit entsprechende Belebung machte sich nur in einer mäßigen Steigerung des Versands von Düngemitteln, Saatgut, lebenden Pflanzen, Bau- • stoffen, Getreide, Südfrüchten usw. bemerkbar. - Die technischen Maßnahmen, die man ergriff, trugen neben den tarifarischen wesentlich dazu bei, der weiteren Ausdehnung des L a st k r a f t- wagenwettbewerbs entgegenzutreten. Trotzdem wurde der Lastkraftwagen vor allem auch im Fernverkehr in steigendem Umfange beobachtet. Der Personenverkehr belebte sich im März durch stärkeres Anziehen des Wochenend- und Sonntagsausflugverkehrs. Der'Berufsverkehr gestaltete sich infolge der, wenn auch nur geringen Abnahrre der Arbeitslosenziffern zum Teil lebhafter. Wenn trotzdem auch der Personenverkehr dem Vorjahre gegenüber zu- rückblieb, so dürfte das zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß im Vorjahr der Beginn des Osterfestes noch in den März fiel. Die erzielten Gesamteinnahmen blieben erheblich hinter den Erwartungen zurück. Verglichen mit der gleichen -Zeit des Vorjahres ergibt sich in den beiden ersten Monaten des Geschäftsjahres nunmehr ein Cinnahmeaus- f a l l von rund 5 5 Millionen Mark. Auf der Ausgabenseite mußten aus diesem Anlaß umfangreiche Sparmaßnahmen auf dem Ser deutsche Außenhandel im Alärz. Die deutsche Auhenhandelsstatistik schließt für den Monat März mit einem Lieber schuh der Ausfuhr über die Einfuhr von 220 Mill. Mark ab. Die Ausfuhr stieg gegenüber Februar um rund 80 Mill. Mark, die Einfuhr ist sich ungefähr gleichgeblieben: 883,6 Mill. Mark im März gegen 880,6 Mill. Mark (nach Absetzung des Zollabrechnungsverkehrs) im Februar. Die Ausfuhr ft eigerung entspricht annähernd der größeren Anzahl von Tagen im Monat März, das Gleichbleiben der Einfuhr verwandelt sich unter diesem Gesichtspunkt in eine stärkere Einfuhrsenkung. Auf den Tag umgerechnet ergeben sich bei der Ausfuhr für Februar 36,6 Mill. Mark, für März 35,6 Mill. Mark, bei der Einfuhr für Februar 31,4 Mill. Mark, für März 28,5 Mill. Mark. Die tatsächliche Einfuhr für März liegt ebenso wie schon für die Monate 3anuar und Februar infolge des noch nicht gemeldeten Zollabrech- nungsverkehrs um 50 Mill. Mark hoher als ausgewiescn. Der Aktivsaldo der Handelsbilanz im März beläuft sich also auf rund 170 Mill. Mk. Für das erste Vierteljahr 1930 ergibt sich damit, nach Berücksichtigung der durch die Zollabrechnungen erforderlichen Korrekturen, ein Ausfuhrüberschuß des deutschen Außenhandels von rund 230 Mill. Mark. Die Steigerung der A u s f u h r im März wird nahezu ausschließlich durch die Erhöhung der Ausfuhr von Fertigwaren bewirkt. Diese stieg von Februar auf März um 77,6 Mill. Mk. Bei Berücksichtigung des Unterschiedes in der Länge der beiden Monate bedeutet dies, daß sich die Fertigwarenausfuhr im März ungefähr auf derselben Höhe wie im Februar gehalten hat, während die Ausfuhr von Lebensmitteln, Getränken, Rohstoffen und halbfertigen Waren sich zahlenmäßig gleichgeblieben, also tatsächlich zurückgegangen ist. Das Sichgleichbleiben der Einfuhr, das bei Berücksichtigung des Tagesunterschieds als Absinken zu werten ist, gilt nicht für alle Warengruppen. Vielmehr stellt sich das Ergebnis als ein Ausgleich zwischen einer rückläufigen Bewegung der Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen und einer Zunahme der Einfuhr von Fertigwaren dar. Die Lebensmitteleinfuhr sank um rund 20 Mill. Mark, die Rohstoffeinfuhr blieb sich gleich (sank also im Tagesdurchschnitt), während die Fertigwareneinfuhr um mehr als 23 Mill. Mark stieg. 3n der Gruppe Lebensmittel setzte Weizen mit — 25,8 Mill. Mk. seine bereits im Februar in Erscheinung getretene rückläufige Bewegung fort und gleicht damit die Einfuhrüber- höhungen im 3anuar und Februar, soweit sie durch die Zolländerung und die Zollabrechnungen bedingt waren, zum Teil wieder aus. Eine nennenswerte Zunahme zeigen nur Südfrüchte mit 3,5 Mill. Mk. Schaltet man den Einfluß der Zollabrechnungen, soweit wie möglich, aus den Ergebnissen aus, so ergibt sich bei der Gruppe Lebensrnittel eine stärkere Mindereinfuhr insbesondere für Eier: 4 Mill. Mk., Gerste 3,8 Mill. Mk., Kaffee: 4,1 Mill. Mk., Fische und Fischzubereitungen: 3,4 Mill. Mk., Weizen: 24,4 Mill. Mk. Die zahlenmäßige Abnahme bei der Einfuhr von RohstoffenundhalbfertigenWa- ren verteilt sich auf eine Reihe von Warrn und erscheint bedeutend nur bei Mineralölen (— 23,3 Mill. Mk.). Sie ist in Wirklichkeit nicht so groß, wenn man auch hier den Einfluß der Zollabrechnungen (mit — 17,5 Mill. Mk.) ausschaltet, die bei dieser Ware im 3anuar und Februar eine besonders große Rolle spielten. Eine bemerkenswerte Zunahme zeigen nur Oelfrüchte Und Oel- saaten mit 10,8 Mill. Mk. Bei der Ausfuhr zeigen in der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren eine bemerkenswerte Zunahme Felle zu Pelzwerk (+ 4,5 Millionen Mark). Von den Waren, die eine Abnahme der Ausfuhr zeigen, ist Kupfer zu erwähnen (— 5,1 Millionen Mqrk). Bei der Fertigwarenausfuhr verteilt sich die Zunahme auf eine große Anzahl von Gruppen, insbesondere sind daran beteiligt Pelze und Pelzwaren (4- 7,9 Mill. Mk.), Maschinen (4- 7,1 Mill. Mk.), Kleidung und Wäsche (+ 6,3 Mill. Mark), Stab- und Formeisen (4- 5,4 Mill. Mk.), sonstige Eisenwaren (4- 4,1 Mill. Mk.), baumwollene Gewebe (+ 4,5 Mill. Mk.). Die Reparations - Sachlieferungen sind in der Ausfuhr mit 61,2 Millionen Mark vertreten gegen 64,5 Millionen Mark im Vormonat. Es werden mithin 3,3 Millionen Mark weniger als im Februar nachgewiesen. Dabei entfällt auf den Abschnitt III: Rohstoffe und halbfertige Waren eine Mehrausfuhr von 3,3 Millionen Mark und auf den Abschnitt IV: Fertigwaren eine Minderausfuhr von 6,1 Millionen Mark. Personal- und Sachgebiet eingeleitet werden, durch die insbesondere die Betriebs- und Verkehrsleistungen dem gesunkenen Verkehr angepaßt werden sollen. Die fällige Monatsrate für den Dienst derReparationsschuldverschrei- bun gen wurde ordnungsmäßig am Fälligkeitstage geleistet. Der Personalbestand betrug im Februar 1930 668 970 (im 3anuar 1930 671 190) Köpfe. Die Vorarbeiten für den Bau der Rheinbrücke bei Mannheim-Ludwigshafen sind soweit gefördert, daß mit dem Bau demnächst begonnen wird. Außerdem ist eine größere Anzahl von Drücken» verstärkungen und »crncuerungen eingeleitet worden. Die aussührlichen Entwürfe für die Rheinbrücken bei Rheinkafsel und Maxau sind in Arbeit. * * Detriebseinschränkungen im 3n- dustriegebiet. Die AG. Phönix für Bergbau und Hüttenbetrieb mußte auf Grund der schlechten Beschäftigungslage zu weiteren Betriebseinschränkungen schreiten, die sich auf einen Hochofen, auf eine Koksofenanlage, auf ein Drahtwalzwerk, auf Stahl- und Feinwalzwerkstraßen und auf die Dampfzentrale erstrecken. Von diesen Maßnahmen werben etwa 360 Arbeiter betroffen. Wann diese zur Entlassung kommen, steht noch nicht fest. Die Zeche Ewald in Herten und die Möller-Rheinbaben-Schächte haben beim Stillegungskommissar in Dortmund Antrag auf Entlassung von 300 bzw. 370 Bergarbeitern gestellt. * Arbeiterentlassungen im Siemens-Konzern. Zu den Pressemeldungen über Arbeiterentlassungen im Siemens-Konzern erfährt WTB.-Handelsdienst, daß Siemens & Halske im Einvernehmen mit der Gewerbeaufsichtsbehörde unter Berücksichtigung der derzeitigen Geschäftslage hauptsächlich auf dem Gebiet des Fernsprechwesens die Genehmigung erhalten hat, in den nächsten Wochen bis zu 2000 Mann entsprechend dem Rückgang der 2lufträge zu entlassen. • Llmwandlung der Wiesbadener städtischen Werke in eine 21©. Die städtischen Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke in Wiesbaden werden nach einem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung in eine kommunale AG. mit 20 Mill. Mark Grundkapital um- gewandelt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 17. April. Tendenz: still. Die letzte Börse vor den Feiertagen eröffnete im Zusammenhang mit der anhaltenden Orderlosig- keit in sehr stiller Haltung. Die Bestätigung der Arbeiterentlassungen bei Siemens und auch Der geplante Personalabbau bei der Reichsbahn führten zu einer verstärkten Zurückhaltung, so daß das Geschäft zeitweise vollkommen ins Stöcken kam. Anregungen waren kaum vorhanden. Rur der 2Iusfuhrüberschuh im Monat März von 170 Millionen Mark und die weiter günstigen Geldmarktverhältnisse gaben dem Grundton der Börse Widerstandskraft. Doch schritt die Spekulation später in Spezialaktien zu Deckungen: angebliche Ausland^ufe gaben hierzu einen Ansporn, und die Tendenz nahm freundlichere Formen an, ohne daß sich im großen und ganzen das Geschäft wesentlicher hätte beleben können. Gegenüber den Kursen der gestrigen 2lbendbörse ergaben sich bei den wenigen und schleppend zustande gekommenen Erstnotierungen überwiegend Reine Besserungen. Lebhaftes 3nteresse zeigten Kaliwerte bei weiter guten Absatzziffern: Westeregeln konnten 2,5 Prozent gewinnen. Das Geschäft war aber nicht umfangreich. Chadeaktien lagen bis zu 0,5 Proz. fester. Am Clektromarkt wurden Siemens-Aktien von der beabsichtigten Arbeiterentlassung kaum mehr berührt. Siemens gewannen 1,25 Prozent. Lechwerke und 21. E. G. lagen gut behauptet. Zement Heidelberg waren trotz deS ziemlich stark gestiegenen Zementabsatzes eher angeboten und leicht gedrückt. Für Holzmann machte sich einige Rachfrage geltend. Am Montanmarkt waren die Kurse unverändert etwas höher. Rur Mansfelder waren stark angeboten: eine Erstnotiz kam nicht zustande, doch liegt dieses Papier auf die letzte Kupferbaisse schätzungsweise 5,5 Prozent niedriger. Kunstseideaktien waren bis 1,5 Prozent höher. Schiffahrtswerte leicht befestigt. Banken neigten eher etwas zur Schwäche. Renten still. Deutsche Anleihen leicht anziehend. Der günstige Reichsbankausweis fand im Verlaufe wohl etwas Beachtung: das Geschäft blieb aber auch weiter gering, die Kulisse schritt vereinzelt zu Realisationen, und das Kursniveau senkte sich gegen den Anfang etwas. Die Stimmung blieb aber freundlich. Kaliwerte weiter befestigt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 Prozent etwas angespannter. 21m Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1907, gegen Eßt mehr Roggenbrot! Pfund 20,3750, London gegen Kabel 4,861 750, gegen Paris 124,03, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 38,25, gegen Schweiz 25,0813, gegen Holland 12,0890. Berliner Börse. Berlin, 17. April. Für die letzte Börse vor der Unterbrechung des Geschäftsverkehrs zu Ostern hatte man mit einer nennenswerten Belebung nicht mehr gerechnet. 3m Vormittagsverkehr und an der Vorbörfe zeigte sich eine recht freundliche Grund st immun g, obwohl bei verschiedenen Gesellschaften, so z. D. bet der Reichsbahn, dem Stahlverein, Phönix und im Ruhrgebiet Arbeiterentkafsungen stattfinden sollen. Etwas gesuchter lagen ReichsbahnvoiHugS- aftien auf den bevorstehenden Abschluß. uno am Polyphonmarkt wurde die Dezugsrechtangelegen- 6eit wesentlich ruhiger beurteilt. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs lagen Orders kaum vor. Es kam im allgemeinen nur zu kleinen Abweichungen nach beiden Seiten gegenüber dem gestrigen Schluß. Etwas Auslandinteresse bestand für Elektro- und Kunstseidepapiere, bei denen einige günstige Momente anregten. Bemerkenswert fest eröffneten Schubert & Salzer plus 4 Prozent. Reichsbank plus 2 Prozent, Schlesische Textil plus 1,60 Prozent und Svenska plus 2 Mark. Die Kupferbaisse wirkte sich heute bei Mansfeld minus 4,5 Prozent stärker aus. Auch Otavi verloren 0,50 Mark. 3m übrigen sind Riebeck Montan minus 2,25 Prozent und Schultheis minus 1,75 Prozent als stärker gedrückt zu erwähnen. Deutsche Anleihen waren wenig verändert. Bon Ausländern Mexikaner, Bosnier und Ungarn etwas höher. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt war weiter versteift. Tagesgeld 3,5 bis 6 Prozent; Monatsgeld 5,5 bis 6,5 Prozent: Warenwechsel etwa 4,75 Proz. 3m Verlaufe wurde es, ausgehend von Kali- werten, bei denen Salzdetfurth 6,5 Prozent, die übrigen gewannen etwa 2 Prozent, lebhafter und fester. Der Reichsbankausweis per 15. April bot mit einer Gesamtentlastung um 267,4 Millionen eine stärkere Anregung. 3m einzelnen haben sich Wechsel und Schecks um 261,3 Millionen, die umlauf enden Roten um 258,7 Millionen Mark verringert, während die Giroguthaben eine Zunahme von 118,6 Millionen erfuhren. Die Deckung besserte sich um 3,5 Prozent bzw. 4,1 Prozent. 3n Schiffahrtswerten, 2ltu und Altbesitzanleihe blieb das Geschäft ziemlich lebhaft: die Besserungen gingen gegen Anfang bis zu 1 Prozent. Svenska gewannen 3 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17.Aprij. Auftrieb: 1184 Kälber, 69 Schafe, 119 Schweine. Es notierten; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 77 bis 82 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 76 Mark, geringe Kälber 60 bis 69 Mark. — Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkaukt: Schafe und Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne belgefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloftenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. ^ranlfurt a. Ul. Serlln Schluß« I lurs 1«Uhr« Äun Schluß« lur-i Anfang« fiuni Datum 16 4 17 4. 16 4 17 4 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 7% Deutsche Reichsanleihk 87,1 — 87 - von 1929 Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit — — 100,6 — Auslof.-Rechten 55,85 56,25 55,65 56 Desgl. ohne Auslos.-Rechte 8% Heh. Bolts,',aal von 1929 11.05 11.1 11,1 11,13 crürhahlb. 102%) Oberheilen Provinz - Anleihe mit 94,5 — 95 93.75 Ausloi.-Rechien Teutiche Romm Sammelabl. 52 — - — Anleihe Serie 1 8% -"Vrantf Hyp.-Banf Goldpfe. 53,5 — 53,3 — XIII untündbar bis 1931 7% fitanff Hyp.-Bant Goldpfe 98 — 72,5 — unkündbar bis 1932 21.6.®........... . 8 175.75 175,75 175,9 175,5 Bergmann........ . 9 — — 197 190 Eleltr. Lieserungsgesellschaft. 10 164 164 164 Licht und Kraft 10 — —— 173 173 Seiten & Guilleaume iVt 129 — -130 128,5 Gefellfchast für Elektrifche Unternehmungen 10 180 — 180,25 181 Hamburger ElekttizitätS-Werle 10 — — 138,75 — Rheinifche Elettrizität , . . . 9 — •— — Schlesische Eleltrizität. . . . 10 — — 176,5 177 Schuckert L Co. ..... 11 190 — 191 191,5 Siemen« & Halste . • • • • 16 256 257.5 255,5 256,5 Transravio . ...... . 8 — — - —- Labmever L Co.. . . . . . 10 171 — 171,25 — Buderus ...... . 6 72 — 72,25 73.5 Deutsche Erdöl ...... . 6 102 102 Essener Steinkohle . • • • . . 8 — — 143,9 Gelsentirchene» ...... . 8 140,75 — 141,25 125 141.25 Harpenei ...... . 0 125 — 125 Hoesch Eilen. ....... 6'/? — 113 — ?l>Ie Bergbau ...... 10 — —- 231.5 232 — — 104 103,6 Rbln-Neuesfen .... . 7 — — 111,4 111 Mannesmann-Röhrea ... . 7 108,75 — 109 109 Mansfelder Bergbau .... . 7 — 101,5 97 Oberschles Etfenbeoart . . . . 6 — 73,5 Oberfchlei. Kotswerte . , . . 7 — — 109.5 109 Phönir Bergbau .... 6Yt 104,9 — 105 25 105 25 Rheinische Brauntohie» . . 10 235 — 235 233,5 Rhetnstahl........ . 6 —— 115,75 115.4 Riebeck Montan ...... 7,2 — — 103,5 Frankfurt a. Ul. | Serlin Schluß«! lurs | i«llhr« Kurs Schluß« lurs Anfang- Kurs Datum 16 4. 17 4 16 4. 17- 4. Bereinigte Stahiwerte . 98,25 99,25 98,5 98.5 Otavi Minen . . . 16'/, - — — 55,75 55,25 Kaliwerke Aschersleben . M . 10 226,5 — 227 226 Kaliwerte Westeregeln . e . 10 229,5 232 230,5 230.25 Kaliwerte Salzdetfurth . • . 15 390 — 390,75 390,5 I. ®. ffarben-Industrte. M . 12 175,5 175,75 175,5 175,25 Dynamit Nobel .... . . 6 — — 83.65 — . . V 154 — — — Goldschmidt ..... e . . b 71,5 —— 71,9 71,4 RüigerSwerte ..... • . € 72.5 73 73 73 Metallgefelllchaft- ... • . 8 108 — 108,75 — Pdllivv Holzmann . . . . . 7] 109,5 110,4 109,75 110 ßementroert Heidelberg o . 10 —- 133,5 — — Cementwerk Karlstadt. . e . 10 143 —— — — Wavb & Nrevtag • . • . . 8 92,5 — 91,5 Schultheis Payenhofer . • . 16 — — 296.75 295 Lstwerke ...... . 12 — 248,75 249,25 Atu ........ . 18 117 118,5 116.75 118 Bemberg..... » . 14 147 -- 147,75 148,5 Zellstoff Waldhof . . . • 13*/. — — 188,5 189 Zellstoff Aschaffenburg . • . 12 — 151,25 — —— Charlottenburger Waller e . . 8 —- — 106 105,5 Dellauer Gas..... • . V — — 173 172,25 Daimler Motoren . • • • . 0 42,5 — 42,75 42,25 Deutsche Linoleum . . — — 253,5 — • , 0 — — — 49.6 . . 0 — — 20,5 20,5 Orenitein & Koppel • • M . . 6 — 79,75 79,25 Leonhard Tietz ■ . • • e . 10 —— 154 153 Svenska . . . — 358 360 frankfurter Maschine» . e . . 4 35 — 36 — 10,5 —- 40 — Henligenitaedt . . » . . 0 — — —* Iunghana . . . . Lechwerke - - - . . 6 8 39,5 106 39 Maintraltwerle Höchll a. M. k 97.9 96,75 —> — Miag - » . . 10 132 131,75 131,75 Gcbr. Roeder..... . 1< 103.5 —- — — Voigt & Haelfner . . . • . 9 218 —— 218 — Süddeutsche Zucker • . • . 10 160,75 — 161 — Banknoten. Berlin, 16-Aprll Gelb Ddtf Amerikanttche Moten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr,äii)0 Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin 4.17 58.33 111.80 20,345 16,40 167.93 22,11 111.80 58 86 2,465 112,23 • 81,03 52 89 12,372 72,97 - Franksur 4,19 58.57 112,24 20,425 16,46 168,61 22,19 112,24 59.10 2,485 112,67 81,35 53.11 12,432 73,27 a. M. 16 April 17-April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Arle, Geld 25ric| «mft.« Rott. 168,27 168,61 168.34 168,68 Bu'N.-AireS 1,630 1,634 1,633 1,637 Brss.-Antw- 58,421 58,545 58,415 58,535 C Kristiania. 112,06 112,28 112,06 112,28 Kopenhagen 112,07 112,29 112,08 112,30 Stockholm . 112,58 112,73 112,50 112,72 Helsingfors. Italien. . . 10,535 21,95 10 559 21,99 10,539 21,945 10,559 21,985 London. . . 20,358 20,398 20,354 20,394 yicutiorl . . 4,1855 4,1935 4.186 4,194 Paris.... 16,41 16,45 16,405 16,445 Schweiz .. 81,145 81,305 81,145 81,305 Spanien . . 52,47 52,57 52,40 52, <0 Japan . . . 2,068 2,072 2,070 2,074 Rio de Jan- 6,490 0,492 0.490 0.492 Wien in D-« £?eft. abgcst 58,977 59,097 58,98 59,10 Prag .... 12,397 12,417 12,398 12,418 Äelzrad . . 7,422 7.426 7,412 7,426 Budapest. . 73,13 73,27 73,13 73,27 Buli arten 3,034 3,040 3,034 3,040 Lissabon 18,78 18,82 18,78 18,82 Danzig. - - Konst ntt». 81,37 81,53 91,39 81,55 1,785 1.789 1,784 1,788 Athen. . . 5,445 5.455 5,435 5,445 Ccmada 4,183 4,198 4,184 4,192 Uru uay. . 3,896 3,904 3,896 3.904 Eatro • . - 20,875 20,915 20.87 20,91