Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u „ mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,auhet Sonntags und Feiertags Beilogen: Die Illustrierte Vießener FamUienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« »Heinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt, zernfprechanfchlüffe »nterSammelnummer225I. Anschrift für Drahtnach« »Men: Anzeiger Stehen. poßfchecNonlo: sranffurt am Main 11688. General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilülr-Vuch- und Sleindrvckerel L Lange tu Stehen. Schrtftlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Nr. 64 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 17. Marz 1930 GietzenerAnzeiger Hindenburgs Antwort an die deutsche Lugend. Die Mahnung der toten von Langemark Berlin, 15. März. (CNB.) Namens einer iheihc akademischer Verbände und Iugendvereini« Jqwngen hatte unlängst der Kysfhäuferver« !> a n d d e r V. D. S t. an den Reichspräsidenten ein schreiben gerichtet, in dem die Iugendorganisa« nonen namens der Toten von Lange« nia r f an den Reichspräsidenten die Sitte richteten, dem Poungplan und dem Polenocrtrag die U n - ilcrschrift zu verweigern. Auf diese Schrei« ben hat der Reichspräsident nunmehr folgende Antwort erteilt: Berlin, den 15. März 1930. Sehr geehrte Herren! Bon Ihrem, zugleich im Namen anderer studen« Iischer Iugendverbandc an mich gerichteten Schreiben vom 18. Februar d. I. habe ich mit Interesse Kenntnis genommen. Ich hoffe, daß die inzwischen non der Reichsregierung im Reichstag gegebenen ?I uffiärungen über den Youngplnn und seine ein- zelnen Bestimmungen bei Ihnen eine sachliche Würdigung gesiinden und manche irrige Voraussetzungen in ihrem Schreiben vom Februar d.I. beseitigt haben. Im übrigen verweise ich auf meine öffentliche Kundgebung, in her ich die Gründe für meine Stellungnahme kurz angegeben habe. Ihnen aber, dieSiealsVertretererner Anzahl deutscher Iugendverbände sich in Ihrem Schreiben auf die Toten von ‘Hangcmar! berufen, glaube ich in Er- gonzung dieser meiner Verlautbarung noch be- svnders sagen zu müssen, daß gerade die Erinnerung an die mutig für das Vaterland ge- * snllenen jungen Freiwilligen der neuen Gene- ration die Pflicht auferlegt, auch selbst L Opfer dafür zu bringen, daß deutsches Gebiet frei wird, und daß Deutschland durch »pflichttreue Arbeit im einigenden U.Zusammenhalt seiner Bürger wieder Iicchkommt. Darin sehe ich für meine Per- i^lon die Mahnung, die die Toten von Üangcmar! für die deutsche Jugend bedeu- irn. Ich darf Sie Bitten, den anderen Verbänden, die die Eingabe mitunterzeichnet haben, < dieses Schreiben zur Kenntnis zu bringen. Mit freundlichen Grüßen! (gez.) von Hindenburg. Der Reichspräsident hat auf das Schreiben der Volks konservativ en De re in i» gung geantwortet, daß er das Gelöbnis Iber Mitarbeit gern entgegengenom- nten und mit Befriedigung davon Kenntnis genommen habe, daß die Volkskonservative Ver- . clnigung die Lieberwindung der nationalen Uneinigkeit mit ihm als das beingcnbftc Gebot der Zeit ansehe. Eine Protestkundgebung kechtsorientierter Zugendverbände. Berlin, 16. März. (ERB.) Vertreter rechts- niientierter Iugendverbäirde veranstalteten eine Protestkundgebung gegen die Pvli- !tischeii Verträge von Versailles bis H ii m Polenabkommen. Rach Verlesen einer lurzen Inhaltsangabe der verschiedenen Doku- uumte zerriß der Sprecher vor den Augen bet Versammlung die Texte des Versailler Der« traget, des Locarno-Paktes, des Voungplanes und des Polenabkommens. Es wurde dann er» fIZärt, daß von jetzt an „die Fahne der na- ti »nalen Jugend d i e schwarze Fahne sei". Sie Dersanrmlung gelobe aus diese Fahne, daß lie sich nicht an die Verträge gebunden fühle und alle Zeit gegen sie in Aufruhr si«he. Die Folgen des Noungplans. Hoffnungen des Reichskanzlers. Berlin, 15. März. (CNB.) Reichskanzler Her- ti lann Müller äußert sich zu einem Vertreter der ,,'Lchwäbischen Tagwacht" über die Folgen der An- »nchme der Younggesetze: Es ist zu erwarten, daß n nh dem Inkrafttreten der Aounggesetze und des gleichzeitig abgeschlossenen deutsch-amerikanischen ^chuldenabkommens im stärksten Maße Kapital d-«r deutschen Wirtschaft zufließen wird. Ich hoffe, d'üß es dadurch gelingen wird, einen großen Teil d cr Arbeitslosen wieder in das produktive öl' Vitt Wirtschaftsleben zurückzuführen. Wir müssen uns b-orüber klar fein, daß der deutschen Wirtschaft mit Ib.tr ausländischen Kapitalzufuhr allein nicht auf b ij Dauer geholfen werden kann, sondern daß d i e Lapitalbildung im eigenen Lande ausschlaggebend für die Gesundung der deutschen Wirtschaft sein wird. Wenn das Vertrauen zu einer niedlichen, ruhigen und stetigen Entwicklung erst »;ebcr da ist, so wird dies die Kapitalbildung im eigenen Lande fördern und ausgewandertes dent- ittes Kapital zurückführen. Die Annahme der iZmnggcsetze wird zur Befriedung der politischen Verhältnisse in Europa beitragen, wenn der Plan 11 i < i n e m Sinn und Geist nach wirklich jngemanbt wird. Das mufj zur Folge haben, bc-ß Deutschland in jeder Weise als gleichberechtigt behandelt wird. Nur so ist übrigens aid) eine gedeihliche Arbeit im Völkerbünde auf die , 2 auer möglich. Die Räumung der besetzten Gebiete wird am 30.Juni zur Freude aller D mischen beendet fein. Es gilt, inzwischen die Verhandlungen über die Räumung des Saarge- d et es so zu fördern, daß auch dieses kerndeutsche L tote iV-Oit UniblM !7>.» Derben; ante jinblungs KiifchenM Achen, sein 8=1" 1*1*, aiberen Land Paris 16 llhhrthflridltl L M£> I der Gerat susweg o Lrbc fch?/ seiner A! i nler " rin/Wftni( Farmsta DanzauMuh d ■ Acstla-ile tr wesentlich« $af).43 (2 «ellnestist u nnbetungen1 pädagogische < neS Lehrer den sollen. Zentrum ur Mnrungsvor jk t findet iit erste Leh rugeithenen M 44 (7 20600 Ulf.' ne)miflt. Es dre Tuberh -ouglingshei 23600 ) c n für bi f n 15000 C ■ Äeu!. N>.45 (I Maßnahmen k ankheit kl le Genesm bekämpf! Q'-’b nichts Tvrcin zur 1 Niedere Wort. Die ( die Hegir mittel zu, legenhrit |a ctratung fr 'Su ^'gen Sie zunächst befch gehobene IMg (auf 4 toanbt habe. Saf. 4 0 f m c i n n ü wm und W. den ' isyo x L "1e bekam Uv rechtfe ^bgelehn wt 288 Q5O- >°vn 116000 ^rden die l gebrach für rWn, bl EM fers« ? s c ölCxt jü| 51* KÄ r, (S deut ! hierein $ Lisen >em-; r3mt von. -L । „..-n^retne »lilltUi i Mtcnl lordöy. fitxrde\r>- Wien lögen' uns imt>Q Q _________Nie Weiierlaqe. 5onntaa, IS.rtar z. 1930,8''mg5 —— . , , Jan rtAvgn------------ 5dly$rZ£TZZ73 -Ttpffffavn 98. Gauiumtag Hessen D.T der Amglicderung der 600 Mk. Ausgaben wird ohne Aussprache ge- nicht Rotioe können. Am betrieb wurde bracht, und neue Selbsthilfe durch örtert. auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Schwerer Motorradunfa'll. gaben. Damit ist das rätselhafte Verschwinden des Gelehrten, der von einem Abendspaziergang " wieder zurückgekehrt war, aufgeklärt. Die M freilich, die den Professor veranlaßt haben, in den Tod zu gehen, dürften wohl kaum aufgeklärt werden Wege zur Ausgestaltung der die Organisation wurden er» ist, trat der Gauturntag dem Antrag bei, daß der Gauturnausschuß in seiner seitherigen Zu- sammcnsehung, Bezirksturnwarte und Goufach- warte. beizubehalten ist, verschloß sich aber auch nicht der Notwendigkeit, die Bildung von Unterausschüssen für die einzelnen Zachgebiete anzuerkennen. soweit es die Entwicklung aufge- zeigt hat. Das Gauwettschwimmen und ebenso die Wettkämpfe der anderen Fachabteilungen sollen in Zukunft für sich gesondert obgehalten werden, ober aus inneren und äußeren Gründen werden die Fachgebiete auch auf dem gemeinsamen Gauturnfest mit hochwertigen Vorführungen vertreten sein, soweit der Festort die technischen Vorbedingungen zu geben vermag. Die Turnvereine Dad-Bauheirn und Lauterbach hatten beantragt, versuchsweise einen Wechsel im Tagungsort des Gauturntags eintreten zu lassen', die Entscheidung fiel für Beibehaltung von Gießen wegen seiner zentralen Lage im Gaugebiet, aber immerhin ließ die Begründung der Anträge nur drei Stimmen am Erfolg fehlen. Die Liste der 24 Abgeordneten des Hessengaues zum Krei- turntag des Mittelrheinkreises in Bad-Bauheim zu Anfang Mai wurde genehmigt, ebenso ein Dringlichteitsantrag des Tv. Wehlar, auch in Zukunft Heberpunkte im volkstümlichen Teil bei gemischten Wettkämpfen (Geräte) in die Gesamtwer- hing des Turners aufzunehmen. 3um Gauwart für Kinder- und Zugendturnen, sowie für Wandern wurde Mittelschullehrer Erich Wagner (Kirchhain, Bez. Kassel) gewählt. Das Gaufrauenturnen kommt im nächsten Jahr nach Butzbach, das Gauwettschwimmen nach Lauterbach, dieses Jahr nach Bad-Bauheim, das G o u - Sondervolkstur n e n übernimmt in diesem Jahre die Turngemeinde Friedberg. Für das Gauturnfest 1931 wird noch Bestimmung zu treffen sein. Mit herzlichen Worten laden die Kirchhainer Turner zum diesjährigen Gauturnfest in ihrer altbewährten Turnerstadt ein. Mit einem gemeinsamen Turnerlied fand die arbeitsreiche und würdig verlaufene Versammlung am späten Vachmittag ihr Ende. Ortsausgang von Dutenhofen ereignete sich gestern kurz nach 18 Llhr ein schwerer Motorradunfall. Der bei einem Tierarzt in Ehringshausen bei Wetzlar beschäftigte Kraftfahrer Willy Lotz kam auf seinem Motorrad in der Fahrtrichtung nach Wetzlar angefahren, als ihm plötzlich das 6 Jahr alte Bübchen Willy Paul direkt in die Maschine hineinlief, obwohl der Motorradler durch starkes Bremsen versucht hatte, sein Fahrzeug, das auf der schlüpfrigen Straße infolge des Bremsens ins Butschen geriet, sofort zum Stehen zu bringen. Das Bübchen trug bei dem Zusammenprall einen schweren Schädelbruch und einen doppelten Llnterschenkelbruch davon, der Motarrradler erlitt bei dem Sturz Kopfverletzungen und Quetschungen. Nachdem beiden Verunglückte!, durch ein Mitglied der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Boten Kreuz in Gießen die erforderliche erste Hilfe gebracht worden war, wurden sie mit dem städtischen Sanitäts- auto der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt. Hier lag das bedauernswerte Kind heute vormittag noch in sehr ernstem Zustande darnieder. der Motorradler hot sich trotz ärztlichen Abratens nach Hause begeben. An dem Llnalücks- fall soll den Motorradler keine Schuld treffen. ** 31 u f dem Wege der Besserung. Der vor einigen Tagen im Gießener Bahnhof aus einem haltenden Personenzug gestürzte und mit ernsten Kopfverletzungen bewußtlos in die Chirurgische Klinik eingelieferte Kaufmann Fritz Müller aus Ehringshausen (Kreis Wetzlar) befindet sich jetzt erfreulicherweise auf dem Wege der Besserung. Er hat das Bewußtsein wieder erlangt und auch jein Allgemeinbefinden ist den Umständen entsprechend gut. des Beichs- WWWW Frühjahrskur für Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Speriaikuranstalt Hot heim Im Taenni bei Frankf.a.M. —Prospekte durch O pe r n ga st s p i el im « lad11hcater Gießen. Es ist der Intendanz gelungen, die Oper des Landestheotcrs Darmstadt mit einer ihrer besten Aufführungen, der Neuinszenierung von Wagners „Der fliegende S)oUdnber" zu einem einmaligen Gastspiel zu verpflichten Die Aufführung findet am Freitag, 21. März. 19 Uhr, statt. ** Schneegänfe Aus unserem Leserkreise wird uns berichtete Am gestrigen Sonntag gegen 18 Uhr überflog ein Zug Schneegänse (zirka 30 Stück) in Keilform unsere ctaöt in Richtung Nordwest, über den Neuen Friedhof—Hangelstein. Ein Zeichen des nahenden Frühlings. *’ Stadttheater-Abonnement. In unserem Anzeigenteil vom Samstag wird zur Einlösung des 7. Abschnitts des Stadttheater- Abonnements aufgefordert. Interessenten seien I« Bedeutung deS Tages für die Deutsche lonie, die m dem Denkmal ein Werk gc- insamer Opferwilligkeit sehen dürfe, und unter- die starke Verbundenheit des Auslands- üschtums mit der Heimat und ihren Auf- >m und Sorgen. Beichswirtschaftsminister Bo- 1 Schmidt kennzeichnete dos Gefallenendenk- 1 als eine Stätte stiller Andacht und Buhe die, die das große Weltgeschehen miterlebt Den. Hr fügte hinzu: Für die kommenden Gene- ionen aber ist es ein Mahnzeichen der Erin- ing an eine bedeutsame Geschichtsepoche, die ■ mit schweren Sorgen um das Wohlergehen i deutschen Volkes erfüllte. Zurückschauend toer- i sie erwägen können, ob all unsere Kämpfe um nicht wieder die Freiheit gegeben haben, i. notwendig ist für die Aufrichtung und Stär- nwg des deutschen Vaterlandes, und dann wird : unserem Volke die rechte Erkenntnis für die t Ortung der wiedergewonnenen Freiheit vor- ) iben fein. Die stimmungsvolle Feier war um- nut von Vorträgen der hiesigen deutschen langvereine. > i neues AngeboiZrankreichs «-lottciibejchränkuug gegen spätere Tichcrhcitsgaranticn. auszugleichen. Der technische und geldliche Fragenkreis bei Unfällen im Turn- und Wettkampf- ausgiebig zur Darstellung ge- ? veranstaltete h bemal. Äricgl Wa zu Ehren > erftorfatcr Arie* ’ ter Staats- ~ lagistrai- antotfa 'fcter bei Jbü' m Dvrtchee rde tet&jfce. Langem, $u\- •am, den Asch iten zum nden, mit tat fr In der Frage der Amgliederung der technischen Leitung des Gaues, die in den letzten Monaten lebhaft erörtert worden Plung des Bassermann-Denkmals statt. Mit t:i Parteitag verbunden sind Sitzungen des ^chs-Frauenausschusses und f-gendausschusses der Partei. Aus der provinzialbauptstadt. Gießen, den 17. März 1930. Oer Schluckschmerz. Von Dr. SelUOarmsiadt. Alle gesunden Lebensvorgänge vollziehen sich reibungslos und unbemertt, jeder Schmerz aber ist ein Zeichen von Gesundheitsstörung. Deshalb lassen viele Menschen sich auch erst durch Schmerzen zum Arzt oder Zahnarzt treiben. Viele vernachlässigen aber auch leichtere Schmerzen, weil sie ja an „so ein bißchen Rheumatismus" oder ..ihre alten Kopfschmerzen" gewöhnt seien, oder weil „so ein bißchen Mandetentzündung" ja oft ohne bleibenden Schaden vorübergegangen fei. Wer mit der neuzeitlichen Dolksaufklärung Schritt halten will, der muß schon andere, feine Krankheitszeichen beachten und wissen, daß der Schmerz eigentlich schon ein grobes Krankheitszeichen ist. Keinesfalls darf man es als unbedenklich an» sehen, wenn sich beim S ch l u d c n ein leichtes Schmerzgefühl im Halse bemerkbar macht. Denn sehr böK' Folgen können sich an eine solche, scheinbar harmlose Sache anfchließen. Die Wissenschaft hat seftgestellt. daß die Keime zahlreicher lösartiger Krankheiten im Halse des Menschen ihr Wesen treiben und durch die porösen Mandeln in den Säftekreislauf eindringen können. Man weiß das von manchen Fällen allgemeiner Blutvergiftung (Sepsis». Man weiß das vom fieberhaften (akuten) und vom schleichenden (chrv- nifchen) Gelentrheumatismus. Die dadurch mit- verursachten, oft so schweren Herzfehler und die schleichenden tödlichen Herzentzündungen kommen also auch daher. Batürlich ist es bei rheumatischen Erkrankungen der Muskeln und der Berven (z. B. Ischias) ebenso. Die Grippekeime wandern mit anderen Katarrhkeimen durch Halsorgane und Lunge ein und machen diese krank, manchmal aber auch entfernte Organe, wie die Leber, den Darm, die Bieren, die Ohren ober als „Kopfgrippe" baä Gehirn. Bicht selten schließt sich an eine „leichte" Grippe ein langwieriger Gelenkrheumatismus. ja schleichende Erkrankungen im Gehirn und Bückenmark können noch lange nach einer „ganz leichten und deshalb übergangenen" Grippe zur Ausbildung kommen. Daß die Keime der (epidemischen) Genickstarre und der ansteckenden Kinderlähmung in Hals und Base von Menschen zu finden find, die gar nicht einmal krank zu sein brauchen, dafür liegen zahlreiche einwandfreie Beweise vor. Ahnungslos versprühen solche Personen diese fürchterlich gc- | fährlichen Keime beim Husten und Biesen in ihre Umgebung, z. D. in der Eisenbahn oder I Straßenbahn, in Schule, Gesellschaft, Theater ufto. I und empfängliche Menschen werden trank, ohne daß man nachweisen kann woher. Ein solcher empfindlicher und irgendwo, durch einen scheinbar gesunden Keimträger angesteckter ! Mensch merkt meistens etwa eine Woche lang nichts, bis die Krankheit vernichtend zum Ausbruche kommt. Ist er aber aufmerksam, feinfühlig, so merkt er doch häufig ganz im Anfänge etwas Schmerz beim Schlucken. Weiß er etwas von den Gefahren und gurgelt gleich mit einem nicht zu scharfen, aber gut lösenden Mittel, so kann er der Gefahr entgehen, die Erkranlung noch abwenden. Es kommt darauf an, daß das Gurgeln sofort geschieht, wenn ein leiser Schmerz im Halse anzeigt, daß dort etwas Gefährliches vor sich geht. Scharfe Mittel sind ungeeignet, weil fie mit den Krankheitskeimen auch die Abwehrkraft der Schleimhautzellen zerstören. Von ungeheurer Bedeutung ist es, daraus zu achten, daß die I Füße stets warm sind. Sobald die Füße kalt werden, sinkt die Abwehrkraft unserer Säfte und Geweben Krankheitskeime, die bei gut warmen Füßen vom Körper einfach zurückgewiesen I worden wären, können leicht eindringen, wenn die Füße kalt find und schon das unbehagliche Gefühl dem sein empfindenden und scharf denkenden Menschen anzeigt, daß etwas in feinem Körper nicht in Ordnung ist. Bornotizen. | — Tageskalender sürMontag. Deuijche 1 Bolkspartei: Jahres-Hauptversammlung, 20.15 Uhr, Cin Frankfurter Kaufmann von einer Lawine verschüttet. 2er Kaufmann Alfred Mayer ans .Frankfurt i 3?., der mit seinem Freunde Dr. Reul, ebenfalls ms Frankfurt a. M. eine Skitour unternahm, wurde im Katzbachtobel oberhalb Lach bei Bludenz von I i n e r Lawine verschüttet. Sein Begleiter solle sofort Hilfe herbei, die den Verschütteten aus. irub. Er lag anderthalb Meter tief in der Lawine inii lebte noch, als er ausgegraben wurde, ver - !chi e d jedoch kurze Zeit Im rauf. Kap. 45 (Jugendfürsorge und besondere Nachnahmen zur Bekämpfung vonVolks- I onkheiten) mit 606 000 Mk. findet cben- |cl[f> Genehmigung. Da im diesjährigen Etat zur 7 ? f ä mPfu n g des Alkoholmißbrau- die 6 nichts mehr eingesetzt ist, beantragte der irretn zur Bekämpfung des Alkoholmihbrauches 11 Wiedereinstellung des Betrages von 10 000 7Ümk. Die Eingabe wurde jedoch abgelehnt, , dieser mW und Weise. IN! viele KunWck . Vorkommen. Aber! n eine hervvrrage« 'n ho, St * ’°9enannie .Ul" die '» bilfo { ffles SÄ'," 1 urtb e' öon mannen | ** Dersamnlung 'b .d'e Hnen J ? Dcutschividi^ lcr- ^eichz^.: । schritt 5t dem 'lombagnic , scheit mehrere r dge der "Dei Echtog und d im „Hindenburg". — Tierschutzoerein Gießen- Generalversammlung, 20 Uhr, Kaufmännisches Vereins haus. — Kriegerverein Gießen: Jahres-Hauptversammlung, 20.30 Uhr, Postkeller. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Vater und Sohn": auf der Bühne Hans Walden und Lilly Romay vom Metropol- Theater (Berlin). — Astoria Lichtspiele: „Die Rache des Verlassenen" und „Eines starken Mannes Liebe". — A u s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Diese Woche bringt am Mittwoch, 19. März, „Der letzte Lord", Lustspiel von Ugo Falena, und ein Operngastspiel der Oper des Darmstädter Landestheaters „Der fliegende Holländer" von Richard Wagner in der Inszenierung von Renato Mordo. — Dienstag, 18. März, erste Wiederholung von „Die Sache, die sich Liebe nennt". Ugo Falenas Lustspiel geht als südwestdeutsche Erstausführung in Szene. Das Stadttheater Gießen ist nach der Hamburger Uraufführung das erste Theater, das dieses neueste Lustspiel in Szene setzt. — N a t i o n a l j o z i a l i st i s che deutsche A rbeiterpartei. Kommenden Mittwochabend im Postkeller öffentliche Versannnlnng Siehe heutige Anzeige. Taten für Dienstag, 18. Mär». Sonnenaufgang: 6.09 Uhr. Sonnenuntergang: 18.08 Uhr. Mondaufgang: 23.18 Uhr, Mond- untergang: 7.32 Llhr. 1813: der Dichter Friedrich Hebbel in Wessel- beuren geboren (geftorben 1863). - 1858: der Ingenieur Budolf Diesel in Paris geboren (gestorben 1913). Owoftenloj. © neuer, gnam oedecM. » woiKIg. g cedecKL «ncgen, * Schnee ^Graupeln — Nebel KGeWit'^r.i^wmdsliiic.-O' xhf feicbu- Osi «nassigei Südsüdwest q sturmiscne» NordwesL t>ie Ptene Viegen mu dem winde. Die beiden Stationen stehenden Zahlen geben c e Temperatur an. Die Linien verbinden Orte md-oidcheia nut Meeresniveau umoereenneten Urtldruci. Wettervoraussage. Die Stanalftöriing zieht unter Abflachung über der Nordsee weiter. Ihr Einfluß dürfte sich jedoch noch auf die Wetterlage auswirken und zunächst unter Abkühlung Anlaß zu einzelnen Schauern geben. Die Niederschlagstätigkeit nimmt wieder mehr und mehr ab, und auch der ansteigende Luftdruck wird etwas ruhigeres Wetter herbeisühren. Wettervoraussage für Dienstag, kühleres, wechselnd wolkiges und aufheiterndes Wetter mit vereinzelten Schauern. Lufttemperaturen am 16. März: mittags 9,4 Grad Celsius, abends 5,7 Grad, am 17. März: morgens 5,2 Grad. Maximum 9,6 Grad, Minimum 4,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. März, abends 6,8 Grad: am 17. März: morgens 4,2 Grad Celsius. — Niederschlag 4,3 mm. — Sonnenscheindauer 1’/« Stunden. Oie Etatberatungen im Finanzausschuß. Darmstadt, 14. Blärz. (WHP.) Der Fi- türzausschuh des Hessischen Landtages beriet c Bcstkapitel des Etats des Innenministerium wesentlichen zu Ende. Stab. 43 (Anstalt für Geistesschwache, 21icestist in Darmstadt) mit 182 446 Mk. —o— Die orbcntlid)e Jahresversammlung des Hessengaues der D. T. Janb am gestrigen Sonntag zu Gießen in der Turnhalle (Steinstrahe) statt. 3m Namen des Hausherrn, To. 1846, begrüßte der erste Sprecher Universitätsbureaudirektor W. Erle die Gauleitung und die rund 170 Abgeordneten aus 115 Gauvereinen mit gastfreundlichster Ansprache. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach der erste Gauoertreier, Arthur Pfeiffer (Wetzlar), zu der Versammlung, die sich von ihren Sitzen erhob, ernste Worte über die Bedeutung des Volkstrauertages. Die Jahresberichte der Verwaltung und der technischen Leitung lagen im Druck vor und wurden nach tarier Aussprache genehmigt. Im Rückblick auf die Amerikareise des ersten Siegers vom Deutschen lumfeft in Köln, Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, und des zweiten Gauvertreters K. Schneider (Butzbach) beschließt der Qautumtag die Absendung eines Telegramms an den Vorstand des Nord amerikanischen Turnerbundes George Seibel, Pittsburg, mit folgendem Wortlaut: „Großer Turntag Heffengau in Gießen sendet dankbar für Empfang Schneider-Reuter herzliche deutsche Gut-Heil-Grüße. Pfeiffer, Schneider." Auf Antrag der Rechnungsprüfer, Tv. Heuchelheim und Tv. Treis a. d. Lda., wurde dem Gmi- kafsenwart Wilh. Derlei (Niederwöllstadt), der seinen Kassenbericht eingehend erläuterte, einstimmig Entlastung erteilt und der Dank des Gaues ausgesprochen. ~ Die Rechnung für 1930 werden die Turnvereine Grünberg und Großen-Eichen prüfen. Die seitherige Gau ft euer von 25 Pfennigen pro Mitglied genügt, um den Voranschlag für das Turnjahr Süddeutsche Fußballmeisterschafi Erneut fielen gestern in den Endspielen um die süddeutsche Fußballmeisterschaft wichtige Ent- cheidungen. Bamentlich in der Bunde der Meister befestigte die Frankfurter Ein tr a ch t weiter hin ihre Stellung als erster Anwärter auf den Titel des neuen Verbandsmeisters. Sie errang gegen die Sp. Vgg. Fürth auf deren Platze ein anerkennenswertes 1:1, so daß der Vorsprung von 3 Punkten zwischen diesen beiden zunächst berufenen Vereiircn bestehen bleibt. Da zur gleichen Zeit die M ü n ch e n c r Bayern in Worms von Wormatia 0:1 geschlagen^wurden, sind sie um 4 Punkte hinter die 'Frankfurter Eintracht zurückgesallen. F. E. P i r m a - scns erwies sich auch diesmal auf eigenem Platze als unschlagbar. S. V. W a l d h o f kehrte 3:5 geschlagen nach Hause. Zwischen den beiden Tabellenletzten, dem F. C. F r e i b u r g und dem V. f. B. Stuttgart, tarn es in Freiburg mit 2:2 zur Punktteilung. Bunde der Zweiten und Dritten Hier hatte die G r u p p e B o r d w e st zwei für die ^Unbildung der Tabellenspitze sehr wichtige Entscheidungen. F. S p. V. Frankfurt gewann das Frankfurter Ortstreffen an Der Festhalle gegen Bolweiß knapp und glücklich mit 1:0 Toren, während Phönix Ludwigshafen in Beu-Jsenburz vom D. f. L. 1:2 geschlagen wurde, so daß die Frankfurter wenigstens rela- tiv mit den Ludwigshafenern punktgleich getopr- den sind. Eine Aeberraschung bereitete auch der S.V. Wiesbaden, da er aus Beckarau mit einem 3:2-Siege über den V. f. L. zurückkehrte. Das Ortstrefsen in Saarbrücken zwischen dem F. V. und den Sportfreunden endete mit 0:0 unentschieden. Die Gruppe Süd ost sah zunächst einmal den 1. F. C. Bürnberg als sicheren Sieger über den V. s. B. Heilbronn: 2:5 lautete die Biederlage der Heilbronner auf ihrem eigenen Platze. Damit haben die Bümberger einen ihrer Bebenbuhler wohl endgültig abgeschüttelt. S. V. 1 860 München gewann auf bayerischem Boden erwartungsgemäß gegen den K. F. V. Karlsruhe : 2:0 lautete das Ergebnis. Zwischen Phönix Karlsruhe und Jahn Begensburg kam es mit 2:2 zur Punktteilung, wie sie dem derzeitigen Tabellenstande auch entspricht. Professor Drexel toi aufgefunden. Bach fünf Wochen aus dem Main gelandet. WSN. Frankfurt a. M., 16. März. Am heutigen Sonntag gegen 16.30 Uhr wurde der seit Anfang Februar b. *. vermißte Direktor des Archäologischen Instituts des Deutschen Reichs, Projessor Dr. Friedrich Drexel, bei Höchst aus de in Main geländet. Irgendwelche Anzeichen, daß ein Verbrechen vorliegt, wurden nicht wahrgcnom- men Die Leiche wurde an der Höchster Fähre a n g e j ch we m m t. Sie wurde von dem Fährmann aus dem Wasser gezogen und durch Sanitäter in die Höchster Leichenhalle gebracht. In den Kleidern des Toten fand man eine Brieftasche, in der sich Geld und Papiere befanden, die die Identität des Toten mit dem vermißten Professor einwandfrei erster der Bedingung, daß die Sicherheits- rß nahmen, die auf der Londoner See- »nüstungskonferenz nicht verwirklicht werden konn- Ii, innerhalb eines gewissen Zeit - i u m s fc ft gelegt und in Kraft gesetzt trben; andernfalls würde Frankreich feine o ndlungsfreiheit wieder erlangen. Für die vischenzeit würde Frankreich. das Anerbieten ichen, fein Flottenbauprogramm für fünf a I) r c fe st zulegen, verlangt aber von jedem deren Land das gleiche. ierunbfed^ rieht sich vor 5t mcrwürdlgo^ t Wdive vvn M riser Ml svndeu- -icscni Gesch< bei OliltcM, rW «II «Ä* -Sr§ Ass a r i 5 16. März. (WTB3 Nach dem Londoner । derberichterstatter des „Matin" soll die sranzö- ij? Delegation angesichts des gegenwärtigen Stander Seeabrüstungsoerhandlungen folgenden :csweg anzunehmen bereit fein: Frankreich i rbe sich bereit erklären, eine Herabsetzung Hncr Flottenansprüche zu bewilligen bi die Regierung erklärte, daß hierfür Reichs» r i 11 e l zur Verfügung stünden. Bei dieser Ge- hjenbeit kam man auch aus die gegenwärtige ratung des Schank st ättengefehes im ichstag zu sprechen, wobei der Minister für Arbeit und Wirtschaft erklärte, daß er sich |c gen die vom Volkswirtschaftlichen Ausschuß ^machst beschlossene, inzwischen aber wieder aus- fc^obcne Beschränkung der Konzefsionsgenehmi» $ung (auf 400 Einwohner eine Gaststätte) ge- tmnbt habe Tci Kap. 49 (Fonds für öffentliche und jrineinnütjige Zwecken 164 400 Mk. (Sin- füHmen und Ausgaben» beantragte die Bolks- töEtei, den Fonds zur Verfügung des Ministers II) 000 Mk.» um 20 000 Mk. zu kürzen, da Rille bekannt geworden seien, die eine Befchrän- ümz rechtfertigen. Der Antrag wurde jedoch «bgelehnt. Kap.51 (H o ch b a u w e f e n) hiE 288 050 Mk. Ausgaben sieht die Herabsetzung ton 116000 Ml vor. Von volksparteilicher Seite burben die schweren Be denken zum Aus- hacf gebracht, die dadurch sowohl für den Staat öc auch für die Wirtschaft entstehen und vor- s.schlagen, durch Einsparungen bei fon- ■lijen Kapiteln des Etats einen Ausgleich |u schaffen. Dieser Auffassung schlossen sich auch entere Parteien an. so daß das Kapitel mit leiem Vorbehalt verabschiedet wurde. Eben- h verhielt man sich bei Kap. 52 (Straßen- ertoal tung), wo 200 000 Mk. cingctyart wer- cn sollen. Aus aller Welt. Beichsparleilag der Deutschen Volkspartei. Arn 22. und 23. März findet in Mannheim c« 8. Beichsparleitag der Deutschen Vottspartei a_:t. Der Parteitag beginnt am Samstagvor- iltag im Bosengarlen, hierbei wird der Partei- ousitzende, Reichsminister a. D. Scholz, Id d. R., über die „Deutsche Politik sprechen, (m Samstagabend spricht in einer öffentlichen umbgebung Beichstagsabgeordneler v. Kar - »rf f. Am Sonntagnachmittag findet die Ent- Ü beritortifne« 1 >migt. Es sieht vor: Beitrag zur Bekämpfung j h Tuberkulose 28000 Mk., Zuschuß an die *rSrL kaiiglingsheime in Darmstadt, Mainz und Gie- f.j Die k V: i 23 600 Mk, an den Heilstättenver- i auf Sem St. tu für d i e L u p u s h e i l ft ä 11 c in Gie - atn loftfcixmis 6t n 15 000 Mk. und für Blindenfürsorge 4000 yi MN Mchrk. vtz bet flanir reter bet DeuM :e Ruhestätte bet Krieger mit Air . schmäkten. Ariä RobertSchnu! tschen Delegatim1 Feier teilnahm, hi sregietung * Die Weiheredc j n Kolonie ®ttf, 1 ■ würdigte die be ki'Knahmen und Ausgaben sieht Organisations- wtn mir n-r m iiöcrungcn vor, wonach die Verwaltung und die zu ’übetnebmflt - födagogische Leitung, die bisher in der Hand Hl, «ne« Lehrers vereinigt waren, getrennt wer- -n TfortrllMfr’- sollen. Hiergegen wenden sich Volkspartei, Zentrum und Ämofraten, die andere Ein- ; t||-'irung«Dorfd)lägc machen. Bei Etimmenglcich' |eit findet ein Zentrumsantrag Annahme, der erste Lehrerstelle wiederherstellt und den neu« |UI«IKUmU« ^.cgesehenen Kasseninspektor streicht. »f >lcap. 44 (Dolksgesundheiispflege)mit Wir betrauern den Tod unseres Heben A H. Plärrer Karl Moll Weier 2252D 2253D Gestorben am 14. März 1930 In Trais-Horloff (Oberhessen). Der Giefeener Wingolf I. N. u. A.: R. Schäfer. F.-V. Die Beerdigung findet Montag, den 17. März, nachmittags 6 Uhr, vom Sterbebaus, Braubausstraße 63, aus statt M,3D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schultheiß sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir herzlichen Dank. Familien August und Wilhelm Ruhl Familien Philipp und August Weigel Klein-Linden. 17. März 1930. Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nachricht daß unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Katharine NiebcbUeb. Sack im 75. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager sanft entschlafen ist. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Familie Ph. K. Krelllnß, Heuchelheim. Beröooö en. liriliL MeMrkine Mittwoch, den 19. Mörz, 3 Ubr, im Cafe Leib Walltorstrahe 38 Versammlung her Siebener u. Sher», ftauenueteine Vortrag von 22450 Herrn Pfarrer Lange, Frankfurt: „Gemeinschaftsgefühl und Verantworiungsbewußtsein.!" Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der Reichsverdingungsordnung sollen für die Neubauten in der Schwarzlach nachfolgende Arbeiten vergeben werden: 2050C 1. Installation der elektrischen Lichtanlage. 2. Weißbinderarbeiten. 3. Glaserarbeiten. 4. Schreinerarbeiten. 5. Schlosser- und Anschlagarbeiten. Angebote auf Vordruck sind bis zum Verdingungstermin am Samstag, dem 22.TNärz vormittags 10 Uhr verschlossen und versiegelt bei uns einzureichen. Zeichnungen und Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Zuschlags, und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 15. März 1930. Städtisches Hochbauamt: Grovert. Aus der Osann-Beulwitz-Stiftung der Universität Gießen sind im Jahre 1931 neun Preise zu je 300 RM. an Studie- rende der Landesunioersität und vier Preise zu je 600 RM. an frühere Studierende und andere Angehörige der Landesuniversität als Reisestipendien zu vergeben. Bedingung ist die erfolgreiche Bearbeitung einer Ausgabe. Diese sowie die näheren Bedingungen sind beim Sekretariat der Universität Gießen zu erfahren. Die Pflegschaft 2255D der Osann-Bculwitz-Stiftung Gießen. Dienstag, den 18. März 1930/ nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, dahier/ zwangsweise geg. Barzahlung: elf Büfetts, sechs Vitrinen, neun Bücher- schränke, neun Schreibtische, sechs Tische, drei Sessel, acht Stühle, vier Kredenzen, eine Flurgarderobe, einen Warenschrank, drei Ladentheken, zwei Wasch- tische, zwei Diwane, ein Fahrrad, fünf Schreibmaschinen, zwei Trumeauspiegel, zwei große Figuren, einen Nähtisch, einen Klavierspielapparat, einen Eis- schrank, drei Kleiderschränke, einen Küchenschrank, zwei vollständige Fremdenzimmer, ein vollständiges Speisezimmer, zwei Nähmaschinen, ein Klavier, einen Schrank, einen Gasherd, vier Bettücher, zwei Frottiertücher, 14 Mäntel, eine Tischdecke, zwei Vertikos, ein Sofa, eine Chaiselongue, eine Sprechmaschine, eine Registrierkasse, zwei Märklinbaukasten. ein Kinderkarussell mit Motor, ein Harmonium, zwei Teppiche, ein Entbindungsbett, eine größere Partie Herren Moden- Artikel ^Krawatten, Strümpfe, Hemden, Unterwasche) u. v. a 22510 Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telephon 4039 Pension Brandl Neoeo Bfine 22 Zimmer mit und ohne Verpflegung Tel. 3085. 0,836 Befchlagnahmefreie 3-Zimmer-Wohn. mit Beranda in best. 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März 1930 Oer Volkstrauertag in Gießen. -Am gestrigen Sonntag wurde in unserer Stadt wiederum, wie schon in den bisherigen Jahren, in würdiger Weise der im Weltkriege gefallenen Brüder gedacht. Bereits am Samstag hatten Vorstandsmitglieder der unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Trümpert arbeitenden Bezirksgruppe Gieh en des Volkskunde« Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Heldenfriedhof, sowie aus der Ruhestätte der in Gefangenschaft gestorbenen Soldaten auf dem Reuen Friedhof, ferner am l Iber- Denkmal auf dem Landgraf Philipp-Platz und am Gefallenen-Denkmcrl in der Chrenhalle des älniversitätsgebäudes Kränze niedergelegt. QIn öffentlichen Gebäuden der Stadt waren gestern die Fahnen in den Reichs- und in den Landesfarben auf Halbmast gehißt, und in den stark besuchten Gottesdiensten wurde gleichfalls der in dem Ringen auf den Schlachtfeldern und daheim in den Lazaretten verstorbenen Brüder gedacht. Don 13 bis 13,15 Llhr ertönte von den Kirchen zu Ehren der Gefallenen feierliches Trauer- geläute. Oie Gedenkfeier in der Aula. Wie bisher alljährlich veranstaltete auch gestern die B e z i r k s g r u p p e Gießen des Volksbundes Deutsche Krieg sgrä- berfürsorge in der Reuen Aula der Universität eine Gedenkfeier z u Ehren unserer gefallenen Krieger, die einen außerordentlich eindrucksvollen Verlauf nahm. Der große Saal war bis zum letzten Platz gefüllt, die Reichs-, Landes» und Kommunalbehörden waren durch ihre Leiter vertreten. Damen und Herren aus allen Bürgerschichten vereinten sich zu dieser Ehren- und Dankeskundgebung für unsere Gefallenen, feierlich-ernste Stimmung erfüllte die Teilnehmer. Pünktlich um 12 Ähr eröffnete der Bauer- s ch e Ges angverein unter der Leitung feines Ehormeisters Gorlach die erhabene Feierstunde mit dem packenden und künstlerisch hochstehenden Gesang des Glockenliedes von Lendvai. Anschließend brachten Frau Dr. Fischer (Klavier), Musiklehrer Franz Bauer jr. (Violine). Helmut Bayers dorf (Violine) und Heinz Eger (Cello) in feiner Weise ein Largo aus einer Sonate von E. F. d'Allabaco zu Gehör. Hierauf folgte die Gedenkansprache des Llniverfitäis-Profeffors Dr. Eger, deren Schlichtheit, tiefe Innerlichkeit und aus starkem Selbsterleben kommendes Bekenntnis zur dankbaren Kameradentreue und -liebe ein gewaltiger Appell an die Herzen der Zuhörer war, dem wir hier zur weiteren Wirksamkeit auch über den Kreis der Feierstunde hinaus Raum geben. Der Redner sagte Zu einer ernsten Feierstunde haben wir uns hier zusammen gefunden. Unserer Toten wollen wir gemeinsam ge- denken der Gefallenen, die im großen Krieg ihr Leben für uns dahinaegeben haben. Schlicht und einfach soll dies Gedenken sein — wie auch die, derer wir gedenken, empfunden haben angesichts der Majestät des Todes Aber ganz sollen ihnen unsere Gedanken jetzt gehören. Wir wollen uns obschließen gegen die Außenwelt: nicht nur diese Mauer von Stein, die uns umgibt, soll uns scheiden von dem Lärmen und Hasten da draußen. In dieser stillen Stunde der Erinnerung und Besinnung wollen wir in uns hineinschauen, wollen Die gefiederte Schianse. Roman von Edgar Wallace. 1 Fortsetzung. Nachdruck verboten Das ®dfc dc Reims, eine Tanzdiele, war die letzte Attraktion Londons. Das Lokal war bekannt wegen seiner vorzüglichen Küche, und Ella speiste dort mit ihrem Begleiter zu Abend. Der langweilige, junge Mann, der sie eingeladen hatte, war der Inhaber einer großen Wollfirma. Er hätte sie auch gerne um zwei üfjr morgens nach Hause begleitet, aber Ella hatte eine plötzliche Anwandlung von Schicklichkeitsgefühlen und lehnte seine Begleitung ab. Ein schönes, kleines Haus in St. Iohns Wood, 904 Arcacia Road, war ihr Wohnsitz. Das Grundstück war von der Straße durch eine hohe Mauer getrennt, in der sich ein kleines Zugangsportal befand. Ein mit Fliesen belegter und mit Glas gedeckter Gang führte von dort zu der eigentlichen Haustür. Rachdem sie ihren Chauffeur verabschiedet hatte, trat sie durch die äußere Tür und schloß von innen zu Ein Blick zu ihrem erleuchteten Zimmer sagte ihr, daß ihr Mädchen auf sie wartete. Sie ging zwei Schritte vorwärts... „Wenn Sie schreien, drehe ich Ihnen das Ge- nik um!" Zischend trafen diese Worte ihr Ohr und sie blieb starr vor Schrecken stehen. Aus den dunklen. Sträuchern, die den Zugangspfad umsäumten, tauchte eine große, breitschulterige, drohende Gestalt auf. Das Gesicht konnte sic nicht sehen, da es von einem schwarzen Taschentuch halb bedeckt war. Plötzlich bemerkte sie weiter hinten noch eine Zweite Gestalt. Ihre Knie wankten. Sie öffnete die Lippen, um zu schreien, aber eine große, schwere Hand legte sich auf ihren Mund. „Wollen Sie wohl gehorchen?! Ich erwürge Sie. wenn Sie Lärm machend Dann wurde es Ella Creed schwarz vor den Augen, und sie. die so oft eine Ohnmacht vorgetäuscht hatte, wurde zmn erstenmal in ihrem Leben wirklich ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kam. sand sie sich in sitzender Stellung gegen die Haustüre gelehnt. Die Leute waren verschwunden und ebenso ihre Perlen und ihre Smaragdspange. Es wäre ein gewöhnlicher llebersall gewesen, wenn nicht ein besonderer Umstand dazugekommen wäre. Als sie sich rührte, sah sic. daß eine Karte an einer Schnur um ihren Hals hing, ilnö darauf sah sie das Bild der gefiederten Schlange. 2. „Glücklicherweise trug Ella Creed nicht ihre Juwelen, sondern täuschende Imitationen, so daß den Schurken bei dem lleberfakl keine kostbaren wir wieder lebendig werden lassen das für uns Menschen so gewaltige Geschehen des großen Krieges, das uns im Innersten aufgewühlt, das jeden einzelnen von uns vor die tiefsten, letzten, allmcnsch- lichen Fragen gestellt hat. Eine lange — an unserem kurzen Menschenleben gemessen lange Spanne Zeit liegt ja schon zwischen dem Heute und dem großen Erleben und großen Sterben. Fast sechzehn Jahre sind seit seinem Bc ginn, über elf Jahre seit seinem Ende dahingegangen. Für wie viele, die jene Zeit bewußt miterlebten, scheint die Erinnerung daran beinahe ausgelöscht zu sein. Ja, wie vielen selbst, die mitten drin in Kampf und Todesnot gestanden haben, erscheint jenes Erleben manchmal nur noch wie ein Traum, so daß die Erinnerung daran nur dann in ihnen ganz wach wird, wenn sie im Gespräch mit den Kameraden, die schweren, gemeinsam ertragenen Stunden wieder erwecken. Das Leben, das des einzelnen und das der Allgemeinheit fordert sein Recht: hierfür heißt es sich mühen und sorgen — und diese Sorge des Alltags drängt auch für den ernsten Menschen den Gedanken an das Vergangene zurück. Aber ist es nicht doch, als ob gerade jetzt.— nachdem man einigen Abstand gewonnen hat — eine Welle der Erinnerung an den Krieg und sein Er leben über die Well ginge? Und dürfen wir denn überhaupt vergessen? Was war es denn, was uns, als wir einst ins Feld hinausgezogen find, einen inneren Hall gab bei dem Gedanken? daß wir vielleicht nicht zurückkehren sollten? War es nicht mit anderem auch die feste Zuversicht,! daß wir nicht vergeßen sein, daß wir weiterleben würden — als einzelne in den Herzen unserer Angehörigen — aber auch als Glieder des Ganzen, zusammen mit all den anderen, denen auch der Tag der Heimkehr versagt sein würde, in dem Gedächtnis unseres Volkes? Ergibt sich daraus nicht die Pflicht — besonders für uns Heimgekehrte, aber auch für alle anderen Glieder des deutschen Volkes —, nicht zu vergessen, sondern das Gedächtnis an die (befallenen zu bewahren, es immer wieder von neuem zu wecken und auch als sichtbares Zeichen dieses Gedenkens ihre Gräber, in denen sie, fern von der Heimat, ruhen, in Ehren zu halten? So wollen wir auch heute gemeinsam unserer Toten gedenken, uns daran erinnern, was wir ihnen schuldig sind — ihnen, die für uns das größte Opfer gebracht haben, die hingetreten sind vor das große, dunkle Tor des Todes, an dem unser menschliches Wissen endet, über dessen Schwelle nur der Glaube den Gläubigen begleitet. Sie haben das größte Opfer gebracht, dessen ein Mensch fähig ist. Das soll man nicht verkleinern, indem man Worte nachspricht wie dieses, daß es mitunter schwerer fei für das Vaterland zu leben, als dafür zu sterbest! „Sagt meiner Frau, das Sterben ist mir nicht leicht geworden" — das waren die letzten Worte des Lairdwehrrnanns, der bei dem Vorgehen in der Schlacht bei Vitry le Franyols als erster in unseren Reihen fiel — wer sie vernommen hat, wem sie sich unauslöschlich in das Gedächtnis ehigegrabcn haben, der weiß, wie unrichtig solche Sentenzen find. Und nicht nur eine einmalige Hingabe ist es ge- wesen, wofür wir Tausenden und aber Tausenden der Gefallenen zu danken haben. Von allen grausigen Schrecken des furchtbaren Kampfes umgeben, den fast sicheren Too vor Augen, die Nerven bis zum Zerreißen gespannt, haben sie immer und immer wieder von neuem ihr Leben eingesetzt — wahrlich, schier Unmenschliches haben sie vollbracht. Es steht mir ein Bild vor der Seele — aus der Winterschlacht in der Champagne. Eine Kompanie Schmuckstücke in die Hände fielen. Die Polizei ist im Besitz der Karte mit der rohen Zeichnung einer gefiederten Schlange. Stündlich erwartet man eine weitere interessante Entwicklung dieses Falles." „Das ist also die Geschichte", sagte der Rachrichtenredakteur des „Postkurier" mit der Selbstzufriedenheit. die charakteristisch für Leute seines Schlages ist. wenn sie ihre Untergebenen ausschicken. um unmögliche Aufgaben zu lösen. „Die gefiederte Schlange macht diesen Fall besonders interessant, so daß er fast einem sensationellen Roman gleicht." „Warum engagieren Sie sich denn nicht gleich einen sensationellen Romanschriftsteller für die Berichterstattung?" fragte Peter Dewin naserümpfend. Er war ein großer, nachlässig gekleideter, junger Mann und hatte einen etwas vornüber geneigten Gang. Wenn er sich gut frisierte und im Frack erschien, was bei gewissen Gelegenheiten selbst gegen seinen Willen nicht zu umgehen war, sah er äußerst schmuck und schneidig aus, aber niemand wagte ihm das zu sagen. Er hätte ihm sofort den Schädel eingeschlagen. Auf der Redaktion des „Postkurier" hieß es von ihm, daß er das Verbrechen um des Verbrechens willen liebte, und daß er sich den Himmel so vorstellte, daß man dort in der Woche sieben Tage lang als Detektiv herumlief und alle Ewigkeit hindurch die wunderschönsten und schauerlichsten Mordgeschichten aufspürte. „Das ist ein Stoff für einen Schauerroman, der nicht in die Seiten einer anständigen Zeitung gehört", sagte er entrüstet. „Eine gefieberte Schlange! Hm Gottes willen! Ich wette, daß diese Creed sich irgendeinen Thea ter tri ck aus- gedacht hat, um wieder einmal in der Oeffent- lichkeit genannt zu werden. Die würde selbst aus einem Ballon springen, um Reklame für sich zu machen!" „Ist sie denn jemals aus einem Ballon gesprungen?" fragte der phantasielose Rachrichtenredakteur plötzlich äußerst interessiert. „Rein," sagte Peter laut, „sie hat vielleicht gesagt, daß sie es tun wollte, aber sie hat bisher keine so heroische Tat aus geführt. Im Ernst. Parsons, würden Sie diese Geschichte nicht lieber dem Theaterkorrefpondenten übergeben — der könnte sich da einmal richtig loslassen!" Mr. Parsons zeigte böse auf die Tür. Peter hatte schon feine Erfahrungen als Iournalist gemacht und wußte genau, wie weit man einen Rachrichtenredakteur ärgern darf, ohne Gefahr zu laufen. Er schlenderte deshalb zu dem Reporterzimmer zurück und klagte seinen mitfühlenden Kameraden sein Leid. Eins stand bei ihm fest — keine Schlange, mochte ftc nun gefiebert sein oder nicht, sollte des Nachbarregiments hielt einen Graben, der von allen Seiten von dem Feind umklammert u d der namentlich durch die feindlichen Minen zur Hölle geworden war Verwundete mit furchtbaren Verletzungen wurden aus diesem Abschnitt durch unteren Graden weggebracht: endlich war jene Kompanie nach schwersten Verlusten abgelöst worden. Aber kurze Zeit daraus zogen dieselben Männer wieder durch unseren Graben in ihre alte Stellung. Langsam und schwer war ihr Gang — todernst, ober entschlossen der Ausdruck des Gesichts. So schritten sie schweigend dahin wieder in Not und Tod, verbunden durch das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit, der Kameradschaft — geleitet von dem Gefühl der Pflicht. Und viele haben ja nicht nur unter dem eisernen Zwange des „du mußt" ihre Pflicht getan. Sie haben sich in schwersten innersten Kämpfen durchgerungen, sich selbst überwunden. „Was gilt das Leben des einzelnen in solchen Tagen" — so heißt cs in dem Brief eines gefallenen Studenten — ,,und können wir es besser verwerten, als indem wir es aufgehen lassen in der allgemeinen Opferbereit- schaft? Das sind vielleicht banale Reden und Binsenwahrheiten: aber ihren innerlichen Wert und ihre Wahrhaftigkeit erkennt man oft, wenn man die Probe bestehen muß. Der Tod ist wohl bitter, aber man kann ihn schon vorher innerlich überwinden. .Solchen innerlich starken Menschen hat nicht nur die Angst ein Gebet um Hilfe und Bewahrung in furchtbarer Not entpreßt — sie vermochten — soweit sie gläubig waren — zu sprechen: „Herr, dein Wille geschehe: nicht wie ich will, sondern wie du willst." — So war auch für sie alle das „du mußt" zu einem „du soll st", zu einem sittlichen Gebot geworden. Sie haben sich zur inneren Freiheit durchgerunaen, haben in freiem Entschluß dasOpfer ihrer selbst, wenn es fein sollte, auf sich genommen — einfach und schlicht und gerade deshalb als wahre Helden — die erfüllt wurden auch von dem ahnenden Schauer vor der Ewigkeit, der sie überkam, wenn sie des Nachts aufücftcn zu dem gestirnten Himmel, der sich über ihnen wölbte, über ihrem Graben, über Freund und Feind, über der ganzen, kleinen Erde, die wir Menschen manchmal überheblich die Welt nennen. — Und warum haben sie dieses Opfer auf sich genommen? „Es ist für mich ein Kampf um eine Idee, die Fata Morgana eines reinen, treuen ehrlichen Deutschlands, ohne Schlechtigkeit und Trug"... Wer ist nicht im Innersten bewegt, gepackt, erschüttert, wenn er diese Worte in dem Brief eines Gefallenen lieft — jetzt lieft, da ihn so viel Unehrlichkeit, so viel kleinliche Selbstsucht, so viel rote Begierde nach oberflächlichstem Lebensgenuß umgibt? Wie klein, ja wie erbärmlich und verächtlich erscheint so vieles, was wir heute um uns sehen, gegenüber diesem hohen, durch den Opfertod in seiner Wahrheit und Echtheit besiegelten Streben! So sind denn diese Opfer umsonst gebracht worden? Ist es wirklich nur eine Fata Morgana, ein in nickts zerrinnendes Trugbild gewesen, um das dieser und mit ihm tausende gestritten, gelitten, geblutet und sich verblutet haben? Nein, sagen wir aus voller Ueberzeuming: diese Opfer sind nicht vergebens gewesen. Diese Männer und Jünglinge haben nicht nur die eine große Tat vollbracht daß sie mit- geholfen habe, den übermächtigen Feind jahrelang von den Grenzen des Vaterlandes abzuwehren — eine gewaltige Leistung unseres Heeres, der man sich mit ihren Folgen im allgemeinen viel zu wenig bewußt ist und für die man ihm deshalb auch viel zu wenig Dank weiß — wie wäre es denn geworden, wenn es unseren Gegnern gelungen wäre, von Osten und von Westen den verwüstenden Krieg in unstr Land hilseinzutragen? — Diese Gefallenen haben aber auch einen Samen ausgestreut, der aufgehen und gute Frucht bringen wird. Sie haben in ihren Worten, die echte Opfer- die llrsache werden, seine Stellung aufzugeben. Er hatte die mehr oder weniger zuversichtliche Hoffnung, daß auch fein Ches von bemfclben unbeugsamen Willen beseelt war. Aber wenn er Besorgnisse in dieser Beziehung hatte, so waren sie vollständig unbegründet. Wenn Tradition und Instinkt bei einem ein- unddreißigjährigen, begabten jungen Mann in Widerstreit geraten, so wird die Tradition unterliegen. Bekanntschaften mit fremden Leuten in Teestuben sind immer mit einer gewissen Gefahr verbunden. Wenn man zu einem andern sagt: „Darf ich Ihnen vielleicht den Zucker reidjen?“ so ist das kein vollwertiger Ersatz für eine formelle Vorstellung. Daphne Olrohd dachte hierüber nach, als sie an einem grauen Rovembernachmittag langsam einem behagliches Plätzchen im Astoria-Hotel zusteuerte. Formelle Vorstellungen garantieren auch keineswegs gutes Betragen. Wer es stand bei ihr fest, daß Peter Dewin ein anständiger Mensch war. Don ihm war sie viel mehr überzeugt als von Leicester Crewe oder seinem Freund mit den schiefen Blicken und den unangenehm roten Backeü. Sie machte sich nichts daraus, ob sie sich etwas dabei vergab oder nicht, als sie die Aufmerksamkeiten Peter Dewins annahm. Denn sie beurteilte die Menschen nach ihren eigenen Wert- begriffen. Ein feines Gefühl sagte ihr, daß der hochgewachsene Mann mit der nachlässigen Fri° für deshalb nicht schlechter über sie dachte, weil fie ohne Zögern seine Einladung zum Tee in einem öffentlichen Lokal angenommen hatte. Peter Dewin stand mitten in dem Palmenhof des Hotels und schaute ängstlich wartend auf die Drehtür, als sie eintrat. „Ich habe einen Tisch ausgesucht, der möglichst weit von dieser niederträchtigen Kapelle entfernt ist. Ich kann diese ewige Musik nicht leiden. Oder ziehen Sie vielleicht die Rähe des Orchesters vor?" Er führte fie zu einem Eck tisch und rief ihr über die Schulter allerhand Bemerkungen über Leute und Dinge zu. die sie belustigten. „Alle Leute kommen ausgerechnet am Samstagnachmittag hierher ... natürlich freier Eintritt ... der schreckliche Kerl dort drüben mit seiner ausfallend bunten Weste ist ein Falschspieler. gerade jetzt eben von Reuyork zurück- gekommen ...“ Es war eine seiner Eigenheiten, kleine Nebensächlichkeiten mit bedeutenden Gesten zu betonen. Es schien ihr fast, als ob fie hinter einem lebenden Signalmast herginge. »Hier sind wir — nehmen Sie doch, bitte, den niedrigen, bequemen Sessel." Er schob ihn für sie zurecht. „So." bereitschaft bekunden, in ihrem Handeln und ihrem Sterben ein Vermächtnis hinterlassen, das dieselbe Kraft entfalten wird, wie die Zeugnisse von Märtyrern. In ernsten Stunden der Einkehr und der Sammlung werden sie in uns und in kommenden Geschlechtern weiterleben als die Verkörperung höchster Pflichterfüllung, des Opfermutes und der Liede zu Heimat und Volk. Sie sollen und werden stets daran mahnen, daß höher steht und erhebt als aller zeitlicher, materieller Gewinn das Bewußtsein, sich einzusetzen für eine große, erhabene «ache, ohne nach eignem Vorteil zu fragen — mit seiner ganzen Persönlichkeit. Und diese Mahnung wird im deutschen Volk, dem diese Mahner je selbst entstammen, nicht ungcljört verhallen. In heiligem Ernst wollen wir in dieser Stunde erneut die Erinnerung an ihren Opfertod in uns aufnehmen, ihn mit all seiner lastenden Schwere auf uns einwirken lassen, damit er sich tief in unser Gedächtnis eingrabe und in uns, in unserem Denken und Handeln weiter wirke. Lassen wir noch einen Gefallenen zu uns sprechen, dem es gegeben ward, für seinen letzten Wunsch tiefe, ergreifende und doch schlichte Worte zu finden in einem Brief, den er am Abend vor seiner tödlichen Verwundung niederschrieb: „Und so lösche ich denn mein Dasein aus in Gedanken am Vorabend der furchtbaren Schlacht und denke mich selbst hinweg aus dem teuren Kreise, dem es als geliebtes Glied angehören durfte. Auck die Lücke, die ich hinterlassen würde, muß sich schließen — der unendliche Reigen der Geschöpfe läßt sich nimmer beirren — ich segne ihn, ein winziges Glied, das ihm angehörte, in alle Zukunft! — Und bis in Eure letzten Tage gedenket mein, ich bitte Euch, in milder Liebe, ehrt mein Gedächtnis, ohne es zu übergolden, und bewahrt mich in treuen, zärtlichen Herzen." Ehre ihrem Gedächtnis! In Dankbarkeit und Treue wollen wir es bewahren und uns geloben, so zu handeln, wie es dieses Opfers würdig ist! Mit dem feierlichen Gesang des „Sanctus" Don Franz Schubert vom Bauersch en Ges angverein unter Chormeister Görlach fand die ergreifende Feier ihren würdigen Abschluß. Musikalische Gedächtnisfeier. Am Abend sand in der vollbesetzten Johannes- kirche eine Kirchen musikalische Gedächtnisfeier zu Ehren der Gefallenen statt. Die Weihestunde stand auf einem hohen musikalischen Niveau. Die Auswahl der Darbietungen wurde dem Charakter der Veranstaltung in ausgezeichneter Weise gerecht. Vor allem verdienen die Darbietungen der Kapelle des 1. Bail. 15. Inf.-Rgts. unter Leitung von Obermusikmeister W. Löber uneingeschränkte Anerkennung. Neben dem Orchester, das Werke von Ketelby, Peters und R. Wagner eindrucksvoll zu Gehör brachte, boten Feldwebel Wanitzek, Gefreiter Beau, Unterfeldwebel Vogl und Unterfeldwebel Grießmann bc- achtenswerte solistische Leistungen. Frau Dr. W e y l, deren hohe stimmliche Qualitäten bereits bei anderen Gelegenheiten die verdiente Würdigung erfahren haben, gab in den beiden Liedern „0 Tod, rote bitter bist du" (Brahms) und „Litaney" (Schubert) wiederum ihr Bestes. Die Begleitung der Gesänge, die von dem Orchester in feinsinniger Weise durchgeführt wurde, erhöhte die Wirkung der Gesänge weientlich. Organist Habicht, dem bei der Veranstaltung bedeutsame Ausgaben zufielen, zeigte sein Können vor allem in dem Orgelvorspiel von Franz Arndt. Auch bei der Begleitung der Solls, sowie bei der „Totenfeier" (Max Peters) zeigte er sich als Meister feines Instrumentes. Da der (Ertrag der Veranstaltung der Kriegsgräberfürsorge zufließt, sind der außerordentlich gute Besuch (rund 1000 Personen) und das finanzielle Ergebnis des Abends besonders zu begrüßen. Peter Dewin war eine bekannte Persönlichkeit. Mele sahen sich auffällig nach ihm um und wollten feststellen, ob er es auch wirklich sei, ba er ungewöhnlicherweise in Begleitung einer Dame war. Der Kellner, der Geschäftsführer und der Portier kannten ihm Andere Leute kamen überhaupt nicht in Betracht. Daphne erfuhr heute zum erstenmal, welchen Beruf er ausübte, und interessierte sich sehr dafür. Zeitungsleute hatten immer etwas Geheimnisvolles für sie gehabt. „Worüber schreiben Sie besonders?" fragte sie. „Hauptsächlich über Verbrechen, Morde und Raubüberfälle", sagte er obenhin. Er setzte eine große, schwarze Hornbrille auf seine Rase und schaute sich nach allen Seiten um. „Wenn es wenig Verbrechen gibt, berichte ich auch über königliche Hochzeiten und bedeutende Begräbnis- feierlichkeiten. Ia, ich bin sogar schon soweit berabgeftiegen, daß ich über eine Debatte im Parlament berichtet habe. Aber diese verwünschte Brille — ich kann gar nichts sehen!" „Warum setzten Sie sie denn überhaupt auf?" fragte sie erstaunt. „Sie gehört gar nicht mir“, sagte er ruhig und nahm sie wieder ab. „Sie ist das Eigentum eines Kollegen im Bureau. Ich habe sie eben beim Optiker für ihn abgeholt." Er schaute sich nach seiner De glciterin um und betrachtete sie eingehend. Sie fühlte sich jedoch von seinem prüfenden Blick nicht unangenehm berührt, denn sie hatte Sinn für Humor. „Run? Wie finden Sie mich?" Sie wartete augenscheinlich darauf, daß er ein Urteil über sie abgeben sollte. „(Sie sind sehr hübsch - ich möchte sagen lieb- nch - das ist ein Wort, das besser zu Ihnen paßt. Das bemerkte ich gleich, als ich Sie das erstemal traf. Ich hätte mir aber nicht träumen taffen, daß Sie heute wiederkommen würden. Mar ich nicht etwas zu anmaßend in der Teestube? Die Leute glauben immer, daß ich anmaßend bin, und dabei ist doch nur mein Interesse erwacht." .. „Rein, Sie waren nicht anmaßend", sagte sie lächelnd. „Ich dachte mir nur, Sie wären etwas außergewöhnlich." „■5)08 bin ich auch", unterbrach er sie. „Ich babe mich noch niemals in junge Damen Der» hebt — dabei vergeudet man nur Verstand und Witz. Verstehen Sie, was ich damit sagen will? Man verliert feine Menschenwürde und seinen Charakter — man wirft für den Kem den ganzen Rpfel weg. Das klingt komisch - aber es ist voch so. Ich bin niemals ganz so verrückt." Der Kellner kam und stellte Kannen und Tassen auf den Tisch vor sie hin. .Sind Sie nicht die Sekretärin von Mr. Crewe?" (Fortsetzung folgt.) irtfchafi. Vereinsbank Butzbach. pb. Buhbach. 16.März. Heute nachmittag fand im ..Hess. Hof" die Generalversammlung der Vereinsbank für Butzbach und Umgegcnb e G.m.b.H. Buhbach statt, die von rund 200 Mitgliedern besucht war. Aus den, Geschäftsbericht für das Jahr 1929 ist zu entnehmen, daß dos Geschäftsjahr 1929 eine weitere günstige Entwicklung der Genossenschaft aufwies. Die Dank hot einen Mitgliederzuwachs von 54 Mitgliedern mit 63 Anteilen zu verzeichnen. Dementsprechend erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 516. die Zahl der Anteile auf 585. während die eingezahlten Geschüftsguthaben der Mitglieder sich um 14 256,50 Ml. aus insgesamt 129 218,90 Mark erhöhte. Die Gesamthaftsumme betrug am 31. Dezember 1929 585 000 Mk. Die Gesamt- garantiemittel stellen sich auf 760 000 Mk.. wodurch die Sicherheit für die Einleger in jeder Beziehung die denkbar beste genannt werden kann. Der Gesamtumsatz für 1929 betrug 51 966 000 Mk. Die Bilanzsumme konnte um 200 538 Mk. auf 1 409 798 Mk. gesteigert werden. Die Steigerung der Spareinlagen betrug bei 1257 Spareinlage-Büchern 183 152.15 Mk. Die Generalversammlung genehmigte den Borschlag des Borstands und Aufsichtsrats. wonach der Gewinn wie folgt verteilt wird' 13 393,40 Mk. 10 Prozent Dividende einschließlich 10 Prozent Kapitalertragssteuer. 10 000 Mk. Reservefonds, 5000 Mk. Betriebsrücklage. 2346,70 Mobiliar und Einrichtung, 3366,97 Mk. Dortrag auf neue Rechnung. Hiernach stellte sich die Schlußbilanz auf 1 407 451,50 Mk. Aach Schluß der Tagesordnung hielt Generalsekretär Dr, Strub einen interessanten Vortrag über Wirtschaftsfragcn. Lauterbacher Volksbank. WER, Lauterbach, 16. März. Die Lauterbacher Bolkßbank hielt jetzt ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aus einem Umsatz von rund 54 Mill. Mark im Geschäftsjahr 1929 ergab sich ein Reingewinn von 27,833 Mk., einschließlich eines Vortrages von rund 2849 Mk. aus den, Jahre 1928. Die Generalversammlung beschloß die Verteilung einer Dividende von 9 v. H., wozu 7078 Mk. bereitgestellt wurden. 8930 Mk. wurden dem Reservefonds, 4500 Mk. der Spezialreserve und 5000 Mk. dem Pensionsfonds überwiesen. Der Rest von rund 2325 Mk wurde auf neue Rechnung vorgetragcn. Der seit vielen Jahren an der Spitze der Bank stehende Direktor Lang hat nach Vollendung seines 70. Geburtstages den Wunsch geäußert, aus dem Vorstand au«° zutreten. Die Wahl eines neuen Vorstandes soll in der nächsten Generalversammlung vorgenommen werden. Fortschreitende Konzentration des Aktienkapitals. Die fortschreitende Konzentration des Aktienkapitals hat im Jahre 1929 angebalteu. Laut »Wirtschaft und Statistik" hat sich daS DurchjchnittSkapital je Aktiengesellschaft von 1,8 Mill. Mk. Ende 1927 auf 1,96 Mill. Mk. Ende 1928, und weiter auf 2.09 Will. Mk Ende 1929 gesteigert. Die kleinen Gesellschaften mit einem Kapital unter 500 000 Mk find der Anzahl wie dem Kapital nach zurückgegangen, die mittelgroßen mit einem Kapital von 500 000Mk. bis unter 5 Mill. Mk. haben sich bei einem unbedeutenden Rückgang der Anzahl dem Kapital nach gehalten. Die großen haben sowohl der Anzahl, wie dem Kapital nach zugenommen. Ende 1929 entfielen auf die kleinen Aktiengesellschaften 59 Prozent der Anzahl sämtlicher Aktiengesellschaften, aber nur 4 Prozent des Gesamtkapitals. Auf die mittelgroßen Gesellschaften entfielen 34 Prozent der Zahl nach, auf die großen Gesellschaften 7 Prozent, aber 72 Prozent dem Aktienkapital nach. Auf die Gesellschaften mit einem Kapital von 50 Mill. Mk. aufwärts entfallen 36,6 Prozent des gesamten Romi- nalkapitalS der deutschen Aktiengesellschaften. Zinsermäßigung für die Landwirtschaft. Die Deutsche Rentenbant-Kredit- a n st a l t lLandwirtschoftliche Zentralbank» hat aus Anlaß der Herabsetzung des Reichsbankdis- kontsahes den Zinssahfür die Landwirtschaft mit Wirkung vom 8. Mörz 1930 um 1's Prozent herabgesetzt. Der Höchstzinssatz, den der einzelne Landwirt für die aus Mitteln der Rentenbank-Kreditanstalt gewährten Personalkredite zu zahlen hat, beträgt nunmehr Der deutsche Außenhandel im Jebmar. Die Handelsbilanz mit fast 100 Millionen Mark aktiv. Die Ausfuhr im Februar beträgt 1026,3 Mill. Mk., die Einfuhr nur 981,6 Mill. Mark. Mithin ergibt sich für Februar ein A u s- fuhrüb erschuft von 4 4,7 Mill M k. Der tatsächliche Aussuhrüberschuh im Februar ist jedoch noch um fast 50 Millionen höher, da die Einsuhrzahl noch nachträgliche Zollabrechnungen für 1929 in Höhe von 101 Mill. Mk. enthält, denen ein in der Einfuhrzahl nicht enthaltener Zollabrechnungsverkehr für Februar von schätzungsweise 50 Mill. Mk. gegenübersteht. Die Handelsbilanz im Februar ist also mit fast 10 0 M i l l. Mark aktiv. Gegenüber dem Vormonat haben Ausfuhr und Einfuhr obgenommen, stärker jedoch die Einfuhr. Die zahlenmäftige Abnahme der Ausfuhr (66,0 Mill. Mk.) ist wohl aber nur auf die geringere Zahl von Tagen im Februar gegenüber dem Januar gnrückzuführen; denn auf den Arbeitstag umgerechnet, ergibt sich im Februar sogar eine Steigerung der,Ausfuhr gegenüber Januar. Der Anteil der ÄeparationS^Sachlie- f e r u n g c n an der Ausfuhr int Februar beträgt 64,5 Mill. Mk. (Januar 58,8 Mill. Mk.). Vei dem Vergleich der Einfuhrziffern für Januar und Februar ist zu beachten, daß auch die Januarziffer sich aus zwei Teilen zusammenfetzte, nämlich der tatsächlichen Einfuhr im Januar unö den Einfuhrmengen des letzten Halbjahrs, die den Zollabrechnungen am Ende des Jahres entsprechen. Würde man dies nicht in Rechnung stellen, ergäbe sich für Februar eine zahlenmäßige Einfuhrminderung um 323,2 Mill. Mark, die nicht den tatsächlichen Vorgängen entspricht. Die für einen Monatsvcrgleich zu benutzenden Ziffern sind für Januar, nach Absetzung von 223 Mitt. Mk. Zollabrechnungen, 1081,9 Mitt. Mk. und sür den Monat Februar, nach Absetzung von 101 Mitt. Mk. Zollabrechnun- gen, 880,6 Mill. Mk. Gs ergibt sich also im Februar eine Abnahme der Einfuhr von 201,3 Mill. Mk. Die zahlenmäßige Einfuhrminderung gegenüber dem Vormonat entfällt fast ausschließlich auf die Gruppe Lebens mittel und Getränke, die um 202,5 Mill. Mk, und auf die Gruppe R o h st o f f e und halbfertige Waren, die um 110,5 Mill. Mk. geringer ausgewiesen ist als im Januar. Unter/hm Lebensrnitteln verzeichnen als Folge der Voreindeckungen, die zum überwiegenden Teil bei den Zottabrechnungen im Januar in die Erscheinung getreten sind, Gerste eine Cinfuhrabnohme um 95,7 Mitt. Mk., Weizen eine Einfuhrabnohme um 26,3 Mill. Mk. Ferner weisen einen stärkeren Ruckaagng der Einfuhr zum Teil ebenfalls durch die Januarabrechnungen bedingt, auf: Kaffee, Butter, Mais, Linsen und Obst. Zugenommen hat unter den Leben-Mitteln in nenneswertem Umfange (+ 3,4 Mill. Mk.) die Einfuhr von Eiern. Auch die Lttmahmc der Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren ist in ihrem Ausmaß von beit Zollabrechnungen im Januar beeinflußt. Einen stärkeren Einfuhrrückgang zeigen Mineralöle (— 27,8 Mitt. Mk.), Wolle und andere Tierhaare (22,9 Mitt. Mk.), Baumwolle ( 22,3 Mill. Mk.) sowie Bau- und Rutzholz, Oelfrüchte und Oelsaaten, Kalbfelle und Rindshäute. An dem Rückgang der GesamtauSfuhr sind die Fertigwaren mit einer um 39,4 Mill. Mk., die Rohstoffe und halbfertigen Waren mit einer um 25,1 Mill. Mk. verminderten Ausfuhr beteiligt. Unter den Fertigwaren ist insbesondere die Ausfuhr folgender Warengruppen zurückgegangen: Walzwerkserzeugnisse und sonstige Eisenwaren um 12,5 Mtll. Mk. chemische und pharmazeutische Erzeugnisse einschließlich der Farben um 4,9 Mill. Mk., nicht elektrische Maschinen um 4,6 Mill. Mk., Papier und Papierworen um 4,4 Mill Mk. Die Abnahme der Ausfuhr von Texttlfertigwaren ist unerheblich (—0,3 Mill. Mk ), da innerhalb dieser Warengruppe einzelne Erzeugnisse, wie z. B. Kleidung und Wäsche (H 5,3 Mill. Mk ), eine Zunahme der Ausfuhr aufweisen. Gestiegen ist u. a. die ANSfuhr von Pelzen und Pelzwaren (+ 4,8 Mill. Mk.) sowie von Wasserfahrzeugen (-1- 3,5 Mill. Mk ). Die Abnahme der Ausfuhr von Rohstoffen und halbfcrtigen Waren entfällt vorwiegend auf Steinkohlen (— 8,9 Mill. Mk ), schwefelsaureS Ammoniak (— 5,5 Mill. Mk ), Kok« ( 4,9 Mitt. Mk.) und Textilrohstoffe (— 3,4 Mill. Mk ). Von den wichtigsten Reparations-Sachlieferungen int Februar gehören zu der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren Steinkohlen mit 10 Mill. Mk., zu der Gruppe Fertigwaren: Walzwerkserzeugntsse und sonstige Gisen- toaren mit 13,6, nicht elektrische Maschinen mit 10,1, Wasserfahrzeuge mit 5,8, elektrische Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse mit 3,9, sowie chemische Erzeugnisse einschließlich Farben mit 3,0 Mill. Ml. 7Ä/< Prozent. Hierin sind alle Provisionen enthalten mit Ausnahme des Wechselstempels, welcher besonders belastet werden darf. - * * Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag deS 12. März berechnete GroßhandelS- indexziffer deS Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche von 127,5 auf 126,3 oder um 0,9 Prozent gesunken. Von den Hauptaruppen ist die Jndexzisser für Agrarstosfe um 2,5 Prozent auf 109,9 (112,7) und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Haibwaren um 0,5 Prozent auf 125,2 (125,8) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat um 0,3 Prozent auf 153,1 (153,5) nachgegeben. * Umbildung des Aufsichtsrats der Frankfurter Gasgesellschaft. In der außerordentl. Generalversammlung der Frankfurter Gasgesellschast am Samstag wurden Stadtrat Dr. L i n g n a u, Stadtrat K r i eg e i s, Stadtverordneter Loeb, Stadtverordneter Heise, Stadtverordneter Dr. Merton, Professor Dr. Julius Lehmann. Direktor S. Bacharach (Dresdner Bank- und Stadtverordneter Schulz (Ofsenbach) neu in den Aufsichtsrat gewählt. AuSgeschieden sind u. a. Oberbürgermeister Dr. L a n d m a n n und Stadtverordnetenvorsteher H e i ft w o l f. Von einem Aktionär wurde der Austritt einer noch größeren Anzahl von Aufsichtsratsmitgliedern angeregt, da der Aussichks- rat zu groß sei, um nutzbringend arbeiten zu tonnen. Die Beantwortung einer Reihe von Fragen des Aktionärs, so nach der Höhe der Schulden der Gesellschaft gegenüber der Stadt Frankfurt, der jährlichen Zinsenlast durch die Kohlenfelder usw., wurde von der Verwaltung abgelehnt unter Hinweis darauf, daß diese Fragen nicht mit der Tagesordnung in Verbindung ständen. * Ardie-Werk A.-G, Rürnberg. Die Gesellschaft erzielte 1929 nach 87 361 (115 501) Mk. Abschreibungen einen erhöhten Reingewinn von 489 194 (368145) Mk., über dessen Verwendung keine Angaben gemacht werden. Roch dem Bericht war der Geschäftsgang zufriedenstellend bei wesentlich gesteigerten Umsätzen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 17. März. Tendenz, ge- schästSloS. — Auch zu Beginn der neuen Woche hatte die Börse stark unter der anhaltenden Orderlosigkeit zu leiden, so daß das Geschäft auch heute nut zeitweise etwas größeren Umfang annahm. Trotz der Klärung der innerpolltischen Lage und der bevorstehenden Verabschiedung des Polen-Abkommens blieb die Unternehmungslust sehr bescheiden. Die Tendenz neigte eher zur Schwäche, da die Spekulation unter dem Druck der trostlosen Situation vereinzelt zu Abgaben schritt. Zur Verschlechterung der Lage trug die zum Schluß schwächere Reuyorker Börse vom Samstag noch einen Teil bei. Auf der anderen Seite blieben günstige Momente wie die seht flüssigen internationalen Geldmarkt verhält- nisse und der Ausfuhrüberschuß von 100 Millionen in der deutschen Außenhandelsbilanz für den Monat Februar ohne Bedeutung. Gegenüber den Schluhkursen vom Samstag waren zumeist Abschwächungen zu verzeichnen, die aber kaum ein größeres Ausmaß annahmen, was darauf schließen ließ, daß bei der geringen Unternehmungslust das Angebot ziemlich klein blieb. Am Kunstseidenmarkt scheint sich eine Beruhigung durchgesetzt zu haben, denn Aku wurden heute etwas höher taxiert. Von Abgaben von holländischer Seite war nichts mehr zu spüren. Am Elektro markt kamen, wie an anderen Märkten, keine Erstnotierungen zustande. Berg, mann etössneten etwa 2 Prozent schwächer, Siemens lagen dagegen gut behauptet. Don Ehemiewerten waten J.-G - Farben 1.75 Prozent nichtiger. Montan wette lagen ganz ohne Geschäft. Der Banken markt »ar uneinheitlich veranlagt. Geringfügig abgeschwächt eröffneten Barmer und Dresdner Bank, während Commerzbank leicht erhöht waren. Zellstoss- a 11 i c n bis zu 1 Prozent gedrückt. Renten still. Deutsche Anleihen waten gesuchter und festet. Im Verlaufe stagnierte daS Geschäft fast vollkominen. Die Kulisse nahm weiter einige Abgaben vor. so daß sich baß KurSniveau erneut» um dis zu 1,5 Prozent abschwächen mußte. Am Geldmarkt war TagiSgeld mit 5 Prozent gesucht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20.3850, London gegen Kabel 4,8620, gegen PatiS 124.27, gegen Mailand 92,83, gegen Madrid 39,00, gegen Schweiz 25,12, gegen Holland 12,1250. Frankfurter Lchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. März. Auftrieb: 1275 Rinder: darunter 312 Ochsen, 81 *3allen, 521 Kühe, 325 Färsen: Kälber 502; Schafe 81; Schweine 4742. Es notierten Rindet: Ochsen: vollfleischige, ousgemästete, höchsten Schlacht- wett«: jüngere 54 bis 58 Mark, ältere 50 vis 53, sonstige vollfleischige jüngere 46 bis 49; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- Werts 54 bis 56. sonstige vollfleischige oder auS- gemästete 49 bis 53; Kühe, jüngere, vollsleischige, höchsten Schlachtwerts 45 bi« 48, sonstige voll- sleischiger oder ausgemästete 41 bis 44, fleischige 34 bi« 40, gering genährte 28 biS 33; Färsen (Kalbinnen. 3ungrinbcr): vollfleischige. auSge- mästete, höchsten Schlachtwert« 56 bis 59, vollfleischige 52 biß 55, fleischige 48 bis 50. Kälber : beste Mast- und Saugkälber 74 bi« 78, mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 73, geringe Kälber 60 bis 67. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 70 bis 72, dollflei- schige Schweine von etwa 240 bi« 300 Pfund Lebendgewicht 70 bis 73, von etwa 200 bi« 240 Pfund Lebendgewicht 70 bi« 73, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 70 bis 73, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 68 bi« 70 Mark. Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu ausverfauft. - Schweine schleppend, Ucberftanb. — Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Bekanntmachung Es werden folgende Marltvcrlegungen vorgenommen 1. Don Montag, 14. April auf Dmstag. 15. April, (Passa- fest); der Schweincmarkt wird trotzdem am 14. April abgehalten. 2. Dom Montag, 21. April auf Dienstag, 22. April (Osterfest). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. März. Am Produkten - mar!t lonnte auch zu Beginn der neuen Woche keine Belebung eintreten. Die Auslandnotierun- gen lagen schwächer; trotzdem da« Angebot gerina blieb, zeigte sich gar keine Unternehmungslust bei den Händlern. Roggen war angeboten und bis 0,25 Mk. niedriger. Auch Sommergerste mußte bis 0,25 Mk. nachgeben. Am Mehlmarkt war das Geschäft gering. Weizenmehl blieb gut behauptet, ebenso Weizen. Roggenmehl lag bis zu 0,25 Mk. schwächer. Am Futtermittelmorkt er« gaben sich keine größeren PreiSderluste; infrage zunehmenden Angebotes war WaiS für Futterzwecke, auch Weizenkleie, etwa« niedriger, während Roggenkleie gut gehalten war. ES wurden notiert: Weizen 26,25 Mk., Roggen 16,50, Hafer (inländischer) 15,75 bis 16, Sommergerste sür Brauzwecke 17, Mais (gelb) für Futterzwecke 14,50, Weizenmehl (süddeutsches Spezial 0) 37,75 bis 38,50, Roggenmehl 24,25 bis 25,50, Weizenkleie 8 bis 8,10, Roggenkleie 8,25. Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 22 bis 33. Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 35 bis 80. Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 8,75, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 4,80, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 5. Treber (getrocknet) 10,50 bis 11 Mk. — Tendenz: matt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 15. März. Tendenz: etwas freundlicher. Der Umsatz hat sich aus dem ermäßigten Riveau leicht gebessert. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation. Jnlandeier ab Station.) Preise in Pf. per Stück: Italiener 8.50 bis 9,00, bulgarische 6,50 biS 6,75, jugoslawische 7,00 bis 7,25, rumänische 6,50 diS 6.75, polnische 5,75 bis 6,00, holländische 8,00 bis 10,00, dänische 8,00 bis 10,00, belgisch-flandrische 8,50 bis 8,75, schlesische 7,50 bis 8.00. bayerische 7,00 bis 7,50, norddeutsche 7,50 bis 8,00. Vanknoten. Devisenmarkt veclin — Frankfurt a. M. ß 6,5 v. H. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter beit Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Divibende an. — Reichsbankbiskont 5,5 v. H., Frankfurt a. Dl. | Vertin Frankfurt a. M. Vertin Frankfurt a. Dl. Berlin (Schluß, l i-llhr- tur« | fturd «Schluß- lurs Ansans» Kurs Schluß.! (ur4 | 1-Uhr» Kurs Schluß., für* 1 Anfang- Ours Schluß« 1 l«ü>r« ft T. Schluß» Änsang- Datum 15. 3. 17. 3. 15. 3. 17. 3. Datum 15. 3. 17. 3. 15 3. 17. 3 Dalum 15. 3. 17. 3. 15 3. 17. 3 6% Doutidje Steichsanlelhe von 1927 .......... '% Scutldjt JhWanlcRje von 1929 .......... Deutsche Anl-Wlvl.-Lchuld mit ÜluSlo».Hiechlen....... SfiaL ohne SluMot-StcdUc . . . 8% hoff. BoMtaot von 1929 lrückzablb. 102%)...... Cbcrbcffcn Provinz - Anleihe mit 9Iu«of.'9ied)tcn....... Deutsche ftmiim. Sauimclabl. Anleihe Gerte i....... 8°;, Franks. Hyv-Bank Goldps» XIII unkündbar bi« 1931 . . . 7% Franks. vyv.'Bant Goldpse unkündbar bis 1938..... 4*4% Rheinische Hyp.-Baul Lia», (votdvst......... 87,5 98,9 51,75 8,3 86 48,75 49,65 96,5 85,75 62,7 97 94,5 15 92 28,5 4,25 26 23,2 2,6 6.65 6,65 6,65 8,9 i i । i । i i i i i i i i» ii'iii Ri i r > s 87 99 51.2 8,4 86,5 49,8 97 94 89 28,65 2.65 26,2 23,4 2.<5 6.65 6,6 6,6 11,1 H 8,95 -o In II 1 H 1 £ 1 1 -1 is i i 1 1 1 1 I I 1 1 1 »» 1 1 | A.-Hintburfl^mcrUa Pake, . . . *< Hambnr^Sübam.Dampsschiss. 8 Hansa Dampsschifs.....10 Kotbbcurtdict Lloyd.....8 Allgemeine TeutscheLrediiiwü. io Barmer Bankverein .... 10 Berliner Hanbel^ieseUschasl . 1$ Commerz und Priuat-Bank. n Tarmüübter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Dlkcontv>GeseIischaft, . . . io Dresdner Bank......io ReichSbank........1t ei.6.0. .......... 8 Bergmann.........9 (Hettr. Llefrning«gesellschaft. 10 Licht und Straft......10 Fellen & Guilleaume . . . 7% Gesellschaft für Clcklrische Unternehmungen .... 10 Hamburger (flcttrljlt4tJ«4Berfe 10 Rheinische SektrlMt . . . . 9 Schlesische iricktrizitüi. ... 10 Gdiudcrl & (So.......11 Siemen« & Hauke ..... 16 Trant-rablo.........8 Lahmeyer ft Co.......10 Buveru» .......... 6 Deutsche CrdS! .......6 Essener Steinkohle .»••». 8 Gelsenkirchener ....... 8 f->arpcuct . ......... 0 Hoesch Eisen........ 6’. 1 File Bergbau.......10 ttlödneriverle..... . Mannesn.anu^Rühren . • • . ' Manksewer Bergbau ..... 7 £bcr|Ml SikiiBebaif .... 5 Cberidjlci. StoKtoerle.....' Phdnir Bernbau......VH Rheinische Braunkohle» . . 10 Rhetnstahl........ f Diiched Montan..... 7,2 106 : 107.75 120,25 128.5 179 IM 228 142,5 146 280,5 160,5 161 166,5 125 169,5 141,25 183 243 184 75,75 99,5 138,65 130 251 101,5 104,5 103,5 68 100 229.5 113 94 * — 128 154,25 145^ 194^5 = — 243 2 - 5 — 105,25 .« 107,25 120.5 128.5 179.25 154 227,25 142.13 146 ' 161 195,25 166 169,75 131,5 161.5 183 244,5 _ 164,65 98,75 141,75 138.25 131 251 10? 103.5 104.5 103,75 98 100,4 228 113 105.25 159 107.13 120.5 127,5 179 5 154.25 227 142 145.5 280 161 194 169,75 130 158.5 243,25 75.4 98 140.5 138 130 101,5 103,5 1034 97.75 100.13 225.25 112,5 '^eremlate -Stahlwerke..... ctavl Mtnen......18'/. Kaliwerke Aschcreieben ... i< Kaliwerke Weneregekn ... 16 flalliocrtc SaUdctinrtb ... 15 F. G. Farben Induskne . . . 19 Tnnamii Nobel.......6 95^5 ■210,5 212 357 160 148 66.5 75.5 105,5 96 126,25 82 92,5 203 152,5 37,5 242 154 338 37 IN 107 130 211 152,5 MHI pt | | 13 ;S!I • 1 1 M Rl 1 1 1l 1 1 ! I 11111111'1 95,-5 56,4 208 210.5 356 IGO 66,5 75 105,5 81 271 212,5 92,75 147 202.75 152.5 166,25 36,75 239,5 45 17,5 74 154 339 37 41.75 38,5 29,5 218 153 95 56 206 5 210 355.5 159 66,75 74,6 104,75 269,6 211.5 93,5 146 202,75 X - 166 37 236,5 45.5 17,5 - 129,5 - l'wlbschiuibt ........ L RütgcrSwerke ........ 6 Metaltgrlellschast.......S PHNtpV Hofmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cemontwerk Karküabl. ... 10 Waytz ft Freytag......6 Schultheis Pagenhoscr ... 15 Cflroedc........ 12 Slku...........1k Bemberg.........n Zellüoff «aldhos .... 13". aellitcff Sldiuffenbutn ... 12 Chnrloltenburger Vasser . . . 8 Tclsauer Ga4 .......!' Tatmlee Motoren . ..... O Deutsche yinolrum ...... Maschinenbau A.-G. ..... O Ral.Auwinobtl ...... 0 '"Tenltctn & Koppel ..... 6 Leonhard Tieh ...... 10 SvenSka........... Franlsutter Maichmev ...» 4 Grißncr ...... 6 $\*oUaenflaeM ....... v Qunonan»...... 6 Lechwcrke..........f Mainkraftwerke Hüchst a.M. . 5 Miog. 10 i% Rumänische vereint,. Diente von 1918 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente . Drrlin, 15. Dtür, «Selb - »Hef Amertlantiche Noten..... 37778 4,198 Belgische Noten........ 58,26 58,50 Dänische Noten........ Englische Noten ...... 111,83 20,327 112,27 20,407 Fran;ösische Noten ...... Holländische Noten...... 16,365 167,59 16,425 168,27 Italienische Noten...... 22.03 22,11 Norwegische Noten...... 111,78 112,22 Deutsch C'cflcrt-, i 100 Kronen 9tumänische Noten...... 58,88 59,12 2.46 2,48 Schwedische Noten...... 112,18 112,62 Schweizer Noten....... Svantsche Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 81,14 81.46 52,30 52,50 12,36 12,42 Ungarische Moten...... 72.95 73.25 15. Mürz 17. Mürz Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld artet Seid artet Ämst- '.Hott. 167.89 168,03 167,93 168,27 Buen-Airc» Brn-5lntw. 1,550 1.554 1.551 1,555 58 355 58,475 58,36 58 48 (iOriftiniiin. 112.04 112.26 112,05 112,27 Kopenhagen 112,12 112,34 112,12 112,34 Stockholm . H2.44 112.66 112,42 112,65 HelnNgfor-3. stallen. . . 10,536 21,945 10,556 21,985 10,542 21.93 10.562 21,97 London. . . Network .. 20,362 20,402 20,362 20.402 4,1865 4.1965 4,1885 4,1X5 Pari-.... Schweiz .. 16,375 16,415 16.38 16,42 81.08 81.24 81.09 81,25 Spa icn. 52.05 52.15 53,00 53.10 Hapan . .. vtio de Jan. 2.068 2.072 2.068 2,072 0,481 0,483 0,481 0,483 Öfen in T- Ctft. adgest 58,98 59,10 58,995 59,115 Prag . . . . 12.41 12.43 12,41 12.43 '^elirad . . 7,402 7.416 7,405 7,419 Dudapeii. . 73,18 73,32 73,17 73,31 Bulaarien . 3,039 3,045 3,03? 3 041 ihssabon ■ • 18,81 18 85 18,81 1885 Tanjig. . . 81,36 81.52 81,37 81.53 .Sonft ntin. 1.784 1,788 1,785 5,425 1.789 Alben. . . 5.425 5,435 5,635 Canada 4.175 4.183 4,178 4,186 Uni not). . 3.686 3.694 3,676 3,664 Cairo . »> 20,802 20,92? 20,88 20.92 H I S« 5§^§E g O H 5 -2L- cB c <9 B« ® a ZX G^Z£ 3 3 u O^' " ''LZ 19 £ L--4 H® *.8R A «n c *a wir e 5* ZZe- 19’5. s» « -® 2ZA-A g B, ’^Go1fc' rSßSE CJ§5 s ■c ga^«? S £ :§g EtP E cttDci N EEPl'Ü-0 5? *5 >Ä«I9 .E SLto Ä L E AZZ ■ü> - 55~ FJfti) §hg O L? _E - '— K N 3 & L ö «D H 19 L E to = E » Z i ES K! S ä A -cy 1$ 10 E G e 8Z 10 -Z i- Ä r, v « S ■f»i9 « g K E e SH 2 § 2 5* i/e« E K.VÄ &8S 3 ZZ^ i: £Z er- .E t ^8 fc e'5 S»jg«“J8 ZOL £ c g ü3 ®st!i Ö - 'M e» ^A A§ S o 2. ®*E£ in E 3 c a®^5^ e “8c- Z® E) a w äi# Q •5 E C> 55 £*■ X z SE-i m e v gsS 5? 5$ ® S - sA XtoäX ~">x5 A 3? GL a E o* g Q G E S s s g L c — ’S» c - KZ a» 2> -O s L <8 ■= Ü) <*a 3S e».- 'Ls-ff C'C- S>^ G a P »»'^ .a 2 U® 2! E ö E £ aue; ÜH2., ’S S L L 55 'S E €c« *2."^ »SuHi rfW|8Ä e I ! €• B v» M tsG .= E.2 'S :C ESP o g5 a- — in. eG a> Ew^ ä-g s: 2 s S?E 2 E .gS?" S K® 2 ' .« C . 2J ® 8>B 2 r- o^-E - eU)a g 8 S c c>5 c >• L I ii^=B = u= 5 O >— y~* s« •«— -*— Z4L- -AZs >s? y e >s o ja A i jgg® E-SmE-“* 8P’2-o gGtr S«5 s E< g®g* >-> 2 to£- «j Ms IM 7tz 58 <1 li.g ':' : IV'*: n-8 2i.3-2- - l&ttl C ! 5 'jE e " Z® . c Z'^L ht Efc2 ZLE 1,16 | $65 ',59 !,03 1,78 8,88 2,46 il.l 91,11 52.30 12.36 72.95 ^ -= 'S G^ °^S Z-L g — ®* Ec 2 - 2, .. Se «- iSE® «a 2 X. -7*0£ C :O U. u ® □ o u ( O ZD G a* c in _•— ™ = ö 5 3 eQ -• 8^. & = « g cu; feEE . ö ,x 2Z E d ' g J =i.?-=^ L? -c5®o ^Lsrs^.LSE^. L.L 1-. 4> a» >C^ —tr? i» 3 G^a ®GxG 2 BG j=SXQ J- G e=M Ä2-55 ZS ■S^LoG»» SS v =G- o*— LZ L^I^SL8SZ.3E ^’o^oTG- " ~ Stid -L W Eö E A t Eß E3 -c-°-e = E E h ä^.ga .stylf^r.'hs m o E in c «.S^EZ ~= EA Ä 2.2 § Ä e' «7 2 2äE(9 .= A.G-2-L L! :O .2 'S Jg^öß e Eg e» jt ^G- 'S & iii- 111; 10,54 2'S !0,$ 1,1^ 16.* 81-g iJ.O1 2 068 0,481 58,8* 1,41 1>. 73, Ä !,'ß 5.425 6.2 3,675 20,88 ®s glsi ■“ a- E ,. aa 'e-t. M = „ L® DLZ^^KAE^ '-> jP “ . 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' ® u? -“öS •*-' — M°M?Z -° Stß - iuSJ--cgÄ *tr ~ G _ a S Tt ,P S 'Q iu A *-ä «äs’Z-Sä =o=g=2 -= E G^G" °& = IsZ aÄ = ;%=e2 i^sS: OG v 2 debörse. . An, Produlien. der neuen Kch« Autlandnvtittun- s Angebot itrina Internehmngilun it angeboten und mmugerße mutzlr WehlinAit Lar chl blieb gut be» innehl lag btt zu emlticlmorft et< foedufte: Wtfr 'aii für Snttttv medrlger, vSH« jät. «ttBÄa M ttJW, W /omrnetflCtfte |üt str RulteWdt , Hpezral 0) 37,75 ii 25,50, Delzkiv !5, Erbsen (je noi btt 33, Linien fit i) 35 btt 80. Ha Sen) 8,75. *W' jt) 4,80, WeiM' >, Treber tgetrva- ay: matt, i'markt. i Tendemi eins# ich aus dem/' ert. 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