Montag, U. Zebruar 1930 Nr. 40 Erstes Blatt 180. Jahrgang Die Religionsverfolgungen in der Sowjetunion Oie bolschewistenfreundliche orthodoxe 192547 210262 233966 255215 273:05 301512 317811 338793 191680 203073 22513' 251374 278819 -52435 314052 337894 359582 377640 388441 193371 213411 237971 255351 28235! 30353* 3202H 3434F 363024 369351 377892 37811! 392196 393971 richten: »nzetger Stehen. 8t '>0370 11661! h S 175255 > 7990! 11139 22*827 25043: >4884 317160 3214» UH 339133 341«! 3 441 7528 0813 16099 3'074 31109 3*5*9 । °^60 65328 63789 ° 80932 84370 87*92 3 92397 93682 95283 101989 103758 1052« 11814a 118827 119818 132997 141122 142494 163278 187402 171855 58,B Ä 16.« Ä Ä i! $ Ä 111-$ II 2,07 111-j io-d 16. 52 05S .465 58,90 *&■» 7.3 J3-L5 Ä Ä Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filter, sämtlich tn Gießen seid der Weltpolitik verschwinden, ja noch vielmehr in den Mittelpunkt rücken, als es bisher geschehen ist. Die innere Konsequenz des bolschewistischen Systems führt trotz gelegentlicher Konzessionen doch immer wieder zwangsläufig zu Spannungen, Explosionen und schweren Zu- sammenstöhen mit der übrigen Welt. Hier kämpfen überstaatliche Mächte miteinander um die Herrschaft über die Menschen. Die Schwierigkeit der deutschen Lage beruht darin, dah Deutschland als ein von den kapitalistischen Westmächten ausgeplünderter Staat neben dem Kampf um die christliche Kultur auch den Kamps gegen die Proletarisierung und Verelendung seiner eigenen Bevölkerung zu führen hat. sjiebung rcutbtnStolu !. gezogen 1401 351871 54462 280780 28861! 178 216692 370312 78 49001 59887 8M 175141 186332 205971 34-1427 367605 376OS J66 10991 12635 14N 94 65041 71001 712: 19 146049 174630 19935. 209052 227912 2280- 254516 257125 26l£ 335798 3358-6 W 353307 360911 36637 392 9527 13609 1» 198 42853 53890 6041 BiS|S 156668 156037 16g s ;s ® 243675 246330 MW B sss g B iss | 365266 371073 3k eben: 2 500000,2^Ä 7500,2j» « ? 1000,128 iOjj e 200), 1728 fljtM je 300 H-2 ll-j ui p 9l l li >'£ nm Miud Mrbofn SSls Oie parlamentarische Lage. Oie Deckung des Defizits im ^eichshaushalt. — Annäherung der Parteien. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen erklärt Kirche WTB. Moskau, 16. Febr. Das Oberhaupt der sowjetfreundlichen griechisch-orthodoxen Kirche Rußlands Metropolit Sergius und die Mitglieder des Synods haben Vertretern der Sowjetpresse aus eine Anzahl Fragen über die Lage der Kirche in der Sowjet-Union Antwort gegeben und die Unterredung in einer gemeinsam unterzeichneten Niederschrift festgelegt. Sie erklärten u. a.: „3n der Sowjet-Union gab es und gibt es keine Religionsverfolgungen. Gemäh dem Dekret über die Trennung von Kirche und Staat ist jedes Glaubensbekenntnis völlig frei und wird von keinem staatlichen Organ venvlat. Manche Kirchen werden tatsächlich geschlossen, doch w.rd ihre Schlie- hung nicht au, Veranlassung der Behörde, sondern auf Wunsch der Bevölkerung und in manchen Fällen sogar auf Beschluß der Gläubigen vorgenommen. Die Atheisten sind in der Sowjet-Union als Privatgesellschaft zusammengeschlossen, und deshalb ist ihre Forderung auf Schließung von Kirchen für die Regierungsorgane keineswegs bindend. Don der Sowjet- regierurrg gegen Gläubige und Priester unternommene Repressalien gelangten keineswegs wegen religiöser Ueberzeugungen zur Anwendung, sondern wie anderen Bürgern gegenüber wegen verschiedener regierungsfeindlicher Handlungen. Das Mißgeschick der Kirche besteht nämlich darin, daß sie in den vergangenen Zeiten, wie allgemein bekannt, zu s ehr mit der monarchistischen Ordnung verwachsen war. Die gegenwärtige Lage der Kirche unterscheidet sich erheblich von den früheren Zuständen. Zufolge der radikalen Aenderung der Wirtschaft des Landes, die auf die Ablösung der alten Wirtschaftsformen durch neue (Kollektivisierung der Landwirtschaft, Industrialisierung des gesamten Landes) hinausläuft, verschlechtert sich die Lage der Kirche. Wir geben jedoch nicht die Hoffnung auf. Aus die Frage: „Wie stellen Sie sich zu der jüngsten Botschaft des Papstes" wurde ge- anfmort: „Wir halten es für nötig, darauf hinzuweisen, daß_uns die jüngste Botschaft des Papstes gegen die Sowjetmacht äußer st befremdet. Achill iit, - Ä N |eit'Ejn°9c9en Ä •8- Me[ibnnID-A eil r 8clragt »S '.“°9nie lrp War es ( enlQ?' behauptet, r? ■ schwäche hwÄ; tla9e,6»*^ wissen Grade ja auch von Zentrum und Demokraten durchaus sympathisch ausgenommen werden. Nimmt die Entwicklung der nächsten Verhandlungen diesen Verlauf, so dürfte es dem Reichsfinanzminister mag- lief) sein, seiner Absicht entsprechend den Reichs- Haushalt noch bis zum 31. März zu er- ledigen. In der kommenden Woche wird der Reichstag voraussichtlich die zweite Lesung der Pounggesetze und des Polenabkommens durchführen. Mit ihrer Verabschiedung wird für die Mitte der letzten Februarwoche gerechnet, so daß dann Anfang März die Etatberatung im Plenum sich an- schließen könnte. OieFinanzniinister der Länder bei Moldenhauer. Berlin, 16. Febr. (Priv.-Tel.) Die Länderfinanzminister, die heute vormittag um 10 Uhr im Reichsfinanzministerium zu einer eingehenden Erörterung der Finanzfragen zusammentraten, wurden dabei vom Reichsfinanzminister in einem groß angelegten Expose über die Pläne, soweit sie bisher mit den Führern der Parteien verhandelt worden sind, in Kenntnis gesetzt. Ausgehend von der nunmehr im Wesentlichen erzielten Liebereinstimmung über die Regelung der Sanierung der Reichsanstalt für die Arbeitslosenversicherung betonte Dr. Moldenhauer dabei, dah es ihm vor allem darauf ankam, ein für allemal mit den unberechenbaren Belastungen der Reichskasse durch die Versicherung Schluß zu machen. Wenn er sich noch einmal entschlossen habe, den jetzt vordringlichen Kreditbedürfnissen der Reichsanstalt Rechnung zu tragen, so sei dies in der Hauptsache dadurch bestimmt gewesen, daß die gegenwärtige, außerordentlich kritische Lage auf dem Arbeitsmarkte eine unbedingte, sofortige Klärung der Finanzlage der Versicherung erforderlich mache. Im einzelnen wiederholte er dann die bereits bekannt gewordenen Vereinbarungen und ergänzte sie insofern, als er betonte, daß die Vorzugsaktien der Reichsbahn den Sozialversicherungen lediglich unter der Voraussetzung gegeben würden, daß das Reich nach wie vor daS S t i m m r e ch t beibehalte. Ein Verkauf der Aktien ist deshalb ausgeschlossen. Was nun das Defizit des neuen Haushaltsplanes betrifft, das mit 700 Millioneen festgestellt worden ist, so verringert sich dieses nunmehr zunächst um die 250 Millionen für die Arbeitslosenversicherung. Außerdem sind hiervon aber noch die 154 Millionen des Defizits vom Jahr 1928 in Abrechnung zu bringen, da der Reichsbankpräsident sich jetzt damit einverstanden erklärt hat, daß der Schulden- tilgungssonds von 450 Millionen für dieses Jahr um diese 154 Millionen gekürzt werden kann, die dann aber im Haushaltspläne von 1931 in Rechnung gesetzt werden müssen. Es verbleibt somit nur noch ein Defizit von 296 Millionen Mark. Dies erfährt schließlich noch durch die weiteren Kürzungen am Etat in Höhe von 80 Millionen eine Verringerung, so daß durch die Steuererhöhungen nur noch 216 Millionen gedeckt weroen müssen. Die Diersteuererhöhung bringt insgesamt 180 Millionen ein, wovon den Ländern aber in der Lieberweisungssteuer ein Drittel zufällt. Die Erhöhung des Tee- und K a f f e e z o l l s, der die Parteiführer auch zugestimmt haben, bringt 50 Millionen ein. Das noch restliche Defizit des Reichshaushalts muß nun noch durch eine weitere Steuererhöhung, wofür die LI m s a h st e u e r in Frage kommt, gedeckt werden. Wenn dadurch auch für das Reich ein allerdings nur rechnerisch feststellbarer Lieberschuh entsteht, so wlll der Reichsfinanzminister doch unter allen Llmständen an dieser Steuererhöhung sesthalten, im Hinblick darauf, daß er neben der Sanierung der Reichskasse auch eine Sanierung der Länder- und Kommunalfinanzen ermöglichen will. Das Reichstabmett wird am Montagabend den Schluh- bericht über alle finanzpolitischen Verhandlungen entgegennehmen und dann seine Entscheidung treffen. Oer Reichspräsident will sich unterrichten. Empfang der dcutfchnationalen Partelund Fraktiünsfnhrcr. Berlin, lb.Febr. (L.N.B.) wie in politischen Kreisen verlautet, wird der Reichspräsident Montagvormittag den Borsihenden der Deutschna- lionalen Volkspartei Geheimrat hugenberg und den Vorsitzenden der deulschnattonalen Reichstags- fraffion Dr. Oberfohren empfangen. Die beiden Herren haben um diesen Empfang nachgesucht, und zwar auf Anregung und im Auftrage der Reichstagsfraktion. Natürlich liegt der Gedanke nahe, dah der Befuch mit dem Zoungplan im Zusammenhang steht. Tatsächlich wird uns von unterrichteter Seite bestätigt, dah die beiden deutschnationalen Führer dem Reichspräsidenten die Bedenken ihrer Partei gegen das Haager Abkommen persönlich barlegen wollen. Dabei werden sie mit besonderem Nachdruck die dentschnattonale Opposition gegen das Polenabkommen znm Ausdruck bringen. Me Das Geheimnis des Ostens. Immer wieder haben diejenigen Llnrecht behalten, die von Jahr zu Jahr, früher noch von Monat zu Monat den bevorstehenden Sturz des Sowjet-Systems voraussagten. Rach- dem die aufgeregten Zeiten der anti-bolschewistischen Milltärunternehmungen vorüber sind, nachdem die Westmächte eingesehen hatten, dah dieses itz derartige Expeditionen gesteckte Geld sich nicht rentierte, vielleicht, nachdem sie auch den weiteren Zweck einer Zerstückelung und Schwächung Rußlands damit erreicht hatten, begann eine Periode de- Abwartens und der wirtschaftlichen Fühlungnahme. Vei uns in Deutschland hat es immer Kreise gegeben, die da glaubten, dah die Truppen der Roten Armee einmal an der Elbe mit uns zusammen den Freiheitskampf gegen Frankreich führen würden. Die politische Romantik hat im Herzen des deutschen Volkes noch stets einen weiten Raum eingenommen, und so wurde häufig Unvergleichbares aus verschiedenen Jahrhunderten miteinander gemessen. Daneben aber bestanden die anti-bolschewistischen Bestrebungen weiter, in die wir jetzt erst durch den Tscherwonzen - Fälscherprozeh einen Meinen Blick tun durften und in deren Zusammenhang Ramen von der geistigen Bedeutung des Generals Hoffmann und der wirtschaftlichen Bedeutung des englischen Petroleummagnaten Sir Henry D e t e r d i n g genannt wurden. Die wirtschaftlichen Annäherungsversuche haben eigentlich immer nur dahin geführt, dah Deutschland die russische Industrie kreditierte und gewisse Konzessionen erhielt. Ein wirtschaftlicher Erfolg ist den daran beteiligten deutschen Unternehmungen nur in den seltensten Fällen beschieden gewesen. Meistens haben die Russen die ausländischen Firmen dazu benutzt, damit sie ihre Industrie aufbauten, um sie dann möglichst bald wieder hinauszudrängen, wobei häufig schwere wirtschaftliche Verluste die Folge waren. In den letzten Tagen noch sind die Fälle der Lena-Goldfields-Gesellschaft und der österreichischen Firma Altmann bekannt geworden, die beide ganz ähnlich gelagert sind. Rußland ist jetzt offenbar wieder dabei, die ausländischen Konzessionäre zu drangsalieren und hin- auszudrängen. Oft genug werden politische Dcheingründe hervorgesucht, so bei einem deutschen Unternehmen, in den unerhörten Machenschaften, die zu dem berüchtigten Schachty-Prozeß führten. Außerdem sperren die Russen gern ab und zu ein paar Deutsche ein, wenn sie Geißeln für ihre Parteianhänger brauchen, die in Deutschland mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen sind. Die Engländer haben sich die bolschewistische Agitation in ihrem eigenen Lande und vor allem in ihren Kolonien nicht gefallen lassen, so daß es unter Chamberlains Ministerschaft zum Bruch mit den Sowjets kam. Die Arbeiterregierung macht jetzt den Versuch, die zerrissenen Fäden wieder zu knüpfen, indessen scheinen die Verhandlungen nicht recht vom Fleck zu kommen, da die Russen keinerlei Gewähr für das Unterbleiben der kommunistschen Propaganda geben wollen. Wie gefährlich diese für den inneren Frieden der Staaten werden kann, dafür haben wir gerade in Deutschland in den letzten Wochen täglich neue Beispiele erleben müssen. Es sieht aber jetzt doch so aus, als ob dos Skalinsche System auf eine schwere Krise lossteuere. Alles hängt davon ab, wie weit es ihm gelingt, das sogenannte 5-I ahrP r o- gramm der Industrialisierung des Landes durchzuführen. Die ersten Anfänge sind wirklich nicht verheißungsvoll, und schon seit Monaten stehen die Menschen in den russischen Städten stundenlang Schlange, um ein paar Gramm Butter und ein paar Pfund Brot zu erhalten. Das Anwachsen des Terrorismus ist in Rußland immer als Zeichen dafür zu bewerten, daß es dem herrschenden Regime nicht gut geht. Zu einem großen Schlager hat Stalin in den letzten Monaten bei feinem Kampf gegen d i e Kirchen ausgeholt. Das Verbot der Weihnachtsse. l?n hat in Rußland unter den Gläubigen einen einzigen Schrei des Entsetzens ausgelöst, aber sie hoben sich bisher dem terroristischen Druck fügen müssen. Unter diesen Umständen Hot eine Kundgebung des Papstes, die sich gegen die Religionsverfolgüngen in der Sowjetunion wendet, eine geradezu weltgeschichtliche Bedeutung. Wenn die römische Kirche mit einer solchen Aktion hervortritt, dann weih sie genau, was sie will und wie sie ihren Gegner einzuschätzen hat. Es bildet sich jetzt in der VZelt so etwas wie eine internationale Gesinnungsgemeinschaft aller religiös- interessierten Kreise gegen diesen atheistischen Terror, mit dem die Rusten hossen, die letzten Reste einer «bürgerlichen" und «kapitalistischen" Vergangenheit auszutilgen. Man kann sich vorstellen, daß die Weltmeinung mit der Zeit einen sehr fühlbaren Druck auch auf diejenigen Kreise ausüben wird, die bisher aus realpolitischen Gründen immer noch einen Ausgleich mit dem bolschwistischen System suchten. In dem Briese des Papstes sind sehr deutliche Wendungen gegen eine solche «Opportunitätspolitik' zu finden, eine Stellungnahme, die sich zweifellos über kurz oder lang in der Politik der Staaten aus- toirfen wird. Beachtenswert ist es besonders, daß die englische Kirche sich dieser Aktion von sich aus angeschlossen hat, mit dem starken Hinweis darauf, daß die Beziehungen der Staaten nicht in wirtschaftlichen Vorteilen allein begründet seien, sondern in dec gegenseitigen Achtung der Freiheit und der Ueberzeugung. Es steht außer Zweifel, daß diese Offensive der gesamten religiösen Welt zur Zeit d i e schwerste Gefahr für den Bolschewismus bedeutet, zumal sie vielleicht auch einmal in der Lage ist, im Rücken der Sowjetmacht diejenigen Kräfte mobil zu machen, die sich bisher in slawischer Apathie einem furchtbaren Druck gebeugt hatten. Das Problem Rußland wird in der nächsten Zeit nicht mehr aus dem Blick- Der Papst häll sich für den „Vertreter Christi", doch bat Christus für die Unterdrückten und Entrech- teten gelitten, während der Papst durch seine Botschaft ins Lager der englischen Großgrundbesitzer und der französisch- italienischen Geldsäcke geraten ist. Christus hätte anders gehandelt. Es dünkt uns, daß der Papst in diesem Falle den Weg alter Traditionen der katholischen Kirche geht, seine Herde auf unser Land hetzt und somit den Scheiterhaufen zur Vorbereitung des Krieges gegen die Völker der Sowjetunion in Brand setzt. Diese Aktion des Papstes, deren mir Griechisch-Orthodoxe keineswegs bedürfen, halten wir für überflüssig und unangebracht. Wir selbst vermögen, unsere griechisch-orthodoxe Kirche zu schützen. Der Papst hegt längst den Wunsch, unsere Kirche zu katho- lisieren, wie stets ihre Stellung zum Katholizismus als Irrlehre fest blieb und sich nimmer durch irgendwelche Beziehungen zu ihm zu binden vermag. Was die Rede des Erzbischofs von Canterbury anbelangt, so ist sie ebenso mit der Unwahrheit betreffend die angebliche Verfolgung religiöser Ueberzeugungen in der Sowjetunion behaftet, wie die Botschaft des Papstes. Werktätige in London werten die Rede des Erzbifchofes von Canterbury als Aktion, die „nach Oel riech t". Es dünkt uns, daß sie so jedenfalls eine Aufhetzung der Herde zu einer neuen Intervention darstellt, unter der Rußland so sehr gelitten hat. Wieder ein russischer Geistlicher hingerichtet. Kowno, 17. Febr. (TU.) Die Sowjetregierung gibt amtlich bekannt, daß der in Melitopol verhaftete russische Geistliche M a r a k u l i n vom Obersten Gericht der Sowjetunion wegen angeblicher Beteiligung am Kampfe gegen dieSowjetregierung zumTode verurteilt wurde. Marakulin soll bereits vom Jahre 1919 an in geheimen Beziehungen mit ausländischen sowjetfeindlichen Organisationen gestanden haben. Das Todesurteil wurde am Sonntag durch die Wachen der G. P. U. vollstreckt. M r -1J65 58,15 .11,80 20,32 16.39 167,46 21,93 111.60 58,80 2,4J HL« 80,66 52.21 12.33 72.92 jni W l,u9 602 ,415 u ,935 19 \,SI ett 12 & 8 & 115 152 iülU'lV 1 der ..Montag" meldet, wird der Reichspräsident in den kommenden Tagen auch mit den Führern der übrigen Reichstagsparteien Unterredungen über die Haager Vereinbarungen und über das Liqnldationsabkommen haben. Man nimmt ig parlamentarischen Kreisen an, daß sich der Reichspräsident bei der außerordentlichen Entscheidung über die Haager Gesetze und das Abkommen mit Polen ein vollkommen selbständiges Urteil über die Aufsassung der Parteien bilden will. Warschau klärt auf. Berschen lokaler Instanzen. Berlin, 15. Febr. (WTB.) In der schon gestern von UNS besprochenen Meldung der Bromberger „Deutschen Rundschau" vom 14. b. Ti. waren verschiedene Maßnahmen lokaler polnischer Stellen erwähnt worden, die mit der deutsch-polnischen Uebereinkunft vom 31. Oktober 1929 in Widerspruch stehen. Im einzelnen ist folgendes angeführt: 1. Das Gut des Landwirts Schreiber in Plotzig sei durch das Liquidationsamt enteignet mor= den. 2. Der Witwe des Ansiedlers Schmidt in Rin Rojewo sei vom Posener Bezirkslandamt mitgeteilt worden, die Behörde mache von dem Wiederkauf s r e ch t Gebrauch. 3. Der Stadtpräsident in Bromberg habe im Falle der Frau Clara Dittmann, deren polnische Staatsangehörigkeit schon längst festgestellt sei, unter dem 25. Januar d. I. entschieden, daß sie die polnische Staatsangehörigkeit nicht besessen habe. _ , 4. Aehnlich sei der Fall des Werkmeisters i ch t gelagert, der im September 1929 in seiner «taats- angehörigkeitsfrage ein obsiegendes Urteil vom Ober- Verwaltungsgericht in Warsci)au erwirkt habe, desien polnische Staatsangehörigkeit vom Bromberger Stadtpräsidenten aber erneut bc° st r i t t e n worden sei. hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite, daß die polnische Regierung zu den einzelnen Fällen folgende Aufklärung gegeben hat: Zu 1: Die polnische Zentralbehörde hat beim Li- quidationsamt wegen des Falles Schreiber angefragt. Das Liquidationsamt hat erklärt, es sei unmöglich, daß «ine solche Maßnahme von ihm getroffen worden sei. Seit dem Abschluß der deutsch- polnischen Uebereinkunft habe sich das Liquidationsamt jeder derartigen Maßnahme enthalten. Zu 2: Die Feststellungen der polnischen Regierung über diesen Punkt sind noch nichtabgeschlos- f e n. Zu 3: Durch die Entscheidung der sogenannten Technischen Kommission 3ur Prüfung der Staatsangehörigkeitsfragen ist die polnische Staatsangehörigkeit der Frau Dittmann Ende 1929 einwandfrei feftgestellt. Dem Stadtpräsidenten in Bromberg ist dieser Sachverhalt durch ein Versehen, das die polnische Regierung bedauert, nicht mitgeteilt worden. Seine irrtümliche Entscheidung ist inzwischen wieder zurückgenommen worden. Zu 4: Auch im Falle Ficht ist die polnische Staatsangehörigkeit unter dem 12. Februar d. I. polnischerseits anerkannt worden. Pommerellen zehn Jahre polnisch. Warschau, 16. Febr. (TU.) In Thorn ist der polnische Staatspräsident Moscicki am Samstaanachmittag in Begleitung zweier Minister eingetroffen und «ach kurzem Aufenthalt nach L a s k o w i tz weitergefahren, um das neue große Elektrizitätswerk einzuweihen. Als der Zug dann abends in den Bahnhof von Thorn einfuhr, wurden Salutschüsse abgefeuert. Moscicki schritt die Ehrenkompanie und die Fahnenkompanie ab. Vor dem Triumphbogen wurde der Staatspräsident von den Vertretern der Stadt Thorn begrüßt. Bürgermeister Bold hielt eine Ansprache, in der er erklärte, daß die polnische Bevölkerung Pommerellens jeoen Versuch, das Gebiet von Polen zu trennen, blutig zurück- weisen werde. Rach den Empfangsfeierlichkeiten fuhr der Staatspräsident, von einer Ulanenschwadron begleitet, zum Wojewodschaftsgebäude. In den Straßen bildete das Militär, die Jugendwehren und verschiedene Organisationen mit ihren Fahnen Spalier. Am Abeno fand vor der illuminierten Wohnung des Staatspräsidenten ein Zapfen- streich statt. Auch in Gdingen hat am Samstagabend ein großer Aufmarsch der Wehr- verbände stattgefunden. — Das „ABC." schreibt, daß die Deutschen gar nicht daran dächten, gleichzeitig mit dem Abschluß der deutsch-polnischen Verträge auf ihre Revancheidee und die Grenzrevision zu verzichten. Die einzige Antwort Polens auf die Reden im Deutschen Reichstage könne nur sein, d i e polnische We st grenze stärker zu b e - f e st i g e n und ihren Schutz auszubauen. Oer „altslawische" Hafen. Tschechisches Interesse an Gdingen. Berlin, 15. Febr. (Priv.-Tel.) Sn der polnischen Öffentlichkeit hat man seit der Begründung des polnischen Hafens Gdingen immer wieder behauptet, daß Gdingen zusammen mit Danzig nicht einmal im« stande wäre, die polnische Ausfuhr und Einfuhr ganz zu bewältigen. Mit diesem Argument wurde das polnische Interesse an anderen Ostseehäfen zu einer Lebensnotwendigkeit für Polen umstilisiert. Aun verlautet aber aus zuverlässiger Quelle, daß die polnische Regierung Verhandlungen mit der Tschechoslowakei eingeleitet hat, um tschechische Ausfuhr über Gdingen zu leiten, da sich tatsächlich herausstelltr, daß die Anlagen von Gdingen schon heute keineswegs voll ausgenutzt sind. Die erste Fühlungnahme in dieser Frage soll auch bereits positive Ergebnisse gebracht haben. Die Polen sind bei diesen Verhandlungen in keiner ungünstigen Lage, da die polnischen Bahntarife — worunter z. B. auch Stettin sehr leidet — außerordentlich niedrig sind. Für Deutschland haben die polnischen Versuche, den Heberseehandel der Tschechoslowakei über Gdingen zu ziehen, besonderes Interesse, da in der Hauptsache dieser Handel bisher der Elblinie folgend über Hamburg, wo die Tschechen eigene Anlagen haben, seinen Weg nahm. Zudem beweisen die Besprechungen zwischen Prag und Warschau, wie unzutreffend daS 2rts", Lin- Jfl’ufenfter. SÄn auf ent. NKahe. K°lch!en an •JwrmüU zrc. ^itrahe, wo |ie anten, bis zur ^'ielen bi« «CTftrabe beit ®,ef schlugen Kopfverkeßun« *Pn seiner chezensiänbe. ^ikankrnhaus 'chrn alat. Uebetlall* tonten wöh« 'J« hMnterge- lsterscheiben des rtnunmert. M liefen bie 2ur- inbet. Trohbrin m sesizunehmen. 'M men stoß neig« :ede tzohen« inet Äuotvenhe rnenbe Dagrn t Anprall Var n schwer be« enbabnton« bericht, baß et n das Kranken« :n drei Per« wirb angenm« Schnectrei« tbutger Dagens Hagener Dagen ihren toat. ie. dt, ^°kS -reils völlig ?Jie, miltofl3 bruar- ct^niöt* liochri^^' Alar, odsk°L'Pulvr^ Aus der Provinzialhauptstadt Drehen, den 17. Februar 1930. Was hast hu davon? Aus dem Munde einer Frau vernahm ich diese Frage, die gegen ihren Mann gerichtet war. Aber nicht nur die Frage und die Antwort waren bedeutsam, sondern auch der Ton, in dem sie gestellt wurde. Ganz schlicht und einfach, ganz sachlich, auch ohne rede Schärfe und ohne Dorwurf fragte die Frau in der Aussprache, die um eine Regelung ging, die der Mann getroffen hatte: Hast du etwas davon? Haben die anderen etwas davon? Der Mann konnte sich anscheinend dieser klaren Frage nicht entziehen, vielleicht war er auch aufrichtig genug, dah er gar keine Ausrede, keine Abschweifung oder Ablenkung suchte. Ebenso schlicht, wie die Frage lautete, sagte er sein Olein. Hub die Antwort darauf war ein einziges Wort: Also! Das war keine Auseinandersetzung, wie man sie östers zwischen einander nahestehenden Menschen finden kann. Sie hatten beide den Willen zur Sachlichkeit, und darin lag das Gute dieser Aussprache, deren Fortgang ich nicht mehr hören wollte. Immerhin konnte ich sehen, dah sie beide in völliger Harmonie weiterplauderten. Also. Ich muhte daran denken, wie oft sonst wohl durch unsachliche Auseinandersetzungen nicht nur der eigentliche Zweck nicht erreicht wird, sondern das Gegenteil: Verbitterung, Hah, Entfremdung. Aber noch wichtiger erschien mir, dah hier die Frau sozusagen den Stier bei den Hörnern faßte, indem sie ganz schlicht die Frage stellte, auf die cs in diesem Falle ankam und auf die cs sehr oft ankommt. Sie hätte auch fragen können: War das von dir nicht ungeschickt gehandelt? Dadurch hätte sie sicher Widerspruch herausgefordert. Eben diese rein praktische Frage lieh gar kein Ausweichen zu. llnb würbe man sie sich öfter stellen, man ginge wohl meist burch Fährnisse unangefochten hinburch, währenb man so nur allzuoft in Schwierigkeiten gerät. Was hast du bavon, wenn du dich von deinem Zorn hinreihen läßt? Was haben bie andern bavon? Was nützt es dir. wenn bu jetzt eine Stichelei antoenbeft, ein Spottwort gebrauchst, irgendeine bissige Bemerkung hinwirsst? Nichts. TS schadet dir. Gs gibt Fälle, in denen man sich nicht fragen kann: Was habe ich davon? sondern wo man (ragen muß: Dient es den andern, dient es der Allgemeinheit? Aber bei solchen Fragen bringt man schon öfter bie notwendige Sachlichkeit auf, wenn sie nicht gar zu sachlich ist. Wo es mangelt, das ist schon dort, wo es um das eigene vielgeliebte Ich geht. Freilich: Eine absolut sichere Frage ist es auch Glicht. Wenn bie Frauen vieler bebeutenber Männer gefragt hätten: Was hast du davon? und bie Männer hätten geantwortet: Nichts! und hätten so gehandelt, wie es bie Antwort forderte, wir hätten wohl nicht die Hälfte der bedeutenden Werke der Kunst und Wissenschaft, deren wir uns heute erfreuen und bie zu unferm größten Aktivposten unserer Kultur gehören. Hnb nicht nur das. Auch viele anbere große, weltumstürzende Taten wären ungetan geblieben. Es ist zuweilen erforderlich, diese Frage anders zu stellen. Indessen, für den Alltag ist es gewiß eine wichtige Frage, die manches Gute bewirken, manchem Unhell vorbeugen kann. Wenn man bei reiflichster Heberlegung einmal sagen kann und muß: Ich habe zwar nichts davon, aber ich biene doch einer grüßen Sache! bann mag man der Frage getrost entgegenhanbeln. Es müssen ja nicht immer neue Welten geboren werden. Auch Kärrner sind notwendig, wenn ein Palast errichtet werden soll. Und ganz ohne Gewinn ist man niemals, auch wenn der Gewinn nicht immer in klingender Münze auszuzählen ist. S. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Licht» spielhaus, Bahnhofstraße: „Die weiße Schwester von St. Beith" und „Das rote Schwert". — Astoria- Lichtspiele: „Casanovas Erbe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen bereitet zur Zeit drei Premieren vor. Morgen, Dienstag, 18. Februar, geht Shakespeares Lustspiel „Wie es Euch gefällt“ in Szene: außerdem haben die Proben zu Maughams „Sie heilige Flamme" begonnen. In diesem Schauspiel wird Auguste Prasch-Grevenberg in der Nolle der Mutter gastieren. Als dritte Erstaufführung wird als Fastnachtsstück der Schwank „Weekend im Paradies" von Franz Arnold und Ernst Dach probiert. — Das Shakespeare-Lustspiel wird unter der Regie des Oberspielleiters Hans Sanner t herausgebracht. Es ist der Spielleitung darum zu tun, vor allem die Liebesszenen zwischen Orlando und Rosalinde in einer mooern spielerischen Form barzustellen. Cs wirken mit die Damen Doering, Fuhrmann, He,,. Jafjn, Scherer, unb die Herren Arzdorf, Dommisch, Fassot. Haeser, Hais, Heitzig, Sub, Linkmann, Ritter, Schubert, Seih, Tanncrt, old, Wesener, Zingel. Bühnenbilder: Karl Löffler. Köstüme: Kurt Huber, Beleuchtung: Ludwig Keim. Daten für Tienstaq. 18 Februar. Sonnenaufgang 7.09 Uhr, Sonnenuntergang 17.20 Uhr. — Monoaufgang 0 Uhr, Monduntergang 9.13 Uhr. 1546: Martin Luther in Eisleben gestorben (geboren 1483); — 1564: der Bildhauer unb Maler Michelangelo Buonarroti in Rom gestorben (geboren 1475); — 1857: der Maler, Radierer unb Bildhauer Max Klinger in Leipzig geboren (gestorben 1920). 2.11. Bon ber Landes-Universität. Dr. meb. Hans Edwin Büttner, der sich für das Fach bet inneren Medizin an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird Dienstag. 18. Februar, 5 Uhr, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Neue Ergebnisse der Kreislaufforschung unb ihre Bedeutung für die praktische Medizin". ** Evangelisch-kirchliche Personalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrassi- ftenten Karl Schlaudraff zu Gießen die evangelische Pfarrstelle zu Steinbach a. T., Dekanat Offenbach, übertragen. •* Ein Gastspiel deS Winters haben wir nun auch seit gestern abend. In den späten Abendstunden fing es erst leise, bann furae Zeit- lang stärker zu schneien an, aber bald stellte Frau Holle ihre Arbeit wieder ein. Erst in den späteren Nachtstunden muß der Schneefall erneut begonnen haben, denn heute früh fand man allenthalben weiße Dächer unb weiße Straßen vor. In der Innenstadt dauerte bie weiße Herrlichkeit jedoch nicht lange, hier wurde alles schnell zu dem üblichen Schneematsch. Daß bie Herrschaft des mit so großer Derspätung bei uns cingekehr- ten Winters lange dauern wird, erscheint angesichts der vorgerückten Jahreszeit allerdings fraglich. ** Jubilar-Ehrung. Herr G. S ch a d, der am 15. d. M. auf eine 50jährige Tätigkeit im Hause Ge» brüber Görlach (Limburg) zurückblicken konnte, war — wie man uns berichtet— der Gegenstand vieler Ehrungen und Aufmerksamkeiten, die den Beweis erbrachten, welcher Beliebtheit sich der Jubilar erfreut. Am Samstagvormittag wurde ihm ein Ehren- brief desHerrn Reichspräsidenten überreicht. Zahlreiche §irmen, der Kaufmännische Berein Gießen, die ltersvereinigung 1859—1909, der Verband reisender Kaufleute und die Sterbekasse des Verbandes, deren Vertrauensmann Gustav Schad ist, beglückwünschten den Jubilar zu seinem DienftjubUäum und überbrachten ihm als äußeres Zeichen ihrer Wertschätzung Geschenke. Die Sektion Gießen vom 23er- band reisender Kaufleute Deutschlands hatte für Samstagabend in den Saal des Hotels „Prinz Karl" zu einem Ehrenabend eingeladen. Eine stattliche An- zahl Gäste und Kollegen des Jubilars hatten sich eingefunden, so daß der Saal überfüllt war. Der Vorsitzende der Sektion Gießen, Herr G r a oe l i u s, begrüßte die Erschienenen und wies auf die Bedeutung dieses Jubiläums hin. Die Festrede hatte Herr Karl Weidig übernommen. In längeren Ausführungen wurde der Jubilar als ein Reisender vom alten Schrot und Korn gefeiert, an dem sich jeder Reisende ein Beispiel nehmen könne. In den 50 Jahren seiner Rcisetätigkeit habe der Gefeierte manche Veränderung wahrnehmen können. Reben der Aus- Übung seines Berufes sei er auch als treues Mit- glicd des Verbandes reisender Kaufleute stets für die Interessen der reisenden Kaufleute eingetreten. Gemeinsame Lieder und noch manche launige An- spräche, die alle in dem Wunsche ausklangen, daß cs dem Jubilar noch lange vergönnt fein möge, feinem Berufe nachgehen zu können, füllten den Abend aus. •* Lichtbildervortrag im Iug end- bund des G.D. A Gießen. Einen interessanten Lichtbildervortrag über das Thema „Bon der Zugspitze zum Watzmann" veranstaltete im Heimabend am vergangenen Donnerstag der Iugendbund im G. D. A. Gießen. Herrliche Landschaftsbilder führten vom Loisachtal durch das Bayrische Hochgebirge über Partenkirchen, Oberammergau, Königssee, Füssen mit seinen herrlichen Königsschlössern und landschaftlichen Eigenheiten die Höhenzüge entlang in die Naturschönhciten der Alpenwelt. Den bekannten Eibsee, Mittenwald, Walchensee, Kochel, Tölz, Tegern- und Schliersee, Traunstein und Berchtesgaden brachte diese Wanderung zum sagenumwobenen Watzmann. Die ausgezeichneten Bilder vermittelten einen starken Eindruck dieses malerischen Panoramas der alpinen Welt. Berliner Börse. Berlin, 17.Febr. (WTB. Funkspruck.) Der erste Frühverkebr der neuen Woche zeigte das üb- liche geschäftslose Aussehen. In den Bankbureaus lagen noch keine Orders vor, und auch die Speku« latiort verhält sich in Ermangelung irgendwelcher Momente abwartend. Kurse waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,20, London gegen Mailand 92,88 zu 93, London gegen Spanien 38,92, London gegen Kabel 4,8610 zp 4.8615, London gegen Buenos 42,40, ßon- bon gegen Berlin 20,3625 zu 20,3650, Kabel gegen Berlin 4,1890 zu 4,195. Gewfmnmszvg 5. Klaffe 34. Preußstch-Eilddeolsch« (260. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verböte» Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer hohe Gewinne gefall, auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 15. Februar 1930 7. Ziehungstag 3n der heutigen Dormittagszlebung wurden Dewmn« Dormittaasz! über 150 M. gezogen 54889 67439 70907 74068 74997 144407 126705 18059 Sn der heutigen Nachmittagsziebung wurden Gewinn« über 150 M. gezogen 182560 8 Qetoltm« |» 2000 M. 49858 62792 67497 74675 86514 88983 129916 133881 143523 147474 147690 164648 172370 187242 191673 235868 238634 238925 242988 Im GewMnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu f« 800000, 340074 362978 386498 279919 328763 366274 164518 227272 260551 294762 326456 145269 175993 183420 192186 199284 222166 318681 330808 370383 399390 262639 304057 379570 284404 309308 388266 288038 315462 391 riv 163952 190077 217794 232417 269033 49194 122828 152249 214203 258845 290005 324933 115778 148159 166328 202112 225083 247438 276098 290961 319912 330245 341130 372719 393439 282180 331041 368003 260695 298145 372784 153746 179507 226553 262862 290255 335387 376877 129931 154531 187491 211764 229064 259585 276722 302475 324304 336380 358666 376449 182420 204614 227675 267015 297284 354294 388777 15186 180115 183474 192786 205881 225493 239500 270329 308075 318865 331261 384282 399816 166162 215685 233312 269875 317920 357849 117152 170273 215822 237073 273811 321057 137904 171956 182469 191828 199227 213709 230807 253859 289562 315183 329444 365679 398800 227416 240304 278736 308243 322104 348983 389748 115652 143980 165591 191238 218456 234282 274768 289043 317774 329216 340567 365376 392176 136886 171790 181401 190416 196819 209211 228947 251495 284581 314838 324418 358655 394114 117684 150408 169614 208372 226708 261962 276355 299942 322615 331695 346743 374947 7385 112893 166543 158528 189931 213788 231070 260738 278704 311004 136823 164367 181044 185565 195211 206897 227849 246570 284541 311267 322306 353005 391284 13910 148578 12372 26634 144258 331593 334911 11733 34118 38984 51571 218201 236896 257029 I 281805 313486 314588 4 C^ttolnne au 5000 TL 1 4 öttoinne iu 3000 M. 1 16 Oke hin# »u 2000 TL 160613 269796 284625 38 ®#tr>tnn» it> 1000 TL 77025 135740 159034 258017 260521 274093 2 •»ttrtnnt |u 10000 TL 344070 ----- 149845 338795 4 •ttHnne gt> 5000 TL 32185 46965 8 ®e®inn» |D 3000 TL 48211 48718 395756 333785 365027 372207 104 OftDtnn# iu 600 TL 4679 25940 34552 36895 ----- ----- --------------- 105172 106955 35405 36936 41905 54400 56612 63939 66714 81121 85875 85937 105784 110256 112265 113934 ------ ------ ------ ------ 135040 140260 355478 34 ®#»tnne gu 1000 TL 15767 63831 65631 80696 83243 91287 136060 171352 185958 189869 196020 213748 224853 296479 359133 376836 390248 96 ®»1D nn» |U 500 TL 8662 21419 29306 44527 50109 50968 51160 65184 70214 80606 94831 96806 97627 107906 117701 123033 y--‘ ------ ------ ------ 159252 395797 200 Gewinn« » 300 TL 4681 7098 7181 7228 16915 21507 25416 29156 29703 30372 31820 32415 360094 ______ ______ ____ 204 Gewinne ro 300 TL 3354 8331 ----- ----- 21112 22752 23414 23795 26472 35859 38897 2 xu je 200000, 4 zu je 75000, 2 zu je 60000, 12 zu je 25000. 68 zu je 10000, 120 zu je 6000, 348 zu je 8000, 680 zu je 2000. 1656 zu je 1000, 8494 zu je 500, 9062 zu je 300 M. Ein Mercedes-Benz Innenlenker = = für RM. 5980 = Mercedes-Benz Typ „Stuttgart = RM. 5980 (ab Werk) E E Daimler-Benz A.-G., Verkaufstelle Giefeen, Bahnhofstraße 90/92 34TV 'immmmmnmmimmimiiiiinmm7nmnmmnmmm77mmi!iu!i!ummimnnimlmmiimiimanmiuiimimniinimiiiimniianniiiii!iiinmmi!iiuinminiiuiiniiuuiumemmnmmiiiuiuiiiimninmnnmiimnmnminmiinmiiiunniimiiiniiianmmniimilmiiuiiniiuunimii!i' = = = = | V 1 = = 1 - i | Ausschlaggebend bei der Wahl eines Kraftfahrzeuges ist allein der Gegenwert, den es für seinen Kaufpreis bietet. Mercedes-Benz liefert seinen Kunden Wagen, die auch den aufs Höchste gesteigerten Ansprüchen spielend gerecht werden. Erst in den letzten Tagen haben die großen internationalen Zielfahrten nach Monte Carlo und Gar misch die unerhörte Leistungsfähigkeit der Mercedes-Benz-Wagen, insbesondere des erneut öffentlich bewiesen. Die gründlichen Erfahrungen, über die wir als die ältesten Automobilwerke der Welt verfügen, die vollendeten technischen Einrichtungen unsrer fünf Werke und die Spezialisierung dieser Werke auf einzelne Typen haben es uns ermöglicht, den Preis unsres Typ Stuttgart 200 (8/38 PS) auf | = 1 5 i | I i 3 i E = - E für den 4/5sitzigen Innenlenker mit der hochwertigen Karosserie aus unsrem Werk Sindelfingen festzusetzen. Wir liefern damit einen Wagen von anerkannter internationaler Klasse und erprobter Qualität zu günstigstem Preis t Treffen Sie Ihre Wahl nicht, ohne Mercedes-Benz geprüft zu haben 1 sehl j Herr Heinrich Amend junior im 41. Lebensjahre. Gießen, den 17. Februar 1930. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Toni Amend geb. Weyer 1406D Wetzlar, Aumühle, Bochum, Wiesbaden, 15. Februar 1930. 14O4D Steinbach, den 16. Februar 1930. Vereine I33SD Vrennhoizversteigerungen [Vermietungen | nun hör ‘TXr Tlnrn« t/if X 16 Stück, 2,84 km Fichten derbslangen für !>UW 111 !O I 1399V B. Karcher. ■ 11*1' m usw. billig. 01103 471A 53 41 27 5 1 22,00 30,00 30,66 8,12 1,73 von Geschäftsmann neuen la Sicherheit ncfudjt. Schriftlich« Sinnet), unter 1387D an den Gien. Anz. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 18 Februar, um 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt Heute vormittag verschied plötzlich nach langer schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, mein Heber Sohn und Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Stadttheater Dienstag, iv.Febr. v. 19',.> b. nach22Uhr ro.vieasllig Av.-vrsk. Bum ersten Male: Wie es end) gefönt Vuftfpiel hi ö Auf» Ahnen von Shake« soeare, deutsch von August Wtlhelm v. Schlegel. la-Klasse 1b° „ 2a. „ 2b» „ 3a° „ 3b- „ M tiause. waschen f- Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. Februar, nachm. 3 Uhr statt. I3'ID Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Gerhard geb. Haas. aus der Försterei Bernsfeld. I. Donnerstag, den 20. Februar 1930, Detektiv-Auskunftei setzt Kurttr. 17 v., Bad Naubetm erledigt Ihnen alle vertraulichen Ange» leaenhettendiskretu. preiswert. Erwitte« lungen. Beobachtungen. Gesuche. Be« welsmilteti.Straf u. ZwilvroAessen, Kre» dir- u. HeiratSausk. ank alleBlätze d.Welt im Alter von 17 Jahren. In tiefem Schmerz: Dr. Karl Klewitz, Oberstabsarzt a.D. Frieda Klewitz geb. Blindow Ernst Klewitz, stud. med. Lieselotte Klewitz. Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bittet man Abstand nehmen zu wollen. Ettingshausen, den 17. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen. Opper. 'S h. Benner 1L, Auktionator und Taxator Verslelgerungsgut wird fieis angenommen, auch auf Wunsch abgeholl. Abzugeben: [01105 1.6 rehsarbtge Lausenten 15 rebhuhnsarbige Junabennen Ä5M. Hof Älbach. Versteigerung. Dienstag, den 16. Februar von 2 Uhr ab, versteigere ich Brandgasse Jtr. 3: ein Sofa, zwei Kleiderschränke, einen Wäscheschrank mit Spiegel, Nachttischchen, Tische, Stühle, zwei Schrank- Grammophone, eine Nähmaschine, ein Fahrrad, eine Mangel, eine Zentrifuge, eine Fleischmaschine, zwei Tafelwaagen mit Gewichten, zwei Regale, zwei Gasherde usw. Von 11 Uhr ab freihändiger Verkauf von Maskenartikeln, Karneval-Strümpfen Heute morgen um 4% Uhr entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser lieber Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Heinrich Gerhard VHI. im fast vollendeten 55. Lebensjahre. Arterienverkalkung srühzeit. Altern, hohen Blutdruck rc. bekämpft der hoch- wtrksaine erprobte Knoblauch-Extrakt .Allium venenum1. g- gelck-, Berhindg. o. SchlagansäUen xi. dte Erhaltg. d. ArbettSkr. sind tue Hauvtioirkung des Präparats. Kränt itrra Jen» Großwäscherei Edelweife Schützenstr. 12 Fernruf 3487 Einwandfreie, schonende Behandlung Bau- und Auhholzversteigerung. rnillwoch, den 19. Februar 1930, kommt in den Waldungen der Gemeinde Ettingshausen folgendes Holz zur Versteigerung: Fichlenstämme. Verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutt er. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Taute Fran Elisabeths Katharine Hahn geb. Zedier gestern im Alter von 56 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Hahn. Wieseck, Großen-Buseck, den 16. Februar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. Februar, nachmittags 2 Uhr. vom Sterbehause Wieseck, Alicestraße 58, aus statt. DameiwereinW 1877/78 Donnerstag, 20.3eöt, abends 8.01 KamliiiscMbd und Kreppelaifee in d.„LtadtMaiur" Karnevalistische Kovibedeckung oder Koitüme erbeten. Zahlreiche Betet» ligung erwünscht. 011 >8 Der Vorstand. Am 16. Februar starb nach einer schweren Operation unsere geliebte, gute Tochter, unsere treue Schwester Herta Dienstag, den 18. Februar, nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise geg. Barzahlung: ein Kinderkarussell mit elektrischem Motor, eine Registrierkasse, zwei Tische, zwei Diwans, vier Bücherschränke, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz, zwei Klei- verschränke zwei kleine Waschtische, drei Schreibmaschinen, eine Ulmer Gehrungsschneidemaschine, mit Tisch, eine Friseurladeneinrichtung (hell Eiche) dreiteilig mit Marmorplatte, zwei Damenwaschtische mit Spiegel und Marmorplatte, einen Warenschrank mit Aufsatz, drei Rasierstühle, drei Nähmaschinen, sieben Büfetts, zwei Teppiche, zwei Schreibtische, drei Chaiselongues, eine Lederwalze, eine Standuhr, ein Warenregal, einen Kücbenschrank. ein Sofa, zwei Vertikos, ein komplettes Speisezimmer, ein komplettes Schlafzimmer, ein Grammophon, drei Klaviere, zwei Kredenzen, brei Diwandecken, eine Tischdecke, zwei Ladentheken, eine vollständige Ladeneinrichtung, eine Schreibladenkasse, eine Sprechmaschine, Harmonium, einen Gasherd, einen Sessel und zwei Stühle. 1389D Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 — Telephon Nr. 4039 Bekanntmachung. Gemäß Art. 56 des Hessischen Berggesetzes und unter Hinweis auf Art. 61 und 57 desselben Gesetzes wird hierdurch öffentlich bekanntgemacht, daß durch Vertrag vom 15. Oktober 1929 vor dem Hessi- schen Amtsgericht Friedberg ein Austausch von Feldesteilen der Braunkohlenbergwerke „Ludwigshoffnung" und „Wölfers- heim" des Volksstaats Hessen einerseits und der Braunkohlenbergwerke „konsolidierte Friedrich" und „Ernst" der Gewerkschaft Friedrich zu Hungen andererseits vereinbart worden ist und daß die Beteiligten für diesen Feldestausch die Bestätigung der Oberen Bergbehörde beantragt haben. Der Vertrag liegt vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung ab drei Monate lang bei uns zur Einsichtnahme offen. Darmstadt, den 11. Februar 1930. Hessische Obere Bergbehörde. "Pf ä-Cjj jl gehen Sie immer, wenn Sie Ihre E/lVgänH Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Jfat* nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. 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[379V Boölldiet Stonenoereln oom Roten Brent florlsrutie (CiinOesoortianO). Holzversteigerung. Donnerslag, den 20. Februar 1930, wird im Gemeindewald Annerod (Abteilung 19 und verschieden) nachstehendes Holz versteigert: 1395D Derbffangen: Fichte 1. Kl. 159 Stck., 2. Kl. 34 Stck., 3. Kl. 31 Stck. Reisslängen: Fichte 6. Kl. 200 Stck. Scheiter rm: Kiefer 64, Fidste 34; finüp- pel rm: Kiefer 39, Fichte 32; Reisig Wellen 3. Kl.: Kiefer 990 Stck., Fichte 1530 Stck.; Sförfe nn: Kiefer 21. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr am Pflanzgarten. Annerod, den 15. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Horn. Leupin - Creme tamendlach bew. bei Flechte Krätze, Jucken, Am- schlag.Hämorrhoiden Beinschäden. Zu haben [10110V Löwen - Drogerie W. Kilblnger Nacht, Seltersweg 7*J a. vormittags 10 Uhr, in der Döllscheu Dirlschast in Rieder-Ohmen aus den Forstorten Buchwald la, b, 2c, 2e und 7e. Scheiter rm: 65 Buche, 137 Eiche (rund und gespalten) 13 Birke, I 1 Aspe, 2 Lärche. Knüppel rm: 5 Buche, 11 Esche, 21 Eiche, 3 Birke. Reiser 1. Kl. rm: 22 Kiefer, 24 Fichte. Reifer 3. Klasse rm: 14 Buche, 56 Esche, 28 Eiche, 6 Birke. Stöcke rm: 154 Buche, 48 Eiche, 12 Kiefer, 175 Fichte. II. Freitag, den 21. Februar 1930, vormittags IC llhr, in der Rlüllerschen Wirtschaft in Bernsfeld aus den Forstorten Pfingstweide 7a, b, c, Lichterwald 6b, 12b, 13b. Scheiter rm: 111 Buche, 41 Eiche (rund und gespalten), 3 Lärche. Knüppel rm: 214 Buche, 68 Eiche. Reiser 1. Kl. rm: 22 Kiefer, 136 Fichte. Reise- 2. Kl. rm: 20 Buche. Reiser 3. Kl. rm: 348 Buche, 108 Eiche. Sförfe rm: 44 Buche, 24 Eiche, 35 Kiefer, 2 Lärche, 323 Fichte. 1394D Das zur Versteigerung kommende Holz ist nicht unterstrichen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Kniß, Bernsfeld, sowie die unterzeichnete Stelle. Grllnberg, den 15. Februar 1930. Hessisches Forstamt Nieder-Ohmen. Quälerei! 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Don „einem neuen Zustande" hat dementsprechend auch der österreichische Bundeska n z l e r gesprochen, den er nun für sich nach jeder Richtung hin auch konkret herausbilden will. Oesterreich sind alle Reparationsschulden gestrichen; bis 1943 hat es nichts zu zahlen. Auch für die sogenannten Derwaltungs- schulden Hot es nichts aufzubringen. Lediglich den Zinsendienst für die Dölkerbundsanleihe und die sogenannte „Relief"-Anleihe muß es ficherstellen. Gewiß hat es damit seine Ansprüche auf die „biens cedds“, die Staatsgüter, aufgegeben, aber dafür ist es auch im ganzen das so lästige Generalpfandrecht losgeworden, ilebrig bleibt nur noch die Sonderregelung für die österreichischen Dorkriegsanleihen. Damit ist der CE&eg frei für eine neue internationale Anleihe. Dr. Schober will aber erst eine gewisse außenpolitische Orientierung vornehmen. Er ging deshalb nach Rom und wird Ende dieser Woche in Berlin erwartet. Mit Recht hat sein Besuch in Rom, zumal er sich in sehr freundlichen Formen vollzog, Aufsehen erregt. Das praktische Ergebnis ist ein Freundschasts-, Dergleichs- und Schiedsgerichtsvertrag, wie ihn Italien sowohl wie Oesterreich schon mit einer ganzen Reihe ihrer Rachbam abgeschlossen haben. Das ist ein Schritt, der nicht besonders bedeutend ist. Daneben hat Schober über eine italienische „Relief"-Schuldforderung von 18 Millionen Lire verhandelt. Unb er hat Italien den Dank dafür abgestattet, daß es dem „Relief"-Abkommen beitrat und im Haag auch die österreichische Delegation unterstützt hat. Darüber hinaus haben die Trinksprüche Mussolinis und Schobers Oesterreich und Italien in einem freundschaftlichen Verhältnis zueinander betrachtet. Mussolini sprach davon, daß der österreichische Faktor in Europa immer von seiner Regierung verstanden worden sei und daß Italien mit großem Interesse die Konsolidierung in Oesterreich verfolge. Der Bundeskanzler antwortete in gleichem Sinne. Daran schließen sich in den Zeitungen leicht weitergehende Kombinationen. Man spricht von einer Wiedergeburt Oesterreichs oder gar Oesterreich-Ungams, unter dem Schutze Italiens, ober von einem faschistischen Dreieck: Wien-Buba- Pest-Rom, ober einem österreichisch-italienisch-bul- garischen Block. Das finb Utopien genau so, wie etwa legitimistische Kombinationen ähnlicher Art, bie sich baran knüpfen. Zunächst bleibt ja noch bie Frage Südtirol. Wenn die faschistische „Alpenzeitung" in Bozen die Unterredung der beiden Staatsmänner nach der Richtung deutet, daß nun das Oberetschtal als Drücke die Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich sanktioniere, so ist schon das Bild vergriffen. Denn Südtirol ist italienisch und Südtirol wird italianifiert. Vollends zu weiteren Kombinationen reicht ja die ganzePosition Oesterreichs nicht aus. Was würde es z. B. für die Beziehungen zwischen Rom und Belgrad, bie natürlich immer gespannt sind, bedeuten, wenn Italien mit Oesterreich im Bunde wäre, einem Oesterreich, das in solche Konflikte weder eingreifen könnte noch überhaupt wollte? Und wenn schließlich in dieser Kombination Wien und Budapest sich einander näherten, so wäre das im Lichte der Adriafragen für Italien keine Freude. Das sind alles Konstruktionen, die keine große Bedeutung haben. Von Italien wird Oesterreich auch weiterhin nicht besonders viel haben, und die oft wiederholte Formel von der Donausöderation hat keine innere Kraft. Daß Reibun- Oberhessifcher Kunstverein. Die gestern eröffnete neue Ausstellung des Oberhesfischen Kun st Vereins umfaßt Oelgemülde von Carl Wons (Röllshausen), Radierungen, Holzschnitte und Lithographien von Karl Lhylmann-t (Darmstadt) und Gemälde von Ella Dieger-Iunckerstorff (Wies- baden). Einen bedeutenden Raum nehmen bie Arbeiten bes im Kriege gefallenen jungen Darm- ftäbter Graphikers Karl Thylmann ein. Sie hier vorgeführte Kollektion vermittelt ein klares unb vielseitig-umfassendes Bild feiner Produk- tion unb der starken unb eigenwilligen Begabung, die mit Thylmanns Tode aus einer hoffnungsreichen Entwicklung gerissen wurde. Sein eigentliches Feld war die Graphik; er war also technisch, unter Verzicht auf Koloristik, die seiner Eigen- art entschieden bedeutende Möglichkeiten geboten hätte, auf linearen Ausdruck angewiesen, und er holte seine plastischen unb (sozusagen) malerischen Wirkungen aus ber Gegenüberstellung von Licht unb Schatten, Hell unb Dunkel, Schwarz unb Weih. Es würbe bei ber Fülle des hier vorliegenden Materials zu weit führen unb die Aufnahmefähigkeit bes Beschauers zersplittern, wollte man auf Einzelheiten ausführlich eingehen. Die wesentlichen Elemente in Thylmanns künstlerischem Schaffen scheinen eine quellende Phantasie unb ein manchmal fast heftiger Ausbruckswillen gewesen zu sein, eine Energie ber umreihenben Konturen und gestaltenden Flächen, hinter der man oft noch etwas von der Unbedingtheit und der Gefühlsinbrunst der Expressionisten zu spuren meint. Seine Phantasie und der tiefe Ernst seines gestaltenden Gefühls fanden einen Weiten und ihm innerlich sicher sehr vertrauten Themenkreis in religiösen Motiven, die ihm (das fühlt man aus den Blättern heraus) doch mehr bedeutet haben müssen als nur technisch ober gegenständlich reizvolle Anregungen. Eine mehr ins Spielerisch-Heitere gewendete, schnörklig-barocke Phantasie ergeht sich in dem orientalischen Märchenzyklus „Gülistan", dessen Blätter oft wie Illustrationen zu den Erzählungen aus „Tausendundeiner Rächt" anmuten. Schöne Zeugnisse feiner religiösen Inbrunst gen und Spannungen zwischen Italien und Oesterreich so glatt beseitigt werden, ist natürlich ein für Oesterreich erfreulicher neuer Zustand. Der neue Zustand aber, der im Haag zustandege- kommen ist, ist die Befestigung des Versailler Friedenssystems, das seinerzeit die Bildung der drei Staaten: Tschechoslowakei, Jugoslawien und Großrumänien zur Folge hatte. Uns wäre es wahrhaftig auch lieber, Kombinationen zwischen Oesterreich und Italien gegenüber ber kleinen Entente führten bann auch zu Erwägungen eines gemeinsamen Verhältnisses zu Deutschland. Wir sehen leider einen real- politischen Weg dazu nicht! Für die Anschlußfrage aber als solche sehen wir vollends weder in dieser Reise, noch in der Konsolidation Oesterreichs irgendeine Gefahr. Wir freuen uns, daß es seine innere Spannungen durch Schobers Geschick so gut hat überwinden können. Wir hoffen, daß seine Verhandlungen über die Auslandanleihe zum Ende führen: angeblich ist sie bereits gesichert, bei Morgan, dem Londoner Haus Henry Schröder unb dem Pariser Haus Rothschild. Aber dabei bleibt es, daß man vielleicht Oesterreich als Staat fest auf die Beine stellen kann, als Wirtschaftskörper ganz bestimmt nicht. Uns scheint ber Ausbruck von Otto Seih bei einer Besprechung der Arbeitslosigkeit als Gefahrenproblem für Oesterreich ganz gut: die Arbeitslosigkeit in Deutschland sei nur „konjunkturell", in Oesterreich aber sei sie „strukturell". Die Fremdworte sind fürchterlich, aber was Seih damit sagen will, ist klar, und nach unserer Ansicht auch völlig zutreffend. Die Arbeitslosigkeit ist geradezu mit Oesterreich als Wirtschaftskörper nach seiner Struktur verbunden, weil dieser Wirtschaftskörper an sich nicht lebensfähig ist unb sein kann. Wir begrüßen ben österreichischen Dunbes- kanzler bei seinem Besuche in Deutschlanb. Auch damit wird die Anschlußfrage keine großen Schritte vorwärts machen, aber der Besuch ist, wie Schober selbst es auch gesagt hat, ein Ausdruck seiner Liebe zu Deutschland, ein Ausdruck seiner Ueberzeugung von ber Zusammengehörigkeit ber beiben ßänbet, die sich irgendwie unb trgenbtoann einmal bestimmt auch in der Form ausgestalten wird. OberbeffetL Bürgermeisterwahl in Nidda. Qlibba, 17. Febr. (Eigener Drohtbericht des „Gieß. Anz.) Gestern fand hier unter außerordentlich starker Beteiligung der Wählerschaft die nach dem Hinscheiben des Bürgermeisters Ringshausen erforderliche Dürgermei st erwähl statt. Rachdem der Gemeinderat die Anstellung eines Derufsbürgermeisters im Einverständnis mit ber Mehrheit ber Bürgerschaft abgelehnt hatte, han- belte es sich gestern um bie Wahl eines ehrenamtlichen Bürgermeisters. Von 1520 Wahlberechtigten stimmten 1308 ab. Die Zahl ber gültigen Stimmen belief sich auf 1303, ungültig waren fünf Stimmen. Es wurden abgegeben für den Beigeordneten Rullmann 649, den Bürgermeistereigehilfen Zeih 457 und den Oberstadtsekretär E m r i ch 193 Stimmen. Vier andere Personen erhielten je eine Stimme. Da dem ersten Kandidaten, Beigeordneten R u 11 m a n n, nur drei Stimmen an der absoluten Mehrheit fehlen, findet Stichwahl zwischen R u 11 m a n n und Zeitz statt. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 13. Febr. In der Volkshochschule sprach In einem zweiten Vortragsabend für Landwirte Landwirtschaftsassessor Dr. Lutz, Diplomlehrer an der hiesigen Berufsschule, über „Milchviehfütterung". Er führte dabei folgendes aus: Während die Erkenntnisse der Wissenschaft auf dem Gebiete der Bodenbearbeitung. Düngung und Saatgutfragen sich in den letzten Jahren erfreulicherweise in steigendem Maße Eingang in die breite Masse der prak- sind etwa die Blätter „Johannes der Täufer" unb „Adam und Eva". Die stärksten Eindrücke dieser Sammlung, auch technisch, gehen übrigens weniger von den zahlreich vorhandenen landschaftlichen Motiven als von den figürlichen Kompositionen und hier besonders von den Bildnissen aus (Selbstporträt, Hans Mühlestein, Mädchenkopf u. a.). Sie Landschaften wirken, was allerdings zum Teil mit der Technik zusammenhängt, stellenweise zu unruhig, unklar unb verschwommen. Doch sei auch auf eine Reihe ganz zarter und feinliniger Radierungen hingewiesen, in kleinstem Format, die italienische Motive aus Rom, Padua unb Florenz behanbeln. Als Illustrator (Gogol-Serie z. B.) und in freien Erfinbungen („Dranb") erinnert Thylmann übrigens ein wenig an Kudin. Der Maler Mons, ber mit einer großen unb guten Auswahl seiner Arbeiten hier ausgestellt hat, knüpft motivisch unb technisch vielfach an die berühmten Hessenbilder Carl Dantzers an unb scheint nach seiner Leistung burchaus dazu berufen, die Tradition zu wahren unb die Entwicklung dieser Heimatkunst fortzuführen. Obwohl er sich sachlich unb auch formal nicht selten mit den bekanntesten Werken Dantzers eng berührt, macht sich doch bei schärferer Betrachtung und gedächtnismäßiger Vergleichung der gewissermaßen generationsmäßig begründete Unterschied bemerkbar; vor allem etwa bei Mons in der meist ganz klaren, entschiedenen, sachlichen Malweise (z. B. in dem sehr guten Stück „Alte Frau im Dorf") ober andererseits im Temperament, in ber Energie unb bem rhythmischen Schwung der „Tanzskizze". Motivisch werben bie Bilder von Mons — eben infolge ihrer Verwandtschaft mit Ban her und auf Grund des heimatlichen Charakters ihrer Figuren - hier in Gießen ein besonders interessiertes Publikum finden. Darüber hinaus würden sie allerdings auch in anderer Umgebung bei ihren malerischen Qualitäten immer ihren absoluten Eigenwert behalten. Eine koloristisch und kompositionell sehr erfreuliche Leistung stellt die (üvrigens wohl mehr an Leibi geschulte als von Bantzer herkommende) Gruppe der drei Frauen in der Dorfkirche dar, ein kräftig rhythmisiertes Gegenstück dazu bildet der „Kirchgang". Hell, lebendig und charakteristisch, aber ohne Pedanterie im Einzelnen: die tischen Landwirte verschaffen konnten, wird gerade auf dem Gebiete ber Fütterungslehre immer noch so sehr gefühlsmäßig gearbeitet, b. h. es werben aus falscher Sparsamkeit aus Grunb mangelnder Kenntnisse oft noch die größten Fehler gemacht. Dabei sorgt bie Milchwirtschaft für laufcnbe Einnahmen, also für flüssiges Gelb unb ist bei richtiger Hanbhabe noch am ersten in ber Lage, eine kleine Rente abzuwerfen. Es sotten daher alle Möglichkeiten, Die zu einer Produktionsverbilligung der Milch und damit zu einer Erhöhung der Einnahmen aus dem Milchviehstall führen, restlos erschöpft werden. So müssen vor allem Kuhzahl und vorhandenes Wirtschaftsfutter aufeinander abgestimmt fein. An Hand von Berechnungen über die Gestehungskosten von einem Liter Milch wurde nachgewiesen, daß bie Belastung mit allgemeine Kosten unb solchen des Erhaltungsfutters um so großer ist, je weniger Milch bie Tiere liefern. Deshalb müssen schlechte Futterverwerter rücksichtslos ausgemerzt werden. Dagegen muh das Leistungsvermögen der MilchMhe durch entsprechende eiweißreiche Kraftfutterzulagen, die aber nicht allein aus Getreideschrot oder Kleie bestehen dürfen, innerhalb der wirtschaftlichen Grenzen ausgenutzt werdeii, die Fütterung muß also ganz als Einzel- ober Gruppenfütterung ber Leistung angepaht fein. Natürlich muß auch auf angemessene Haltung unb Pflege, sowie sorgfältiges Melken geachtet werben. In biefem Zusammenhang würben benn noch im Lichtbilb auf bie Aufstellung von richtigen und falschen Futterrationen, die Preiswürdigkeit von Futtermitteln, sowie auf die Bedeutung ber Durchführung von Leistungsprüfungen eingegangen. Einen nachhaltigen Einbruck riefen bie Spitzen- und Dauerleistungen des deutschen Rekord mit 12 600 Kilo Milch bzw. 557 Kilo Milchfett Jahresleistung und 80 000 Kilo Lebensleistung hervor. Diesen Zahlen stehen die deutschen Durchschnittsleistungen von etwa 2100 Liter gegenüber. Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte dann im Lichtbild ein Gang durch die Stickstoffwerke von Oppau, die zugehörige landwirtschaftliche Versuchsstation und das Mustergut „Limburger Hof", um die Eindrücke eines persönlichen Besuches der Werke durch viele Versammlungsteilnehmer im Vorjahre einer Klärung, Ergänzung unb Vertiefung zuzuführen. V Mainzlar, 12. Febr. Dieser Tage fand bie biesjährige Brennholzversteigerung in unferm Gemeinbewalb statt. Es kosteten Bu- chen-Scheiter 32 bis 35 Mk., Eichen-Scheiter 18 bis 24 Mk., Buchen-Knüppel 24 bis 28 Mk., Eichen-Knüppel 12 bis 16 Mk. unb Fichten- Knüppel 10 bis 12 Mk. je zwei Raummeter. Buchen-Reiser kamen burchschnittlich auf 8 bis 15 Mk., Eichen-Reiser 4 bis 6 Mk. unb Kiefern- Reiser 1 bis 3 Mk. je fünf Raummeter. — Auf Veranlassung ber hiesigen Ortsgruppe bes Hessischen Lanbbundes sprach am ©onntag- abenb in ber Wirtschaft von Hrch. Vogel IV. der Reichstagsabgeordnete Dorsch, Wölfersheim, in gut besuchter Versammlung. Deine eindrucksvollen Ausführungen wurden von dem später erscheinenden Landtags-Abgeordneten Fenchel, Ober- Hörgem, noch unterstrichen und fanden starken Beifall. § Daubringen, 12. Febr. Der Verein Kleinkinderfreund hielt gestern abend in ber Wirtschaft „Zum blauen Hecht" seine biesjährige Generalversammlung ab, bie recht gut besucht war. Der Vorsitzende, Dekan G u h m a n n, begrüßte die Erschienenen unb erstattete bann zunächst ben Jahresbericht, aus bem das Wichtigste hier wiedergegeben sei: Die Zahl der Mitglieder des Vereins hat eine sehr starke Zunahme zu verzeichnen; sie stieg von 135 auf 236. Das liegt darin begründet, daß im vergangenen Geschäftsjahr dem Verein noch bie gemeindliche gemeinnützige Krankenpflege ungegliedert wurde, die für die Mitglieder unentgeltlich ist, dagegen von Richtmitgliedem bei Inanspruchnahme besondere Vergütung benötigt. Der Schulbesuch der Kleinkinderschule war gut beiden Schwälmer Dauernburschen (Rückwand, Mitte). Man kann, schon aus räumlichen Gründen, auch bei Mons nicht auf alles eingehen, was gezeigt wird; doch sei auf eine Anzahl feiner Bildnisse nachdrücklich hingewiesen, von denen uns das energische und technisch sehr klare Reiter- Porträt des Herrn v. D. eines der reifsten zu sein scheint. Die Malerin Ella Dieger-Iunckerstorff ergänzt die neue Ausstellung mit einer Reihe von Dlumenstilleben (vorwiegend Oelbildem); wir möchten hier die locker und dekorativ gemalten „Helten“ und eine „Clematis" hervorheben; die „Tulpen" hingegen werden durch eine unausgeglichene lleberlabung der Palette beeinträchtigt. — Die Gesamtausstellung ist zu den üblichen Zeiten geöffnet und wird bis zum Sonntag, 16. März, zugänglich fein. hth. Römische Straßenszene. Volksauflauf auf der Piazza Barderini. Man hört mildes Gelächter, alles schaut aus die hohe Platane, die die Allee der Via Veneto eröffnet. Ein weidlich zerzauster Truthahn schaukelt in den Aesten. Wo kam er her, mitten in der Stadt an der größten Hotelstraße Roms? Ist er zahm oder wild? Keiner weiß es. Er ist plötzlich da, und weil er da ist, erregt er die Habgier der Menschen Die Jagd beginnt, und immer dichter drängt sich die Menge um den Baum Schon turnt ein Lehrling in den Aesten, bemüht, dem Tier vermittelst einer langen schwankenden Latte eine Schlinge um den Hals zu werfen Jeder mißlungene Versuch löst unten höhnisches Gelächter aus. „Forza, coraggio!" Wieder fährt die Latte durch die Luft. „Wird dem Huhn man nichts tun?" Jedoch der Truthahn hat die Ruhe weg. Don Ast zu Ast flattert er, sobald Gefahr im Verzüge ist. Vom Baum aus ist nichts mehr zu wollen, so schleppt man eine Leiter herbei. Der Erfolg einer Viertelstunde ist, daß das gepeinigte Tier eine Runde auf dem äußersten Aeste- kranz der Platane beschreibt und ein eifriger Zuschauer seinen Hut unter der nahen Fontäne wäscht. Der Truthahn bat die Lacher auf seiner Seite: „Hoffen wir es, sagen wir es laut, daß ihm unsere Sympathie gehört, selbst an dieser Stelle, wo es stört." Autos hupen verzweifelt, die breite Straße ist fast gesperrt. Da schreitet die Polizei schließlich Der österreichische Dramatiker Anton W i l b g a n • wurde zum Direktor bei Wiener Burgtheater» ernannt. Das Dchulgelb würbe von 20 Pfennig pro Woche auf 40 Pf. erhöht, woburch bem „Kleinkinber- freunb" recht beträchtliche Einnahmen erwuchsen. Wie alljährlich, so würben auch biesmal toteber bem Verein von einer Anzahl Gönner ansehnliche Unterstützungen zu teil, bie es ermöglichten, ohne Fehlbetrag ben "Betrieb ber Kleinkinderschule unb Krankenpflege burchzuführen. Es leisteten bie Gemeinde 200 Mk., die Firma Scheid- Hauer & Giebing (Bonn) 100 Mk., bie Buderus- schen Eisenwerk Wetzlar 80 Mk., bie in anerkennenswerter Weise ben Betrag bes Dr'm^res erhöht ta‘, ber ^andesvcrban) für Kle nkin erp lege in Darmstadt 125 Mark, bie Reichsbahndirektion Frankfurt (Main) 100 Mk., Ungenannt 53 Mark. Daneben würben noch Raturalspenben unmittelbar ber Kleinkinberschwester übergeben. Mit bem 1. Oktober v. I schieb bie langjährige Krankenschwester Elisabethe G r ö l z aus Mainzlar aus bem hiesigen Krankenpflegebienst aus. Bis zum Eintreffen einer neuen Krankenschwester, bie voraussichtlich erst Anfang April eintreten wirb, hat Sri. Gußmann biefen Dienst vertretungsweise, zur vollsten Zufriedenheit der ganzen Gemeinde, übernommen. Die Rechnungsablage, bie von bem langjährigen Rechner W. A l b a ch erstattet würbe, weist einen Kassenvorrat aus dem vorhergehenden Jahre von 95 Mk., an Gesamteinnahmen 1786, an Gesamtausgaben 1563 Mk. auf. Es verbleibt ein Kassenvorrat für 1930 von 223 Mark. Dem Rechner A l b a ch konnte nach vorgenommener Prüfung ber Rechnung Entlastung erteilt werden. Die Generalversammlung hielt es für notwendig, um bie finanziellen Verhältnisse bes Vereins auch weiterhin in georbne- ten Bahnen zu halten, eine Erhöhung ber Mit- gliebsbeiträge von 2 Mark auf 2,50 Mark pro Jahr vorzunehmen. Fast einstimmig wurde dieser Antrag angenommen. Den veränderten Verhältnissen Rechnung tragend, soll bis zur nächsten Generalversammlung ein neues Vereins statut ausgearbeitet werden. In seinem Schlußwort gab der Vorsitzende, Dekan G u h m a n n, bekannt, daß in drei Jahren der Verein „Klein- tinberfreunb" auf fein 25jähriges Bestehen zu- rückblicken kann. 6 Reinharbshain, 16. Febr. Im ev an - fielisch-kirchlichen Frauenverein, ber eine wöchentlichen Abende im Schulsaal unter Leitung des Pfarrers abhält, wurden im neuen Jahre zwei Lichtbildfeier stunden von dem Leiter abgehalten. Der erste Abend war der neuen Bilderbibel Rudolf Schäfers gewidmet. Die zweite Bildreihe zeigte eine stattliche Anzahl Bilder über ben Seemannsberuf unb die Seemannsmission. 5 Saasen, 16. Febr. In unserem Frauen- verein, ber unter Leitung von Lehrer Herber unb Frau steht, hielt ber Pfarrer dieser Tage einen Lichtbildvortrag über ben Hellsweg Gottes mit Bilbern aus ber neuen ein: der Truthahn bleibt allein auf hoher Warte... Heute mittag übersprang ich den „gekochten Truthahn", der die Speisekarte zierte — mit freundlichen Wünschen für „ihn" — und als ich heimging über den Platz der Barderini, saß der Gockel noch oben unb schaute gelassen auf bie Straßen von Rom... Als ich abends zur Post ging, hatte das Abenteuer einen unerwarteten Ausgang. Einem Bengel gelang es, den schlafenden Truthahn zu greifen — er war zu nah an ben Stamm gerückt. Beifall lohnte den Erfolg. Wie ber Junge aber mit der Beute auf sein Rad sprang und im Straßengewühl untertauchte, gellte cs hinter ihm her: „Haltet den Dieb". Ich sah die Verfolger rechts um die Ecke biegen, während der Bengel links — im Schutze eines großen Autobus — zunächst enttarn... „Wird dem Huhn man nichts tun?" Hochfchulnachnchien. Es find ernannt worben: Professor Dr. Julius Wätjen in Berlin zum ordentlichen Professor der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie an der Universität Halle als Aachfolger von Prof. W. Ger- lach, der Pfarrer Professor Lic. Dr. Karl Aner in Halle zum ordentlichen Professor ber Kirchengeschichte an der Universität Kiel als Rachfolger des Geheimen Konsistorialrates Joh. Ficker, Professor Dr. Anton Baumstark in Bonn zum ordentlichen Professor der semitischen Philologie an der Universität Münster als Rachfolger von Pros. H. Grimme; Professor Dr. Paul Metzner in Tübingen zum ordentlichen Professor der Botanik an der Universität Greifswald als Rachfolger von Prof. Joh. Buder und Professor Dr. Karl Bonhoeffer in Berlin zum ordentlichen Professor ber physikalischen Chemie an ber Universität Frankfurt als Rachsolger von Prof. R. Lorenz. Ferner würbe ber 0. Professor ber klassischen Philologie Dr. Richard Harder in Königsberg in gleicher Eigenschaft an die Universität Kiel als Rachfolger von Prof. Eduard Fraenkel versetzt. Ernannt wnrde ber orbentliche Professor Dr. Hans Heinrich Schaeber in Königsberg vom 1. April 1930 ab zum orbentlichen Professor ber orientalischen Philologie an der Universität Leipzig als Rachfolger von A. Fischer Schae- bers Arbeiten betreffen besonders orientalische Religionsgeschichte. Schäferschen Bilderbibel. Die Bild« gefielen allgemein gut trotz ihrer Neuartigkeit gegenüber den herkömmlichen Bildern. &. Lich, 13. Febr. Gin großes Verdienst erwarb sich der hiesige Volksbildungsverein durch die Veranstaltung eines Volksliederabends. Der Frauenchor, de'.sen Leiterin, grL 2 äger. die Anregung zu dem Abend gegeben hatte, der Gesangverein .Cacilia" und der Arbeitergesangverein .Einigkeit" boten in ihren Gesängen schlichter deutscher Volkslieder vortreffliche Leistungen. Der Frauenchor hatte sich die Aufgabe gestellt, alte Volkslieder der Vergessenheit zu entreißen: .Ich fahr dahin", 15. Jahrhundert, .Der Kuckuck", 16. Jahrhundert; .Frau Nachtigall", 1753, u. a. m. Gerade ein Chor mit Frauenstimmen ist besonders geeignet, diese zarten Weisen des Volksliedes den Zuhörern ins Herz zu singen. Aber auch die beiden Männerchöre verstanden es meisterhaft, Liebe für das Volkslied zu wecken; es seien nur genannt: .Die drei Röselein" (Gesangverein Einigkeit) und .Der Schweizer Soldat" (Gesangverein Cäcilia), als zwei Chöre, dem Charakter des Abends völlig gerecht werdend. Auch die anderen Chöre waren beachtliche gesangliche Leistungen. Alles in allem darf gesagt werden, daß dieser Volksliederabend ein wohlgelungener Abend war und den mitwirkenden Vereinen und ihren Leitern herzlicher Dank gebührt. Desonderen Dank verdient aber der Vortrag des Herrn Direktor Schmidt, Friedberg, der sich die Aufgabe gestellt hatte, in einem Vortrag über das deutsche Volkslied zu referieren. Er löste meisterlich diese Aufgabe. Mit großer wissenschaftlicher Gründlichkeit gab er ein übersichtliches Bild über Entstehung und Wesen des deutschen Volksliedes. * Lich. 17. Febr. Am 28. und 29. Juni feiert der Radfahrer-Verein „Edelweiß" - L i ch sein zehnjähriges Bestehen. 3n Verbindung mit dieser Feier ist dem Verein das diesjährige Dundesradfahrerfest des Bundes Oberhessen übertragen worden. Aus diesem Anlaß fand vor einigen Tagen auf Einladung des festgebenden Vereins in der Gastwirtschaft von Ludwig Vogt eine Besprechung der Vorsitzenden verschiedener Ortsvereine statt. Vach den Erläuterungen über die Art und den Umfang des in Aussicht genommenen Festes ist dem geschäftsführenden Ausschuß des sestgebenden Vereins die Bildung der einzelnen Ausschüsse übertragen worden. Es soll nun eine weitere Sitzung sämtlicher Auschußmitglieder folgen. Dem Vernehmen nach werden e:wa 1000 bis 1500 Radfahrer an dem Bundesfest teilnehmen. s. Inheiden, 13. Febr. Dieser Tage fand in dem benachbarten Feldheimer Wald die Versteigerung einer großen Menge Brennholz statt. Da ein beträchtlicher Teil des Waldes abgeholzt wurde, um dort Eisenerz zu gewinnen, gelangten etwa 500 Raummeter Buchenscheitholz und 300 Raummeter Knüppel, sowie 1000 Raummeter Astreiser zum Verkauf. Es hatten sich infolgedessen Steigerer aus der ganzen nördlichen Wetterau bis Echzell, Wölfersheim und Gettenau eingefunden. Das Scheitholz kam auf 11 bis 12 Mk., Knüppel auf 7 Mk. und Stöcke auf 5 Mk. je Raummeter. Die Buchenastreiser wurden für 1 bis 1.20 Mk. gesteigert. Eichenscheitholz stellte sich auf 5 Mk. je Raummeter, Knüppel auf 4 bis 5 Mk. durch- fchnittlich, während Eichenstöcke der Raummeter für 4 Mk. zu haben war. Cichenreiser kamen aus 60 Pf. je 1 Meter. Wenn diese Preise teU- weise auch über den durchschnittlichen diesjährigen Holzpreisen liegen, so kommt doch in Betracht, daß das Holz im Feldheimer Wald, dem einzigen unserer Gegend, nahe zu holen ist, während für Fuhren nach den übrigen Waldungen fast ein ganzer Tag benötigt wird. Kreis Friedberg. Pb. Butzbach, 16. Febr. Heute vormittag, kurz nach 11 llßr, stießen an der Kurve in der Vieder-Weiseler Straße zwei Autos zu- Me blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten IX. Seit zwanzig Minuten wartete Felix Schulhofs. Immer wieder sah er auf die Uhr. Um elf Uhr sollte Eva Witte da sein; aber noch immer zeigte sich keine Spur von ihr. Eine starke Unruhe war in Schulhofs, während er hin und her ging. Warum kam Eva nicht?... War sie abgehalten worden? ... Würde sie heute überhaupt nicht mehr erscheinen? " Sie hatte doch versprochen, zu kommen. Schon dreimal hatten sie sich, immer in Abständen von zwei Tagen, im Tiergarten getroffen. Die Stunde, die sie beisammen weilten, war ihnen wie im Fluge vorübergeeilt. Und traurig, als g:lte es eine Trennung fürs Leben, waren sie jedesmal voneinander gegangen. Mieder waren zehn Minuten verstrichen, ohne daß die Erwartete erschien. Schulhofss bemächtigte sich eine große Viedergeschlagenheit. So sehr hatte er sich auf dieses Wiedersehen gefreut, mit nie gekannter Sehnsucht dieser Stunde entgegengefiebert..., nun wartete er umsonst... Plötzlich durchfuhr es ihn heiß. In der Vähe hielt ein Mietauto, eine Dame flieg aus ... Es war Eva Witte. Echulhoff eilte auf sie zu. „Endlich! ... Ich habe schon gefürchtet, Sie kämen nicht!" sagte er und preßte ihre Hand. „Ich bin auf gehalten worden", antwortete sie hastig. „Verzeihen Sie!" „Die Hauptsache ist, daß Die jetzt da sind! Ich habe mich unsagbar daraus gefreut!" Sie gingen durch den Tiergarten. Andere Spaziergänger kamen ihnen entgegen. Sie sahen nichts von ihnen. Alles war ihnen versunken vor dem einen Gedanken: daß sie wieder beisammen waren. Als seien sie aus einer einsamen Insel, losgelöst von der übrigen Welt, war ihnen zumute. Durch ihre Worte schwang das jubelnde Glück, das sie beide erfüllte. „Manchmal kann ich es nicht begreifen, daß wir uns erst so kurze Zeit kennen," sagte Felix Schulhofs. „Ich meine, wir seien schon immer so Seite an Seite gegangen, unser ganzes Leben lang!" Eva Witte erwiderte nichts darauf, aber ihre Augen sahen in weichem, hingebungsvollem Glanz den Mann an. Da wußte er, daß sie dachte und fühlte wie er. »Ich denke immer an Sie, Eva! Wenn ich bei Starkenburg gegen die Sekoga-Verlräge. -Weitere Verhandlungen mit der Ruhr auf anderer Basis.- Darmstadt, 15.Febr. (WEN.) Heute vormit- tag trat der neugewählte Prooinzialtag der Provinz Starkenburg zu seiner ersten Sitzung zusammen. Provinzialdirektor Gebhardt begrüßte die Provinzialtagmitglieder und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ein gedeihliches Zusammenarbeiten möglich sein werde. Bei der Wahl der Prooinzialausschuß- niitgliebcr erhielten die Sozialdemokraten vier Sitze, die verbündete bürgerliche Liste (Deutsche Volkspartei und Deutschnationale, Landbund und Wirtschaftspartei, Zentrum und Demokraten) ebenfalls vier Sitze, die Kommunisten einen Sitz. Da man sich über die Festsetzung der Tagegelder nicht einigen konnte, wurde der Punkt zu- rückaestellt, so daß es bei den bisherigen Sätzen von 12 Mark für Darmstädter und 18 Mark für aus- wärtige Mitglieder bleibt. Zur Frage der Gasfernversorgung gab der Provinzialdirektor einen historischen Ueberblick über die seitherige Entwicklung der Angelegenheit, woran sich eine sehr ausführliche Debatte anschloß. Unter Ablehnung eines volksparteilichen Antrages, der sich für das ausschließliche Zusammengehen mit Ruhr und Saar aussprach, fand ein sozialdemokratischer Antrag Zustimmung, der den ablehnenden Beschluß des Pro- oinzialausschusses vom 22.Januar billigt, aber weitere Verhandlungen mit der Ruhr auf anderer Basis immer noch offen läßt. Eine lange Debatte entspann sich über kommunistische Anträge über die R o t der Erwerbslosen. Mil der Annahme eines sozialdemokratischen Antrages, daß die vorgesehenen Klein- Pflaster- und Schotterarbeiten im Straßenbau schon jetzt ausgeführt werden sollen, wurde der kommunistische Antrag für erledigt erklärt. Annahme fand schließlich noch ein volksparteilicher Antrag, der den Ausbau des Ostbahnhofs in Darmstadt vorfieht. lammen. Das eine Auto VO.4803, Besitzer Dr. Köhler, Rodheim v. d. H., von Wagenführer Wolf von Oppardhosen gelenkt, fuhr in der Richtung nach Rieder-Weisel. Ab „Hessischen Hof" fuhr es nicht auf der rechten Seite weiter, sondern lenkte nach links herüber, um die Kurve zu schneiden, so daß es in der Kurve etwa 1,60 Meter von dem Bürgersteig entfernt war. Das andere Auto, VS. 17 <8Besitzer und Fahrer Rothenbach von Offenbach a. M, kam von Rieder-Weisel und fuhr vorschriftsmäßig auf der rechten Seite, der Fahrer konnte jedoch infolge der Kurve das entgegenkommende Auto erst im letzten Augenblick sehen, und fuhr, da er nach der rechten Seite nicht ausweichen konnte, da er sonst Passanten auf dem Bürgersteig in Gefahr gebracht hätte, im letzten Moment nach links herüber, während das entgegenkommende Auto nach rechts noch auszuweichen suchte. Dies gelang nicht und so fuhr das Offenbacher Auto auf den Vorderteil des Wagens VO. 4803 auf. Von den Insassen wurden zwei Damen leicht verletzt. An beiden Wagen wurden die Vorderteile stark beschädigt, sie mußten abge- schleppt werden. Kreis Büdingen. 7- Fauerbach beiRidda,12. Febr. Am Sonntag hielt der Veteranen - und Militärverein Fauerbach seine diesjährige Generalversammlung in der Döckelschen Wirtschaft ab. Die Kleinkaliber-Schießabteilung war zu der Versammlung eingeladen. Der Vorsitzende, Lehrer Baußmann, gedachte in üblicher Weise der verstorbenen Mitglieder, besonders der Gefallenen und des im letzten Jahr plötzlich verstorbenen Kameraden Karl Scheuermann. Sodann verlas der Rechner Kamerad Kaschmieder die Rechnung, dieselbe wurde für richtig befunden, so daß dem Vorstand und dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Da der Vorsitzende, Lehrer Bautz- mann, zum großen Bedauern des Vereins von seinem Posten zurücklrat, wurde an seiner Stelle der Rechner Kaschmieder durch Zuruf aus der Deriammlung gewählt. Als Rechner wurde Kamerad Adolf D e d m a n n neugewählt. Heftet die Einverleibung der Kleinkaliber-Schießabteilung in den Verein soll die Entscheidung bis zur nächsten Generalversammlung verbleiben. An dem Dezirkskriegerseft in Burkhards wird der Verein teilnehmen. Die Mitglieder Hch Weisel und Hch Hofmann!, wurden für 25jährige Mitgliedschaft im Verein mit einem Diplom ausgezeichnet. Rach Aufnahme von sechs neuen Mitgliedern schloß der Vorsitzende die Generalversammlung, an die sich noch ein geselliges Zusammensein bei Musik und Gesang anfchloß. Kreis Schotten. □ Laubach, 14. Febr. Bei der heute tm Laubacher Stadtwald in den Distrikten Senges und Zwillingssiife abgehaltenen dritten Brenn- holzvetsteigerung waren im Verhältnis zu den beiden ersteren die Preise wesentlich niedriger. Für Buchenscheitholz wurden durchschnitt- lich 8 bis 9 Mk., für Stöcke und Knüppel 5 bis 6 Mk. pro Festmeter erzielt. Da nunmehr die meisten Steigerer ihren Bedarf an Holz gedeckt haben, ist bei der letzten Versteigerung am kommenden Dienstag voraussichtlich mit einem weiteren Sinken der Preise zu rechnen. Kreis Alsfeld. --er. Homberg, 15. Febr. Gestern vormittag gegen 11 ilßr ereignete sich in dem Dauster - scheu Steinbruch ein schwerer lln- glücksf all. Der Arbeiter Decker wurde von herabstürzenden Erd- und Gesteinsmas- senverschütte t. Den Schwerverletzten brachte man zunächst in eine Hütte und holte einen Arzt, der aber leider nur den bevorstehenden Tod des Verunglückten feststellen konnte. Mitglieder der hiesigen Sanitätskolonne brachten dann den bedauernswerten Mann mittelst fahrbarer Trage nach Hause, wo er gegen 5 Uhr unter den gräßlichsten Schmerzen verstarb. Der fleißige, noch junge Arbeiter hinterläßt eine Frau und drei kleine Kinder. Kreis Lauterbach. £>. Lauterbach, 13.Febr. In der vergangenen Nacht brach in einer Schneiderwerk st att am Marktplatz ein Zimmerbrand aus, da man vergeßen hatte, das elektrische Bügeleisen a b z u st e l l e n. Zum Glück löste sich der Kontakt von selbst aus, als durch das glühend gewordene Eisen die Tischplatte, worauf es stand, durchgebrannt und dadurch das Bügeleisen auf die Erde gefallen war. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, daß nicht ein größerer Brand zum Ausbruch kam. Trotz alledem ist der entstandene Schaden beträchtlich. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Hochelheim, 17. Febr. Im hiesigen Obdachlosenheim gerieten heute nacht zwei Obdachlose, die sich in betrunkenem Zustande befunden haben sollen, in Streit, wobei der eine Obdachlose dem anderen zwei Stiche mit einem Messer in den Rücken und das Schulterblatt fte i* meiner Arbeit bin, ist mir oft zumute, als ständen Sie neben mir; dann werde ich unbegreiflich froh! Ich habe meine Arbeit noch nie so geliebt wie jetzt!" Cm feines Rot kam in ihre Wangen. „Sie müssen mir wieder von Ihrer Arbeit erzählen, Herr Schulhofs!" bat sie. Gespannt lauschte sie Schulhofss Worten, der ihr von dem gigantischen Bauwerk draußen im Westen Berlins berichtete, das stetig voran- schritt. Sie fühlte das künstlerische Feuer, das chn durchglühte. „Wollen Sie mich einmal hin ausbegleiten ?" fragte er. „Wenn meine Zeit es gestattet, gerne ...“ Sie brach ab und hemmte jäh den Schritt. Mit schreckverzerrtem Gesicht starrte sie zur Tiergartenstraße hinüber. Dort fuhr ein Auto, eine große, schwarze Limousine, in rascher Fahtt zog der Wagen die breite Allee hin ..., nun bog er in die Hohen» zollernstraße ein und entschwand Evas Blicken. War dies Peter Honneckers Wagen gewesen? ... Hatte er in dem Wagen gesessen? Die Gedanken jagten sich in Eva Witte. Warum war Honnecker heute so lange zu Hause geblieben? Er fuhr doch sonst gewöhnlich schon frühzeitig zur Stadt. An diesem Morgen aber hatte es den Anschein, als wolle er überhaupt nicht fort. Langer als sonst sah er am Zrühstückstisch, dann verschwand er in seinem Arbeitszimmer. In rasender Ungeduld wartete Eva darauf, daß er wegfahre. Aber die Zeit verstrich, die Stunde ihres Zusammentreffens mit Felix Schul- Hoff rückte näher und näher ... Eva hatte schon die Hoffnung auf gegeben, an diesem Morgen noch fortzukommen ..., endlich fuhr unten der Wagen vor. Sie ging zum Fenster. Honnecker stieg ein, bas Auto eilte hinweg. Roch wenige Minuten wartete Eva; dann verlieh auch sie das Haus ... Die hatte sich bis jetzt über Honneckers ungewöhnliches Verhalten an diesem Morgen weiter keine Gedanken gemacht. Als sie aber nun in der großen, schwarzen Limousine seinen Wagen zu ertemxen glaubte, stieg jäh eine Angst in ihr auf. War Honnecker heute absichtlich so lange daheimgeblieben? ... Wollte er sie beobachten .. kontrollieren? ... Hatte er einen Verdacht? ... Vielleicht war er ihr nachgefahren ..., wenn der Wagen, der soeben an ihr vor beigefahren war, wirklich Honneckers Auto war, dann hatte er sie gesehen ..., sie und Felix Schulhofs ... I „Was ist Ihnen, Eva? Warum sind Sie plötzlich so ernst?" fragte Schulhofs und sah bestürzt die Veränderung in ihren Zügen. Sie mühte sich, ein gleichgültiges Gesicht zu zeigen; es gelang ihr nur schlecht, und ihre Stimme zitterte vor Erregung, als sie hastig sagte: . „Ernst? ... Aber keine Spur!" Sie begann, von anderem zu sprechen, rasch, überstürzt, während ihre Blicke immer wieder angstvoll umherirrten. Unvermittelt äußerte sie die Absicht, nach Hause zu gehen. Schulhofs widersprach, er bat sie, noch eine Welle zu bleiben; aber sie beharrte bei ihrem Vorsatz. In einem bangen Schweigen legten sie den Rest des Weges zurück. Als sie zu den ersten Häusern der Bellevuestrahe kamen, blieb Eva stehen. „Auf Wiedersehen, Herr Schulhofs!" sagte sie leise und reichte ihm die Hand hin. In schmerzlichem Staunen sah er ihr in das bleiche, verstörte Gesicht. „Was ist Ihnen, Eva?" Sie schüttelte den Kopf. „Richts ...“ Er hielt ihre Hand fest und fragte: „Werden Sie übermorgen wiederkommen?" Sie wich seinen Blicken aus. „Ich weiß es noch nicht ..., vielleicht ...“ „Ditte, kommen Sie doch! Sie wissen, wie sehr ich mich darauf freue!" sprach er flehend. Etwas Ratloses war im Ausdruck ihres Gesichts. Konnte sie denn versprechen, wiederzukommen? ... Wußte sie, was ihr daheim bevorstand? ... Wenn Honnecker sie wirklich In Felix Schulhofss Gesellschaft gesehen hatte, dann würde er dafür sorgen, daß sie den Wann, den sie liebte, nicht wiedersah! ... „Wenn es mir möglich ist, werde ich kommen," sagte sie gepreßt. „Und wenn nicht? ... Rein, Fräulein Eva, das ist mir zu ungewiß! Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen? ... Rufen Sie mich einfach zu Haufe oder in meinem Bureau an, sobald Sie wiederkommen können!" „Ja .... ich werde Sie anrufen .. .“ „Aber lassen Sie mich nicht zu lange warten!" Ein letzter weher Blick traf ihn, dann schritt Eva Witte rasch dem Potsdamer Platz zu. Gedankenverloren sah Schulhoff chr nach. So war es bisher jedesmal gewesen: Rach ihrem Spaziergang im Tiergarten begleitete er Eva bis zu dieser Stelle; weiter durste er nicht mit ihr gehen. Von hier au- ging sie ihren Weg allein wohin? Er wußte es nicht. brachte. Die Verletzung war derart schwer, bafr der Verletzte sofort nach der Chirurgischen Kli- nll in Gießen überführt werden mußte. Dee Täter ist noch in der Rächt dem Gerichtsgefäng« nis in Wetzlar eingeliefert worden. Die Polizei-, liche Untersuchung ist eingeleitet. Kreis Biedenkopf. ch Bischoffen, 12. Febr. Unser Dorf wurde gestern abend in große Aufregung verseht. Dee Pflegejunge Erich Fischbach, der sich bei dem Postagenten Albert schon einige Jahre in Pflege befindet, war nicht nach Hause gekommen. Gegen sechs Uhr hatten chn Kinder und Ort^ein- wohner noch im Dorfe gesehen. Aber bis neun Uhr abends war er noch nicht zuhause, auch im Hause und in den Stallungen des Herrn Albert nicht zu finden. Man alarmierte sofort die Ortseinwohner und ließ daZ Dorf und die nähere Umgebung absuchen. Bald fanden ihn zurückgebliebene Frauen in einem unbenutzten Gänse st all. in dem er sich erst dann versteckt haben will, als er merkte, daß man chn suchte. Wirtschaft. • Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 12. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche von 130,1 auf 129,8 oder um 0,2 Prozent gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe auf 117,0 (Vorwoche 117,1) und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren auf 126,9 (127,2) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren ist um 0,6 Prozent auf 154,7 (155,6) gesunken. * Frankfurter Hypothekenbank. Frankfurt a. M. Das Jahr 1929 erbrachte einschließlich 68 877 (65 163) Mk. Vortrag 15,081 (11,710) Mill. Mk. Einnahmen, darunter 14,368 (10,870) Mill. Mk. an Zinsen. Demgegenüber erforderten Pfandbriefzinsen unb Zinsen für baS Rentenbank-Darlehcn 11,769 (8,909), Derwal- tungskosten 0,829 (0,771), Steuern und Stempel 0,650 (0,513) Mill. Mk. Aus bem verbleibenden Reingewinn von 1,833 (1,513) Mill. Mk. sollen wieder 10 v. H. Dividende auf die Stammaktien und 6 v. H. auf die Vorzugsaktien verteilt werden. Den Reserven werden 500 000 (210 000) Mk. überwiesen, die damit auf 6 Mill. Mk. anwachsen. Rach Zuweisung von wieder 100 000 Mk. an bi« Pensionskasse verbleiben 75 000 Mk. zum Vortrag. * FrankfurterGenossenschaftsbank e. G. m. b. H., Frankfurt a. M. Aus einem Reingewinn von 358 964 (332 063) Mark werben wieder 10 Prozent Dividende vorgeschlagen. Der Umsatz erhöhte sich 1929 auf 700 (666) Millionen Mark. Die Haftsumme der 4614 (4432) Mitglieder beträgt 4,51 (2,21) Mill. Mk. Die ßiquibitat ist auf 25 (32) Proz. zurückgegangen. * Die Verluste im Emelka-Konzern. Der im Zwifchengeschäftsjahr Ianuar/Iuni 1929 eingetretene Verlust der Münchener Lichtspielkunst AG. beträgt unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus 1928 962 630 Mk. Dieser Verlust ist entftanben durch den Film „Waterloo" unb ist ferner eine Folge der vorsichtigen Bewertung des Filmbestandes, die mit Rücksicht auf den Uebergang vom stummen Film zum Tonfilm erforderlich schien. Die Emelka Theater AG. weist gleichfalls unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages eines Verlust von 367 954 Mk. aus. Der Verlust ist im wesentlichen daraus zurückzu- führen, daß es noch nicht gelungen ist, verschiedene aus der Phöbus-Masse stammende unrentable Theater abzustoßen. Die Generalversammlungen finden am 10. März statt. • Keine Veränderungen tm Aufsichtsrat der I. -G. -Farbenindustrie. Verschiedene Pressemeldungen über Veränderungen im Aufsichtsrat der I.-G.-Farbenindustri« A.-G. werden dem WTD.-Handelsdienst auf Anfrage als unzutreffend bezeichnet. Roch immer, wie zur ersten Stunde ihres Bekanntseins, lag der Schleier des Geheimnisvollen über ihr. Er kannte nichts von ihrem Leben; nur ihren Ramen hatte sie ihm auf sein Drängen genannt, aber er hatte ihr sein Wort geben müssen, nicht weiter nach ihr zu forschen. Schwerwiegende Gründe mußte sie für ihr Verhalten haben. Er wußte, daß sie nur in aller Heimlichkeit sich mit ihm traf. Vor wem mußte sie diese Begegnungen verheimlichen? ... Wer hatte ein Recht auf sie? ... Eine Macht schien es zu sein, die sie fürchtete. Auch heute war plötzlich dieses Angstvolle, Gehetzte, wieder in ihr gewesen. Drohte ihr von irgendeiner Seite Gefahr? In Schulhofs regte sich ein Widerstand. Dein« gerade, zielbewußte Ratur lehnte sich gegen dieses tatenlose Zuwarten auf. Er hätte lieber Klarheit geschaffen; aber die Hände waren ihm ja gebunden. Gegen EvaS Wlllen durfte er nichts unternehmen. Was lag schließlich auch davon! ... Die Hauptsache war, baß sie immer wieder zu ihm kam. Und daß sie, trotz aller Schwierigkeiten unb Hindernisse, dies tat..., war es nicht ein Zeichen, wie gerne sie bei ihm weilte ..vielleicht liebte sie ihn ... Jubelndes Glücksgefühl rauschte in Felix Schulhofs auf. Die Sorgen unb zweifelnben Gedanken zerstoben. Seine Liebe zu Eva Witte erfüllte ihn ganz und ließ chn frohgemut in die Zukunft schauen. Lu Horwitz sah lange, mit kühlen, forschenden Blicken in den Spiegel. Sie war mit dem Bild, das ihr daraus entgegensah, zufrieden. Ein hellgrünes Abendkleid umschloß eng ihren schlanken, durchtrainierten Körper. Es ließ die gut geformten Arme frei und hob die Wirkung deS schönen Kopses mit den tiefschwarzen Haaren. Die Zofe trat ein. ».Sind Sie fertig?" fragte Lu Horwitz. „Ja, soeben sind noch die Blumen gekommen." „Geben Sie mir die Heine Perlenkette!" sprach Lu bann. Sie legte die Kette um ihren Hals. Die Zofe betrachtete Lu mit bewundernden Blicken. „Gnädiges Fräulein sehen entzückend auS! Herr Schulhofs wird sich freuen, wenn er bas gnädige Fräulein sieht!" Ein abweisender Zug kam In Lus Gesicht, so baß die Zofe verstummte. Rachher ging Lu in das andere Zimmer. Wit prüfendem Blick übersah sie den blumengeschmückten Tisch, auf dem für zwei Personen gedeckt war. Eine Falte trat aüf LuS Stirne. (Fortsetzung folgt.) SHii '«W. Unlet Soh u. “IÄ 'S,£* ■ Aber r-Mn- ? **?* M Mitt L«ü ^.l au 19qo SÄ1 Sjauv’t- “c Dgrarstofse auf für ^ren aus 125,9 oft” für » 0|6 Prozent auf 'vthekenbank ?.T ^ erbrachte f Ertrag 15,081 oatunttt 14,363 «MgegeMrr er« ^Nen für das (8309), Tkrtcal» En und Stempel ^verbleibenden v ML M. sollen UI die Stammaktien Aktien verteilt wer« X>0(X) (210000) M «D Ät anvochfen 10000) W an bie 1M jum Qhrfrag. enschaft-bank . R. Qlui einem $3) Mari Verden vargeschiagen. Der 00 (686) Millionen 4 (4432) Mitglieder . Die Liquidität ist ngen. relka-Konzern. : Januar/Juni 1929 iünchener Lichtspiel« ikerüchichtigung des 962 630 Mk. Dieser «n Film.Mterloo" : vorsichtigen Devcr« ie mit Rücksicht auf 1 Film jum Tonsilm a Theater 3®. wcisr gung des Getoinn« 361954 ML M rn darauf Mchsw« >(Mgen ifi, verfchie« e stammende unten« )ie Generalversamm« statt. ungen im 2u!« arbenlndustrie. >n über Deränderun« j ^..Jarbenindustris »andelsdienst aus An« ichmü^^^^^ UUnde ihres > des Eeheimnisvvllen i von ihrem Leben: ihm aus sein Drang«' ein Wort geben mu|« sorschen. muhte sie für Z daß sie nut m 4 Aor wem mußte heimlichen? ••• 2X1 id«, * Ijjft rsfff *6LÖ JtfS»»'** . f ko« Gedanke» weifel^ ersM M mit dem j, zusrled^ ^.^fen, h enflÄ gut g ftÄ**-* e Lu S^^fornnt«1^ ie ÄV N UftWii SVP rÄ*jrtä* wcim ^e # ^ Personen r .......... O Generalversammlung der Reichsbank könne in der Reduktion der private vertagen, nicht ge- auf fünf« lastet, das lediglich aus seinem Anteil am Reingewinn der Reichsbant die Tilgung vornimmt. Setrteboantvflit Winter beantragte, die Generalversammlung zu weil die Teilnehmer aus Zeitgründen nügenb vorbereitet feien, um über eine Reichsbankprasident Dr. Schacht spricht in der Hauptversammlung der Anteileigner der Reichsbank. Dr. Schacht ging dann auf die Entwicklung des Personalbestandes ein, der zeige, dah von den Ende 1923 22 091 Beschäftigten bei der Reichsbank (davon 8870 Beamte) nur noch 42 Prozent übrrggeblieben seien. Anderseits mache sich die Heberaltetung des Beamtenapparats bemerkbar 1924 habe das Durchschnittsalter 371/2 Jahre, 1929 42 Jahre betragen. Die sährlichen Mehrunkosten durch Höherrücken von Beamten in höhere Gehaltsstufen usw. beliefen sich aus ungefähr eine Million Mark. Die Reichsbank * Unkosten nicht die gleichen Erfolge aufweisen, wie das Bankgewerbe. Die Gesamtumsätze bei der Reichsbank betrugen im Jahre 1929 zusammen 911 471,3 Millionen Mark (i D. 819 906). Im Jahre 1929 wurden 556,6 Millionen Mart an Gold aus dem Auslande angerauft Eine Milliarde Mark an Gold wurde zwecks Regulierung der Wechselkurse im' Auslande wieder verkauft. 6 Millionen Mark sind im In- lande für industrielle Zwecke und dergleichen abgegeben worden Demgemäß ergab sich insgesamt eine Abnahme des Goldbestandes der Bank um 446,2 Millionen Mark Zu der Frage der Steuern bet der Erwerbung der G0lddisk0ntbankaktien bzw Reichsbankanteile gemäß Abfin« dungsoorichlag der Reichsbank verlas Reichsbankpräsident Dr Schacht ein Schreiben des Reichsfinanzministers. aus dem hervorgeht, daß die Golddiskonlbank-Aktien und Reichsbank- anteile sowohl von dem Steuerabzug vom Kapitalertrag, als auch von der Einkommensteuer befreit find Auch die Buchführenden werden weder mit der Einkommensteuer noch mit der Kapitalertragssteuer belastet Frankfurter Börse. Frankfurt a.M.. 17. Febr. Tendenz: geschäftslos. — Die Börse eröffnete die neue Woche infolge mangelnder Anregungen wieder fast vollkommen geschäftslos. Bei den Danken waren kaum Aufträge eingetroffen. Die Spekulation zeigte nur wenig Aufnahmelust. so daß das an den Markt kommende Material zumeist nur mit Verlusten gegenüber dem Earnstagschluß ausgenommen werden konnte. Aber trotzdem machte sich im Grundton der Börse eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Die internationale Geldverflüssigung, obwohl zum Medio eine geringfügige Versteifung ausgetreten war. fand jetzt wieder mehr Beachtung Die Auslandbörsen vom Samstag lagen wieder schwächer, und im Zusammenhang mit dec Hausselosigkeit erhielt vor allem von hier aus die Börse eine große Hemmung. Etwas stärker gedrückt lagen nur Spezialaktien, und hier vor allem Siemens minus 3,5 v. H. Dis zu 1,5 v. H. schwächer eröffneten noch AEG.. Licht & Kraft, Chadeaktien verloren 2,5 Mark, Schuckert gut behauptet. Am Montanmarkt kamen zur Erstnotierung nur wenig Werte zur Rotiz. Die zunehmenden Feierschichten im Ruhrbergbau wirkten ungünstig nach. Rur Rheinstahl machten eine Ausnahme und konnten bei einem Gewinn von 1 v. H. etwas Interesse auf sich lenken. Don Kalipapieren büßten Aschersleben 1,5 v. H. ein. Am Dankenmarkt zogen Reichsbankanteile leicht an Commerzbank eröffneten gut behauptet, Adca und Darmer Dank lagen knapp gehalten. Schifffahrtswerte konnten sich bis 1,5 v. H. bessern. Am Rentenmarkt bestand für Türken stärkeres Interesse, bei recht erheblichen Besserungen. Deutsche Anleihen etwas gedrückt. Im Verlaufe nahm die Spekulation verschiedentlich Rückdeckungen vor, und die Tendenz wurde allgemein etwas freundlicher. Besonders für Siemens bestand Rachfrage, die ihren Anfangsverlust vollkommen ausgleichen konnten. Sonst ergaben sich Gewinne bis 1 v. H. Rheinstahl lagen dagegen nur behauptet. Auch Reichsbankanteile fanden weiter etwas Beachtung. Don Renten waren Türken gesuchter und zogen weiter etwas an. Am Geld- Bezüglich des Umlaufes an Rentenbankscheinen erwähnte Dr. Schacht, daß bis Ende 1929 rund 1,6 Milliarden Mark Renten- bankfcheine getilgt worden seien, und daß sich am 1. Januar 1930 noch 480 Millionen Mark im Umlauf befunden haben, von diesen in Sondergewahrsam der Reichsbank 70 Millionen Mark. Es seien aber tatsächlich im Verkehr nur noch 410 Millionen Mark. Cs sei beabsichtigt, die Tilgung, die eigentlich 1934 beendet sein sollte, bis zum Jahre 1942 zu strecken, um dadurch die Landwirtschaft von der Renten- markurnlage befreien zu können. Anderseits fei dann auch der Etat des Reiches ent- •Berlin, 15. Febr. (WTB.) Heute sand hier die Generalversammlung derRerchS- bank statt. , . , ,, „ , . . Rach dem Derwaltungsbericht für das Jahr 1929 beziffert sich (in Millionen Mark) der Kob getoinn für das Geschaftsiahr 1929 auf 170 2 gegenüber 157,7 im Vorjahr. Die Kredit- geschäfle der Dankchaben bei durchschnittlich höheren Zinssätzen und gestiegenen Umsätzen größere Erträge abgetoorfen. Die Ausgaben ^trugen 144,7 (im Vorjahr 132.3). Er ergibt sich emnad) ein Reingewinn von 25,5 (im Vor- ohre 25,4). dessen Verteilung wie folgt vorge- di lagen ist- 20 v. H.. d. h. 5,1 (wie im Dorzahre) ließen' in den gesetzlichen Reservefonds, dem .Teich fallen 5,3 (im Vorjahre 5.2) zu. die zur Tilgung umlaufender Rentenbankscheine zu bienen >aben. Für die Anteilseigner verbleiben 15,1 wie im Vorjahre), sie gestatten wiederum eine Dividende von 12 v. H. zu verteilen wah- end der Rest von 0,4 (im Vorjahre 0.3) dem Spezialreservefonds für künftige Dividendenzahlung zugeführt wird. In dem Verwaltungsbericht der Reichsbank wird u. a. noch folgendes heroorgeyoben: In> den kritischen -Wochen des Frühjahrs 1929 gab die Reichsbank an Gold und Devisen im ganzen für nahezu IN Milliarden her. Die kurzfristige Auslandsverschuldung der deutschen Banken stellte sich Ende Marz und Ende Juni des Berichtsjahres trotz der starken De« Visenabgaben der Reichsbank in dieser Zeit nur we- nig niedriger als Ende Dezember 1928; im zweiten Halbjahr war erneut eine beträchtliche Zunahme zu beobachten Die Reichsbank konnte ihren Devisen« bestand durch die eintretenden Zuflüsse wieder ergänzen Wenn die Reichsbank der seit etwa Ende Mai auftretenden Möglichkeiten der Goldeinfuhr aus England zeitweilig gewisse Hemmungen entgegenzusetzen versuchte, so geschah dies vor allem, um nicht diskontpolitische Maßnahmen der Bank von England herbeizuführen, die wiederum für den beut« schen Geldmarkt unerwünscht fein müßten wie die Gestaltung der Devisenkurse während der wechselvollen Entwicklung des Berichtsjahres erkennen läßt, ist die Reichsbank zu jeder Zeit im Stande gewesen, die Stabilität der Reichsmark zu schützen und aufrechtzuerhalten. Die Bank konnte erneut zeigen, dah sie auch unter schwierigen Verhältnissen ihre Aufgaben erfüllen kann, sofern sie nur entschlossen ist. die ihr zu Gebote stehenden Machtmittel energisch ein- zusehen. Es ist höchst bedauerlich, dah trotzdem immer wieder Leute austreten, die in Wort und Schrift durch Behauptung eines kommenden Währungsverfalles und einer bevorstehenden Inflation die veffentlichkeit zu beunruhigen versuchen: besonders gewissenlos ist das vorgehen solcher Leute, wenn sie als Wanderredner gegen Erhebung von Beiträgen ihre unverantwortliche Tätigkeit ausüben und dies als Einkorn- mensquelle ausnuhen. HeichSbankpräsident Or. Schacht machte in der Generalversammlung Ausführungen zu den Ziffern der Bilanz nebst Gewinn- und Derlustrechnung Cr wies au) die sehr große Goldbewegung des Jahres 1929 hin, in dem über 1.5 Milliarden Mark, d. h mehr als 500 000 Kilogramm Gold, in beiden Richtungen über die deutsche Grenze gegangen seien Cr erwähnte die bekannten Vorgänge, die zu dieser starken Goldbewegung geführt haben und betonte, daß diese Bewegung ein Zeichen dafür sei wie sehr noch Krisenaniähe durch die Reparativ ne n und die internationalen Verschuldungen und die Kapitalverlagerungen die internationale Lage dauernd beunruhigten Die Rotenbanken müßten alle bestrebt sein, die Beunruhigungen und die An- Wirtschaftlichkeiten dieser (9'Ibbetocgungen zu beseitigen Dr Schacht gab der Hoffnung Ausdruck, daß besonders die Bank für internationalen Zahlungsausgleich sich dieser Aufgabe widmen werde. Er behandelte dann die Schuld des Reiches bei der es sich insbesondere um xtoei Forderungen aus der Zeit vor der Stabilisierung handele, die in 15 Jahresraten getilgt werden sollten und noch in einem Betrage von 80 Millionen Mark vorhanden feien Dem Reich sei die Tilgung dieser 80 Milllionen Mark durch Strek» kung auf einen längeren Zeitraum bis zum Jahre 1938 erleichtert worden zur Entlastung des Reichshaushaltes undvierzig Jahre geltende Abänderung des Ban k« gejetzes zu entscheiden Rach einem weiteren Antrag sollte in vier Wochen eine außerordentliche Generalversammlung stattfinden, um über diesen Vorschlag zu entscheiden Dieser Antrag wurde mit 16 232 Stimmen gegen 954 Stimmen abgelehnt. (tienchmifli Die Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlust- rechnung wurden mit 14 756 Stimmen gegen 598 Stimmen genehmigt Ferner wurde der Abfin- dungs- bzw Ausgleichsvorschlag der Reichsbank an die Anteilseigner mit 14 314 gegen 641 Stimmen angenommen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht erklärte für die Anteilseigner, die Spitzenbeträge haben, daß die Reichsbank nach bester Möglichkeit für einen glatten Verkehr in den Bezugsrechten sorgen werde markt war der Sah für Tagesgeld auf 6.5 vH. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1898, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4,8615, gegen Paris 124,16, gegen Mailand 92,88, gegen Madrid 38,90, gegen Schweiz 25,20. gegen Holland 12,1175. Berliner Börse. Berlin. 17. Febr. Wie nicht anders zu erwarten war, eröffnete die Börse auch die neue Woche in lustloser und gcschästsloser Haltung. Die wenigen Momente, die vorlagen, konnten sich angesichts der Geschäfts- ftagnalion nicht auswirken. So ist es bezeichnend. daß ein Papier wie Rheinstahl, nachdem es als einziges im Vormittagsverkehr mit 118 Prozent zu hören war, zur ersten offiziellen Roncrung nicht zur Rotiz gebracht werden konnte, obwohl die Nachricht über eventuelle Rohstahlverhandlungen in Amerika diesem Markte eine besondere Anregung gab. Im übrigen lagen die Anfangsnotterungen aus Basis des Samstagschlusses. In Siemens hielten die Llmtauschopera- tionen an. Der Kurs gab um 2,40 Proz. nach. Durch Schwäche fielen ferner Zellstoff Wald- hvf mit minus 2,5 Proz., Schultheis minus 2,25, Akkumulatoren minus 4,5, Allgemeine Lokal- und Kraft minus 2,5 Proz. auf. Tietz pluS 1,75 Proz. und Karstadt pluS s/4 Proz., dagegen bemerkenswert widerstandsfähig. Deutsche Anleihen gut behauptet. Don Ausländern Anatolier plus-plus, Türken 0,5 Proz. fester. Der Pfandbrtefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war weiter versteift. Tagesgeld 5,5 bi« 75, Monatsgeld 7 bis 8.5 Pro-., Warenwechsel zirka 6 Proz. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei der anhaltenden Geschäftslosigkeit weiter ab. Einige Hauptwerte, wie Salzdetfurth und Reichsbank, verloren bis zu 2 Pro,;. Später setzten am Siemensmarkt Deckungen ein, und der Kurs konnte sich daraufhin um 2 Proz. bessern. Auch auf den übrigen Märkten machte sich daraufhin eine gewisse Widerstandsfähigkeit bemerkbar, ohne daß allerdings die im Verlaufe gedrückten Werte ihre Verluste voll aufholen konnten. Die Stimmung blieb ziemlich lustlos. Rur am Rentenmarkt setzte sich in Türken eine Aufwärtsbewegung fort Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Febr. Auftrieb: Rinder 1293 Stück; darunter Ochsen 319, Bullen 75, Kühe 523, Färsen 348; Kälber 399, Schafe 74, Schweine 4927. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 56—58, 2. ältere 52—55; sonstige vollfleischige: jüngere 45—51. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 53 bis 57, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 52. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46—49, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 41 — 45, fleischige 34—40, gering genährte 28—33. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 59, vollfleischige 52—55, fleischige 48—51. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 73—76, mittlere Mast- und Saugkälber 68—72, geringe Kälber 60—67. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgew. 78—80, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 78 bis 80, vollfleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81. vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 78—80, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 78. Marktverkauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberstand. Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: unverändert. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Jnlandeier ab Station.) Preise in Pfennigen per Stück: Italiener 9,50 bis 10.50, Bulgarisch 8,00 bis 8,50, Jugoslawische 7,75 bis 8,00, Rumänische 8,00 bis 8,25, Polnische 6,00 bis 6,50, Holländische 8,50 bis 12,00, Dänische 8.50 bis 12,00, Belg, fland. 11,00 bis 11,50 Schlesische 9.50 bis 10,50, Bayerische 8,50 bis 9,00, Rorddentsche 10,50 bis 11,00; Kühlhauseier 7 bis 10 Pf. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 17. Febr. Der Produkten« markt eröffnete die neue Woche in ausgesprochen flauer Haltung, da von Auslandseite keine Anregungen Vorlagen, verhielten sich die Händler weiter zurückhaltend. Weizenmehle und Weizen gaben bis 0,25 Mark nach. Roggenmehl 0,50 Mark, während Roggenkleie gut gehalten blieb. Auch Rauhfuttermittel waren schwächer. Es wurden notiert: Weizen 26 bi« 26,10; Roggen 17,50; Sommergerste für Drauzwecke 18 bis 18,25. Ha- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den 'Papieren angeführten Ziffern zeden die Hohe der zuletz» deichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 0.5)., Lombardzinsfuß 7 v. H. ;ranflun a " 2iedi' rdtiufe* ft u re Ul' ftur -chluv ftur. Uniang. fture Sahin <■ 6nu 1 eu ichr -> rtioanieito '7.5 ron ii'u? ..... 7% Teuttche Reichsanleihe '/.4D 7.3 von 1929 ....... 97 $i. örti..übl6|..2.2 tri -iRediten ,25 — >2.o $e?nl ebne Lusloi. SRcdjtc 8% Heft. yoIWfiani von 1929 <35 -6,5 .325 8.4 7.5 9.5 (tüdiablb. 102%) Cberhclicn Provinz - Anleihe mit Auolol.-Rkäiien 5G ■ ®eui(dif ft um tu. Lammelabl Anleihe Lcrie l 8% Krankt- L'vv.-Bank Goldvle ■ .3 19.75 XIII uulünöbat bis 1931. 7% Frankl Hnp..«an» Moldvle 6.5 vnkünbbar bis 1932 . 'S.75 — <*/,% flihehilldie Hvv.-Bank filqu. Soiovie ..... 3.0' — 6% Pr Laiideovtandbriekausiali Psanvbriete R t? - - - 97 47 8% Pr L.tnvcspsanvbrielankiaU ftomm.-Obl R 16..... 7% Pr. Lanveevlanvbrlctanltali, «4.5 'M.75 Plauvbricle R. 10 gLü <8. abß ihorkriea>ObligaNon iv,5 9 rtuhahHar 1933 4 — 4% OtftenetditW Solbtte. - — — '9,5 29,4 4.20% Ceftrn Lilbcrr: 4% Cfftertetoltof Einheitliche .75 4.6 — Diente..... d — 2,7 — 4% Ungarische Goldrie . - - 25 — 25.2 15,4 4% Ungarilche ®taat4t v. 1910 — — 23.4 —- 4H% cczgl. von 1913 . - —» — 24,4 *% Ungariirfjf flronenrte.. . 2.7 — 2,65 — 4% Türk. Holianleitze v. 1911 4% Türkische Bagvadbahn-An Serie 1. 6,4 ,4 7 6.5 6,4 7,13 7.25 4% bPtfll T«ri. II 6% RumSniiche vereinh Rente S4 7 6,4 von 1903 10,5 — 10,5 — UL.mflnüdif vereinh Rente •on 1913 ....... <0,65 — i6,75 — tKurnan#*» vereinh. diente . 8.35 — 9.4 - ^rankkun a ->' Perlt- -di'Ufr Ub zebluB . '21n,ana. ft ii re , ffut ftiir< , ft utc Down 1/ Hombueg-Amenla Bake, Homd Südam Dampsich ■14.75 । >u. 75 1 -0.25 100 - — —- — — Hanio Dome sl hisi . - • IC — — — 148,25 Norvveutickiek Lloyv . . 104 104, 104,25 04.5 ifliifl Deuuche^reb'tanst. . lc '> .65 120.t 120,75 121 Barmer Bankverein l> 130 •29.75 •29.75 ■29,75 Berliner Hanvelegeiellich. . (Sommer;, unv Prioat-Bauk lr 190 — 189 189 n 58,5 58.5 58,5 158,5 Tarnt», u Nanonalbanl 1 238 — 36,5 -76,5 Detttiche Bank .... L 150,25 — 150 150 Dirconto-GeieMchajt, flnt l< '50.25 — 150 150 Dreevncr Bank .... • 1' •51,5 — 51,5 151,5 Üieichslxtru 1 307 307. <06.5 <08.75 L.S.G . '75.75 z4,3 175,25 171 Bergmann . . Gleite. LieierunaSgeielllchaN — — 203,75 203 1 167 — 166,5 16. Licht und flraft 1' 67,5 '67,5 166,25 Helten ft Guilleaume . . . 7V, • 26 — 126 125,75 Gei f Giftet Untern.. . . 10 — 16b, 2t '1-9.75! '68,25 Hamb Gleltt -Lette . . . 1 — — 35 — Rhein Glettt ..... 42 — -- 142,5 Schlei Glefr ..... 10 — — — Scllucken L To. . • • • 11 188 188,5 id7,5 187,5 Siemens dt oalsftt .... 16 '62 58,5 -61,5 259.13 Transradto ...... . 8 — Lohmeoer & Co. - .... 10 67.5 — • 67.5 - Buderus..... . . 6 '5,5 — -4,75 74 Deutiche ($r»M..... . 6 105 — 104 103 Stiener Skeinkohlo .... • — — 135 133.75 Gelienkircherrer . . . • • . 8 — — 37 13 136,75 Haroener....... 0 137 —- 136,75 13. Hoeittt Gtien....... 6 V, — — 111,75 Hl Ulk Berabau ..... »lödnerwede .... 10 07,5 — 249,5 106,25 10t ftöin.^cuellen . . . . 7 — • •G9 . / 108,25 Mannesmai"'.NVHre» . . . 7 108 — '06,25 106,25 Lkonsseldei Bergbau . . . 103 — '04.5 105 Cbcndi'et tttifiiveoao . . — — 80.5 — Cbencälei ftolcroerie. . . . 7 —- —- 109 100.5 Pdontr Bergbau . . . Rbe'niiche Braunkohlen. . 6K 105 — 114.75 104,9 10 243 — 244 243 Wbemfta» . ..... . 6 117 • 18 H7.65 — Stetted 'Ron'jzn ..... 7A 96.25 — Iran Huri o " Berlte idnufe»' fture । Ub ftut -chiu« fture Äniana- ftur: Sfllun i iz i 1 - Bereinigte Siahiw •03.4 — UZ. 25 .02,13 Otav M'nen 16*/. — — 59 59.13 «Qi werke -AicherSIeben 1 212 lu,5 211 — fta werke üSefteregeln . 10 215 215 — ftanw- f e LaUbetiurtb 15 ?59 - 359 358 J. i» Hatven-gnouStte . . 12 •65,5 65 • 65,5 165 Dvnamit Nobel ..... . 6 —— — — ScheiveanilaU. ..... . y '49,5 — — — Golvichmivt ...... . 6 71 — 69.5 ,9,5 78 — 77 76,5 MetnllaeiellichaN .... . 8 Hl — 111,5 HO ÜhUlDD Ho rmann . 7 8,5 - 19.2b 99,25 fernen werf velvelberg . . 10 121 — — Lemeniwerk ftarlslavt . . 10 — — — tiaoR ft ri- v aa • • . 8 >5,5 — 65.13 — Sdtmtbct» Parenyofa . . 15 — 275,25 273 Cltroerte ...... 12 — —- 'io, b 210 Bet (Simylieft . . . . 18 — — — — Bemderg ....... U 70 — 168 • >9,75 ßellftof- Waldhel ... 13% — 08,5 206 gellktoj' Aicbaiienbutq . . . z 0,4 — 151 Lbarlonendurger Sailer . . Ö — — 105 05,5 Denauer Äao . . . . b — — /a,25 174 Daimler Motoren . . . . U 39 — ‘8,75 38,25 Deuticiie Linoleum . . . '48 — 247 745,25 Malchinenbau ü.-B. . . . . 0 — 16.13 46 ü tra u «1 j i - » . u — — — — L'uow Loew . . . 10 — — — — Nat Automobil . . . . . . 0 — — — — Otenftein ft ftoDPti ... . 6 — — 75 — V-onh-nD lieg ■ . • • • 10 — — 161,25 163 Svenlko . . • e • • 155 — 353 353 ,;ranki. fliGidjtnca . . . . . 4 42 41,5 42,5 — 6?nenet . . . . . 6 30,5 50,25 — fceoliflenflaetn ..... . u 5,25 — Aungüane . . . . . 6 46 45,25 — Eedttoette. 8 105 —— —- WainttaitwetU (iftdiß a. iR. 8 107 — — • JilOfl. 10 130.75 — 130 130 Gebt SoeDet ... 10 119.25 — Sotfli ft fcaetnta . . . . . s 218 - 218 SüLd Suda ...... 10 159 - 158 Banknoten. Berlin. 15 ifeontat (9eic Briet ümerikaniiche Roten . Belgllllie Noten ...... Dänilcke Roten ....... Ena'ilLe Roten ........ ,3ranzoiilck>e Roten ....... Hollänoiickie Roten ...... ItalieniicNe Roten ....... Rorwegiiwr Roten....... Seuritb-Cefterreid), 6 100 Schilling RumSniiche Roten ..... Schweoilwe Roten ...... SdtroeUet Roten ...... Svaniiche Roten . ...... r'chechoilowokitche Roten..... Ungarilche Roten ..... 4,165 58.Io 11,83 20.31 16,40 67,46 21.945 111,7v 58.8. 2,455 112.00 80.64 53,51 12,35 72,9°' 4,185 58.34 • 12.27 20.39 16.46 168,14 22,025 112,14 59,04 2,475 12.44 80.96 52,73 12,41 73,25 Deoifenmartl Berlin — Frankfurt a. m. um 17 .Zedrua. tiuiii’di w ane- ftnitn. s».-u *M<'t i mng Br> Ämli.-Rott Buen.-Aires Brst-Äntw (Ebriftianta. «open vagen Stockbolm 6elfinaforS. utafien London. . Renvork . . Paris.... Schweiz .. Svanicn Icwcm •Hio be Jan Wien in D-. Cefl. abaeft Prag Beltrad Dudaveft - Pul »arirn Lissabon Danzig ftonftandn. Silben Canoda Lira not) Cairo .. '67,7a 1,580 58,295 111,9) 112.07 '12,20 10.524 21,90! '0,344 4,1845 16,37 30,71 52,52 2,058 0,465 58.90 12.384 7,375 73,15 1,027 18,7t1 81,33 1,883 5,415 4,149 3,646 20,865 168.uj 1,584 58,41s 112.13 112.29 112,4! 10,544 21,94; '0,384 1,1925 16,44 80,87 52,67 2,062 0,467 59,02 12,404 7,384 73,29 3.033 18.8, 81.49 1,887 5,425 4.157 3,654 20,905 167,77 1,579 58,28 111.92 112,07 112,21 10,524 21,9V 70,347 4,186 16,38 80,74 52,13 2.058 0.465 58,915 12,30 7.372 73.15 3,027 18,78 81.33 1.883 5,42 4,149 3,646 20,87 168,11 1,583 58,40 112,14 112,29 112.43 10,544 21,94 20 387 4,194 16,42 80,90 52,23 2,062 0.469 59.035 12,40 7.386 73,29 3,033 18,82 81.49 1.887 5,43 4,157 3,657 20,91 fer, inländischer 16; Mais (gelb) für andere Zwecke 15,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spez. 0 39 bis 39,75; Roggenmchl 25,25 bis 26,50; Weizenkleie 8; Roaaenkleie 8,25 bis 8,50; Erbsen, je nach Qualität für Speifezwecke 22 bis 33; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 35 bis 80; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 9,50; Weizen- und Roggenstroh, drohtgepreßt 5; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5,25; Treber, getrocknet 12 Mark. Tendenz: flau. Turnen, Sport und Spiel. Deutsche Hochschul-Meisterschaften. 3m Turnen und Waldlauf. In A a ch e n wurden am Samstag und Sonntag die Deutschen H o ch s ch u l m e i st e r im Tur - n c n und im Waldlauf ermittelt. Die Ergebnisse der Kämpfe sind folgende: Zehnkampf: 1. Mügge (Leipzig) 175 Punkte. — Siebenkampf der Turnerinnen: 1. Hertha Markworth (Marburg) 125 P. — Die Meisterschaft im Riegenturnen wurde von Göttingen vor Köln und Bonn gewonnen. Im Waldlauf blieb Gilde (Königsberg) überlegener Sieger vor dem Stettiner H e l l p a p p. Fußball in Hessen-Hannover. Die gestrigen Fußballspiele im Bezirk Hessen- Hannover brachten folgende Ergebnisse: S C. 03 gegen Spielverein Kassel 2:5; Sport gegen H