Nr. 14 Erstes Blatt 180. Jahrgang Freitag, 17. Januar 1950 (Er|d)tint lüglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfie anterSammelnummer225L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheck!onto: grantturt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'fche UniverfitStr-Vuch- und Zleindruckerei H. Lange in Sieben. Schristlettung und Geschästzstelle: Zchulftraße 7. Annahme oon Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für bett Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in Gießen. Die Sozialdemokratie fordert Beseitigung Schachts. Ein Beschluß des Zr aktionsvorstands in Anwesenheit des Reichskanzlers. - Oer Kampf um die Unabhängigkeit der Reichsbank. Berlin, 16.Jan. (VDZ.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion beschäftigte sich am Donnerstagnachmittag mit der Lage, die durch das Auftreten des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht im Haag entstanden ist. Es herrschte volle Einmütigkeit darüber, daß eine Rebenregie, rung der Reichsbank, wie sie von Dr. Schacht durch mißbräuchliche Ausnutzung der Un- abhängigkelt dieses Instituts etabliert worden ist, nicht ertragen werden kann. Der Fraktions- vorstand erwartet vom Reichskabinett, daß es sich nach der Rückkehr der deutschen Delegation aus dem Haag mit der Frage beschäftigen wird, wie sie durch Aenderung des Reichsbankge- fehes die Freiheit der deutschen Gesetzgebung in bezug auf die Personalfragen der Reichs- b a n k ausreichend erweitert werden kann. — Mit der systematischen Drosselung der Kredite für die Gemeinden und der dadurch ständig wachsenden Beschäftigungslosigkeit wird sich in den nächsten Tagen eine kombinierte Sitzung der Vorstände der Partei, der sozialdemokratischen Reichstagssraktion und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes befassen. An der Sitzung des Fraktionsvorstandes nahmen auch der Reichskanzler und der Reichsarbeitsminister Wisfell teil. ♦ Die Stellungnahme des Vorstandes der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu dem Auftreten des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht im Haag versieht der „Vorwärts" mit einem langen Kommentar, in dem es u. a. heißt: Dr. Schacht muß weg. Das ist mehr als ein Parteiinteresse der Sozialdemokratie, das ist ein Lebensinteresse der Deutschen Republik. Wichtiger noch als die Person Schachts ist die Garantie, daß sich ein „Fall Schacht" in der Geschichte des Deutschen Reiches nicht wiederholt. Das Reich wird feinen haushalt in Ordnung bringen. Wir werden auch die absolute Autonomie der Reichsbankpolitik nicht nur nicht bekämpfen, sondern nach allen Kräften fördern. Aber wir werden dafür kämpfen, daß in den Personen, die die Reichsbankpolitik zu führen haben, keine Nebenregierung mehr erwächst. — Der „21 b e n d", die Spätausgabe des „Vorwärts" schreibt: Die Sozialdemokratische Partei hat gefordert, daß im Haag die international garantierte Unabsetzbarkeit des Reichsbankpräsidenten durch eine entsprechende Aenderung des Neichsbankstatuts beseitigt werde. Eine solche Aenderung des Reichsbankstatuts wäre nur auf eine deutsche Anregung hin möglich, sie wäre dann aber auch so gut wie gesichert gewesen. Jndeß muß festgestellt werden, daß die Sozialdemokratische Partei mit ihrer Forderung nicht durchgedrungen ist. Erreicht wurde nur, daß die Möglichkeiten zu einer künftigen Aenderung des Reichsbankstatuts erleichtert werden sollen. Oie bürgerliche presse. Wo bleibt dieAbwehrfrout dcsBürgertums? Berlin, 17. San. (Funkspruch. TU.) Der Beschluß des Borstandes der sozialdemokratischen Deichstagsfraktion wird von einer Deihe Berliner Blätter besprochen. Von allen wird als bedeutsam hervorgehoben, daß Deichskanzler Müller und Dekchsarbeitsminister Wissell an der Sitzung teilgenommen haben. Die „Germa- n i a" hält es nicht nur für einen Fehler, sondern aus währungspolitischen Gründen geradezu für gefährlich, das Amt des Reichsbankpräsidenten zu politisieren. Die „Dorfen-Zeitung" sagt, die ostentative Beteiligung des Reichskanzlers und des Reichsarbeitsministers an der sozialdemokratischen Vorstandssihung sei nur geeignet, die Bedeutung dieses Vorstoßes zu unterstreichen. Seine politisch-parlamentarischen Folgen müßten zu einer Regierungskrise führen, falls der Reichsfinanzminister Moldenhauer zu seiner Haager Erklärung stehe, wonach er sein Verbleiben im Amte von der Unversehrtheit der Autonomie der Reichsbank abhängig machen will. Davon abgesehen, sei es für alle kreise der Wirtschaft einfach unvorstellbar, daß die Deutsche Volkspartei in den bevorstehenden, nicht nur für Dr. Schacht, sondern für das gesamte Bürgertum entscheidungsschweren parlamentarischen Kämpfen den Reichsbankpräsidenten im S t i cf) e* lassen könnte. Die Konsequenzen, die gezogen werden müßten und mit denen nicht lange gezaudert werden dürfe, ergäben sich wohl von selbst: Sofortige Einberufung der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei und sofortige Beantwortung des sozialdemokratischen Beschlusses durch einen entsprechenden Gegenbeschluh. Die „D. A. Z." erklärt: Die Untergrabung der Kreditwürdigkeit, die Berliner Tariferhöhungen und die Feierschichten bei den Verkehrsunternehmungen und anderswo sind Sklarek-Fol- gen und darüber hinaus Auswirkungen lange unbestraft betriebener öffentlicher Mißwirtschaft, die die S. P. D. durch Steinwürfe gegen die Reichsbank, die an alle dem unbeteiligt ist, zu verschleiern und gleichzeitig — indem sie den Kopf Schachts ordert — zu verewigen sucht. Eine An- astung der Unabhängigkeit der Reichsbank wäre ür den Reichsfinanzminister die Kabinettsfrage gewesen, und man kann nur hoffen, daß/ damit das letzte Wort gesprochen ist. Die „D. A. Z." weift weiter daraus hin, daß die Meldung über die 1 e x Sch acht (wonach u. a. die Amtsperiode des jetzigen Reichsbankpräsidenten mit der Satzungsänderung der Reichsbank als beendet erklärt werden soll) in Berlin großes Aufsehen erregt habe. Für das Gesetz sei bereits der Ausdruck „S n f l a t i o n s g e s e h" geprägt worden. Dach Ansicht dieses Blattes sind die Beratungen des sozialdemokratischen Fraktionsvorstandes a l s Frankreich fordert Sperrfrist Haag, 16. San. (WTB.) Die Verhandlungen über die Mobilisierungsfrage sind auch im Laufe der heutigen Vormittagssitzung der sechs Mächte, die gegen 13 ilfjr holländischer Zeit zu Ende ging, nicht zu einem Abschluß gekommen. Eine gewisse Annäherung liegt insofern vor, als von deutscher Seite das Zugeständnis angeboten worden ist, während der Zeit vom 31. Sanuar 1930 bis 1. April 1931 keine Reichsanleihe im Auslande aufzulegen unter der Voraussetzung, daß für den Bedarf der Reichsbahn und R e i ch s p o st an Anleihemitteln in der Zwischenzeit ausreichende Vorkehrungen getroffen werden. Alm die dahingehenden Fragen zu klären, sind der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellfchaft, Dr. Dorpmüller, und Reichspostminister Schätze! nach dem Haag gebeten worden. Mit Rücksicht auf ihre Zuziehung ist die nächste Sitzung der sechs Mächte zur Weiterbehandlung der Mobilisierungsfrage auf morgen nachmittag 5 älhr festgesetzt worden. Entsprechend einem Vorschläge des Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer wird in der Zwischenzeit heute nachmittag mit den Bankexperten, insbesondere mit dem amerikanischen Vorsitzenden des Organisationskomitees für die B. S. Z. Reynolds, Fühlung genommen, um über die praktischen Fragen der Anleihebegebung zu verhandeln. Dabei handelt es sich um die erste Tranche in Höhe von voraussichtlich 800 Millionen Mark und um die von der Gegenseite, insbesondere von dem französischen Sachverständigen L e v e r v e, anerkannten Anleihe-Bedürfnisses der Re''/Zbahn und der Reichspost in Höhe von etwa 500 Millionen Mark. Dabei ist festzustellen, daß die Frage der Kreuger-Anleihe nicht mehr zur Diskussion steht, da die deutschen Argumente, wonach diese in keiner Weise die Erfüllung der französischen Emissionswünsche beeinträchtigen kann, offenbar durchgegriffen haben. Das Verhandlungskapitel „Liquidation der Vergangenheit" steht zunächst noch offen, da die Mobilisierungsfrage, die von vornherein für Frank- Große Meinungsverschiedenheiten. Keine einheitliche Auffassung im Zentrum. Köln, 16.Ian. (WB.) Die „Köln. Volks- gcitun g", das größte rheinische Zentrumsblatt, erhält von einer maßgebenden Persönlichkeit einen bedeutsamen Kommentar zu der im Haag erzielten Lösung der Sanktionsfrage, in dem es u. a. heißt: Das Vertrauen hat über das Mißtrauen gesiegt. Die neue Regelung schaltet in Artikel 4 des Schlußprotokolls einerseits die Reparationskommission aus, die durch ihren Verfehlungsbeschluß nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages den Gläubigern Freilauf für Reparationssanktionen gegeben hat. Es spielen vielmehr ausschließlich die Organismen, die der Poungplan selbst geschaffen oder neu bestätigt hat. Für den Fall, daß der Haager Gerichtshof die Zerreißung des Poungplanes durch eine deutsche Regierung bejaht, haben sich die Gläubigerregierungen d i e Handlungsfreiheit vorbehalten, die sich für sie nach dem internationalen Recht ergeben würde. Die deutschen Vertreter haben ihrerseits für einen solchen Fall es als berechtigt erklärt, daß die Gläubigerregierungen ihre Handlungsfreiheit wiedergewinnen. Das ist nichtdieHandlungs- freiheit des Versailler Vertrages, sondern die des allgemeinen Völkerrechts, das gegenüber einem Fall der erwähnten Einleitung der Regierungskrise anzusehen. Konflikt zwischen Zentrum und Reichs- arbeitsminister. Berlin, 16. San. (Privat.) Unter dem Titel „Fort mit Lügen" hatte Reichsarbeitsminister W i s s e l l (Soz.) in einem Berliner Blatt die gegenwärtige strafrechtliche Behandlung der Abtreibung als unhaltbar bezeichnet. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat in dieser öffentlichen Erklärung Wissells, die unter Angabe seiner Stellung als Reichsarbeitsmini st er erfolgt ist, ein ungewöhnliches Borgehen und eine Kritik an anders eingestellten Koalitions- Parteien erblickt. Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion des Zentrums, Dr. Brüning, ist deshalb heute beimDeichskanzler in dieser Angelegenheit vorstellig geworden. für deutsche Auslandanleihen. reich eine entscheidende war, zunächst im Vordergründe steht. Der Kamps gehl um die Sperrfrist. Frankreich will der deutschen Regierung den Zugang zum Internationalen Kapitalmarkt für eine m ö g - lichsi lange Zeit versperren, um auf diese Weise die Unterbringung der deutschen Zah - lungsbonds auf den Internationalen Kapitalmarkt ungestört durchführen zu können. Die deutsche Regierung lehnt mit dem Hinweis auf die wirtschaftliche Lage und die Bedürfnisse des Staatshaushaltes, eine derartige Sperrfrist jedenfalls für längere Zeit grundsätzlich ab. Es wird als ausgeschlossen bezeichnet, daß die deutsche Regierung sich für längere Zeit verpflichtet, keinerlei Auslandanleihen aufzunehmen, da nach der Lage des Staatshaushaltes die Möglichkeit einer Heranziehung des internationalen Kapitalmarktes unbedingt frei bleiben muß. Ungeregelt ist zur Zeit noch die Moratoriumsfrage. Hier steht die juristische Formel des Voungplans im scharfen Gegensatz zu den wirtschaftlichen Dotwendigkeiten. Die Bestimmungen des Voungplans erfordern, daß nach Ablauf des Moratoriums Deutschland die auf gelaufenen Zahlungen nachzahle. Hiermit würde Deutschland nicht nur die laufende Zahlung, sondern auch die aufgelaufene Zah- l un g auferlegt und damit die Wirkung des Moratoriums vernichtet werden, während der wirtschaftliche Zweck des Moratoriums darin 'besteht, Deutschland in einem Augenblick wirtschaftlicher Dotlage zu unterstützen. Aus dieser Sachlage heraus versucht man mm einen Ausweg dadurch zu finden, daß der beratende Sonderausschuß des llZoungplanes, der bekanntlich als die „erste Snstanz" im Falle eines deutschen Moratoriums anzusprechen ist, bei der Rückzahlung der durch das Moratorium aufgelaufenen Zahlungen die Wirtschaftslage Deutschlands berücksichtigen muh. Die Verhandlungen über die Moratoriumsfrage sind aber noch in der Schwebe. Art unter gewissen Voraussetzungen Repressalien kennt. Deutschland hat n'i ch t e t w a i m v o r- a u 5 solche Einzelmaßnahmen als rechts mäßig anerkannt, vielmehr müssen die Gläubiger, wenn sie von ihrer Handlungsfreiheit Gebrauch machen, jede Einzelmaßnahme besonders rechtfertigen, insbesondere auch nach der Richtung hin, daß diese Maßnahmen mit dem V ö l kerbundspakt, dem Locarnopakt und dem Kelloggpakt vereinbar sind. Der positive Gehalt der neuen Regelung läßt sich am besten in dem Satz ausdrücken, der auch in der Regelung figuriert, daß Deutschlands Wort die Garantie für die Ausführung seiner Verpflichtung gibt. Diese der Fassung des deutsch-amerikanischen Reparationsabkommens praktisch gleichwertige Feststellung zeigt, daß hier eine wichtige Rehabilitie- . , r u n g Deutschlands gelungen ist. Und vom deutschen Rheinland ist das Wiederbesetzungsrecht des Artikels 430 des Versailler Vertrages endgültig abgewandt. Die „Germania", das Berliner Zentrumsorgan, ist keineswegs so optimistisch, sondern äußert sogar sehr schwere Bedenken. Es sagt u. a.: Wir kennen die Grenzen der politischen Möglichkeiten ganz genau, und wir wissen auch, welchen großen Schwierigkeiten die deutsche Delegation gegenübergestanden hat. Je mehr man in die Ergebnisse eindringt, um so mehr muß zum Bewußtsein Die Mobilisierung der deuischen Reparationszahlungen. Sie Auslegung der Sankiionsformel. kommen, daß der aus den Haager Verhandlungen hervorgegangene Poungplan sich vom Pariser Poungplan recht erheblich unterscheidet. Es wird nach der Rückkehr der deutschen Delegation notwendig sein, daß wir uns ganz ernsthaft und gewissenhaft mit der neuen Gestaltung des Poungplans auseinandersetzen, und daß wir die politische Entscheidung, die wir zu fällen haben, a u fi )a 5 f o r g f a 11 i g ft e bedenken und abwägen. Denn daß der Poungplan an sich außerordent- l i ch schwer durchführbar erscheint, und daß er das deutsche Volk darüber hinaus mit schweren moralischen Hemmungen belastet, ist allen klar. Was jedenfalls über die Einigungsformel bekanntgeworden ist, gibt z u aller stärk st en Bedenken Anlaß. Wir halten uns für verpflichtet, dies ohne Rückhalt auszusprechen. Es spielt dabei keine Rolle mehr, ob cs überhaupt geschickt gewesen ist, die Sanktionsfrage zu debattieren, da ja der Poungplan f e I b ft eigene Verfahrungs arten vorfah. Nachdem das jetzt aber geschehen ist, muß leider festgestellt werden, daß rein wirtschaftliche Fragen doch wieder mit militärischen Methoden verknüpft worden sind. Es wird zwar in das vorgesehene Verfahren der Haager Gerichtshof eingeschaltet: aber bann, wenn der Haager Gerichtshof zu Gunsten der Gegenseite entschieden hat, wird den Gläubigern die volle Handlungsfreiheit eingeräumt. Was uns am allerbedenklichsten stimmt, ist der Umstand, daß diese Handlungsfreiheit für jede ©läubigerregie- rung gelten soll, daß also jeder Macht ein* zeln das Recht einer Sondermaßnahme eingeräumt wird und die Mächte nicht mehr geschlossen zu erscheinen brauchen. Wir wollen mit unserem endgültigen Urteil bis zur Rückkehr der deutschen Delegation warten, um festzustellen, was sie uns zu sagen hat. Es erscheint uns jedenfalls eine ganz eindeutige offizielle Interpretation, die nach unserer Auffassung schriftlich nieder- zu le gen wäre, notwendig, uni uns vor Auslegungen zu schützen, die wir keinesfalls anerkennen könnten. Oie Gondersanktionen. Die Auffassung der Wilhclmstratze. Berlin, 16. San. (Privat.) Es ist davon gesprochen worden, daß der Reichsminister für di« besetzten Gebiete, Dr. Wirth, in der gestrigen Sitzung der sechs einladenden Mächte im Haag bei der französisch-englischen Meinungsversch'.«- denheit über die Anrufung des Snternationalen Gerichtshofes im Falle einer Zerreißung des Voung-Plans sich auf den französischen Standpunkt gestellt habe, daß es einer Gegenmacht einzeln freistehen müsse, sich in diesem Falle an die internationale Haager Stell« zu wenden. Der englische Schahkanzler Snowden habe daraus seinen Einspruch gegen di« französische Auffassung zurückgezogen. Sn Berliner politischen Kreisen ist man der Meinung, daß die Ansicht Dr. Wirths so auszulegen sei, daß wir kein Snteresse daran haben können, das Bündel der im Versailler Vertrage zusammengeschlossenen Mächte für alle Zukunft zu - sammenzuhalten. Daß Snowden seinen Einspruch zurückgezogen habe, wird in politischen Kreisen nicht bestätigt. Aber es ist, wie sich aus den Texten der im Haag getroffenen Abmachungen ergibt, in ihnen eine Bestimmung enthalten, nach der die Mächte einzeln vorgehen können. Vorbereitung für die Schlußsihung der Konferenz. Die Unterschrift der an den ungelösten Ostrcparalionen beteiligten Staaten. Haag, 16. San. (WTB.) Die sechs einladenden Mächte werden morgen früh 10 llfjr zu eines Sitzung zusammentreten, um den von den Suristen heute aufgestellten Entwurf des Schlußprotokolls für die im Ausschuß für deutsch« Reparationen behandelten Fragen zu überprüfen. Es ist ferner vereinbart worden, daß am Samstagmorgen die sechs einladenden Mächte zusammen mit den kleineren Mäch ten zusammentreten, so daß die für Samstag in Aussicht genommene Schlußsitzung der Konferenz noch am selben Dachmittag stattfinden kann. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß eine abschließende Erklärung des Ausschusses für deutsche Reparationen, also einschließlich der geladenen Mächte, bis dahin zu erlangen ist. Letzteres ist zweifelhaft, weil der bekannte Snter- essenzusammenhang zwischen der Regelung der eigenen Reparationssragen der Ost - Mächte und der deutschen Reparationsregelung für diese Mächtegruppe besteht, und weil fi« unter sich über die Ostreparationen sich offensichtlich nicht einigen können. Für diesen Fall war bereits in dem Brüsseler Protokoll der Suristen vorgesehen und hier zwischen den sechs einladenden Mächten verabredet worden, daß deren Unterschrift allein für die Ratifikation und die Sngangsehung des Haager Abkommens genügen wird. Auf Vorschlag des Vorsitzenden des Ausschusses für Ostreparationen, Louch eur, scheint nun aber eine Kompromißlösung gefunden zu sein, die dahin geht, daß die fünf im Ausschuß für Ostrcparationen vertretenen einladenden Mächte, also England, Frankreich, Stallen, Sa- Pan und Belgien (Deutschland ist bekanntlich in diesem Ausschuß nicht vertreten), den Staaten der Kleinen Entente die schriftliche Versicherung geben, daß sie die osteuropäischen Angelegenheiten, soweit sie die finanzielle Abwicklung des Voung-PlaneS berühren, regeln werden. Auf Drund dieser Versicherung wollen die Länder der Kleinen Entente ihrerseits sich dazu bereit finden, am Samstag ihre Unterschrift unter das Haager Abkommen zu sehen. Roch nicht geklart ift die Frage, ob die osteuropäischen Reparationen in der folgenden Woche noch im Haag bereinigt werden, wozu die entsprechenden Delegationen hierbleiben würden, oder ob die Erledigung dieser Fragen auf später verschoben werden soll. Günstige Aussichten für die Reparationsanleihe. Amerika zum Haager Ergebnis. Neuyork, 16. Jan. (TU.) Zu dem im Haag getroffenen Sanktionsabtommen liegen amerikanische Stimmen bisher nicht vor. Wie maßgebende amerikanische Kreise dieses Abkommen beurteilten dürften, geht jedoch zur Genüge daraus hervor, daß Amerika mit Deutschland ein Sonderabkommen getroffen hat. Die Stimmung Amerikas ist damit ausreichend gekennzeichnet. Immerhin begrüßen die Bank- und Börfen- k reife das Haager Kompromiß, da es willkürliche Gewaltakte doch bis zu einem gewissen Grade ausschalte. Das Hauptinteresse richtet sich jetzt auf die zu erwartende Reparationsanleihe. Die Aussichten für ihre Unterbringung bezeichnet man als n i ch t u n g ü n st i g, wobei darauf hingewiesen wird, daß der amerikanische Markt gegenwärtig sehr flüssig und aufnahmefähig ist. Konnte er doch in den letzten Tagen Anleihen im Betrage von rund 400 Millionen Dollar bei zum Teil vierfacher Ueberzeichnung glatt unterbringen. Auch die Kursbesserung der hier notierten deutschen Anleihen ist beachtlich. Industrie und Finanznot der Reichsbahn. Gegen die Pläne einer Tariferhöhung. Düsseldorf, 16. Ian. (WB.) Der Verein zur Wahrung der gemein!amen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen (L a n g - namverein) nimmt zu den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Reichsbahn und Reichsregierung auf Bewilligung einer Tariferhöhung oder einer geldlichen Erleichterung durch Rücküberweisung aus dem Beförderungssteueraufkom m e n zugleich im Ramen der anderen Verbände der Schwerindustrie in längeren Ausführungen Stellung. Er erklärt u. a., daß eine Tariferhöhung einerseits die erforderlichen Mehreinnahmen nicht erbringen könne, andererseits zu geradezu verhängnisvollen Folgen für Wirtschaft und Allgemeinheit führen mühte. Deswegen erscheine es dringend notwendig, die Deutsche Reichsbahngesellschaft finanziell zu entlasten, indem ihr von dem bisher reparationspflichtigen Steueraufkommen bis auf weiteres jährlich 150 Millionen Reichsmark belassen werden. Darüber hinaus müsse die Reichsbahn in die Lage verseht werden, endlich den Kapitalbedarf zugunsten der Anlagezuwachsrechnung durch Anleihen unter erträglichen Bedingungen zu decken. Landbund und Grüne Front. Schieles staatsbürgerliche Sammelpolitik. Berlin, 17. Ian. (Priv.-Tel.) In Berliner politischen Kreisen wird die Tatsache stark beachtet, dah der Landbund in seiner kürzlich veröffentlichten Entschließung die einseitige Bindung an bestimmte politische Gruppen ablehnte und sich damit zu einer staatsbürgerlichen Sammel* Politik bekannte. Insbesondere wurde darauf aufmerksam gemacht, daß die maßgeblichen Entschließungen des Landbundes von der dazu berufenen Zentrale ausgingen und dah die politischen Bindungen, die etwa einzelne Vertreter eingingen, die Politik der Eesamtorganisation nicht festlegen könnten. Die Politik des Landbundes bewegt sich unter der Führung des Präsidenten Schiele in der Richtung der Grünen Front, und es ist sehr bemerkenswert, dah der frühere Fraktionsvorsihende der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Graf Westarp, kürzlich in der Presse ein stark betontes Bekenntnis in der gleichen Richtung ablegte. Man ist also offenbar trotz oder gerade wegen des teilweisen Mißerfolges, den die Grüne Front bei den letzten Zollverhandlungen erlitten hat, der Auffassung, diese Politik mit allen Kräften fortsetzen zu müssen, um für die durch den Voungplan und durch die allgemeine Wirtschaftskrisis bedrohte Landwirtschaft das Mögliche herauszuholen. Man darf erwarten, daß sich diese Stellungnahme auch bei den kommenden Wirtschafts- und finanzpolitischen Auseinandersetzungen auswirken wird. Wo sind die Gklareknnlltonen? Ins Ausland verschoben? Berlin, 17. Jan. (Priv.-Tel.) Die Untersuchung gegen die drei Brüder Willi, Max und Leo Sklarek ist jetzt so weit fortgeschritten, daß man den Tatbestand der Bestechung, Urkundenfälschung und des Betruges als geklärt anneh- men kann. Insgesamt sind 19 Personen in der Voruntersuchung dieser Affaire beschuldigt, gegen diese dürste das Hauptverfahren eröffnet werden. — Mehr als 200 Aktenbände haben sich inzwischen bei dem Untersuchungsrichter angesammelt, die lediglich die den Sklareks und ihren Mitbeschuldigten zur Last gelegten Straftaten behandeln. Es fehlt allerdings immer noch der Nachweis, wo von dem Gelds, das die Stadtbank an die Sklareks gezahlt hat, rund 10 Millionen Mark geolieben find. Die Nachforschungen der Untersuchungsbehörden nach diesem Gelde sind deshalb wichtig, weil hiervon die Feststellung des Konkursverbrechens, das den Sklareks weiterhin zum Vorwurf gemocht wird, abhängt. Die Strafoerfolgungsbehörden glauben auch schon Spuren entdeckt zu haben, um den Nachweis dafür zu erbringen, daß das Gekd von den Sklareks tatsächlich ins Ausland verschoben worden ist. Es trifft zwar zu, daß die Brüder Sklarek g e g e n • »artig in Deutschland ohne Mittel sind und daß ihre Familien auf Unterstützungen non befreundeter Seite angewiesen sind. Diese Tatsache, di« im Widerspruch steht mit dem Vorwurf, 10 Millionen Mark ins Ausland verschoben zu haben, glaubt man aber damit erklären zu können, daß die Sklareks ihr Geld so sicher angelegt haben und daß s e l b st i h r e F r a u e n d l e B a n k- verbindunge.n nicht kennen. Versammlungsverbot für ganz Preußen. Gegen die kommunistischen Straßen, dcmonstrationen. Berlin, 16. 3 an. (Amtlich.) Der preußische Minister des Innern G r j f i n f t i Hal durch einen Runderlaß an alle Polizeibehörden Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel für ganz Preußen verboten. In dem Runderlah heißt es n. a.: Die verfassungsmäßig gc- währleislete Versammlungsfreiheit ist in den letzten Tagen und Wochen von radikalen Or gani- fationen z u schweren Störungen der öffentlichen Sicherheit mißbraucht worden. Die Vorgänge haben den Beweis geliefert, daß Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel unter den bestehenden Verhältnissen eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit bedeuten. Aufgrund des Art. 123 Abf. 2 der Reichsversassung werden daher alle Versammlungen unter freiem Himmel, einschließlich aller Umzüge, für das Gebiet des Freistaates Preußen bis auf weiteres verboten. Ausnahmen von dem Verbot behalte ich mir im Einzel- fnlte vor, soweit es sich um Veranstaltungen handelt, die nicht nur unbedenklich, sondern auch im öffentlichen Interesse erwünscht sind. Moskau-Worms. Die Sowjeipresse zu den Wormser Kommnniftenunrnhen. Moskau, 16. Ian. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, nimmt die gesamte Sowjet- preffe heute zu den letzten Anruhen in Worms Stellung. Die ^Prawda" erklärt, diese Vorgänge liefern den Beweis dafür, daß sich der soziale Kamps in Deutschland verschärfe und daß die KPD. die Leitung des Kampfes gegen die Herrschaft des Bürgertums in Händen habe. Die deutsche Kommunistische Partei besitze große Sympathie beim deutschen Proletariat und wisse, was sie wolle. Die letzten Zusammenstöße zwischen der Polizei und den Erwerbslosen könnten nicht nur als Zwischenfall, sondern als eine neue Periode in dem Freiheitskampf des deutschen Proletariats gegen das Bürgertum und die deutsche Sozialdemokratie angesehen werden. Die letzten Ereignisse hätten die Erweiterung des revolutionären Einflusses der KPD. auf das deutsche Proletariat wieder gezeigt. Oer erste deutsch-russische Ftüchtlingstransport. Abschied in Hamburg. Hamburg, 16. 3an. (WB.) Rach den Erklärungen des Reichskommissars Stücklen befinden sich rund 6000 Flüchtlinge ^ruf deutschem Boden, die sich auf die Lager Hammerstein, Prenzlau und Mölln verteilen. Dem Reichskommissar liegen verschiedene Anerbieten für die Aufnahme der Deutsch-Russen von Kolonialgesell- schaften vor. Die Hanseatische Siedlungsgesellschaft Hammonia bei Dlumenau in Brasilien hat sich bereit erklärt, 250 Familien aufzunehmen. Diejenigen Deutschrussen, die sich bisher für Brasilien gemeldet haben, bilden den am Donnerstag abgefertigten ersten Transport von rund 190 Personen, lieber die nächsten Abtransporte nach Heberfee läßt sich bisher noch nichts sagen, jedoch dürfte zunächst noch eine weitere Anzahl DeutschrussendieAusreisenachDra- s i I i e n antreten. Der erste lleberseetransport der deutschrussischen Auswanderer traf kurz nach Mittag im lleberseeheim der Hamburg-Amerika- Linie ein. Reichskommissar Stücklen richtete an die Deutschrussen einige kurze Abschiedsworte. Die Auswanderer, die voll des Lobes über ihren Empfang in Deutschland sind und mit großen Hoffnungen die Reise nach llebersee antreten, begaben sich nach der ärztlichen Untersuchung im lleberseeheim an Bord eines Tenders, der sie nach der „Monte Olivia" hinüberbrachte, welche am Rachmittag den Hamburger Hafen verläßt. Oer Reichspräsident Ehrenbürger von München. München, 16. Jan. (WB.) Heute haben Oberbürgermeister Dr. h. c. Scharnagl und zweiter Bürgermeister Dr. K ü f n e r im Auftrage des Stadtrates München den Herrn Reichspräsidenten in seinem Palais in Berlin die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt München überreicht. Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: „Der Stadtrat München hat am 19. November 1929 beschlossen, Seine Exzellenz dem Herrn Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall Paul v. Benecken- d o r f und v. Hindenburg, dem verdienstvollen Schützer der deutschen Heimat, dem bewährten Heerführer der deutschen Truppen, dem Vorbild treuer Pflichterfüllung in der Zeit der Not des Vaterlandes als Zeichen der Dankbarkeit und der aufrichtigen herzlichen Freude, die der alljährliche Erholungsaufenthalt des Herrn Reichspräfi- deuten in der Schönheit der bayerischen Heimat in unserem. Lande auslöst, das Ehrenbürger- re ch t v o n M ü n ch e n, der Landeshauptstadt von Bayern, zu verleihen." Der Herr Reichspräsident hat sich mit Dank für die ihm erwiesene Ehre zur Annahme die- ser Würde bereit erklärt. Im Anschluß an die Ucberreichung des Ehrenbürgerbriefes folgten die Münchener Bürgermeister einer Einladung des Herrn Reichspräsidenten zu einem F r ü h ft ü ck , an dem u. a. auch Reichspoftminifter Dr. Schätze! und der bayerische Gesandte in Berlin, Dr. v. P r e- g e r, teilnahmen. VoniSeparatistensührerMtfhes München, 16. Ianuar. (WB) Im Ein - gaben-Ausschuß des bayerischen Landtages stand heute eine Eingabe des früher in Aschaffenburg und Passau als Redakteur tätigen, später als Separatisten- Führer bekannten und jetzt in Paris lebenden 3. S- Matthe« gegen die unterfränkische Kreisregierung und den Aschaffenburger Oberbürgermeister zur Beratung. Aus Vorschlag des Berichterstatters Abgeordneter Bernzott (Bahr. Volksp.) hat der Arrsschuh zu der Eingabe einstimmig folgende Stellung genommen: Der Ausschuß hält es unter feiner Würde, die Eingabe des Matthes, Direktor eines Bureau international de Presse, zu behandeln. Bei dem Beschwerdeführer handelt es sich um einen Mann, der nicht nur jahrelang d i e Eh re deutscher Bürger in den K o t zog, sondern auch als Führer der Separatisten die rheinischen Lande vorn deutschen Daterlande losreißen und sichselbst außerhalb des deutschen Gesetzes und des Rechtes stellte, auf das er sich bei seiner Beschwerde beruft. Bei Matthes handelt es sich uni einen separatistischen Häuptling, der durch feine unheilvolle Tätigkeit großes Leid und unsägliches Elend über rheinisches treudeutsches Volk brachte und den Bestand des Reiches zu gefährden suchte. Festsitzung des Völkerbundsrats. Genf, 16. Jan. (WB.) Die heutige Schlußsitzung der 58. Ratstagung galt im wesentlichen nur der Feier der zehnten Wiederkehr der Eröffnung der er st en Ratstagung. Der Ratspräsident Zaleski würdigte die politischen, wirtschaftlichen und psychologischen Verdienste der Tätigkeit des Völkerbundes. Seit seinen Anfängen habe der Völkerbund die Zahl feiner Mitglieder wachsen sehen und sei ein weitspannendes Unternehmen tätiger und universeller Zusammenarbeit geworden. Abgesehen von der direkten Regelung von Streitfragen, habe sich fein Einfluß in allen internationalen Beziehungen fühlbar gemacht. Das einzige Ratsmitglied, das an der ersten Ratstagung wie auch an der heutigen Gedenkfeier teilnahm, Quinones de Leon (Spanien), unterstrich die Bedeutung der vor drei Jahren mit dem (Eintritt Deutschlands erfolgten Erweiterung des Völkerbundsrats als ein besonderes Zeichen der erzielten Fortschritte auf dem Wege zur Verwirklichung der internationalen Verständigung und des Friedens. Vor Abschluß der Tagung verlas Zaleski noch ein Telegramm von Reichskanzler Müller, in dem dieser für die warmherzige Kundgebung des Völkerbundsrats zur Ehrung des Ge- dächtniffes des ersten deutschen Ratsmitgliedes, Dr. Stresemann, dankte. Oie deutsch-polnischen Verhandlungen in Genf. Genf, 16. Ian. (TU. Funkspruch.) Am Donnerstagabend wurde folgende halbamtliche Mitteilung Von der deutschen Abordnung über die deut s ch-polnischen L i q ui d a t i o ns- verhandl ungen herausgeg:ben: „Anläßlich der Genfer Ratstagung haben Besprechungen zwischen dem polnischen Außenminister Zaleski und dem deutschen Staatssekretär von Schubert über eine Anzahl schwebender Fragen stattgefunden, wobei eine weitgehende Aebereinstimmung der beiden Auffassungen festgestellt wurde. Was den Handelsvertrag anbelangt, so haben beide Herren ihren Regierungen vorgeschlagen, in der nächsten Woche die Abordnungen in Warschau wieder zusammentreten zu lassen." Aus oller Welt. Der Siegeszug der Frau in Norwegen. In der Thronrede zur Eröffnung des norwegischen Storthing, wurde ein Gesetz über die Zulassung der Frauen zu allen öffentlichen Aemtern angekündigt. Bereits jetzt werden die Frauen in Norwegen zu den meisten öffentlichen Aemtern zugelassen. Rach dem neuen Gesetz sollen sie alle Remter bekleiden dürfen, d. h. sie sollen Geistliche, Diplomaten und jedenfalls theoretisch auch Offiziere werden können. Besonderen Widerspruch erweckt die Ankündigung, dah Frauen auch Geistliche werden können. Dor einiger Zeit hat die Regierung die Kirchenbehörden aufgefordert, sich über diese beiden Fragen zu äußern. Dabei sprach sich die überwiegende Mehrzahl der Befragten gegen weibliche Geistliche aus. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Frauen bereits das Recht hätten, das theologische Abschluhexamen zu machen. Damit müsse es jedoch genug fein. Zwei Millionen auf der Straße gefunden. — 50 2Nk. Belohnung. Ein Kassierer derReichsschuldenverwal- t u n g verlor auf dem Wege zur Reichsbank in Berlin eine Reichsschahanweisung über 2000000 Mark, die bald darauf von einem Arbeiter, dem Hilfsmeister Rudolf Hennig, an der Ecke der Linden- und Schühenstraße gesunden wurde. Hennig lieferte die Schatzanweisung beim nächsten Polizeirevier ab, und die Polizei benachrichtigte sofort die Direktion der Reichsschuldenverwaltung. Hennig, der in einfachen Verhältnissen lebt, erwartete, dah ihm eine Belohn ung von mindestens 1 v. H. zustehe: bas würde in diesem Fall mehr als 20 000 Mark ausmachen. Die Direktion der Reichsschuldenverwaltung steht jedoch auf dem Standpunkt, dah eine Belohnung in dieser Höhe nicht in Frage komme, da die Schatzanweisung niemals hätte eingelöst werden können. Der Kassierer, der die Anweisung verloren hat, soll dem Finder 50 Mark an geboten haben. Mitleidsvolle Einbrecher. In Meißen, das wegen seiner schlechten Finanzlage bekanntlich unter Staatsaufsicht gestellt werden mußte, brachen in der vergangenen Rächt Diebe in das Finanz- am t ein. Sie öffneten mit Gewalt den Tresor, in dem sie nur 6,55 Mark vorfanden. Die Diebe liehen das Geld zurück und stiegen durch das Fenster wieder aus dem Finanzamt hinaus. Tragödie im Bergwerk. Die Bergungsarbeiten auf der Beuthener Hei- nih-Grube, wo infolge Erdbebens Strecken zu Bruch gingen und Arbeiter verschüt- t e t wurden, gestalteten sich außerordentlich schwierig. Die Rettungskolonne hat die Arbeit von einer anderen Stelle aus in Angriff genommen, um auf diese Weise schneller an die Cingeschlossenen heranzukommen. Einer von ihnen gab am Abend immer noch Lebenszeichen von sich. Rach energisch durchgeführten Rettungsarbeiten ist es gelungen, ihn lebend und nur leicht verletzt, wenn auch infolge der Strapazen sehr entkräftet, zu bergen. Don den zwei noch unter den Trümmern befindlichen Opfern nimmt man an, daß sie wahrscheinlich nur noch al« Leichen zu bergen sein werden. Ein Londoner Anwalt in Frankreich verschollen. Erst jetzt wurde das geheimnisvolle Verschwinden des Londoner Anwalts Phillips bekannt, der am 2 0. Dezember v. I. sich zu einer geschäftlichen Besprechung nach Paris begeben hatte. Beim Verlassen des von Folkestone in Boulogne-sur-Mer angekommenen Dnmpfers hatte er noch feine Fahrkarte abgegeben. Seitdem ist man ohne jegliche Rachricht von ihm. Seine Frau ist in Boulogne eingetroffen und hat der Polizei Anzeige .erstattet. Sowohl in den Häfen Rordfrankreichs, wie in Paris hat man mit den Rachforschungcn begonnen. Da der Vermißte keinerlei geschäftliche oder finanzielle Schwierigkeiten gehabt haben soll, vermutet man einen Unfall oder ein Verbrechen. Eine Spur des verschollenen Fliegers Eielson. Rach einer Meldung der russischen Regierungskommission für die Erforschung der Arktis von der Funkstation Pinkignej, ist der seit vielen Wochen verschollene amerikanische Flieger Eielson nach unbestätigten Berichten, die von den Einwohnern der Halbinsel Tschuktschen überbracht wurden, in der Rähe des Flusses Qlguemi, 200 Kilometer vom Rordkap, nach '■ längerem Fluge stromauswärts gelandet. Ein Schlitten, der von Swenson ausgesandt wurde, um Rachforschungen anzustellen, muhte infolge eines Schneesturmes u m k e h r e n , ohne sein Ziel erreicht zu haben. Die Regierungskommission hat Mahnahmen getroffen, um die Meldung nach- zuprüsen. Der Kapitän des Sowjetdampfers „Stawropol" und zwei Sowjetflieger, die in der Rähe des Rordkaps überwintern, sind angewiesen worden, in der Gegend des Aguemh-Flusses Rachforschungen anzustellen. Englands Interesse für deutsche Kunst. Die RoyalAcademy im Burlington-House in London trägt sich mit der Absicht, im kommenden Iahre eine große deutsche Kunstausstellung in London zu veranstalten, die das gesamte deutsche Kunstschaffen umfassen soll. Einzelheiten zur Durchführung dieser Ausstellung bilden zur Zeit Gegenstand von Verhandlungen mit den zuständigen deutschen Behörden, die ihre Geneigtheit zur Beteiligung bereits zum Ausdruck gebracht haben. Reben einer großzügigen staatlichen Beteiligung durch Beschickung der Ausstellung aus deutschen Museen und Galerien werden sich namhafte Privat- kreise an dem Unternehmen beteiligen. Die Royal Academy arrangiert fast jedes Iahr große nationale Ausstellungen in England. Erst vor einigen Iahren hat sie eine große Ausstellung der holländischen und flämischen Malerei arrangiert, und augenblicklich wird eine umfassende Ausstellung italienis cher Kunst veranstaltet. Afghanistan bezahl Aman Allahs Schulden. Der frühere König Aman Allah von Afghanistan hatte, als er seinerzeit in Deutschland war, hier Waren für mehrere Millionen Mark gekauft. Die Reichskreditgesellschaft gewährte ihm einen Kredit in der Höhe dieser Beträge. Ieht hat die neue afghanische Regierung mitgeteilt, dah sie d i e Waren übernehme und den Kredit refunöieren werde. Oie Wetterlage. VT 2 LS: 2 3 Sein Tour O .Nordoyaj 1 rtamöi 5 js Donnerstaa, 16. Januar. 1930,7" aDds « Paris Wien 5 ©woixenlos. © neuer. onait> DtdecM.® woimg, • oedetKl •rteoerv * Schnee cx Graupeln. = hcDci K Cewitttr.(§)Uindstille.«O> sehr eicnter Ost ^5 massige- Südsüdwest. <5 stürmischer nordwesi Oie »feite fliegen mit dem winde. Pie oeiaen Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Ort* mit gleichen *ef neercsoiveau umae-«Dneten Luftdruck Wettervoraussage. lieber Deutschland ift seit gestern der Luftdruck stark angestiegen und hat somit das Hochdruckgebiet gekräftigt. In seinem Kern herrschen Barometerstände von annähernd 780 mm. Der Hochdruckeinfluß hat die ozeanische Warmluftzufuhr abgeschnitten und die Bewölkung zurückgehen lassen, so daß in der letzten Nacht infolge der unbehinderten Ausstrahlung die Temperaturen fast in ganz Deutschland unter Null zu liegen kamen. Die bereits über den britischen Inseln erschienene Warmluftwelle, die auch dort schon Niederschläge verursacht, wird jedoch mehr nördlich abziehen und zunächst für unser Wetter unschädlich sein. Der hohe Druck wird die Herrschaft behalten und das heitere Wetter vorläufig fort- besteben lassen; dabei werden nachts weiterhin Strahlungsfröste auftreten. Wettervoraussage für Samstag: Meist heiter und klar, morgens stellenweise leichte Rebelbildung, trocken, Rachtfrost. Lufttemperaturen am 16. Ianuar: mittags 7,9 ®rab Celsius, abends 4,1 Grad; am 17. Ianuar: morgens — 0,8 Grad. Maximum 8,9 Grad, Minimum — 1 Grad. Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Ianuar: abends 4,8 Grad, am 17. Ianuar: morgens 1,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4 V. Stunden. Amtliche Mnterfportnachrlchten. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, minus 1^ Grad, 35 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit gut. Rlpen. Ber ch tesg aden: Heiter, 0 Grad, 1 bis 2 Zentimeter Schnee, fielt) mt Ski- imä RodelmöglichkÄ mäßig. _ . . < ilip7Av)in. lch au>nt, 'Qtja t/r fie- s5oll'feta --chtvond ?t9eWn uL • Sowohl »Z ^L"Z 'ä"s Si'fc b°^r ?ll<9« «M, mV»"""*. Engerem gÄri ^Rettung nach. . Sowietdarnpseis ««flw. die in S "'Und angetoie- 2-guemy.§lu,sez VW fiunff. b^A^tzvuse «W, m tom. ut'°)e Runft, veranstalten, die Jen umfaffen soll. Mer Ausstellung m Derhandlungen Behörden, die «reits zum Aus« ''nergroßzügigen Aschlckung der Museen und )aste Privat- beteiligen. Die edes Jahr große iglanb. Erst vor -vhe Ausstellung ämischen Na« ich wird eine um« -nischer Kunst ilahs Schulden. an Ullah von er seinerzeit in n für mehrere u s t. Die Reichs« m einen Kredit Jetzt hat die neue teilt, daß sie die id den Kredit W. »o iftjnKV r 4 * Wien harn»? *3 A M Ls- 31 Kgy . .,««1 «MJÄ stenenM". * *,Ö9\ t Luftdruck s«rs werten.L unt'k eretb u°» .. aU1fi rmluftwe^/.^ mfbr ten »* tsrost. . mittags W 5anuak- . Januar- 5$i‘S p5sA2** minus jerfl’- Nulvers<ö^' T* oSr°d, s6/5 Aus der provinzialhaupisiadi. Gießen, den 17. Januar 1930. Oie Zusatzversorgung für staatliche Arbeiter und Angestellte in Hessen. Nachdem bereits im Oktober 1928 im Reich eine Zusatzversorgungsanstalt errichtet wurde, um die zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung der in den Hoheitsverwaltungen des Reichs besänftigten Arbeiter zu regeln, und nachdem zum gleichen Zwecke das Reich eine Höherversicherung seiner Angestellten durchgeführt hat, soll nunmehr auch in Hessen eine Vereinbarung über eine Neuregelung der Zusatzversorgung für float- ljche Arbeiter und Angestellte getroffen werden. Da Hessen bereits seit 1901 eine Dersor- gungsanstalt für staatliche Arbeiter besitzt, wird es nicht, wie verschiedene andere Länder, der Zusatzversorgungsanstalt des Reichs beitreten, sondern seine bisherige Versorgungsanstalt in engster Anlehnung an die Bestimmungen der Zusatzversorgungsanstalt des Reichs und der Länder und unter gleichzeitiger Ausdehnung auf die Angestellten ausbauen. Während im Reich nur die Arbeiter der Hoheits- vcrwaltungen in die Zusatzversorgungsanftalt ausgenommen find, nehmen in Hessen, wie bisher, auch die Arbeiter der Betriebe, vor allem auch der Forst- uerroaltung, an dieser Vergünstigung teil. Die neue Verordnung soll rückwirkende Kraft vom 1. Avril 1929 an haben. Die Höhe aller nach dieser Zeit fällig gewordenen Renten soll demnach aufgrund der neuen Verordnung festgese^t werden. Die Reichs- zusatzversorgungskasse beruht auf Beiträgen, die zu Zweidrittel vom Reich bzw. den Ländern und zu Eindrittel von den Arbeitnehmern zu tragen sind. Nach den hessischen Bestimmungen sollen keine Beiträge erhoben werden. Entsprechend dem fehlenden Beitragsdrittcl der Arbeiter sind die hessischen Renten um Eindrittel niederer als die Reichsrenten. Der Beitritt zur Reichszusatzoersorgungskasse hätte durch die hohen Beiträge die Staatskasse stark belastet, den Arbeitern und Angestellten aber augenblicklich keine Vorteile gebracht. Frühestens nach Ablauf von 5 Jahren wären die ersten Renten fällig geworden, und auch dann nur für die Zeit der Beitragsleistung, also ebenfalls zuerst nur für fünf Jahre. Demgegenüber sollen die staatlichen Arbeiter und Angestellten Hessens bereits vom 1. April 1929 an in den Genuß der neuen Renten kommen, und zwar unter Anrechnung der ganzen beim Staate verbrachten Dienst- oder Beschäftigungszeit. Im übrigen wird, wie beim Reich, Ruhegehalt, Witwen-, Waisen- und Sterbegeld gewährt, und zwar Witwengeld in Höhe vgn 50 v. H. des Ruhegeldes, Waisengeld bei Vollwaisen ein Drittel, bei Halbwaisen ein Viertel des Ruhegehaltes. Beides entspricht den Reichssätzen. Das Sterbegeld soll so bemessen werden. daß es mit dem Sterbegeld, das vom reichsgesetzlichen Versicherungsträger gezahlt wird, zusammen immer 200 Mark beträgt. Mindestens soll icbod) 50 Mark an Sterbegeld als hessische Zusatzversorgung gewährt werden. Nach der neuen Verordnung sollen nicht nur die bisher gezahlten Renten erheblich erhöht werden, sondern es sind auch Verbesserungen in der Berechnung der Dienstzeit ein- getreten. Auch entspricht die Berechnungsweise dadurch, daß nicht nur die Beschäftigungsdauer, sondern auch das Lebensalter berücksichtigt wird, nunmehr den Grundsätzen der Billigkeit und Gerechtigkeit. Nur noch produktive Gemeinde-Anleihen WSR. 03or kurzem ging durch die Presse die Mitteilung, daß das von Darmstadt ausgehende Projekt der Versorgung zahlreicher Riedgemeinden aus dem Darmstädter Wasserwerk daran gescheitert sei, daß die erforderlichen Mittel nicht aufgebracht werden konnten, weil einigen Gemeinden die notwendigen Anleihe- mittel nicht bewilligt wurden. Wie jetzt verlautet, hat die zuständige staatliche Stelle den Kreisämtern nahegelegt, nur wirklich produktive Anleihen den hessischen Gemeinden zu gestatten, um eine Verschuldung von Gemeinden, die über ein dem Vermögen angemessenes und nach dem Steueraufkommen tragbares Maß hinausgeht, zu verhindern. Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende. Die Industrie- und Handelskammer Gießen veranstaltet in Gemeinschaft mit der Gießener Hochschulgesellschaft in der Zeit vom 16. Januar bis 20. März im großen Hörsaal der Universität Kurse, in denen von hiesigen Universitätsprofesso- ren Vorträge über volkswirtschaftliche, rechtswissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Fragen gehalten werden. Außerdem ist ein Lichtbilder- tortrag über südamerikanische Landschafts- und Wirtschaftsbilder vorgesehen. Bei dem gestrigen Beginn der Kurse war der große Hörsaal der Universität voll beseht, ein Zeichen, daß die hier geschaffene Einrichtung einem dringenden Bedürfnis Rechnung trägt. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Gießen, Kommerzienrat Schirmer, begrüßte die Erschienenen und gab seiner Freude über die rege Beteiligung Ausdruck. Der Gedanke, derartige Kurse einzurichten, sei nicht neu. Die Industrie- und Handelskammer sei diesem Gedanken nähergetreten, weil die Slot der Wirtschaft heute ganz andere Anforderungen an Kaufleute und Gewerbetreibende stelle, wie in früheren Zeiten. Erfreulicherweise habe sich die Gießener Hvchschulgesellschaft diesen Bestrebungen angeschlossen. Roch nie sei das Sprichwort „Stillstand ist Rückschritt" so zur Geltung gekommen, wie ist der heutigen Zeit. Es bestehe die Absicht, die Kurse weiter auszubauen, damit sie möglichst zu einer ständigen Einrichtung würden. Daß die Veranstalter der Kurse auf dem richtigen Wege seien, beweise das der Einrichtung allseits i cntgegengebrachte große Interesse, sowie der überaus starke Besuch. Hierauf sprach als erster Vortragender Uni- versitätsprofessor Dr. Mombert über das Thema: „Einführung in das Verständnis der gegenwärtigen Wirtschaft". Bornotizen. — Tageskalender für Freitag, i Etadttheater: „Kyrih-Phrih", 19,30 bis 22 Uhr. — Die Christengemeinschaft, Bewegung für religiöse Erneuerung: Vortrag „Hölderlin: Die Tragik menschlichen Schicksals", 20,15 Uhr, Universität, Hörsaal 41. — Lichtspielhaus. Dahnhof- ‘ flraße: „Der Graf von Monte Cristo". — Astoria-Lichtspiele: „Vogelfrei" und „Atlantik- fcchrt des Meteor". — Vom Konzertverein wird uns ge- shrieben: Das nächste (6.) Konzert des Konzert- Vereins (Sinfoniekonzert) findet am Donnerstag, 19,15 Uhr, im Stadttheater statt. Infolge von Auslan-sdeillscher Abend. Im Rahmen des Vortragskurses „Auslandsdeutschtum und Schule" sand am Mittwoch in der Aula der Universität ein Auslands - deutscher Abend statt, der von Interessenten aus allen Kreisen der Bürgerschaft sehr gut besucht war. Bürgermeister Dr. Seid als Vertreter der den Vortragskursus mit veranstaltenden Stadt Gießen entbot der Versammlung und den Rednern den herzlichen Will- kommengruß der Stadt und begrüßte die Vorträge, durch die der Blick wieder einmal über die Grenzen des Vaterlandes hinausgelenkt werde auf die deutschen Volksgenossen in fremden Ländern. An der Erhaltung und Pflege der Beziehungen zu unseren deutschen Brüdern in den fremden Staaten sei unser Volk aufs stärkste interessiert, denn diese Volksgenossen seien wertvolle Pioniere des Deutschtums und der deutschen wirtschaftlichen Interessen im Auslande. Sie seien berufen, deutsches Wesen und deutsche Kultur den fremden Völkern zu vermitteln, dadurch gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zwischen den Völkern herzustellen im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens. Prof. Or. Esaki sprach hierauf aus seinen reichen Erfahrungen als Leiter des deutschen Kulturamtes in Rumänien heraus über das Thema „Die völkerverbindende Bedeutung des Aus- Ian d s d e u t s ch t u m s". Der Redner erinnerte daran, daß vor dem Kriege das Auslandsdeutschtum völlig isoliert gelebt habe, der Blick damals kaum über die Dorfgrenzen hinausging, da den .deutschen Dauern im Auslande vielfach das Zusammengehörigkeitsgefühl mit den deutschen Stammesgenossen systematisch geraubt worden war. Erst nach dem Zusammenbruch durch den Weltkrieg sei im auslandsdeutschen Geben das verstärkte Bewußtsein der nationalen Zusammengehörigkeit mächtig geworden und dadurch ein gewaltiger Umschwung des Seelen- und Geisteslebens der fremdstaatlichen Deutschen eingetreten. Die Dauern aus sich selbst heraus bekamen wieder Dolkstumsgefühl, sie schufen sich ihre deutsche Volksgemeinschaft. Dadurch gewann das Deutschtum in den fremden Ländern, z. B. in Rumänien, Ungarn usw., Respekt bei den staatsführenden Völkern, und damit begann die völkerverbindende Wirksamkeit des Auslanddeutschtums. Es sei dann auch in der europäischen Minderheitenbewegung führend geworden, ebenso bei der Schaffung eines Minderheitenrechts. In dem volklichen Ringen mit den Angehörigen der anderen Rationalität habe der Ausländsdeutsche, insbesondere der Dauer, täglich hart zu kämpfen um die Erhaltung seines Volkstums, aber die Auseinandersetzung müsse immer so erfolgen, daß man doch mit dem anderen beieinander leben könne. Durch seine vorbildliche Wirtschaftlichkeit, aber auch durch sein loyales Verhalten der Staatsgewalt gegenüber verschaffe das Auslanddeutschtum dem deutschen Ramen in der Welt Ansehen und Geltung. Die deutsche Sprache sei heute in Osteuropa überall im Vordringen begriffen; man höre dort mehr deutsch, als eine andere Sprache. Das Auslandsdeutschtum könne aber nur dann völkerverbindend wirken, wenn es seine Selbständigkeit als Volkstum erhalte und sich immer klar darüber sei, daß erst seine Selbst- erhaltung komme und dann erst seine völkerverbindende Mission. Erfreulich sei es, daß in Rumänien in allen 240 deutschen Dörfern deutsche Volksschulen seien. Was aber dort dem Deutschtum besonderes Ansehen verschaffe, fei das geistige Leben der Ausländsdeutschen in den Städten, das von dort überall hin ausstrahle. Das seiner Aufgabe bewußte Auslandsdeutschtum habe den Ehrgeiz, deutsches Wesen, deutsche Kultur, deutsche Kunst und deutsche Organisationskraft in dem Lande zu vertreten, wo man wohne. Unö hier beginne die Verständigung dieser Völker mit dem deutschen Mutterlande. Daraus müsse sich die deutsche Politik einrichten. Das Auslandsdeutschtum werde gerne der Mittler zwischen den fremden Rationen und dem deutschen Mutterlande sein und es begrüßen, wenn die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu den Staaten, unter denen die Ausländsdeutschen leben, sich immer enger gestalten. GewerkschaflssettetärFurtwängler,IerI!n sprach als Sozialist über das Thema „Das Auslandsdeutschtum und der deutsche Arbeite r." Er wies zunächst auf die hohe Wertschätzung des deutschen Arbeiters im Auslande vor dem Kriege hin, wofür er eigene Erfahrungen während seiner Arbeitsjahre in Frankreich als Beweis anführte. Der deutsche Arbeiter sei damals in Frankreich nicht als Konkurrent des französischen Arbeiters angesehen worden, sondern er habe sich guten Ansehens erfreut und oft auch führende Stellungen in der französischen Arbeiterbewegung innegehabt, obwohl nach dem französischen Gesetz Ausländer in solchen Führerstellungen nicht zugelassen gewesen seien; man habe aber damals gegenüber dem deutschen Arbeiter ein Auge zugedrückt. Heute dagegen sei das ganz anders. Während die Völker nach dem Kriege von aufrechtem Friedenswillen erfüllt gewesen seien, hätten die führenden Leute der Gegenseite Versailles gemacht. Dadurch habe man den Klassenkampf zwischen den Völkern Europas, nämlich den Gegensatz zwischen den ausbeuten- den und den ausgebeuteten Rationen wachgerufen. Deutsches Volk und deutsches Gebiet habe man in Versailles verschenkt, obwohl man vorher das Selbstbestimmungsrecht der Völker proklamiert habe. Die veränderte Lage in der Welt habe auch zu verschärfter Abschließung der Völker und zur Einschränkung der Einwanderungsmöglichkeit, zu einem unduldsamen Wirtschaftsnationalismus ohnegleichen geführt. Trotzdem sei die Auswanderung aus Deutschland noch groß, und jedem dieser Auswanderer komme heute eine andere Bedeutung zu als in der Vorkriegszeit. In den fremden Ländern müsse sich jeder Deutsche zuerst als Deutscher, als Pionier für das Deutschtum fichten, er müsse werbend für Deutschland sein, nicht aus Rationalismus, sondern einfach als guter Deutscher. Die Deutschen im Auslande mühten uns als Deutschtum erhalten bleiben. Die Deutschen in Amerika z. B., die nach seinen eigenen Beobachtungen vielfach an leitender industrieller Stelle stehen und wirtschaftlich überhaupt ein sehr bedeutsamer Faktor sind, müßten Träger der deutschen Idee sein. An der Betreuung der deutschen Kultur im Auslande, am Minderheitenschutz, wie auch an den sozialen und wirtschaftlichen Fragen des Deutschtums im Auslande müsse die deutsche Arbeiterschaft des Mutterlandes großes Interesse haben. Denn was sich auf diesem Gebiet dort draußen bessere, wirke in gutem Sinne auch auf das Mutterland und die Lage der deutschen Arbeiter im Inlands zurück, umgekehrt mache sich auch die Verschlechterung der Lage der Ausländsdeutschen daheim in Deutschland bemerkbar. Z. B. dürften die Errungenschaften der deutschen Sozialpolitik nicht durch soziale Unterbrüdung der Minderheiten gefährdet werden. Hieraus allein gehe schon hervor, daß das Eintreten für den Minderheitenschutz nicht nur eine Sache der besitzenden Kreise Deutschlands sei, fonbern daß diese Aufgabe alle Teile des Volkes angehe. Die Minderheitenfrage müsse in loyaler Weise unter Anerkennung der kulturellen Ansprüche der Minderheiten gelöst werden. Davon werde auch Sein oder Richtsein des Völkerbundes abhängen. Die Minderheiten- betofcgung sei keine ©törung der internationalen Ruhe, sie müsse auf dem Wege der internationalen Verständigung gelöst werden, und hierbei falle den Deutschen eine führende Rolle zu. An diesen Dingen sei auch der deutsche Arbeiter in hohem Maße interessiert, denn die Minderheitenbewegung stehe nicht im Gegensatz zum Internationalismus der Arbeiterbewegung, und auch der Klassenkampf werde daneben seinen Fortgang nehmen. Am Schlüsse seines Vortrages wandte sich der Redner noch gegen die Wahnsinnsforderungen der Tributlasten, gegen die auch die auslandsdeutschen Arbeiter durch Oluf» flärung ankämpfen müßten im gemeinsamen sozialen Interesse aller Arbeiter. Bürgermeister Dr. Seib sagte beiden Rednern herzlichen Dank für ihre aufschlußreichen Darlegungen, und er gab damit dem Danke in Worten Ausdruck, den die Versammlung durch anhaltenden lebhaften Beifall nach jedem Vortrag bekundet hatte. Spielplanänderungen ist das ursprünglich vorgesehene Koblenzer städtische Orchester nicht in der Lage, das Konzert zu bestreiten; es ist indessen erfreulicherweise gelungen, das ausgezeichnete Darmstädter Landestheater-Orchester zu gewinnen, welches unter Leitung des Universitäts- musikdirektors Dr. Temesvary folgendes Programm zur Ausführung bringt: 1. Gluck: Ouvertüre zur „Iphigenie in Aulis". 2. Mozart: Klavierkonzert in Ls°Dur; Solistin Paula Heg- ner. 3. Brahms: 4. Sinfonie in ll-Moll. Gleichzeitig sei darauf aufmerksam gemacht, daß die 2. Rate der Abonnementszahlungen noch vor dem Konzert in der Musikalienhandlung von Ernst ©ballier entrichtet werden muh, woraus die Aushändigung der Karten für die Konzerte 6 bis 10 erfolgen wird. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als Fremdenvorstellung findet am Sonntag, 19. Ian., eine Wiederholung der dreiaktigen Komödie „Desire" von Sacha Guitay statt. Die Spielleitung hat Oberspielleiter Hans T a n n e r t, der zugleich die interessante Rolle des Kammerdieners Desire spielt. Es wirken ferner mit die Damen: Fuhrmann, Jahn, Jüngling, Koch und die Herren: Hais und Hub. — Als Morgenfeier und dritte Veranstaltung im Kamerspielzyklus findet am Sonntagvormittag 11.30 Ufjr ein Gastspiel: Tänze und Pantomimen der Tänzerin Senta Maria aus München statt. Diese Aufführung wird als Abendfeier um 20.30 Ufjr einmalig wiederholt. Der Tänzerin geht ein guter Ruf voraus. Die Presse von Wien, Berlin, München, Frankfurt a. M. und anderen Großstädten spricht sich äußerst lobend über die Darbietungen der jungen Künstlerin aus. Das Tanzgastspiel findet zu kleinen Preisen statt. — Kostümba11 der Mitglieder des Stadttheaters. Man schreibt uns: Am 1. Februar findet das diesjährige Dühnenfest der Mitglieder des Stadttheaters statt. Der Abend ist als Kostümball gedacht und findet in den Räumen beä Gesellschastsvereins (Klub) statt. Kabarett, Tombola und Ueberraschungen werden geboten. Um möglichste Kostümfreiheit zu gewähren, steht das Fest unter keinerlei „Masken- Motto". Das Schlagwort, das als Titel für die Veranstaltung gewählt wurde, meiht „G a - g i - ta" und bedeutet „Ganz Gießen tanzt". Die Vorbereitungen zu dem Abend sind bereits im Gange. Der Festausschuß legt Wert darauf, daß trotz der Sonderdarbietungen, wie Kabarett, Tombola, Tanz entsprechend der heutigen wirtschaftlichen Lage mäßige Preise genommen werden. Auch Getränke und Cßwaren werden zu gut bürgerlichen Preisen verkauft. Es soll damit jedermann die Möglichkeit geboten werden, das Fest mitzumachen, ohne allzu große Geldsummen zu verschwenden. » Vom hessischen Polizeidienst. Mit dem 1. Januar 1930 ist der bekannte Berliner Kriminalrat Dr. Riemann in den hessischen Polizeidienst übernommen worden. Dr. Riemann, der als Regierungsrat in den hessischen Staatsdienst eintritt, wird in erster Linie im Rahmen der Reorganisation der Landes- kriminalpolizei die kriminalpolizeilichen Aufgaben und die Ausbildung der Beamtenschaft in führender Stellung zu bearbeiten haben. Riemann, der in den vierziger Jahren steht, bildete seither am Berliner Polizeiinstitut den polizeilichen Rachwuchs aus und erfreut sich in Fachkreisen des größten Ansehens. ** Oberhessisches Schwurgericht. Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen hält am Dienstag, 21. Januar, und Mittwoch, 22. Januar, seine ersten diesjährigen Sitzungen ab. Am 21. Januar wird gegen Joses Bösl von Griedel wegen Körperverletzung mit Todesfolge verhandelt; die Anklage vertritt Staatsanwalt Schneider, Verteidiger ist Rechtsanwalt Elsoffer. Am 22. Januar kommt die Anklage gegen Harrs Mayer von Gießen wegen Meineides zur Verhandlung; die Anklage vertritt Staatsanwalt Fischer, die Verteidigung führt Rechtsanwalt E n g i s ch. ** Bon der Armen- und Krankenpflege der Evang. Gemeinde. Die Schwestern, die seither in den hiesigen evangelischen Gemeinden die Armen- und Krankenpflege besorgt haben, wohnten früher allesamt im Evangelischen Schwesternhaus. Mit der Ausdehnung der Stadt stellte sich mehr und mehr das Bedürfnis heraus. die Schwestern in den Bezirken, die ihnen angewiesen sind, wohnen zu lassen, well einmal die Entfernungen, die jeden Tag mehrere Male zurückgclcgt werden müssen, zu groß sind, und sodann, weil cs wünschenswert erscheint, daß die Schwestern mit den ihnen anbefohlenen Gemeindegliedern in nähere persönliche Verbindung kommen. Die Matthäus« und Markungsgemeinde haben ihren Schwestern im Asterweg eine Wohnung angewiesen. Gestern ist dies nun auch für die Lukas und Petrusgemeinde erfolgt. In dem Hause Wetzlarer Weg 59, das von der Kirchengemeinde angekauft worden ist, haben die Schwestern Wohnung gefunden, die die Krankenpflege im Südtell der Stadt auszuüben haben. Die Ausstattung der Wohnung ist fast völlig durch die Lukasgemeinde erfolgt, besonders hat sich der Frauenverein der Lukasgemeinde diese Angelegenheit angelegen sein lassen. Für den Bedarfsfall mag darauf hingewiesen fein, daß die Schwestern unter Telephon Nr. 4214 zu erreichen sind. •• Städtische Drennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteige- rung aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Försters Brück, sind im Durchschnitt olgende Preise erzielt worden: Duchenscheit 17,40, Eichenscheit 10,20, Duchenknüppel 12,50, Eichen« knüppel 8, Duchenstöcke 8, Eichenstocke 6,60 Mk. je Raummeter, Buchenreisig 28, Eichenreisig 15 Mk. je 100 Wellen. "Geschäftsjubiläum. Das Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäft Karl Zwang, Reustadt 49, kann jetzt auf sein 25jähriges Bestehen zurückblickcn. Die Firma wurde von chrem heute dem Geschäft noch vorstehenden Inhaber, Kaufmann Karl Zwang, am 1. Januar 1905 gegründet. Zuerst befand sich das Geschäft in dem Hause Reustadt 53, im Jahre 1912 übersiedelte es nach dem Hause Reustadt 49. In Verbindung mit dem Ladengeschäft unterhält die Firma einen ausgedehnten Reise- und Dersandbetrieb. Sowohl bei der Käuferschaft in Stadt und Land, wie auch unter den Gießener Geschäftsleuten erfreut sich die Firma Zwang eines guten Ansehens. * Die Heimatvereinigung „Schiffe n b e r g" ist z. Z. eifrig mit der Vorbereitung der 800-Iahrfeier des Schiffenbergs beschäftigt, die bekanntlich im Juli d. 2. stattfinden soll. In einer Ausschußsitzung, die in den letzten Tagen unter der Leitung des Vorsitzenden der Vereinigung, Forstrats R i c o 1 a u s , stattfand, beschäftigte man sich sehr eingehend mit dem von OberZpielleiter Tanner t vom Stadttheater und dem oberhessischen Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) vorbereiteten Festspiel, das bei der Jubiläumsfeier auf dem Schiffenberg zur Ausführung kommen soll. Das Festspiel wird eine große Anzahl lebender Bilder aus der reichen Geschichte des Schiffenbergs enthalten, in zwei Teile (alte und neue Zeit) eingeteilt sein, und mehrere Hundert Personen beschäftigen. Die Mitwirkung bei dem Festspiel, wird bei dem weitaus größten Teile der Beteiligten völlig kostenlos geschehen, um die Ausgaben für bas Fest so niedrig wie möglich zu halten. Weiter wurde über die Beteiligung der Vereine aus Gießen und Umgegend an der Feier gesprochen und auch die Frage der Finanzierung der Veranstaltung einer eingehenden Betrachtung unterzogen. In Kürze soll eine weitere Sitzung mit den Bürgermeistern der interessierten Rachbarvrte und den Vorsitzenden bet Vereine ftattfinben, um bie Vorbereitungen zu dem Feste auf bie denkbar breiteste Grundlage zu stellen. Don Wichtigkeit ist es aber auch, daß bie Vereinigung eine immer größere Stärkung durch den Beitritt neuer Mitglieder erfährt. Um den bisherigen Mitgliedern einige Stunden schöner Geselligkeit zu bereiten, veranstaltet die Vereinigung am kommenden Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg eine Familienzusammenkunft, zu der im gestrigen Anzeigenteil eingeladen wurde. •* Eine Automobilschau der Daimler-Benz 21.«©., konnte man gestern in der Plockstraße bemerfen. Dort waren eine ganze Anzahl Wagen der bekannten Automobilfirma aufgefa§ren, die von dem Publikum stark beachtet und mit lebhaftem Interesse besichtigt wurden. Man sah Personenkraftwagen der verschiedensten Bauart und für die mannigfaltigsten Zwecke. Reben eleganten Luxusautos mit allen komfortablen Einrichtungen neuzeitlicher Automobiltechnik standen stabile und doch sehr schnittige Tourenwagen für Geschäftsreisende und Touristen. Dom Zweisitzer- bis zum Sechssitzer- Wagen hatte man ein Bild sorgsamster und gediegenster Ausstattung. Die Wagen legten eindrucksvolles Zeugnis ab von dem guten Geschmack und der technischen Leistungsfähigkeit desDaim- ler-Benz-Automobilbaues und verdienen mit Anerkennung hier registriert zu werden. Exz. Gchwander Ehrensenator der Frankfurter Ltniversität. Frankfurt a. M., 15. Jan. (TU.) Rektor und Senat der Universität Frankfurt haben beschlossen, den Oberpräsidenten der Provinz Hessen« Nassau, Exzellenz Schwände r, anläßlich seines Rücktritts in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung der Interessen der Universität zum Ehrensenator zu ernennen. verwenden zur Pflege ihrerKinder ZPenatem-^t CremeUnd Puder lnApolh.uDrog.60Pfg Große SlreudoseSOpf»”^ Glas mit 50 Tabletten M. 1.75 Atneräiesse Ndfflrtiches Zar Gesnndlialtung Jean Weisel, (Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. MM Die Restbestände Inventurausverkauf aus meinem 306A Statt Karten! schöne Zähne! nicht Brennholz). 45iD CITROVANULE GEGEN »365 SCHMERZ 6785 D Lager. CarlSchunck RANE ALGIE NSCHMERZ mit Angabe von Referenzen erbeten. 4WD FrilzHomannAG.,Margarinewerke,Dissen imTentotiurgerWalfl [428C Während derKarnevalszeit Mietgesuche~~j Deutscher oelencn, 4000II. ÄS? / r”! ; Farbe oelb mit M «egen 1. Hlipotbek. fchwarz.Sattel. 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Seine Masse übertrifft die der Erde 314 mal, und außer dem Saturn, der aber auch noch nicht ein Drittel von ihr erreicht, hat kein anderer Wandelstern auch nur den fünfzehnten Teil seiner Masse. Ohne die Sonne wäre er der Mittelpunkt unseres Sonnensystems, wenn er freilich auch alsdann seine Begleiter nur zu viel langsameren Bahnen veranlassen könnte, als es jetzt die Sonne tut. Auch beschriebe er seinerseits, durch die Anziehung des Saturn veranlaßt, eine recht erhebliche Iah- resbahn, während die Sonne sich zwar durch den Sternraum hindurchbewegt, im Verhältnis zu den sie umkreisenden Wandelsternen aber in fast völliger Ruhe verharrt. Wir wollen uns also freuen, dah wir um die Sonne und nicht um den Iupiter umlaufen. Aber auch dieser ist ein Mittelpunkt, ähnlich etwa einer Großstadt, die zwar nicht Hauptstadt des Reiches, aber doch immerhin eines bedeutenden Teilgebietes ist. Neun Monde bewegen sich um den Iupiter, wovon schon vier mit kleineren Fernrohren sichtbar sind, während sich von den übrigen fünf Monden drei an der Grenze der unmittelbaren Sichtbarkeit bewegen und zwei bisher überhaupt nur im Lichtbild sichtbar sind. Betrachtet man den Riesenplaneten mit dem Fernrohr, so sind häufig nicht alle vier Monde sichtbar: denn oft steht der eine oder der andere vor oder hinter seiner Scheibe oder auch in seinem Schatten. Eine solche Mondfinsternis hat ein Unsichtbarwerden des Sternleins zur Folge. Sehr auffallend ist die starke Abplattung des Sterns. Sie ist freilich verständlich, wenn wir bedenken, dah er sich trotz seiner gewaltigen Gröhe in etwa 9 Stunden und 50 Minuten um seine Achse, dreht. Die Iupiteroberfläche zeigt ein streifenartiges Aussehen. Da sich die Streifen langsam ändern, so ist anzunehmen, dah sie eine Art Lufthülle darstellen, durch deren Lücken wir an einigen Stellen die eigentliche Oberfläche des Weltkörpers sehen. Die langsame Veränderung der Streifen, die aber bei der gewaltigen Entfernung nur durch eine an und für sich schnelle Bewegung hervorgerufen sein kann, läßt auch darauf schließen, daß es mächtige Kräfte sein müssen, die sie hervorbringen. Die Sonnenstrahlen treffen den Iupiter bei der großen Entfernung nur sehr abgeschwächt. Es ist also wahrscheinlich, dah er noch nicht so stark abgekühlt ist wie die Erde, sondern auch an seiner Oberfläche, und nicht nur im Innern, noch Eigenwärme zeigt. Der Stern ist ein ziemlich lockeres Gefüge, denn trotzdem die Wirkung der Schwere dort ungefähr dreimal so groß ist wie auf der Erde, so beträgt doch seine Dichte nur etwa ein Viertel der Erddichte, er muh also aus an sich nur wenig dichten Massen bestehen. 5:3 geschlagen bekennen. Sn Anbetracht der ausgezeichneten Kräfte, die sowohl der Tunwerem 1860 Frankfurt, als auch der Turnverein Offenbach in seinen Reihen hat, und die in den ergangenen Sahren bei Kreismeisterschaften und deutschen Meisterschaften ein ernstes Wort mit- gesprochen haben, kann der Männerturnverein Diehen stolz auf diese neuen Erfolge sein. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Die 1. Mannschaft spielt auf hiesigem Platze gegen die gleiche des Turn- und Sportvereins Butzbach. Die Gaste stellen eine sehr flinke Mcmn- schaft. Trotzdem sollte 1846 bei komplettem Antreten sicher gewinnen. Die Sugend bestreitet vorher ein Treffen gegen Butzbachs Jugend. Ein Sieg der Siebener kommt kaum in Betracht. Handballmannfchast der Universität. Am SamStagnachmittag treffen sich die ersten Mannschaften der Landesuniversität und der Technischen Hochschule in einem Der- bandSspiel um die südwe ft deutsche Hochschulmeister s ch a f t. Der Ausgang des Spieles ist offen, falls sich die Llniversitätsmannschaft in guter Form befindet. Fußballklub 1926 Sroßen-Buseck. Am nächsten Sonntag empfängt die 1. Mannschaft des F. C. 26 Grohen-Buseck die gleiche von Laubach. Laubach konnte sich in dieser Der- bandSserie nicht so gut herausarbeiten wie in den letzten Jahren, hat aber in der Tabelle einen guten Mittelplah. Die Busecker, die an den letzten Sonntagen auswärts waren, zeigten sich am Sonntag von der besten Seite. Man must das Spiel völlig offen halten, da beide Mannschaften Siegesaussichten haben. Vorher spielt die 2. Mannschaft gegen DieberS 1. Mannschaft im Verbandsspiel. Bieber ist eine junge und flinke Mannschaft, die Wohl Sieger bleiben wird, zumal einige Posten der Busecker Mannschaft schlecht besetzt sind. Arbeiter-Turn- und Gporibund. Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem Wiesecker Sportplatz W i e s e ck I und Lollar! im Freundschaftsspiel gegenüber. Das Vorspiel in Lollar tonnte Lollar mit 5:1 Toren für sich entscheiden; allerdings trat Wieseck nur mit neun Mann an. Am kommenden Sonntag werden beide Mannschaften komplett antreten. Der Ausgang des Spiels ist offen zu lassen. Vorher stehen sich Wieseck l.Sugend und Rödgen! gegenüber. W i e s e ck I b fährt nach Waldgirmes, um gegen die dortige erste Mannschaft ein Rückspiel auszutragen. Am Samstagabend trägt eine Bezirksmannschaft des 3. Bezirks gegen eine Mannschaft des 4. B e z i r k e s einen Gerätewettkampf in Kahl a. M. aus. Da sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüberstehen, dürfte der Punktunterschied kein großer und nur der Glücklichere Sieger werden. Evanaelischer Bund. Der Hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes hielt am Mittwoch im Gemeindesaal der Markusgemeinde dahier seinen zweiten Studientag ab. Der Vorsitzende, Pfarrer D e r ck (Roßdorf), begrüßte die Anwesenden, darunter die hiesigen älniversitätsprofefsoren D. Cordier und D. Bornlamm, und machte einige geschäftliche Mitteilungen. Darauf folgte ein Vortrag von Pfarrer Eckhardt (Wahlen) über „Die Rechts erti- ?un g in Luthers Römerbriefvor- esun g“. Der einstündige Vortrag gab ein eingehendes Bild der tiefgehenden Gedanken Luthers über den Vorgang der Erlösung. Der zweite Zer Traum vom EIN. Roman von E. Lovett und M. v. Weißenthurm Copyright by Marie Brügmann, München. 13 Fortsetzung. Raddruck verboten. Während sie an einem Ende des Tisches beschäftigt war, stand Frau von Rechten am anderen Ende, in die Bereitung eines feinen Salats vertieft — einer Kunst, in der sie, nach ihrer eigenen Aussage, ganz unübertroffen dastand. Plötzlich stand Sabine neben Doris, die überrascht aufblickte, und flüsterte ihr hastig zu: „Fräulein Horter, möchten Sie mir eine große Gefälligkeit erweisen? — Pst! Blicken Sie nicht auf — sagen Sie irgend etwas über das Frühstück!" UnD laut fügte sie hinzu: „Sind Sie bereits auf die Gabeln gestoßen? Sch kann sie nirgends finden!" „Sie liegen in dem anderen Korbe," antwortete Doris mit vernehmlicher Stimme. Dann fragte sie leise: „Was kann ich für Sie tun?“ „Suchen Sie es zu verhindern daß Herr von Wildhofen allein mit mir ist. Bleiben Sie, bitte, soviel wie möglich an meiner Seite. Sch flehe Sie darum an!‘r Doris blickte jetzt auf, und ihre und Sabines Augen begegneten sich. „Sie können mich nicht verstehen, ich weih es!" fügte letztere In zitternder Erregung hinzu. „Sch beschwöre Sie aber, vertrauen Sie mir trotzdem!" „Sch verstehe Sie vollkommen!“ antwortete Doris ruhig, und setzte hinzu: „Und ich achte Sie deshalb hoch.“ Sabine wurde glühend rot — So hat Sie der Rechtsanwalt also doch schon eingcweiht, denn sie scheint alles zu wissen, dachte sic mit klopfendem Herzen. „Und Sie wollen mir also helfen — das Rechte zu tun?“ fragte sie leise. „Sch will Shnen in jeder Weise helfen, Fräulein von Rechten.“ „Rennen Sie mich nicht so," bat Sabine, und trat an einen frischgeöffneten Korb. „Rennen Sie mich nur Sabine." Doris ergriff schnell die ihr entgegengestreckte Hand und umschloß sie mit warmem Druck. Mochten die Dinge gehen, wie sie wollten; sie hatte erkannt, daß das Mädchen gut war, mochte der Charakter der Mutter noch so zweifelhaft sein. Schon im nächsten Augenblick wurde es in der Umgebung des Hauses lebendig. Frohe Zurufe ertönten und immer näher drangen Fuhgetrappel und munteres Hundegebell. Bald darauf betraten die Säger, von Herrn von WUdhofen geleitet, den grüngcschmückteu Raum. Bei dem völlig unerwarteten Anblick der Damen mischte sich in die Ueberraschung des älteren Herrn unstreitig etwas wie Mißbehagen, während Punkt der Tagesordnung war am Rachmittag ein Dortrag von Pfarrer Munt (Reichelsheim) Über Die Ethik Luthers in der Romerbriefvorlesung“. Der Redner zeigte, daß Luthers Ethik zwei Wurzeln entstammt, seiner Anthropologie und seiner Rechtfertigungslehre. Luthers Ethik bringt vollständig neue Gedanken gegenüber der alten Kirche, eine ganz neue Sittlichkeit. e % An beide Dorträge schlossen sich eingehende Aussprachen, die das Verständnis der angeschnittenen Fragen noch weiterförderten. Zuletzt sprach noch Prof. D. Bornkamm über „Einführung in das Studium der Augustana und des Reichstages von 1530". Oberheffen. Aus dem Laubacher Gemeinderai. □ Laubach, 15. San. Heute nachmittag ver- sammelte sich zum erstenmal der neugewählte Stadtvorstand im Rathaussaale. Vor Einführung der vier neuen Gemeinderatsmitglieder wies Bürgermeister H ö g Y in einer längeren Ansprache u. a. auf die verantwortungsvolle Amtstätigkeit und den Aufgabenkreis des Stadt- Vorstandes hin und ermahnte zur fachlichen und gerechten Zusammenarbeit. Er hoffe, daß der Ge- meinderat in feiner neuen Besetzung — wie seither — keine parteipolitischen Ziele verfolge und diese gute Gesinnung auch für die Zukunft erhalten bleibe; denn Politik gehöre nicht in das Rathaus und insbesondere nicht in die Landstädte, deren Bevölkerung infolge des persönlichen Bekanntseins untereinander ein größeres gegenseitiges Vertrauen bedinge, als in den größeren Städten. Darum sei auch die erste Voraussetzung für eine gedeihliche Gemeindeverwaltung die Einigkeit, die unter dem Stadtvorstand und der Bevölkerung herrschen muß. Zum Schlüsse forderte der Bürgermeister jederzeitigeS Eintreten für das Wohl der Stadt Laubach und feiner Einwohner. Rach diesen Ausführungen wurde die Verpflichtung der vier Reu- gewählten vorgenommen: Oberbahnmeister Sakob Pülcher, Kaufmann Heinrich Wilhelm K r e i k- ler, Apotheker Dr. Friedrich Roßbach und Mehgermeister Adolf Reidt. Die übrigen seitherigen Mitglieder des Gemeinderats wurden auf ihre früher erfolgte Verpflichtung hingewiesen. Sodann gab der Bürgermeister bekannt, daß mit Beginn der neuen Sitzungsperiode der derzeitige Beigeordnete Landwirt Wilhelm Pitz II. 25 Sahre dem Stadtvorstand angehört, und zwar von 1905 bis 1928 als Gemeinderatsmitglied und von dieser Zeit an als Beigeordneter. Der Bürgermeister dankte dem Subilar im Ramen der Stadt und sprach den Wunsch aus, daß Beigeordneter Pitz mit seinem reichen Wissen und Erfahrungen, die er im Laufe der Sahre auf dem Gebiete der Gemeindeverwaltung gesammelt habe, der Stadt Laubach noch recht lange erhalten bleibe. Hierauf wurde die Bildung der Kommissionen vorgenommen, die bei dem guten Einvernehmen, das unter den Gemeinderatsmitgliedern herrschte, rasch ihre Erledigung fand. Dann wurde die O r ts bürgerlifte nachgeprüft und für richtig befunden. Der Teil des Ortsbauplanes zwischen Schottener und S t i f t s st r a ß e wurde in der von dem Hochbauamt vorgeschlagenen Form angenommen. Sodann wurde über die von einigen Bürgern erhobenen Einwendungen gegen die Kanalgebühr beraten, die als unbegründet zurückgewiesen werden. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde über den Wieder- erwerb des seinerzeit an Dipl.-Sng. Fritz Schmidt verkauften Gemeindegeländes, des sog. „Froschlochs", verhandelt. Der Gemeinderat ist einstimmig für die Rückübertragung des Eigentums. aus Kurts Augen helles Entzücken sprach. So schnell als möglich suchte er an Sabines Seite zu gelangen. „Das ist wirklich eine großartige Ueberraschung!" rief er mit strahlendem Gesicht. „Welch ein glücklicher Einfall von Shnen, Fräulein von Rechten!" „Cs war nicht meine, sondern meiner Mutter Sbec!“ antwortete sie in kühlem Ton, so daß Kurt sie ganz bestürzt anblickte. „Die Sie aber doch sicherlich gutheißen," ergänzte er in fast vorwurfsvollem Ton. „Sch hatte nicht den Wunsch, hierherzukommen,“ beharrte sie. „DaS ist aber recht unfreundlich von Shnen, denn Sie mußten sich doch denken, waS für eine große Freude Sie mir durch Shre Anwesenheit bereiten würden." „Lieber Kurt, möchtest du mir Wohl sagen, wie die Flaschen arrangiert werden sollen?“ Eingedenk ihres Versprechens, trat Doris mit diesen Worten an ihren Vetter heran, als sie Sabines brennende Wangen und ihre trostlos blickenden Augen gewahrte. „Willst du mir auch das Tranchierbesteck von dem Seitentisch herüberreichen, bitte?" „Mein liebes Kind, das geht wohl auch ohne mich!“ erwiderte ihr Kurt in ungeduldigem Ton. — „Sohann, hierher! Helfen Sie Fräulein Horter bei dem, was zu tun ist!" Dann wandte er sich sofort wieder Sabine zu und drehte Doris unfreundlich den Rücken zu. Wie gedemütigt kam sich die kleine Verbündete in diesem Augenblick vor. Sm Verlauf des Frühstücks, bei dem Doris an der Seite des Rechtsanwalts Platz genommen hatte, kam dieser auf den unerwarteten Besuch der Damen bei dem Sagdfrühstück zu sprechen und. gab seiner Verwunderung Ausdruck, daß Doris mit Sabine in so vertrautem Verhältnis stehe, wie er zu beobachten Gelegenheit hatte. Doris erzählte ihm von dem Verlangen Sabines und zeigte sich sehr befriedigt über deren Verhalten. Richt so Hagenau. Er äußerte fein Befremden ganz unverhohlen, worauf ihm Doris scherzhaft fein berufsmäßiges Mißtrauen vorhielt. „Fräulein Horter, Sie beurteilen mich oder meinen Beruf doch alhu streng. Gewissen Menschen gegenüber bin ich allerdings sehr mißtrauisch, das gebe ich zu; und ich wundere mich, daß Sie mit Sbrem lauteren Herzen — bitte mir so viel Menschenkenntnis zuzutrauen — einem Mädchen wie Fräulein von Rechten Vertrauen schenken können. ..Sch vertraue ihr ganz und bin überzeugt, daß sie einen schweren Kampf durchzumachen hat. In dem aber das Gute siegen wird!“ lautete die warme Entgegnung deS jungen Mädchens. Hagenau zog die Augenbrauen in die Höhe. „Sie beurteilen andere Frauen nach ihrem eige- Oie Dürgermeisterfrage in Nidda. O Ridda, 16. San. Gestern abend fand hier die erste diesjährige Gemeinderatssihung unter dem Vorsitz des Beigeordneten Rull- mann statt, die dadurch ganz besonderes Snter- esse bei der gesamten Einwohnerschaft weckte, daß über den Antrag der Sozialdemokratischen Partei, Ortsgruppe Ridda, einen Berufs- bürgermeister anzustellen, verhandelt werden sollte. Deshalb hatte sich eine sehr große Zahl von Zuhörern im Rathaussaale eingefunden. Rachdern der Vorsitzende sieben neu- gewählte Gemeinderatsmitglieder verpflichtet hatte, fand eine längere Aussprache über den Antrag statt. Da die sehr wichtige Frage der zukünftigen Stellung des Bürgermeisters und das Für und Wider bezüglich eines Berufsbürgermeisters noch nicht hinreichend geklärt sei, wurde die Beschlußfassung auf die nächste Gemeinderatssitzung vertagt. Vielleicht wird bis dahin den Wählern Gelegenheit gegeben, in öffentlichen Vers ammlungen über die Wahlfragen Auskunft zu erlangen. Die Evangelische Volksgemeinschaft hat für morgen zu einer solchen Versammlung eingeladen. Moderne Hochzeit. * Ridda, 16. San. Hier feierte kürzlich ein Brautpaar feine Hochzeit auf originelle Weise. Beide waren hier im vergangenen Sahr bedienstet und hatten schon im H e r b st das gesetzlich vorgeschriebene Aufgebot zur Eheschließung erwirkt, waren aber dann von hier verzogen. Sm neuen Sahr fiel es den Brautleuten plötzlich ein, in Ridda Hochzeit zu halten. Gedacht, getan. Man reifte hierher und begab sich auf das Standesamt. Der Standesbeamte findet die erforderlichen Papiere zur Trauung in Ordnung. Aber es fehlen die Trauzeugen. Doch schnell wußte der Bräutigam solche aufzutreiben. Auf feine Bitte erklärten sich ein anwesender Polizeibeamte und ein Bürgermeisterei-Sekretär bereit, als Zeugen dem Trauakte beizuwohnen, der nun auch ohne Hindernis ausgeführt wurde. Die Hochzeitsgesellschaft begab sich nun, wenn auch ohne hochzeitliche Kleidung, in ein nahes Gasthaus, um zur Feier des Tages auf Einladung deS Bräutigams einige Flaschen Wein zu trinken. Nachdem zwei bereits geleert waren, erklärte der junge Ehemann, daß er kaum noch Geld zur Heimreise für sich und seine Frau besitze und die Trauzeugen Ku der bereits erwiesenen Gefälligkeit nun auch noch den Wein bezahlen mochten. Sie machten gute Miene zum bösen Spiel und bezahlten die Zeche. Das junge Ehepaar reifte ab, froh und sorglos, wenn auch zur Zeit arbeitslos und ohne Wohnung. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 15. San. Die Snhaber der Anteilscheine unseres Turnhallenbaues hielten dieser Tage ihre Hauptversammlung ab. Wie aus dem Geschäftsbericht hervorging, hat der Verwaltungsausschuh der Turnhalle auch ini verflossenen Geschäftsjahre gut gewirtschaftet. Reben den Abschreibungen an Mobiliar und Smmobilien konnte noch ein ansehnlicher Betrag an der Gemeinschuld abgedeckt werden. Dem Derwaltungsausschuß wurde einstimmig Entlastung erteilt, lieber die Frage der Auslosung der Antellscheine entspann sich eine lebhafte Aussprache, in deren Verlauf elf Mitglieder in großzügiger Weise auf je einen Anteilschein zugunsten des Turnvereins verzichteten. Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag angenommen, nach dem in kurzer Zeit eine außerordentliche Versammlung der Anteilscheininhaber stattfinden spll, die über dieVerzichtleistung sämtlicher Anteilscheininhaber auf ihr Anteilscheinrecht beraten soll. Don den aus dem Verwaltungsausschuh satzungsgemäß aus- scheidenden drei Mitgliedern Karl Kreiling, nen Charakter!" sagte er dann skeptisch. „Wenn ich auch so gut wie nichts von diesem Mädchen weih, muh ich doch gestehen, daß ich der Tochter einer solchen Mutter wenig Gutes zutrauen kann." „Die ist tausendmal besser als ihre Mutter!" „Sind Sie dessen so sicher? Woher sollen bei ihr die guten Eigenschaften kommen? Sch glaube an Vererbung, und wie Sie wissen, kommt hier leider nicht nur die Mutter in Betracht. Wenn Sie ihren Vater gesehen hätten ..." „Sch habe ihn gesehen!" klang es von ihren Lippen. Schon im nächsten Augenblick bereute sie ihre vorschnelle Aeußerung. Wie elektrisiert fuhr Hagenau zu ihr herum. „Fräulein Horter, Sie sind wirklich großartig — einzig in Shrer Art!" rief er, kaum seine Stimme dämpfend und mit einem durchdringenden Blick seiner klaren, grauen Augen. „Wo? Wann? Wie haben Sie ihn gesehen? Aber ich brauche gar nicht erst zu fragen? Der Erbärmliche wird sich hier, wo er seine Frau weiß, Herumgetrieben haben, um Geld von ihr zu erpressen. Das ist immer die Art solcher Sndividuen. Und wenn Shr Detter das Mädchen wirklich heiraten würde — nein, das ist und bleibt undenkbar! Ein solcher Schwiegervater! Habe ich nicht recht, wenn ich diese Heirat für eine Unmöglichkeit erkläre?" Doris biß sich auf die Lippen und zeigte keine Lust, zu antworten. Bald darauf erhob man sich von der Tafel. Als einige Vorschlägen, einen kleinen Spaziergang mit den Damen zu machen, blickte Herr von Wildhofen der Aeltere auf seine Uhr. „Meine Herren, ich gebe Shnen nur eine halbe Stunde Zeit, und zwar brechen wir wieder von hier aus auf!“ sagte er dann zu seinen Gästen. „Unterhalten Sie sich inzwischen, wie es Shnen beliebt.“ „Kommen Sie, Fräulein Horter, wir wollen einen kleinen Gang in den Wald machen!" forderte der Rechtsanwalt seine Tischnachbarin auf, an deren Seite er sich noch immer befand. Das junge Mädchen blickte sich verstohlen nach allen Seiten um. „Sch kann leider nicht, ich —", versuchte sie einzulenken, „ich versprach Fräulein von Rechten ..." Doch Fräulein von Rechten war verschwunden; sie konnte sie nirgends entdecken. Hagenau lachte ein wenig malitiös. „Sch glaube, es ist einerlei, was Sie ihr versprochen haben, Fräulein Horter, und ich wette, sie wird Sie kaum beim Wort nehmen. Sehen Sie dorthin, bitte!" Doris folgte der angegebenen Richtung und sah noch gerade durch das Fenster, wie Sabine an Kurts Seite durch den Pächtergarten zum angrenzenden Waldsaum schritt. Shre ganze Haltung ließ nicht auf Widerstreben oder Abneigung gegen ihren Begleiter schließen, und bald waren die beiden ihren Blicken entschwunden. Fabrikant Ludwig Rinn und Friedrich Rinn wurde Karl Kreiling wiedergewählt. Reugewählt wurden Adolf Gernandt und Theodor Kreiling. Eine in der Turnhalle ab 1. Februar freiwerdende Wohnung follbei der Wiedervermietung in erster Linie für Mitglieder des Turnvereins in Betracht kommen. — Zu dem kürzlichen Bericht über die Vergebung der Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung unserer Wasserleitung und der Kanalisation ist noch mitzuteilen, daß die Firma Wilhelm RinnVIII., Baugeschäft und Zementwarenfabrik, an der Lieferung der der Firma Sack & Sughardt übertragenen Zement- und Tonrohre zur Hälfte beteiligt ist. < Mainzlar, 15. San. Am Samstagabend hielt der hiesige Turnverein im Müllerschen Saale sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Den Willkommengruß des Dorstandes entbot den sehr zahlreich erschienenen Mitgliedern und Turnsreunden der Ehrenvorsitzende des Derrins Hrch. Klingelhofer. Er dankte allen aktiven Turnern für die im vergangenen Sahre errungenen Siege und ermahnte gleichzeitig die jungen Turner, treu das Erbe SahnS als den schönsten deutschen Sport weiter zu pflegen und zu fördern. Ein von Turnern und Turnerinnen flott gespieltes Theaterstück fand gute Aufnahme. Für die turnerische Arbeit im Verein legten zwei Musterriegen an Barren und Pferd durch gut ausgeführte Hebungen glänzendes Zeugnis ab. Zwei weitere turnerische Theaterstücke, bei deren Aufführung die Mitwirkenden ihr Bestes gaben, ernteten wohlverdienten Beifall. Die musikalische Unterhaltung wurde von Mitgliedern des Vereins ausgeführt, während eine Tombolaverlosung in den Pausen unterhielt und auch die Dereinskasse auf ihre Rechnung kommen lieh. Tanz bildete den Abschluß der Veranstaltung. Dem Verein, der über 100 Mitglieder zählt, wurde vom „Lahn-Dünsberg-Gau" das diesjährige Gau-Dergfcst übertragen, mit dem er sein 25jähriges Bestehen zu feiern gedenkt. — Die Holzhauerarbeiten in unserem Gemeindewald sind nunmehr beendet. Geschlagen wurden ungefähr 750 Festmeter, wovon ein größeres Kontingent auf Cichenstämme entfällt. t Treis a. d. Lda., 16. San. Am Dienstag konnte die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Adam Amend II. Witwe, Elisabetha, geb. Rühl, in ziemlicher körperlicher und vollkommen geistiger Frische im Kreise ihrer Angehörigen ihren 9 0.Geburtstag begehen. Das Landeskirchenamt in Darmstadt hatte ihr durch den Pfarrer eine künstlerisch ausgeführte Glückwunschurkunde überreichen lassen, worüber die Subilarin sehr erfreut war. Der Zweitälteste dahier ist Georg Denner II., der am 7.September des vergangenen Sahres 89 Sahre alt wurde. + ©rünberg, 15. San. Für den Hassia - bezirkGrünberg fandamSonntagnachmittag hier im .Rappen" eine gut besuchte Versammlung von Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen statt. Oberleutnant a.D. Dohnhard sprach über die gesetzlichen Bestimmungen, die zum Bezüge einer Rente gelten, und über die Schritte, Die, um das Wiederaufnahmeverfahren einer Rente zu ermöglichen, zu unternehmen sind, da mit Ablauf des Sahres 1930 die nachträgliche Anmeldung von Rentenansprüchen ihr Ende erreicht. Eine ausgedehnte Aussprache, in der Der Vortragende auf die Fragen der Kriegsbeschädigten bereitwilligst Auskunft gab, schloß sich an. Mit einem Dankeswort des Dezirksvorfitzenden, Lehrer Roth, Grünberg, an den Vortragenden für seine lehrreichen Ausführungen schloß die Versammlung. is. Steinbach, 16. San. Ein gut gekleideter junger Mann kam Dienstagabend als Gast in eine hiesige Wirtschaft. Rach dem Verlassen des Lokals wurde festgestellt, daß er nicht nach der Straße zu hinausgegangen war. Da die Sache dem Wirt und Den anderen Gästen verdächtig „Sch glaube, daß Fräulein von Rechtens Worte zuwellen im Widerspruch mit ihren Handlungen stehen!" bemerkte Der Rechtsanwalt trocken. Als er aber sah, wieviel Bekümmernis und Enttäuschung in den großen, braunen Augen geschrieben stand, Die nur flüchtig zu ihm aufblickten. Da wuchs seine Sympathie für Den kleinen, treuen Anwalt Der Liebenden um ein Beträchtliches, und in herzlichem Mitgefühl suchte er seine Worte von vorhin zu mildem. „Blicken Sie nicht so traurig Drein, Fräulein Horter! Oft geht eine Versuchung denn doch über Die menschlichen Kräfte. Kommen Sie, lassen Sie uns einmal von etwas anderem sprechen als immer nur von jenen beiden. Sch verspreche Shnen, sie auch mit keiner Silbe mehr zu er- wähnen. Wollen Sie mit mir gehen?" • • • Fünf Minuten später, als die ganze Gesellschaft den Pachthof verlassen und sich gruppenweise in den anstoßenden Wald begeben hatte, trat Marie Heiß, die Pächterfrau, an den Fuß Der stellen, leiterartigen Treppe, die zu Den DoDenrämnen führte, und rief mit lauter Stimme hinauf: „Herr Scharf, wenn es Shnen beliebt, können Sie jetzt herunter kommen; das Haus ist leer!“ Herr Scharf hatte seit einigen Tagen das kleine, gerade unbenütjte Giebelstübchen der Familie Heiß auf unbestimmte Zeit'gemietet. „Armer Mann!" sagte Frau Heiß jetzt zu dem Diener Sohann, der beschäftigt war, Weinflaschen und Gläser wieder in die Körbe zu packen. „Er ist krank und dabei so scheu, daß er förmlich Angst hat, jemand ins Gesicht zu sehen." Der Fremde kam jetzt langsam, mit unsicheren Schritten die schmale Treppe herunter. Er war groß, mager und äußerst ärmlich angezogen —- so bot er das Bild eines gänzlich heruntergekommenen Menschen. Sm Vorbeigehen warf er einen scheuen, mißtrauischen Blick auf den wohlbeleibten, glattrasierten Diener, der neben Frau Heiß herumhantierte. „Ein seltsamer Mieter, den Sie da haben, Frau Heiß!" bemerkte Sohann, als Der Fremde aufter Hörweite war. „Sieht ja fast wie ein Zuchthäusler aus." -Wie unbarmherzig von Shnen!" rief Frau Heiß mit einem unwilligen Blick auf Den wohlgenährten Sprecher. „Einen ruhigeren und bescheideneren Mieter habe ich noch nie gehabt. Sr macht mir keine llngelegenheiten." „Hat er Denn Die Miete schon bezahlt, Frau Heiß?" fragte Sohann. „Olein, natürlich noch nicht! Er ist ja auch noch keine Woche im Hause, und Heiß ist nicht der Mann, einen Mieter in den ersten Tagen zu mahnen. Pfui, wer wird so mißtrauisch fein, So« bann!“ Kopfschüttelnd wandte sie ihm Den Rücken und ging an ihre Arbeit. (Fortsetzung folgt) S 5 eine' ra t^nen sM. w’ Ww zeichne! suchet fafl- A sige $ Ausl 'S ftnfd bentn zeiM, fine erl »en an" fünften victschc schasten Konsul l.Satt deS D '2 Leber gesells« furter bat ö Mr S Düngen MW * L furt (9126C getobt Mm ohne Geschc doch t Fr cher- schw den geeint Ges. etwas anbei, lanbe höt\e aber terial an 1 Cchto Ware Gesst Proz, ein ‘ brüdt -ent, 4,5 q von ( einigt Kurse tiger. 3 Pn 1 Pt 3 Pn zent Merck, rege ! ebenso! Sm S allcht Späte vvrge 4£°> Ctri D S* «5 6’- V.» . linip toll «L 8t •HMI oft; «Utio1 MrtM 8 4 Ute XIII 7% 8-- l'lqu 8%k Be$fm 8%$r. Am 'M vorkam, wurden der Hof. 6le Ställe. Scheuer unft Heuboden abgesucht, ober ohne Erfolg. Bei einer gründlichen Durchsuchung des Hauses fand man den verdächtigen Tast auf dem Speicher in einem alten Kleiderschrank sitzend vor. Jedenfalls hatte er die Absicht, nachts einen Diebstahl auszuführen. In einem mitgeführten Palet hatte er einige frische Würste, die er. wie sich heraus- gestellt hat, am gleichen Lage einem Metzger in Lich gestohlen hatte. Der saubere Gast wurde für die Nacht in festen Gewahrsam genommen und am anderen Tag durch die Gendarmerie abgeführt. • Leihgestern, 15. Jan. Am Samstag hielt der Turnverein „Frisch auf in seinem Vereinslokale „Zum Löwen" sein dies- jähriges Wintervergnügen ob, das sehr gut besucht war. Aach einem flotten Eröffnungsmarsch begrüßte der erste Vorsitzende die Gäste und Turnfreunde. Ein von den Darstellern ausgezeichnet gespielter Vierakter unterhielt die De- sucher bestens und fand mit Recht lebhaften Verfall. Tanz beendete den schön organisierten Abend. Kreis Friedberg. WSA Bad-Nauheim. 16. Jan. Das hiesige Konihky-Stift wird einen bedeutenden Ausbau erfahren. Die Stadtverwaltung hat ein Projekt ausgearbeitet, bas eine Vaufumme ' von über eine Million Mark erfordert. Versicherungsanstalten stellen etwa 800 000 Mark zu 6 v. H. zur Verfügung. Der Rest ist bereits in einem Fonds angesammelt. Die Stadtverordnetenversammlung dürfte in Kürze sich abschließend mit der Angelegenheit befassen. Kreis Schotten. T Glashütten, 14. Jan. Der vor einem Jahr neugegründete Kriegerverein hielt am Samstagabend in der Gastwirtschaft Reine- mer seine Generalversammlung ab. Der Verein hat sich dank der Rührigkeit des Präsidenten, Pflastermeister Ludwig Ott, im ersten Jahr seines Bestehens gut entwickelt, die Mitgliederzahl hat sich verdoppelt. Als zweiter Präsident wurde Werkmeister Otto Hornung gewählt. Es wurde beschlossen, im Lause des Winters ein Konzert zu veranstalten, dessen Reinertrag für die Errichtung eines Gefallenendenkmals Verwendung finden soll, neben anderen freiwilligen Geldspenden für diesen schonen Zweck. — Bei der Düdinger Geflügelausstellung am vorigen Sonntag wurden von hier folgende Züchter ausgezeichnet: Lehrer Lehmer für ein Paar rebhuhnfarbige Italiener mit „sehr gut", Schreinermeister Fischer und Gastwirt Reine- m e r für weihe Leghorn mit „gut". Wirtschaft bis 1 Prozent unter Anfang nachgeben muhten. Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld auf 7 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1855, gegen Pfund 20.367, gegen Paris 123,92. London gegen Kabel 4 8690, gegen Mailand 93,03, gegen Madrid 36 55, gegen Schweiz mit 25,1850 schwach, gegen • Günstige Entwicklung der Genossenschaften im Jahre 1929. Die verschiedenen Gruppen der deutschen Genossenschaften zeigen mit Beginn des Jahres 1930 zum Teil eine erfreuliche Bestandsentwicklung. Cs bestanden am 1. Januar 1930 22 282 Kreditgenossenschaften (städtische und ländliche), 18 879 rein landwirtschaftliche Genossenschaften, 4127 Baugenossenschaften, 1795 Handwerkergenossenschaften, 1737 Konsumgenossenschaften usw. Insgesamt sind am 1. Januar 1930 52 858 Genossenschaften innerhalb des Deutschen Reichs festgestellt worden. • BärL Wetterhahn, Dietzen. Infolge Lleboreinkommens mit den Firmen Grotzhandels- gesellschaft Strautz & Co., Gietzen, sowie Frankfurter Getreidehandel QI.-®., Frankfurt a. M., hat die seit 30 Jahren bestehende Firma Bär & Wetterhahn, Getreide-, Futter- und Düngemittel-Großhandlung, tn Gießen ihren Geschäftsbetrieb wieder ausgenommen. * Liga Gummiwerke QI.-®., Frankfurt a. M. Die G.-V. beschloß, den nach 89 857 (91 260) Mk. Abschreibungen sich ergebenden Reingewinn von 4581 (2592) Mk. vorzutragen. Das Aktienkapital von 60 000 Mk. bleibt also wieder ohne Dividende. Aach dem Bericht konnten im Geschäftsjahr 1928/29 die Umsätze erhöht werden, doch waren die Preise unbefriedigend. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 17. Jan. Tendenz: schwacher. — Die heutige Börse eröffnete wieder in schwächerer Haltung. Bei der auffallenden Zurückhaltung der Spekulation und dem geringer gewordenen Ordereingang büßte das Geschäft erheblich an Umfang ein. Der etwas angespantere Geldmarkt und der unverändert belassene Diskontsatz der Dank von England enttäuschten. Gegenüber der gestrigen Abend- börse traten zumeist Abschwächungen ein, die aber nicht über 2,5 Prozent hinausgingen. Material wurde nicht dringend angeboten, und die an den Markt kommende Ware wurde ohne Schwierigkeiten ausgenommen. Am Clektromarkt waren Licht & Kraft, Elektrische Lieferungen, Gesfürel, Schlickert & Siemens von 2 bis 2,5 Prozent schwächer. Chadeaktien büßten 3,50 Mark ein. AEG. lagen knapp behauptet. Stärker gedrückt lagen Deutsche Linoleum minus 4,5 Pro- Kent, und am Dankenmarkt Reichsbank mit minus 4 5 Prozent. Die übrigen Dankwerte verloren von 0,5 bis 2 Prozent, während für Reichsbank einiges Interesse bestand, bei leicht anziehenden Kursen. Montanwerke waren bis 2 Prozent niet)- riger. Am Kunstseidemarkt verloren Demberg 3 Prozent, Aku 1 Prozent. Schiffahrtspapiere bis 1 Prozent, 01.-G. für Verkehrswesen lagen bis 3 Prozent schwächer. Zellstoffaktien bis 3,5 Prozent niedriger. Renten still. Aur für 5proz. Mexikaner bestand mit plus 1,5 Prozent weiter rege Nachfrage. Jrrigationsmexikaner konnten ebenfalls anziehen. Deutsche Anleihen schwächer. Im Verlaufe traten kleine Besserungen em, veranlaßt durch den günstigen Reichsbankausweis. Später wurden aber wieder erneute Abgaben vorgenommen, so daß die Kurse im allgemeinen Holland 12,1040. Berliner Börse. Dcrlin, 17. Jan. Schon im heutigen Vormittagsverkehr fiel eine gewisseUnsicher- heit auf, die dazu führte, daß keinerlei Kurstaxen zu hören waren. An der Dorbörse schien es schon recht widerstandsfähig werden zu wollen, doch trafen dann im Verlause Derkaufslimite des Publikums ein, welche die Spekulation zu größter Zurückhaltung ermahnten. Die osfizielle Eröffnung lag dann für Spezialwerte ausgesprochen schwach. Cs sollen an den Hauptmärkten stärkere Abgaben stattgefunden haben. Vor allem waren wohl innerpolitische Deobachtungen für die Stimmung von ausschlaggebender Bedeutung. Das Fehlen von Auslandorders lieh das K u r s n i v e a u stärker abgleiten. Während die Rückgänge im allgemeinen 1 bis 3 Proz. betrugen, gingen sie bei Werten wie Demberg (minus 10 Proz.), Polyphon (minus 9 Proz.), Reichsbank (minus 5,5 Proz.), Schubert & Salzer (minus 5 Proz.), Berger (minus 3,75 Proz.), Aschaffenburger Zellstoff (minus 5 Proz.), Stollberger Zink (minus 3,75 Proz.), Gesfürel (minus 4,5 Proz.), Bergmann (minus 4 Proz.) und Chadeaktien (minus 4 Mark) darüber hinaus. Durch Festigkeit fielen Svenska mit plus 3,50 Mark auf, während Schiffahrtswerte der Tendenz entsprechend stärker gedrückt lagen. Der Reichsbankausweis per 15. Januar vermochte gleich nach Dekannt- werden eine Erholung auszulösen. Die Entlastung beträgt 483,3 Millionen; im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 406 Millionen, an Reichsbankschahwechseln um 423 Millionen abgenommen, während Lombards und Noten eine unwesentliche Zunahme zu verzeichnen haben. Die Desserungen hielten sich allgemein im Rahmen von 1 Proz. Lediglich Salzdetfurth und Demberg gewannen vorübergehend bis 3 Proz. Dald jedoch trat auf neue Abgaben wieder ein Rückgang der Kurse ein, die größtenteils bis unter das Anfangsniveau nachgaben. Deutsche Anleihen leicht nachgebend. Am Geldmarkt war Tagesgeld bei einem Sah *on 6 bis 8 Proz. und Monatsgeld bei einem Sah von 7,5 bis 9 Proz. leicht versteift. B. .littet Produktenbörse. Berlin, 16. Jan. Auf Grund des weiterhin unbefriedigenden Mehlgeschäftes hält sich die Unternehmungslust an der Produktenbör c nach wie vor in engen Grenzen, zumal vom Weltmärkte keine Anregungen geboten werden. Infolge der Zurückhaltung der Mühlen genügt schon das an sich mäßige Jnlandangebot von Brotgetreide, um einen weiteren Druck auf das Preisniveau auszuüben. Weizen war zwar angesichts der Zollerhöhung besser gehalten als Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 247. Don Dr. H. d. Gottschall. Schwarz. ab cdefgh abedefgh Weiß. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 5 Steine Kh7; Db3; Le4; Sf7; Bg7. Schwarz: 2 Steine Kf6; Be6. Eine sehr hübsche Aufgabe. Partie Nr. 173. Die nachfolgende amüsante Partie wurde Lösung des Problems Ar. 243. Don 3. M. Meyer. 1. Df 1 -cld4 - d3 2. Del - c4+!, Kd5xc4 3 Lg6- f7 matt 1.....Sb8-d7 2. Dclxc6+!, Kd5xe6 3. Lg6 - e4 matt 1.... , Kd5 - e6 oder beliebig 2. Del - c5 (+) nebst 3. Dc5-d6 matt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. P. A., der Anatom. Der bekannte Dichter Peter Altenberg, dem so manche Anekdote nacherzählt wird und der in jeder Beziehung ein Original war, ging eines Tages in Wien spazieren. Auf dem Ring begegnete ihm ein bekannter Arzt. Erstaunt blieb dieser stehen und sah Altenberg an. Der Dichter hatte nämlich gerade aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen den Fuß etwas nachgezogen. „Servus, Herr Qlltenberg!" grüßte der Arzt. „Nun, was fehlt Ihnen beim? Sie hinken ja! Peter Altenberg verzog das Gesicht und sah den Arzt an. „Ich hab' Schmerzen im Unterfuhr gab er brummend zur Antwort. Erstaunt schüttelte der Arzt den Kopf. „Unter* fuß? — Wo ist denn daS?" Altenberg zuckte die Achseln: „Din ich ent Anatom?" llnb schritt weiter. 3n der Schule. Lehrern „Was hast du da?" Schüler: „Nichts!" Lehrer: „Leg es weg!" Gewissensbisse auf Abzahlung. Herrn Schulze ist neulich im Autobus die Brieftasche gellaut worden. llnb gestern bekam er einen Brief: Ser geerter Herr! Ich habe ire Drihfiasche mit 120 Mark geftolen aber die Reuhe quählt mich, deshalb sendte ich ihnen anbei 10 ML zurrük, wenn sie mich wider quählt sendte ich noch mehr. Besten grus ir ergebener X. Y. Goldrausch. In der Berlih-School erscheint ein junger Mann. Er will Englisch lernen, da er nach Kanada auswandern will. „Wann wollen Sie reisen?" fragt die Lehrerin. „In vierzehn Tagen." „Dis dahin können Sie aber nicht allzuviel lernen." . ,r , „Ist auch nicht nötig. Wenn Sie nur bloß die hauptsächlichsten Redensarten beibringen, die man drüben in der ersten Zeit braucht. So Aum Beispiel: .Laß den Goldllumpen liegen, den habe ich zuerst gesehen*!" (Lust. Dl.) Roggen, jedoch waren gestrige Preise auch nicht immer durchzuholen. Für Roggen lauteten die Gebote etwa zwei Mark niedriger. Am Lieferungsmarkt setzte Weizen in beiden Sichten anderthalb Mark schwächer ein, Märzroggen verlor zweieinhalb Mark. Dei sehr geringem Geschäft waren die Mühlenforderungen für Weizenmehl bis 25 Pfennig, für Roggen bis um 50 Pf. pro Sack ermäßigt. Hafer und Gerste liegen bei reichlichem Angebot weiter matt, namentlich geringe Sorten sind fast unverkäuflich. Es wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 245 bis 248 (etwas schwächer), März 264,50 bis 266 bis 265,50, Mai 276 bis 277; Roggen, märkischer, 156 bis 157 (matter), März 175,50 bis 176,50, Mai 187 bis 181,50; Braugerste 180 bis 195 (ruhig); Futtergerste 162 bis 170 (ruhig); Hafer, märkischer, 135 bis 143 (matt), März 150 bis 150,50 (Geld), Mai 158,50 (Geld); Mais, La Plata, loko Berlin 172; Mai, Mix., toaggonfrei ab Hamburg 155 (still); (100 Kilo): Weizenmehl 29,75 bis 35,25 (matter); Roggenmehl 21,75 bis 25,25 (matter); Weizenkleie 10,25 bis 10,75 (stetig); Roggenkleie 8,75 bis 9,25 (matter); Dik- toriaerbsen 25 bis 34; kleine Erbsen 23 bis 26; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohnen 18,50 bis 20; Wicken 22 biS 25; Lupinen, blau 14 bis 15; Lupinen, gelb 17 bis 18; Serradelle 26 bis 31; Rapskuchen 17,40 bis 17,90; Leinkuchen 22,40 bis 22,80; Trockenschnihel 8 bis 8,20; Sojaschrot 15,10 bis 15,30; (50 Kilo): Kartoffeln, weiße 1,90 bis 220; rote 2,10 bis 2,50; gelbe 2,70 bis 3,10; Kartoffelflocken 14 bis 14,50.___ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v.H., Lombardzinsfutz 7.5 v.ch. Frankfurt a M Berlin ,'ranlfurt a '"1 Berlin -sdjiuü-l fiurt 1 i-Ubi fhir Schluv 1 firure > An,ang. flute ^chmh-i Kure | i-Uti' ftur Tchtuh 1 Änsang. Kur. Darum 16. 1 17 1 16 I 17. 1 Daium 16 1. 17. 1 16. 1. 17 1 6n„ Leu |d)e jieid)»ar 613 1934 . 7% Franks. Hvp.-Bank Loldpsc unkündbar bi» 1932 ..... 4>4% Rbcinische Hqv-Bank Viqu. Soldvle........ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalr Pfandbriefe 9L 17..... 8% Pr. LanbeMandbriesanstalt, Komm.-Obi. R. 16..... 7% Pr. Landcepsandbriefanvalt, Pfandbriefe R. 10 . - - . A.12.S. vba- Lorkclegr-Obltgatton. rückzahlbar 1932 ...... 4% Oesierreichiscke Solbrie.. . 4,20% Ceficn. Silberrf . 4% Oekierretchische Einheitliche 4% Ungarische Goldrte.. 4% Ungarische EiaarSr. ö. 1910 4V,% von 1913 . . - 4% Ungarische Ikroncnrte.. . . 4% Türk. Hollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie l.......... 4% de»gl. Serie I I. 6% Rumänische vereinh. {Rente von 1903 . . - - 4V*% Rumänische vereinh. Rente von 1913 ....... C% Rumänisch« vereinh. Dient» . 87.5 96,7 51,9 8,2 885 48 48.75 96,5 82 81,75 97 94,5 88,5 90,25 26,25 3.25 23,4 2.15 -.975 7.9 7.9 10,4 15.65 8,4 | | vo.<” | I | | I | | I | | |l | ^7 | | | | || 1 |l 87,5 96,6 51.8 8.13 48,75 97 94 88 3,25 £? 2.15 7.95 8,1 8 10.4 15.75 8.2 II 1 £ 1 «518^1 II 1 1 1 1 1 1 । । । । । । Hamdurg.Amerika Pake, Hamb.-SOdam. Dampsich - <• Hansa Damrsschiss.....1(1 Norddeutscher Lloyd.....t Allg. Deutsche ÜrevitanR- • • 1‘ Barmer Bankverein . . . . >' Berliner Handeiegeielisch. . - 1- Eommerz- und Prroat-Bank. i' Darmst. u. Notivnalbank . - 1 Teutiche Bank...... Dieconto-Gesellschast, Unt . 1’ Drc«dncr Bant......11 Reichlbant......1 A.E.«........ Bergmann ... Elektr. Lleserungrgelelllchast 1' Lickt und «rast.....J' Felten » Guilleaume. ... IV, Ges. I. Elektr. Untern..... 10 Hamb. Elektr .Werke .... 1 Rhein. Elektr.........*J Schlei. ®etn.......1° Siemen« 4 Hauke.....1« Dranoradio.........8 Lahmeger 4 6o.......1° .................8 Deutsche Erd 61 ....... 6 Essener Steinkohle......>■ Gelsenkirchener ...••••« Harpener.......... Hvcsch Bien........6Yi Ilie Bergbau ....... 10 Rlöditcrroerte........' Kdin-Reueiien < Mannesmann-Mvhren .... 7 Mansselber Bergbau.....' cberich'ei. Euenaeoark . . . • Obcrschlei. KokSwerke....." Pbonir Bergbau......6V, Rhe^niich? Braunkohlen... 10 Rheinslahi.........8 Riebet! Montan......7,2 105^5 105,65 122 158.75 239.5 152 152 151 296 172 165.5 125 167.5 - 190,5 307 171 70,5 107 140,5 144,5 106 110 105 252,5 117,5 104^6 122.25 158,4 240.23 151.3 151.4 150.5 291,5 171 165,5 163.5 164 ■ 188.6 304.5 68-5 140,13 104,75 — 104 116 106,5 176 155.13 108.25 123.5 125.5 189 158,73 240.13 152.25 152.25 151 297,5 172 65 212 168 166 125.5 167,5 13b 145,5 157,5 191,9 306 127.25 172.25 70.5 108 139.5 141.5 143 5 119 233 106 65 116.: 108.75 110,5 76 104.5 105.25 255 117,75 104,13 174 105 123.5 123 188.25 158.4 240.75 151.5 151.5 150 5 292 170,75 208 167 163 123 163 133.5 143 157.5 189,25 305 125,5 170 68.25 106 137.5 140 141 117 237 105.5 114,5 108.5 109.75 75.75 101.25 103.9 254 115,75 Frankfurt a M Berkin Banknoten. -chtuh-i Rn re ! • ■ Ubi Rur Schluß Rurc Anfang- Kurs Berlin, 16. Januar «eld Bries Amerikanische Noten . . 4.169 4,189 Belgische Noten. ... 36,UO 58,32 Datum 16. 1 17 1. 16 1. 17. L Dänische Noten..... 11,63 112,07 20,35 20,43 Bereinigte Etahlw . . . 106 104.1 105 75 104.25 utanAoliidif Noten ...... 16,44 16,50 Ctooi Minen . . 16'/, 57,25 57 Holländische Noten . . . < e e • 167,88 168,56 RaJ werke Sicherrieben . . . 1> 203-75 202 205 201 9 Htalienische Noten.... 21,88 21,96 Rai werke Westeregeln . . . lu 208.25 203 209.5 207 Norwegische Noten . . . 111,53 111,97 Rahmet e SaUdetturlh ... 15 341,5 339 341.25 339 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,68 58,92 Rumänische Noten . . . 2,475 2,495 I. ® flarben.Industrie ... 12 182,4 180,25 182 180 Schwedische Noten . . . 111,98 112,42 Dynamit Nobä.......6 — — 87 Schweijer Noten ...» 81,08 81,40 Echeideanslalt........ 9 — — — — Svanische Noten .... 55.49 55,71 Goldschmidt ........ 5 69.5 — 69.5 67,5 Dlchechoilowakiiche Noten. . e ■ e 12,33 12,39 Rütgetrwertr........6 77.75 76,5 77 75 Ungarische Noten . . 72,95 73.25 MetaUgeiellichakt.......8 PhilWV 0°i'mann.....7 117 99 115.5 118 99.5 116 98,5 Deoifenmartl Berlin — Frankfurt a. ÜL Lernen werk Heidelberg ... 10 120,5 120 — 16 Januar 17 Uanuai Zementwerk Rarlstadt ... 10 öaoB 4 tVreO aa .... 8 85,5 87,75 — «miltche Notierung Geld Brte! Amtliche Geld Kotierung Vries Schultheis Patzenhofer ... 15 — — 279 276 210,£ «Mlt.-Noit. 168,11 168.45 168,05 168,35 Lkiwerke.........12 — — 213 5 Buen.-Atretz 1 661 1.665 1,665 1.669 Ber. Glanzstoff......18 — — — Brft.-Antw- 58,24 58,36 58.245 58.365 Bemberg........." 171 168 175 165 Chriktiania. 111.77 111,99 111.76 111,98 fleliflofi Waldhos .... 1814 Zellltosi «Ichassenbura . . . J2 Ebarioltenburger Wasser ... 8 201 197.5 202 198.5 .flotwnbaqen 111.90 112,12 111,87 112.09 151 147,75 153 102.25 148 101 etotfbolm ■ Helsingiors. 112.28 10.506 112.50 10.526 112,22 10.505 112.44 10,525 Deitauer Gas........9 — — 168.5 166.5 Italien. . . 21,88 21.92 21,88 21,92 Daimler Motoren ...... U — 40.75 41,9 40.5 London. . . 20,359 20,399 20,353 20,393 Deutsche Linoleum..... 253 249 252.5 248.5 yienöott .. 4,1820 4,1900 4,1810 4,1890 — 47 45,75 Paris... 16,43 16,47 16,42 16.46 tibutnrrte ftl Q .......V — — — — Stbwei, . . 80.39 81,05 80,82 80,98 uuow. Iloew ..... 10 — — — — Svauicn . 55,69 55,81 55.84 55,96 Rat Automobil.......o — — 22 21 yavan . . . -Hto bt si^an 2.0,8 2,062 2.053 2,057 Orenslein 4 ftoppd.....6 — 77 75.75 0-458 0,460 0,470 0,472 l'eonbard Dietz......1< — 168.5 166.5 Wien in 2).- 58,95 SvenSko ■..•••••• 350 — 347.5 351 CtiL adgeft 58.83 58,95 58,83 Prag . . . Belzrad . 12.368 12,388 12.37 12.39 YranN, MMchinen...... 51 50 52 —- 7,384 7,398 7,383 7,397 Änyner...... . . . < 55,75 — 52 — DudaveN. 73,15 73.29 73,13 73.27 Heyliaenslaedt .......o nungoan«.......... 9.5 — — —w Bulgarien 3.027 3,031 3,029 3,035 48 46 47,5 — Lissabon 13.79 18.83 18.785 18.825 Leck werke- - 108 — Danüg. . .RonfLmtüi. 81.32 81.48 81,32 81.48 Maintrastwerke hüchh a. M- . —- — — 1.977 1,981 1.980 1.984 Mlag. . . .....IC 132 — 130 129 Athen. . 5.435 5,445 5.435 5,445 Gedr. Roeder.......IC 111 — — —— Lanada 4.136 4.144 4,131 4.139 Boigt 4 Haefsn« 219 — 220 — Um oap 3.856 3.864 3,856 3.864 £066. ßuda ....... IC 154,5 154,5 156,75 — Cairo . . 20,88 20,92 20,875 20,915 Kirche und Schule. — Bad-Nauheim, 15. San. Der Sah - resberichtderevangelischenKi rchen- gemeinde für 1 929 Meist gegenüber 1928 eine Zunahme des Kirchenbesuchs auf, der durchschnittlich die Woche 889 Erwachsene und 168 Kinder betrug. Auch der Abendmahlbesuch ist mit insgesamt 1531 Personen stärker, als im Borjahr gewesen. Getauft wurden 88 Kinder (10 aus Mischehen, 9 uneheliche) gegen 85 im Borjahre. Kirchlich beerdigt wurden 63 Personen gegen 58 im Dorjahre. Konfirmiert wurden 89 Kinder (93 in 1928). Getraut wurden 58 Paare. Heber- getreten von der römischen Kirche zur evangelischen Kirche sind 17 Personen: ihren Austritt erklärten 12 Personen. 4- Sellnrod, 15. San. Sn unserem Kirchspiel (Sellnrod, Schmitten, Altenhain) wurde:, im Jahre 1929 14 Kinder getauft, darunter 5 aus Altenhain. Konfirmiert wurden 21 Kinder, 9 Knaben und 12 Mädchen, darunter 6 Knaben" und 5 Mädchen aus Altenhain. Getraut wurden 9 Paare, darunter 4 aus Altenhain, und beerdigt wurden 9 Personen, darunter 2 in Altenhain. Der Gottesdienst wurde besucht in Sellnrod von 6023 Erwachsenen und 1905 Kindern, das ist im Durchschnitt pro Gottesdienst 100 Erwachsene und 31 Kinder bei einer Seelenzahl von 626 Evangelischen (Sellnrod und Schmitten). Sn Altenhain wurde der Gottesdienst von 1623 Erwachsenen und 495 Kindern besucht, das ist im Durchschnitt pro Gottesdienst 56 Erwachsene und 17 Kinder bei einer Seelenzahl von 295 Evangelischen. Am heiligen Abendmahl nahmen in Sellnrod 748 Personen und in Altenhain 323 Personen teil. Die Christenlehre wurde von 243 (Jugendlichen besucht. An Gaben gingen insgesamt im ganzen Kirchspiel 916,84 Mk. ein; das ist auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung des Kirchspiels: 0,99 Mk. Infolge des Theologenmangels ist unsere Pfarrstelle noch immer unbesetzt und wird von den Aachbargeistlichen mitversehen. Daten für Lamstag. 18. Januar. 1927: der Physiker Otto Wiener in Leipzig gestorben (geboren 1853). Im ersten Jahrzehnt nur W 29/30 NIVEA KINDERSEIFE Sie ist nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut des Kindes hergestellL Ihr seidenweiche! Schaum dringt schonend in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde Hautatmung. 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Auf Grund des § 30 der Verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr vom 16. März 1928 in Verbindung mit § 3 der Ausführungsverordnung betr. den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 24. März' 1910 sowie des Art. 129b der Städteordnung vom 8. Juli 1911, des Art. 3 des Gesetzes über die Ortspolizei vom 14. Juli 1921 und der Reichsverordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 wird nach Anhörung der Stadtratssitzung mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 28. November 1929 zu Nr. M. d. I. 46 649 in Ergänzung der Allgemeinen Verkehrsordnung vom 21. Oktober 1927 folgende Polizeiverordnung über die Verkehrsregelung in der Stadt Gießen erlassen: § 1- Innerhalb der geschlossenen Ortsteile der Stadt Gießen dürfen Kraftfahrzeuge, die nicht mit Luftbereifung versehen sind, eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km in der Stunde nicht überschreiten. 8 2. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden, soweit nicht nach anderen Bestimmungen höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 RM. und im Uneinbringlichkeitsfalle mit Haft bestraft. 8 3. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt in Kraft. Gießen, den 3. Januar 1930. Kreisamt Gießen. I.V.: Schmidt. Holzversteigerung. Dienstag, den 21. Januar 1930, vormittags 10 Uhr, soll aus dem Distrikt Hang nachstehendes Holz versteigert werden: 7 Fichtenstämme = 1,31 km, 17 Eichenderbstangen = 0,78 km, 25 Fichtenderbstangen = 1,62 km, 17 rm Eichennutzscheit, 1,4 rm Eichennutzknüppel, 2 rm Buchenscheit, 100 rm Eichenscheit, 5 Kiefernscheit, 40 rm Eichenknüppel, 3100 Wellen und 15 rm Stöcke. 468D Leihgestern am 15. Januar 1930. Bürgermeisterei. MMW-MslklMW. Samstag, den 18. l. 2H., werden im Staufenberger Gemeindewald nachstehend verzeichnete Stangen versteigert: 459V Fichte-Dst. 1. Kl. 180 Stück ,, 2. „ 257 „ „ 3. „ 185 „ Fichte-Rst. 35 „ Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am allen Pflanzgarten. Staufenberg, den 15. Januar 1930. Hessische Bürgermeisterei. -N e y e r. Brennhotzversteigerung des Graf zu Solms-Laubach'fchen Forstamts Laubach. Dienstag, den 21. d. 7N.. 10% Uhr, in der Turnhalle zu Freienscen, aus den verschiedenen Abteilungen der Distrikte Peters» wald, Baumkircherwald, Schömberg, Win- tersberg, Frsr.-Thomasbiegel, Mushau, Dickerbuch und Wenzelskopf der Försterei 'Oberseen. — rm Scheiter: 686 Buche I und II, 30 Esche, 12 Eiche, 10 Ahorn und Kirschbaum, 20 Fichte II, Knüppel: 285 Buche I und II, 8 Esche, 30 Eiche, 7 Kirschbaum, 2 Weide, 14 Fichte II; Stöcke: 220 Buche, 6 Esche, 3 Eiche: Reiserknüppel: 440 Buche (13 Stammrsrk.), 12 Eiche und Esche. 434V Scheiter und Knüppel I. Kl. kommen nur aus Peterswald la, 1b und Baumkircherwald la zum Ausgebot. Nutzholz: 2,4 rm Eichenpfosten, 2 m lang, aus Peterswald 5e. Kohlreiser und Lesholz flächenweise. Auskunft erteilen Förster Schreiner, Altenhain, und Forftgehilfe Flick, Freienseen. Anläßlich meines 25jährigen Geschäfts-Jubiläums veranstalte ich ab Samstag, den 18 Januar, bis zum Dienstag, den 4. Februar 1930, einen großen Jubiläums- Sonderverkauf In Anbetracht der schweren Wirtschaftslage habe ich mich entschlossen, etwas Außergewöhnliches zu bieten. Es ist daher eine Einkaufsgelegenheit gegeben, die sich kaum wiederholen dürfte / Ich bitte um Besichtigung meiner reichhaltigen Läger Karl Zwang Neustadt 49 63A nvenlur-Ausverkaui Letztes Angebot! 4A Seltersweg 31 GIESSEN Bahnhofstrabe 14 Scfalufa unseres Inventur - Ausverkaufs Samstag, den 18. Januar Ein Posten Sportwesten *395 kräftige Qualität jedes Stück... Mk. Qinp bei°nbers Qud) kränkliche, «UV zurückgebliebene und olche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL £■£ mengen. 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Januar 1930, 9% Uhr beginnend, aus den Abteilungen 15, 16, 17 und 19 des Fernewaldes, Försterei Hochwart: 81,40 rm Buchen-, Eichen-, Kiefern-, Birken-, Erlen- und Fichtenscheiter I.Kl. 24,00 rm Kiefern- und Fichtenscheiter l.Kl. 96,00 rm Buchen-, Eichen- und Eschenknüppel 37,90 rm Kiefern- und Fichtenknüppel 4600 Wellen Buchen-, Eichen- und Eschenreisig 2400 Wellen Birken-, Kiefern- und Fichtenreisig 30,50 rm Eichenstöcke 1032 Stück Fichtenderb- und -reisstangen 3. bis 7. Kl. 1,30 rm Eichen-Gartenpfosten Zusammenkunft: Schnittpunkt Karl- schneise—Hauptschneise (bei Abteilung 17 des Fernewaldes). Gießen, den 16. Januar 1930. Der Oberbürgermeister. >. I. V.: Dr. Rosenberg. ' auf ks »5. ^ntange ÄieU: nbeseh^^'st un. 'verseh^ wird $■ Tanuar ,itna in < \'«enn t'Mtn IE -nie das raul be. !n Glaitt ein und dig und *e Haut 9 u. wo °uch Kränkliche [ebiiebene unö ° , I63D no fönen, el ooU echiez 1 9t. Fl. ■ Mk. 1.75 "in OriginQ||iQ[*en -Herstellen (Engel. ,ncn Apotheken. 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SÖE Lsr® L 8^e 8^9» c 2.» o CQ 2 Ü3“ 2E'C'e CT (3 ID e LZ e-s - o ® c 2 — 2 0.2 Cl. 1-.T" p _ e »- 5 e*e c -19 E2o a 2 — B II 55 ®S MML c 2« £ 2*^0 = 2 = E y c. E 8 es19 •E-2 =~ ■" o55 §» E ° €-0^-=- M E Z L 9-8 p o »F®le 219 A £ 2 o(9 £ E B E £ to 2 9 E 3 p. 19 CT TO •e = to c c — E S a to g M vC~ E E ■e 19 *= E K C L. O L = AZ s £ B o JD 3 C e o r-> in c S -S H - e o - iS= p CB -St' 8 c c K *3 m L E c c a & o B CT. 2*S H (9 19 Ci: Q CB cy CT .2 e cyAä9Z5?9-S>Ao a CT- 19 19 9 19^5 m c E 8 rn •e 3 a in e-, L) 2 E TO^ ZA 55^- '6‘S 9 ä E:= e9 to-E E O* 3^ a ct-E in c 2 55 E c?5 H g ,Z^ “E >3>=> 55 2 E s ■gs 2Q 3’2« c-Ee ^t9-2 *E'5‘ Z9 -E «R-o E E a» E 55 3 <3 r- 3 tö c 19 3 <5 w -.s w O o A cy-2 in E 2 3 = E S55 . 0 9 m 3 O 9 in in c ® 9 1 in •3 © 55 CE :c ML -E CT 9 s D O 9 2A o c'9 ^E2 E 8 «.ö »— o o p® in e E S-fB 8 55 o m •*“ .E m O CT- 8-’ eE" LS) in »-> §55 E-E §c? E-.1 »- TO lj> O 'S ' _ E.E — E in r- •E2 a P ZA 2.9 — E-S •2q« e-E*-- toQ 5 E=5°o /=>55 in 3 ' TO«O- EC?' C e E: 2 3 : •o 2 i^-.E 1AI CT 3N '5>E = 3 - O 37-0 o M E 2-3 “ «=H = CT-3 qH E 3 .3 c *E = TO g 2 g} A^-^K O O ß9- ks «* a k' S c 71» — --3 o , 5 TOÄ ä O 19 o. E TO E 3 | l^- EZ-9- munter mit geschwungener Peitsche Beschluß machten -in stakig aus je1 « 2 o-2)' o 9-E ^f9 m ■’S H ML EL 3EEE >- W 0-21 LMi = E^> 2" CG Ep-e Q 1O_ O iO inÄ Ect- 3EM ZF» 59 § A=-E EZZ - * lSDT5 . c o . CT 9 . «Ei- 2 e = 19 5 = = 3gO — O JO o — _o o 5 x> u. E M^»Z CT 2 O 2 u.55 §25 o —j E CT °’£ u. B 2 in 3 tOc = 2 CT- 3 c . -bCTZ 2 --- 3 (9 - CT- eGOct l- o z-x o fi 2 sA e E 2 '3 G 55 CT — 2Z- 9 c .c? m _ m 8 £7 2 2 8-b 2^=5 P 3--O ,. CT CT"“ 0 CT CTgO-.GE- 4 2 §G> ~ 2 “~E— o “c55-“ =9o ct E ZLZ^A^So m CT E 2 ct- o CT u. — — :c r ’S c?Ect .3 o ® 2? E —' o _2 — CT" 2 p. W o — CTZMi EiJ? E — m' 3 CT E !3 G E" 89 (9 8 « g(D -: CT E E i 5 — G ■3:6 9 S2 c c ZTLL 92-c — CT '58 M5 E 2 “ 6 - E^N§ 3 :3 . L L p£ 2 3 OXTQ'c E 6 E§2. 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