Nr. 242 Erstes Blatt ISO. Jahrgang Donnerstag, lb. Oktober 1950 drldjetnt lügUch,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen. Die 3Du|triert» vtehener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle monati'Beiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenmg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern Infolge höherer Gewalt, .fernfvrechanlchlüste onterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten anjeiaer »leben, posttcheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gieyener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vrühl'fche Untverfilätr-Vuch- und Stetnöruderet R. Lange in Sietzen. SchnfNeitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Bnjeigen für die lagesnummtr bi» zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re« Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfenmg. Platzvorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur. Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyrtot: für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in (Bieben Lobe wieder Neichsiagsprösident. 3« der Gtichwahl wird der Gozialdemokrat Lobe mit 269 Stimmen gegen 209 Stimmen für den Volksparteiler Nr. Scholz bei 27 Stimmenthaltungen zum Reichstagspräsidenten wiedergewahlt. Das Loch in der Rechnung. Don unterer Berliner Redaktion. Der Reichstag hat am Mittwoch ein peinliches Schauspiel erlebt. Die Art, wie die Wahl des Reichstagspräfidenten von allen Seiten politisiert wurde, entbehrt so sehr ieber menschlichen Vornehmheit, daß es schwer fällt, überhaupt noch an die innere Lebenskraft des Parlamentarismus zu glauben. Lobe ist schließlich im zweiten Wahlgang mit 269 Stimmen gegen 209 Stimmen für Dr. Scholz gewählt worden. Dte Mehrheit des Hauses hat der wiedergewählte bisherige Reichstags- Präsident damit gewiß nicht hinter sich. Es ist auch kein Zweifel, daß die Wiederwahl Lobes dem Ausfall der Wahl vom 14. September nicht Rechnung trägt. Denn die Tatsache ist nicht zu beftre'ten, daß der 14 September eine erhebliche Rechtsentwicklung zum Ausdruck gebracht hat. Da aber alles in allem der Reichstagspräsident doch im wesentlichen eine parlamentarischtechnische Figur ist, die also einen eigentlichen politischen Charakter nicht hat, ist die Tatsache dieses Wahlaussalls an sich politisch keineswegs tragisch zu nehmen. Im Gegenteil, wir sind überzeugt, daß es bis tief in die Reihen der Deutschnationalen hinein Parlamentarier von Format gibt, die Lobe f ü r den beften Reichstagspräsidenten halten und die sogar in diesem Reichstag der Extreme keinen andern auf dem Präsidentenstuhl zu sehen wünschten, selbst wenn sie bei Der Abstimmung ihren Stimmzettel nicht für Lobe abgegeben hatten. Diese Auffassung kam wohl auch in einer ritten lichen Geste des Abg. Scholz $um Ausdruck, die leider infolge des allgemeinen Aufruhrs, der sich nach der Bekanntgabe der Abstimmungsziffern erhob, verloren ging. Scholz begab sich zu seinem siegreichen Gegner und beglückwünschte ihn zu dem persönlichen Ersvlg, den Lobe davongetragen hat. Denn soviel ist sicher: die Wiederwahl Lobes bedeutet nicht etwa einen politischen Erfolg der Sozialdemokratie, sondern sie geht fast aus- fchließlich auf das Konto des persönlichen Ansehens, das Lobe sich durch seine Amtsführung erworben hat. Die Wiederwahl ist natürlich auch etwas dadurch mit Herberge- führt worden, daß im Zentrum rein ge- schäftsordnungsmähige Erwägungen für die Wiederwahl Lobes ausschlaggebend waren. Die Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei und der Christlich- sozialen hätten freilich allein nicht ausgereicht, um die immerhin ansehnliche Mehrheit für den wiedergewählten Reichstagspräsidenten zustande zu bringen. Man darf ohne weiteres annehmen. daß große Teile der Wirtschaftspartei und eine Reihe von Einzelpersönlichkeiten aus dem Lager der Rechten für Lobe gestimmt haben. Schon darin offenbart sich das Loch in der Rechnung, die die entschiedenen Befürworter der Kandidatur Scholz aufgemacht hatten, ©ehr viel peinlicher aber war doch noch die Tatsache, dah die Deutschnationalen es für zweckmäßig hielten, im ersten Wahlgang ihre Stimmen dem eigenen Kandidaten Graes-Thüringen zu geben. Sie brachen damit aus der Front aus, die eigentlich von der Bolkspartei bis hinüber zu den Rationalsozialisten hätte reichen sollen. Die Mehrheit, die Lobe bei der Präsidentenwahl gleich im ersten Wahlgang aus sich vereinigen konnte (die Stichwahl war trotzdem notwendig), ist also ein Beweis dafür, daß die politischen und parlamentarischen Verhältnisse für einen endgültigen Entscheidungskampf zwischen rechts und links noch nicht reif sind. Sitzungsbericht. Berlin, 15. Olt. (DDZ.) Tribünen und Sitzungssaal sind heute ebenso dicht beseht: Uwe in der ersten Sitzung. Der Regierungstisch ist unbesetzt, während die Reichsratsbevollmächtigten der Länder in großer Zahl erschienen sind. Alterspräsident Herold eröffnet Die Sitzung, auf deren Tagesordnung als erster Punkt die Wahl des Präsidenten, der Vizepräsidenten und der Schriftführer steht. Der Mters- präsident verliest die Paragraphen der Geschäftsordnung, die sich auf die Präsidentenwahl beziehen. Abg. Dittmann (Soz.) schlägt zur Wahl den bisherigen Reichstagspräsidenten Lobe vor. Abg. Rippe l (Ehr.-Soz. Bd.) verliest unter lärmendem Gelächter der Rechten folgende Erklärung: Wir Abgeordnete des Christlich-Sozialen Dolksdienstes sind mit einem großen Teil des Reichstages der Auffassung, dah das Ergebnis der Wahl vorn 14. September eine Verschiebung der Machtverhältnisse nach rechts bedeutet und daß diese Tatsache b c 1 der Zusammensetzung und dem K ur s der Regierung beachtet werden muß. Wir sind aber der Meinung, daß Zusammensetzung des Vorstandes und auch des Präsidiums des Reichstages durch die gegenwärtig noch gültige Geschä f t s orbnung nach tz 8 und 9 zu regeln sind. War bedauern, daß tnefe Zusammensetzung des Präsidiums, Die in vieljähriger Hebung nach ö e r © t a t [ e der Fraktionen getätigt worden ist. zu einer parteipolitischen Machtsrage gestempelt werden soll. Untere rein sachliche Einstellung gebietet uns daher, in dieser mehr gc- schäftsordnungsmäßigen denn politischen Frage uns an den Wortlaut und Sinn der Geschästs- orbnung zu halten. Auch wenn Oie weltanschauliche und politische Einstellung des zur Wahl Vorgeschlagenen von uns abgelehnt wird, folgen wir doch dem Gesetz der Gerechtigkeit und Billigkeit. Abg Dauch (D. Dp.) schlägt unter Hört!- Hörtl-Rusen der Sozialdemokraten den Abg. Dr. Scholz (D. Dp.) als Reichstagspräsidenten vor. Abg. Tor gl er (Kom.) erklärt, die Kommunisten würden als einzige Partei in diesem Doung-Reichstag den Kuhhandel der übrigen Parteien nicht mitmachcn. Sie würden auch nicht eine Loyalitätserklärung abgeben tote die Paul Lobe. Rationalsozialisten. Für diese Partei, die sich Arbeiterpartei nennt, sei es bezeichnend, daß sie Scholz, den Vertreter des Kapitals, zu ihrem Kandidaten mache. Wir schlagen den Abg. Pieck als Präsidenten vor. Abg. Dr. Frick (Rat.-Soz.) wird von den Kommunisten mit dem Rus empfangen: „Der Wertheim-Besieger I" Er erklärt, die Wahlen hätten deutlich den Sieg der antimar- xistischen Front ergeben und vor allem der Sozialdemokratie eine vernichtende Riederlage beigebracht. Die Rationalsozialisten würden für den Abg. Dr. Scholz stimmen; denn es würde dem bei den Wahlen bekundeten Volks- Willen ins Gesicht schlagen, wenn zum Reichstagspräsidenten der Marxist und Kriegsdienstverweigerer Lobe gewählt würde. — Die Sozialdemokraten. die den Redner dauernd durch lärmende Zuruse unterbrochen haben, rufen bei den letzten Worten: „Das wagt der Kriegsdrückeberger Frick zu fagcnl“ Die Wahl. Bei der Wahl wurden 556 Stimmen abgegeben. Davon fielen auf Lobe (So;.) 266, auf Dr. Schol; (D.Dp.) 179, auf Pieck (komm.) 68, auf (0 r a e f - Thüringen (Dn.) 41 Stimmen. Zwei Stimmen waren ungültig. Die absolute Mehrheit von 278 Stimmen ist danach von keinem der Kandidaten erreicht, und es muß Stichwahl zwischen den Abgeordneten Löbe und Dr. Schot; ftattfinben. In der Stichwahl wird Abg. Lobe (So;.) ;um Reichtags. Präsidenten w i e d e r g e w ä h 11 mit 269 Stimmen. Für den Abg. Dr. Schot; wurden 209 Stimmen abgegeben. 77 Stimmen waren ungültig. Das Abstimmungsergebnis wird von den Sozialdemokraten mit Händeklatschen, von den Ra- tionalsozialisten mit Pfuü-Rusen ausgenommen. 2lbg. Dr. Scholz geht auf den neugewahlten Präsidenten Löbe zu und gratuliert i h m. 2lls Präsident Löbe seinen Präsidentensih einnimmt, wiederholen die Sozialdemokraten ihre Beifallskundgebungen. Der nationalsozialistische Abg. Strasser ruft dem Präsidenten Löbe zu: Verzichten Sie auf Ihre Bezüge I" Als Präsident Löbe das Wort zu einer Ansprache nimmt, redet Qlbg Strasser weiter. In dem allgemeinen Lärm bleiben die ersten Sätze des Präsidenten unver- stündlich. Größere Ruhe tritt erst ein, als Präsident Löbe dem Alterspräsidenten Herold herzliche Dankesworte widmet. Als er dann an alle Parteien die Mahnung zu sachlicher Mitarbeit richtet ruft Abg. Dr. Goebbels (Rat.-Soz.): „Sparen Sie sich doch Ihre Lyrik!" Einige Rationalsozialisten pfeifen. Es folgt die Wahl des ersten Vizepräsidenten. Abg. Dr. Frick (Rat.-Soz.) schlägt den nationalsozialistischen Abg. Stohr vor. Abg. Dittmann (Soz.) erklärt unter dem Lärm der Kommunisten und Rationalsozialisten, seine Freuiide würden für Stöhr gestimmt haben, wenn die Rationalsozialisten bei der Präsidentenwahl auch die Fraktionsstärke berücksichtigt hätten. Da das nicht geschehen sei, würden die Sozialdemokraten auch nicht sür Stöhr stimmen. Der Redner schlägt den Zentrumsabgeordneten Esser als Vizepräsidenten vor. — Ein Rationalsozialist ruft „Ihr Gesinnungslumpen!" Er erhält dafür den ersten Ordnungsruf im neuen Reichstag. Abg. Rippel (Chr.-Soz. Dd.) unterstützt die Kandidatur des Abgeordneten Stöhr. Abg. T 0 r g I e r (Korn.) schlägt den kommunistischen Abgeordneten P i e ck vor. Er meint, die Rationalsozialisten hätten mit ihrer Kandidatur Dr. Scholz eine schwere Sünde wider ^das Hakenkreuz begangen. Als Torgier weitere Angriffe gegen die Rationalsozialisten richtet, rufen diese: „Schlußl AbtretenI" und verüben einen solchen Lärm, daß Torglers Ausführungen unverständlich bleiben. Aus Vorschlag des Präsidenten Löbe wird die Zettelwahl des Ersten Vizepräsidenten in derselben Weise vorgenommen, wie sonst der Hammelsprung erfolgt. Dadurch wird wesentlich weniger Zeit gebraucht als beim Rarnensaufruf. Abgegeben werden 534 Stimmen. Mit der absoluten Mehrheit von 288 Stimmen ist Abg. Stöhr (Rat.-Soz.) zum Ersten Vizepräsidenten gewählt. 171 Stimmen fielen auf den Abg. Esser (Z.), 67 auf den Abg. Pieck (Kom.). Hngültig waren acht Stimmen. Die Rationalsozialisten begrüßen das Wahlergebnis mit Klatschen und Heill-Rusen. Als Zweiter Vizepräsident wird Dann der Abg. Esser (Z.) mit 427 Stimmen gewählt. 67 Stimmen fallen auf Den Abg. Pieck (Kornch Für Die Dann solgenDe Wahl Des Dritten Vize- präfiDenten schlägt Abg. Hergt (Dn.) Den Abg. Graes- Thüringen (Dn.), Abg. Dittmann (So;.) Den Abg. Dr. Pfleger (Bayr. Dp.) vor. Bei Dieser 'Wahl roerDen 492 gültige Stimmzettel abgegeben, von Denen 227 auf Graes-Thüringen (Dn.), 176 auf Dr. Pfleger (Bayer. Vp.), 66 auf Pieck unD 21 auf v. Kardorff (D. Vp.) lauten, während zwei zersplittert sind. Da Die absolute Mehrheit von keinem ÄanDi- Daten erreicht ist, findet Stichwahl zwischen Graes und Dr. Pfleger statt. Sie ergibt die Wahl Des Abg. Graes-Thüringen (Dn.) mit 231 gegen 200 Stimmen, Die Der Abg. Dr. Pfleger (Bayer. Vp.) erhält, wäh- rcnD von Den Kommunisten 67 ungültige Stimmzettel abgegeben roorDen sind. Aus Der TagesorDnung steht weiter Der sozial- Demokratische Antrag, wonach Die Diäten Der Reichs- tagsabgeorDneten sofort um 20 v. S). herabgesetzt roerDen sollen. Der Antrag verlangt außer Dem eine Regierungsvorlage, Durch Die auch Die Bezüge Des Reichspräsidenten, Der Minister unD Ministerpensionen entsprechenD gekürzt roerDen unD Die Pensionen Den Höchstbetrag von 12 000 Mark nicht übersteigen sollen. Dieser Antrag unD ähnliche von Den Kommunisten, der Landvolkpartei und den Nationalsozialisten gestellte Anträge werden ohne Debatte Dein Aeltestenrat unD Dem Haushaltsausschuß über- wiesen. Gegen 8 Uhr vertagt sich Das Haus auf Donnerstag, 15 Uhr. Auf Der TagesorDnung stehen Die Regierungserklärung unD Die von den Parteien zur Notverordnung, zur Innen- und Außenpolitik gestellten Anträge sowie Der Amnestieantrag. Oer Kamps um die Auflösung des preußischen Landtags. Ministerpräsident Braun verteidigt sein System gegen die AuflösungSanträae. Berlin, 15. Oft. (B.D. Z.) Auf der Regierungsbank hat Ministerpräsident Dr. Braun und fast sämtliche preußischen Staatsminister Platz genommen. Das Haus tritt in die gemeinsame Beratung der Hranträge der Kommunisten und der Wirtschaftspartei auf Auflösung des Landtags, der kommunistischen Anträge, die Aufhebung der Rotverordnung des Reichspräsidenten und die Einstellung der Voungzahlungen verlangen und der deutschnationalen, nationalsozialistischen und kommunistischen C 1 träge wegen der parteipolitischen Betätigung der Beamten ein. Mit Der Beratung verbunden wird auch der von den Demokraten wegen der Ausschreitungen in der Berliner Innenstadt anläßlich der Reichstagseröffnung eingebrachte Antrag. Ministerpräsident Braun, von Den Kommunisten mit stürmischen Zurufen: „NieDer mit Der Braun-Regiernng!" empfangen, führt u. a. aus: Unter Den zahlreichen Anträgen, Die jetzt gemeinsam beraten werden, befindet sich auch ein solcher Der Nationalsozialisten, Das Unifornv verbot für Die nationalsozialistischen Sturmtrupps aufzuheben. (Rufe bei Den Nationalsozialisten: Es roirD höchste Zeit!) Ich bin genau Der entgegengesetzten Meinung. Die Aufhebung roirD solange nicht in Frage kommen/ wie Die GrünDe, Die zum Erlaß Des Verbotes führten, roeiterbestehen. Zu Diesem Uniformverbot hat vor allem Der unerträgliche Terror geführt. Den Sie (zu Den Nationalsozialisten) auf politisch Anders- denkenDe ausgeübt haben. Dieser BerbotsgrunD oc- steht im Augenblick sogar in verschärftem Umfange. Das Verbot für Beamte, Der Kommunistischen und Nationalsozialistischen Partei anzugehoren, kann gleichfalls nicht aufgehoben roerDen. (Andauernde lärmenDe Unterbrechungen bei Den Kommunisten unD Nationalsozialisten. Rufe rechts: „Darüber bestimmen Sie schon seit einem Vierteljahr nicht mehr!") Das Verbot ist erlassen roorDen, weil feststeht. Daß sowohl Die Nationalsozialistische wie Die Kommunistische Partei Den gewaltsamen Umsturz anstrebt. (Rufe bei Den Nationalsozialisten: „Das ist Das Gegenteil von Dec Wahrheit!") Wenn man Die Zeugenaussage Hitlers betrachtet, erscheint es fast so, als ob Die NSDAP, nur eine Gruppe von Unschuldslämmern wäre, Die auf rein legalem Wege Dahinzöge. (Rufe bei Den Nationalsozialisten: .^Hitler hat unter Eid ausgesagt!") Diese eiDliche Aussage steht auf Derselben Stufe wie Das Ehrenwort, Das Hiller 1923 in München gab, keine Putsche zu machen, unD Das Den Hitler-Putsch nicht oerhinDerte. (Zustimmung bei Den Regierungsparteien, Lärm unD Ruse bei Den Nationalsozialisten: „Unerhört!". Die Abgeordneten ziehen zum ReDnerpult. Der Ministerpräsident wird fortgesetzt Durch Zurufe unterbrochen ) Ein Beamter, Der einer Partei angehört. Die offen erklärt, Den Staat vernichten zu wollen, ist nicht berechtigt, weiterhin Beamter zu fein. Der Antrag auf Aushebung Der preußischen Durchführungsbestimmungen zue N 0 t 0 e r 0 r D n u n g Des Reichspräsiden- t e n kann gleichfalls nicht angenommen roerDen. Die NotverorDnung ist Reichsgefctz; Die Ministerpräsident Dr. Otto Braus spricht im Preußischen Landtag. < X V? e* preußischen Erlasse dazu sind lediglich Anweisungen an die Gemeinden. Die Wirtschaft kann nur gedeihlich arbeiten, wenn auch im Ausland Vertrauen in die Ordnung und Steligkeit in Deutschland herrscht. Wie sehr diese Auffassung zutrifft, kann man aus der Stellungnahme des Auslandes jum Wahlausgang ersehen. (Anhaltender Lärm rechts. Abg. Lohse (915.): „Ihr habt ja bei Frankreich Presse stimmen bestellt!") Und bei alledem wird nun in einigen Anträgen sogar noch verlangt, auch den Landtag a u f z u lösen. Ich glaube, die deutsche Wirtschaft hat genug an den Folgen der Reichstagswahl vom 14. (September. (Gelächter und Lärm rechts.) Bei dem oft sehr schnellen Stimmungswechsel mancher Greife ist es verkehrt, aus der Reichstagswahl den Schluß ziehen zu wollen, daß nun auch der Preußische Landtag in dem gleichen Sinne wie der Reichstag umgewandelt würde. Infolge der dauernden Zwischenrufe konnte sich der Ministerpräsident kaum noch verständlich machen. Da die Abgeordneten der Hinteren Bänke um das Rednerpult herumstanden, forderte Präsident Bartels die Abgeordneten auf, ihre Plätze einzunehmen. Als Abg. Lohse (NS.) der Aufforderung nicht nachkam, wurde er von der Sitzung ausge- fchl assen. Abg. Lohse bleibt trotzdem noch im Saal. Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung teilte Präsident Bartels mit, daß der Abg. Lohse für acht Tage von den Sitzungen ausgeschlossen sei. Oie Begründung der Anträge. Hierauf begründet Abg. Schwenk (Kom.) die Anträge seiner Fraktion und erklärt, daß die Regierung Braun eine arbeiterfeindliche Politik treibe. Abg. Ladendorsf (Wp.) begründete den Auflösungsantrag der Wirtschaltspartei damit, daß der Landtag und die Regierung Braun kein Vertrauen mehr bei der Mehrheit des Bolkes besähen. Die heutigen Zustände seien zurückzuführen auf die von den Sozialdemokraten abhängige Politik. Abg. Borck (Sn.) gab bei Begründung des deutschnationalen Antrages in erster Linie dem Zentrum schuld an den Zuständen in Preußens die der Mißwirtschaft der Regierung Braun in jedem Augenblick durch Zurückziehung seiner Minister hätte ein Ende machen können. Abg. Kerrl (Rat.-Soz.) erklärt, eS sei unerhört, wenn der Ministerpräsident Braun die eidliche Aussage Hitlers in Leipzig in Zweifel ziehe. Herr Braun, der Vertreter der Klassenkampfpartei, wage es, auch der nationalsozialistischen Bewegung Staatsgefährlichkeit vvrzuwerfen. Denke er nicht daran, daß die Revolte von 1918 mit Mitteln des französischen Staates finanziert worden sei. (Lebhafte Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten.) Schärfste Kritik fordere auch die Haltung der Regierung wegen der parteipolitischen Betätigung der Beamten heraus. Mit solchen Mitteln könne man eine geistige Bewegung wie die nationalsozialistische nicht unterdrücken. (Lachen bei den Svzialdemokraten.) Als der Redner behauptete, nicht Rationalsozialisten, sondern Kommunisten hätten die Scheiben eingeworfen, erhob sich auf der äußersten Linken großer Lärm. Abg. Winzer (Soz.) lehnt den Antrag auf Auflösung des Landtags ab. Die Wirtschaftspartei besorge mit ihrem Anträge nur die Geschäfte der Rationalsozialisten. Gegen Beamte, die staatsfeindlichen Parteien ongehörten, hätte die Regierung schon diel früher vorgehen sollen. Weiterberatung Donnerstag. Die Verteilung der Reichstagsausschuffe. Berlin, 15.Dtt. (DDZ3 Der Aeltestenrat des Reichstages trat nach der Plenarsitzung unter dem Vorsitz des Präsidenten Lobe zu einer Sitzung zusammen, in der über die Bestellung der Vorsitzenden für die einzelnen Ausschüsse verhandelt wurde. Die Parteien haben geschäftsordnungsknäßig je nach ihrer Stärke das Recht, den Vorsitz in den Ausschüssen nach ihrer Wichtigkeit zu bean- ipruchsn. Die Sozialdemokraten nahmen für sich den Haushaltsausschuß, den Handelspolitischen Ausschuß und den Volks- wirtschaflichen Ausschuß in Anspruch, die Nationalsozialisten den Auswärtigen Ausschuß und den Rechtsausschuß, die Korn- in uni)ten den Geschäftsordnungsaus- schuß und den Beamtenausschuß, in welchem sie schon im vorigen Reichstag den Vorsitz hatten, das Zentrum den Sozialpolitischen Ausschuß und den Ausschuß für die Verkehrsfragen, endlich die Deutschnationalen den Steuerausschuß. Der Aeltestenrat wird in diesem Sinne dem Plenum Vorschläge machen. Die endgültige Entscheidung darüber steht dem Plenum zu. Verstimmungen. Bor der Regierungserklärung im Reichstag Berlin, 15. Oft. (ERB.) Die Wahl des Prä- Iidenten und der Vizepräsidenten des Reichstags nahm heute einen dramatischen Verlauf, wie er bei diesen Abstimmungen, die eigentlich den Charakter einer formalen Selbstverständlichkeit haben, ungewöhnlich ist. Das Ergebnis entspricht den allgemeinen Erwartungen. Allerdings ist die Mehrheit Löbes größer, al« man vorher angenommen hatte. Das wird in parlamentarischen Kreisen nicht zuletzt darauf zurückgeführt, baß, auch in der Stichwahl, nicht alle Deutschnationalen für Dr. Scholz ein- ge treten sind. Das stimmungsmäßige Ergebnis dieser Wahlen ist eine Verärgerung der Deutschen Volkspartei gegenüber den Deutschnationalen, die schon einsehte, als diese im ersten Wahlgang für einen Angehörigen ihrer eigenen Fraktion stimmten. 3n Kreisen der Deutschen Volkspartei machte man daraus den Deutschnationalen den Vorwurf, den Eindruck einer großen Demonstration der ganzen Rechten vereitelt zu haben. Diese Stimmung fand ihren Riederschlag, als der Vizepräsident Graes gewählt wurde. Die Deutsche Volkspartei revanchierte sich, indem sie zunächst für Dr. von Kardorff und in der Stichwahl zum großen Teil für den Abgeordneten Pfleger eintrat, ohne daß diese Haltung freilich praktische Folgen hatte. Durch diese stimmungsmähige Entwicklung ist d e r Bruch zwischen der Deutschen Volkspartei und Dem Zentrum, der gestern aus ihren Kreisen wegen des Eintretens des Zentrums für Löbe angekündigt wurde, verhindert worden, so daß die Haltuna der Deutschnationalen frem Einvernehmen zwischen den R-gierimgspcn- teien zugutekommt. Das ist nicht ohne Bedeutung für die Abstimmung über die Mihtrauensanträge, die, wie man übrigens heute hörte, nicht vor Dienstag stattsinden dürfte. Richtig ist daran, daß man allgemein wichtige Abstimmungen an Samstagen vermeidet, da viele Abgeordnete am Wochenende nicht in Berlin zu sein pflegen. Es verlautete aber, dah diesmal ausnahmsweise die Abstimmungen doch bereits am Samstag durchgeführt werden sollen. Dies ist auch der Grund Dafür, daß nach der morgigen Regierungserklärung nur eine Pause von einer Stunde eingelegt wird und dann gleich die erste Rednergarnitur der Parteien beginnt. So erhofft man für Samstag die Vertagung des Reichstages bis Anfang Dezember. Die Voraussetzung ist allerdings, daß die Mißtrauensvoten von der Mitte und dec Sozialdemokratie a b g e l e h n t werden. Die Frage, ob das möglich fein wird, betrachtet man in parlamentarischen Kreisen nicht ohne Zusammenhang mit der Haltung, die der Reichsarbeitsminister im Konflikt der Berliner Metallindustrie einnehmen wird. Anschluß desBayrischenBauembundes an das Deutsche Landvolk. München, 15. Okt. (CNB.) Die Abgeordneten des Bayrischen Bauernbundes im Reichstag haben sich der Fraktion Deutsches Landvolk (Christlich- Nationale Bauern- und Landvolkpartei) angeschlossen. Damit ist diese Fraktion, der schon vorher die drei Abgeordneten des Württembergischen Bauern- und Weingärtnerbundes beigetreten sind, nunmehr mit 27 Abgeordneten die drittstärkste Fraktion der bürgerlichen Parteien im Reichstag. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 15. Oft. (WHP.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages setzte heute seine Beratungen fort. Mehrere Eingaben der Korbmachergenossenschaften auf Belassung von Darlehen als Entschädigung werden entsprechend der bisherigen Handhabung abgelehnt. Der Ausschuß nimmt jedoch davon Kenntnis, daß die Regierung der Handwerkskammer ein Darlehen von 15 003 Mark gewährt zur Umstellung der Weiden- auf Spankorbfakrikation. Ein sozialdemokratischer und demokratischer Antrag auf Herabsetzung der Grunderwerbs st euer beim Verkauf von Massegrund st ücken wird mit 6 gegen 4 Stimmen angenommen, obwohl auf einen früheren gleichlautenden Antrag be« Hessischen Landtages die Reichsfinanzverwaltung erklärt hat, daß die gewünschte Regelung praktisch nicht durchzuführen sei. Eine längere Debatte entspann sich über einen kommunistischen Antrag, Maßnahmen gegen die Kapitalflucht zu ergreifen. Der Antrag wurde jedoch für erledigt erklärt, da der hessischen Regierung keine Möglichkeiten zur Verhinderung dieser von allen Seiten bedauerten Erscheinung zur Verfügung stehen. Der Kamps um die Revision der Verträge Das britische Weltreich und die Revision. Keine weiteren Verpflichtungen in europäischen Dingen. London, 16. Oft. (WTB. Funkspr.) »Daily Telegraph" führt in einem Artikel u. a. aus, am Quai d'Oxsay rechne man damit, daß während der nächsten Jahre jede deutscheRe- gier un g — mit der wahrscheinlichen Unterstützung Italiens, Ungarns und Oesterreichs — auf eine baldige und umfassende Revision, der Friedensverträge dringen werde. Gegenwärtig fei Frankreich im Begriff, zu erkunden, welche Haltung die britische Regierung einnehmen würde, wenn Deutschland in Genf oder sonstwo diese Frage aufwerfen sollte. Frankreich frage, ob Großbritannien, abgesehen von seinen genau umschriebenen Verpflichtungen aus dem Locarnovertrag, bereit wäre, das Versprechen abzugeben, Frankreich und Frankreichs Verbündeten dabei zu helfen. jegliche Abänderung aller in den Friedensverträgen feftgelegten Grenzen z u verhindern. Das Blatt betont, daß die Doktrin der „Einheitsfront" zwischen Großbritannien und Frankreich in moralischer und legaler Beziehung den L o c a r n o v e r p f li ch t u n g e n Englands widersprechen würde. Abgesehen davon sei es undenkbar, daß ein einziges britisches Dominion mobil machen würde, um Frankreich, Deutschland, Italien, oder Polen wegen einer Frage, wie der des Korridors, zu verteidigen und Geld und Blut für den Grundsatz der Parität oder Richtparität zwischen der französischen und der italienischen Flotte zu opfern. Am besten wäre eine gemeinsame Erklärung Großbritanniens und der Dominien, daß sie, abgesehen von den bestehenden Verpflichtungen, die nicht erweitert werden sollen, keinen Schilling und keinen Tropfen Blut wegen einer rein europäischen (Streitfrage ausgeben werden. Eine solche Erklärung würde wie eine falte Dus ch e auf alle kriegslustigen Elemente wirken. Poincarss Feldzug gegen eine Revision. Paris, 15. Dtt. (CNB.) Raimond Poincarss Halbmonatsartikel im „Excelsior" geht auf die Wahlerfolge der Hitlerpartei ein und spricht von den etwaigen Versuchen Deutschlands, sich durch die Beseitigung der Voungplanbestimmungen Erleichterungen zu verschaffen. Deutschland müsse wissen, daß es feinen Kredit vernichten würfle, wenn es Europa und Amerika den Eindruck gebe, als dächte es an eine ganze Reihe von Aenderungen in der Organisation der Welt. Ueberdies könnten die wesentlichen Beschlüsse über die Anwendung des Poungplans nur mit Zustimmung oder sogar nur auf Initiative der Gläubigerstaaten getroffen werden. Sämtliche interessierten Regierungen würden hoffentlich einsehen, daß sie bis an die äußerste Grenze der Konzessionen gegangen seien. Deutschland habe von ihnen einen Vertrauensbeweis erhalten und dürfe sich dessen nicht unwürdig zeigen. Deutschland dürfe feine Ausflüchte machen und keine Kampagne gegen die Verträge führen. Es müsse vielmehr seinen Kredit konsolidieren und auf Agitation und Unordnung verzichten. Nötigenfalls müßten die Gläubigermächte, hoffentlich aber deutlich, das Deutschland klarmachen. Deutschland habe seit einigen Jahren gewaltige Ausgaben für seine militärische Vorbereitung, seine öffentlichen Arbeiten und seine Propaganda gemacht. Sonst wäre es in der Lage gewesen, den Dawesplan und heute auch den $oung- plan auszuführen. Der Streik in der berliner Metallindustrie. Oie bittere Wahrheit. Von unserer Berliner Redaktion. Der Streik der Berliner Metallarbeiter ist nun wirklich Tatsache geworden. 120 000 Arbeiter stehen im Lohnkampf, und die Gefahr, daß diese Bewegung weiter um sich greift, daß vor allem dadurch mittelbar eine starke Radikalisierung der Geister cintritft, ist eigentlich unvermeidlich. Unbegreiflich deshalb, wenn das Reichsarbeitsmini- ftcrium rein bureaukratifch sich verhält und vorläufig die Daumen dreht, anstatt sich rechtzeitig einzuschalten, um eine Versteifung zu vermeiden. Denn darüber muß man sich doch eigentlich klar sein, daß mit einem Ausbrennenlassen des Streifs nicht viel gewonnen ist. Vermutlich sitzen die Arbeiter dabei am kürzeren Arm des Hebels, die Unternehmer können es lange aushalten, der Auftragsbestand ist nicht groß. Sie räumen ihre Läger, machen also zunächst wenigstens bei dem Streik fein schlechtes Geschäft. Selbst wenn die Kassen der Gewerkschaften sehr gut gefüllt sein sollten, so kommt doch bei einem wöchentlichen Bedarf von drei Millionen sehr rasch der Augenblick, wo der Boden des Geldschranks erreicht ist. Die Regierung sollte alle Veranlassung haben, diesen Zeitpunkt nichtabzuwarten. Wenn wir durch den Winter hindurchkornrnen wollen, wenn überhaupt eine vernünftige Lösung der Wirtschafts, krise erreicht werden soll, dann ist sie nur zu erzielen dadurch, daß Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich wieder finden, wie in den Zeiten der Zentralarbeitsgemeinschast und Hand in Hand einen Wiederaufbau unserer Wirtschaft auf solider Grund- läge versuchen. Voraussetzung dabei ist freilich, daß die Arbeitnehmer sich zu einer für sie sehr bitteren Erkenntnis durchringen: sie müssen begreifen lernen, daß die Lohnpolitik kein Ding an sich ist, sondern sich in den Rahmen der allgemeinen Wirtschaftslage einfügen muß. Anders herum gesprochen, daß ihr Interesse sich nicht in einer möglichst hohen Lohnsumme erschöpft, sondern daß auch sie mit ein- springen müssen, um die Schulden der Vergangen- heit flu zahlen. Wir bauen bisher daran gekrankt, daß die deutschen Arbeiter glaubten, die ganze Reparationsleistung ginge sie praktisch nichts an, sie könnte von den deutschen Kapitalisten bezahlt werden. Jetzt allmählich sehen sie ein, daß auch f i e den Kriegmit verloren haben, daß deshalb die Reparationsbelastung sich auch auf ihre Schultern legt. Eine Rechnung in rohen Zahlen ergibt, daß wir jährlich rund zwei Milliarden Kriegsentschädigung zu zahlen haben, während gleichzeitig die f o z i a - Ten Abgaben um rund drei Milliarden gestiegen sind. Das sind fünf Milliarden, die aus der Wirtschaft mehr heraus geholt werden müssen, eine Vorbelastung gegenüber der Wirtschaft anderer Länder, die m irgendeiner Form eingeholt werden muß und nur eingeholt werden kann aus Kosten der Gesamtheit. Es ist ein beachtenswerter Fortschritt, wenn die sozialdemokratischen Gewerkschaften jetzt offen aus sprech en, daß durch die deutschen Repa» rationsverpslichtungen die sozialen Errungen,chaf- ten der deutschen Arbeiterschaft gefährdet, ja teilweise sogar bereits angegriffen seien. Darin liegt die klare Erkenntnis, wo der Hebel an- gesetzt werden muß, ein Abrücken von der bisherigen sozialdemokratischen Politik, die in der Bewilligung der Reparationslasten sehr großzügig war. Wir sind also erfreulicherweise auf dem besten Wege zu einer Einheitsfront in der Beurteilung 6er ReparationsPolitik zu kommen, zu einer Einheitsfront, die dann von den Rationalsozialisten bis zu den Sozialdemokraten geht. Oer Gtreikbeginn. 126000 Berliner Metallarbeiter im Ausstand. Berlin, 15.Oft. (OB. Funkspruch.) Die Belegschaften der am Berliner Metallkartell beteiligten Betriebe sind der gestern ausgegebenen Streifparole des Metallkartells nahezu einheitlich gefolgt. Wie schon mitgeteilt, waren bis zur Mittagsstunde rund 126 000 Metallarbeiter in den Ausstand getreten. 3m Einverständnis mit den beteiligten Gewerkschaften sind lediglich die über 60 Jahre alten Arbeiter und die Kriegsbeschädigten in den Fabriken geblieben. Der Beginn des Streifs hat sich ohne Reibungen oder Zwischenfälle vollzogen. Die Kommunisten versuchten allerdings, an einigen Stellen vorzugreisen. Die Polizei hatte jedoch stärkere Patrouillen entfanM, die die Eingänge der größeren Firmen zu bewachen hatten, die Beamten verhinderten die Kommunisten an der Durchführung ihrer Absichten. 3n den Betrieben des Siemens- Ko nzerns in Siemensftabt, dem größten Berliner Metallindustriebetrieb, sind heute vormittag 10 000 Arbeiter in den Streik getreten. Die restlichen 23 000 Arbeitswilligen verblieben in den Betrieben. Bei der K norr-B remse trafen 1450 von 1900 Arbeitern in den Streik. Der Allgemeine Freie Angestelltenbund, in dem die Mehrzahl der in der Berliner Metallindustrie beschäftigten Angestellten organisiert ist, hat seine Solidarität mit den Streikenden erklärt, den Orts- fartellvmsihenden ist Vollmacht zur Durchführung etwa notwendig werdender Maßnahmen erteilt worden. Die (Bauleitung Groß-B erlin der NSDAP, veröffentlicht einen Aufruf, in dem der THetallarbeiterffreif als berechtigt und auf gesetzlicher Grundlage beruhend erklärt wird. Der Kampf, so heißt es, gehe um das tägliche Brot und gegen die Dawes- und Poung-Politik. Daher müßten auch die Nationalsozialisten an diesem Streik teilnefjmen. wer Streikbrecherarbeit leiste, werde aus der NSDAP, ausgeschlossen. Der Verband Berliner 2H e t a 11 i n buff r i e 11 e r , der heute nachmittag zu einer Besprechung der Lage zusammentraf, hat den Schiedsspruch, der eine Herabsetzung der Mindesttariflöhne von acht Prozent für die Arbeiter über 18 Jahre und eine Lohnkürzung von sechs Prozent für die jugendlichen Arbeiter unter 18 Jahren und die Arbeiterinnen vorfah, angenommen. Der Verband wird nunmehr die Verbindlichkeits- erf (är ung des Schiedsspruchs beantragen. Die weitere Entwicklung liegt dann beim Reichs- arbelfsminiffer, die Industriellen rechnen damit, dah er nicht erst den Ablauf der Fristen abwartet, sondern schon vorher eingreift, wenn die Verbindlichkeitserklärung erfolgen sollte, so würde die Lohnkürzung am 3. November wirksam werden. Von diesem Datum ab würden die Gewerkschaften rechtlich außerstande sein, ben-Sfreit finanziell ober moralisch zu unterstützen, da die Verblnd- llchkeitserklärung eines Schiedsspruches gesetzlich die Friedenspflicht in sich schließt. Sie gibt der Gegenseite das Recht, Regrehansprüche zu stellen. Bis zum 3. November ist die Lage anders, da der alte Tarifvertrag am 5. Oktober ablief. Er wurde nur durch eine Vereinbarung erseht, die bis zur Festsetzung des neuen Schiedsspruches reichte, aber nicht bis zum Abschluß des Schiedsverfahrens 3n der Berliner Metallindustrie herrscht also gegenwärtig ein fa- rifloser Zustand. Angesichts der Rechtslage wird die Stellungnahme des „Vorwärts" stark beachtet, wonach die Verbinde .'eitserklärung des neuen Schiedsspruches keine Lö ung, sondern nur eine Verschärfung des Kampfes bedeuten würde. Schacht über Paneuropa. Scharfe Zurückweisung des Briandplans. R e u h o r k, 15. Okt. (TU.) Der frühere Reichs- bankpräsident Dr. Schacht sprach in der Bale- Universltät über Paneuropa. Er betonte dabei, dah die Driandschen Gedankengänge in dieser Frage ausschließlich auf politische Beweggründe zurückgingen. Driand strebe mit seinem Plan lediglich die Konsolidierung dec augenblicklichen Machtstellung Frankreichs an. Ein Staatenbund, wie Briand ihn wünsche, und der nur die besiegten Völker, nicht die Sieger st aaten zur Abrüstung zwinge, entbehre jeder inneren Berechtigung. Die allgemeine Abrüstung und die Aufhebung der militärischen Bündnisse seien erst die Voraussetzung für die Schaffung dec Vereinigten Staaten von Europa. Frankreich, das durch die Angliederung Elsah-Lothringens in weitestem Maße wirtschaftlich unabhängig sei, brauche den europäischen Staatenbund am allerwenigsten. Der Zusammenschluß der europäischen Mächte auf wirtschaftlicher Grundlage sei erstrebenswert und sogar no ttoen - d i g. Auf politischer Grundlage müsse ec jedoch a b g e l e h n t werden. Solange Frankreich die angeführten Vorbehalte außer acht lafje, würden die größeren europäischen Rationen ihre Ausstellungen an dem Plan Driands nicht aufgeben. Europa könne nicht durch die Politik, sondern nur 6 urch das gründlich st e Ver- ständnis für seine wirtschaftlichen Bedürfnisse gerettet werden. Die außereuropäische Welt brauche ein wirtschaftlich aufgebautes Paneuröpa nicht zu fürchten, da dadurch die Kaufkraft und die Absatzmöglichkeiten auf der ganzen Erde behoben würden. Schacht schloß: „Die Prosperität für alle ist die beste Friedenssicherung, nicht die Unterdrückung einzelner Mächte." Aus aller Wett. Neue Erdstöße in Süddeufschland. 3n verschiedenen Orten Ober-Dadens, so in Freiburg i. Br. und im Gebiete um Donaueschingen ist heute nacht um 23 Uhc 20 Minuten wiederum ein Erdstoß wahrgenommen worden, der von längerem, tiefen Rollen und leichtem Schwanken begleitet war. Die Richtung des Erdstoßes wir6 mit Rord-Ost- Süd-West bzw. Aord-Süd angegeben. Fünf Todesopfer einer Wildwasserfahrf. Auf der Enns kenterte eine Zille auf der« Fahrt stromabwärts im Klauser Schwall. Ruc zwei Personen konnten gerettet werden, während 6ie übrigen fünf verunglückten, darunter zwei Jäger, die je fünf unversorgte Kinder zu- rücklassen und ertranken. Dreifaches Todesurteil gegen Wilddiebe. Das Geschworenengericht in Tarnow (Galizien) verurteilte drei Wilddiebe wegen Ermordung eines Försters zum Tode durch den Strang. Line Familie von fünf Personen ermordet. 3n der galizischen Stadt Sambor wurde eine Familie von fünf Personen von Räubern im Schlafe überfallen und ermordet. Mehrere der Tat verdächtige Personen wurden festgenommen. Line Kirche von mexikanischen Banditen in Brand gesteckt. Mexikanische Banditen haben in San Carlos im Staate Tabasco eine katholische Kirche während der Frühmesse in Brand gesteckt. Die Banditen verbarrikadierten sämtliche Eingänge und schossen alle Männer, Frauen und Kinder, die durch die Fenster ins Freie zu flüchten versuchten, kaltblütig nieder. Insgesamt sind 80 Menschen dabei in den Flammen um gekommen oder unter den Kugeln der Banditen gefallen. Großfeuer in einem mecklenburgischen Dorf. Das Friedland benachbarte Dorf Schwich - tenberg wurde wieder von einem Großfeuec heimgesucht, welchem acht Gehöfte zum größten Teil zum Opfer fielen. Insgesamt wurden 26 Wirtschaftsgebäude und zwei Wohnhäuser eingeäschert. Am meisten wurde der Landwirt Hermann Schünemann, in dessen Scheune daS Feuer auSgebrochen ist, geschädigt. Ihm ist der ganze Viehbestand verbrannt. Auch Die Wetterlage. I ?as -i Büdo Luxus macht den Schuh mH wenig Bürslenetrichen glanxend " D i e Westanlage, die sich lange Zeit in einem wenig schönen Zustand befand, bietet nunmehr ein wesentlich besseres Bild. Dor einiger Zeit waren Erwerbslose damit beschäftigt, die Flachen neben der Fahrbahn umzuarbeiten und gärtnerisch herzurichten. Schließlich wurde Gras gesät, das mittlerweile prächtig aufging. Zugleich lieh man aber einen schmalen Streifen von etwa 30 Zentimeter Breite rings um die Grünflächen frei, aus dem im nächsten Frühjahr eine kleine niedrige Hecke angepslanzt werden wird. Auch das Stück, das der Aordanlage zu liegt, wurde in der gleichen Weise bearbeitet, so daß die gesamte Anlage, zusammen mit der ebenfalls neu hergerichteten Fahrbahn, nunmehr einen unserer Stadt würdigen guten Eindruck macht. •* Sein 40. Dienstjubiläum konnte heute der Buchhalter Richard Buff bei der Firma Joh. Dalth. Roll. Zigarrenfabriken in Giehen, begehen. Aus diesem Anlaß war. wie man uns berichtet, sein Arbeitsplatz reichlich und sinnreich mit Blumen geschmückt. Die Firma sowohl, wie auch die Angestellten und Arbeiter brachten dem Jubilar ihre Glückwünsche dar und überreichten ihm praktische Geschenke. Herr Buff, der während seiner 40jährigen Tätigkeit in der Hauptsache die Derzollung der Rohtabake beaufsichtigt hat, ist besonders in den Kreisen der Zoll- und Bahnbeamten eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit. "Derkehrsunfall. Gestern nachmittag oer luchte die Frau eines hiesigen Lehrers zwischen einem Auto und einem Motorradfahrer hindurch die Son. nenstraße in der Richtung zum Kreuzplotz zu pa|- fieren. Sie wurde jedoch vom Motorrad erfaßt und zu Boden geschleudert Glücklicherweise erlitt sie nur einige Quetschwunden Die Verunglückte wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach ihrer Wohnung gebracht Weitere tokalnachrichlen im 2. Blatt europa. 8riandplantz. frühere Mchs« ch in der M» ■ Er betonte da- >edankrngänge in Politische Dcivrg. lrebe mit seinem dierung der el^ung Frank- lvie Srianö ihn siegten Cßöi- :ten zur Ab- ider inneren Dr- rüstung md die Misse seien erst- .c Schaffung der -opa. Frankreich, Uaß-Lothringens i unabhängig fei, nbund am aller- der europäischen her Gründer nvtwen- Mage muffe er »lange Frankreich luher acht laste, «n Aationen ihre Irlands nicht auf- h die Politik, son- idlichste 2er- rtschastlichen den. Die außer- toirffchastlich J'fa a6. Jin9tei|t folgen |ouie «ewtf. ’TfWt finan. blt “ ”r olle Iar||. nur durch 5eslsehung "n'chtbl,^ in > Bexllntt "Mch e-m la. ' ta MWaai fworts“ [Iart k, 'itserklärung des In9. sondern nur ImPfes bedeuten (elf. utschtand. ber-DadenS, *jss gegeben, ildwassersahrt- ine M auf 8 SS? ? „ T» d«ch d-" SäÄ "I,,,e ninrf i che g e - ilabi.^Araue'' jnfW.jfJ Ins" i« L in Solche Rast auf Bergeshöhe gibt Innere Kraft Die Waldesstille beruhigt und fänftigt dein Herz. Du liegst wie in den Sommertagen auf dem grünen Rasen und schaust nach dem tiefblauen Himmel, wo einsam ein Mäusebussard kreist, hörst dann und wann das leise Zirpen der paar Singvögel, die noch im Walde wohnen, blickst nach dem Schwarm der Mücken die lautlos, nur im Sonnenglanz sichtbar, vielleicht ihren letzten Tag vertanzen D,e wunder- bare Stille auf den Bergen und in den Tiefen überträgt sich auch auf dicK Du fühlst Has fanfte Gin- schlummern der Natur. Der Herbst webt dos Schlaf- gewand. Das Pflanzenleben verblaßt, die grünen Blätter werden bunt und der Erde wieder zurück gegeben. Schon steht am trockenen Abhang eine Buche, die halb entlaubt ist Bald wird auch von den andern Bäumen das Laub zur Erde rieseln Aber noch kannst du kleine Wunder jdjauen an den geschützten Waldstellen, dort, wo d,e stolzen Baumriesen im letzten Winter unter den scharfen Arthieben fielen. Da blühen Tausende von Wucher- blumen. Man glaubt sich in einen Zaubergarten versetzt Wie kommen diese Sommerkinder hierher" Und daneben, an dem Gebüsch, steht da N'cht die giftige Tollkirsche? Richtig, das ist sie mit ihrem büftern Laub und den dunkelbraunen, glanzenden Fruchten Sommer und Herbst beieinanderl Nicht weit davon rieselt ein Wässerlem durchs grüne Moos Jedes Bächlein, und /ei " noch so klein, hebt die Landschaft, unterbricht die Eintönigkeit Wir folgen ihm und kommen in den W.esen- grund wo überall die kahlen Herbstzeitlosen aus dem Grase ragen Dicht am Waldrand stehen dre, Rehe Jetzt haben sie uns gesehen ^i! wie sie zum schützenden Unterholz flitzen' Es ist doch schon solche schlanken Tierchen draußen n der re en Natur zu beobachten Mit welchen feinen, leisten Sprüngen sie über das Bächlein setzten' Der Schatten des Waldes nimmt uns wieder auf und doch wandert es sich auch fo schon m der Herbst- sonne Ein enger Laubgang, wie aus Gold gewirkt windet sich leicht bergan Dann und wann haben wir einen Ausblick in das offene Feld Würziger Erdgeruch strömt uns entgegen Die Bauern wen die ÄZinterfrucht Hier der langsam entschlummerndk Wald, dort die Aussaat für zukünftige Tage, für neue« geben! — . . , . Ku> vor dem Waldausgang begegnet uns der erste Jäger Ja für ihn kommt jetzt die schönste Zen Man sieht es ihm ordentlich an Aber neidlos blicken wir ihm nach fiat uns die fierbstwanderung do» auch reich beschenkt' Wir nehmen den herbstlichen Zauber mit in unser Zimmer in unser Leben Es ist ein Schatz den uns niemand rauben rann und der uns die kommenden trüben Tage erhellen wird m. Vornotizen. — Tageskalender für D o n n er st a g Stadttheater: ..Sektion Rahnftetteu, 20 bis 22.15 O wolkenlos. Qneiter. OhalO Bedeckt ® wotklo. e MecM. • Regen, * Schnee «graupeln .Nebel Ksehr (eichte- Ost 0 nissige- Südsüdwest q stürmische» -lordWesl Die Piene fliegen mit dem winde. Die do den Stationen stenennen Zafh len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit.gleiche* au< Meeresniveau umgerechneten Luftdruck tteviiLi vutu ..sfage. Die stärkere Erhaltungstendenz des kontinentalen Hochdruckgebietes hat über ganz Deutschland das herbstlich schöne Wetter fortbestehen lassen Infolge- dessen hat auch die Nordmeerstörung nicht den erwarteten Einfluß auf das Festland gebracht. Neuerdings Hai sich sogar der Kern des Tiefs mehr nördlich nach Island zurückgezogen Trotzdem bestehl eine leichte Bedrohung der Hochdruckwetterlage durch die heute morgen über dem Kanal, sowie Nordfrankreich, Belgien und Westdeutschland lagernde Warm- lustwelle Sie zeigte dort heute morgen Temperaturen von über 15 Grad Sehr wahrscheinlich wird auch unserem Bezirk durch die Warmluft — jedoch nur vorübergehend - Bewölkung zugeführt Vorhersage für Freitag. Erwärmung, vorübergehend bewölkt mit vereinzelten Niederschlä- gen südliche bis südwestliche Winde Vorhersage für Samstag: Mildes, zu Frühnebeln neigendes, tagsüber bewölktes und auf heiterndes Weiter. Lufttemperaturen am 15. Oktober: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 7,8 Grad, am 16 Oktober, moigens 4. Grad Maximum 15,6 Grad, Minimum 2,3 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 15 Oktober abends 11.6 Grad, am 16 Oktober: mor gens 7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer neun Stunden Uhr. — DHD.: „Der $oungplan' 20.30 Uhr, Im Heim, Lonystraße — Lichtspielhaus Bahnhofstraße „Atlantic" — Astoria-Lichispiele: „Achtung! Auto dlebe!" (mit Harry Piel) und «Der Kellner-Kavalier" — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend findet unter der Re- gie von Dr Prasch die Uraufführung von Cor- rinths längstem Werk „Sektion Rahnstetten" statt. 3n den Hauptrollen sind beschäftigt die Herren: Bäuerle, Fassott, Hauer, Wesener 3n den übrigen Rollen das gesamte Solopersonal der Herren Beginn 20 Uhr Die Vorstellung findet im M i t t w o ch- abonnement statt. — Am yreitag gelangt das mit großem Beifall aufgenommene Lustspiel: „Die Prinzessin und der Eintänzer" von Engel und Grünebaum zur Aufführung - DerBundHausundSchule veranstaltet am Freitag, 17 Oktober, 20 Uhr, im Iohannessaa! einen Familienabend Man beachte die heutige Anzeige — STuliurfilmoorftellung 3m Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft am nächsten Sonntag, vormittags 11 15 Uhr ein Kulturfilm .Rund um den Erdball" Der Film, der im Auftrag der „Hapag" ausgenommen wurde, zeigt Charakteristisches aus 33 überseeischen Ländern Man beachte die heutige Anzeige. akle Erntevorräke wurden ein Raub der Flammen. Reben großen Futtervorräten sind schätzungsweise 1000 Fuder ungedroschenes betreibe mitverbrannt. Da auch jetzt wieder vorsätzliche Brand st iftung in Frage kommt, jtnb Beamte der Landeskriminalpolizei an der Brandstelle zur Feststellung der Entstehungsursache eingetroffen Reue Steuern in Berlin. Der Magistrat beschloß, der Stadtverordnetenoer. Sammlung unverzüglich eine Vorlage zuzuleiten, in ier die Erhöhung der Biersteuer die Emsüh rung einer Gemeindegetränke st euer sowie einer Bürger st euer entsprechend der Notoer- orbnung des Reichspräsidenten vorgesehen ist Die Mehreinnahme aus der Biersteuer für das laufende Rechnungsjahr wird auf rund 4 Millionen Mark geschätzt Die Gemeindegetränkesteuer soll mit einem Steuersatz von 10 o H auf alle Getränke außer Milch erhoben werden, die zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden Der Ertrag wird für den Rest des Rechnungsjahres ebenfalls auf 4 Millionen Mark geschätzt Die Bürgersteuer, der alle über 20 Fahre alten Personen unterliegen, wird gestaffelt von 6 Mark bei Einkommen bis 8000 Mark, bis 1000 Mark bei Einkommen von mehr als 500 000 Mark Der Reinertrag dieser Steuer beträgt 12 Trillionen Mark. Aus der Provinziathauptstavt. G t e h e n. den 16. Oktober 1H30. Herbstwanderungen. Wenn nach harter Winterzeit die Frühlingsstürme Flur und Wald durchbrausten, dann aber die März- onne zum erstenmal hell und strahlend am Himmel teht, greifen wir zum Wanderstab und durchstreifen >ie Lande Wir freuen uns über jedes Zeichen des kommenden Frühlings, staunen die schwellenden Knospen an und hören entzückt das Lied der Lerchen. „Die Welt wird schöner mit jedem Tag, man weiß nicht, was noch werden mag!“ — Wie ganz anders erleben wir den Herbst! Nicht tm Zimmer, das wieder die Wärme des Ofens braucht, sondern draußen in Feld und Wald Da können wir erst sehen und empfinden, wie schon gerade der Herbst ist. Eine Wanderung an einem sonnigen Oktobertag, auch wenn der Wmd kühl weht, gehört zu den schönsten Erlebnissen Wie kräftig wirkt schon der nebelige, frische Mor- gen! 'Da wird der Schlaf nicht gerade sanft aus den Äugen geblasen Frierend hüllen wir uns in den Mantel. Noch bedeckt dichter Nebel die Land- schäft, aber wir wissen, daß die Sonne durchkorn- men wixd. ..... Nur im Herbst kann man so rüstig ausschreiten. Welche Freude macht uns erst das Bergsteigen! Gipfel, die waldlos sind, werden jetzt spielend bezwungen. Keine sengende Sommerhitze lähmt unsere Kräfte 3m Gegenteil Wir freuen uns auf die ersten Sonnenstrahlen Wie kahl wirkt der Wald in den Vorfrühlingstagen, und wie reich steht er jetzt noch vor uns! Ruhig wölben sich die hohen Kronen der Bäume. Mit Zauberhand hat der Herbst goldne Blätter in das Laubdach gewebt Und jetzt: ... noch einmal bricht die Sonne unaufhaltsam durch den Duft, und ein Strahl der alten Wonne rieselt über Tal und Kluft Die müde Erde wird mit Sonnenglanz übergoßen. Wie leichte Schleier bewegen sich die Nebel auf und nieder Das ist ein Wogen drunten im Tal Doch die Sonne bleibt Siegerin Die Felder und Wiesen waren weih vom nächtlichen Reif, nun wird er tn glänzende Tautropfen verwandelt — Schön ist ein Blick von der Bergeshohe auf die bunten Wälder, hinab in die Wiesentaler Traumhafte Sehnsucht liegt über der Landschaft Meilen- weit schweift das Auge in die blau dämmernden Hügel Alles scheint nahe zusammengeruckt. Der Himmel feiert noch einmal. Endlose Fernen tun sich 361 -0 Thprsiravn 5 12. Mr -4 MF w/M zzßte 1 ordorVL 0ER KAMPF gegen ■ U MW »s ■ < M den Tabakstaub iTIEUERBURß Oie können unsere Angaben nachprüfen: Wenn Sie durch eine HAUS NEUERBURG- Zigarette blasen - ehe sie brennt so werden Sie keine Spur von Staub bemerken. war eine Herkulesarbeit. Hatte man den Staub an einer Stelle des Fabrikationsganges beseitigt, dann trat er — wie die vielköpfige Hydra — an einer anderen wieder hervor. Unendliche Mühe und Kosten hat es verursacht, diesen Verderber des Tabaks endgültig aus unseren Zigaretten zu verbannen. Der gelbe bittere Staub wird in unseren Fabriken überall, wo er sich bildet, schon im Entstehen pneumatisch abgesogen. Deshalb schmecken Haus Neuerburg- Zigaretten nicht bitter, deshalb haben sie einen gleichmäßigen Brand und deshalb sind sie auch so bekömmlich. OVERSTOLZ 5 PF. RAVENKLAU 6 PF. staubfrei schmecken niemals bitter! <9^-5 Danksagung. Gießen, den 16. Oktober 1930. düng erwünscht 7015 D 06-11 Otto Georg, vorm. H. Kühn weg 36 06304 Mietgesuche ein Radio 'T 9' o TRINKT THAMS L G A R F S - KAFFEE WNIWS W leieptjon 2213 Sellersweg 38 4 (Kreis Wetzlar). 06413 Empfehlungen] 7042A Außer der Zugabe natürlich unsere beliebten Gutscheine f Q£ TRINKT THAMS 4 GARFS-KAFFEE VaLLTORSTR-95 Schwache Nerven »VEREINIGTE WACMSWARENFABRIKEN A-G.< MASSATLLICPb”«* Ul UJ Haushalt-Misch. Pfd. 3.20 Perl-Mischung ..Pfd.3.40 (/> u. K < D °S (/> 5 Frau Katharina Kröck nebst Angehörige. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen innigsten Dank Freitag/ den 17. £)f tobet 1930, nachmittags ab 2 Llhr, ver steigere ich im ^Löwen^,Neuen- weg 28: So blitzsauber und spiegelblank waren meine Möbel noch nie. Loba-Pelltur wirkt wahreWun- der. Sie reinigt gründlich und poliert zugleich. Die Anwendung ist einfach. Doi beigegebene Auftragtuch wird mit Politur getränkt und in ein Boumwolltuch eingeichlagen. Damit werden die Gegenwände obgerieben.Etwas auftrocknen lassen u. hierauf mit weichem lappen nachpolieren. Sie macht 1. blitzsauber, 2. blitzblank. Preis mit Auftrogtuch RM. t — sind die Grundursachen der meisten Krankheiten. Bel Blutarmut. Herzklopfen, Schwächezuständen aller Art, Zittern, Appetitlosigkeit, nervösen Magenbeschwerden soll man Doppelherz, das anerkannte Nervenkräftigungsmittel nehmen. Verblüffende Erfolge. 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Oktober1930 erhalten Sie beim Einkauf von '!- Pfund Kaffee einen Bierbecher oder ein % Pfd. Zucker beim Einkauf von'/«Pfund Kaffee ein.Glastellerod. eineTafel Schokolade LViv warmen Oie JjrertSEnterbungen auf Anzeigen ohne Jlamen Zeugnisse, urfunben od sonss wichtige Papiere beizufügen: Abschriften genügen zur Sinl itung v. Anssetlungsvechand« nnaen. Oft l|l uns der Auftraggeber unbekannt und in blefen$dllen fön# nen wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Lew erbungs unterlagen Gietzener Anzeiger Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Zum freien Verkauf kommen: em Schlafzimmer (Eiche), drei Waschtische, zwei Kleiderschränke (eintürig), Nachtschränkchen und Damenräder. 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Bergwerksdirektor Dr. Gustav Einecke in Weilburg ist zum stellvertretenden Vorsitzenden des Grubenvorstandes gewählt, tz 22 der Satzung ist dahin geändert, daß das Geschäftsjahr vom 1. Oktober bis 30. September des folgenden Jahres läuft. Ferner sind die §§ 5 Abs. 3,6 Ads. 1 und 14 Abs. 2 geändert. Dem Bergassessor a. D. Joachim Fürer in Weilburg ist Prokura erteilt. 7036D Gießen, den 14. Oktober 1930. Hessisches Amtsgericht. Sludr. sucht inguiem Hause möbl.5immer mögt. Nähe d. Anatomie. Schriuliche Angeb unter 7.-310 an den Gieß. Anz. | |Stellenangebote| ein Schlafzimmer, einen zweitürigen Kleiderschrank, zwei kleine Schränkchen, einen großen Aktenschrank, zwei Küchenschränke, eine Ladentheke, drei Sofas, ~ (komplett, 220 Volt, Netz- vei Waschmaschinen, mehrere Ohne Vorkennlnisse im Malen o. Zeichnen beherrschen Sie die Stoff-Malerei Besuchen Sie bitte meine vom 20. bis 23. Oktober im Hotel Prinz Carl, Seltersweg 40, stattfindenden kostenlosen Unterrichts-Kurse mit den weltbekannten C.- aufgebürdet haben soll, davon 380 Millionen PesoS in Form von kurzfristigen Anleihen, dann i|t die Frage, wiev.el von diesem Velde die argentinische Regierung tatsächlich erhalten haben mag. nicht so ganz unberechtigt, und man kann es Dem Volke nicht verargen, wenn eS behauptet, daß der „OctopuS Wall Street" es schließlich noch um HauS und Hos bringen werde. Für diese sich immer tiefer einnistende Heber- Beugung ist der Fall des Er-Präsidenten Au- g 11 ’i p B v e i] u 1 a. bet elf Jahre lang bic schicke Peru- lenkte, bezeichnend. Leguia wurde am 25. August von einer Miliiär-„Iunta' unter Führung Generals Manuel Ponce auS dem Amte gedrängt. Ponce mußte kurz daraus seinem Wassengefährten Oberstleutnant Sanchez Ce r- r o, dem Führer der Areguipa-Revol.e, weichen, der jetzt „vorläusiger" Präsident voii 'J^eru ist. Leguia, dem selbst seine Feinde zugestehen, daß er einer der fähigsten Politiker und Berwal- tungsteainten. die Peru je gehabt, gewesen ist, ist nicht so sehr das Opfer seiner politischen Gegner gewordeii, a S vielmehr der wirlschaft- lichrn Verhältnisse und der Auflehnung gegen den nordaniecikanischen Imperialis mus. Cerro beschuldigt ihn der Mißverwaliung der öffentlichen Finanzen, des Versuches, die Oelvorkoinmen feines Landes auswärtigem Kapital in die Hände zu spielen, der llclerbürbung deS Volkes mit einer unerträglichen öffentlichen Schulden ast und der Knebelung der Presse. Daß Leguia sich mit der Entscheidung In dem Tacna Arica-Grenzstreit einverstanden erflärte, hat.« seiner Popularität gleichfalls Abbruch getan. „G r pumpte zu viel und zu oft in Wall Street, zu unerschwinglichen Zinsen und legte daS Geld in, die derzeitigen Bedürfnisse des Landes weit überschreitenden, cvtragSlofen össentlichen Arbeiten an", war der Schlachtruf seiner Gegner schon seit langem, ilnD als die weltweite Geschäits- flaute sich auch in Peru bemerkbar machte, war Senor Leguias Schicksal besiegelt. Jetzt ist er endgültig verschwunden, und aus seinem Stuhle sitzt ein verhältnismäßig unbekannter, unerprobier QHilitär, der bis zu der nächstes Jahr ftatt- findenden Wahl die von den Schullern des gestürzten „Diktators' gefallene Bürde zu tragen und sich mit Perus äußerer Schuld von annähernd 89 Millionen Dollar herumzuschlagen haben wird, von der ungefähr neunzig Prozent in den Büchern Wall Stree t s und ihres Anhangs stehen. Die Ge amtinvestie- rungen des nordamerikanischen Kapitals in Peru werden auf rund 200 Millionen Dollar veranschlagt. Kein Wunder, daß man in Washington und in Reuyork die Vorgänge im Lande der Inkas mit einer gewissen Beklommenheit ver- folgt. Daß man dem weiteren Umsichgreifen der Unraft mit starkem Unbehagen entgegensieht. Die lateinamerikanischen Länder, die mit dem Hule in der Hand nach Wall Street kamen, um Anleihen zum Bau großer Landstraßen, Hasenanlagen, fanilärer Einrichtungen, Eisenbahnen und anderer öffentlichen Verbesserungen aufzunehmen, mußten ihre Zolleinna'nnen, ihre Tabaksteuern, ihre sonstigen Einkünfte und ihre nationalen Hilfsquellen auf Generationen hinauf verpfänden. Dabei brauchten die Geldgeber im Reuyorkec Finanzviertel gar nicht erst bei den Versailler Staatsmännern in die Schule zu gehen. Denn schon vor dem Weltkriege hatten sie sich Mexiko zum Betrage von etlichen 800 Dollarmillionen verpflichtet, und innerhalb der letzten fünfzehn Jahre ist das in Lateinamerika investierte nordamerikanische Kapital auf rund zwei Dollar Milliarden angef chw 0 l - len. Die Vereinigen Staaten haben in diesen fünfzehn Jahren in Qzti.iel- und Südamerika mehr Geld angelegt, und Wall Street hat mehr Regierungsanleihen dort untergebrachl, als in In dem genannten Aufsatz von Dr. Melchior heißt es: „In dem düsteren Bild, das die statistischen Untersuchungen von den Berufsaussichten der an den Universitäten Studierenden entwerfen, gibt cö aber immerhin einige kleine Lichtblicke. Zweifellos werden von der gegenwärtigen Not der deutschen Landwirte die Aussichten der Tierärzte ungünstig beeinflußt: an ihnen sucht man ebenso zu sparen wie an den Aerzten für Menschen. Dennoch ist Tierheilkunde eines der wenigen nicht überfüllten Studienfächer, und selbst wenn die Tierärzte nur eine geringe Zahl von Klienten haben, bietet die Ausübung der Fleischbeschau in den amtlich ab- gegrenzten Bezirken ihnen eine sichere und oft erhebliche Einnahme." Wie verlockend das klingt und wieviel junge, hoffnungsfreudige Menschen werden sich, durch solche Worte betört, Doau verleiten lassen, dies nach der Medizin teuerste Studium zu ergreifen, um nachher unsäglich enttäuscht zu werden! Die Abwehr verlohn sich bei uns Tierärzten schon nicht mehr, weil die meisten von unö so weit sind, daß sie nichts mehr zu verlieren haben. Wir Tierärzte wären alle heilsroh, wenn die Aussichten in unserem Stande so wären, wie Dr. Qllargot Melchior sie schildert. Selbst Sohn eines Tierarztes und seit 23 Jahren praktischer Tierarzt, darf ich wohl von mit behaupten, Kenner der tierärztlichen Verhältnisse zu sein. War eS schon zur Zeit meines Vaters schwer, sich als Tierarzt durch seiner Hände Arbeit ein Vermögen zu erwerben, von dem man später auskömmlich leben konnte, so ist das heute unmöglich geworden. Die meisten von unS sind sroh, wenn sie gerade noch vegetieren, eine große Zahl leidet direkt bittere Not. Die Zahl der praktischen Tierärzte, die schon vor dem Krieg reichlich groß war, hat sich durch den unglücklichen Krieg noch um die Zahl der Militär-Veterinäre erhöht, und außerdem ist die Anzahl der Studierenden erheblich größer geworden. Deutschland ist durch den Versailler Vertrag viel kleiner, die Viehhaltung hat sich verringert und die Pferdehaltung wird allmählich auch auf dem Lande abnehmen, wie fic sich durch die Motorisierung deS Verkehrs in der Stadt bereits gewaltig verringert hat. Dazu kommt jetzt noch bie gewaltige, wirtschaftliche Not unterer Landwirtschaft und wir praktischen Tierärzte sind mit den Landwirten auf Gedeih und Verderb verbunden! — Die Einnahmen auS der Fleischbeschau bilden bei dem Gros der praktischen Tierärzte die «inober nicht. die zum Sturz der Regierung führte. In Kuba mag lid> in absehbarer Zeit ähnliches ereignen. Prälikent Macbado, Der auf einen zweiten Ämtslermin spekuliert, hat jetzt schon die größten Schwierigkc.ten, seinen wackelnden Stuhl zu behaupten, Schwierigkeiten, denen er mit Maßnahmen begegnen toll, über die man noch nicht einmal anbeutungSlveite reben kann. Nirgends in ganz Lateinamer.ka ist man auf die Regierung wie auf die 'Bereinigten Staaten fo Ich!echt zu sprechen, wie in Kuba. Und der Zucler- zoll hat nur Oel ins Feuer gegossen. Die Kubaner bezichligkn die Walhingloner Regierung ganz offen der dem Willen des Volke- zuwiderlausen- den Unterstützung Maä>adoS, genau so, wie man Coolidge vorwarf, er habe durch da- Verbot Cer Waffenausfuhr jede Auflehnung gegen den mexikanischen Präsidenten Calle» vereitelt. zu sehen, wie Präsident ka;,e stellen wird, ob er die auS den diversen Revolutionen hervor- gegangenen neuen Regierungen anerkennen will Daten für Freitag, 17. Oktober. Sonnenaufgang 6.26 Uhr, Sonnenuntergang 17.05 Uhr. — Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 15.47 Uhr. 1760: der französische Sozialist Saint-Simon geboren; — 1894: der Komponist Chopin In Paris mstarben; — 1893: der Komponist (9eunob in St. Cleud gestorben. Oochschulnachrichten. Zum Nachsolger von Prof. L. Spitzer auf den Lehrstuhl der romanischen Philologie an der Universität Marburg ist der Privatdozent ebenda BibliothekSrat an der Universitätsbibliothek, Dr. jur. et phil. Erich Auerbach, in Aussicht genommen. Zur Wiederbesetzung der Abteilungsvorsteherstelle am Ehemischen Institut der Universität Greifswald an Stelle von Prof. Th. Posner, ist ein Ruf an Prof. Dr. phil. et mcd. Robert F r i ck e in Münster ergangen. — Der Lehrstuhl für öffentliche- Recht an der Universität Münster (an Stelle de- verstorbenen Jos. LukaS ist dem Ordinarius Dr. Erhard Neuwiem in Greis-Wald angeboten worden. - Das durch die Berufung von Prof. W. Schmidt an die Berliner Technische Hochschule in Tübingen erledigte Ordinariat für Mineralogie und Petrographie ist dem Privatdozenten Dr. Felix Mach a t sch ki an der Universität Graz übertragen worden. Der Ordinarius für Forstwissenschaft und Vorstand deS Institutes für forstliche Ertragskunde an der Technischen Hochschule in Dresden, Preuß. Staatsobersörster a. D. Dr. IuliuS Busse ist am 1. Oktober d. I. krankheitshalber in den Ruhestand getreten. Pros. Busse isst Herausgeber deS „Tharandter Forstl. Jahrbuches". Er leitete auch die bisher sorsttech- nische Abteilung der Forstlichen Versuchsanstalt. Der Sächsischen Fachkammer für Forstwirtschaft, dem Reichsforstwirtschaftsrat sowie dem Prü- fungSamt für den Sächsischen höheren Staats- forstdienst gehört er als Mitglied an. Man ist begierig, zu fet Hoover sich zu der heiklen Fc n diversen R zige sichere, aber leider meist nicht erhebliche Einnahme. (Zu vergessen ist hierbei nicht, daß es außer Tierärzten, die mit der Fleischuntersuchung betraut sind, auch noch Laienfleischbeschauer in erheblicherer Zahl als die Tierärzte gibt!) Werden die Einnahmen auS der Fleischbeschau aber wirklich einmal „erheblich" (in Hessen ist dieS kaum der Fall!), so werden sie von Der Regierung so beschnitten, daß sie nicht mehr erheblich sind! Die Verhältnisse liegen also keineswegs derartig, daß man die Aussichten im tierärztlichen Berufe als aussichtsreich bezeichnen tonnte, sie sind im Gegenteil trostlos! Wären sie aussichtsvoll, bann hätte ich einen meiner Söhne auch wieder Tierarzt werden lassen, da ich selbst aus Lust und Liebe Tierarzt wurde. dem ganzen vorangegangenen Zeitraum Der Bete,ligung der United State« an der Entwicklung Latcinamerlkas Da die Reunorker Bankier- in saft jedem Falle, hauptsächlich aber während der letzten hnöertbalb Dezennien, vor Dem Aus legen einer Bonds-Emission jeweils mit der Washingtoner Regierung zu Rate gegangen sind, sieht Laieinamerika letztere als stark mitbeteiligte Partei in der Sache an. Vor einigen Monaten versuchte Präsident Her- nando Sile- von Bolivien angesichts de- bevorstehenden Ende» seines Amtstermins einen BersassungSzusatz durchzudrücken, der ihn, daS weitere Verweilen im Amte ermögliche sollte. Er wurde von Heer und Volk prompt an- dem Amte entfernt, und Die» trotz des Umstande», daß an der Spitze Der Armee Der Deutsche General Kundt ftanD, Den Sile» selbst mit der Ausbildung seiner Truppen betraut hatte. Hier war e» Die Furcht vor Der Diktatur. Kommunallonflilt in Aßlar. Wetzlar, 15. Ott. (WSR.) In der größten Landgemeinde des Kreises Wetzlar, in Aßlar, hat sich ein St 0 in munalkonfiikt entwickelt. Die vier bürgerlichen OemeinDe Vertreter Ijabctt ihr Amt niedergelegt und sind aus der Gemeindevertretung, die außerdem noch acht sozialdemokratische Mitglieder zählt, ausgetreten. Die bürgerlichen (Bcmeinbeuer- freier begründen ihren Schritt In einem Schreiben an den Olemeindevorsteher, in dem sie darüber Klage führen, daß in den Gemeindevertretersitzungen von einer eigentlichen Beratung niemals die Rede sein konnte. Wichtige Punkte der Tagesordnung seien damit erledigt worden, daß vorherige sozialdemokratische Fraktions- beschlüsse einfach zum G e m e i n d e r a t s- beschluß erhoben wurden. Die gegensätzliche Ein- stellung des sozialdemokratischen Fraktionosührera gegeniiber dem größten Aßlarer Industrieunternehmen habe die Partei veranlaßt, bei der (Dateberatung eine Erhöhung der L 0 hnsu m m c 11 ft e u c r von 950 auf 2100 v.S). zu beschließen. Mit diesem Satze steht 'Aßlar an der Spitze von allen preußischen Landgemeinden. Am Schluß des Briefes wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die Aussichtsbehörden durch den Austritt der bürgerlichen Ge- mcinbcucrtretcr aufhorchen und veranlassen werden, fernerhin die Beschlüsse des Öemeinberato einer strengen Priisung zu unterziehen. Inzwisä)en soll bereits der Regierungspräsident eine Rachprüsung des Haushalts der (tzemeinde angeordnet haben. Die „schöne Unbekannte". persönliche Erinnerungen an Rußlands Gchictsalsstunde. — Wie das Zarenreich eineBerfassungerhielt. — OieverhängnisvolleSchlitienfahrt.-- OasBegräbnis des Fürsten Trubehkoj. — Oer ^Verein der Vereine". Don Dr. Alexander Andreewsky. Dor genau einem Dterteljahrhundert wurde dem russischen Volk die seit Jahrzehnten begehrte Verfassung verliehen. Durch die das Zarenreich auch in staatsrechtlicher Beziehung in das europäische Staatensystem eingegliedert werden sollte. Am 17. Oktober 1905 wurde die russische Verfassung verkündet. Dos russische Parlament, daS damals geschaffen wurde, ist bekanntlich von der Gowjetrcgierung 1917 aufgelöst worden. Seit einem Jahrhundert verlangten alle russischen intellektuellen Artige sehnsüchtig nach der parlamentarischen RegierungSform Hur wenige wissen, daß dieser Wunsch bereits im Jahre 1881 beinahe in Erfüllung gegangen wäre. Zar Alexander II. der sich liberalen Reformen keineswegs verschloß und im Iahre 1861 Aum Ent- fetzen der rufNschen Großgrundbesitzer die Leibeigenschaft abgeschafft hatte, trug sich mit dem Gedanken, Rußland durch eine parlamentarische Verfassung in die Reihe der europäischen Staaten zu rücken Gr betraute den damaligen Kanzler des russischen Reiches, Graf LoriS Melttow, mit der Ausarbeitung der ersten russischen „Konstitution". Am 1. März 1881 sollte dieses wichtige Aktenstück unterschrieben werden, in der Absicht, es bald darauf zu veröffentlichen. Wie gewöhnlich, fuhr der Zar auch an jenem Morgen in feinem Schlitten durch die Ströhen der Rewastadt. Das Schicksal wollte eS, dah er nicht mehr lebendig zurückkehren sollte. Der Zar fiel an diesem Tag einem Bombenanschlag zum Opfer. Riemand kann heute sagen, tote die Geschichte AuhlandS sich weiter entwickelt hätte, wenn es bereits im Jahre 1881 in die Reihe der parlamentarischen Staaten Europas getreten wäre. Seit jenem Tage hatte die russische Oefsent- lichkeit nur einen Wunsch: das Parlament. Zar Alexander III. unterdrückte in plumper Reaktion alle Versuche, eine Verfassung zu erlangen. Bei jedem öffentlichen Bankett wurde seitdem ein feierlicher Toast aus die „schöne Unbekannte" getrunken. Der unweigerlich kontrollierende Gendarm sragte dann, wer denn die schöne Unbekannte sei, aus deren Gesundheit mit soviel Eifer und Fleiß getrunken wurde. Die Antwort lautete stets: „Es ist eine schöne Ballettänzerin, die Freundin des Herrn, der den Trintspruch gemacht Hot." Wollte der Hüter der Ordnung auch noch den Romen der betreffenden Dame wifsen, fo pflegte man ihm au erklären, dah ein Gentleman den Ramen seiner Geliebten nicht verraten dürfe. Der Vertreter der Polizetgewalt gab sich auch gewöhnlich mit dieser stereotypen Erklärung zufrieden, obwohl er ganz genau wußte, dah unter der .schönen Unbekannten" die Verfassung gemeint war. Die Regierung des Zaren AlexanderIII. verlief im düsteren Schatten der Reaktion. An liberale Reformen, zumal an die Schaffung einer Volksvertretung, war gar nicht zu denken. Rach dem Tod Alexanders ll I. richteten sich die Blicke voller Hoffnung auf den jungen Zaren Rikolau - 11., von dem man große Zugeständnisse an die ösfentliche Meinung erwartete. Der Zar verschloß sich jedoch allen Reformen und erwiderte einer Delegation, die ihn um die Gewährung einer parlamentarischen Verfassung bat: „Diese Wünsche sind hoffnungslose Träumereien." Als im Iahre 1904 der russisch-japanische Krieg ausbrach, benutzte die liberale Presse die Riederlagcn der russischen Armeen im Fernen Osten, um in bestimmter Form eine parlamentarische Volksvertretung zu fordern, die allein Rußland vor dem Chaos retten könnte. Ein Professor der Moskauer Universität, Fürst T r u * betzkoj, veröffentlichte einen flammenden Artikel über dieses Thema. Einige Tage darauf starb er. Sein Begräbnis gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung gegen die Regierung. Die öffentliche Meinung war über den sinnlosen Krieg und den Zusammenbruch der russischen Heeres- macht empört. 3m Herbst 1905 tagte in Petersburg eine Organisation, die sich „Verein der Vereine" nannte, und in der sich Vertreter aller freien Berufe — Aerzte, Rechtsanwälte, Ingenieure und Künstler — zusammengeschlossen hatten. Dieser Verein führte eine recht deutliche Sprache, und die Regierung des Zaren fürchtete mit Recht, daß er sich In eine konstituierende Versammlung verwandeln könne. Ein Witzblatt ging soweit, eine Karikatur des Zaren zu bringen, der auf dem Bild einen nach Deutschland fahrenden Zug bestieg. Am aktivsten beteiligten sich die Studenten an den innerpolitischen Wirren. Im Frühling 1905 waren Studenten der Moskauer und Petersburger Universität In den Streik getreten, der solange dauern sollte, bis Rußland eine verfassungsmäßige Regierung erhalten habe. Täglich fanden in der Petersburger Universität — an der ich damals studierte — Versammlungen statt. Iungc Mädchen mit kurzen Haaren, was damals als äußerst revolutionär empfunden wurde, sammelten Geld für den Kampf gegen die autokratische Zarenreaierung, die sich immer noch abwartend verhielt. Einer der leidenschaftlichsten Redner war KuSmin Karawajew, ein Student mit langem Haar und fanatischen Augen In einem bleichen Gesicht. Heute steht der ehemalige Revolutionär an der Spitze der Fürsorge für zaristische Emigranten in Berlin! Ansang Oktober wurde der General streik erklärt. Plötzlich standen alle Betriebe still. Durch den Streik der Eisenbahnen war Petersburg von der ganzen Welt abgeschnitten. Da die Zeitungen nicht erschienen, konnten die widersprechendsten Gerüchte in Umlauf gesetzt werden. Licht, Wasser, Straßenbahn — alles versagte. Das hatte man noch wenige Tage vorher für unmöglich gehalten! Die Straßen lagen finster und oroheno, Scheinwerfer der RegierungStrup- pen, die die Stadt in ein Militärlager verwandelt hatten, suchten verborgene Revolutionäre auf. Am 17. Oktober morgens wurden an den Straßenecken und an den Säulen Plakate geklebt. Der Zar hatte dem Volk eine parlamentarische 03 e r f a ff u na gegeben. Es war die Großtat des Grasen Witte, der soeben den Friedensschluß mit Iapan erwirkt hatte, und dem eS nun gelang, den Zaren trotz den heftigsten Widerständen der Hofkamarilla zu überreden, daS Manifest zu unterschreiben. Am Abend des 17. Oktober wurde in der Hofoper von Petersburg statt einer angekündigten russischen Oper wegen mehrfachen Erkrankungen des Personal- Richard WagnerS „Lohengrin" angejet)t. Wagner war damals große Mode in Rußland. Ich begab mich ins Opernhaus. Der Zuschauerraum war beinahe leer, während sich auf den Straßen ungeheure Menschenmassen bewegten. Die beiden ersten Akte Der ausgezeichneten Ausführung der Hvagneroper verliefen ohne jede Störung. In der Pause vor dem dritten Akt brach plötzlich eine Menschenmenge in keineswegs opernmäßiger Kleidung in bai Opernhaus ein. Die Leute verlangten eine Absetzung der Vorstellung ; sie waren empört, weil Polizei- und Regierungstruppen auf die Demonstranten, die den ersten rJ3erfaffung6tag feiern wollten, rücksichtslos geschossen hatten. Die wenigen Zuschauer wollten sich aber keineswegs in ihrem Kunstgenuß stören lassen und protestierten lebhaft gegen die Störung. Darauf entstand eine Prügelei im Zuschauerraum, und eine Stimme rief: „Gleich wird eine Bombe explodieren!" Man kann sich vorstellen, daß dieser Zuruf eine Panik auslöste. Die wenigen Zuschauer hetzten zum Ausgang. Das Orchester lieh sich aber durch Die anaeolich drohende Gefahr nicht stören und spielte inzwischen die Einleitung zum dritten Akt. Der Doryang hob sich, und auf der Bühne erschien das Brautpaar, Lohengrin und Glsa. Der in Dunkelheit gehüllte Zuschauerraum wurde plötzlich hell erleuchtet. Irgendjemand hatte nämlich die Zarenhymne verlangt. Und nun erlebte man das sonderbarste Schauspiel: Die mittelalterlichen deutschen Ritter fangen statt des berühmten Brautchores die russische Zarerchymne. Er war eine unerwartete Demonstration, deren Eindruck gespenstisch wirkte. Gin alter Herr fang im Parkett mit meckernder Stimme mit. Die Hymne wurde dreimal wiederholt. Run wollte der Chor das Drautlied anstimmen: aber die Ruhe im Zufchauerraum war längst dahin, die Vorstellung lieh sich nicht retten. Im Dar kett erhob sich wieder das Gejohle. Die Ruhestörer wollten offenbar die Aufführung sprengen, was ihnen schließlich auch gelang. Der Vorhang wurde heruntergelassen, und es blieb den wenigen Obern» besuchern nichts anderes übrig, als nach Hause »u gehen. So endete der erste Tag der russischen Verfassung. Den Unruhen in Petersburg folgten Unruhen im ganzen Land. Zwei Monate später brach in Moskau ein bewaffneter Aufstand aus, der beinahe mit dem Sieg der Revolutionäre geendet b-atte. Mit dem 17. Oktober 1905 begann — reichlich verspätet — eine neue Epoche des Zarenreiches, die erst mit der bolschewistischen Revolution ihr Ende gefunden hat. Wünsche an die Reichsbahn. Mangelhafte Durchführung eines guten Gedankens. — Eine empfindliche Lücke im Fahrplan. Die Reichsbahnverwaltung hat sich vor kurzem entschlosien, ihren Dienst am Kunden durch Einführung der Sonntagskartenbenutzung an bestimmten Werktagen zu verbessern. Allgemein wurde dieser Entschluß der Reichsbahn lebhaft begrüßt, leider zeigt sich aber schon jetzt, daß die maßgebenden Stellen der Bahn bei dieser Initiative auf halbem Wege stehen- ge blieb en sind. Zunächst wurde keinerlei amtliche Ankündigung über den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Vergünstigung und über deren räumliche Ausdehnung veröffentlicht, so dah die breite Masse der Bevölkerung bislang in Unkenntnis über die Einzelheiten dieser Reueinrichtung blieb. Ferner wurde auch hinsichtlich der räumlichenAus- d e h n u n g dieses neuen Dienstes am Kunden nur eine unvollkommene Maßnahme getroffen. Die Benutzung der verbilligten Sonntagsfahrkarten ist Im Bereiche der Reichsbahndirektion Frankfurt nämlich nur auf die Mitlwochnach- mlttage von 12 bis 24 Uhr beschränkt worden und erstreckt sich räumlich von Gießen aus nur auf den verkehr mit den Orten Wehlar, Braunfels oder fiatjenfurtt), Bad-Rauheim, Lich und Marburg. Für den Reiseverkehr an den Mittwoch Vormittagen ist man auf die Lösung einer Fahrkarte zum vollen Preis angewiesen, und Hinsicht» lich der Reichweite ist vor allem das Fehlen der Stadt Frankfurt a. M. und zahlreicher oberhesslscher Städte sehr zu bedauern. Angesichts der mangelnden Bekanntgabe der neugeschaffenen Einrichtung und angesichts ihrer räumlichen Unzulänglichkeit kann man schon heute mit fast absoluter Gewißheit behaupten, daß dieser Maßnahme der Reichsbahn kein dauernder Bestand vergönnt sein wird. Wenn diese Einrichtung zu einem wirklich populären Derkehrsinstrument und zu einem starken AnreiA für die Reisenden werden soll, erscheint es dringend geboten, dem Publikum erheblich weiter als bisher entgegenzukommen. ES wird dabei vor allem erforderlich sein, dah die Reichsbahnverwaltung den Kreis der für diese Derkehrsvergünstigung zugelassenen Orte ganz erheblich erweitert, die zeitliche Beschränkung an den Mittwochen, von 12 bis 24 Uhr aufhebt und dafür die Gültigkeit der verbilligten Fahrkarten auf den ganzenTag ausdehnt — nach der jetzt geltenden Regelung haben sie nämlich auch für den RachmittagSausslugsver- kehr angesichts der früh heceinbrechenden Dämmerung nur beschränkten Wert —, sowie schließlich auf weitgehende Publizität zugunsten dieser Verbesserung bedacht ist. Die ursächliche Absicht der Reichsbahnverwaltung, mit Hilfe dieses neuen Dienstes am Kunden die FrequenzderBahn und damit auch die Einnahmen zu steige r n, würde sicherlich bei einer möglichst weit- herzigen Handhabung des neuen Planes besser und umfassender zu erreichen sein, als mit den gegenwärtigen kleinen und beschränkten Mit- telchen. Wie die Dinge jetzt liegen, wird sich die Reichsbahnverwaltung wohl bald veranlaßt sehen, die nur auf jederzeitigen Widerruf eingeführte Maßnahme wieder aufzuheben, wobei man dann mit einer Geste des Bedacköms auf die mangelnde Inanspruchnahme durch das Publikum Hinweisen, dabei aber nicht zugeben wird, dah man selbst infolge mangelhafter Durchführung den an sich guten Gedanken schon von vornherein zum Scheitern verurteilt hat. Menn dieses bedauerliche Resultat vermieden werden soll, ist es nötig, ungesäumt mit mehr Großzügigkeit an die Erledigung dieser Aufgabe heranzugehen. • Im Fahrplan der Strecke Gießen — Fulda und weiter nach Mitteldeutsch- l a n d ist in letzter Zeit wiederholt eine empfindliche Lücke unangenehm vermerkt worden. Wer mit dem Pz 555 um 12.35 Uhr vost Gießen ab* fährt, um nach Leipzig und weiter nach S a ch - f e n zu reifen, muh die betrübliche Feststellung machen, dah der Giehener Zug um 15.17 Uhr in Fulda ankommt, der von Frankfurt nach Leipzig fahrende D243 aber eine Minute vor der Ankunft des Gießener ZugeS, nämlich um 15.16 Uhr von Fulda abfährt. Der hinter dem Leipziger 0'Zug fahrende Hamburger D 89, der im Winterfahrplan nur in der Weihnachts- und Neujahrszeit und dann erst ab 1. April 1931 verkehrt, könnte wohl ohne Schwierigkeit zeitlich etwas näher an den D 43 JMeW-MWW Roman von Hans Friedrich. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten „Darf ich Sie begleiten?" Die nickte ihm mit Ihrem Dpitzbubenlächeln zu. „Wenn Die Kavalier sein wollen und mir die Dtasfelel tragen, gern." „$>a«Jotolefo. Die Malerin richtete sich auf. „Ich muh ein Stück weiter links. Von da sind die Konturen des GrieSkoselS noch massiger, und ich bekomme die Haimrach-Alm mit auf die Leinwand." „Später komme ich nach", sagte Gutenberg phlegmatisch. „Wir können dann in der Hütte eine Suppe essen und den Abstieg gemeinsam an treten.“ Als Erdmute außer Sehweite war, griff er zu Papier und Füllhalter. Es drängte ihn, zu schreiben. Er wollte ursprünglich eine Disposition zu einer Szene seines ihm in blassen, verschwommenen Farben vorgaukelnden Gebirgsromans aufstellen. Aber dann wurde es ein Brief. Er schrieb: „Liebe Trudel Zehn Tage bin ich nun fort von Dir, und ich habe das Gebot des Schweigens gehalten. Aber nun mache ich nicht mehr mit. Ich muh Dir, mein Liebling, wenigstens einen Gruß schicken. Wirklich, es ist schon schlimm genug, dah wir uns nicht sehen dürfen. Sollen wir uns auch noch durch das törichte Schweigegebot quälen? Bisher geht es mir gut. Es reift etwas In mir. Das Hochgebirgsmilieu wirkt befruchtend auf meine Phantasie. Allerdings mit dem per- sönlichen Erleben ist eS nicht weit her. Ich muh mich auf meine Gucker verlassen, wie der Iäaer sagt. Auch eine Partnerin habe ich gefunden, ein liebes, scheues Mädel: Die Dres- dener Malerin Grdmute Hansen. Wir sprechen viel von Dir. Und mein Glück wäre komplett, wenn Du mit hier sein könntest. Du, hier weht HöhenlustI Ich vergesse das Gehämmer und den Geruch unserer fleißigen Stadt. Hier verwächst man mit der Ratur. Und ich merke: Dieses Milieu liegt mir. Ich habe einige Raturschilderungen in meinem Skizzenbuch, die ich als gelungen betrachten bars. Und trotz allem nagt die Sehnsucht. Ich mödjte heim zu Dir! Du arme- Kind würdest gewiß auch gern mal auSspannen. Aber warte: Wenn mir das große Werk gelingt, fahren wir gemeinsam noch ein Stück in den Sommer. Das soll eine späte Hochzeitsreise werden. Gelt, Schah? Sei herzinnigst gegrüßt und schreibe wieder Deinem Heinz." Als er da« geschrieben hatte, wurde e« ihm leichter ums Herz. „Hol der Teufel alle Vereinbarungen! Wenn man an ein Weib gewachsen Ist, soll man nicht als Asket in die Einsamkeit gehen..." Erdmute war mitten in der Arbeit, als sie hinter sich Schritte hörte. In der Meinung, daß eS Gutenberg sei, sagte sie laut ohne den Kopf zu wenden: „Run, haben Sie sich von der Sonne schmoren lassen?" Ieht war das schwere Atmen dicht hinter ihr, und eine fremde Stimme antwortete: „Aber gehörig, mein Fräulein." Erschrocken wandte sich die Malerin um. „Grüß Gott!" sagte der junge Braungebrannte und zeigte im Lachen einen Mund voll blitzender Zähne. Deine nackten Knie waren sehnig und stark. Dein kantiger Charakterkopf prägte sich den Augen der Malerin sofort ein. Erft nach einigen Sekunden brachte sie eine Entschuldigung heraus. „Ich glaubte, eS wäre ein Bekannter von mir." „Meinen Sie den Herrn mit der blauen Iacke, der drüben in der Mulde liegt und dem lieben Gott In den Himmel guckt?" Erdmute muhte lachen. „3a, der Gottsucher ..." Ieht trat der stämmige Bursche, den die Malerin für einen EinhÄmischen hielt, näher an die Staffelei heran. „Alle Achtung, daS ist gekonnt!" sagte er anerkennend und in reinstem Hochdeutsch. Erdmute wurde irre. Wer konnte daS fein? Unter den Sommerfrischlern und Touristen von Sölden hatte sie ihn noch nicht gesehen. Da stellte er sich vor, nannte seinen Ramen: „Ludwig Schwaihoser aus München." Und seine Augen blitzten, als er hinzufügte: „Mir gehört die Iagd auf der anderen Seite, drüben am Brunnenkogel." Gr verfiel mitten in seiner Rede In Dialekt, wie immer, wenn ihn etwas stark bewegte oder interessierte. „Und wann S' amal a Motiv suchen, wie S' no net g'schaut hoam, kommen S' aufsi an mel Jagdhütten rechts vom Falkner." Erdmute lächelte verbindlich. „Sehr liebenswürdig, Herr Schwaihofer. Vielleicht mache ich schon sehr bald Gebrauch von Ihrem Angebot." Der Münchner bat um die Erlaubnis, ihr ein wenig zusehen zu dürfen. Die nickte gewährend. Gleich Darauf kam auch Gutenberg herüber. Die Herren machten sich miteinander bekannt. Dann lag einer rechts, der andere links von der Feldstafselei und beobachtete den Fleiß der Malerin. Und zuweilen ging auch' ein flinker, ab- schätzender Blick von einem zum andern. „Run habe ich schon zwei Freunde!" dachte Erdmute, innerlich belustigt, ohne auch nur mit dem winzigsten Gedanken zu ahnen, was aus dieser unscheinbaren Rivalität entstehen könnte. 7. AuS Wien wurde nichts. Gertrud hatte sich in der Rächt alle« bedacht. Als sie am anderen Morgen mit Strobl am Bahnhof zusammentraf, legte sie ihm ihre Bitte vor. „Weißt du, Franz, in Wien ist es jetzt zu warm. Mir wäre cs lieber, wenn wir gleich nach Innsbruck fahren könnten." Der Geiger kniff das linke Auge ein. „Trude, ich tue dir den Gefallen. Aber bitte keine Ausflüchte! Wien kommt dir nicht wegen der Sommerhitze ungelegen, sondern das ist dir zu weit weg von den Bergen, gelt?“ Die hielt seinem Blick stand. „Und wenn es so wäre?" trumpfte sie ungeduldig auf. „Aber Mädi — warum gleich so hart“, beschwichtigte er, halb erschrocken, halb belustigt. Während der Fahrt kam die von Strobl angeschnittene Vermutung wie das Leitmotiv einer Oper immer wieder in den stillen Betrachtungen Gertruds zum Durchbruch. Ratürlich war ihr Wien viel zu fern. Ihre Sehnsucht galt den Bergen. Dort wußte sie Heinz. Irgendwo in einem stillen Alpendorf lebte er, verwoben mit seiner Umgebung und ihren Bewohnern. Vielleicht schon eingesponnen in ihre Schicksale ... Das Bewußtsein, ihm räumlich näher zu fein, war so unendlich tröstlich! Aus der langen Fahrt war Franz Strobl der denkbar fürsorglichste Begleiter. Er brachte Gertrud Erfrischungen, sorgte für kurzweilige Unterhaltung, kaufte die neuesten Magazine, immer bemüht, seiner neuen Partnerin die Reise fo angenehm wie möglich zu machen. Rachdem sie in München umgeftlegen waren und im Mittenwald-Innsbrucker Schnellzug saßen, wurde Gertrud ein wenig nervös. „Sag mal, Franz, sprachst du nicht davon, daß Herr und Frau Dr. Berger in Garmisch-Partenkirchen Aufenthalt genommen haben?" Strobl, der ihr am Fensterplatz gegenüber» saß, nickte. „Allerdings. Aber jetzt sind sie schon wieder fort. Ich glaube, die Herrschaften wollten nach Marienbad." Das war gelogen. Dr. Berger dachte nicht so bald an einen Wechsel seines Ferienaufenthaltes. Davon war überhaupt nicht die Rede gewesen. Frau Trude« Blick umflorte sich. Und mit einem unterdrückten Seufzer lehnte sie sich in die Polster des Abteil« zurück. „Wa« hast denn, Mädi? Is viel warm, gell?" suchte Strobl zu beschwichtigen. Sie schloß die Augen und blieb die Antwort schuldig. Er deutete Jie sich auch ungesprochen richtig: Am liebsten hätte Trude in Garmisch für einige Stunden die Fahrt unterbrochen, um durch Dr. Berger Räheres über ihren Gatten au erfahren! Mit listig verkniffenen Augen lächelte der Wiener in fich hinein. Oho, das konnte ihm noch fehlen! Da wäre aus der Konzertreise nichts geworden ... So weit kannte er seine Partnerin schon: Sie hing an Heinz und hätte am liebsten den ersten besten Zug benützt, um zu ihm zu eilen. Es war ohnedies ein Risiko, mit ihr in Innsbruck zu gastieren. 3a, mit Der Liebe hatte es seine Bewandtnis: Wenn sie übermächtig wurde, schwang sie sich über das ganze Bollwerk von guten Vorsätzen und Prinzipien und folgte blind dem Drange gottgewollten Gesetzes. ♦ * * Seit Erdmutes Flucht war der Unfrieden in Villa Hansen eingezogen. Zwischen Frau 3rma und ihrem Gatten wurde kaum noch ein Wort gewechselt. Das Frühstück verlief meist in Schweigsamkeit. Peter Hansen litt im Anfang unter diesem unerquicklichen Zustand. Verschiedentlich versuchte er einzulenken, doch noch jedesmal stieß er auf Widerstand. Irma stellte immer dieselbe Bedingung: „Ruf das Mädel zurück!" Dagegen bäumte sich sein Stolz auf. Und seine Vernunft. Er liebte Erdmute, fein einzige« Kind, über alles. Und nur um einer reinen Macht- und Prestigefrage willen ihren Weg zu stören — nein, dazu gab er sich nicht her. Der erste Kartengruß Mutes kam aus Garmisch. Und heute traf mit der Frühpost da« zweite Lebenszeichen des Mädels ein: Eine selbst- gezeichnete Federjtizze mit der Ansicht von Sölden. Das kleine Kunstwerk lag neben der Kaffeetasse des Hausherrn. Rach dein ersten Gruß war wieder Stille. Frau Irma bediente ihren Gatten schweigend und aß selbst ein Honigbrötchen. Peter Hansen las erst das Kärtchen, ehe er einen Bissen anrührte. Dabei hellten sich seine welken Züge merklich auf. Es war, als ob plötzlich breit flutende Sonne in das beschattete Zimmer fiele. 3rma merkte es und — ärgerte sich. Sie sah in ihrem duftigen, kurzen Morgenkleid, schon sauber frisiert, gepudert und bemalt, sehr vorteilhaft aus. Rur die scharfe, mißmutige Falte zwischen den nachgezogenen Brauen störte die Harmonie ihres Gesichtes. Und wie das fo geht: Frauenärger läßt sich meist nicht zurückdämmen, er hat Explosivkraft. Als Hansen nicht zur Tasse griff, sondern immer wieder eingehend jede Linie der Skizze betrachtete — besonders die zarten Konturen des Röder- kogels gefielen ihm ausnehmend — zischte Irma: „So leg’ doch endlich mal das Gekritzel weg. Der Kaffee wird kalt." (Fortsetzung folgt.) Rott {m . aft t£ S* ,3m M6 5^5 ?s%$. A^rn ®wfr : Är «S'M« “» Wh! 'Pfint^e ble zeitliche JJ Ö bis 24 dec der« Aen,$agauj. ALL chendrn Dämme« "• sowie zugunsten dieser rlachliche Absicht )>lse dieses neuen enzderDahn men zu stei« ^glichst weit« s neuen Planes -"sein, als mit ^schränkten Alt« m. wird sich die deraniaht sehen, M eingeführte wchri man dann us die mangelnde blikum Hinweisen, dah man selbst Durchführung ken schon von c n verurteilt hat. it vermieden wer« iumt mit mehr Erledigung dieser :de Giehen - itteldeutsch« olt eine empfind- ft vordem Der >n Gießen ab- ikt nachSach« iche Feststellung im 15.11 Hr in lfurt nach Leipzig wie vor der An- lch um 15.16 Uhr :er dem Leipziger 9, der im Winter- und Neujahrszeit rkehrt, könnte wohl näher an den D 43 lieb die Antwort gesprochen richtig: Misch für einige n, um durch Dr. tten zu erfahren! ]cn lächelte der konnte ihm noch rtreise nichts ge* seine Partnerm )ätte am liebsten um zu ihm 3U isiko, mit ihr m eine DewandtniS: schwang he slch guten D-rsaYen iind dem Drange Frankfurt—Berlin herangelegt werden (vielleicht um vier bis fünf Minuten), so daß es dann wohl unbe- denklich wäre. dem Leipziger V-Zug 243 In Fulda einige Minuten mehr Aufenthalt zu geben, damit dort der llebergang von dem Gießener Personenzug auf den O-Zug nach Sachfen zustande kommen kann. Wenn der O-Zug nach Leipzig statt um 15.16 Uhr um 15.21 Uhr in Fulda abfahren würde, wäre zwischen der Ankunft des um 15.17 Uhr eintreffenden Gießener Zuges und der neuen Abfahrtszeit eine Spanne von 4 Minuten, die zum Ilm- steigen ausreichen dürfte. Hoffentlich wird die Reichsbahndirektion Frankfurt den jetzigen Uebel- stand schnellstens beseitigen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. Oktober 1930. Bereinigung der Grundbücher. Don der Hessischen Amtlichen Pressestelle wird mitgeteilt: Aach einer Bekanntmachung des Hessischen Justizministeriums haben die Gläubiger solcher Hypotheken, Grundschulden, Rentenschulden und Reallosten, die nach dem Aufwertungsgeseh auf« gewertet sind, deren Aufwertung im Grundbuch aber noch nicht eingetragen ist, den Antrag aus Eintragung der Aufwertung des Rechts spätestens bis zum 31. März 1931 bei dem zuständigen Grundbuchamt zu stellen. Zuständig ist das Grundbuchamt, von dem das Grundbuch für das belastete Grundstück geführt wird. Wird der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, so erlischt das aufgewertete Recht am Grund st ück und wird, soweit es noch im Grundbuch eingetragen ist, von Amts wegen gelöscht. Der bezeichnete Rechtsverlust bedroht insbesondere alle im Grundbuch eingetragenen noch auf (Papier-)Mark lautenden Rechte, die (weil keine Rückzahlung erfolgt war), ohne eine Anmeldung bei der Aufwertungsstelle kraft Gesetzes aufgewertet find, und ferner die Rechte, mögen sie gelöscht oder noch eingetragen sein, für die (weil eine Rückzahlung bereits erfolgt war) zwar die Anmeldung des Anspruchs auf Aufwertung bei der Aufwertungsstelle erfolgt, aber kein Antrag an das Grundbuchamt auf Eintragung des Aufwertungsbetrags in das Grundbuch gestellt worden ist. Dom Gießener Diehmarki. An den Dormarkttagen beim Vieh- markt wird in der Zeit von 14.30 bis 17 Ahr die Hamm st ratze zwischen der Eisenbahnüberführungsbrücke und der Güterabfertigung für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Umleitung nach der Margaretenhütte erfolgt von der Ecke der Hammstrahe durch Gabelsbergerstratze, Franffurter Straße, Wetzlarer Weg. Die Umleitung von der Margareteichütte erfolgt Wer die Eisenbahnüberführungsbrücke. Umlei- tungs- und Sperrschilder werden rechtzeitig auf- gestellt. Die Anfahrt von der Hammstraße zur Güterabfertigung wird hierdurch nicht berührt. Eine moderne Eisbahn im Werden. Seit einigen Wochen wird auf den Wiesen an den Eichgärten eifrig gearbeitet. Etwa zwanzig Erwerbslose sind damit beschäftigt — sie werden bezahlt aus der wertschaffenden Arbeitslosenfür- sorge — den schweren Lehmboden auszustechen. Es wird ein Becken ausgehoben von etwa 50 Zentimeter Tiefe und einer Gröhe von 250D Quadratmeter. Zn der gleichen Höhe und Fläche, in dec das Erdreich ausgehoben wird, wird es unmittelbar neben dem Becken aufgeschichtet. Das Q^eden wird dann, nachdem es etwas befestigt ist, mit Wasser gefüllt und schliehlich Aum gegebenen Zeitpunkt als regelrechte Eisbahn zur Derfü« gung gestellt. Das Eis mutz allerdings zu einer bestimmten Stärke, also 12 bis 14 Zentimeter, gefrieren, um benützt werden zu können. Tie aufgeworfene Fläche wird jedoch gewalzt, mit einer festen Paddecke versehen, schließlich mit einer Sandschicht bedeckt und sorgfältig geebnet. Die auf diese Weise gewonnene Fläche wird bei eintretender Kalte mit Wasser übersprengt, das sehr schnell gefrieren wird und die Spritzeisbahn ist fertig. Auf der so geschaffenen Eisfläche kann bereits nach der ersten kalten Rächt der schöne Eissport ausgeübt werden. Tie Arbeiten wurden während der letzten Tage durch den anhaltenden Regen zeitweise unterbrochen. sie werden jedoch bei der nun günstigeren Witterung mit allem Eifer fortgesetzt, so datz wohl damit zu rechnen sein wird, dah die Eisbahn doch noch vor Eintritt der kalten Jahreszeit fertig- gestellt werden kann. Der Bürgerschaft ist damrt wieder eine Sportstätte geschaffen worden, die sicher gerne in Anspruch genommen werden wird. Dem Eisderein, der sich um die Schaffung der Anlage bemüht hat, gebührt Dank und Anerkennung. G i e tz t n c r o d,:. i m a r i i v r e t > c. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160, Kochbutter von 130 an, Matte 30 bis 35, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6. Rotkraut, gelbe und rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 35 bis 40. Feldsalat 100, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 3,5 dis 4, Aepsel 30 bis 50, Birnen 15 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 40 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 120 Ps. daS Pfund: Tauben 50 bis 70, Gier 15, Blumenkohl 30 bis 70. Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück: Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund: Kartoffeln 220 bis 250, Weißkraut 300, Wirsing 400, Rotkraut 500 Pf. der Zentner. •• Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am Samstag, 18. Oktober, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Giehen eine öffentliche Sitzung des Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Hermann Heine in Hungen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 25. August 1930 wegen Dersagung des Wandergewerbescheins: 2. Klage des Ernst Brückmann in Birklar gegen den Kreisdirektor des Kreises Giehen auf Aufhebung des Polizeibefehls vom 19.3uni 1930: 3. Antrag der Stadt Butzbach auf Enteignung von Stratzengelände an der Ede Weiseler und Bahn» hofstrahe zu Butzbach: 4. Gesuch des Heinrich Kniese m Schotten um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft: hier: 'Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Schotten vom 18. 3um 1930. ** Kursus in der Freiwilligen Sani- tötskolonne vom Roten Kreuz. Am kommenden Montag beginnt, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, bei der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu Gießen ein Betriebshelfer-Kursus. Unter ärztlicher Leitung sollen die Teilnehmer in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen ausgebildet werden. Die Beteiligung an dieser Einrichtung sei ongelegentlichst empfohlen. Näheres ist aus der Anzeige ersichtlich. ** D i e Zimmermeister-Zwangsinnung G ießen-Stadt- und Landkreis hielt am Samstag im Restaurant „3um Andres" ihre 3nnungsversammlung ab. Rach kurzer Begrüßung durch Obermeister Rinker (Ron- nenroth) berichtete Geschäftsführer Kirchner (Gießen) über die Derhandlungen mit rheinischwestfälischen Holzinteressenten wegen Lieserung von Bauholz. Es soll den einzelnen 3nnungsmit- gliedern überlassen bleiben, ob sie von der Möglichkeit der Lieferung von Bauholz nach dem Rheinland und nach Westfalen Gebrauch machen wollen. Ueber den Gewerbetag in Alsfeld referierten die 3nnungsmitglieder W i h n e r (Londorf) und Haas (Grünberg). 3m weiteren Verlauf der Verhandlungen wurde beschlossen, der Frage des Anschlusses an den Hessischen Zimmermeisterverband erneut näherzutreten. Es wurde Klage geführt, daß einzelne Gemeinden dem holzverarbeitenden Gewerbe hinsichtlich der Zahlung des Holzgeldes nicht das erforderliche Entgegenkommen zeigten. Die Erhebung von Verzugszinsen für rückständiges Holzgeld durch den hessischen Staat und die Gemeinden wurde als Härte empfunden und nach eingehender Auss-rache eine Entschließung gefaßt, in welcher in Anlehnung cm die Beschlüsse des Dewerbetags in Alsfeld die Einschränkung der Verzugszinsen gefordert wird. •• VHC Gießen. Seine 10. Vereinswanderung unternahm am Sonntag der VHC. Gießen mit rund 40 Teilnehmern nach dem hessischen Hinterland. Don Simtshausen, dem Ausgangspunkte der Wanderfahrt, ging es durch Rieder- Asphe über eine aussichtsreiche Höhe, von der man von früheren Wanderungen her bekannte Berge, wie Ehristenberg, Ruine Mellnau und Rimberg erblicken konnte, während sich nach Westen zu daS hessische Dergland mit zahlreichen Höhen auSbreitete. 3n Ober-Asphe wurde angemessene Mittagsrast gehalten. Wohltuend wurde beim Durchmarsch der Dörfer die malerische Tracht der Bewohner, die sich hier erfreulicherweise noch ziemlich erhalten hat, empfunden. Der Weitermarsch führte an einer idyllisch gelegenen 3ogd- hütte, an der sogar ein Gießener Kegelklub eine Erinnerungstafel angebracht hat, vorüber durch prächtige Waldungen und über grüne, mit Wach- holder und Enzian bestandene Tristen. Bergauf, bergab ging der Weg, oftmals beschwerlich, aber stets prächtige Ausblide auf die Hinterländer Berge, auf Schluchten und Täler und vor allem auf die in den schönsten Farben des Herbstes prangenden Wälder gewährend. Rachdem das anmutige Dexbachtal mit dem gleichnamigen Dörfchen und nochmals ein Höhenrüden mit wiederum entzückenden Fernblicken überschritten waren, wurde am Spätnachmittag das Endziel der Wanderung, die Kreisstadt Diedenkops, erreicht, von wo nach genügender Rast die Heimfahrt über Warburg erfolgte. Oberheffen. Stadtvorstand in Alsfeld. H1 Alsfeld, 15. Ott. 3n der am Dienstag abgehaltenen Stadtvorstandssitzung befaßte man sich zunächst mit der Ausführung öffentlicher Rotstandsarbeitenzw:cks Beschäftigung der ausgesteuerten Arbeitslosen, deren Zahl noch ständig zunimmt. Gemäß einem früheren Beschluß war das Kulturbauamt Gießen beauftragt worden, einen Kostenvoranschlag vorzulegen über die Erbauung einer Kläranlage nebst den erforderlichen A b f a n g - und Zubringerkanälen. Der jetzt in Dorlage gebrachte Doranschlag sieht für die genannten Kanalbauarbeiten 97 700 Mk., und für Die Kläranlage 42 000 Mk. vor, so daß unter Hinzurechnung von 10 000 Mk. für unvorhergesehene Arbeiten sich eine Gesamtsumme von 149 700 Mk. ergibt Der Doranschlag wurde genehmigt. Zu dem folgenden Punkt, die Kosten der Katastervermessung in der S t a d t Alsfeld, gab der Dorsitzende nähere Erläuterung. Cs handelt sich dabei um den Betrag von 20 320 Mark, welcher der Stadt nach dem Ge- bührentaris des Liegenschaftskatastergesetzes für die ausgeführten Katastervermessungsarbeiten in den von der Feldbereinigung ausgeschlossenen Teilen der Gemarkung Alsfeld vom hessischen Staate angefordert worden ist. 3n dieser Angelegenheit haben jahrelange Verhandlungen mit dem hessischen Finanzministerium und dem Lau- I Lesvermessungsamt wegen der Grundlage der Berechnung der Kosten stattgefunden, die schließlich zu einer Vereinbarung im Wege des Vergleichs mit dem hessischen Staat geführt haben, der auch für die übrigen hessischen Gemeinden und Gutsverwaltungen gilt, die sich zur Wahrung ihrer 3nteressen in derselben Angelegenheit für ihre Gemarkungen zusammengeschlossen halten. Der Vereinbarung wurde zugestimmt und der angeforderte Betrag anerkannt unter Anrechnung der geleisteten Abschlagszahlungen. Es soll bei dem Ministerium die Zahlung in sieben gleichen 3ah- reszielen beantragt werden. Da infolge des hohen Tarifs für das Los - Holz eine Anzahl Berechtigter, trotz wiederholter Aufforderung ihr Losholz nicht eingelöst hat, mußte dieses im Wege der Versteigerung verwertet werden, da eine andere Verwertungsmöglichkeit nicht bestand. Die Versteigerung, die gegenüber dem Tarif einen Mindererlös von 777 Mk. ergab, wurde genehmigt. Ein Gesuch der Volkshochschule Gießen um Gewährung eines Zuschusses für den im kommenden Winter in Alsfeld abzuhaltenden Kursus wurde dahin erledigt, daß ein Zuschuß bis zu 40 Mk. bewilligt wurde, falls sich aus der Abhaltung des Kurses in Alsfeld ein Fehlbetrag ergeben sollte. Landkreis (Sicken. * Großen-Linden, 15. Okt. Die Ballei Lahn-Dill des Jungdeutschen Ordens hielt am Sonntag einen Familien tag ab, der sehr gut besucht war. Man hatte sich zusammen- gefunden, um im Kreise Gleichaesinnter einige angenehme Stunden zu verleben. Aus den Reden des Komturs und der Großmeister klang der Geist der Treue zur Sache des Jungdeutschen Ordens und ZU seinem Führer. Dem verkörperten Sinnbild der Pflichterfüllung, dem greifen Reichspräsidenten von Hindenburg, wurde eine Minute ehrfurchtsvollen Gedenkens gewidmet. Die Veranstaltung nahm den denkbar besten Verlauf. • Hattenrod, 15. Oktober. Der hiesige Ge, flügelzüchterverein veranstaltet am 1-, 2. und 3. November feine erste allgemeine Ge« flügelausftellung. Trotz der schweren Not« läge und der in Anbetracht der Verhältnisse geringen Unterstützung durch die Gemeindevertretung, gelang es dem jungen Verein doch, unter der tatkräftigen Führung des ersten Vorsitzenden, Lehrer Dräut, die Vorbereitungen zu treffen. Erfreulicherweise haben eine Reihe Organisationen — A. B. der Ziegenzucht-Derein, der Radfahrer-Verein „Schwalbe", der Gesangverein „Eintracht", bis Bezug- und Absatzgenossenschast, der Kriegeroerein und der Bauernbund —, sowie viele Einwohner des Ortes und verschiedene Geschäftsleute der Umgebung durch Stiftung von Preisen lebhaften Anreiz zur Beschickung der Ausstellung geschossen. Als Preise richter wurde Herr Knips- Fulda gewonnen. LJ Rodheim a. d. Horloff, 15. Okt. 3n finniger Weife wurde hier am Sonntag dos Erntedankfest gefeiert. Bereits am Freitag zogen die Schulkinder durch das Dorf, um Ernte- gaben einzufarnrneln. Die Sammlung ergab über 20 Zentner Kartoffeln, die dem Elisabethenhau« in Darmstadt zugeführt wurden. Am Sonntagmorgen fand dann im feierlich geschmüdten Gotteshaus der Festgottesdienst statt. Rach der Vorführung des alten Rodheimer ErntespielS folgte die Predigt, die gleichzeitig die Abschiedspredigt des nach Laubach versetzten Pfarrers Kornmann war. Wenn es Pfarrer Kornmann auch nur kurze Zeit vergönnt war, in unserem Kirchspiel zu wirken, so sieht man ihn doch ungern von hier scheiden. — Rachdem für das Amt eines Bürgermeisters in unserem Ort nur ein Kandidat ausgestellt war, konnte von einer Wahl abgesehen werden. Der seitherige geschätzte Bürgermeister, Adolf Hofmann II., der seit sechs 3ahren im Dienst ist, wurde für weitere neun 3ahre wieder in das Amt berufen. — Ein hiesiger Landwirt erntete eine Dickwurzel, die das seltene Gewicht von 24 Pfund aufwies. Kreis Friedberg. OO Steinfurth, 15.Oktober. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden die Steuersätze für die Gemeinde umlagen für 1930 genehmigt. Es werden erhoben von 100 Mark Wert an Grundsteuer mit Gebäuden und Bauplätzen 32 Pf., Land- und Forstwirtschaft 64 Pf., Gewerbesteuer und Gewerbekapital 100 Pf., Gewerbesteuer vorn Gewerbeertrag 300 Pf. Der Gemeinderat bet schloß außerdem di e Erhebung der Bier* ft euer mit Wirkung vorn 1. November 1930 ab. Nach der Feldbestellung sollen noch zwei Zentner Mäusegift beschafft werden. Um der Mäuseplage zu wehren, wurde in der Gemarkung bereits zweimal Mäusegist ausgelegt. Auch der noch schädlichere S) a m ft e r tritt in großer Zahl auf. Es muri den in der Gemarkung 2 5 0 8 <51 ü cf gefangen. Für die Vernichtung dieses Nagers gab die Gemeind« 551,70 Mark aus. Kreis Alsfeld. »■t Alsfeld, 14. Oft. Die Winterspielzeit des Gießener Stad11heaterS wurde am Sonntag hier mit dem Shakespeare- schen Lustspiel „Liebes Leid und Lust" vor einem gut besuchten Hause eröffnet. Mit diesem Stück stellte sich der größte Teil der neuen Darsteller und Darstellerinnen vor. Das prächtige Bühnenbild schuf die richtige Stimmung für die Aufführung, die vom Intendanten Dr. P rasch selbst geleitet wurde und herzlichen Beifall fand. Die musikalische Begleitung hatte das Alsfelder Jlugendorchester übernommen, das sich unter Leitung von Kapellmeister E u j 6 (Wetzlar) zur Zufriedenheit seiner Aufgabe entledigte. Als Zwischenaktmusik wurde der erste Sah von Mozarts 3upiter-Symphonie gespielt. Infolge der rührigen Werbetätigkeit der Bürgermeisterei hat die Zahl der Theaterabonnenten eine Zunahme erfahren, so dah der Fortbestand der Gießener Theaterabende, die in allen Kreisen der Bevölkerung immer mehr Anklang finden, als gesichert gelten kann. Als nächste Ausführung ist das Zuckmayersche Schauspiel „SchinderhanneS" vorgesehen. Ronncfeldti ist und bleibt der Bestetlß 0 statt Zugaben: ..Qualit ät" ter afW scheu Srau6rm noch ein G- :?‘S^ ffflf. il-d'-i« ju stören - neben on r Sabel enar#^. Es . das ente^' t sie sah ««<*'Ja i»°" MgenU vorteil- I«, , z-u- r&T. Die neue leie N9100 Die ideale Maschine für den besseren Privat- Haushalt Drehstrom - Motor RM 410.- Wechaelstrom-- RM 440.- Oleichgirom - * RM 456.- Kupferbottich blank oder vernickelt • Aluminium- Wäschebeweger - Schwenkbarer Wrlnger mit Aluminiumrahmen mit Vcr-und Rücklauf und Momentauslösung-Vollkommen geräuschloser Gang. 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Oktober 1930 abends 8'/, Ubr, im (Sewerkschaftö Legler Südanlarje 5 Fernsprecher 3882 la See- und Flußfische Fisch-Filets Feinste Räucherfische Speise-, Herren-und Schlafzimmer Küchen und Einzelmöbel etwas besonderes Familien-Abend Freitag, 17. Oktober, 20 Uhr, im Johannessaal Vortrag mit Lichtbildern Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlich Heinrich Senner und Frau Gießen, den 16. Oktober 1930 (Rodheimer Straße 11) Schmierseife, weiß Famos : do 1 Seifenflocken...... X B. HAUSER, Qi ESS EN AM OS WAL DSG ARTEM Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. EISU-Betten (Stahl u. Holz) Pulsier, Sdilafzimm^Stahlmatr. Kinderb.Chaiscl. a.Pri- VQte. Ratenzl. Katal.fr. Eisenmöbelfabrik Suhl Buchacker Flimm Neuen Baue 11 Wailtorstraße 63 Fernsprecher 3182 Fernsprecher 3186 Pf. Pf. Pf. PL Pf. Pf. Pf. Pf. Pf- Pf. Pf. Pf. Pf. PL Pf. Pf. 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Tweed und lumperstoffe in guter Strapazierqualität und flotten Mustern Meter Reinwollene Schotten, 100 cm breit Meter Papillon, Karo, 70 cm breit, in modernen Färb- Mk. 5." 10." 20." 40." Klasse sind zu beziehen, solange Vorrat, durch die Staatlichen Lotterie-Einnehmer in Gießen: |Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule Die Verbesserungen bei der wieder am 24. Oktober beginnenden Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie Maternus-Kaffee ist anerkannt vorzüglich — Ein Viertelpfund -.55 -.65 -.75 -.85 -.95 1.- 1.10 Stets frisch aus meiner eigenen Rösterei Großabnehmern gewähre ich Vorzugspreisei Jakob Maternus Ecke Frankfurter Str. und Klinikstraße 6715D Erhalten Sie sich gesund! MB-- Kräuterhaus *d Jung 6990V V1 ist zu beneiden sagt Onkel Mollig schmunzelnd, als er Ihren neuen „Fran- kenia‘*-Ofen sah^ Das ist wirklich ein Ofen, wie man ihn Jeder Hausfrau für die Waschküche wünschen könnte, damit sie endlich einmal all den Wasch-Aerger los wird. Mit dem „Frankenia“ kommt kein gußeiserner und kein betonierter Ofen mit Em gußeiserner rostet und bricht leicht und ein betonierter wiedersteht schlecht der Hitze und bröckelt bald ab. Der „Frankenia“-Kessel aber besteht aus Stahlblech mit einer garantiert rostsicheren Feuerverzinkung und einer 25 mm starken Ausmauerung, die die Hitze besser zusammen- hält und so Brennmaterial spart. - Und für jeden „Frankenia“ habe ich schöne praktische Kupferkessel vorrätig. Sie sollten sich eine „Frankenia“-Waschanlage einmal bei mir ansehen. 6555A Ein Posten prachtvolles Kunstseidenfutter und Kragenbesätze, solange der Vorrat reicht, zu winzigen Preisen. — Ferner sind wieder große Mengen Reste eingetroffen in Buckskin, Kammgarn, Cheviot, Kleiderstoffen, Flanell, Biber, Schürzenstoffen, Bettuchbiber, Weißwaren, Loden. Diese Fabrikreste sind ganz entzückend in Muster und Qualität für Damenmäntel, Mädchenmäntel, Knabenmäntel, Herrenmäntel aller Art Wir kauften fabelhaft billig ein IM « nie 6704 A Donnerstag, 16. Oktober 1950 Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberheffenj Nr. 242 Drittes Blatt Die Bantnoten. Datum 16 10 15 10. Datum 70.5 I n 72 48 I ,25 61 23,75 26,75 23,75 28 72 134,5 6 28,25 29 137.4 64.75 der und 76.5 88 52 49,6 91,25 50 99 93,5 83,5 100 97 97 94 134,13 130 42 48,75 90.5 22.75 152.9 65 114 80.5 137,4 132 42.5 91,75 30 28,25 87 63,5 67.5 118.5 81,5 132.4 62 41,75 46,75 91 . . € . . 0 . . 6 . . 6 . . 8 . 10 . 10 . . s . 10 . 15 . 12 . 18 . II 13'/. . 12 . . H . . 9 . . 0 . . 0 . . 0 . . C, . 10 179,13 140.75 60,65 65 113.5 82 79.4 >12,5 23 149.5 30 45,75 110,5 286 1 . 6 . 9 . 5 . 6 . t bis 10 v. H. und mehr an. Reichsbankantcilc, Julius Berger, Holzmonn, Schultheis, Polyphon, Kali- werte, Deutsche Linoleum, (Slxibeatticn. AEG., Siemens usw. hatten etwa Umsätze von 60 bis 100 Mill. Farben prof.ticrcn von der Meldung, daß ihre Di- vid.nde voraussichtlich wieder 12 0. Sy betragen wird, und gewannen bei einem Umsatz von i Mille 4,75 v. H. Am Bantenmartt waren besonders Corn- inerzbank und Danatbant um säst 5 v. f). befestigt. Auch Schiffahrtswerte lagen beträchtlich gebessert. Arn Montanmarkt hatten Klöckner und Nheinische Braunkohlen die Führung und waren starker ge- teic«t Am Anleihemarkt gewannen Altbcsitz 0,25 v. $)., Neubesitz 0,50 v. -. Ausländer ruhig. Mexcka- ner wurden wieder etwas niedriger notiert, tfür Pfandbriefe vergrößerte sich heute die Nachfrage. Besonders auch das Ausland zeigte an diesem Markte Interesse. Reichsschuldbuchforderungen gingen um 1 v.H. in die Höhe. Der Geldmarkt mar etwas leichter. Man nannte Tagesgeld mit 4,5 v. 5). bis 6,5 d. f).; die übrigen Sätze waren unverändert. Auch im Verlaufe blieb d i e Stimmung zu- v e r f i ch t l i ch. Die Umsätze hielten sich in engen Grenzen, und die Kursentw'ckelung war schon aus rein börsentechnischen Gründen nicht immer ganz einheitlich. Etwas stärker gedrückt, d. h. aber kaum über 1.5 v. H. hinausgehend, waren die gestern abend stärker gesteigerten Papiere. Frankfurter Lchlachtviel markt. Frankfurt a.M., 16. Dh. Auftrieb: 13 Rinder, 671 Kälber, 399 Schafe, 670 Schweine. Es wurden gewertet: Kälber, beste Mast, und Saugkälber 78 bis 81 Mark, mittlere Mast, und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 66 bis 72< Schafe, Maftlammer und jüngere Mafthämmel (Weidemast) 48 bis 51, mittlere Mastlämmer, ältere Mafthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 47, fleischiges Schafvieh 35 bis 41 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine schleppend, Ueberstand. 264,6 Millionen Mark Ausfuhrüberschuß im September 158,5 122,5 76.8 100 104,5 132.5 120 160 114 113 214,5 116 136.5 112 120,75 95.25 121,5 116.25 118 133.25 180 126.5 136.5 52,25 64.74 94 91.25 79,75 69 81,25 73 42 42 74,5 63.5 178 75 vor Be- Der sind 4% Oesterretchilcke ©oiotente . . 4,20% Lestcrreichilchc Gilberrentc 4% Ceftcnelchtidje Einheitliche Rente........... 4% Ungarilche Goldrente . ... 4% Ungarische Staatjrente v. 1910 4Yi% deSgl. von 1913 . . - 4% Ungarische Rroncnrente . . - 4% Türkische Zollanlcike von 1911 4% Türkische Bogdadbahn-Anl Serie I..... 4% deSgl. Serie N . . - - - 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ....., - / 4ft% Rumänische vereinh. Rente von 1913 . . . . . - - - - - 4% Rumänische vereinh. Rente - 68,25 ! 150 1301 mußte abgcfcht werden. M weitere sachliche Ermittlungen tich als nötig erwiesen. I. G. kZorben.Industrte . . Dynamit Nobel . . . . . Scheideanstalt...... ................. RütgerSwerke...... Metallgeielttchasi..... kirchliche Jtocbricbfen. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südantage). Samstag, 18. Oktober. Vorabend 5.15 Uhr; morgens 9; abends 5.35 und 6.15 Uhr. Israelitische RetiglonsgescUschast. Sabbatseier den 18. Oktober Freitag abend 5 Uhr; Samstag vor- mittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 645. — Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 5 Uhr. 97,75 54.3 6,3 85,5 Schöffengericht Gießen. 'Gießen, 15. Ott. Ein wegen Diebstahls mehr- fach vorbestrafter Zimmermann aus Mainz hatte einem anderen Patienten im Friedberger Krankenhaus 20 Mark gestohlen. Wegen Ruckfall- Diebstahls erhielt er ein Jahr Gefängnis. Ein Dormund aus der Provinz hatte mehrere hundert Mart für sein Mündel vereinnahmt, aber sür sich verbraucht. Wegen Untreue und Unterschlagung erkannte das Gericht auf drei Monate Gefängnis. Ein hiesiger Geschäftsmann hatte auf drei. Wechseln die Unterschrift des Akzeptanten g e f ä l s ch t und die Wechsel begeben. Mit Duck» sicht auf besondere Milderungsgründe kam er mit vier Wochen Gefängnis durch. Ein Militärmusiker hatte sich Anfangs August dieses Jahres von seiner Truppe unerlaubt entfernt, um so die Auflösung seiner Dienstverpflichtung zu erreichen. Wegen Fahnenflucht erkannte das Gericht auf a ch t Monate Gefängnis und Dienstentlassung. Eine weitere Dache gegen zwei Soldaten wegen Körperverletzung mehrerer Zivilisten 186.5 145 64.5 68.5 117,75 80.5 82 117.5 24.5 156.75 32.5 12 48.5 114,5 288 Änist.-Rokt. Bu-n- AireS Brn-Antw Christians«! «oprnbaaeu Stockholm . HelsingtorS- Statten . - London. . . •Jicunort - - Paris.... Schweiz . . Spante« . Japan . . - Rio de CTan Wien In D- Ctft. abgest Prag . . . . Belirad - . Badavrst - • Dul arten “tfTabon . Danzig. . . Konst nttu. Athen. . . G-anaoa ; Uni uat). . Cairo . . • Außerhalb des reinen Warenverkehrs bedarf Erwähnung die starte Ausfuhr von Gold 150 130,25 ! Abnahme der Einfuhr betrifft allem Rohstoffe und halbfertige Waren, deren zug sich um 41,1 Mill. Mart verringert hat Rückgang der Einfuhr von Lebensmitteln und tränken beträgt 17 Mill. Mark. Fertigwaren um .3,8 Millionen Mark weniger eingeführt worden. Büchertisch. — Das 3 n f c H d) i f f. Eine Zeitschrift füt die Freunde des Insel-Derlags. 11. Jahrgang, 4. Heft. Herbst 1930. - DaS sehr stattlich aus- gefallene neue Heft vom .InselschUf' wird durch einen Ellav des bekannten Literardistoriker« Eugen Kuhnemann über „Eharlotte und Christiane" eingeleitet. Aus dem reichen Inhalt kann hier nur etliches herausgearflien werden, was uns besonders wertvoll und bemerkenswert erscheint; da sind etwa zwei Briefe von Rilke aus Capri vom Dezember 1906: oder ein Stück klassisch geformter Prosa von Albrecht Schaeffer, „Sie Heimkehr des Odysseus"; Karl Heinrich Waggerl, dessen erster 'Roman .Brot' im Insel-Derlag kürzlich erschien, gibt autobiographische Rotizcn, drei Kapitel von Timmermans. aus dem neuen schönen Buch .Die Delphine", einer Geschichte aus der guten alten Zeit; über Rudolf Alexander Schröder, den Odendichter, schreibt August Ewald: dazu, cin- gesprengt in den Text zwei Zeichnungen von Timmermans, Holzschnitte von Grandville und Rudolf Koch, einige Photographien. 3in ganzen: ein schönes Hest, nicht allein für die Freunde des 3nsel-BerlagS, sondern für alle Freunde der Literatur, — vielseitig, gediegen und anregend. — Flandern. Eine Rovelle aus der großen Flandernschlacht des 3ahres 1917. Bon Hugo Otto Kleine. Berlag Wellersberg, Lindenthal bei Leipzig (270). Ladenpreis 2.40 Mk. — Gauner und Begaunerte. Rrvellen am Rande der Wirklichkeit und der Moral. (Curt Pechstein-Verlag. München. Ganzleinen 5 Mark., Silber, die im September 107,9 will, Mark betragen hat. 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 ......... 7% Deuliche Reichsanlethe von 1929 ........ • • Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit Ausios.-Rcchten . - - - DeSgl. ohne AuSlos.-Rechie . - 8% Heil. Bulkssloai vou 1929 (tüthablb. 102%) . • • ■ • • Oberhelscn Provinz - Anleihe mit Auslos.-Rechien . . • • • - teutldie Nomni. Sammelabl. Anleihe Serie 1 - - - 8% Franks. Hyv.-Bank «oldvle XIII unkündbar bie 1934 . . - 7% fitanlf. Hyp..Bank Goldvle unkündbar bi6 1932 ..... 4U% Rbeinilche Hvp.-Bant Liqu. Guldpse.. . ... - - - 8% Pr. Landeeviandbrielanuait, Pfandbriefe R. >9 . . • • 8°' Pr Landcspianobrtefcmnau, »omm.-Cbl. R. 20. . . . . • 7% Pr. Landerr^andbriefannau, Psandbriese R. 21 ... - • AE G. abg. Bor.riegS-Obitgatw. ncn. rtidxablbar 1932 . - • । An der Zunahme der Ausfuhr fmb in erster Linie die Fertigwaren beteiligt deren Absatz um 22,3 Mill. Mark gestiegen ist. Ferner weisen Rohstoffe und halbserügc Waren eine Zunahme um 10 Mill. Mark auf. Dagegen ist die Ausfuhr von Lebensrnitteln und Getränken um 5,3 Mill. Mark zurückgegangen. Der Grünberger GalluSmarkt. 4- Grünberg, 15. Oktober. Der heutige G a l l u s m a r k t zeigte einen überaus großen Auftrieb, betrug doch die Zahl der zum Verkauf gestellten Ferkel 1160, gegenüber 694 im Vorjahre. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis zu 6 Wochen kosteten 20 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 30 Mk., 8 bis 13 Wochen alte 30 bis 45 Mk. Tendenz gut, es verblieb Ueberstand. Der Rindvieh markt war — wohl infolge des jüdischen Feiertags — nur mit zwei Rindern und einer Kuh beschickt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. Olt, 16. Oft. Tendenz fest. — 3m Anschluß an die festere gestrige Abendbörse war man im heutigen Vormittagsverkehr weiterhin recht zuversichtlich gestimmt, wozu in erster Linie die bessere Beurteilung der innerpolitischen Lage durch die Wiederwahl Loebes . zum Reichstagspräsidenten beitrug. Abe: auch die günstigen Außenhandelsziffern und die festere gestrige Reuyorker Börse übten einen entscheidenden Einfluß aus, so daß eine zunehmende Rachfrage nach Spezial werten, besonders von feiten des Auslandes, die Tendenz zum offiziellen Mrginn fest aus allen ließ. Auch kam das Publikum erneut mit Aufträgen an den Markt. Die Spekulation schritt ebenfalls veranlaßt hierdurch, zu Deckungen, so daß sich schon zu Wirtschaft. Schwerer Preiskampf um die Kohle. Die Regierung bemüht sich zur Zeit, eine Senkung der Kohlenpreise herbcizu- führen, wobei sie aber auf erhebliche Schwierigkeiten stößt, so daß die ganze Aktion, wie wir von unterrichteter Seite hören, schon letzt in die Gefahr des Stillstandes gekommen ist. Aus den Kreisen des Kohlenbergbaues wird erklärt, daß nur dann eine Senkung der Kohlen- Preise möglich wäre, wenn vorher eine 11 n • kostensenkung einwandfrei garantiert sei Da aber die Unkosten bei der Kohle entscheidend vom Lohn bestimmt sind, hält man alle anderen Versuche etwa auf dem Umweg über eine Verbilligung der Tür den Bergbau notwendigen Grubenhölzer, allein für wirkungslos. Der Lohnsenkung steht aber die große Schwierig- feit entgegen, daß vor den Wahlen aus politischen Gründen das Lohnabkommen bis zum 31. Dezember d. 3. verlängert wurde, also eine Kündigung vorher nicht möglich ist. Wie wir hören, wird der Ruhrbergbau zum 31. Dezember das Abkommen kündigen. linier diesen Umständen dürfte es, außerordentlich schwierig sein, schon jetzt die Lohnfrage aufzurollen, und es ist zweiselhast, ob etwa die Regierung oder die Gewerkschaften in der Lage sind, für Anfang des 3ahres eine Lohnsenkung zuzus ichern, salls die 3 n d u - strie schon jetzt ihre Preise ermäßigt. Bemühungen in dieser Richtung sind im Gange. (Sine weitere Unklarheit über die voraussichtliche Belastung des Kohlenberabaues ergibt sich aus der Kündigung des Mehrarbeitsabkommens. Die Gewerkschaften versuchen hier, eine Kürzung der Arbeitszeit zu erreichen, die die Industrie für unmöglich hält. Auch hierüber ist im Augenblick noch keine Klarheit zu gewinnen, da die entscheidenden Verhandlungen erst Anfang Rovember beginnen. Die 3ndustrie verlangt, daß die Kündigung des Mehrarbe'.tsabkommens von den Gewerkschaften zurückgenommen wird. Auf Grund dieser bestimmen Haltung des Bergbaues scheint eine Pre.ssenlung für Kohle nur dann möglich zu fein, wenn erstens Klarheit auf lange Sicht über die Lohnsätze gegeben ist, und zweitens, wenn eine Lohnkürzung erfolgt. Schließlich ist die Preissenkung auch abhängig von dem Kampf mit der englischen Kohle, der in der letzten Zeit eine wesentliche Verschärfung erfahren hat. Während in den vergangenen Monaten der 3n- landabsatz der deutschen K hl-e um rund 25 Pio. ent zurückgegangen ist, war der der englischen Kohle in Deutschland nur um 15 Prozent gesunken. Der auf eine zukünftige günstige Regelung mit den Engländern geführte Kamps ist aber teilweise nur dadurch möglich, daß Gewinne aus dem unbestrittenen Gebiet zur Verbilligung der Kohle im bestrittenen Gebiet eingesetzt werden. Aus diesem Zusammenhang ergeben sich besonders schwierige Probleme für die Kohlenpreissenkung. Berlin. 15. Okt. (WTD ) Der deutsche Außenhandel im September schließt im reinen Warenverkehr mit einem Ausfuhrüberschuß von 26 4,6 Millionen Mark gegen 157 Mill. Mark im August ab. Die Ausfuhr hat die vorwiegend jahreszeitlich begründete Aufwärtsentwicklung der letzten Monate im September fortgesetzt. Durch eine weitere Zunahme um 30,3 Mill. Mark ergibt sich ein Ausfuhrwert von 1001,1 Millionen Mk., an dem die Reparationssachlieferungen mit einem Anteil von 61,8 gegen 52 Mill. Mk. im August beteiligt sind. Die Einfuhr ist mit 736,5 Mill. Mark gegenüber dem Dormonat um 59 Mill. Mk. geringer aus- gewiesen. Die konjunkturellen Veränderungen gegenüber dem Vormonat haben sich weder bei der Aus- suhr, noch bei der Einfuhr in fühlbarer Weise bemerkbar gemacht GdnilUtete Patzenhoser . . . Cftmcde...... • • Aku........... SembeTfl......... Rellftoff LSaldbol .... ZeUstofi Aschassenburg - . . (Sborloticnburger Saffet . . Dessauer «Boa...... < Toimler Motoren . . . . . Deutsche Linoleum . . . < yiaitbinenbau A.-B. • • • < Rat. Automobil ...... Ctenfleln & Üoppel . . . Laonbarv Heg ...... Svens ta........ frankfurter Maichttrea . . (SriRnet........ HenItaenNaedt ..... HungDane. ...... Leck, werke........ Matnkraftwerke Höchst a. M. Tiiag.......... Sebr. Roeder...... Boigt & Haesfner .... Süddeutsche Zucker . . . Frankfurt a. M. «Schluß-s 1411h- MS 4,245 58,38 112.24 20,42 16,465 169.46 21,99 112.13 59.18 2.48 112,73 81.89 40.29 12.425 73.395 — Frankfurt Kur- 16 10 3tr1in «Schluß->Änfa g- Iure | Nurs 1,9 4,3 4,4 4,4 8 13 6,8 I Anfang reges Geschäft in einzelnen Aktien entwickeln konnte. Gegenüber der gest.igen Abendbörse waren Kursbesserungen im Ausmaße von 4 Prozent feine Se.tenheit. Teilweise waren sogar erheblich: Kursdefl erringen zu verzeichnen. 3m Vordergründe sta löen Elektrowerte, die in der Hauitiache von Schweizer Seite gesucht gewesen fe.n sollen. Siemens und AEG. waren mit je plus 4,5 Prozent führend. Auch für Kaliwerte machte sich leohafte.es 3ntereffe bemerkba Asche sie.en und Weste.egeln ge- wannen bis zu 4,5 Prozent, während Sa,z- detsurch sogar einen Gewinn von 9 Proz. re buchen konnten. Farbenwerte waren meist bis 3,5 Prozent gebessert. Kunstseideaktien besserten sich bis zu 2,5 Prozent. Süddeutsche Zucker lagen 4,25 Prozent höher. Am Montanmarkt war die 11m- satztätigkeit allgemein etwas bescheidener. Rur Mannesmann und Rheinstahl traten auf rheinische Käufe mehr hervor und gewannen bis zu 2 5 Prozent. Zu erwähnen sind noch Gommer ö- bank, Reichsbanlanteile, Holzmann und Kali- werte, die durchschnittlich 4,5 Prozent gewannen. Schifsahrtswerte waren bis zu 1,5 Prozent gebessert. Am Rentenmarkt waren Reubesih gefragter und erheblich fester. Von Ausländern waren Mexikaner schwächer, während Türken sich befestigen konnten. Pfandbriefe waren heute gebe sert. Liquidationspfandbriefe gewannen zirka 1 Prozent. 3m Verlaufe blieb die Tenoenz fest. Rach vereinzelten kleinen Schwankungen zogen die Kurse bei weiter sehr lebhafter R a ch s r a g e gegen Anfang erneut bis 2 Prozent an. Ausfallend war auch das 3ntereffe für Bauunternehmungen, die bis zu 5 Prozent gewannen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 5 Prozent etwas angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2045, acaen Pfund 20,4275, London gegen Kabel 4,8593, gegen Paris 123,95, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 51,00, gegen Holland 12,0590, gegen Schweiz 25,00. Berliner Börse. Berlin, 16. Okt. Da man nach der Wiederwahl Lobes zum Reichstagspräsidenten die Aussichten des Kabinetts Brüning günstiger beurteilt, konnten die meisten Papiere die Abschwächung von gestern mittag wieder aufholen. Heute kam hinzu, daß das Ausland festere Kurfe meldete, wonach tue Provinz, vielleicht auch in Nachwirkung der guten Außenhandelsziffern, Kaufaufträge herausgestellt hat. Auch die Börse sah sich zu Deckungen veranlaßt, zumal der Dollar seine rückläufige Bewegung fort- setzt. Viel beachtet wurde das aus Neuyork gemeldete Bulletin des Bankhauses Dillon Read & Co, in dem zum Ausdruck gebratht wurde, daß die Sicherheit der deutschen Dollar- Bonds durch die innerpolitischen Verhältnisse nicht gefährdet fei. Obwohl die Nachfrage nach den einzelnen Werten nicht übermäßig groß war und das Gcsli-äst nicht einmal stürmischen Charakter annahm, eröffnete die Börse noch fester, als man erwartet hatte, lieber 30 Papiere erschienen mit Plus-Plus-Zeichen, und die Kursfeststellung erfuhr eine Verzögerung Gewinne bis zu 5 v. H fielen kaum noch auf, eine ganze Reihe von Werten zog ärleF 4,265 58,62 112,68 20,50 16.525 170.14 22,07 112,57 59,42 2,50 113,17 82,21 40,45 12,485 73,695 a.M. iurs 15 10 Stil In, 15 - QHobtr Hmeri-nnlirfic Noten ..... fflclfliidie Noten ....... Töniiche Noten ....... 6no!i|d)p Noten ........ Rtoii$Diüdie Noten ....... HoUandifch? Noten ....... Ilultenifcht Noten........ Rorwegifckn' Noten....... TVutlrfi'Cffleneirf), » 100 Schilling 8hiniünifd)c Noten....... Schwedische Noten....... Gdiroflser Noten ....... Spuiilfdie Noten ....... IidH*d>oiioivoll| SJ.-fpor/ Bezirkssportfest der „Deutschen Zugendkrast^. -Zum Andenken an den verstorbenen Gründer der Datschen Jugendkraft, Prälat Mosterts, und aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens hielt im Auftrage des Bezirkes Wetterau die Abteilung Ilbenstadt ein B e z i r k s - S p o r t f e st ab. Trotz des schlechten Wetters ließen sich die Jugendkrastler nicht abhalten und traten zahlreich an. 3m Festgottesdienst hielt der Gaupräses, H. H. Pfarrer Niklaus aus Mainz, die Festpredigt. Aach dem Festgottesdienst begannen kurz nach 10 älhr die Wettkämpfe, die sehr beachtenswerte Leistungen zeitigten. Am Aachmittag stellten sich die Teilnehmer zu einem Festzuge durch die Straßen Ilbenstadts. Bor dem Kloster auf dem freien Platz fand dann der Festakt statt. Der Gauleiter, Herr Weidlich aus Mainz, hielt eine begeisternde Aede. Er gedachte des Gründers und wies auf die hohen Ziele der Deutschen Iugendkraft hin. Aach- dem trug Friedberg einen Sprechchor vor und daran anschließend fand die Wimpelweihe statt. Aach einer kurzen Andacht fand der Festakt sein Ende und der Festzug bewegte sich zum Fest- platz. Vor Beginn des Festzuges wurde die große Ilbenstädter Staffel gelaufen. Auf dem Festplatz fanden zwei Propagandaspiele statt, und zwar Oberursel gegen Vilbel und Oberwöllstadt gegen Heldenbergen. Ferner wurde noch eine 3X 1000-Meter-Stafsel gelaufen. Aach Beendigung der Spiele begab man sich nach dem Saal der „S)rei Hasen", wo diePreis- Verteilung vor sich ging. Am Abend fanden sich die Ilbenstädter Iugendkraftler mit ihren Angehörigen wiederum zusammen und verlebten noch einige schöne Stunden. Aenderungen derOreSdenerBeschlüffe. Außer Westdeutschland haben jetzt auch Mittelund Aorddeutschland von dem Recht, die in Dresden beschlossenen Spesensätze abändern zu dürfen, Gebrauch gemacht. Mitteldeutschland lehntdie Zahlung von Darentschädigungen für Training ganz ab und hat die übrigen Sätze herabgesetzt. Der Aorden gestattet bei Spielen am Ort lediglich Erstattung der baren Spesen. Vor einer süddeutschen Amnestie? Der Vorstand des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes ertläcte bei einer Besprechung, die er in Stuttgart mit den Vertretern der führenden süddeutschen Vereinehatte, daß er Vergehen gegen die Amateurbestimmungen, die sich vor dem Dresdener Bundestag ereigneten, nicht verfolgen würde, wenn die Vereine sich unbedingt an die in Dresden aufgestellten Spesensätze halten. Krastsportmeisterschasten der Polizei. In Spandau wurden am Dienstag und Mittwoch die Polizeimcisterschaften im Kraftsport ausgetragen. Die süddeutschen Teilnehmer schnitten dabei durchweg recht gut ab. Im Stein st oßen wurde Kühner (Karlsruhe) Zweiter im Federgewicht, Hammcrich (Karlsruhe) siegte im Leichtgewicht, wo Wehland (Wiesbaden) Zweiter wurde. Im Mittelgewicht wurde Eschelbach (Mannheim) Dritter und im Schwergewicht belegte der Nürnberger LIebler den zweiten Platz. Im Hammerwerfen siegte im Leichtgewicht Bührer (Karlsruhe) und Weyland (Wiesbaden) wurde hier Dritter. Eschelbach (Mannheim) unt> Wiedmaier (Karlsruhe) belegten im Mittelgewicht den ersten bzw. dritten Platz. 3m Ringen fielen die Meisterschaften im Mittel-, Halbschwer- und Schwergewicht alle drei nach Dar m st a d t. Kraus, Siebert und Liesfeld sind die Titelträger. 3m Gewichtheben erreichte der Münchener Gietl im Halbschwergewicht im linksarmigen Reißen mit 175 Pfund seinen eigenen Weltrekord. LeichtathletischeMWauderSy.-Vg.1900 Das Ergebnis: 244 Siege. Nach Abschluß einer Arbeitsperiode erscheint es angebracht, eine Bilanz zu ziehen und zwar in diesem Falle über die Tätigkeit der 1900er Leichtathleten ^und Leichtathletinnen in der Saison 1930. Daß die Spielvereinigung 1900 mit „Hessen-Preußen" und „Kurhessen" Kassel über die zahlenmäßig stärkste Athletikabteilung im Bezirk Hessen-Hannover verfügt, dürfte vielen, bekannt sein. Es bleibt also die Feststellung übrig, wie die 1900er Leichtathletik den Verein im Jahre seines 30jährigen Bestehens zu repräsentieren vermochte. Dafür ist die Zahl und Qualität der Erfolge, und schließlich die Art der selbst ausgerichteten Veranstaltungen maßgebend. Was Zahl und Wert der Siege anbetrifft, so läßt sich feststellen, daß in diesem Jahre ein ganz erstaunlich hoher Stand erreicht wurde. Auf 25 Veranstaltungen brachten 1900s Vertreter 82 erste, 87 zweite und 75 dritte Plätze, insgesamt also 244 Siege an sich. Durch die Veranstaltungen auf eigenem Platz — der Zeitfolge nach waren es: der DSB.-Staffeltag am 1. Juni 1930, die Bezirksmeisterschaften von Hessen-Hannover am 22. Juni, die IX. Nationalen Jubiläumswettkämpfe am 20. Juli, die Gaujugendwettkämpfe am 14. September und die Dereinsmeisterschaften am 28. September — leistete der Verein wieder ein gutes Stück Pionierarbeit für die Leichtathletik. Sie zeichneten sich alle durch mustergültige Abwicklung und gute sportliche Ausbeute aus. Ruhmesblätter in den Annalen der 1900er Leichtathletik stellen zweifellos die diesjährigen Nationalen Wettkämpfe und die Bezirksmeisterschaften dar. Diese brachten die Spiel- vereinigung 1900 mit sieben Meisterschaften an die Spitze der hess.-hann. Leichtathletik. Bei der Schwierigkeit der heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse war das gute Gelingen der Veranstaltungen sowie die reiche Erfolgsserie eine besondere Genugtuung für die verantwortlichen Stellen innerhalb des Vereins. Da die nachfolgende Statistik auf Grund der von den Wettkämpfern in der Saison errungenen ersten bis dritten Plätze, also auf quantitativer Grundlage aufgestellt ist, erscheint die Beleuchtung der einzelnen Disziplingruppen in qualitativer Hinsicht notwendig. In den Sprintstrecken standen bei den Akti- I ven nur Durchschnittsleute zur Verfügung, auch bei den Damen trat gegenüber dem Vorjahre keine wesentliche Aenderung ein. Die Leistungen der Jugend im Staffellauf waren dagegen ganz hervorragend. Es sei hier nur auf die Staffelerfolge der ^.-Jugend hingewiesen, die bei dem Jugendsportfest der Frankfurter Eintracht in der 4X100- Meter->vtaffel über die Frankfurter Großvereine in 46,4 Sekunden triumphierte, in Dortmund nur um Brustbreite gegen die in Westdeutschland ungeschlagenen Jünger Houbens unterlag und bei den am Platze stattgehabten Jugendnationalen des VfB. Gießen die Schwedenstaffel an sich brachte. Die Mittelstreckler waren zu Anfang der Saison wohl die stärkste Waffe der Aktiven. Peters und Bepperling hätten die 800 Meter auf erstklassiger Bahn unter 2 Minuten laufen können. Peters kam trotz ungünstiger Verhältnisse zweimal auf 2,03 Minuten. Inzwischen war durch den Weggang von Knigge und Dr. langes eine weitere Schwächung eingetreten. Sie wurde jedoch durch Günthers Betätigung zum guten Teil aufgehoben. In der Jugend wurde in Baumstieger ein hoffnungsvolles Talent entdeckt. M o o tz zeigte ansprechende Leistungen. Was die Frauenabteilung angeht, so steht zu erwarten, daß im kommenden Jahr eine gute Mittelstreckenvertretung vorhanden ist. — Die lange Strecke, die natürlich nur den Aktiven Vorbehalten bleibt, weist 1900s zur Zeit besten Könner, den bekannten Marathonläufer Gerhardt (früher Weilburg) auf. Er belegte bekanntlich bei der deutschen Marathonmeisterschaft den 9. Platz. Gerhardt war in der vergangenen Saison TBeff- deutschlands bester Langläufer. Neben ihm trat Paul (3000 und 5000 Meter) etwas in den Hintergrund. — In den Sprungübungen zeigte H. Jung im Stabhochsprung eine erfreuliche Leistungssteigerung. Er sicherte sich den Bezirksmeistertitel. Nach ihm muß von den Aktiven Weil genannt werden, der auf den Gaumeisterschaften 1,70 Meter übersprang. Sehr ansprechende Leistungen wurden in der Jugend gezeigt. Drei Leute über 6 Meter weit, zwei L-Jugendliche 1,50 Meter im Hochsprung. Bei den Frauen vermochte Frl. P. Richtberg nicht an ihre vorjährige Leistung anzuknüpfen. — In den Wurfübungen ist, was die Aktiven angeht, ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Immerhin können sich die 12,99 Meter Schäfers im Kugelstoßen und auch Hopfenmüllers und Vogts Speerwürfe, die an der 47-Meter-Grenze lagen, sehen lassen. In der Jugendklasse dominierte der der 8 Klasse zugehörige Gräf, der über 50 Meter Speer warf. Rodriguez (A=SL) zeigte gute Diskusleistun- gen. Ebenso waren die Ballweitwürfe der zahlreichen C=, D= und ^-Jugendlichen beachtlich. Bei den Damen mar Frl. M. Lösch (Mädchenfl. B) allen anderen voraus. Auf Grund der Einzel- und Staffelleistungen ergibt sich, nach Punkten gewertet, folgende Ordnung: Aktive: 1. H. Peters, 45 P.: 2. Th. Hopfenmüller, 41 P.; 3. E. Guyot, 35 P.; 4. R. Bepper- ling, 24 P.; 5. N. Geist, 22 P.: 6. H. Jung, 20 P.; 7. W. Knigge, 18 P.: 8. W. Glagow, 15 P.-, 8. C. Weil, 15 P.; 9. A. Vogt, 13 P.; 9. R. Paul, 13 P. Jugend: 1. R. Schickedanz, 38 P.; 2. K. Fel- fing, 34 P.: 3. H. Guthardt, 28 P.: 4. W. Gräf, 26 P.; 5. Frz. Koch, 25 P.; 6. A. Heymann, 23 P.; 7. Mootz, 16 P.: 8. Baumstieger, 15 P.; 9. Rodriguez, 14 P.; 10. K. Volk, 12 P. Frauen und Mädchen: 1. M. Lösch, 20 P.; 2. Eh. Holstein, 8 P.: 3. A. Knab, M. Andreä und E. Richtberg, 7 P.; 4. D. Nickel, 6 P.: 5. P. Richtberg, 5 P.: 6. R. Lippert, 4 P.; 7. L. Braun, M. Kömbel und G. Guth, 3 P. Oie Tennisdamen gegen die Rangliste. Mit Ausnahme von Cilly Anßem haben fast alle namhaften deutschen Tennisspielerinnen an den Deutschen Dennisbund die Bitte gerichtet, in Zukunft keine Rangliste der Damen mehr aufzustellen, da diese ihnen die Freude am« Sport verderbe und die Kameradschaftlichkeit zerstöre. Die Damen schlagen vor, eine unnumerierte und alphabetische Liste mit etwa 15 oder 20 Aamen zu veröffentlichen. Hohensyburg-Rennen. Als letztes großes motorsportliches Ereignis des Jahres veranstaltete am Sonntag der Gau Va des ADAC, das Hohen- syburg-Rennen auf der fünfmal zu durchfahrenden 15-Kilometer°Rundstrecke, die von etwa 100 0 00 Zuschauern umsäumt war. Für die Schwierigkeit der Strecke spricht die Tatsache, daß von den 31 gestarteten Lizinzfahrern nur 13 das Ziel erreichten und bei den Ausweisfahrern standen von 61 Teilnehmern nur 35 durch. Die beste Zeit des Tages fuhr der Dresdner Levy auf Bugatti in 44:06 Min. bei einem Stundendurchschnitt von 100,6 Kilometer und bei den Rädern war Kürten, Düsseldorf auf Tor- na? in 45:15 (98 St.-Kilometer) der Schnellste. Während der Veranstaltung ereignete sich ein Sturz, bei dem der Dortmunder C e h e r (Dixi) ein Dein brach. 41 Stunden im Wasser. Die Kanalschwimmerin Mercedes Gleitze gefällt sich noch immer in Rekordleistungen im Dauerschwimmen. 3n Hüll verblieb sie 41 Stunden im Wasser und verbesserte damit ihre eigene Bestleistung ganz erheblich. Campbell macht wieder Weltrekordversuche. Der englische Rekordfahrer Eapt. Malcolm Campbell, der in der vergangenen Saison verschiedene Rennen für Mercedes-Benz fuhr, hat für Januar neue Weltrekordversuche mit seinem in den letzten neun Monaten gebauten „Bluebird" angekündigt. Für denselben Zweck sind übrigens noch drei Rennwagen im Bau, und zwar ein Packard, ein Triplex und Napier. Preußen. Kreis Wetzlar. H Groß-Rechtenbach, 15. DEL Die hiesige Evangelische Gemeinschaft feierte am Sonntag das 5 0jährige Bestehen des Vereinshauses. Dazu hatten sich viele Gäste aus den Gemeinden des Hüttenbergs und dem benachbarten Hessen eingefunden. Der Vorsitzende Des Zweigvereins der Evangelischen Gesellschaft Groh-Rechtenbach, Friedrich Ludwig, gab einen Lieberblick über die Anfänge und die Entwicklung der Gemeinschaft. Johannes Bork von Lützellinden gedachte besonders der alten Heimgegangenen Gründer und Väter Johannes Seipp und Karl Ludwig und gab ernste Ermahnungen. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Harth, begrüßte die Festversammlung, .die erste Festansprache hielt Inspektor El aß en über den Zweck und die Ziele der Arbeit in den Gemeinschaften. Herzliche Grüße von dem Verband der Oberhessischen Pilgergemeinschaften überbrachte deren Senior, Prediger Karl Peters vom Bibelheim Flensunger Hof. Den Gruß der Kreisverbindung Wetzlar der Evangelischen Jungmännerbünde überbrachte Pfarrer Koch, Lützellinden. Musikvorträge der Posaunenchöre von Weidenhausen, Hochelheim, Hörnsheim, Groh- Rechtenbach und Gesangsvorträge des Gemischten Chores und des Männerchores der feiernden Gemeinschaft Umrahmten die schöne Feier. < Aus dem Kleebachtal, 15. Oft. Die Kartoffelernte, die sehr reichlich ausfiel, ist jetzt in allen Gemeinden beendet. Auf schwerem Boden haben die Kartoffeln etwas unter Fäulnis gelitten, im allgemeinen ist die Qualität aber gut. Zu Beginn der Ernte wurden befriedigende Preise bezahlt. Nachdem nun aber der Handel und die Genossenschaften die Kartoffeln aufkaufen, erhalten die Landwirte nur 1,80 bis 2 Mark für den Zentner. <> Hochelheim, 15.Oft. Der Gemeinde- r a t befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Prüfung der Rechnungen über den Wasserleitungs. und Kanalbau. Die Versammlung erkannte die Schlußrechnungen der beiden Baufirmen an. Nach den Abrechnungen belaufen sich die Kosten für das Ortsnetz einschließlich der Stanalifation auf 135 000 Mark, für den Hochbehälter auf 20 000 Mark und für die Zuleitung von Niederkleen nach Hochelheim auf rund 58 000 Mark. Ueberschreitungen der Kostenvoranschläge konnten vermieden werden. Kreis Biedenkopf. WSN. Biedenkopf, 15. Oft. Das Uhrengeschäft Heinzerling wurde nachts von Einbrechern heimgesucht. Diese zertrümmerten mit einem Hammer, der sich später noch im Schaufenster vor.and, das Schaufenster und ent-« wendeten eine Menge Wertgegenstände. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. Kirche und Schule.