ch hin. heuchelheim- ib, in Weilers- trieb irf der Amls- on folgenden nend, in den Ilieder-Befsm- ib, in Bellers- mbn. Zafelhalter sind nzuiveisen, bas :r Besichtigung ?r Schäfer unb HtlVm- nb, in Trün- tshain. beginnend, in rod unb Rein Termin beiju zur Prüfung ix AaUungen, Fajeltiere örungen Fasel- > umgehend an Dr. Fuchs, ZU ®‘l,e Aürz t,ejj gelang ^ej flQrt die Ab- j Kreisen k? Stroh' Ndetund d" s» m ?'C »Vs m Strafsatz B gezeich, |Utt Sloten, ‘rt feMk- iiwanb^^D iu930J*!?l chier,^^ sivcife ^50610 aoei Tn-' rs-hra/LK M eine" fbanbM, einen sKr 3fe" ijelongue». inen iWÄ»«* eine $3*s Ar^ irt . Dießen^ MM :be" *S> P je! ^sth‘ aus- ,röpP; nimmt Leipziger ^te sind die Nr. 164 Erste? Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 16. Juli 1930 Ersch«int täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monalz Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Traget» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfle unterLammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: $ranlfurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'fche Universttätr-Vuch. und Skinörudcrci K Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20 , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. With. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. an den preußischen Vesreiungsseiern ab. Ein Briefwechsel mit dem preußischen Ministerpräsidenten über das Gtahthelmverbot in Rheinland-Westfalen. Verhandlungen mit der Gtahlhelrnleitung. — Möglichkeiten für die Aufhebung des Verbots. Berlin, 15. Juli. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat, wie schon kurz mitgeteilt, seine Teilnahme an den Befreiungsfeiern in Koblenz, Trier und Aachen sowie in Wiesbaden abgesagt und diese Absage in folgendem Schreiben an den preußischen Herrn Ministerprä- s identen begründet: „Sehr geehrter Herr Minislerprasidenll Ihre Einladung zur Teilnahme an der Befreiungsfeier der preußischen Slaalsregierung in Koblenz am 22. Juli habe ich schon in meinem Schreiben vom 1. Juli angenommen. Meine Zusage erfolgte unter der Voraussetzung, daß das verbot des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, in Rheinland und Westfalen, das ich, wie Sie wissen, nach eingehender Prüfung des Tatbestandes als unberechtigt und dem Sinne des Gesetzes zuwiderlaufend bezeichnen muß, bis dahin aufgehoben sei und auch dieser verband der alten Soldaten an den Besrelungsselern teilnehmen könne. Sie haben zwar die Aufhebung dieses Verbotes, für die sich auch die Reichsregierung inzwischen verwandt hat, wiederholt in Aussicht g e st e l l t, trotz wiederholten Erinnerns sie aber bisher nicht verfügt. Statt dessen hat der preußische Minister des Innern in seinem dem Herrn Reichskanzler abschriftlich übermittelten Schreiben vorn 14. Juli 1930 dem Stahlhelm für die wiederzulasfung in Rheinland und Westfalen B e - bingungen gestellt, aus deren verlangen und Formulierung ich entnehmen muß, daß Sie und bas preußische Staatsmlnifterlum meinem von der Reidjsregierung unterstützten Wunsche nicht zu entsprechen gesonnen sind. Damit schließen Sie ben Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, von der Teilnahme an den Rheinlandbefreiungsfeiern aus unb machen es den in dieser Organisation vereinigten alten Frontkämpfern unmöglich, in gc- schlostener Formation mich zu begrüßen, während alle anderen verbände bei allen Veranstaltungen, die aus Anlaß der Räumung ftatffinben, ; ugelassen sind und in großer Zahl auftreten. Diese ungleichmäßige Behandlung ist für mich un- trfräglid). Ich kann es mit meiner verfassungsmäßigen Pflicht zur Ueberparleilichkell nicht vereinbaren, an Befreiungsfeiern teilzunehmen, von denen e i n Teil von Staatsbürgern durch ein — nach meiner Auffassung nicht begründetes — verbot dieser Organisation ausgeschlossen ist. Ich habe mich daher zu meinem Bedauern entschließen müssen, meine Ihnen unter dem 5. Juli erteilte Zusage zur Teilnahme an der preußischen Befreiungsfeier in Koblenz rückgängig zu machen: aus dem gleichen Grunde habe ich auch meine in Verbindung mit der Reise nach Koblenz geplanten Besuche in Trier, Aachen unb wiesbaben abgesagt unb solange verschoben, als die vorerwähnten Gründe bestehen. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung (Ge;.:) von hindenburg." Die Reise des Herrn Reichspräsidenten nach Speyer und der Pfalz sowie nach Mainz wird planmäßig stattfinden. Der Herr Reichspräsident wird von Mainz am Sonntag, 20. Juli, abends unmittelbar nach Ber- lin zurückkehrcn Oie Antwort Brauns. 3n dem Antwortschreiben des preußischen Mi° nisterpräsidenten heißt es: „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Um Ihrem Wunsche. Herr Reichspräsident, auf Wiederzulassung des Stahlhelms in den Provinzen Rheinland und Westfalen entgegenzu- kommen, hat der Herr preußische Minister des Innern mit meinem Einverständnis dem Bundesamt des Stahlhelms gegenüber mit Schreiben vom 14. Juli 1930 die Wiederzulassung der in diesen Provinzen aufgelösten (Kruppen dieser Vereinigung in Aussicht ge st eilt, wenn ihm von der Dundesleiwng des Stahlhelms dinde nde Zusicherungen für eine künftige. den bestehenden Gesehen nicht zuwider- laufende Betätigung gegeben würden. Zu einer solchen Forderung bestand Veranlassung, da an der Ernsthaftigkeit' der Dersiche- lungen des Stahlhelms auf Grund seiner bisherigen Haltung berechtigte Zweifel gehegt werden mußten, die nur durch besondere Zusagen der verantwortlichen Bundesführer beseitigt werden können. Eine Antwort des Stahlhelms auf das Schreiben des Herrn preußischen Ministers des Innern ist jedoch b i s - her nicht cingegangen. Ich wäre nach wie vor bereit, die Reugründung des Stahlhelms für die in Rede ste^nden Gebiete zuzulassen, falls ich die Ernsthaftigkeit der vom Stahlhelm gegebenen Zusicherungen anzunehmen in der Lage wäre und infolgedessen Die Gesetzmäßigkeit seines zukünftigen Verhaltens als gewährleistet betrachten könnte. Dies wäre möglich, tocim der Stahlhelm die von ihnn geforderte Erklärung, die lediglich der geltenden Gesetzeslage entspricht, abgäbe und damit Lage sei, den Wortlaut der ihr vorgclegten I erschöpft, sie hat noch nicht einmal die starken Erklärung zu unterzeichnen; insbesondere könne Kräfte der größten Partei des Hauses, der sie den Punkt 1 nicht anerkennen. Hinsichtlich * Sozialdemokratie, in Anspruch genommen Wir des Punktes 2 wolle sie sich an ihre früheren I haben wahrhaftig nicht nötig, uns anzubiedern; Erklärungen, in denen sie bereits eine Enthal- > aber in dieser ernsten Stunde müssen zimperliche von sich aus das Hindernis, das Ihrer Meinung nach Ihrer Teilnahme an den Befreiungsfeiern entgegensteht, aus dem Wege räumte. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen wird, die Bedenken, die sich Ihrer Reise in das Rheinland entgegengestellt haben, noch zu beheben, und daß es der Bevölkerung des preußischen Gebietes vergönnt sein wird, doch noch Sie, sehr geehrter Herr Reichspräsident, bei den DefreiungsseiernObegrüßen zu können. Mit dem Ausdruck meiner besonderen Verehrung Ihr sehr ergebener (gez.) Braun. Aussichtsreche Verhandlungen mit dem Stahlhelm. Berlin, 15. Juli. (ERD.) Ministerpräsident Dr. Braun hat der Presse das Schreiben mitgeteilt, das. gestern an den Stahlhelm abgesandt worden war. In dem Schreiben forderte er die beiden Führer der Stahlhelmlei- tung zur Unterzeichnung einer Erklärung auf, die folgende Zusagen enthielt: 1. Richt mehr bestreiten zu wollen, daß das Verbot aus Rechtsgrundlagen beruhe, 2. die Versicherung, sich in Zukunft der Abhaltung jeglicher militärischer Hebungen zu enthalten, upd 3. die Gewährleistung dafür, bah an die Spitze der Landesverbände solche Personen gestellt würden, die sich strikte an die Vereinbarungen halten würden. Das Antwortschreiben der Stahlhelmleitung traf erst heute nachmittag ein. Die BundeS- leitung teilt darin mit, daß sie nicht in der Berlin, 15. Juli. (DDZ.) Auf der Tagesordnung der Dienstagsitzung des Reichstages stand die zweite Beratung der Deckungsvorlage. Dazu ist von den Kommunisten ein Mißtrauens- antrag gegen das Reichskabinett eingegangen. Reichskanzler Or. Brüning erklärt, das Volk verlange eine schnelle Entscheidung und keine weiteren Reden, lieber dem Volke liege ein dumpfer Druck, ein Gefühl der Unsicherheit, das ungeheuer hemmend und belastend wirkt für die Wiederankurbelung der gesamten Wirtschaft. Das Volk hat im Lande ein sehr starkes Verständnis dafür, daß die Regierung vor einer ungeheuer schwierigen Aufgabe steht. Es handelt sich nicht um eine vorübergehende konjunkturelle Depression, sondern um einen völligen Strukturwandel der Wirtschaft, eine Preisrevolution auf allen Gebieten der Wirtschaft. Wir haben keinen Grund zu einem schrankenlosen Pessimismus, denn für Die besondere Struktur der deutschen Wirtschaft bedeutet die Preissenkung keinen Abstieg, sondern den Beginn des Wiederaufstiegs. Wenn die Reichsregierung nicht alle Maßnahmen ergriffe, um diesen Wiederaufstieg zu ermöglichen, dann hätte sie ihre Pflicht gröblich verletzt. Die Voraussetzung für die Durchführung aller dieser Maßnahmen, auch für die Durchführung der von der Regierung vorgeschlagenen weiteren Reformen ist aber, daß vorher das Defizit des Reichset a,ts gedeckt wird. Dazu gibt es keine anderen Möglichkeiten mehr als die von der Regierung vorgeschlagenen. Wir können keine Osthilfe gewcchren, wir können die Arbeitslosenversicherung nicht sanieren, toenn das Defizit nicht gedeckt ist. (Lebhafte Zustimmung.) Was wir jetzt machen, ist nichts weiter als A u f - räumunggarbeit. Diese Arteit ist notwendig, wenn wir im Herbst zu der großen Reform unserer Finanzen lammen wollen, die vor allem eine wesentliche Senkung der Ausgaben auf allen Gebieten bringen soll. (Rufe links: „Auf Kosten der Arbeiter!") Mir kommen nicht weiter, wenn jedes Jahr von wechselnden Mehrheiten die Grundgedanken der Finanzpolitik geändert werden. Dir brauchen eine Politik auf lange Sicht nach einheitlichen Plänen. Demokratie und Parlamentarismus werden am besten gesichert, wenn das Parlament auch den Mut zu unpopulären Maßnahmen hat..Sollte es nicht möglich fein, durch das Parlament die Deckung zu beschließen, das muß ich gleich in dieser Stunde erklären, so wird die Reichsregierung im Interesse der ve- mokratte von allen verfassungsmäßigen Mitteln Gebrauch machen, die notwendig sind zur Abdeckung des Defizits des Reichshaushaltr. tung von allen militärischen Hebungen zugesagt habe, halten. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, gibt die konziliante Form dieser Antwort der preußischen Staatsregierung die Möglichkeit, mit dem Stahlhelm in Verhandlungen über die in dem erwähnten Schreiben aufgestellten Bedingungen einzutreten. Demokratisches „Befremden" Ter NeichtzkanUer deckt den Hindcnburgbrief. Berlin, 15. Juli. (DDH.) Aus der demokratischen Reichstaasfraktion wird mitgcteilt, daß das Schreiben des Reichspräsidenten an den Ministerpräsidenten Braun schweres Befremden her- oorrief. Der Reichsfinanzminister wurde alsbald in die Fraktionssitzuna berufen und ging von da aus unmittelbar zum Reichskanzler, um ihn um Aufklärung zu ersuchen. Die Abgeordneten Koch (Weser) und Meyer sind beauftragt worden, eine persönliche Rücksprache mit dem Reichskanzler herbei- zuführen. Der Reichskanzler hat dabei zum Ausdruck gebracht, daß es sich bei diesem Brief um eine private Meinungsäußerung handle, auf die die Reichsregierung keinen Einfluß habe. Rach der Verfassung bedürfen nur Verfügungen und Verordnungen der Gegenzeichnung des Reichskanzlers. Bei dem Brief handelt es sich aber nicht um einen staatsrechtlichen Akt. Oie Aussprache. Abg. Meyer (Dem.): In der schweren Lage, in der sich durch die ungeheure Arbeitslosigkeit die deutschen Finanzen befinden, versagt sich die demokratische Fraktion nicht der Pflicht, der Finanznot abzuhelfen. Sie verkennt aber nicht, daß diese Hilfe wirksam nicht allein durch Ausfertigung neuer oder Erhöhung alter Steuern geleistet werden kann, sondern daß damit eine Herabsetzung des öf- fentlichen Bedarfs und damit eine Entlastung und (Belebung der Wirtschaft mit dem Ziele der Verminderung der Arbeitslosigkeit verbunden sein muh. Würde es sich um die Deckungsvorlage allein handeln, so würden wir heute uns zu deren Annahme nicht entschließen können. Wir betrachten das ganze Cesetzgebungswerk als eine Teilreform, die unverzüglich weiterzuführen ist, vor allem durch die Sanierung der Gemeindefinanzen und durch die endliche Vereinfachung u n d De r b i n d u n g de s Verwaltungsaufbaues. Abg. Keil (Eoz.): Die sozialdemokratische Fraktion hat sachliche Vorschläge gemacht, um die Finanzen auf die Dauer zu sanieren. In dieser Beziehung sind die Deckungsoorschläge der Regierung schon rein fummenmäfjig unzulänglich. Wir fordern größte Ersparnisse im Etat, aber nicht auf Kosten der unschuldigen Opfer der planlosen kapitalistischen Wirtschaftsform. Weil damit aber allein die dauernde Sanierung der Finanzen nicht möglich ist, schlagen wir einen 1 Oprozentigen Zuschlag zur Einkommensteuer mit angemessener Freigrenze vor. Dieser auf ein Jahr beschränkte Zuschlag ist weit gerechter als die unsoziale Kopfsteuer, die der ärmste Proletarier bezahlen müßte. Bei der Reichshilfe verlangen wir eine einschränkende Umschreibung der Angestellten, eine Heraufsetzung der Freigrenze und die Berechnung der Reichshilfe nach der Lohnsteuer. Die Aufsichtsratstantiemen müssen mit herangezogen werden. Die schwersten Bedenken haben wir um die Ledigensteuer. Die Bürgersteuer ist in der vorgeschlagenen Form für uns unannehmbar. Das Allerbedenklichste ist die Verknüpfung der Deckungsvvrlage mit Angriffen auf die Sozialversicherung. Wir müssen Auskunft verlangen, wie die Regierung ihre Vorlage durchsetzen will. Wenn wir bei der Abstimmung über den Artikel 1 uns der Stimme enthalten werden, so geschieht es nut zu dem Zweck, den anderen Parteien eine Ueberlegungspause zu geben. Die entscheidende Abstimmung wird bei den materiellen Teilen des Gesetzes erfolgen. Wenn sie die Gestalt behalten, die sie augenblicklich haben, so ist die sozialdemokrattsche Fraktion entschlossen, sie abzulehnen. Wir warnen den Reichskanzler vor dem Versuch, etwa den Artikel 48 mißbrauchen zu wollen. Die Regierung hat ja noch gar nicht alle verfassungsmäßigen Mittel Erwägungen der Taktik zurücktteten. Wollen die bürgerlichen Parteien den Vertretern der Arbeiterschaft keinen Platz in der Regierung zu- billigen, dann muß die in der Minderheit bleibende Regierung zurücktreten. Kann keine neue Regierung mehr Halt finden, dann muß das Volk zur Entscheidung aufgerufen werden durch Auflösung des Reichstags und durch Reuwahlen. Abg. Dr. Oberfohren (Dntl.) gibt folgende Erklärung ab: Die deutschnational'' Reichstagsfraktion ist der Auffassung, daß keine irgendwie wesentliche Aenderung der Situation seit der Beratung der Deckungsvorlage in erster Lesung eingetreten ist. Die Fraktion der Deutsch- nationalen Vvlkspartei ist daher entschlossen, auf dem Inhalt der Erklärung zu beharren, die sie bei der Beratung der Deckungsvorlage in erster Lesung abgegeben hat. Abg. Dr. Föhr (Z.) stimmt der Deckungsvorlage zu. Sie verlange. Opfer von allen Volksschichten. Diese Opfer seien aber nottoen- dig, um das Defizit in der Reichskasse zu decken und so den Weg frei zu machen für eine dauernde Reform des Finanzwesens, für eine Sicherung der Sozialversicherung und für die Maßnahmen, mit denen die Wirtschaft wieder belebt und der Arbeitslosigkeit gesteuert werden soll. Abg. Dr. Scholz (D. V.) erklärt, die ursprüngliche Deckungsvorlage der Regierung habe bei der Deutschen Volkspartei lebhafte Bedenken erregt, besonders wegen der einseitigen Belastung eines Berufsstandes und wegen der Erhöhung der Einkommensteuer. Die Fraktion wünsche vor allem eine Senkung der Ausgaben und eine Wiedererweckung der finanziellen Selbstverantwortlich- keit der Gemeinden. Die in dieser Richtung gestellten Forderungen seien wenigstens teilweise erfüllt worden. Die Vvlkspartei stimme der neuen Deckungsvorlage zu, um dieser Regierung in der jetzigen Zeit der Rot die Möglichkeit zur Durchführung der notwendigen Reformen zu geben. Die Abgeordneten Mo11ath (WP.), Leicht (DDP.), von Lindeiner-Wildau (Ehr.- Rat.), D ö b r i ch (Chr.-Rat. BP.) und Dr. B e st (DRP.) stimmen der Deckungsvorlage zu. Art. 1 wurde bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Dem.ch- nationalen, Kommunisten und Rationalsozialisten angenommen. Weiterberatung Mittwoch. Die Novelle zur Arbei slosenversicherung im Ausschuß angenommen. Berlin, 15. Juli. (Vdz.) Der sozialpolitische Ausschuß des Reichstags führte die erste Beratung der Rovelle zum Arbeitsloseiwersiche- rungsgesetz zu Ende. Bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten and Deutschnationalen wurde die Beitragserhöhung auf 4l/t Proz. angenommen. Mit den Stimmen der Deutsch- nationalen und gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde dem Antrag der Regierungsparteien entsprechend beschlossen, daß vom 1. April 1931 ab der Höch st betrag der Darlehen für die Arbeitslosenversicherung nach § 163 jeweils im Haushaltsgesetz festgesetzt wird. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wurde weiter eine Entschließung angenommen, in der die Regierung ersucht wird, die Möglichkeiten grundsätzlicher Umgestaltungen in der Aroeitslosenvenicherung zu prüfen. Dabei sollen insbesondere die Qlnträge Schneider, Berlin (Dem.) und Thiel (D. Dp.) gewürdigt werden, die die Einrichtung von Gefahrenklassen und die Zulassung von Ersatzkassen der Angestellten fordern. Das pensioustürzungsgefeh. Annahme im Hausßaiisausschu Berlin, 15. Juli. (DDZ.) Der Haushalts- ausschuh des Reichstages beschäftigte sich mit dem Pensionstürzungsgesetz. Das Gesetz wurde angenommen mit der vorn Zentrum beantragten Aenderung, daß nicht das gesamte Einkommen. sondern nur das versteuerbare Arbeitseinkommen für die Pensionskürzung angerechnet werden soll. Das Gesetz wurde dahin ergänzt, daß es auch fü r Sie Reichsminister gelten und sinngemäß angewandt werden soll auf die Beamten von Reichsbahn unb Reichsba n k, der L ä n» der und Gemeinden. Es wird also das Ruhegehalt um die Hälfte des Betrages gekürzt, um den das Arbeitseinkommen den Betrag von 6000 Mark jährlich übersteigt. Das gilt auch sinngemäß für Offizierspensionen. Das Gesetz soll am 1. Oktober 1930 in Kraft treten. Es wurde auch der Pensionshöchstbetrag von 12 000 Mark jährlich, wie sie der sozialdemokratische Initiativentwurf vorschreibt, gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Deutschen Vvlkspartei in erster Lesung vom Ausschuß genehmigt. Fällt heute die Entscheidung über die Deckungsvorlage? Oer Artikel 1 gegen die Oeutschnationalen bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Auf der Suche nach einer Mehrheit. Brüning und das Zentrum verhandeln mit den Sozialdemokraten. — Oer Preis für die Stimmenthaltung. Vertin, 15. Juli. (TU.) Die Verhandlungen des Kabinetts zwecks Herbeiführung einer parlamenta- rischen Mehrheit für das Deckungsprogramm haben am Dienstag eine neue Wendung genommen. Das Zentrum hat die Verhandlungen mit den Sozialdemokraten ausgenommen. Bereits am Dicnstagnachmittaa während einer von den Sozialdemokraten vorgeschlagencn Verhand- lungspause im Plenum fand eine inoffizielle Fühlungnahme mit den Sozialdemokraten statt, die jedoch konkrete Ergebnisse nicht erbrachte. Am Dienstagabend fand dann eine Unterredung zwischen dem Zentrumsabgeordneten Esser und den Sozialdemokraten Müller -Franken und Dr. Breit» scheid statt. hierbei wurden die Fragen erörtert, ob und in welcher Form die Sozialdemokraten bereit wären, der Regierung eine parlamentarische Mehrheit durch Stimmenthaltung zu sichern. Der Unterredung wohnte auch Reichskanzler 'Brüning als Gast bei. Im Anschluß daran fand eine Besprechung mit den Parteiführern der hinter der Regierung stehenden Parteien statt, in der diese über die Unterhandlungen mit den Sozialdemokraten unterrichtet wurden. Die Bcsprechun- gen wurden am Spätabend außerhalb des Reichstages fortgesetzt. — Für Mittwochvormittag sind Verhandlungen der Parteiführer in Anwesenheit der sozialdemokrmischen Verhandlungsiührer geplant. — In parlamentarischen Kreisen wird angenommen, daß hierbei erörtert werden wird, ab und in welchem Umfange man den Sozialdemokraten Konzessionen dafür machen kann, daß sie der Regierung zu einer parlamentarischen Mehrheit verhelfen und ihr dadurch die Anwendung des Artikels 48 ersparen. Auf die sozialdemokratische Reichstaassraktion wird übrigens auch von preußischer Seite her im Sinne eines Kom promisses eingewirkt. Sicherem Vernehmen nach hat der preußische Ministervräsident Braun bereits am Dienstagrnittaa persönlich eingegriffen und versucht, die sozialdemokratische Reichstagsfrak- tion zu stärkerer Nachgiebigkeit gegenüber der Reichsreyierung zu bewegen. Erwogen wird neuerdings übrigens auch, entgegen allen ursprünglichen Dementis eine Verbindung zwischen der Steuervorlage und dem Agrarprogramm des Kabinetts herzustellen. Unbestätigten Gerüchten nach soll weiter erwogen werden, dle Stimmenthaltung der Sozialdemokraten in der dritten Lesung der Deckungvvorlagen dadurch zu gewinnen, daß die Kopfsteuer, die von den Sozialdemokraten besonders scharf bekämpft wird, eine Modifizierung in der Form erfährt, daß sie g e st a f s e l t wird. Außerdem soll geplant sein, daß der § 163 des Arbeitvlosenversicherungv gesehes, der die unbegrenzte Darlehnspflicht de, Reiches für die Arbeitslosenversicherung vorsieht, wiederhergestellt wird. Endlich sollen die Sozialdemokraten noch gewisse Lr- höhungenbeidenLinkommenstcuer. Zuschlägen verlangen und die Zustimmung der Regierungsparteien zum Pensionskiir- zungsgeseh. Die Aussichten für das Zustandekommen einer Einigung zwischen Regierungsparteien und Sozialdemokratie werden von den ‘Berliner Blättern im allgemeinen nicht g ü n st i g beurteilt, da verschiedene sozialdemokratische Forderungen für die Deutsche Volkspartei und die W i r t sch a f t s p a r t e i unannehstl- bar seien. Es wird daher doch für möglich gehalten, daß die Notwendigkeit der Anwendung des Artikels 48 nur einen kurzen Aufschub erfährt. Der „Vorwärts" begrüßt die Einleitung der Verhandlungen, die nur schwer m Gang kommen, und bemerkt, die Sozialdemokratie werde ihre Vemühungen, der Vorlage die Giftzähne „auszubrechen", nicht aufgeben, so lange noch eine letzte Aussicht auf Erfolg besteht. Man hört, daß diese Wendung in deutsch- nationalen Kreisen eine Verwirrungher- oorgerufen hat. die selbst höchst ungern sehen würden, wenn die Osthilfe und das Deckungsprogramm mit den Sozialdemokraten gemacht würden. Auch nach dieser Richtung hin sind bis zur Stunde noch nicht alle Möglichkeiten erschöpft. Vis morgen mittag kann also -noch manche Wendung eintreten. Sie deulscheAntwort ausdssVriand-MimrMdm Besserung dieser politischen Lage würden davon abhängen, daß die Grundsätze der vollen Gleichberechtigung, der gleichen Sicherheit für alle, zur Anwendung kämen. Wo bestehende Verhältnisse diesen Grundsätzen widersprächen, müßten wirksame Mittel für ihre Aendcrung aefmrden werden. 3n dem Abschnitt der Antwort, der sich mit den wirtschaftlichen Fragen befaßt, heißt cä: Sine engere Zusammenarbeit auf diesem Gebiet sollte nicht von der Schaffulnfg größerer Sicherheit abhängig gemacht werden. Die Untersuchung der europäifchen Wirtschaftsnot wird von der Krise der Landwirtschaft und der Absahnvt der Industrie ausgehen und Mittel und Wege suchen müssen, um größere Marktgebiete zu gewinnen, um den Austausch der Güter in Europa zu erleichtern. Die deutsche Regierung hält ev für angebracht, die Bemühungen um die Erleichterung der europäischen 7Birtfd)afl, insbesondere der europäischen Zollpolitik, fortzusehen. Regierungsmaßnahmen allein könnten dem notleidenden Europa nicht Helsen. Auf weiten Gebieten werde die Wirtschaft selbst eingreifen müssen. Sach.- der Regierungen werde es fein, ihre gemeinschaftliche Wirtschaftspolitik mit dem freien Spiel der Kräfte in Einklang zu Paris, 15. Juli. (WTB.) Botschafter von Hoesch hat sich um 15 Uhr nach dem Quai d'Orsay begeben, um dem Außenminister Briand die Antwort der Reichsregierung auf das Memorandum über die föderative Organisierung Europas zu überreichen. In der Antwort wird unter Hinweis auf die Spannungen und Gegensätze, die Europa belasten, die Anregung, das europäische Problem zu erörtern, mit Genugtuung begrüßt. Kein Land empfinde die Mängel der Struktur Europas stärker als Deutschland, kein Land habe an deren Beseitigung ein höheres Interesse. Die deutsche Regierung werde bereitwilligst an der Lösung des Problems mitarbeiten und stelle sich für eine eingehende Beratung während der Völkerbunds- lagung im Herbst zur Verfügung. Da, Endziel sehe sie darin, eine wirkliche Befriedung Europa, herbeizusühreu, die nur aus den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Gleichheit beruhen könne. Spitzen gegen andere Länder oder Kontinente ebenso wie der Ausschluß europäischer Richtmitglieder des Völkerbundes, wie Rußland und Türkei, seien zu vermeiden. Die Reichsregierung stimme der französischen Regierung darin durchaus zu, daß die Rottage Europas ihre Ursachen in hohem Maße in seiner gegenwärtigen politischen Gestaltung habe. Alle Versuche einer Gießener Giadttheater. Lacha Guitry: „Wir wollen träumen . . Dieser Tage war in einer Zeitung folgende Notiz zu lesen: die Vereinigung französischer Reseroeosfi- ziere habe einen jährlichen Preis von 5000 Franken für eine Dichtung gestiftet, welche am besten geeignet sei, die Liebe zur Armee zu wecken oder zu erhalten. Man mag über den — politischen — Sinn dieser Stiftung denken, wie man will: literarisch ersprießlicher schiene uns ein Preis für einen neuen, einen wirklich originellen Lustspielstofs. Genauer gesagt: für ein Lustspiel — mal zur Abwechslung — ohne Dreieck und ohne Ehebruch. * Der Titel, im vorliegenden Falle, ist nicht besonders glücklicb und außerdem irreführend: von Traum keine Rede. Leider: damit ist schon, selbst ohne Freud, ein dankbares Thema verpaßt worden, das zwar auch nicht neu wäre, dem man aber wohl noch allerlei abgewinnen könnte, sogar fürs Theater. Also fein Traum, sondern nackte Tatsachen. Wenig Romantik, viel Sachlichkeit. Sehr zeitgemäß. Es ist ein ungemein offenherziges Stück: cs nimmt nicht das kleinste Blättchen vor den Mund. Wundern muß man sich, mit welcher Hingabe und Ausdauer die Pariser Literaten ihr einziges Thema hin- und herwälzen. Immer noch einmal und noch und noch. Wo sich doch schon seit einiger Helt herausgestellt hat, daß man sämtliche möglichen Lösungen sozusagen geometrisch konstruieren und jedenfalls ohne Schwierigkeiten an den Fingern herzählen kann. Zwischen drei Personen gibt es eben beim besten Willen nicht mehr. * 3m ganzen kann man bei dieser Kategorie von Stücken zwei Richtungen unterscheiden, vor einigen Jahren war die ehrbare ober die moralische dran: da triumphierte zuletzt der angestammte Ehemann. Gegenwärtig ist die frivole Richtung wieder bc- liebt: da ist der „andere" obenauf. Bei O u i t r y kann man die Richtung schon am Personenvei- zeichuis erkennen: da steht: „Er" — „Sie" -- „Der Gatte". In den guten Zeiten hieß es: „Er" — „Sie" — „Der Freund". Das ist ein Unterschied. * Die eigentliche Pointe kommt hier vor der Lösung. Sie besteht darin, daß der Ehegatte ebenfalls (und auf den gleichen Zeitraum bezogen) ein schlechtes Gewissen hat. Daß er in seiner Not auch noch am andern Morgen zu „Ihm" rennt, ist schon nicht mehr Komödie, sondern beinahe Schwank, lieber- dies ist damit die Hauptspannung erheblich gelockert. Es kommt aber noch — ganz wider die Regel — ein vierter Akt, eben wegen der eigentlichen Lösung (mit der sich ja schon Goethe seinerzeit, in der „Stella", so abgequält hat). Um diesen Akt ist aber das Ganze zu lang. Außerdem wechselt hier Guitry ein wenig den Ton: besinnt sich auf die Komödie: wird romantisch;, läßt einen großen, gefühlvollen, lyrischen Abschiedsmonolog vorlesen. Abschied? Also doch? Halb und halb: die berühmte Zwischenlösung, auf die man — in der Literatur und im Leben — auch schon früher verfallen ist. * Was bleibt noch zu sagen? Daß die Uebersetzung von Bruno Frank stammt. Und daß wieder einmal fein und amüsant gespielt wurde. Man macht, soweit das bis jetzt beurteilt werden kann, sehr gutes Theater in dieser Sommerspielzeit. Es sollte sich herumsprechen und zum Besuch animieren, der gestern wieder einigermaßen zu wünschen übrig liefe. Sehr gutes Theater: diesmal unter der szenischen Leitung von Hans Hais, der eine geschickt poin fierte, flüssige und abgerundete Ausführung hcraus- brachte. „(Er" ist lannert; eine Mordsrolle, besonders im zweiten Akt, den er — mit Hilfe des Telephons — fast ganz allein macht. Er spielt auf Tod und Leben und mit unmittelbarer Wirkung. Hier und im ersten Akt hat er darstellerisch alle Trümpfe in der Hand, der dritte ist textlich schwächer, und im vierten wird der große Monolog von der Partnerin bestritten: von Maria Koch, die hier einmal den kühlen und ironischen Salondamenton ganz ab legen und naiv und sentimentalisch auf einmal sein darf. Eine tüchtige Leistung. Hais hatte außer der Spielleitung noch den bedauernswerten Gatten und kam mithin darstellerisch ein bißchen zu kurz; seine kleine Szene im ersten Akt, die das Abenteuer eröffnet, bleibt einem aber in angenehmer (Erinnerung; sie schien fürwahr dem Leben abgelauscht. — Dem Publikum gefiel die leichtfertige Liebesgeschichte ausnehmend. Es wurde herzhaft geklatscht. hth. bringen. Militärische Gesichtspunkte dürften bei wirtschaftlichen Fragen nicht in den Vordergrund gesetzt werden. Alle Gesichtspunkte müßten in Betracht gezogen werden, die sich aus der besonderen Lage einzelner Länder, namentlich aus ihrer finanziellen Gesamtbelastung ergeben. Bezüglich der organisatorischen Fragen stimmt die deutsche Regierung der Auffassung zu, daß der Völkerbund unter den europäischen Bestrebungen nicht leiden darf. Rian werde ernstlich, auch bei grundsätzlicher Uebcreinftiinmung in der Sorge um den Völkerbund bezweifeln müssen, ob die Schaffung besonderer europäiscyer Organe dieser Sorge Rechnung trage. Die deutsche Regierung, so heißt es am Schluß der Antwort, sieht die nächste Aufgabe darin, zunächst einmal einen lleberblid über die Materien der europäischen Gemeinschaftsarbeit zu gewinnen. Sie hofft auf wertvolle Anregungen bei der Zusammenkunft in Genf im September, zu der auch die europäischen Richtmitglieder des Völkerbundes und die nichteuropäischen Staaten Zutritt haben sollten. Sie behält sich für diese Zusammenkunft Erläuterungen und Ergänzungen ihrer eigenen Ausführungen vor. Oie Aufnahme in Paris. Paris, 16. Juli. (WTB. Funkspruch.) Soweit die Morgenpresse sich mit der deutschen Antwortnote auf das Driandsche Memorandum beschäftigt, läßt sich ein deutlich erkennbarer Gegensatz zwischen den Kommentaren der rechtsgerichteten Presse, die eine Gefahr in der deutschen Antwort erblickt, und der gemäßigten Presse feststellen, die die Antwort als ausreichende Dispositionsgrundlage betrachtet. „Petit Parisien" meint, die deutsche Antwortnote sei viel zufriedenstellender, als sie gewisse Berliner Meldungen hätten, voraussehen lassen. Das „Petit Journal" bezeichnet die deutsche Antwort als ein ernst zu nehmendes, in gemäßigten, vorsichtigen Wendungen abgefaßtes Dokument, das man mit der größten Aufmerksamkeit prüfen müsse. „Oeuvre" stellt nach einem Hinweis auf den Grundsatz der Gleichberechtigung aller Ansprüche aus Sicherheit die Frage, ob Frankreich etwa nach 1871 auf dem Berliner Kongreß "andere Ansprüche geltend gemacht habe. „Volonte" ist der Meinung, daß die in Ton und Inhalt versöhnliche deutsche Antwort die allgemeine Friedensströmung nur verstärken könne. Auch „Matin" sieht in der Antwort eine grundsätzliche Annahme und ein Angebot positiver Mitarbeit. Ganz anders urteilen die nationalistischen Blätter „Echo de Paris" schreibt: Die deutsche Regierung habe natürlich wieder die Gelegenheit benutzen müssen, um die Revision der Friedensverträge zu verlangen. Mussolini und sogar gewisse Franzosen seien ihr darin mit gutem Beispiel vorangegangen. ..Wohin führt uns Briand?", so fragt das Blatt. — „Journal" vertritt den Standpunkt, daß die Auffassung der Reichsregierung von der europäischen Föderation sehr verschieden sei von der Briands und sehr verschieden auch von der der Kleinen Entente und Polen. — Auch „Journöe Industrielle" befürchtet, daß Deutschland auch seine kühne Auslegung Des Briandschen Memorandums als Argument für die Abänderung des Status von Europa benutzen könne. — „Figaro" meint, die deutsche Antwort habe nur den einen Zweck, die Revision der Friedensverträge zu verlangen. Das fei deutlich zwischen den Zeilen zu lesen „L'Ordre" liest in der deutschen Antwort die Auswirkungen der Rheinlandräumung. Ergebnislose Ministerpräsidenienwahl in Sachsen. Dresden, 15. Juli. (WTB.) In der Land- tagssitzung stand die Wahl des Ministerpräsidenten auf der Tagesordnung. Vorgeschlagen waren Dr. Krug von Ridda (dcutschnatl.), Reichstagsabgeordneter Lipinski (Soz.) und Landtagsabgeordneter Renner (Kom.). An der Bon Sherlock Holmes' Geburt, Leben und Ende. Der Meisterdetektiv Sherlock Holmes, mit dem der dahingefchiedene LonanDoyle eine neue Gattung der Detektivgefchichle begründete, hat zwei literarische und einen „natürlichen" Vater. Die Detektivgestalten, die die beiden größten Meister der Kriminalgefchichte vor Doyle, PoeundGaboriau, gefchasten, der fcharssinnige aber tatenlose Denker und der kühne Erforscher aller Dunkelheilen, sie wurden von ihm zu einem Wesen vereinigt, für das ihm sein Lehrer an der Uninerfität Edinburgh, Dr. Josef Bell, als Vorbild diente. Von Bell erhielt Holmes die Habichtsnase, das scharf geschnittene Profil und die durchdringenden Augen, von ihnr die schnelle Kombinationsgabe, die durch erstaunliche Fest- stellungen überraschte. Bell ging davon aus, daß die wichtigste Eigenschaft, die der Arzt besitzen müsse, Beobachtungsgabe fei, und er glaubte, daß man diese Fähigkeit durch beständige Schlüße aus kleinsten Einzelheiten zu Leber Vollendung ausbilden könne. Aus dem Gesicht, der Kleidung, aus sonst nicht beobachteten Dingen osienbart en sich ihm Menfchenschick- säte und ganzeGefchichten ConanDoylehatfeldsteine Fülle von Beispielen dieser Kunst des Dr. Bell erzählt, die er zur Grundlage seiner Sherlock-Holmes-Ge- schichten machte. „Ich war Assistent in Dr. Bells Sprechstunde", erzählte er, ..und muhte ihm die Patienten vorstellen. Fall 1 kommt herein; „Ich sehe, daß Sie an Trunksucht leiden", sagt Bell zu ihm. „Sie haben da eine Flasche in der Innentasche Ihres Rocks. Werfen Sie die sofort weg!" Ein anderer Fall. „Schuhflicker, wie ich sehe." Er hatte an der Innenseite der Beinkleider an den Knieen dieAbschabungen erkannt, die das vom Schuhflicker benutzte Instrument hervorrust.Aus den besonderen Schwielen der Hände wußte er anzugeben, ob es sich um einen Schmied oder Schlosser oder Schieferdecker handelte. Einem Mann tagte er sofort, als er ins Zimmer trat: „Sie sind-Sotdat, und zwar Unteroffizier gewefen und dienten in Bermuda." Auf den militärifchen Stand fchloß er daraus, daß der Mann im Zimmer zunächst den Hut aufbehielt, sich alfo wie eine Ordonnanz benahm, die beim Vorgesetzten erscheint; der befehlende Gesichtsausdruck zusammen mit dem Alter liefe auf einen Unteroffizier fchliefeen, und der Haut- ausschlag an seiner Stirn verriet eine Krankheit, die nur in Bermuda vorkommt." Die ersten Sherlock- Holmes-Geschichten, die in den beiden kleinenBüchern „Eine Studie in Scharlach" und „Das Zeichen der Vier" 1887 und 1889 erschienen, fanden wenig Beachtung. Erst als er 1891 mit der Kurzgefchichte „EinSkandalinDöhmen" im Strand-Magazine Wahl nahmen 96 Abgeordnete teil Es erhielten Dr. Krug von Ridda 45 Stimmen, Lipinski 32, Renner 13 Stimmen, Minister a. D. Dr. Külz 3, Staatsminister Dr. Richter 2 Stimmen und Landtagsabgeordneter Lasse (DolkSnat. Reichs- berg.) eine Stimme. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht hat, ist damit die Wahl ergebnislos verlaufen. Der Reichspräsident im Spiegel des Auslands. Rom, 15. Juli. (Tsl.-Tln.) Die Rheinland- reife des Reichspräsidenten nimmt im ,,Gior- nale d'Italia" General Baldini, früherer Pressechef des italienischen Kriegsministerimns zum Anlaß einer außerordentlich shmpachischen Würdigung der Persönlichkeit Hindenburgs. Bal- dini sagt u. a., Hindenburg verkörpere das deutsche Vaterland, nicht nur wegen seiner obersten Stellung, sondern weil er der Mann der $ reu e ohne Einschränkung sei, der seinen ganzen Wert im Kriege und seine ganze Weisheit im Frieden bewiesen habe. Rach einem ausführlichen Lebensbild des Feldmarschalls fährt der General fort: Die Rheinländer werden dem Reichspräsidenten den Empfang bereiten, der einem männlichen Volke entspricht, das die sehr harte, doppelte Probe eines unglücklichen Krieges und einer fremden militärischen Besatzungbestanden hat. Jeder in Deutschland fühlt und weiß, daß Hindenburg der Bannerträger der Erneuerung ist, und jeder weiß und fühlt, daß weder ein Deutscher noch ein Ausländer wirklich hoffen könnte, daß Hinden-' bürg sich dazu hergäbe, die Ausdehnungskraft des seiner Führung anvertrauten Volkes zusammenzupressen und es zum Rutzen anderer Vorherrschaften, zu einer Schwäche der Geister und der Waffen zu erniedrigen, wodurch es im Strudel des internationalen Wettbewerbs nicht mehr fähig sein würde zur gerechten Wiedereroberung der Zukunft. Ein rheinische' (Stimme zum Hindenburgbries. Köln, 15. Juli. (TA.) Die „Kölnische Zeitung" knüpft an den Brief Hindenburgs hinsichtlich seiner Absage zur Teilnahme an den Befreiungsfeiern in Koblenz, Trier, Aachen und Wiesbaden folgenden Kommentar: Die gesamte deutsche Oeffentlichkeit. insonderheit aber das Rheinland, wird die Absage des Reichspräsidenten aufs tiefste bedauern. Wir haben der Verhängung des Stahlhelmverbots von vornherein mit Bedenken gegenübergefian'oen und feine Aufhebung nach Abzug der fremden Besatzung als einen selbstverständlichenAkt der Loyalität erwartet. Die Intransigenz der preußischen Regierung, hinter der wieder hauptsächlich die Sozialdemokratie steht, ist weder politisch noch psychologisch verständlich. Daß das deutsche Volk aber selbst in der Befreiungsstunde des Rheinlandes der Welt wieder einmal das beschämende Schauspiel innerer Zerrissenheit bietet, ist das Riederdrückendste an der ganzen Angelegenheit. Wir möchten deshalb, wenn es vielleicht auch schon zu spät scheint, doch noch an die preußische Regierung appellieren und ihr Sie sofortige Aufhebung des Verbots nahelegen, dann würde sich sicherlich auch der Reichspräsident noch zu einer Aenderung seines Beschlusses entschließen können. Cs kommt jetzt nicht auf Prestigefragen an, sondern darauf, der Welt ein einiges Deutschland zu zeigen. Oie Zurückziehung -er Thüringer Gchulgebete. Weimar, 15. Juli. (WTB.) In politischen Kreisen verlautet, daß die thüringischen Schulgebete, die durch das Urteil des Staatsgerichtshofes vom 11. Juli als verfassungswidrig erklärt wurden, dadurch aufgehoben werden sollen, daß hervortrat, fand das Publikum Gefallen an dieser Figur und verlangte nun immer neue Holmes-Geschichten, die schließlich auf 56 angewachsen waren. Aber Dohle selbst, der unterdessen in verschiedenen Romanen eine andere Art der Dichtung gepflegt und sich immer mehr vom Diesseits zum Jenseits hin entwickelt halte, faßte eines Tages einen kühnen Entschluß und ließ seinen Sherlock Holmes, der sich für ihn zu einem wahren Quälgeist entwickelt hatte, sterben. Eine nicht endenwollende Flut von entrüsteten Briesen lohnte ihm diese Tat. Man verlangte die Wiederauferstehung, wenn auch nicht stets in so entschiedenem Ton wie eine Dame, die ihr Schreiben mit der Anrede begann: „Sie Riesenrindvieh!" Erst 1927 hat sich Doyle entschlossen, seinen Holmes zu neuem Leben zu erwecken, aber es war nur ein Schattenleben, das er in diesen letzten Geschichten führte. Oie greise nach Meißen. Am Wilhelmplah in Dresden hält ein Auto; Er- kennungsnummer: Preußen. Der Herrenfahrer fragt einen Vorübergehenden: „Bitte, wie fahre ich am besten? Ich möchte nach Meißen I" „Wo wolln Se hin?" „Rach MeifeenI" „Ach nee! Rach Meißen wolln Se?" „Ja, nach Meißen!" „Ru sagnSemal: waswollnSedenninMeißen?" „Ich hab' dort zu tun.“ „So? Ach, woll geschäfdlich — oder briwahd?" „Beides." „Sofo, nu ja; das machd sich immer gans gud, so das Angenehme inibn Ridzlichn vrbindn. Da Hamm Se woll Vrwandschafd barte?" -Auch; aber ich möchte gern wissen, wie ich am besten fahre, nach Meißen! „Ach so, nadierlich, freilich! Wenn mr so gar nich Befcheed weeß, das is Sie immer enne dumme Sache, freilich- Aber los is Sie in Meißen gar nifchd, das sag' 'ch Sie glei vorneweg! 's is schade ums Ben- dsin, wenn Se Hinfahrn. Ich hab' Sie nämlich enne Schwäfdr in Meißen, enne vrheirade. Das heeßd: was ihr Mann iS, das is Sie ungefähr ä närrschr Zwiggl! Der weeß ooch nich, was ’r will. Egalford was anderfch! Ra, meine Schwäfdr hädde ooch än andern gegrichd; so ä hibfcheö Mädl, wie Sie das war. Aber wie Sie ähmd de jungn Mädl sin . . „Tuut tuut!" hupt wütend das Auto und wetzt los- — „So-nu fährd der grabe falsch rum! Zu was ’r mich da erschd gefragb hadd!" L. W. "Cs )e"< im immt ^°>d- Ms • fc o6n6>n ’ ^‘ann der \8 ^i. der lei, ^ne ganto v M- fe1- «W. & ^nmichen 2oik« boppelte Probe j" und eine? 7^ahungbe, fühlt h ^ünnerträ« 'SJ^r lvejh ^wx noch ein S-M ^cn- ^uSvehnuLüAüit Dolle» juk-. yen anderer 3m. e der Deister und 'durch e» imßtru. etverbs nicht mehr Diederewberung immt zum blies. e .Kölnische Zei- wenburgs Hinsicht- chme an den 3e- 'rier, Aachen und ifar; chkeit, insonderheit Aage desArichs- edanern, Mr chWmderbvl» von xübergeslan'M und der srcmdm 2c- tändlichenAN » Die IntransiM hinter der wieder ratie fleht, ist ve- chvloaisch Der- ic Dvlk aber Itlbfi ; Rheinland» der beschämende rrissenheil die- an der ganzen 2ln- "talb, wenn es Diel' ‘ frod) noch an die ren und ihx .’<• btt Drrdü» ßchrrüch auch der : Änderung seine» m. Sä kommt W sondern daraus, da chland zu zeigen shUNg hulgebeie. B) In poliiisch« ngischen Ähulgebeie . alegerichlshojc- non * widrig/rkla^ n werden sollen,^ m ®efallen an öidß «ineoe5°Im^; ssen in versch'tA»' ' Sichtung gepst s 1 Lagos einen luhM aeift entlv'ck^.ua •s’s*: sä Mih«n *#»•** drf-' ”®* _ oder brE Denn ^eS e7ennedu>Zchd>.- ZW W H"8"4 QÜltO UltD ’* ,3u^ falsch dd>° ün Amtsblatt des thüringischen Ministeriums das Urteil des Staatsgerichtshofes mit seiner Begrün- düng o« r ö f f e n t l i cht rnirb. Dies werde dann als Aufhebung des Erlasses gelten. Schwere Llnruhen in Alexandrien. Nationalistische Demonstrationen. Auch Europäer getötet. London, 15. Juli. (lel.-Un.) In Alexandrien sind am Dienstag schwere Unruhen ausgebrochen, die noch ondauern. Sie begannen am Morgen, als von den Nationalisten ein zweistündiger Generalstreik angekündigt wurde. Demonstranten Aogen mit dem Nus „Sang lebe Na hab Pascha" durch die Straßen. Tine erregte Menge griff die Polizei mit Steinwürfen an und bemächtigte sich des Mahomet-Ali-Platzes im Zentrum der Stadt. Sic wurde aber bald von der Polizei auseinander- getrieben. Die Europäer suchten in der Börse eine Zuflucht. Die Menge stürzte mehrere Kraftwagen um und setzte sie in Brand. Die Polizei zog sich auf das^Dach des Gerichtsgebäudes zurück und eröffnete von dort ein Feuer auf die Menge. Nach amtlichen Mitteilungen find bei den Unruhen 14 Personen, darunter a ch t Europäer getötet und 250 verwundet worden. Die Anzahl der Schwerverletzten ist groß. Unter den acht Europäern befindet sich auch ein Italiener. Die Börse von Alexandrien und zahlreiche Geschäft« waren g e» schlossen. Nie antifaschistische Klugzeugpropaganda. Der Bericht desDessinerPolizeiPra,identen Bern, 15. Juli. (Schweizerische Depeschenagentur.) Der Tessiner Polizeipräsident erstattete dem Ches des Eidgenössischen Justiz- und Pvlizei- departements über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung im Falle Dassanefi Bericht. Danach bestreitet Dassanesi erwiesene Tatsachen. eS steht jedoch fest, daß er die Propaganda- schristen in Mailand abgeworfen hat. Dicht aufgeklärt ist die Rolle, welche der ehemalige Besitzer des Flugzeuges, ein Pariser Zeitungsverleger, hinsichtlich der Vorbereitung und Ausführung des Fluges gespielt hat. Beim ikberflicgen der Stadt Mailand war er nicht an Bord des Flugzeuges. Er ist in jener Zeit von Bellinzona abgereist. vermutlich direkt nach Paris, denn er hat sich von dort auS nach dem Befinden Bassanesis erkundigt. Dicht aufgeklärt ist die Vorbereitung und D^- laduna der Flugblätter in Lodrcnv. Rechtlich ist festaestellt. daß der Flieger den DundeSrats- beschluß über den Luftverkehr von 1920 verletzt yat und deshalb zu bestrafen ist HeichstagSauflösung in Zinnland. chelfingfors, 16. Juli. (TU. Funkspruch.) Der Finnlondische Reichstag wurde um Mitternacht durch Dekret des Staatspräsidenten a u f a e l ö st. Wie verlautet, werden die Neuwahlen nachdemLappo- Wahlgesetz oorgenomrnen werden, dos nachträglich durch den neuen Reichstag Gesetzeskraft erhalten soll. Der Grund für die Auflösung ist darin zu suchen, daß sich durch Opposition der Sozi a l i st c n für das von der Regierung vorgclegte, von der Lappobewegung gutgeheißene Staats- schutzgcsetz keine verfassungsmäßige Mehrheit fand. Die Lappoführer Kosola und Herttua sind in Helsingfors eingetroffen, um die Er- eigniffe an Ort zu verfolgen. In einem Aufruf aus Anlaß des Jahrestages der russisch-finnifchen Kämpfe wendet sich die Lappoführung an die Bevölkerung mit einem Aufruf, in dem noch einmal die Notwendigkeit der A n t i k o m m u n i ft e n g e s e tz e betont wird. Aus aller Welt. Start des „Graf Zeppelin" zur zweiten Nordlandfahrt. Friedrichshafen, 16.3uli. (WTB. Funk- fpruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute vormittag 7.14 Uhr unter Führung von Kapitän Lehmann zu seiner zweiten Dordlandfahrt aufgestiegen. Die Fahrt wird 50 bis 60 Stunden dauern. Das Luftschiff wird im Lause des Freitags zurückerwarte i. Die Fahrtroute wird dieselbe wie bei der ersten Fahrt sein. Die Wetter- Verhältnisse sind einigermaßen günstig. An Bord befinden sich 22 Passagiere darunter General Dobile und der spanische General Herrero. 3n Hausdors fünf weitere Opfer geborgen. In der vergangenen Dacht gelang es den Der- gungsmannschaften, aus den, Kurtschacht fünf weitere Tote zu bergen, so daß die Zahl der noch in der Grube befindlichen Bergleute 39 beträgt. Gestern wurden einige weitere Opfer in' ihren Heimatgemeinden beigefetzt Sühne für eine politische Bluttat. 3n Frankfurt a. O. wurde im Schwurgerichts- Prozeß gegen vier Fürstenwalber Arbeiter, die am 25. Mai das Mitglied des Stahlhelms Rüdiger von Maslow erstochen haben, folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte Behnke erhält wegen Körperverletzung mit Todessolge fünf Jahre, Schmattek 11 2. Sä&be 1 Jahr und Iurcsch 9 Monate Gefängnis. Eine Sturzwelle vernichtet neun Menschenleben. In dem kleinen italienischen Badeort Montalto di Castro hat sich ein schweres Unglück ereignet. Eine große Sturzwelle riß vom Badestrand neun Menschen mit sich auf das Meer hinaus. Die Wucht der Welle war so stark, daß di« sofort unternommenen Rettungsversuche o h n e Erfolg blieben. Bis jetzt wurden sieben Leichen geborgen. vom Hamburger Schachländerkamps. Am Dienstag wurden zwei Runden, von denen jedoch nur wenig Partien zu Ende gingen, gespielt. Bei der 3. Runde sah man Weltmeister A l > e ch i n wieder unter den Spielenden. Er gewann gegen Stahlberg (Schweden) durch einen sicher durch- geführteN-König-Angriff. Die Spiele Deutschland— Spanien gingen 2:1 aus bei einer Hängepartie und Deutschand — Frankreich 2:0 bei zwei Hängepartien. 3n einer Grotte verunglückt. Als bei Potenza (Italien) ein Bauer mit feinen drei Söhnen in der Nacht während eines heftigen Gewitters in eine Grotte flüchtete, stürzte die Decke der Grotte unter der Einwirkung des eindringenden Doffers ein und begrub die vier Unglücklichen. Aus der Provinzialhauptstadt, siehen, den 16. 3uli 1930. Dom Glück des Lebens. 3n einer Gesellschaft beim Fürsten BiSmarck in FriedrichSruh wurde auch einmal vom Glück gesprochen. Eine junge Dame sagte zu ihm: „Durchlaucht sind doch ein glücklicher Mann!" Der Altreichskanzler erwiderte: ,Glücklich? WaS nennen Sie glücklich? Gin glücklicher Mensch bin ich selten gewesen. Wenn ich die spärlichen Minuten wahren Glückes zusammenzähle, so kommen im ganzen nicht mehr als vierundzwanzig Stunden heraus." Als die glücklichsten Augenblicke seines Lebens erwähnte er dann zwei: wie er als Knabe feinen ersten Hasen geschossen hatte, und als er sich mit seiner nachmaligen Frau, Johanna von Puttkamer, verlobte. Er fügte noch bei, sein ganzes Leben sei ein Hetzen und Sagen gewesen, bei dem er nie zum rechten Genuß gekommen sei. Zur Glücksempfindung gehöre Da- turanlage, daS richtige Temperament. DaS habe sein alter kaiserlicher Herr gehabt' er habe oft wahrgenommen, wie dieser sich eines GlückeS kindlich gefreut habe. Aehnliche Anschauungen vom Glück haben viele bedeutende Männer ausgesprochen. Es ist nicht sehr erquicklich für den hartnäckigen Sucher nach dem Glück, was die Denker, von Hiob, Salomo, Sophokles bis zu Leopardi, Goethe. Schopen- ?lauer, Humboldt und Ibsen, freilich erst in ihren päteren Lebensjahren, über das Glück des Lebens dachten. Resigniert stellten sie übereinstimmend fest, daß der Mensch zum Leiden geboren fei; alles ist eitel: es gibt kein Glück, und wenn es eins gibt so ist es so flüchtig, daß eH eigentlich kein wahres Glück ist. Alexander von Humboldt fagt in feinen Memoiren: .Das ganze Leben ist der größte Alnfinn. Unb wenn man achtzig Jahre gestrebt und geforscht hat, so muß man sich doch endlich gestehen, daß man nichts erstrebt und nichts erforscht hat. Wüßten wir nur wenigstens, warum wir auf dieser Welt sind. Aber alles ist und bleibt dem Denker rätselhaft und daS größte Glück ist noch das, als Flach- kops geboren zu sein." Goethe hat den Wert des Lebens am tiefsten erkannt und das Glück des Lebens in mannigfaltigen Ausdrücken gepriesen. DaS Glück der Liebe, des Schaffens und Wirkens, der Freundschaft, des DaturempfindenS, Goethe wußte, daß dem Slücksgefühl Schranken gesetzt sind: „Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von guten Tagen." An anderer Stelle läßt er Suleika Tagen: .Höchstes Glück der Erdenkinder ist doch die Persönlichkeit." Goethe laßt aber den Begriff Glück viel weiter als in diesem viel zitierten Ausspruch. Seinem Gefühl entspricht mehr das, was er im Gegensatz dazu Hatem sagen läßt: .Doch ich bin auf anderer Spur" und er findet .alles Grdenglück vereint in Suleika nur“, nämlich — wie Hatem weiter fagt — im Verschwinden seiner Persönlichkeit in der Geliebten und im Wiederfinden der Persönlichkeit durch die Geliebte. Das Aufgeben der Eigenpersönlichkeit und ihre Erhöhung zur Doppelpersönlichkeit: Mann und Weib. Goethe schließt den Kreis der Vorbedingungen, wenn er den Menschen zuruft, .edel, hilfreich und gut" zu sein, und wenn er wünscht, „auf freiem Grund mit freiem Volk zu stehen". Doch ein anderes schönes Wort hat Goethe im „Tasso" gesagt: „Es gibt ein Glück, aber wir kennen es nicht, und wenn wir eS kennen, so wissen wir es nicht zu schätzen." Im hohen Alter verfiel auch dieser Geist pessimistischen Stimmungen. In seinen Gesprächen mit Sckermann treten sie deutlich hervor: „Wir leiden alle am Lebern. Man hat mich immer als einen vom Glück besonders Begünstigten gepriesen: auch will ich mich nicht beklagen und den Gang meines Lebens nicht schelten. Allein im Grunde ist es Mühe und Arbeit gewesen, und ich kann wohl sagen, daß ich in meinen fünfundsiebzig Jahren keine vier Wochen eigentliches Behagen gehabt habe. Es war das ewige Wälzen eines Steins, der immer von neuem gehoben sein wollte." Keiner verfolgte mit feinen Aussprüchen über das Glück den Zweck, oic anderen zu überzeugen. Sie wußten, daß jeder Mensch sein eigenes Glücksideat hegt, der Schweinehirt sich wünscht, König zu fein, um seine Schweine zu Pferde hüten zu können, wie es in den Märchen steht, die dem Leben oft viel näher stehen als realistische Schilderungen des Alltags. Das Glück, das man vom Leben erhofft, wandelt sich je nach den Um« ständen und Stimmungen Paul Heyse ruft einmal aus: „Lieben und geliebt zu werden, o Götter, welch ein Glück!" ilnö ein andermal: .Ich hab ein Glück, das ich höher schätze als alle- Gold aus Perus Ebene: ich hatte niemals Vorgesetzte und niemals Untergebene." ES ist nicht verwunderlich, daß Glück und Liebe am meisten miteinander in Verbindung gebracht werden. Der Begriff des Menschen verbindet Mann und Weib Plato hat die Liebe so erklärt: „Ursprünglich war das Männliche und Weibliche in einem Individuum vereinigt; die Entwicklung hat sie getrennt, und nun sucht jede Hälfte die andere, und glücklich können sic beide nur werden, wenn sie einander gefunden hoben." Sind wir viel weiter gekommen? Sagt die neueste Entdeckungsspielerei über den Liebes- bazillus und die Darstellung der Liebe als Krankheit mehr aus? Wer kann die Begriffe .krank" und .gesund" gegeneinander abgrenzen? In den Glucksträumen der Menschen wird die Liebe in allen Verzweigungen und Abstufungen wohl immer die wichtigste Rolle spielen. Die Anschauungen vom Glück wandeln sich nicht allein bei jedem Menschen, sondern auch mit den Zeiten Im allgemeinen unterscheidet sich aber das irdische Glücks begehren der Vergangenheit und Gegenwart nicht wesentlich voneinander. Gestern wie heute spannt der eine den Glückvbegriff über das ganze Leben aus, der andere sieht in ihm etwas Zufälliges, Augenblickliches, rasch Vorübergehendes. Jener glaubt darin das Glück zu finden, daß er sich auswirkt und auslebt, damit er nach einem tätigen Leben satt und müde zur Ruhe gehen kann; dieser sieht sein Ideal in einem kurzen Glücks- gefühl, das nicht oft im Einzeldasein das Le- bensgesühl erhöht. Es gibt glückliche Daturen, die schnell beglückt sind und vieles als einen Glücksfall betrachten, was der andere als selbstverständlich hinnimmt. Diese Menschen sind sehr feiten. Viel weiter verbreitet ist die Kategorie, die jene Mitmenschen umfaßt, die sich häufig unglücklich fühlen, weil man ihnen sagt, daß sie unglücklich sind. Der Mensch - ist im allgemeinen so daran gewöhnt, von seiner Rot und Sorge zu sprechen, daß er kaum auf diejenigen achtet, die ihn von seinem Glück überzeugen wollen. Die Proselytenmacher deS Glückt sind allerdings oft feine febr angenehmen Dach^ bam, ebensowenig wie die, die schnell bei der Hand sind, neue Lehren aufzustellen und unsere Ideen über die Güte, den Reid, den Schmerz und das Glück zu revidieren. Es ist schon unendlich viel über das Glück geschrieben worden, am Ende steht immer wieder die alte Weisheit, daß daS Glück nicht draußen, sondern in unS selbst ist. In uns selbst wuchern die zahllosen Vorurteile, die daS Glücksgefühl unterdrücken und die Fähigkeiten der Seele ersticken, den Augenblick deS GlückeS zu erfassen. SS ist ein alter Ersahrungssatz, daß wir uns oft viel später erinnern, glücklich gewesen zu sein. DaS Glücksempsinden ist ein Teil jenes 2c- benSgefühlS, das feine geistigen und sozialen lln- terfchiede fennt. Aber auS dem, waS der Mensch für sein Glück hält, kann man einen Schluß auf seinen Charakter ziehen. So wenig wie Reichtum daS Dlücksempfinden verstärkt und Armut eS vermindert, so wenig fördert e- der Ruhm, die Stellung und das Anfehen. Sie sind aber eng mit ihm verbunden durch daS Medium eines tätigen, nützlich angewandten Le- Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf bens, im Sinne der Worte Schleiermachers, daß das höchste Glück nicht erfüllte Wünsche, sondern erfüllte Pflichten seien. E. O. Taten für Donnerstag, 17. Juli Sonnenaufgang 4.02 IHjr, Sonnenuntergang 20.09 Uhr. — Mondausgang 22.51 Utjr, Mond- un ter gang 10.54 Uhr. 1787: der Industrielle Friedrich Krupp in Gssen «cboren;i— 1860: die Schriftstellerin Clara Vie- ig in Trier geboren; — 1924: der italienische Politiker Riciotti Garibaldi in Rom gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Historische Fachschaft der Universität: Vortrag von Uni- oerfitätsprofeffor Dr. Dieterich über das Thema ..Die Reichsreform und Hessen ..20 Uhr, im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die verschwundene Frau" und „Vater, ich klage dich an". Gteuerausschlagsähe für 1 93O.Die vom Stadtrat beschlossenen vorläufigen Steuer» ausschlagsätze für 1930 haben bisher noch nicht die Genehmigung der zuständigen Ministerien gesunden. Dadurch wird die Anforderung der Steuern verzögert. Die Stadtkasse wurde daher ermächtigt, Abschlagszahlungen bis zur Höhe der für das abgelaufene Jahr zu zahlenden Beträge entgegenzunehmen. Den Steuerpflichtigen wird empfohlen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, da andernfalls durch die bis zur Ausgabe der Steuerbescheide voraussichtlich eingetretene Fälligkeit mehrerer Ziele die Zahlung der dann fälligen Beträge mit Schwierigkeiten verbunden fein könnte. (Vgl. die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.) •• Teilweise Aufhebung der An- stellungs - und Beförderuirgssperre. Wie von zuständiger Seite bestätigt wird, hat daS Hessische Dtaatsministerium die vor einigen Monaten auS Anlaß der Sparmaßnahmen an- geordnete Einstellungs- und Beförderungssperre für Staatsbeamte und Deamtenanwärter aufgehoben. Lediglich einige Einschränkungen, die aus Landtagsbeschlüssen beruhen, sind aufrechterhalten worden. ** Zur Befreiungsfeier in Mainz wird uns vom Hessischen Sängerbund geschrieben: Am Sonntag. 20. Juli, findet in Mainz die offizielle Befreiungsfeier in Anwesenheit des Herrn Reichspräsidenten statt. Im Rahmen dieser Feier wird auch der gesamte Hessische Sängerbund mitwirken. Aus allen drei Provinzen unsere- Hessenlandes werden die Gesangvereine mit ihren Fahnen in Mainz zu einem mächtigen Massenchor zusammentreten. Zu diesem Zweck sind aus allen Richtungen Sonderzüge eingesetzt, welche die Teilnehmer nach Mainz bringen sollen. Auch von Gießen fährt an dem gleichen Tage um 6.30 Uhr ein Sonderzug; er halt 653 ilf>/ in Butzbach. 7.06 Uhr in Bad-Dauheim, 7.15 Uhr in Friedberg, 7.41 Uhr in Homburg und ist 8.26 Uhr in Mainz. Die Rückfahrt erfolgt mit gleichem Zuge 19.30 Uhr. Die Sonderzugskarten können schon am Tage vorher gelöst werden, der Preis berechnet sich wie Sonntagskarte; die Benutzung des Sonderzuges ist für jedermann gestaltet. Allen, die das große Ereignis in Mainz miterleben wollen, sei diese Gelegenheit aufs wärmste empfohlen. Die Führung hat der Gauvorsitzende des Hessischen Sängerbundes, E. K o ch, Gießen “ Sine Entschließung der Gießener Studentenschaft. Der Allgemeine 6tu» denten-Ausschuß der Landesuniversltät bittet uns, von der folgenden Entschllehung der Studentenschaft Kenntnis zu geben ^Die deutsche Studentenschaft der Universität Gießen erhebt zusammen mit allen Kreisen des deutschen Volkes schärfsten Protest gegen die den deutschen Volksgenossen in Südslawien zuteilgewordene Behandlung, insbesondere gegen die unglaublichen Brutalitäten, denen die deutsche Dichterin Hilde Isolde Reiter als Vorkämpferin für die Erhaltung des deutschen Volkstums in Südslawien ausgesetzt worden ist. Eie fordert, daß die südslawischen Behörden die Urheber dieser Schandbarfeit mit aller Strenge bestrafen, daß für diese Beleidigung des gesamten deutschen Volkstums in entsprechender Weise ©enugtuimg geschieht und daß in Zukunft als Wiedergutmachung für diese unglaublichen Ereignisse den Deutschen in Südslawien alle ihnen als nationale Minderheiten zustehenden Freiheitsrechte in vollem Umfange eingeräumt werdem" ** Ein schönes Beispiel tätiget Dächstenliebe. Der Kegelclub Humor Gießen faßte den Beschluß, feinen geplanten Ausflug einstweilen zurückzustellen und den dafür vor- aesehenen Betrag den Hin terbllebenen bei der Grubenkatastrvphe in Hausdorf zu stiften. Der Klub hofft durch dieses nachahn^n-werte Beispiel die Mildtätigfett der Gießener Bevölkerung an- zuregen, damit den schwer betroffenen Volksgenossen im Grubenrevier eine recht tatkräftige Unterstützung auch von Gießen zuteil wird “ Dom Flugplatz. Wie man uns nütteili, ist der bereits in Gießen bekannte Barum-Flieger hier eingetroffen und wird feine Kunslfluge dem Publikum vorführen. berliner -Sörie. Berlin, 16. Juli. (WTB. Funkfpruch) Da ein« Entfcheidung in der Politik immer noch aussteht, lag der heutige Frühoerkehr vollkommen gefchaftslos, und die Spekulation bekundete weiter äußerste Zurückhaltung. Auch das unregelmäßige Neuyork konnte der Tendenz des hiesigen Marktes keine Richtung geben. 81m Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,61, London gegen Mailand 92,88, London gegen Spanien 42,05, London gegen Buenos 40,90, London gegen Kabel 4,865054, London gegen Berlin 20,38, Kabel gegen Berlin 4,1890. Die Wetterlage '41 m v-% s Mo * Jjr . ■ M ,Nittr.@wntörmi$cbti «OfOwe$W Ole »feile fliegen mit dem winde. Ole oeigen SUhoeen jienenden Zapfen geben die Temperatur an Pie Limen eeroindee Ort« ent giexneO •u< nceresifwai) umgerechneten Luttdruc* Wettervoraussage. Die sich gestern schon an der Westküste Irlands zeigende Störung ist unter Vertiefung weiter vorgedrungen und liegt heute morgen mit ihrem Kem über dem Zentrum der britischen Inseln. Sie weist dort Barometerstände von unter 745 Millimeter auf. Bei dem Wei terzua des Tiefs wird die Witterung in Deutschland einen unbeständigen Charakter annehmen, zumal zunächst die Warmluft an der Vorderfeite stärkere Eintrübung und Diederfchläge bringt Da jedoch an der Rückseite rasch kühlere Quftmaffen Nachfolgen, fo werden die Temperaturen später einen Rückgang erfahren, womit stellenweife Gewitterstörungen verbunden sind. Wettervoraussage für Donners- t a g. Unbeständiges und regnerisches Wetter, später etwas kühler. L u f 11 e m p e r a t u r e n am 15. Juli: mittags 16,3 Grad Celsius, abends 15 Grad, am 16. Juli: morgens 14,7 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juli, abends 20,2 Grad, am 16. Juli: morgens 16,3 Grad Celsius. Dcederschlag 3,7 Millimeter. SonTrenschein- dauer fünf Stunden. Reisewetterdienst. Westerland a. Sylt. 18 Grad, gestern: der Jahreszeit angemessene Temperatur, Windstille; heute morgen: heiter bis halb bedeckt; gestern: teils heiter, teils wolkig. Swinemünde. 12 Grad, kühle Dacht, Westwind; heute: heiter bis halb bedeckt, gestern: meist trübe. Garmisch-Partenkirchen. 18 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur: heute morgen Westwind, heiter bis halb bedeckt, gestern: meist trübe. ?/ Wie man heutzutage Mich trinken soll? „-mit Kathreiner Ö t" sagen öieÄizte. > wirk sie öreimal leichter verdaut—als sonst/ Üni kiese Mischung ,-4tzZc6kathreiner* schmeckt auch viel, viel besser als Milch/ ätzfcdien Zettohnftw beridt» jetzt geesde über diese aefeeheoerreqen* Ergebnis der eiefw Enütewq rforfdmiq. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Herr Artur Hofmann Trotz billigster Preise —Jedes Paar im Preis ermäßigt 5093 D 2.65 braun 2.95 schwarz Kommen Sie zu uns! Sie sparen Geld! Gießen, Bahnhofstraße 58 4814 A Die Welt erobern ..I ünserlldo ist glücklich angekommen! 5094V ein. 3. Gotha, den 15. Juli 1930 4. 1490D liefert 5. 5084D CIRCUS BARUM BARUM BARUM Pf. Pf. BARUM BARUM BARUM BARUM BARUM Eröffnung in Gießen Freitag, den 18. Juli Gretel Zfiibfa, geb. Zullmann Leonhard Ribka, Dipl. agr. i. 2. Wir verlieren in ihm einen treuen, fleißigen und gewissenhaften Arbeiter und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Am Dienstag, dem 15. Juli 1930, verschied plötzlich und unerwartet der Mechaniker Damen-Flethtschuh ? apartes Modell weiß Leinen, für b.iaße und Strand....... la Schellfisch o. K., d. Pfund 40 Pf. la Kabllan nnd Knipsen — wo es Euch gefällt: an der See. Im Gebirge, überall wo es schön ist. . . Wir zeigen Ihnen eine hübsche handliche Kamera, wie man sie auf Keise und Wanderung mitnimmt, von 11 Mk.an 2.10 2.80 1.70 2.70 Seelachs das Pfund 32 Fischfilet das Pfund 50 Donnerstag Hoher Verdienst bietet sich rührig. Vertreter f. den Verkauf od.Nach- metS unser. EiS- und Kühlanlagen jeder Art. Off. u. F. ■. 7034 an ALA liaienetelnA Vogler, Frankl, a. M. Damplsägewerk Lollar B. Nnbn. A..(tz. Direktion, Beamte, Angestellte und Arbeiter der städt. Elektrizitätswerke und Straßenbahn Stolte. Tagesordnung: Geschäftsbericht für 1929. Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz 1929. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat. Verschiedenes. Kinder-Spangenschuhe Größe 18-22 Herren-Halbschuhe C f)C gefällige Paßform, weiß ge- gg Tg doppelt, bewährte Qualität V ■ W Für getragene öenellkleim Anbit die höchsten Preise nur 3891A c.Menzwelg.Giebeu Seltersweg 58 I. Oeutschnaiwnale DoltSpartei Sonntag, 20. Juli Beteiligung am Sommerfell der Ortsgr. Wetzlar. Aofahrt 14.01 Uhr, Sonntagsk. Wetzlar. Zahlreiche Beteiligung erwartet Uum der Vorttanv. Restposten und Einzelpaare E A0/ teilweise ■ H / IQ ermäßigt Photo- Winterhoff Kreuzplatz 9, 4834 A |Verschiedenes| Kurzgeschnittenes lomriliolz Besonders billige AP Badeschuhe Avcehiß,amit ■ Hn Gummisohle, Größe 35-42 1W Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach langem, in Geduld ertragenem Leiden unseren einzig geliebten Sohn Artur Hofmann Feinmechaniker im Alter von 22 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Familie Aafnst Heimann n. alle Angehörigen. Rodheim a. d .B.. Braubach a. Rh.. Bad Kreuznach, den 15. Juli 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. Juli, nachmittags 21',Uhr. vom Sterbehause aus statt. 04463 Gießener Wohnungsbau-Genossenschaft e. G. m. b. h. MaMems für Klein-Lebensgeschäsi ver sofort gesucht. Kautionsfähige Herren senden Eilofserten an Münchner LebenSversicherungSbank A. G., Filialdirektion Frankfurt am Main, Hubertus Donnerstag, den 17. Juli Kein Schießen. 5074D] Vorstand. Wirksame erbe - Drucksachen bei Brühl, Schulslraße 7 D.-Lack-Spangensch. fl QE mod. Ausführ., ein besond. gX SlzJ Schlager unseres Hauses.. iVV 1.1.6. Gießen. SamStag, 19. Juli Avenvsvazlecaallo jum zoMgane». Treffpunkt 8 U.abds. Untv.-Bibltothek. Sonntag, 20. Jutt 3naeuöioaneeniiifl. Treffpunkt 8 ILLahtN brücke. Nstcksahrtmm Nieder. 5081D Damen-Sandaletten Q fiF seltener Gelegenheitskauf, ^g diverse Farben 4.45, grau V1 w W Kraft. Schulstiefel A A E mit holzgenageltem Boden gJL £JL*| Größe 31-35 4.95, 27-30 ■■"V Samstag, 26.Juli, abends 8 Ubr General-Versammlong i.d.„Stadl Welslar“. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Vorstandswahl, 4. Verschiedenes. Anträge sind bis Lum 19. Juli schriftlich an den Vorstand einzureichen. 150880 Der Vorstand. Modefarb.Damenschuheff" AP gute Fabrikate, verseh. Rest-zg wfl^g posten, von weit höh. Wert V ■ V V Wanzen! Käfer, Ratten, Mäuse, Ameisen usw. vertilgt streng diskret. Schrift!. Garantie. Bebördi. Dankschr. Auch auswärts, ««l Ungeziefer-Bertil- guugs-Juttitut Gießen, Kirchenpl.18 Wir laden hiermit unsere Mitglieder zu der am Mittwoch, dem 23. 3uli, abends Uhr, im Lase Leib stattfindenden ord. General-VersaminlnDg Wenn nichts Hilst, Trunk’s Tolsicher hei Bdhneraugen Tube 80 A nur in der Drogerie Noll Babndofstr. («trqD Putzfrau für Büro ges. R,D Zu er fr. i. d. Geschit. der Gießen. Anzeig. Ein tüchtiges,t.Küche und HauL erfahren. Mädchen »um 1. Aug. geiucht. Es komm, nur solche m. wirk!. gut.Zeugn. tn Frage. Vorzust. v. 7 Uhr abdS. ab outo Frau Oberitlt.Lfitera, lutenbergstr. 14 II. Mir. hoch. „ breit, „ hoch, „ breit, Lade« in guter Lage sof. zu mieten gesucht. Schr. Angebote unt. 04476 an den Gieß. Anz. | Stellenangebote| bringt aus Ostasien 30 zierliche Geishas, japanische Teehausmädchen aus dem fernen Lande der Kirschblüte mit seiner uralten Kultur. 12 japanische Künstler mit Namen von hohem Klang, seit Generationen ständig mitwirkend an den feenhaften Festen des.Mikado von Japan. Langbezopftc Chinesen aus der Mandschurei, dem entlegensten Teil des brodelnden Riesenreiches China, bringt aus Indien 24 Bajaderen in ihren farbenprächtigen indischen Gewändern. Singhaiesen, Hindus, dunkelfarbige Derwische, Gaukler, Zauberer und Schlangenbeschwörer. Barum rollt in farbenglühenden Bildern von unerhörtem Pomp die ganze sagenhafte, geheimnisumwobene Welt orientalischer Fürstenhöfe vor Euch auf, prunkvolle Indische Feste mit Massen bunten orientalischen Volks wandeln leibhaft an Euch vorüber. bringt aus Ceylons Dschungeln eine Herde Riesenelefanten, die letzten eines verfallenden im Aussterben begriffenen Geschlechts. Heilige Zebu-Rinder, Zwerg-Buckelochsen, Affen, Abgottschlangen. Aus den Eisregionen des Himalaja: Yaks, die seltenen Orunzochsen, mit dem Pferdeschweif. bringt aus Afrika die .Schiffe der Wüste-, Kamele und Dromedare von niegesehenem Wuchs wahre Goliaths und von erlesener Schönheit. Aus Abessinien eine Herde der seltenen, unzähmbaren Zebras, deren Beschaffung allein ein Vermögen kostete, quecksilbrige, ewig unruhige Trabanten, diabolisch in ihrer Wildheit und doch dressiert! Was zuvor niemand zuwege brachte, was Euch noch keiner zeigte, quicklebendige, unnahbare Zebras in vollendeter Dressur — bringt Barum und selbstverständlich seine Löwen, Hyänen, Panther und Leoparden. bringt 12 urwüchsige Clowns und Auguste, Spaßmacher von erschütternder Komik, die endlose Stürme des Lachens entfesseln. Turnschlüpfer ßE m. Chromsohle, gutes Fabrik. ■ | Größe 36-46 .75, 31-35 ■ W bringt seine schneidige Oirltruppe, 30 auserlesene, durchtrainierte Mädchenkörper In einer Revue des Sports, der Anmut und der Schönheit, nmgossen von einem Meer sprühenden, farbigen Lichts. bringt aus Kaukasien die gefürchteten Bären, braune und di6 so seltenen schwarzen äus den unwirtlichen, zerklüfteten Tälern des Kaukasus. Ein ganzes Reitervolk, halb wild, halb roh, verwegen, tollkühn, ihren Pferden verwachsen wie nur ein Naturvolk weltfern aller Kultur auf- wachsend Die Tscherkessen, Kerle wie Mädchen im Singen, Tanzen und Reiten müßt Ihr sehen! Gute U448") öikf-WM krankheitshalb. unt. günstig. Bedingung, zu verkauf. Näh. d. Kecb, Br. Slelnw. 12. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Mm fort M Opel Viersitzer, offen, gibt preiswert ab E Aßmann Reparaturwerkstatt Ostanlage 7. 04477 Neues, Weißlack. Schlafzimmer mit Sviegelschrank »u verkaufen. 04466 Mllblttr. 31 H. Zwei gebrauchte WM geeignet s. Geschäfts- Väöen od. Wirtschaft sind sehr bill. au verkaufen. Zu er fr. in d. Babnbofs Buch- bandlung Gießen. Gebrauchte guterh. ttta'iinil Dan-FM preiswert zu verk. Rich. Bornemann. Sounenslr. 6. [04473 Vtlbeler Straße 32. Frlsdie o. aerfineb. Seefische treffen heute, Donnerstag, und Freitag in nur la Qualität ein bet 6oeoD A. Koch Nacht. ■AielmrglB, Tel.8612 ^50000 Hypothekar, anlegeu. Vermittl. verbeten. Schriftl.Ang.u.04474 an d.Gteßen.Anzeig. Eine Armband-Nir gefunden Abzuholen 04479 Wolfstraße 14 PF. Dl nun bringt aus den berühmtesten Gestüten 80 Rosse edelsten Geblüts, vom Hochformat des eng- iTeuBlQlllI lischen Vollbluts und Trakehners über feurige ungarische Jucker, prächtige ermländische Apfel- UMI1UIII schimmel und schneeweiße Araberhengste bis hinab zum spielzeugartigen Zwergpony von den Shetland-Inseln. niniilÄ bringt Euch in seinem Wunderreich Freude, Leben, Unterhaltung, Bildung, lebendigen An- rt AiTS Bim schauungsunterricht. Bereicherung Eures Wissens in idealster Form, Selbstvergessensein und UMIlVIll Erbauung. Barum hebt Euch heraus aus dem Alltag und führt Euch zu den Schönheiten und Schätzen der fernen Erdteile, wie sie prächtiger und kühner keine Phantasie erträumt. Auf alle im Preise nicht zurückgesetzten Artikel trotz billigster ffl MH /O Preise ■ Rabatt sehr gut erhalten, lull, zu verk. 50860 lieh. Helfrich, Frankfurt a. M.-Oat, Hagenitraße 18. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID l gebrauchtes Herrenfahrrad 1 gebrauchte Nahmaschine Alt verkaufen [04482 KrofdorserLtr.37. Marktlaube Fisch-Jürgens Unglaublich aber wahr! Morgen, Donnerstag. iV.Juli. kommt vor dem Kaffeestübchen Schmitt eine groß. Partie frisches Weißkraut perPfd. 10 Pf, 3 Psd. 25 Pf-, z. Verkauf. Wiederverkäufer erhalten den Ztr. f. Mk. 7.00 frei HauS. [0447u All. Näh. am Stand Steiner Engros u. en d&tail | Vermietungen | 3-Zimmer- Wohnung mit allem Zubehör, einschl. Zentralhetz., beschlagnabmefrei, sofort beziehbar, zu vermieten. Schr.An- geböte unter 5079D an den Gieß. Anz. Kleinere 3-ZimmEr-WohnuDg in bester Lage u. gut. Hanse iFrtedensm.) rann für gemeldete Wohnungssuch. geg. UmzugSvergütg. sof. freigemacht werden. Schrtftl. Angeb. unt. 04472 a. d. Gieß. Ant. Im Neubau Seheberl - Hlndelstr. und 1- a. 3-Zlmaer- Wetaugen mit Bad u. übrig.Zubeh, sow. mehrere Garagen zu verm. Näh. Frank- Tarter Str. 28 p. «oseD | Mietgesuche | 3<3immer» Wohnunq in Gießen od. nächste Umgeb, zu miet. ges. Schrtftl. Angeb. unt. 04468 a. d. Gieß. Anz. 1-2 Zimmer mit 2 Betten u. Kli- chenben. z.I.Aug. ges. Schrtftl. Angeb. unt. 04471 a. d. Gkeß. Anz. Mach möbl. Zimmer gesucht. 04464 ttatb. Schott, Licher Straße 74. _____________5083V Wissenschaftliche Werlte Sondergebiet der Bröhl'achen Druckerei Pflegerin gesucht. Schrtftl. Angebote unt. 04485 an den Gieß. Anz. erb. |Stellengesuche| Junger, strebsamer Bürogehiise in all. Büroarbeiten tSchreib- u. Rechen- maschtneigut bewandert. sucht Stelle bei sofort. Eintritt. Gute Zeugn.iteh.z.Verfüg. Schrift!. Angeb. unt. 04356 a. d. Gieß. Anz. Lehrling Sohn achlb. Eltern mit zwetj. Handels- schulbtld. sucht Stell, in Geschäft gl. welche Branche. Schr. Ang. u.04465 O, d.Gß.Anz Ein!., znverl. Fräulein 35—45 Jahre, z. 'Mithilfe im Haus und Garten u. z.Gesellfch. einer alten Dame f. 1. Aug. ges. Dtenstm. vorh. Kleine Stadt Oberh. Schr.Ang.m. Bild, Zeugn. u. Ge- haltsanspr. u. 5080V an den Gieß. Anz. | Verkäufe | 3a mlunsea la Lottav an Hauptstraße gelegenes Wobnbanö mit anschließendem Saalbau mit zugehörigem Baugelände, als Geschäfts- oder Gasthaus, wie auch für jeden anderen Zweck geeignet. Schrtftl. Anaeb. unt. 5076V an d. Gß. Anz. Nr. 164 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Mittwoch, (6. Juli (930 Aus der Welt des Films. Oer Dichter im Tonfilm. Von Dr. PH. Thieme. Die rapide Entwicklung der Tonfilmtechnik hat mancher neuen Forderung zur Geltung verhalfen, die in dem geschäftsmäßig erstarrten Bereich des stummen Films bisher nie so recht beachtet wurde, wie sie eS verdiente. Sine der wesentlichsten Forderungen der neuen Kunstform deS Tonfilms ist die nach dem guten Drehbuch, nach dem schlüssigen knappen, charakteristischen Dialog, nach dem Dichter. Ursprünglich glaubte man nach dem Rezept arbeiten zu können .in jedem Akt wird ein Liedel gesungen", und der Tonfilm lst fertig> Erfreulicherweise kam man bald dahinter, daß eS so denn doch nicht ginge und daß das Gesetz, das einmal Richard Wagner für das Gebiet der Musik aufstellte und seinem HanS Sachs in den ewig-jungen .Meisterfii^ern" in den Mund legte »Mich dünkt, soll paffen Ton und Wort" auch für den Bereich des auf künstlerische Wertung Anspruch erhebenden Tonfilms zwingend Geltung verlangte in der Variante „Mich dünkt, soll passen Wort und Bild", Und nach dem Lied, daS man im Tonfilm zunächst als Dtimmungselement nicht entbehren zu können glaubte, suchte man die im Tonfilm liegenden akustischen Ausdrucksmöglichkeiten durch Geräusche und ferner durch das gesprochene, die Handlung fordernde und tragende Wort zu erweitern. Schon die ersten Versuche in dieser Richtung erwiesen sich als lehr glücklich und eS gab in den letzten Tongroßfilmen, z. D. „Letzte Kompagnie" und .Blauer Engel", bereits Bilder- und Dialogfolgen, die absolut vergessen liehen, daß man vor der Leinwand saß. immerhin handelte es sich hier um Dialoge, die für den Zweck der Handlung eigens ersonnen worden waren. Ein Dichter, wie er in seinem Werk unmittelbar zum Zuschauer im Rahmen der Bühne zu reden pflegt, ist im Tonfilm bisher noch nicht zu vernehmen gewesen. Zu diesem höchst bedeutungsvollen Schritt, für die Ausgestaltung deS Tonfilms als zeitgemäße Kunstsorm schlechthin entscheidenden Schritt, hat man sich neuerdings erst entschlossen. Wenn auch das in Berlin oft gespielte Stück „HokuS po- kuS" von Curt Götz als gute- UnterhaltungS- stück angesprochen werden kann, so wird doch in dieser Tonfilminszenierung - die Gustav il c i cf t> besorgte zum ersten Male mit vielem Glück der Versuch unternommen, ein erprobtes und erfolgreiches Werk der Bübne für den Tonfilm und damit eigentlich für das .Zeittheater" in des Wortes vornehmster Bedeutung d. h. für das .Theater der Millionen" zu gewinnen. Dieser Schritt bedeutet aber nichts anderes, als dem 'Dichter, dem wirklichen Bühnendichter einen neuen, ungeahnt umfassenden Kreis des Wirkens ,',u erschließen, und es ist eine überaus wertvolle Ergänzung des dahin abzielenden Strebens, wenn im Rahmen der Ufaproduktion mit dem auch erprobten und bewährten .Rosenmontag" von Otto Erich H a r t l e b e n begonnen wird, das Reich der dramatischen Dichtkunst für den Tonfilm zu erobern. Der Regisseur Steinhoff, der mit Lien Dhers und Matthias Wie- m a n n in den Hauptrollen diesem alten, überaus wirksamen Militärdrama zu neuem Leben im Rahmen der tönenden Leinwand verhilft, leistet damit der künstlerischen Ausgestaltung des Tonfilms im Sinne einer neuen, dem Zeitalter der Technik angepaßten Kunstform wertvolle Dienste, teney Erfolg zu wünschen ist. Wenn auch gänzlich unberechtigterweise — von strengen Kunstrichtern der stumme Film und später auch Der Tonfilm als Produkte maschineller Herstellung und darum als unkünstlerisch glatt abgelehnt wurden — so beginnt doch nun in solchen Köpfen langsam die Einsicht zu dämmern, daß Lieber das vorschriftsmäßige Lachen im Tonfilm. Lin Zntcwiew mit dem lonsiimregtsseur ttcicky. „Wann lachen Sie im Tonfilm?", fragt mich streng der Tonfilmregisseur der Ufa, Gustav Heidi), da wir uns eben zu einem kurzen Plausch gesetzt haben. Ja, wann lache ich eigentlich im Tonfilm? Darüber habe ich mir noch nie Rechenschaft gegeben. Wie war denn das in dem „Unsterblichen Lum p", den Ucicky herausgebracht hat. lachte ich da genau zu den Zeitpunkten. bei denen es die Hersteller des inzwischen sehr beliebt gewordenen Tonfilms erwartet hatten? Ich glaube nicht, denn durch mein unzeitgemäßes Lachen ging mir doch einiges vom fortschreitenden Dialog verloren. Aber das weiß ich nun wieder, an der und jener Stelle habe ich wirklich laut schmetternd die tönende Leinwand ongelacht, und ich sage da- frank und frei dem Regisseur. „Aha, also an den fälschen Stellen!" Gustav Ucicky nidt - wie mir scheint — einigermaßen enttäuscht. ..Wieso an den falschen Stellen? Ich leide doch nicht gerade an einer „langen Leitung", wie man das - sagen wir verlangsamte Erfassen und 'Verstehen einer Situation, eines Wortspieles hierzulande nennt." Begütigend lenkt der Regisseur ein. „Das trifft nicht Sie. Wann haben eigentlich die anderen Zuschauer gelacht und Ivo haben Sie den „Unsterblichen Lump" gesehen?" „Dos war im Ausland. Immerhin waren die Anwesenden durchweg der deutschen Sprache mächtig, wenn sie es im täglichen Leben oft auch abzustreiten bemühen. Und gelocht habe ich eigentlich mit dem Publikum ungefähr an den gleichen Stellen. Gelegentlich fand ich allerdings eine Lachsalve reichlich unmotiviert!" „Sehen Sie", tagt der Regisseur, „dos ist die unsichere Geschichte beim Tonfilm. Wir im Atelier tifteln uns noch dem Lauf der Aufnahmen und der Wiedergabe des ersten Werkstreifens, den wir uns rasch vorführen lassen genau die Szenen aus, an denen das Publikum ..vorschriftsmäßig" nunmehr zu lachen hätte. Aber die Besucher der Kinos denken gar nicht daran, so zu lachen, wie wir uns das mühsam errechnet uns ausprobiert haben. Die Sz-ne. die Stellen des Dialogs, die jede Zeit sich die ihr angemessenen künstlerischen AuSdrudsmöglichkeiten und Kunstformen selbst zu schaffen pflegt, unbekümmert um Lob und Tadel der in überalterten Epochen wurzelnden Verneiner. Danz zweifellos hat sich schon der stumme Film, auch in seinen nicht immer erfreulichen Darbietungen, letzten Endes doch als zivilisatorischer uno kultureller Faktor von bedeutendem Einfluß erwiesen. In weit höherem Maße ist solche Wirksamkeit aber von dem ungleich nachhaltigere Eindrücke vermittelnden Werken der Tvnfilmkunst zu erwarten. Was bisher Utopie schien, Bildung und Geschmad der Maste auf dramatischem Gebiet durch Darbietung der besten Werke der Bühnendichtung in ausgezeichneter Darstellung zu heben, ist durch den Tonfilm schon in den Bereich baldiger Verwirklichung gerückt. Der „Rosenmontag"-Tonfilm der Ufa ist vielleicht der erste Mhritt aus diesem Wege, der zweifellos dahin führen wird, die geistigen Güter der Ration, wie sie in den Werken großer Dichter schlummern, zu wirklichem 'Besitz der Allgemeinheit zu machen. Opernfilm und Mmoper. Von Dl. Kurt Singer, stellvertretendem Intendanten der Städtischen Oper Serlin. Wit einer in den Bureaus der Behörden ungewöhnlichen Schnelligkeit, mit einer Elastizität, die ein sicheres Auge und federnde Gelenke, Hellhörigkeit und große Initiative vorauSsetzt, hat der Staat Preußen sich an einer Aktion beteiligt, deren Größe und Ausmaß heute noch kein Mensch voraussehen kann. In nüchternen Worten heißt der neue Plan: Die Terra-Film- Gesellschast wird Opern-Filme, besser Filmopern, aufnehmen. Mat Reinhardt betätigt sich als Opern-Film-Regisseur, der Staat (teilt Haus, Einrichtung, Orchester. Künstler, kurz den Gesamt-Apparat der leibhaftigen Opern-Darstellung zur Verfügung. Intendant Tietjen tritt als Vertreter Preußens in den Aufsichtsrat der Gesellschaft. DieS alles sieht nach einer großangelegten wirtschaftlichen Aktion aus Sie erhält Gestalt und Macht in einem Augenblick, da sich das Urteil über die künstlerischen Möglichkeiten des sprechenden ^ilmä noch, nicht einheitlich gebildet hat, in einem Moment wirtschaftlicher Schwierigkeiten auf dem Gesamtmarkt aller schauspielerischen und musikalischen Betägigung. Die durch Raschheit imponierende Leistung des Staates Preußen muh ihre Motive aus anderen Regionen berleiten, als aus tenen eines amerikanischen Änsichreihens des Monopols, das etwa nur geschäftlicher industrieller Ausnutzung von Patenten und Erfindungen gleichkäme. Gewiß: auch Geld wird aus dem Unternehmen herausgeholt werden, aber einen höheren Sinn erhält die neue Gemeinschaft erst durch die Tendenz, in der das Werk eingebettet ist, durch die Absichten gemeinnütziger und kultureller Art, die gewährleistet werben. Richt alle großen Ideen kommen aus dem Herzen. Unsere Erfahrung lehrt, daß in dem Qlugenblid selbst, da ein Herz blutet, ein großer, weitsehender Verstand die Träne des Wehs (intern, daß die Durchtenkung und Befruchtung einer Idee auch gegen alle Mentalität wirksame-, neues Leben gebären kann. Der Tatsache, daß der Tonfilm in ter Welt marschiert, müssen wir uns zunächst ohne Widerstand beugen. Eine Ueterrumpelung ter Theater, wie sie ter stumme Film mit sich brachte, wie sie die schnelle Radio-Technik heraufbeschwor, muß unter allen Umständen vermieten werten. Der Fachmann draußen, ter Fachmann in uns selber (gegen den die Mechthild Lichnowsky ein schmetternd herrliches Buch zur Selbstbesinnung* geschrieben hak), muß einmal schweigen, muh sich erinnern, daß sich gegen das wissenschaftliche Gutachten ter stagnierenden Autoritäten, Auto und Luftschiff. Elektrizität, Eisenbahn und Schallplatte mit rasender Gewalt durchgesetzt haben. Der Flügelschlag des Phöbus-Tonsilm, mag er auch heute noch viele Wünsche und Hoffnungen enttäuschen oder nicht, ist vernommen worden Aus dem Zephir kann ein Orkan werten. Er soll das Haus ter zukünftigen Kunstoffenbarung nicht erschüttern, sondern gefestigt finden. Bereit sein, ist alles. Stellen wir unS auf den Boten der Wirklichkeit. Millionen Menschen schwören auf den singenden und sprechenden Film. Der Anmarsch weiterer Millionen ist zu erwarten. Wenn in diesem Augenblid ein geschickter Industrieller die Organisation ter neuen Idee, ihre Umsetzung in die große Praxis, ihre Popularisierung vornimmt, so ist dadurch nur eine Aussicht auf geschäftliches Plus oder Minus geschaffen, nicht ater die Gewähr gegeben für die künstlerische und künstlerisch-soziale Heiligung ihrer latenten Werte. DaS Riveau ter Produktion muß stabilisiert, das Raubbau-Wesen an Kunst und Künstlern muh unterbunden werden. Das Beste in bester Form -- das kann im Opernfilm nur da- traditionell zusammengeschlossene Ensemble staatlich-städtischer Institute leisten, nicht aber ter Ginzel-Star, die bevorzugte Primadonna, die zugkräftig im Sinne ter Masse ist. Run kann man gewih die Opern der Welt-Li deratur verfilmen und sie ter gesamten Menschheit in einer gewissen vorbildlichen Art zugänglich machen. Damit ist ater ter Zukunft-weg nicht abgeschritten. Wie ter stumme Film neue Möglichkeiten der Regie, ter Komposition, des Baues und ter Verzahnung von wirklichen und unwirklichen Vorgängen in sich trug, so wird auch ter Opern- film aus seinen speziellen Funktionen heraus neue Möglichkeiten der Regie, ter Ausnutzung technischer, optischer wie akustischer Möglichkeiten schassen. Mit anderen Worten: er wird sich zu einer besonderen, in ter Idee und im Grund- Motiv ter lebenden Opar ähnelnden, aber in Mitteln und Wegen nicht adäquaten Kunstgattung entwickeln. Die Menschen. die heute ter Oper mit Herz und Hirn verfallen sind, werten ihrer Leidenschaft nicht untreu. Mozart, Verdi, Wagner, Puccini — sie halten und erhalten ihr Publikum auch auf ter lebenden Kulissen-Dühne Elvira, Susanne, Rene und Gilda, Elsa und Brünhilde, Mimi und Lju — wir werben mit ihren körperhaften Inkarnatioiren taten und sterben. Daneben, für eine andere, vielleicht einfältigere, genügsamere, aber nicht schlechtere Art von Kunstmenschen kann der Opernfilm die mangelnde Triebhaftigkeit feiner Manschen durch die Einmaligkeit deS Rur-Erstrangigen. durch die besondere Wahl seiner Künstler, dmch die Einbeziehung des Werkes in den natürlichen, kulturhistorischen, milieuhaft-echten Boden ersetzen. Tannhäuser auf der Wartburg, Lohengrin an ter Schelte, Aida in Aegypten, Carmen in Spanien — wie dünkt euch das? Phantasie. Illusions-Dereitschast. Kulissenzauber. Echtheit, Bodenständigkeit, geschichtliche Wahrheit, die Fundamente des künstlerischen Eindruds ergänzen, verwirren, mischen sich. Ein Ausgleich zugunsten, wie zuungunsten des Films und der bisher allein herrschenden Oper ter Wirklichkeit greift Platz; für uns einen „Lacher" darstellen, gehen an den Zuschauern ober Zuhörern — bitte, bedienen Sie sich nach Belieben - äußerlich ausdruckslos vorüber. Wir haben eine Pause hinein- komponiert, damit das Publikum sich auslachen kann, damit ihm kein Wort des Gesprächs ter handelnden Personen verloren geht. Diese Pause wird als Sfodung empfunden — langweilig! An einer anderen Stelle aber platzt in den Dialog ein Gelächter der Anwesenden hinein — wir verstehen das nicht —, aber nun versteht das Publikum auch nicht die Weiterführung des Gesprächs. Ein paar zischen, wollen Ruhe, die anderen möchten sich nach Herzenslust aus- lachcn. Eine Partei stört die andere. Das möchte man — und sollte man als Regisseur vermeiden, wenn man nicht in schlechten Ruf kommen will. Aber bitte, wie mache ich das?" Ia. soll ich, der blutige Laie, dem Fachmann raten? Diese Kinoleute sind ein bißchen anstrengend in ihren Gesprächen. Das kann ich dem erfolgreichen Mann natürlich nicht ins Gesicht sagen; aber er hat es mir wohl angemerkt, daß er von seinem Partner nur Bescheidenes verlangen darf. Und erzählt nun, wie er sich mit der Frage des vorschriftsmäßigen Lachens im Tonfilm abgequält hat. „Am testen lernte ich vom Publikum selbst. Ich ging in die verschiedensten Kinotheater — und merkte, daß überall anders gelacht wird. Manchmal sogar an den Stellen, die ich zur Lachsalve mir ousgeknobelt hatte. Was sollte ich aus diesen gewaltig voneinander abweichenden Ergebnissen eines Studiums des Lachens lernen? Denn gelernt muhte werden, damit im nächsten Tonsilm alles besser werde. Mich auf den blinden Zufall verlassen, ging nicht an, das könnte einen schönen Reinfall geben. Die gefragten Kapazitäten des Lachens wichen in ihren Ansichten ebenfalls gehörig voneinander ab, ich muhte also dem ganzen Problem mit einem Kunstgriff bei kommen ." „Vielleicht überall, wo nur eine Vermutung bestand, daß gelächelt werten könne, vorsichtshalber eine Pause einschieten?" „Ra, da- wäre wohl auch noch nicht das Richtige geworden. In den tönenden Film stumme Szenen einlegen, kann gewiß — dramatisch den Fortlauf der Handlung — oder ihren Stillstand stark unterstreichen. Aber in „Hokuspoku S", unferm neuesten Tonfilm. Sre wissen ja wohl schon einiges von ihm, mit Lilian Harvey, Willi Fritsch, Homolka, Wallburg und wie sie alle heißen — kurz und gut, „Hokuspokus" wird ihnen zeigen, wie ich es ermöglicht habe, daß man lachen kann, wie es die individuelle Auffassung des Besuchers verlangt. Ich griff auf die Pause zurück, in diesem und jenem Falle: und damit sie nicht langweilig wird, lasse ich die Requisiten reden, eine Uhr, ein Telephon meinetwegen, ihr stummes Spiel kann nicht überhört werten. Ich ließ hinter die da- Lochen herausfordernde Pointe ein paar belanglose Worte weitersprechen. Wird gelacht, und der Text geht dadurch verloren, so ist das ohne Schaden für die Entwicklung des Spiels, reagiert das Publikum — es ist ja so verschieden in feinen Auffassungen, davon machen Sie sich erst einen Begriff, wenn Sie den gleichen Tonfilm vielleicht eine Woche lang abendlich zweimal immer in einem anderen Theater anfepen! — allo reagiert das Publikum nicht auf die klüglich erdachte Pointe, so wird doch weitergesprochen, es gibt keine tote Stelle." „Sie sind also von der Vorschrift des Lachens abgekommen?" Der Regisseur Ucidy stimmt dem zu. „3a, es kann nun jeder lachen, wie er will. „Hokuspokus", ter Tonfilm, mit dem wir uns in Kürze vorstellen werten, ist das. was man einen hundertprozentigen Sprechfilm nennt. Ich weiß, das ist ein Schlagwort, aber der Film wird, hoffe ich. zeigen, was wir inzwischen gelernt haben .. Oie Mok>e und Cer Filmstar Antwort auf eine Rundfrage. Lilian Harvey: Fesch! heißt die Parole — fesch und schmissig bis in die Handschuh- spitzen: Wegweiser? Meine Laune, die mich immer berät. Ich liebe das Knappe, nur Fa^on, manchmal und springe, wenn es mir gefällt, im nächsten Augenblid in erotische Stossgefälle. Ich trage die Graziofa leichter Gewebe im „Liebes- Walzer"" des Lebens und suche in jedem Stoss die Biegsamkeit meinet eigenen Gestalt wieder. Die Hauptsache: Ueterraschung! Ich denke immer an das Publikum. * Gerda Maurus: Die Mote ist immer erst bann schön, wenn eine Frau ei versteht, das leife Besondere ihres Wesens bestimmend in die vorgeschriebene Linie der Kleidersaison hinein- zutragen. Ich liebe den Anzug als natürliche ter in Leidenschaft und Pathos unmögliche, finge nte Mensch wird im Opernsilm fein mögliche-, durch die Illusion erst zur Wirklichkeit gehobenes, Aequivalent finden. Do könnte die Filmoper, in einer ander- substantiierten Atmosphäre erwachsen. Werbemittel fein, um den Vergleich mit ter traditionellen Oper ter Lebenden zu ziehen. Im Rundfunk ist man dazu ütergegangen, den besonderen Verhältnissen der ungeheuren Erfindung auch durch neue Werke neuen Antrieb zu geben. Ich zweifle nicht, daß die Männer des neuen Film-Unternehmen- bald Anfragen an Strauß, Recnizek, Pfitzner, Weill, Hindemith. Krenek u. a. ergehen lassen, auf daß sie ihre künstlerische Produktion einmal ganz auf die Bedingungen ter singenden und agierenden Leinewand einstellen. Ich sehe Richard Strauß in Großaufnahme vor die Staat-kapelle treten und sein eigene-, neues Werk dirigieren, ich sehe im Deist da- Archiv aller großen und Spielopem ter Iahrhunterte in vorbildlicher Reihe vor mir. ich beklage eS. daß wir nicht das Erlebnis jener Bild- und Hörschau haben, da Beethoven seine IX. Sinfonie, da Weber und Wagner Opern dirigierten. Der Flug der Phantasie in- Reich ter nicht mehr begrenzten Möglichkeiten wird frei, wenn das Werk in Händen gehalten, von Händen getragen wird, denen da- kulturelle Vermächtnis wichtiger ist, als da- geschäftliche Interesse. Aber auch von diesem muß gesprochen werden. Es ist kein Zweifel, daß da- Ausland unsere Kunstetats, daß es die Subventionen ter Opern und Theater von feiten der Länder und Staaten mit scheelen Augen betrachtet. ES ist kein Zweifel, daß die schon jetzt vorliegenden Beschlüsse vieler Provinzstädte, die Zuschüsse zu sperren, noch in diesem Iahr zu dem für unzählige Künstler katastrophalen Ergebnis ter Schließung von Theatern führen wird. Richt allein ter Tonfilm ist es, ter den Musikern bedrohlich wird, sondern die Wirtschaftslage ter Gemeinden und Staaten. Die nicht beamteten Orchestermusiker stehen zunächst vor einem Richts, wenn die Opern schließen. Hier kann und muß der Staat gerate, wenn ihm Geldmittel aus dem Opernfilmunternehmen zufließen, Rutzen stiften. Aus seinem Reichtum heraus, den ihm die Monopolstellung im Opernfilm gewährleistet, hat er die Macht, die Etats kleiner, aber künstlerisch hochwertiger Institute zu sanieren. Gr kann die Itealsilme zu den Stätten leiten, in denen durch Einsparungsnotwendigkeit ein reiner Opernbetrieb nicht durchführbar ist, er kann für die am meisten bedrohten und kulturell wichtigen Orte Mittel aus feinen Einnahmen frei machen, er kann dazu übergehen, sowohl für die Herstellung ter wir- kungtsicheren Filme, al- für Experimentaufnahmen eigene Orchester zusammenzustellen, besonders künstlerische Ensembles zu schaffen, er kann darüber hinaus dann auch dem schon lange fälligen Problem des Skudiervrchesters (für neue sinfonische Werke) Vorschub leisten. Die wirtschaftliche Lage ter Orchestermusiker würde auch in dem Augenblid verringert, wenn die Arbeitgeber da einsetzten, wo Amerika bereits hält: nämlich dem sprechenden Film gelegentlich — zu Vorspielen, Zwisdxmfpielen ufto. — die Untermalung und Unterstützung durch lebendige Orchestermusik au belassen. Zum Au-Probieren dieser gemischten Vorführungsmethote müßten jeten- falls Orchester bereitstehen ober geschaffen werden, ebenso wie in Zukunft statt der bisherigen Zuschauerräume, akustisch veränderte Zuhörerräume gebaut werden müßten. Mit anderen Worten: die neue Idee kann in der kombinierten Verwaltung durch Industrie und Kunststellung nur durch produktives Fruchtbarmachen der Gewinne auf sozialem und kulturellem Gebiet für wirtschaftlich schwache, künstlerisch aber gesunde Orqanisationsstätten ihren Sturmlauf mit Erfolg beginnen und sortsehen. Hilft der Staat Vollendung der Gestalt. Weder ter Körper einer Frau noch ihr Kleid dürfen aus dem Rahmen fallen. Situation und Zweck sollen für das Wechselvolle im Aussehen einer Frau sorgen — ihre Ausgabe ater liegt darin, aus der Vielfalt von Stoff und Schnitt unverkennbar ihr Gesicht zu verraten. * Renate Müller: Ich betrachte die Mode wie den Rahmen zu einem hübschen Bild. Der Rahmen einer Dame darf nie so sein, daß man über ihn ihren Anblick vergißt. Die Kleidung soll nur al- passende Rahmenfassung von Gesicht und Körper und als schöne Uebereinstim- mung mit Art und Bewegung einer Frau bemerkt werten. Die Mode wird zur Karikatur, wenn sie versteden oder vortäuschen will; sie darf höchstens mit liebevoller und vorsichtiger Hand ein wenig korrigieren. Iete Uetertrie- venheit aber verstimmt. Alle- wirklich Schöne äußert sich ruhig. Darum suche ich mir immer aus ter jeweiligen Mote da- dezente Maß an Farbe und Form. Denn ich möchte nicht, daß mein Kleid selbsttätig wird — ich gestehe ihm nur die Rolle eine- Instrumentes zu, auf dem i ch spiele. * Dito Parlo: Ich bin jung und liebe an ter Mode vor allem die Bewegungsfreiheit. Sie sind ja wundervoll und sehr würdig anzusehen, die Schleppen und duftigen Schleier, aber ich gehe gespannt in den Mote-Iournalen spazieren und stelle erleichtert fest, daß auch der kurze Rod noch voll im Gange ist und bestosste Arme als schid gelten. Roch fühle ich Wind und Sonne lieber auf meiner Haut, als alle Stoffe teti Welt, die mich einengen wollen. * Olga Tschechowa: Distinktion — da- Mote-Stichwort für die Dame von Welt! Der Spielraum ter Mote ist groß. Die kluge Frau wird ihrem Gewand immer über das Moderne hinaus eine aparte Rote geben, die zugleich verbirgt und hervorhebt — biftinauiert. E- kommt batet natürlich vor allem auf den Rahmen an, in dem eine Dame erscheint. Was beim Straßenkostüm knappe Figur und strenge Eleganz erreichen, entfaltet sich im Abendkleid in üppiger Stoffpracht und weitem Gewand. Die Mode- schöpfungen selbst können keine größere Kunst sein, als die Wahl des Kleides, das der Geschmad einer schönen Frau sich aussucht. dabei, zu sanieren, wo es Ginn und Wert hat, so ist die Subvcntionslast der Städte verringert, und der Steuerzahler profitiert davon. Die Zentren der Opernkultur in Deutschland werden von der Filmoper, die ja, oberflächlich gesehen, als Konkurrenzunternehmen auftritt, nicht berührt werden. Die staatlich geschützten Opernfilme werden tunlichst in die Opernhäuser geleitet werden. Die Künstler werden leicht beieinander sein, ihre besondere Eignung und Auswahl dürfte nicht auf Schwierigkeiten stoßen. Wie weit sie Freiheit oder Verpflichtung erhalten, in den Werken der neuen Gattung mitzuwirken, das ist eine Frage der Organisation und der Verträge. Wenn es gelingt, den Sängern einen neuen und rentablen Nebenverdienst zu verschaffen, ohne daß der Dienst am Stammoperninstitut leidet, so wird vielleicht die Zeit kommen, in der das ideale, kunstbeflissene, heilige und von der Materie befreite Arbeiten an der Oper und in der Oper wieder auflebt, in der dann das wirtschaftliche Schwergewicht des Dienstes dem zahlungskräftigen Opernfilm zuneigt. Wir kommen dann von dem Wahnsinn der Prominentengagen endlich los und hatten bei der Heranziehung deutscher, auf deutschem Voden ansässiger Künstler ein Paroli gegen die Auswanderertartik der Stars. Wirtschaft. Oie Aeubelastung des Kraftwagenverkehrs. Die neuen Vorschläge, die im Zusammenhang mit der künftigen neuen Steuerregclung auch auf eine Erhöhung der Sätze für Lastkraftwagen von mehr als zwei Tonnen Eigengewicht hinzielen, haben insbesondere in der Industrie außerordentlich verstimmend gewirkt, und es ist verständlich, wenn die Automobilindustrie der Reichsbahn den Vorwurf macht, daß sie die treibende Kraft bei der beabsichtigten Drosselung des Lastkraftwagenverkehrs ist. Wie notwendig im Interesse der Deutschen Reichsbahn eine stärkere Heranziehung der schweren Lastwagen für die künftige Steuer- rcgelung in ihrem Konkurrenzkampf gegen das Automobil ist, geht am deutlichsten aus der Tatsache hervor, daß sie den Gesamtbruttoausfall im Güterverkehr allein für dos Jahr 1928 auf 200 bis 210 Millionen Mark schätzt, während der Ausfall im Stückgutverkehr mit 60 Millionen Mark und der Ausfall im Eilstückgutverkehr mit 180 Millionen errechnet worden ist. Die Automobilindustrie, die inzwischen zu einer starken Abwehraktion ausgeholt hat, führt nun aber auch ihrerseits den Nachweis, welche bedenklichen Folgen durch die Drosselung des Lastkraftwagenverkehrs und eine weitere Sonderbesteuerung für die Volkswirtschaft entstehen können. Schon jetzt zeigt nach ihren Feststellungen die zwangsläufige Folge der ständigen Neubelastung einen fortschreitenden Rückgang in den Produktionsziffern der Lastkraftwagen. Während sich der Bestand an leichten und mittleren Fahrzeugen seit 1924 vervierfachen konnte, hat die Zunahme der Fahrzeuge von mehr als drei Tonnen Eigengewicht nur etwa ein Viertel betragen, und in den beiden letzten Jahren ist eine fast völlige Stagnation eingetreten. Die ständigen Neubelastungen, die nicht nur in Form von Sondersteuern, sondern auch durch die Erhöhung der Venzinzölle, die Neuschassung des Denzolzolls und anderen eingetreten sind, hoben zu einer Absatzstockung geführt. die sich zu einer Katastrophe für die einschlägige Industrie auszuwirken beginnt. Der Absatz von Lastkraftwagen ist bei den von der monatlichen Produktionserhebung erfaßten Werken von 12 306 Fahrzeugen in den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres auf 8399 in diesem Jahre zurückgegangen. Zur Bekräftigung ihrer Argumente führt die Automobilindustrie schließlich noch gegen die Neubelastung des Last- ' kraftwagenverkehrs aus, daß in der Mehrzahl -der übrigen Länder die Automobilindustrie nach großzügigen Gesichtspunkten gefördert wird. So hat man z. B. im Nachbarland Oesterreich bei der Einführung einer kombinierten Treibstoff- und Pauschalsteuer die Nuhfahrzeuge von der Pauschale völlig freigelassen. Gchwememarki in Gießen. Der heutige Schweinemarkt war beschickt mit 193 Tieren. Es kosteten : Ferkel bis zu 6 Wochen alt 30 bis 34 Mk., von 6 bis 8 Wochen alt 34 bis 38 Mk., von 8 bis 13 Wochen alt 38 bis 50 Mk., Läufer 60 bis 70 Mk., Einleger 100 Mk. * Verwaltungsrat der B. I. Z. Der Verwaltungsrat der B. I. Z. behandelte in feiner dritten offiziellen Session eine ganze Reihe von Fragen. Er beschloß, daß die heutige Session die letzte des Finanzjahres sein soll. Weiter beschloß der Rat, die deutsche, englische, französische und italienische Sprache als offizielle Sprachen der Bank zu bezeichnen, in denen die Korrespondenz geführt werden soll. Die Aktien der Bank sollen nunmehr in Druck gegeben werden. Der Verwaltungsrat nahm sodann Kenntnis von der weiteren Zeichnung' von Aktien der Bank durch zwölf Länder, welche, wie bereits früher gemeldet, der Bank weitere 25 Millionen Anteilscheinkapital zuführten. 2n diesem Zusammenhang beschloß der Rat, die weitere Zuteilung neuer Aktien vorläufig hinauszuschieben. Der Rat nahm auch Kenntnis von der Verteilung des Ertrages der Boung-Anleihe, die auf den Stichtag des 10. Juli erfolgte. Vom Ertrag erhielten u. a. Frankreich 132 Millionen Dollar, Deutschland 101 Millionen, England 50 Millionen, Italien 13 Millionen usw Insgesamt kamen etwas mehr als 300 Millionen zur Verteilung. An dem Bericht über die bisherigen Operationen der Bank schloß sich eine sehr rege Aussprache, in der allgemein der hohen Befriedigung über die bisherige Entwicklung der Bank Ausdruck gegeben wurde. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Neichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 - 100) stellt sich für die Woche vom 7. bis 12. Juli 1930 auf 111,5 gegenüber 113,2 in der Vorwoche, und zwar in der Gruvpe Bergbau und Hüttenbetriebe auf 109,4 (111,2), in der Gruppe verarbeitende Industrie auf 100,6 (102,2) und in der Gruppe Handel und Verkehr auf 132,3 (133,9). * Frankfurter Börse. Vom 1. August ab wird die Notiz für 6proz. Hessische Staats-Braunkohlen. und Roggen-Anleihe von 1923 wegen Ge- samtkündigung eingestellt. * Zum Konkurs des Bankhauses Nauheim & C o., Darmstadt. In der Konkurssache Nauheim & Eo. wird jetzt eine Abschlagsquote von 10 Proz. an die Warengläubiger zur Ausschüttung gebracht. Infolge verschiedener Prozesse ist eine Ausschüttung an die Wertpapierengläubiger zur Zeit noch nicht möglich. ' Verkürzte Arbeitszeit bei den Adlerwerken. Auch die Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG., Frankfurt a. M., wollen nunmehr ihre Produktion den verschlechterten Absatzverhältnissen anpassen. 11m zu vermeiden, daß sich große Lagerbestände ansammeln, wurde beschlossen, die Arbeitszeit in der Woche auf 40 Stunden einzuschränken, das bedeutet praktisch, daß der Samstag als Arbeitstag ausfällt. Auch die tägliche Autoproduktionsziffer wird reduziert. Diese Maßnahmen werden jedoch nicht verhindern können, daß die geplante Entlassung von mehreren hundert Arbeitern erfolgen muß. * Jakob Stück Nachf. AG., Hanau. Aus dem nach Abschreibungen von 130 000 (70 000) Mk. sich ergebenden Reingewinn von 78 152 (121 949) Mk. wird eine verminderte Dividende von 5 (7) Prozent auf 1 Mill. Mk. Aktienkapital ^verteilt. * Kündigungen in der Westerwäl- der Draunkoylenindustrie. Die Grube Alexandria der Westerwälder Draunkohlenwerke in Höhn sieht sich infolge wirtschaftlicher Notlage außerstande, ihren Betrieb fortzuführen. Sie beabsichtigt, in nächster Zeit etwa 250 bis 300 Bergleute zu entlassen. * Fusion in der Westerwälder Ba- saltindustrie. Die Westerwaldbrüche AG., die der Basalt AG., Linz, nahesteht, wird demnächst die Rk^inisch-Nassauische Naturstein AG. aufnehmen. Die Verhandlungen sind noch im Gange. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 16. Juli. Tendenz: freundlicher. — Trotz der immer noch nicht getroffenen Entscheidung im Reichstage und des nicht gerade günstigen Standes der Besprechungen wurde die Situation eher zuversichtlicher beurteilt. Die Spekulation war aber trotzdem sehr zurückhaltend, in Erwartung der Entscheidung, die heute in Form der Abstimmung fallen wird. Aufträge waren kaum eingetroffen, so daß ErstNotierungen kaum zustande kamen. Das Geschäft beschränkte sich in oer Hauptsache auf Stüt- zungskäuse von Bankseite. Material kam kaum' an den Markt und konnte glatt untergebracht werden. Bei freundlicher Tendenz ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse in den Spitzenwerten Kursbesserungen bis zu 2 Prozent. Die unregelmäßige gestrige Neuhorker Börse und die erneut geplante Brtriebseinschränkung bei Adlerwerke, in deren Zusammenhang auch Arbeite rentlassungen vorgenommen werden müssen, machten keinen Eindruck. Im Vordergründe des Interesses standen am Elek- tromarlt Siemens, mit einem Gewinn von 3Prozent. Lechwerke waren gut behauptet. Sonst waren Umsätze an diesem Markte vorläufig nicht zu verzeichnen. Etwas mehr in Erscheinung traten noch am Montanmarkt einige Montanwerte, wo z.B. Buderus, Gelsenkirchen, Harpener bis 1,5Prozent anziehen konnten, während R h e i n st a h l eher im Angebot lagen und leicht gebrückt eröffneten. Banken lagen wenig verändert. In Reichsbankanteilen kam zunächst ein Schranken- 4urs noch nicht zustande, doch wurde dieses Papier etwa 5 Prozent fester taxiert. Kunst- s e i d e a k t i o n konnten sich leicht bessern. Sonst waren in den übrigen Werten Umsätze kaum zu verzeichnen. I.-G.-Farben eröffneten 1,5Prozent höher. Am Rentenmarkt war die Ihn» sahtätigkeit in Altbesitzanleihe etwas lebhafter, und der Kurs war gebessert. Ausländer still. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft fast vollkommen, da Aufträge auch später nicht hinzukamen. Die Kurse waren in der Hauptsache gut behauptet. Es ergaben sich nur teilweise geringe Abschläge. Am Geldmarkt war Tagegeld mit 4,5 Prozent weiter etwas versteift. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark weiter etwas befestigen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1878, gegen Pfund 20,375, London gegen Kabel 4*8657, gegen Madrid 42,05, gegen Holland 12,0875, gegen Schweiz 25,03. Berliner Börse. Berlin, 16. Juli. Wie nicht anders zu erwarten war. zeigte der heutige Vormittagsverkehr bei der ungeklärten innerpolitischen Lage Zurückhaltung. Wirtschaftliche Momente lagen kaum vor. Auch von dem unregelmäßigen Schluß der gestrigen Neuyorker Börse konnte keine Anregung ausgehen und die Tendenz des hiesigen Marktes beeinflussen. Ileberraschen- verweise bot der Beginn des offiziellen Marktes dann ein freundlicheres Bild, und man konnte auf fast allen Märkten gegen den gestrigen Schluß 2prozentige Gewinne feststellen. Die Ämfatztätigkeit blieb aber an den meisten Märkten sehr gering. Reichsbank lagen zu Beginn 2 Prozent fester und gewannen nach den ersten Kursen sofort weitere 1,5 Prozent, da Gerüchte auftauchten, daß dieses Papier, ebenso wie die Reichsbahnvorzugsaktien, mit als erstes für die Aenderung beim Handel mit Stück- zinsen vorgesehen sei. Ferner zogen Salz- oetf urth, Westeregeln, Spritwerte usw. bis etwa 2 Prozent an. Am Chemie- markt lagen I. - G. - F ar b en 1,40 Prozent höher und ziemlich fest. Dagegen gaben @ Den- s k a 2,50 Mark nach. Deutsche Anleihen etwas anziehend. Ausländer kaum verändert. Rur LissabonerStadtanleihe, auf eine Meldung, daß nach der Ratifizierung des Boungx Planes seitens Portugals mit einem rascheren Vorwärtskommen der Aufwertungsverhandlungen zu rechnen sei, lagen um 0,75 Prozent fester. Der Rentenmarkt lag heute wesentlich ruhiger. Auch für landwirtschaftliche Liquidation spsandb riefe hatte das Interesse wieder nachgelassen. Der Geldmarkt zeigte heute schon wieder eine kleine Erleichterung. Tages- gelb gab auf 3 bis 5,5 Prozent nach. Die übrigen Sähe des Geldmarktes waren unverändert. Auch nach den ersten Kursen setzten sich die Steigerungen meist noch bis zu 1 Prozent fort. Dann machte sich aber doch wieder das Fehlen von Publikumskäufen bemerkbar, und die Kurse bröckelten später meist wieder auf das Anfangsniveau ab. Nur Reichsbankanteile fanden meist weiter Beachtung und lagen mit 266 Proz. auffallend fest. Die übrigen Märkte hatten sehr ruhiges Geschäft, da die Börse sich in Erwartung neuer Nachrichten aus dem Reichstage zurück- hielt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Juli. Am heutigen Produktenmarkt war die Stimmung infolge der höheren Auslandnotierungen fester. Das Geschäft konnte sich auch im Verlaufe etwas beleben, da das Angebot von Inlandware weiter sehr groß war. Weizen wurde bei unverändertem Kurse notiert. Roggen dagegen zog bis zu 2,50 Mk. an. Für Hafer (inländischer) machte sich verstärkte Nachfrage bei einem Gewinn bis zu 5 Mk. bemerkbar. Auch das Mehlgeschäft war etwas reger» Weizenmehl zog bis 0,25 Mk. an, Roggenmehk bis zu 0,75 Mk. Kleie lag ruhiger, die Preise blieben gut behauptet. Es wurden notiert (dir Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilogramm): Weizen 302,50 bis 305,00, Roggen 170, Hafer, inländischer 172,50 bis 175,00; Weizenmehl, südd. Spezial 0 43,50 bis 44,25, Roggenmehl 26 bis 27, Weizenkleie 8,75 bis 9, Roggenkleie 9. Tendenz fester. Turnen, Sport und Spiel. Radsport im Lahngau. Das Dierer-Vereins-MannfchaftsMhrwr über 100 Kilometer, des Lahngaues im BDR. ging am Sonntag von statten. Radclub Germania Gießen und Radfahrer-Verein 18 8 7 Wetzlar bewarben sich um die Meisterschaft. Germania hatte einen Ersatzfahrer, Wetzlar zwei Ersatzsahrer am Start. Fahrwart Kehr (Gießen) entließ 6.25 Ilhr die Germania; 6.30 Tlhr folgte Wetzlar. Die Strecke Gießen— Grünberg— Gießen mußte zweimal durchfahren werden. Germania hatte Pech, dreimal muhten Defekte behoben werden. Wetzlar hielt ohne Schaden durch. Das Ergebnis lautete: 1. Radfahrer-Verein 1887 Wetzlar 3:44,45 Stunden; 2. Radclub Germania, Gießen 3:49,10 Stunden. paddlergilde Gießen. Am vergangenen Sonntag fand das 3. Hanauer Kanu-Treffen statt, zu dem 16 Vereine, 76 Boote und 111 Paddler aus Darmstadt, Frankenthal, Frankfurt, Hanau, Höchst, Kaiserslautern, Mainz, Mannheim, Saarbrücken, Wertheim, Hanau und Gießen gemeldet hatten. Max Lehmann, der erstmalig im Kanu an den Start ging und, da ein Anfängerrennen nicht ausgeschrieben war, in einem für Junioren offenen starten mußte, konnte sein Rennen als erster Sieger beenden. Am Start wax in diesem Treffen vielfache Konkurrenz aus Frankfurt a. M„ Frankenthal und Darmstadt. Auch Heinz M o e s e r, der den Jugendeiner bestritt, schnitt recht gut ab. Es gelang ihm, hinter dem Vertreter des Frankfurter Kanuklubs vor Mainz, Hanau, Franken- thal und dem Frankfurter Kanuoerein den zweiten Platz zu belegen. — Aus München kommt leider die Nachricht, daß die Deutschen Langstreckenmeister, schäften verschoben sind. Hierdurch sind die Vertreter der Paddlergilde Gießen, die sich bereits zum Training an der Isar befanden, gezwungen, auf ihre Teilnahme zu verzichten. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Naunheim 1 — Gießen I 5:1. Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften am vergangenen Sonntag in Naun. heim. Wahrend die Einheimischen komplett antraten, stellten sich die Gaste dem Unparteiischen mit Ersaß. Vom Anstoß ob wurde ein flottes, spannendes Spiel geboten. Daß bie Einheimischen die Gäste mit obigem Resultat abfertigen konnten, überraschte allgemein, jedoch zeigte der Sturm Naunheims eine Schuß- freudigkeit, die man bei dem stark geschwächten Sturm der Gäste ganz vermißte. Gießen 1b — Naunheim Ib 0:1. Auf dem Trieb standen sich diese Mannschaften gegenüber. Bei Beginn des Spieles sah man die Gäste mit nur neun Mann und mit viel Glück die drängenden Angriffe der Einheimischen abwehrcn. Allmählich kam bann Naunheim, das sich in- zwischen vervollständigt hatte, mehr auf. Eine Reihe Ecken auf beiden Seiten brachte nichts ein. Halbzeit 0:0. Nach Seitenwechsel drängte Naunheim mehr, doch wurden die sichersten Sachen von den reichlich unbeholfenen Gästestürmern ausgelassen. Auch Gie- ßen brachte keine einheitliche Leistung zuwege. Erst kurz vor Schluß gelang es den Gästen, das einzige Tor des Tages zu erzielen und so einen verdienten Sieg mit nach Hause zu nehmen. Gießen Jugend — Wiefeck Jugend 1:0. Vorher lieferten sich diese Mannschaften ein flottes, aber reichlich hartes Spiel. In der ersten Halbzeit, die torlos verlief, wurde ein ausgeglichenes Spiel ge. zeigt. Nach Seitenwechsel versuchen beide Parteien mit allen Mitteln zu Erfolgen zu kommen. Erst gegen Schluß des Spieles konnte Gießen das einzige Tor des Spieles erzielen und so mit viel Glück den Sieg für sich buchen. Die 2. Jugend Wiesecks mußte sich im Spiel gegen die Jugend Saubringens auf eigenem Platze eine 2.1-Niederlage gefallen lassen, während die 3. Jugend Wiesecks im Spiel gegen Odenhausen einen 2:0-Sieg mit nach Hause nehmen konnte. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H $ranffurt a. Ul. Berlin Schluß«! Schluß»! Anfang» furtf | Kur« turs | Rurei Datum 15. 7. 16. 7. 15. 7. 1 16. 7. 6% £eutid)e vteiq-amelyc von 1927 ......... 7% Deutsche Reichsanleihe 88,25 - 88,75 - 103,25 103,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Echuld mit 60,25 60,5 60,13 60,4 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . 6% Hess. Bolksstaal von 1929 8,7 8,7 8,65 8,8 (tüa'iablb 102%)..... 98 98,13 cberhejsen Provinz - Anleihe mi Ausios.Rechten...... 57,5 —— — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 8% Franks. Hyp.-Bank Goidpse 59,75 - 59,8 - XIII unkündbar 6('/r% vesgl. von 1913 . . . . —— — 20,8 1% Ungarische fttonentente . . 1,85 — 1.9 I 96 4% Dürktsche Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn»AnI 5,13 5,25 — 5,15 Serie ........... —- 5,25 _ 4% desgl. Serie II . . - - - - 5% Rumänische vereint). Rente 5,26 9,55 — 5,13 — von 1903 ......... lYWo Rumänische veretnh. Rente — 9,7 - 16,1 _ 16,25 7.8 1% Rumänische vereinb Rente 7.7 — 7,8 Frankfurt a. M. Serkin Frankfurt a. 271. Berlin Banknoten. Schluß»! l-ilhr» Schluß» Anfang» Schluß« l-Uhr« Schluß« Anfang« Berlin, 15-jull Gelb Brief lurS | Kurs turs Kur« turd Kurs fürs Kurs Amerikanische Noten . . 4,17 7719 Datum Belgische Noten ... 58,50 58,74 15. 7. 16. 7. 15. 7. 16. 7. Datum 15. 7. 16. 7. 15. 7. 16. 7. Dänische Noten ... f f • 111,88 112,32 Englische Noten . . . . französische Noten . . . MM« 20,33 20,41 Hamburg.Aiaertka Potei . - . 7 97,5 —- 97 96,6 Bereinigte Siahlwerle ... 85 —- 85,5 85,75 16,44 16,50 Hamburg.Südam.Dampsschifs. 8 — — — Otavi Minen......16'/. — — 42.13 42 Holländische Noten . . . . 168,16 168,84 Hansa Tampsichiss.....10 — — — — Kaliwerke Aschersleben ... 10 205 — 204,5 208.75 Italienische Noten.... 22,00 22,08 Norddeutscher Lloyd.....8 97 97,5 97,75 97,75 Kaliwerke Westeregeln ... 10 210,5 — 211,75 214,5 Norwegische Noten . . . 111,95 112,39 'Allgemeine Deutsche Credllansl. 10 110.75 — 111,25 111,25 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 366 — 366 363 Deutlch-Ocsterrelcn, 1 100 Schilling 59,18 59,42 18atmet Bankverein .... 10 120 120 120 120 Rumänische Noten . . . 2,47 2,49 Berliner Handelsgesellschaft . 12 (Sommer^ und Prival-Bank . 11 157 139 139,25 157,5 139 157,5 139.25 I. G. Farben-Jndustrie ... 12 160,5 'S! 160,75 162,13 Schwedssche Noten . . . Schweizer Noten ...» 112,33 81,44 112,77 81,76 Darmstädter und 'Nationaldank 12 200,5 200,5 201 Spanische Noten .... 48,40 48,60 Deutsche Bank und Scheideanstalt....... 9 144 Tschechoslowakische Noten. . . . 12,40 12,46 DiSconto-Gesellschast, . . . 10 Dresdner Bank......10 Reichsdank........12 131 131 260,5 131 130,9 131 262 130,75 131 263,5 Goldschmidt ........5 Rütgerswerte..... 6 Metallgesellschast.......8 59 57,5 113,5 — 59,5 57,25 113,5 57,4 Ungarische Noten........ Dcoifvnmartt Berlin 73,10 franffurl 73,40 a. M. A.EG............6 150,75 — 151.25 151,25 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwork Karlstadt. ... 10 86 107 131,5 — 85,25 — 15-Juli 16.3u1l Bergmann.........9 Elektr. LteserungSgesellschaft. 10 — 178 — Amtliche Notierung Amtliche Notierung Licht und Straft......io Felten L Guilleaume . . . 1'/t 148 — 146,25 147,5 Wayß & Frcytag......8 75,75 75.25 76,75 — 108 — Amst-° Nott. 168,41 168,75 168,40 168,74 Gelellschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 147,5 _ 147,25 I48 Schilltvets Patzenhofer ... 15 — - 286,5 288,25 Buen.-Aires Brss.-Antw 1,527 58,47 1,531 58,59 1,523 58,455 1,527 58,575 Hamburger EleklrtzilätS-Werte 10 Rheinische Elektrizität .... 9 — — 134 Ostwerke.........12 236,5 238,5 Christiania. 112,10 112,32 112,09 112,31 — — 131,5 131,5 103,5 104 103,5 104 .Kopenhagen 112,14 112,36 112,11 112,33 Schlesische Elektrizität. ... 10 Tchuckert & (So.......11 _ — 144 173,25 143,5 173,9 Bemberg.........1< Zellstoff Waldhof .... 19'/, 105 145,5 — 104 146,9 105 146 Stockholm - Hklsinafors- 112,49 10,536 112,51 10,556 112,50 10,534 112,72 10,554 Siemen« & Halske ..... 16 215 218 216 217,5 Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 111 111 110 — Italien. . . 21,92 21,96 21,915 21,955 Transradio..... 8 — Charlottenburger Wasser ... 8 — — 101 101,5 ä’onbon. .. Neuhork . . 20,36 20,40 20,357 20,397 Luhmeyer L Eo.......10 160,5 — 160,25 — Dessauer GaS........9 Daimler Motoren ...... 0 32,6 — 145,75 32,75 146 32,75 4,185 16,485 4,193 16,505 4,1835 16,455 4,1935 16,495 Buvems . . ......d 73 73,5 73 —— Deutsche Linoleum...... 201 •— 200,25 201 Schweiz «. 81,34 81,50 81,22 81,48 Deutsche Erdöl.......0 84,5 85,5 Maschinenbau A.-G. ..... 0 — — — 46 Spanien. 48,35 48,45 48,35 48,45 (Etiener Steinkohle ...... 8 — — 128,5 Rat. Automobil.......0 — — —- — ftapnn . . • 2,068 2,072 2,068 2,072 Gelsenkirchener.......8 126,5 127,75 126,75 127,5 Orenstein & Koppel.....6 — — — 68 )Hio de Ian 0,462 0,464 0,464 0,466 Harpener......... 0 118,5 118,75 119,5 119,5 Leonhard Tietz ...... 10 140 — 140,5 141 Wien tu D-- Hoesch Eisen..... . . 6% — 93,75 Svensko........... — 314 311,5 Oest- abaest 59,12 59,24 59,10 59,22 Ille Bergbau...... 10 Klöcknerwerke . *1 -*• —- 239 — Prag - . . . 12,41 12,43 12,417 12,437 — — 95,75 95,75 frankfurter Maschinen .... 4 24,75 — 25,5 — Belgrad . . 7,425 7,439 7,425 7,439 Köln-Neuesten........7 — — 91 93 Gritzncr....... 6 31 — 31 — Budapest. . Bulgarien. 73,31 73,45 3,040 73,31 73,45 Mannesmann-Röhren .... 7 — — 93,65 93,75 Heyligenstaedt ....... o IunghanS..........6 — —— 3,034 3,034 3,040 ManSfelder Bergbau.....7 — 67,65 67,75 36,13 — 36 —- Lissabon . . 18,76 18.80 18,76 18,88 Oberschles. Eisenbedars .... 6 57,25 Lechwerte..........8 Mainkraftwerkc Höchst a. M.. .8 93,75 93,75 — Danzig. . 81,38 81,54 81,38 81.54 Oberschles. Kokswerte.....7 —- — 92,5 93,4 — — Konstantin- 1,784 1,789 1,784 1,739 Bhönh Bergbau..... 6% 85,75 — 86 Mlag...........10 — — 92 91,6 Athen. . 5,43 5,44 5,425 5,435 Rheinische Braunkohlen . . 1< 223 — 223,5 223,5 Gebr. Roeder.......10 104.25 —- —— Tanada . 4,185 4,195 4.184 4,192 Ryetnstahl..... 6 Riebeck Montan......7,2 102 101,5 101,4 101,4 Botgl & Haessner......v Süddeutsche Zucker .... 10 158 — 148 158 — llrn .uat). Cairo . . 3,596 l 20,875 3,604 20,913 4,606 20,875 3,614 20,915 Oberheffen aus Windecken bei öns In der 1. Land- ein „Eintracht" errang unter der Leitung seines rührigen Dirigenten Sy South dem Gesangswettstreit in Lang-G klasse folgende Preise: den 1. Klassenpreis mit 322 Punkten, ferner einen Ehrenpreis, einen Dirigenten preis und mit 477 Punkten den Hauptehrenvreis. Mit der höchst erreichbaren Punktzahl aller Klassen fiel ihm für diese Leistung noch ein von einem zur Zeit in Lang-Göns weilenden Deutschamerikaner ge- stisteter Sonderpreis (ein wertvolles Bild) zu. v L e i h g e st e r n, 15. Juli. Aus der letzten G c • meindcratsfihung ist au berichten: Zwei an die Gemeinde gerichtete Anträge auf Ueber- nahmc einer Dü rg>f chaft bei Äeubauten non 2000 Mk. und 3000 Akk. bis zur Hypotheken- eintragung wurden genehmigt. Sin von der Provinzialdirektion an die Gemeinde gerichteter Antrag auf Lleberfchreibung von Stra- hengelände wurde ebenfalls genehmigt. — Die Aufstellung des Gemeindebeamtcn- stellcnplaneS wurde nach lebhafter Aussprache vorgcnommen. In diesem Stellenplan wurden nur die durch Gesetz vorgeschriebenen Deamtenstellen aufgenommen: die Gcmeinderech- ner-, Polizeidiener- und Flurschützstellen. — Außerhalb der Tagesordnung wurde beschlossen, den hinter unserer Kirche gelegenen Friedhof durch eine Einzäunung von dem davorliegenden Denkmalsplatz abzutrennen. Durch diese Einrichtung wird der seitherige Liebelstand beseitigt, daß man nur zu den bestimmten Tagesstunden, wo der Friedhos geöffnet war, an unser Gefallenenehrenmal gelangen konnte. — Sinern weiteren vielseitig geäußerten Wunsche aus dem Dürger- kreise wurde dadurch entsprochen, daß die Anbringung einer zweiten Zapfstelle auf dem Friedhof beschlossen wurde. -- Lich, 14.3uli. Von schönstem Wetter begünstigt und unter freudiger Anteilnahme der ganzen Bevölkerung fand gestern unser Inge n d f e st statt. Es wurde am sruhen Morgen durch ein Wecken eingelcitet. Um 11 Uhr feierten die Kleinen in der Kinderschule. Die Schwester hatte reizende Lieder und Spiele eingeübt, die die Kinder mit Begeisterung vorführten. Stifts- dechant Kahn hielt zum Schluß eine Ansprache. Die Brczclverteilung beschloß die Feier. 3m Festgottesdienst, an dem die Vereine mit ihren Fahnen teilnahmen, predigte Pfarrer Draudt über das Wort: „Weiset meine Kinder und das Werk meiner Hände zu mir". Aach einer Kaffee- vause bewegte sich unter Vorantritt der Schuljugend und des Posaunenchors, der sich in dankenswerter Weise in den Dienst der guten Sache gestellt hatte und auch auf dem Festplatz mit vorzüglicher Musik aufwartete, sowie unter Beteiligung aller Vereine ein langer Festzug durch di,e Straßen unserer Stadt hinauf zur 75. Stiftungsfest des Gesangvereins Teutonia in Heuchelheim. d. Heuchelheim, 15. Juli. Vergangenen Samstag, Sonntag und Montag feierte der Gesangverein Teutonia sein 7 5. v t i f t u n g S s e st. Die Feier wurde durch einen großen Kommers in der Festhalle auf dem Geiers- oerg eröffnet. Der Vorsitzende des Festvereins, Ferd. Albert Dolkmann, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste — die annähernd 2000 Personen fassende Festhalle war bis auf den letzten Platz besetzt — gab einen kurzen Rückblick über die Vereinsgeschichte, und wünschte den, Feste einen guten Verlaus. Aach einem Begrü- ßungschor wurden die drei Sänger Heinrich Rinn XV., Heinrich Rinn XVI. und Heinrich Weber 11., welche schon über 35 Jahre dein Verein die Treue als Sänger wahren, mit' einer Ansprache und durch Lieberreichung eines Diploms geehrt Schneidermeister HRinn XV. dankte im Rainen der Geehrten. Der Gesangverein Harmonie Rödgen und der Männergescmg- verein ^Braubach, welche besonders freundschaftliche Beziehungen zu dem Festverein pflegen, gratulierten durch ihre Vertreter und überreichten je einen Fahnennagel. Als Ausdruck der Verbundenheit mit diesen Vereinen wurden dessen Vorsitzende, Becker (Rödgen) und Paul (Braubach), zu Ehren Mitgliedern der Teutonia ernannt und mit einer Ehrennadel ausgezeichnet. Auch der hessische Staatspräsident hat dem Verein durch ein Schreiben gratuliert und ihm als Anerkennung für seine volksbildende Arbeit ein Bild gesandt. 3m weiteren Verlauf des Koin- merSabends fangen die hiesigen Gesangvereine je einen Ghor, als Gastverein fang Harmonie Rödgen einen Ehor und anschließend gemeinsam mit dem Festverein »Schiffers Traum". Dann folgten sehr gut gelungene Vorführungen des Turnvereins Heuchelheim e. D., des Radfahrer- vereinS Heuchelheim und der Freien Turnerschast Heuchelheim. Die Musik bei dem Fest wurde auSgeführt von der gesamten Kapelle des AuS- blldungsbataillons des Ins.-Regts 15, Marburg, unter Leitung von Musikmeister Große. Herr Große verstand es, mit seiner Kapelle durch gediegenen Vortrag der sehr gut au-gewählten Konzertstücke die nötige Feststirnmung zu erzeugen. Mit einem Weckruf wurde der Hauptfesllag eröffnet. Aach einem Frühkonzert auf dem Festplatz und dem Empfang der zahlreich erschienenen auswärtigen Vereine bewegte sich unter Mitwirkung sämtlichen Ortsvereine ein stattlicher Festzug durch die reich geschmückten Straßen des Ortes nach dem Festplatze Hier begrüßte der Vorsitzende Volkmann die Gäste, feierte in seiner Ansprache das deutsche Lied und wies in diesem Zusammenhang auf die hehve Aufgabe hin, welche den Gesangvereinen durch die Pflege deS deutschen LiedeS gestellt sei. Anschließend sprach Fräulein Kätbe Bath einen Prolog und GemeinderatSmitglieo Friedr. Karl Rinn überbrachte im Aus trag des verhinderten Bürgermeister- die Glückwünsche der Gemeinbe. Ge- fangSvorrräge der hiesigen und auswärtigen Vereine folgten in bunter Reihe mit Tanz und sonstigen Volksbelustigungen. Da auch der Wet- Icrgott ein Einsehen hatte, nahm da- Fest einen überaus harmonischen Verlauf. Landkreis Gießen. •w Leihgestern, 15.Juli. Der (Befangner- wundervoll gelegenen Hardt. Aach zwei Schüler- choren unter Leitung von Lehrer Stein und einem gemeinsam gefundenen Lied hielt Bürgermeister Geil die Festrede und gedachte vor allem der Befreiung des Rheinlandes. Sin Hoch auss Vaterland und das Deutschlgnblieb schlossen den ersten Teil der Feier. Dann wechselten Wettkämpfe und Spiele der Kinder ab mit Vorführungen der Mädchenabteilung des Turnvereins, Darbietungen der Gesangvereine (Einigkeit und Rothscher Männerchor) und des Posaunenchors. Allzu rasch vergingen die schonen Stunden, die unseren Kindern viel Freude und manchen schönen Preis brachten, und auch noch lange in den Herzen der Großen fortleben werden. Dankbar wurde die mustergültige Vorbereitung des Festes durch Schule und Lehrer anerkannt. — Dieser Taae vollendete die Lehrerswitwe Frau Elisabeth Sauer hier in voller geistiger und körperlicher Frische, umgeben von Kindern und Enkeln, ihr 90. L e b e n s j a h r. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend wurden der verehrten und allseits beliebten Frau die verschiedensten Ehrungen zuteil. Ihr Heim verwandelte sich allmählich tn ein kleines Blumenhaus. Gegen Mittag erschien Stiftsdechant Kahn in der Wohnung, um die herzlichsten Glückwünsche der Kirchengemeinde und ein schönes Gedenkblatt des Landesrirchenarntes zu überbringen. An, Aach- mittag fand im Kreise der engeren Familie eine Geburtstagsfeier statt. Am Abend brachte der Pofaunenchor ein schönes Ständchen dar. über das sich das Geburtstagskind sichtlich (reute und für das es durch feinen Enkel, Referendar Sauer, herzlich danken ließ. Die Stadt Lich darf nun drei Bewohner im Alter von über 90 Jahren in ihren Mauern beherbergen. ch Lich, 14. Juli. Bei dem Gesangswettftreit in Lang-Göns konnte der hiesige Männergesa n g- verein „E ä c i l i a" schöne Erfolge erringen. Er erhielt im Klassensingen bei scharfer Konkurrenz den zweiten Preis, den Hauptehrenpreis und den Dirigentenpreis. Der Bevein steht seit einigen Jahren unter Leitung von Lehrer I l g c (Butzbach). Auf den Verein „Cäcilia" entfiel auch noch der Amerika- Preis, den ein nach Amerika verzogener gebürtiger Lang-Gönser, namens Schaub gestiftet hat. Der Preis wurde für die höchste Punktzahl in der Stadtklasse zugesprochen. Alter Sitte gemäß holten am Sonntagabend die Bevölkerung, unserer Stadt, die Vertreter der hiesigen Stadtvereine und der Posau- nenchor Lich den preisgekrönten Verein ab und begleiteten ihn zum Marktplatz vor dem Rathaus, um daselbst die Glückwünsche zu übermitteln: ein schönes Zeichen von Einigkeit innerhalb unserer Vereine. i. Ettingshausen, 15. Juli- Das seltene Fest der diamantenen Hochzeit konnten dieser Tage die Eheleute Michael Kühn und Elisabeth, geborene Sommer feiern. Die Einsegnung des Jubelpaares nahm der Ortspfarrer vor. der auch als Gabe der Kirchengemeinde ein Andachtsbuch überreichte. Bürgermeister O p p e r verlas das Glückwunschschreiben des KreiSamts und des Ministeriums des Innern, das eine Ehrengabe bewilligt hatte. Kreis Friedberg. pb. Butzbach. 16. Juli. (Drahtmeldung.) Gestern gegen 20.30 Llhr ertönte in unserem Orte die Feuersireno. In der Schuhfabrik Kiefer Aachsolger waren in der Aähe des Heizkessels lagernde Lederabfälle. Papier und der gl aus bisher unbekannter Llrsache in Brand geraten. Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Hauptgefahr durch das Eingreifen beherzter Leute von der Firma Damesreuther, die auf dem nebenan gelegenen Grundstück ihre Fabrik hat, unb die Handfeuerlöscher zu Hilfe nahmen, beseitigt. Die Feuerwehr löschte lediglich den Rest der brennenden Abfälle und lieh eine Brandwache am Brandort zurück. Größerer Schaden ist nicht entstanden: der Geschäftsbetrieb erleidet keinerlei Stockung. Kreis Alsfeld. X1X Ruppertenrod, 14. Juli. Gestern fand hier die Einweihung der renovierten Kirche statt. -Untere Kirche wurde im Jahve 1710 erbaut. Gin besonderer Stil kommt in der Architektur kaum zum Ausdruck, doch ist der ganze Innenkaum harmonisch auf- gebaut, so das» eine künstlerische Einheit gewahrt bleibt. Die letzte Renovation fand im Jahre 1899 statt. Diese muß als mißlungen bezeichnet werden. Die heutige Zusammenstellung der Innenausstattung ging ganz andere Wege. Die Malerarbeiten tvurben dem Darmstädter Kirchenmaler K i e n z e l übertragen, der ein ziemlich abgerundetes Gesamtbild herausgearbeitet hat. Unter der letzten Farbe sand er noch Schichten alter Töne vor. die ihn zu der Wahl der jetzigen Zusammenstellung veranlaßten. Der Grundton ist ein tiefes Graugrün, mit dunkleren Tönen abwechselnd. Die Decke zeigt Engelsköpfe mit Arabesken, die bereits in früherer Zeit ähnlich vorhanden waren und heute noch festgestellt werden konnten. Das schönste Stück der Kirche ist die Kanzel. Sie wurde als künstlerischer Hauptwerk in hervorstechenderen Farben gehalten und wirkt recht vorteilhaft. Die vorgeschlagcne Fenstermalerei wurde nicht ausgeführt, sondern Vorhänge vor die Fenster angebracht, die man als zum Gesamtstil besser passend erachtete. Der Altar hat eine neue Decke erhalten, die man aus dem Elisabethenstist zu Darmstadt bezog. Besonders in die Augen fallend sind die großen gemalten Füllungen an den Männerbühnen und vor der Orgel. Zur Uebcrgabc des renovierten Raumes waren Oberkirchenrat Dr. Wagner und Dekan Schmidt erschienen Zuerst übergab Superintendent Wagner bif Kirche der Gemeinde wieder und betonte in seiner Ansprache den Wert des Gotteshauses für das Gesamt leben des Christen. Pfarrer Guß mann brachte in seiner Predigt einen Ueberblid über die histvri- schen Hauptsachen seit dem Bau der Kirche. Zuletzt dankte Dekan Schmidt der Gemeinde für die Opfer, welche zur Ausschmückung des Gotteshauses gebracht werden. Der hiesige Gesangverein trug bei der Feier zwei Chöre vor. Aach dem Gottesdienst dankten die Vertreter der Kirchenbehörde nochmals dem versammelten Gemeinderat, dem Kirchenvorstand und der Kirchen- gemeindevertretung. Tagung des Katholischen LehreevereinS in Mainz. WSA. Mainz, 15. Juli. Der Katholische Qebrer Derein in Hessen hielt hier seine Vertreter- und Hauptversammlung ab, in der Schulrat Goy. Oppenheim, den Jahresbericht erstattete. In den geschäftsführenden Ausschuß wurde neugewählt als Vertreterin der Lehrerinnen Fräulein A a h m, Bingen. Bei der Hauptversammlung, die gleichzeitig als Defretungs- feier gedacht war, wars der erste Vorsitzende Rektor Winter einen Rückblick auf die schwere Besahungszeit: die katholische Lehrerschaft habe ihrer Devise »Treu dem Glauben, treu bem Vaterland" die Treue gehalten. Es folgte eine Reihe ehrender Begrüßungen durch Vertreter der Behörden, der Pädagogischen Institute, her Studentenschaft und einer Reihe von Verbänden. Die Festrede, die Ministerialrat Hoffmann, Darmstadt, hielt, brachte eine klar um* riffene Aufzeichnung christlicher ErziehungSgrunb- sätze und klang in baS Deutschlandlied auS. Gegen ein Beamtenwarenhause. Der Katholische Lehreroerein Hessen faßte auf seiner Mainzer Vertreterversainn>lung zu der beabsichtigten Errichtung eines Waren* Hauses des Deutschen Beamtenwirtschaftsbundes (Debcwa) zu Mainz eine (Ent- schlicßuna, in der u. a. gesagt wird: Die im Katholischen Lehrerverein zusammengesaßte hessische Lehrerschaft wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen den vom Deutschen Beamtenwirtschaftsbund ausgehenden Plan, auch in Mainz eine Zweigstelle seiner in vielen deutschen Städten bestehenden Warenhäuser zu errichten. Die katholische Lehrerschaft sieht in der Debewa ein großes kapitalistisches Unternehmen, das der Beamten- sä) oft keinerlei besondere Vorteile bietet, aber den ohnehin schon so schwer um seine Existenz ringenden kaufmännischen und gewerblichen Mittel st and aufs schwer st e bedroht. Als schicksalsverbunden mit allen Kreisen unserer Bevölkerung und in besonderer Würdigung der großenNot unserer mittelständischen Bevölkerung rufen wir alle Beamten auf, sich unserem Protest gegen die Errichtung eines solchen Warenhauses, unter welchem Firmenschild es auch geplant sei, mit aller Entschiedenheit anzuschließen. Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Krofdorf, 15. Juli. Aus der letzten Sitzung ber Gemeindevertretung von Krofdorf- Gleiberg ist folgendes zu berichten: Für Gleiberg war ein Schiebsmann zu wählen. Die Wahl fanb burch Stimmzettel statt unb hatte bas Ergebnis, baß ber bisherige Schiebsmann Wilhelm Laucht-wiebergewählt würbe. — Die Walbwirtschaftspläne für bas Wirtschaftsjahr 1930 würben burchberaten. Förster Möller gab die erforderlichen Erläuterungen. Den Hauungsplan genehmigte die Gemeindevertretung mit der Einschränkung, daß die Aufarbeitung ber Gichenastreiser nur bann vorge- nommen wirb, wenn ber Lohn für bie Aufarbeitung auf einem mit dem zu erwartenden Verkaufserlös im Einklang stehenden Satz ermäßigt wirb. Kleine Hvlzm engen sollen von jetzt ab bis zum Betrage von fünf Mark durch Gemeindevorsteher und Förster nach bestimmten Durchschnittspreisen abgegeben werden können. Kulturplan und AebennuhungSplan fanden ebenfalls die Zustimmung deS Gemeinderats. — Für die Orgel ber hiesigen Kirche ist bie Anschaffung eines elektrischen Gebläses geplant. Der im Haushaltsplan für 1930 vorgesehene Betrag von 200 Mark wirb zur Verfügung gestellt. — In Gleiberg ist eine Straßen^inne anzulegen. Es wurde bie Ausschreibung biefer Arbeit beschlossen. Der ausführenbe Unternehmer soll nur Arbeitslose ber Gemeinbe beschäftigen. — Karl Leib, Gleiberg, erhält zur Vergrößerung seines Baugrunbstückes an ber Krofborser Straße von ber Gemeinde zwei Parzellen, wogegen Leib für Wegegelände von seinem Grundstück etwas ab treten muß. Der Preis beträgt gegenseitig 1,20 Mark je Quadratmeter. Sämtliche Kosten der Vermessung, Auflassung usw. hat öeib zu tragen. - - Lützellinden, 14. Juli. In diesen Tagen jährte es sich zum fünfzigsten Male, daß die evangelische Gemeinschaft in unserem Orte gegründet wurde. Aus diesem Anlaß wurde das diesjährige Iahressest dieser Vereinigung, welches am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung in und bei dem hiesigen evangelischen Vereinshaus gefeiert wurde, besonders festlich begangen. Im VormittagsgotteSdienst in unserer Kirche sprach Pfarrer Buddeberg (Elberfeld) über Eph. 2, 8 biS 9 in zu Herzen gehender Weise. Die Festversammlung am Aachmittag wurde mit Gebet und Schriftverlesung des Orts- geistlichen. Pfarrer Koch, eingeleitet, worauf einer der noch lebenden Gründer Wer Gemeinschaft, Dr. Johannes Bork von hier, einige herzliche Worte an die Versammelten richtete. Als erster Festredner sprach hiernach Pfarrer Bubdeberg (Elberfelb), der zunächst von der Bedrückung ber russischen Glaubensbrüber erzählte unb über Eph. 3, 15, 16 manches Beherzigenswerte zu sagen wußte. Prebiger Peters vom Bibelheim Flensungen bei Mücke überbrachte vor seiner tiefgrünbigen Ansprache herzliche Grüße des Verbandes der oberhessischen Gemeinschaften, wonach Prediger Trippier (Groh-Rechtenbach) über Jes. 55, 3 sprach. Im Schlußwort, das er auf 1. Mose 12, 3, begründete, gab der Ortsgeistliche feiner Freude über die bisherige segensreiche Arbeit ber Gemeinschaft Ausdruck und wünschte ihr auch für bie kom- menben Jahre gebeihliche Tätigkeit. Mit bem Echlußgebet von Dr. D o r k unb bem gemeinsamen Gelang des Liebes „Ach bleib mit deiner Gnade" wurde das Fest, welches von gesanglichen Darbietungen des hiesigen Gemischten Chores unter Leitung des Dirigenten Alten- Heimer würdig umrahmt wurde, beendet. Die Kollekte wurde für die der Gemeinschaft ange- schlossenen Vereine bestimmt. AuS kleinsten Anfängen heraus hat ftch die tm Jahre 1880 gegründete Gemeinschaft ansehnlich entwickelt Schon nach zwölfjährigem Bestehen war eS thr moa- lich, dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Freunde ein eigenes VereinShauS zu erbauen, Dem nach mehreren Jahren eine Kleinkinderschule angegliedert wurde IünglingS- unb Iungfrauenverein, Sonntagsschule unb Gemischter Chor sinb im Lause ber Jahre aus ihr hervorgegangen und kennzeichnen eindringlich den Wert evangelischer Gemeinschaftsarbeit 5 Salzböden, 15. Juli. Die Waise rlei- t u n g der hiesigen Gemeinde reicht nicht mehr aus. Schon früher beftanb in trockenen Sommern Wassermangel. Die Gemeinde versuchte habet bereits 1923, neue Quellen anzuschließen. Damals hoffte man durch die Zuziehung eines Wünschelrutengängers Erfolg zu erzielen. An den von der Wünschelrute als wasserreich bezeichneten Stellen wurden eingehende Dohrversuche monatelang, zum Teil unter recht schwierigen Umständen (FelSsprenaungen usw.) ausgesührt, doch leider ohne Erfolg. Zum Gluck war dieS in der Blütezeit ber Inflation, so daß bie enormen Kosten rasch gedeckt werden konnten. Die Wasserkalamität «nacht sich nun immer mehr bemerkbar, zumal durch Bevölkerungszuwachs. Aeu- bauten usw. der Wasserverbrauch ständig au* nimmt. Die Gemeindevertretung Hal daher beschlossen, im Tale des Würzbaches Bohrversuch« vornehmen zu lassen. Die Arbeit soll im Wege ber öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. z^reis Marburg. Is M a r b u r a , 15. Juli. Unter Leitung des Direktors des Vorgeschichtlichen Seminars der hiesigen Universität, Professor Dr. M erhärt von Der» n e g g, wurden in unmittelbarer Nähe der soa. Lichteküppels in den Lahnbergen zwei durch Aufforstungen gefährdete Hünengräber sreiaelegt, die wertvolle Funde zutage brachten. In dem Haupt- grab, das 10 Meter Durchmesser hatte, fanden sich Gefäße, die der Beschaffenheit und Form nach au» Süddeutschland stammen. Das zweite kleinere Grab war insofern interessant, als es eine Urne mit Nach- beftattung (also zwei Personen) enthielt. Die Graber, deren Inhalt dem Vorgeschichtlichen Seminar im Kunstinstitut einverleibt ist, stammen aus der Zeit um 1000 v. Ehr Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) C. in tv. Wir empfehlen Ihnen, sich in dieser Angelegenheit, da eine vertragliche Regelung nicht be- steht, an das Städtische Mieteinigungsamt zu wenden. Verantwortlich für Lokales: I. V.: Dr. Thyriot. Gewinnauszug 4. Klasse 35. Preubisch-Eübbeutsche (261. Preutz.) Klasien-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hetze Gewmnc «falle«, und »war je einer auf die Lose gleicher Nummer ie den beiden ________ Adtruungyr I und II____________ 2. Ziehungrtag 15. Juli 1930 3n ber heutigen VormittagLziehung wnben Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®«tot*ne w 50000 ®L 324601 2 ettotaee gu 10000 M. 122805 2 ,u 6000 ®L 248302 2 ®«rHnne 3000 W. 66718 4 •cnrtnn. i» 2000 M. 18036 11 2669 6 ettelnn« 8U 1000 -TO. 131443 207333 236707 16 »etDinn« tu 800 an. 19480 32402 100564 211682 269614 267986 343907 398162 20 »u 600 M. 16681 63283 68193 98093 143771 207566 303670 328646 353284 380634 84 e«eHnnf tu 4(K) TH. 4076 19661 36432 46410 46688 47090 66267 67867 80640 81222 83927 88609 106276 126726 133097 134260 14-699 160183 164500 171620 186107 200632 216468 239658 243070 284681 268233 270867 278111 274106 276364 276418 304622 305589 318194 334941 340229 368817 368247 374268 383207 391668 228 »«toienf wu 300 M. 4680 7026 8292 9389 10033 11864 12667 14822 16603 18669 18939 21951 24222 28404 29735 30062 31768 32020 39014 40701 54199 64649 62514 62601 69081 71178 72846 74441 77601 78601 81353 83816 84881 87743 89965 97732 98741 101197 107234 109114 109619 109880 113158 116017 118776 126836 132247 132283 138074 137302 137648 139377 146144 162055 158792 159179 162386 172263 172275 179458 184652 185773 191471 193171 193317 196028 199726 207998 208284 209592 237966 241285 244944 246556 246835 252578 255841 266985 258021 258620 263489 266312 274891 284647 $85324 286365 288229 289360 289796 292531 298533 298851 302346 308893 313412 313952 319636 321742 322206 323897 327891 333336 347339 360531 360666 361271 368862 369398 374648 381282 386107 386813 392016 398872 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne übet 150 M. gezogen 2 »tbinn« ,u 3000 W. 19033 2 »wlnne ,u 2000 M. 66246 6 »ewinn« .n 1000 M. 149627 229791 367334 4 »etDlnnt «u 800 M. 1 10274 221777 24 »ttolnne »u 500 TU. 4918 75585 79758 82382 105796 141239 169774 228267 282056 284993 288108 306482 110 »etrinne iu 400 ®L 9778 31677 38148 62108 61812 77810 96880 100905 107663 107771 112256 120854 142334 142633 159534 178515 200953 201024 202700 204888 206692 213242 232880 242775 263934 266457 259307 261871 262641 272482 280413 287176 287304 288739 291079 292427 293740 295692 304532 308750 309039 314866 323781 333718 344689 369663 372860 384839 388159 390386 392254 392406 394093 397661 397734 260 »emmre 1U 300 OH 3005 4562 10712 13429 15297 17823 21913 30308 36931 39028 39717 41190 41616 41607 42061 42862 45533 64417 60474 63500 64001 65526 71743 75461 77814 78769 80572 82684 86476 85600 86167 86986 87961 89789 91696 97600 100588 100956 102097 113722 116572 116592 117527 122216 131718 134676 136222 137066 144110 162347 158941 165903 166709 168458 173220 177370 179305 180142 183397 183442 184646 190537 192023 195334 201466 204889 208109 212833 213687 223046 223083 223438 226833 226478 228811 230283 230301 230690 233180 246863 247546 249930 253826 258009 272464 273169 276960 277201 281637 288290 289982 289963 295295 296239 297023 297747 302128 303567 303941 305177 306667 308693 309102 314284 317854 329061 329354 329462 334949 340817 341029 346705 346978 350060 352464 354271 361960 368331 376747 377414 378240 379546 380174 380306 381740 384219 385488 391400 398812 399780 vWeiße Zähne: Chlorodont!: I! H ll wer kaufen will Kaufen muß-- 5 dir« schei mit sche gien ÄcicI zuvo par notw ist ei sich f über mente quenz Mge Sch Reich W butd) ver schs m Der bet hei mil gie Ka Ar M bas M die schi Tü ist. sei -ei ge> ivu mii letz nig stüh dem hall Soz die tiber Derk die I fache fratti natioi ^iegie binett jetzt be Die hat tro "ing a °urge Ultide Sinne t Nfnur & uir! ■äntoent iassung Der S i d°ltei cem D Ogiern heute w i«n baj ft und K mnrm Su ^utoenk y t Ntr rechtli harte und chen । G9oiör Khr, scheid- keöen. erex ' ”fun Urzeit ren s- iij Nachdruck verboten. 21. Fortsetzung. Atemlose Stille hing im Saal. Frauen weinten. Der Präsident sprach leise mit dem Obmann der Geschworenen. Minuten gingen hin. Ms' die Fürstin stiller wurde, als das konvulsivische Gewiminer crusklang, hörte man die milde, abgeklärte Stimme des Verhandlungsleiters. Fassen Sie sich, Fürstin. Ueberlegen Sie jedes Ihrer Worte!" Die Fürstin beugte ihren Kopf zurück. Ihre Augen quollen angstvoll aus den Hohlen. Die Finger griffen in die Luft und streckten sich. „Ich habe ihn erschossen," sagte sie nach einer langen Pause. „Ich! An jenem Abend, als er aus Paris zurückkam. Er ist von meinem Monn bestochen worden, mich als geisteskrank ins Irrenhaus zu stecken. Gr wollte mir den Wahnsinn suggerieren, um sich dann mit meinem Mann mein Geld zu teilen. Mutz ich erst noch Ginzelheiten sagen? Mutz ich noch erzählen, wie dieser Teufel mich gequält hat? Aein. Es ist genug. Ich erschotz ihn, Herr Präsident. Das war meine Rache dafür, daß der Teufel mein Gehirn besessen... Die Rache dafür, Hatz er diese arme Frau geschlagen hatte. Ich selbst habe es gesehen. Ich stand hinter Frau Renate Mer- candin, hinter der Portiere in der Tür. Keiner sah nnch kommen. Keiner sah mich gehen. Ich packte meine Sachen und fuhr abends fort. Das ist alles. Das ist alles, was ich Ihnen sagen möchte, meine Herren." Plötzlich fing sie an zu lachen. Schrill, wie irre. Schlug geballte Hände vor die Augen. Lachte... lachte-- Eine Stunde später stieg Renate Mercandin in ihren offenen Opelwagen. Tausende von Menschen jubelten um sie her. Iemand, der sie bis zum Wagen geleitete, hielt noch immer ihre Hand und führte sie an die Lippen. Es war Griebenow. Renate nickte ihm zu. Der Motor sprang an. Renate fuhr. Vor chr lag die schöne weite Welt, die Freiheit. Die Sonne blendete sie. Ein grauer Tag hing lastend und bedrückend hinter Wolkenvorhängen. Griebenow stand fröstelnd im Pyjama vor dem Toilettenspiegel. Es war neun Uhr morgens. Trotzdem lag noch halbes Dunkel iiber diesem Zimmer. Er legte die Rasierklinge ins Etui zurück, nahm .die Kölnischwasserflasche und rieb sich das Gesicht, Zeuge nach Zeüge. Gin Dild des Schreckens und Entsetzens entsteht in dem Saale. Sonderbare Dinge werden ausgegraben. Mte, längst vergessene schmutzige Geschichten kommen wieder an den Dag. Patienten melden sich und sagen aus. Der Verdacht erhebt sich und wird stärker. Es gibt Schurken, die die Fälschung als Beruf betreiben. Man fälscht Geld und Dokumente, Schecks und Wertpapiere, Schmuck und Alter- tümer, Pässe und Gemälde, Ramen, Menschen und Gehirnprodukte, Todesfälle und Geburten. Der Verstorbene fälschte Geisteskranke. Vermögen auf Vermögen rinnt durch seine Hand. Meistens ging es halbpart mit den Erben seiner Opfer, manchmal kam auf Mercandin auch nur ein Viertel. Der Professor spielte. Das Spiel war seine Leidenschaft. ®in Dämmt besah den andern. Er gewann Vermögen und verlor sie. Erweisbar wird es, daß er seine erste Frau als geisteskrank entmündigen lassen wollte, um sich ihr Vermögen anzueignen. Es gelang ihm nicht. Dann kam ihr Tod, dieser rätselhafte, ungeklärte Tod. Alle Ordnung im Gerichtssaal hatte sich aufgelöst. Der Präsident hatte seinen Plcch verlassen und sprach mit Frau Renate Mercandin. Die Geschworenen sprangen von den Sitzen auf. Die Menschen drängten in den Saal. Dann noch einmal jene tiefe, atemlose Stille, die auf neue Sensation wartet. Die Geschworenen sahen. Der Präsident ging langsam wieder zu seinem Stuhl zurück. ..Eine neue wichtige Zeugin," sagte er. „Die Fürstin Tschaidse ist soeben aus Paris gekommen, um ihr Zeugnis abzulegen." Bleich wie eine Tote trat die Fürstin Tschaidse in die Zeugenbarck. Gin wundervoller Zobelpelz umhüllte ihren schlarcken Körper. Uebernächtig Oie Sünde der Renate Mercandin Roman von Fred Nelins. „Hämerlina?" Es war der Innenarchitekt von Kleusch & Reugereuth. „Earamba, Doktor Eisenbart! Was treiben Sie? Sind Sie Chefarzt in der Klinik Mercandin? Oder — — Aber nee." Er schlug sich vor die Stirn. * (Fortsetzung folgt.) war sie, hatte tiefe Ränder um die Augen, und ein sonderbares Duftgemisch von Blumen und von Aether strömte von ihr aus. „Sie sind die Fürstin Maita Dimitriewna Tschaidse?" fragte sie der Präsident. Die Fürstin wars den Kopf zurück. Sie strich den Rasenschleier hoch. Darunter ein Gesicht, maskenhaft, bemalt, verzerrt... ein Gesicht wie ein Gespenst. „Ia, mein Herr." Auf Befragen gab sie ihre Personalien an. „Die sind am gleichen Abend, als Professor Mercandin erschossen wurde, nach Paris gefahren, Fürstin Tschaidse?" „Ia, mein Herr." „Bestanden irgendwie Zusammenhänge zwischen Ihrer Reise und dem Tode des Professors?" „Gewitz, mein Herr." „Wollen Sie uns das nicht erklären?" „Aber gern. Was ist da zu erklären, Herr Präsident? Dieser Mercandin war der Teufel in Menschengestalt und wandelte hier auf Erden, er war der Gesalbte des Satans. Ich glaubte, datz er tot sei und mich nicht mehr quälen könne. Welch ein Irrtum, meine Herren Richter! Der Teufel ist unsterblich. Gr ist immer und überall. Immer ist er da und um mich. In Berlin... in Paris... in dem Zuge... auf dem Betstuhl in der Kirche. In den Rächten kommt er zu mir. Vier- fünfmal in jeder Rcnht. Dann saugt er mir den Atem aus der Seele. Meine Seele ist schon tot. Und nun folgt der 9eib.“ Sie hob die Hände, die fast fleisch- und wesenlos erschienen, an die Schläfen. „Da... daS ist sein Werk. Sehen Sie ---— ‘ „Um Gottes willen, Fürstin. Sie versündigen sich." „An wem? Der Teufel ist in unserer Rahe. Er ist in uns und verpestet unsere Seelen. Schütteln Sie nicht den Kopf, Herr Präsident! Oh, wie werden Sie staunen, wenn ich Ihnen sage, wer ich bin. Eine von der Gnade Gottes Aus-gestoßene. Eine Mörderin... weiter nichts als eine Mörderin." Sie fing fassungslos zu weinen an. „Ich will sterben, datz ich vor dem Teufel Ruhe finde. Laßt mich sterben — laßt —--" auf dem sich zwischen Mund und Rasenwurzeln tiefe Falten zogen. Schmerzende Gedanken schwirrten durch das Hirn Doktor Griebenows. Sein Lebensschiff war in den letzten Wochen steuerlos geworden. Wohin ging der Kurs? Sein Schicksal, der ersehnte Heimathafen war Renate... immer nur Renate. In Gedanken war er bei ihr... strich er über ihre feinen Hände... sah er in die großen, klaren Augen. Wünsche quälten und verfolgten ihn. Die Erinnerung spann. Längst verwehte Sommerträume standen wieder auf. Der traurigmüde Klang vergilbter Hoffnung und enttäuschter Wünsche. Müde senkte Griebenow den Kopf. Rein, so ging es nicht, so nicht. Seine Seele war Gebet. Renate ... dachte er. Heute werde ich dich fragen. Heute sollst du mir das Urteil sprechen. Er entriß sich den Gedanken, die ibn zu ver- nich-rn drohten. Er zog sich an, frühstückte mit Unlust und fuhr nach der Friedrichstadt. An der Leipziger Straße stieg er aus. Er hatte Zeit. Er bummelte so hin. Die Leipziger bis zur Friedrichstraße, die Friedrichstraße bis zur Lindenecke. Er liebte diesen alten Brennpunkt des Verkehrs. Die Erinnerung aus alten Zeiten grüßte. Hier war man jung. Dort lag Kannenberg und Fritze Töpfer in der Dorotheenstrahe. Weiter ging er. Durch die Linden. Mtvertraut begrüßte ihn auch hier das freundliche Gewühl, auf dem die Mittagsonne glänzte. Feuchte Kält» hing im Laub der Baume. Ein starker Wind pfiff durch die Lindenwipfel. Welke Blätter kreisten am Boden. Frauenaugen grüßten Griebenow. Froher, leichtbeschwingt ließ sich Griebenow vom Strom der Menschen treiben. Was ein FrauenIäHeln wirkte! Plötzlich fühlte er von hinten eine Hand auf seiner Schulter. Er blieb stehen und drehte sich herum. Bekanntmachung. Die vom Stodtrat beschlossenen vorläufigen Steuerausschlagsätze für 1930 hoben bisher noch nicht die Genehmigung der zuständigen Ministerien gefunden. Da- durch wird die Anforderung der Steuern verzögert. Ick habe deshalb die Stadtkasse ermächtigt, Abschlagszahlungen bis zur Höhe der für dos abgelaufene Jahr zu zahlenden Beträge entgegenzunehmen. Den Steuerpflichtigen wird in ihrem eigenen Interesse empfohlen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, da andernfalls durch die bis zur Ausgabe der Steuerbescheide voraussichtlich eingetretene Fälligkeit mehrerer Ziele die Zahlung der alsdann fälligen Beträge mit Schwierigkeiten verbunden sein könnte. 5009C Gießen, den 14. Juli 1930. Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. Wasserleitungsarbeiien. ' Für die Gemeinde Ruppertsburg, Kreis _ Schotten, sollen nachfolgende Arbeiten und ' Lieferungen vergeben werden: 5077V Los 1. Anbau an den bestehenden Hochbehälter mit 40 cbm Nutzinhalt. Los 2. Neuer Hochdruckbehälter von tzbcbm Nutzinhalt. Los 3. Rohrleitungen aus Gußeisen von 40, 50, 80 und 100 mm l. W (345 lfd.rn). Pläne und Bedingungen liegen bei uns zur Einsichtnahme offen. Leistungsverzeichnisse und Zeichnung über die Eisenbetondecke können für Los 1 zu 1,50 RM. und für Los 2 und 3 kostenlos von uns bezogen werden. Eröffnungstermin Samstag, den 26. Juli 1930, vormittags 10% Uhr, auf unserem Amt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 14. Juli 1930. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat, Zakobimarkt Ulrichstein. Montag, den 21. d. 21L, findet in Ulrichstein Rindviehmarkt, Dienstag, 22. d. 2TL, Rindvieh- und Schweinemarkt, Mittwoch, 23. d. M., Krämermarkt statt, wozu er gebenst einladet 5082V Bürgermeisterei Ulrichstein. Appel. Donnerstag, den 17. Juli 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier zwangsweise gegen Barzahlung einen Dauerwellenapparat, vier Waren- schränke, vier Sofas, einen Rauchtisch, drei Nähmaschinen, eine Flurgarderobe, einen Diwan mit vier Sessel, zwei Spiegelschranke, sieben Schreibtische, ein Büfett, ein Motorrad, einen Agawagen, einen Horchwagen, einen Bücherschrank, eine Bitrine, eine Ständerlampe, zwei Tafelklaoiere, drei Vertikos, zwei Wanduhren, sechs eiserne Träger, eine Haarschneidemaschine, einen Kleiderschrank, einen Waschtisch, ein Damenfahrrad, zwei Trumeauspiegel, ein Grammophon mit 15 Platten, zwei Schreibmaschinen, drei Kassenschränke, vier Chaiselongues, zwei Tische mit neun Stühlen, einen Sessel, eine Ladeneinrichtung, 150 Flaschen Likör, 100 Kokosbesen, zwölf Roßhaarbesen, 15 Kinderklappstühle, zwei Holländer, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Kinderspiele, 40 Fahr- leinen, fünf Waschleinen, 24 Fruchtsäcke, 20 Feldstühle, fünf Klappstühle, 100 Kartons Christbaumschmuck, Velour- matten, Weiden- und Peddigrohrsessel. Bestimmt: einen eintürigen Kleiderschrank, eine Flurgarderobe, fünf Haustruhen (bemalt), Herrenwämse, Damenjacken, eine kleine Fruchtpresse. 5089V Oern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 Technikum Ilmenau Mr. Ingenieurschule Mr Maschinenbau und Elektrotechnik Wissenschaftliche Betriebeführg. WerkeelsteraMellaeg Straff Im Text Nur eo können Sie Ihre Zeitungsanzeigen durch einprägsam In der Form zeitgemäße, gepflegte Werbe- wirkeam in der Farbe drucksachen gut unterstützen. Nur ao berät und beliefert Sie zu günstigen Preisen die BrOhl'sche Druckerei, Oieöen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Hausstanduhren kauft man am besten da, wo sie hergestellt werden. Schwenningen, die größte Uhrenstadl der Welt, bietet Ihnen Gelegenheit, direkt vom Herste l lungSort zu kaufen. 2082V Wir gewähren Ihnen. Mehrjährige Garantie; Lieferung franko HauS; Jede Uhr wird durch unteren Fachmann kostenlos nachgeprüst: Angenehme Teilzahlung. Ueberzeugen Sie sich bitte selbst und verlangen Sie beute noch verPostkarte die kostenlose Zusendung unseres Katalogs. Hausuhren G. m. b. H. Schwenningen a. N. (ßchwarxwald), älleenstraße 17. Rödgen Meis Gießen). 5085D Neuenweg 15 04461 Gebrauchte Wellblechgarage für 4'p8-Opel-Lieferwagen zu kaufen gesucht. Adam Wechi, Bäckermeister, AllgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Stadt Dierückständigen Beiträge zur Kranken-. Invaliden- und Arbeitslosenverstcherung für den Monat Juni 1930 können noch bis zum 23. Juli 1930 ohne Kosten bezahlt werden. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann tägl. außer SamS- tags von 9—1 Uhr bei unserer Kaffe oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Ar. 10833 erfolgen. Gießen, den 15. Juli 1930. Der Rechner: Hinkler. 5078D Auf jeden Mitiagöiisch C G Kleinhenns ßvifchevM» Mittwoch. Donnerstag undFreitagZufuhr (£. G. Kleinhenn Babnbofstraste 59 Telephon 3866 Zerriflene SlriiniDie in allen Stärken, in Wolle, Seide, Mako und dergl., werden fast wie neu angestrickt; in Halbschuben unsichtbar zu fragen. Füße nicht abschneiden. Lieferung schnellst Karl Beck, Gießen Meeh. Strickerei, Woll war., Handarbeiten Oie Mark Bellersheim hat einen Butten und einen Eber (neun Monate alt) zum Schlachten zu verkaufen. Angebote je Zentner Lebendgewicht sind bis zum Freitag, dem 18. Juli, 13 Uhr. einzureichen. 5092V Der Markmeister: Hahn. - IESSE 4780 A Mein Fisch-Filet praktisch, gut und billig, für jeden Haushalt Fischhaus Cuxhaven Marktet?. 14 I 4826A] Tel. 2417 JTHMUCKEIL