Jfoifenp s, e voll nten?le -ßn* ich *4Ä'(5 *t ” «tarnen Ä7L"» ***** in H t®a «S fota ft ■ iimen 16 ’™' mn” .ein gutes -uns,. «P «Wlerlu *£ W- Da schwieg sie U an eine Dr- M Mit« finden, 'u ^ber Himnell Aasende Warten Oortöin, wohin |ie «Bote in den 3d. "sende« darunter mal stellte sie sich Rechte: Der Chef ito bin SbrhruI ibcr das Sammeln n. Auskunft zur Seite t. an der hauptver in Mainz. des Kreises. Ministers für Suh )9 her Darmstädter r. । des Kreises. tinifters für Kultus [er Zeitung A.M r Durchführung der die Wege zu leiten, üngjg von der in ng - einem kurzen ) !S. i SelMttin Fried' .brachen. Der »tobt ngFrie^erg-FE W erklärt worden. I» i" ®*n$ dermin: v Zf) “’S**' roSer»- Nr. U4 Erstes Blatt 180. Jahrgang greitag, 16. Mai 1950 Eriche,ni täglich,autzer Sonntags und Feiertags, vetiaqen: Die Illustriert« Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle monotiiBejng$prels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. zernfprechanfchliiffe unterSammelnummer225I. Anschrift für Drahtnachrichten: Anretaer Siebe«. Postscheckkonto: firanffurt am Mai« 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univerfitülr-Vuch- und §te!ndruckeret B. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tage,nummcr di» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt« 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Ncichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Der Beginn derEtatsberatungen im Hessischen Landtag Finanzminister Kirnbergers Etatsrede. — Das Defizit. - Das Gutachten des Eparkomnuffars. — Die Gparvorschlage der * Regierung. - Kritik der Opposition. Darmstadt, 15. Mai. (WTD.) Der Hessische Landtag ist heute in die Etatsbcratung eingetreten, die mit einer großen Rede des Finanz- ministcrs Kirnberger eingeleitet wurde. Der Minister betonte, zunächst, daß, nachdem durch den Boungplan und die neue Reichsfinanzgcseh- gebung eine endgültige Klärung dcrReichs- finanzen in die Wege geleitet und damit die Grundlage für den endgültigen Finanzausgleich geschaffen sei, nachdem die B e f re i u n g des besetzten Gebietes in greifbare Rähe gerückt, und nachdem endlich das Gutachten des Reichssparkommissars abgeschlossen vor- liege, gewisse Voraussetzungen gegeben seien, für die gebieterische Forderung, das; die Fehlbeträge aus dem Hessischen Voranschlag verschwinden. Durch die dankenswerte Arbeit des Reichs- sparkommissars ist eine Fülle von wertvollen Anregungen für den Ausgleich von Einnahmen und Ausgaben gegeben und ohne Zweifel eine brauchbare Grundlage für die künftigen Sparmaßnahmen geschaffen. Die Hauptarbeit aber, die Aeberführung der Vorschläge aus der Theorie in die Praxis, bleibt erst zu leisten. Die zu bewältigende Arbeit darf keinevfaUs mehr länger hinauvgefchoben werden. 3m Interesse des Londes, seines politischen Ansehens, seine» finanziellen und wirtschaftlichen Kredit» liegt e». den Beweis seiner finanziellen Gesundheit und Lebensfähigkeit zu erbringen. Der Staatsooranschlag für 1930 ist ein Voranschlag des Uedergangs. Er schließt noch mit einem Fehlbetrag von 6.9 Mil - l i o n e n ab, der erheblich geringer ist, wie der der beiden Vorjahre, welcher 11,7 und 11,4 Millionen betrug. Wenn der im Voranschlag 1930 beschrittene Weg entschieden fortgesetzt wird, kann wohl bald ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden. Die Regierung sah sich gezwungen, unabhängig von bleiern Gutachten des Spartoinmissars zunächst e i n eigenes Finanzprogramm vorzuschlagen, das als Rotprogramr. in den Entwurf des Boraiv fchlages 1930 eingearbeitet ist. Die Regierung hat dabei die möglichen drei Wege eingeschlagen: Senkung der Ausgaben, Steigerung der Einnahmen und Aenderung des inneren Finanzausgleiches. Finanziell von größtem Ausschlag ist dabei die Senkung der Ausgaben durch Sparmaßnahmen. Der hessische verwallungsapparat ist keineswegs aufgebläht. Auch das Gutachten des Beichs- fparkommiffars erkennt ausdrücklich an, daß die Organisation der hessischen Staatsverwaltung im ganzen einfach, sachgemäß und billig ist im vergleich mit vielen anderen Staaten. Richt übersehen darf allerdings werden, daß damit den Ministerien und ihren Abteilungen ein Mehr an Arbeit anwuchs. Dies müßte indessen, was das Maß der Arbeit und Verantwortung anlangt, zu einer anderen Bewertung der Zentralbehörden, führen, als sie meinem Bedauern oftmals zu Tage tritt in der Meinung, hier sei Hne noch ungeheuere Ersparnis zu erzielen Bei den Sparmaßnahmen muß jedoch zweierlei im Auge behalten werden. Einmal müssen sie wirklich dazu dienen, unsere Finanzen zu kräftigen, dürfen aber nicht von der Art sein, daß sie die staatliche Ordnung gefährden und das Ansehen des Landes diskreditieren. Eine Kürzung der Beamtengehälter in Hessen allein kann die Regierung nicht vornehmen. Auch die völlige Streichung der Kinderzuschläge würde ich aufs tiefte bedauert haben, weil sie zu den größten Härten bei einzelnen Beamten führen müßte. Ebensowenig find auf die Dauer Sparmaßnahmen zu vertreten, die das Wirtschaftsleben empfindlich treffen und die damit wieder auf die Finanzen schwächend zurückwirken. Auch nach dieser Richtung hist^ist—g r ö ß t e Vorsicht gebo° t e n. Wenn sich die Regierung trotzdem entschlossen hat, für die Zwecke des Wohnungsbaues nur rund 11 Millionen statt 12 Millionen zur 'Verfügung zu stellen, so deshalb, weil sie glaubt, daß in anbetracht der Entwicklung des zukünftigen Wohnungsmarktes das Bautempo eine Verlangsamung erfahren kann. Im besetzten Gebiete werden bald viele Wohnungen frei, außerdem ist damit zu rechnen, daß bei dem starken Geburtenrückgang bereits in diesem Iahr^hnt der Wohnungsbedarf nur noch sehr gering ist. Die Ersparnismaßnahmen bei den Schulen haben den stärksten widerstand gefunden. Bei den Volksschulen sollen durch Erhöhung der durchschnittlichen Klassenstärke von 39 auf 44 Schüler 205 Stellen eingespart werden, was ungefähr einem Betrag von 640 000 Mk. gleichkommt. Bisher waren die vorbildlichen Schuleinrichtungen der Stolz Hessens. Hessen wird auch weiterhin mit an der Spitze der Länder marschieren. Bei der Polizei-, Justiz-, Forst- und Bauverwaltung und im Dermessungswesen sollen 550 000 Mk. erspart werden, in erster Linie durch Verminderung der Stelle n z a h l. Der zweite Weg zur Verringerung deS Fehlbetrags ist die Erhöhung der Einnahmen. Eine unwillkürliche Steigerung der Steuer- «ertrüge durch stärkere Entfaltung des Wirtschaftslebens ist für 1930 nicht zu erwarten. Hoffentlich ist der wirtschaftliche Tiefstand erreicht und setzt bald eine wenn auch langsame Erholung und Wiederaufwärtsbewegung ein. Für die aesunden Verhältnisse unserer Wirtschaft spricht, daß die Produktionsziffern im Jahre 1929 nicht Äurücfgegangcn sind, daß der Güterverkehr stieg, daß unsere Handelsbilanz, wenn auch nur in geringem Maße aktiv geworden ist. Wenn trotz der außerordentlichen technischen und organisatorischen Fortschritte unserer Wirtschast nicht der volle Erfolg beschieden war, so deshalb, weil sie gegenüber den steigenden Produktionskosten, den enormen Zinsen, öffentlichen Lasten usw. nicht die entsprechenden Preise und den nötigen Absatzmarkt fand. Wenn in dem Voranschlag für 1930 der in 1929 Erwartete Betrag wiederum eingesetzt wird, so ist das gerechtfertigt, weil ein etwaiger Ausfall gedeckt wird durch dev Anteil an den jetzt beschlossenen neuen Reichs- ftcuern. Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse wirken selbstverständlich auch auf die Landessteuern zurück, sie waren auch der Anlaß, daß für dieses Jahr im Gegensatz zu anderen Ländern, auch solchen, die finanziell besser stehen wie wir, eine Erhöhung der steuerlichen Belastung nicht erwogen wurde. von ganz besonderer Wichtigkeit wird aber künftig die Frage des inneren Finanzausgleichs fein. Wenn eingewendet werden sollte, daß vom Standpunkt des Steuerzahlers es gleichgültig sei, ob er an das Land oder an die Gemeinden seine Abgaben entrichtet und daß es sich bei einer solchen Aende- rung des inneren Finanzausgleichs nurum eine Lastenverschiebung handele, so ist dieser Standpunkt irrig. Denn wenn Gemeinden, die gesunde finanzielle Verhältnisse haben, so reich dotiert sind, Jo besteht die Gefahr, daß sie mit den öffentlichen Geldern nicht sparsam genug haushalten. Wenn dem Land die zu seiner Verwaltung nötigen Einnahmen nicht in ausreichendem Maß zufließen, bann ist es gezwungen, sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Bei- des geht aber aus Kosten des Steuerzahlers, der deshalb an der richtigen Verteilung der Gelder in außerordentlich hohem Grade interessiert sein muß. Bei diesem Voranschlag wird nun in bescheidenem Maße versucht, den inneren Fi- nanzausgleich zu verbessern. Auch das Gutachten des Reichssparkommissars kommt zu dem Ergebnis, daß zur Gesundung der hessischen Finanzen eine Aenderung des inneren Finanzausgleichs unvermeidlich ist. Hessen ist wirtschaftlich gesund und wird die augenblickliche finanzielle Rot überwinden. Die politische Frage der Neugliederung des Reiches und des zukünftigen Schicksals unseres Landes darf nicht in Zusammenhang gebracht werden mit unseren finanziellen Verhältnissen. Wenn in Hessen jemand wirklich glauben sollte, daß die politische Selbständigkeit des Landes im Interesse des Reichs aufgegeben werden müsse, so müßte er wünschen, daß dies aus innerer Freiheit geschehen und nicht, weil dem Land finanziell der Atem ausgeht. Oie Stellung der Parteien. Abg Kaul (©.): 3n die Freude über die Befreiung gerade in Hessen mischt sich der Wermutstrvpfen der h i n - ausgcschobenen We st Hilfe zugunsten einer alleinigen Osthilse. Besonders katastrophal ist die Rot in Offenbach und Rheinhessen. Hier müssen Reich und Land zusammenwirken, und wir haben das Vertrauen, daß die hessische Regierung alles tun wird. In der Frage der Reichsgliederung ist der Gang über Preußen unter dem Zwang der Finanznot oder kulturellen Rot für die Bevölkerung Hessens nicht gangbar, ganz abgesehen von außenpolitischen Fragen und Rücksichten auf Oesterreich. Eine Aenderung des Reichs- und des inneren Finanzausgleichs ist notwendig, aber unter starker Berücksichtigung der mit Wohlfahrtslasten besonders bedrückten Gemeinden. Sparsamkeit ist uns Mittel zum Zweck und von der Sozialdemokratie stets vertreten worden. Für die unteren und mittleren Beamten sind wir stets eingetreten. Die Einkommen- und Vermögenssteuer muh in den höheren Einkommen viel schärfer progressiert werden. Das Sofort-Pro- gramm der hessischen Regierung ist ein Fortschritt. Abg. Or. Hoffmann (3 ) Die pessimistische Darstellung, daß nur der Untergang Hessens in Preußen, der sogar auf besonderen Parteitagen traktiert worden ist, als das Allheilmittel aus allen Zinanznöten bleibt, ist unverantwortlich und für den Reichsreformgedanken schädlich. Die Zahl der Ministerien in einem Land ist gebunden an die Zahl der Regierungsparteien, der gesunkene Kredit der Demokratie liegt auch darin, daß die ihr wesensgemäßen Parteien zu wenig republikanisch sind. Unser hessilcher Beamten- apparat ist sicherlich etwas aufgebläht. Eine erfreuliche Tatsache ist für uns die Befreiung des besetzten Gebietes, dem wir alle Dank schulden. Wir warnen vor Verwaltungsgemein-- schaftcn mit Dreußen; die letzten Reden im Preußischen Landtag beweisen: wer Preußen auch nur den kleinen Finger reicht, hat schon die ganze Hand verloren. Das Referat des Verfalsungs- ausschusses der Länderkonferenz ist unzulänglich. Das Ziel muß fein, Länder gleicher 21 r t zu schaffen. Abg ör. Leuchtgens (Ldbb.): Die Pumpwirkschast seit 1924 hat uns in die Fesseln des ausländischen Kapitals gebracht und eine Scheinblüte unserer Wirtschaft mit ungeheuer gesteigerten Ansprüchen jedes Einzelnen hervorgerufen. Linser Lebens st an» Darb als besiegtes, armes Volk ist zu hoch. Dazu hat man die Landwirtschaft bis an den Rand des Ruins kommen lassen. Der Reichs- Oie Landung des D 2000. — 3 zÄ D 2000, Deutschlands größte- Landflugzeug, mich feiner Landung auf dem Tempelhofer Feld, nachdem es hx zehnstündigem Flug eine Strecke von 1700 km über Rorddeutschland zurück- gelegt hatte. Rechts unten: Prof. Junkers (1) und Reichsverkehrsminister v. Guerardl2) bei der Begrüßung des Chefpiloten Zimmermann (3), des.Führers des stolzen Luftriesen, rcgicrung gebührt für die Inangriffnahme des landwirtschaftlichen Problems Dank. Das Sofortprogramm bringt keine echten Ersparnisse. Der Anschluß an Preußen kann nur von finanziell Unerfahrenen vertreten werden. Die Finanzbasis Hessens ist gesund. Don den 75 Millionen hessischer Schulden sind seit 1924 allein 35 Millionen für lausende Ausgaben verbraucht worden. Die Zinsenlast stieg von 1,2 auf heute 4 Millionen. Das Sparprogramm ist für uns nicht autoritär und in feiner Berliner Betrachtungsweise unmaßgeblich. Hessen kann seine Finanzen selbst ordnen. Wir fordern: Abbau der vom Staat übernommenen, nicht notwendigen Aufgaben, Beseitigung des Defizits, Abbau an der Zentral Verwaltung mit allen Gruppen der Ministerialbürokra- t i e. Die Zahl der höheren Schulen ist zu groß. Die Worte des Finanzministers über den Finanzausgleich sind eine Kritik an der Politik seines Vorgängers. Der Staat bevorzugt die Städte zuungunsten des flachen Landes. Er schenkt den Städten für Ortspolizei glatt 3—4 Millionen Bei 90 Millionen jährlich Personalausgaben ist eine Aenderung der Deamtenbesoldung, des Altersgren»engesetzes und der automatis-chen De- amtenanftclluxxg notwendig. Abg. Or. Keller (O S.p ): Beim Sparprogramm und neuen Etat handelt es sich um einen schwererkämpften „Sieg" der Koalition. lieber die Behandlungsmethoden von homöopathischen bis zu Dr. Eisenbart-Kuren ist man sich noch nicht einig. Man kann bei dem Sparprogramm von Stück- und Flickwerk sprechen, das meist nur Lastenoerschiebu ngcn und neue Gebührenerhöhungen bringt. Wirkliä)e und zum Teil untragbare Ersparnismatznahmen treffen nur Bildungsanstalten und Polizei. Wenn eine „Säuberung der Polizei" damit bezweckt ist, müssen wir schärfsten Protest erheben. Wir verlangen, daß es genügt, wenn ein Beamter staatstreu ist, ohne dabei Sozialdemokrat zu (ein. Landestheater und Hochschulen können mit ihren Mitteln auskommen. Schwere Bedenken haben wir gegen d i e Abbaumaßnahmen bei höheren und Volksschulen. An sich haben wir als brüst behandelte, aber trotzdem verantwortungsbewußte Opposition keine Veranlassung, Abhilfsmittel zu nennen, doch haben wir stets mitgearbeitet. Unsere Anträge werden von der Koalition ab gelehnt, später aber als eigene Anträge wieder eingebracht. Wir wünschen Beschränkung der Beamten auf wirkliche Beamten-Aufgaben, Abbau der Ministerien, der Gesandtschaft in Berlin und der Zentralstellen. Wir wenden uns dagegen, die hessischen Beamten in eine Paria-Stellung gegenüber den Reichs- und anderen Länder- und Kommunal- beamten hineinzubringen. Viele Beschlüsse der Koalition zu den Beamtenfragen zeigen keine Spur von Gerechtigkeit. Die Beamtenpolitik der (Regier ung wär früher schon schlimm, sie ist noch schlimmer geworden. Vor der Revolution war allein maßgebend die Qualifikation, jetzt ist für die Besetzung aller gut bezahlten Beamtenstellen nur noch der Parteiproporz maßgebend. Das muß unweigerlich zu einer moralischen Knochenerweichung führen. Ich warne Sie, Herr Staatspräsident, vor den Folgen einer solchen Politik. Vizepräsident Blank vertagt dann die Sitzung auf Freitag. Aus Thüringen. Tcr Poljzeidirckwr von Weimar. — Kricks Lchulgcvcterlaß. Weimar, 15. Mai. (ERB.) Die Schwierigkeiten innerhalb der thüringischen Koalition, die in dem Fernbleiben der Nationalsozialisten von den soeben begonnenen Etatsberatungen im Plenum offen in Erscheinung treten, resultieren, wie aus guter Quelle verlautet, hauptsächlich aus den Meinungsverschiedenheiten über die Besetzung des Postens eines Weimarer Poljzeidirektors mit dem der nationalsozialistischen Partei angeborenen Gerichtsassessor Drtlepp in Weimar. Dabei sollen nicht grundsätzliche Bedenken der bürgerlichen Kabi- nettsmitglieber wegen der Parteizugehörigkeit dieses und der übrigen von Dr. Frick vorgeschlagenen Kandidaten für die Polizeidirektorstellen den Ausschlag geben, sondern lediglich das verhältnismäßig junge Lebensalter Drtlepps und dessen jetzige Dienststellung, aus der heraus er unmittelbar in den einer Oberregierungsratsstelle entsprechenden Posten übergehen würde. Man will also, wie es heißt, Nationalsozialisten an sich nicht von den Polizeidirektorstellen ausschließen. Es wird in den beteiligten Kreisen angedeutet, daß bei dem zweiten für Drtlepp noch in Frage kommenden Posten nicht mit einer strikten Ablehnung gerechnet werden müsse, wenn die Gewähr geboten werden könnte, daß der wichtige Weimarer Polizeidirektorposten mit einem Manne gesetzten Alters besetzt wird. Im Kabinett steht den beiden Nationalsozialisten eine geschlossene Majorität der übrigen Mitglieder gegenüber. In beteiligten Kreisen wird erklärt, es fei kaum anzunehmen, daß wegen dieser Personenfrage eine Krise hcrbeigesührt werde, die zun» Bruch der Koalition führen würde. Die Deutsche Volkspartei will zu der Frage des S ch u l g e b e t. e r l a s f e s bei der zweiten Lesung des Etats eine Entschließung einbringen. Angesichts der ernften Bedenken, die von weiten Kreisen der christlichen Bevölkerung Thüringens, insbesondere von der thüringischen Landeskirche und der thüringischen Lehrerschaft gegen den Schulgebeterlaß mit Rücksicht auf den Charakter der thüringischen Schulen als Gemeinschaftsschulen erhoben worden sind, soll die Regierung in dieser Entschließung ersucht werden, in neue Verhandlungen über diese Frage mit der thüringischen Landeskirche und den zuständigen Lehrerorganisa- tionen einzutreten und bis dahin auf jeden Fall von der Anforderung von Berichten der Direktoren und Schulräte über die Einführung des Gebetes abzu- sehen. Stahlhelm und Reichsregierung. Berlin, 15. Mai. (Prio.-Tel.) Die Bundes- fiihrer und der Bundesrat des Stahlhelms haben im Anschluß an die auf Grund von Reden des zweiten Bundesführers Düsterberg entstandenen Mißverständnisse eine Erklärung über das Verhältnis des Stahlhelms zur jetzigen Reichsregierung veröffentlicht. Darin heißt es, daß die Einstellung des Stahlhelms zu jeder Regierung nicht durch Versprechungen und Hoffnungen, sondern erst durch die Leistungen und Taten der Regierung bestimmt ist. Die Leistungen des jetzigen Rcichskabinetts hätten die Zweifel des Stahlhelms bestätigt. Bisher fei weder eine Stärkung der Wehrmacht durch tatkräftiges Eintreten für den Panzerschiffbau, noch eine ausreichende landwirtschaftliche Hilfe für den Osten eingetreten. Auch sei keine Abkehr von der bisherigen verhängnisvollen Außenpolitik erfolgt. Die baldige Aufhebung des Stahlhelmver- b o t e s für Rheinland-Westfalen wird als eine Forderung der Gerechtigkeit und nicht als eine Sache des persönlichen Wohlwollens bezeichnet. Der Stahlhelm erhebe im Hinblick auf die täglich wachsenden Schwierigkeiten die alte Forderung der Befreiung der Staatsführung von der Herrschaft der Parteien und erklärt weiter, daß er feinen Kampf für eine von den Parteien unabhängige Staatsführung unbeirrt fortsetzen werde. Der Reichstag im Rundfunk. Damit ein stärkeres Interesse bei den Wählern an dem Meinungskampf im Reichstag ausgelöst wird, hat ein findiger Kopf den Vorschlag gemacht, den Rundfunk in den Dienst des Parlamentarismus zu stellen. Merkwürdigerweise hat er dabei die Hnterstützung des Reichstagspräsidenten gesunden, von dem man eigentlich eine andere Einstellung hätte erwarten sollen. Er hat doch schon manchen unliebsamen Auftritt erlebt und muß toiffen, daß das Ansehen des Parlaments, für das er sich dauernd einfetzt, keine Stärkung erfährt, wenn nun auch noch mehrere Millionen Rundfunkhörer Ohrenzeugen von Zwischenfällen werden, bei denen mit massiven Schimpfworten und auch mit Handgreiflichkeiten nicht gespart wird. Die Kommunisten werden für derartige „Einlagen" sorgen, wenn erst einmal die Reichstagssitzungen an den Rundfunk angeschlossen werden, sie werden sich aber auch noch beglückwünschen, weil ihnen nichts Besseres passierein kann, als den Weg für eine Verhetzung der Massen frei zu wissen, die sich von der Reichstagstribüne herab viel gefährlicher aufziehen läßt als durch die kommunistische Presse, die jederzeit verboten werden kann. Oie Befreiungsfeiern in Mainz. Mainz, 15. Mai. (WSR.) Aus Anlaß der Räumung der Stadt Mainz durch die Besatzung soll die erste Befrerungsstunde in der Rächt vom 30. Juni zum 1. Juli in schlichter, aber eindrucksvoller Weise begangen werden. Die Vorarbeiten hierfür sind in vollem Gange. Sämtliche Gesangvereine von Groh-Mainz sowie die Musikchöre haben ihre Mitwirkung zugesagt. Die Einstudierung der Chöre usw. hat bereits begonnen. Die große Defreiungsfeier wird am Sonntag, dem 20. Juli, in Mainz stattfinden. Die Vorbereitungen hierzu sind von der hessischen Regierung und der Stadt Mainz bereits eingeleitet. Wie verlautet, wird Reichspräsident von Hindenburg, zu Schiff von Speyer kommend, am Samstag, dem 19. Juli, abends, in Mainz eintreffen. Von Hindenburg wird am 20.Juli um 17 Uhr von Mainz nach Wiesbaden kommen und hier an einer Feier im Kurhaus teilnehmen. Hirngespinste. Poincars mißtraut Deutschland. Paris, 15. Mai. (WTD.) Der Cxcelsior veröffentlicht die übliche Halbmonatsübersicht Poin» cares, die heute wieder eine Anklagerede gegen Deutschland darstellt. Poincare äußert darin Bedenken, daß Deutschland loyal gewillt sei, den Voungplan zu erfüllen, habe doch bereits Dr. Stresemann nur von einem Provisorium gesprochen. Poincare geht dann auch auf die deutschen militärischen Ausgaben ein und benutzt hier die gleichen Argumente, mit denen besonders die nationalistische französische Presse in der letzten Zeit arbeitet. Beunruhigend feien auch die deutschen Kommentare zur Reise des österreichischen Bundeskanzlers Dr. Schöbe r nach Paris, da in ihnen unverhüllt der Anschlußwille zum Ausdruck komme. Auch die Saarfrage enthalte beunruhigende Mo- mente. Frankreich habe sich niemals bereit erklärt, über ein politisches Saarabkommen 8Uc.-£ei?$an ~n- sranzösischerseits vorsichtig geführten Saarverhandlungen hätten ernste ^Ywrerrg^rten zutage treten lassen. Die Deutschen mochten natürlich, daß alles zu ihrem Vorteile geregelt werde, aber Frankreich habe t einem derartigen Wunsche zu unterwerfen. Aucy die Beziehungen der A.^chsregierung zu So w j etrußland blieben verdachttg. Die russischen Fabriken schienen noch mcht aufgehört zu haben, Kriegs- C Deutschland herzustellen, unö auch die Frage des Rapallovertrages hätte noch nicht ihre beunruhigende Seltsamkeit der- l07x- & Lesern Zusammenhang auf die Fahrt zweier russischer Kriegsschiffe durch den Bosporus in das Schwarze Meer hin. Das ein stharmantes Postskriptum zur Londoner Seeabrustungskonferenz. Zu gleicher Zeit verlangten die deutschen Delegierten in Genf daß d^r vorbereitende Abrüstungsaus- schuß in Genf so bald tote möglich zusammen- Ende -er Genfer Ratstagung. Oie oberschlesischen Mindecheitenbeschwerden aus den Herbst vertagt. Genf, 15. Mai. (WTD.) Die 59. Ratstagung ist heute mittag 13 ilfjr abgeschlossen worden. Die beiden aus der Tagesordnung stehenden oberschlesischen Minderheitenfragen werden erst in der nächsten Ratstagung im September zur Entscheidung kommen. Die Besprechungen zwischen der deutschen und der polnischen Delegation haben aber zu sehr präzisen Erklärungen des Reichsauhenmini- sters und des polnischen Außenministers geführt. Der erste Fall betrifft die Entlassung von 32 deutschen K n a p p s ch af t s ä r z t en in Tamowih, weil sie eine von den polnischen Behörden plötzlich verlangte schwierige Sprachenprüfung nicht bestanden hatten. Ihrer Beschwerde liegt die sehr schwierige Rechtsfrage zugrunde, ob der betreffende Knappschaftsverein als eine öffentlich-rechtliche oder wie die polnische Regierung erklärt, als eine private Institution zu betrachten ist. Dr. Curtius sprach sein Bebauern darüber aus, daß die Entscheidung heute noch nicht fallen könne. Gleichzeitig brachte Dr. Curtius die Sprache auf eine Rote des Generalsekretärs pes Völkerbundes, die die vorliegende Beschwerde betrifft und in der eine ganze Reihe von Auslassungen zu finden seien. Aus den Bemerkungen der polnischen Regierung, die dieser Rote bei gefügt sind, ergebe sich, daß es sich hier um vertrauliches, Material handele. Er wolle nicht untersuchen, wie weit eine Verpflichtung des Generalsekretärs vorhanden fein könne, vertrauliches Material nicht weiterzugeben, betonte aber das dringende Interesse des Rates, daß er bis zum Herbst das vollständige Material erhalte und baß auch das vertrauliche Material inhaltlich mit in den Bereich der Bestandsaufnahme ausgenommen werde. Unter diesen beiden Voraussetzungen könne er sich mit einer Vertagung einverstanden erklären. Eine zweite Besprechung mit Briand. Rhe nlandröumnng und Saarsrage. Genf, 15. Mai. (ERB.) 2Hit der heule abgeschlossenen Ratstagung sind auch die politischen Besprechungen zwischen den einzelnen Außenministern beendet. G r a n d i hat bereits am vormittag wahrend der Ratssitzung Genf verlassen, B r i a n d und Curtius werden morgen abreisen, heute nachmittag erwiderte Briand den Besuch, den ihm Dr. Curtius am Dienstag gemacht hat. Die beiden Minister setzten ihre Aussprache fort Sie bezog sich heute ausschließlich auf technische Fragen, die mit der bevorstehenden Rheinlandrau- m u n g Zusammenhängen, lieber die F l u g h a f en- a n lagen, deren Zerstörung von einigen französischen Besahungsstellen mit dem formalen Hinweis auf Bestimmungen des Versailler Vertrages gefordert wird, sollen auf Grund der heutigen Minlster- besprechung die Verhandlungen in Paris zwischen Botschafter von hoesch und der französischen Regierung weitergeführt werden. Berlin, 15. Mai. (WTB.) Der Reichsverband der Deutschen Industrie veranstaltete eine Pressekonferenz, um seine Stellung zu dem Agraroro- aramm, dem Ostprogramm und der erhöhten Um- satzsteuer für Großbetriebe darzulegen. Geheimrat Kastl erklärte: Die Tatsache, daß erhebliche Teile der Landwirtschaft vor einer Katastrophe stehen, mache es erforderlich, öffentliche Mittel aufzuwenden, die von der Industrie zum erheblichen Teile aufgebracht werden müßten, eine Tatsache, die angesichts des Umstandes, daß von der gegenwärtigen Wirtschaftslage auch zahlreiche mittlere und kleinere Betriebe der Industrie nicht weniger getroffen werden als erhebliche Teile der Landwirtschaft, nur dann verantwortet werden könne, wenn eine Sicherheit dafür bestehe, daß die Lage der Landwirtschaft als eines der wichtigsten Teile des Binnenmarktes nachhaltig gebessert werde. Da Zollmahnahmen auf die Dauer nicht helfen können, müßten deshalb andere Dege gegangen werden. Durch weitgehende, mit größter Beschleunigung durchzuführende betriebswirtschaftliche und absahorganisatorische Maßnahmen müsse dafür gesorgt werden, daß die Erzeugungsbedingungen der deutschen Landwirtschaft sich denen in den konkurrierenden Landern anpassen und dem veränderten verbrauch in stärkerem Maße Rechnung tragen. Diese Ziele werden bann im einzelnen in einem Gutachten der Professoren Lang, Diehe, Brandt und -Börner dargelegt. Der Reichsverband sieht ihre Vorschläge als brauchbare Diskussionsgrundlage an. Als Maßnahmen einer produktiven Agrarhilfe, die auf wenige Jahre befristet gedacht wird, werden eine allgemeine Absatzförderung, die Hmstellung des Anbauverhältnisses der Getreidearten und für die verschiedenen Produkte jeweilige Sondermahnahmen sowie der Ausbau des Bildungs- und Beratungswesens gefordert. - Zum Schluß kam Geheimrat Kastl auf die Stellung zum Ost Hilfeprogramm zu sprechen. Die Vorschläge des Reichsverbandes basieren auf den Anregungen Silverbergs, die sich im einzelnen auch mit den Anregungen des Reichspräsidenten deckten. Der Reichsverband halte seinen seinerzeitigen Protest gegen * trete. Zwar sei der Zeitpunkt des Zusammentrittes des vorbereitenden Abrüstungsausschusses auf den 3. Rovember verlegt worden, aber man dürfe sich keinen Illusionen hingeben, Deutschland werde bald wieder auftreten und erklären: e s genügt nicht, daß Frankreich seine Militärdienstzeit auf ein Jahr herabgesetzt hat, Frankreich muß weitergehen. Cs hat auch von niemand etwas zu befürchten, und der italienische Delegierte wird mit dem Brustton der Heber« Zeugung hinzufügen: weder zu Lande noch zu Wasser. In das gleiche Horn wird auch der Delegierte der Sowjetunion stoßen. An- gesichts einer derartigen Lage müsse Frankreich, so schließt Poincars, sich auf den Standpunkt Heber die Unterredung erklärt der „Pettt Pari- sien": Daß wieder von der Rheinlandräu- mung die Rede gewesen ist, braucht niemand zu überraschen. Der Zeitpunkt ist ja seit langem festgesetzt. Er kann nicht wieder in Frage gestellt werden. Es handelt sich nur noch um die Modalitäten der Ausführung. 3n dieser Hinsicht nun sind sämtliche Maßnahmen getroffen worden, damit die le hten Truppen das Rheinland an dem gewünschten Tage verlassen ha- den. Briand hat Dr. Curtius, der selbst nicht un- gehallen sein wird, wenn zufälligerweise hier und da einige Nachzügler vorhanden sein sollten, zweifellos hierfür die Versicherung gegeben. Ebenso wird man sich nicht darüber wundern können, daß Dr. Curtius den Wunsch geäußert hat, dieRegelung der Saarfrage möglichst beschleunigt zu sehen derart, daß sie vor der Völkerbundsversammlung vom September beendet ist. Selbstverständlich hat Briand Dr. (Sutfius in diesem Punkte keine gleiche Versicherung geben können. Es 'st Sache der Deutschen, die der fordernde Teil sind, den Abschluß der im Gange befindlichen Verhandlungen dadurch zu beschleunigen, daß sie den französischen Delegierten hinreichend vorteilhafte Vorschläge machen, die uns veranlassen könnten, unverzüglich ein Pfand aufzugeben, das wir auf Grund des Friedensvertrages bis zum Jahre 1935 behälten können, hier handelt es sich um eine prinzipielle Frage, über die Briand nicht mit sich verhandeln lassen konnte, und er hat auch tatsächlich seine Abwehrstellung entschlossen ein- gehalten. Eine Llnierreduna miiGranbi Beiderseitige Befriedigung. Genf, 15. Mai. (TU.) In einer Aussprache, die Dr. Curtius am Mittwochabend mit dem italienischen Außenminister G r a n d i hatte, sind die gesamten europäischen Probleme und insbesondere die grundsätzliche Haltung in der Dölkec- bundspolitik eingehend zwischen den beiden Außenministern erörtert worden. Auf deutscher Seite gibt man der Befriedigung über den Verlauf der sehr offenen Aussprache Ausdruck und hebt hervor, daß hierbei auch die großen gemeinsamen Interessen zwischen den beiden Ländern festgestellt worden seien. Es wird betont, daß die Aussprache bei beiden Teilen einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen habe. Auch auf italienischer Seite zeigt man sich mit dem Ergebnis dieser Unterredung voll befriedigt und weist auf die Gemeinsamkeit der deutsch-italienischen Interessen auf verschiedenen Gebieten der europäischen Politik und insbesondere in den grundsätzlichen Fragen der Dölkerbundspolitik, insbesondere in den Abrüstungsund Sicherheitsfragen hin. die Verwendung von 70 Millionen Mark aus dem Fonds der Ausgleichs- und Reservefonds der Bank für Jndustrieobligationen aufrecht. Diese 70 Millionen könnten nur in der Form eines Darlehns an den Etat des Reiches gegeben sein. Weiter stellt der Reichsverband die Forderung, daß der gesamte Betrag des Fonds den Aufbringungspflichtigen gehören müsse, da doch hiermit ein Zweckvermögen geschaffen werden solle, das nach den Vorschlägen des Reichsverbandes einmal zum Wiederaufbau des Realkredits der kleineren und mittleren Industriebetriebe und zweitens zur Hmschuldung der gefährdeten Betriebe im Osten, soweit sie noch sanierungsfähig sind, Verwendung zu finden hat. vom Jahre 1931 sollen die vermögen unter einer Million von der Aufbringungslast befreit werden, wodurch etwa 88 Prozent ausfcheiden würden und somit nur eine Aufbringungslast von 200 Millionen übrig bliebe. Diese Aufbringung soll sich dann jährlich um 40 Millionen senken, um 1935 ganz aufzuhören. Die aufbringenden Betriebe bleiben Eigentümer und die Bank für die Industrie- Obligationen soll demnach nur eine Art Treuhänderin darstellen. Die Aufbringung selbst soll dann im Verhältnis von 40 und 60 Prozent für die oben angeführten Zwecke verwendet werden, und zwar 40 für die kleineren und mittleren Industriebetriebe, und 60 Prozent für die Umschuldungsaktion im Osten. Die Kredite soll die Bank für Jndustrieobli- gntronen vergeben, während die Mittel für die Umschuldung nach den Vorschlägen des Reichsverbandes von der Ablösungsbank verteilt werden sollen. Alle Zinsen und Rückzahlungen sollen grundsätzlich den gleichen Zwecken zugeführt werden. Die Kontrolle habe durch eine neutrale Persönlichkeit zu erfolgen. Zur Begründung dieses Entgegenkommens des Reichsverbandes führte Geheimrat Kastl an, daß in der jetzigen Zeit jeder Wirtschaftszweig dazu beitragen müsse, dem anderen zu helfen. Der Reichs- verband walle mit feiner Hilfsaktion feine Liebesgaben an .nicht mehr erhaltungsfähige Betriebe verteilen, sondern wirklich aufbauende produktive Politik betreiben. stellen: Aprfes vous, messieurs! Fangt ihr erst einmal an, eure wahre militärische Lage genau zu untersuchen. Vor einem postbeamienstreik in Frankreich. Paris, 15.Mai. (TH.) Tardieu empfing am Mittwochabend eine Abordnung der P o st - beamten, die ihm ihre Klagen vortrugen und ein Mindestgehalt von 20 000 Franken im Jahr forderten. Tardieu wies daraus hin, daß die Finanzverhältnisse eine Bewilligung aller Forderungen der Postbeamten nicht zuliehen, Gleichzeitig stellte er strenge Strafmaß- nahmen in Aussicht, falls die Postbeamten ver- fuchen sollten, durch ihr Vorgehen die Regierung einzuschüchtern. Tardieu hatte eine Besprechung m 2ustizminister, dem Kriegsminister, dem inkrimistischen Postminister und dem Polizei- Präfekten über die Maßnahmen zur Vermeidung eines neuen Postbeamtenstreiks. Im Fall neuer Streikversuche (gestern hatten die Postbeamten chon zwei Stunden gestreikt) sollen 1. den ver- Aledenen Postdirektionen Abteilungen der drei Telegraphenregimenter zur Verfügung gestellt werden; 2. daß Militär für den Postdienst m Anspruch genommen werden; 3. ferner Strafmahnahmen ergriffen werden gegen öie Organisatoren der Arbeitsunterbrechung sowie gegen diejenigen Postbeamten, die unter Gehorsamsverweigerung an der Arbeitseinstellung teilnehmen. ~ Vor dem Galzdepoi von Oharasana. Tie Polizei verhindert den Angriff der Freiwilligen. D h a r a s a n a, 15. Mai. (WTB.) Heute vormittag begann Frau Raidu, die Führerin der indischen Frauenbewegung und Nachfolgerin Abbas Tyabjis, mit Freiwilligen den Marsch auf das Salzdepot. Die Polizei bildete einen Kordon um sie, so daß sie nicht weiter vorrücken konnten. Frau Naidu lehnte es ab, umzukehren und befahl den Freiwilligen, sich auf die Straße zu fetzen. Sie saßen den ganzen Tag über am Wege, ohne zu essen und zu trinken. Mehrere Frauen, die den Freiwilligen Wasser anbieten wollten, wurden von der Polizei daran gehindert. Die Polizei vertritt den Standpunkt, daß die Freiwilligen nur außerhalb der Sperrkette Wasser trinken dürfen, was von den Freiwilligen abgelehnt wird. Die Umzingelten verbringen ihre Zeit mit Spinnen und mit Geplauder. Das Schauspiel hat viele Neugierige angelockt. Die nächste Abteilung Freiwilliger wird heute erwartet. Die Sage ander Grenze hat sich beträchtlich gebessert. In Peschawar herrscht völlige Ruhe. Nur gegen mehrere Grenzdörfer wird oorgegangen, und eine Anzahl Ruhestörer, darunter Führer der verbotenen bolschewistischen Organisation der „R o b Hemde n", sind verhaftet worden. ÄnTodeSopserpolitischerZusammenflöße. In Stargard fand ein Aufmarsch der Na - tionalsozialisten statt, an dem annähernd 400 uniformierte Parteiangehörige teilnahmen. Während der Umzug und die Kundgebung selbst ruhig verliefen, wurde in den Nachtstunden ein Trupp Nationalsozialisten van Kommunisten überfallen. Hierbei wurde der 31 Jahre alte Nationalsozialist Franz Engel durch einen Revolver- schuß in den Hinterkopf getötet. Der Kommunistenführer Kollermann aus Stargard wurde als der Tat verdächtig in Haft genommen. Oie Wetterlage. 5^ 3ZZ Lom 75 len] 2d1 Oslo ( E ±~7r _ .flinnt E3EE Thorshavii~o~ © wolkenlos, 0 neuer onoiD oeoeart. e woixig. • gedeckt. • Kegef% * Schnee & Qraupem e mcdcl K Zwitter ©windstille. O-> sehr leichter Ost massiger Südsüdwest ö stürmischer «ordwesfc ßie Pfeile fliegen mit dem winde Oie seinen Stationen stenenden zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen! •uf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck LorLtLavornuHsage. Die Jslandstörung hat sich weiter vertieft und mehr nach Skandinavien hin ausgedehnt. Eine Staffel warmer Luft an ihrer Südseite, welche heute morgen über Westdeutschland vorgedrungen ist, hat wieder Eintrübung und in manchen Bezirken etwas Regen gebracht. Die Störung wird, zumal auch der hohe Druck über der Biscaya und Frankreich weiter zugenommen Hut, vorerst keinen stärkeren Einfluß auf die Wetterlage gewinnen, sondern nur Bewölkung vorüberziehen lassen. Dabei steigen vorerst die Temperaturen etwas an, erfahren aber später leichte Schwankungen. Wettervorhersage für Samstag: Be- wölkt und aufheiternd, vorübergehend trocken, zunächst etwas wärmer. Wettervorhersage für Sonntag: '■^e*lL*r°tfene5' ^ils wolkiges und teils aufheiterndes Wetter. 17 Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 16,8 Grad Celsius, abends 9,1 Grad; am 16. Mai: morgend 6^ Grad. Maximum 17 Grad, Minimum 3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 15- abends 14,4 Grad; am 16. Mai morgens 9,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 91 4 Stunden. 4 Reisewetterdienst. _ ® a.r w i s ch-Partenkirchen. Temperatur ~ Witterung seit gestern vorherrschend kühl, Sudwestwind, Witterung heute: wolkig. Baden-Baden. 11 Grad, Temperatur seit gestern vorherrschend kühl, Ostwind, Witterung trübe' Witterungsverlauf feit gestern meist m 1 a n b auf Sylt. 10 Grad, milde Rächt, Sudwestwind. Heute: Regen, Witterungsoer- lauf seit gestern teils heiter, teils wolkig. jnboflrie, LandwirWastshilse und Ostprogranim Kist! her gelähr^ Eine der s' fere MslaE seinen b< SLÄ s-äs ihre gehret |oL s&ffS LKirr "°rkoAs° nur an fcbü*1“ E -Blüten von » L bis vier M S Waldrebe (U1 »*'**>? Dorfommenucn, oen, Werrostes vielfach r xum Schaden der - mittel angewandt. Unter den farbenpr nicht wenige recht gt Ne herrlichen Äuhei sporn, Eisenhut. maul, Narzisse und Ton den Feldpslanz vvrlvnunende tlettemi- wähnen, der wegen sc den Leeren den Kinde Auch vor der verwai ihren Milten und F sumpfigen Wiesen wäi sing und überall au Schierling, beide Manzen ost verwachs lilie. Daher doppelte Megarten häufig a HundSpetersili Weiter zählen zi blumen die von dei Anemonen odei Küchenschelle, (Wtblume, Dotiert Herbst erscheint auf fei zeitlose, im &et: Kornrade und de die Wolfsmilch, fleckte Aronsstab, Schöllkraut und i zu erwähnen. Eine wichtige Solle die Pilze, unter bei gibt. Jedes Jahr mel die WnCT^. »/ne An »u. e5 iol’.je> ^n die m?st' neuer Zivilen 1 ^^ten der. 1 Äber ^-t ,üt NX , Ard«/ ?*enft FF*11 tonufcrncr ' FW& ^epot von ana. M-«, ew ^ZLL" en Marli , bflS «zm-; ä'A «.«i» ’S'iffS ftftj bnöer. ePerrtette non den Freiwilligen «lt«n verbringen ihre 'plauder. Das Schau, ieloikt. Die nächste 3b» ire ermartet. Ze Hot sich bcträchW herrscht völlige Ruhe. 1er Ed vorgegangen, . darunter Führer der ^Nation der „Rot- Dorten. inZOWtWl. in Aufmarsch der Rrr- tt, an dem -nnähernd hörige teilnahmen. MH. iundgebung selbst rvh.g Hunden ein Trupp Ra- mmunif/en über- 31 Jahre alle National. ) einen Revolver- köpf getötet Der rmann aus Tiargart .g in $a|t genommen. erläge. 2$ §5 Aus Oer provinzialhauptstadi. Gießen, den 16. Mai 1930. Giftpflanzen. Eine der gefährlichsten und weit Verbreitesten Giftpflanzen unserer Gärten ist der Goldregen mit seinen herrlichen, goldenen Blüten- trau den. 3edes Kind kennt dielen Strauch, und wenn jährlich tur Zeit seiner Blüte eine Anzahl von Vergiftungen durch dies« Pflanze gemeldet wird, so beweist dies, daß noch zu wenig auf ihre Gefährlichkeit aufmerksam gemacht wird. Eltern und Lehrer sollten jede« 3ahr die Kinder auf die Giftigkeit des Goldregens aufmerksam machen. Vicht minder große Gefahr droht von dem ebenso bekannten Oleander, der ja auch vielfach im Hause gepflegt wird. Hier wirkt bereits der Vlütenduft in einem geschlossenen Raum stark narkotisch, darum lasse man den blühenden Oleander stets nur am offenen Fenster, nie aber tm Schlafzimmer stehen. Der S e i d e l b a st (KellerhalS, Daphne) kommt in den Wäldern vor und wird auch oft in Gärten gezogen. ist bekannt durch seine bereits im Februar bis April vor den Blättern erscheinenden Blüten von rotleuchtender Farbe, die zu drei bis vier gedrängt beisammensitzen. Auch die Waldrebe (Clematis), von der eine Art in unseren Wäldern vorkommt, ist durch ihren Dlütenduft gefährlich. Don Radelhölzern ist vor dem Dadebaum (Juniperus sabina) und dem Eibenbaum (Taxus baccata) zu warnen. Die Anpflanzung des ersten ist wegen des auf ihm dorkommenden, den Obstbäumen gefährlichen Gitterrostes vielfach verboten, er wird auch oft zum Schaden der Betreffenden als Abortiv- mittel angewandt. Unter den farbenprächtigen Gartenblumen find nicht wenige recht giftige Pflanzen anzutreffen. Die herrlichen Blüher, der bekannte Rittersporn, Eisenhut, Fingerhut, Löwenmaul, Narzisse und Kaiserkrone sind giftig. Don den Feldpflanzen ist zunächst der überall vorkommende kletternde R a ch t s ch a t t e n zu erwähnen, der wegen seiner in Massen erscheinenden Beeren den Kindern oft verhängnisvoll wird. Auch vor der verwandten Kartoffel, resp. ihren Blüten und Früchten sei gewarnt. Auf sumpfigen Wiesen wächst der Wasserschierling und überall aus Feldern der gefleckte Schierling, beide sehr giftig und als junge Pflanzen oft verwechselt mit Sellerie und Peter- stlie. Daher doppelte Vorsicht I Dor dem im Gemüsegarten häufig auftretenden Gartenschierling, Hundspctersilie genannt ist auch zu warnen. Weiter zählen zu den giftigen Frühlingsblumen die von den Kindern gern gepflückten Anemonen oder Buschwindröschen, die Küchenschelle, sowie der Hahnenfuß (Butterblume, Dotterblume, Ranunel«. 2m Spätherbst erscheint auf feuchten Wiesen die Herb st- zeitlose, im Getreide begegnen wir der Kornrade und dem Taumellolch, auch die Wolfsmilch, die Einbeere, der gefleckte Arons st ab, die Rieswurz, das Schöllkraut und die Zaunrübe sind noch zu erwähnen. Eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben spielen die Pilze, unter denen es manche sehr giftige gibt. 3edes 2ahr melden die Zeitungen Todesfälle durch Pilzvergiftungen. Darum ist eS vor allem notwendig, die eßbaren und giftigen Pilze genau kennenzulernen. Gr. Gas verwenden — nicht verschwenden. Unter diesem Motto veranstalteten die Gießener Hausfrauen-Beratung und die GaS-Vereinigung Gießen gestern abend im Saale deS Lass Leib eine interessante GaS- Brat- Back- und K 0 ch v 0 rf ü h r u n g — die am heutigen Freitagnachmittag ab 4 Uhr am gleichen Orte wiederholt wird —. zu der sich eine außerordentlich große Anzahl interessierter Damen und Herren eingefunden hatten. Auf einer Anzahl Gasherde, die mitten im Saale so aufDr. K 0 e p p e noch in sehr fesselnder Weife über die wirtlchaitlich beste Ausnutzungsmöglich- keit des Gasherdes, wobei sie ihrem großen Zuhörerkreise nicht mir die technischen Dorteile dieses Kücheninstrumentes klarzumachen wußte, sondern Fingerzeige dafür gab, wie man der Gasverschwendung vorbeugen könne. Die interessanten und lehrreichen Darlegungen der Rednerin waren für die Damen unstreitig em wertvoller Gewinn, aus dem s ie bei rechter Autzan- wenduna mancherlei Vorteil ziehen können. Erwarb sich dadurch Frau Dr. K 0 e p p e den berechtigten Dank ihrer Zuhörerinnen, so ist nicht mtnbcr große Anerkennung Frau Oberstudiendirektor Dr. K a l b f l e i f ch zu sagen, die die orVon heute an erscheint als Sommerausgabe der Taschen-Fahrplan des Gießener Anzeigers mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen Oberhessens und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Post- und Privat-Kraltwagenverkehr als kostenlose Sondergabe gestellt waren, daß man das Braten, Kochen und Backen gut beobachten konnte, bereiteten Damen des Gießener Hausfrauenvereins gar mannigfaltige und leckere Speisen zu. Junge Damen, mit riesigen und gut bestellten Servier- brettern bewaffnet, machten nach beendeter Speisenzubereitung mehrfach die Runde durch den Saal und versorgten die Besucherschaft mit köstlich mundenden Schineckproben, die auch den Beifall »der sehr kritisch gestimmten Damen und Herren fanden. Wer Glück hatte, konnte bei dieser Gelegenheit so eine Art kleines Abendessen mit abwechslungsreicher Speisenfolge einnehmen und dabei die Feststellung machen, daß die verschiedensten Gerichte in den Gas-, Back- und Bratöfen ganz vortrefflich gelungen waren. Die Leiterin der Gießener Hausfrauen-Bera- tungsstelle, Frau Dr. K 0 e p p e, gab im ersten Teile des Abends während des Koch- und Bratgeschäftes eine ganze Reihe von guten Rezepten bekannt, die obendrein noch den Vorteil haben, daß sie auch für einen geringer gespickten Geldbeutel erschwinglich sind, und sie gab dabei den gespannt lauschenden Damen mancherlei wertvolle und dankbar begrüßte Winke, wie man mit diesen Rezepten verfährt, um die Gunst des gestrengen Hausherrn immer wieder zu erringen. 3m weiteren Verlaufe des Abends sprach Frau ganisotorische Vorbereitung des Abends in eifrigster und bis ins kleinste sorgfältig durchdachter Arbeit so glücklich geleistet hatte, daß alles wie am Schnürchen und zur besten Zufriedenheit aller Teilnehmer verlief. Volle Anerkennung gebührt ferner den am Gasherd tätigen Damen des Gießener Hausfrauenvereins, die durch ihr ausgezeichnetes Walten den Beweis dafür erbrachten, daß nicht etwa nur speziell auf einen solchen Herd eingefuchste Kochdomen etwas Gutes zu leisten vermögen. Der Vorsitzende der Gasvcreinigung, Dr. Goeres, eröffnete und beschloß den interessanten Abend mit einigen kurzen Worten. 3m übrigen sei noch registriert, daß musikalische Darbietungen einer kleinen Kapelle zur Erhöhung der Stimmung beitrugen. Eine Anzahl Gas- geräte-Derkaufsgeschäfte hatten eine interessante -Schau von Gasherden usw. hergerichtet, die viel Beachtung fand. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Clavigo", 20 bis 22 Uhr. — Ra- tionalsoz. Deutsche Arbeiterpartei — Rationalsoz. «deutscher Studentenbund, Ortsgruppe Gießen: Oesfentliche Versammlung, 20.15 Uhr, im Palast- Lichtspielhaus. — Zoo-Zirkus A. Fischer: 20 Uhr Vorstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Ufa-Ton» und Sprech film »Melodie des Herzen-". — Astoria-Lichlspiele „Der Eowboykönig von Lhikogo" und^ ..Zwei Welten". — Aus dem S la d 11 h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Die heutige „Clavigo"-Aufführung beginnt um 20 Uhr. — Dienstag, den 20. Mai, »um ersten Mal ..Meine liebe, dumme Mama", Lustspiel von Nerz und Mayer. In dieser Vorstellung werden sich Ingeborg Scherer und Hans lannert von dem Gießener Publikum verabschieden. Die Sitzung des Gießener Stadt- r a t S am kommenden D.enStaa, die vor allem der Beratung des städtischen Voranschlages für 1930 gilt, beginnt um 17 Uhr im Sitzungssaale des Stadthauses Bergstraße. •• Eine interessante Photographie von Gießen und Umgegend, vom Schiffenberg auS gesehen, hat Herr H. Wagner sen. von hier ausgenommen, die jetzt in Duplex-Autotypie auf Kunstdruckkarton inPholo- graphieton gedruckt im Verlage der Buch- und Steindruckerei 3ustus Christ erschienen ist. Das gut ausgenommene und im Druck vortrefflich wiedergegebene Bild gibt einen reizvollen Blick über die Stadt Gießen hinweg au den benachbarten Burgen, dem Dünsberg und den anschließenden Höhen. Die Landschaft wird, in einen passenden Dildrahmen gefaßt, ein hübscher Wandschmuck und eine Erinnerung für jeden sein, der sich irgendwie mit unserer Stadt verbunden suhlt. Das Bild ist in den Kunsthandlungen zum Preise von 1,50 Mark zu haben. (Siehe heutige Anzeige.) •• Maienblasen. Bei dem am morgigen Samstag, 19 Uhr, vorn Turme der 3ohannes- kirche stattfindenden Maienblasen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: O Gott, du frommer Gott: 2. Die Kapelle, von Kreutzer: 3. Das Heidenröslein, Volksweise von Heinrich Werner (1800—1833). Spielsachen. [rlhrc Kinder erhalten Sie als Werbedabcn ' -TW;1 GUTSCHEIN- 1 «^ABSCHNITTE SEIFENFLOCKEN SUNLICHT VcrUnfen Sw von Ihrem K«u(m*a* K.Ulo, und wähl ne* h U'umcK SUNLICHT GESELLSCHAFT A.C. 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Musterungen, per Meter................... 1861-1911 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Alterskollegen von dem Heimgang unseres lieben Alterskollegen Herrn Conrad Mandler geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Samstag, den 17. Mai, vormittags 117« Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 3782D der Vorstand. Sonntag, 18. Mair MlllemMW nach Annerod au Kamerad Wallbott. Treffvunkl 14.30 Uhr //Stadt Lich". 3770D Ter Vorstand. für unterhalte" s‘e‘“ “"u’d rohren nur $ 6' "obt qute' Bielefelder Qualitäten auserprobt gute Am gestrigen Tag verschied nach kurzer, schwerer Erkrankung unser Hausmeister Herr Conrad Mandler nach fast 52jähriger Tätigkeit bei uns. Tief bedauern wir sein Ableben und gedenken stets dankbar seiner unermüdlichen, pflichttreuen Mitarbeit in dieser langen Zeit. C. Klingspor, Zigarrenfabriken. Gießen, den 15. Mal 1930. W.Hankel Tel. 2612. [170D im 69. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karoline Mandler, geh. Krombach. Soziale «Acht der Ausgeber v. Stellen« angeboten Ist es, dir ein» gegangen-Bewerbung»« unterlagen t Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Licht« bilder u.dgl.) schnellsten« xurüchuf. Oie Stellung« suchenden sind banfbar Dafür, wenn man Ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeignet en Tätigkeit auf diese Weise unterstützt und stnd auf diese selbstverständliche psticht auch angewiesen. GLetzerrev Slurersev Nowack Seltersweg 85 Das große Stoff-Spezialhaus ____________________________________ 3398 A |stellengesuche| Ein Müller der auch In d. Landwirtschaft bewand, ist, sucht für alsbald Stellung. Schriltl. Angebote unter L. 100 post' lagernd Storndors iObeihierb. 3771b Nessel-Mäntel MW»«"»««« i Lager-Mäntel . u Merzte-Mantel prima aus blaueiu Orel'i P 1 Kellner-^0*®.......« laus prima ......... Poch’JÄ«........' iU| hervorragende '*’5SSSSS=s= 1050 1250 U unsere Hauptpreise für elegante ein- u. zweifarbige Trotteurschuhe . 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Franzose oon , Ginmanbe d'lcher Clemente verstärkt und bi .^lchentviese z 'N der Tie 'S ba die h SiLZ ÄNtulli siS? McrtenH^H S; Sn! ’Nen ^aiel Jdu N >nb LZ '•-iS HÄ °hn«. £ n«4 Sein ^unbc . R'eak 1 preiswert! eispiele: 100 cm ieter... He, indanthren- Q75 zirka 90 cm ' das elegante AN 70 cm ie Gewebe, für O?5 per Meter... Q m i Streifen und Ä2( cm Qualität, Q95 i cm Musterungen, ^95 8re!tag, 16. Mai 1950 berechtigung mehr und die Wüste hat ihre Weit» seit dem Autobetrieb in ihr verloren. Eine wirkliche Augenweide und, wenigstens indirekte Gaumenfreude bieten di« herrlichen Gemüse markte der algerischen Städte. Da türmen sich Berge der zartesten Artischoken, feiner Erbsen, junger Bohnen, goldgelber Karotten, Salate aller Lorten, Radieschen, Lauch und Sellerie, Finochi, Eierfrüchte, grüner und roter Paprikaschoten; da stchen die weihen und gelben Frühkartoffeln in Tonnen und Kisten, daneben rotbäckige Aepfel, goldene Zitronen und frischgepflückte Orangen mit dunklen Blättern in Riesenkörben, — jeder Hausfrau würde das Herz aufgehen vor Freude, zumal auch die Preise an Ort und Stelle niedrig sind. Eine lieber» fülle von Blumen ziert die Stände. Immer sitzt mitten in all dem Gewühl der duftenden Blumen-, der in der heißen Sonne stinkenden Fleisch-, Fisch- und Kleidermärkt« eine Gruppe Moslim ruhig vor einem maurischen Kaffeehaus auf der Strotze, raucht, spielt Schoch oder Domino und kümmert sich in echt orientalischer Gemütsruhe nicht die Spur um das Gelärm, das ringsum tobt. Bei einem würzigen Tätz» chen Kafiee verplaudern oder verschweigen oder verspielen sie den halben Tag. Arbeitslose? Ja, die wird es wohl auch geben, auch solche, die sich ohne Arbeit behelfen können. Zu Lauch, Brot und Datteln reicht es meistens, und mehr bedarf man im Notfall nicht. Aber ich fand es bei dem .Klima viel erstaunlicher, daß es Arbeitende !llbt, besonders Erd- und Bauarbeiter. Und das anden ander« auch und stellten sich hin und schm» en solcher verblüffenden Tatsache stundenlang zu. Aber nicht mit Randbemerkungen ober guten Ratschlägen die Eifrigen störend, nein, mit Ruhe und Gelassenheit, unbeweglich, neidlos. „Allah will, daß der andere arbeitet, nicht ich. Gut, wie Allah will." Trostlos sind di« vielen Blinden, erblindet meist durch Augenkrankheiten, die Staub und Hitze und Unsauberkeit vermehren. Dagegen sieht inan wenig Kriegsbeschädigte, aber um so mehr Denkmäler $ur Erinnerung an den Weltkrieg, an denen bei jeder Sanntagsgelegenheit Ansprachen mit Musik und Fahnen gehalten werden, die nicht gerade van Friedensliebe und Völkerversöhnung triefen, wie ich mich persönlich überzeugte. Der Ton der Elairons, jener schrillen französischen Signalhörner — das Rheinland kennt und hört ihn schon zu lange! — verliert man in den Garnisanstädten Algeriens überhaupt nicht aus den Ohren. Geblasen, aetrom* melt und getutet wird in den Kasernen ständig. Außer bei Patrouillen oder Transporten begegnet man übrigens fast keinem Gemeinen auf der Straße; nur Unteroffizieren und Offizieren. Die Erlaubnis zum Besuch der Kasemenhöse wurde zwar meistens erteilt, jedoch ist da außer Sand und Pferdeputzen wenig zu sehen. Die Kasernen der Fremdenlegion in Constantine sind gänzlich gesperrt und von der Legion selbst merkte ich außer am ersten Abend meines Aufenthalts fast nichts. Auch da hätte ich schwerlich gewußt um was es sich handelt, wenn mich nicht Franzosen selbst aufmerksam gemacht hätten. Wir waren zusammen von Algier hergefahren in einem langen Zug mit uralten erster Klasse- Wagen. Arn Ende des Zuges waren einige Wagen mitgeführt worden, die immer außerhalb der Stationen und verschlossen blieben. Uns fiel dies erst nachher ein, man glaubte, es seien einfach zur Reserve mitgenommene Leerwagen. Da schallten uns beim Einlaufen In den Bahnhof Constantine wieder schmetternd die Clairons in die Ohren, eine Menge Militär wimmelte herum, Fahnen wehten, es war abgesperrt und wir Zivilisten mußten mit den Packträgern ganz abseits den Bahnhof verlassen und konnten gerade noch sehen, wie sich die „Leerwagen" öffneten und mancherlei Gestalten herauskamen: „Rekruten der Fremde n l e g i o n", wie uns der Franzose erklärte. Die Menge vor dem Bahnhof schwenkte grüne Zweige, die Marseillaise erklang wieder einmal und unter Dorontrltt der Offiziere setzte sich die sicher über hundert Mann starke Truppe in Bewegung, rings umgürtet van dichten Spalieren regulären eingeborenen Militärs! Das war wohl das einzige an meist ohne sonderliche Mühe an einem einzigen Abend mit bloßem Auge verfolgen kann, ist dem Sternfreund natürlich nichts Neues; aber hoffentlich nimmt es der geneigte Leser doch nicht übel, wenn ich es hier trotzdem wiederhole. Vielleicht noch hübscher ist die Beobachtung der Jahreszeiten in ihrem Einfluß aus den Mond der kleine Lauf des Vollmondes im Sommer, fein großer im Winter, die günstige Stellung des zunehmenden, die ungünstige des abnehmenden Mondes im Frühling und die Umkehrung davon im Herbst, das Sichtbarwerden des nur von der Erde, nicht von der Sonne' beleuchteten Teiles des Mondes beim schmalen zu- oder abnehmenden Mond. Am Meere läßt sich natürlich auch beobachten, daß die Dauer von Ebbe und Flut von der des Mondumlaufs bestimmt ist, ohne daß jedoch wegen der besonderen Verhältnisse bei der Fortpflanzung der Flutwelle um die Erde ein einfacher Zusammenhang zwischen der Stellung des Mondes und dem Fluteintritt bestünde. Der Mond ist auch der einzige Himmelskörper, der schon bei Betrachtung mit einem leidlich guten Feldstecher Einzelheiten erkennen läßt. Wir sehen dann deutlich die dunklen Gebiete, „Mare" genannt, obwohl sie mit Meeren nichts zu tun haben, wir sehen die zahlreichen Krater und Ringgebirge, deren größtes den Namen des K o p e r n i k u s trägt. Auch die Schärfe der Schattengrenze bei den verschiedenen Erhebungen kann schon mit kleineren Fernroh. ren beobachtet werden. Sie rührt ja daher, daß es auf dem Monde weder Wasser noch Luft gibt, so daß das Licht nicht zerstreut wird. Auch die leichte Sichtbarkeit der Gebirge kann nicht wundernehmen, wenn wir bedenken, daß sie auf dem Mond im Verhältnis zu dessen Größe sehr viel mächtiger sind als auf der Erde. Auch dies hängt mit der Abwesenheit des Wassers zusammen, denn auf der Erde ist dessen ständig nagende und zerstörende Tätigkeit der Hauptfeind der Gebirge. Bei der von der Erde fo gänzlich verschiedenen Natur des Mondes ist es auch leicht verständlich, daß wir trotz genauer Kenntnis feiner uns zuge« lehrten Oberfläche noch nicht eben viel Sicheres von ihrer Entstehungsgeschichte wissen, während wir seine „Rückseite" überhaupt nicht kennen. Daß di« Krater, wie ihr Name anzudeuten scheint, vulkanischen Ursprungs sind, ist sehr unwahrscheinlich. Aber sind sie durch Aufsturz fremder Massen, also ein« Art Meteoritenregen entstanden, oder haben sie sich beim Erstarren des Mondes aus feuerflüssi. ger Masse gebildet und alsdann wegen der Abwesenheit des Wassers durch Iahrrnillionen hindurch unverändert erhalten? Das sind alles Fragen, die trotz aller auf sie verwendeten Forsche rarbeit noch nid# endgültig entschieden sind. Leitersweg 85 Spezialhaus 3M Mitt, nuim. jeuma. M sich >11 bei :b des •enn- )fapo' ipen u. imiert ) RM, HEN ;kerel i. häuslichem Sw? gdjrliiLflnflU.'^ und. Geben. Ainn Q Verein?] u MMlWl S MMn 5üm6tD3'anrÄ (jbcnbä 9 Goilnml rollig «««' “lli> O ro"^ß,s.fll' .c fpjai: we MW*11111111 di i,4er fflV Frühling im Schloß Favorit. Von Liesbet Dill. Vcilchenwiescn umbuften das gelbe Schlößchen, daS in der Liefe des Parkes träumt von jenem Lage, da die hohen Alleen vom Rauschen seidener Krinolinen belebt waren, als die vergoldeten, schwerfälligen Karossen zu den weitgeöffneten Loren des Speisesaales hineinfuhren und die Markgräfin Sibylle sich in ihrer gelb ausgeschlagenen Porte-Chaise durch die Alleen tragen lieh, um ihren Rachmittagstee im Kavalieryäuschen zu trinken. Eine hochkultivierte Frau hat hier gewohnt. Mit Geschmack hat sie zu leben gewußt, hat sich dieses Sommerschloh 1710 im italienischen Barockstil erbaut und nach ihren Plänen ausgeschmückt mit seltensten Fayencen, kostbaren Möbeln, chinesischem Porzellan, bunten, böhmischen und glitzernden venetianischen Kronleuchtern, deren Wachskerzen fanft in den bemalten Spiegeln der Wände schiminerten. Schcm die Küche, wie reizend, diese gefüllte Porzelkgnborde, die Zinngeräte und Bratspieße für die großen Hirschbraten, die nahe Jagden lieferten. (STne- raffinierte Tafel hat diese Frau geführt. Davon zeugen die kupfernen Pastetenformen, die RLpfe für Puddings, die bunten Fayencefchüsseln in Formen von rosenbesteckten Schinken. Likörfäßchen, Fasanen. Enten. Artischocken, Melonen. Zitronen. Wildschweinköpfe. Pfauen und Tauben. Spargel und riesige Kohl- köpfe. alles wurde in diesen Schusseln auf die Tafel gebracht. Da steht der ,Gewürzonkel", ein grinsender Chinese, dessen Arme und Beine. Kops und Bauch seltene Gewürze bergen, eine gemalte Speisekarte hängt über der Anrichte für den Küchenchef, der nicht lesen noch schreiben konnte. Die Markgräfin machte ein Kreuz an den aufgemalten Schinken, die Enten, die Eiergerichte, die Pasteten, den Fasan, danach richtete sich der Koch... In riesigen Kupfergefäßen trug man das Wasser herbei. Ein Bad gab's damals nicht. Auf samtverkleideten Waschtischen standen zierliche Handnäpfe, das war alles. Unb Spaziergänge machte man höchstens durch die Alleen des Parkes. Ein Reifenspiel nachmittags auf dem Rasen, ein zierliches Menuett des Abends im Spiegelsaal unter den dreihundert eingelassenen glitzernden Spiegeln. ein flackerndes Holzfeuer in den hohen rauchenden Kaminen, der Fächer für die Hitze und die Fliegen, eine Petit-Point-6tiderei für die stillen Abende, wenn sich die Hofdamen um die Markgräfin versammelten, das Gebet in der stillen Parkkapelle, beim schlechtem Wetter ging man nicht aus. Man trug seidene Stöckelschuhe, Perücken und gebauschte Schleppgewänder. Man spielte Harfe und Spinett. Die Herren bliesen die Flöte, gingen auf die Jagd. Es gab ein Spielzimmer für ältere Hofdamen und Kavaliere, die von Gicht geplagt waren, man ritt morgens in die Buchenwälder. die Tafel war üppig, vielgängig und reich besetzt. Das Porzellan lieferten längst eingegangene Fabriken aus Straßburg, Harlem, Ansbach. 3n eiskalten, fliesenbelegten Gängen hängen noch die alten Wachskerzen in Ampeln, eine andere Beleuchtung gab es nicht. Man schlief in abgedunkelten Alkoven, in üppigen seidenbestickten Betten unter Atlasbaldachinen hinter seidenen Vorhängen. Man lebte ganz Sommer hier draußen, in der heißen, dampfenden Ebene, ohne Abwechslung, ohne daß von außen etwas hereinkam, man war im Winter im Palais in der Stadt, aber sobald die Veilchen blühten und die Magnolien in den Gärten, zogen die Karossen mit dem Hof hierher. 3m Park rieselt ein Brunnen in der Stille. Der „Türkenlouis", der Gemahl der Markgräfin, ruhte sich hier von feinen Schlachten gegen die Türken aus, die er mit Prinz Eugen ausfocht. Rach seinem Tode war dieses Schlößchen seiner Witwe Lieblingsaufenthalt. Sie regierte über das „Ländle", das heut in Frühlingsblüte steht, die Markgrafschaft Baden-Baden. 3hre Söhne sind kinderlos gestorben, ihre einzige Tochter heiratete einen Herzog von Orleans und starb mit 24 Jahren. Die Markgrälin Sibylle starb 1733 mit 58 3ahren. 3n ihren letzten 3ahren lebte sie ganz weltabgewandt und still, und in der kleinen Kapelle am Ende des Parkes hat sie alle ihre Sünden abgebüht, die sie zeitlebens begangen hat. Eine seltsame, wunderliche Kapelle, in die ein unheimlich Helles Licht fällt, das den Wachsfiguren der Heiligen mit ihrem echten wallenden Haar und Bärten etwas Lebendiges verleiht. Hierhin zog sie sich jedes 3ahr vierzehn Tage zurück, um zu fasten, zu beten und sich zu geißeln. Die Marterinstrumente liegen unter Glas, das Büßerhemd, das Stachelkreuz, die gestachelten Anhänger, die sie unter dem Büßerhemd trug, während sie hier büßte. Da steht noch der Holztisch, an dem sie bei Wasser und Brot der heiligen Familie Gesellschaft leistete. Der Kontrast dieser ärmlichen ernsten Buß- kapelle mit dem graziösen Schlößchen, dessen gelbe Fassade zwischen dem Grün der Bäume leuchtet, in dem jedes Kabinett ein Kunstwerk ist, jede Wand ein Zeugnis damaligen Reichtums und Geschmacks — wirkt ergreifend. Wer zwischen einer Flucht von Salons und Spiegelsälen mit herrlichen Porzellanen von Delft, China und allen deutschen Manufakturen lebte und in dieser ernsten Kapelle Zuflucht suchte, muh gewußt haben, warum. Cs war sicher keine gewöhnliche Frau, die Markgräsin Sibylle, und ihr Geist schwebt noch in den stillen, köstlich eingerichteten Räumen ihres Lieblingsschlosfes und in ihrer ernsten, nüchternen Dußkapelle, die der heiligen Magdalene, der Büßerin, gewidmet ist, vor deren Holzrindentür die beiden „Bingbolienbäume" — der Kastellan nennt sie so — blühen zur „Magdalenen-Zeit", wenn das Land hierher kommt, um Gottesdienst zu halten zu Ehren einer frommen Landessürstin. die unvergessen ist, weil sie — anders war als die vielen anderen, von denen uns in alten Schlössern ihre Gemälde von verschlissenen Seidenwänden anschauen in Atlasgewändern und gepuderten Köpfen. Vom Mond. Von profeffor Or. Küstermann. Nachdruck oerboten. „Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz ..." Meine Mutter hat mir oft erzählt, daß ich als noch nicht ganz 2>5jähriger Zunge in hellen Jubel ausbrach, als ich die Mondsichel am Himmel entdeckte. Wir waren nämlich kurz zuvor nach einem anderen Ort verzogen, und der Mond war mir ein sicherer Zeuge dafür, daß sich am neuen Wohnorte doch nicht alles geändert habe. Aber sieht man auch von dieser besonderen Veranlassung ab, so gibt es wohl kaum ein Kind, das sich nicht von Herzen freute, wenn es die Mondsichel am Himmel erblickt. Die Freude wäre freilich noch größer, wenn man es auch nur ein ganz klein wenig zur Mondbeobachtung anhielte. Aber die Mondkenntnis der meisten Zeitgenosien geht wohl nicht viel über den im Kalender vermerkten Wechsel der Lichtgestalten, das Z des zunehmenden Mondes und das A des abnehmenden Mondes und vielleicht der Tatsache hinaus, daß uns der Mond immer dieselbe Seite zukehrt. Daß der zunehmende Mond nur abends, der abnehmende nur morgens zu sehen ist, ist noch lange nicht jedem bekannt, und ist im Grunkte doch eine furchtbar einfache Tatsache. Auch daß man die Wanderung des Mondes durch den FirftemHimmel Nr. 114 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Algerischer Bilderbogen Don unserem G. R.-Korrespondenten. im gänzlich flachen Küstenland wächst Rebstock an Dournergue, auch Rebstock in Kraft bas von das ist die Da geht vor uns die Treppengasse hinauf der Straßenreiniger, ein Maure, mit seinem kleinen fei, Ecken, Tore, Jnnenhöfe Kasbah. paralysieren kann! — Aber in Algier gibts ja noch Lepra und Typhus. Oben auf der Höhe vor der Kaserne der am Rhein übel bekannten Senegalneger liegt der Platz der Guillotine, wo auch heute noch frühmorgens zur Erziehung und Erbauung eines an starke Kost gewöhnten Publikums vor versammeltem Volk die jeweiligen Verbrecher geköpft werden. Stets wohnt eine Anzahl Neugieriger solchem Schauspiel mit geduldigem Interesse bei. Hundert Schritte weiter liegt ein Märchenerzähler mit gelbgestreiftem Turbantuch auf seinem weiten, gelblichen Schafwollmantel am Boden, umgeben von einem Kreis andächtig lauschender Männer und Knaben, denen sich auch mancher Soldat zugestellt. Märchen und Guillotine nebeneinander! Tram und Autobus sind fast stets bis zum letzten Platz gefüllt und amüsant ist es anzusehen, wenn oben auf den Wagen ein Nest von weißen Burnussen übereinander hockt, daß man galubt, das Gefährt müsse jeden Augenblick das Uebergewicht bekommen und umfallen. Aber nichts dergleichen passiert. Auch nicht, wenn an den offenen Tram- bahnwagen ganze Trauben Mitfahrender auf den Trittbrettern hängen oder im klapprig alten Viersitzer-Auto sechs Menschen, vier Kisten, acht Säcke und hoch oben schwebend eine Nähmaschine ober ein Grammophon (bei ben Wüstensöhnen hoch beliebt!) mit fauchender Windeseile davonrasen. Mitten in der Sahara sehen wir bann biese luftigen Menschen fruchten — bas Kamel hat keine Daseins- wirkenben Trappiftenmönche in die besten Bahnen gelenh wurden, stundenlang fahrt man mit dem Auto durch wohlgepflegte, köstlich duftende Agru- menhaine, bei denen Blüte und Frucht oft den gleichen Baum zieren, stundenlang durch Muster- Weinberge, nein, nicht wie bei uns am Rhein und Main Wein-Berge, sondern Wein-Aecker; denn Algier und Ueppigfeit um die Ferme, Palmen und Eukalypten umgebene Helle geräumige Kolonistenhaus. Leider ist hier die Malaria noch nicht mit Erfolg bekämpft. Macht das Land um Algier einen guten, gepflegten Eindruck, so kann man dies von der Stabt selbst gerabe nicht behaupten, trotz aller Neubauten. Die Straßen erfreuen sich behaglichen Dauerschmutzes ungeachtet ftänbig in Bewegung befindlicher Gießwagen, und die In französischen Landen üblichen offenen W.C's verpesten meterweit die Umgebung in jeder Straße. Krone allen Schmutzes aber ist die Kasbah, das alte Türkenviertel, das sich zur ehemaligen Festung mit ihrer umfassenden, herrlichen Rundsicht, bergauf zieht. Kleine Fleischerläden in den engen, von hohen, fast fensterlosen Häusern bestandenen, zum Teil überwölbten krummen Gassen mit ihren von Mückenschwärmen schwarzgetupften Auslagen (unter denen Hammelsköpfe, Lungen und Eingeweide die Hauptrolle spielen), — fliegende Garküchen, unbekannte Fleischreste an kleinen Holzspie- ßen über Kohlenfeuer bratend, Fischsuppen, Knoo- lauchsuppen, Zwiebelsuppen — auf dem Boden, den Treppen und in allen Hausgängen krabbelnde Kin» dericharen, Katzen, Hunde, etliche alte Hexen in malerisch-buntem Gelump und dazu passende Männer im Halbdunkel der manchmal nur zwei Meter breiten, steilen Gassen — leere, unheimlich stille Win- Esel, dem rechts und links weite Baftkörbe vom Sattel hängen. (An ihm vorbei konnten wir nicht, der Weg war zu eng; notgedrungen erlebten wir die ganze „Reinigung" intensiv mit). Mit einer alten Handschaufel nimmt der Hygieniker der Kasbah die hübsch vor den Türen liegenden Reste der Mahlzeiten, sowie anderes Ueberflüfpge auf und befördert es staubwirbelnd in lockerem Schwung in die Körbe, d. h. wenn er richtig trifft; wenn nicht, so fällt cs halt auf die Straße zu dem anderen und bleibt liegen bis zum nächsten Mal. Welch ungeheure Heil- und Desinfektionskraft muß doch die Sonne haben, daß sie diesen Schmutz im Süden Der arabische Häuptling Bach Agpa Djelloul begrüßt den Präsidenten der Republik der aus Anlaß der 100jährigen Zugehörigkeit Algeriens zu Frankreich in ' ' weilt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! i Algier, Mai 1930. Sanfte, blaue Wellen trugen mich im behäbig sauberen, holländischen Schiss an Afrikas Küste, nach Algier, den deutschen Dampfern noch fremden Hasen. Schon von weitem leuchten die am Ufer- hang hinaufziehenden, großen, Hellen Rampen, die hohen Wohnpaläste und die weißen Villen von Mu- ftafa Superteure, der Sommerstadt, wie Perlen- kränze. Nach der Ruhe des gänzlich stillen Meeres bei Tag war uns kein Schiss begegnet, dafür nachts die lautlose englische Flotte, die in Stärke uon einhundertsechzig Einheiten zwischen Malta und Afrika zur Freude ihrer Verbündeten übte, um ihre Friedens- und Abrüstungsbereitschaft zu zeigen — überfiel*- uns dann der Lärm der Stadt Algier geradezu wie Trommelfeuer. Algier ist Klein-Paris, repräsentativ nach außen, ganz in Stil und Ge- schmcick der Boulevards gebaut und gehalten. (Elegante, reichwirkende Fassade mit häßlichem Hinter- bau, schlohartige Portale, überladene Fronten, un- zählige Balkone, und bann: enge Treppen, kleine Hinterhöfe, schmutzige Durchgänge. In allen Hafenstädten ist es laut, in allen orientalischen lärmend. Aber wenn bann noch zu diesem erlaubten und hergebrachten Lärm der Radau eines Frühjahrs-Volksfestes kommt zusammen mit der kindlichen Freude der Farbigen am Tuten, Blasen, Quietschen und Klingeln an jeglichem Fortbewe- gungsmittel, sei es Pferde wagen, Auto, Tram, Esel ober Kamel, bann wirb man als Nordländer in kurzem erledigt und ergibt sich willenlos in das chao- tische Schicksal dieses Straßenlärms Bei uns zu Haus wäre alle fünf Minuten mindestens ein lieberfahrener zu buchen; hier sah ich nie solche Groß- ftablopfer, obwohl es keine Verkehrsregelung gibt. Man kann in Algier ruhig ohne obrigkeitliche Ge- nehmigung die Straße queren; wenn Allah es will, kommt man lebendig durch all die Autos und Trams und Autobusse hinüber. Wenn nicht, — na dann hat es Allah eben nicht gewollt! Zwei Dinge lernte ich in Algerien schon in ben ersten Tagen, nämlich erstens: den niedrigen F r a n- fürs als billige Reisegelegenheit ausnutzen zu »ollen ist ein teurer Irrtum. Der Franken hat sich ben internationalen Preisen gänzlich angeglichen unb in diesen kann das Land getrost mit Aegypten metteifern. Und zweitens: daß die Mode der völlig glattrasierten Männer (der „Lakaiengesichter", wie ein wohlbekannter General vor dem Krieg sagte) in den französischen Kolonien nicht Fuß gefaßt hat. Alles Männliche trägt Bärte, sei „Er" schwarz, braun, gelb ober weiß von Haut, gehe er im Burnus, in Uniform ober im neuesten Pariser Som- merrotf, sei er Herr ober Diener, Christ, Moslim ober Jude, Laie oder Geistlicher. Die vielen und meisten sehr zweckmäßigen Neubauten im ganzen Land, städtische und staatliche, Straßen, Quais, Boulevards, Rampen und besonders die militärischen wie: Kasernenvergrößerungen, Flugzeughallen, Funkstationen zeugen ebenso von dem durch unsere Reparationszahlungen reichlich vorhandenen Geld, wie, was die militärischen an« betrifft, von dem intensiven „Abrüstungswillen" der Franzosen. Algier ist ein reiches Land. An ihm sieht man so recht, was aus dem fruchtbaren afrikanischen Boden herauszuholen ist, was aus einer Kolonie, intensiv und klug bewirtschaftet, in zwei Menschenaltern wird. Das erste Menschenalter Ko- lonialzeit, das schwerste, hatten wir Deutschen in unseren Kolonien gerade iiberwunden, bas zweite genießen jetzt anberc. — Für Weinbau, O b st - unb G e m ü s e k u l tu r, bie Hauptexportzweige bieses Gartenlanbes an ber Norbküste, hatte ber Franzose von jeher Sinn unb Begabung, bie hier burch Einwanberung Elsässer, Schweizer unb schwäbischer (Elemente im vergangenen Jahrhundert noch verstärkt unb burch die landwirtschaftlich stets gut Tumen, Sport und Spiel Zehn Zahn deutsche Hochschule für Leibesübungen Oben lmks. Staats^kretar Lewald, der Präsident des Reichsausschusses für Leibesübungen, deutsche Sportforum, das Gebäude der Hochschule. - Unten links: Studentinnen Der Hochschule begeben sich zum Speerwerfen auf den Uebungsplah. — Rechts: Dr. Diem, der Generalsekretär des Reichsausschusses. — Im Kreis links: Professor Dr. Bier, der Rektor der Hochschule. fung der Heeresschule für Leibesübungen ist, die in den Jahren 1920/21 unter ihrem damaligen Leiter, Major Suren, bahnbrechend auf bem Gebiet der deutschen Gymnastik und Körperkultur gewesen ist und die auch jetzt noch eine der ein- flußreichsten Versuchs- und Lehranstalten des deutschen Sportes ist. Den Zuschauern wird neben spannenden Kämpfen und guten Einzelleistungen in drei Stunden ein Ausschnitt aus dem Ausbildungsprogramm des Truppensportes geboten, wobei sportliche und Waffenübungen, modernes Turnen und Gymnastik, Spiele und Reiterkämpfe abwechseln. Das Fest stellt somit eine moderne Truppenschau dar, die bei dem zu erwartenden guten Besuch ihre Auswirkungen auf die Volkstümlichkeit des jungen Heeres nicht verfehlen dürfte. Gaumeisterschastsspiele im Kaustbatt des Gaues Heffen O. T. Am kommenden Sonntag findet die Vorrunde der Gaufonderklaffe in Faustball in Marburg statt. Zum ersten Male ist die Sonderklasse mit allen sechs Mannschaften beseht. Nachdem das vergangene Iahr mit nur vier Mannschaften den Uebergang zu dem neuen Spielsystem geschaffen hat, werden diesmal die Spiele infolge der stärkeren Besetzung noch einen spannenderen Verlauf (davon 45 von Turnern und Turnerinnen des Gaues Hessen) und 22 Prüfungsscheine (davon 16 wie oben) erworben worden sind. Das Zeugnis des Freischwimmers erhielten 8 Turner und 11 Turnerinnen, den Nachweis als Fahrtenschwimmer erbrachten 12 Turner und 4 Turnerinnen. In Würdigung der sozialen Bedeutung der Schwimmkunst wird das Stromschwimmen als Wettkampf in die Veranstaltungen des Gaues eingegliedert und erstmals am 17. August in Gießen (obere Lohn) durchgeführt: in fünf Stufen werden die Langstreckenschwimmer ihre Ausdauer über 500 Meter bis zu 1500 Meter erweisen können. In gleichem Sinn soll die schwimmerische Dauerleistung (Wassertreten) durch Ausbreitung des Wasserspieles in Pflege genommen werden. Zwei neue Badeanstalten im Gaugebiet, ein schönes Hallenbad in Marburg und ein Sommerbad in Laubach weden dazu beitragen, volkstümliches Schwimmen und fieifhmggtoerte in weitere Kreise zu tragen. Im Wettkampf höherer Verbände setzte sich der Gau Hessen mit 16 Siegen an die dritte Stelle im Mittelrheinkreis, und die besten Schwimmer und Schwimmerinnen vom Tv. 1846 Gießen und der Tgde. Friedberg brachten achtunggebietende Erfolge von den D. T.-Mei- sterschaften in Altona nach Hause. In den sahungsgemäßen Schwimmausschuß des Gaues Hessen wurden die Abteilungsleiter Balser, Tgde. Friedberg, als Vertreter der Vereine mit Winterbad (Gießen, Friedberg, Bad-Nauheim, Wetzlar und Marburg), und Eifert, Tv. Lauterbach, als Vertreter der Vereine ohne Winterbad gewählt: als Beisitzer werden Götz, Tv. Wetzlar, und Weeg, Tv. 1846 Gießen, als Wasserball-Obmann dem Gauwart zur Seite stehen. Um die innere Verbindung von Schwimmen und Turnen zu wahren, müssen bei den Kreisveranstaltungen die Schwimmer an den allgemeinen Freiübungen teilnehmen. Zum Schluß wies der Gauwart darauf hin, daß die Schwimmwettkämpfe der höheren Verbände in diesem kostete. Erst sm Weltkrieg, 1916, mußte mit schwerer Mühe ein solches Massakre niedergedrückt werden, und auch heute noch fliegt mancher haßerfüllte Blick aus sonst so beherrschten, schwarzen Augen der Patrouille nach, wenn sie durch die Gassen marschiert. Und auch das Militär ist auf alles gerichtet. Bei jeder „Fantasia", einer der aus Klimpermusik von Trommel-Flöte-Fiedel-Tamburin, aus Reiterei und Flintengeknatter zusammengesetzten Volksbelustigungen, die nur selten noch wirklich ritterliche Reiterspiele und Reiterkünste zeigen, hält Polizei und Militär scharf die Augen offen und die Hand am Revolver. Aber glänzend schön ist es, das bunte Gewühl einer Fantasia in einem der kleinen Steppen- oder Wüstenortei Wenn die weißen Burnusse, die roten ober blauen Mäntel flattern, schöne Pferde tänzeln, die Turbantücher sich im Winde blähen, die grüne Fahne weht und im gelblichen Sandstaub eine aufgeregte Menge durch die Gassen hinaus ins Freie strebt, schön in der wunderbar klaren Glut der afrikanischen Sonne. Der fremdartige Zauber des Orients liegt über ihr trotz der Einstreuung europäischen Kitsches in ihrer Umgebung. bahre für den Gau Hessen örtlich besonders günstig liegen (der Kreis geht nach Hanau, die D. T. nach Darmstadt), und daß ein Kreislehrgang in Marburg stattfindet: ebenso lenkte er die Aufmerksamkeit auf das Wasserwanbern (Kanufahren), das in der D. T. an Ausbreitung gewinnt. Die Deutschland-Rundfahrt. Buse gewinnt die 6. Etappe durch Protest vor Stübecke. Am Donnerstag wurde die 6. Etappe der Deutsch- land-Rundfahrt von München nach Stuttgart ausgefahren. Es starteten 61 Fahrer, von denen 50 Augsburg erreichten. Auf der weiteren Strecke, die über Neu-Ulm und Geislingen führte, setzte zeitweise starker Regen ein, der eine Reihe Ausfälle verursachte Za Göppingen fiel die Vorentscheidung, als Thierbach-Dresden mit dem Westdeutschen Stü- decke und dem Berliner Buse weit vor das Feld in Führung ging. Die kleine Spitzengruppe der genannten Fahrer gab den Zuschauern am Ziel ein unwürdiges Schauspiel, da sie sich gegenseitig bedrängten und behinderten. Thierbach passierte als Erster das Ziel vor Buse, jedoch wurde gegen diese Placierung Protest eingelegt. Das Renngericht hat sich mit dem Protest bereits befaßt und Buse den Etappensieg vor Stübecke und Thierbach zugesproDeutsche Fußballmeisterschaft 1930. Zur Vorrunde am 18. Mai Der kommende Sonntag bringt im deutschen Fußball die Spiele der Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft und damit den Höhepunkt der bald beendeten Spielsaison 1929/30. Sechzehn Mannschaften aus sieben Landesverbänden stehen sich an acht verschiedenen Orten zu den ersten Spielen der viel befehdeten k. c>.-Runde gegenüber. Die Vorrunde bringt folgende Paarungen: Frankfurter Stadion: Eintracht Frankfurt — V. f. L. Benrath (Schiedsrichter: Peters, Hamburg). — Nürnberger Stadion: S p i e l v e r - einigung Fürth — Tennisborufsia Berlin (Manger, Düsseldorf). — Breslauer Stadion: Sportfr. Breslau — 1. F. C. Nürnberg (Salomon, Berlin). — Berlin, Poststadion: Hertha- DSC. Berlin — Beuthen 09 (Fritz, Oggersheim). — Bochum, T. u. S.-Stadion: Schalke 04 — Arminia Hannover (Weingärtner, Offenbach). — Halle, Wackerstadion: Dresdner SC. — V. f. B. Königsberg (Gerlach, Breslau). — Hamburg, Eimsbüttel: Holstein Kiel — V. f.B. Leipzig (Zander, Berlin). — Stettin, Preußenploh: Titania Stettin — Köln-Sülz 07 (Ruhland, Dresden). Die Aussichten für den Kampf der Vorrunde sind nicht sehr leicht zu beurteilen. Es wird überall schwere Kämpfe geben, und auch der als schwächster bezeichnete Gegner wird sich bis zum letzten Augenblick seiner Haut wehren und vielleicht sogar eine .Ueberraschung bringen. Rach der sogenannten Papierform ist damit zu rechnen, daß Süddeutschlands drei Vertreter die Vorrunde überdauern, Westdeutschland dürfte seinen Meister und auch den Dritten in die Zwischenrunde bringen, der Berliner Meister und die Meister von Mitteldeutschland und Norddeutschland werden das Achterfeld für die zweite Runde vervollständigen. Ausscheiden dürsten nach dieser Voraussage also: V. f. L. Benrath, Tennisborussia Merlin, Sportfreunde Breslau, Beuthen 09, Arminia Hannover, D. f. B. Königsberg, Titania Stettin und V. f. B. Leipzig. Fußball-Länderkampf Oesterreich-England 0:0. Dor 65 000 Zuschauern wurde am Mittwoch auf der Hohen Warte in Wien der mit großer Spannung erwartete Fußball-Länderkampf zwischen Oesterreich und England ausgetragen. Die englische Ländermannschaft, die am Samstag in Berlin gegen Deutschland mit einem 3:3 zufrieden sein muhte, konnte auch diesmal zu keinem Siege kommen und mußte sich mit einem Remis begnügen. Im Gesamteindruck entsprach der Kampf nicht den auf ihn gesetzten Erwartungen. In der ersten Halbzeit hatten die Oesterreicher mehr vom Spiele und waren weit mehr im Angriff, als die Briten. Bei der ausgezeichneten Abwehr der Engländer blieb ihnen allerdings ein Torerfolg versagt. Rach der Pause strengte sich England gewaltig an und vermochte das Spiel auch überlegen zu gestalten. Dabei spielten die Briten manchmal recht hart, wogegen die körperlich unterlegenen Oesterreicher machtlos waren. Aber auch England kam nicht dazu, einen Torerfolg zu erzielen und mußte sich mit einem unentschiedenen Ergebnis zufrieden geben. Das Schluhergebnis wird dem Spielverlauf gerecht. Schiedsrichter Mutters (Holland), der bereits den Länderkampf in Berlin geleitet hatte, bot in Wien eine gute Leistung. Schwimmen im Turngau Heffen D. T. . — o — Die Schwimmabteilungen der Turnver- mne des Gaues Hessen hatten ihre Tagung am Sonntag zu Giehen mit rund 60 Teilne^nern gut beschickt Die Arbeitsfolge, die unter der Leitung des Gauschwimmwartes Franz Sauer, Tv. 1846 Giehen, stand, begann am Vormittag mit einer Vorschwimmer stunde in der Halle des Städtischen Volksbades. Rach einem gut besetzten Prüsungsschwimmen für das Turn- und Sportabzeichen wurden hauptsächlich die Pflicht- Übungen für die anstehenden Wettkämpfe im Gau ^ad Kreis in der Form eines Lehrgangs behan- . ^ben der Technik des Streckentcruchens und des Kopfweitsprungs (Startsprungs) ftan- ' ra.lf peue Wettkampfbestimmungen, daß beim Brustschwimmen die Wende nur nach einem An- 'H^gmtt beiden Händen gültig ist und daß das Rückenschwimmen ohne Stortsprung aus der Schwimmlage erfolgt mit dem Anschlag nur einer §ant> bei der Streckenwende: die verschiedenen Sprunge wurden auch turnsprachlich klar heraus- gearbettet Die Uebungsarbeit wurde durch ein Freundschaftsspiel beendet, bei dem Tv 1846 Giehen gegen Tgde. Hanau mit 9:1 Sieger blieb Der am Nachmittag sich anschliehenden Der- fammlung gab der Gauschwimmwart seinen Iah- resb^icht, in dem er das Rettungsschwimmen als die Krone des Schwimmens obenan stellte und gleichzeitig als technischer Leiter des Bezirks Oberhessen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (D. L. R. G.) mitteilte, daß im 2aufe des Lahres in diesem Bezirk 101 Grundscheine Freundlichkeit, das die armen Neulinge der Fremdenlegion (deren herrliche Tage vorspiegelnde Werbeplakate überall auf den Bahnhöfen neben den belgischen Hetzbildern der verstümmelten Kinder hängen) in Afrika erlebten, ehe sie ihrem trostlosen Schicksal verfielen. Aus der Ferne sah man die armen Kerle bann später bei schweren Erdarbeiten an militärischen Neubauten, sck)arf bewacht, mühselig in der afrifanifdjen Mittagshitze graben und Steine lösen. Die schwerste Arbeit in der Heimat wäre federleicht gewesen gegenüber dieser Fron unter schwarzen Peitschenschwingern in der brütenden Hitze ohne Ruhepause. Mit großem Geschick spielt der Franzose in Algerien Berber, Araber, Marokkaner, Senegal- und andere Neger gegeneinander aus und hält sie dadurch im Schach. Der weiße Franzose, als Offizier, herrscht bann über alle, zuweilen mit Hilfe ber Nilpferb- peitsche unb ber mehrschwänzigen Katze, bie übrigens auch als Erziehungsmittel in (Eingeborenen* schulen beliebt ist, wie ich mich biirch Augenschein überzeugte. Ganz so fern sind die Zeiten noch nicht, da ständig bie Rebellion in der Kabylie und in den Sahara-Oasen neu aufflackerte unb reichlich Opfer nehmen. Die Klasse seht sich zusammen auZ hem jahrelangen Gaumeister Tgm. Friedberg und der Mannschaft des Tv. 1846 Giehen, Tv. Wetzlar, A. Tv. „Kurhessen" Marburg, Tv. Franckenau Tv. Halgehausen. Wie schon in den früheren Jahren, wird wohl am spannendsten das Spiel Friedberg gegen Giehen werden, da bisher immer Friedberg nur mit ganz knappem Vorsprung den Meistertitel' gegen Gießen errang. Aber auch die anderen Mannschaften sind nicht zu unterschätzende Gegner, denen leider nur die nötige Spieleerfahrung mit Mannschaften der Kreis- D. T.-Klasse fehlt, um Friedberg und Giehen besiegen zu können. Letztere Mannschaften haben doch durch ihr wiederholtes Zusammentreffen mit den Besten der D. T. einen Vorsprung in ihrer Spielstärke, den sie auch in diesen wieder zeigen dürfte. Mit der Vorrunde in Marburg jst die Meisterschaft noch nicht entschieden, fonbenf^iefe fällt erst am darauffolgenden Sonntag in Friedberg. Daß gerade die Rückwende den Tabellenstand noch stark umwerfen kann, zeigte sich im vergangenen Iahre, wo in der Vorrunde Giehen erste war, aber dann in der Rückwende hinter Friedberg auf den zweiten Platz kam. Am Tage der Rückwende wird bann auch die Meisterschaft der Turnerinnen und Altersturner im Faustball entschieden werden. Handball im Männeriurnverein (O.T). Am nächsten Sonntag fährt die e r ft e Mannschaft des Gießener Männerturnvereins nach Friedberg, um eine Rückspielverpflichtung gegen bie gleiche ber Friebberger Turngemeinbe einzulösen. Das Vorspiel in Gießen enbete mit einem knappen 3:1-Siege ber Männerturner, boch hatte bas bamalige Spiel so sehr unter der Ungunst ber Witterung zu leiben, baß ein regelrechtes Spiel nicht aufkam. Da sowohl bie Friebberger, als auch bie Mtv.er in ben letzten Wochen gegen spielstarke auswärtige Mannschaften gute Resultate erzielt haben, bars man gespannt sein, wer bas Spiel für sich ent- fdjeibet. Die zweite Mannschaft des Mtv. ist nach Heuchelheim verpflichtet um gegen die erste des dortigen Turnvereins ebenfalls ein noch rückständiges Handball-Freundschaftsspiel auszutragen. Während bie Einheimischen auf eigenem Platze bas Vorspiel mit 5:3 für sich entscheiden konnten, werben sie sich in diesem Spiel vor ber stark aufroärts- ftrebenben Heuchelheimer Mannschaft, wenn auch nur mit knappem Resultat, beugen müssen. Südwestdeutscher Turn-Verband des A. O. T. Handball. Kommenden Sonntag gelangt auf dem Uni* versitätssportplah zu Gießen die diesjährige Handballmeisterschaft des Südwestdeutschen Turnverbandes zum Austrag. Als Meister sind in den Verbandsspielen 1929/30 ermittelt worden vom: Main-Rod-Gau Tv. 1886 e. V. Trebur, Wetterau-Gau: Tg. Rieder-Florstadt. Lahn-Dünsberg-Gau: Tv. Garbenteich. Die Spielstärke der einzelnen Vereine ist ungefähr als gleichstark zu bezeichnen, trotzdem man geneigt sein könnte, dem Main-Rod-Gau^Meister Trebur etwas mehr Aussicht auf Erringung der Meisterwürde zu geben. Die Spiele beginnen bereits vormittags mit der Begegnung des Wet- terau-Meisters Rieder-Florstadt und des Lahn- Dünsberg-Meisters Garbenteich, während Trebur, welches das Freilos gewann, anschließend an das Spiel Garbenteich—Rieder-Florstadt ein Gesellschaftsspiel gegen Tv. Londorf austrägt, dessen Ausgang ohne Einfluß auf die Meisterschaft ist. Nachmittags werden sich dann der Sieger aus dem Spiel Rieder-Florstadt—Garbenteich und Tv. Trebur im Entscheidungsspiel gegenüberstehen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 kombiniert — Vatl.-Mannschaft 1/15 3:2 (1:0). In einem Mittwochabenbspiel standen sich diese Vertretungen^ auf dem 1900-Sportplatz gegenüber. Ein flottes \spiei mit allerdings nur mäßigen Leistungen kam zustande. Bei 1900 gaben bie vier mit» wirkenden Ligaspieler ber Mannschaft den nötigen Rückhalt, während bas Militär seine Stützen im Torwart Döckler unb bem Sturmführer Bötti - ger hatte. Bei ber Reichswehr vermißte man ben Mittelläufer Henrichs allzusehr, besten stetes eif». rlges Wirken ben 1900-Angriffen vielleicht eher Einhalt geboten hätte. So waren bie Blauweißen stets etwas mehr im Vorteil, konnten dies aber zahlenmäßig nicht recht zum Ausbruck bringen. Bei bem Seitenwechsel führte ber Platzverein 1:0. Nach ber Pause war jebe Partei noch zweimal erfolgreich. Spiele am 18. Mai. Die Ligamannschaft empfängt den 1. Fußballklub Langen bei Darmstadt zum Rückspiel und wirb dabei das Bestreben haben, die Vorspielniederlage (4:2) wieder wettzumachen. Langen gehört zur süddeutschen Oberliga. Seine Hauptwaffs ist der sehr wendige, exakt zuspielende Sturm', wäh« rend in der Deckung der vorzügliche Torwart Anth es hervorragt. Die Gästeelf spielt einen etwas harten, jedoch nicht unfairen Kampfstil, verbunden mit großer Schnelligkeit, Eigenschaften, die dem Spiel einen besonderen Reiz geben. Bei 1900 wird man immer noch auf die verletzten Spieler Sack unb Katz verzichten müssen, wozu sich jetzt auch noch B e st gesellt. Trotzdem hat man die entstandenen Lücken durch Brambach im Tor unb Schneider auf Rechtsaußen zufriedenstellend ausgefüllt, so daß mit einem günstigen Abschneiden der Gießener gerechnet werden kann wenn man auch naturgemäß dem Erstklassigen die größeren Gewinnchancen einräumen muß. Ligareserve-, dritte und vierte Mannschaft erhalten Besuch aus Grünberg. Den Reigen der Spiele eröffnen vormittags 1900s 4. gegen Grünbergs 3., anschließend spielt 1900s 3. gegen Grünbergs 2. und vor dem Ligaspiel treten 1900s 2. und Grünbergs 1. gegenüber. Beide Parteien werden bei komplettem Antreten recht spielstarke Mannschaften stellen. Der je- weilige Spielausgang ist vollständig offen. Der Wetzlarer Sportverein begeht am Samstag fein 25. Stiftungsfest. Aus diesem Anlaß treffen am Samstagnachmittag die beiden Al ten-Herren Mannschaften in Wetzlar c der stark aufwärts« Mchast, Mnn auch ugen wüsten. tondfabanb .r. N N A der . Td. ^«hlar 'n den Mnou ödsten n, da biz^. Spiel "nnrer H Aber den . nicht Ku Ua) die Ä. U"ler- 'M!* £ J>üa= dberg £ ^eis- '*4?^ ’p Iß die Akeifte- den « lÄ“'"« ä »»MäfS angt auf dem 11* len die dieHhrige Tüdwesk^cuWn :g. W Meister sind 6/30 ermittelt toot» r.2. Trebur, der-Florstadt, Garbenteich. im Vereine ist unge- ichnen, trotzdem man in'Aod-Gau-Mtister 1 auf Srringung der Spiele beginnen be» gegnung des Dtt- dt und des Lahn« ich, tMrenb Trr» wann, antchtiest^d Uieder-Norstadt ein Londorf ausirägt, ch auf die Meister* rden sich dann der r-Florstadt-Sarben« n Entscheidungsipiet 900 Gießen. inpH 1/15 3:2 (1:0). jiel standen sich ™le Sportplatz g-genu -'l. >gs nur mtz.g«n 2* DO gaben die vier msi* tannsihast den,not>^ L seine W 'm Sturmsübrer 'Botli fr nermibte man be« ™em M Tor und "b°ZLnstelltN ßen 3Un «.h-chneiden günstigen man -«k°7di-A°-°" astigen oie » nutz- k;erb Mann* und v^g. Den Gründe u 4. ü°rmiä 19°°8.3f to* LE vor dem ^r. bergs j' Jointr^ k°«»L ®*1 KL°SE *i‘S Ä ch-i>-""r°i d°" zusammen mafl2 Seg^A UtzZ As» Anzeigers". a. d. Slbe. 6 6 5 5 3 3 2 2 ntag wird die Hand" L ol I a r gegen die bor- Am kommenden 6onntc, ballelf Krofdorfs in und Sonntag na> ihr jugendliches Alter — zum Tell waren sie Wirkt toegten. Jean Weisel, Gleiten, Sonnen strafte 6, Telephon Nr. MM K.M&II THAS __ M »MM GRÖSSTE D E_UI SJC H_E KONZERNER EJ E ZJ GARET TEN E AB ELiJd die am Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. find zu richten an esse nur und mit und Draeto veile Spiel auf. eine von Herrn Professor Weißgerber zielbewuht gespielte Partie. Herr Reumann, — „Ra, denken (Lust. Dl.) Kastanie in der Schale. Konsultation. „Ich muh Ihnen offen sagen, — Ihr Hals gefällt mir nicht." Sie, Ihrer ist schön?" Taten für Eamctag, 17. Mai 1749: Der Entdecker der Schuhpockenimpfung Edward Senner in Berkeley geboren; 1800: der Bildhauer Emst v. Bandel, der Schöpfer des Hermonndenkmals im Teutoburger Walde, geholte. In einigen Fällen sah das Gericht einen Genuhmitteldiebstahl für erwiesen an billigte im übrigen sämtlichen Angeklagten Rücksicht auf ihre bisherige Hndestrastheit 1. e2-e4 2. Sgl -f3 3. Lfl-b5 4. Lb5-a4 5. d2-d3 6. La4-b3 7. c2-c3 8. 112 -h3 9. 0-0 10. Lb3-c2 11. Lei — e3 12. Sbl — d2 13. d3-d4 14. d4xe5 15. Sf3-H2 Ganz im Geiste 16. a2-a4 17. c3xb4 18. Tal-cl 19. Lc2-b3 20. Sd2 - c4 21. Sc4-b6! 22. Tflxdl 23. Sb6xa8 24. Lb3xe6 25 f2 — f3 26. Le3 — c5 27. Lc5xb4 28. Tci-c3 29. Sh2-fl 30. Lb4-c5 31. Lc5-f2 32. Lf2 — e3 33. SflXe3 34. Tdl—cl und die Echachredaktion des „(Siebener Problem Nr. 263. Don Rudolf L hermet, Schönebeck Schwarz. Partie Nr. 189. In der vierten Runde deS hessischen Turniers am 19. April gespielt. Indische Verteidigung. Weih: Treer, Mainz. Schwarz: Dleutgen, Mainz. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Weih: 5 Steine. Khl; Da2; Tf5, g2; Le8. Schwarz: 3 Steine. Kh6; Df7; Lg8. Partie Nr. 188. In der ersten Runde des Turniers um hessische Meisterschaft zu Offenbach a. M. 18. April 1930 gespielt. Spanische Partie. Weih: Professor Weihgerber, Giehen. Schwarz: Anthes, Offenbach a. M. Weih. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. 1. d2-d4 2. c2-c4 3. Sbl-c3 4. e2-e4 5. f2 —f3 6. Lf 1 — d3 7. d4-d5 8. Sgl-e2 9. Lcl-e3 10. 0-0 11. Ddl-d2 12. b2-b4 13. a2-a4 14. b4-b5 15. Ld3-c2 16. Se2-g3 17. Sc3-e2 18. Dd2xe2 19. De2xe3 20. Sg3 - h 1 21. Snl—f2 22. Sf2-d3 23. Lc2xd3 24. Tal -a2 25. h2-h3 26. e4xf5 27. g2-g4 28. De3xd3 29. Ta2-e2 30. Kgl -g2 31. Dd3-b3 32. Tfl-f2 33. Te2-c2 34. f3Xe4 35. Kg2 —gl 36. Kgl -h2 37. Kh2-g3 Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonstlsch. Kritik. Ein junger Maler zeigte Liebermann ein Werk von sich. „Ich will ein Kilo Hufnägel fressen," sagte er dazu, „wenn dieses Bild nicht der Riesen- erfolg der Ausstellung wird!!" Liebermann faßte in die Tasche, zog ein kleines Blechbüchschen heraus, überreichte es dem Maler und sagte: „Hier sind ein paar Reißzwecken, lieber Freund — trainieren Sie immer schon ein b i h ch e n!" (Lust. Dl.) Die Antwort steht noch auS. „Mama," fragt der Iunge aus der Stadt, als er mit feinem Fund zur Mutter gelaufen kam, „ist das ein Ei, das das Stachelschwein Aufgegeben. (Der neue hessische Meister hat diese Partie sehr gut gespielt.) Lösung des Problems Rr. 260. Don A. Mari. 1. Dg8—e6i usw. Eine richtige Lösung zum Problem Rr. 256 sandte ein: E. Riese, Gießen. 1. Sg8-f6 2. c7-e6 3. b7-b6 4. Lc8-b7 5. d7-d6 6. e6-e5 7. Lf8-e7 8. Sb8-d7 9. Sf6-b4 10 Le7-g5 11. h7-h6 12. a7-a6 13. a6-a5 14. Sd7-c5 15. Dd8-e7 16 Sh5-f4 17. Sf4xe24- 18. Lg5xe3-p 19 g7 - g5! 20. 0-0-0 21. Kc8-b8 22. Sc5xd3 23. Td8-f8 24. Lb7 - c8 25. H-f5 26. Lc8xf5 27. Lf5xd3 28 Ff8- f4 29. Dc7-f6 30. Tf4-d4 31. Th 8 - f8 32. Df6-f4 33. e5-e4 34. Df5Xe4+ 35. Td4-dl + 36. Tdl-hl + 37. De4-e5+ gelegt hat?" Hnb babei präsentierte er freubestrahlenb eine - - (Lust.Dl.) Wir versprechen, JucfrF nun sondern garantieren dafür, daß wir ausschließlich echte Orienttabake, insbesondere hochwertige, mazedonische Sorten verarbeiten. Damit ist die einfachste Erklärung für den reinen, mild-würzigen Geschmack dieser vorzüglichen 5- Pfennig - Zigarette gegeben. h * ** Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 14. Mai. Der heutige Derhand- lungstag war durch einez Strafsache größeren Umfangt ausgefüllt, bie sich gegen fünf junge Leute aus Butzbach richtete, welche vor mehr als Iahresfrist bie Einwohner von Butzbach burch ihre zunächst unaufgeklärt gebliebenen Cinbruchs- biebstähle in begreifliche Unruhe versetzten. Mit Ausnahme eines von ihnen waren bie anderen Angeklagten erheblich bei Ausführung der einzelnen Diebstähle beteiligt. So waren einige von ihnen verschiedene Male durch ein offenstehendes Fenster in die Stadtschule eingestiegen, wo sie alles, was sie vorfanden, und ihnen mitnehmens- wert erschien, mitgehen hießen. In einem anderen Fall stattete einer von ihnen nächtlicherweile mehrmals einer Fabrik Besuche ab, indem er einmal durch ein offenes Fenster einstieg, ein anderesmal mittels eines Rachschlüsscls die Türe zum Lohnbureau öffnete, wobei ihm jedesmal ein nicht bedeutender Geldbetrag in die Hände fiel. Einige von ihnen suchten auch mehrere Wirtschaften heim und stahlen dort Getränke jeglicher Art, sowie größere Mengen Rauch- und Eßwaren. Ein anderer Fall zeigte, daß die Angeklagten oftmals ganz wahllos alles Mitnahmen, was ihrer habhaft wurde. So entnahmen sie aus einem Schaukasten ein Frifeurkästchen, obwohl keiner von ihnen dafür befonderes 3nter- tige neu erstandene Elf antreten. Die Gäste werden hier wohl sicherer Sieger bleiben. Frankfurter Zuni-Rennen Der Frankfurter Rennklub hat für seine beiden Iuni-Renntage 1. und 8. Iuni nunmehr die Ausschreibungen veröffentlicht. An jedem Tage kommen sechs Rennen zum Austrag. Wie gewohnt, wird auch diesmal als Einleitung jedes Tages ein Rennen für Zweijährige gelaufen. Zwei Jagdrennen, die des ersten Tages als Herrenreiten, des Schlußtages als Jockey- Renwen, zieren weiterhin die Karte. Die Flachrennen sehen sich aus Altersgewichtsrennen und Ausgleichen über kurze und lange Distanz zusammen. Die Hauptereignisse des ersten Tages sind der „Preis von Handel und Gewerbe" (Jagdrennen) 3500 Mk., „Preis vom Erlenhof", Ausgleich über 2000 Meter, Ehrenpreis 3500 Mk. und der „Preis der Industrie" (Jagdrennen) 6000 Mk. Der zweite Tag hat auf seiner Karte den „Preis von Waldfried", Ehrenpreis und 4000 Mk., 2000 Meter und das Heinrich-von- Opel-Erinnerungsrennen, Ehrenpreis und 6000 Mark, Ausgleich 1400 Meter. Außerdem kommt noch ein Berlofungsrennen zum Austrag. Hm den 1. Juni zu einem besonderen Anziehungspunkt auch für weiteste Kreise zu machen, veranstaltet der Rennklub int Verein mit dem Frankfurter Automobilklub vor den Tribünen eine Automobil-Schönheitskonkurrenz. Hagener Sportclub 1905 nationale leicht- athletische Wettkämpfe ab. Einer Einladung folgend beschickt die Svielvereinigung 1900 die Veranstaltung mit ihrer Mittelstreckcnmannkchaft Depperling, Peters!.. Knigge und Paul. Die Entsendung des Dezirksmeisters im Kugelstoßen, E. Schäfer, läßt sich nicht er- - möglichen, da dieser an einer Fußverlcyung leidet und das Training noch nicht hat aufnehmen können. -- Die Spielvereinigungsleute bestreiten in erster Linie die 4X1500-Meter- (Staffel der 1. Klasse; daneben werden B ep p e r- ling und Peters über 800 Meter, der letztere evtl, auch über 1500 Meter im Einzelrennen gehen. Hnigge will sich noch im Weitsprung versuchen. Es werden für die Gießener in der Westfalenstadt nicht viel Lorbeeren zu ernten sein, denn der Jubilar hat es verstanden, eine ganz erstklassige Besetzung für die Veranstaltung zu erhalten. V.f.B. Leichtathletik. Rachdcm die zur 1. Rennmannschaft gehörenden M o h l, Heise und Büttner in letzter Zeit mehrmals erfolgreich bei kleineren Wettkämpfen starteten, nehmen sie am kommenden Sonntag erstmals in dieser Saison an einer größeren Veranstaltung, und zwar an den Iubiläums- wettkämpsen des Sportklubs Hagen 1905, teil. Die Besetzung der Konkurrenzen dieses bedeutenden leichtathletischen Tressens ist teilweise erstklassig; trotzdem die V. f. Der über gutes Können Dcrfügcn, werden sie Mühe haben, sich Placieren au können. RIohl nimmt am Kugelstoßen teil und wirst Diskus in der Klasse 1. Wenn er in Form ist, sollte er sich vielleicht im Kugelstoßen durchsetzen können. Heise läuft die 5000 Meter der Klasse I und stößt hier auf die stärkste Konkurrenz. Man darf gespannt fein, wie er, der letzthin recht gute Zeiten lief, sich halten wird. Büttner nimmt am 1500-Mcter-Lauf der Klaffe II teil und wird hier nicht minder starke Gegner antreffen. — Hm auch den jüngeren Leichtathleten Startmöglichkeit zu geben, fährt ein Teil der zweiten und dritten Renn- Mannschaft nach Bermbach (Oberlahn), um an den Wettkämpfen des Sportvereins 1925 teilzunehmen. Da es sich hier um meist erstmalig Startende handelt, kann über ihr Abschneiden nichts vorausgesagt werden. V. f. B. Am kommenden Sonntage pausieren sämtlich« aktive Mannschaften außer der Ligareserve. Diese folgt einer Einladung der ersten Mannschaft Steinbachs zum Gesellschaftsspiel. Die A. S). • Ma nnschast empfängt die gleiche Herborns und muß sich mehr anstrengen, als am vergangenen Sonntag, wenn sie gewinnen will. bei Begehung einzelner Diebstähle noch nicht 18 Jahre alt — mildernde Hmstände zu und verurteilte sie zu Gefängnisstrafen, die sich zwischen zehn Monaten und einem Monat bc- 1. e7-e5 2. Sb8-c6 3. a7-a6 4. Sg8-f6 5. b7-b5 6. d7-d6 7. Lf8-e7 8. 0-0 9. Sc6-a5 10. c7-c5 11. Dd8-c7 12. Sa5 — cö 13. Sf6-e8 14. d6xe5 15. Sc6-d8 des seligen Steinih gespielt. 16. b5-b4 17. c5xb4 18. Sd8-e6 19. Dc7-d7 20. Le7-f6 21. Dd7xdl 22. Lc8-b7 23. Lb7xa8 24. f7xe6 25. La8-b7 26. 1(8-17 27. Lf6-g5 28 h7-h5 29. h5-h4 30. Kg8-h7 31. Se8 —16 32. Lg5xe3 33 Sr6-h5 Schwarz gab das unhaltbare boren; 1821: Pfarrer Sebastian Kneipp, der Begründer der Worishofener Wasserkur, in Ste- phansried geboren; 1840: der Industrielle August Thyssen geboren; 1860: die Schriftstellerin Ra- talie v. Eschtruth in Hofgeismar geboren. Hub „Out Holz*, Lollar, mit 232 Kegel unb somit den Wanderpreis. Ihm folgte der seitherige Inhaber des Wanderpreises Kegelklub „G u t Holz", A 11en - Buscck mit 222 Kegel. Arbeiter-Turn- und Sportbund. In der ersten Bezirksklasse kommt am nächsten Sonntag nur das Spiel Saubringen I gegen Oppenrod I in Saubringen zum Austrag. Hier dürsten die Platzbesitzer Sieger bleiben. In der zweiten Dezirksklasse hatGrünbergs Erste die Erste 03 i r f la r s zu Gast und dürste auf eigenem Platze wohl knapper Sieger bleiben. Wetzlars Zweite muß nach D e i l ft e i n und wird wohl mit einer Riederlage heimkehren. Hachborn hat die zweite Mannschaft Gießens zum Gegner. Auch hier dürfte es den Gästen schwer fallen, einen Sieg mit nach Haufe zu nehmen. Londorf I ist in Treis zu Gast und wird wohl' Sieg und Punkte dem Platzbesitzer überlassen müssen. Annerod hat Fronhausen zu Gast. Zwei gleichwertige Mannschasten werden hier ihre Kräfte messen, der Ausgang ist deshalb offen zu lassen. In der Jugendklasse ist die zweite Jugend Wiesecks in Wayenb orn zu Gast, während die Jugend Rödgens in Staufenberg anzutreten hat. In beiden Spielen dürften die Platzvefiher ein kleines Plus besitzen. Handball. Kommenden SamStagnachmittag findet in Heuchelheim ein Handballspiel zweier De- zirksmannschaften A und B statt. Sie Mannschaften sind aus Spielern von vier Vereinen zusammengestellt. ziveite Jugend auf eigenem Platz die erste vom Sportverein Sinn zum Gegner hat, empfängt die dritte Jugend die erste Büblingshausens. — Die erste Schülerelf fährt zum D.f.R. Butzbach. Fußball in Steinbach. Kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft Steinbachs die Ligareserve des Vereins für Bewegungsspiele Gießen, um mit ihr ein Propagandasplel auszutragen. Sie Einheimischen werden sich wohl etwas zuviel zugemutet haben, wenn sie sich eine derartig gute Mannschaft verschrieben haben, die ihr m Ballbehandlung wie auch im ötellungsspiel viel voraus sein wird. Ser Gegner hat besonders in der letzten Ver- bandsrunde gezeigt, daß er eine ganz erstklassige Mannschaft besitzt, was durch die Spitzenstellung in der Tabelle zum Ausdruck kam. Für Steinbach gilt es nur, die Riederlage nicht zu hoch werden zu lassen. Handball in Heuchelheim. Am kommenden Sonntag hat Heuchelheims Erste aus eigenem Platz die Zweite des Männerturnvereins Gießen zum Gegner. Ser Spielaus- gang ist offen. Kegelsport. Am vergangenen Sonntag fand in Wieseck das 4. Wandcrpreiskegeln des Keglerbundes Lahn- Buseckertal statt. An dem Kegeln beteiligten sich 13 Vereine mit je fünf Keglern. Geworfen wurden von jedem 10 Kugeln. Die Höchstzahl erreichte Kegel- Don den anderen Iugendmannschasten betätigt sich nur noch die erste Schülerelf. die gegen die Schüler Butzbachs ein Gesellschaftsspiel auÄträgL Sas Treffen findet auf dem Platz des D. f. R. Butzbach statt und dürfte normalerweise die Gießener als Sieger sehen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Im Rahmen seines großangelegten 25. Jubi- läumSfestes hält am kommenden Sonntag der Die^ erste Iugendelf fährt über Samstag ch Alsfeld und Hopfgarten, um dort fällige Rückspiele arrszutrsgen. Der Ausgang btefer Treffen ist ungewiß. — Während die ItrNMitaf -----" vlien» Saloniki h b d 8 8 b g a MW j - Konstanze. Roman von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister. Werdau. 13 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ein massiger Herr musterte sie interessiert. Sie nahm Platz. — Zeugnisse? — Wo sollte Konstanze Zeugnisse herhaben, sagt an? — Nun man konnte es ja auch so versuchen. — Englische und französische Korrespondenz, vielleicht auch etwas Italienisch?! — Schön! — „Sie werden meine Privatsekretärin werden!" sagte der dicke, gutgekleidete Ehef. Konstanze zitterte vor Freude. Endlich! Endlich! „Ihre Gehaltsforderung?" fragte er und kniff listig ein Äuge zusammen. Das andere Auge schien nun größer zu werden, so daß der Mick stach. Diese Frage kam, so seltsam es war, Konstanze sehr überraschend. Darüber hatte Sie gar nicht nachgedocht. Es war auch nicht das Wesentliche. Der Chef neigte fragend etwas den Kopf. Äls Konstanze immer noch nicht antwortete, kam er ihr zu Hil'O: „Sind Ihnen vierhundert Mark recht und ...“ er blinzelte mit den Augen und machte ein vielsagendes Gesicht, „und allerhand weitere Vorteile." Er räusperte sich. „Ich bin unverheiratet. Mein Privatauto steht jederzeit zu Ihrer Verfügung." Er zeigte ein aufdringliches Lachen und beobachtete die schöne Frau vor ihm. Konstanze erhob sich. Sollte sie diesen Unverschämten züchtigen? Man strafte so etwas mit Ueberlegenheit. „Ich wollte nicht als Privatsekretärin, sondern als einfache Korrespondentin engagiert sein", sagte sie schlicht und wandte sich zum Gehen. Der Chef strömte plötzlich weithin bemerkbare Korrektheit aus. Das freche Lächeln erstarb. „Wie Sie wollen ... Wir haben es nicht nötig." Konstanze war entlassen. Aehnlich ging es ihr noch ein paarmal. Sie muhte versuchen, irgendwo anders unterzukriechen. Sie besah noch eine Anzahl Schmuckstücke, aber sie nahm sich fest vor, sich von diesen nur im allerärgsten Notfälle zu trennen. Vor einigen Wochen hatte sie sich nun auf ein Inserat gemeldet, das für die Nachmittagsstunden zur Beaufsichtigung der Kinder eine jüngere Dame suchte. Sie hatte sich vorgestellt. Man hatte sie engagiert. Ein zehnjähriges Mädchen und ein elfjähriger Knabe waren ihr anvertraut. Sie beaufsichtigte die Schularbeiten, spielte oder ging mit ihnen spazieren. Die Kinder waren artig und wohlerzogen und gewannen sie bald lieb. Konstanze gewöhnte sich so an ihre Tätigkeit, dah sie zufrieden war. Die Herrschaften, der Generaldirektor einer großen Zelluloidfabrik, in den besten Jahren stehend, und seine Frau, eine kleine, etwas kugelige, heitere Rheinländerin, waren sehr nett zu ihr. Sie fühlte sich wohl in dieser Familie. Da kam sie eines Abends nach Hause und traf beim Essen mit Neuhaus zusammen. „Sie sind traurig“, sagte er und betrachtete sie voller Teilnahme. „Sagen Sie nichts, Frau Konstanze, ich sehe es Ihnen an, Sie haben etwas Trauriges erlebt." Da nickte sie und antwortete leise: „Ich habe meine Tätigkeit bei den Kindern heute aufgegeben." Er forschte ganz erschrocken in ihren Augen: „Sie waren doch zufrieden?" „Ich habe gemerkt, dah ich ihm nicht gleichgültig bin. Ich schätze seine Frau viel zu hoch, als dah ich da noch bleiben könnte." „Arme Freundin", sagte er weich und strich über ihre weihe Hand. „Es gibt noch gute Menschen", dachte Konstanze und ging in ihr Zimmer. — Die Vormittage benutzte Konstanze meistens, sich vorzustellen. Sie ging immer ohne jede Hoffnung. Stets kam sie erfolglos zurück. Einmal begegnete sie auf der Straßenbahn ihrer Schwägerin. Agathe stand nicht weit von ihr entfernt. Sie sah durch sie hindurch. O, Agathe hatte ein Recht dazu, durch sie hindurchzusehen! — Die Ehre der von Heistrih stand auf dem Spiel. Agathe trug ein auffallend kostbares und sehr elegantes Kostüm. Sie war in Begleitung eines jüngeren Herrn. Cs war nicht Werner. Diese Frau dort, die ihre Schwägerin war, tat so furchtbar ehrbar, dah es schon fast wie Schulb- bewuhtsein anmutete. Die meisten Stunden, in denen Konstanze zu Hause war, wurden für sie das Bewußtsein der Einsamkeit. Dann fiel die Traurigkeit über sie her. Das merkte der alte Neuhaus und klopfte oft an ihre Tür. Sie hörte ihm stundenlang zu. Er erzählte von den Zeiten, da er als Gutsherr über ein kleines Neich regiert hatte. Er erzählte von seiner verstorbenen Frau. Dabei nahm seine Stimme einen Ton scheuer Ehrfurcht vor dem Geist der Toten an. Konstanze sah das verfallene Greisengesicht, sah den abgetragenen Anzug und die fadenscheinige Krawatte, und eine große Traurigkeit kam über sie. „Warum müssen die besten Menschen das härteste Los haben?" fragte sie sich. Aber er war immer zuversichtlich. Eine seltsam wohltuende Ruhe ging von diesem Greis aus. Hier fand sie Trost. Kurt Helbing suchte immer öfter Gelegenheit, mit Konstanze zusammenzukommen. Sie hatte eine gewisse Sympathie für den jungen Künstler, aber sie fühlte mit sicherem weiblichen Instinkt, daß ihre Gegenwart auf diesen Mann nicht ohne tiefere Wirkung blieb. Und das war eine Warnung für sie. Deshalb schlug sie auch zuerst alle Einladungen Helbings rundweg ab. Sie mußte Ausreden finden. Sie haßte nichts so sehr, als die Lüge. Aber hier ging es um mehr. — Und dennoch konnte sie, ohne unhöflich zu erscheinen, auf die Dauer Kurt Helbing keinen Korb mehr geben. Er war überglücklich, Konstanze in die Galerien und Museen führen zu dürfen. Sie hatte einen wirklichen Genuß von diesen kunstgeweihten Stunden. Die Liebenswürdigkeit Helbings bezauberte Konstanze bald. Er brachte ihr Blumen. Die auserlesensten Rosen oder Orchideen, die es in ganz München gab. Sie schalt ihn darob. Aber er lachte nur. So kam es, dah Konstanze dieses Zusammensein mit Kurt Helbing bald als etwas ganz Selbstverständliches empfand. — Sie sah seine immer glühender werdenden Blicke. Das Blau seiner Augen schien sich zu verdunkeln, sobald er sie erblickte, und eine geheime Angst nagte in ihr. „Machen Sie mir die Freude und kommen Sie am nächsten Samstag ins „Eden". Ich gebe dort einem Kreise Bekannter ein kleines Essen", bettelte Kurt Helbing -und trank bei diesen Worten Konstanzes süße Gestalt in sich hinein. „Es wird sehr gemütlich", fuhr er schnell fort, da sie nicht gleich antwortete. „Wir werden etwas tanzen." Sie wollte soeben ablehnen. Da sah sie den Blick und das Antlitz dieses Todgeweihten und sagte zu. Er küßte ihr dankbar die Hand. Sie erschrak, als er am kommenden Samstag im Frack vor ihrer Tür stand und ihr erklärte, das Auto warte unten. „Ich habe ja gar nicht gewußt, dah so große Toilette nötig ist", rief sie erschrocken mit einem entschuldigenden Blick auf ihr einfaches Kleid. Mutlos hätte sie am liebsten jetzt noch abgesagt. „Sie sind in jedem Kleide die schönste Frau", sagte er mit einem verzehrenden Blick auf ihre ebenmäßige Gestalt. — Dieser Mund war der kleinste Frauenmund und dieses Haar das schwärzeste in dieser Stadt. „Aber was werden Ihre Freundinnen sagen?" fragte Konstanze, als sie in den eleganten Wagen stiegen. Er strich diese Worte mit einer Handbewegung aus. „Sie werden verblassen vor Ihrer Schönheit", flüsterte er und wagte nicht, Konstanze anzusehen. Er fühlte den Stoff ihres Kleides an feiner Seite. „Was tue ich denn?" fragte sich Konstanze, aT9 der lautlos dahinrollende Wagen sich dem Zentrum der Stadt näherte. „Ich sitze mit einem fremden Mann im Auto. Ich spüre dessen heißen Atem und fliehe nicht? Ist er nicht vielleicht ein Abenteurer?" Schon erstrahlte helles Licht. Gleich darauf hielt das Automobil. Konstanze fühlte sich unsicher in diesem Kreise eleganter Menschen. Sah man ihr nicht an, daß sie hier eine Fremde war? — Aber alle waren von einer bezaubernden Liebenswürdigkeit zu ihr. Die Freunde und Freundinnen Kurt Helbings waren moderne Menschen unserer Zeit. Man respektierte die neue Freundin des Gastgebers. Die Damen musterten Konstanze mit neidvollen Micken. Die Herren beglückwünschten Helbing zu seiner neuen Bekanntschaft. Die letzte Freundin Kurts, eine prächtige Blondine, nahm ihn beiseite. _ „Wer ist diese Frau?" „Sie heißt Konstanze Emmerstorff". antwortete Kurt mit abweisendem Blick. „Diese Frau ist deine Geliebte?" „Nein!" „Du lügst!" „Nein!" „Sie ist verheiratet?" „Bin ich dir Rechenschaft schuldig?" fragte Kurt Helbing mit zuckendem Munde. Seine Stimme klang drohend. „Du wirst sie besitzen?" „Nein!" Die Blondine lachte spöttisch auf. „Du wirst sie nicht besitzen?" „Ich liebe diese Frau." Ein haßerfüllter Blick traf ihn. „Leb wohl!" „Wo willst du hin?" „Ich will telephonieren. Dr. Boddanskh soll den Wagen schicken. Ich bin hier überflüssig." Kurt zuckte die Achseln und suchte Konstanze, die dort, umgeben von einem Kreise seiner Freunde, gleich am Eingänge stand. Die blonde Freundin Helbings ging jetzt an Konstanze vorbei. Eine Wolke von Wohlgerüchen schwamm hinter ihr her. Sie verließ den Raum. Keiner beachtete es. Zwei Säle in dem großzügigen Hotel waren festlich mit Palmen und Grün geschmückt. Eine verschwenderische Beleuchtung erhellte die Räume. Man tafelte lange und reichlich. Auserlesene Kostbarkeiten bot das Gedeck. Einige leichte Voi> speisen reizten den Gaumen. Derbe Genüsse folg,*, ten. Man trank schwere Weine, Palus-Bordeaux, Sekt und zum Schluß diverse Liköre. (Fortsetzung folgt.) Preis: 70 Pfg. In den ersten 10 Jahren sollte jede Mutter ihr Kind ausschließlich mit der reinen, milden NIVEA KINDERSEIFE waschen und baden. Dem Kind wird dadurch später manche Sorge um die Erhaltungseinesguten Teints erspart bleiben. Nivea- Kinderseife ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der Kinder hergestellL 2 ___________________wzyx» leicht in die Haut ein, und erst die eingedrungene Creme kann ihre wohltuende Wirkung voll zur Geltung bringen. / Aho Nivea - Creme auch bei bedecktem Himmel! In Dosen: RM o.20, o.30, o.GO und 1.20 In Tuben aus reinem Zinn: RM. o.60 u. 1.— Freilicht, Freiluft und Sonne! 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Weniger ins Ger Mr von Rohsto Waren (-20,8 l Mitteln und Ecträr den Rohstvssen zeig, Koks, sowie nid)i i ltere, Kalisalze eine monat Die Abnch chitteln betrifft i l'che Oele und gelt . Bon den wichligs lieferungen in Ä» waren mit 10,2, A un*) Eisenbahnwag Still« nUr r>ch Wilhelm wird die von der Aegen betrieben, ftiUgclegt. Der B rc,t5 gekündigt öl . Frankfurt 0 freundlicher. _ freun'bl gewesen °’9« der nicht ü r Ä ^nbptä -Mix, —_ v, bon 19277WW}J®w ®fuW Sri*. • bon isezs NKAeih, gli , sÄlo,-,Stt 1 Ufa, »T ÄSs,*** f*r, »W(l( eliebte?- 'pure dell?, fr* 041 ®w* •W«?a 6*ni&J?c toaten ÄS01 &-Sä ^T°L »ttisch auf, knT‘ caf ihn. ^-2°dbanch soliden « ubersWig? und luchte Constanze. 1 Kreise seiner frcun« no. lbings ging jetzt an le Don Äohlgeruchen e verlieh den Saum. MMN Hotel waren l>rün qMmüdt. 6ine in® erhellte dir Mu- > reichlich. Auserlesene ick. Einige leichte Tor« \ Derbe Genüsse folg«, eine, Palus-Dordeauk, cse Lilöre. i folgt.) d dazu IE ihen, -auch bräunen den ter Sonnen- reiben I Sie i enbrandes. vea-Creme te Pflanzzelt für ein oienbeet *1« "«!»•« 10 Stück ■■■M ^üOi.,totV* •<* "Iln ges Sortiment i—* «ii äußer öcbtUDÖeQ jen. ihaus ichHahn .Teleph«”3413 SS m. N4 Of'!e$ -'att Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften) Zreäag, 16. iiüf. 1950 Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im April. Auch im April schlicht der deutsche Außenhandel mit einem Ausfuhrüberschuß ab, der in diesem Monat 88,5 Mill. Mk. beträgt. Die Einfuhr ist mit 888,2 Mill. Mk. auSgewiesen, also fast genau mit dem gleichen Betrag wie im Bormonat (883,6 Mill. Mk.). Größere Korrekturen an den Zahlen infolge des Abrechnungsverkehrs find im April nicht erforderlich, da der Umfang der kleinen Biertel- jahrsabrechnungen ungefähr der monatliche^ Einfuhr aus Diederlagen o. a. M. entspricht. Die Ausfuhr hat die Höhe des Bormonats nicht erreicht! ihr Ausweis mit 976,7 Mill. Mk. bleibt um 127,3 Mill. Mk. hinter der Ausfuhr im März zurück. F)cr Anteil der Reparations-Sachlieferungen an der Ausfuhr im April beträgt 50,8 Millionen Mark (Dormonat 61,2 Mill. Mark). Bedeutende Veränderungen in der Zusämmen- sehung der Einfuhr find gegenüber dem Vormonat nicht zu verzeichnen. Die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken weist eine Zunahme von 28 Mill. Mk. auf, die Einfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren ist um 13,6 Mill. Mk., die Fertigwareneinfuhr um 9 Mill. Mark zurückgegangen. An der Zunahme der Einfuhr von Lebens« mittel n sind vorwiegend Weizen (+ 12,9 Mill Mark) und Eier (+7,5 Millionen Mark) beteiligt; der um 9,9 Mill Mark höhere Ausweis der Einfuhr von Gerste ist fast ausschließlich auf die das erste Vierteljahr betreffenden Zollobrechnungen für Futtergerste (8,7 Mill Mark) zurückzuführen. Unter den Rohstoffen hat abgenommen namentlich tue Einfuhr von Oelfruchten und Oelsaaten (—14,6 Mill Mark), zugenommen die Einfuhr von Mine« ralölen (+ 19,2 Mill Mark, wovon 9 Mill Mark auf den Abrechnungsverkehr entfallen). Der Rückgang der Ausfuhr entfällt überwiegend auf die Fertigwaren ausfuhr, die um 99 Mill. Mark hinter der Ausfuhr im Vormonat zurückgeblieben ist. An der Abnahme find die meisten Industriegruppen beteiligt, es beträgt der Rückgang der Ausfuhr von Texilfertigwaren 23,7 Mill. Mark (darunter Gewebe aus Baumwolle — 7,5, aus Wolle und anderen Tierhaaren — 5,9, Kleidung und Wasche — 3,8 Mill. Mark), von Walzwerkserzeug- nisten und sonstigen Eisenwaren 18,4 Mill. Mark, von Maschinen (ohne elektrische Maschinen) 15,9 Mill. Mark. Zugenommen hat dagegen die Ausfuhr von schwefelsaurem Kali und Chlorkalzium (+6,2 Mill. Mark). Weniger ins Gewicht fällt die Abnahme der Aus- fuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren (—20,8 Mill. Mark), sowie von Lebensmitteln und Getränken (—9,6 Mill. Mark). Unter ben Rohstoffen zeigen insbesondere Steinkohlen und Koks, sowie nicht ölhaltige Sämereien eine geringere, Kalisalze eine höhere Ausfuhr als im Bor- monat Die Abnahme der Ausfuhr von Lebensmitteln betrifft vornehmlich Hafer sowie pflanz- liche Dole und Fette Von den wichtigsten Reparations . Sach- Neuerungen im April gehören zu der Gruppe Rohstoffe und halbfertige Waren: Steinkohlen mit 7,6 Mill Mark, zu der Gruppe Fertigwaren: Eisen- waren mit 10,2, Maschinen (ohne elektrische) mit 9,4 und Eisenbahnwagen mit 6,4 Mill. Mark. Stillegung der Erzgrube „Fried- r i ch W i l h e l m". Wegen Absatzschwierigkeiten wird die von der Firma Friedrich Krupp im Kreise Siegen betriebene Erzgrube „Friedrich Wilhelm" stillgelegt. Der Belegschaft von 300 Mann ist bereits gekündigt worden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. TI., 16. Mai. Tendenz: etwas freundlicher. — Die «Stimmung an der Börse war cV?as freundlicher, ohne daß Anregungen vorhanden gewesen wären. Die Kulisse blieb infolge der nicht vorgenommenen Diskontsenkung ein« zclner Auslandplätze zurückhaltend. Ebenfalls enttäuschte der flaue Schluß der gestrigen Reunorker Börse. Doch trafen zu Beginn des offiziellen Mark- tes einige Aufträge ein, und die Kulisse nahm, veranlaßt hierdurch, einige Deckungen vor, so daß bei zuversichtlicher Tendenz das Geschäft in Spezial- aktien etwas lebhaftere Formen an« nehmen konnte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren überwiegend kleineKurs erhol ungen zu verzeichnen. Nachdem aber die Abschlüsse getätigt waren, wurde das Geschäft wieder erheblich stiller. An der gemeldeten Tendenz änderte sich jedoch nichts. Etwas in den Vordergrund traten am Elektromarkt Siemens mit plus 2 o. Sy, auf die griechische Fernsprechkonzession. Schuckert gewannen 1,5 o. f)., AEG. und Licht und Kraft lagen dagegen leicht abgeschwächt. Am Chemiemarkt bestand für Holzverkohlung und Scheidcanstalt weiter Interesse, mit je plus 1 v. H. Farben eröffneten nur wenig gebessert. Den Montanen wandte sich von Rheinlandseite weitere Nachfrage zu, bei Erholungen bis zu 1 w H. Von Bauunternehmungen waren "Dycker- hoff stärker gedrückt und 1,5 o. H. schwächer. Auch Kunstseideaktien wurden etwas schwächer taxiert. Schiffahrtswerte behauptet. '21.-61 für Verkehrswesen lagen 1 v. H. schwächer Banken nicht einheitlich, die Veränderungen blieben jedoch klein. Am Rentenmarkr konnten deutsche Anleihen bei etwas lebhafterer Nachfrage bis 0,5 v. H. anziehen. Im Verlaufe wurde die Stimmung bei allgemein kleinem Geschäft freundlich. Nur Spezialaktien standen weiter im Vordergrund. Besonders Rheinstahl fanden Beachtung, da der Dividendevorschlag von 7,5 nach 6 v. H. im Vorjahre nnregte. Die übrigen Montanwerte waren daraufhin etwas lebhafter gesucht. Im allgemeinen ergaben sich gegen Anfang Kurserhöhungen bis zu 1 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt war die Mark etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1910, gegen Pfund 20,37, London gegen Kabel 4,86025, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 39,75, gegen Schweiz 25,1350, gegen Holland 12,0860. Berliner Börse. Berlin, 16. Mai. 3m Gegensatz zu den schwächeren Auslandmeldungen eröffnete der heutige Berliner Effektenverkehr in recht freundlicher Haltung. Man hält die Diskontent- scheidung der Reichsbank weiter für wahrscheinlich. 3m Mittelpunkt des 3nteresses stand auch heute der Markt der Brauereiaktien; obwohl eine.Vollfusion Echultheis-Ostwerke und alle damit zusammenhängenden Kombinationen von gestern dementiert wurden, hatten die Spritwerte recht lebhaftes Geschäft. Schultheis zogen dabei erheblich im Kurse an (plus 4,5 v. H.), während Ostwerke, angeblich auf Tauschopcra- tionen, 1 v. H. schwächer eröffneten. Auch für Schiffahrtsaktien und 3.-G.°Farben bestand einiges 3nteresse. Chemische Heyden setzten ihre Aufwärtsbewegung auf 59,25 v. H. fort, Ham- mersen zogen um 2, Berger um 1,75 v. Sy usw. an. 3m allgemeinen bewegte sich das Geschäft in engen Grenzen, und der Ordereingang bei den Banken war auch weiterhin sehr gering. Etwas mehr Beachtung fand heute der heimische Rentenmarkt, an dem besonders Deubesitzanleihe 0,25 v. H. höher eröffneten. Die ausländischen Renten lagen dagegen fast geschäftslos, nur 4,5- v. H.-Mexikaner notierten 0,5 v. H. höher. Der Pfandbriefmarkt verkehrte ruhig, die Tendenz war aber freundlich. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Von dem Medio war diesmal überhaupt nichts zu bemerken. Tagesgeld 2,5 bis 5 v. H.; Monatsgeld 5 bis 6 D. Sy, Warenwechsel etwa 4,40 v. H. Auch im Verlause war die Stimmung trotz des kleinen Geschäftes ziemlich freundlich, es waren aber immer nur Spezial- werte, die durch Kurs Veränderungen ausfielen. Siemens und Schuckert zeichneten sich durch kleine Gewinne aus, Rheinstahl zogen um etwa 1,5 v. H. an. da der Dividendenvorschlag von 7,5 nach 6 v. Sy im Vorjahre angenehm überraschte. Sprit- werte konnten im Verlause ihren Höchstkurs nicht voll behaupten. Schutzgebiete zogen aus etwa 4,40 v. Sy an. Berliner Produktenmarkt. Verlin, 15. Mai. An der heutigen Produktenbörse konzentrierte sich das 3ntcresse auf den Roggenmarkt. 3m handelsrechtlichen Licfe- rungsgeschäft ergaben sich bei lebhafteren Umsätzen auf Grund von Interventionen Preissteigerungen um 1 bis 1,50 Mark. Das Angebot zur prompten Waggonverladung trat weniger stark in Erscheinung und man erwartet, daß das herauskommende Material bei Stüyungskäusen zu ettoa_ gestrigen Preisen Unterkunft findet. Die Verkäufe von eosiniertem Roggen auf wesentlich ermäßigtem Preisniveau werden anscheinend sort- gesetzk Das Geschäft in 3nlandweizen gestaltet sich immer schwieriger, da die Dinnenmühlen das herauskommende Angebot zu etwa denselben Preisen. die hier zu erzielen smd. ausnehmen. Weizen neuer Ernte wird nur vereinzelt umgeseyt, da Forderungen und Gebote nur schwer in Einklang zu bringen sind Weizen- und Roggcnmehl bei gehaltenen Preisen kleines Geschäft- 3n Hafer übersteigt das Angebot weiterhin die Rach- fragc nur für gute Qualitäten; an der Küste ist das Preisniveau gehalten. Das Gerstengeschäft stagniert. Cs notierten (1000 Kilo): Weizen, mär- kifcher 282 bis 284 (rufoig), Mai 294 (Brief), 3uli 297,50 bis 298, September 267,50; Roggen, märkischer 162 bis 170 (fester), Mai 176 bis 177. Juli 188. September 183 bis 183,50 (Geld); Braugerste 190 bis 202 (ruhig), Futter- und Induftriegerste 172 bis 185 (ruhig), Hafer, märkischer 151 bis 160 (ruhig), Juli 169,50, September 170. '(100 Kilo): Weizenmehl 31,25 bis 39,75 (ruhig); Roggenmehl 23 bis 25,75 (ruhig); Weizenlleie 9 bis 9,50 (ruhig); Roggenkleie 9,25 bis 10 (ruhig); Viktoriaerbsen 24,50 bis 30; kleine Speiseerbsen 21 bis 24; Zuttcrerbsen 18 bis 19; Peluschken 17 bis 18; Ackerbohncn 15,50 bis 17; Wicken 19 bis 22,50; Lupinen, blaue 15 bis 16; Lupinen, gelbe 20 bis 22,50; Rapskuchen 12,75 bis 13,75; Leinkuchen 18 bis 18,50; Trocken- fchnihel 8,20 bis 8,70; Sojaschrot 13,80 bis 14,60, Kartofselslocken 14.80 bis 15,50; Speise- kartosfeln, weiße 1,20 bis 1,40; rote 1,30 bis 1,60, gclbllei|d)ige 2,30 bis 2,60 Marl. Allgemeine Tendenz: uneinheitlich. Kunst und Wissenschaft. Maria Lrsra Die Schauspielerin Maria D r s f n ist, wie aus Wien gemeldet wird, dort gestern Nacht im Allgemeinen Krankenhaus an den Folgen einer Beronal- oergiftung g e ft o r b e n. Sie ist nur 34 Jahre alt geworden, aber wenn man sich der traurigen Berichte über ihre letzte Lebenszeit und ihr hoffnungsloses Leiden entsinnt, wird man wissen, daß hier der Tod eine Erlösung bedeutete. Am 15. März 1896 in Nikolajew geboren, zeigte die Orska früh eine ausgesprochene Begabung und Neigung für die Bühnenlaufbahn. Kein Geringerer als Josef Kainz in Wien riet ihr, zum Theater zu gehen. Sie begann in Prag, kam dann nach Hamburg, hatte aber zunächst — wie mancher andere ihrer großen Kollegen und Stolleginnen — keinerlei Erfolg. Erst in Berlin, wo sie bei Meinhard und Bemauer ein Engagement sand, wurde sie entdeckt und als Star des Kleinen Theaters bald berühmt. Die Orska ist etwa der Gegentyp zur Bergner und sie hat es — schon ihrer keineswegs wohllautenden Stimme wegen — nicht leicht gehabt, ihre prominente Stellung zu ertämp- fcii und zu behaupten. Ihr eigentliches Feld waren die exzentrischen, nervösen Frauenrollen Wedekinds, Strindbergs und Oscar Wildes; sie ist wohl die bedeutendste „Sulu" der deutschen Bühne gewesen; Ausgezeichnetes leistete sie ferner als „Große Katharina" (Shaw), als „Cyprienne" (Sardou), als „Salome" (Wilde), als „Klara Hühnerwadel" und in den Stücken von Verneuil, der beispielsweise seine „Cousine aus Warschau" geradezu für sie geschrie- ben hat. — Die Orska war zweimal verheiratet, zuletzt mit Herrn Dr. o. Bleichröder; die Scheidung dieser zweiten Che (1924), bei der eine wertvolle Perlenkette eine beträchtliche Rolle spielte, hat seinerzeit großes Aufsehen erregt. Die Schauspielerin hatte sich seit etlichen Jahren dem Genuß von Rauschgiften ergeben, was mehrfach zu den unerquicklichsten Affären Anlaß gab und allmählich ihre ohnehin zarte Gesundheit und ihre künstlerische Existenz untergrub; im März 1929 bat sie in Berlin zum letztenmal gespielt. Dann verschlimmerte sich ihr Zustand schnell; die späteren Vorgänge in Köln, Würzburg und Wien dürften noch erinnerlich fein. Tun ist das längst erwartete Ende gekommen. Wer die Orska einmal auf der Bühne erlebt hat, wird wissen, daß die deutsche Schauspielerei mit ihrem Tode einen schweren Verlust erleidet. Bücheriisch. — Der Knaur-Verlag bringt neue Ausgaben zum Preise von 2,85 Mk. pro Band, so sämtliche Werke von Oskar Wilde, herausgegeben und eingeleitet von Arnold Zweig. Die bisher nur in Einzelausgaben erhältlichen Werke, darunter ..Epistola" und „Die Florentinifche Tragödie", sind hier mit den klassischen Prosastücken und Dühnenwerken vereinigt. Der sorgfältigen lieber» sehung entspricht die übersichtliche Einteilung und der vorzügliche Druck. — Don Emile Zola erschienen die beiden Trilogien „Die Örel Städte" — »Lourdes". .Rom". „Paris" — und »D i e Evangelien" - .Arbeit". .Wahrheit". .Fruchtbarkeit". Diese Werke find gerade heute durch ihre Auseinandersetzung mit den geistigen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen von aktuellem Interesse und lebendigster Wirkung. — Der wirksamen Verbreitung eine# lebenden Dichters dient die Zufammenfafsung dreier Werke von Waldemar Dönsels ..Men- schenwcge", ..Eros und die Evangelien" und „Narren und Helden" erscheinen unter dem zu- sammensassenden Titel „Notizen eines Daga- bunden" in einem Bande. (Verlag Th. Knaur, Berlin W 50. (100 bis 102.) — 3m 3unihest von Westermanns Monatsheften finden sich neben dem Roman von Fred Hildcnbrandt: „Schmetterling im weißen Haar" zwei Rovellen „Blanke Kraft" von Earl Emerich Hirt und von Carry Brachvogel „Tizian und Isabella". Den Artikel: „Sport und Diode" von Ruth Götz Sollte jede Dame, die Sport treibt, lesen. Natürlich auch die Abhandlung über „Reuen Schmuck" von Kausek. Die Schilderung einer Fahrt in die Wachau wird dieser schönen Donaugegend dieses 3ahr sicher viele neue Besuche'- zuführen. — Philosophie und Leben. Herausge- geben von Prof. Dr. August Messer, Verlag Felih Meiner, Leipzig. 6. Iahrg. 1930. Vierteljährlich drei Hefte, 2 Mark, Einzelheft 0,80 Mark. — Das Mai- Heft ist als „Frankfurter Heft" gekennzeichnet, weil die Aufsatze darin von Dozenten der Frankfurter Pädagogischen Akademie versaßt sind. Pros. Dr. W. Schmied Kowarzik spricht über Großstadt und Weltanschauung, Frau Prof. Dr. Marie Anne Kuntze über Großstadtjugend der Gegenwart, Dr. Arthur Kießling über die Seele der Großstadtkinder. Auch der weitere Inhalt des Heftes ist wesentlich pädagogischen Fragen gewidmet, besonders der orage der simultanen oder konfessionellen Schul? und Lehrerbildung. — Max 3 u n g n i rf e l: Sorge 13. Novelle. Mit einem autobiographischen Nachwort. .Ncclams Universal-Bibliöthek 'Jlr. 7055. Geh 40 Pf„ geb. 80 Pf. (140.) — Diese Erzählung zeigt Iungnickel von einer neuen Seite: Der luftige Wanderbursch, dem der Himmel voller Geigen hing, ist zum ernsten Mann geworden. Die Erzählung gibt die starke Ge- ftaltung einer Kindersecle inmitten eines bewegten Geschehens. — Wie liest man den Handelsteil einer Tageszeitung? Von Ernst Kahn und Fritz Naphtali. 110. Tausend. Vollständige Neubearbeitung. Preis: Kartoniert 5 Mark. Franlsurter Societäts Druckerei G. m. b.H., Abteilung Buchverlag, Frankfurt a. M. (133) — Der bekannte Führer gibt, von Praktikern für den praktischen Gebrauch geschrieben, eine lebendige Darstellung der kompu- zierten oder kompliziert erscheinenden Vorgänge, die in den Wirtschaftstcilcn der Tagespresse behandelt werden. Das Buch ist längst zu einem beliebten Nachschlagewerk geworden. Die Neuauflage ist vollständig umgearbeitet worden. Sämtliche Kapitel sind auf Grund der bewährten Methoden den neuen Vorgängen und Entwicklungen angepaht und in den Beispielen aktualisiert worden. In dem Kapitel über die Börsen haben besonders die ausländischen, für die in Deutschland immer mehr Interesse auskommt, eine eingehende Darstellung gesunden. Eine Einführung in die Konjunkturbeobachtung und eine Darstellung des Reparationsproblems mit dem 'lioung- plan ergänzen die Einführung in die Tagesprobleme. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 17. Mai. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30 Uhr; abends 8.20 und 9 Uhr. Israelitische Religlonsgefellschafk. Sabbatfeier den 17. Mai. Freitag abend 7.30 Uhr; Samstag vormittag 8 Uhr; nachmittags 4 Uhr; Sabbatausgang 9 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr; abends 7.15 Uhr. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ' Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 36 vom 13. Mai enthält: Straßensperre. — Die Anlage von Gemcindekapitalien. — Die Bekämpfung der Tuberkulose. — Die Ausstellung von Duplikat-Arbeitsbüchern. — Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ang.'führten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.. Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. Ul. Berlin 'Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. Dl Berlin c-ailuB» fur4 1-upr- flute Schluß« furt flnfana» Aurt Schluß- tdlbr- kurs R r# eckluß- fur« Anfang» flur# trchluß- t-Uhr- q>jr- Eckluß- Anla"g» Datum 15. 5 165 15 5 16. 5 Datum 15 5 16 5 15 5 16 5 Datum 15 5 16 5 15 5 16- 5 6% Deutsche ÜiticbtinUeüK Don 1927 7% Deutsche, Reich-anleihe Don 1929 \ Deutsche SnX-Ablü!^Schuld mit Auslos.-Rechk« ibeilfll. ebne 2iu«Ü>K«3tfd)te 8% Hesi. volkkNaal von 1929 lrückzahlh. 102%) Lverhelfen Provinz - Anleihe mit Au-los.-Reckteri Deutsche Komm. Satnmekabl. Anleihe Serie I 6% Franks Hov.-Vank ®ofbfle. XJU unkündbar bü 1934 7% Franks Pvv-Bank (Bolbpfe unkündbar bis 1932 Rheinisch« Lvv^Bank Liqu. Soldvse. 6% Pr. Landespfandbriefankalt, Pfandbriefe R. 17 6% Pr LandesvfandbriesanüaU, Äomnu-Cbl. R. 16 1% Pr. Landespsandbriefanftalt, Pfandbriefe R. 10 Q.G.®. abg. VorrriegS-Obligatio- ncn. rückzahlbar 1932 4% Oesterretchtfche tSolvrenre . . 4,20% Ocsterreichifche Silberrente 4% Oeüerrrichijche einheitliche Rente 4% Ungarildie Soldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4ft% deSgl. von 1918 4% Ungarilcbt Kronenrenlr 4% Türkische ZollanIeiLe von 1911 4% Türktich, Bagdadhahn-Lnl. Serie I 4% DrfgL Serie 0 5% Rumänische vereinh. Sierra von 1903 lVi% Rumänische Verein-. Rente von 1913 .......... 4% Rumänisch, Verein-. Rate . <7 102 ->9,13 11,5 94 d5,E 57,5 100 94 86 - 101 96,5 94,5 96 27 2,4 23,75 20,75 2,4 6.6 >,55 9,8 IG,85 8.15 1 ' 2P 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 11 1IIII1 11 1 II 102,5 58,b 11.5 93,5 56,75 101 96,5 94,5 26,75 ».13 23,8 22 .,35 6.6 -.65 6,6 9,85 17 8,15 1 | **j2 | i | 1 1 i | | | | || | o> । | <*> | || । || SU S -4 vamdurg-Lmerika Palet . . 7 Pamburg-Südam. Dampfschiff 8 fcanta Dampfschiff 10 Norddeutscher L'oyd ... 8 Allgemeine Leu ticke Credit an 0. 10 Barmer Bankverein 10 Berliner HandelSgeieMckaft 12 Gommer;' und Lrioat-Bonk 11 Tarmstedter und Ranonalbank 12 Deutsche Bank und Tisconto-Nelelllchati,. . 10 Dresdner Bank ...... 10 RcichSbank 12 2.E.S.. 8 Bergmann........ 9 Elekn. LteferungSgeielllchaft 10 Licht und ftraft 10 Selten & Suilleaume 754 SeieUIckat! für GektriiLe Unternehmungen 10 Hamburger ElekrrizitülS-Derke lf| Rheinische Elektrizität ... S Lcklesiiche Elektrizität. ... 10 Schuckert & Go. ..... . 11 Siemens & £>al5le . . • . . 16 Transradio . ...... k Lahmeoer & So.......10 Buderur ....... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... b Haroener ........ 0 Hoesch Eifru. ....... LZ', Zise Bergbau ....... 10 Klücknerwerke . ..••••.< Söln-Neuessen - ...» 7 Mannesmann-Röbreu .... 7 Mansfeldet Bergbau .... 7 Lderschles Eijendcdart . . • . 6 cberschles Sokswerke .... 7 Dhönir Bergbau ... 6% Rbeiniiche Braunkohlen . . K kheinstahl..... 0 Suced Montau ...... 7,2 '16,5 1)6,5 115,75 126,5 '77,5 153 '31,5 <11,75 143 71.4 186 158 <67,5 124.5 <68 70,5 '40 • 26,5 '02 06 78 >00 228 120 116 5 116,5 126 75 153 142 5 171 !66 5 194 245 5 T 141 106,9 121 '16.13 16,4 116 >26.5 '77.5 153 231 <41,75 145 400,5 170,75 186 157,5 124,1 166,5 '45,25 165 '92.75 MM 171 — <01,65 <40,5 126,5 108,5 101 106 106 4,65 ■10,25 39,65 226 119,75 116 6 116 9 116 25 126 75 178.5 153 231 5 141 75 142 5 301 170,6 168 125,25 167,5 139 5 166,5 193.5 244.75 170,5 70 101,13 141 126 5 108.25 215 5 101,25 105 25 106 6 79 110 99 25 228 120 109,6 r!a:n . . 51,09 51,19 51,13 51,23 Iavan . . . 2,068 2,072 2.06= 2,072 flto de 9an. J.497 0.499 9,4975 1,49! 5 Vien in T - C Der A r®gem Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Otto Fabe r Fahrzeuge, Mühlstraste 22. 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In der vergangenen Nacht wurde in einem Gebäudeteil des Amtsge - r i ch t s für Zivilsachen eingebrochen. Der Ein« bruch ist auf ganz raffinierte Weise verübt worden, da die Räume mit den wichtigen Zwilakten besam ders gut geschützt waren. Den Einbrechern gelang es, nicht nur in das Erdgeschoß, sondern auch in das erste Stockwerk zu gelangen. Die dort aufgestellten K a s s e n s ch r ä n k e, die auch wichtige Akten enthielten, widerstanden aber den Sprengversu- ch e n. Die Diebe konnten nur mit einem kleineren Geldbetrag und einer Anzahl Briefmarken als Beute abziehen. Eine Spur von den Tätern fehlt. Die Kriminalpolizei ist eifrig mit der Untersuchung be- schäftigt. Preußen. Kreis Marburg. ][ Marburg, 15. Mai. Auf dem heuttgen Schweinemarkt waren 600 Ferkel undlOLäufer zugefahren. Vier bis sechs Wochen alte kosteten 35 bis 40 Mk., sechs bis acht Wochen • alte 40 bis 46 Mk., acht bis dreizehn Wochen alte 46 bis 57 Mk. und Läufer je nach Qualitäh 57 bis 75 Äik. Der Handel war anfangs flau, später belebter. Briefkasten der Kebattion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ] Schriftleitung.) <&. R., Gießen. Reichssparkommissar Staatsminister a. D. Dr. h. c. Saemisch, Berlin W 9, Potsdamerstraße 10. „Ha Vo 4 Tafe Justus Christ, Buch- u. Steindruckerei Fernsprecher 3270. Gießen Wetzsteinstr. 38 Zu erfragen in der Geschäfisstelle des Gieß. Anz. 03287 Gebr. Imheuser, am Markt _______________________3560A Bett-Vorlagen in allen Qualitäten und Preislagen Neu erschienen Ansicht von (neben vom Schitfenberg aus gesehen, nach photograph. Aufnahmen von H. Wagner sen.f, auf Kunstdruckkarton in Duplex-Autotypie in Phototon gedruckt Zu haben in den Gießener Kunsthandlungen Milchkontrolle entstehenden Kosten erseht wird. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß im Kreis- rinderzuchtverein Gießen die -Zahl der zur Milchkontrolle angemeldeten Tiere unbedingt steigen müsse, wenn er mit anderen Rotviehzüchter- vereinigungen Schritt halten wolle, welche die Wichtigkeit dieser Maßnahme im letzten Jahre zusehends erkannt hätten. Sodann wurde die 'Beschickung der D. L. G.-Ausstellung in Köln besprochen. 3m Anschluß cm die Geschäftsberichterstattung des vergangenen Jahres beschloß die Versammlung, daß in diesem Sommer ein D e r e i n s a u sf l u g nach dem Versuchsgut Selgenhof unternommen werden soll, um die dort vorhandene mustergültige Rotviehzucht zu besichtigen. Ferner wurde beschlossen, in den nächsten Jahren in den einzelnen Vereinsbezirken die in früheren Jahren durchgeführten Stall- schauen wieder zu veranstalten. Sodann erstattete der Geschäftsführer und Rechner Philipp Bericht über die Kassenverhältnisse des Vereins: die Rechnungsablage wurde geprüft und dem Rechner unter Dank Entlastung erteilt. Hierauf hielt Tierarzt Schmitz (Grünberg) einen lehrreichen Vortrag über „die Rindertuberkulose und ihre Bekämpfung". Er erwähnte besonders die verschiedenen Arten der Tuberkulose, die Entstehung dieser Krankheit ^und die wichtigsten Vorbeugungs- und Bekämpfungsmah- nahmen. Der Vorsitzende dankte dem Referenten im Ramen der Versammlung. Von dem Vortragenden wurden zahlreiche Fragen aus dem Zuhörerkreise in leicht verständlicher Weise be- wortet, und von dem aus Grünberg anwesenden Veterinärrat Dr. Fuchs wurden noch manche für den praktischen Diehhandel wertvolle Maßnahmen besprochen. Zum Schluß der Veranstaltung wies der Vorsitzende dringend auf die Beschickung der 3 u n g v i ehwe iden hin, da gerade diese im Kampf gegen die Tuberkulose ein noch zu wenig gewürdigtes Mittel seien. + Grünberg, 15. Mai. Der heutige Schweiuemarkt war mit Ferkeln sehr gut befahren. Es waren aufgetrieben: 696 Ferkel und 37 Läufer. Folgende Preise wurden notiert: Ferkel bis 6 Wochen alt 33 bis 38 Mk., 6 bis 8 Wochen alt 40 bis 48 Mk., 8 bis 13 Wochen alt 48 bis 55 Mk., Läufer 55 bis 65 Mk. Die Preise waren etwa dieselben wie auf dem Markt zehn Tage vor Ostern. Tendenz: gut; es blieb geringer lieberstand. Kreis Büdingen. # Ober-Widdersheim, 14. Mai. In dem hiesigen Hartbasaltwerk 3. Rickel ereignete sich heute ein 11 n g l ü ck s f a l l. Der Arbeiter Otto Pebler wurde bei der Arbeit durch eine vom Regen aufgeweichte^ niederstürzende Erdschicht überrascht und am Kopfe leicht, an beiden Händen erheblich verletzt, so dah er in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. h. Echzell, 15. Mai. Der Gesangverein Frohsinn hier feierte am letzten Sonntag sein 60jähriges Bestehen. Mit Rücksicht auf die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse sollte die Feier in einfachem Rahmen stattfinden. Trotz- dem nahmen außer den hiesigen weiteren zwei Riesen-Zoo-Zirkus A. Fischer - Der europäische Barnum & Bailey Heute, 20 Uhr, gigantische, feenhaft beleuchtete Sensations-Vorstellung mit vollständig neuem Programm! . _______________________________ 3699 D Oberhessen. Befreiung sfeier an den hessischen e Schulen am 1. Juli. Der hessische Minister für Kultus- und Dildungswesen hat soeben folgendes angeordnet: Mit dem 30. Juni werden die letzten Desatzungstruppen das seither besetzte Gebiet verlassen haben, so daß mit dem 1. 3uli 1930 auch unser gesamtes Hessenland frei sein wird. Dieser höchst bedeutsame Tag soll der hessischen Jugend Anlaß zu einer frohen und eindrucksvollen Feier werden. Es wird daher angeordnet, den diesjährigen Jugendtag nicht wie üblich am 24. 3uni, sondern am 1. Juli stattfinden zu lassen und ihn unter den Gesichtspunkt der Rheinlandräumung zu stellen. Landkreis Gießen. * Garbenteich, 16. Mai. Unsere Hand- und Faustballmannschaften, die in letzter Zeit wiederholt mit gutem Erfolg auch gegen größere Vereine spielten (Eintracht, Frankfurt), werden am kommenden Sonntag in Gießen um die Verbandsmeisterschaften im ADT. kämpfen. Mit Erwartung sieht man hier dem Kampf entgegen. (Siehe Anzeige.) 4 Lich, 13. Mai. Fräulein Katz, die einige Jahre an unserer Stadtschule als Lehrerin gewirkt hat, wurde mit Beginn des Schuljahres nach Gießen versetzt, da infolge des Abbaus eine der hiesigen Lehrerstellen eingegangen ist. Mit großem Bedauern steht man Frl. Katz von hier scheiden; hat sie sich doch in den Jahren ihrer hiesigen Wirksamkeit die Sympathien weiter Volkskreise und die Liebe der ihr anvertrauten Jugend in besonderm Maße erworben. — Seit einigen Wochen tritt in unserer Stadt der Keuchhusten auf. Es werden namentlich schulpflichtige und jüngere Kinder davon betroffen. Die Krankheit verläuft im allgemeinen nicht bösartig. Rieder-Bessingen, 15. Mai. Am 20. dieses Monats feiert der Gastwirt Wilhelm Lotz sein 2 5. Geschäftsjubiläum. * Grünberg, 12. Mai. Am gestrigen Sonntagnachmittog fand in Grünberg in der Wirtschaft von Hermann Don-Eiff die diesjährige Generalversammlung def Kreisrind ea:zuchtvereinsGiehenfür Vogelsberger Vieh statt, welche einen recht guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Vorsitzende, Direktor Trautmann (Grünberg), begrüßte die Erschienenen und gedachte mit warmen Worten des verstorbenen Vereinsmitglieds Karl Velten (Göbelnrod), dessen Angedenken in üblicher Weise geehrt wurde. Sodann erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht über das verflossene 3ahr. Bei dieser Gelegenheit wurden der Verlauf der Zuchtviehauktionen, der Prämiierungsmärkte, der Körungen und die im letzten Jahre durchgeführte Leistungskontrolle erwähnt. In letzterem Punkte war leider ein nennenswerter Fortschritt gegenüber dem Vorjahre nicht aufzuweisen, trotzdem von feiten des Vereins den Mitgliedern die Hälfte der bei der Das unentbehrliche Material für den Sommer, praktisch, für jede Witterung geeignet, kurz, der richtige Kleider- Q Ä A Stoff. In 100 aparten Dessins.........von d—iöxJ Mk. an Gesangvereinen noch die Rachbarvereine von Bingenheim, Bisses, Leidhecken, Reichelsheimund Bruchenbrücken an dem Jubelfeste teil und trugen zusammen vor dem Bahnhof einen Massenchor „Weihe des Gesanges" unter Leitung des Dirigenten Heinrich Groth von hier vor. Di« Festrede hielt der Vorsitzende des festgebenden Vereins, Wilhelm Grothl. Wegen des einsetzenden Regens mutzten dann die Liedervorträge der Gastvereine in einem Zelte erfolgen. Sie ernteten mit ihren guten Darbietungen vollen Beifall der Festteilnehmer, die trotz des unfreundlichen Wetters doch einen recht fröhlichen und genußreichen Tag verlebten. Von den Gründern des Vereins „Frohsinn" sind noch mehrere am Leben. Kreis Schotten. § Vom Vogelsberg, 13. Mai. Dieser Tage hat man Überall in unseren Dörfern begonnen, das Vieh wieder auf die Weide zu treiben. Mancher Landwirt ist freilich bei der kühlen Witterung damit noch zurückhaltend, obwohl die Wiesen jetzt in saftigerem Grün stehen, als sonst um diese Jahreszeit, eine freudig begrüßte Folge des verflossenen milden Winters. Den langersehnten kräftigen Regen brachten die letzten Tage, nun hofft man für das Wachstum in Feld und Garten darauf, daß sich die nötige Wärme bald einfteUen möge. § Ulrichstein, 13. Mai. Am Wege von hier nach Kölzenhain, im Langwässerer Grund, sind in den letzten Wochen umfangreiche Meliorationsarbeiten vorgenommen worden. Die zahllosen großen Steine, die auf den dortigen Wiesen Herumlagen, wurden entfernt und zu einem großen Steinwall aufgeschichtet. Das fragliche Stück Land dient seit langem .als Weideland und hat durch diese Meliorierung sehr an Wert gewonnen, zumal auch Drainageröhren gelegt wurden und damit für bessere Entwässerung gesorgt sein dürfte. Mehrere Rotten Arbeiter von hier, sowie von Feldkrücken und Kölzenhain fanden längere Zeit Beschäftigung bei diesem so notwendigen Werk. — Dieser Tage fand im Grohschen Saal eine Monatsversammlung der hiesigen Ortsgruppe des VHC. statt, die zweite feit der Wiedereinführung regelmäßiger Monatsver- fammlungen. Sie wies einen erfreulich guten Besuch auf. Dr. Bruchhäufer, der Vorsitzende des Gefamtvereins, hielt einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über eine Alpenreise, die durch eine Reihe von Lichtbildern veranschaulicht wurde. Kreis Alsfeld. I Lehrbach, 13. Mai. Zufällig fand Lehrer Loos in seinem Keller ein wohl längere Zeit vergessenes altes Inventar st ück der früheren Lehrbacher Kirche: einen noch sehr gut erhaltenen Taufstein. Das runde Taufbecken ruht auf einem Säulenschaft mit viereckigem Fuß. Auf der Säule ist die Jahreszahl 1684 eingemeitzelt, und der Fuß trägt auf drei Seiten die lateinische Inschrift: Hic baptizantur infantes (Hier werden die Kinder getauft.) Die alte Lehrbacher Kirche, deren teilweise llebertefte noch Sonntag, den 18. Mai auf dem Universitäts-Sportplatz zu Giefoen SiMweslöeiMer Tiuwband (im Allgemeinen Deutschen Turnerbund) Band- lud FiisliilltiaNe Meine Herren I ab morgen den ersten großen Reklame Anzugverkauf 3257 A Extra-Veranstaltung treu bleiben. Wir wissen genau, wie schwer die heutige Zeit ist und wissen auch weiter, daß es vielen heute unmöglich ist, sich einen neuen Anzug zu erstehen. Von diesem Gesichtspunkt haben wir uns leiten lassen und veranstalten Wir haben 3 Fenster mit den jetzigen Verkaufspreisen ausgestellt und bitten höflichst um gefällige Beachtung. Dieser Rabatt wird auf jedes Herren- und Knaben-Beklei- dungsstück, mit Ausnahme von Wasch-, Lüster- und Berufs- Konfektion, an unseren Kassen In Abzug gebracht Es ist nicht zuviel gesagt, wenn wir behaupten, daß unsere Spezialabteilung für Herren- und Knabenbekleidung heute an Auswahl mit an erster Stelle In Gießen marschiert Unserem seitherigen Grundprinzip billig, gut und reell zu verkaufen, wollen wir auch während unserer diesmaligen JUMfin. ■ Verbindlichkeit h* ' ng.) fnmifjar Staatsminister , Berlin W9, Po,.. lillionen s agen sie. CßJkostMlM hmldt Es wäre unrichtig, an dieser Stelle große Redensarten zu machen, die den Tatsachen nicht entsprechen würden. - Nein, wir wollen einzig und allein Ihnen sparen helfen und wirklich gute Anzüge zu sensationell niederen Preisen in der Zeit vom Samstag, 17. Mal, bis Samstag, 24. Mal, abgeben. — Des weiteren gewähren wir auf unsere ohnehin schon niederen Preise vom SWrnstag, 17., bis Samstag, 24. 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LUDWIG Beachten Sie bitte meine Bahnhofstraße 2—4 3777a 3 Spezialstoffschaufenster DIE GEG-FLEISCHWARENFABRIK IN OLDENBURG DER GRÖSSTE DEUTSCHE FLEISCHWARENBETRIEB IN DEN HÄNDEN DER ORGANISIERTEN VERBRAUCHERI Die wirtschaftliche Macht der organisierten Verbraucher erweist sich am deutlichsten an der Grö&e ihrer Betriebseinrichtungen. Der Bedeutung ihrer Aufgaben entsprechend, sind die modernen Produktionsstätten der GROSSEINKAUFS-GESELLSCHAFT DEUTSCHER CONSUMVEREINE M. B. H. als Großbetriebe angelegt bzw. ausgebaut worden. Das bedingt eine an den Methoden der neuzeitlichen Betriebswissenschaft orientierte Wirtschaftspraxis, die fähig ist, auch einen von der Privatwirtschaft übernommenen Großbetrieb rasch und zielbewußt in ein genossen- schafilichesUnternehmenumzuwandeln.Wiesehrdiegenossenschaft- liche Praxis dazu in der Lage ist, zeigt das Beispiel der Ende 1927 von der GEG übernommenen größten deutschen Fleischwarenfabrik in Oldenburg. Der Präsident des Internationalen Genossenschaftsbundes, Tanner, begründete anläßlich einer Exekutivsifcung in Bremen seinen Eindruck dahingehend, daß „die von ihm besuchten berühmten Fleischwarenfabriken in Chicago durch die GEG-Fleisch- warenfabrik Oldenburg in bezug auf Rationalisierung der Arbeit, wissenschaftliche Methode und Sauberkeit weit übertroffen würden“. Die deutschen Konsumenten haben es in der Hand, die genossenschaftliche Eigenproduktion zur größten Leistungsfähigkeit zu führen durch forige schien Bezug von G EG-PRODUKTEN aus ihrem KONSUMVEREINI Warenabgabe nur an Mitglieder / Die Legitimationskarte ist auf Verlangen vorzuzeigen WUMMM-UKWll Montag, den 19. Mai, abends Sy2 Uhr, im Cafs Leib Unsere Mitglieder sowie Freunde und Förderer unseres Stadtteiles laden wir hierzu herzlich ein. Der Vorstand. 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