Nr. 13 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 16. Januar 1950 (Erld)e tni täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger« lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anterS(immeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: granlfurtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: VMI'sche UnwerfMr-vuch- und Lteindruckerei H. Sangt in Siehrn. Schrisiltltung und Seschästrftelle: rchul-ttahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20*,n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Gießen. Einigung in der Sanktionsfrage. Eine Vereinbarung zwischen den Gläubigermächten und Deutschland stellt das Recht jedes einzelnen Gläubigers fest, von seiner vollen Handlungsfreiheit Gebrauch zu machen im Kalle Deutschland den ssoungplan „zerreißt". Die Annahme in derSechsmächte-Besprechung Snowden macht Einwendungen. Haag. 15. San. (Funkspruch.) Sn der Mittwoch abendsihung der sechs einladenden Mächte wurde die unten veröffentlichte Vereinbarung zwischen den Gläubigermächten und Deutschland in der Sanktionssrage angenommen. Snowden unterstrich, daß England an den Sanktionsverhandlungen nicht teilgenommen hat und bedauerte die Aufrollung dieser Frage, beglückwünschte jedoch die Mächte zu der getroffenen Vereinbarung. Er wies indessen darauf hin, das; ein Punkt ungeklärt sei: Durch einen Bruch des Boung-Planes durch Deutschland würde nämlich nicht eine einzelne Macht, sondern sämtliche Gläubigermächte berührt. Aus diesem Grunde müsse die Klage bei dem Snternationalen ständigen Gerichtshof im Haag nicht wie vorgesehen, durch eine einzelne Gläubiger macht, sondern durch die Gesamtheit der Gläubigermächte vorgcbracht werden. T a r d i e u erklärte hierzu, ein Vertragsbruch durch Deutschland müßte der politischen Beurteilung und Stellungnahme jeder einzelnen Gläubigermacht überlassen bleiben. Diese Stellungnahme könnte verschiedenartig sein. Aus diesem Grunde müsse es jeder einzelnen Gläubigermacht überlassen bleiben, auch einzeln die Klage wegen Vertragsbruches zu erheben. Dr. Wirth stellte sodann ausdrücklich fest, daß nach der Vereinbarung jede einzelne Macht das Recht habe, sich an den ständigen Snternationalen Gerichtshof im Haag zu wenden. Darauf wurde der Text der Vereinbarung in der Sanktionsfragc genehmigt. Der Wortlaut der Vereinbarung. Haag, 15. San. ($3.) Die deuts ch e Abordnung veröffentlicht die endgültige Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich überdieRegelung derSank- tionsfrage. Die Vereinbarung hat folgenden Wortlaut: Die Vertreter der belgischen, englischen, französischen, italienischen und japanischen Regierung geben folgende Erklärung ab: „Der Reue Plan beruht auf dem Grundgedanken, daß die vollständige und endgültige Regelung der Reparationsfrage im gemeinsamen Snteresse aller beteiligten Länder liegt und daß er die Zusammenarbeit aller dieser Länder erfordert. Ohne guten Willen und Ver- trauen von beiden Seiten würde das Ziel des Planes nicht erreicht werden. Sn diesem Sinne haben die Gläubigerregierun- gcn in dem Schlußprotokoll die feierliche Verpflichtung der deutschen Regierung, die festgesetzten Annuitäten gemäß den Bestimmungen des Reuen Planes zu zahlen, a I s di e Garantie für die Ausführung ihrer Verbindlichkeiten angenommen. Sie sind der 3eberzeugung, daß selbst in dent Fall, wo die Ausführung des Reuen Planes Meinungsverschiedenheiten oder Schwierigkeiten Hervorrufen sollten, die in dem Plan selbst vorgesehenen Verfahrensarten ausreichen, um sie zu beseitigen. Aus diesem Grunde sieht das Schlußprotokoll vor, daß unter dem Regime des Reuen Planes die Befugnisse der Gläubigermächte sich nach den Bestimmungen dieses Planes begrenzen. Ls bleibt indes ein Fall übrig, der außerhalb des Rahmens der heute unterzeichneten Vereinbarungen sieht. Die Gläubigerregierungen sind gezwungen, dies zu erwägen, ohne daß sie damit die Absichten der deutschen Regierung in Zweifel ziehen wollen. Sie hallen es für unerläßlich, die Möglichkeit zu Bedenken, daß in Zukunft eine deutsche Regierung fid; entgegen d e r im Schluhprotokoll vom Heu- tigen Tage enthaltenen feierlichen Verpflichtungen zu Handlungen herbeilaffen könnte, die ihren Willen te- weisen, den neuen Plan zu zerreißen. Die Gläubigerregicrungen haben die Pflicht, der deutschen Regierung zu erklären, daß, wenn ein solcher Jatl eintreke, der das gemeinsam verfolgte Werk von Grund aus erschüttern würde, eine neue Lage geschaffen wäre, der gegenüber die Gläubigerregierungen jetzt schon alle Rechtsvorbehalke machen müssen. Aber selbst in diesem äußersten Falle sind die Gläubigerregiecungen im Interesse des allgemeinen Friedens bemüht, bevor sie irgendeinen Schritt tun, zum Zwecke der Feststellung und Würdigung der Tatsache eine internationale Jnstanz anzurufen, deren Autorität unbestritten ist. Die Gläubigerregierung oder die Gläubigerregierungen, die sich für beteiligt halten, würden dementsprechend den ständigen internationalen Gerichtshof i m h a a g mit der' Frage befassen, ob die deutsche Regierung Handlungen vollzogen hat, die ihren Willen beweisen, den neuen Plan zu zerreißen. Deutschland würde schon jetzt erklären, daß es im Falle einer bejahenden Entscheidung des Gerichtshofes es als berechtigt ansieht, daß die Gläubigerregierung oder die Gläubigerregierungen ihre volle Handlungsfreiheit wiedergewinnen, um die Ausführung der sich aus dem neuen Plan ergebenden Verbindlick)keiten des Schuldnerlandes sicherzustellen. Die Gläübigermächte sind überzeugt, daß der in Frage stehende Fall niemals eintreten wird. Sie sind sicher, daß die deutsche Regierung diese Ueber- zeugung teilt, aber sie glauben, daß es für sie ein Gebot der Loyalität und eine Pflicht gegenüber ihren Ländern ist, die vorstehende Erklärung für den Fall abzugeben, daß jene Möglichkeit sich doch verwirklichen sollte." Oie Vertreter der deutschen Regierung gaben ihrerseits folgende Erklärung ab: „Die deutsche Regierung nimmt Aktvon der vor st eßenden Erklärung der Gläu- Ein amtlicher Kommentar Oie deutsche Delegation scheint zufrieden. Zur Frage der Regelung des Sanktionsrechtes wird von amtlicher Seite folgendes festgestellt. Rach dem bisher bestehenden Recht ist im Falle eines Verstoßes in den Artikeln 17 und 18 und 430 des Versailler Vertrages vorgeschrieben: 1. Daß eine einseitige Feststellung eines Verstoßes durch die Repara- tionstommifsion erfolgt. 2. Daß für den Fall einer solchen Feststellung im voraus ganz konkrete Maßnah- m e n erfolgen, die Deutschland über sich hätte ergehen lassen müssen, ohne sie als feindselige Handlungen ansehen zu dürfen. Bei der jetzt erzielten Regelung ist das Sanktionsrecht des Versailler Vertrages beseitigt; denn erstens hören mit dem Tage der Inkraft- setzung des Haager Abkommens die Befugnisse der Reparationskommission auf, ihre Funktionen, soweit sie durch den Plan selbst nötig sind, gehen auf die B. S. Z. über. Mit dem Wegfall der Reparationskommission entfallen aber logischerweise auch die aus ihren, Funktionen abgeleiteten Sanktionsrechte. Weiterhin wird positiv festgestellt, daß unter dem Regime des Voung- Planes die Befugnisse der Gläubiger nur durch diesen Plan begrenzt werden. Alle Einschränkungen fallen also zugunsten Deutschlands fort. Mit obiger positiver Regelung hätte man sich unter älmständen begnügen können. Aber auf deutscher Seite mußte damit gerechnet werden. daß später in besonderen Fällen die Frage aufgeworfen würde, ob und wann die frühere Regelung wieder in Kraft gesetzt werden könnte. Deshalb mußte dieser sogenannte „äußerste Fall" so scharf und juristisch einwandfrei Schlechter Erndnuk in der Berliner preße. Berlin, 16.Ian. (TU.) Eine Reihe Berliner Blätter nimmt zu der neuen Regelung der Sanktionsfrage eingehend Stellung. Die „DAZ." (Volks- partei) schreibt, es sei auf das tiefste zu bedauern, daß solche Abmachungen überhaupt nötig erschienen. Sie widersprächen einer kaufmännisch- wirtschaftlichen Regelung der Tributfrage, sie befreiten uns von dem Unrecht des Versailler Diktats nicht und stellten Hypothesen für die Zukunft auf, die gefährlich und unnötig feien. Deutschland schließe einen Prioatvertrag über Tributbezahlung und der Gläubiger sichere sich mit Kanonen und Maschinengewehren. — Die „Deutsche Tageszeitung" (Landbund) weist darauf hin, daß mit der Legalisierung der Sanktionen die Grundlage des Poungplanes zerstört sei. Die Sanktionsregelung der Haager Schlußkonferenz sei nicht nur für ein seiner Würde bewußtes und an seine Zukunft denkendes Volk im höchsten Maße empörend, sie sei auch völlig unannehmbar. — Die „B ö r s e n - Z e i t u n g" (Dntl.) betont, daß die Möglichkeit zur Anwendung von Sanktionen gegen den oon allen Teilnehmern vorher beschworenen Geist der zweiten Haager Konferenz, auf der der Krieg und seine Folgen insgesamt liquidiert werden sollten, verstoße. Frankreich habe die Pflichtliquidation durchgesetzt und habe die Macht zu Schrecklicherem erhalten: zum Krieg im Frieden ohne Grund. Das Blatt lehnt dieses Zugeständnis ab und bedauert die Erklärung der deutschen Abordnung. — Der „Börfen-Courier bigerregierungen, wonach selbst in Fällen, wo bei Ausführung des neuen Planes Meinungsverschiedenheiten oder Schwierigkeiten hervortreten sollten, die im Plan vorgesehenen Verfahrensarten ausreichen, um sie zu beseitigen. Sie nimmt demzufolge Akt davon, daß unter dem Regime des neuen Planes die Befugnisse der Gläubigermächte sich nach den Bestimmungen dieses Planes begrenzen. Was den zweiten Teil der genannten Erklärung und die darin erwähnte Möglichkeit anlangt, fo bedauert die deutsche Regierung, daß eine solche Eventualität in Betracht gezogen wird, die die deutsche Regierung ihrerseits für unmöglich hält. Wenn indes eine Gläubigerregierung oder mehrere Gläubigerregierungen den ständigen Internationalen Gerichtshof mit der Frage befassen, ob Handlungen der deutschen Regierung ihren Dillen beweisen, den neuen Plan zu zerreißen, ist die deutsche Regierung mit den Gläubigerregierungen einverstanden, daß der ständige Gerichtshos darüber befindet. Sie erklärt, daß sie es im Falle einer bejahenden Entscheidung des Gerichtshofs als berechtigt anfieht, daß die Gläubigerregierung oder die Gläubigerregierungen ihre volle Handlungsfreiheit wiedergewinnen, .um die Ausführung der sich aus dem neuen Plan ergebenden finanziellen Verbindlichkeiten des Schuldnerlandes sicher- zustellen. bestimmt werden, daß keine Verwechslung oder Vermischung mit Fällen möglich würde, die sich aus etwaigen Schwierigkeiten des Voung-Planes selbst ergeben könnten. Der Zweck der heute getroffenen Vereinbarung kann also wie folgt umschrieben werden: 1. Der sogenannte äußerste Fall liegt vor, wenn eine deutsche Regierung sich s e l b st außerhalb des Boung-Planes stellt, d. h. wenn sie Handlungen begangen hat, die beweisen, daß sie den Vertrag „zerrissen" hat. 2. Zur Sicherung über die FeststeUung dieses äußersten Falles ist vereinbart, daß sie durch die höchste bisher bestehende internationale Rechtsinstanz, den Haager Internationalen Gerichtshof, zu erfolgen hat. Es ist von französischer Seite ausdrücklich diese Entscheidung als die einzig gültige über das Vorliegen eines solchen Falles anerkannt worden. Dieser Fall ist also außerhalb des Bereiches des praktisch in Betracht zu ziehenden gerückt. 3. Der Versuch, für einen solchen Fall das alte Versailler Recht wieder aufleben zu lassen, ist von deutscher Seite strikt ab gelehnt worden, da eine erneute Anerkennung des Versailler Sanktionsrechtes für keinen Fall in Betracht gezogen werden könnte. Die deutsche Erklärung billigt deshalb der Gegenseite für diese hypothetische Möglichkeit lediglich die volle Handlungsfreiheit zu, die sich freilich ohnehin als natürliche Folge einer Vertragszerreihung für die Gegenseite unter den allgemeinen internationalen Rechtsbeziehungen ergeben würde. (Dem.) rechnet in sehr scharfer Form mit den am Mittwoch bekanntgegebenen Sanktionsabmachungen ab und meint, daß man den Poungplan, wie er jetzt aussehe, mit dem Pariser Plan unmöglich mehr identisch nennen könne. Daß man den schon vor der zweiten Haager Konferenz geschriebenen Brief Schachts, selbst wenn man ihn in Einzelheiten nicht mehr für aktuell halte, nicht einmal taktisch zur Verbesserung der letzten Ergebnisse, insbesondere der Sanktionstexte zu verwerten auch nur den Versuch gemacht habe, werde man nach dem gegenwärtigen Ergebnis schwer verstehen können. Der Kampf um den Poungvertrag werde im Haag nicht abgeschlossen. Er werde in Deutschland fortgesetzt werden und es sei mehr die Frage, ob dieser überfrachtete Kahn werde landen können. — Der „T a g" (hugen- berg) sagt, möge sich eine deutsche Regierung gefunden haben, die ein solches Spiel mitmache — das deutsche Vost könne nur mit bitter ft en Gefühlen registrieren, daß sechs Jahre einer opfervollen Politik der „Verständigung" nicht einmal, um mit den Trägern dieser Politik zu reden, die Atmosphäre gereinigt hätten. — Der „Lokal- Anzeiger" (hugenberg) sagt, das fei die vollkommene Kapitulation vor der Ansicht Frankreichs, so sehr man sich auch in den nächsten Tagen bemühen werde, dies abzustreiten, abzuleugnen, zu I interpretieren. — Die „G e r m a n i a" (Zentrum) beschränkt sich vorläufig darauf, eine Stellungnahme | ihres Haager Korrespondenten wiederzugeben, der feststellt, daß selbstverständlich diese Regelung allesanöere als eine ideale Lösung sei. Schon die Tatsache, daß überhaupt noch ein Protokoll verfaßt werden mußte, zeige, wie ungün- t i g für Deutschland die Lage sich trotz der Bereit- chaft zur Unterschreibung dieses Opfervertrages dar- tellte. — Das „Berliner Tageblatt" (Dem ) meint, daß die Sanktionen, mit denen der Versailler Vertrag Deutschland bedroht habe, endgültig b e • eitigt seien. — Die „V o s s i s ch e Zeitung" (Ullstein) spricht von einer Bereinigung der Sanktionsfrage. Auch der „Vorwärts" (Soz.) verzichtet auf eine politische Würdigung des Ergebnisses des Haager Streites um die Sanktionen. Er wolle sie getrost denen überlassen, die die deutsche Abordnung gezwungen hätten, das Problem auf« zurollen. Ernste Bedenken. Deutschland verzichtet aus Völkerbund und Kclloqgpakt. Haag. 15. Ian. (Sil.) Der am Mittwoch erfolgten Vereinbarung zwischen Deutschland und den fünf alliierten Gläubigermächten in der Sanktionsfrage wird in allen Konferenzkreisen weit- tragende Bedeutung beigemessen. Die Vereinbarung wird allgemein dahin aufgefaßt, daß Deutschland im Falle einer bejahenden Entscheidung des ständigen Internationalen Haager Gerichtshofes jegliche von einer Gläubigermacht ergriffene Maßnahme politischer ober militärischer Ar t als berechtigt anfieht unö somit eine etwaige Besetzung . deutschen Gebietes in einem solchen Falle nicht als einen kriegerischen Akt betrachtet. Das Vorgehen einer einzelnen Gläubiaermacht gegen Deutschland würde nach dieser Vereinbarung deS höchsten Gerichtshofes legalisiert werden, während nach dem Versailler Vertrag Frankreich allein im Falle seines Vorgehens gegen Deutschland die Verantwortung hierfür trug. Deutschland hat ferner darauf verzichtet, die Mittel des Völkerrechts (Anrufung des Völkerbundsrates) oder den K e l l og g - Pakt in Anwendung zu bringen. In diesem Zusammenhang gewinnt die Erklärung des englischen Schatzkanzlers Snowden in der entscheidenden Mittwochsihung der sechs Mächte besondere Bedeutung. Rach dieser Erklärung scheint die englische Regierung die nunmehrige Vereinbarung dahin beschränken zu wollen, daß nur ein gemeinsames Vorgehen sämtlicher Gläubigermächte die vorgesehenen Folgen eines solchen Vertragsbruches auslösen kann, nicht aber jede einzelne Gläubigermacht von sich aus einschreiten darf. Die Vereinbarung stellt jedoch demgegenüber ausdrücklich die Handlungsfreiheit jeder einzelne n«Gläubigermacht, unabhängig von der Stellungnahme der übrigen Gläubiger, fest. Was sagt man in Paris? Paris, 16. Jan. (WTB. Funkspruch.) Zur Regelung der sog. Scmktionsfrage schreibt das „Journal": Man könnte sich fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, auf die Anrufung des Haager Gerichtshofes zu verzichten. Es sei aber unmöglich gewesen, ein Verfahren ausfindig zu machen, das allein die Interessen und Rechte Frankreichs wahre. — Das „Echo de Paris" schreibt, die Deutschen hätten den Vertrag von Versailles nicht einmal indirekt durch eine neue Unterschrift bestätigen wollen. Tardieu habe ihren Widerwillen geschickt ausgenützt, um sie zu veranlassen, eine individuelle Aktionsfreiheit zuzugestehen, von der Frankreich 1920 und 1923 bei der Besetzung von Frankfurt und bei der Ruhr- besehung Gebrauch gemacht habe, die Frankreich aber durch das Londoner Abkommen vom 30. August 1924, das auf Herriot zurückzuführen sei, aufgegeben hatte. — Das „Petit Journal" erklärt, es sei so gut wie sicher, daß die Sanktionsmahnahmen eher wirtschaftlicher und finanzieller, als militärischer Art sein würden, d. h. sie würden im G e i st des Völkerbund st atuts und des Kel- l o g p a k t e s ergriffen werden. Die Doppelerklärung im Haag biete eine wertvolle, durch Deutschland als legitim anerkannte Grundlage für die Anwendung der internationalen Rechtsprechung. Am Samstag Schluß Der Konferenz? Haag, 15. Ian. (WB.) In der heutigen Rachmittagssihung der sechs Mächte wurde fest- gestellt, daß alle offenen Fragen geklärt seien, bis auf die Mobilisierungsfragen und auf einen Punkt des auf die Liquidierung der Vergangenheit bezüglichen Fragenkomplexes. Diese beiden Punkte werden in der morgen vormittag 11.30 llfjr be- rginnenöen Sitzung zur Behandlung kommen, und es besteht bei den sechs interessierten Mächten der allgemeine Wunsch, diese fragen noch im Lause des morgigen Tages endgültig zu be-- Kommunistemevolien trotz Demonstrakonsverbots reinigen. Bereits bei dem Essen, dasz heute abend die deutsche Delegation der französischen gibt, werden die deutschen und die französischen Omni ft er Gelegenheit nehmen, die Erledigung dieser Fragen weiter zu betreiben. Im Laufe des Freitags wird eine Vollsitzung des Ausschusses für die deutschen Reparationen stattfinden, an der also nicht nur t>ie sechs einladenden Mächte, sondern auch die kleineren Gläubigermächte teilnehmen werden. In dieser Sitzung wird die zwischen den sechs einladenden Mächten erzielte Vereinbarung, die morgen abend vollzogen werden dürfte, vor- gelegt werden. Obwohl in den osteuropäischen Reparationsfragen noch keine Einigung erzielt werden konnte, besteht bei den sechs einladenden Mächten die feste Absicht, die Haager Konferenz am Samstagnachmittag in etyer Plenar- sitzung zu beenden. Wirtschaft und Finanzreform. Duisbcrg fordert gemeinsame ftronf der Wirtschaft. Düsseldorf. 15. Ian. (Sil.) Vor der Der- sammlung der Solinger Industrie- und Handelskammer führte am Dienstag der Vorsitzende. Geheimrat Dr. Duisberg u. a. folgendes aus: In deii Iahren nach dem Kriege sei unter der Devise ..Die Wirtschaft zahlt alles" im Staat und in den Kommunen einer Ausgaben frei- giebigfeit gehuldigt worden, die in diesem Umfang auf die Dauer nicht einmal ein rei ches Land ertragen könne, viel weniger das verarmte Deutschland. Die Folgen hätten sich bei diesem System auch bald einstellen müf* fen. Das Finanzreformprogramm sei auf den Herbst vertagt. Die vorgeschenenEteuererhöhungen seien aber durchgeführt, also ft a 11 Erleichterung neue Belastung. Der Kampf für eine baldige und gründliche Finanzreform, für den Ausgabenabbau auf das allemotwen- digste Mast und Entlastung der Produktion müsse fortgesetzt werden. Auf dem Gebiete der Finanzreform sei auch ein dankbares Feld für eine Aussprache und eine gewisse Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegeben. Beide Gruppen würden durch die Folgen der finanz- und wirtschaftspolitischen Irrtümer schwer betroffen. Im Interesse beider Gruppen liege es, in Dingen, die die Finanzreform beide sehr wesentlich angehen, eine gemeinsame Front de rW i r tsch a f t zu bilden, um wirtschaftlich notwendige Reformen zu erzwingen. Eine Verbesserung der Lage der Wirtschaft erfordere gebieterisch die Lösung des Problems der Beziehungen der in der Wirtschaft tätigen Menschen zueinander. Die Arbeit an dieser Lösung möge im Interesse unserer Wirtschaft und unseres Volkes freibleiben von Phrasen und Partei-Dogmen. Vom Reichslandbmid. Berlin, 16.Jan. (TU. Funkspruch.) Der Bundesvorstand des Reichslaiidbundes hat am Dienstagnachmittag drei Beschlüsse gefaßt, von denen der erste besagt: Der Reichslandbund kann zur Erfüllung seiner eigenen satzungsgemäßen Aufgaben und zur' Entfaltung aller in ihm vorhandenen Kräfte und Möglichkeiten im nationalen Befreiuungskarnps keine Dauerbindung an einengenbe politische Gruppierungen eingehen. Der Buiidesoorstand stellt ausdrücklich fest, daß die Beteiligung von Einzelpersönlichkeiten der Landbünde an irgendwie gearteten politischen Unternehmungen keinerlei Bindung für den Reichs- landbund und die Landbünde als Organisation enthält. Der zweite Beschluß befaßt sich mit den Haager Verhandlungen, in deren bisherigen Ablauf der Bundesvorstand schwerste Gefahren sieht. Der Anspruch auf Aufrechterhaltung von Sanktionsmöglichkciten, die Mehrbelastung des deutschen Volkes durch finanzielle Zu- satzabi'nachungen, die unerhörte Bedrohung des deutschen Osten - durch Verquickung der Polenfrage mit der Reparationsfrage stellen un - .g e h e u e r l i ch e Verschlechterungen und Verfälschungen des an sich schon untragbaren V)oungplaneo bar. Der Reichslanbbunb erblickt ferner in ber Aufrechterhaltung parteipolitischer Unabhängigkeit für b i c Führung berdeutschen Zentraln^ten- b a n t ein unentbehrliches Gegengewicht gegen bic Auslieferung des getarnten Wirtschaftslebens an parteipolitische Machenschaften. Der dritte Beschluß erwartet vom Reichsernährungsminister die Einsetzung aller Mittel znr Behebung^-der untragbaren P r e Ls f r i fe wichtigster landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Oie Lasten der kommunalen Wohlfahrt. Berlin, 15. Ian. (Priv.-Tel.) Die steigende Arbeitslosigkeit bringt auch für die Kommunen eine beträchtliche Mehrbelastung mit. Allerdings fängt die Arbeitslosenversicherung den Hauptstoß der Winterarbeitslosigkeit aus, denn bei ber Mehrzahl ber von der kommunalen Fürsorge Llnterstützten handelt es sich um solche, die schon aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert sind. Der Deutsche Städtetag hat nun eine Zusammenstellung für alle von der kommunalen Wohlfahrt in Deutschland unterstützten Arbeitslosen veranstaltet und dabei berechnet. daß ihre Zahl insgesamt 215000 beträgt. Nachdem die letzten Angaben der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zum 8. Ianuar 1 920 000 Arbeitslose gezählt haben, würde Deutschland mit Einrechnung der von der Wohlfahrt Unterstützten heute rund 2135000Ar- beitslose unterstützen müssen. Alliierte Mandatspolitik, rransjordanien—vstafrika—Syrien. Auf Grund der Friedensverfräge sind der deutsche Kolonialbesitz und Teile des alten türkischen Reiches als Völkerbundmandate den Sieger st aalen zur Verwaltung übergeben worden. Lieber die klcinasiatischcn Mandate ist bestimmt worden, daß sie ihre Selb- st ä n d i g k e i t erhalten sollten, wenn die Bevölkerung dieser Gebiete fähig fei, sich selbst zu regieren. Die Engländer haben nun vor kurzem ein selbständiges Transjordanien ins Auge gefaßt, um es mit Hilfe von Scheinzugeständ- nissen nur noch fester an bas britische Weltreich zu ketten. Sie denken auch daran, das ostafrikanische Mandatsgebiet, also Deutsch - Ost - af rika, stillschweigend ihrem Kolonialbesitz einzuverleiben. Selbstverständlich können die Franzosen nicht zurück bleiben. Ihnen ist in Klein- In Berlin. Drei kontmuniftifchcAbgcordnete alsFührer der Demonstranten festgenommen. • Berlin. 15. Ian (WB.) Trotz des Verbotes des Polizeipräsidenten hatten die Kommunisten heute ihre Anhänger zu einer Demonstra- tion für Lenin-Liebknecht-Lurem- b u r g aufgeboten. An verschiedenen Stellen kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. die alle Vorbereitungen getroffen halte, um für alle Fälle gelüftet zu fein. In der Potsdamer Straße, Ecke Pallas-Straße, hatte sich ein Zug von etwa 300 Kommunisten gebildet, darunter viele junge Leute in derLIni - form des verbotenen Rotfrontkämpferbundes. die auf die Aufforderung der Beamten, den Zug aufzulösen, mit dem Absingen der Internationale antworteten. Die vordersten Reihen der Rolfronlkümpfer suchten gegen die Poli zei tätlich zu toetben, so daß die Beamten mehrere Schreckschüsse abfeuern mußten. Erst als Verstärkungen heran- kamen, gelang es, die Potsdamer Straße zu säubern. Am Zionskirchplah überfiel ein Trupp von etwa 50 Kommunisten zwei Polizeibeamte und umringte sie. Die beiden Schupoleute wurden mit Stöcken und Schlagringen bearbeitet. Zu weiteren Kundgebungen kam es am Weddingplatz, wo die Polizei mit dem Gummiknüppel gegen hundert randalierende junge Burschen vorgehen mußte. In Reukölln wurde der Reichslagsabgeordnete Blenkle, der die Kommunisten aufforbertc, sich nicht an die Anordnungen der Polizei zu halten, fe ft genommen und ins Polizeipräsidium gebracht. Auch hier mußte mit dem Gummiknüppel die Straße geräumt werden. Die Kundgebungen haben sich biß in bic zehnte Abenbstunbe fortgesetzt. Lim 20,15 Llhr kam es auf bem Hermann-Platz in Reukölln, wo man bereits die Ruhe wiederhergestellt hatte, zu neuen Ansammlungen, bei denen ber ßanbtagßabgecrbnete Gustav Sabo11ka aufreizende Reden hielt. Polizeibeamte schritten ein, zerstreuten die Menge und nahmen Saboltka mit zur Wache, von wo seine Lieberführung nach dem .Polizeipräsidium erfolgte. Zu weiteren Zu- ammenrottungen und Kundgebungen ber Kommunisten kam es auch an anberen Stellen Reuköllns. LI. a. wurde ein mit Schutzpolizisten besetzter Kraftwagen von der Menge mit Steinen beworfen. Die Polizeibeamten sprangen von den Wagen und zerstreuten die angriffslustige Menge mit dem Gummiknüppel. Heidelberg. 15. Ian. Heule mittag wurde in den Rektoratsräumen des alten Kollegien- hauses auf dem mit dem Gipsmodell von Shur- man und den Llniversitälszeptern geschmückten Tisch feierlich die Stiftungs - und Grund- leinlegungßurfunöe für die durch die amerikanische Spende ermöglichte „Reue Llni- versität Heidelberg" unterzeichnet. Nachdem die Llrkunde in eine kupferblecherne Kapsel getan und diese verlötet worden war. begaben sich die Teilnehmer unter Vorantritt der Pedelle und begleitet von Chargierten in feierlichem Zuge zu der nahe gelegenen Baustelle, dem Gelänve des abgebrochenen Kollegienhauses, die durch Girlanden und Fahnen in den Landes- und Reichsfarben geschmückt war. Auf dem Llni- versitälsplatz bildeten die Korporationen in Wichs Spalier. Die umliegenden Gebäude trugen Fahnenschmuck. Die Llrkundenkapsel fand in dem bei den Abbrucharbeilen freigelegten Grundstein des neuen Kollegienhauses Aufnahme. Bei der Grundsteinlegung hielt der 2Reffor der Llniversität Professor Or. Goischlich dann eine Ansprache, in ber er u. a. sagte: „Im Augenblick, da wir daran gehen wollen, nach alter Sitte mit Hammerschlag den Grundstein zu weihen, auf bem sich der stolze Bau unserer neuen Llniversitäl erheben soll, erfülle ich zunächst eine Pflicht ber Pietät, inbem ich die Worte wiederhole, die mein zu früh dahingegangener Amtsvorgänger. Geheimrat Professor Dr. Karl H e i n s h e i m e r. an Weihnachten 1928 bei ber feierlichen Liebergabe ber Stiftung sprach, die. von dankbaren amerikanischen früheren Kommilitonen auf bic Initiative Seiner Exzellenz des Botschafters Dr. h. c. Jacob Gould Shurman geschaffen, unseren Neubau ermöglicht. In dem neuen Hause der Rüperto Carola, einer allen, ehrwürdigen, durch ernste und hohe asien der syrische Teil der Türkei überlassen worden, in dem sie als Beauftragte des Bölter- bunbeß zehn Iahre wie bic Eroberer gehaust haben. Jetzt soll Syrien ein Staat mit eigener Regierung werden, nur ist noch nicht entschieden, ob man eine republikanische ober eine monarchische Staatßform wählen soll. Die Franzosen würden lieber eine Monarchie sehen, weil sie bann in Syrien das gleiche Spiel wie in Marokko spielen können. Zwar wirb der neue Herrscher souverän sein, aber nur auf dem Papier, in Wirklichkeit wird der 'Beauftragte der Pariser Regierung die Staatsgeschäfte führen und dafür sorgen, baß Syrien eine französische Kolonie bleibt. Oie Linruhen in Samoa. London, 16. Jan. (WTB. Funkspruch.) „Times" meldet miß Wellington (Neu Seeland): Die 'ülitglicber des Man (Liga der Samoaner) Haden am Dienstag die Äüslendörfer von Westsamoa verlassen und ! i ch i n de n B n s ch zu r n ck g ez o ge n. Polizisten und die vom Kriegsschiff „Dunedin^ gelandeten Seesoldaten sind ihnen gefolgt Neun Kriegskanus wurden an der Westküste beschlagnahmt und nach Apia gebracht. Zwei Dörfer wurden gründlich durchsucht und alle Schriften und Waffen mit Beschlag belegt. Ein an einem Mau- Bureau angebrachtes Schild, das die Worte trug „Samoa den Samoanern" wurde von der Polizei entfernt. Bei einer Demonstration. im Norden Berlins wurde ber kommunistische Reichstagsabgeordnele SSörnle verhaftet. Insgesamt durften nahezu 100 Mitglieder ber KPD. festgenommen worben fein. In Magdeburg. Magdeburg, 15. Jan. (WB.) Die Kommunistische Partei halte für Mittwoch vormittag, zu einer öffentlichen Erwerbslosendemon- ft r a t i o n aufgerufen. An die Kundgebung schloß sich ein Umzug an, der polizeilich begleitet wurde. In der Ottenbergftrafie überfielen Demonstranten einen ihnen entgegenkommenden an der Begleitung nicht beteiligten Polizeibeamten und versuchten, ihm die Waffen zu entreißen. Die begleitenden Polizei- bcamten befreiten den eingeschlossenen Beamten und säuberten die Straße. Dabei wurde ein Beamter an ber Hand verlebt, einem zweiten wurde das Seitengewehr entrissen. Später fanden sich die Demonstranten in einem geschlossenen Raum zu einer Versammlung zusammen, die aufgelöst wurde, da sie als eine unfriedliche angesehen werden mußte. Eine Durchsuchung der Teilnehmer förderte mehrere gefährliche Werkzeuge zutage. Drei Teilnehmer mürben» zwangsgestellt. Nach ber Auflösung bildeten sich kleine Umzüge, die wegen ihres unfriedlichen Charakters ebenfalls aufgelöst wurden. Schwere Unruhen bei Chemnitz. Blutige Zusammenstöße mit der Polizei. Chemnitz. 15. Ian. (WB.) In bem benachbarten Hartmannsdorf kam es vor dem Gebäude der Wirkwarensabirk Recenia zwischen einer etwa tausendköpfigen Avbeitermengc und einem Polizeiaufgebot von 20 Mann zu blutigen Zusammenstößen. Rach den 'bisherigen Feststellungen wurden 4 Arbeiter getötet und 15 verletzt, darunter fünf schwer. Drei Polizisten wurde,! durch Steinwürfe verwundet. Die Arbeiter waren aus Chemnitz und Llmgegend nach Hartmannsdorf gekommen, um gegen eine Arbeitsgerichtsverhanb- I u n g , die heute ftattfinben sollte, aber abgesagt worden war, zu protestieren. Das Avbeits- gericht sollte gegen 180 Arbeiter der Firma Recenia, deren Belegschaft sich im «Streik befindet. wegen angeblichen T a r i f b r'u ch s verhandeln. Bei dein Versuch ber Demonstranten, das Fabrikgebäude zu demolieren, kam es zu den erwähnten Zusammenstößen mit der Polizei, die mit Steinen beworfen wurde und darauf von der Schußwaffe Gebrauch machte. ■Ueberlieferungen geheiligten Stätte deutschen Bodens, mit Hilfe amerikanischer Freunde errichtet, soll der Sinn dieser heutigen Stunde immer lebendig bleiben: die neue Llniversität sei weit geöffnet den Iüngern der Wissenschaft ber ganzen Welt." Der Rektor hat an den Reichspräsidenten v. Hindenburg folgendes Telegramm gerichtet: Die Llniversität Heidelberg feiert heute die Grundsteinlegung ihres Reubaues, ber auf die Initiative des Botschafters Jacob Gould Shurman, ihres hochverdienten Ehrendoktors, von angesehenen amerikanischen Bürgern gestiftet ist. An diesem für die Gegenwart und Zukunft unserer Llniversität gleich bedeutungsvollen Tage gedenken wir in tiefster Ehrerbietung und unauslöschlicher Dankbarkeit unseres allverehrten Reichspräsidenten v. Hindenburg, des Führers und Schirmherrn unseres Volkes. Wir erneuern das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue im Dienste unseres geliebten Vaterlandes. Der Rektor der Llniversität Heidelberg: gez. G o t s ch l i ch. Der Reichspräsident hat hierauf geantwortet: Eurer Magnifizenz danke ich für das freundliche Grußtelegramm von ber Grundsteinlegung des Llniversitäts-Reubaues. Möge das neue Haus die Stätte weiterer erfolgreicher Geistesarbeit fein, würdig ber großen Vergangenheit der Nuperto Carola. Mit Ihnen gedenke ich am heutigen Tage in dankbarer Anerkennung der Förderung, welche bic Llniversität Heidelberg durch diese, ■ ber Initiative des Botschafters ber Vereinigten Staaten in Berlin Dr. Shurman zu verdankende Stiftung amerikanischer Freunde Heidelbergs erfahren hat. gez. v. Hindenburg, Reichspräsident. Oer erste Deutschruffen-Transport nach Brasilien. Berlin, 15. Ian. (WTB.) Morgen wird der erste Transport mit deutschrussischen Auswanderern nach Brasilien eingeschifst. Es handelt sich um 190 Flüchtlinge aus dem Lager Mölln. Die Flüchtlinge werden in Hamburg auf kleinen Dampfern zum Dampfer „M o n t c Olivia" der Hamburg-Südamerika-Linie gebracht werden, der am Rachmittag die Ausreise nach Brasilien antreten wird. Die Deutsch-Russen sollen im Staate Sgnta Catharina in der Rähe von Blumeau und Hammonia a n gesiedelt werben. Die Ansiedlung übernimmt die Siedlungsgesellschaft Hammonia, an ber hauptsächlich die Hapag und andere Schiffahrtsgesellschaften beteiligt find. Aus aller Welt. Reue Pläne Oermann Köhls. Der Ozeanflieger Köhl, der anfangs Dezember nach Amerika gefahren ist, um auf hoher See neue, für den Gebrauch im Flugzeug bestimmte optische und nautische Instrumente deutscher Firmen auszuprobieren, wird voraussichtlich am Freitag in Hamburg wieder eintreffen. Die Versuche mit den neuen Instrumenten sollen vorzügliche Erfolge gezeitigt haben. Kohl, der m Begleitung eines ihm befreundeten Amerikaners zurückkehrt, wirb voraussichtlich die VorGrundsteinlegung Zur„neuen Llniversität" in Heidelberg. Oie Stiftung Botschafter Schurmaus und amerikanischer Freunde. Bereitung zu einem neuen $ r ött#» ozeanflug in Angriff nehmen. Infolge des Llmfangs ber Vorarbeiten wird voraussichtlich erst in einigen Monaten der otart zu bem neuen Flug erfolgen können. Wie es heißt, sollen diesmal die Quoten angeflogen werden. Hochwasser in den vereinigten Staaten. Weite Gebiete von Indiana, Illinoisund Ohio sind infolge des Hochwassers ber größeren Flüsse überflutet, das auf die starken Regen- undSchneefälleder letzten Zeit zurückzuführen ist. Die Ueberschwemmung hat großen Sachschaden verursacht. Die Einwohner ber Ortschaften längs der Wasserläufe räumten bereits vielfach ihre Wohnungen. In ber Rähe von Ottawa in Ohio sind etwa 300 Familien in ihren Hausern eingeichlossen, es ist jedoch gelungen, ihnen Lebensmittel zuzu- führen. Aufruhr in einem Erziehungsheim. In der -Mittagszeit kam es im Reustettiner Erziehungsheim zu einem Aufruhr der Zöglinge. Etwa 20 Burschen rotteten sich zusammen und zertrümmerten sämtliche Fensterscheiben und Ein- richtungsgegenständc ihrer Stuben. Als.das Aufsichtspersonal mit einer Spritze gegen die Tobenden vorging, griffen diese unter Absingen ber Internationale und dem Rufe ..Heil Moskau" bic Beamten tätlich an. Erst einem größeren Aufgebot ber Polizei gelang es. bic Ruhe nach reichlicherAnwendung bes Gummiknüppels wiederherzustellen. Als Haupträdelsführer werden zwei aus Reustettin stammende junge Burschen genannt, die kürzlich beide zum drittenmal aus ber Anstalt ausbrachen und vor einigen Tagen wieder eingeliefert wurden. Ein ungleicher Kampf. In Kopenhagen kam es zu einem heftigen Kampf zwischen einem bekannten dänischen Ringer und einem größeren Polizeiaufgebot. Der Schwergewichtsringer O l f s c n besuchte eine Gastwirtschaft und verunglimpfte dort mehrere Besucher. Als er zum Verlassen des Lokals aufgefordert wurde, weigerte er sich zunächst, so daß Polizei herbeigerufen werden muhte. Olffen folgte dann den beiden erfchienenen Beamten auf die Straße. Dort versetzte er einem von ihnen einen so heftigen Schlag ins Gesicht, daß dem Beamten .der Kinnbacken gebrochen wurde. Daraus flüchtete Olssen. Während der eine Beamte ihn verfolgte, alarmierte schließlich der Verletzte mehrere Kameraden. Schließlich wurde Olssen in einer Sackgasse gestellt. Wie ein Rasender wehrte er sich, wobei auf beiden Seiten viel Blut floß. Endlich gelangtes den Beamten — acht an der Zahl - Olssen zu überwältigen und ihn, an Händen und Füßen gefesselt, nach der nächsten Wache zu bringen. Olfsen wurde sofort einer „Spiritusprobe" unterzogen, die aber negativ ausfiel, was für Ringer umso ungünstiger sein dürfte. Oie Wetterlage. Mittv/och, Ino mrshaVff Jo Uai wn v*r O * y o Clermont Ig amlxpG> At>erdee\ fißst ±2 OWOTXtnlos. 9 netttr. o nalö DedetM.® wofxtg. n Dedecitl WlTeoMx » Schnee aGrgupein. e ttcPci K 1eWiner1(§)Win05iilie.«O-. «I» eienter O$i massiger Südsüdwest, q stormiseno «ordwesi Oie »feile fliegen mn dem winde. Pie oeicen Stationen Menenden Zalf len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte nut gleiche» •Mf Meeresniveau umatrexhnelei» Luftdruck Wettervoraussage Nachdem im Bereich der subtropischen Warmluft sich eine Störung mit verbreiteten Niederschlägen bildete, die heüte morgen noch Ost- und Süddeutsch- land Niederschläge brachte, entwickelte sich über Deutschland ein Hochdruckgebiet, das westwärts bis nach England vorgreift. Unter seinem Einfluß gestaltet sich das Wetter zunächst ruhig und zumeist niederschlagsfrei. Dabei kommt es zu vielfacher Ne- bclbilbung, jedoch ist tagsüber mit Aufheiterung zu rechnen. Die Temperaturen gehen zurück, und in der folgenden Nacht ist leichter Frost zu erwarten. Die Besserung scheint nur vorübergehend zu sein, denn an der Westküste Irlands deutet ein neues Tief wieder den Witterungsumschlag an. Wettervoraussage für Freitag: Vielfach nebelig, tagsüber leicht wolkig mit Aufheiterung. vorübergehend trocken, Temperaturrückgang mit leichtern Nachtfrost. Witterungsausfichten für Samstag. Wieder Alcbcrgang zu milderem und schlechterem Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 15. Januar: mittags 11,1 Grad Celsius, abends 8,8 Grad: am 16. Januar: morgens 6,4 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Januar: abends 6 Grad: am 16. Januar: morgens 5,4 Grad Celsius. — 'Niederschlag 7,9 mm. — Sonnenscheindauer 1% Stunden. Amtliche Winterfportnachnchten. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, minus 1 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee, Ski und Rodel gut. Alpen. Berchtesgaden: Regen, 5 Grad, 8 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmögljchkeit nur stellenweise. Harz. Schierke: Bewölkt, 2 Grad, geringe, vielfach durchbrochene Schneedecke, Pappschnee, Sport nur stellenweise möglich. KMtfll. ‘mpf. V.ieUulgeboL t on befugte eine W® dort mehrere des Lokals auf- r 'ich MW, \0 rden mußte. Olifm 'cnen Beamkrn aus einem Don ihnen Gesicht, daß dem 'n gebrochen Während der imierte schließlich cadrn. Tchliehiich ' gestellt. Die ein aus beiden Teilen l,C9 den Beamten n zu überwältigen Fühen geses- zu bringen. Ollsen probe" unterzogen, s silr Binger umso ■**5^ ? $,°alen. 3IIinoi = Mh. I*" Sachschaden rrD 0 'n Ohio sind LsL un98ßeim, Z-r SÄ’ “'Metrtffla , Swer aus Aeu- genannt, die W der AM, m ^agcn wieder yu(» Äss f.fjw* ssSL n(d)la9 ««■ .M. SiS »“iJ ’J»* * w»«K frS»'a din«6*6' glich- aiu«»«pr»<>mii«<6anf>f»«N.i jom MM des Gießener Siudentechauses Giehen. den 16. Januar 1930. r Auslandsdeutschtum und Schule Vom Zentralinstitut für Erziehung und Unter» Daten für Freitag, 17. Januar. 16.23 wer- Z. steriums für Kultus unD BildungÄwesen in Gemeinschaft mit der Gießener Stadtverwaltung wurde gestern, Mittwoch vormittag, in der Aula der Universität ein Lehrgang „Auslands- d e u t s ch t u m und Schule" eröffnet. Die Teilnahme der Lehrerschaft war wegen der außerordentlichen Bedeutung der Vorträge für Lehrpersonen an Volks- und höheren Schulen der Stadt Gießen verbindlich. 2lber auch aus dem Landkreis Gießen und aus dem Kreise Friedberg war der Kursus überaus stark besucht. Der Vertreter des Hessischen Ministeriums für Studentenhauses ist unter Dach gebracht worden. Die Fenster werden soeben eingesetzt, so daß die Räume gegen die Unbilden der Witterung geschützt sind. Im Verlaufe des Winters wird die De- und Entwässerungs-, sowie die Heizanlage hergestellt werden. Während der dreimonatigen großen Serien haben ständig Giehene r Studenten an dem Dau mitgearbeitet. Ein Teil war jeweils bei dem Bauunternehmer beschäftigt, während der andere von der Studentenhilfe bei der Planierung des Geländes nach der Röntgen- und Friedrichstraße verwandt wurde. Außerordentlich erfreulich war das einträchtige Zusammenarbeiten sowohl mit den anderen Arbeitern, als auch der Studenten miteinander. Da bei dem Bau mit äußerster Sparsamkeit verfahren werden muh, war die Vergütung der Werkstudenten zunächst nicht unerheblich geringer -angesetzt worden, als die von beruflichen Arbeitern. Bereits nach zwei Wochen formte sie aber erhöht werden, da sich die Arbeitsleistung der Studenten der von anderen Arbeitern stark annäherte. Frisch und arbeitsfreudig war die Stimmung der Werkstudenten, denen diese Zeit, in der sich auch der Studentenulk hie rmd da in । harmloser Weise bemerkbar machte, in schöner Erinnerung bleiben wird. Trotz der Stiftung des größten Teils des Bauplatzes durch die Stadt Gießen und trotz der großen Beihilfen von feiten des Reichs und deS Landes Hessen, sowie der laufenden Beiträge der Studentenschaft ist noch ein bedeutender Betrag für die Fertigstellung und innere Einrichtung des Baues notwendig. Ungeachtet der so überaus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse hofft die Gießener Studentenhilfe zuversichtlich, auch die noch fehlenden Mittel auszubringen, Hie wird hierin bestärkt durch die tatkräftige Unterstützung, die fte in weiten Kreisen findet. Sie hat sich mit einem Werbeschreiben, das von einem empfehlenden Schreiben des Staatspräsidenten Dr. Adelung begleitet war, an die Provinzen, Kreise und ©emeinben bes ganzen Hessenlandes wegen geldlicher Beihilfen gewandt. Die Sammlung ist Vivalbi. Das Kammeiorchester ber Volkshochschule, bas vor allem die alte Kammermusik des 16. bis 16. Jahrhunderts pflegt, hat seine Mitwirkung zugesagt: die Sololieder und das Orgelspiel sind gleicherweise aus jener großm Zett der evangelischen Kirchenmusik gewählt. Es sind wertvolle Schätze, die zur Freude und Erbauung der Gemeinde an dem Abend geboten werden. Jedermann ist willkommen. (Siehe heutige Qln- zeige.) — Vorträge über Hölderlin und Rov alis. Am morgigen Freitag beginnt eine öffentliche Vortragsreihe von vier Vortra^n, in denen Lic. Robert Goebel über das Thema „Hölderlin und Rovalis" sprechen wird. Auf beide Geister — so schreibt man uns — ist die heutige Zeit erneut aufmerksam geworden: man erkennt ^n ihnen zwei Gestalten,-die zu ihrer Der stattliche, durch seine glückliche Gliederung gefällig wirkende Bau des Gießener Uhr, Universität, $Maat ti. Man- beachte WU heutige Anzeige. ♦* Welche Längehat der Selterswegs Diese Frage aus dem Leserkreise ging gestern unferm Briefkasten zu. Wir haben uns daraufhin an zu- tänbiger Stelle erkundigt und können nun mit- teilen, daß der Seltersweg genau 465 Meter lang ist. Ein Hinauf- und Herunterspazieren auf dem ßeltersmegburnrnel stellt also einen Weg von knapp einem Kilometer dar. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß unsere jungen Herrchen und die jungen Damen bei dem alltäglichen Bummel über den Seltersweg nicht selten drei- oder viermal hinauf- und herunterspazieren, so kann man wohl sagen, daß ic dabei eine immerhin recht respektable Marschleistung vollbringen. . r . « £ Die Akademischen Kurse für Kauf- Ieuteunb®eroerbetreibenbc,bie von der Sonnenaufgang 7.57 Uhr, Sonnenuntergang Uhr. — Monbaufgang 19.56 Uhr, Monduntergang Zeit in einer solchen Weise um den Geist rangen, wie sie auch noch dem heutigen Menschen einen Aufschluß zu geben vermag über seine eigene Stellung zu Gott und Welt, über die eigenen Lebens- und Schicksalsfragen. In den zwei ersten Vorträgen wirb die Tragik im Leben Hölderlins und deren Riederschlag in seinen Werken behandelt werden. In den zwei letzten Vorträgen wird der frühverstorbene Rovalis zur Darstellung kommen, wie er in seinen Werken zum Künder einer neuen Welt wirb. Die Vorträge gehen aus von der Ehristengemeinschaft. der Bewegung für religiöse Erneuerung in der Gegenwart. Diese will mit solchen Vorträgen auf Lebenswerte aufmerksam machen, die in der deutschen Geistesgeschichte errungen worden sind und die der Gegenwart nicht verloren gehen sollten. Die Vorträge finden statt jeweils am Freitag» 20.15 9.56 Uhr. 1834: ber Zoologe August Weismann in Frank- furt a. M. geboren; — 1921: der Bildhauer Adolf von .Hildebrand in München gestorben. Gießener Wochenmarttpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt bas Pfund: Butter 130 bis 170; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 90; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4x/e bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 110 bis 130; Rüsse 50 bis 80; Endivien 80 bis 100; das Stück: Tauben 70 bis 90; frische Landeier 17 bis 18; Kisteneier 16 bis 17; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 30 bis 40; Ober- Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 7 bist 8; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mark. Bornotizen. , — Lageskalender f ü r Donnerstag. Kaufmännischer und Ortsgewerbeverein: Heiterer Abend, in der Reuen Aula, 20 IHjr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Graf von Monte (Sri ft o". 2. Teil. — Astoria-Lichtspiele: „Vogelfrei" und „Atlantikfahrt des Meteor". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Freitag, 17. Januar, erscheint mit Der Posse „Kyritz-Pyritz" wieder die leichtgeschürzte Muse auf der Bühne des Stadttheaters. Wie lebendig und bühnenwirksam die ausgelassenen Szenen auch heute noch wirken, konnte man an dem jubelnden Beifall ermessen, den die Ausführung „Kyritz-Pyritz" in Gießen und Marburg äuslöste. Für eine schmissige Darstellung sorgt als Spielleiter Heinrich Hub, für ganz reizende, dem Zeitgeschmack von damals angepaßte Bühnenbilder Karl Löffler. — Am Sonntag, 19. Januar, vormittags 11.30 ilftr, und abends 8.30 Ahr, findet ein Tanzgastspiel der Münchener Tänzerin SentaMaria statt. Als Fremdenvorstellung wird nachmittags um 6 llfor die Komödie „Dösire" von Sacha Guitry (Regie Hans Tannert) gegeben. - - Das erfolgreichste Stück des Deutschen Theaters in dieser Spielzeit war das Kriegsstück „Die andere Seite". Das Stadttheater Gießen wird mit eigenem Ensemble „Die andere Seite" am Mittwoch, 22. Januar, er ft auf führen. Spielleitung hat Intendant Dr. P r a s ch. Dieses Stück wurde zum Schauspielereignis nicht nur in Berlin, sondern auch in der Provinz. — Die Geistliche A b e n d m u s i k, die am Sonntag, 19. Januar, 20 Ahr, von der Markus- gemeinbe in Der Stadtkirche veranstaltet wird, bringt musikalische Schöpfungen von Johann Sebastian Dach und seinen Zettgenossen Telemann, Buxtehude und Heinichen, sowie eine Komposition des Altmeisters des Violinkonzertes A. Berliner Börse. Berlin, 16. Ian. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es gestern abend auf Gerüchte von einem Rücktritt Dr. Schachts allgemein etwas schwacher geworden war ist im heutigen Frühverkehr ein Ueberblid über die Tendenz noch nicht möglich. Der Grundton scheint weiter sreundlich zu fein, da man den Ablauf der Haager Konferenz für gesichert hält. Kurse sind aber noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Paris 123,90 zu 123,95, London gegen Mailand 93, London gegen Spanien 36,60 zu 36,75, London gegen Kabel 4,8690, London gegen Berlin 20,3775 zu 20,38, Kabel gegen Berlin 4,1845 zu 4,1855. zur Zeit im Gange, aber sind doch bereits bis jetzt an Spenden der vorgenannten Körver- schasten über 15 000 Mark zu verzeichnen. Deson- ders erfreulich ist, dabei zu sehen, wie auch kleinste Gemeinden ihre Anteilnahme bekunden, so, wenn Rixfeld mit 5 Mark sein Scherf lein spendet. Es ist ja nicht die Höhe des Betrages, die eine solche Gabe für die Universität und ihre Studenten wertvoll macht, vielmehr ist es die Tatsache der Verankerung der Landesuniversität in der Bevölkerung, die daraus spricht. Die Hessische evangelische Landeskirche hat die Verzinsung und Amortisation eines Kapitals von 30 000 Mark übernommen, wogegen ihr Wohnräume für 12 Studenten der Theologie und den Repetenten mietweise überlassen werden. Der Bischof von Mainz, dem unter Vorlage der Pläne eingehend über den Bau berichtet wurde, hat sein wärmstes Interesse mit herzlichen Worten und einer Geldspende ausgedrückt. Die Anfertigung der Möbel für diejenigen Räume, deren Einrichtung von der Provinz Oberhessen und der Gießener Hochschulgesellschaft gestiftet wird, soll alsbald vergeben werden, um Damit den in Frage kommenden Handwerkern Verdienstmöglichkeit während des Winters zu schaffen. 3m übrigen wird Die Fertigstellung und innere Einrichtung im kommenden Frühjahr und Sommer erfolgen, so daß Die Einweihung ^rst im kommenden Herbst stattfinden wird. Reben einer Sammlung unter der Dozentenschaft, die noch nicht abgeschlossen ist. soll auch alsbald eine solche unter Den früheren Jüngern Der Alma mater Ludoviciana eingeleitet werDen. Ihr Ertrag ist geDacht als eine Gabe Der alten Gießener Studenten an Die jetzige und künftige StuDentengenerationen, wodurch zugleich zum Ausdruck kommen soll, daß es sich bei Dem Studentenhaus um eine Förderung Der Belange Der ganzen Studentenschaft handelt. Daß dies ber Fall ist, und wie sehr bas Gedeihen Der ganzen Universität durch ein solches Studentenhaus gefördert wird, kann allerdings nur Der voll ermessen, der schon eines Der bereits in Betrieb befindlichen Häuser, wie z. B. das neuerbaute Studentenhaus in Würzburg gesehen hat. Kultus und BilDungswesen, Ministerialdirektor Urstadt, eröffnete dje von etwa 400 Personen besuchte Tagung mit herzlichen Begrühungsworten. Er Dankte allen Rednern und Mitarbeitern, namentlich auch Der Stadt Gießen, für ihre Unterstützung und wies auf Die hohe Bedeutung Der Veranstaltung hin. In Den Vorkriegsjahren habe man. so führte er u. a. aus, sich wenig ober gar nicht um bic Ausländsdeutschen bekümmert. Der Deutschen Republik sei es bewußt, daß geistige, seelische und kulturelle Verbundenheit mit Den deutschen Brüdern im Ausland gepflegt werden müsse, um Die Ausländsdeutschen Dem deutschen Volkstum zu erhalten. Die Schule habe die Ausgabe, hier aufflärenb zu wirken und mitzuhelfen, wahre Volksgemeinschaft zu pflegen. Llaatsminisler a. D. Dr. Boetitz sprach hierauf über „D i e deutsche Schule im Auslände, ihr Wesen und ihre Bedeutung". Er führte etwa folgendes aus: Von rund 90 Millionen Deutschen wohnen 30 Millionen außerhalb ber Grenzen des Deutschen Reiches. Diesen ihr Volkstum zu erhalten, ist in erster Linie Aufgabe ber deutschen Aus- lanbschulen. Mit Auslandfchulen sind nicht etwa Schulen der Deutschen außerhalb ber Grenzen unseres Reiches, wie in ber Schweiz und in Oesterreich, gemeint, das sind deutsche Schulen. Deutsche Auslanbschulen sind Schulen Der deutschen Minderheiten in fremdem Volkstum. Sie sind in allen Gattungen zu finden, vom Kindergarten über die Volksschulen, Realschulen. Realgymnasien bis zum humanistischen Gymnasttim. Deutsche Sprache soll die Haupt-und Unterrichtssprache sein als Faktor des deutschen Volkstums, und die Sprache des betreffenden Landes soll nur Begleitsprache fein. Alle im Ausland eingerichteten deutschen Schulen sind Privatschulen, deren Kosten zum größten Teil von Den Ausländsdeutschen aufgebracht werden. Sie sind im allgemeinen religiös paritätisch und tperben meist von Knaben und Mädchen besucht. Die Ausland- f et ulen verlangen ein ganz ausgezeichnetes Lehrermaterial, so daß sich nur die tüchtigsten Lehrkräfte um den Auslanddienst bewerben sollten. Die Anforderungen sind in jeglicher Beziehung ganz außerordentlich hoch. Minrstcrialrat Dr. Liidhos, Der einstige Leiter der Deutschen Auslandsschulen in Bukarest, and enen bei mehr als 2060 Schülern über 100 Lehrer wirken, sprach sodann über das Thema Was sott das werden? Wein Jüngster wollte schon die ganze Zeit keinen Ueberzieher mehr anziehen. Aber wir sind doch im Januar, behauptete meine Frau. Wegen des Familienfriedens stand ich ihr bei und befahl das Anziehen. Aber er kam stets aus der Schule und hatte den Mantel auf dem Arm Gestern und heute habe ich Rücksicht geübt und ihm den Mantel erlassen, denn ich selber merkte bei einem Spaziergang, wie warm es ist. Ich kann nun den Jungen voll und ganz verstehen. Also den Ueberzieher aus! Und wenn auch ber hundertjährige Kalender ober sonstige Wetter. Propheten strenge Kälte vorausgesagt haben. Ja was soll das werden? Die Sturme ber letzten Tage und Rächte haben die Luft rein ge- fegt. Klar und sonnenbeschienen hegt bie Landschaft da. Heller Sternenhimmel scheint den Frost Au künden, aber am Morgen weht uns wieder Frühlingswind ins Angesicht. Die Berge aber, Die doch sonst mit ihren weißen Häuptern wett- । bin grüßten, haben auch nur einige schmutzig graue Flecken, weiter nichts. Die Wetterberichte schreiben: Ski und Rodel mäßig. .. Ski und Rodel ausgeschlossen! ... Arme Urlauber, die sich das ganze Jahr auf diese freien Tage gefreut naben! Run macht ihnen ausgerechnet der Januar einen dicken Strich durch die Rechnung. Heute morgen lärmten und zwitscherten die frechen Spatzen auf der Dachrinne, daß ich beim Aufstehen dachte, draußen im Felde fangen die Lerchen. So leicht — und fo gern! - läßt sich Der Mensch täuschen. Ja, die Spatzen fühlen sich wieder, wenn die Erde von der Sonne bestrahlt wird. Die Knospen der Bäume schwellen an. die kleinen Weidenkätzchen schauen schon ein bißchen neugierig durch bic braune Schale. Die Wiesen glänzen so verdächtig grün. Heberall will sich Leben zeigen. Ja, ein paar schüchterne Veilchen haben sich in meinem Garten hervorgewagt. Sie blühen! Die Schneeglöckchen treiben grüne Spitzen. Was soll bas werben? Die Kinder. Denen zu Weihnachten ein Ball geschenkt wurde, tragen ihn in Die Sonne und versuchen Damit zu spielen. Gestern sah ich Die ersten „Schießer" bei Knaben. Die Straßen sind ja trocken. Wenn wir noch zwei Tage Sonnenschein haben. Dann können wir wohl Januar- ff a u b schlucken, sobald Die Autos vorbeiflitzen. Die eigentlichen Herren des Januars aber, Die Schlittschuhe und Schlitten, die Eintrittsabonnements auf Die Eisbahn, wo sind sie? In irgend einem Winkel träumen sie, bestaubt und beschämt über ihr überflüssiges Dasein, inwendig aber erfüllt von der großen Hoffnung: Geduld! Geduld! Es kommen auch noch andere Tage. Wenn Schnee und Eis Die Welt bedecken, dann sind wir Die Industrie und Handelskammer Gießen und der Gießener Hochschulgesellschaft veranstaltet werden, haben hinsichtlich der Beteiligung ein recht erfreu liches Ergebnis gezeitigt. Bis gestern abend hatten sich für die ganze Dauer des Kursus, bic sich auf die Zeit vom 16. Januar bis 20. März erstreckt, schon rund 150 Teilnehmer gemeldet. Die Kurse werden heute abend im Großen Hörsaal der Universität eröffnet. Als erster Vortragender spricht Universttats- Professor Dr. M o m b e r t. Die Kurse seien allen, dte sich bisher zur Beteiligung noch nicht entschließen konnten, noch einmal zum Besuche angelegentlich empfohlen. ** Andachten für evangelische Studenten. Die dritte Andacht in diesem Semester findet am Freitag. 17. Jan.. 20 Uhr, in der Alten Friedhofskapelle, Licher Straße, statt. Dieie Andacht, die Prof. D. H. Bornkarnm halten wirb, steht unter bem Gebanken: Vaterlanb. ** Gründung einer Frauengruppe im GDA. Mefer Tage hielten, wie man uns berichtet, die weiblichen Mitglieder bes GDA. ber Ortsgruppe Gießen im „Pfälzer Hof" hier eine Versammlung ab, die gut besucht war. Die Frauenführerin Frl. Reumann- Frankfurt a. M. sprach über die Frauen im Beruf und ihre Einstellung zur Organisation. Die anschließende Aussprache war sehr rege. Es wurde beschlossen, zwecks Pflege besonderer Vortragsabende eine Frauengruppe ins Leben zu rufen und regelmäßig zusammenzukommen. Als Vorsitzende wurde Frl. Geiß gewählt. ** Gaufachgruppentagung der Be - hördenange st eilten. Die Gaufachgruppe Hessen der Behördenangestellten in Staat und Gemeinden im GDA. hält am nächsten Sonntag in Gießen eine Gaufachgruppentagung ab. Reichsfachgruppenleiter Schimpf (Berlin) wird über „Die Bedeutung des Behördenangestellten in der Verwaltung" sprechen. ** Die Papageiei:einfuhr nach Hessen gesperrt. Der hessische Innenminister hak mit sofortiger Wirkung die Einfuhr von Papageien und Sittichen nach Hessen verboten. Dadurch soll, soweit als möglich, einer Einschleppung der Papageienkrankheit, Die bereits mehrere Tokwsopfer gefordert hat, nach Hessen vorgebeugt werden. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Langjähriger Abonnent. Die Kosten von notwendigen {Reparaturen hat der Hauseigentümer zu tragen, ebenso die Kosten der Treppenbeleuchtung, ohne daß hierdurch allein für den Eigentümer das Recht auf Forderung nach höherer Miete entsteht. f). L. Die Adressen von Lieferfirmen und Waren- beziigsquetten können wjr aus naheliegenden Gründen im Briefkasten nicht nennen. sagen: „Diese köstliche Haferspeise ist gesundheitsfördernd“. In 3 —5 Minuten fertig gekocht. Seit 50Jahren genießen der Name und die Schutzmarke „Quäker“ unbedingtes Vertrauen und bürgen für Reinheit, Geschmack und Bekömmlichkeit. Quäker Rßftidffodcen Dom Zentralinstitut für Erziehung und Unter- „Der d o u t s che A u s l a n dl e h i e r . Er brachte richt und mit Unterstützung bes Hessischen Mini- etwa folgendes: Das Deutschtum im Ausland steht - - — - - - ‘ ~ 1 und fällt mit der deutschen AuslanbssckMe, mtthtn tehen auch dem Lehrer an deutschen Auslands- chulen ganz besondere Aufgaben zu. Sein Hauptbetätigungsfeld ist und bleibt sein Schule. Es wird bem Lehrer am Anfang oft schwer fallen, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Auch die Mitarbeit im kirchlichen Leben seiner Schulgemeinde wird, wenn es dem Lehrer liegt, oft segenbringend für beide Teile fein. Besondere Anforderungen an ihn stellt aber bas Dereinswesen, das bei Den Ausländsdeutschen noch höher entwickelt ist, als bei uns in der Heimat. Da auch von anderen Lehrern, Nicht- deutschen, und anderen Schulen seiner Gemeinde pädagogische Ratschläge von ihm zuweilen gefordert werden, so muß er auf pädagogischem Gebiet ganz besonders bewandert sein: Mustergültige Probelektionen und Vorträge zu hakten muß von ihm erwartet werden können. Die Anforderungen bie an bic Auslandslehrer gestellt werden, müssen deshalb recht hoch sein. Der Lehrer sei ferner gesundheitlich auf der Höhe, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Das günstigste Alter für den Auslandsdienst sind die Lebensjahre von 25 bis 35, am besten unverheiratet. Daß er auch gesellschaftlich nicht aufsallen Darf, ist selbstverständlich. Der Redner schilderte bann noch einiges aus feiner Erfahrung über die Vorbildung der Auslandslehrer in besonderen Lehrgängen. Die Entlohnung des Auslandslehrers hält sich infolge der knappen Mittel in mäßigen Grenzen, jedoch ist das Existenzminimum gesichert. Der wesentlichste Gewinn für Den Aus- iandslehrer wird immer geistiger Art sein. Schulrat Niemann Direktor des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, behandelte anschließend in einer Klasse der hiesigen Volksschule „Die Besiedelung des Banats hur chdentsche Auswanderer (Schwaben) und das Schicksal derselben" und in einer gemischten Klasse von Oberrealschülern und Berufsschülern den Gegenstand „Erlaß des Preußischen Ministers wegen Errichtung von Polnischen Schulen in Deutsch-Oberschlesien und die Behandlung von Minderheiten, insbesondere das Verständnis für Recht des Volkstums jedes einzelnen Bürgers". Bei beiden Lehrproben zeigten die Schüler größtes Interesse. Rach einer Mittagspause sprach zunächst Schulrat Riemann über „AuslanDsdelltsch- tum in unseren Schule n". Er wies darauf hin. wie zweckmäßig und erfolgreich die Behandlung von Volkstumsproblemen in unseren Schulen durchgeführt werden kann. An der Hand Dieser Probleme können die Begriffe Volk und Staat getrennt und in ihrem Kern erfaßt und Damit ein wesentlicher Teil staatsbürgerlicher Erziehung geleistet werden. Eine Aussprache über Die Lehrproben vom Vormittag und das Thema des Nachmittags beendete den ersten Tag des Lehrgangs. 3m Zusammenhang mit diesem Vortragskursus sand abends ein „AuslandsDeutscher Abend" in der Aula Der Universität statt, bei dem Professor Dr. C h a k i aus Rumänien und Gewerkschaftsselretär Furtwängler aus Der- I lin Vorträge hielten. Wir werden Darüber noch * berichten. Herren. Unwillkürlich gedenken wir des Januars 1929. Heute Frühlingstage, damals sibirische Kälte! Beim Aufräumen fielen mir Deute einige Ansichtspostkarten, die ich während des Sommerurlaubs nach Hause geschickt hatte, in die Hände. Warum legte ich sie nicht so schnell weg, wie im letzten Winter, als draußen die Welt erftarrt war? Warum ging ich ans Fenster und schaute nach Der sonnen beschienenen Flnr und hatte sogar ein wenig Herzklopfen? Was soll das den. und Onkel 46jD 0321 Kohlrabi in Scheiben... statt 0.78 nur 0.71 Jedermann ist herzlich eingeladen 450 D Der Kirchenvorstand der Markusgemeinde [Vermietungen 11 Pens. Brandl Bäne 22 45ID 1.40. Mietgesnche. Lieferung frei Haus! LNüusbuvg 3 Telephon 2829 Vereine ~~| Stück 0.36 Pfund 0.60 rnterh.-ftbend. 458V gehen. 4650 7, Pfund 1.05 Pfund 1.15 454V I46A 5% Rückvergütung 3 Pfund 0.62 3 Pfund 0.88 10 St. 1.40 10 St. 1.20 Gemüse-Erbsen Jungen Erbsen statt 0.92 nur 0.87 statt 1.1O nur O.98 Wachsbrechbohnen Leipziger Allerlei. Junge Erbsen, mittelfein, statt 1.08 nur 0.92 Gem.-Erbsen m. Karott.,statt 0.68 nur 0.62 statt O.68 nur 0.63 M 0.78 nur 0.74 statt 0.74 nur 0.68 statt O.88 nur 0.78 statt 0.74 nur 0.68 Süfee Orangen Mandarinen... Schnittbohnen. 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Januar, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche Veranstaltet von der Markusgemeinde Mitwirkendc: Frl. Christlene Partenheimer, Gießen (Sopran) — Frau Elfriede Fischer, Gießen (Cembalo) — Das Kammerorchester der Volkshochschule Gießen (Leitung: Herr Fr. Bauer jr., Gießen) — An der Orgel: Herr Stadtorganist Heinz Simon, Gießeq Programm mit Texten abends am Kircheneingang zu 30 Pf. In tiefer Trauer: Helene Deibel geb. Zedier Marie Fuchs geb. Deibel Ludwig Fuchs III. / Werner Fuchs. Lollar, Gießen, Ruttershausen, den 15. Januar 1930. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 18. Januar, nachm. 4 Uhr, von der Friedhofshalle aus statt. PreisaMW teiSd WESTDEUTSCHE MUHLE»KRAFTFUTTEREABRHC* D9M-HAFEN Duüu&n Siikcsttnlasnan uns oda Jhran JfdndLerJItustuu-Jlußdärun^TlfwAschn^en. Freitag, den 31. Januar und 7. Februar: Novalis: Die Kunde einer neuen Welt Universität, Hörsaal 41, jeweils 20.15 Uhr Gesamtkarten (für 4 Vorträge) Mk. 2.50. Studenten Mk. Einzel karten Mk. 0.80. Studenten Mk. 0.40. 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Die Nachbarin zur Linken: „And er war's dabei doch, ja?" Nach dem Diner wankt der Professor stöhnend zu der Dame des Hauses und berichtet von der Frage samt allen Antworten. Die Dame des Hauses (träumerisch): „Also wird man es nie herausbekommen, wer's gewesen ist ..." Der arme Professor verläßt erschüttert das Haus. Zugleich mit einem von den Gästen, einem Engländer. Der Professor kann nicht umhin, diesem zu erzählen, daß er auf die Examensfrage „Wer hat Hamlet geschrieben?", die Antwort „Ich nicht" erhalten, daß dann die eine Nachbarin „And er war es also nicht?", die andere aber „And er war's dabei doch, ja?" auägcrufen, und daß endlich die Dame des Hauses daraufhin entschieden habe: „Also wird man es nie herausbekommen, wer's gewesen ist ..." Der Engländer: „Augenscheinlich". In einer schottischen Sonntagsschule hat der Pastor soeben von Jakobs Traum erzählt, und wendet sich jetzt an die Kinder: „Hat jemand irgendeine Frage zu stellen?" Da steht ein kleiner Junge auf und sagt: „Herr Pastor, die Engel haben doch Flügel mit Federn. Na, und wenn sie Flügel haben, wozu daß der Gesunde die Krankheit an sich ziehen werde. Will man im Havelland wissen, ob ein Kranker am Leben bleibt, so mißt man an drei aufeinanderfolgenden Tagen seinen Rücken. Wird er kürzer, so soll der Kranke sterben. 3n Ostpreußen nimmt man das Maß des Kranken mit einem Faden, den man einem Toten ins Grab legt. In der Mark und in Westpreußen verwendet man gegen die Tollwut sog. Tollhölzer, Holzbrettchcn, die mit uralten Zauberformeln beschrieben sind Die Kaschuben schreiben Magenschmerzen einem froschartigen Wesen mit langen Armen zu, das sich im Magen,an- klammert. Im Braunschweigischen kennt man noch heute den „Hochvater" und die „Hochmutter"; das sind Deckelschalen der Turboschnecke, die in Braunschweig früher sogar in Apotheken zu haben waren, und die gegen alle Krankheiten helfen sollen. Heute findet man sie noch in Oesterreich in Form von Ringen und Busennadeln al3 Heilmittel. Für besonders heilkräftig hielt man zu allen Zeiten die Edelsteine; es gibt nach den Krankheiten geordnete Verzeichnisse, aus Denen Abergläubische ablesen, welchen Stein man im Einzelfall verwenden soll. Achate werden, fein gemahlen, als Gegengift gegen Schlangenbisse in Wein getrunken; die Mohanunedaner trinken geriebenen Achat in Apfelsaft gegen Fieberwahn; jeder der diesen Stein bei sich trägt, soll gegen Ansteckungen gefeit sein. Der Amethyst führt seinen griechischen Namen von der ihm zugeschriebenen Eigenschaft, vor Trunkenheit zu schützen, auch soll er Neuralgien und Nervenleiden heilen, wenn man damit leicht über die Stirne streicht. Leidet man an Zahnschmerzen, an Magen- oder Leberleiden, so legt man sich eine Kette von Aquamarinen um den Hals; gegen entzündete Augen verwenden viele Leute kugelrunde Rheinkiesel, die in einem Säckchen auf der Brust getragen werden. Der Blutstein, eine Eisenverbindung, verführte durch seine Farbe zu Dem Gedanken, er könne Blutungen stillen, wenn man ihn auf Wunden legt. Er wurde sogar noch im Burenkrieg von den Buren benützt. Ein Malachit - in Herzform soll die Geburtswehen erleichtern, der Granat gegen Fieber und Pest helfen; den Karneol benützt man in China gegen Verdauungsstörungen, das Katzenauge genannte Quarz gegen Asthma, und Korallenpulver „muß" bei inneren Leiden mit Wasser getrunken werden. In Indien stehen die Bezoarsteine, Abscheidungen aus Dem Darm Der Bezoarziege, hoch im Ansehen und im Preis. Aehnliche Steinbildungen des menschlichen Körpers, Harn-, Gallen- und Nierensteine, die einen Durchmesser von etwa zwei Zentimeter haben, werden fein poliert und als Schutzmittel gegen Bisse und Stiche von Skorpionen, Bienen, Spinnen und.Schlangen, in manchen Familien von Generation za Generation vererbt. Sie „verlieren" ihre Kraft — die sie nie besessen haben —, wenn sie um schnödes Geld verschachert werden. Andere „heilkräftige" Mineralien sind die Adlersteine. hohle Toneisensteine mit klappernden Einschlüssen, sowie die Krebssteine oder Krebsaugen, Kalkablagerungen von den Seitenwänden des Krebsmagens. Ein solcher in einen Ring gefaßter Krebsstein gehört übrigens seit Joachim II. zum preußischen Kronschatz. Für die Krankheitsheilung sind nach überliefertem Aberglauben auch Farben nicht bedeutungslos. Alte Frauen behaupten, daß roter Flanell, um die Lenden gelegt, den Hexenschuß besser heile als weißer. Heute noch tragen in England Frauen beim Stillen blaue Fäden um den Hals, um vorn Kind das Fieber fernzu- halten. In Westindien soll ein Streifen roten Stoffes, um den Hals gewickelt, vor Keuchhusten bewahren; gegen Nasenbluten will man sich durch einen mit neun Knoten versehenen Strang roter Seide schützen. — Arn verderblichsten wirkt sich der Aberglaube aus, wenn er zu geschäftlichen Zwecken mißbraucht wird. Schließlich ist ja das ganze Kurpfuschertum zum größten Teil auf war dann die Leiter von der Erde zum Himmel aufgestellt, daß sie Darauf klettern mußten? Sie konnten doch fliegen 1" Der Pastor ist perplex, will aber die Klasse nichts merken lassen, und sagt darum: „Brav, mein Junge, das ist eine sehr gute Frage. Nun, Kinder, ich will euch nachdenken lassen. Wer als erster Die Frage beantwortet, kriegt einen Schilling." Es waren Kinder armer Leute. Ein Schilling war eine unermeßliche Summe. Alles dachte angestrengt nach. Endlich hebt ein noch kleiner Junge die Hand. „Nun, meine Junge," fragt Der Pastor, „warum brauchten sie Die Leiter?" „Herr Pastor, Engel haben wohl Flügel mit Federn... Aber um diese Zeit mauserten sie gerade..." Ob er den Schilling bekommen hat, weih ich nicht. Hochschulnachnchien. Professor Dr. Karl Friedrich Bonhoeffer in Berlin hat Den Ruf auf Den Lehrstuhl Der physikalischen Chemie in Frankfurt a. M. als Nachfolger von Prof. R. Lorenz angenommen, hingegen Die Berufung nach Zürich abgelehnt. — Professor D. Ernst Kohlmeyer inBres - lau hat Den an ihn ergangenen Ruf auf Den Lehrstuhl Der Kirchengeschichte an Der Aniver- sität Halle als Nachfolger des Geheimen Kon- sistorialrates Johannes Ficker angenommen. — Der ordentlichen Professor Dr. Günther Iach- mann in Köln ist ein Lehrstuhl für klassische Philologie an der Aniversität Leipzig angeboten worden. — Der ordentliche Professor für Vermessungswesen an Der Technischen Hochschule in Stuttgart, Dr. O. von Gruber ist auf sein Ansuchen aus Dem Württembergischen Staatsdienst entlassen worden und wird in den Dienst der Firma Zeih (Jena), zurücktreten; zu seinem Nachfolger auf dem Stuttgarter Lehrstuhl ist Der Privatdozent Dr.-Ing. Leo Fritz von Der Technischen Hochschule in Hannover berufen worden. — Die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt a. M. hat Professor Dr. phil. Paul Duden ehrenhalber Titel und Würde eines Doktors der Naturwissenschaften verliehen für seine Verdienste um die entscheidende Förderung der Chemie in wissenschaftlicher, technischer und organisatorischer Hinsicht. — Der Ordinarius Der alten Geschichte an der Universität Halle Dr. Wilhelm Weber hat einen Ruf nach Tübingen erhalten. aus dem Kreise Gießen Raddruck verboten. 12 Fortsetzung. wenig wäre aller- Aberglauben aufgebaut, ob es sich nun um Biochemie, Chiropraktik, sidcrisches Pendel. Gesundbeten oder sonst ein angebliches Hellverfahren handelt. In Deutschland zählt man einschließlich der Kräuterhändler etwa 35 000 Kurpfuscher, ein Beweis für die ungeheure Verbreitung des Aberglaubens! Mann dazu sagen würde." ..Teuerste Frau von Wildhofen, Sie sollten freundlichen Lächeln verzogen, ruhten ihre Augen so scharf und forschend auf dem jungen Mädchen, daß sie dadurch einen unangenehmen, lauernden Frau von Wildhofen zögerte noch ein mit der Antwort. Auf diese Weise Der Traum w GM. Roman von E. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. Ausdruck gewannen. „Oh, fahren Sie mit uns, Fräulein Horteri" rief sie dann nach kurzem Zögern in sühlich- freundlichcm Tone. ..Bitte, Frau von Wildhofen, lassen Sie Ihre Richte mit von der Partie fein; das kleine Ding Hal sicher gern ein Vergnügen. Auch würde sich Sabine sehr freuen, eine Altersgenossin an ihrer Seite zu haben. Ich werde alle beide unter meine Fittiche nehmen." Tante Hanna sah ganz geheimnisvoll aus und sagte mit Nachdruck: „Wer weih, warum! Dein guter Onkel hat stets seine triftigen Gründe für das, was er sagt." Doris errötete ein wenig, kaum wußte sie warum, und machte sich dann mit Eifer an die Zeitungslektüre. Sie sah wirklich in der Hellen Morgenbeleuchtung recht blaß aus, die kleine Doris! Ihre sonst so frischen Farben waren verblichen und um ihre Augen zogen sich dunkle Schatten. Hatte sie ' doch auch sehr schlecht geschlafen, in Gedanken an die sich vorbereitenden Ereignisse, in die sie so ganz gegen ihren Willen hineingezogen wurde. Sie wußte nicht, ob sie recht oder unrecht getan hatte, des Rechtsanwalts Bitte zurückzuweisen: dagegen sah sie bei ruhiger Llcbcrlegung ein, daß er von seinem Standpunkt aus nicht anders handeln konnte, als die Wahrheit aufdecken. Mußte er doch als ehrlicher Freund Kurt vor dem bewahren, was er ein großes Unglück nannte. Aber war es denn wirklich eins? Kann es jemals für einen Mann ein Unglück sein, das Mädchen zu heiraten, das er innig liebt, wenn dieses ihm auch Treue und aufrichtige Liebe entgegenbringt? Während ihr Verstand dem Rechtsanwalt beistimmte, flüsterte ihr das Herz ganz andere Dinge zu, und sie gehörte nun einmal zu jenen Frauen - Gott möge sie dafür segnen —, die immer nur den Eingebungen ihres Herzens folgen. Wenn Sabine ihn nun aus eigenem Antrieb auszugebcn vermöchte, statt ihn zu sich herunterzuziehen, ja, was für ein edles Wesen wäre sie dann! So dachte die kleine, rechtliche Doris. Sie hätte es ohne Besinnen getan: ob aber Sabine sich dazu verstehen würde, das blieb eine ungelöste Frage. Der Morgen nach der Gesellschaft hatte unruhig begonnen. Aach dem sehr zeitig eingenommenen Frühstück, an dem die Damen natürlich noch nicht teilgenommen hatten, waren die Herren sofort zur Jagd aufgebrochen. Gleich nach ihrer Entfernung war Doris in die Vorratsräume gerufen worden. Dann hatte sie das Dessert für die Tafel bereitgestellt und Blumen und Früchte arrangiert, bevor sie sich zu ihrer Tante begab, der ihr blasses, übernächtigtes Aussehen auffiel. Das junge Mädchen war jetzt bei der Ausübung ihrer Pflichten und hatte einige Mühe, ihre Gedanken zu sammeln. Wenn der Rechtsanwalt sich nun doch nicht enthalten konnte. Pächters fahren, in dem man frühstücken will. Ich fürchte, daß in dem kleinen Wagen kein Platz fein wird." „Oh, könnte man an Stelle des Dogcarts nicht einen größeren Wagen nehmen, der uns alle vier, Sic. Fräulein Horter und uns beide nebst den Frühstuckstörben au^nehmen würde?" fragte Frau von Rechten in flehentlichem Ton. „Oh, was mich betrifft, kann ich gar nicht daran denken, mitzufahren: ich würde mich bei dem Wetter zu Tode erkälten!" wehrte Frau von Wildhofen ab. „Auch würde man so bei uns nie handeln. Ich weiß wirklich nicht, was mein Aufträge geben kann." Frau von Rechten hüpfte förmlich von Freude wie ein junges Mädchen und klatschte vergnügt in die Hände: Doris aber dagegen nahm die ihr gewährte Erlaubnis ihrer Tante ziemlich gleichmütig hin. Sie war bei ihrer Ditte einer plötzlichen Eingebung gefolgt, und als sie eine Stunde später im Wagen sah, die beiden Damen ihr gegenüber und die hochaufgetürmten Frühstückskörbe neben sich, konnte sie sich gar keine Rechenschaft darüber geben, warum sie plötzlich den Wunsch gehegt hatte, mitzufahren. War es etwa ein dunkler Verdacht, daß Frau von Rechten bei dieser Fahrt irgendeine geheime Absicht aussühren wollte? Eine innere Stimme schien sie zu mahnen, diese Frau nicht gänzlich ihren schlimmen Plänen unbeaufsichtigt zu überlassen. Der Weg war lang und die Kälte wurde empfindlich. Die drei Insassinnen des Wagens waren ziemlich schweigsam, und Doris hatte Muhe genug, die Züge ihrer Begleiterinnen verstohlen zu beobachten. Frau von Rechten sah erregt aus, dabei lag es wie ein heimlicher Triumph auf ihren Zügen: Sabine aber schien keineswegs in froher Stimmung zu sein. Soviel lieh sich wenigstens erkennen, daß sie nicht den Anlaß zu dieser Fahrt gegeben hatte. Dies geschah viet eher gegen ihren" Willen, denn sie sah gedrückt und kummervoll aus. Endlich erreichte man das HauS des Pächters, wo das Frühstück eingenommen werden sollte. Dort herrschte bereits reges Leben, und alles war beschästigt. in den: größten Zimmer des Hauses, das für diesen Zweck ganz ausgeräumt und mit Tannegrün geschmückt worden war, die Vorbereitungen für das Mahl zu treffen. Alle Hände rührten sich jetzt, um die mitgebrachten Korbe ihres Inhalts zu entleeren, und auch Doris legte mit Hand an beim Auspacken der Gläser und anderer zerbrechlicher Dinge. (Fortsetzung Hflt) vor wenigen Monaten auf ein 75jahriges Bestehen zurückblicken konnte, stammt noch aus kur- hessischer Zeit. Als Aauheim 1854 zur Stadt erhoben wurde, fand gleichzeitig die Verlegung des Gerichts von dem kurhessischen Amtsorte Dorheim nach hier statt. Das Amtsgericht blieb neben Friedberg auch bestehen, als Aauheim 1866 Hessen-Darmstadt zugeteilt wurde. Wohl trug man sich damals in. Darmstadt auch mit Abbaugedanken. Aber eine nach der neuen Landeshauptstadt gesandte Abordnung, die den Willen einer Bürgerversammlung übermittelte, wußte die Regierung davon zu überzeugen, daß für die besonderen Verhältnisse der aufstrebenden Bade- stadt das Verbleiben der Justizbehörde notwendig sei. Heute sind die Verhältnisse nicht anders. Die starke Frequenz des Bades hat den Amtsverkehr der Kurgäste und Saisonangestellten mit den Gerichtsbehörden im Gegenteil ganz erheblich vermehrt. Und es ist nicht Kirchtumspolitik, wenn der Kenner der besonderen hiesigen Verhältnisse, trotz ollem Verständnis für die Aot- wendigkeit der geplanten Derwaltungsreform. für die Erhaltung des Amtsgerichts in der Weltbade st adt neben dem der nahen Kreisstadt eintritt. ziellen Lage der Stadt genügt es zu bemerken, daß diese in den letzten Jahren eine angespannte, aber immerhin keine ungünstige war. Unser Hauptstreben muh in Zukunft sein, vor allem die Zinslasten und Ausgaben zu senken, um auf diese Weise den städtischen Haushalt zu entlasten. Ich verspreche Ihnen, solange ich die Geschäfte der Stadt Grünberg zu führen habe, in jeder Beziehung meine Schuldigkeit weiterhin zu tun und darf hierbei hoffentlich auf Ihre allseitige Unterstützung voll und ganz rechnen. Dabei möchte ich eine Bitte an Sie richten, jede persönliche Schärfe zu vermeiden, denn einer gedeihlichen Zusammenarbeit kann diese in keiner Weise förderlich sein. Lassen Sie uns unsere gemeinsame Tätigkeit jetzt aufnehmen in dem einen Gedanken, zu wirten Hand in Hand für die Stadt Grünberg." Von einer Seite wurde angeregt, die Sitze so zu regeln, daß die von jeder Liste Gewählten beieinander kämen, da aber Widerspruch erfolgte und man jeden parteipolitischen Zuschnitt des Gemeinderates vermieden wissen wollte, einigte man sich darauf, es bei dem alten Zustande zu belassen, so daß die Sitze nach der Reihenfolge, wie sie die Wahl ergab, verteilt wurden. Es wurden hierauf die einzelnen Kommissionen gebildet: 1. Beleuchtung. Straßen und Gelände, 2. Faselvieh, 3. Holzverkauf. 4. Finanzen, 5. Märkte. 6. Feuerlöschwesen, 7. Wasserwerk, 8. Wohlfahrt. 9. Schulvorstand, 10. Friedhof. Die Besetzung erfolgte im allgemeinen nach den Vorschlägen des Beigeordneten, als Kontrolleur wurde Herr Zinßer bestimmt. — Beratungsgegenstände wies die Tagesordnung nur wenige auf. H. a. ist zu erwähnen. daß beschlossen wurde, bei den Brenn- holzver st eigerungen, wie bei den Holiver käusen auf dem Submissionswege die staatlichenDedingungen gelten zu lassen. Rückblick in Watzenborn-Steinberg. Watzenborn-Steinberg. 14. Ian. Einen kurzen Rückblick auf die von der seitherigen Gemeindevertretung in den letzten vier Jahren geleistete Arbeit zu werfen, erscheint jetzt angebracht. 3n der Zusammensetzung des Gemeinderats trat durch den Tod des langjährigen verdienten Mitgliedes Fabrikant Ldw. Haas ein Wechsel ein. An seine Stelle trat Weißbinder Gg. Burger II. In den letzten vier Jahren wurden insgesamt 113 Sitzungen ihren Vetter Kurt heute auf der Jagd vor der ihm drohenden Gefahr — wie er sich ausgedrückt hatte — zu warnen? Aber nein! Hagenau hatte geäußert, er wolle in keiner Weise eingreifen, solange er ein Gast im Schlosse sei, und Doris schenkte seinen Worten Glauben. Es war überhaupt erstaunlich, wieviel Vertrauen sie zu diesem Manne hegte, trotz der kurzen Bekanntschaft und ihren verschiedenen Ansichten. In dem Augenblick, als Doris die Zeitung zu- sammenlegte, kam Frau von Rechten in das Zimmer „geflattert". Der Ausdruck bezeichnete am besten die übertrieben jugendliche und zugleich erregte Art ihres Eintritts. In sichtbarer Hast, mit lebhaft glänzenden Augen schwebte sie daher, mit den weißen Händen unruhig gestikulierend. Auch die verschiedenen Bänder und Schleifen an ihrem Morgengewand befanden sich in flatternder Betvegung, als sie auf Frau von Wildhofen zusteuerte. „Ach, liebste, teuerste Frau von Wildhofen, dürfen wir — können wir — ist es gestattet, Sie um etwas ganz Besonderes $u bitten? Werden Sie einwilligen? Werden Sie uns die außerordentliche Freude bereiten und — “ „Worein soll ich willigen?" fragte Tante Hanna, ganz verblüfft über diesen stürmischen Lieberfall. „Wenn ich irgend etwas für Sie tun kann, so sprechen Sie sich bitte aus!" „Oh, es ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, meine beste Frau von Wildhofen! Meine Tochter ist nur zu zaghaft, Sie selbst darum zu bitten. Sie hat nämlich noch nie in ihrem Leben — kaum werden Sie es glauben — einem Iagdfrühstück beigewohnt. Lleberall, wo wir, hier oder im Auslande, auf Landgütern zu Besuch waren, war es bei größeren Jagden Sitte, daß die Damen dcn Jägern das Frühstück in den Wald brachten und bann daran teilnahmen." „Ich habe, das mehr als einmal mitgemacht: meine Sabine aber, das arme Kind, hatte stets das Llnglück, daran verhindert zu sein. Einmal war sie erkältet, ein anderes Mal hatte sie einen verstauchten Fuß, und ein drittes Mal hielt sie eine heftige Migräne im Hause zurück. Mit einem Wort: sie ist nie dazu gekommen, das kennenzulernen und hätte deshalb so große Lust, heute hinauszufahren. Den Jägern soll doch das Frühstück gebracht werden, wie wir hören. Sabine war nie so glücklich, einem solchen Picknick einmal beiwohnen zu können." Frau von Wildhofen, deren Gewohnheiten und Grundsätze so fest standen wie ungefähr die Fixsterne am Firmament, geriet bei den Worten ihres Gastes in Verlegenheit. „Ich muß gestehen, Frau von Rechten, daß ich wirklich nich! weih, was ich Ihnen erwidern soll", tagte sic zögernd. „Mein Mann arrangiert derartige Sachen stets allein, so auch heute. Der Diener soll mit dem Dogcart bis zum Hause des aogehalten. (1925: 24, 192«.: 29, 19^o: 29, 1929. 31.) In diesen wurde über 856 Punkte (235, 173, 209. 239) beschlossen. Hinzukommen noch die zahlreichen Sitzungen der einzelnen Ausschüsse. Aus der Derwaltungstätigkeit seien nur die hauptsächlichsten Angelegenheiten erwähnt: Durch Gewährung von Daudarlehen und Hebern ahme von Bürgschaften seitens der Gemeinde konnte die Bautätigkeit ganz erheblich gefordert werden. Lieber die überaus rege Bautätigkeit m unserer Gemeinde wurde bereits wiederholt ausführlich berichtet. Sie muß, wie auch in den davorliegenden Wahlperioden, als ein besonderes Verdienst unserer Gemeindevertretung angesehen werden. Schiller- und Gvethsstrahe wurden neu eröffnet, chauffiert, die Wasserleitung und die Kanalisation verlegt, ebenso erfolgte die Chaussierung der Kirchstraße. Die Gartenstraße und Müllergasse konnten mit Kleinschlag her- gestellt werden. Die Borngasse wurde durch Geländeerwerb nach der Fahrtgasse durchgeführt. . Die .Umbenennung von Straßen erfolgte, ebenso die Anschaffung von Straßen- und Hausschildern. Die Einrichtung einer K o ch s ch u l e und Einführung des hauswirtschaftlichen Linker richt s wurde ermöglicht. In den Beginn der Sitzungsperiode fiel die Llebergabe der bereinigten FeldgemarkungOber st einberg. Die Feldbereinigungsarbeiten der Gemeinde selbst waren in vollem Gange. Die Gemeinde erwarb 5 Morgen fiskalisches Gelände, welches bei der Bereinigung als Gartenland für Landlose zur Unterteilung kam. Bei der Feld- brreinigung erhielt die Gemeinde rund fünfzig baureife Grundstücke und Gelände für einen neuen Friedhof. Durch Gewinnung von Steinen bei der Durchführung der Bereinigung konnten rund 600 Kubikmeter Kleinfchlag für die Orts- Kräften hergestellt werden. Aach Durchführung der Bereinigung wurden von der Gemeinde fünfzig Kirschbäump und 320 Obftbäume gepflanzt, die eigner Baumschule entnommen werden konnten. Insgesamt gelangten in den letzten zwei Jahren 670 Bäume zur Anpflanzung. Lim die Wasserknappheit in der trockenen Jahreszeit zu unterbinden, erfolgte die Fassung einer neuen Quelle und die Erbauung einer Pumpstation mit Motorenbetrieb zur Ergänzung bei anhaltender Trockenheit. Die Wasserleitung in der Bahnhosstraße wurde um 120 Mtr^. verlängert. Die Verlängerung des RohrkanalsI im Pmiz kam teilweise zur Durchführung. Ein vielumstrittener Punkt war die Lösung der Sportplatzfrage. Die Autolinie ©am« bach—Gießen wurde von der Gemeinde mit ins Leben gerufen und der Betrieb gefördert. Gegen die Schließung der Oberhessischen Werkst ä 1 t e nahm die Gemeindevertretung Stellung. Die Gründung der Freiw. Feuerwehr fand die Genehmigung der Gemeindevertretung, wie auch die Einkleidung. Eine fahrbare Feuerwehrleiter wurde beschafft. In der Schule wurde eine Volks- und Schülerbadeanstalt eingerichtet und die Schule gleichzeitig mit Dampfheizung versehen. Die Verstärkung des elektrischen Lichtnetzes machte die Errichtung einer zweiten Transformatoren st ation erforderlich. Die Strafte nach der Station Schiffenberg erhielt einige elektrische Richtungslampen. Die Ge- Heimrat-Sommer-Stiftuna fand ihre Annahme. Durch mit dem Fiskus abgeschlossene Verträge wurde das 'Befahren und Passieren der Waldwege neu geregelt. Ende vorigen Jahres erwarb die Gemeinde das Anwesen Der Witwe Müller. Ludwigstraße 22. zum Preise von 13 000 Mk., um die Bureauräume der Gemeindeverwaltung, die seither in unzulänglicher Weise untergebracht waren, dorthin zu verlegen. Aach innerer Instandsetzung, kleineren Llmänderungen und Anlage einer Warmwasserheizung ist das Haus seit einigen Tagen seiner Bestimmung übergeben. Einem schon lang bestandenen dringenden Bedürfnis ist durch den Erwerb dieses Hauses Rechnung getragen. Dieser kurze Rückblick ist wohl der beste BewerS dafür» welche überaus rege und vielseitige Tätigkeit die ©emeinbcDertrehmg in den letzten vier Jahren zum Wohle und im Interesse der Weiterentwicklung der Gemeinde geleistet hat. Oberheffen. Von einem Lastauto überfahren ° und getötet. Q] Lollar, 15.Jan. lleberfahren und auf der Stelle getötet wurde heute gegen 13 Uhr in der mittleren Hauptstraße durch einen Lieferwagen aus Großen-Linden der 66 Jahre alte Werkmeister Friedrich Deibel non hier. Der bedauernswerte Mann befand sich auf dem Wege von feiner in der Dcmbringer Straße gelegenen Wohnung zu seiner Arbeitsstelle bei den Buderusschen Eisenwerken, während der Lieferwagen auf der Fahrt von Gießen in Richtung Marburg war und gerade die scharfe, unübersichtliche Straßenbiegung durchfahren hatte. Die Sckuldfrage unterliegt zur Zeit der polizeilichen Ermittlung. Landkreis Gießen. XKlein» Linden, 15. Jan. Am Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein im Saale der Wirtschaft „Zur Burg" seine ordentliche Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Kaufmann Fr. Schimmel, gab einleitend einen Lieberblick über das verflossene Vereinsjahr und gedachte dabei auch der in diesem Jahve verstorbenen Kameraden. Der Rechner Pb. I u N g erstattete den Kassenbericht. Die Iahresrechnung wurde von den Rechnungsprüfern als einwandfrei bezeichnet und darauf dem Rechner von der Versammlung Entlastung erteilt. Bei dem Militärkonzert, das am 1. Februar auf Veranlassung des Vereins hier stattfindet, soll den hier wohnenden Kriegerwitwen das Eintrittsgeld erlassen werden. Weiter wurde u. a. beschlossen, an dem diesjährigen 40. Stiftungsfest des hiesigen Gesangvereins „Arion" teilzunehmcn. Der Krieger-, verein beabsichtigt, im Jahre 1931 sein 50jähriges Bestehen zu feiern. Vorbesprechungen finden pes- wegen statt. Am Schlüsse der Versammlung wurden zwei Kameraden neu ausgenommen, wodurch die Zahl der Vereinsmitalieder auf über 100 anwächst. Mit dem Liede „Ich hatt' einen Kameraden" wurde die Versammlung geschlossen. — Am vorigen Sonntag konnte Frau Marie Weigel Wwe., geb. Jung, ihren 8 0. Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau erfreut sich noch guter geistiger Regsamkeit. Ihre sämtlich noch lebenden fünf Geschwister stellen zusammen ein Lebensalter von 310 Jahren dar. so daß alle sechs Geschwister insgesamt 390 Jahre repräsentieren. * Leihgestern, 14.Jan. Am Samstag veranstaltete der Gesangverein ,,©intracht" im Vereinslokal „Zur Krone" einen Llnterhal- tungsabend. Der Vorsitzende, Herr Seipp, begrüßte die zahlreich Erschienenen und richtete in warmen Worten an sie die Mahnung, dem Gesangverein „Eintracht" auch weiterhin die Treue zu halten. Dann richtete er herzliche Worte des Dankes an den Dirigenten, Chormeister D a u t h, der keine Mühe und kein Opfer gescheut hat, den Verein in seltener Treue zu fördern. Der erste Teil des Abends wurde ausgefüllt von musikalischen Darbietungen, ausgeführt von Mitglieder des Orchestervereins Gießen, Frau D a u t h und dem Gesangverein „Eintracht" , unter der bewährten Leitung seines Chormeisters Dauth. Alle Mitwirkenden trugen ihr Bestes zum Gelingen deS Abends bei. Die guten Leistungen des Vereins verdienten volle Anerkennung. Aach dem musikalischen Teil kam der Humor zu Wort in einem Schwank, gespielt von einigen Damen und Herren, die durch ihr lebendiges und frisches Spiel alle Anwesenden in heitere Stimmung versetzten. Tanz beschloß den wohl- gelungenen Abend. Austakt in Grünberg. Grünberg, 14. Ian. Zu der ersten Sit- zung des neuen Gemeinderates unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller waren sämtliche 12 Gemeinderatsmitglieder erschienen. Der Beigeordnete verpflichtete zunächst die neu in den Gemeinderat eintretenden 7 Mitglieder Wilhelm Schmidt. Angestellter: Aikolaus Kröhle. Gewerbelehrer: August Seyvold, Studienrat: Carl Repp, Fabrikant: Schmidt IV., • Steinhauer: Christian B n ck, Landwirt: Heinrich Stock. Weber, während die seither dem Gemeinderat schon angehorenden fünf Herren auf ihre früher erfolgte Verpflichtung hingewiesen wurden. Es sind dies die Herren Heinrich Schmidt H., Schlossermeister: Karl Böß. Landwirt und Metzgermeister: Ludwig Zinßer. Wagner meister: Ernst Schell Haas, Bahnassistent: Julius Von-Ei ff. Spenglermeister. In einer kurzen Ansprache führte der Beigeordnete etwa folgendes aus: „Durch das Vertrauen der Wählerschaft sind Sie berufen, während der nächsten vier Jahre über die Geschicke dieser Stadt zu beraten und für ihre Bewohner mit zu sorgen. Mit der Würde übernehmen Sie auch die Bürde, und letztere wird manchmal nicht ganz leicht fein. Es werden Ihnen Fragen zur Entscheidung vorgelegt werden, bei denen Ihnen Herz und Gefühl v^lleicht etwas ganz anderes zuflüstcrn möchten, als der Geist. Letzterer soll nur eine Richtung kennen, welche in diesem Saal allen noch nach uns kommenden Vertretern maßgebend sein soll, nämlich die „Tue recht und scheue niemand", denn bei Ihren Entscheidungen soll in erster Linie das Wohl und Wehe der Gemeinde maßgebend fein. Daß wir, trotz allem äußeren Scheine, ein armes Volk geworden sind, daß unsere Wirtschaftslage sehr trübe ist, und sich mehr oder weniger auch bei dem Gemeinwesen bemerkbar macht, ist wohl hinreichend bekannt, und daß eine nachhaltige Besserung bald eintreten wird, ist wohl kaum mit Bestimmtheit anzunehmen. Aus diesem Grunde ist die Frage aufzuwerfen: „Welche Aufgaben erwachsen daraus einer vorausschauenden und vorsichtig disponierenden Stadtverwaltung nebst dem ©emeinberat?“ Die Antwort darauf lautet kurz:Spars am mit allenMitteln haushalten und Ausgaben, für die keine Deckung vorhanden sind, zu unterlassen! Zur sinan- Lim das Bad-Rauheimer Amtsgericht. eit, ohne sich hinsichtlich des Zeitpunktes der Einführung festzulegen. * Emaillierwerk A.-G., Fulda. Die Emaillierwerk A.-G., Fulda, ist mit einer holländischen Firma vertragliche Bindungen eingegangen. Hierdurch ist eine fühlbare Linkostenverbilligung und eine wesentliche Steigerung der Leistungsfähigkeit des schon bisher zu den größten europäischen Emaillierwerken zählenden Fuldaer Werkes erreicht worden. * A. G. Eharlo11enhü11e, Berlin. Die G.-D. setzte die Dividende auf 15 (i. 05.12) v. H. fest. Generaldirektor Dr. Bögler gab ein Bild von der Entwicklung dec 1926 an die Vereinigten Stahlwerke übergegangenen ehemaligen Siegerländer Werke und Beteiligungen der Charlotten- Hütte. Danach haben fid> die Siegerländer Betriebe unter der Zusammenarbeit mit der Ruhr günstig entwickelt. Die Erzförderung ist von 55 000 Tonnen monatlich im Safjre 1926 auf 85 000 Tonnen, die Grobblecherzeugung um fast 60 v. Sy, die Erzeugung an Feinblechen um 30 v. H., an verzinkten Blechen und Weißblechen um rund 60 v. H. gestiegen. Die Verarbeitung von Feinblechen zn Blechwaren aller Art wurde verdreifacht. Es ist gelungen, die Delegsa-aft von 7800 auf rund 10 000 Köpfe zu erhöhen und das Durchschnittseinkommen der Arbeiter um über 25 v. H. zu steigern. Der Gesamtumsatz konnte von 73 Mill. Mk. in 1926 auf 102 Mill. Mk. m 1929 gesteigert werden. Man ist weiter bemüht, billiges Gas und billigen Strom den Sieger» länter Werken zur Verfügung zu stellen, um dadurch eine neue, wesentlich wirtschaftlichere Basis für das Siegerland in Zusammenarbeit mit der Ruhr zu schaffen. Frankfurter Börse. 5 r a n E f u r t, 16. Son. Tendenz: zurückhaltend. - Sm Vormiltagsverkehr war die Tendenz wieder f c st, nachdem an der gestrigen Abendbörse auf verschiedene Gerüchte hin eine Abschwächung eingetreten war. Das Geschäft war aber nur bescheiden. Zu Beginn des offiziellen Marktes trat wieder ein Tendenzumschwung ein. Es machte sich verschiedentlich Abgabeneigung geltend, so daß die hohen vorbörslichen Kurse nicht gehalten werden konnten, obwohl der Stand der Haager Konferenz günstig liegt und sie ihrem Ende entgegengeht. Das Geschäft hatte erheblich an Umfang eingebüßt, obwohl niemand einen stichhaltigen Grund für den neuen Rückschlag der Börse anführen kann. Es wird gemutmaßt, daß mit einer Diskontermäßigung der Bank von England heute nicht zu rechnen sei, was auf den Mehrbedarf an Mediogeld zurückzuführen ist. Die Mitteilungen aus der Gläubigerversammlung der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- Aktien-Gesellschaft wurden besprochen und hinterließen nicht gerade den günstigsten Eindruck. Das dürften im wesentlichen die ersichtlichen Gründe der heutigen Zurückhaltung gewesen fein. 3m Grundton der Börse war aber eine unvermindert starke Widerstandsfähigkeit zu erkennen, denn obwohl die Kurse nachgaben, waren gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist immer noch Besserungen zu verzeichnen. Am Elek- tromarkt eröffneten Licht und Kraft und Gesfürel je 1 Proz., Schuckert und Siemens 1,5 Proz. fester. Deutsche Linoleum gewannen 3 Proz. Am Chemiemarkt zogen Farben zur Erstnotiz weiter 1,5 Proz. an, während Rütgerswerke und Verein für Chemische Sudustrie 1,5 Proz. nachgaben. Der Montanmarkt lag uneinheitlich. Gelsenkirchen, Mannesmann und Stahlverein konnten bis 1,5 Proz. gewinnen. Rheinstahl waren etwas niedriger. Kaliaktien bis 2,5 Proz. abgeschwächt. Banken und Schisfahrtsaktien bis 1 Proz. schwächer. 2Iiu 1 Proz. fester. Arn Bauunter- nehmungsmarkt lagen Wayß & Freytag 2 Proz. niedriger. Am Rentenmarkt konnten Altbesitz weiter anziehen. Sm Verlaufe war die Tendenz unsicher, verschiedentlich kam noch Material heraus. Die Aufnahmelust war gering, so daß gegenüber dem Anfang erneute Abschwächungen einlratcn. Deutsche Linoleum gaben 4, Licht und Kraft 2, Siemens 3 und Farben 1 Proz. nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent gesuchter. Am Devisenmarkt nannte man Mart gegen Dollar 4,1860, gegen Pfund 20.386, London-Kabel 4,8670, gegen Paris 123,92, gegen Mailand 93,00, gegen Madrid 36 625, gegen Schweiz 25,15, gegen Holland 12,1090. Berliner Börse. Berlin, 16. San. Trotz höherer Kurse war die Tendenz im heutigen Vormittagsverkehr und besonders an der Vorbörse recht unsicher, und man konnte bei der Spekulation eine im Gegensatz zu den letzten Tan"n stehende größere Zurückhaltung beobachten. Die Kurse wurden meist nur gesproche t, und die llmfatj- tätigfeit war auffallend klein. Es fehlten zwar anregende Momente, die Amsterdamer Diskont- ermäßigung und der befriedigende Konferenzverlauf im Haag häste aber, verbunden mit Kaufaufträgen, genügen müssen, um die Aufwärtsbewegung fortzusehen. Diese Kaufaufträge der Provinzkundschaft und des Auslandes fehlten aber anscheinend, die Großbanken bekundeten eher Abgabeneigung, und bieier Umstand vor allem veranlaßte die Spekulation zur Glattstellung. Zumeist waren Hauptwerke von diesen Glattstellungen stärker betroffen, während Reben werte vereinzelt noch kleine Gewinne verbuchen konnten. Später wurde die Stimmung aber einheitlich schwächer. Als stärker gedrückt sind Hohenlohe, Westeregeln, S.-G.-Farben, Schlesische Gas, Allgemeine Loialbahn, Berliner Maschinen, Berger, Bemberg, Ostwerke und Sarotti zu nennen. Der Kurs für Metallgesellschaft versteht sich heute exklusive Dividende. Erwähnenswert fest eröffnetem heute Kanada plus 3 Proz. und Akkumulatoren plus 2,5 Proz. Deutsche Anleihen fester. Ablösung mit Äuslösungsschein 0,5 Proz. fester. Ausländer unverändert. Pfandbriefmarkt fefjr still. Die Geldsähe stellten sich für Tagesgeld auf 5,5 bis 7,5 Prozent, für Monatsgeld auf 7.5 bis 9 Prozent. Auch im Verlaufe ergaben sich überwiegend Kursrückgänge. Be'onderS Kunstseidewerte hatten angeblich unter Amsterdamer Abgaben zu leiden und waren 5 Proz. gedrückt. Polyphon verloren etwa 6 Prozent, Waldhof 2,5, Salzdetfurth 4 Prozent und die meisten übrigen Papiere 1 bis 2 Proz. Außerdem hielt man die Aussichten für eine Londoner Diskontermäßigung bei den heutigen Beratungen der Bank von England für gering, anderseits verstimmte es, daß eine Reihe von Arbeitslosenunruhen aus vielen Teilen des Reiches fekannt wurde. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M, 16. San. Auftrieb: 151 Rinder, 989 Kälber, 286 Schafe, 365 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 76 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 69, geringe Kälber 55 bis 63. - - Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmeli (Weidemast) 48 bis 52, mittlere Mastlämmer. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 81 bis 84, von etwa 200 bis 240 Pfd. 82 bis 85, von etwa 160 bis 200 Pfd. 81 bis 84, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. 80 bis 82 Mark. — Marktverkauf: Kälber schleppend, Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine schleppend, Tleberstand. L.oliuer Produktenbörse. Berlin, 15. San. Die gestern durch das Reichskabinett beschlossene Erhöhung der Getreidezölle hat auf öen Markt nur verhältnismäßig geringen Eindruck machen können. Bei Roggen blieb eine befestigende Wirkung überhaupt gänzlich aus. Weizen ist vom Snlande nur ziemlich glatt angeboten, da das Weizenmehlgeschäft aber fast gänzlich stockt, kaufen die Mühlen nur sehr vorsichtig, immerhin konnten etwa eine Mark höhere Preise als gestern erzielt werden. Roggen ist Dauernd reichlich angeboten, jedenfalls gegenüber der nur sehr geringen Rachfrage. Am Roggenmarkt macht sich das Fehlen von Exportnachfrage stark fühlbar. Die Preise für Roggen war um etwa 1 Mk. rückgängig. Sm handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft kam die Effektivmarktlage in Den Quotierungen deutlich zum Ausdruck. Wie oben bereits ausgeführt, stagniert das Weizenmehlgeschäft. Roggenmehl hat demgegenüber normales Bedarfsgeschäft bei unveränderten Preisen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Rellgionsgesellschaft. Sabbatfeier den 18. Januar. Freitag abend 4.35 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.50. Wochengottesdienst morgens 7; abends 4.30 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 18. Januar. Vorabend 4.45 Uhr; morgens 9; abends 5.10 und 5.50 Uhr. Kurszettel -er Berliner und Frankfurier Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H. Frankfurt a 4'1 Betin Frankfurt a M Berlin ^tanlsurt a M Berlin Banfnc len. Datum <-d)lu6«| »Uh> ffitr» । $tur: 151 । 16. 1 rtil ui; 1 iZlnfana. Datum rtnuiV >.Ub Schluh l Änsang- Kurs I Kurs 15- 1 16 1 Saturn <ä)ntfr| i-Ubi edjluB 1 Äniana- Berlin. 1 s. Ranuar Geld Bries Kur- 15. 1 16. 1 Kurs I 15- 1 Kur 16- 1 15- 1 ffur. 16 1. Kur. I 15 1 Kur 16. 1 Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not ftranzvlische Holländische Italienische 01 Norwegische Deutsch. Oesie Rumänische 'f Schwedische ST Schweizer 92c Spanische No Tichechoilowo Ungarische 92 Devi Noten ... en ...... n ....... *,168 58,10 111,63 20,3 16,43 167,89 21,86 111,50 58,68 2,47 112,03 81,12 55.19 12,315 73,00 — Frankfur 4,188 58.34 112,07 20,43 16,49 168,57 21,94 111,94 58,92 2,49 112,47 81,44 55,41 12,375 73,30 a. zn. en . ....... toten ....... Zoten ....... oten........ toten....... weich, ä 100 Schilling oten....... ölen ....... len ...... en . . ...... Ische Noten..... •% Leu tche irteiaieaniettK ron 1P2? ....... 7% Deutsche Netcheanleihe von 1929 ......... Dl. em..iübl6|.-e4ulD mit SluA lot -Reckten........ te- ri ihneAuLIof.Rechte 8% Helt. Bo'.Maai von 1929 (rüdfnfjlb. 102%) ... überbcllcn Provinz - Anleihe mh SluNof.-Rcchlen...... Deutjrtie Komm. Sammel abl. Anleihe Serie 1....... 37.5 £6,7 51.5 8,4 87 47 .8,5 96.5 £2 82 57 .4,5 88,5 3.25 2,15 '23,65 21 22,5 2.2 8 8 8 1015 15,75 8.3 i| i || *5 1 i 1 i l 1 1 i ■ । ■ i । । । । « SS 1 । 87,5 £6,7 d1.25 8.4 86,75* 52 8.5 Hamvura-Amerila Pater . Hamb.-Eüdam. Dampssch. . t Hansa Daml sschiff.....1<‘ Norddeutscher Lloyd.....‘ eilig. Deutsche Crcditansl . 1* Barmer Bankverein ... >' Berliner Hanbelogeiellsch. • ■ r Commerz- und Prioal-Banl . t Tacmsl. u. Nattonalbank . 1 Deutsche Bank...... *' Dieconto-Beseiilchaft, Äut. i' Dresdner Bank......i* Reicksbanl 1 ei.s.® . Bergmann . . Ciclrr. flleletungeaeicUidtafl i Licht und Kraft . V Felten Ka. werke Westeregeln ... 16 Ran tuet e Salzdeti urlh • 16 fl. <5 starben-Inoustns ... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheideanstalt........u 106 =8,5 209,5 345 184.65 155,9 71.5 78.5 126 100,25 122.5 89 180 206 ! '.25 14.5 256 349 52.5 56.25 8 49 107 105 131,75 110 154,75 106.5 207 184.5 154.5 70 77.5 118,5 100,75 87 205.7' 152-5 44 259 ! 154,75 106.9 58.75 212 217 347,4 188,65 89 ^5 7/1.76 106 25 58.5 210 214 348 184.75 88.4 70 154.25 | 153.25 153 1 152 299 ! 298 176,25 174 75 217,5 : '215 170.5 169.75 170.5 169 127 127 170 1 170,5 137 , 136 147 s 145.S Ratgeröwerle........6 Metallgciellschast.......8 PHUIpo do.,mann ... 7 Leuten werk Heidelberg ... 10 Lemrntwcrk Karlstadt ... 10 Wayß S ,krs» ag .... 8 Sckulibetr Payenhofer ... 15 CRrocrte.........12 Bet. Glanzsloff......18 Bembert.........U fielifiofi Kaldhoj .... 13% Zellstofj Aschaffenburg . . 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gali.......9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum..... Maschinenbau A.-V......0 Sbii-nD'tu Ul Q t • ..... 0 ituoro. L'oero .... IC -Jiat Automobil.......0 crenltein 4 Koppel.....6 Leonbard Tietz......10 Franks. Maschine»......4 Grienet..........6 peyllaeastaed! .......0 IunghanS. . 6 Leckwette. . 8 Mainkraitwerle höchg a. . 8 Mag. . • 10 Vebr. Roeder.......10 Voigt L Haejsaer . . . ^. . 9 Südv. Ruder ....... IO 79.65 77 48 126,5 101 89 283 218 183,5 208.5 155.5 104 172.25 44.75 258.75 49,25 22.5 78,5 169,13 349 12.5 5,6 49 132 220 156 119.25 102.5 282 215 180 206 154 103 171,75 43,5 258,75 47,75 22,9 78 168,75 347 132 enmarkl Berlin 8% Gniaff. Hnp.-Bonk Goldpfe Xill unkündbar bis 1934 . 7% Franks. Hnp.-Bank ®olDp|e unkündbar di) 1932 ..... Geilenkirchener ....... t Haroener.........• ® Hocsch Cilen........6% SHe Bergbau.......1° MSckncrwcrke ........ Äö'n-9lcuelicn 7 Mannesmann.Röhre» .... 7 Manefclder Bergbau.....' cberichte!. QHieiueoart . . . Oberschlei. Kokstvcrke.....< Phönix Bergbau......6H Mhemlsche Braunkohle»... 10 «kbetnftahl.........C Riebeck Montan......1/ 163.5 196.5 310,5 172,75 71,75 108.65 141,7s 142.5 145.13 120,5 236.5 107.25 118,25 109.2- 112 77,‘ 106 107 257.25 120,65 110.25 157.75 195,6 309 173,25 71.5 109.25 141.75 141 144 5 119.25 236,5 107 117,5 108.9 111 105.4 106.75 255,5 119,75 Vzzzzzr, Sammler, Willi Weber. 443V Lospreis 1 Mk. Porto und Liste 30 Pf. A. Dinkelmann, Worms Postscheck 15194, Frankfurt Hier bei: Zigarrenhans E.Benter (fr. Buchecker), außerdem bei: Josef Cbambrä, Eermann Kuhl, S. Loeb, Friseur Lots, Wilhelm 9 Ziehung 24. Januar 1030 I | Ulürttemberglsche I I6eld-Lotterie| | zugunst. der Kirche in ßallenldrcften E 1942 Geldgewinne 12500 5000 5000 B-v viei Derl Kluß t K-chsta Blätter fam 5crt> und 2?cfd jung tej n»a" hält °us ivähr «esahrlich !u »oü i y?a 7'chskanz n der g JUt geeig u untei langen tung^f. Mer vv * n°mi ®>en will Saoon öer 2 bar. ö Erstehe, dc icheldr impfen Geflügel-Ausstellung in Mendorf a. h.£ba. j Allendorf a.b.ßba., 12. Jan. Gestern und heute veranstaltete der Geflügelzuchtver- oin Allendorf a. d. Lumda und Umgebung im Saale des Gasthofes Eberh. Ranft, hier, eine Ausstellung. Ausgestellt waren im ganzen 143 Rurnrnern, bestehend aus Hühnern, Dänsen, Enten. Tauben und Goldfasanen. Wenn auch die Zahl der Ausstellungsnummern hinter derjenigen der Dorjahre etwas zurückgeblieben war, so war doch auf die Auswahl des Aus- stcllungsmatcrials diesmal desto mehr Sorgsatt verwandt worden, und es stand durchschnittlich nur erstklassiges Tiermaterial zur Schau. Der Besuch der Ausstellung war sehr gut. besonders am heutigen Sonntag. Wertvolle Ehrenpreise zur Prämiierung waren gestiftet. Die Ausstellungsleitung lag in den bewährten Händen der Herren Wilh. Rachtigall (1. Vorsitzender), Heinrich Käs und Christ. Ranft (AechnerX Als Preisrichter wirkten die Herren Robert Peil, Heskem, und Heinrich Jäger, Ober- Hörgern. Rachdem die Prämiierung am Samstagvormittag stattgesunden, wurde die Ausstellung nach einer kurzen Ansprache des 1 Vorsitzenden, Wilhelm Rachtigall, in welcher er besonders auf den Ruhen der Geflügelzucht hinwies, in Gegenwart der Ehrengäste und Mitglieder am Rach- mittag eröffnet. Das Ergebnis der Prämiierung ist folgendes: Ehrenpreise erhielten: Heinr. Käs II. auf Pekingenten 1929; Wilh. Rachtigall, Allendorf a. d. Lumda, auf indische Laufenten; Johannes Leun VIII., Grohen-Linden. auf Darneselder (Hühner); Reinh. Welcker, Allendorf a. d. Lda., auf Whandottes. weih; Johannes Wallon III., Hachborn, auf Rhodeländer B. R. 29; Konrad Mank. Allendorf a. d. Lda., auf Darneselder; Iohs. Rachtigall, Allertshausen, auf desgl.; Wilhelm Ranft, Allertshausen, auf desgl.; Wilch Rachtigall, Allendorf a. d. Lda., Ludw. Krieb, Allendorf a. d. Lda.. Wilh. Rachtigall. Allendorf (für ältere); Jakob Durk, Londorf, Sebastian Rabenau. Hachborn. Friedr. Weimer, Leidenhofen, Konr. Mank, Winnen, Joh. Völker, Hachborn, Ehr. Ranft, Allendorf a. d. Lda.. August Scheerer, Rordcck auf Italiener; Karl Stork, Ettingshausen, für Hamburger, schwarz; Karl Reinhardt, Allendorf a. d. Lda., auf Bantam, schwarz; Ludwig Lich V„ Londorf. Jakob Burk, Londorf, Ludwig Olemoh, Kesselbach, für Tauben. Sehr gut l: a) Japanische Höcker- aänse: Karl Reinhardt III., Allendorf a. d.Lda.; b) Enten: Christ. Ranft, Allendorf a. d. Lda.; c) Hühner: Reinh. Welcker, Allendorf a. d. Lumda, Valentin Grün, Ebsdorf, Iohs. Wallon III., Hachborn, Eberh. Ranft Wwe., Allen- dorf a. d. Lda., Wilh. Rachtigall, Allendorf a d. Lumda, Iohs. Hölscher. Allendorf a. d. Lda., Wilh. Schmidt, Kesselbach, Vcllth. Grebe Rordeck Joh. Völker, Hachborn, Heinr. Käs, Allendorf a d. Lda., Karl Storck, Ettingshausen, Konrad Werner, Allertshausen. Heinr. ‘Sergen II., Allendorf a. d. Lda.; d. Tauben: August Deckel, Londorf, Gg. Sprankel, Dersrod. Ludw. Lich V.. Londorf, Konrad Willershausen, Hachborn; e) Ziergeflügel (Goldfasan): Heinrich Hofmann, Allendorf a. d. Lda. _ Sehr gut II: a) Japanische Hockergänse: Karl Reinhardt III., Allendorf a. d. Lumda; b) Enten: Christ. Ranft, Allendorf a. d. Lumda (zweimal), Friedr. Weimer, Leidenhofen (zweimal), Wilh. Rachtigall. Allendorf a. d.Lda.; c) Hühner: Christ. Ranft, Allendorf a. d. Lda. (zweimal), Heinr. Käs II.. Allendorf a. d. Lda. (zweimal), Heinr. Krieb, Ilschhausen, Joh. Rach- tigoll, Allertshausen, Konr. Mank. Allendorf a. d. Lda.. Eberh. Ranft Wwe.. Allendorf a. d. Lumda, Heinr. Krug. Ilschhausen, Wilhelm Rachtigall, Allendorf a. d. Lda. (zweimal), Jak. Durk, Londorf, Konr. Mank, Winnen. Iohs. Völker. Hachborn. Karl Storck. Ettingshausen; d) Tauben: Konrad Willershausen. Hachborn. Sehr gut III: Hühner: Reinh. Welcker, Allendorf a. d. Lda.. Heinr. Käs II., Allendorf a. d. Lda.. Iohs. Wallon III., Hachborn. Joh. Rachtigall, Allertshausen (zweimal), Gotthard Rein, Rordeck. Sehr gut: a) Enten: Heinr. Kas II.. Allendorf a. d. Lda.; b) Hühner: Wilhelm Müller, Allertshausen, Heinr. Krieb. Ilschhausen. Konrad Willershausen, Hachborn, Eberh. Ranft Wwe., Allendorf a. d. Lda., Wilh. Rachtigall, Allendorf a. d. Lda. Gut: a) Gänse: Heinr. Rein, Winnen; b) Hühner: Wilh. Ranft, Allertshausen, Konr. Mank, Allendorf a. d. Lda., Ludw. Krieb, Allendorf a. d. Lda., Dalth. Grebe, Rordeck, Emil Manns, Allendorf a. d. Lda.. August Scheerer. Rordeck, Heinr. "Sergen II., Allendorf a. d. Lda., Karl Reinhardt III., Allendorf a. d. Lda. G u t II: Hühner: Val. Grün, Ebsdorf, Konr. Willershausen, Hachborn, Heinr. Rein, Winnen, Iohs. Hölscher, Allendorf a. d. Lda.. Heinr. Schäfer, Winnen, Phil. Emmrich. Leidenhofen, Leonh. Primer, Hachborn. Ehr. Ranft. Allendorf a. d. Lumda. Wilh. Lotz IIL, Allendorf a. d. Lda. Preußen. Kreis Wetzlar. 0O Hochelheim , 15. Jan. Der hiesige Turnverein hielt am Samstag im Saale der Gastwirtschaft Philipp Jung seine Jahreshauptversammlung ab. Die Versammlung wurde von dem Vereinsvorfitzenden Reitz eröffnet, der nach einer kurzen Degrühungsansprache auf das 25jährige Destehen des Vereins hinwies und mit warmen Worten der Gründer des Vereins gedachte, von denen heute noch 25 dem Verein angehören. Dann wurde von dem Vorsitzenden der Jahresbericht verlesen. Erwähnenswert ist hierbei die im abgelausenen Jahre erfolgte Errichtung einer Gerätehalle auf dem Turnplatz auf dem „Steinberg". Zu begrüßen ist, daß dem Verein zur Zeit 21 Zöglinge angehören, ein Beweis dafür, daß das Interesse an dem Turnen auch in der Jugend in zunehmendem Maße wieder auflebt. In Anbetracht der hohen Ausgaben, die dem Verein durch die Ausbildung von Vorturnern in besonderen Kursen, sowie für sonstige Zwecke entstehen, wurde der Vereinsbeitrag für 1930 um 1 Mark pro Mitglied und Jahr erhöht. Die Gründer, die 25 Jahre dem Verein angehören, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, soll im kommenden Sommer das 25jährige Destehen des Vereins in Verbindung mit einem Schauturnen in kleinerem Rahmen gefeiert werden. 0 Dornholzhausen, 12. Jan. Der Radfahrerverein „W anderlu st" hielt gestern abend in der Turnhalle sein diesjähriges Wintervergnügen ab. das auch aus den Rachbargemeinden zahlreich besucht war. Cs gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung. Der Rest des Abends wurde durch Tanzvergnügen ausgefüllt. Oie Siraßenkrawalle in Worms. WSR. Worms, 15. Jan. Dei dem bei den gestrigen Krawallen getöteten jungen Mann handelt es sich um den am 22. Mai 1915 in Worms geborenen Franz Horn. In den heutigen Vormittagsstunden wurde mit der Säuberung der abgeriegelten Straßen begonnen. In dem Hause Judengasse 6, anscheinend das Hauptnest der Aufrührer, wurden verschiedene Patronenhülsen, Kaliber 6.35 Millimeter, sowie ein plattgedrücktes Geschoß gefunden. Personen, Me in der Judengasse keine Wohnung haben, aber dort betroffen wurden, wurden auf die Polizeiwache gebracht. Während der ganzen Rächt spielten durch die Judengasse die Scheinwerfer der Darmstädter Schutzpolizei. Im Verlauf der gestrigen Krawalle war u. a. auch der kommunistische Landtagsabgeordnete Müller verhaftet worden. Gegen ihn wurde jetzt richterlicher Haftbe fehl erlassen. Müller, der als Führer der ganzen Aktion gegyx die Polizei betrachtet wird, ist von Worms abtransportiert worden. Opern-Abbau am Hanauer Stadttheaier. WSR. H a n a u, 15. Jan. Am Montag befaßte sich der Finanzausschuß der Stadtverordnetenversammlung mit der Frage der Vergebung des Stadttheaters. Der Finanzausschuß trat dem "Beschluß des Magistrats bei, das Theater an feinen bisherigen Leiter Direktor Pio rkowskh auf weitere drei Jahre zu vergeben. Der Magistrat hat weiter beschlossen, von der nächsten Spielzeit ab die Oper fallen zu lassen und nur noch Schauspiel und Operette zu pflegen. Die endgültige Entscheidung über die Vergebung des Theaters fällt erst in der nächsten Plenarsitzung der Stadtverordneten. Turnen, Sport und Spiel. Sensationeller Geschwindigkcitsrekord im Skilauf. St. Moritz, 15. Jan. Am gestrigen Dienstagnachmittag fand im Val (Saluber östlich von St. Moritz in etwa 2400 Meter Höhe ein Abfahrtsrennen für Skiläufer statt, bei dem durch Zeitmessungen innerhalb einer abgesteckten Strecke festgestellt werden sollte, welche Höchstgeschwindigkeit man überhaupt auf Skiernerreichenkann. Das Rennen brachte einen sensationellen Weltrekord, den man bisher nicht für möglich gehalten hat. DoS Ergebnis war folgendes: 1. Gustav Lantsch- ner (Innsbruck) 105,675 Std.-Km., 2. Otto Lantschner (Innsbruck) 105,243 Std.-Km., 3. Harold Reinl (Jnnsbrück) 103,646 Std.-Km. Das Bild der in gutem Stehen mit mehr als Schnellzugsgeschwindigkeit zu Tal sausenden Skifahrer war bewundernswert. Nutz- und Vrennholzversteigerung Mittwoch, den 22. d. 217., von vormittags .9 Uhr ab, in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn aus ban Forstorten Brauhof, Hasenkopf, Schiffen- berg, Brauhofsberg, Beunde und Buchenberg der Försterei Baumgarfen und Rehhede der Försterei Leihgestern: 457D I. Brennholz: Langholz A: Esche Kl. 4 1 Stück = 1,14 fm; Langholz N: Esche Kl. 1—3 156 Stück = 32,68 fm, Erle Kl. 2 2 Stück - 0,88 fm; Abschnitte A; Eiche Kl. 4—6 10 Stück = 14,61 fm; Abschnitte N: Eiche Kl. 2—5 24 Stück = 11,17 fm, Esche Kl. 1 und 2 3 Stück = 0,49 fm, Ahorn Kl. 2 1 Stück = 0,27 fm, Elsbeere Kl. 2 3 Stück - 0,63 fm; Abschnitte A: Esche Kl. 3 2 Stück = 0,90 fm, Buche Kl. 3 und 4 5 Stück = 4,34 fm; Abschnitte F: Eiche Kl. 4 1 Stück = 0,92 fm; Derbstangen: Esche Kl. 1 14 Stück, Kl. 2 33 Stück, Kl. 3 17 Stück; Fichte Kl. 1 4 Stück; Ruhscheiler rm: Eiche 1. Kl. (gespalten, 1,25 m lang) 4, 2. Kl. (rund, 2,5 m lang) 5,5; Ruhreisig rm: Esche 4,3. II. Brennholz: Scheiter rm: Buche 163 l.Kl., 38 2. Kl.; Eiche 5,6 1. Kl., 18,8 2. Kl.; Esche l.Kl. 10,8; Ahorn 1; Birke 1; Elsbeere 7 1. Kl.; Aspe 4 1. Kl., 1 2. Kl., Erle 4 l.Kl.; Fichte 17 1. Kl., 6 2. Kl.; Lärche 1 1. Kl., Knüppel rm: Buche 16 1 Kl., 4,2 2. Kl.; Eiche 3,9 l.Kl., 11,4 2 Kl.; Esche 11,3 1. Kl., 1,7 2. Kl.; Elsbeere 2 l.Kl.; Aspe 2 l.Kl.; Fichte 1 1 Kl.; Reisig 2. Kl. (Stammreisig) 100 Mellen: Buche 18, Eiche 5, Esche 2, Aspe 1, Fichte 0,1; Reisig 3. Kl. (Astreisig) 100 Mel. kn: Buche 84, Eiche 22, Esche 8, Aspe 1,4, Birke 0,4, Fichte 17,1; Stöcke rm: 53 Buche, 24 -Eiche, 10 Esche, 1 Erle, 1 Birke, 18 Fichte 1. Kl., 10 2. Kl. Das Nutzholz wird zuerst versteigert. Die blau unterstrichenen Nummern des Brennholzes kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Bepchtigung des Holzes wird empfohlen. Nummernauszüge über das Stammholz werden zum Preise von 50 Rpf. vom 17. d. M. ab durch das Forstamt Schiffenberg in Gießen, Stephanstr. 4, Fernruf 2578, abgegeben. Gießen, den 15. Januar 1930. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Berichtigung. Di Brennholzversteigerung des Graf zu Solms-Laubachschen Forstamts Laubach findet nicht am Montag, sondern am Dienstag, dem 21. d. M., statt. 434D Freitag, den 17. Januar, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: ein Büfett (modern), zwei Küchenschränke (fast neu), einen Herd (weiß), ein Sofa, sechs Sessel, einen Tisch, ein Sofa, zwei Büfetts, einen Wäscheschrank, ein Sofa mit Umbau, zwei Nähmaschinen, einen Wagenplan (5,75 m lang, 3,70 m breit), ein Vertiko, ein Koffergrammophon, zwei Nachtschränke, drei Fässer Autoöl, einen Packen Putzwolle u. n. v. a. 462D Versteigerung bestimmt Ludwig Hartmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Drucksachen aller Art Hefen in jeder gewünschten Ausstattung sti'rein und preiswert die Brühl’sehe Ugfr.-DrucMcreL R. Lae»» D. H. V. Oie Geschäftsräume des Verbandes, der Krankenkasse« und der Verficht« rungsuniernehmungen befinden sich ab heute in unserem eigenen Haus LonMaßelSKNL" Oeutfchnational.HandlungSgehilfen- Derband, Ortsgruppe Gießen. Achtung! Achtung! Hessische Bauernschaft e. D Rhein. 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