Das Kabinett Steeg Tätern fehlt jede Spur, von polnischer Seite wird versucht, die Anschläge als privat« Racheakte gegen die vergwerksbeamlcn darzu- stellen, weil in nächster Zeit mehrere hundert Bergarbeiter in Myslowitz entlassen werden sollen. Diese Annahme scheint schon deshalb wenig glaubwürdig, weil ein Racheakt aus den erwähnten gierung vertreten, zu'denen sich als ausgesprochene Mitglieder von Linksgruppen noch Lriand und Pa l nleve gesellen. Sonst zeigt die Zusammen- setzung, daß ^teeg trotz aller Mühen den Ring um die Parteigruppen nicht weit ausdehnen könnte, deren Unterstützung in der Kammer ihm unbedingt sicher ist. Lriand hat zwar wieder das Außenministerium übernommen, was ja schon mehr eine Ueberliefe rung als ein politisches Ereignis ist, ober damit ist höchstens erreicht, daß im äußersten Notfall d i e Sozialisten eine wohlwollende Haltung cinneh men, um zu verhindern, daß auf die Regierung Steeg ein Ministerium folgt, in dem nur Vertreter der Rcchtsgruppen fiRcn. Ta rdieu vor allem, der nicht nur ehrgeizig ist, sondern auch ein guter Hasser, wird die persönliche Niederlage, die ihm durch seine Ausschaltung zuteil geworden ist, in die schärfste Opposition verwandeln. Eine sichere Mehrheit hat die Regierung Steeg nicht, so daß ihr Sturz so- g?r .VON heute auf morgen erfolgen kann, wenn die Sozialisten nicht bereit sein sollten, sich unverbindlich zur Verfügung zu stellen. Ministerpräsident Steeg beim Verlassen des Elysces. dieu selbst vorbereitet hatte. Der Oustric- I a n Zi a I ist Tardieu gewiß verhängnisvoll geworden, allein die Kammer hätte ihn auch ohne diesen Skandal eines Tages fallen lassen. Das parlamentarische Kunststück, das darin besteht, die Innenpolitik mit einer Kammermehr- bcü zu machen, die die Außenpolitik der Regierung Tardieu gleichzeitig erbittert be- kämpft, ist wohl als Ausnahme, aber auch in Frankreich nicht als Regel möglich. Tardieu hat vor seinem Sturz in herausfordernden Kammer- reden wiederholt Zeugnis dafür abgelegt, daß er sich im Grunde mit den nationalistischen Rechts- gruppen verwandt fühlt, was ihm zwar einen wohlfeilen Triumph in der Kammer, aber auch ore erbitterte Feindschaft der Linksparteien eintrug. Rach dem Sturz Tardieus bot Präsident Sou- nterguc nacheinander die Regierungsbildung Barthou und Laval an, beides erfahrene Politiker, die ^offenbar bereit und entschlossen wa- ren. den von Tardieu angefangenen Faden weiter- »usplnnen. Was sich aber nicht als möglich erwies das ist die Ausschaltung der Sozial- der Diktatur primo de Riveras in Ausruhrversuche verwickelt, also rückfällig, was als straferschwerend beurteilt wurde. Hauptmann Galan hatte sich an dec Spiße seiner 300 2Hann in voller Ordnung selbst gestellt, um das Leben seiner Leute nicht nutzlos zu opfern. Die Fluchtmöglichkeit nach Frankreich lehnte er ab. 3n republikanischen streifen erwartet man für Rlontagfrüh die Erklärung des Generalstreiks in Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla und Bilbao. In Madrid hat die Regierung 7000 ZTlann Burgergarde zusammengezogc» und in Klöstern untergebracht. Der normale Stand dieser Truppe in der Hauptstadt beträgt sonst etwa 2000 Mann. Die Regierung erklärt, sie verfüge über die Befehlshaber der Truppenverbände. 3m Gegensatz hierzu hört man von der Gegenseite über gewisse Zusagen in der Garnison Burgos Aus guf unterrichteten Kreisen verlautet, daß der Generalstreik zunächst zum Zeichen des Protestes gegen das vorgehen der Regierung in 3aca und gegen die Erschießung der beiden Offiziere ausgeru- fen werden soll. Der Plan geht ferner dahin, die Streiks zum gewaltsamen Umsturz aus- zunühen. Die Arbeiterschaft fcheint m i t Waffen reichlich versehen zu sein. Die Regierung glaubt, die lebenswichtigen Betriebe durch Besetzung mit Truppen aufrechterhalten zu können. Der O u st r i c - S k a n d a l kommt eigentlich zur Zeit j c t> e r Regierung gelegen, denn er gibt der Presse soviel Stoff, um die AufmertsamkeU Des französischen Volkes von der Verschärfung der Wirtschaftskrise abzulenken. Tardieu hatte etwas großzügig den glänzenden Aufstieg der französischen Wirtschaft angekündigt, wobei er wohl daran dachte, daß die zehn Milliarden GoDmark tn den Kellern der Bank von Frank- reich diesen glanzenden Aufstieg vorbereiten unb ftuRcn mufften. Frankreich ist zwar unbestritten rrich, ganz sicher reicher als England, aber die internationale Wirtschaftskrise ist in ihren Ursachen und Auswirkungen doch wohl stärker als der Wunschtraum der französischen Staatsmänner vom Schlage Tardieus. Die AusPlünde- vung Deutschlands durch den Versailler Vertrag ist Frankreich wenigstens gut bekommen, obwohl ■lnCcaTt- ntK^ iminer von dem verarmten Frankreich spricht. dem der Krieg unheilbare Wunden geschlagen habe. Frankreich ist weiter davon entfernt als jemals, die wirtschaftliche Vorherrschaft über Ei.ropa cm sich reißen zu können, Rladrid, 14.Dez. swTB.) von gut unkerrich- leler Seite wird über die Operationen gegen die Aufständischen milgelcilt: Die zur Bekämpfung der Aufständischen nach 3aca entsandten Regierungs- «ruppen haben heute früh 8 Uhr bei der Ortschaft Lsgueoa unweit von Ayerbe Artille r l e f e u e r e r ö s f n e t. Durch diese Beschießung überrascht, sind die meisten Aufständischen unter Zurücklassung ihrer Waffen geflüchtet. Rur drei junge Offiziere gingen den Regie- rungstruppen unter dem Rufe „Es lebe die Republik" entgegen. Sie wurden sofort gefangen genommen. Unter den Zivilisten, die sich der Aufslandsbewegung angeschlossen haben, sollen sich S l u d e n l e n der Universitäten Saragossa und Madrid sowie ein Universitätsprofessor befinden. Das in huesca tagende außerordentliche Standgericht hat am Sonntag das Urteil gegen die des Militäroufruhrs angeklagten Offiziere und gegen einen Sergeanten, die bei der Bewegung von 3aca eine führende Rolle gespielt haben, gefällt. Dec 3nfanteriehauptmann Galan und der Artil- leriehauplmann Fernandez wurden ; u m Tode durch Erschießen, der Artilleriehaupt, mann S a l n i a s , 3nfonterieoberleutnant M u - n i z, Oberleutnant R a v a r r o und der genannte Sergeant zu lebenslänglichem schweren Kerker verurteilt. Die Todesurteile wurden um 13.30 Uhr in Huesca volkst reckt. Die beiden zum Tode verurteilten Offiziere waren bereits unter Dortell war, daß er innerpolilisch und parlamen- tarrsch noch nicht so verbraucht ist, wie andere Politiker von Rang und Ramen. Steeg hat in verhältnismäßig kurzer Zeit die neue Negierung bilden können. Für französische Verhältnisse bedeutet es sogar einen Rekord, diese Bildung in kaum 24 Stunden fertiggebracht zu haben, zumal Tardieu alles tat, um den Auftrag an Steeg zum Scheitern zu bringen. Steeg stützt seine Regierung in der Hauptsache auf die Sozialradikalen, denen er eine Reihe wichtiger Ministerien überlassen hat, aber nicht die wichtigsten. Als das wichtigste Ministerium gilt das I n n e n m i n i ft e - r i u m, weil es der Partei, der es zugeschanzt wird, o ziemlich den ganzen Verwaltungsappa-' rat in die Hände fpieü. Der Innenminister ernennt die Präfekten, die wieder von sich aus dafür sorgen, daß die politische Auffasiung des Innenministers durch alle Kanäle des großen Beamtenapparates geleitet wird. Steeg hat das Innenministerium Ley- g u e s überlassen, der der Rechten nähersteht als der Linken. Nicht weniger als sieben Sozialradikale, mit Steeg an der Spitze, sind in der Re- Der Ausstand in 3aca niedergeschlagen. Anführer standrechtlich erschossen. — Vor neuen Unruhen in Spanien. Er Ich t im täglich, außer sonntags and Feiertag». Beilagen Die Illustrierte viehenei Familien blätter Heimat >m Bild Die Scholle Dlonats-Be$ngipret$: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenntg für Träger, lohn, auch bei Richter- Semen einzelnerNummern folge höherer Gewalt. Heruforechanlchlvfie anter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach- richten Snzetger -letzen. poklscheckkonto: 8ra*ffnrlam Main 11686. ®11 i.n, 14. Dez. (WTB.) Ramens der Reichsregierung ist gestern in Genf von dem deutschen Generalkonsul Dr. Dölckers dem Generalsekretär des Völkerbundes eine weitere Pro- kestnote überreicht worden, in der es u. a. heißt: ®it Schreiben vom 27. v. M. habe ich namens der deutschen Regierung Beschwerde geführt über Gewalttaten, die anläßlich derWah- ®n Ober sch le sien gegen d i e deutsche Minderheit beruht worden sind, ©eit- bem hat bic deutsche Regierung Kenntnis von zahlreichen weiteren Gewalttaten in Polnisch-Oberschlesien erhalten, die gleichfalls eine flagrante Verletzung der Bestiin - r Genfer Konvention vom IS. Mai 1922 barftcllen. Die wichtigsten Fälle sind m der Anlage aufgeführt. Ich bitte Sie, das neue Material den Mitgliedern des Dölkerbunds- rates als Unterlage für die Behandlung der Angelegenheit auf der bevorstehenden Ratstagung juleiten zu wollen. * ^nIn9e werden dann u. a. folgende der Kutschen Regierung neu zur Kenntnis gekommene Vorfälle angeführt: Am 1L Rovember d. 3. wurde der Kaufmann ®bugrb Bury tn Myslowih in dem Gasthause von Wieczorek von einer achtköpf igen Danbe überfallen. Die Angreifer, von denen fünf die Uniform von Eisenbahn- bcam ten trugen, mißhandelten Bury, bis er be- tou&tloS meberfiel. Ein in der Gastwirtschaft anwesender P öl treibe am ter in Zivil schritt flogen d i« M ißhandlungen nicht ein. Dtt Grund für diese Ausschreitungen ist die Tat- sache, daß Bury deutsche Drucksachen vertreibt. Am 15. November wurde Johann Bainczek das Upser eines Straßenüberfalles in Nikolai. Eine Bande von 10 bis 12 „Aufständischen" in Zioilklei- öung fiel über ihn her und mißhandelle ihn auf bas schwerste. Die Polizei, die von der Ehefrau um Schutz für den Transport des Mißhandelten ms nnappfchaftslazarett gebeten wurde, lehnte d i es a b. m A'.",, 2,0' November wurde bei dem Bergmann Paul Uglorz in Mittel-Lazifk eine Haussuchung ourch drei Polizeibeamte vorgenommen. Hierbei wurden Zeitungen, ein Briefwechsel, den Uglorz in einer Eigenschaft als Vorsitzender der Minderheits- chulkommifsion geführt hatte, sowie das gesamte -wahlmaterial beschlagnahmt. Uglorz selbst I wurde festgenommen. Ip der Zelle des Polizeige- fangniffes in Ober-Lazisk mißhandelte de r LoUzeibeamte Machnla den Uglorz durch Schlage ms Gesicht $11 November wurde der Kesselheizer Josef Woisch ™ Eintrachts-Hütte von einer Bande von 30 bis 40 Menschen tn seiner Wohnung überfallen. Woisch ist Schkberkriegsbeschädigter und nur zu 50 Prozent erwerbsfähig. Woisch wurde n ur b urftig bctleibet, auf die Straße g e f I e p p t. Dort würbe er u. a. mit einem Ka- bclstück rnißhanbell, bis er zusammenbrach Nm 23. November würbe der Arbeiter Heinrich Meinusch in Kochlowitz, Ul. Görna 40 das Opfer eines Ucberfalles der „Aufständischen". Meinusch wurde aus der Wohnung herausgezerrt, in der Haus, e'nfahrt an die Wand gestellt uub mit Erschie- fe e n b e b r ° t. 2)te Angreifer schleppten ihn daraus in eine Gastwirtschaft. Hier wurden die Mißhand- ungen fortgesetzt. Zwei P o l i z e i b e a m t e sahen untätig zu und brachten ihn später nach der Polizeiwache. Unterwegs wurde er von dem Polizeibeamten M ieszanyweitermi ß- handelt. Auch die vorstehende Aufzählung erschöpft nicht die Dorgetommenen Gewalttaten. Die Zahl der insgesamt der deutschen Regierung bekanntgewordenen Terrorakte verschiedener Art, die an Angehörigen, der deutschen Minderheit begangen worden sind, erreicht annähernd 200. Rahezu überall ist das gleiche Versagen der Polizeiorgane festzustellen. Die in der Anlage aufgeführten Tatsachen veranschaulichen bereits den Zu st and völliger Schuh- und K e ch tlofig k e i t, unter dem die deutsche Minderheit in Polnifch-Oberschlesien seit langem leidet. Das Material beweist noch klarer, haß die schrankenlose Gewaltherrschaft der „Aufständischen", die mit Leben, ©efunb- beit und Eigentum der Angehörigen der deutschen hier ein System offener Bedrückung öcr Minderheit vorliegt, das sich über ganz Polnifch-Oberschlesien erstreckt und sich in zahllosen Gewalttaten Luft macht. Mit Dynamit gegen Deutsche. Bombcnanschlägc auf Wotznuiigcn von dcittfchcn Minderhcitsangehörigcn. Rl y slo w i h, 13. Dez. (IDIB.) 3n der vergangenen Rächt wurden hier mehrere Dqnamilnn- fchläge auf Wohnungen von deutschen Minderheit», angehörigen, u. a. auch auf die Wohnung de» Berg- werksdirektors Breuer, verübt, von den noch nicht ermittelten Tätern wurde eine starke v y- namitladung gegen feine Wohnung geworfen, die aber glücklicherweife im Vorgarten zur Explosion kam und daher keinen nennenswerten Schaden anrichtete. Ein weiterer Dynamit« anfchlag wurde auf die Wohnung des (Drüben- beamten Reiß verübt, hier wurden sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, und eins bei dem Grubenbeamten zu Besuch weilende Dams erlitt einen schweren Rervenschok, fo daß sic ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Ein weiterer Anfchlag wurde gegen die deutsche Büche« r e i versucht, hier wurde eine Sprengkapsel mit einer Zündschnur oorgefunöcn; die Ladung kam aber hier nicht zur Entzündung. Von den Angesichts der Parteizersplitterung ist die Bildung einer neuen Regierung in Frankreich ebenso schwierig wie in anderen -Landern gleicher Par- teizerklustung. Tardieu hatte nacheinander zwei Regierungen gebildet und geleitet, die sich auf die Rechts- und Mittelgruppen in der Kammer stützten, wobei vor allem Briand als Verbindungsmann für einige Linksgruppen mit hin- auÄgeftellt wurde. Als Tardieu am 5 Dezember vom Senat gestürzt wurde, war das der folgerichtige Ausdruck einer Entwicklung, die Tar- Am 23. November erschien eine Bande von etwa 30 „Aufständischen" vor dem Wahllokal Nr. 48 in Siemianowitz. Sie drangen in den Hausflur ein und smlugen den Arbeiter Wilh. Schwietza mit Gummiknüppeln und Stöcken blutig. Schwietza gelang es, zu fliehen. Er wurde verfolgt und erneut mißhandelt. Hieran beteilig te sich der Polizeibeamte Bobiec. Vier andere Polizeibeamte sahen den Mißhandlungen untätig z u. 21m 23. November erschienen 15 bis 20 „Aufständische im Wahllokal Nr. 14 in Bielschowitz. Sie c^^tcn deutschen Vertrauensmann Ferdinand Machnik vor des Wahllokal und setzten dort die schon innerhalb des Wahllokals begonnenen Mißhandlungen mit Knüppeln und Stöcken fort. I m Wahllokal befanden sich zwei Polizei- beamte. Vergebens bat sie Machnik um Hilfe. Später weigerte f i ch die Ortspolizei, eine An Zeige entgegenzunehmen. Die bekannten Ereignisse in Golassowitz haben noch zu weiteren Gewalttaten gegen die deutsche Minder- heil geführt. Nicht weniger als 43 Personen wurden während der Nacht zum 24. November im K o h l e n. feiler der Polizeiwache eingesperrt Sie wurden dort in der brutal st en Weise mißhandelt. Am 30. Rovember wurde der Tischlermeister Hoheisel in Kattowih. ein Mann von 63 Jahren, ein Opfer der „Aufständischen". Diese warfen den alten Mann die Treppe hinunter und mißhandelten ihn auf der Straße mit Stöcken, A.^giäfern und Fußtritten schwer. Ein in der Aähe befindlicher Polizeibeamter weigerte sich zunächst, die Täter festzunehmen. Eine neue deutsche Oberschlesien-Mte in Gens überreicht. Weiteres erdrückendes Material für die völlige Schuh- und Rechtlosigkeit der deutschen Minderheit unter der schrankenlosen Gewaltherrschaft der Aufständischenverbände in Polnisch-Oberschlesien. Die wichtigsten Kabinettsmitglieder: Oben: Srianb (Aeußeres), fioudjeur (Handel): unten: Daladier (Arbeit), Barthou (Krieg). Radikalen. Schon deshalb nicht, weil die Sozial-Radikalen nicht nur die größte Partei im Lande find, sondern auch das sozial und wirt- schaftlich einflußreiche Bürgertum Umfallen. Barthou und Laval find nacheinander daran gescheitert. daß die Sozial-Radikalen unter keinen Umständen mit den Rechts- gruppeneineDerbindung eingehen wollten. Damit war aber auch schon der Zwang gegeben, daß jeder neue Versuch zur Bildung einer Regierung sich von der Mitte aus nach l^i n k s wenden müsse. Diesen Versuch hat der cenator Steeg unternommen, wobei für ihn von Minderheit nach Belieben verfahren tonnten, sich Gründen gegen die deutsche volksbüche. nicht in einzelnen Ausschreitungen erschöpft und frei vollkommen unverständlich wäre. auf einzelne Bezirke beschränkt hat, sondern, daß Ur. 293 Erstes 180. Jahrgang Montag, 15. Dezember 1930 Siebener Anzeiger S züw * Dr. Friedr Wilh. Lange. General-Anzeiger für Gberhessen MN- • • ' Blumschein und für öc« Onrtf untOalog: SriihI'Ich« Unt°-rNtü<-.v-ch. unO Stelnftrutfcrel B, r-n,- tn Sieben. Schrtstlettnng und S-,chäft-Nell-: S-Üulftrnf). r. Es ist zwar bis an die Zähne gerüstet, es kann jederzeit Krieg nach allen Fronten führen, es kann aber nicht den Starrkrampf der internationalen Wirtschaft lösen. 3m Gegenteil, die internationale Wirtschaftskrise hat auch die Wirtschaft Frankreichs ersaht, die für ihre gesamte Ausfuhr auf kaufkräftige Auslandmärkte angewiesen ist. Hat Steeg Aussichten? Wird Briand der Außenpolitik neue Impulse geben? Paris. 15. Dez. (ERB.) Das Kabinett Steeg ist eine Minderheitsregierung. Wenn ihm auch von der Fraktion der L i n k s r e p u b (i t a > n e r fünf Minister angehören, so kann es doch nicht mit sämtlichen Stimmen dieser Partei rechnen, solange es ihm nicht gelingt, den Widerstand Tardieus zu brechen. Im Senat hat das Kabinett nichts zu befürchten, da cs dort über die absolute Mehrheit verfügt, besonders, da sich ein Mann wie C h 6 r o n , der lange Zeit Vorsitzender der Fraktion Poincarös war, sich bcreitgesunden hat, in das Kabinett einzutrcten. L o u ch e u r dürste als Handelsminister wenigstens den Versuch machen, den Gedanken einer europäischen Union dadurch zu fördern, daß er ihm, wenn irgend möglich, eine wirtschaftliche Grundlage schafft, lieber die Lebensfähigkeit dieses Ministeriums schon jetzt etwas zu sagen, wäre verfrüht, aber immerhin darf man betonen, daß die letzten acht Tage der Ministerkrise viele Parlamentarier davon überzeugt haben, daß die Diktatur der Parteien ein Verhängnis für die i n n e r p o l i ti s che Entwicklung ist. Vom deutschen Standpunkt aus gesehen darf das Kabinett Steeg begrüßt werden. Es war ein offenes Geheimnis, daß Außenminister Briand im Kabinett Tardieu bei der Fortentwicklung feiner Verständigungspolitik und bei der.Aufrollung der Frage der Schaffung einer europäischen Union auf Widerstände gestoßen ist. Mit diesen Wiederständen hat er jetzt nicht mehr zu rechnen. Briand kann, wenn er wünscht, mit diesem Kabinett eine mutige Handlung dadurch vollziehen, daß er die Stockung, die in der deutschfranzösischen Verständigung festzustellen ist, beseitigt. Es sind also mit dem Kabinett Steeg wohl Hoffnungen dafür vorhanden, daß die Persönlichkeit Briands sich st ä r k e r zur Geltung bringen wird, als dies unter der Herrschaft Tardieus in den letzten Monaten möglich war. Scharfe Kampfansage der poincare- presse. Paris, 13. Dez. (WTB.) Das Kabinett Steeg wird vom „Temps" und dem „3oumat des De- bats", als eine zweite Auflage des im Februar gebildeten radikalen Eintags-Kabinetts Chautemps betrachtet und abgelehnt. Beide Blätter erklären, die Regierung sei dazu verurteilt, von der Linker st ühung der Sozialisten zu leben. Der ..Temps" avpelliert an die Opposition, die jetzt Führer wie Tardieu, Maginot und Paul Reynaud zu den ihren zählen Ernte, die Werte zu verteidigen auf denen die Sicherheit Frankreichs und die Ordnung beruhten. Das „Journal des Debats" erflärt, das Kabinett Steeg müsse sobald wie möglich wieder gestürzt werden. Es habe nur einen Zweck: es sei gebildet worden, um die Radikalen wieder zur Regierung zu bringen. Rach der sogenannten Liquidierung des Krieges versuche man, die nationale Mehrheit und jede nationale Politik zu liquidieren. „Intransigeant" erklärt, durch die Bildung des Kabinetts Steeg fei die Krise keineswegs beschworen, sondern sie Dauere an. „F igaro" erklärt: Die Zukunft Frankreichs würde sich traurig an taffen, wenn man nicht die Gewißheit hätte, daß die Mehrheit bald die Ofsensive wieder aufnehmen und dieses Links - kabinett zertrümmern wird, das sich mit List in die poincaristische Kammer von 1928 «ingeschlichen hat. — „Avenir' schreibt: Die Manöver der Radikalen werden ihnen nicht die Anerkennung der Mehrheitsparteien bringen. Jedenfalls muh man auf Kämpfe gefaßt sein. Der Senat wollte den Frieden. Er hat sich getäuscht. — „3 ourna l" schreibt: Auf den ersten Blick handelt es sich um ein Linkskabinett, das nicht ohne Unterstützung der Sozi a l i st e n wird bestehen können. Die Mitarbeit weniger Persönlichkeiten der Mittelgruppe wird nicht genügen, dem Kabinett den Charakter einer wirklichen Konzentration zu geben. Die Mehrheit, auf die es sich stützen wird, dürfte äußerst gering und zweifelhaft sein, wenigstens für den Anfang. Das erste Zusammentreffen mit der Kammer dürfte hart Jein. — „L' Ord re" sagt: Steeg ist unmöglich. Das republikanische Frankreich hat es nicht verdient, ihn an der Spitze der Regierung zu sehen. Die Regierung wird immer verfänglicher. Räumung des Saargebiets von den Nahnschuhttuppen. Unfreundliches Echo in 4. aris. Paris, 13. Dez. (WTD.) Die belgisch-französischen Bahnschutztruppen haben am Freitag das Saargebiet verlassen. Dazu schreibt das Echo de Paris: Ein Kapitel Rach- kriegssaargcschichte hat seinen Abschluß gefunden. Mehr als ein Franzose hat gestern im Saargebiet Herzbeklemmungen gehabt. Der „Figaro" erklärt: Leichten Herzens hat Briand am 12. September seine Zustimmung zu ?>cm Anträge Dr. Curtius' gegeben. Man stand am Vorabend der deutschen Wahlen und unser Außenminister hoffte, daß diese Konzession neben so vielen anderen, die bereits gemacht worden waren, Deutschlands Dank nach sich ziehen würde. Es war ein 3rrtum m e h r, der zu all denen sich anfügte, die bereits früher begangen worden waren. Man weiß, wie Deutschland uns antwortete. Das „Oeuvre" erwartet nicht, daß durch den Abzug der französisch-belgischen Truppen die französisch-deutschen, seit Monaten unterbrochenen Saarverhandlungen, irgendwie berührt werden könnten oder daß der Kernpunkt des Saarproblems darunter leiden würde. Da für jeden ob «k- tiv Denkenden das Ergebnis der Abstimmung keinem Zweifel unterliege, würde es sicher im 3ntevesse Frankreichs liegen, nichtbisl935zuwarten.umrnit Deuffch- land über den Rückkauf der Saargruben zu verhandeln und um, wenn möglich, die Grundlagen einer deutsch-franz fischen Zusammenarbeit Im Saargebiet zu legen. ES sei richtig, daß die ersten mit Deutschland angeknüpften Verhandlungen ent- ßeine3uriM6aihingbeimfiaufbe6nötigtn3ebarf6 Unmöglichkeit weiterer Preissenkungen bei wachsenden Gestehungskosten. Stettin. 14. Dez. >WTD.) Die Industrie, und Handelskammer Stettin erklärt: Die Feststellungen über die Möglichkeiten von Preis- senktrngen der hauptsächlichsten Gegenstände des täglichen Bedarfes sind nunmehr zu Ende geführt und von der Industrie- und Handelskammer, der Landwirtschaftskammer und der Handwerkskammer dem Regierungspräsidenten mitgeteilt worden. 3n nahezu ollen Artikeln sind die Preise seit dem Herbst erheb- lich gesunken, und es hat sich bei den Besprechungen mit den einzelnen 3nteress«nverban- den gezeigt, daß allseitig Verständnis für dte heutige Rotlage und auch der ernste Wtlle vor- Händen ist, auf der Linie der Verbilligung b t s an die äußerste Grenze zu gehen. Weitere Preisreduktionen sind icdoch abhängig von einer Senkung der Gestehungskosten, in erster Linie Steuern, Soziallasten, Mieten, Löhne, Strom- und Gaspreise, Frachten, Gebühren usw. Auf Grund der vorgenommenen Erhebungen empfehlen die amtlichen Vertretungen der Wirtschaft, nunmehr auch, soweit wie möglich, die so schwer bedrohte Wirtschaft darin zu unterstützen, daß mit dem Ankauf des notwendigen Bedarfes nicht weiter zurückgehalten wird. Die Wirischaftskam- mem rechnen daher auch in dieser Hinsicht mit der verständnisvollen Einsicht aller Kreise. Oie Lage in der Textilbranche Stuttgart, 14. Dez (WTD.) 3m württern- bergischen Wirtschastsministerium fand eine Besprechung mit den Vertretern der Textilindustrie und des Textilhandels über die Preissenkung bei den Lexiilwa en statt. Die Vertreter der verschiedener Zweige der Textilindustrie wie des Groß» und Einzelhandels gaben ihrer ernsten Besorgnis über die gegenwärtige Zurückhaltung der Käufer schäft Ausdruck, denn dem Rückgang des Llmsatzcs könne d i e H ö he d^r LI n k 0 st en nicht angepaßt werden, zumal durch die Preisherabsetzungen an den Lägrrn erhebliche Verluste entstanden seien. Es bestehe die Gefahr, daß, wenn sich ter Lims atz nicht bessere, die Verkaufspreise wieder erhöht werden müßten. Bei dieser Sachlage hat das Wirtschaf t s m i n i st e r i u m an die Käuferfchaft die dringende Bitte gerichtet, gerade jetzt mit ihren Einkäufen nicht zurückzuhal- ten, sondern ihren Bedarf in gewohnter Weise zu decken. O-e Gemeindebiersteuer. Eine Entschliessung des Lettischen Braucrbundes. Berlin, 13. Dez. (TU.) In der Mitgliederversammlung des Deutschen Brauerbundes nahmen die Vertreter des gesamten deutschen Braugewerbes eine Entschließung an, in der der Bestürzung über die in der zweiten Notverordnung vom 1. Dezember völlig überraschend getroffene Neuregelung der Gemeindebiersteuer Ausdruck gegeben wird. Die Gcsamtbelastung des Bieres durch die dreimalige Erhöhung des letzten Jahres auf 22 Mark je Hektoliter mache mehr als der Brauereiverkaufspreis vor dem Kriege aus, der rd. 20 Mark je Hektoliter betrug. Die neueste Steuererhöhung treffe das Braugewerbe in einem Augenblick, in welchem der B i e r a b f a tz bereits auf Grund der vorangegangenen Steuererhöhungen in erschreckendem Maße rückläufig sei. Der Absatzrückgang habe in den Gebieten, wo Wein und Obstwein, die bekanntlich steuerfrei feien, in Konkurrenz mit dem Bier träten, ein geradezu katastrophales Ausmaß angenommen. Gegenüber einer reinen Biersteuerlast von 22 Mark je Hektoliter betrage die Gesamtsumme der im letzten Jahr von den Aktienbrauereien gezahlten Dividenden noch nicht 2 Mark je Hektoliter (57 Millionen Mark Dividenden auf 30 Millionen Hektoliter Bier- erzeugung der Aktienbrauereien), also nicht einmal den elften Teil der reinen Biersteuerbelastung. Die unverständliche Steuerpolitik der Reichsregierung müsse dazu führen, daß sich Gemeinde- und Reichsbiersteuer gegenseitig Konkurrenz machten mit dem Ergebnis, daß nicht nur das Mehraufkommen durch den Absatzrückgang völlig aufgezehrt, sondern auch das Braugewerbe, einer der wichtigsten Abnehmer der heimischen Landwirtschaft, und mit ihm das Gastwirts- geroerbe auf das nachhaltigste in ihren Existenzgrundlagen erschüttert werden. Das deutsche Braugewerbe sehe sich daher gezwungen, an die Gemeinden die ernste und dringende Mahnung zu richten, die Gemeindbiersteuer nicht über das bisherige Maß hinaus zu erhöhen. täuschten. Deshalb solle aber nicht gleich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden. Freilich sei es Sache Deutschlands, uns Angebote zu machen, wenn es die Wiederaufnahme der Verhandlungen wünscht. youngrevifion und privaischu den. Bedeutsame Ausführungen des Reichs- bankpräsidenten Dr. Luther. Paris, 14. Dez. (TLI. Funkspruch.) Die „Reue Pariser Zeitung", das in der französischen Hauptstadt in deutscher Sprache erscheinende Organ, veröffentlicht einen Artikel des Reichsbankpräsi- danten Dr. Luther, in dem Luther sich mit den Tributen und der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands befaßt. Zunächst gibt Luther seiner Lieberzeugung über die Festigkeit der deutschen Währung Ausdruck. Die sieten 3ahre alte Reichsmark hat die sieben wahrlich nicht fetten 3ahre durchgehalten und sie wird noch vieie Male sieten 3ahre durchhalten. Ein im 3n- nern starkes Deutschland habe auch jetzt noch Erfolgsaussichten im außenpolitischen Ringen. Mit Rachdruck müsse deutscherseits darauf hingewiesen Werder«, daß zum Poungplan auch die von den anderen zu erfüllenden Voraussetzungen gehörten. Die Reparationen feien auf die Dauer nur erfüllbar, wenn Deutschland genügend Ausfuhrmärkte habe. Auch die Ka pi talhOrtung, zu der heute besonders Frankreich neige, müsse vermieden werden. Auch die leidenschaftlichen Vorkämpfer einer Revision seien sich darüber klar, dah alle Privat s ch u l d e n bedingungslos und rechtzeitig bezahlt werden müßten. Was auch aus den Erörterungen über das Moratorium oder die Revision werden möge, Deutschland werde feine priva'en Sch udverpf lich tungen ordnungsmäßig erfüllen. Je deutlicher Deutschland seine Llnter- schrift unter den Poungplan als bindend anerkenne, um so wirkungsvoller könne es von den Vertragspartnern fordern, was ihnen vertragsmäßig obliege. Nationalsozialisten und Zentrum. Gegen den nationalsozialistischen Vor- sitzenden des Acchtsausfchusses Berlin, 13.Dez. (VDZ.) Der Rechtsausschuh des Reichstages trat am Samstag unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Frank II (Rat.-Soz.) zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhob Abg. Dr. Bockius (Z.) gegen die Fortführung ter Geschäfte des Vorsitzenden' durch den Abg. Dr. Frank Einspruch. Frank habe im Plenum gesagt, das Zentrum mißbrauche den Glauben für seine sch-muhigen politischen Geschäfte. Er beantrage, den Ausschuß zu vertagen und über den Widerspruch des Zentrums im Aeltestenrat zu verhandeln, um eine Entscheidung darüber herbeizuführen, ob Der Vorsitzende eines Ausschusses durch die Mehrheit dieses Ausschusses a b g e f e tz t werden könne. Abg. Dr. M a r u m (Soz.) wies darauf hin, daß es üblich sei, dem Vertagungswunsch einer großen Partei stattzugeben. Abg. K a rpenstei n (Rat.-Soz.) bestritt, daß eine Beleidigung der Zentrumsmitglieter vorliege. 2lbg.Rupp (Rat.-Soz.) erklärte, die gesamte nationalsozialistische Fraktion halte die beanstandete Aeußerung des Abg. Dr. Frank für r i ch t l g, da das Zentrum tatsächlich den Glauben mißbrauche. Abg. Dr. Hanemann (Dn.) betonte, dah die umstrittene Frage nicht die sachliche Arbeit des Ausschusses beeinträchtigen dürfe, und verlangte, daß ter AuSschuh zunächst die Tagesordnung erledige und dann die weitere Regelung dem Ältestenrat überlasse. 3n der Abstimmung wurde ein* nationalsozialistischer Antrag, über den Zentrumsantrag zur Tagesordnung überzugehen, mit 12 gegen 12 Stimmen, also bei Stimmengleichheit, abgelehnt. Der Antrag des Zentrums, den Ausschuß zu vertagen und die Frage des Vorsitzes dem Aeltestenrat zu überweisen, wurde mit 13 gegen 11 Stimmen angenommen. Für den Zentrumsantrag stimmten außer den Antragstellern die Sozialdemokraten, die Staats- Partei und der Christlich-Soziale Volksdienst, gegen den Antrag die Rationalsozialisten, die Drnitschnationalen, die Kommunisten und das Landvolk, während sich die Deutsche Volkspartei und die Wirtschaftspartei ter Stimme enthielten. Kleine politische Nachrichten. In dem Tarifftreit bei der Reichsbahn wegen der Arbeitszeit ist von dem Vorsitzenden der Schlichterkammer, Vortragenden Rat Dr. Völckers, ein Schiedsspruch verkündet worden, der die Herabsetzung der Arbeitszeit auf 48 Stunden wöchentlich für verschiedene große Gruppen von Reichsbahnarbeitern vorsieht. Insbesondere kommen die Bahn- Unterhaltungsarbeiter und die Arbeiter der Ausbesserungswerkstätten in Betracht. Von dieser Regelung werden etwa 180 000 Arbeiter erfaßt. Wegen weiterer Gruppen von Arbeitern hält die Schlichterkammer weitere Nachrüfu-igen für erforderlich. Dem Beschluß des Allgemeinen Verbandes ter Deutschen Bankangestellten, eine Urabstimmung über den gefällten Schiedsspruch vorzunehmen, sind sämtlich am Tarifvertrag beteiligten Angestelltenorganisationen beigetreten. Zunächst stimmen am Mittwoch die Angestellten ter Berliner Großbanken ab. » Die beiden nationalsozialistischen Blätter, das „Frankfurter V 0 l k s b I n 11" und die in Wiesbaden erscheinende „Rheinwach t", die erst kürzlich nach einem vierwöchigen Verbot wieder erschienen sind, sind durch den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau wegen Verstoßes gegen §5 Absatz 1 des Republikschutzgesetzes mit Wirkung vom 15. d. M. ab erneut auf die Dauer von vier Wochen verboten worden. * Vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte gelangte die Privatklage zur Verhandlung, die ter Reichstagsabgeordnete Hugenberg gegen den Redakteur des „Vorwärts", Dr. Kurt Geyer, angestrengt hat. Anlaß zu dieser Klage bot ein Artikel mit der Lieberschrift „Hugenbergs Schande". Der Artikel beschäftigte sich mit den Vorgängen bei ter Ostbank. Hugenberg wurde ter Vorwurf gemacht, daß er Spargelder von kleinen Leuten in Ostpreußen gesammelt und diese für die politischen Zwecke des Hugenberg-Presse- konzerns verwendet habe. Der Angeklagte wurde wegen Beleidigung zu 5 0 0 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Das Urteil ist einmal im „Vorwärts" auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Aus aller Welt. Der Siemens-Ring für Professor Junkers. Am Geburtstage des Elektroindustriellen Werner v. Siemens erfolgte in Berlin in festlicher Sitzung die Liebergabe des Siemensringes, der alle drei Jahre einmal verliehen wird, an Prof. Dr. Hugo 3 u n k e r s. Der Siemensring dient zur Auszeichirung von Personen, die sich hervorragende und allgemein anerkannte Verdienste um die Technik in Verbindung mit ter Wissenschaft erworben haben, wobei für die Auszeichnung nicht das Amt, die Stellung oder der Rang, sondern nut die persönliche ßeiftung maßgebend ist. Bisher wurde der Ring an Geheimrat v. Linde, Freiherr Auer von Welsbach, Karl Bosch und Oskar v. M i l l e r verliehen. Der für Pros. 3un ker- bestimmte kunstvoll ausgeführte Ring wird in einer Kassette überreicht, die aus einem Derg- kristall besteht. Theaterstandal in Nürnberg. Im Nürnberger Apollotheater kam es gegen Schluß der Aufführung der Revue „Liebe mich" zu einem bisher in Nürnberg noch nicht erlebten Theatertumult. Wie auf ein Kommando begannen etwa 300 bis 400 im Zuschauerraum verteilte Theaterbesucher einen ohrenbetäubenden Lärm. Stinkbomben, faule Eier, Aschenbecher und andere Wurfgegenstände wurden auf die Bühne geschleudert und zum Entsetzen der Darsteller-und Zu- schauer eine Menge weißer Mäuse los- getanen. Sei ber Aufregung erlitt eine der Darstellerinnen einen Nervenfchok. Die Polizei, die bereits verstärkt im Theater anwesend war, räumte den Saal, wobei sie wiederholt vom Gummiknüppel Gebrauch machen mußte. Sieben Personen wurden festgenommen. Die Revue zeigt unter anderem Darstellerinnen der verschiedenen Länder in Prunktrachten. Um von vornherein Zwischenfälle auszuschließen, hatte die Theaterdirektion die französische Vertreterin nicht aufmarschieren lassen. Die deutsche Darstellerin sollte — die wirtschaftliche Not Deutschlands zeigend — in einem schlichten Gewand auftreten, das dann später mit einem aus den Gewändern der übrigen Darstellerinnen zusammengesetzten Prunkgewand vertauscht werden sollte. Doch schon beim ersten Auftreten der deutschen Darstellerin tarn es zu derartigen Kundgebungen, daß die Vorstellung abgebrochen werden mußte. Blutige Zusammenstöße in Rheydt. Am Samstagabend kam es in einer national- sozialistischen Versammlung in Rheydt zu schwe- ren Zusammen st ößen zwischen^ Ra- tionalsozialisten und Kommunisten, die di« Versammlung störten. Die Gegner schlugen mit Stühlen und Biergläsern aufeinander ein. Ein Ration al^ozialist wurde durch Messerstiche schwer verletzt. Die Polizei, die die Versammlung auflöste und den Saal .räumte, verhaftet« teei Kommunisten. Rach der Versammlung zogen di« Rationalsozialisten und die Kommunisten in geschlossenen Zügen nach München-Gladbach. Gegen 23 Llhr kamen vier Führer ter Gladbacher Rationalsozialisten nach Rheydt. Si« kehrten in das Versammlungslokal «in, wo es wieder zu Streitigleiten kam. Diese wurden auf der Straße fortgesetzt. 3n der Dahlener Straße gab bann, wie der Polizeibericht berichtet, einer der Gladbacher Rationalsvzia- listen vier Schüsse ab. Ein 26jähriger Kommunist wurde durch einen Herzschuß getötet. Bald darauf wurden die vier Rationalsvzialisten. darunter der Bruder des Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels, verhaftet. Der Rationalsozia- list, der die Revolverschüsse abgefeuert hat, gibt an, In Rv twehr gehandelt zu haben. I ------------------- Oie SVfftrta-ie —Thorshavn~rft V V ©Wolkenlos. ($ »eiter ®naiB oedeext »woixiaeoedecti •Rcoetv * Schnee Graupeln e Neoei K 6ewiner.@utiiie.<^ seh# leichter Ost massiger Suosuowesi q, stürmische! "orjwesl Die Pfene fliegen mit dem winde Oie oei cen Stationen stenenden zah* len geben die Temperatur an. Die Linien veromden Orte mit gleichet» auf Meeresmveau umgerechneten Lu'tdruck Wettervoraussage. Runmehr ist es an ter Südseite ter Zslandstörung zur Bildung eines flachen Teilwirtels gekommen, der heuä morgen über Rordfrank» reich und Belgien lag. Bei seinem Vorüberzug wird unser Wetter durch ihn beeinflußt, zumal an seiner Rückseite meist nordwestliche bis nördliche Winde wehen. Somit dürften kältere, maritime Lustmassen nach dem Festlande befördert werden, durch die die Temperaturen einen Rückgang erfahren. Das Wetter nimmt einen veränderlichen Charakter an und vereinzelt treten Schauer auf, die teils als Schnee nieter- gehen. An der Rordwestküst« Ir.ands sind ater bereits Anzeichen für das Herannahen einer neuen Warmluftwelle vorhanden, so daß später wieder Milderung in Aussicht steht. AussichtensürDienstag: Wechselnde Bewölkung mit vorübergehendem Aufklaren, kälter, vereinzelte Regen- oder Schneeschauer. Aussichten für Mittwoch: Wieder lieber- gang zu Witterungsumschlag und etwas milderem Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen. Am 14. Dezember: mittags 4,1 Grad Celsius, abends 1,7 Grad; am 15. Dezember: morgens 2,7 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erd - temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 14. Dezember: abends 1 Grad: am 15. Dezember: morgens 0,8 Grad Celsium. —Niederschläge: 0,7 Millimeter. Amtliche Dintersportnachrlchken. V0 gelsb erg, Hohe r0 d sk 0Pf: —IGrak» Celsius, Retel, 11 Zentimeter Pappschnee: Sportmöglichkeit noch vorhanden. — Herchenhalner Höhe: 0 Grad, Rotel, 10 Zentimeter Pappschnee: Sportmöglichrelt für Dkl und Rodeln gut. von den wohnlicher Briefe keinen Ersatz leistet. Aber auch r^e Versendung von Geld in Einschreibebriefen ist "ach wie vor nicht zu empfehlen. Geht ein derartiger Briet verloren, so erhalt der Absender 40 Mark Ersatz. Wird ein Einschreibebrief ledoch nur fernes Geldes beraubt, so ist die Post nicht ersatzpflichtig, da sie nach § 10 des Postgelctzes nur für den Vertust, nicht aber für die Beschädigung tBeraubung, ei.ios Einschreibebriefes ha tet. Daher sollte Geld nur mit Zählkarte oder Postanwei- sung unter Umständen im Geldbrief. verschickt werden. 7iad>frog zum LantztagSber cht. Der natlonatfoAtal>ftifche LbgeorSnete Dr. Werner, Butzbach, bittet uns um Aufnahme folgender ergänzender Zeilen: „Der Redner des LandbundeS, Dr. Mulles, hat ausdrücklich aus Grund der namentlichen Abstimmung und nach scharser Zurückweisung durch Abg. Dr. Werner festgestellt, dah er sich geirrt, und dah Abg Dr. Werner gegen die Verlängerung des Landtag- gestimmt habe. Abg. Dr. Werner hatte dem Landbund mit Rücksicht aus die Tatsache, daß der Landbund vor einem halben Jahr in eine sozialdemokratisch geführte Koalition eintreten wollte, den Vorwurf gemacht, die Landbundfraktion habe bei den Landtagsverlängerungsbestrebungen Heb- flmmendienste geleistet, eine Meinung, die auch andere Parteien, -. B. die Deutsche Volkspartei, offen vertreten. Der Versuch de- Redners des Landbundes, den Abgeordneten Dr. Werner als mitschuldig an der Verlängerung des Landtages zu bezeich. nen, scheiterte. Dr. Muller muhte den Rückzug an tret en." _________________________ Aus Oer provinz>olh«iuptstaOi Ei ehen, den 15. Dezember 1930. Winterkleidung. Do > Stadtmedizinalrat Dr. Fifcher«Oefoy'Zrankkurt a. M. Starsrecheit tragen, Hauotsendezeiten für den 6ÜN westdeutschen Rundfunk sind die Zeiten von 12 bis 14.30 und von 16 bis 23 Uhr ** Evangelisch.k'rchlichePerfonalti. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer ßrtcörid) Germer au Grohen-Linden die evan» gelifche Pfarrstelle zu Allendors a. d. Lahn, Diakonat Gtt>ßen-Linden, Dekanat Gießen, übertragen. * Dcutschnationa.er Handlung-- gehtlfen-Verband. Die Or.sgruppe Dieben des Deutschnationalen Handlungsaehilsen- VerbondeS hielt, wie man uns berichtet, tm De» bandsheim einen Kinder- und Märchennachmittag ob. Robert May (Darmstadt) verstand es in ausgezeichneter Weise, die Jugend mit seinem Puppenspiel ^Wer andern eine Grube gräbt" zu unterhalten. Es handelte sich dabei nicht um ein Kasperltheater im üblichen Sinne, sondern um ein Spiel in drei Auszügen, das geschickt dem Tätigkeitsdrang der Kinder angepatzt war Die Kinder nahmen denn auch lebhaftesten Anteil an der Aufführung und waren schnell zu Mitspielern geworden. Die Ausführung brachte aber neben dem Humor auch eine Reihe ernster Belehrungen, die in dieser Form sicher aus fruchtbaren Boden gefallen sind. Lebhaftes Interesse brachten die Kinder auch den Märchenspiclen .Hänsel und Gretel", .Der FroschEnig" und.Brüderchen und Schwesterchen" entgegen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Hausfrauen gegen die Erhöhung der werktorise. - -2>1* beabsichtigte Erhöhung der Tarife für Gas und Elektrizität hat in der Be- völkerung große Beunruhigung hervor» gerufen. Die Reichsregierung bringt auf Preisabbau und legt die moralische Verpflichtung dazu dem Handel und dem Gewerbe auf. Do ruft cs in weiten Kreisen lebhaftes Befremden hervor, wenn trotzdem die städtischen Werke ihre Tarife erhöhen wollen. Man hofft auf Herabsetzung der Preise, und siehe da, es wird uns eine Erhöhung beschert. Das wirkt, als wollte man mit der einen Hand nehmen, was man mit der anderen gibt. (Preissenkung!) Wir können übrigens darauf Hinweisen, daß in an de» ren Städten die Tarife herabgesetzt werden. Wie wir hören z. B. in Wiesbaden. Die Hausfrauenberatung in Gießen hält es für >hre Pflicht, auf die nachteiligen Folgen dieser Maßnahme aufmerksam zu machen. Alle Schichten der Bevölkerung werden durch diese indirekte Steuer getroffen, und gerade die am schwersten rinnenden am empfindlichsten. Sie ist daher im höchsten Grade unsozial. Auch für die Werke und die Stadt läßt sich ein Vorteil nicht erkennen. Die Werke werden vermin- derte Einnahmen haben, und es liegt ganz und gar nicht im Interesse der Stadt, ihre Werke zurück- gehen zu sehen. Zahlreiche Haushalkimgen werden wieder zur Kohlenheizung zurückkehren müssen, um so mehr, als die Kohlenpreise bereits eine Senkung erfahren haben. Auch wird manche Hausfrau mehr als bisher mit Licht sparen muffen, was den äugen nicht gerade zutraulich sein dürfte Und doch ist für viele die Gesundheit das einzige' Gut, das sie noch besitzen, ein Gut, heute unschätzbarer denn je, mit dem hauszuhalten dringendstes Gebot ist Für die ohnehin bis zur Grenze ihrer Leistungsmöqlich. feit belastete Hausfrau bedeutet auch die Kohlen» Heizung ein nicht zu unterschätzendes Mehr an Arbeit, das ihre Gesundheit gefährdet Wieder einmal hat die Stadtverordneten-Der» sammlung Beschlüsse gefaßt, die schwer wie. gende Folgen für die Hausfrau hoben. Sie soll das Defizit der Stadt aus ihrem ohnehin so schmal gewordenen Beutel decken Es bleibt ja nicht bei der Mehrausgabe durch die Tarife, die Geschäfte wälzen natürlich die für sie dadurch entstehenden Betriebsunkosten ebenfalls auf die Verbraucher ab. Die Hausfrauenberatung Gießen ist bei der Stadt und den Stadtverordneten wegen der Tarife vorstellig geworden. Sotten aber ihre Bemühungen jetzt und in Zukunft Erfolg haben, so ist ein f e st e r Zusammenschluß aller Hausfrauen unbedingt erforderlich. Die Hous» frau darf verlangen, daß ihre Interessen in der Stadtoerordneten-Versammlung stärker als bisher berücksichtigt werden. _______________Die Hausfrauenberatung Gießen. Der Fehler der männlichen Winterkleidung besteht zunächst darin, dah zu dickes Unterzeug gebraucht wird. Zumal wenn es aus Wolle her- gestellt ist, verfilzt es durch die Schweiß auf nähme sicht und wird dann undurchlässig für Luft, hindert somit die Haut an ihrer Ausdünstung und befördert die Ansammlung schädlicher Stosse im Körper. Leichtes, poröses Unterzeug dagegen bietet nur Vorteile: wird ein dickerer Anzug als im Sommer getragen, dann werden gesunde Menschen sich auch im Winter mit der praktischen Rehunterkleidung oder, was den Oberkörper betrifft, aucf)_ dem Leinwandhemd auf der bloßen Haut begnügen können. Die Oberkleidung behält nur dann ihre Luftdurchlässigkeit, wenn sie regelmäßig gereinigt, durch Klopfen und Bürsten vom Staub befreit und nach dem Ablegen zum Lüften an das offene Fenster gehängt wird. Es ist auch durchaus nicht nötig, den Hals durch enge Kragen abzuschließen. Der Schillerkragen, der zur völligen Abhärtung gegen Erkältungen führt, wie auch der freie Hals der Matrosen das beste Mittel zur Verhütung von Erkältungskrankheiten in dem rauhen Klima ist. hat sich nicht eingebürgert, aber die Forderung, den engen, steifen Stärkekragen durch einen niedrigen, weiten, weichen -u ersehen, ließe sich überall leicht durchführen Für die Kopf- und Fußbekleidung des Mannes im Winter gilt ebenfalls der Grundsatz, daß ein Zuviel nur schadet und neben Erkältungen noch andere Leiden hervorruft. Der Fuß, der viel bewegt wird, kann ganz gut mit baumwollenen Strümpfen gegen die Kälte geschützt werden, und bedarf nur beim Wintersport, wenn er durch Bandagen eingeengt ist, einer dickeren Bekleidung hi Gestalt sogenannter Sportstrümpfe. Mnb wer es nicht vorzieht, auch während des Winters barhäuptig zu gehen, was ohne gesundheitlichen Schaden möglich ist, der soll, wenn er es überhaupt noch besitzt, das natürliche Haarkleid des Schädels durch eine leichte Hülle schützen. Ein Ohren- oder Aasenschuh ist nur bei der größten Kälte, wenn zugleich ein scharfer Wind weht, nötig. Der Mantel kann natürlich auch durch andere Kleidungsstücke erseht werden, ist aber deshalb vor'•Kornotiicn. — Tageskalender für Montag. Eng- l'lches tiemtnar der Universität: Englischer Rezila- tionsabenb, 20 Uhr, im Turnsaal des Realgmnna- *“md- — Gesellschaftsoerein e. 23. (Klub): ördentl. Mitgliederversammlung, 20.30 Uhr. - Lichtspiel» baus Bahnhofstraße: „Delikatessen- und .Kunst- schützen- - Ästoria-Lichtspiele: „Die Rettung" und „Wer aewinnt das große Match" — Aus dem Stodttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 19 30 Uhr, gelangt Schillers Trauerspiel .Fabale und Liebe" «,ntrCJ.L öer Resie Walther Bäuerle letzmalig zur Aufführung. - Mittwoch. 15.30 Uhr, erste Wieä>r- holung des mit großer Freude aufgenommenen Weihnachtsmärchens: „Goldmarie und Pechmarie" oon Aloys Prafch mit der Musik von Gustav Steffens; Spielleitung Karl Volck Abends 20 Uhr Erst- auffuhrung: „Die erste Frau Selby", Komödie von -st. John Ervine. Das Stück hat bisher überall große Erfolge erzielt. Unser Winterllima macht es in der Regel nicht erforderlich, sich mit dicken Pelzen zu behängen, ausgepolsterte Ueberschuhc zu tragen, sich Hals und Gesicht dick zu vermummen und den behaarten Kopf mit dicken giU- oder Tuch- Hüllen zu bedecken, ganz abgesehen —... L... vielen Stofflagen, die den übrigen Körper verkleiden. Soll der Körper voll leistungsfähig bleiben, dann muß die Kleidung luftdurchlässig sein; diese Bedingung müssen wir unbedingt für die Winterkleidung stellen. Der Abhärtung sind Grenzen gesetzt, die bei jedem Menschen verschieden sind. Man wird also keine Rorm fest- setzen können, denn ein Mensch kann mehr Kälte vertragen als der andere. Jeder sollte aber nur bas unbedingt Aötige auch im Winter um seinen Körper haben. teilhaft. weil er den Uebergang au- der Kälte in den geheizten 3nnenraum auf bequemste Wege durch Ablegen ermöglicht. Die weibliche Kleidung ist im großen und aanzen viel gesünder als die männliche Man braucht nicht zu glauben, daß dafür die gesundheitliche Aufklärung verantwortlich fei; leider ist eä immer noch die Mode, die ohne Rücksicht auf Gesundheit diktiert, und nun zufällig einmal das Richtige trifft Die Richtigkeit dieser Behauptung wird ja u. a. dadurch erhärtet, daß das gesundheitswidrige Korsett wieder auitaucht, allerdings unter dem Decknamen Korselett! Immerhin weist die Winterkleidung des weiblichen Geschlechtes Widersinnigkeiten auf. Fl)rstrümpfe an den vom Rock nicht bedeckten Unterschenkeln, am Hals aber dicke Pelze, ist ein Gegensatz, der zu ganz ungleichmäßiger Erwärmung bzw. Abkühlung des Körpers und damit leicht zu Erkältungskrankheiten, zu denen nicht nur Schnupfen unb Husten gehören, führt Der Hals kann übrigens viel leichter abgehärtet werden, als der Unterschenkel _ Wenn es auch zu weit gegangen ist, nun alle möglichen Unterleibserkrankungen auf die an und für sich sehr vernünftige Kurzröckigkeit zurückzuführen, so muß doch während des Winters die Forderung gestellt werden, die Deine genügend warm zu bekleiden Ueber die sonstige Beklei- düng gilt dasselbe wie bei den Männern. Da- Abhärten durch Luftbaden und kalte Abwaschungen sollte im Sommer beginnen und dann durch die Uebergangszeit hindurch auf den Winter übergeleitet werden. Wer Furcht vor Erkältung hat und sich vor jedem Luftzug scheut, wer sich durch dicke Kleid""g beschwert, der ist viel geneigter zu Krankheiten als derjenige, der sich leicht bekleidet in der u. d^n Luft lebhaft hin und her bewegt und mit windgeröteten Wangen heimkehrt. Und beginnt man mit der Abhärtung unter Wahrung aller Vorsicht, ohne sie erzwingen zu wollen, unter Rücksichtnahme auf die E nstellung des find- lichen Körpers schon in früher Jugend, dann braucht man auch im Winter nicht ängftlid? zu sein und kann die Kinder viel leichter bekleiden, als es noch vor 20 Jahren üblich war. Denkt an die Vogelfütterung! ©treut tm Winter in einer gedeckten Garten- Hütte, oder an einem Fensterbrett Sämereien (Hanf, Mohn, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Hafer, Hirse) aus! Kartoffeln darf man nicht füttern, weil sie leicht verderben. Dom Drot benutzt man nur die trockene zerriebene Kruste. Achtet daraus, dah das Futter den Vö- geln gerade bei Schneesturm und Glatteis zu- gänglich sein muh! Offene Futterhäuschen sind daher ganz unbrauchbar. Stellen sich Sperlinge in zu groher Zahl ein und verdrängen diese die anderen Arten (Meisen) vom Futterplatze, so richte man besondere Futtergelegenheiten ein, an denen die Sperlinge das Futter nicht erteilen können. Man fülle eine halbe Kokosnuhschale mit_ warmgemachtem Talg, dem Sämereien zugefügt sind (c8 sind auch fettige Futterküchen zu haben, die man nur einzuschmelzen braucht), oder man nagele schmale Speckstreifen (nur itn- gesalzenen frischen Speck verwenden) an Bäume, ober benutze eine Meisenfutterglocke, die aber nur mit Hanfsamen gefüllt werden darf. Leicht kann man sich auch eine geeignete Futterkrippe anfertigen, oder ein Hessisches Futterhaus. Die Wintcrfütterung muh regelmäßig durchgeführt werden. Zwar können sich die Vögel bei mildem Wetter überall Futter suchen, es ist aber für fie wertvoll, wenn sie .wissen, wo bei Rauhreif und Schnee der Tisch für sie gedeckt ist. Taten für Dienstag 16. Dezember Sonnenaufgang 7.59 Uhr, Sonnenuntergang: 15.52 Uhr. — Mondaufgang: 3.54 Uhr. Monduntergang 13.25 Uhr. 1770 Ludwig van Beethoven in Bonn geboren. — 1878 der Schriftsteller Karl Gutzkow in Frankfurt a. M gestorben. Geld gehört nicht in Briefe. DSR. Weihnachten steht vor der Tür. Geschenke werden versandt, leider auch häufig in Form von Geldscheinen in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen. Diese Der e.idungsart ist aber falsch^ denn Briefkastenräubern sind seht oft namhafte Geldbeträge in die Hände gefallen. Die Aichtankunft eines Briefes mit Geld ist für den Absender wie für den Empfänger stets mit Aerger, Vetdruh und vor allem mit Schaden verbmnäm, | weil die Post für Verlust oder 'Beraubung ge- Die Burgersteuersatze in Hessen. Durch das vorn Hessischen Landtag jetzt beschlossene Gesetz über den Landessatz der Bürger- ft e u e r ist festgelegt worden, daß als hessischer Landessatz der Bürgersteuer die in der Notoerord- uuna des Reichspräsidenten vorn 26. Juli bestimm- ten Mindestsätze gelten. Diese Mindestsätze be- zisfern sich in der niedrigsten Stufe auf 6 Mark für selbständige Personen und 3 Mark für Ehefrauen und Personen über 20 Jahre ohne eigenes Einkorn- chen. Die Sätze erhöhen sich von Einkommen über 8000 Mark ab in mehrfacher Staffelung. Der Silberne Sonntag brachte gestern unserer Stadt einen erheblich stärkeren Verkehr von auswärts, als man ihn am Kupfernen Sonntag bemerken konnte. Die Reichsbahn muhte am Rachmittag die Züge aus Richtung Gelnhausen und Fulda verstärkt fahren, um den Erfordernissen des Verkehrs gerecht werden zu können; auch aus Wetzlar war der Zustrom von Kaufinteressenten nach Gießen sehr gut. Weiter wiesen die Kraftomnibusse der Reichspvst und der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen auf allen nach Gießen führenden Strecken gegenüber dem Vorvnntag einen erheblich stärkeren Verkehr auf, auf manchen Linien der Reichspost war es sogar notwendig, Sonderfahrten einzurichten und dazu verstärkte Verkehrsmittel bereitzustellen. Wenn trotz dieses erheblichen Besuches von auswärts der Passanten-Deickehr in den Straßen am Rachmittag nicht so umfangreich war, wie am Kupfernen Sonntag, so kann man diese Erscheinung wohl nur damit erklären, dah die Gießener Einwohnerschaft in Anbetracht des schlechten Wetters gestern nachmittag darauf verzichtete. so rege wie am Dorsonntag auszugehen und sich an dem Weihnachtsbetrieb zu beteiligen. In erfreulichem Gegensatz zum Kupfernen Sonntag konnte man gestern auch feststellen, dah in zahl- reichen Geschäften ein lebhafterer Kaufbetrieb als am Dorsonntaa herrschte, der auch in den zahlreichen, mit Paketen zum Dahnhof pilgernden Personen sichtbar in Erscheinung trat. 3m ganzen gewertet, muh man freilich sagen, dah bis bis jetzt das Weihnachtsgeschäft hinter dem Ergebnis des Vorjahres immer noch ansehnlich zurückgeblieben ist. •* Warnung vor Störung des Rund- f u n k s. Vom Polizeiamt wird mitgeteill: Rund- funkempfangsanlagen werden in steigendem Maße durch Störungen beeinträchtigt, die von anderen elektrischen Geräten, z. B. Föhnen, Haarschneidemaschinen, Heizkissen usw. und ganz besonders von Hochfrequenzbestrahlungsapparaten (Hochfrequenz- Heilgeräten) ausgehen. Sämtliche Besitzer derartiger Geräte werden ersucht, diese mit Störschutz zu versehen, oder sie nur außerhalb der festgesetzten Haupt- rundfunksLndezeitLN zu benutzen. Hochfrequenzbe- strahlungsapparate dürfen nur dann betrieben werden, wenn sie das VOL.-Zeichen zum Nachweis der Probieren Sie raschung durch eine Festpackung unsererMarken Ihre Weihnachtsgeschenke zu wählen! Bereiten Sie Ihren Lieben eine wirkliche über- 4.J: l * Wss ' l- i SELECT© ZIGARETTENFABRIK MAKEDON G M. • H„ MAINZ MAKE DO N Generalvertretung: J. 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Termin zu einer ©läubigernerfammlung wird anberaumt auf 84350 Freilag, den 2. Januar 1931 vormittags 9 Uhr, Zimmer 102. Tagesordnung: Einstellung des Verfahrens mangels Masse. Gießen, den 11. Dezember 1930. Hessisches Amtsgericht. gez.: B r ü ck e l. Vermietungen 1-2 fflöhl. Ziniiw NaheBabnhoi a. vm. auch an Eben [ ITTC6 Crcdnerttr. 181. Mösl. Simmet m. el.y. a. Drm. »rnn Marktplatz 7. 2 leere Zimmer mttKochael. u.Steller au verm. icotL teilro. möbl.l. Schr.Ana. u. 07723 a. d. Gietz. AvA. öermalt.ötailgeüöuöe unö ßofiaum am Schlffenberger Weg aeiegen. au uer- mieten, dtäberes Bettcn-Bär.Markl- mahe 29.07734 | Verkäufe Ein Wurf Ferkel (etaene Zucht! au verkaufen 8424D Zur Funkcrtnühle Salzböden. 2 '/2 Hess. Kröpfer Umstande halber vxetvmert abAngeb. Frankfurter 0T719 Etratze 7, H. v. Haus mit guter Wirt- schaft, nn Zentrum d. Stadt, b. 10000Mk. Anzahl, billig z.vcrk. Schr.Angeb. u. 07725 an den Gieß. AvA. 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O, ES F : H o E 2=) a 8 L p 78«^ S U=-=* 2(9 sl#5® 3 c (9 B A 2 ö 8 A 2 «9 2 - 57 ■S? E 72 L 3 42 L ” ö O «ft tos' 03 «ft «ft O rOZ3“; «ft «ft C7 «ft «ft 3 C Ö 'S 3 2 «ft Es e s? c S) a •ft «ft -c = ö D 53 ■e e •ft r? 3 2 c OQ1 «ft ■e A 59 o (9 3© 3 Er allein sah Gott .. . 5? •ft o «h «ft «ft e o A in c *B a 07 03 ■e^s =s es ct — sS = 9 * <5 •ft z5 A E SR C; "3- 3 •ÖJ2. H «ft > O A § VZV :O S © «ft s Ift » 5 - 3 Z C c. .o© 3 u. a L ZE e E SN A lft -b© 5 >X> :C «ft C A 3 -2 59 .. -j a JS-O : ■= c - ® J±p <- Ä 3 C :O blühen sollten. Maria spricht zum Kinde, stand hier, gerufen von . -e- e 3 C = 9 ;2§3 O JC P SC7 « ^.2'E' -ft^ 2 Z-d§ 3 n ZT SS'o‘2 3 2 3 o 72 a£ ..to. ‘o'.E.A C7 -ft 3 S?^2g® «e = c j-c ■s L- 7Q A Q rt 99 ° «- A Q © c ..A ^A 2® 3 -*C = 3 3 <= >- 72 C C9 3 3 <3 - L» S O o ** X 6» C« E u- 23 Je o « °© Z^rs 5(9 5 ® ,-e ö'° § 3 A.L 3 «ft •ft J±S- zf c 2 <5 3 «— O -JB- ° 6> E = *3 0 E >2 2. e ®cZ «-, « L. 3 A ~ 5t ■ 3 67 FA m— -' a»3 r-/ „ A ;§s |O C 3 QJ -— ~ (9 3 —, 'ft U, 6. ■C _j u e, Ä 5 A •£■ o .L U 73 E — 5?— F?S«-c 2*3 = 3 O — «ft .21 67 ---- ■2 -= «ft ZZ 3 »- 59 -2*; >5 S© 2 ^=9 L = A Z ZA 3 C =■£ MZ 3 6-7^- 2.' ° «>S t9^s> o. .3 5 = 2^ = ^3 = - 5A(9- 3 =ä./3 •E 3b* 3 a“-/o 2 3—-S'^'-E' TO^I - a“- *5* 2 *- S. 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Es ist aber ihr Unglück, baß die Zahl der Wahlkreise, in denen sie die stärkste Partei sind, sehr gering ift. Deshalb haben wieder günstiger sind, sie bie Forderung aufgestellt, das Wahl-, — ser Vaterland, das wir erhalten wollen. Allerdings find wir mit dem Staatsfystem keineswegs einverstanden. (Lebhafter Beifall.) Dem Stahlhelm ist es in der Tat im Augenblick völlig gleich, ob Deutschland eine R e ° publik oder eine Monarchie ist. fieutc kämpfen wir um größeres, viel wichtiger ist es jetzt, für die deutschen Menschen Brot zu schaffen, als sich über eine derartige Frage unnütz zu streiten. Der Stahlhelm achtet Schwarzrotgold durchaus, denn es sind nun einmal die Farben der Deutschen Republik, aber man kann uns doch nicht zwingen, diese Flagge zu lieben. (Stürmischer Beifall.) Wir lieben nur die Flagge, unter der Deutschland groß wurde, unter der wir ins Feld zogen, unter der zwei Millionen Deutsche ihr Leben aushauchten und sechs Millionen verwundet wurden: die Flagge Schwarzweißrot. (Stürmische Zustimmung.) Warum mußte in Deutschland überhaupt die Flaggenfrage, die viele Menschen trennt, aufgeworfen werden? Neben dem Wehr- geist will der Stahlhelm auch die Pflege der Kameradschaf tl Das der Stahlhelm als Kameradschaft ansieht, ist der auf den Schlachtfeldern geborene Kameradschaftsgeist. Dem Stahlhelm ist von jeher dieser Kam e - radschaftsgeist Dien st am Volke, damit einer dem andern hilftl Als größte Wehrorganisation in Deutschland ist der Stahlhelm auch politisch, aber nicht parteipolitisch geworden. Bei uns hat jeder nationale Mensch Platz, der an fein Volk und Vaterland glaubt. Der Stahlhelm ist politisch, weil er auf den plan tritt, wenn die Belange vaterländischer Menschen zu verteidigen sind. Deshalb ist er auch gegen den Vouugplan auf- getreten. Der Stahlhelm wird jetzt mit einem Volksbegehren in Preußen herauskommen. weil auch in Preußen die Weimarer Koalition den Boden verloren hat und Preu- ßen nach dem heutigen Willen des Volkes regiert werden muh. Cs ist zuzugeben, daß es auch aus der andern S e i t e unserer Bevölkerung sehr viele ehrliche deutsche' Menschen gibt, aber zunächst müssen wir alle Deutsche sein, bei denen alles andere erst später kommt. Für Internationalismus haben wir in Deutschland keine Zeit mehr, er hat uns nicht vom Versailler Diktat, nicht vorn Dawespakt und auch nicht vom Voungplan befreit! (Langanhaltender, stürmischer Beifall!) Kapitän z. G. a. O Weiße, Frankfurt, der Landesfiihrcr des Landesverbands Groß-Hessen, richtete zum Schluß noch einige anseuernde Worte an die große Versammlung, die er zum Eintritt in den Stahlhelm ausforderte, und an die Stahlhelmkameraden, die er zu weiterer treuer Pflichterfüllung ermahnte. Dann sand die Kundgebung mit dem Gesang des 1. und 4. Verses des Deutschlandliedes ihr I Ende. SJ.-fpor/ Fußball in Hessen-Hannover. Zn der S ü d g r u p p e führt Kurhefieu Marburg weiter die Tabelle an. Sport Kassel konnte seine Position befestigen, während Hessen Hersfeld einen wichtigen Punkt gegen die Fuldaer Germanen gewann. hermannia Kassel — VfB. Gießen 5:2 (3:1). Der Platz befand sich in einer derart schlechten Verfassung, daß der Schiedsrichter den Kampf nur durchführte, um den Gießenern eine nochmalige Fahrt nach Kassel zu ersparen. Die Hermannen sietz- ten nach einem spannenden Kampfe verdient, die Gießener zeigten ansprechende Leistungen. In der Südgruppe gab es außerdem folgende Ergebnisse: Hessen Hersfeld — Germania Fulda 0:0; Ockershausen — Sport Kassel 3:8 (1:4). In der Nordgruppe ergaben sich folgende Resultate: Einbeck 05 — Göttingen 05 1:7; Kurhessen Kassel — Hessen 09 Kassel 3:0 (2:0); Sp. Vgg. Göttingen — SC. 03 Kassel 3:6 (2:2); SC. Grone — FC. Großalmerode 1:1. Tagung des Gelamivorstands des DFB. Der Gesamtvorstand des Deutschen Fußballbundes trat am Wochenende in Hannover zu einer Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt die Erörterungen über die allgemeine Lage und über das Berufsspieler-Statut standen. Bezüglich der Spesensähe wurde mitgeteilt, daß nur die Erstattung barer Auslagen bis zur Höhe der in Dresden festgelegten Sähe, nicht aber eine Pau- schal-Zahlung gestattet sei. Zu den int Augenblick akuten Steuerfragen wurde Verbänden und Vereinen ein Merkblatt zugestellt. Die Beratungen über das Berufsspieler-Statut fonnte nicht zu Ende geführt werden und wurden für Januar vertagt. Ein Antrag auf Begnadigung von Schalke 0 4, zu dessen Begründung ein Vertreter von Schalke anwesend war, wurde für vorerst abgelehnt. Jedoch wird man in absehbarer Zeit mindesterts mit einer Milderung der gegen Schalke verhängten Strafe rechnen dürfen. Die vorgesehene Besprechung mit den Großvereinen wird kaum stattfinden, da nach dem Ergebnis der in den Landesverbänden durchgeführten Besprechungen die meisten der Großvereine an einer solchen Aussprache kein Interesse mehr haben sollen. Zum Schluß ersuchte der DFB.-Dor st and seine Landesverbände, auf die Vereine einzuwirken, daß sie ihre Plätze Erwerbslosen zu ÜebungZzwecken zur Verfügung stellen sollen. Der Iugendtag 19 31 wird am 3. Mai durchgeführt. Auf Kosten der BereinSkaffe ... Vor dem Arbeitsgericht in Köln schloß der Wiener Fußballspieler Ferdl Swatosch mit seinem früheren Verein Sülz 07 einen Vergleich. Swatosch erhält 500 Mark, außerdem wird ihm ein Darlehen von 1800 Mark gestrichen. Mit einem Monatsgehalt von 750 Mark, einem Zigarrengeschäft und einer Dreizimmerwohnung, alles vom Verein eingerichtet, konnte Swatosch als Scheinamateur herrlich und in Freuden leben. Westdeutsche Hochschul- Handballkämpfe. Um die westdeutsche Hochschul Handballmeisterschaft kamen am Samstag zwei Spiele in Köln und Bonn zur Austragung. 3n Köln gab die dortige Universität der Technischen Hochschule Aachen mit 6:0 (2:0) das Aachiehen, während die Universität Bonn auf eigenem Platze von der Universität Münster mit 2:1 (1:0) geschlagen wurde. Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuyö Copyright 1929 by Verlag Vechthold Braunschweig 28 Fortsetzung Nachdruck verboten Sie löste sich aus seinen Annen, und über ihren seinen Zügen lag ein wundervoller Glanz, als sie, ihn anlächelnd, jubelte: „Ich sein wie ein Riese voll Glück." Er umfaßte sie und schwenkte sie im Kreise herum. „(Sin kleiner brauner Affe bist du, mein Lieb, aber der herzigste auf Erden." 19. Vor dem kleinen Laden des alten Hauses, das der Heerengracht nicht gerade zur Zierde gereichte, stand eines Rachmittags eine Frau in einem Mantel eingehüllt, der nicht für sie gemacht schien. Sie trug ein dunkles Spitzentuch um den Kopf gebunden zum Schuh gegen die Kälte. Es lag straff und unschön über dem grauen Haar. Sie ging ein paarmal auf die Tür zu, doch immer ließ sie die Hand, die nach dem Drücker fassen wollte, wieder fallen. Endlich aber raffte sie sich doch auf und betrat den Laden. Ricolaas Sneek schob sich hinter dem alten grünen Vorhang heraus, und die Frau dachte, das war ja hier noch alles genau wie vor einem Jahr, so still, man konnte sich ganz unbeobachtet fühlen. Sie atmete etwas leichter, der Gang hierher war ihr schwer geworden. Lächerlich schwer, mußte sie denken. Ricolaas Sneek fragte: „Womit darf ich dienen?" obwohl er die Frau längst wiedererkannt hatte. Sie erklärte; „Ich brachte Ihnen heute vor einem Jahr zwei große Brillanten. Sie liehen mir Geld daraus, viertausend Gulden, und ich will nun das Pfand einlösen." „Co so!" machte der alte Sneek und drückte die Hornbrllle fester auf die kräftige Rase, „ich darf dann wohl um den Schein bitten, den ich Ihnen über unser Geschäft ausstellte." Sie machte eine abwehrende Handbewegung. „Den Schein verlor ich leider", erklärte sie, und Ricolaas Sneek nickte, obwohl er doch genau gesehen hatte, wie die Frau den Schein damals mit Absicht zerriß. Er nickte sogar sehr eifrig. „Gut, gut, ich finde auch ohne Schein, was Sie mir in Obhut gaben. Wollen Sie, bitte, ein wenig Platz nehmen." Die Frau setzte sich, und Ricolaas Sneek verschwand hinter dem grünen Vorhang. Kaum war er verschwunden, erschauerten die Falten vor dem riesengroßen 3an, dem so beunruhigend aussehenden Faktotum des alten 3uwelenhändlers und -Hehlers. Die Frau erinnerte sich an den Herkules auch noch vom vorigen Jahr, und er störte sie weiter nicht. Dieser Rieje ersetzte dem Geschäftsinhaber wohl eine gute Dogge und einen Revolver. Es dauerte geraume Zeit, bis Ricolaas Sneek wiederkam. Hätte die Frau gewußt, daß er inzwischen den Auftrag gegeben, ein schon seit Tagen vorbereitetes Telegramm fortzubringen, das sich mit ihrer Person befaßte, würde sie vielleicht nicht so ruhig sihengeblieben sein. Ricolaas Sneek begann umständlich: „Beschrei- bin Sie mir die Steine, damit ich sie suchen kann. Doch erst muh ich um ihren Ramen bitten." Sie nannte den Namen Kerstens, wie im vorigen Jahre und wie damals die Adresse, die nicht existierte. Ricolaas Sneek sucht in einem alten, schmierigen Buche herum, meinte nach einer Weile: „Richt wahr, es sind zwei große Brillanten, die eigentümlich bläulich aussehen?" Die Frau nickte, und man merkte ihr leicht an. sie wurde schon etwas ungeduldig. Ricolaas Sneek entnahm demselben Kästchen, in dem ihm die Brillanten gebracht worden waren, die zwei gefälschten Stücke und legte sie nach raschem, flüchtigem Hochhalten wieder in ihr Restchen zurück. „Das sind die Brillanten", nickte die Frau. „Hier haben Sie Ihr geliehenes Geld und die Zinsen." Sie legte mehrere große Scheine auf den schmalen Verkaufstisch und langte nach dem Etui Ricolaas Sneek beobachtete, wie froh die Frau war. ihr Eigentum wiederzuhaben. Ihr Eigentum? Ihm wurde falt, und ein unheimliches Gefühl beschlich ihn Die echten blauen Brillanten sollten ja mit einer Mordaffäre zusammen- hängen. Die echten, die Io für ein Heidengeld in Berlin verkauft hatte. Das Geld würde er, wenn sich erst die Polizei einmischte, wieder hergeben müssen Das erregte ihn am meisten Aber es würde nicht anders gehen Io hatte ihm kategorisch erklärt: Wollen dankbar fein, daß uns der Spanier nicht gleich wegen Mordverdachts hat verhaften lassen Wir müssen uns streng an seine Befehle halten. Ricolaas Sneek dachte, seinetwegen hätte die Frau, deren Ramen sicher ebenso falsch war, wie ihre Adresse, jetzt mit den falschen Steinen hinlaufen können, wohin sie mochte, aber er durfte keine Entschließungen treffen in der Angelegenheit, und die Depesche an den Spanier war nun auch bereits unterwegs, Pieter van Mühlen war damit zur Post gegangen. Die Frau erhob sich und ging mit kurzem Gruß zur Tür. Der unheimlich große und unheimlich starke Ian aber stand an der Tür und gab sie nicht frei, er tat, als sähe er gar nicht, daß jemand hinaus wollte. Ricolaas Sneek sagte so ruhig, als redete er von den harmlosesten Dingen der Welt: „Vorläufig werden Sie unser Gast sein müssen, Me- vrouw. Warum, das erfahren Sie später. Es steht Ihnen übrigens ein Zimmer zur Verfügung, sowie alles, was ein Mensch für sein Wohlbefinden braucht." Prominen e des Eislaufs. Fritzi Burger die österreichische Meisterläuferin. Kunstlauf-Weltmeister in Wien. Zu einem großen sportlichen und gesellschaftlichen Erfolg gestaltete sich am Freitagabend das Auftreten der beiden Kunstlauf-Weltmeister Sonja Henie und Karl Schäfer auf der Wiener Kunsteisbahn 9000 Zuschauer zollten den hervorragenden ßeiftunaen der beiden Eiskünstler starken Beifall, die sich im Einzel- und im Paarlaufen zeigten. Auch die belgische Meisterin, Frau Vvonne de Liegne, zeigte gutes Können und schloß sich ihren großen Vorbildern würdig an. Europa-Meisterschaften im Eiskunstlauf. Die diesjährigen Europa-Meisterschaften im Eiskunstlauf werden am 29. und 30. Januar durch den Schlittschuhklub von St. Moritz zur Durchführung gebracht. Ausgetragen werden die Meisterschaften für Damen und Paare. Es werden sich dabei die besten Läuferinnen der Welt ein Stelldichein geben. So steht die Teilnahme der Weltmeisterin Sonja Henie und der Europameisterin Fritzi Burger bereits fest. Siegreicher weiter Heimkehr. Die deutschen Reiteroffiziere, Freiherr von Wal- denfels, Oblt. von Nagel, Oblt. Hasse und Oblt. Momm sind nach ihrer überaus erfolgreichen Amerikaexpedition mit dem Dampfer „Hamburg" wieder in Deutschland eingetroffen. In Hamburg wurden die Reichswehroffiziere herzlich willkommen geheißen. Für Sonntag wird den deutschen Reitersleuten bei ihrer Rückkehr nach dem Standort Hannover von der Kavallerieschule und der Stadt Hannover ein festlicher Empfang bereitet. Oie Reiierstafetie am Ziel. Von einer schon lange vor Mitternacht am Rathaus versammelten Menschenmenge erwartet und stürmisch begrüßt, traf der Schluhreiter der großen Reiterstafette in der Rächt vom Donnerstag zum Freitag bereits wenige Minuten nach 2 Uhr in Tilsit ein. Wenn auch ein Teil des Zeitvorsprungs am letzten Tage verloren ging, so zeugt es doch für eine glänzende Organisation, daß die Botschaften aus dem entlegenen Saargebiet mit einer derartigen Pünktlichkeit nach dem fernen Osten befördert wurden. Der Schlußreiter erreichte das Ziel noch 20 Minuten vor der in der Marschtcchelle festgesetzten Zeit. Wie schon in den früher passierten Städten Lyck, Gumbinnen und Insterburg gestaltete sich auch in Tilsit die Ankunft der Stafette zu einer erhebenden Feier. Als der letzte Reiter vor dem Rathaus sein Pferd verhielt, setzten die Fanfarenbläser des Reiter-Regiments ein und Rittergutsbesitzer von Delow-Lugowen übergab die versiegelte Blechhülle namens des Reichsverbandes und Provinzialverbandes Ostpreußischer Reitervereine dem Oberbürgermeister der Stadt Tilsit, der nach der Verlesung in bewegten Worten dankte. Damit ist die Reiterstafette, die das „Jahr des Pferdes" würdig abschloß, beendet und dürfte ihren Zweck, die Propagierung des deutschen Warmblutpferdes, voll erfüllt haben. Eine Nadmndfahrt durch Europa ? Auf dem am Samstag in Zürich abgehaltenen Kalenderkongreß der UCI.. auf dem der Terminkalender für die kommende Saison im internationalen Strahenfahrer-Rennspvrt festgelegt wurde, beschäftigte man sich mit der Idee, von 1932 ab eine Rundfahrt durch Europa einzurichten, die. nach dem deutschen Anträge, alle fünf Jahre stattfinden soll. Italien will diese Rundfahrt als ständige Einrichtung sehen, schlug für 1932 Start und Ziel in Frankreich vor und sprach sich dafür aus, die Durchführung stets einem anderen Lande zu übertragen. Die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung dieses Planes fällt bei dem Iahreskongreh der UCI. im Februar in Paris. Kurze Sportnotizen. ImSpiel um den FrankfurterGvld-- Pokal schlug Süddeutschlands Fußballelf im Frankfurter Stadion vor 12 000 Zuschauern Nord- deutschlcrnd mit 3:1 (1:0) Treffern. Süddeutschland hat damit den Pokal endgültig an sich gebracht. Der Deutsche Fußball-Meister Her- tha-DSC. lieferte auch am Sonntag ein schwaches Spiel, er konnte gegen Kickers Schöneberg nun ein 1:1 erreichen. In der DFB.-Vsrstandssihung zu Hannover wurde am Sonntag die Begnadigung von Schalle 04 abgelehnt. . * Beim ADAC, sind für die kommende Saison 128 sportliche Veranstaltungen angemeldet worden. Der ADAC, will sich in Zukunft auch dem Flugsport widmen. Die Eishockey elf der Universität Cambridge schlug in Budapest den Budapester Eislaufverein 1:0. Der erste w inter s po r tlich e Wettbewerb der neuen Saison, und zwar der 7. Finnische Langlauf wurde am Sonntag in Schellerau im Erzgebirge bei leidlichen Schneeverhältnissen ausgetragen. In der Hauptklasse über 10 Kilometer siegte der bekannte Dresdner Herbert Zeh in 49:56 vor Richter, Altenberg. Ein deutscherZehnkämpfer,der frühere Stettiner Preuße D. Gerner, kam in Sao Paulo zu einem großen Ersolae. Gerner stellte mit 7276 Punkten einen neuen Rekord für Südamerika aus und ließ feinen nächsten Konkurrenten um über 1000 Punkte hinter sich. Ein Fußball-Länderspiel Deutschland-Oesterreich findet gelegentlich des Fifa-Kon- gresses im Mai 1931 in Berlin statt. Sie sah ihn erst verblüfft an und meinte dann ärgerlich. „Lassen Sie die dummen Scherze und befehlen Sie dem Kerl dort, er soll die Tür freigeben." Der herkulische Ian aber wich und wankte nicht Ricolaas Sneek schüttelte den Kopf. „Ich habe keinen Scherz gemacht, Mevrouw." Hinter dem Vorhang kam Io Montirossi hervor und lächelte damenhaft liebenswürdig: „Folgen Sie mir, bitte, damit ich Sie in das Zimmer führe, das Sie kurze Zeit bewohnen werden." „Sind denn hier sämtliche Einwohner des Hauses verrückt?" schalt die Frau. „Ich muh heim, Sie bereiten mir Unannehmlichkeiten." „Das bedauern wir außerordentlich", lächelte die Montirossi. „aber es läßt sich nicht ändern." Eie hatte einen Einfall, der vielleicht die Frau soweit beruhigte, daß sie wenigstens keine Lärm- szene aufführte. Cs konnten Kunden kommen. Man mußte vorsichtig sein. „Mein Vater erwartet einen bekannten Juwelier von außerhalb, der Ihre Steine durchaus kaufen will, und da nröchte er nicht, daß Sie vorher das Haus verlassen. Mein Vater hat solche Einfälle. Sie können nämlich glänzend verkaufen, und wir gewinnen auch noch." Die Frau stampfte mit dem Fuß auf. „Und deshalb wagen Sie es, mich hier zurückzuhalten? Ich erkläre Ihre Handlungsw ife für den Gipfel der Unverschämtheit. Lassen Sie sofort die Tür freigeben.“ „Run erregen Sie sich doch, bitte, nicht so sehr, Mevrouw", lächelte die Montirossi. „Mein Vater hat es sich aber nun einmal eingeredet, die Steine mit Ruhen für Sie und uns zu verkaufen, und ich rate Ihnen, wenigstens den Juwelier abzuwarten. Wenn Sie dann nicht verkaufen mögen, wird ei Sie natürlich auch gehen lassen." „Das ist das tollste Stück, das mir in meinem ganzen Leben vorgekommen ist", schalt die Frau. „Ich werde um Hilfe rufen.“ Ian erhielt einen Wink und gab seinen Posten auf. aber nicht etwa, damit sie den Laden verlassen konnte, wie die Frau erst glaubte, sondern, um sich hinter sie zu stellen und sie langsam und ohne einen anderen Zwang als den seiner bedrohlichen Rähe, durch den alten grünen Vorhang zu drängen. Sie befand sich nun in einem sehr hübschen und bequem eingerichteten Raume, dem alte Möbel und schöne Teppiche eine vornehme Rote gaben. 3o wies auf eine Treppe im Hintergrund des großen Zimmers. „Wollen Sie die Güte haben, Mevrouw, die kurze Treppe hinaufzusteigen, die Tür geradezu führt in 3hr Zimmer, das Sie bewohnen werden, bis der 3uwelier, der sich für 3hre Steine interessiert, hiergewesen ist." „Ich patte es verboten, die Steine jemand zu zeigen“, rief die Frau empört, „und ich will uni) werde sie nicht verkaufen. Richt für alles Geld der Welt.“ Ihre Augen blitzten dunkel und drohend. »Sie dürfen mich doch nicht gegen meinen Willen hier zurückhalten. Sie scheinen nicht zu wissen, was Sie damit tun. Es ist Freiheitsberaubung.“ 2o machte eine lässige Bewegung. „Wenn mein Vater sich einmal etwas in den Kops gesetzt hat, läßt er sich nicht mehr davon ab- bringen.“ Die Frau schrie laut auf: „Ich bin in die Händs von Wahnsinnigen gefallen." Ricolaas Sneek rieb sein Kinn. „Strengen Sie sich nicht an. hier hört Sie niemand." Er wandte sich an den Herkules. „Ian, sei Mevrouw behilflich, trage sie die Treppe hinauf in ihr Zimmer." Die Frau bebte vor Erregung. „QSebe ihm, wenn er mich anfatzt, ich gehe schon allein." Sie überlegte. Es muhte sich doch eine Gelegenheit bieten, wieder aus diesem von Darren bewohnten Hause zu gelangen. Am besten war es wohl, scheinbar auf die Idee der Leute einzugehen und sich heimlich wieder wegzuschleichen. Es gab doch eine Haustür, die für sie möglicherweise einfacher zu erreichen war wie die Ladentür. Sie ging auf die Treppe zu und erstieg sie. Sir betrat auch das Zimmer geradezu, aber ehe sie noch begriff, daß sie jetzt erst in der richtigen Falle saß, hörte sie draußen den Schlüssel iui Schloß herumdrehen. Sie sah sich erschreckt nach allen Seiten um. Das Zimmer hatte keine Fenster, und es brannte elektrisches Licht. Die Frau taumelte auf das kleine Sofa zu und starrte entsetzt vor sich hin. Was sollte sie nur beginnen, um aus dieser seltsamen und unangenehmen Lage herauszukommen. Lange sah sie so, dann untersuchte sie das Zimmer. Es hatte eine Seitentür, die sich auch öffnen lieh. Aber der Rebenraum war nur eine Dadestube. ausgestattet mit allen Bequemlichkeiten, doch war das Gemach fensterlos wie das andere. Eie kehrte zurück in das andere Zimmer. Es war bequem und hübsch möbliert. In einem weit offenstehenden Schränkchen standen aller'ei Svci- sen. Brot, kaltes Fleisch, Eier und Kuchen, auch Wein und eine Karaffe Wasser. Man hatte sie reichlich mit Lebensmitteln versehen, hatte also alles vorbereitet, und sie demnach erwartet. Sie lockerte ein wenig den Mantel. Es war ihr heih geworden. Aber sie wollte das Kleidungsstück nicht ausziehen, denn noch dachte sie nicht daran, sich dem befremdend unverschämten Verlangen des Iuwelenhändlers zu fügen. Roh rechnete sie damit, dieses Haus verlassen zu können. Wenn nicht im Augenblick, so doch vielleicht in einer Stunde, oder in zwei Stunden. Es muhte doch einmal jemand kommen, um nach ihr zu sehen. Aber sie wartete und wartete umsonst. Riernand schien sich mehr für sie zu interessieren. Sie hatte keine Uhr bei sich, aber es muhte schon spät sein. Allmählich ward sie stumpf vom Warten, und dann überfiel sie grenzenlose Wut. Sie schlug mit einem eisernen Leuchter gegen die Tür. baß es laut und alarmierend durch das kleine HauS schallte. (Fortletzuna fotot-l & an! darfr- Voriges 5rankN starte bei. Dre Händler u ernahrimk wirtschaft- richtet: „llngeffl innerh- urt Scl° Marl^ Seren M phale S' Die Stabil Fleischveck ter Wirtschs fahr, da fei diesen IW schicken, vs rung Schriti menden J Siebet]® Mailtet schaffen." ♦ Die delsprei zernber be etatWei der CBortti gangen. zifser für 2 Indexziffer waren auf (trieile Seit ' Äonfu ren im A Aovember tt kurse - au hinreichende! Sonhirßetöf gleichstes Konhirse ist Prozent, di Prozent gef: Konkurse bei 31, die arbc fahren im 1 * Detri hessische Dasaltwcrt Leiches der h^rt, md f; liehen Ober wurde am g verlieren da einer Leihe wurden Legi beitskräfie ei 'Aeue E Der Preis s Tagen von worden ist, eine weitere erfahren. J gekauften W erfährt, bis unterrichtetei der Echluh nächsten Zei rechnen sei. t -Jrankfu ^ie Nrse er 'n ausge tung. Die i Fürsten Vers 2 J'lleiden verstimmten lanöbörfen, di ^rungdei ble weiteren: cZZ' »Vs Ife Leister Her- piel Devtichs h des Jifa-Äon- (tott iversität 69 8% Pr Lanbe^r an brirfanftali, flomm.-Cbl. :H. 80 7% Pr Vanbfv'i ’inobttelmtftali. $lan6brieff SR tJ 6 6.® abg. Sor.ri.-g».Obligationen. rückzahlbar 1932 <% Ctfterrridrtdif Eolvren« <,20% Ccfietieitblld)» Ltlbervenrr 4% OertentiäiidM' Einheitliche Rente 4% Ungarische Dolbrente 4% Ungarilche Siaairreole v 1910 5»« eo — So, ej o? — r“ O,'° ~~ 51,9 5,5 26,5 22,25 18,4 2= 2,9 2,9 12 6,4 oamvurg.-.'imerlio Pake« . . ■ < Homburg-Lüdam TamvUchltl 8 Hama Tamuiichifi . IO Norbbeuna>'r Lloyd ... 8 allgemeine TeukicheLreditank. 10 Barmer Bankverein . 10 Berliner Handeleaeleiilchafk 13 Lammen- und Privai-Bant u Darm'iüdter und Slatioaalbanl 12 Teukiche Dank und ttKonio-edeUidjali, . . io kreevner Bant......10 -Heichrbank .......12 fl.tt.®. ......... Bergmann........ g ilflrt. LteierungSgeieMchati 10 Lirin und Staft . . .10 etelren L Suilieaume . 7U HeseUlchan für Clfttriidx Uniern, dmungen . . io Homburger L-elrrUHLre-Lerle 10 iibemllche Letirrziiäi ... 9 -chlcnnde ttietirutiä. ... io «chuckeri LLo. . . . . . 11 Liemen» ü Hallte....... Iraniradto ........ t robm-ptr S 4»...... . 1( vn deru» . . ...... b Deukiche Erdöl ....... 8 Silener Ekeintodie ...... 8 Sclienlirrdener ....... 8 Harpcner ....... v Hoeich Eilen ......»V, I'le Bergbau ....... 10 Rlödnrrwrrlf . ...... 7 Soin Rcueiien . .... 7 Uanneimuna-Röbrr» .... 7 Sian,leider Bergbau .... 7 Oberichlei Eilende darf .... 6 Lberichlcl Ikolewerte .... 7 Bbönh Bergbau . . . . «H Rdcintiche Brauntohie» . . 10 Aeinftahi ........6 Riebeck Stoete..... 7,2 65 66,25 97 100,25 121 110,5 147 108,25 109 98,25 100 H3.5 83 100 113,5 I5J 116 48,5 60 54,25 76 155,5 59,5 65 36 58.25 147,5 69 — S 1 1 S 1 S 1 1 1 £1111 | | 1 1 S“! | | 61 lll 1 1 | | | | | |RI 1 1 3 8 "" § -8 0 65 155,75 123 66,13 97,25 100 120,65 110,25 145,65 108,25 108.5 225 98,25 115.75 100.25 113 82.5 99.75 100 102.25 112.5 149^5 116 47,13 59,75 84,5 76 67 157 57,5 74.75 64,65 35.5 65,13 60 147,5 68,65 63.6 154.75 120,5 65,13 97 100 119 109 145 107,5 108 222 95 112 95 110 79 97 99 99.25 110.25 145.13 121 46.75 58 83.5 74 65 155 55 73 62,5 34,4 63,6 58.5 146 67.25 ftranffurt a. Dl Berlin Banknoten. 6» uß. l«ubr> Schluß- Aufang» Serlm, 13 O zember »elb Ärlei " Ilird fi re für« Kur« Ameritani-che Noleo . . 4.175 58,33 4,195 Belglfche 9?oirn . . . 58,57 Datum 13 12 15 12 13 12. 15 12 Tüiiliche Rokea ... ä e - - 111,73 112.17 Eng'iiche Sloten ...» 20.32 20,40 16.495 Beremigie Eiatrlwerte . 61 — 61 59.5 tzranzomche Noien . . . 16,435 Lkavi Minen . . . 16’/. — - - 30,9 30,5 Holländilche Roken . . . 168,51 169.19 Kaliwette Siichereleben . . . lu 139 _ 138 ätaltenlldtf Roten.... 21.91 22.0Ö Kaliwette Weilerrgelu . . . 10 141 _ 141,25 — Ziorwegi'che Noien . . . 111,83 112,27 Kaliwette SaUbrtfurtb . . . 15 214 203 214,5 208,25 Deuilcd-Vekierreich. tz 100 Schilling 58,78 59.02 Rumatniche Rolen . . . 2.48 2,50 I M narden-IndnSae. . Tvnamii Nobtt .... EchetdeansiaU...... Soidlchmidi ..... ai o< e T> to 128 128.5 <4,25 43 124,75 127,25 — 41,25 127,65 44,4 12.75 124,75 58,25 43,5 41,5 Schwedltch- Roken . . . Gdiroentr Roken ... Spontldw Roten .... Dichechotiowoltiche Roken. Ungoriiche Roken 112,13 81,21 43,11 12,38 73,05 112,57 81.53 43,29 12,44 73,35 Metallgeielllchatt. . . . . . . 8 81,25 80,5 81,5 80,5 Devisenmarkl Berlin — Frankfurt a zn Bdtlivv Hoizmann .... . . 7 68,75 68,5 68,5 13 Dcremvei gementwett Heidelberg . Eemenlwett Kariikadt. . . • 10 . io 95 - — ämm» "0- truuy umn a> '•O'-trum. Bao6 S Rreotofl . . . . . 8 43 42 44 ®flb «'ri chei Snr «mit-- 4t ott. 168,72 169,06 168,78 169,12 ediuitbfts Pa»envo|a . . . 15 _ 161.25 159 129 52 56,5 89.4 ivu'N.-AireS 1,405 1,409 1,406 1,410 Liiwette ....... . 12 _ _ 127.5 55 5 irirff.-Äniw 58,49 58,61 58.515 58.635 Bku ....... . 18 55 52,75 Cdrti'riania. 112,01 112,23 112,03 112,25 Bem berg...... . . 14 61 57,5 59.25 floDznbagzn 112,03 112,25 112,07 112,29 ZellOott Solbfio! .... 18'/. 92,5 89 92 5 Stodbolm . 112,37 112,59 112,43 112,65 Zellsiosl Slchaiienbury . . Ebariottenburger Dalle» . . 12 75 74 76J1 HeinngiorS- 10,538 10.558 10,554 10,565 . . 8 — — 79,25 R9 4 Stallen . . . 21,93 21,97 21,94 21.98 Te'iauer cuas . . , . . 9 - 105 5 103.5 23.25 99.25 London. . . 20,34 20,38 20,347 20,387 Daimler Motoren ... • . 0 23,25 _ 23.5 Reoyork . . 4,189 4,197 4,1905 4,1985 Denk'che Linoleum . , . 102,5 99,75 102.25 Doris... 16,456 16,496 16,461 16,501 Maichinenbau tiL-d. ... . . 0 29.65 Schweiz .. 81,245 81,405 81,29 81,45 Rar. Auiomobtl .... . . 0 _ _ Soa fcn • 42,76 42,84 42,36 42,44 Crrnftefn & Kovvel ... • . 6 _ _ 43 40 <, avcm - 2,078 2,082 2,078 2,033 Leonhard Tietz .... Sveneka .... • 10 108 272 z 108 272 106,75 269 iiio de Ian Dien In D-« CefL aboefi 1.402 58,985 0.404 59.105 0,402 58,00 0,404 59.12 Rranttunei Maichmeu . • A rinn er .... HeviigenLaedt ..... Iungbans ...... Lechwette ...... Vlamlraftrvette HLchS a. TL Miag ..... •fbi. Roeder ..... Bcigi & Haesfner .... Süddeutsche Zucke» ... • . 4 12,9 — 13 — Prag . - . Bclrrad • . 12,428 7,415 12,448 7,429 12,432 7,416 12,452 7,430 • • 6 • . 0 . . 6 . . 8 . . 8 . 10 . 10 . . 9 . 10 26 28,25 79 63,75 59 81 150 133,75 111 111111 26 29,75 60 150 133 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Vndavkit. . Bal arieo L'tffabon Taniig fionft nriu. Atben. Tanada llrn uav . Kairo . . 73,26 3,035 18,82 81,32 1,784 5,427 4,182 3,097 20,86 73,40 3,041 18.86 81,48 1,789 5,437 4,190 3,103 20,50 73,30 3,038 18,81 81,36 1,784 5,427 4,183 3,097 20,865 73,44 3,044 18,85 81,52 1,789 5,437 4,191 3.103 20,905 Oberheffen. Gemeinderat in Schotten. : Schotten, 12. Dez Der Gemeinderat setzte die Märkte für das Jahr 1932 fest. Der Prämiierungsmarkt in 1931 soll in der üblichen Weise stattfinden, eine Verlosung, bei der 5000 Lose ausgegeben werden, wird damit verbunden sein. — Ein Erwerbsloser, der bei der Stadt auf seine dringende Vorstellung hin beschäftigt war, hatte sich einen Radioapparat für 250 Mk. anqeschafft. Er war entlassen worden. Der Ge- meinberat lehnte einmütig Wiederbeschäftigung oder Unterstützung ab, da er die Auffassung vertritt, daß öffentliche Gelder für derartige Luxuszwecke nicht verwendet werden dürften. — Mit den G e - schäftsleuten soll durch die Krankenhauskommission über die Gewährung eines gewissen R a - buttes für Lieferungen an das Haus verhandelt werden. Gemeinderat in Büdingen. !! Büdingen, 15. Dez. Der Gemein de - r a t konnte in seiner jüngsten Sitzung die für das Jahr 1931 vorgesehene Holzfällung von 5000 Festmeter gutheißen, stellte jedoch die bereits genehmigte außerordentliche Holzfällung zurück. Den Ankauf des von der Fürst zu Vsenburg-Büdinger Verwaltung angebote- nenWaldstückes „das Wächtersbacher Stuck' lehnte der Gemeinderat ab. Als Winterbeihilfe für die Aotleidenden bewilligte man 1000 Mark Die Anregung der Marktkommission, die auf dem neuen Marktplatz errichtete Halle mit einem Dach zu versehen, mußte der Gemem.de- rat aus finanziellen Gründen ablehnen. 3m Nachtrag ;u den bei dem Ministerium vorgelegten Straßenfluchtlinien beschloß der Ge- meinderat, für die neuen Straßen am Schulhause eine einheitliche Straßenbreite von 8 Meter zu schaffen. Landkreis Gießen. £, Wieseck, 13. Dez. Donnerstagabend fand bei Gastwirt Ferd. Döringer die Generalversammlung des landwirtschaftlichen Konsumvereins e. G. m. b. H. Wieseck statt, die sehr gut besucht war. Geschäftsführer Hildebrand erstattete den Geschäftsbericht. Derbandsrevisor 3 o l k, der im letzten 3ahr die gesetzliche Revision vorgenommen hatte, berichtete über die Revision. Aus seinem Bericht ging hervor, daß der landwirtschaftliche Konsumverein in allen Teilen gut geleitet ist. Trotzdem der Umsatz im Geschäftsjahr 1930 hinter dem 11m- satz des Jahres 1929 zurückbleibe, sei mit einer Erhöhung der Rückvergütung um 1 Pr^rent zu rechnen. Die Reserven des Vereins betrage r e'.wa 30 000 Mark, wovon die Immobilien .c.gefähr 12 000 Mark ausmachen. Der Warenbestand ist mit 50 000 Mark zu bewerten. Die Warenkredite an die Mitglieder bewegen sich zwischen 18 000 und 20 000 Mark. Die Verwaltungskosten betragen 2,9 Prozent gegenüber 2,4 Prozent im Vorjahre. Der Mitgliederstand hat sich auf 609 erhöht. Eine längere Aussprache über den Geschäfts- und Revisionsbericht, sowie über verschiedene Klagen brachte Aufklärung. 3n den Vorstand wurde Christian Reuter wiedergewählt, während Adolf Weller neugewählt wurde. Die Wahl zum Aufsichtsrat ergab die Wiederwahl von Adolf Lu h, Karl Säubert, Otto Sommerlab, während Ludwig Erb und Otto Rohrbach neu gewählt wurden. r. L a n g - G ö n s, 14. Dez. Dieser Tage wurde einer unserer ältesten Einwohner, Rathan ©rünebaum, zu Grabe getragen. Er war Alt- veteran von 1866 und 1870/71 und hätte im Februar nächsten 3ahres sein 91. Lebensjahr vollendet. Run sind noch zwei hiesige Einwohner über 90 Fahre alt: Konrad Müller 23. und Frau Anna Elisabeth Brücke! Witwe. Beide erfreuen sich guter Gesundheit. — An Stelle des Gemeinderatsmitgliedes, Reichsbahnassistenten Wilhelm Müller, der im blühenden Alter von 37 Fahren verstarb, wurde in der letzten Gemeindera tssihung Wilhelm Hofmann als neues Mitglied verpflichtet. — Schon vor längerer Zeit beschloß der Gemeinderat die Einführung der Biersteuer, die am 1. Januar in Kraft tritt. Die Hundesteuer zeigt dieselben Sätze wie 1930. )( Lich. 13. Dez. Am Donnerstag fand in der Turnhalle der erste gut besuchte Gemeindeabend dieses Winters statt. Der Posaunenchor, unter Leitung von Architekt Müller eröffnete mit adventlichen Klängen den Abend und machte sich ebenso wie der Frauenchor, unter Leitung von Fräulein Jäger, um die musikalische und gesangliche Ausgestaltung des Abends sehr verdient. Rach einem Begrühungswort von Stiftsdechant Kahn wurde der Borneofilm der Basler Mission vorgeführt und von Missionar Lauk (Frankfurt a. M.) erläutert. Gemeinsam gesungene Lieder verbanden die einzelnen Teile des Abends, der mit einer Ansprache von Pfarrer Staubt geschlossen wurde. Am Rachmittag war der Film bereits den Schulkindern gezeigt und erklärt worden. Rach Abzug aller Ankosten konnten der Basler Mission 100 Mark zugcführt werden. s. Ätphe, 14. Dez. Das Innere unseres Schulhauses wurde einer gründlichen Reparatur unterzogen. Die Pläne dazu Oie Arbeiisnoi in Oberheffen. Oer Bericht des Arbeitsamtes Gießen über die Arbeitsmarktlage im November. Der oberhessische Arbeitsmarkt hat in dem Berichtsmonat wiederum eine Verschlechterung erfahren. Wenn auch alljährlich um diese Zeit sich die Arbeitsmarktlage in schnellerem Tempo oerschlechtert, so konnten wir in diesem Jahre das sprunghafte Ansteigen der Arbeitslosenziffer durch die Unterbringungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft vermindern. Auf dem gesamten Arbeitsmarkt Hal sich außer dec saisonmäßigen Belebung weitere gezeigt. Die Kaufmannschaft klagt sehr über das diesjährige Weihnachtsgeschäft. In früheren Jahren wurden teuere Geschenke lange vor dem Weihnachtsfest und billigere in den letzten Tagen vor Weihnachten gekauft. Durch die allgemeine schlechte Wirtschaftslage und durch den Geldmangel hat das erhoffte Weihnachtsgeschäft nicht rechtzeitig eingesetzt, es besteht sogar die Befürchtung, daß die Einkäufe erst kurz vor dem Fest getätigt werden. Am Ende der Berichtszeit standen dem Arbeitsmarkt 9348 Arbeitsuchende gegenüber 8606 des Vormonats und 6176 des Vorjahres zur Verfügung. Aus den Mitteln der Reichsanstalt erhielten 6164 Arbeitsuchende Arbeitslosenunter st ützung, gegenüber 5763 des Vormonats und 4047 des Vorjahres. Krisenunterstützung erhielten 1152 Personen, gegenüber 1527 des Vormonats und 154 des Vorjahres. Mit Notstands- arbeiten wurden 79 Arbeitsuchende beschäftigt. Vermittelt konnten in diesem Monat 3191 Personen werden, gegenüber 1144 des Vormonats und 1052 des Vorjahres. Im Laufe des Monats wurden 3792 Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gestellt, hiervon wurden 377 abgelehnt. Aus den einzelnen Berufsgruppen ist wie folgt zu berichten: Land- und Forstwirtschaft. Die Vermittlungstätigkeit in der Landwirtschaft hat in der Berichtszeit erheblich nachgelassen, dagegen hat die Zahl der Arbeitsuchenden weiter zugenommen, da die Landwirte nach Beendigung der Herbstarbeiten ihre Hilfskräfte abgestoßen haben, während das Stammpersonal auf den Gutshöfen und bei größeren Landwirten auch weiterhin be- chäftigt wird. Anforderungen an Knechten und Ge- pannführern lagen nicht vor. Vereinzelt war Nachrage für landwirtschaftliche Dienstmädchen nach Neujahr vorhanden. Die inländischen Saisonarbeite- rinnen sind fast alle um Monatsmitte in ihre Heimat abgereist. Die Forstwirtschaft zeigte sich in der Berichtszeit wiederum sehr aufnahmefähig. Wenn wir berücksichtigen, daß im allaemeinen in diesem Jahr bedeutend weniger Holz geschlagen wird, wie im vergangenen Jahr, so ist die bis jetzt festgestellte Vermittlungszahl von 1877 ein Vielfaches gegenüber dem vergangenen Jahr. Dieser gute Erfolg des Arbeitsamts war nur durch zahlreiche Verhandlungen, Schriftwechsel und persönliche Vorstellung bei allen beteiligten Stellen möglich. Nicht immer waren die Bemühungen erfolgreich. Wenn wir auch zum größten Teil erreicht hatten, daß Landwirte mit größerem Landbesitz von der Holzhauerei ausgeschieden worden sind und dafür wirtschaftlich schwächere eingestellt wurden, so gab es doch Gemeinden, die diesen Austausch nicht vornahmen. Am Schluß des Monats zählten wir 316 Arbeitsuchende, gegenüber 234 des Vormonats und 158 des Vorjahres. Industrie der Steine und Erden. Die Marktlage in der Industrie der Steine und Erden hat in der Berichtszeit eine weitere Verschlechterung erfahren, etwa acht Steinbrüche haben wegen Auftragsmangels Arbeitskräfte abgestoßen. Ein Basaltbruch dagegen beabsichtigt, demnächst seinen Betrieb wieder zu eröffnen. Die oberhessischen Ziegeleien klagen über Absatzmangel, ein Betrieb hat bereits Kurzarbeit eingeführt. Wir zählten 1918 Arbeitsuchende, gegenüber 1829 des Vormonats und 607 des Vorjahres. Holzgewerbe. Die Marktlage dieser Berufsgruppe hat ebenfalls eine weitere Verschlechterung erfahren. Hauptsächlich die Sägewerke klagen über schlechten Geschäftsgang. Es wird sogar beabsichtigt, falls keine weiteren Lieferungsaufträge eingehen, die Betriebe weiter einzu- fchränken bzw. stillzulegen. Es wurde von dem Säge- werk in Aussicht gestellt, demnächst die entlassenen Kräfte wieder einzustellen, da bei dieser Firma speziell Lieferungsausträge in Aussicht stehen. Am Ende der Berichtszeit waren 605 Arbeitsuchende vorhanden, gegenüber 564 des Vormonats und 322 des Vorjahres. Rahrungs- und Genuhmittelgewerbe. Die oberhessischen Zigarrenfabriken waren in letzter Zeit verhältnismäßig gut beschäftigt, werden aber mit Durchführung der Tabakvorlage ihre Betriebe stillegen, da durch die neue Versteuerung des Tabaks bzw. der Zigarren die Absatzmöglichkeiten voraussichtlich bedeutend eingeschränkt werden. Vereinzelt haben Betriebe Stillegungsanträge eingereicht. An Arbeitsuchenden zähsten wir in dieser Berufsgruppe 239, gegenüber 249 des Vormonats und 76 des Vorjahres. Bekleidungsgewerbe. Trotz des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes hat die schlechte Marktlage des Bekleidungsgewerbes keine Veränderung erfahren. Es hängt dies mit der geringen Kaufkraft des Publikums zusammen. Eine Kleiderfabrik und eine Hutfabrik stießen wegen Absatzmangels Arbeitskräfte ab. Die Schuhfabriken unsres Bezirks arbeiten z. T. noch voll, klagen aber auch über Absatzschwierigkeiten und wollen, wenn sich letztere nicht bald beheben lassen, zur Kurzarbeit übergehen. Dem Arbeitsmarkt standen 250 Arbeitsuchende, gegenüber* 215 des Vormonats und 162 des Vorjahres zur Verfügung. Baugewerbe. Durch die vorgeschrittene Jahreszeit sind die Bauarbeiten nahezu beendet, so daß immer mehr Angehörige dieser Berufsgruppe zur Entlassung gebracht werden. Eine Aussicht auf Belebung des Baumarktes vor dem kommenden Frühjahr dürfte nicht vorhanden fein. Es muß somit für den kommenden Monat mit einer weiteren Verschlechterung gerechnet werden. Eine große Zahl von Bauarbeitern konnten wir zu Holzhauerarbeiten vermitteln. Am Monatsschluß zählten wir 1802 Arbeitsuchende, gegenüber 1627 des Vormonats und 1562 des Vorjahres. Verkehrsgewerbe. Die Lage ist nahezu unverändert geblieben, auch hier dürfte mit einer Besferuna nicht zu rechnen fein. Am Stichtag waren 317 Arbeitsuchende vorhanden, gegenüber 298 des Vormonats und 248 des Vorjahres. häusliche Dienste. Auf dem Arbeitsmarkt für häusliche Dienste ist eine gewisse Ruhe eingetreten, da ja erfahrungsgemäß vor Weihnachten weniger Kräfte als in den übrigen Monaten angefordert werden. Es wurden in der Berichtszeit 124 Vermittlungen getätigt. Lohnarbeit wechselnder Art. In der Berufsgruppe Lohnarbeit wechselnder Art waren die Beschäftigungsmöglichkeiten sehr gering. Gerade für diese Berufsgruppe ist die Lage des Baumarktes ausschlaggebend. Eine Reihe von Arbeitskräften konnte bei den Holzhauerarbeiten Verwendung finden. Dem Arbeitsmarkt standen 1343 Arbeitsuchende zur Verfügung, gegenüber 1229 des Vormonats und 1662 des Vorjahres. Berufsberatung. Die Abteilung Berufsberatung hat für den Monat November 229 Beratungen (144 für Knaben, 85 für Mädchen) zu verzeichnen, davon 153 erstmalige (97 für Knaben, 56 für Mädchen) und 76 wiederholte (47 für Knaben, 29 für Mädchen). 17 Ratsuchende (12 männliche, 5 weibliche) tarnen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen: auch nahmen 17 ältere Ratsuchende die Berufsberatung in Anspruch. 19 Knaben und 1 Mädchen wurden auf ihre voraussichtliche Berufseignung geprüft, einige ärztlich untersucht. In den Nebenstellen fanden 84 erste und wiederholte Beratungen statt, und zwar 57 für Knaben und 27 für Mädchen. In den Entlaßklassen der Volksschulen und auch höherer Lehranstalten werden weiter Besprechungen über die Berufswahl abgehalten. An sechs Abenden fanden in Gießen berufskundlick)e Vorträge statt, die vor allem für die Schulabaänger und deren Eltern bestimmt waren. 20 berufene Fachvertreter sprachen da aufklärend über ebensoviele verschiedene männliche und weibliche Berufe. 26 offene Lehrstellen (16 für Knaben, 10 für Mädchen) tarnen neu zur Anmeldung, 8 Knaben und 4 Mädchen tonnten in Lehrstellen vermittelt werden. waren vom Hochbauamt Gießen gefertigt, die Schreinerarbeiten wurden von der CBau- und Möbelschreinerei Schmidt, Trais-Horloff, die Verputz- und Qlnftrierarbeiten von Weißbinder Schneider, Utphe, ausgeführt. Die Schlosserarbeiten besorgte Schmiedemeister Rühl, Utphe, die Verlegung der Gailschen Tonplatten Bau- unternehmer Dürgermeister Dietz von hier. In dankenswerter Weise hatte der Gemeinderat nicht unbeträchtliche Mittel hierfür bereitgestellt. Kreis Alsfeld. • Mücke, 12. Dez. Der Vorstand, der Musik- ausschuß und die Dirigenten des Gaues Ohm- Lumdatal im Hessischen Sängerbund hielten hier unter der Leitung des Gauvorsihen- den Becker, Kesselbach, eine Sitzung ab, die — mit Ausnahme von fünf Vereinen — von allen Gauvereinen beschickt war. Zunächst erstattete Gauvorsihender Becker Bericht über den Sangerbundestag in Offenbach. Hierauf wurde die Winterarbeit 1930/31 besprochen und den Vereinen nahegelegt, trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Liederabende und Veranstaltungen wie alljährlich abzuhalten. Das Gaufest 1931 wurde dem Verein in Stockhausen übertragen; es soll am 28. Juni 1931 in Verbindung mit der Fahnenweihe des Vereins stattfinden. Rach einem Beschluß des Sängertages in Merlau soll ein Wertungssingen im Jahre 1931 in der seitherigen Form unter fachmännischer Kritik nicht stattfinden; um aber nicht aus der Schulung her- auszUkommen, soll mit dem Gaufest 1931 ein Gruppensingen verbunden werden, jedoch sollen die einzelnen Vereine dazu erst noch Stellung nehmen. Im bejahenden Falle würden mehrere Vereine zusammen einen Chor vortragen. Wie alljährlich soll im nächsten Jahre auch eine Gaukundgebung stattfinden, bei der zwei Massenchöre zu Gehör gebracht werden sollen. 3nt weiteren Verlause der Beratungen wurden noch mancherlei Anregungen gegeben, Beschlüsse jedoch nicht gefaßt. * Rieder-Ohmen, 12. Dez. Rachdem die Verwertung der Massegrundstücke aus der Fel ö- bereinigung in der Gemarkung Rieder-Ohmen stattgefunden hat, läßt sich nunmehr ein ileberblid über die mutmaßlichen Beträge ge- toimien, die von den Grundstücksbesitzern als sogenannte „ungedeckte Kosten" noch zu erheben sein werden. Obwohl das Ergebnis der Versteigerung des Massegeländes ungünstig von der zur Zeit herrschenden Erwerbslosigkeit beeinflußt ist, beträgt der zur Zeit auf dTM—Morgen Gelände ruhende Schuldenbetrag nur 31 Mk., was bei der Menge der ausgeführten Arbeiten, z. B. Dränagen, Hohlverschleifungen und Weg- und Grabenanlagen, als sehr gering zu bezeichnen ist. Den noch bevorstehenden Ausgaben stehen entsprechende Einnahmen gegenüber, so daß der Betrag von 31 Mk. bei der Schlußabrechnung nicht mehr wesentlich überschritten werden wird. In der Rachbargemeinde Atzenhain, die bereits 1929 überwiesen wurde und nahezu fertig- geftellt ist, stellt sich der auf den Morgen aufzubringende Betrag an ungedeckten Kosten auf etwa 42 Mk., in Bernsseld auf etwa 53 Mk. Preußen. Erweiterter Krastpostverkehr nach dem Hüttenberg^ IIAusdemHüttenberg,14. Dez. Aus.bett Gemeinden des Hüttenberges sind in der letzten Zeit mehrfach Klagen über die schlechten Der- kehrsverbindungen nach der Kreisstadt Wetzlar erhoben worden. Aus wiederholte Vorstellungen des Bürgermeisteramtes jn Groß-Rechtenbach und der Kreisbauernschaft in Wetzlar hat sich nunmehr die Postverwaltung bereit erklärt, auf der Kraftpostlinie Wetzlar—Groß-Rechtenbach eine größere Anzahl Fahrten als bisher durchzuführen und die Linie an den Markttagen (Mittwochs und Samstags) bis Dornholzhausen zu erweitern. Von Montag, 15. Dezember, ab wird das Postauto auf der Linie Wetzlar—Grch- Rechtenbach—Hochelheim—Dornholzhausen wie folgt verkehren: Werktags: 6.00 Uhr ab Wetzlar- Bahnhof, 6.28 Ähr an Groß-Rechtenbach; 6.30 Uhr ab Groß-Rechtenbach, 7.00 Ähr an Wetzlar- Bahnhof. Mittwochs und Samstags: 7.30 Uhr ab Wetzlar-Bahnhof, 7.56 Uhr an Groß-Rechtenbach, 7.58 Uhr an Klein-Rechtenbach, 8.06 Ähr an Hochelheim, 8.12 Uhr an Dornholzhausen; 8.15 Uhr ab Dornholzhausen, 8.20 Ähr ab Hochelheim, 8.30 Uhr ab Klein- Rechtenbach, 8.35 Ähr ab Groß-Rechtenbach, 9.05 Ähr an Wehlar-Bahnhof; 13.55 Ähr ab Wehlar-Bahnhof, 14.42 Ähr an Dornholzhausen; 14.45 Ähr ab Dornholzhausen, 15.27 Ähr an Wetzlar-Bahnhof. Täglich (einschließlich Sonntags): 12.16 Ähr ab Wetzlar-Bahnhof, 12.47 Ähr an Groß-Rechtenbach; 12.48 Ähr ab Groß- Rechtenbach 13.15 Ähr an Wehlar-Dahnhof; 18.03 Ähr ab Wetzlar-Bahnhof, 18.33 Ähr an Groß-Rechtenbach; 18.35 Ähr ab Groh-Rechtenbach, 19.05 Ähr an Wehlar-Dahnhof. Die nach dem bisherigen Fahrplan auf der Strecke zwischen Groh-Rechtenbach und Hochelheim werktäglich ausgeführten Frühfahrten kommen wegen schlechter Benutzung vom 15. Dezember ab in Fortfall. Oemonstrationsverbot in Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M., 13. Dez. Der PolD zeipräsident hat ab Montag, den 15. d. M., alle Umzüge, Demonstrationen und Versammlungen unter freiem Himmel im Ortspolizeibezirk Frankfurt a. M. bis auf weiteres verboten. Zuwiderhandlungen wird mit Zwangsmitteln, unter Umständen ohne vorherige Warnung, entgegengetreten werden. berliner Börse. Berlin, 15. De§. (WTB. Fnnkspruch.) Auch der erste Frühverkehr der neuen Woche lag geschäftslos und abwartend. Die Weiterentwicklung bleibt nach wie vor unter dem Eindruck der ausländischen Verkäufe der letzten Tage unberechenbar. Kurse waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,61, London gegen Mailand 92,71, London gegen Spanien zirka 47,75 zu 48, London gegen Kabel 4,8565, London gegen Berlin 20,3640, Kabel gegen Berlin 4,1930. Briefkasten der Redaktion. Rn.» Jagd im Gießener Stabfroalb. Anonyme Einsendungen werden von uns nicht berücksichtigt. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, dab meine Hebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Schmidt, üeö. Philipp Samstagvormittag 8% Uhr von ihrem langen schweren Leiden, im Alter von 74 Jahren, durch einen sanften Tod erlöst wurde. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Schmidt Gießen (Neuenweg 40), den 15. Dezember 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. _____ 7729 Familien-Drucksachen VerloDungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspeuden bei dem raschen Tod unseres lieben Entschlafenen Herrn Heinrich Müller L, Bäckermeister sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, den Vereinen und allen denen, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben. Die trauernden Hinterbliebenen. Holzheim, Gießen, Köln-Mülheim, den 15. Dezember 1930. 8431 D Eisenhahn-Fahrbeamten- Verein, GieBen Kachvus. Wireriüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem amlO.Dez.erlolgtenAbleben unseres lieben, guten Kollegen Herrn Hilmar Krause Schaffner fn Kenntnis zu setzen. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 8428 D Diwan-Decken Tisch-Decken Reise-Decken Auto-Decken Heinrich Hochstätter 8359A Antiquitäten aller Art, speziell Schranke u. Truhen, als Weihnacht» gescheute 07720 Louia Rothenberger, Gießen, Neuenw. 22 £ISI1-Betten (Stahl u. Holz) Polster. Sdilafzimm^Stahlmalr. Kinderb.ChaiscL ».Private. RatenzL KataJ. fr. 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