Nr. 268 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, |5. November 1930 6t|d)etni «ügl'ch.cnltz« Sonntags and Qetertag» Btilaaen the DUultrierte Gtetzenei Famllienblättei Heimat >m Bild Di» Scholle ÄoeatS'Beiugsprets: 2.20 Reichsmark and 30 Reichspfenmg für Träger- lohn, auch bei Nichte» scheinen einzelner 3lummem - tnfolge höherer Seroalt 5erv|vrechanlchlöste ant e r S a m m e Inumm er 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stetzen. Postscheckkonto: gtonflurl am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk vnd Verlag: vrühl'lche UniverfitSlr-Vllch- nnb Steinbrudercl L Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsttelle: Zchullttaße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20", mehr. Chefredakteure Dr Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mchr Filter, sämtlich in (Bieben. Gefährliche Zweideuligkeilen GS scheint, als ob die Locarnopolitik, die seit sechs 3ahren die Grundlage für das Verhältnis z zwischen Deutschland und Frankreich bildet, in ein nicht unbedenkliches Stadium der Krisis eingetreten ist. Wenn wir die deutschen Staatsmänner, die damals die Politik einleileten, die mit dem Abschluß des Locarnopaktes begann und mit den im Haag im vergangenen Sommer getroffenen politischen Abmachungen ihren vorläufigen Abschluß sand, rrchtig verstanden haben, so war ihr nächstes Ziel die Wiederher- ftellung der Souveränität des Reiches im Westen, also vor allem die Beendigung der militärischen Besetzung vor den im Versailler Diktat festgelegten Terminen und Beseitigung der die deutliche Souveränität einschränkenden Klauseln des Besatzungsregimes. Das letztere ist nur in einem gewissen Umfange gelungen, und die Räumung ist zwar erfolgt, aber erst zu einer Zeit, wo sie in Deutschland nicht mehr als sreiwillige Versöhnungsgeste Frankreichs gewertet werden konnte. Dazu hatte man sich in Paris gegen die notwendigsten Voraussetzungen einer deutsch-französischen Verständigung allzu lange gesperrt, hatte den deutschen Vertragspartner allzu lange mit immer neuen Sicherheitsforderungen und immer neuen Wünschen nach finanziellen Kompensationen hinzuhalten versucht. Immer wieder sah Briand, der Vater der Locarnopolitik in Frankreich, sich durch Rücksichten auf die Bedürfnisse der inneren Politik, die nacheinander Männer wie Poincare und Tardieu an die Spitze von Kabinetten führte, denen er als Außenminister angehörte, veranlaßt, mit den deutschen Staatsmännern getroffene Abmachungen abzuschwächen oder gar abzuleugnen ober ihnen nachträglich Auslegungen zu geben, die der deutschen Auffassung diametral entgegen- standen. Allzu oft hat so die innere Politik und der G nfluß ter Rechten auf die Kabinette Poincare und Tacvceu zu Pausen und Rückschlägen geführt, als daß nun die öffentliche Meinung in Frankreich darüber enttäuscht sein dürste, daß das deutsche Volk nun nicht mit jubelnder Begeisterung oder gar mit chcl ch empfundenen Gefühlen der Dankbarkeit das Geschenk der vorzeitigen und endgültigen Rheinlandräumung entgegengenommen hat. 3n dem großen politischen Spiel, das Frankreich in der Hand hatte, hat es feinen stärksten Trumpf zu lange behalten und ihn erst ausgespielt, als er nicht mehr stach. Rur widerwillig und zögernd, voller Mißtrauen und innerer Vorbehalte hatte sich Frankreich ein Zugeständnis nach dem andern abhandeln lassen, es hatte so lange gewartet, bis das, was, rechtzeitig als freiwillige Gabe großzügig angeboten, einer ehrlichen deutsch-französischen Verständigung den stärksten Impuls hätte geben können, nun zu einem deutschen Rechtsanspruch geworden war, dessen Erfüllung mit verbissener, mißtrauischer Hartnäckigkeit so lange hingezogen wurde, bis schließlich auch die endliche Räumung dem latenten Krisenzustand, der das Verhältnis der beiden politisch wie wirtschaftlich aufeinander angewiesenen Rachbarvölker seit Jahrhunderten kennzeichnet, kein freundlicheres Gesicht zu geben vermochte. Frankreich glaubte mit der Rheinlandräumung und den Zugeständnissen des Voungplans das feine getan zu haben und erwartete nun mit weiteren deutschen Forderungen in Ruhe gelassen zu werden. Es verkannte dabei nicht nur, daß die Räumung zu spät gekommen war, um eine Erleichterung der deutsch-französischen Atmosphäre zu bedeuten, es verkannte auch, daß das Ziel der deutschen Staatsmänner, die mit Briand und Chamberlain die Locarno- politik ein geleitet hatten, weitergesteckt war, als die Wiedergewinnung der deutschen Souveränität im Rheinland. Die im Locarnopakt ausgesprochene Garantie der deutschen Grenzen im Westen durch England und Italien bedeutete freie Hand im Osten und der Auftakt zu einer energischen Revisionspolitik gegenüber Polen mit dem letzten Ziel einer großzügigen Korrektur der unmöglichen Grenzziehung, durch die daS Versailler Dcktat und die unter dem bewaffneten Terror der polnischen Aufständischen-Ver- bänbe Dar genommen en Abstimmungen das oberschlesische Wirtschaftsgebiet zerrissen, Danzig aus dem Verbände des Deutschen Reiches gelöst, Ostpreußen durch den unmöglichen Korridor vom übrigen Reichslörper getrennt, die polnische Grenze drei D-Zugstunden an die Reichshauptstadt heran gerückt und weit über eine Million Deutscher gegen ihren Willen dem Gebiet der Republik Polen einverleibt und brutalster polnischer Willkürherrschaft allen Minderheitenverträgen zum Trotz schutzlos ausgeliefert hatten. Frankreich ist über dteses letzte Ziel deutscher Locarnvpolitik niemals im unklaren gelassen worden und es hat keinen Grund, überrascht zu tun oder gar über Illoyalität zu zetern, wenn die deutsche Regierung jetzt ernsthaft die Aufgaben in Angriff nimmt, die ihr im Osten gestellt sind. Es hat auch kaum Anlaß, enttäuscht zu fein, daß Deutschland sich mit der Rcu- regelung seiner Reparationsverpflichtungen, wie sie im Voungplan und feinen Haager Abänderungen festgestellt ist, nicht zufrieden gibt und jetzt schon durch eine rigorose Ordnung feiner Finanzen und Durchführung der dazu erforderlichen Reformen auf allen Gebieten des staatlichen Lebens seinen ernsten Willen zu erkennen gibt, zu einem ihm günstigen Augenblick die Revision der Repa rattonsf rage erneut zur Diskussion zu stellen, sei es über den im QJoung- Plcm vorgesehenen Weg eines Transferaufschubs Zurück zur Pfennigrechnung! Oer Kabinettsausschuß für Arbeits- und pre sfragen berichtet über die ersten Ergebnisse. Berlin, 14. Rov. (Wolff. I 3n der ersten amtlichen Verlautbarung desKabi, efts- ausschu'.ses für Arbcits- und ^.eu.fragen heißt es: Wie die Reichsregierung in ihrem Wir.schasts- undFinanzprog.amm betontha'. ist die Herabsetzung der Preise auf der ganzen Linie eine Notwendigkeit. Durch Verbilligung Dor C-zeugunq und Verbrauch mu, die Wirtschaft neu be e t toer ei. Ve bili- des -i>eLv.a.id>3, Senkung oec Lebenshaltungskosten sind insbesondere auch geboten, um die Wirkungen abzuschwächen. die sich auS der Kürzung der Beamt enbezüge und ar. 8 Lohnsenkungen erge'.en. 3hr Ziel ist ebenfalls, die Lasten zu ermäßigen, die auf der Erzeugung ruhen Wenn durch die Hand der HauSfrau jährlich etwa 25 Milliarden beut,dien Vollssftttom- mens gehen, so ist es vornehmlich auch sie, die auf die Preishaftung stäksten Einfluß nehmen kann. Sie kann die Verläu ec und die Waren bevorzugen, durch die sie biiLgec und be'ser bedient wird cfts durch andere. Die össentliche Meinung braucht es nicht zu dulden, daß durch Zurückhaltung im Preisabbau einzelne unbecech igte Vo. teile haben. wenn andere in rich iger Erkenntnis der Lage Opfer bringen. Sie kann und muh auch hier der Gerechtigkeit zum Siege verhelfen. Der Presse jeder Rich ung und Größe, besonde s auch den Zeitungen auf dem Lande, sind her wichtige vollst wirtschaftliche Ausgaben erwachsen, die verdienstvoll gelöst werden können. Gerechtigkeit kann insbesondere der Landwirt fordern, dessen Preise weit unter dem Stand derer anderer Waren hinaogegli ten sind. Wird dieser Bewegung Ei.chcüt geootrn wird versucht, in angemessenen Grenzen die Preise der Agrarerzeugnisse unter an.eeen Waren einander anzu- nä-jern, dann braucht daraus für die Lebenshaltungskosten der breiten Ma en keinerlei Nachteil zu entstehen Denn die rückläufige Bewegung der Preise, die der letzte Verbrauch:r zu zahlen hat, muß dadurch auch weiter möglich sein, daß sich der ftln^erschied der Preisspannen in gerechter Weise auf die Zwischenglieder verteilt. Gewiß sind an sich die Lebenshaltungskosten für den Verbraucher unmittelbar von sinnfälliger Bedeutung. Trotzdem ist aber auch für ihn gleich wichtig, wenn dieülrstoffederWirtschaft verbilligt werden Daher steht die inzwischen erreichte Herab setzung der Kohlenpreise um 6 Prozent im Vordergründe. Sie wird sich für den Verbraucher in allen Richtungen auStoir- ken Ferner find die Ho lzp reife um 17 bis 20 Prozent, die Preise für Walzwerkprodukt e um 3 Prozent ermäßigt worden Der 3n- dex der gesamten Baukosten ist seit 3anuar dieses 3ahres um 11 Prozent zurückgegangen Wenn so die Preise in den Grundlagen der Wirtschaft weichen, dann muh davon der ganze Preisaufbau beeinflußt werden, der darauf ruht. Aehn- liches gilt von den Kosten für Nahrungsmittel. die für den realen Wert des Lohnes von entscheidender Bedeutung sind. Don den Nahrungsmitteln sind die Preise für Bro t Schweinefleis ch, Kartoffeln und Milch gesenkt worden. Bei Gemüse und Obst haben die Verkäufer eine Preissenkung grundsätzlich zugesagt. Bedeutsam ist in diesem Rahmen, daß der Deutsche Städtetag in Unterstützung der amtlichen Aktion inzwischen sämtliche Stadtverwaltungen zu tatträftiger Mitarbeit an dieser wichtigsten volkswirtschaftlichen Aufgabe aufgeruien hat. Es ist nicht zu zweifeln, daß im Zusammenwirken aller Behörden die Bewegung eine starke Stütze findet, die auf die allgemeine Preissenkung gerichtet ist. 3n manchen Fällen werden sich die Abschläge vom Preise im Einzelhaushalt nur In Pfennigbeträgen auswirken. Wer sich der 3n- flcttionsgewohnheit noch nicht entwöhnen kann, auf 5- oder 10-Pfennigbeträge abzurunden, der wird genug Gelegenheit haben, den Erfolg der Preissenkungen zu verkleinern. Tatsächlich aber ist die Zeit dazu zu ernst. Auch der Bruchteil eines Pfennigs gewinnt in der Voltswirtschaft mehr Bedeutung denn je. Darum n uß derPfennigalsRechnungs- einheit anerkannt und gewertet werden. Die erforderlichen Maßnahmen sind in Vorbereitung, die es ermöglichen sollen, dem auch im Zahlungsverkehr Rechnung zu tragen. Der Haushaltsausschuß fordert eine halbe Milliarde neuer Mittel. E ne kostspielige Demonstration. Die negatiüe Mehrheit aus Sozialdemokraten Kommunisten und Nationalsozialisten die eigentliche Gefahr für eine stetige politische Vorwärtsentwicklung, hat sich am Freitag im Hauptausschuh des Reichstages zum erstenmal zuf am - mengef unben, diesmal noch verstärkt um das Landvolk und die Christlichsozialen. Die Regierung hatte den Vorschlag gemacht, billige Fleischmarken für die Erwerbslosen einzuführen und wollte dafür zwanzig Millionen Mark in den Etat einstellen Den Kommunisten genügte das nicht. Sie verlangten daß die min- berbemittelte Bevölkerung ausreichend mit Frischfleisch versehen würde und baß b i e s e s F r i s ch- fleisch nicht teurer als bas zollfreie Gefrierfleisch fein bürfe. Obwohl der Deichsfinanzminister den Parteien stark ins Gewissen redete unb sie darauf aufmerksam machte, bah er nicht in ber Lage sei, auch nur einen Pfennig mehr zu bewilligen, weil sonst bas Gleichgewicht des Haushalts gefährdet sei, obwohl genau vorgerechnet wurde, baß biefer Antrag mindestens 500 b i s 700 Millionen jährlich kosten würde, stimmte die Gruppe der negativen Mehrheit zusammen und verhalf dem Anttag damit zur Annahme. Das ist zunächst nur eine Demonstration da die Regierung lediglich „aufgeforbert" wirb, ent- sprechenb zu verfahren unb ba außerdem ber Anttag noch bet Zustimmung bes Plenums be- barf. Trotzdem aber wirb bas Kabinett Brüning gut tun, dieses Warnungszeichen nicht zu übersehen Es ergibt sich wieder einmal, auf welch unsicherem Boden die Regierung steht und baß sie rasch in die Luft gesprengt werden kann wenn sie nicht geschickt unb energisch die taktische Schwäche der Opposition auszunuhen weih, die in Wahrheit ja sehr viel größer ist als ihre numerische Stärke. Verbilligtes Frischfleisch für Minderbemittelte. Annahme eines kommunistischen Antrags im Haushaltsausschutz. Berlin, 14.Rov. (DDZ.) 3m Haushallsausschuh des Reichstages wurden am Freitag unter dem Vorsitz des Abg Heimann (S03.) zunächst die Anträge zur Abstimmung gestellt, die zu der Frage der Bereitstellung außerplanmäßiger 211 Ittel jur Verbilligung von Frischfleisch anstelle des in Fortfall gekommenen zollfreien Gefrierfleisches Vortagen, vor der Abstimmung erklärte ReichLsinanzminister Dr. Dietrich, daß einzelne Anträge erhebliche Geldmittel erfordern. Der Minister sehe aber keine Blög- lichkeit, diese Mittel auszubringen. Die Voraus- setzung für eine ordnungsmäßige Staatswirtschast muß ein absolut ausgeglichener (Etat sein. (Er sei nicht In der Lage, einen Pfennig mehr z u k 0 n z e d i e r e n, als in der Vorlage des Reichs- ernährungsminifleriums vorgesehen sei. (Er erwarte, daß der Ausschuß soviel Veranlworlungsbewuht- fein habe, daß er nicht Ausgaben verlange, für die keine Deckung da sei. Unter Ablehnung aller übrigen Anträge wurde mit den Stimmen der Kommunisten, 71a- tionalsozialisten, Sozialdemokraten, des Landvolks und der Christlich-Sozia- l e n gegen Zentrum, Deutsche volkspartei und 2vlrl- schaftspartei bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen ein Antrag der Kommunisten angenommen, die Reichsregierung auszusor- dern, die Verbilligung von Frischsleisch für die minderbemittelte Bevölkerung In der Meise vorzunehmen, daß der preis des verbilligten Frischfleisches in keinem Falle höher sein darf als der bisherige preis des zollfreien Gefrierfleisches und der Kreis der Bezieher von verbilligtem Frischfleisch alle (Erwerbslosen, Sozial- und Kleinrentner sowie alle Fürsorgeberechtlgten umfassen muß. Diese Abstimmung erregte in politischen und parlamentarischen Kreisen außerordentliches Aufsehen, da die finanzielle Auswirkung eines solches Antrages gar nicht ;u übersetzen ist. Man spricht davon, daß die Ausführung dieses Antrages 5 0 0 bis 7 0 0 Millionen neuer Mittel erforderlich machen würde. 3n Reglerungskreifen ist man der Ansicht, daß die Durchführung dieses Beschlusses bei der jetzigen Finanzlage unmöglich sei, da dadurch olle bisherigen Sparmaßnahmen und die Balancierung des Etats vollkommen illusorisch wären. unb Zahlungsmvratvriums, sei es durch sofortige direkte Verhandlungen mit seinen Gläubigern. Dcr Voungplan hat in seinen Auswirkungen eben auch Deutschland enttäuscht. Mochte er im Augenblick seiner Annahme im Haag auch trotz seiner Verschlechterungen gegenüber bem ursprünglichen Pariser Plan der internationalen Sachverständigen auch eine Erleichterung gegenüber dem Dawesabkommen bedeuten, so hat doch die weltwirtschaftliche Entwicklung, wie hier schon mehrfach ausgeführt, den 'Boungplan in sein Gegenteil verkehrt, er bedeutet heute keine Erleichterung mehr, sondern eher eine Verschärfung dcr reparationspolitischen Situation für Deutschland, das, um seine im Voungplan festgelegten Zahlungen an die Reparationsgläubiger auföringen zu können, seine Ausfuhr gewaltig steigern müßte, eine Ausfuhr hingegen, die bei dcr Depression auf dem Weltmarkt niemand haben will und gegen die sich gerade die Dläubiger- mächte mit allen Mitteln einer rigorosen Hoch- schutzzollpolitik abzuspcrren suchen. So herrscht über die Auswirkungen der Locarno- politit auf beiden Seiten bittere E n t t ä u s ch u n g, weil beide vielleicht nicht zu viel von ihr erwartet haben, jedenfalls beide ein anderes Ziel im Auge hatten und sich nun um den Lohn ihrer gegenseitigen Verzichte unb Zugeständnisse betrogen wahnen. Frankreich glaubte mit feiner Zustimmung zu Locarno und feinen Folgerungen sich Ruhe erkauft und einen gewissen Abschluß seiner auf Sicherung der im Versailler Vertrag verankerten Vor- macytstellung in Europa gerichteten Politik erreicht zu haben. Deutschland sah in Locarno lediglich eine Etappe auf dem Wege feiner Befreiungspolitik. die nicht Halt machen konnte oor den blutenden Wunden an ber deutschen Ostgrenze unb vor Reparationsverpslichtunben, die in absehbarer Zeit die deutsche Wirtschaft gänzlich zugrunde richten müssen unb bem deutschen Volke es trotz aller An- sttengungen unmöglich machen, sich wieder empor* zuarbeiten. Aus dieser Atmosphäre gegenseitiger Enttäuschung ist die außenpolitische Debatte in ber französischen Deputiertenkammer zu verstehen, die in der Nacht zum Freitag nach zwei großen Reden Briands unb Tardieus mit der Annahme einer vom Ministerpräsidenten gebilligten Tagesordnung mit 323 gegen 270 Stimmen endete. Die immerhin geringe Mehrheit von 53 Stimmen, die sich für die Politik der Regierung fand, könnte zu der Annahme führen, als ob Briands unb Tar- dieus Außenpolitik — man muß beide Pole nennen, um klar zu sprechen — im französischen Parlament nur schwachen Widerhall fände. Dem ist nicht ganz so. Vielmehr sind in der Opposition auch die Stimmen der großen radikalen Partei Daladibrs, Her- riots und Caillau^' unb die Stimmen der Sozialisten enthalten, die wohl zu Briand Vertrauen hätten, nicht jedoch zu der Ehrlichkeit Tardieus unb andererseits die Stimmen der äußersten Rechten, denen wohl Tardieu seiner ganzen Vergangenheit nach als Vertrauensmann Elömenceaus unb Nachfolger Poincarös als entfchiebener Verleibiger der französischen Machtstellung genügen würbe, die aber in der Person Briands als des Opponenten der von ihnen bekämpften Locarnopolitik eine untragbare Belastung des Kabinetts sehen, dem sie deshalb das Vertrauen versagen. Was also für die einen der Graben ist, der sie vom Kabinett Tardieu-Briand trennt, ist für die andern grabe die Brücke, die sie mit bem Kabinett verbinbet. Unb baraus entsteht die Notwendigkeit, gleichsam zwei Politiken zu trei* beitz eine für die Linke, die offizielle Locarnopolitik, für die am Donnerstag Briand in ber Kammer sprach, unb eine anbere für die Rechte, die in lar«' dieus Rede zum Ausdruck tarn. Daraus entsteht auch die Zwiespältigkeit unb Zweideutig- feit, gegen die in ber Kammer zwar beide, Briand sowohl wie Tardieu, mit scharfen Worten zu Felde zogen, die aber nicht schärfer heraus- gearbeitet werden konnte, als grabe in diesen beiden Reden. Briand hatte nach seiner Rückkehr von der letzten Genfer Tagung des Völkerbundes zu Haufe einen schweren Stand: das Ergebnis der Reichstagswahlen in Deutschland mit seinem Anschwellen der nationalsozialistischen Partei: die Stahlhelmkundgebung am befreiten Rhein, die trotz des gemäßigten Tones, mit dem von dem Bundesführer Seldte außenpolitische Forderungen angemeldet wurden, in der öffentlichen Meinung Frankreichs grundlose Beunruhigung verursacht hatte: Reden deutscher Minister, die von der Notwendigkett einer Revision des Poung. plans und einer Korrektur der deutschen Ostgrenze sprachen; der bestimmtere Ton, den der Reichskanzler Dr. Brüning durch die Begründung, die er seinem Sanierungsprogramm mit auf den Weg gab, in die Außenpolitik gebracht hat, das alles war Briands Shrititern natürlich willkommenes Material, ihm die Absurdität unb das Desastre feiner Locarnopolitik zu demonstrieren. Da genügten auch nicht die gereizten Ausfälle, die sich der Außenminister in Genf der deutschen Delegation gegenüber geleistet hatte, auch nicht die blendenden Sekundantendienste, deren sich Polen in Genf von seinem französischen Verbündeten hatte erfreuen können, um in Paris einen schlechten Empfang und erregte Kritik zu verhindern. Franklin-Bouillon, der Schärfsten einer, hatte schon bei Eröffnung der Kammer die außenpolitische Debatte mit heftigen Angriffen gegen Briand begonnen, Louis Marin setzte die Attacke fort, aber Briand gelingt es durch den eigenartigen Zauber seiner Persönlichkeit, schon den ersten Erfolg unter Dach zu bringen, bevor er überhaupt den Mund zur (Entgegnung aufgetan hat. Seine faszinierende Rhetorik tut das übrige. Auch er gibt zu, daß die Locarnopolitik Rückschläge erlitten habe unb daß man Im Augenblick einem schlecht gestimmten Deutschland gegen* überstehe, was von Frankreich klare Erkenntnis unb sogar Mißtrauen erfordere. Aber man müsse seine Kaltblütigkeit bewahren, das sei der beste Dienst, den ein Außenminister seinem * ■ ■ - Das Vertrauensvotum für Tardieu. Was sagt die Kresse? Eine widerspruchsvolle Abstimmung. Paris. 14. Rov. (WTB.) Die Rede Bri- cmds findet in der Presse, mit Ausnahme der extremen rechtsstehenden Blätter wie „Figaro", „Ami du Peuple" und „L'Ordre" sowie des sozialistischen „Populaire", der sie aus grundsätzlichen Erwägungen wegen seiner Einstellung zur Abrüstungsfrage ablehnt. Zustimmung. Da aber fast jedes zustimmende Blatt seine Zustimmung anders motiviert, kann im eigentlichen Sinne des Wortes von einer sachlichen Zustimmung zum Kernproblem der Außenpolitik Driands nicht d i e Rede sein. „Populaire" schreibt: Don der Rede Bri- ands ist zweierlei zu sagen. Einmal Verspottung der Mehrheit und der Machenschaften Tardieus, zweitens allgemeine sentimental und ideologisch gehaltene pazifistische Wendungen, drittens vollständiges Fehlen jeder näheren Angabe über die Abrüstung. Dieser dritte Teil ist der schwächste und lamentabelste, als Briand versuchte, die Haltung Frankreichs bei den Abrüstungsdebatten zu rechtfertigen. „Figaro" schreibt: Der Außenminister hat nur durch sehr allgemeine Anspielungen auf die sehr präzisen Fragen Marins geantwortet. Er verkennt durchaus nicht unsere Enttäuschung, aber er ist für den Ausgleich. Man kann sich fragen, was man darunter zu verstehen hat, wenn Deutschland auf unsere Konzessionen nur immer wieder mit erneuten Forderungen antwortet. — „L'O rdre" betont, daß 'Briand pro domo gesprochen habe und sein Werk, seine Politik, verteidigt habe. Glücklicherweise habe Tardieu in der Rachtsihung eine wirkliche außenpolitische Rede gehalten. Er habe d i e angemessenenWorte 8U fwden gewußt, um die zweideutige Haltung Deutschlands zu brandmarken, für das der Friede eine fortgesetzte Revision bedeute. $>te3toeibeuti gleit, die darin besteht, daß ein Teck der Regierungsmehrheit einmal Briand, das andere Mal Tardieu oder Franklin-Bouillon oder Marin Beifall klatschte, hebt die radikale R 6 - publique" hervor, indem sie schreibt: Cs war seltsam, die Mehrheit während der Veden zu beobachten: Bald ließ sie ihr Herz, bald ihren Groll sprechen. Die war unfähig jeden Clans, aber fähig der vulgärsten Form überlegener Berechnung. Sie wollte sich geschmeidig und Polltisch zeigen, es gelang ihr aber nur, zu beweisen, daß sie eine zusammenhanglose Masse bildet. — Die gesamten Radikal- sozialisten, Sozialisten und Kommunisten, ja sogar einige republitanische Sozialisten, also Miig?iod°'- der Partei Briands, haben gegen d i c R e - gieeung gestimmt, dieselben Abgeordneten, di« Lande leisten könne. Der Locarnopakt habe Frankreichs Grenzen gesichert und Deutschland die Verpflichtung auserlegt, niemals mit Gewalt die deutsch- polnische Grenze abzuändern. Aus dem Versailler Vertrag könne man aber nicht nur die für Frankreich günstigen Seiten herauslesen und den andern Rechte verweigern, die ihnen zustanden, wie z. B. die Nachprüfung gewisser Bestimmungen auf Grund des Artikels 19. Der Youngplan sei nicht gefährdet, von einem Zahlungsaufschub sei noch nicht die Rede gewesen. Briand wies auch in ernsten Worten auf das Millionenheer der Arbeitslosen in Deutschland hin, das gewiß kein Gefühl des Wohlwollens für die Siegerstaaten hege. Wenn heute das Vertrauen zu Deutschland erschüttert sei, so dürfe man nicht übersehen, daß man in Frankreich zu dieser Erschütterung nicht wenig beigetragen habe. Man spreche von einem Kriege, als ob er bereits morgen ausbrechen werde und störe damit den Weltfrieden. Briand fand lebhaften Beifall, als er so seinen Gegnern auf der Rechten die Leviten las, und die von seiner Rhetorik begeisterten Deputierten bereiteten ihm zum Schluß stürmische Ovationen. Die Kammersitzung hätte ein Merkstein der Locarnopolitik, ein eindeutiges Bekenntnis zur deutsch-französischen Verständigung werden können, wenn nicht nach Briand mit dem Ministerpräsidenten Tardieu die andere Seele in der Brust des französischen Parlaments zu Wort gekommen wäre. Auch er begann zwar mit der emphatischen Erklärung, daß es keine Zweideutigkeiten gebe. Aber nach der Feststellung, daß die Voraussetzungen für die Rheinlandräumung von Deutschland erfüllt worden seien, zählte er alles auf, was jn Frankreich Beunruhigung Hervorrufe, und berührte dann mit der A d - rüftungsfrage eines der heikelsten Kapitel des deutsch-französischen Verhältnisses. Heftig widersprach er der deutschen These von der im Versailler Vertrag auch von den Alliierten übernommenen Abrüstung Verpflichtung, die nur für Deutschland bestehe, die er aber für die Alliierten in kasuistischer Verdrehung des Dertragswortlauts in eine bloße Möglichkeit, abzurüsten, verfälschte. Noch schlimmer fiel seine Auslegung des Artikels 19 des Dölkerbundsstatuts aus, der eine Revision der Verträge vorsieht. Im Gegensatz zu dem verständigungsbereiten und zum Ausgleich geneigten Ton Briands, warnte der Ministerpräsident mit hochfahrenden Worten vor der Revisionskam- pagne, die einen neuen Krieg zur Folge haben müsse. Es sei ein schlechtes System, alle acht Tage das wiederum in Frage zu stellen, was Deutschland unterzeichnet habe. Alle Türen, die Briand geöffnet hatte, wurden von Tardieu mit absichtlich lautem Knall zugeschlagen. Was die Ausführungen Briands an Hoffnungsvollem enthielten, hat die Rede Tardieus wieder vernichtet. Der Ministerprä- sident hat zwar damit den Erfolg für sich buchen können, daß die Marin-Gruppe auf der Rechten ihm erhalten blieb und.er auf die Zustimmung der Radikalen auf der Linken verzichten konnte. Das mag für das Kabinett ein innerpolitischer Erfolg sein, auf den es dem Ministerpräsidenten im Augen- blick gewiß in erster Linie ankommt. Aber außenpolitisch konnte die gefährliche Zweideutigkeit, die beide, Briand sowohl wie Tardieu grabe durch diese Aussprache beseitigen wollten, nicht schärfer zum Ausdruck kommen, als durch die Art, wie der Ministerpräsident die Ausführungen feines Kabinettskollegen Satz für Satz desavouierte. Geschah es nur zum innerpolitischen Hausgebrauch, Jo wird man diese Zweideutigkeit nicht so tragisch nehmen dürfen, deuten sich jedoch darin zwei außenpolitische Richtungen an, so wird man mit Aufmerksamkeit die weitere Entwicklung verfolgen müssen. Wird Briand siegen ober Tardieu? Heute hat rqan in der Kammer noch beiden Beifall geklatscht. Aber bald werden wir klar sehen müssen, wohin die Reise gehen soll und wer die Zügel in der Hand behält. bracht, kitsgri Holzki waren Oie eichöfeldische Zigarrenindustrie gegen eine Neubelastung des Tabaks. heiligen st adt, 14. Jloo. (CJtB.) Eine von etwa 3000 Personen besuchte Versammlung der eichsfeldifchen Zigarrenindustrie, an der die Vertreter von etwa 70 Zigarrensabrlk- betrieben, Unternehmer und Arbeiter aller Organisationen, die Canbräte ber Kreise Heiligenstadt, Worbis und Mühlhausen, die Vertreter sämtlicher eichsfeldischer Stadt- unb Landgemeinden sowie sonstiger Organisationen leilnahmen. hat gegen eine neue Belastung des Tabaks Stellung genommen und den zuständigen Stellen eine Entschließung zugeleitet, in der die Befürchtung ausgesprochen wird, daß die geplanten Steuern und Zölle sich für die tabakverarbeitenden Bezirke in einem scharfen Rückgang des Konsums, Stillegung der Fabriken, Arbeitslosigkeit der Ta - bakar beiter, Steigerung der Wohl- fahrtslasten, S l e u e r a u s f ä l l e n der Gemeinden und einer Rotlage im Hande l und Gewerbe auswirken. Einheitliche Reichsgewalt! Der Lutherbund fordert Beseitigung des Dualismus Reich-Preußen. Berlin. 14. Rov. (TU. Funkspruch.) Der Bund zur Erneuerung des Reiches E. B. trat unter dem Vorsitz des Grafen v. Roedern am 13. Rovember 1930 zu einer Vorstands- und Arbeitsausschuß-Sitzung zusammen. in der folgende Entschließung gefaßt wurde: „Der Bund zur Erneuerung des Reiches verkennt nicht, daß die Reichsregierung durch ihr finanzielles Sanierungsprogramm den ernsten Versuch macht, das deutsche Volk und die deutsche Wirtschaft über die gegenwärtige schwierige Lage hinwegzubringelkf Alle diese Maßnahmen schaffen indessen keine dauernde Lösung. Die Ratton ringt um größere Dinge. Ihr Sehnen geht nach geschlossener Staatsgew al t und klarem Aufbau des Reiches. Der jetzt allseitig als verhängnisvoll erkannt« Dualismus Re ich-Preuhen birgt ge* rade in der jetzigen Zeit schwerer wirtschaftlicher und politischer Rot ernste Gefahren. Rur eine Reichsreform, die Einheitlichkeit in der obersten Führung schafft, kann ihnen begegnen. Rur sie wird auch dem bed roh ten deutschen Osten voll wirksame Hilfe bringen können, die heute durch das Rebeneinander von Reichs- und preußischen Behörden verzögert und beeinträchtigt wird. Endlich ist die Reichsreform angesichts der Leistungsunfähigkeit einer Reihe von Ländern die Voraussetzung für jeden wirksamen Finanzausgleich und damit für dauernde Gesundung der Finanzen. 3n ®i iin-ßc abenb d , feurs drei P' Zickza ganger um nich Groh-D Schien mit groß schlug ui die Sl Fritz D «opfr -ort na leute 2 trugen muhten Kranken Lin 5i LerL Hagenbc gange einen 1 ist darc einen ir oelvorfe ya te. § wände l geschwür 2/uffl 5n Lov Terüchm dot, die 1912 au menen Leiche o oergr des Mo damals Ein brii Me Das. fflugpla Halle in Hilfe eii speziell s schlep an diese durch di Halte rollt gezogen. Ne k Änkernu der ,T dm H der do in daS Z H Fen, v" London zs und von । Sin T ters de Do* teau) v tonnte ' starte reichen ,ich we> runtB Stunden Roche' in der- Bord, ub Die J 21.40 § deutsche Jochelle Überbe bei» und Do X startet in Calshot. Zwischenlandung bei La Rochelle. Drei Passagiere verpassen den Anschluß. Das Flugschiff „DoX“ ist am Freitag um 11.45 Ufjr englischer Zeit vo n Ealshot nach Bordeaux gestartet. Nachdem der Start um 9 Uhr infolge des dichten Rebels unmöglich gewesen war. wurde die Maschine um 10.35 Uhr wieder angeseht. Das Flugboot fuhr über das Wasser, konnte aber anscheinend nicht loskommen, so daß der Start um eine weitere Stunde verzögert wurde. Außer der Mannschaft und den Offizieren befinden sich neun Personen an Bord. Ein Passagier war im Augenblick deS Starts nicht zugegen und nach fünf Minuten langem Warten ging das Flugboot ohne ihn ab. Ein zweiter verspäteter Ankömmling war Hauptmann Baird. Er kam gerade in dem Augenblick an, als „DoX“ bereits üHrr das Wasser fuhr. Er eilte dem Flugboot mit einem Motorschiff nach. Roch im letzten Augenblick gelang es ihm, Hugenberg fordert Einstellung ber po.izeizvschüffe an Preußen. Ein Deutschnationaler Antrag im Reichstag Derlin. 14.Rov. (TU.) Dr. Hugenberg und die deutschnationale Fraktion haben im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: „Die Zahlung des Polizeikostenanteils an den Staat Preußen ist mit dem 31. Dezember 1930 einzustellen, da die Zusam - menseh ung der preußischen Staats- regierung, im besonderen die Person des Ministerpräsidenten und des Ministers des Innern keine Gewähr dafür bieten, daß die vom Reich für Polizeizwecke überwiesenen Mittel im Sinne der Verfassung und der Gesetze ve rwende t werden.“ Von der Deutschnationalen Pressestelle wird dazu eine Begründung veröffentlicht, in der gesagt wird, die preußische Regierung habe in einer Reihe von Fällen aus offensichtlich parteipolitischen Gründen d ie verfassungsmäßigen Rechte preutz is cher Staatsbürger mißachtet. Weiterhin sei das Bestreben des Ministerpräsident m und des Innenministers unverkennbar, d i e Staatsverwaltung zu einem Machtinstrument der SPD. z u machen. Das zeige sich in der Bevorzugung sozialdemokratischer Stellenanwärter. Es sei die Befürchtung gerechtfertigt, daß das Reich durch die Gewährung der Zuschüsse nur dazu beiträgt, dem Ministerpräsidenten Braun und dem Innenminister Severing die Organisation einer parteipolitisch abge- st e m p e l t e n bew öffneten Macht zu ermöglichen, die ihnen gegebenenfalls auch dann zur Verfügung stehe, wenn sich ihr Verhalten noch schärfer als bisher im Widerspruch zu Verfassung und Recht befinden sollte. I bie Regierung bas Stanbrecht verhängt. Nach ber Proklamierung bes Generalstreiks, ber sich auch auf bie Baumwoll- unb Zuckerzone auszubehnen beginnt, hat bie Regierung bekanntgeben lassen, baß jebermann, ber die Arbeiter zum Streik aufreize, ausgewiesen werbe. - Sämiliche Anträge ans direkte Herabsetzung des Kriegsmaterials werden in Gens abgelehnt. Genf, 14. Rov. (TA.) Der Abrüstungsausschuß hat am Freitag nach viertägigen bewegten Verhandlungen in drei Abstimmungen endgültig jede direkte Her absetzung oder Beschränkung des gesamten Kriegsmaterials abgelehnt. Damit ist einer der entscheidendsten Punkte aus dem Abrüstungsabkommen herausgenommen worden. Der Abrüstungsausschuß lehnte zuerst den entsprechenden sowjet- russischen Antrag mit zwölf gegen fünf Stimmen bei zehn Enthaltungen ab. Für den sowjeirussischen Antrag stimmten Deutschland, Italien, Holland, Sowjetrußland und die Türkei, dagegen England. Frankreich, Belgien, die Kleine Entente, Polen, Finnland, die Vereinigten Staaten, Japan und Südslawien. Der deutsche Antrag, der auf Grund eines besonderen Antrages Dernstorffs zur namentlichen Abstimmung g c ft eilt wurde, und der eine direkte Erfassung des Kriegsmaterials der Landrüstungen verlangt, erhielt neun gegen neun Stimmen und sieben Enthaltungen und gilt damit als abge » lehnt. Für den deutschen Antrag stimmten Deutschland. Italien, Kanada, die Vereinigten Staaten, Holland, Schweden, die Türkei, Sowjetrußland, Venezuela, gegen den Antrag die gleiche Mehrheit, die auch den sowjetrussischen Antrag abgelehnt hatte. — An dritter Stelle wurde sodann mit 11 gegen neun Stimmen bei sechs Stimmenthaltungen ein italienischer Antrag abgelehnt. Der Abrüstungsausschuß hat dann einen englischen Antrag mit 16 gegen drei Stimmen bei sechs Enthaltungen angenommen, nach dem sich der Ausschuß auf den Standpunkt gestellt hat, daß eine Herabsetzung des Kriegsmaterials lediglich durch eine gewisse Des chrän kung der Heeresausgaben möglich sei. Uebrigens stellt der jetzt angenommene englische Antrag fest, daß gewisse Abordnungen eine direkte Erfassung des Kriegsmaterials, andere Abordnungen eine Verbindung der beiden Methoden fordern. Gegen den englischen Antrag stimmten De utschland, ItalienundSow- jetrußland. Der amerikanische Botschafter Gibson enthielt s i ch der Stimme. Der deutsche Antrag, der neun gegen neun Stimmen erhielt, ist, wie allgemein bemerkt wird, durch die Haltung des gegenwärtigen norwegischen Gesandten in Paris, Colban, den früheren Direktor der Abrüstungsabteilung des Völkerbundssekretariats zu Fall gekommen. Bei der ablehnenden Haltung des deutschen Delegierten war die Erwägung maßgebend, daß durch die jetzt vom Ausschuß empfohlene Methode das beim eventuellen Inkrafttreten einer Abrüstungskonvention vorhandene Material überhaupt nicht erfaßt wurde. Der Vorbereitende Abrüstungsausschuß hat demnach in zwei wichtigen Punkten, dem der ausgebildeten Reserven und dem des Heeresmaterials, seine früheren Beschlüsse im wesentlichen aufrechter h a l ten. Allgemein aufgefallen ist, daß der deut)che Antrag eine verhältnismäßig beträchtliche Anzahl von Zustimmungen gefunden hat. Es ist das erstemal, daß im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß ein deutscher Antrag Stimmengleichheit erreichte. nach der Rede des Außenministers sich von den Sitzen erhoben und Briand eine Huldigung dargebracht haben. Die paradoxe Lage dieser Regierung konnte nicht klarer zum Ausdruck gebracht werden als durch diesen Widerspruch zwischen Beifall und Ab st immun g. Oie Unruhen in Peru. Kundgebungen gegen Briten und Amerikaner. London, 14. Nov. (WTB.) „Daily Herold" be- ttchtet aus Lima zu den bereits gemeldeten ernsten Unruhen bei Malpaso, daß bei den Teilnehmern an den Ausschreitungen sich eine starke antibri - tiiche uni) antiameritanische Stimmung geltend mache. Die Werke einer britischen Firma wurden von den Arbeitern unter dem Ruf: „Nieder mit dem britischen Imperialismus!" zum Stillstand gebracht. 20 Ausländer, die von den Unruhestiftern verfolgt wurden, sind verschwunden. In Malpaso plünderte ein wütender Haufe von etwa 1500 Arbeitern die Läden und griff die Häuser der Beamten an, wobei verschiedene Ausländer getötet oder verwundet wurden, ehe die Polizei eingreisen konnte. Die Polizei ging darauf mit der Schußwaffe gegen die Unruhestifter vor, von denen zehn erschoßen wurden. Die Regierung hat in aller Eile Truppen nach den betroffenen Gebieten entsandt. Das Militär in Lima befindet sich in Alarrnbereitslbaft. Der Generalverband ber Arbeiter ist von der Regierung aufgelöst worden. lieber bie Bezirke von Lima unb Fanin hat Oie Einsturzkaiastrophe in Lyon. Bürgermeister Herriot an ber Unglücksstätte. Paris, 15. Nov. (WTB. Funkspruch.) „Matin" berichtet, baß bie Gesamtzahl ber bei ber Einsturzkatastrophe in Lyon ums Leben gekommene Personen 36 betragen bürste, nämlich 2 4 Feuerwehrleute unb Polizisten, die bei ben ersten Rettungsarbeiten verschüttet worben finb, sowie 12 Bewohner ber eingestürzten 1--------7--------------------------------------------------------------------------------------------------------- Häuser. Als enbgültig kann man biefe Ziffer jeboch nicht ansehen, weil bie Ausräumungsarbeiten so große Schwierigkeiten bereiten, baß immerhin noch Überraschungen möglich finb. Die Erbrisse haben sich derart erweitert, daß mit dem Einsturz des neben der Unglücksstätte gelegenen Krankenhauses gerechnet werden muß. in da« Flugboot einzust eigen, worauf die „Do X“ sich vom Wasser erhob. Auch die beiden Pressevertreter Lady Srum» mond HaY und Karl v. Wiegand sind nicht mitgetommen. Sie waren zusammen mit einem weiteren Fahrgast von Southampton im Kraftwagen nach Tatshot gefahren. Unterwegs gerieten sie jedoch m dichten Nebel und verirrten sich, so daß sie nach Southampton zurückkehren muhten. Darauf mieteten sie einen Dampfer, um an Bord der „Do X“ zu gelangen Infolge deS Nebels konnten sie jedoch das Slug- schifs nicht finden. Als sich der Nebel gehoben hatte, konnten sie zu ihrem Aerger gerade noch sehen, wie die „Do X“ abflog. Sie kehrten nach London zurück und wollen im Flugzeug nach Paris und von da nach Bordeaux nachreisen Ein Funkspruch des Sonderberichterstatter- des Wolsshurcaus von Bord des Do X (Copyright Wolffs Telegraphisches Bu- reau) besagt: Infolge Nebels im Kanal konnte das Flugschiff Do X erst sehr spät starten Ständiger Gegenwind lieh das Erreichen von Bordeaux vor Nacht unwahrscheinlich werden. Daher wurde bei Einbruch der Dunkelheit nach herrlichem Fluge von fünf Stunden 16 Minuten um 17.03 ilbr bei La Rochelle glatt gelandet. Wir ' werden in der Bucht von La Nochelle ankern und an Bord ühcrnachten. Alles wohl. Die Küstenfunkstation Port-Bouscat hat um 21.40 Mr folgende Meldung gegeben: Das deutsche Flugschiff DoX ist um 21 Uhr bei La Nochelle angekommen und wird die Nacht über bei seinem Ankerplatz verbleiben und morgen vormittag seinen Flug fortsetzen. Aus aller Welt. Schweres Autounglück. In Groh-Dehnitz an der Strecke Berlin-Hannover verursachte am Donnerstagabend die Trunkenheit eines CH auf,- , feurs ein schweres Kraftwagenunglück. Das mit drei Personen besetzte Auto fuhr zunächst im Zickzack durch das Dorf. Sogar die Fußgänger auf den Bürgersteigen muhten flüchten, um nicht überfahren zu werden. Beim Bahnhof Eroh-Dehnitz geriet dann der Wagen ins Schleudern. Die Hinterachse prallte dabei mit großer Wucht gegen einen Dau. Der Wagen schlug um und die Insassen wurden auf d i e Straße geschleudert. Der Kaufmann Fritz Neuter aus Berlin erlitt dabei so schwere K o p f v e r l e tz u n g e n, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause st a r b. Die Kaufleute Merz aus Berlin und Peters aus Nauen trugen schwere Gehirnerschütterungen davon und mußten in bedenklichem Zustande ebenfalls ins Krankenhaus gebracht werden. (Ein See-(Elcfanf bei hagenbeck durch Unvernunft getötet. Der Dee Elefant „Goliath", ein Glanzstück des Hagenbeckschen Tierparks, ist plötzlich e i n gegangen. Das fast 50 Zentner schwere Tier hatte einen Wert von etwa 50 000 Mark. Der Tod ist darauf zurückzuführen, daß der See-Elefant einen in sein Bassin oder gar in seinen Schlund geworfenen Flaschenhals verschluckt ha te. Die Spitzen des Gla.es hatten die Magenwände dcs Tieres durchstoßen und ein Magengeschwür hervorgerufen, das zum Tode führte. Aufklärung eines Mordes nach 18 wahren. In Lonay (Kanton Waadt) nahmen aufgrund von Gerüchten die Gerichtsbehörden eine Untersuchung vor, die zur Auffindung der Leiche des im Jahre 1912 auf geheimnisvolle Weife ums Leben gekommenen Dienstknechtes Henri Michot führte. Die Leiche war im Keller eines Bauernhofes vergraben. Unter dem dringenden Verdacht des Mordes wurden zwei Söhne der Familie, die damals den Bauernhof bewohnte, verhaftet. Ein dritter Sohn ist der Mittäterschaft verdächtig. Mechanische Landung des „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „Gras Zeppelin" führte auf dem Flugplatz Löwenthal, auf dem die neue Luftschiffhalle im Gerippe beinahe fertiggestellt ist, mit Hilfe eines von den Mafsei-Werken in München speziell für Landungszwecke gebauten Raupenschleppers eine Landung durch. Auf einer an diesem Schlepper angebrachten Nolle wurde durch die Motorkraft des Naupenschleppers das Haltetau des Luftschiffes aufgerollt und das Luftschiff langsam zu Boden gezogen. Anschließend daran wurde dann die Düse des Luftschiffes an den 15 Meter hohen Ankermast befestigt. Nach 40 Minuten erhob sich der »Graf Zeppelin" wieder und führte über dem Bodensee verschiedene Peilversuche mittels des vor der Führergondel befindlichen Peil- ringes durch. Dieser Peilring war bis vor kurzem noch in dem vorderen Ausprallpuffer untergebracht. Der Puffer mußte aber aus Zweckmäßigkeitsgründen erheblich verkleinert und mit einer Holzkufe versehen werden. Aus dem Flugplatz waren auch Dr. Eckener und Dr. Dürr anwesend. Aus der Prosinzialhauptstadt. Gießen, den 15. November 1930. Bei Zeiten Schluß machen! .Er hat wunderschön gesprochen", sagte meine Tischnachbarin, al- der Hochzeitsredner eben geendet und — wie üblich — reichen Beifall gefunden halte. Ich bejahte, gab aber dem Herrn, der mir gegenübersaß, recht, als er hinzufügte: .Leider Hal er viel, viel zu lange gesprrchen, nicht bei Zeiten Schluß gemacht. Nun ist ihm daS Essen kalt geworden." Ich überdachte den Einwand und sand — eS war am Tage nach der Hochzeit, als noch einmal über verschiedenes gesprochen wurde - daß es doch im Leben der Menschen gar oft so geht. Der Anfang läßt sich gut an, die Fortsetzung ist auch nicht übel, aber dann kommen die Hindernisse, die Widerstände, sie häufen sich von Tag zu Tag. Mit verbissenem Mut wird weitergeschuf- tet, man will unbedingt einen Erfolg sehen, und doch ist schließlich alles vergeblich. Die zuerst errungenen Dvrteile gehen wieder verloren, am Ende stehen wir vor einem Trümmerhaufen. Gewiß wollen wir kämpfen und ringen, um an das Ziel zu kommen, aber wir dürfen uns auch nicht den Blick trüben lassen und vor allem nicht starrköpfig werden und die Augen schließen vor den harten Tatsachen. Klare Ueberschau. nachprüsende Rückschau müssen unsere Arbeit begleiten. Die gewissenhafte Frage: .Ist der eingeschlagene Weg auch der richtige?" darf niemals vergessen werden. Haben wir deutlich erkannt, daß wir uns geirrt haben, dann kann es nur noch heißen: Halt! Schluß machen! Es sollen hier keineswegs die entschuldigt werden, die in ihrem Beruf, in ihren Lebensansichten beständig wechseln. Es ist schlimm genug, wenn ein Mensch keine Ausdauer hat. Die Ausdauer darf aber nicht in Trotz ausarten. Wenn wir sehen, daß wir unsere Kräfte überschätzt haben, wenn wohl gar schon das schlimme Ende sichtbar wird, dann müssen wir auch den Mut aufbringen und eingestehen: .Ich kann nicht weiter!" 3a, dazu gehört Mut. Aber ein solches Eingeständnis schändet niemand. „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung." Ich denke da an eine große Versammlung, in der ein Diskussionsredner in nicht endenwollenden Ausführungen alles Möglich« herbeiholte und besprach, bis es schließlich den Zuhörern zu bunt wurde. Es gab große Unruhe, laute Schlußruse ertönten. Der Redner schwieg einen Augenblick. Es wurde ganz still im Saal. Dann sagte er: „Sie haben recht. Es ist am besten, wenn ich aufhöre." Mit dieser Erklärung hatte er sich gerettet. Alles brach in Beifall aus. Solche kleinen Eingeständnisse einer kleinen Schwäche verfehlen nie ihre Wirkung. Wir Menschen sind gar zu leicht geneigt, den andern zu verzeihen, wenn sie ehrlich und gerade etwas zugeben. v . Genau so ist es, wenn totr jemand durch irgendeinen Ausdruck weh getan, oder sonstwie durch eine Handlung gekränkt haben. Die zwei Wort- chen: „Verzeih mir!' fallen mrs furchtbar hart. Wenn sie aber endlich ausgesprochen worden sind, lösen sich die Spannungen, und wie oft denken wir: Hätte ich es doch gleich gesagt! 2llle Sätze, die den bekannten Anfang „Wenn ich ..." oder „Hält ich ..." haben, gehören hierher. Wir sollten einmal prüfen, in wieviel Fällen w.r diese Redensarten vermeiden können. Bist du in dcr Sommerfrische, und der Regen gießt unaufhörlich vom Himmel, und du weißt nicht, was du beginnen sollst, dann ist es noch lange nicht das Schlimmste, wenn du kurzerhand deine Koffer packst und nach Hause reisest. Ich habe das auch schon getan und noch nie bereut. ’ Oder aber du hast dich verlobt und merkst, daß die Gegensätze, die sich immer einmal zeigen, von Tag zu Tag ftär.'er werden zwischen euch. Du bringst aber nicht den Mut auf, das erlösende Wort von der Trennung auszusprechen. Leider! Manchmal wird dadurch deine ganze Zukunft verdüstert. Die angeführten Sähe mit „Wenn ich ..." hast du dann später täglich im Munde. Cs ist gar nicht so leicht, zu gegebener Zeit Schluß zu machen. Jeder weiß es, jeder hat es schon er ähren. Auch ich. Und wenn ich nun noch weitere Beispiele an- führte, könnte mir jeder Leser entgegenhalten: „Der wird selber nicht fertig mit seiner Schreiberei." Also mache ich auch Schluß! II. Verhaftung eines berufsmäßigen Betrügers. Der heutige Polizeibericht meldet: Wegen B e - trugs im Rückfahl wurde heute früh der Ver- sicherungsagent Richard L e j e u n e r alias Wetzel, geboren am 23. September 1903 in Fenetrange (Frankreich), hier fcftgenbmmen. ßejeuner hatte sich bei einer hiesigen Familie HansSchädel ein. gemietet mit der Angabe, er fei bei der Baufirma Pfaff & Co. als Ingenieur angestellt. Unter dem Namen Schädel hat er auch vertraglich zwei Einwohner aus Allendorf a. d. Lda. und Lollar gegen Erstattung einer Kaution von je 82 Mark als Kassierer für die Nürnberger Handels-Gesellschaft-Kran. kenkasse bei einem monatlichen Gehalt von 180 Mark angestellt, ßejeuner war angeblich früher bei der Krankenkasse als Vertreter tätig. Das in beiden Fällen erschwindelte Geld konnte dem raffinierten Betrüger säst völlig wieder abgenommen werden, ßejeuner wird von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und der Amtsanwaltschaft in Worms wegen Betrugs im Rückfalle gesucht. Er führte außerdem noch Papiere auf den Namen Ka r l Raubold aus Gleis- oorbach bei sich, der auch von der Amtsanwaltschaft Offenbach zur Verbüßung einer Reststrafe gesucht wird. Es ist nicht ausgeschlosien. dah sich ßejeuner unter dem Namen Raubold, um einer größeren Bestrafung aus dem Wege zu geben sich in einer kleineren Sache verurteilen ließ. Personen, die durch das Treiben flejeuners alias Wetzel alias Raubold oder Schädel geschädigt wurden, wollen dies umgehend der Gießener Kriminalpolizei mitteilen. Der Verhaftete wurde dem Amsgerichtsgefängnis in Gießen zugeführt. Gictzcncr Wochcnuiarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 130 an, Butter 150 bis 160; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis6; Rosenkohl 25 bis 30; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 50 bis 70; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepfel 25 bis 40; Dirnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 110; Gänse 90 bis 110; Nüsse 40 bis 60; das Stück: Tauben 50 bis 70; Eier 16 bis 18; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,20 bis 2,50; Weißkraut 3,00; Rotkraut 5,00; Wirsing 4,00 Mark. e Wer macht den erblindeten Kriegern eine W e i h n a ch t s f r e u d e? Man schreibt uns: Wie alljährlich, soll auch in diesem Iahre für die Kriegsblinden eine Weihnachtsfeier stattsinden. Es ist beabsichtigt, jedem der 40 Blinden, die der Untergruppe Gießen angehören, eine Weihnacht^ gäbe zu überreichen. Dies ist jedoch nur dann durchführbar, wenn die Sehenden dem Vorstand der Untergruppe durch Stiftung von Geldspenden oder passender Gaben dazu in die Lage versetzen. Gaben nimmt die städtische Oberfürsorgerin Schwester Anita Hermanny im Stadthaus Gartenstraße 2, Zimmer 12, gerne entgegen. Gell spenden können an die gleiche Adresse, oder auf das Konto der erblindeten Krieger bei der Dezirkssparkasse Gießen, oder Postscheckkonto des Konrad Biedenkopf. Kriegsblinder, Grünberg, Nr. 49 157 Frankfurt a. M., eingezahlt werden. Um Irrtümer zu vermeiden, sei darauf aufmerksam gemacht, dah Sammellisten von den Kriegsblinden nicht herumgehen. •* Oberhessischer Kun st verein. Die derzeitige Ausstellung, die Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Rudolf Sied, Prien am Chiemsee, Gottfried Richter, Offenbach, und I u l i u s Held, München, enthält, ist morgen, Sonntag, 16. November, von 11 küs 13 Uhr zum letztenmal geöffnet. ** Die Mufeen und der Heidenturm sind am morgigen Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. ** DieGießenerDiehhoffrage wird am kommenden Montag in einer von der Deutschen Bölkspartei, Ortsgruppe Gießen, einberufenen Versammlung erörtert werden. Das Referat wird Ober- oeterinärrat Dr. Monnard erstatten. Interessenten seien auf die Einladung im heutigen Anzeigenteil hingewiesen. ** Gin Auto gestohlen. Wie der heutige Polizeibericht weihet, wurde gestern gegen 22 Uhr vor dem Gießener Stadttheater eine Daimler-Benz- Limousine mit dem Zeichen VO 9201 gestohlen. Wer über den Verbleib des Kraftwagens Auskunft geben kann, möge dies der Gießener Kriminalpolizei mitteilen. "HweiEinbruchsdieb stähle. Nach einer Mitteilung des heutigen Polizeiberichts wurde am 13. November mittags in ein Dienstbotenzimmer der Studentenhilfe eingebrochen und verschiedene Uhren, Schmucksachen und etwas Bargeld gestohlen. Ferner wurden aus dem Nebenraume eines hiesigen Geschäfts durch Einbruch etwa 300 Mark Bargeld entwendet. Sachdienliche Mitteilungen werden an die Kriminalpolizei erbeten. weitere Lokalnachrichten im zweiten Blatt. Wctt< »Voraussage Die Lage des Hochdruckkerns ist seit gestern geblieben, jedoch baut sich der Druck in ihm sowie im • gesamten Hoch mehr und mehr ab, was auch bei uns an stetigem ßufldruckfall zum Ausdruck kommt. Vie absinkenden Lustmassen haben bis in unseren Bezirk zu stärkerem Aufklaren geführt, und die Temperaturen gingen etwas unter den Gefrierpunkt zurück, lieber England und dem Kanal schiebt sich eine Warmluststaffel ostwärts vor. in deren Bereich auch Niederschläge auftreten. Sie dürfte unter weiterer Schwächung des hohen Luftdruckes sich über Deutschland sestsetzten und durch die Bewölkung die Ausstrahlung unterbinden, wenn auch in der kom- wenden Nacht die Strahlungstemperaturen noch die Vorherrschaft behalten. Jedoch ziehen später die lern- peraturen an, gleichen sich mehr aus, und unter dem Einfluß der Westströwung treten außer Nebel und Bewölkung leichte Niederschläge auf. Aussichten für Sonntag: Nach vielfach klarer Nacht mit leichter Frostgefahr nebliges und tagsüber mehr wolkiges Wetter, wilder, zeitweise etwas Niederschlag. Lufttemperaturen am 14. November: mittags 8,3 Grad Celsius abends 2,5 Grad , am 15. November: morgens 0 Grad. Maximum 8,5 Grad, Minimum — 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 14. November: abends 5,8 Grad; am 15. November: morgens 2,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Oie Wetterlage. IjotcT norsi ■ ftperdfn. rtombfl; .oni ---1 naiD Gedeckt. ® wolkig. • bedeckt eRtge^ * Schnee a Graupeln e MeDel R Oewit*£r,(§)Wind5Ulle -O-« sehr leichte» nissige» Südsüdwest q stürmische' tordwesl Die Piene fliegen rnn dem windt Die ea den Stationen Menenden Zahlen geben die Temperatui an. Die Limen verbinden Orte mit gleich« iu* Mrerrsmveau umoerechneten Luftdruck Cyrus H. K. Curtis Cyrus H. K. Curtis ist der Verleger des größten amerikanischen Magazins. Curtis gibt jährlich über 4000000 Mark an Reklame aus. Er erklärt seinen Erfolg durch seine Werbungen. Er sagt: „Insertion ist das Mittel des Kontaktfindens mit der Öffentlichkeit!“ Persil bleibt Persil W Auf je 3 Eimer Wasser kommt 1 Paket. Lösen Sie Persil allein und kalt aus! Kochen Sie die Wäsche nur einmal eine Viertelstunde, und spülen Sie erst warm, dann kalt! Wenn Sie einmal so waschen, werden Sie es nie mehr anders machen. Oer gute Erfolg überzeugt Sie. 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"sind 'Ab "t teilen unS nochmals die Hand. Inzwischen hatte sich der Lhef des Marinekabinetts, Admiral v. Müller, genähert, der mich an Bord der „Hohenzollern" bringen sollte. Er war in besorgter Stimmung. Als langjähriger Adjutant des Prinzen Heinrich wisse er. daß man am englischen wie am russischen Hofe unserem Allergnädigsten Herrn im Grunde nickt traue, weil man ihn sür unberechenbar halte, ihn auch nicht möge, weil er durch fein präpotenteS Wesen und seinen Mangel an Takt nicht nur den fürstlichen Damen, sondern auch den Männern an beiden Höfen auf die Nerven gehe. „Eure Durchlaucht werden unS sehr sehlen", wiederholte er mehrmals. Kriedeushaie. Don unserem römischen L.-Korrespondenten. Nom. Ende Oktober. Pescicanl oder Haifische nennt der Italiener treffend die Kriegsgewinnler. Es gibt aber auch Friedenshaie, wie man jetzt liest. „Wir meinen damit d i e Tschechen. Jenen „Staat", jenen ausgemachten historischen Anachronismus, der von dem gerissenen Taschenspieler, welcher auf den Namen Denefch hört, den Weisen von DcrsailleS wie eine wertvolle Internationale Münzen angedreht wurde, die sich hinterher als gefälscht erwieS. Ohne historische Grundlagen, ohne nationale Kennzeichen, ohne wirtschaftlichen Zusammenhalt, wurde die Tschechoslowakei zu ihrer geographisch so verrückten Form und Gestalt lediglich deshalb zu- sammengeknetet, um die Nolle eines deutschfeindlichen HauSknechteS zu spielen, Der jetzt neuen Herren Dienen muh, tote srliher Den Habsburgers. Dieser Staat und dieses Volk glaubt seit einigen Wochen päpstlicher als der Papst, das heißt deutschfeindlicher als fein Brotgeber sein zu müssen. Er brüllt zwar: „Herr hin Ich!" aber nur in der Hoffnung, sich das selber elnreDen zu können, und speit seine ganze hundertjährige Dalle und die Gemeinheit feiner Geschichte auf Nom und Die Italiener. Wir werden gewiß keine Zeit damit verlieren, Dielen Lumpen Die Ausdrücke und Schimpfereien zurückzugeben, mit Denen sie unS beehren, indem fle unS blutdürstige Hyänen, Nachfolger NeroS, Neue Romane. Meinhardt, Bctzncr, Schmückte. — „De r Sohn des IrrbühlS." Roman von Karl Nein Hardt. Den gefallenen Söhnen meiner Heimat. 368 Seiten, geh. 4 Mk., Ganzleinen 5,50 Mk. Gießen 1930, Emil Roth (Nr. 451.) — Ein heute noch Unbekannter, ein DoUSfchuIlehrer, der stolz Darauf ist, bisher nur Im DogelSberg gewirkt zu haben, wirft In Die Flut Der trotz aller Nöte fich mehrenden Neuerscheinungen ein Heimatbuch, daS man mit ständig wachsender Spannung liest und befriedigt aus Der Hand legt, um sich lange danach noch mit dem Geschick der plastisch dargestellten Menschen unserer Heimat zu beschäftigen. Karl Reinhardt, 1895 In Hungen geboren, leitet feine dichterische Begabung als ein Erbteil vom Vater her, er liebt seine Heimat glühend und sÜhlt sich nur wohl, wenn Berge, Wald und Wasser um ihn sind. Sein Erstlingswerk, einen Lehrerroman, betrachtet er — selbst fein schärfster Kritiker — trotz des äußeren Erfolges nur gls einen Versuch. Seine Sehnsucht, sich einmal ganz ausschreiben zu können, wäre wohl früher in Erfüllung gegangen, wenn er feine Berufung nicht eher und mehr auf dem Gebiete der Malerei gesehen hätte. „Der Morgen stieg in das Tal hernieder, sah mit verschlafenen Augen in Den Spiegel Der Hor- loff und reckte sich über Den Bergen." Der Schau- piatz Der Handlung des ersten Teils steht vor unserem geistigen Auge: Feld und Wald an Der Horloff, die alte Säule im Grasser Wäldchen, Die Reste des Limes im Feldheimer Wald die Hünengräber draußen in der Hubbach, der Stollen des stillgelegten Eisensteinbergtoerks. Es ist die Heimat einer gesunden, kraftvollen, über- schäumenden Ingend, die dort vor dem Kriege auswächst. Mit ihren Spielen, ihren Idealen ihrer rücksichtslosen Ehrlichkeit im Lieben und Hassen werden wir bekannt und vertraut Man sühlt Schritt auf Tritt, immer wieder gepackt oft erschüttert, die starke Verwurzelung dieser jungen Menschen in der geliebten Heimaterde. Gesunde, aufrechte, ehrliche Menschen find e« die dort In natürlich-menschlicher Haltung Die Welt ihrer Liebe und Freundschaft und Treue fich feibft zu zimmern bemüht find. In den beiden Lagern herrscht, ganz nach Indianerart, einiger Kriegszustand. Spannend und auf regen b sind die Kämpfe, in Denen Annemarie Oberhofs aus der Parfümierte Darbaren usw. nennen, wir be- schränken unS daraus, diesen unglücklichen Bazillenträger, FriedenSbaien und Ausbeutern einer zufälligen historischen Lage ins Gedächtnis zu rufen, daß der Tag Der Abrechnung wie auf wirtschaftlichem, so auch auf politischem Gebiete kommenwird. Dann mag die Tschechoslowakei. der es am grünen Tisch geglückt ist, unverhältnismäßige Profite zu erfingern und sich widerrechtlich Land und Leute anzueignen, gewiß sein, daß ihre Kassenbücher revidiert werden, genau und unerbittlich — eine Revision, die. das wissen wir heute schon, unweigerlich mit der Konkurserklärung abschließen und die L ö s d) u n g Der Firma „Tschechoslowakische Republik" wegen unfähiger Geschäftsführung nach sich ziehen totrD.“ So steht daS Wort für Wort im Oktoberheft der römischen Monatsschrift „A n t i c u r o p a Die sich gleichzeitig in einem anderen Artikel heftig gegen Die in Versailles vollzogene Balkanisierung Europas wendet. Ein rauher Ton, der etwas von den Genfer Kathederdiskussionen abweicht, dafür aber um so erfrischender die wahre n Beziehungen zwischen den Völkern enthüllt, die — auf den Banketten — die bekannten Bande „immer enger und enger knüpfen", i— D i e Zeiten ändexn sich eben und mit ihnen die Freundschaften. Wer denkt heute noch Daran, daß Der italienische Widerstand am Piave, Der nach römischer Auffassung Den Weltkrieg entschieD, nur durch Die tschechischen Lieberläufer ermöglicht wurde, Die alles verrieten, sogar Den genauen Zeitpunkt der Wiederaufnahme der österreichischen Offensive, so daß die Stürmenden sofort in das metergerecht eingestellte und sekunden- richtig losprallcnde Abwehrfeuer gerieten? Wer spricht noch Daision, daß eine tschechische Division an derSvitzeder italienischenTrup- p en marschierte, Die zur „Schlacht von Vittorio Veneto" vorgingen? Lind Die Italiener klagen, Daß ihre Todfeinde, Die Serben, ganz vergessen haben, wie ihr Heer von Der italienischen Flotte aufgefischt und gerettet wurde. Von den Liebenswürdigkeiten, Die sich Die lateinischen Sd)western täglich zuflüstern, ganz zu schweigen. Wo ist sie geblieben, Die Entente cordiale. Gießener Kunsthandwerk im Dresdener Zwinger. Unter Den im Dresdener Zwinger seit 1730 un- iergebrachten Kunstwerken befindet sich eine astronomische Uhr von etwa 1,20 Meter Saus vergoldetem Messing mit 8 Zlsfer- :rn und einem Himmelsglobus. T'le Uhr zeigt außer Der mittleren Slernzelt Den Lauf Der Planeten Merkur, Venus, Mars, Iupiter und Saturn und deS Mondes, sowie einen immler- währenden Kalender. Die Uhr wurde unter Leitung des Landgrasen Wilhelm 1. von Hessen fün Den Kurfürst August 1. in Den Jahren 1563 bis 1567 von Dem Marburger Lichtkämmerer Hans Bucher erbaut und 1568 nach DresDen gebracht. Gekrönt ist das Werk von einem Himmelsglobus von etwa 25 Zentimeter Durchmesser. S0 Lahre deutsche Volkstumsarbeii. Eine würdige Feier in der Aula der Universität. ES hätte nid)t Dem Sinne des Vereins für daS Deutschtum im Auslände entsprochen, wenn auS Anlaß seines 50jährigen Bestehens große Veranstaltungen in Szene gesetzt worden wären. Die schlichte Feier, die am Donnerstagabend in Der Aula Der Universität von Der hiesigen Ortsgruppe des VDA. veranstaltet wurde, war der Ausdruck cincS ernsten Willens zu tatkräftiger Arbeit für eine gute Sache. Die Veranstaltung war gut besucht, Daß Publikum folgte mit großer Aufmerksamkeit Den Darbietungen. Der Chor deS Gesangvereins „Heiterkeit" fang zur Eröffnung zwei Lieder, zuerst „Die Kapelle", Uhlands Gedicht in der Vertonung von Kreutzer. Der Chor schöpfte Den ©tim» mungSgehalt deS Liedchens völlig aus. Frisch und lebendig klang Dann DaS lebensbejahende Sch es- fellied „Wohlauf die Luft geht frisch und rein . Den Liedern "folgte DaS Streichquartett Nr. 14 von Haydn, gute deutsche Hausmusik, sehr sorgfältig toieDetgegeben vom Streichquartett Schattier (die Herren W. Dchättler, Ploch, Jost und Schneider). Schließlid) hielt Universitäts-Proscssvr Dr. Theodor Mayer die Festrede. Er griff weit zurück in die Geschichte, erinnerte an die ersten Abwanderungen nach dem Osten vor 1000 Jahren, schilderte Die wertvolle Kulturarbeit Der Deutschen Auswanderer, Die in fast allen Ländern des OstcnS Die treibeirden Kräfte kultureller Entwicklung gewesen sind. Mit umfassender Sachkenntnis sprach der Redner, der lange Zelt in Prag lebte, über Böhmen, über Die Tschechei und über das wechsclvolle Spiel Der nationalen Kräfte zwischen Der slawischen und deutschen Bevölkerung jenes Landes im Lause Der Jahrhunderte. Der Redner sprach von der indirekten und kaum gewollten Arbeit der Deutschen im Sinne Der tschechischen nationalen Wiedergeburt während des 19. Jahrhunderts, von den Krisen zwischen dem habsburgischen Oesterreich und Böhmen und Der Trennung Deutschöfterreichs von Deutschland unter Metternichs Ginfluß. Durch Die auS Den Vorgängen von 1866 resultierende sortschreltende Entnationalisierung Der Deulsch- bsterreicher wurde in Oesterreich eine volksnationale Bewegung wach, Die schließlich zur Gründung des Deutschen Schulvereins führte. Im Jahre 1881 wurde schließlich in Berlin eine Ortsgruppe und Zentrale des Deutschen Schul- vereinS gegründet, die sd)ließlich zum Ausgangspunkt der heutigen Bewegung filr das Deutschtum im Auslande wurde. Welter kam der Redner nod) auf Die gegenwärtige Lage zu sprechen, wies darauf hin, Daß durch eine durchgreifende Grenzneurcgelung (soweit sie überhaupt möglich wäre) von den 45 Millionen Ausländsdeutschen 25 Millionen wieder Dem Mutterlande zugeführt werden konnten: er erinnerte an die schmählich mit Füßen getretenen Rechte der Deutschen Minderheiten in vielen Gebieten des OftenS und an Die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen seitens des Mutterlandes, und betonte, daß das Volkstum über Die Idee des Staates zu stellen fei, dessen (des Staates) Aufgabe es wäre, das Volkstum in erster Linie zu schützen. Als die Hauptaufgabe des Vereins für das Deutschtum im Auslände sei zu bctradjten: Den Ausländsdeutschen deutsche Kultur und Fortschritt zu vermitteln und so das Bewußtsein ihrer Zugehörigkeit zum Mutterlande zu festigen. Mit der Mahnung, über den Parteilram Die Lebensnotwendig- feiten unseres Volkstums nicht zu vergessen, schloß Der Redner seinen aufmerksam und mit viel Beifall auf genommenen Vortrag. Den Höhepunkt des Abends in künstlerischer Hinsicht stellten Die Darbietungen des Orchester- Vereins Dar. Das Orchester brachte un/Ler Dr. Temesvarhs Stabführung Die Ouvertüre zu „Euryanthe" von C. M. v. Weber zur Aufführung. Unter Der klar und zielbewußt neui» schaffenden Hand des Dirigenten hielt Die lebendige vielfarbige Ouvertüre die Zuhörer in Dann und vermittelte besonders in dem Schluß von hinreißendem Feuer ein schönes Erlebnis. Ganz anders, nicht weniger gut jedoch, war Der Strauß'schc Walzer „G'schichten aus Dem Wiener Wald", weit hinausgehoben über die Eigenart Der Tanzweise durch Die hervorragende Interpretation. Das Orchester folgte auch hier Den Intuitionen des Dirigenten, und seine genialische Musikalität schuf auch bei Den Zuhörern die Resonanz, Die Den überaus herzlichen Beifall auszulösen vermochte. einen Seite mit ihrem geliebten Bruder Rolf und zwei Schulkameraden steht, auf Der anderen Seite Eberhard Heimsöth, der ebenbürtige Gegenspieler, in einer versteckten Höhle im Jrrbühl haust. In jugendlichem ilebermut wird aus dem Spiel ost bitterer Ernst, aber Annemarie sucht mit Geduld und Selbstbeherrschung Die Achtung Eberhards zurückzuerobern, nachdem sie Die Folgen eines unglücklichen Schusses ihres Bruders auf sich genommen hat. Ihr Haß schlägt in starke, reine Liebe um. LoSgecissen von Der Scholle, wird sie von bitterem Heimweh und verzehrender Sehnsucht ergriffen, von einem heißen Verlangen nad) Den Stätten der Jugend und nach Eberhard. Auch Gießen ist öfters In die Fäden Der Handlung hineingewoben. Taufrisch und köstlich, voll herben Erdgeruchs find Die Schilderungen der heimatlichen Natur. Heber Diese selige Jugendzeit brausen bald die Stürme Des Lebens dahin. Wie ein Wetterstrahl bricht der Weltkrieg über diese jungen Menschen dahin. Gewaltiges Geschehen rollt nun in fesselnder, mitreißender Form vor unserem Auge, durch unsere Seele dahin, In so lebendiger unmittelbarer Greisbarleit, daß man dies alles miterlebt. Hier im Triumphgebrüll des Todes zeigt eS sich, wie das, was in heimatlicher Erde gewachsen war, sich Im Kampf um Heimat und Mensch bewährt, and) Dann, als alle Romantik unD jeglicher Begeisterungsschwung verschwunden waren. Der Krieg nicht mehr mit Qlbentcuer- unD Heldendrang lockte. Ergreifend wirkt Die Freundschaft zwischen Eberhard und Hermann Pohl, Dem er aus Dem Totenhof von Gouzeau- court Drei Säckchen heiliger Heimaterde mit inS Grab gibt und dann im Irrbüyi eine Stcingruppe errichtet. Aber Eberhard muß den Keich des Leidens biS zur Neige trinken. Er, der sich nun vor der Heimat fürchtet, gerät in russische Gefangenschaft und wird jahrelang am Kältepol der Erde lebendig begraben. Lange nachdem Rußland seine Kriegsgefangenen sreiließ, kehrt er unter unsäglichen Mühen in die Heimat zurück, ohne ein Lächeln für die Menschen, die ihm begeistert zum Empfang entgegenfabren. Im Rauschen des tiefen, dunklen Irrbühls, am Herzen Der Heimat, In hoher, heiliger Liebe findet er Genesung von Qual und Not und Leid. Wer Das Bud) in die Hand nimmt, der kommt nicht loS davon, bleibt im Banne dieses eigentlich ganz „unmodernen" Romans, Der nicht, wie heute oft Üblich, mit schwüler Erotik und brutaler Serualität auftoarlet, Aber gerade in Diesem „Mangel' sehen wir seine Starke, seinen hohen Wert. Die bodenständigen Charaktere sind scharf herauSgemeißelt. Ost sind es keine bequemen Naturen, aber es steckt viel gesunde Volkskraft und ein gesunder Geist in ihnen. Die Kriegsschil- dcrungen sind plastisch und außerordentlich spannend: Die Szene auf dem LlebungsselDe des DtoßlruppkurfuS, den Kamps des Minentoerfer- truppS konnte nur gestalten, wer selbst dabei war. So wie Reinhardt es schildert, war das Leben da draußen, und wir verstehen, Daß Heimat und Etappe nicht immer das rechte Verständnis für das Scelenleben deS Frontkriegers haben konnten. Wir sind überzeugt, daß dieser Roman voll Spannung und Reinheit, ausgezeichnet durch eine anschauliche, bilderreiche Sprache, feinen Weg gehen wird. Herausgewachsen aus Dem harten Dasaltboden unserer vberhessischen Heimat, sehen wir in ihm das schlichte, eindrucksvolle Ehrenmal Der Heimat für ihre gefallenen Söhne und freuen uns, daß Der heimische Verlag Emil Roth in einer Zeit innerer und äußerer Not dieses Denkmal hat aufrichlen helfen! Wir stehen nicht an, diesem wertvollen Heimatbuch mit seiner zu Herzen gehenden Innerlichkeit ein ehrliches Glückauf! mit auf Den Weg zu geben und es vielen jungen und alten Volksgenossen als Weihnachtsgabe zu empfehlen. Georg Blngel. — A n t o n Betzner: D i e G e b u n D c n e n. Roman. 276 Seiten 8". Brosch. 3,30, Leinen 5.50. Da den-Baden 1930, Merlin-Verlag (413). — Ich halte Anton 'Betzner für einen wirtlichen Dichter, aber auch sein zweiter Roman „Die Gebundenen" geht nicht über eine Talentprobe hinaus. Die Stimmung Der Arbeiter, Der kleinen Leute in ihrem Kamps gegen Die oberen Schickten ist vor- züglid) wiedergegeben, aus den vorgeführten Szenen heraus spürt man das Erlösungsbedürsnis unserer Zeit. Llnter Den Gestalten Der bürgerlichen Gesellschaft, die der Dichter auf Den Plan treten läßt, vermißt man Die organisatorischen Kräfte, allen fehlt Die entschiedene Lebenstüchtigkeit, alle sind sie dekadentem Pessimismus Versalien. Die Skala erotischer Gefühle, die psychologischen Probleme, die ausgerollt tverden, wirken sich in pathologischer Steigerung aus. Der Dichter begeht den Fehler, daß er Phantasie und Empfindung ins Maßlose übergehen läßt. Die Haus ftigur des Romans, der Pfarrer Karl Sann, endet mit seinen Erregungszuständen, den krankhaften Störungen seiner Willenshandlungen zuletzt Im Irrenhaus. Man kann die leidenschaftliche Gebärde dcS Dichters anerkennen und man muß doch sagen, daß Dem Roman daS künstlerische Ingrediens fehlt. Auch aus Kontrasten ergibt sich Die Möglichkeit, eine einheitliche Welt auf$u bauen. Dieses ganz au« Silber getriebene und mit herv* ließen Gravierungen versehene Kunstwerk wurde um 1565 in Gießen von Dem Schultheißen und Goldschmied Hermann Diepel angefertigt Die Lihr ist das Glanzstück der ganzen Im Zwinger au-gestellten Sammlung. Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gießen, Den 15. November 1930. Wer Hilst mit? Lin Ruf an alle Wander- und Heimatfreunde. Wir haben in unseren Spalten unter „Wandern und Reisen" wiederholt darauf hingewiefen. daß Die Besteigung des Turmes auf Dem Altenberg bei Hohensolms, von Dem man eine prachtvolle Rundschau genoß, wegen seines baufälligen Zustandes überaus gefährlich sei. Gleichzeitig gaben wir der Ditte Raum, Daß die zustänDige Verwaltung sich zur Wiederherstellung des Baues verstehen möge. Diese Anregung ist erfreulicherweise auf fruchtbaren Boden gefallen. Llnter dem Vorsitz von Lehrer Lang hat sich in Hohensolms, der o<*hr Berg am nächstgelegenen Ortschaft, ein De r keh rs - verein gebildet, der es sich zur vornehmsten Aufgabe gemacht hat, den herrlichen Aussichtspunkt wanderfrohen Natur- sreundenwieder zugänglich zu machen. Da jedoch der junge Verein naturgemäß nur über bescheidene Mittel versügt, wäre es sehr erwünscht, wenn sich Wanderfreunde, vor allem Heimat- und Wandervereine, bereitfinDen würden, auch ihr Scherflein zum Wiederaufbau beizutragen. Der DHC. Gießen und der Dünsberg- berein sind bereits mit gutem Beispiel borangegangen. Die Ausgabe wird durch die sich wieder erschließende Aussicht reichlid) belohnt! Eine für Natur- und Waldliebhaber ebenfalls erfreuliche Nachricht ist, daß die „Dicke Eiche" bei Bubenrod, die ein Alter von nahezu taufend Iahren hat und die Dem Verfall nahestand, nunmehr wieder instandgeseht wird. Der zuständige Kommissar für Naturdenkmalpflege hat im hörigen Monat die Eiche besichtigt und als notwendige Arbeiten Aus» betonieren, Binden, Stützen und Verankern bestimmt. In dankenswerter Weise hat sich Die Gemeinde Waldgirmes, in Deren Gemeinde» wald Der Daum steht, dieser-Arbeit unterzogen. Auch hier ist die Gemeindekasse Waldgirmes für die Liebersendung von Geldspenden, selbst für die bescheidenste Gabe, zu den immerhin erheblichen ilnloftcn (etwa 700 Mark), öanlbar. So besteht die Hoffnung, daß das altehrwürdige Naturdenkmal auch späteren Geschlechtern als Zeuge einer längst vergangenen Zeit erhalten bleibt. Dritter berusskundlicher Dortragsabend. Man schreibt uns: Im Dritten berufskund- 11ch en Vortragsabend von der Berufsberatung deS Arbeitsamts Gießen wurden Dia Berufe Kaufmann, Konditor, Schlosser, Maler und Weißbinder behandelt. Herr Niederhausen, Gießen, schilderte zunächst die verschiedenen Tätigkeiten, Die im kaufmännischen Leben verlangt werden. Er wies besonders auf Die starke Heberfüllung in Dicfami Berufszweig hin und betonte, daß nur wirklich. befähigte junge Leute Aussicht haben, in Die- fern Berufe, Der heute von Der Jugend noch allzu stark bevorzugt werde, vorwärtszukommen. Herr Huber, Gießen, der in Vertretung von Herrn QImenD das Referat über den Beruf des Konditors übernommen hatte, gab ein anschauliches Berufsbild. Ec betonte, der Beruf des Konditors fei schwer und arbeitsreich. Verlangt werde dabei vor allem Fleiß, Sauberkeit, Schönheitssinn und zeichnerische Begabung. Tätigkeit im Ausland und In den verschiedenen Teilen des Inlandes sei zur Weiterbildung erforderlich unD gebe gute Möglichkeiten für weiteren Aufstieg im Beruf. Den Beruf des Schlossers behandelte Obermei- fter Krailing , Gießen. Der Redner führte aus, daß nur gesunde, kräftige, geistig bewegliche Jungens iit diesem vielseitigen Berufe vorwärts- kommen könnten. Zwar habe der technische Fort- Wie sagt Nietzsche: „Lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen wehe zu tun und Wehes auszudenken." Ich hoffe. Daß der Dichter Anton Dehner dazu gelangt, Die Welt unter allen möglichen Welten nicht als Die schlechteste anzusehen. A. B. — Georg Schmückle: Engel Hiltensperger. Der Roman eines deutschen Aufrührers. Verlag Strecker und Schröder, Stuttgart. (402). — Die mächtige Gestalt des Engelbert Hil- tensperger, Mönch und ehemaliger Feldpfaff des FrundSperg und Waffenmeister des herrischen Fürchabts von Kempten, ist so eng mit Der Geschichte jener Zeit verflochten, Daß wir ein großartiges Gemälde dieser schicksalsreichen Jahr- hundertwende erhalten. Lim die Not der geknechteten Dauern ging es damals, aber auch um die Zukunft des durch Zwietracht zerrissenen deutschen Volkes. Als Fürsten, Ritter unD Geistliche, auf eigenen Vorteil bedacht, immer mehr am Mark des Reiches zehrten, das Volk geschunden, der Kaiser machtlos wurde, Da flammte bei den Vesten der Nation Die Empörung auf. Da träumt Der Engel Hiltensperger den schönen Traum von des Reiches Macht und Herrlichkeit und weiht dieser großen Sache sein kämpf- erfülltes Dasein, um am Ende feines Lebens doch erfahren zu müssen, Daß Der ewige Fluch Der Deutschen Zwietracht fein Werk zuschcurden gemacht hat. An Der Wende Des Deutschen Schicksals steht Luthers riesige Gestalt: wie er Die Schlacht ums reine Gotteswort gewann, die ums Herz des armen Bauenr verlor. So wurde die kostbare Stunde versäumt, ein einiges Volk aus Den Deutschen zu Ichweißen. Llnwiederbringlich für viele Jahrhunderte Dahin, vernichtet für lange Zeit ist Die Hoffnung, um Die ein Hutten, Der treue Gefährte unD Verbündete Des Hiltensperger, in heißer Liebe entbrannte. ES ist das Erschütternde an diesem Buche: mi-tzrrerleben, wie die Besten, Denen kein Einsatz zu hoch ist, ihr Ziel zu erreichen, am Ende mit blutendem Herzen vor der Vernichtung ihrer Hoffnungen stehen. UnD das ist Das Erhebende und Gewaltige: dieser unbesiegbare Glaube unD Wille, trotz aller Not und Verzweiflung weiter an Der Zukunft Des Reiches zu bauen. Der Roman, in Dein die gairze Sehnsucht, Not und Leidenschaft einer aufgewühlten Zeit zusammengeballt ist, redet eine eindringliche Sprache. Doppelt eindringlich In unseren Tagen, denn Die Not und Zwietracht deutscher Vergangenheit ist, In anderer Gestalt, die Not und Zwietracht deutscher Gegenwart. Rundfunkprogramm wonnen Partner ist Hans Heinz -------------- Bühnentenor. Der Film bringt außer Käthe Dorsch noch das Tonfilmdebüt dreier prominenter Bühnen- SHELL AUTOOELE SHELL AUTOOEL U) Vaterland. 3ene jungen Menschen von Lange- marck und DiMuiden mit der ungeheuren Opferfähigkeit, dem geradezu klassischen Heldentum, der Hingabe ohnegleichen, die durch Rot und Tod über die Schlachtfelder Flanderns stürmten, mahnen den Stahlhelmstudenten zu treuer Pflichterfüllung Schulter an Schulter mit den alten Frontsoldaten, die sich aus allen Schichten des Volkes zu treuer Kameradschaft im Stahlhelm vereinigt haben. ** Oefsentliche Bücherhalle. 2m Oktober wurden 1383 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 943, Zeitschriften 89, Iugendschristen 43, Gedichte und Dramen 14, Literaturgeschichte 5, Länder- und Völkerkunde 82, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 112, Kunstgeschichte 9, Naturwissenschaft und Technologie 31, Heer- und Seewesen 2, Haus, und Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 12, Religion und Philosophie 14, Staatswissenschoft 22, Fremdsprachliches 6 Bände. Nach auswärts kamen 4 Bände. Auswahl aus dem Zugang neu aufgenommener (z. T. gestifteter) Werke. Roman: Bengt Berg: Die Mutterlosen: Th. Birt: Roxane: A.E. Brachvogel: Des großen Friedrich Adjutant: L. Cohen: Die Pard- ways; P. Dörfler: Als Mutter noch lebte: K. Hofer: Rückzug von Moskau: M. Ielufien: Caesar: F. Lienhard: Das Landhaus bei Eisenach: M. Ossorgin: Der Wolf kreist: P. Schreckenbach: Der deutsche Herzog: K. Waggerl: Brot: E. Zahn: Brettspiel des Lebens. Länderkunde und Reisen: C. Bronner: Münzenberg: Die rote Erde, Heimatbuch für Westfalen: A. Kaufmann: Ewiges Stromland (Land unb Mensch in Aegypten): H. Köhl: Unser Ozeanslug: Fritjof Nansen: Durch den Kaukasus: C. Roh: Der unvollendete Kontinent (Australien): C. W. Schmidt: Das schöne Deutschland. Lebensbeschreibung: Bill Arnold Drews, Staots- minister a. D.: Freiherr vom Stein: Rosa Kaulitz. Niedcck: Die Mara (Das Leben einer berühmten Sängerin): Helen Keller: Mitten im Lebensstrom: C. H. Unthan: Das Pediscript (Aufzeichnungen aus dem Leben eines Armlosen): 2oh. Werner: Fran- ziska von Altenhausen. Geschichte, Staatswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft: E. Bethcke: Politische Generale: K. Th. v. Eheberg: Grundriß der Finanzwissenschaft: Karl Marr: Das Kapital: W. Nicolai: Geheime Mächte: 2-W. Reichert: Boung-Plan, Finanzen und Wirtschaft: Alfred Wien: Stadt in den Wolken. Naturwissenschaft: R. Barink: Einführung in die anorganische Chemie: H. Günther: 2m Reiche Röntgens: L. Klein: Unsere Wiesenpflanzen: Zustus von Liebig: Reden und Abhandlungen. Bildende K u n st : Kunst und Künstler (2llustrierte Monatsschrift), Zahrgang 1928 29. ' Allgemeiner Deutscher Frauenverein. Ortsgruppe Gießen. Man schreibt uns: 3m Gasthaus „Hindenburg" fand vor kurzem die Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen FrauenvereinS. Ortsgruppe Gießen, statt. Aach einigen begreifenden Worten ber ersten Vorsitzenden, Frau Seid, wurden der Kassenbericht und der 3ahresbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr verlesen. Sodann sprach Frau Seib über die Arbeitspläne der Ortsgruppe für das kommende Jahr, das in der Hauptsache wiederum der staatsbürgerlichen Schulung der Mitglieder gewidmet sein soll. Cs sind neben verschiedenen Besichtigungen von städtischen Betrieben, von Siedlungen unb Fabriken. Vorträge geplant über das Bankwesen, über städtische Finanzen, über die Schädigung der Frauen durch den Beruf, das Mädchenschulwesen in Amerika u. a. Die Rednerin sprach die Hoff- Betrieb betroffen hat. df. Langsdorf, 14.Rov. Linier Frauen- verein hat wieder mit jcmcn Zusammenkünften begonnen. Die in diesem Winter anzufertigendcn Arbeiten sollen der Zuflucht in Gießen zuslicßen. Von nun ab soll wöchentlich einmal Fraucnabcnd sein, damit die Arbeit ersprießlicher und eingehender wird. Da die feit- '»erige erste Vorsitzende, Frau M. Glück, den Vorsitz niederlegte, schritt man zur Reuwahl. Mit großer Mehrheit wurde Frau Pfarrer H e y- m a n n gewählt. Die beiden anderen Vorstandsmitglieder bleiben im Amt. — Wie verlautet, sollen von nun an auch in unserem Rachbar- und Filialdorf Frauenabende stattfinden, deren Leitung und Gestaltung wie hier in den Händen des Ortsgeistlichen liegt. Kreis Schotten. § II l r i ch st e i n. 14. Rov. Am Mittwoch wurde hier der alljährlich wiederkehrende „Kalte Markt" abgehalten, zu dem sich bei dem günstigen. trockenen Herbstwetter die Besucher von hier und aus der Rachbarschaft zahlreich einfanden. An den Ständen entwickelte sich in den frühen Rachmittagsstunden reges Treiben, die Verläufer dürften rttit dem Geschäftsgang meist leidlich zu- rieden gewesen sein. — Eine erfreuliche Verbesserung hat der Fußweg von hier nach Fel-dkrücken erfahren. Auf der Strecke von der Kimpelsmühle bis zum Wald — den og. „Rädern" — sind auf beiden Seiten breite Entwässerungsrinnen ausgehoben worden. Die Strecke, die immer außerordentlich unter der Rässe litt und stellenweise kaum passierbar war, ist nun weit trockener geworden, eine große Annehmlichkeit für die vielen, besonders die Einwohnerschaft Feldkrückens, die auf die Benutzung des Fußwegs in jeder 3ahreszeit angewiesen sind. )-( R u p p e r t S b u r g, 14. Rov. Dieser Tage konnte die hiesige Krankenscywester Christine Schad ihr 25. Di en st j u & i la u m begehen. 22 3ahre lang war sie im Dekanat Schotten tätig, seit 3 3ahren wirkt sie in unserer Gemeinde. Durch ihre aufopfernde stete Hilfsbereitschaft hat sie sich große Wertschätzung erworben. 3n Anbetracht ihrer Verdienste fand eine 3ubiläumSfeier statt, zu der nicht nur die Mitglieder der Gemeinde, sondern auch viele Gratulanten aus Schotten, Laubach usw. erschienen Darbietungen des Posaunenchors, des Männergesangverrins, Gedicht- vorträge junger Mädchen verschönten die Feier. Pfarrer D. Fritsch begrüßte die Anwesenden, Pfarrer Römer (Schotten), der Leiter dcs Dekanatsmissionsvereins, sprach über die Entwicklung der Diakonie, ihre segensreiche Arbeit im Dienste christlicher Rächstenliebe, würdigte besonders die Verdienste der 3ubilarin und überreichte ihr zum Zeichen der Anerkcmnung für ihre Arbeit das schlichte silberne Diakonissenkreuz. Der Seelsorger des Oberhessischen Schwe» sternkreises, Pfarrer Kornmann (Laubach), überbrachte die Glückwünsche des Verbandes und schilderte in ernster Weise die Größe und den Wert seelsorgerischer Betätigung. Er übergab der 3ubilarin einige Bücher als Geschenk. 3m Ramen der Gemeinde Ruppertsburg wurde der Schicester von Bürgermeister HoyY ein Sessel als Zeichen der Anerkennung zuteil. Dr. Philipp (Laubach) zollte der Schwester für sich und im Ramen seiner Kollegen Dr. Reucn- Hagen und Dr. M a s s i n g, die ebenfalls an der Feier teilnahmen, Anerkennung und Dank. Als letzter Gratulant überreichte Pfarrer v. F r i t s ch im Ramen der Kirche die Plastik „Segnender Christus" von Thorwaldsen. Die würdige Feier fand mit einem gemeinsamen Gesang ihr Ende. I Ober-Lais, 14. Rov. Reben der hiesigen Gcmeindeschäferci, die noch etwa 200 Tiere umfaßt, hat ein hiesiger Schäfer eine Privätsch ä f er e i, zunächst allerdings in engem Rahmen. eingerichtet. — Die Bautätigkeit war in diesem 3ahre hier, im Gegensatz zu früheren 3ahren, ganz unbedeutend. Reubauten wurden ü^rhaupt nicht errichtet. Rur ganz wenige der hier sehr zahlreichen Maurer fanden bet Errichtung einiger auswärtiger Bauten vorübergehend Olt beit, während die hiesigen Zimmerleute gar nicht in Tätigkeit treten konnten. So werden diese Leute, die früher in jedem Winter, in der Holzhauerei der benachbarten Staats- und Gemeinbewaldungen Beschäftigung fanden, von den Einschränkungen, die auf Veranlassung der Arbeitsämter bei der Holzhauerei sowohl durch Verkleinerung der Rotten, als auch durch Verengung des Kreises der Zugelassenen geplant sind, ganz besonders hart betroffen. < Y Glashütten, 14. Rov. Dieser Tage feierte unser Polizeidiener Heinrich Ott in bester körperlicher urrd geistiger Frische feinen 8 3. Geburt s t a g. Der Jubilar ist der einzige hier noch lebende Veteran von 1870, ZI und zugleich ältester Einwohner unseres Dorfes. 3m nächsten Jahre kann der betagte Mann fein 50. Jubiläum als Polizeidiener feiern. Kreis Alsfeld. mr. Schwarz, 14. Noo. Der Lehrer der hiesigen 2. Schulklasse, Schuloerwalter K. Söhnaen, wurde nach Allendorf versetzt. Er hat an unserer Schule mehr als zwei 2ahre gewirkt unb sich als gewissenhafter, fleißiger Lehrer erwiesen. Man sah ihn ungern scheiden. An seine Stelle ist Schulverwalter Georg Peter aus Darmstadt getreten. nung aus, daß die Arbeit der Ortsgruppe einen immer größeren Mitgliederkreis werben möge: schließlich erstattete sie den Bericht über die 36. Generalversammlung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, bte im Oktober in Frankfurt stattgefunden hat. Die Rednerin legte dar, daß diese Zusammenkunft mehr als eine Tagung gewesen sei, denn durch das hohe Riveau des Dargebotenen bedeutete sie eine tatsächliche Schulung für die Teilnehmerinnen. Wie groß der Gewinn dieser Tage war, ging deutlich aus den Mitteilungen der Vortragenden hervor, die den Zuhörerinnen ein gedrängtes und doch außerordentlich lebhaftes und gehaltvolles Bild jener Tage zu geben verstand. So haben auch diejenigen, die an der Frankfurter Tagung nicht teilnehmen konnten, doch den Geist dieser bedeutsamen und anregenden Stunden mit ihren vielerlei Vorträgen. Aussprachen und Besichtigungen in sich aufnehmen dürfen. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Allendorf (Lahn), 15. Nov. Der Christlichnationale Reichsverband ländlicher Arbeitnehmer hält am Sonntag, 16. November, 14.30 Uhr, hier im Gasthaus „Zum Bahnhof" eine F o rftarbeiter- Versammlung ab, in der über die von der Hessischen StaatsforstverwaUung herausgegebenen Richtlinien über Neueinstellung der Holzhauer, über die Akkordverhandlungen und die wichtigsten Bestim. mungen des Arbeitslo cnversicherungsgefetzes Aufschluß gegeben werden soll. (Siehe heutige Anzeige.) z Rödgen, 14. Rov. Die Bautätigkeit war in diesem 3ahre in unserem Dorfe nicht sonderlich belebt. Es wurden nur zwei Reubauten errichtet: ein zweistöckiges Haus von dem Reichsbankbeamten Becker unb ein ebenfalls zweistöckiges Haus an der Dusecker Straße von dem Arbeiter Balser. Beide Häuser sollen im Lause des Winters noch bezogen werden. — Zur Zeit wird unser Kirchturm durch den Dach- deckermeister Kröck (Ci:ß:n) repariert. 3m Rachsommer hatte der Blitz dort eingeschlogen, wodurch die Arbeiten dringend nötig geworden waren. — Die Bonitierungsarbeiten bei der Fel dbereinigung gehen ihrem Ende zu. Sie waren recht schwierig unb zeitraubend, • Bersrod, 14. Rov. Am Samstag hielt der hiesige Kleinkaliber-Schützenverein seine diesjährige Herbst-Hauptversammlung im Vereinslokal ab. Der 1. Vorsitzende Georg Roll leitet die Verhandlungen. Die Versammlung beschloß, das dem Verein für das 3ahr 1931 übertragene 2. Kreisschieben vom „Schießkreis Gießen-Rord" in Anbetracht der geplanten Erweiterungsbauten am Schiehstand um ein 3ahr zurückzustellen. Die Erweiterungs- arbeiten sollen indessen mit Energie in Angrif genommen werden. Eine rege LlliSsprache entspann sich über die Ausübung des Schießsports im Winter. Es wurde angeregt, das Dreieckzielen zu pflegen, um damit eine allgemeine Verbesserung der Schießleistungen herbeizuführen. t Treis a. d. Lda.. 14. Rov. Der Kriegerverein „Germania" hielt feine Vierteljahrsversammlung bei Kam. Kehr dahier ab. Kam. Wilhelm Euler berichtete ausführlich über den Ausgang des VerbandssHiehens der Krieger- kameradschaft „Hassia", bei dem zwei Dereins- mitglieher, Schuch unb Euler, ersterer einen, letzterer drei Preise erhalten haben, darunter die goldene Ehrennadel unb eine Bronzebüste Bismarcks. Letztere stiftete er dem Verein. Die Schiehabteilung beS Vereins wird sich auch km nächsten 3ahre am Verbandsschicßen beteiligen. Rach Erledigung weiterer geschäftlicher Mitteilungen wurde die zahlreich besuchte Versammlung vom Vorsitzenden, Förster Ding, geschlossen. — Die Maul- und Klauenseuche ist in unserer Gemarlung. in der sie feit Anfang 3uli herrschte, endlich erloschen. • Grünberg, 14. Rov. Der Reichsbahnsekretär 3 oft Pfeffer vom hiesigen Bahnhof konnte am 8. Rovember auf eine 2 5jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. • Hungen, 14. Rov. Zu dem am Dienstag berichteten Unfall eines Hu ngencr Mietautos in der Gegend von Grünberg teilt uns die Auto Vermietung Albert Enaeler in Hungen mit, daß der Unglücksfall nicht ihren heutigen Anzeige ersichtlich. — „2 t a I i e n", seine Schönheiten von Rom bis Sizilien, werben am morgigen Sonntagoormittag im Licytspielhaus, Bahnhofstraße, in einer Kulturfilm- Vorstellung gezeigt. Das Filmwerk bürste sicher viele Freunde finben. — Vom Lichtspielhaus, Bahnhof- straße, wirb uns geschrieben: Der Groß-Tonsilm „Die Linbenwirtin" geht ab heute über bie Leinwanb. Käthe Dorsch, bie nun auch für den Tonfilm ge- rourbe, ist bie Trägerin der Titelrolle. 2hr ist Hans Heinz Bollmann, ber bekannte Sonnlag, 16. Rovember. 7 ilfir (Bon Hamburg): Hasenkonzert. 8.15: Katholisch: Mo g nfeier. 9 3D: Orgel.v zert. Werke französische: Meister. 10 15: .Die Künstler Rede", Dortrag von Dr. Karl Wvllf, DocSXn. 10 45: Stunde des Thorgesangs deS Mänrerguartetts Langen. 11.30: „Die Kunst des Sprechchors'. Dortrag von Dr. WUHelm Leyhausen, Berlin. 12: Konzert. 13: Zehnminutendienst der Landwirt- scha^ slammer Wiesbaden. 13.30 (von Köln): Konzert dcS Orchesters deS Westdeutschen Rundfunks. 14 (aus Freiburg): Stunde der 3ugenb. 15: Stunde des Landes. 16: Konzert te3 Rundfunk- orch-sters. 18: Stunde des Rhein-Mainischcn Verbandes für Volksb'.l.ung: „Tolstois Flucht", Vortrag von Herbert 6ch:ffler, Frankfurt a. M. 18.25: Friedrich WUHelm von Stcuben", Vortrag von Dr. Hermann Wendel. 19.30 (auS Mannheim): Klaviermusik. 20: Das Extemporale. Lustspiel in drei Akten von H. Sturm unb M. Färber. 21.30: Vo'ls üml.chrs Richard-Wagner-Konzert des Rundfunkorchesters. Montag, 17. Rovember. 7.30 biS 8.30 Ähr: Frühkonzert. 12.20: Schall- plattenko. z:rt: Brahms-Lieder unb Klav.crlom- positionen. 15: .Beim Weltrekordmann auf dem Dau", Reportage von Ernst Rebhut. 15.20: „Ein rheinischer Webeijunge erzählt". Improvisation von Paul Laven. 16.30 (von Berlin): Untcrhal- tunc’,6mullf. 18.05: „Das System Irigoyen und sein Fall ', Dortrag von Professor AlsonS Goldschmidt. 18.35: Aus der Urgeschichte des Menschen: „Die Lebensweise des Menschen der Urzeit", Dortrag von Professor Dr. Fritz Drevermann. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Stunde der Kammermusik. 20.15: Do-tragsstunde. Dr. Wilhelm Leyhausen. 20.45 (aus Prag): Ernfonickonzert. 22.20: Tanzunterricht. 22.50: Tanzmusik. Dienstag, 18. Rovember. 7.30 bis 8.30 Mr: Frühkonzert des Rundfunk- quintet:». 12.20: Schallplattenkonzert: Leichte Unterhaltungsmusik. 15: Haussraucn-Rachmi tag. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.05: .Moderne Seelenforschung", Vortrag von Dr. Hermann v. Müller. 18.35: „Dom allen Danzig II.“, Dortrag von Dr. Erich Wunderlich. 19.05 «aus Mannheims: „Die Arbeitsweise des Graphologen", Dortrag von Dr. Else Kronheimer. 19.30 (aus dem Großen Saal deS Gustav-Siegle-Hauses Stuttgart): Dolksmusikabend. 20.30: Scizzenbuch der Zeit. 21.30 (aus Freiburg): Max-Reger- Stunde. Mittwoch, 19. November. 8.30 Uhr (von Kassel): Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Hessen- Kassel. 10: Stunde des Chorgesangs. 11: Dichtung und Dichter des Herbstes. Dorgetragen von Prof. Friedrich Karl Rordemeyer. 12: Konzert deS Rundfunkorchesters. 14: Stunde der 3ugenb. 15 (aus dem Terliner Sportpalast): Allerfeelenkund- gebung der katholischen 'Aktion Berlin. 16: Rach- mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.35: schritt auch aus diesem DerufSgebiet Neuerungen geschaffen, die bie Arbeit erleichterten, doch, müsse trotzdem jeder, der den Berus des Schlossers ergreifen will, erst reiflich überlegen, ob er dazu geeignet ist. Obermeister Wagner wieS in seinem Referat besonders daraus hin, daß gutes Auffassungsvermögen, abgeschlossene Schulbildung unb besonders guter Geschmack Dorbedingung für bie Erlernung des Berufes „Maler und Weißbin^ der" seien. Mode und Geschmack wandelten sich stets mit der Zeit; der gute Maler und Weißbinder dürfe nicht auf dem in der Lehre erlernten Stil stehenbleiben, müsse auch zur Um- ftellung fähig sein. Die Ausführungen der Referenten wurden verschiedentlich durch gute Lichtbilder ergänzt. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Lindenwirtin" (mit Käthe Dorsch). - Astoria-Lichtspiele: „Der tolle Reiter" und „Deutsche Herzen am deutschen Rhein". — Paddlergilde Gießen e. 03.: Stiftungsfest. — Mtv.: Winterfest, 20 Uhr, auf der „Liebigshöhe". — Reichövcrband der Zivildienst - bcrcdjligtcn: Monatsverfarnrnlung, 20.30 Mr, in der „Stadt Lich". — Geflügel- und Dogelzucht- verein Gießen u. Hing.: Monatsverfarnrnlung, 20.30 Mr, bei Henkel, Walltorstrahe. — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater (Goethe-Bund): „Der Brückengeist", von 11.30 bis 12.45 Mr: „Reidhardt v. Gneise- nau", 18 bis 20.30 Uhr. — Lukasaemeinde: Kirchenkonzert, 20 Mr, in der Iohanncskirchc. Gießener Konzertverein: Rosö-Quartett, 17 Uhr, in der Univerfitätsaula. — Daulunst-Aus- flellung: Architekt D. W. B. Höger (Hamburg), im „Einhorn" am Kirchenplatz. — Deutschnationaler Handlungsgehilfen-Derband: Derusswett- kämpfe, 9.45 Uhr, in der kaufmännischen Berufsschule. Liebigstrahe. — Ausstellung von Schüler- zeichnungen: 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, in der Pestalozzischule, Rordanlage. — Dolksnationale Reichsvereinigung: Oefsentliche Kundgebung (Redner: Artur Mahraun), 15.30 Ubr. in der Turnhalle am Oswaldsgarten. — Kreiskartell Giehen-Land: Dersammlung, 13.30 Uhr, im „Aquarium", Walltorstrahe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11.15 Uhr: Kulturfilm „Italien": abends: „Die Lindenwirtin" (mit Käthe Dorsch). — Astoria-Lichtspiele: „Der tolle Reiter" und „Deutsche Herzen am deutschen Rhein". — Aus dem Stadttheaterbureau wirb uns geschrieben: Sonntagmorgen 11.30 Uhr erster Tag bes Kammerfpielzyklus in Derbinbung mit bem Goethebunb. Zur Ausführung gelangt von Julius Maria Becker: „Der Brückengeist". Die Spielleitung hat Jntenbant Dr. Prasch. Sonntag, 18 Uhr, als Frembenvarstellung zu ermäßigten Preisen „Neibharbt von Gneisenau">von Wolfgang Goetz, Spielleitung Walter Bäuerle. Durch technische Aen- berungen kann bie Spielbauer von drei Stunben programmäßig eingehalten werben. — Montag, 17. November. 15.45 Uhr, Schüleroorstellung: „Kabale unb Liebe" von Friedrich von Schiller. — Auf vielseitigen Wunsch wirb am Dienstag, 18. November, bas Bereinigte Operettentheater Bochum-Ham- born nochmals mit „Land bes Lächelns" gastieren. Da bei ber letzten Aufführung ein ganz außerorbent- lich starker Zubrang war, hat bie Intendanz, um auch den Theaterbesuchern der Umgebung einen Besuch dieser Operette zu ermöglichen, auf Mittwoch, 19. November, als letzte Aufführung die Operette als Fremdenvorstellung angesetzt. Beginn der Vorstellung 18 Uhr. — Christliche Versammlungen. Man schreibt uns: Auch in diesem Jahre werden im Saale des Cafe Leib während der Totensonntag- Woche Dorträge gehalten, die der ernsten Zeit entsprechen und für viele, die in christlicher Verbundenheit gerne das Evangelium hören, einen Sammelpunkt bilden werden. Die Zusammenkünfte können bei freiem Eintritt und ohne Erhebung einer Kollekte von jedermann besucht werden. Die Themen der einzelnen Vorträge sind auS der „Erlebnisse in einem rheinischen Kohlenbergwerk. Vortrag von Gustav Decker. 19.05 (auS Mannheim): „DaS Rätsel der Knotenschnüre im Reiche der Inka", Vortrag von Dr. Karl Menninger. 19.30: LutherS Glaube. Don Riearda Huch. 23.15 (auS dem großen Saal des SaalbauS Frankfurt am Main): DußtagSko zert. 21: Reue Musik der Rationen. Donnerstag, 20. Rovember. 7.30 bis 8.30 Uhr: Frühkonzert. 12.20: Schall- plattenko zert: Zither-, Sch ammelmusik und andere vollS.ümliche Instrumente. 15: Stunde der Jugend. 16 (aus Wiesbaden): Konzert des Kur- orchrsterS. 18.05: Zeitsragen. 18.30: „Eine Viertelstunde Deutsch". 18.45: ..Der Komponist Igor Strawinsky". Einführungsvortrag in das 4. Vor» und Montagskonzert von Hans Rvsbaud. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.33 lvon Berlin): Zeitbericht. Die Eröffnung des englischen Parlaments. 20.10: Studiovorführung des neuen eiek.ro- akustischen Instrumentes „Hellertion". 20.55: Funk.eporter erzählen. 21.25: GeanaS-vnzcrt Walter Sehneider anläßlich seines 25. Bühnenjubiläums am 5ranffut.ee Opernhaus. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 21. November. 7.30 biS 8.30 Uhr: Frühkonzert des Rundfunk- guin'.etts. 12.20: Schallplattenkonzert: Un erhal- tunasconzert. 15: „Gegenwärtige psychologische Richtungen und ihre Bedeutung für den Unterricht", Dortrag von Lehrer Erich Augenreich 15.25: „Jugend in Rot", Gespräch jugendlicher Erwerbsloser mit Iugendlcitec Willi Obländer und Paul Laven. 16 (Gießen): Miliiärkonzert des Musikkorps des 1. Hess. Grenadier-Bataillons 15. Ins.-Regis. Gießen. 18.05: Buch und Film. 18.35 (aus Mannheim): Aerztevortrag: „Blut undDlut- krankheiten". 19.05: Lieder zur Laute. 19.45: Weihespruch zur Inbetriebnahme deS Großsenders Dürrmenz-Mühlacker. 20 (aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart': Konzert. AuS deut- scheu Opern. 22.10: Schwäbische Stunde: Sieben Schwaben. 23.15: Aeltere Tänze. 0.03 b.s 1 (aus Karlsruhe): Tanzmusik. Samstag, 22. Rovember. 7.30 bis 8.30 Uhr (von Gießen): Militärkonzert des Mu ikkorps des l.Hess. Grenadier-Bataillons 15. Inf.-Regts. Gießen. 10.20 bis 10.50: „Don deutscher Jugend in Chile", Dort.ag von Dr. Wahrhold Trascher, Stuttgart. 12.20: Schallplattenkonzert. 13.30: Stdrungsschallplat e mit E.- klärung. 14.30: Stund« der Jugend. 16: Rach- mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17: Der Sender. Ein Weihespiel anläßlich der Inbetriebnahme des Rundfunk Großsenders in Mühlacker. 18.05: „Die Bedeutung der Arbeitsgerichtsbarkeit für das Handwerk', Dortrag von der Handwerkskammer Kassel. Hanau. 18.35: „Die Arbeiterfrau und ihre Kinder", Dortrag von Frieda Rudolph. 19 05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Klavierkonzert. 20.15: Dramat.schr Stunde. 21.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Mozart — Weber. 23.30 bis 24: Tanzmusik deS Rundfunkorchesters. größen. •* Dic Rechtsmittel in Steuersachen. In den von Bücherrevisor Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Rr. 21) lesen wir: Für die Einlegung von Rechtsmitteln in Steuerfachen bestehen bestimmte Fristen, in der Regel ein Monat ab Zustellung. Sie sind nur gewahrt, wenn die Rechtsmittel an der richttgen Stelle eingelegt sind. Geschieht die Einlegung an falscher Stelle, so gilt sie nur als rechtzeitig, wenn die falsche Stelle innerhalb ber Frist das Rechtsmittel an die richtige weiterleitet. In einem Falle, in dem das nicht geschehen war. hat der Reichsfinanzhof aber „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" (sog. Rachsichteinräumung nach § 68 RAO.) gewährt, weil er — es handelte sich um das Derschen des Bureauangestellten eines Steuerberaters — annahm, daß es sich um „unverschuldete" Fristversäi mnis handelte. Interessanterweise bemerkt der Reichsfinanzhof, daß cs eine Anstandspflicht der falschen Stelle gewesen fei, das Rechtsmittel an die richtige Stelle weiterzuleiten; er habe auch deshalb die Rachsicht erteilt, weil die falsche Stelle unsachgemäß diese Weitergabe unterlassen habe. " Langemarck-Gedenkfeier. Man berichtet uns: Die Hochschulgruppe Gießen im Stahlhelm-Studentenring Langemarck versammelte sich am Dienstag in der Ehrenhalle der Universität, um in schlichter Form der Gefallenen von Langemarck durch die Riederlegung eines Kranzes an der Gedenktafel seiner Kameraden zu gedenken. „Westlich von Langemarck drangen junge Regimenter mit dem Gesang: „Deutschland, Deutschland über alles!" gegen die feindliche Stellung vor und nahmen sic", so tautet der Heeresbericht vom 11. Rovember 1914. 3n heißer ßiebe zu Doll und Heimat opferten in jenen schweren Rovembertagen auf Flanderns Schlachtfeldern über 10 000 studentische Kriegssreiwilliae ihr Leben fürs Daterland. Der junge Stahlhelmstudent, der in jenen Frontsoldaten fein Vorbild sieht, eifert, fern von jeder Parteipolitik, jenen Helden nach in der opferfreudigen Hingabe fürs & Artur Mahraun spricht am Sonntag, dem 16. November 1930, nachmittags 330 Uhr, in der Turnhalle am Qswaldsgarten 7729 D Jungdeutscher Orden e.V. • Volksnationale frmhsvere nigung Deutsche Bolkspartei (Ortsgruppe Gietzen) Dortrag am Montag, dem 17. November 1930,8% Uhr, im „Hindenburg". Ls spricht Oberveterinärrat Dr. Monnard über: 77590 Die Viehhoffrage Alle Mitglieder und Freunde der Partei werden zu diesem Vortrag freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Gießener Konzertverein Zweites Konzeit Sonnten, den 16. November 1930, 17 Uhr, in der Untvereltlleanla Das Rose-Quartett aus Wien Streichquartette von Schumann 41 Nr. 1 in A-Moll — Beethoven op. 18 Nr. 1 in F-Dur — Schubert in D-Moll (Der Tod und das Mädchen) 7627D Eintrittskarten zu 4.00, 3.00 und 2.00 Mk. bei Ernst Challier. jetzt Neuenweg 10 (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.00 bei Herrn Seift*. Ritter geg. Ausweis Kirchenkonzert Mittwoch, den 19. November, abends 8 Uhr, in der Johanneskirche, zum Besten der Hinterbliebenen der Opfer des Grubenunglücks zu Alsdorf und Maybach, ausgetührt vom Musikkorps des I. (Hess.) Gren.-Bat., 15. Inf.-Regiraents, unter Mitwirkung des Organisten 7789D Herrn Habicht Leitung: Obermusikmeister Löber. Das Programm wird mit 0,50 RM. berechnet und dient gleichzeitig als Eintrittskarte. Karten im Vorverkauf b. Ernst Challier Wir machen nochmals auf die am 17., 18. und 19. November im Hotel Schütz, Bahnhofstr. stattfindenden Stoffmalkurse aufmerksam. - Kostenloser Unterricht nachm. von 3-5.30, abends 8-10 Uhr Obermann L Co. G.m.b.H. Schulstraße 6 7783D Famiiien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Auto-Transporte (Eil-Transporte) Otto Pflüger jetzt nur noch 5 GlldUthstrdhs 5 Telephon Nr. 3169 Tag und Nacht 07117 Lichtspielhaus Gießen Heute Samstag Premiere Ein Tonfilm voll rheinischen Humors mit allererster Besetzung: Hans Heinz Bollmann, der berühmte Tenor - Fritz Schulz - Maria Elsner Tönende Ufa-Woche und Micky Maus 7715 C ORDENSMEISTER 3 bringt Frohsinn in jedes Haus und Ablenkung vom Alltag. / Mit diesem 3-Röhren- Netzempfänger für direkten Anschluß an die elektrische Lichtleitung sind nahe und fernere Sender gut im Lautsprecher zu hören, besonders gut, wenn der Lorenz-Lautsprecher „Soldton“ benutzt wird. Für Wechselstrom od. 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Jeder ernst dankende Mensch follie nicht versäumen, diese Vorträge zu besuchen. Eiutritt frei! Keine Kollekte! LbNsttllye Versammlung Gietzen. tömengoffe 9 DeutscherSprachverein Vortrag von Professor Or. Alfred Götze über 77730 M veulsW Familiennamen am Mittwoch, dem 19. November, abends V^ühr imDorlesungsgebäude Hörsaal 45. Gäste willkommen! WWW ° Sonntag, den 16. November 1930 WImWMWk! Eine Amerikareise 3322V ist mehr als ein Vergnügen . . . .... sie ist eine Lebensbereicherung. Unvergeßliche, unvergleichliche Eindrücke nehmen Sie mit sich. Eine vierwöchige Gesellschaftsreise mit einem der weitbekannten Dampfer der WHITE STAR-LINIE kostet ab Frankfurt und dahin zurück nur 1033.- Mark. Ruhige Fahrt. Größte Bequemlichkeit. Vorzügliche Verpflegung. Viele Sehenswürdigkeiten. Leichte Verständigungsmöglichkeit. Verlangen Sie Prospekte durch Gebr. Julimann, Gießen Bahnhofstraße 65,Telephon 3542 Marfin Löwenstein MetaLöwenstein,geb. Seewald Vermählte Wieseck-Gießen Konstanz Trauung: Sonntag, 16. Nov. in Konstanz 7777 V Am Sonntag, dem 16. d. M., nachm. 2'/. Ubr, finde! in Aacndors a. d. Lda. im Gasthaus „Zum Babnbos"eme aufier- ordenflfch wichtige [7762D ForstarbeiterVersammlung statt. Tagesordnung: a) Bericht über die neuen Richtlinien Über Einstellung von Holzhauern. b) Akkordtartsverlrag 11)30/31 c) Arbeitslosenversicherung. Redner: Beztrksletter, Landtagsabgeordneter Sväib-Matnz. Zu dieser Versammlung find die ttorst- arbeitet und insbesondere dte Rottuietster des Lumdatals dringendu. höfl. emgelnden. Rcichsvcrband ländlich. Arbeitnebmcr lBeruisverband der rtoritorbeiter): gez.: A. Sväth, BezirkSleiter. UMSlW«iMiM Walltorstrabe 5. Heute UtopImilBärlolÄlöie __________________________________________07103 Walilreslanrant 0. Sommerfrische „Huöerlas" Beuern (Kr. Gießen) idyllisch gelegener Ausflussort inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Familien aufenthalt, Wochenend. Solide Preise. 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Denn gerade durch bestmöglichste Gestaltung der Ver- tchrsverhältnisse wird es in aussichtsreicher Weise möglich fein, zusätzliche Wirtschaftskraft von außen her in eine Stadt hincrnzufuhren und dadurch befruchtend für die Gesamtheit Der ®in* wohner zu wirken. Diese Grundsätze, nach denen bisher auch in Gießen in anerkennenswerter Weise gearbeitet worden ist, müssen aber in ihrer Auswirkung da Einhalt finden, wo lebenswichtige gesundheitliche Interessen B^olkeruna beeinträchtigt werden. Dieser Zustand scheiill nach vielfachen Klagen, die seit einiger Zell uns vor- gclragen werden, gegenwärtig tu manchen Zeilen unserer Stadt vorhanden zu sein. Don zahlreichen Mitbürgern wird ernstlich und mit gutem Grund gerügt, daß der Krastsahrzeugverkehr hinsichtlich des Fahrttempos zahlreicher Automobilisten und Motorradler vielfach das erträgliche Maß überschreitet. Liebereinstimmend wird beklagt, daß nicht nur in den Durchfahrtstraßen, sondern auch in der Innenstadt manche Kraftfahrer einen Ehr» geiz im Schnellfahren entwickeln, der mit den elementaren Erfordernissen der Sicherheit für den Fußgängerverkehr nicht mehr in Einklang zu bringen rft. Als weiterer Mißstand wird von vielen Bürgern die bedauerliche Tatsache empfunden, daß zahlreiche Motorradler, insbeson- dere solche in jugendlichem Alter, nicht nur Schnelligkeitsrekorde in den Straßen der Stadt aufzustellen sich bemühen, sondern ein besonderes Vergnügen auch in möglichst heftigem Motor geknatter ihrer Maschinen erblicken. Wenn dieses starke Geräusch vielleicht jenen Krastsahrern ein Vergnügen und ein Beweis ihrer überschäumenden Lebenskraft sein mag, so ist cs aber doch nach dem übereinstimmenden Urteil breiter Devölkerungsschichten nichts anderes als eine unerträgliche Belästigung der Straßenanwohner und der Passanten. Unter diesen Mißständen haben namentlich die Bewohner der Ausfallstraßen unserer Stadt sehr zu leiden. Wer in diesen Bezirken auch nur verhältnismäßig kurze Zeit die Verkehrsv.'rhältnisfe beobdchtet. wird erkennen können, daß dort hinsichtlich des Kraftverkehrs manches im argen liegt. Besonders in Mitleidenschaft gezogm sind durch diese Mißstände die Anwohner der Frankfurter Straße, die als Hauptausfallstraße für den Verkehr aus den verschiedensten Stadt- gegenden in Betracht kommt. Dort jagen Kraftfahrzeuge aller Größen und Arten oft in längerer Reihe mit einer Geschwindigküt hin und her, die das Ueberschreiten des Fahrdammes für die Fußgänger manchmal zu einer geradezu lebensgefährlichen Sache macht. Dazu kommt noch, daß dort anscheinend auch in erheblichem Maße Probefahrten unternommen werden, bei denen die Fahrzeugführer gelegentlich auch die Leistungskraft ihrer Maschinen erproben wollen und infolgedessen einen Lärm verursachen, der schließlich selbst starke Verven cmpfindich in Mitleidenschaft zieht. Veranlaßt durch di:se unliebsame Entwicklung haben sich die Bewohner der Frankfurter Straße dieser Tage beschwerde- führend mit einer Eingabe an die Stadtverwaltung gewandt, in der sie folgendes erklären: „Die unterzeichneten Anwohner und Interessenten der Frankfurter Straße erheben Beschwerde dagegen, daß diese im gediegenen Wohnhaus- und Villenstil bebaute und zum Teil im Klinikviertel belegens Straße bereits entwertet worden ist und als gute Wohnlage völlig vernichtet zu werden droht durch: 1. Errichtung von Großtankstellen, die Tag und Dacht und an Sowi- und Feiertagen im Betrieb sind, 2. Errichtung von Auto »Reparaturwerkstätten und Wietaaragen, 3. den Durchgangsverkehr (Frankfurt a. M.— Koblenz Kassel) von Lastkraftwagen und Motorrädern, zwei Fahrzeugarten, welche den schrecklichsten Lärm und unerhörte Explosiv- nen erzeugen, einen Höllenlärm, für den jedes Wort zu schwach ist. Verkehr soll und muh fein, aber Auswüchse und grobe Mißstände können mit„ gutem Willen beseitigt werden. Unb dgÄn? rechnen wir bestimmt auf Abhilfe tf^rä) unsere Stadtverwaltung. Wir machen folgende Vorschläge: zu 1. Tankstellen: a) in der ganzen Frankfurter Straße bis zur Schubertstrahe ferne neuen Tankstellen zu genehmigen und keinen Ausbau der bestehenden zuzulassen: b) die Tankstellen innerhalb der Stadt abends und an Sonn- und Feiertagen zu schließen, wie andere Ladenbetriebe: c) einen Hilfsdienst einzurichten, ähnlich wie bei Apotheken:- d) an der freien Landstraße nach Klein-Linden zu die Tankstellen anzufiedeln und diese beliebig (auch nachts und Sonntags) Betriebsstoffe verkaufen zu lassen: zu 2. Autoreparaturwerk st atten und große Mietgaragen gleichfalls an der freien Landstraße nach Klein-Linden unterzubringen: , _ z u 3. Durchgangsverkehr: Die Lastkraftwagen und Motorradfahrer, die ohne Aufenthalt in Gießen unsere Stadt nur auf der Fahrt von Süden nach 'Horten und umgekehrt durchrasen, auf eine Parallel st raße abzuleiten. Dazu bietet sich wohl als einfachstes und billigstes Projekt der Ausbau des jetzigen Feldweges zwischen Margaretenhütte — am Bahndamm entlang — bis zum Viadukt vor Klcin-Linten. Anderseits würde diese Autostraße, immer am Main-Weser-Dahndamm entlang (die Hammstraße nützend) die Marburger Straße im Dorten außerhalb der Stadt Gießen erreichen, so daß auch die Anwohner der Marburger Straße von dem furchtbaren Lärm und Durchgangsvcrstchr entlastet würden. An der Margaretenhütte liegen heute schon alle großen Benzin! ager. die damit Großtankstellen an ter gedachten Entlastungsstraße verbinden formten. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob die Eifenbahnverwaltung auf den Gelä «bestreifen am Bahndamm Rechte hat Dotwendig ist zunächst für unsere Stabt die Entlastungs- unb Umleitung« ft raße für den zunehmenden Durchgangsverkehr, während ter Eisenbahn, falls sie später wieder einen Aufschwung nehmen soll e, andere Aus- dehnungsmöglichk i en in Fülle offen stehen. Wir brauchen wohl kaum zu versichern, daß gegen einen vorschriftsmäßigenPer- sonen-Autoverkehr nichts einzu- wenden ist, und daß ein geräuschlos dahin- gleitentes Auto direk.en Genuß bereiten kann, womit nicht gesagt sein soll, daß uns dieser Genuß allzu oft gebotm wird. Indem wir dem Herrn Oberbürgermeister heute nur die dringendsten Beschwerden unterbreiten, deren Reihe sich, gerate was die Frank- surter St.aße anbelangt, beliebig erweitern ließe, geben die unterzeichneten Anwohner sich der bestimmten Hoffnung hin, daß baldige und durchgreifende Abhilfe gescha fen wird." Mit anerkennenswerter Einsich" stellen sich die Beschwerdeführer auf den Standpunkt, daß sie nich s gegen einen vorschri tsmähigcm Kraftfahrzeugverkehr einwenden wollen, dagegen aber Auswüchse und grobe Mißstände beseitigt leben mochten. Gegen diese Forderung wird auch von denen nichts cinzuwenden fein, die ich sonst für Verkehrsbegünstigung einsetzen, dabei aber die Beschränkung anerkennen, von ter wir im Anfang dieses Artikels sprachen. Bei aller Rücksichtnahme auf die gewerblichen Interessen ter jetzt schon an der Frankfurter Straße und auch in anderen 6tabtteilen vorhandenen Tankstellen wirb man billigerweise zugeben müssen, daß nach dieser Dichtung hin baldigst für eine -Regelung gesorgt werten muß, mit ter sich alle Beteiligten elnverstanten erklären können. Cs erscheint uns als dringende Aufgabe ter Stadtverwaltung. ater auch des Polizei- a m t e s , baldmöglichst auf Beseitigung der gegenwärtigen Beschwerden hinzuarbeiten und dabei vor allem auch Maßnahmen zu treffen, durch die den Kraftfahrern die gebotene Rücksichtnahme auf ihre Mitmenschen sowohl bei Zage, als auch zur Rachtzctt zur st r e n g st e n P f l i ch t gemacht wird. Der tägliche Lebenskampf ist für die meisten Bürger ohnehin schon so anstrengend und aufreibend, daß es wirklich nicht nötig ist, ihn durch Llngebührlichkerten im Verkehr noch schwerer und in seinen Auswirkungen noch verheerender werten zu lassen. Heimatkundliche Tagung im Kreise Büdingen. tl. Stockheim, 14. QIod. Hier hielt die biologische Fachgruppe der heimatkundlichen Arbeitsgemein sch asten des KreiseS Büdingen unter Leitung von Dr. Pfaff (Büdingen) ihre erste Sitzung ab. Unter reger Beteiligung aller Mitglieder wurden die verschiedenen Arbeitsgebiete besprochen und allgemeine Richllinien für die Arbeit ausgestellt. , , , , Lehrer Schnierle (Bleichenbach) sprach über die geplante volksbotanische und pf lanzengeographische Durchforschung Hessens und den auf unser Gebiet entfallenden Anteil dieser Arbeit. Das Gebiet der Volks- botanit ist ein Teil der Volkskunde, und es ist deshalb hier auch die Mitarbeit aller vocks- kundlich interessierten Kreise notwendig. Die biologische Fachgruppe der hessischen Arbeitsgemeinschaften hat deshalb ihren vollsbotanischen Fragebogen auch in Gemeinschaft mit der hessischen Gesellschaft für Volkskunde auf gestellt und an viele zur Mitarbeit bereite Männer und Frauen vcr'andt. (Er geht auch allen denen zu, bie Prof. Dr. Spilger (Darmstabt), Päd. 3nftüut, ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklären.) Es ist höchste Zeit, zu sammeln, was an botanischem Volksgut in unserer Heimat noch lebenbig ist: Volksnamen ter Pflanzen, Verwendung von Pflanzen zu Heilzwecken, ihre Bedeutung bei unseren Festen, ün Spiel der Kinder, in Sitte und Brauch. Die pflanzengeographische Forschungsarbeit bedarf der Mitarbeit einer größeren Anzahl sloristisch eingeftellter Kräfte, die über das ganze Gebiet verteilt sind. Cs sollen zunächst an Hand einer Liste typischer Vertreter von Pflanzengenossenschaften bie Verbreitung dieser Genossenschaften fest- gestellt werben: eine Kartierung aller vorkom- menten Arten würde zu langsam zum Ziele führen. Das ist eine Aufgabe der Zukunft. Dr. Pfaff sprach sodann über den Hatur- schuh im KreiseBüdingen. Die staatlichen Maßnahmen auf diesem Gebiet waren seither ziemlich unzulänglich. Man muß wünschen, daß es damit in Zukunft besser wird. Es ist gewiß in einzelnen Fällen notwendig, auch einzelne Pflanzenarten zu schützen: wichtiger erscheint jedoch, gewisse bezeichnende Pflanzen- vereine zu erhalten, wie z. D. die Selterser Dalzwiefen, bas Florenbild des Bieichenbacher Zechsteins, Reste politischer Flora in der Wetterau, Vorpostengebiete nordisch-montaner Flora am Rande des Dvgelsberges und andere. Dafür mutz für die Zukunft wirksame Hille des Staates gefordert werden. Samstag, (5. November 1930 e Zum i 00. Geburlslag SlkubenS' General FriedrichWilhelmoonSteuben wurde am 15. November 1730 in Magdeburg geboren. Seiner strategischen Hilfe als ©eneraünfpettor der Armee Washingtons seit 1778 verdankt Amerika mit seinen Sieg im Unabhängigkeitskriege. Hessische Landes-Geflügelschau in Gießen Starkes Meldecrgebnls. — Sondergruppen. — Jlcrj und Silberfuchs als Gäste. Die Hessische Lantes-Geflügelschau, die vom 5. bis 7. Dezember in der Votkshalle m Dreyen ftüttfinten soll, verspricht, was die Zahl ter ausgestellten Tiere anbetrifft, die größte Veranstaltung dieser Art zu werden, die bisher im Hessenland stattgefunde.i hat. Cs liegen bereits zahlreiche Anmeldungen namhafter Geflügelzüchter aus Rheinhessen, Starkenburg und Ober- hessen vor. Mit Sonder schauen beteiligen sich an der Veranstaltung die Hessische Zwerghuhnvereinigung 1923, der Reichsverband Der Züchter schwarzer Wyandotles (Dau Süd), Vereinigung der Ilalienerzüchter für Hessen und Hessen-Ras au, bie Züchtervereinigung schwarzer Italiener Sübteutschlands. Verein bet Kampf- Zier- unb Haubenhuhnzüchter, Hessische Kropf- taubenzüchter-Vcreinigung unb der Verein Hessischer Kröpfer Der Besitzer einer De r zf ar m hat zur Ausstellung eine Kollektion von 6 Stuck seiner Zucht sowie einige Exemplare Silberfüchse angemeltet. Es ist wohl bas erstemal, daß in Hessen diese wertvollen Pelztiere einer breiteren Oesfenllichllit vorgeführt werden. Das Universitäts»Tierzucht-Institut Oberer Hardthof wird in einer Sonder- gruppe veranschau ichen: bie Entwicklung der hessischen Geflügelzucht, den Aufbau ter Geflügelzucht Deutschlands, die Einfuhr von Geslügelpro- buften 1913—1919, bie länbliche Geflügelzucht, die Berufsausbilbung bes Geflügelzüchters. Wettlegcergebnisse 1928/29 unb 1929'30, und bie Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügel am ilnioerfitäU T erzucht-Institut in Gießen als Ausbilbungsstätte unb als For- schungs- und Zuchtstätte. Bei ter groß angelegten Land es-Geflügelschau unb um eine gründliche Gießener Stadttheater. Schtller: „Kabale und Liebe". Alle Iahre wieder feiert man, zum Andenken an Schillers Geburtstag, durch eine würdige Aufführung den großen unb noch immer nicht überlebten Dramatiker. Doppelt zu begrüßen, wenn man, entgegen dem allgemeinen Brauch, wie cs hier geschah, aus solchem Anlaß toieber eins der drei Frühwerke in Prv'a hervorhebt, wenn man also den jungen Schiller feiert, bet in den Schulen und auf dem Theater häufig zu kurz kommt. Man hat sich zu sehr daran gewöhnt, Schiller nur als den Professor in Iena, als den Freund und Geistesbrudec Goethes, als den reifen Meister der weimarischen Klassik zu betrachten, und man ist leicht geneigt, diese Iugend eines großen Dichters und großen Menschen darüber zu ocr- gefsen. bie so unglücklich unb unwürdig gewesen ist, tote kaum bei einem zweiten. Kabale unb Liebe" aber ist das echteste und künstlerisch reifste Zeugnis der Sch.llerfchen 3u- genb. Er selbst ist freilich halb über bas Werk hinausgewachsen, hat sich nicht gerne baran erinnert, hat es „nicht leiten" mögen. Es ist auch schon früh embfunben unb eingeräumt* Worten, daß diesem Schauspiel, obwohl es einen sehr entschiedenen Fortschritt über seine beiten Vorgänger hinaus bedeutet, mancherlei Mängel anhaften: aber welches Iugendweek ha te bie nicht? Am bedauerlichsten scheint uns heute, daß der von 3ff- land gewählte, schlechte (unb vielen nur halb verständliche) Titel sich durchgesetzt hat und in die Literaturgeschichte eingegangen ist. „Luise Millerin" sollte dieses berühmteste bürgerliche Trauerspiel ter Deutschen heißen,... wie Schiller selbst es getauft hatte. Er hat schwer unb zäh unb in einer schlimmen Zeit seines mühseligen Lebens baran gearbeitet: „Meine .Luise Millerin" jagt mich schon morgens um 5 aus dem Bette. Da sitz' ich, spitze Federn unb käue Gebauten. Es ist gewiß unb wahrhaftig, daß ter Zwang dem Geist alle Flügel abschneibet. So ängstlich für daS Theater, so hastig, well ich pressiert bin, unb doch ohne Tadel zu schreiben, ist eine Kunst...“ Hub: „Gott dem Allmächtigen will ich danken, wenn ich fertig bin...“ In einem Brief an Dalberg äußert sich seine unbestechliche Selbstkritik: .Außer der Vielfältigkeit der Karaktere unb der Verwicklung der Handlung, der vielleicht allzufreien Satyre unb Verspottung einer vornehmen Da.ren- unb Schurkenart hat dieses Trauerspiel auch diesen Mangel, daß komisches mit ttagischem, Laune mit Schrecken wechselt unb, obschon bie Entwicklung tragisch genug ist, boch einige lustige Karaktere unb Situationen hervorragen." Wir heute wollten Gott danken, wenn nur einer unter unseren jungen Leuten ein solch s Trauerspiel mit solchen Mä igeln schriebe, das nach anderthalb Iahrhunterten noch so wundervoll auf ter Bühne bestehen t mixte. .Luise Millerin" sollte es heißen ein Liebes- (btama ist es zunächst unb vor allem, unb gerate in ben Szenen der Liebenden entfaltet sich der ganze Dcywung unb Glanz, die prachtvoll leidenschaftliche Sprache des jungen Dichters hinreißender unb ungestümer als in den späterem Werken der Reise unb Mäßigung, ter form’ Vollenbeten Klassizität, die den Ueterschwang ter frühen Sturmjahre ablefjnte ober belächelte. Aber dieses bürgerliche Trauerspiel ist auch ein höchst politisches, höchst revolutionäres unb aggressives Drama, ist ein „Zeitstück' gewesen für bie damalige Gegenwart so gut tote heute für uns ettoa „Sektion Rahnstetten" oder „§ 218“ ober „Amnestie". Hob wie bie „Millerin" künstlerisch durchaus über ihre Vorläufer, bie „Räuber" unb den „Fiesco", hinauskam, wie sie einen Fortschritt bedeutete in ter Psychologie unb ter Dramaturgie — sie gehört rein theatralisch zum Stärksten, was Schiller je geschrieben hat —, so war auch ihre Aktualttät, ihre bittere Anklage und schonungslose Satire völlig unmißverständlich und viel schärfer noch als in ben ersten Dramen. Denn währenb ber Schrei „in tirannos“ ter „Räuber" nur aus dem Titelblatt stand unb bie Handlung immerhin ein zeitloses Phantasiegebilde Darfteilte,... wahrend im „Fiesco" das revolutionäre Pathos sich in einer Szenenreihe aus ber italienischen Renaissance entlub, — waren Zustände und Gestalten ter „Millerin" derartig eindeutig angelegt, bah die Zeitgenossen gleichsam mit Fingern auf bie Vorbilder unb Modelle hätten weisen können. Unb wenn auch die unmittelbare Aktualität ter Fabel für den heutigen Leser oder Beschauer ver- blaht ist, so hat sie doch als anklägerisches Dokument aus einem der traurigsten und unwürdigsten Kapitel deutscher Kulturgeschichte auch heute noch nichts von der Wucht ihrer Wirkung verloren. — Die Aufführung unter der Regie von Walter Bäuerle war — obwohl man ihr nicht in allen Einzelheiten zustimmen kann unb etsiche Einwände äußern darf — als Ganzes ein: schöne unb sinnvolle Vorstellung infof m als i: ichllich vom Geiste dessen getragen war, dem hier gehuldigt werden sollte: ein Hauch vom heißen, stürmischen Acem ber Schillerjugend war in allen Szenen spürbar. Cs erwies sich auch als ein guter Gedanke, ganz junge Schauspieler in d n tragenden Rollen hrrauszust.l en; dies kam der Frische und Lebendigksit des Eindrucks unb dem inneren Tempo und Schwung ter gar nicht akademischen, ersrcu ich unfonren ianellen Auf sich ung zugute, die in ihren entscheidmben Szenm stark und manchmal einfach erschütternd wirkte —: überzeugender Beweis für bi: ganz unveraltete, leibenschaftliche Kraft dieses Schauspiels. Was wir auszufetzen haben, richtet sich zum Teil gegen Einzelheiten in der Besetzung, auf die wir noch zurückkommen. Ferner gegen größere Streichungen zu Anfang des vierten Akt^: bas Fehlen dieser Partien machte ft£) später doch bemerkbar. (3m übrigen sind die Kürzungen zu billigen.) Ferner gegen gewisse symboli ierende Motive in ter szenischen Gestaltung: der ganze Oberstock mit den vom Feuerwerk beleuchteten Totengerippen ist störend, überflüssig, und sollte ebenso unbarmherzig ausgetilgt werten wie die expressionistisch aufgeredte Gebärde zuletzt. Das sind Mätzchen, die Schiller nicht nötig hat, und welche die übrigens sehr stilrein unb schon getönten Bühnenbilter (von Löffler) unnötig belasten. — Eine Kleinigkeit noch: die unangenehm guietschente Tür (bei Miller: fünfter Akt) wird sich gewiß leicht beseitigen lassen. — Was bie Darstellung angeht, so hatte man die Freude, eine junge Schauspielerin, ter wir immer etwas zugetraut haben, vor eine wirklich große unb ernsthafte Aufgabe gestellt unb dieser schwierigen Probe über Erwarten gut g?wachsen zu sehen: Beatrice Doering als Luise. Cs fehlten ihr in ter großen Driefszene ein paar feinere Hebergänge unb an einigen Stellen die sprachliche Routine in ter Tempo- unb Gefühlssteigerung; bas ist aber auch bas einzige, was wir vermißt haben. Sie brachte sonst alles, was bie Millerin haben muß an Iugendlichkeit, an Wärme ter Empfindung, an seelischer Haltung; sie setzte sich ganz ein, ohne boch den taktischen äkbeeblid über die weitläufige Rolle unb den Atem für bie letzte (Steigerung zu verlieren. — Eine sehr schöne Leistung. Raimund Schelcher hatte den Ferdinand: man ist gewohnt, einen älteren Schauspieler in dieser Partie zu sehen, aber ter Text gibt ber hier bevorzugten Auffassung durchaus recht. Die Darstellung Schelchers war keine üble Talentprobe; er ging mit Begeisterung an die Sache heran und hatte damit schon hall» gewonnen: es spricht sogar für ihn, daß er im letzten Akt das Beste bot. Allerdings machte ihm die schwere Prosa Schillers noch Schwierigkeiten: er überstürzte sich manchmal im Text, dessen technische Beherrschung ihm mit ter Zeit und häufiger Hebung noch zuwachsen muß. Darstellerisch fehlte es vor allem in der Milford-Szene, wo er von ter gewandteren Partnerin ein wenig überspielt tourte und die chargierenden Rüancen vermissen ließ. Aber auch das wirb noch werden. Fürs erste darf man schon zufrieden sein. * Den Präsidenten gab Bäuerle: ausgezeichnet; scheint ihm sehr zu liegen. Er spricht und spielt knapp, unpathetisch, pointiert. So wollen wir diese Rolle heute sehen. — Herr Bruck (als Wurm) hatte wegen stimmlicher I.idispo'ition um Rachsicht gebeten; er vermied mit Glück den Stil des berüchtigten Theaterintriganten auf Gummisohlen, dürfte sich aber noch immer um etliche Grate nüchterner geben; je verhaltener, .-esto besser. Im übrigen eine recht begabte Leistung. — Maria Koch war bie Milford: elegant unb sehr routiniert wie immer; aber mit ber Routine allein unb nur als ©alonbamo ist die Milford nicht zu machen; es fehlte tec Gestalt doch zuletzt bas menschliche Format, das sie bei Schiller entschieden hat. Am reifsten: die Rorfolk-Erzählung (II 3). » Linkmanns Miller war mit ehrlichem Gefühl gegeben unb ein neuer Beweis für die vielseitige Verwendbarkeit dieses Chargenspielers: aber er sollte auf seine Atemtcchnik achten. — Hub als Hosmarschall Kalb ist um der Diskretion seines Humors willen zu loben: diese Par sie taim nämlich übel ausgeschlachtet werten. — In Rebenrollen: Schubert-Iüngling: Zingel: 3 ahn. e Die Aufführung war diesmal angenehmerweise vor der festgesetzten Zeit beendet. Es gab sehr herzlichen Beifall. hth. Prüfung deS bei der Ausstellung vorgeführten -Tiermaterials zum Zwecke der Prämiierung. Gewähr zu leisten hat der Geflügel- und Vogel- zuchtverein Gießen *nd Umgebung als Veranstalter des LInternehmens. 10 der namhaftesten Preisrichter, sowie drei besondere Preisrichter-Obmänner für das Richteramt ge- Wonnen. Anfragen wegen der Landesausstellung sind an deren Leiter Franz Funk Gießen, Bergwerk zu richten. Ooppeljubiläum einer Vogelsberg-Gemeinde. 4- O b e r - S ch m i t t e n, 14. Noo. Unser Dorf kann in diesem Jahre ein Doppeljubiläum begehen: die Zweihundertjahrfeier der Volksschule und die Dreihundertjahrseier der hei- mischen Papierindustrie. Am 4. November 1730 wurde Johann Henrich Götz aus Eichelsdorf für % Gulden Schulgeld für jedes Kind und täglich eine Mahlzeit im „Wandeltisch" Winter sch ul- meisIer zu Ober-Schmitten, dessen Kinder bis dahin die Schule des Kirchdorfes Eichelsdorf besuchten wo sie noch bis 1820 sommers eingeschult waren.' Um 1630 erstand aus dem der Wirtschaftskrise des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zum Opfer gefallenen Eisenhammer die erste Ober-Schmittener Papiermühle, die heutige Staffelsche Papierfabrik. Die Papiermühle ging zwar in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, der sich erst im Herbste 1634 in unserer Gegend empfindlicher fühlbar machte, unter, wurde aber kurz nach dem Kriege wieder in Betrieb gesetzt. Die obere (heute Moufangsche) Fabrik wurde erst um 1700 gegründet. Den beiden Papierfabriken hat Ober-Schmitten seine im Vogelsberg beispiellose Entwicklung zu verdanken: sie allein ermöglichen es, daß auf einer Feldmark mit nur 840 Morgen Ackerland und Wiesen über 500 Menschen fiedeln können. SJlXfport Amtlicher Terminkalender für Sonntag, den 16. November. Die Verbanbsspiele im Bezirk Hefs-m-Hannover (Süd) bringen am Schluß der Vorrunde noch folgende Begegnungen: FC. Ockershaufen — Germania Fulda: Spielverein Kassel — VfB. Gießen: Hermannia Kassel — Sport Kassel. Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft ist morgen verbandsspielfrei. Die Rückrunde beginnt erst am 30. Rovember. 1900 hat nun für den 16. Rovember den VfB. Weidenau a. d. Sieg zu einem Gesellschastsrückspiel nach Gießen verpflichlet. Das Vorspiel in Weidenau endete nach einem interessanten Verlauf mit einem knappen 2:3-Sieg des damaligen Gastgebers. Der VfB. Weidenau gehört seit Jahren zur westdeutschen Oberliga und ist in Gießen kein Reuliiw. Die Mannschaft versteht es durch wuchtigen Kampfstil, große Schnelligkeit und scharfen Torschuß, den Gegner zur Hergabe seines ganzen Könnens zu veranlassen. Zu den Hauptkräften dieser Elf zählt man die drei Gebrüder Katz, von denen sich der älteste bis vor kurzem als Studierender an der Universität Gießen, mit Ersolg in der Ligamannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen betätigte. Die Dlauweihen werden den Gästen aus dem Si^erland höchstwahrscheinlich in der stärksten Aufstellung gegenübertreten. Die Ligareserve trägt ein Gesellschaft. Slpiel in Hermannstein bei Wetzlar aus. Sie muß sich weit mehr anstrengen, wie am vergangenen Sonntag, wenn sie erfolgreich sein will. Hermannsteins erste Mannschaft führt ungeschlagen in der zweiten Gauklasse der Gruppe Wetzlar mit einem Torverhältnis von 41:4, erzielt in fünf Spielen. Für die Gießener müßte das. eine eindruckvolle Mah- nung fein. Die drifte Mannschaft der Spielvereinigung fährt voraussichtlich zu einem Geftllschaftsipiel nach Großen-Duseck, um mit der dortigen zweiten Mannschaft die Kräfte zu messen. Ein Sieg der Gießener liegt im Bereich der Möglichkeit. Allerdings, der Platz hat seine Tücken. Die vierte Mannschaft 1900s bringt vormittags auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe ein Der- bandsw'ederholungsspiel gegen Daubringens zweite Elf zum Austrag. Die erste Begegnung sah D^lubringen als tnappcn 2:1-Eieger. Es besteht die Möglichkeit, daß die Gaste abermals als Sieger vom Platz gehen. Die erste Jugend ist immer noch spielfrei. Die zweite Jugend hat vormittags auf dem 1900- Spvrtplatz die gleiche Mannschaft des VfB. zum Gegner. Anschließend spielt die dritte Jugend gegen die erste Jugend von Watzenborn-Steinberg. Die erste Schülermannschaft unternimmt eine Reise zum Wetzlarer Sportverein, um mit den dortigen Schülern die Kräfte zu messen. VfB. Gießen. Die Ligamannschaft trägt am Sonntag das achte Verbandsspiel aus und beendet damit die Vorrunde. Sie muß wiederum nach Kassel, wo sie Gegner der Liga des Spielvereins ist. Vor Beginn der Serie räumte man der Platzelf auf Grund ihrer überaus günstigen Gesellschaftsspielergebnisse die meisten Chancen für die Gruppenmeisterschaft ein. Sie schnitt dann jedoch in den Punktspielen überraschend schlecht ab. Die DfB.- Elf hat in den letzten Spielen ebenfalls stark enttäuscht. Was in erster Linie nottut, ist, daß die Elf den nötigen Kampfgeist und Siegeswillen aufbringt. Handball der Sp.-Vg. 1900. Am Sonntag tragen 1900s erste und zweite Handballmannschaft Freundschaftsspiele aus. Die erste Elf empfängt vor dem Ligatreffen die erste Mannschaft des Tv. Wieseck, die zweite Garnitur weilt auswärts. Gastgeber ist der ebenfalls der ADT. angehörige Tv. Burkhardsfelden, der den Gießenern mit seiner ersten Mannschaft gegenübertritt. Was den Ausgang der beiden Treffen angeht, so wird man auch hier die Erfahrung machen können, daß sich die Spielkultur der ADT.-Bereine in letzter Zeit beachtlich gehoben hat und daß sie ernstzunehmende Gegner ab- geben. Falls die Spielvereinigungsleute sich in ihrer seitherigen Form präsentieren, sollte jedoch in Gießen ein knapper Sieg und in Burkhardsfelden ein Unentschieden zu erringen sein. Handball im Gau Hessen (O.T.) Mto. Gießen — Tv. weßlarRiedergirmes. Am Sonntag kommt auf dem Mtv.»Sportplätze das wichtigste und wohl aud) für die Meisterschaft in der zweiten Gaugruppe entscheidende Der- bandsspiel zum Austrag. Die ersten Mannschaften der beiden Tabellenersten, des Turnvereins Weh- lar°Riedergirmes und des Gießener Männerturnvereins, stehen sich gegenüber. Der Ausgang dieses Entscheidungsspieles steht — das Vorspiel endete unentschieden 7:7 — völlig offen. Die zweite Mannschaft des Männerturnvereins empfängt ebenfalls auf eigenem Platze die gleiche Mannschaft des Turn- und Sportvereins Butzbach. To. 1846 Gießen I — Grohen-Vufeck I. Im Verbandsspiel steht die 1. Mannschaft der 1. Elf des Tv. Großen-Buseck am Sonntag Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Rechthold. Braunschweig 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Ich habe mich doch noch gar nicht besinnen können", stotterte Primo, und er fühlte den Schlag seines Herzens ganz eigenartig, wie den Schmerz, den der bloßgelegte Rerv eines Zahnes verursacht. „Sie haben sich wohl nicht besinnen können? Dann tun Sie es aber jetzt, denn ich muß Sie allerlei Wichtiges fragen", war die Antwort, „ilnb da Sie den roten Lappen so lange anbehalten haben, können Sie ihn meinetwegen auch weiter anbehalten, es ist das wahrscheinlich sogar notwendig." Er ging voraus in das Bureau, winkte einem kleinen, dürftigen Kerlchen mit kalten, schwarzen Froschaugen. Der hüpfte förmlich herbei, und nun im Bureau warf der Kommissar Primo Duero ein Reh von Fragen über, in dem er bald herum- zappelte wie ein armer, gefangener Fisch. Mehr und mehr fühlte er, wie sich die Maschen des Rehes um ihn herum zusammenzogen. Er wehrte sich wie verzweifelt. „Das ist doch alles Tollheit I" brauste er auf. „Wenn Ihnen der Schuhmann meldete, die Portern will mich gegen fünf Uhr in die Wohnung haben gehen sehen, muß die Frau betrunken gewesen sein. Mir hat sie ja dasselbe gesagt. Ich kann doch aber nachweisen, ich bin mit den Leuten unseres Geschäftes auf dem Korso gewesen. Um acht Uhr fino wir mit dem Wagen zurückae- kommen, und da sagte mir die Portern, mein Vater mache nicht auf, und ich wäre hier gewesen. Ach, was weiß ich, was noch für Unsinn." Der Kommissar wiegte den Kopf bedächtig hin und her. „Sie sollen mit Ihrem Vater nicht allzu gut gestanden haben. Die Portern meint, er hätte Sin stets unterdrückt." — Cs klang lauernd. Primo Duero dachte: Wieviel mochte die Por- tera schon in dem Augenblick zusammengeschwatzt haben, den sie vielleicht vor der Tür mfit dem Kommissar geredet. Ein paar Sekunden später stand die Portern selbst im Bureau, schrie in einer Art von heiligem Eifer den Kommissar an: „Sennor, ich habe Don Primo gesehen. Kurz vor Fünf ist er in die Wohnung gegangen. Ich kenne doch feine Gestalt!" Sie wollte weitereifern, doch der Kommissar sagte verweisend: „Warten Sie meine Fragen ab, antworten Sie nur darauf." Es war, als schnitte er den Redesaden der erregten Frau wie mit einem scharfen Messer ab. Primos Gesicht brannte. „Herr Kommissar, es ist unmenschlich, was ich jetzt erdulden muß durch diese leichtfertige Schwätzerin, die nicht weiß, was sie redet. Wie ich mit meinem Vater stand, ist meine Privatangelegenheit. Vater hat es mir aber nie an etwas fehlen lassen, und wenn er kein weicher Charakter war, so hatte ich ihn doch lieb." Er zitterte arm ganzen Leib. „Seit ich ihn so wiederfand, bin ich mir dessen erst so recht bewußt geworden. Herr Kommissar, diese Frau bringt mich in den schrecklichsten Verdacht den ich mir nur vorzustellen vermag, ich bitte Sie dringend, mein Alibi zu erproben. Die anderen Angestellten unseres Geschäftes können und werden mir bezeugen, daß niemand von unS während der Korsofahrt das Auto verlassen hat. Außer, daß wir fünfzehn Minuten vor einer Bar Rast machten. Und in den fünfzehn Minuten tarnt ich doch unmöglich den Weg vom Paseo de Gracia bis hierher und wieder zurück gemacht haben. Außerdem haben mich alle dort gesehen, während der Zeit, wie ich mich mit, unserer Verkäuferin Sennorita Eva Hirtberg unterhielt." Der Kommissar sann nach, sagte ein wenig freundlicher: „Es wird alles nachgeprüft werden. Sehen Sie sich, wenn Sie wollen. Er entließ die Portera vorläufig und rief einem Schutzmann nebenan zu: „Die Sennorita soll kommen." Gleich daraus trat Montserrat ein. Sie war totenbleich und doppelt start wirkte die Blässe im Gegensatz zu dem schwarzen Samtmantel, den sie trug. Sie war schlank und groß, und ihre Augen hatten einen verstörten, wirren Ausdruck. Sie war noch genau so gekleidet, wie sie vom Ausgang gekommen, und sie zog jetzt den kleinen schwarzen Filzhut vom Kopf, dessen glänzendes Haar knabenhast glatt über der schönen, geraden Stirn zurückgebürstet war. Das Gesicht war schmal und die Augen tiefdunkel. Sie zitterte stark und stöhnte: „Quälen Sie n.ich nicht zu sehr, ich weih ja doch nichts, gar nichts. Ich kam ja erst, als die Schutzleute schon hier waren." Der Kommissar schob ihr einen Stuhl hin. „Ruhig, Sennorita, nehmen Sie sich zusammen. Vielleicht können Sie doch etwas dazu beitragen, den Mörder zu entdecken. Vor allem, in welchem Verhältnis stehen Sie zu dem Toten? Sie sind die Tochter, nicht wahr?" „Rein, seine Richte", quälte Montserrat hervor. „Ich bin Waise und er hat sich meiner an» genommen. Ich führe den Haushalt und ich — auf dem Universitätssportplatz gegenüber. Beide Mannschaften dürften wirklich bemüht sein, die Punkte an sich zu reihen, denn Buseck will seine Spitzenstellung festigen, die Einheimischen aber wollen die Schlappen der letzten Sonntage wett- mochen. Die 2. Mannschaft hat Grohen-Busecks 2. Mannschaft im Freundschaftsspiel zu Gast. Wenn die 1846er in der vorgesehenen Aufstellung antreten, werden sie kaum zu schlagen fein. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Zum letzten Serienspiel muh Gießen II am kommenden Sonntag nach Treis, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutreten. Gießen wird sich sehr um Sieg und Punkte bemühen müssen. Wieseck erfüllt mit drei Mannschaften eine Rückspielverpflichtung in Vilbel. Die Vorspiele, die auf beachtlicher Höhe standen, konnte Wieseck auf eigenem Platze olle für sich entscheiden. In den kommenden Spielen dürfte die erste Mannschaft aber wenig Siegesaussichten haben, da sE-lM viel Ersatz antreten muß. Die Ib und 1. JuMwmannschaft dagegen dürften nicht ohne SiegesMtzsichten die Fahrt unternehmen. Handball. Wiesecks Handballelf erfüllt eine Rückspielverpflichtung in Friedberg. Gegner ist die erste Elf der Sportabteilung Schwarzrotgold. Im Vorspiel siegte Wieseck mit 9:2 Toren. Im kommenden Spiel, das die Mannschaft mit Ersatz bestreiten muß, dürfte ihnen trotzdem der Sieg nicht zu nehmen sein. Spiele der „Deutschen Zugendkrast". Bezirk TBetterau. In der ^-Klasse fand nur eine Begegnung statt, und zwar empfing Ober-Wöllstadt die Abteilung Ilbenstadt. Trotzdem Ilbenstadt nur mit 10 Mann antreten konnte und ein weiterer Spieler wegen Verletzung ausscheiden muhte, konnte die Mannschaft doch ein Unentschieden, 2:2, erringen. In der 8-Klasse fändert drei Begegnungen statt. Ober-Wöllstadt empfing Gießen. Ober- Wöllstadt mit nur 10 Mann im Spielfeld mußte sich Gießen mit 5:2 beugen. Rieder-Mörlen war in Ober-Mörlen zu Gast. Ober-Mörlen war überlegen und konnte seinen Rachbam mit 8:2 geschlagen nach Hause schicken. Friedberg war zu seinem letzten Spiel in der Vorrunde nach Rockenberg gefahren und wußte auch hier mit 8:0 zu siegen. Berliner Eishockeysieg in England. Die zu Trainingszwecken in England weilende verstärkte Eishockeymannschaft des Berliner Schlittschuhklubs trug am Donnerstag in Brighton bei London ihr erstes Wettspiel gegen eine englische Kombination aus. Trotz der geringen Vorbereitungszeit konnten die Berliner ihr Debüt erfolgreich gestalten. Rach ausgeglichenem Kampf blieb der BSC. knapp mit 3:2 siegreich. Das erste Spieldrift:! endete torlos, dann kam Berlin durch Kummetz im zweiten Spielabschnitt zum ersten Treffer, während das letzte Drittel jede Partei zweimal erfolgreich sah. — In der englischen Sieben wirkte auch der in Berlin bestens bekannte Kanadier Sex ton mit. " —• Deutsche Fliegerin zum Langstreckenflug gestartet. Die bekannte deutsche Fliegerin Marga von Etzdorf startete am Freitagvormittag in Tempelhof mtt einer „Junkers Junior" zu einem Alleinflug, der sie über Würzburg, Basel, Lyon,, Aimes, Barcelona, Malaga, Agadir, Teneriffa. Oran, Tunis, Ttipolis nach Sizilien führen wird. Von dort aus will die unternehmungslustige deutsche Fliegerin vermutlich über Wien nach Berlin zurückkehren. Frl. v. Etzdorf, die vor einiger Zeit bereits einen Flug nach Konstantinopel unternommen hatte, will die Strecke in etwa drei Wochen bewältigen. Deutsches Turnfest Die Vorbereitungen zum 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart werden in Bälde mit Tatkraft in Angriff genommen werden. Der Hauptausschuh der DT. hat der endgültigen Uebertragung des Deutschen Turnfestes nach Stuttgart einmütig zugestimmt, und die Fachwarte der DT. waren selbst in Stuttgart, um an Ort und Stelle von dem Stande der Vorbereitungen Kenntnis zu nehmen. Das Fest selbst soll 1933 stattfinden. Voraussichtlich dürfte es zu einer Riesenkundgebung der DT. für die deutsche Turnsache werden und alle Vorgänger noch an Umfang weit übertreffen. Waren beim letzten Deutschen Turnfest in Köln 1928 über 200 000 Turner und Turnerinnen zur Stelle, so rechnet man beim Stuttgarter Turnfest noch mit wesentlich mehr Teilnehmern. Stuttgart selbst ist wie geschaffen für das Fest, versteht man es doch, in Stuttgart Gäste aufs beste zu empfangen. Auch die Unterbringung^» frage scheint sehr gut geregelt zu sein, denn das Deutsche Turnfest ist nicht etwa eine sie nicht berührende Verkehrsangelegenheit für die Stuttgarter und den Schwaben, sondern eine schwäbische, an der das ganze Volk ohne Unterschied religiöser oder parteipolitischer Einstellung beteiligt ist. Auch die technischen Vorbereitungen für das Fest selbst sind im besten Werden. Auf dem Cannstatter Wasen wird eine riesenhafte Anlage geschaffen, die allen Erfordernissen eines Datschen Turnfestes entspricht. Man hat einen Platz von 65 Hektar Größe zur Verfügung gestellt. Dieser wird entsprechend den Bedürfnissen des Festes ausgebaut werden: insgesamt können 180 000 Zuschauer untergebracht werden, und die 1933 in Stuttgart gleichzeitige ^Betätigung von 75 000 aktiven Turnern und Turnerinnen soll ermöglicht werden. Bei diesen Anlagen können alle Uebungsarten, die die Deutsche Turnerschaft »pflegt, zu ihrem Rechte kommen. Rur die Schwimmwettkämpfe müssen im 1200 Meter entfernten Untertürkheimer Stadion ausgettagen werden. Eine Anfahrtstrahe ist bereits im Bau, die den gewaltigen Verkehr regeln wird. Auch ist die Anlage ausreichender Straßenbahnlinien in Aussicht genommen. Auch die Reichsbahn errichtete auf der Cannstatt-Seite einen Festbahnhof „Stadion". Ebenso ist für einen Kraftwagenpark für 3000 Wagen Sorge getragen. Jür die gewaltigen Massenvorführungen der allgemeinen Freiübungen steht eine Festwiese im Ausmaß von 330X410 m zur Verfügung. Diese kann von einem 200x400 Meter großen Aufstellungsplatz aus durch sechs Tunnels betreten werden. Damit sind die Vorbedingungen für das gute Gelingen des Turnfestes in jeder Beziehung ge» schäften. Wie wir hören, sollen schon in »den nächsten Wochen die Platzanlagen in Angriff genommen werden. Die Stuttgarter Turner selbst werden in Kürze die Festausschüsse bilden, die die Vorarbeiten zu erledigen haben. Wie groß die Begeisterung in ihren Reihen ist, geht wohl am besten aus der Tatsache hervor, daß sie bereits über 600 000 Mk. als Grundstock für einen etwaigen Unterschuß aufgebracht haben. So kann man dem 15. Deutschen Turnfest im Jahre 1933 mit größten Erwartungen entgegen« sehen, wenn die wirtschaftliche Lage sich einigermaßen günftig gestalten wird. Sie preßte die Hand aufs Herz und schluchzte fassungslos auf. „Es ist ja nicht möglich. Lieber, guter Gott, es ist nicht möglich. Wer konnte ihn denn töten? Er hat doch niemand etwas getan." Ströme von Tränen ergossen sich über ihre Wangen. Montserrat Duero war zunächst nicht mehr vernehmungsfähig, aber sie blieb im Bureau. Der Kommissar ging an den Geldschrank, dessen Tür nur angelehnt war und rief Primo Duero herbei. „Wissen Sie, was sich in dem Kassenschrank befand, so daß sich feststellen läßt, ob was fehlt?" Primo fuhr sich mit der Hand über die schmerzende Stirn. „Ich glaube es genau zu wissen." Das Telephon klingelte. Der Kommissar nqhm den Hörer ab. „Hallo, hier Bureau Juwelier Duero!" Er lauschte. Eine markante Stimme antwortete: „Hier Hotel Ritz, Marques de Palma. Ja, sagen Sie nur, Sennor Duevo, was soll denn das heißen? Sie wußten genau, daß ich heute kommen würde, um die blauen Brillanten abzuholen. Run war ich aber schon zweimal umsonst bei Ihnen! Ihr Geschäft war geschlossen und niemand in Ihrer Wohnung, um mir zu sagen, wann Sie zurück- kommen. Meine Frau möchte den Schmuck heule im Liceo tragen. Ich hinterließ bei Ihrer Portern, Sie mähten mich im Hotel anrufen. Ich bitte, mir sofort den Schmuck zu senden, da er, wie Sie wissen, schon vor acht Tagen durch Dank- übcrweisung bezahlt wurde." Der Kommissar sann flüchtig nach, dann hörte Primo das rauhe Organ sagen: „Hier am Apparat ist nicht der Juwelier Duero, sondern Kriminalkommissar Duxeda. Jose Duero ist heute nachmittag erschossen worden, und ich muß Sie bitten, Sennor Marques, sich mit dem Schmuck zu gedulden, bis erst einmal die Untersuchung abgeschlossen ist. Ich werde Sie sogar mit ein paar Fragen belästigen müssen, weil Sie heute nachmittag, respektive gegen Abend, hier im Hause gewesen sind, und die kleinste, anscheinende Nebensächlichkeit oft schon zur Entdeckung eines Mörders geführt hat." Der Kommissar wollte noch etwas hinzufügen, als ihn ein entsetzter Ausruf aus dem Munde Primo Dueros förmlich vom Telephon weg- rih. „Ja, was haben Sie denn?" fragte er kopfschüttelnd den jetzt am weit offenen Kassenschrank Stehenden, der auf eine Stelle darin stierte. Primo riß mit nervösen Fingern an den roten Pluderhosen herum. „Das ©tut, in dem die blauen Brillanten gewesen, ist fort. Dort stand es, ich weih es genau. Heine Rechte hob sich und deutete in ein Fach. „Ich selbst mußte sie heute mittag dort aufheben, Vater stand dabei neben mir.“ „Vielleicht hat Ihr Vater den Schmuck inzwischen wo anders aufgehoben!" sagte der Kommissar. In dem Moment klopfte es. Ein Schutzmann erschien. „Die Schachtel lag draußen halb unter dem Toten." Er hielt dem Kommissar ein dunkelgrüne-, schmales Samtetui entgegen. Aber Primo Duero riß es ihm aus der Hand und öffnete es mit heftig zitternden Händen. » „Leer!" murmelte er, und das elegante ©tut entfiel ihm. Wie ein Hauch setzte er hinzu: „In dem Kästchen befanden sich die blauen Brillanten des Marquies de Palma. Er kaufte sie von meinem Vater für fast eine Diertelmillion Peseten und lieh sie als Anhänger für die Mar- quesa fassen. Vater kaufte sie von einem indischen Fürsten. Es waren seltene Steine. Fast taubeneigrohe Brillanten mit bläulichem Schimmer." Er wankte zu einem Stuhl und stützte den schmerzenden, von Gedanken wirbelnden Kopf in die Hände. x Wer ermordete seinen Vater, wer stahl die blauen Brillanten? Montserrat wimmerte leise vor sich hin. Er erhob sich schwerfällig. „Arme Montserrat", er legte ihr die Hand auf die Schulter. Doch im seiden Augenblick schon schleuderte sie die Hand fort mit allen Zeichen des Entsetzens. „Rühr mich nicht an, du, ehe du dich klar und rein gewaschen hast von dem schrecklichen Verdacht." Dcr Kommissar blickte von einem zum anderen, sagte dann langsam: „Sie werden sich für die Rächt nach einem Heim um sehen müssen, Sennorita, denn die Wohnung und das Geschäft werden zunächst, solange die Untersuchung dauert, von der Polizei beschlagnahmt werden. Sie, Sennor Duero, muh ich leider verhaften." Primo war keiner Antwort fähig, nur seine Schultern zogen sich zusammen, als hätte man ihnen eine unerträglich schwere Bürde aufgepackt. Er stand mit zusammengebisienen Zähnen und wie ein Schluchzen drängte es sich In ihm hoch. Das war das Ende vom Rosenmontag, das war das Ende dieses halben Faschingstages. Dein Aschermittwoch begann schon heute. Er warf Montserrat einen langen Mick zu. Kein Vorwurf war darin, keine Anklage, nur grenzenlose Trauer, weil sie ihn einer so furchtbaren Tat für fähig hielt. Er sank in sich zusammen, wahrlich, sein Aschermittwoch begann. (Fortsetzung folgt.) Preußen. Kreis -üctzlar. 3 Krofdorf, 14. Nov. Ortsgerichtsvorsteher Karl Pfeiffer hat fein A m t nach über zwanzigjähriger pflichttreuer Führung im hohen Alter von M Jahren niedergelegt. Er war von Januar 1900 bis Januar 1912 auch Gemeindevorsteher der Gemeinde Krofdorf Gleiberg. Als neuer Ortsgerichts. Vorsteher ist der jetzige Gemeindevorsteher Karl Will ernannt worden. Zum hiesigen Ortsgericht gehören die Gemeinden Krofdorf-Gleiberg und Vetzberg. — Die Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg hat in ihrer jüngsten Sitzung u. a. beschlossen: Der Bau einer n e u e n B e. tonbrücke über den Gleiboch wurde dem Unternehmer Ernst Schubecker in Gleiberg auf Grund seines Angebots zu 1974,72 Mark übertragen. Als Lohnsätze für die Holzfällungsarbeiten im Gemeindewald im kommenden Winter schlägt die Vertretung folgende Sätze vor: Nutzholz 3,20 Mark je Festmeter, Derbholz 3,30 Mark je Raummeter, Buchenreiser 0,90 Mark. Eichenreiser 0,80 Mark je Raummeter, Stangen 1. bis ^Klasse 4 Mark je Jestmeter, Stangen 4. Klasse 6 Mark je 100 Stück. Der Vertreter des Baugewerkbundes, der Organisation der Holzhauer, erklärte sich mit diesen Lohnsätzen nicht einverstanden. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden. Gemeindeoerordneter Gustav V a l e n • t i n (Gleiberg) hat fein Amt niedergelegt. An seine Stelle soE Ludw. S ch u p p zu Krofdorf (155) berufen werden. Sodann nahm die Gemeindevertretung eine Entschließung gegen d i e geplante enorme Erhöhung der Tabak st euer an. Sie begründet dies damit, daß in unserer Gemeinde die Zigarrenfabrikatton stark betrieben wird und die bei Einführung der Steuererhöhung nicht zu vermeidende Lahmlegung dieses Industriezweiges sich katastrophal auswirken wird. Die Entschließung soll unter Hinweis auf die nachteiligen Folgen einer weiteren Belastung der Zigarrenindustrie höheren Orts vorgelegt werden. 3 Odenhausen, 14. Roo. Unserer Volksschule ist von der Schulabteilung der Regierung in Koblenz ein Radio-Empfangsapparat mit Netzanschluß und Lautsprecher überwiesen worden. Die Gemeinde als Schulverband hat einen Teil zu den Anschaffungskosten zu zahlen sowie für die Anbringung der Hochantenne und für die laufende Unterhaltung aufzukommen. c*o Münchholzhausen, 14. November. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern gegen 18 Uhr auf der Straße zwischen hier und Dutenhofen. Der 70 Jahre alte Landwirt Karl A l t • haus wurde von tinem hiesigen Motorrad- fahreroonhintenumgefahrenundzur Seite geschleudert. Der bedauernswerte Mann erlitt durch den Sturz einen Doppelbruch des linken Beines. Nach erster Hilfeleistung durch den Arzt aus Dutenhofen mußte der Schwerverletzte in die Chirurgische Klinik zu Gießen verbracht werden. Die polizeilichen Ermittlungen über die Schuldfrage sind im Gange. — Am gleichen Abend geriet auf der Straße zwischen hier und Groß- Rechtenbach das Personenauto eines Reisenden aus Hessen i n B r a n d. Das Autoverbrannte in kurzer Zeit bis auf die Eisenteile. 00 Hörnshei m 14. Nov. In der Wohnung des Zementarbeiters Wilhelm Volk brach um die Mittagszeit ein Küchenbrand aus, der leicht schlimmere Folgen hätte haben können. Volk hatte dieser Tage ein Schwein hausgeschlachtet und seine Frau war damit beschäftigt, das bei der Schlachtung gewonnene Schmalz auf dem Küchenherde auszubraten. Hierbei fing das Schmalz Feuer, und im Nu stand der ganze Schmalztopf in Flammen. Das Feuer dehnte sich in der Küche so rasch aus, daß die sich gerade beim Mittagessen befindliche Familie sich kaum aus der Küche retten konnte. Durch den Brand wurde eine Anzahl Küchengerätschaften vernichtet außerdem wurde auch die Küche selbst an Wänden, Dwte »sw. erheblich beschädigt. $ Erda, 14. Äov. Bet der hier adgehnltenen Treibjagd wurden 72'Hasen zur Strecke gebracht. Der Iagdpächler hatte dabei angeordnet, daß 'Rehe nicht geschossen werden sollten, da voraussichtlich eine besondere Zagd auf Rotwild stattfinden soll. — Zu den H>^IZ hauerarbeiten, die in diesem 2ahre vkrchgeführt werden sollen, haben sich — ein Zeichen der großen Arbeitslosigkeit — hundert Mann gemeldet. Die Löhne wurden in der im Dorjahre bezahlten Höhe beibehalten. Kirche und Schule. mr. Grebenau, 14. Nov. Am Sonntag fand in unserer Kirche die ordentliche Kirchen- Visitation durch Dekan Dr. Unverzagt aus Alsfeld statt. Nach dem Hauptgottesdienste, in dem der Ortsgeistliche die Predigt hielt, hielt Dekan Unverzagt eine kurze Ansprache. Er ermahnte die Ge- meindcglieder, der Kirche mnb ihrem alten Glauben die Treue zu halten und sich ganz besonders in der heutigen Notzeit fester zusammenzuschließen. ** Eingesandt. (Für Form und Inhalt oller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Kampf um den Milchpreis. Der feit einiger Zeit im Gießener Bezirk geführte Kampf um den Milchpreis findet auch in Leihgestern besonders lebhaftes Intereße, da von hier aus große Quantitäten Milch täglich zum Verbrauch nach Gießen geschickt werden. Bei der Auseinandersetzung zwischen den am Milchpreiskampf interessierten Personen konnte man u. a. auch die Meinung hören, wenn die Landwirtschaft einmal den Handel mit Milch allein in Händen habe, könne man eher mit einem Preisaufbau, als mit einem Preisabbau rechnen. Diese Meinungsäußerung läßt den Schluß zu, daß jene Personen die Geschäftsgepflogenheit einzelner Milchhändler bzw. der Molkerei in Gießen gar nicht kennen ober nicht verstehen. Besser und richtiger wäre es, wenn man sich auf der Gegenseite einmal vor Augen halten würbe, baß ber Handel mit Milch (abgesehen von bem kleinen Milchhändler) doch ganz ansehnliche wirtschaftliche Erfolge bringt, wofür ja ein aufmerksamer Blick in die Neustadt in Gießen beweiskräftig genug sein wird. Ich will mich hier nicht in den Streit einzelner Orte mit den Milch Händlern einmischen, aber ich sehe es als meine Pflicht an, die Oeffentlichkeit über die außerordentlich große Preisspanne, die seither von dem Milch- erzeugerverband bekämpft wurde, aufzuklären. Als Vorsitzender einer Genossenschaft wohnte ich öfters den betreffenden Verhandlungen bei, und so habe ich doch sicherlich In der Frage der Prslsspanne zwischen dem Einkaufs- und dem Verkaufspreis der Milch ein besseres Urteil als ein Außenstehender, der wohl, kaum richtig orientiert ist. Ich habe bisher noch niemals mabrfleeommen, daß derMilcherzeugerverband erklärt hatte, der Verbraucher bekäme die Milch zu billig. Dagegen ist aber doch unbestreitbar richtig, daß bei einem Milchverkaufspreis von 32 Pf. pro Liter der an den Erzeuger gezahlt» Preis von 16 Pf. pro Liter viel zu niedrig ist. Es ist doch gewiß keine anfechtbare oder unsoziale Forderung, wenn verlangt wird, die Spanne von 100 v. H. zwi'hen dem Gin» kauss- und dem Verkaufspreis zu verringern. Selbst die beste Rechenkunst wird hierbei nicht ausreichen, eine Spanne von 100 v. H. als annehmbar zu erklären, zumal wenn man bedenkt, wie nahe Leihgestern bei der Stadt Gießen liegt. An dieser Tatsache wird auch eine Rechenkunst nichts ändern können, die es zustandebrinaen will, Riesengewinne Rull für Null aufgehen zu laßen. Meines Erachtens dürfte es ratsam fein, daß der Milcherzeugeroerband eine öffentliche Versammlung anberaumt, in der manches Dunkle in der Frage der Milchpreisgestaltung auf- gehellt und erklärt werden kann. Der Milcherzeuger- verband könnte dadurch roohl auch mithelsen, daß die Erzeuger und die Verbraucher, der Not der Zeit gehorchend, sich engdr als seither zusammenschließen, denn nur dadurch konnte für beide Teile etwas Vorteilhaftes erreicht werden. Im übrigen möge man allerseits bedenken, daß Angebot und Nachfrage auch beim Handel mit Milch gelten, und daß auch der kleine Landwirt schwer um feine Existenz zu ringen hat, ebenso wie jeder Arbeiter und kleine Beamte. Ich werde gern bereit sein in einer öffentlichen Versammlung noch manchen Andersdenkenden In dieser Sache zu belehren und hosfentlich auch zu bekehren. In der Form von Zeitungsartikeln sehe ich aber für mich diese Angelegenheit als erledigt an. Karl Textor II., Leihgestern. r—1 Künstliche Augen ^fertigen n.d. Natur«. passen ein EAdMüller Söhne Wiesbaden le Gleiten: Unlversltflts-Augenklinik, Friedrichstraße, vom 20. bis zum 22. November 1930. 77“V so8e MAGGI1 Bratensoße — der kochfertigen Soße in Würfelform — r5lwr awU — 1 15 — QbOovG MAG GI Otvuvj' 440114*44-' '&M44' ^lv<^llH Bekanntmachung. Betr.: Schlachthofgebühren. Mit Genehmigung des Herrn Hessischen Ministers des Innern vom 13. Oktober 1930 zu Nr. M. d. 1.11/8697 ist eine Neufestsetzung der Wagenreinigungs- und Des- infektionsgebühren sowie der Gebühren für Dieheinstellung im Städtischen Schlachthof erfolgt. Auf die Veröffentlichung des Gebührennachtrags im Amtsoerkündigungsblatt Nr. 82 vom 7. November 1930 wird verwiesen; ein Abdruck hiervon ist außerdem im Aushang des Städtischen Schlacht- bofs angefchlagen. Der Nachtrag zum Ge- oührentartf ist am 8. November 1930 in Tümmm 89 200cm gr.m.gsp.Fiilig. IrRli 15cm tf.Fttr.und Bekldg. I III UII Mk.26.- p.Stück, Haustüren, Glasabschlüsse. Fensterläden 12 300 lsd. Meter Drainagearbeiten und 1 400 Zentner Fuhrleistungen in einzelner. Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf der Hessischen Bürgermeisterei Oppenrod, Kreis Gießen, offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Montag, de..r 24. November 1930, vormittags 9/ Uhr, einzureichen find. Zuschiaasfrist drei Wochen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 12. November 1930. Hessisches Kulturbauamt. H. St e i n d a ch, Regierungsbaurat. Solinger Stahlwareniabrtk liefen (OT11» Tafelbestecke direkt an Private. Tafelbesteck. 72tetltg. fdnuerfte Versilberung 100, nur Mk. 115.—. Garantie. Vtefernnt von Behörden. HoielS. Krankenhäuser ukw. Zahlreiche Anerken, nungöschreiben. 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Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die verflossene Woche stand anfangs unter tem Einfluß der amerikanischen Wahlen. Der Sieg der Demokraten verstimmte an der Äcuyorker Dorfe und trug dadurch auch zur Verschlechterung der Stimmung am Frankfurter Börsenplatz bei. Aus- träge waren kaum eingelaufen, so daß das Geschäft nur kleinstes Ausmaß annehmen konnte. Das Farbenkommunique befriedigte nicht, obwohl der Geschäftsgang als eher günstig bezeichnet wurde. Man vermißte Angaben über die Dividendenausschüttung. Die Börse wurde wieder schwächer, zumal von einem Bonus von 1 Prozent keine Rede sein kann. Die Kulisse gab Material an den Markt, und die Kurse gaben durchweg um bis zu 3 Prozent nach. Zwischendurch wurde die Stimmung jedoch wieder sreundlicher. Auf dev anderen Seite kamen aber wieder ungünstige Momente dazwischen, so daß die Börse erneut ohne Halt war und wieder zur Schwäche neigte. Das Anwachsen der Haldenbestände im Ruhrbergbau und der unbefriedigende Absatz wurden als besonders nachteilig empfunden. Aber auch die sich weiter ausdehnende Orderlosigkeit drückte stark auf die Stimmung. Eine leichte Besserung ging jedoch später von dem ruhigen Verlauf der österreichischen Wahlen aus', man war über das Ergebnis besriedigt. Dem Berliner Metallschiedsspruch stand man mit geteilter Meinung gegenüber, da man sich erst dann eine Besserung der Wirtschastslage verspricht, wenn von Unternehmerseite eine energische Preisreduktion vorgenommen worden ist. Vereinzelt bekundete das Publikum wieder etwas Interesse. Cs traten kleinere Kursbesserungen ein. Die Frachtermäßigung für Kaliprodutte zog das Hauptinteresse auf den Kalimarkt, die auch vorübergehend stärker an- ziehen konnten. Die Gewinne gingen aber bald wieder allgemein verloren, da in größerem Umfang herauskommendes Material stark auf das Kursniveau drückte. Besonders waren Rheinische Braunkohlen und Deutsche Linoleum angeboten, die bei einem Vergleich mit den Kursen gegenüber der vergangenen Woche um bis zu 15 Prozent einbüßten. Der Wochenschluß stand nach vorübergehend zuversichtlicherer Tendenz wieder stark unter Druck. Es kam erneut Material heraus, aber nicht mehr in sehr großem Umfang. Rur Otavi Minen machten eine Ausnahme und konnten im Zusammenhang mit dem Anziehen der Kupferpreise sestere Kurse erzielen. Die festere Reuyorker Börse konnte kaum eine Stütze bieten, jedoch besserte sich das Kursniveau auf Rück- deckungen der Kulisse wieder etwas, so daß die Kurse gegenüber der vergangenen Woche mit Ausnahme einiger Papiere im allgemeinen behauptet waren Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen bei geringem Geschäft leicht gedrückt. Von Ausländer erholten sich Bosnier etwas. Dagegen waren aber Anatolier und Mexikaner wieder schwächer. Tagesgeld war trotz des bevor- stehenden Medios mit 3,75 Prozent verhältnismäßig leicht. Am Devisenmarkt hat sich nur wenig geändert Der französische Franken konnte sich beträchtlich befestigen. Die Reichsmark lag ebenfalls fest. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Der Frankfurter Getreidernarkt wurde in der verflossenen Woche anfangs von den Vorgängen am Weltmärkte kaum berührt. Unter dem Einfluß stärkerer Rachfrage der Mühlen bei sehr knappem Angebot aus der Landwirtschaft, die durch das schlechte Wetter in den Feld- und Druscharbeiten im Rückstand ist und dadurch kaum Ware an den Markt bringt, konnten die Preise am hiesigen Markt zunächst sehr stark anziehen. Gegen Wochenschluß ging aber ein Teil der Gewinne wieder verloren, da die flauen Auslandmeldungen jetzt doch etwas Eindruck machten und die Händler sich große Zurückhaltung auferlegten. Das Angebot in Jnlandweizen war aus dem erwähnten Grunde sehr knapp, und es konnten, auch im Zusammenhang mit der starken Auswärtsbewegung der Weizenpreise in Berlin, erhebliche Preisgewinne erzielt werden. Rament- lich rheinische Mühlen sollen unter dem Druck des hohen Dermahlungszwanges ziemlich stark gekauft Habern Gegen die Vorwoche ergab sich eine Steigerung von 12 Mark per Tonne. Aus- landweizen weiter ohne Interesse. Roggen wurde von der Weizenhausse mit- gezogen, und es trat ein Gewinn von 5 Mark per Tonne ein. Die heimischen Mühlen zeigten nach wie vor sehr wenig Kauflust dafür, aber nach dem Riederrhein sollen weitere Abzüge getätigt worden sein. In Futtergetreide blieb der Handel wieder sehr schleppend, doch blieben die Preise für Hafer und Gerste unter dem Einfluß der festen Stimmung des Brotgetreidemarktes gut behauptet. Rur Braugerste war vereinzelt etwas gefragt. Das Wehlgeschäft hat sich, nachdem zu Ende der vergangenen Woche die Umsätze sehr lebhast waren, nach den verschiedentlichen Preiserhöhungen der Süddeutschen Mühlenkonvention sehr verlangsamt. Eine Ermäßigung der Forderungen zum Wochenschluß brachte keine nennenswerte Belebung. Aus zweiter Hand, die Weizenmehl bis zu 75 Pfennig unter Mühlenpreis anbietet, wurde gekauft. In Roggenmehl kam es vorübergehend zu etwas lebhafteren Käufen. Weizen- und Roggenmehle konnten immerhin bis zu 1 Mark per Doppelzentner anziehen. Mühlenabfälle waren weiterhin stärker beachtet und höher, namentlich Weizen- und Rogge n k l e i e, die je 0,75 Mark höher notierten. Kraftfuttermittel wurden von der allgemein festeren Stimmung des Marktes kaum beeinflußt und hatten im wesentlichen stilles Geschäft und meist uTUxrränbertc Forderungen. Kartoffeln hatten zu unveränderten Preisen weiter sehr ruhiges Geschäft. Hülsenkrüchte und Rauhfuttermittel unverändert. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen in Mark (für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo): Weizen 270 bis 271; Roggen 170; Sommergerste für Drauzwecke 200 bis 210; inl. Hafer 152,50 bis 157,50; füdd. Weizenmehl 41,50 bis 42,50; Niederrhein. Weizenmehl 41,25 bis 42.25; Weizenkleie 7,00; Roggenkleie 7,25; Kartoffeln per Zentner 1,80 bis 2,00 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die allgemeine Tendenz des Frankfurter Schlachtviehmarktes neigte in dieser Woche nach unten. Die wirtschaftliche Depression gab den Metzgern keine Veranlassung, größere Käufe vorzunehmen, so daß trotz des etwas geringeren Auftriebs die Umsatztätigkeit allgemein sehr klein war und zumeist größere Ueberstände verblieben. Besonders stark war das Angebot wieder auf dem Schweinemarkt, an dem über tausend Tiere mehr angetrieben waren. Der Preisrückgang von einer Reichsmark war jedoch relativ gering, wodurch die in letzter Zeit vorausge- fagte Stabilität des Schweinemarktes bestätigt sein dürfte. Das Geschäft war sehr schleppend, so daß hier der größte Ueberstand zu verzeichnen war. Gefragt waren jedoch weiterhin magere Fleischschweine und gute schwere Fett- schweine. Der Rindermarkt hatte im allgemeinen ziemlich unveränderte Preise. Rur Dullen, für die in letzter Zeit noch größeres Interesse bestand, waren stärker gedrückt. Cs traten Preiseinbußen von 3 bis 4 Mark ein. Für Kühe konnten sich die Preise etwas befestigen, da sie für die Wurstfabrikation gute Verwertung finden. Ochsen und Färsen konnten ihren Preisstand behaupten. Der Handel war ebenfalls sehr gering, so daß auch hier ziemlicher Ueberstand festzustellen war. Am Kälbermarkt war das Geschäft ruhig, doch waren gute Mittelkälber etwas mehr gefragt, während schwere und leichte Ware nur schwer, und meist nur zu Preiskonzessionen, abzusehen sind. Die Preise gaben auch hier überwiegend etwas nach, doch waren die Verluste mit 1 bis 2 Mark nicht allzu groß. Der S ch a s m a r k t hatte in dieser Woche etwas regere Rachfrage zu verzeichnen, was wohl in der Hauptsache auf die immer geringer werdenden Austriebe zurückzuführen fein dürfte. Die Preise konnten sich um 2 Mark befestigen. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1493 Rindern, darunter 277 Ochsen, 142 Bullen, 490 Kühen und 390 Färsen, ferner aus 1340 Kälbern, 487 Schafen und 6579 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 79 Kälber und 1045 Schweine mehr angetrieben, während 18 Rinder und 35 Schafe weniger dem Markte zugeführt wurden. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 55 bis 58, a2) 50 bis 54, bl) 44 bis 49. Bullen a) 50 bis 54, b) 45 bis 49. Kühe a) 44 bis 48, b 39 bis 43. c) 35 bis 38, d) 30 bis 34. Färsen a) 55 bis 58, b) 50 bis 54, c) 44 bis 49. Kälber b) 75 bis 78, c) 69 bis 74. d) 60 bis 68. Schafe al) 46 bis 50, b) 40 bis 45, c) 34 bis 39. Schweine a) 63 bis 65. b) 63 bis 65. c) 64 bis 63. d) 64 bis 66, e) 63 bis 65, Sauen 50 bis 55. * • Interessengemeinschaft in derZe - mentinbuftric. Die Portlandzementwerke Heidelberg—Mannheim—Stuttgart AG. und die Schlesische Portlandzement - Industrie AG in Oppeln haben einen Interessengemeinschaslsver- trag auf längere Zeit unter gleichzeitigem gegenseitigen Aktientausch abgeschlossen. frankfurter Börse. Frankfurt a. TO., 15. Nov. Tendenz geschäfts- los. 'Auch die Wochenschlußbörse verkehrte fast ge- s ch ä f t s 1 o s . und die Tendenz neigte weiterhin zur Schwäche, nachdem noch im Vorinittagsoerkehr die Stimmung freundlicher war. Der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die weitere beträchtliche Erhöhung des Käferpreises gaben der Hoffnung Nahrung, daß die Spekulation weitere kleine Deckungskäufe vornehmen würde, nachdem sie bereits an der gestrigen Abendbörfe kleine Käufe vorgenommen hatte. Da aber wiederum kaum Anregungen Vorlagen und auch die Spekulation kaum Interesse für die Börse zeigte, schritt die Kulisse zu w e i - tcren Abgaben, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse überwiegendKursverlustebis zu 1 v. H. eintraten. Verstimmend wirkte die ungünstige Lage in der Maschinenindustrie. Auch sollen von Großbankseite größere Verkaufs- orbers Vorgelegen haben. Die gehegten Befürchtungen, daß es sich um amerikanische Ab gaben handele, scheinen sich zu bewahrheiten. Die Kupferpreiserhöhung machte selbst für Kupferwerte kaum noch einen Eindruck, da sich die Steigerung durch die zu erwartende Produktionseinschränkung ergeben müßte. Die Umsatztätigkeit hielt sich in en g ft e n Grenzen. Etwas mehr im Angebot lagen Kaliwerte, die durchweg bis zu 1 v. H. ein» büßten. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.-Farben mit minus 0,5 v. H. relativ wenig verändert. Bon Elektrowerten lagen Schuckert mit 1,25 v. H. etwas stärker abgeschwächt, die übrigen Werte dieses Marktes gaben nur wenig nach. Am Montanmarkt fielen Gelsenkirchen mit einem 2-v. H.-Berluft auf. Bauunternehmungen und Banken waren meist gut behauptet. Deutsche Anleihen hatten kaum Geschäft. Bon Ausländern hatten Türken erneut unter Kursdruck zu leiden. Im Verlaufe trat eine Geschäftsbelebung nicht ein. Kleinste Nachfrage bewirkte ein Anziehen um Bruchteile eines Hundertteils. Eine Ausnahme machten Deutsche Linoleum, die auf Niick- deckungen gegen gestern abend zirka 3 v. H. gewannen. Der Pfandbriefmarkt war weiter still. Reichsschuldbuchforderungen etwas fester. Tagesgeld mit 5,5 v. H. in Anbetracht des Medios weiter stark gesucht. Am Devisenmarkt waren keine nennenswer- ten Veränderungen zu verzeichnen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1973, gegen Pfund 20,3840, London gegen Kabel 4,8563, gegen Paris 123,65, gegen Holland 12,0713, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 41,85. Berliner Börse. Berlin, 15. Nov. Auch die letzte Börse der Woche unterschied sich kaum von ihren Vorgängern. Wieder brachten die ersten Kurse gegenüber den Vormittagstaxen eine En11äuschung. Wieder war Ware da, und die Meinung, daß diese amert» kanischen Ursprungs sei, erhielt sich. Der gebesserte Schluß der gestrigen Neuyorker Börse wirkte sich gar nicht aus, im Gegenteil, man führt dies darauf zurück, daß dieamerikanifcheSpeku- lation sich von ihren deutschen Effektenbeständen zu trennen scheint und drüben im Tauschoerkaufe amerikanische Werte kauft. Auch die Kupferpreiserhöhung um 12,3 Dollar-Cents blieb fast ohne Einfluß auf die Kupferwerte. Es ist auch zu bedenken, Paß diese Preiserhöhung nur eine Folge der zu erwartenden Produktionseinschränkung fein kann. An Momenten lag sonst noch ein recht verschlechterter Außenhandelsbericht für Oktober vor. Bei der geringen Aufnahmelust der Börse drückten schon je 6 Millionen, bie an die Börse kamen, auf die Tendenz. Nur vereinzelt waren noch kleine Besserungen fcstzusteUen. So gewannen Thüringer Gas, Hugo Schneider, Eifenbahn-Verkehrsmittel und Spritwerte 1,5 bis 3 v. H. (bei letzteren soll es sich angeblich um einen Angriff gegen bekanntgewordcne Baiffeposikionen handeln); Svenfka zogen um 4 Mark, Sarotti um 4,75 v H. und Chadeaktien um 3,50 Mark an. Etwas stärker gedrückt und bis zu 2 v. H. schwächer lagen fialtwerte, Ilse Bergbau, Feldmühle, Vogel Telegraph Deutsche Anleihen waren ziemlich behauptet. Ausländer wenig verändert. Türken eher schwächer, Mexikaner une nheit- lich. Der Pfandbriefmarkt war still. Reichs chull)- buchforderungen waren allgemein fester, spätere Fälligkeiten bis 0,5 v. H. gebessert. Geld war zum Medio weiter versteift. Tagesgeld zog auf 5 bis 7 v. H. an, die übrigen Sätze blieben unverändert. Nach den ersten Kursen wurde es u n e i n f) e i t • (i ch. Rheinische Braunkohlen, Salzdetfurth. Conti Gummi ufro. verloren im Verlaufe bis zu 1,5 v. H., anderseits konnten sich z. B. Deutsche Linoleum um 4 v. H. erholen. Im allgemeinen waren die K u r s • Veränderungen gegen den Anfang aber nur unbedeutend. Verspätet erschienen Maximilians- Hütte mit Minus-Minus-Zeichen an der Maklertafel; ein Kurs kam aber vorläufig nicht zustande. Taten für Lonntag, 16. November. Sonnenaufgang 7.18 Uhr, Sonnenuntergang 16.12 Uhr; Mondaufgang 1.58 Uhr, Mondunter- >ganq 14.37 Uhr. 1632: Tod Gustav Adolfs von Schweden bei Lützen; 1869: der Geschichtsforscher Hermann One- fen in Oldenburg geboren. Taten für Montaq, 17. November. 1624: der Mystiker und Theosoph I. Böhme in Görlitz gestorben. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 16. November. 22. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr. Pfr. Becker: 11: fiinderkirche für die Markusgemeinde Pfr. Becker; 17: Pfr. Lenz. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfcld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Iohannes- gemeindc; Pfr. Ausfeld; 17: Kandidat Junker; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz, 11: Kinderkirche für die Luthergemcinde; Pfr. Lenz. — Elifabelh-Kleinkindcrschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas. Reue Aula. 11.15: Unioerfitatsgottesdienst; Predigt; Privatdozent D. Brunner. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Wlescck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Alten-Vuseck. 14: Pfr. Sattler, Wieseck. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Feier des hl. Abendmahls für die Jugend von Mainzlar; 13.30: Lollar. — Haufen-Garbenkeich. 10: Gar- benteich; 13: Haufen. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst 14: Kinderkirche. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14; Pfarrvikar Draudt. katholische Gemeinden. Samstag, den 15. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 16. November. 23. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: C-hristenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. —, Schotten. 10 30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 19. November. Hungen. 7 Uhr: hl. Messe.________________________ SonntrtnShicnft b.^ler^tc u?2bin »liefen ”ni 1G 11 ’0 Fr. Or. Rothenberger, vr. Steinreich. Pelikanapoth. Zibnnrzt: Dr. Iiiaer. ’D Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geichlosien Anzeigenauslräge sind lediglich an dis Geschäfts st eile zu richten Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdiskont 5 o H.» Lombardzlnsfuß 6 o. H. Frankfurt a. DI Berlin Frankfurt o. M Berlin Frankfurt a. Dl Berlin Banknoten. (Sch.uß.: hir< | i-Uhr- Rw» Schluß-> fürs | Anfang- Kurs Schluß-1 i-Uhr- hirt | fiur» Schluß«! tut« | Ansang« flurt Schluß« 1 tu re | 1-Uhr- Kur« Schluß- lur» | Ansaug« flur« Berlin, 14. Novembes (Reib Bries Ameri'anllche Roten..... Belgische Noten ....... Tonische Noten ....... Eugllsche Noten ........ ffronzoiische Noten....... Holländische Noten....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweiler Noten ........ Spanische Roten........ Dchechollowakuche Noten..... Ungarische Noten ..... Deöifenmarfl Berlin 4.188 58.25 111.85 20,347 16,444 168.31 21.89 111,83 58,89 2,47 112,20 81,09 48,25 12,39 73.17 - Jranffuc 4,208 58.49 112.29 20.427 16.504 168.99 21.97 112,27 59.13 2.49 112.64 81.41 48.45 12.45 73,47 a M. Datum 14 11 15 11 14 11 15 11 Datum 14 11 15 11 14 ■! 15. 11 Datum 14. II 15 11 14. 11 1 15 11 6% Deu tiefte ReichSanlethe von 1927.......- • 7% Deutsche Reichranleche von 1929 . ....... teutfefte Anl.-Ablöl.-Schuld mit Auslol.-Rechten ... Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . 6% Hell. Bolkdstaat von 1929 (tüdiaftlb. 102%)...... Cberbcikn Provinz - Anleive mit Ausioi.Rechten..... Deutsche komm. Eommelabl. Anleihe Serie 1 .... 8% ftrantl. Hnv.-Bank Soldvle XIII unkündbar bis 1934 . . 7% grants. Hvv -Bank Soidpse untüudbar bis 1932 ... 4H% Rdeinilcde Hvv.-Vank Liou. Soidpse........ 8% Pr. Lanbe-vi-mdbriefanstalt, Pfandbriefe R. i v 8% Pr Landedrtanrbriesanstall. Koinm.-Lbl. R. 20...... 7% Pr Landerrtandbriesanstall, Pfandbriefe R 21 ..... a.lS.0. abg. Bor.r-.egL-Obligatio. nen. rückzahlbar 1932 ... 4% Oesterretchtsche Goldrenre - . 4,20% Oesierreichifche Silberrente 4% Österreichische Einheitliche Rente 4% Ungarische Soldrente .... <% Ungariiche Staatsrente v. 1910 4H% dedgi. von 1913 4% Ungariiche Kronenrente 4% Türtijche Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagbavbahn-Anl Serie!....: 4% desgl. Serie II..... 6% Rumänische vereint). Rente von 1903 ...... Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente . 86.5 98,4 53,5 6,5 89 50,75 98,25 93,25 85,75 100 97 97 95 26,5 2,9 18,25 1,675 3,8 3,925 8,6 14,1 6,8 1 1 || 1 | | | 1 | | | | | II 1 1 1 1 1 12 1 1 i 86,9 98,4 53,7 6,4 89,25 51 100 97 97 26,6 2,75 1,65 23,35 18 1.65 3,7 3,7 14,13 6,75 1 | | | | | | | | | | | || | | | | | “? LL Hamburg-menta Palet . . . < Homburg-Südam. Dampfschiff. 8 t-arja Tampsichiss .... 10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche EreditanL 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commen- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Boni und DiSconto Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbant........12 A.i!G............. Bergmann.........9 Jleltt. LieferungSgesellschaft. 10 Licht uno Kraft......10 Selten & Guilleaume . . . 7H Kesellschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EleltrizttätL-Werke 10 Rbcmiiche Elektrizität .... 9 Schlciiiche Elektrizität. ... 10 Schuckert L Eo.......11 Siemens & Halske ..... 16 Transradio ....... d : abm-oer L Eo.. ..... 1' Buderus...... • • • 6 Deutsche Erdöl . .•••••< Cftener Steinkohle ...... k Ii!e Bergbau ....... 10 Söln-Neuelsen . . ..... 7 Mannesmann-RSbre» • • • • ' Man-selder Bergbau .... 7 Oberlchlel Eitcnbedarl .... 5 Öberschlcs. flobroerfe - .... 7 Pbönir Bergbau . ... 614 Rheinische Braunkohlen . . 10 «heinftahl.........6 Riebeck üUnrtee ...... 7,3 72.65 101 129 112 149,5 108,25 109,5 226 112,5 - 121,5 94,5 117,5 139 53 87 210 69,5 65 160 76,5 111,75 109,5 112,4 129,25 — 85 72.25 159 124 72,5 97 101 128,75 111,75 149,25 106,65 109,5 225,13 112,25 132 121.5 95 117,25 108,5 130,5 176,5 136,25 53 66 87 83 75 69,4 81 70 41,5 41 74,75 65.75 159 76,25 72 158 72,9 97 101 128,5 111.75 149.5 108.6 109,5 225,6 112 121 117,5 130.25 176 65,25 86 82,5 74,4 208 69,25 70,75 70,75 41,5 74,13 65,25 159 75,75 Bereinigte Stahlwerke ... Ltavi Minen .... 16'/, Raliroede Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Jarben.Industrie . . . 12 Dynamit Nobel ....... 6 Echeldean stall........» Goldschmidt ...... ..6 Rütgerswerke..... 6 MetallgelelUchatt.......8 Philipp Holrmann......1 Zementwerk Heidelberg . . 10 Gementroed Karlstadt. ... 10 Wavb & Nreytag .....8 Schultheis Patzenhoser ... 1b C firoede....... • • 12 ..............18 Bemberg..... 14 Zellstoff Waldbos .... 13»/. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 eharlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas . . ..... 9 Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum ...... Rai. Automobil . ..... 0 Crenftein & ßoDDd ..... 6 Leonhard Dietz ...... 10 Svene ko ....... frankfurter Maschinen .... 4 ®rinnet ..... 6 Heyllgenstaedt ....... 0 Iunghans. ........6 Lechwerle..........8 Maintrostwerre Höchst a. M.. . 8 Miag .......10 Gebt. Sieder..... . 10 Borgt L Haeffner......9 Süddeutsche Zucker . . . . io 68,25 190 191,5 260 138,25 44,25 48.5 86 76 90 51 67,5 69 77,75 24 112 28 28 13,25 73 67 88 149 132,5 I | | 1 lll 1 |S 1 1 1 1 1 I 1 I । । । । M । gISI 1'1113 2^1 1 68.25 36,5 190 192 260,5 137,65 44 48,75 87 J 50,25 174 138,5 68,25 68 106,25 78,75 82,5 108,25 24 111,75 35,5 47 117 271,5 14,5 28,5 27,5 145 133 68 36.9 188.75 190 259 El 37,3 44 48.4 77,5 176 140 67,13 67.5 106.25 78,5 82,5 108,5 24 111,5 116,5 275,5 14 November 15 November Ämtnch "o ieruiiö Geld Brie Dmii.chi "onrruriH Sleld ; Brie amft-.iHott- Bu'n. Aires Brü-Antw Christiania - stoprndagen Stockholm . Helnngiors- Italien. . . London. . . 'Ji tut)ort . . Poris. . . . Schwei; . . Soa’iun . (Japan . . . •Kto de Jan Dien in D - C eft. abQcft Prag . . . . Belgrad . Dudav'st. . Bul arten Lissabon Danzig. Sonst ntin. Alben. . Canada Um uert). Kairo • . 168,68 1,444 58,45 112,12 112,12 112,46 10,551 21.94 20,362 4,1925 16,94 81,23 48,30 2,081 0,414 59,035 12,432 7,418 73,355 3,037 18,80 81,40 1,784 5,435 4,196 3,327 20,885 168,95 1,448 59,57 112.34 112,34 112,78 10,571 21,98 20,402 4.2005 16.98 81,39 48,60 2,085 0,416 59,155 12,452 7,432 73,495 3,043 18,84 81,56 1,789 5,445 4.204 3,333 20.925 168.59 1,442 58,465 112,12 112.12 112.47 10,554 21,945 20.362 4,193 16.463 81,23 48,45 2,078 0,418 59,02 12,433 7,418 73,35 3,037 18,80 81,40 1,784 5,435 4,196 3,327 20,885 168.93 1.446 58.585 112.34 112.34 112.69 10.574 21,985 20,402 4,201 16,503 81,39 48,55 2,082 0,420 59,14 12,453 7,432 73,49 3,043 18,84 81,56 1,789 5,445 4,204 3,333 20,925 Strumpfe - Strickwaren MANTELSTOFFE Tefzet-Orient > ■ Unsere Preise in den Heinrich Hochstätter 778 A C. Röhr & Co Mk. “4,!j , Seit 25 Jahren erprobt und bewahrt. L Gesundheitstechnische Anlagen Niederlage: Isidor Rothschild, Gießen, Bergstr. 16 7760A tret, gestern Kreuznasse 15. 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