Mittwoch, 15. Oktober 1950 180. Zahrgang Nr. 241 Erstes Blatt s| der wieder am rischen Südanlaqe 5 w . Te!. 2fl8°- Aktion. binblidjfeil der Vize- beutsch- lchnstlich an das [djerung wenden ür das Antwort- Umschlag beizu« h unserer Ansicht »ebener Altbesitz, es Monats trjol. >e deren Ergebnis m „Tietzener An- Fühlung genommen hätten, daß diese verhandlun. gen aber an der Person des Kandidaten gescheitert seien, so bafo dann die Kandidatur Scholz angeregt wurde. Es ist nun damit zu rechnen, baß die Deutschnationalen den Führer der Deutschen Volkspartei morgen offiziell vorschlagen werden. Bereits gestern abend und heute ist zwischen Vertretern der Fraktion der Deutschen Volkspartei und Geheimrat hugenberg hierüber verhandelt worden. Dr. hugen- berg hat dabei den Wunsch ausgesprochen, bah die Deutsche Volkspartei auch bei der Wahl der Vizepräsident en nicht für einen Sozialdemokraten stimmen möge. Er hat eine entsprechende Zusage erhalten, die die Volkspartei um so leichter geben ju können glaubte, als sie damit rechnet, das, die Sozialdemokratie keinen wert auf einen Vizepräsidentenposten legt, wenn Lobe nicht gewählt werden sollte. Die politische Seite der ganzen Angelegenheit liegt nun einmal in der Frage, ob die Sozialdemokraten aus einer solchen Kampfabstimmung Konsequenzenfurihrehaltunggegen- iiber dem Kabinett Brüning ziehen, zum andern darin, daß man in Kreisen der Deutschen volkspartel in dem Eintreten des Zentrums für Lobe und damit gegen Dr. Schot; einen unfreundlichen 2111 erblickt. In der Fraktton der Deutschen Volkspartei sind zweifellos starke Kräfte am Werke, die verlangen, dah die Partei sich deshalb zum Zentrum und dem von ihm geführten Kabinett schärferein st eilen soll. Line Entscheidung darüber wird aber e t ft nach der Regierungserklärung fallen. Die Frak- Nnnatzme vsn anjelqen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis 1 ür 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20v , mehr. Chefredakteur: Dr. Jruör. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. fion Hal sich zwar heule abend auch noch mit dem Finanzprogramm beschäftigt, sie wird über ihre Haltung aber erst abstimmen, wenn die Erklärung des Kanzlers vorliegt. Roch in den späten Abendstunden wurde die Wahl des Reichstagspräsidenten lebhaft erörtert. Die allgemeine Beurteilung stellt sich nun etwa fol- genbetmajjen dar: Der Lobe - Block umsaht sicher die Stimmen von 143 Sozialdemokraten, den 87 Abgeordneten des Zentrums und der Bayerischenvolkspartei, 14 ber 5 t a a Importe i und 6 des Bauernbundes. Das macht im ganzen 250 Stimmen, also genau diehälf te der Gesamtzahl von 500, die nach der Abrechnung der Kommunisten übrig bleibt. Dazu würden noch einige, wahrscheinlich nicht alle, Ehristlich-So- z i a l e kommen, auherdem wird noch mit den volksnationalen verhandelt. Unter diesen Umständen neigt man in parlamentarischen Kreisen mehr der Ansicht zu, dah Lobe mit einer knappen Mehrheit gewählt wird. Dabei wird Stichwahl notwendig werden, da keiner der beiden Kandidaten die für den ersten Wahlgang vorgeschriebene absolute Mehrheit der Abstimmenden erreichen wird, wenn der Kandidat der Linken gewählt werden wird, würde als er ft er Vizepräsident Stohr (RS.) in Frage kommen, für ben auch bas Zentrum stimmt, ba ble Rat' Teils.) rafenfofee. Weisen machen' Kartoffeln, Mal- lecken, trocken ae» m-Aratensotze für !. Ein Würfel gibt' . - Liefe Tunte, i der Mehlschwitze jsgiebig und nähr- i vorzüglich. viw falls für ben Abg. Esser als zweiten präsibenten eintreten. Der brüte präsibent wirb bann voraussichtlich bet nationale Abg. Graef (Thüringen) sein. h* ? °bge. ‘fahrt, T la) dem Ufer .Menschen Ae«. • " später kn, k^beites ™ Paddel- r das Wehr nach dem & ® 'Wn, während Eriche,ni lbgt'ch.autzer Sonntags und Feterlag» Betlaaen: Dle Illustriert« Gießener Famllienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monatr.Bezugrvretr: 2.20 ReichsmorK und 30 Neichspfennig für Tröger» lohn, auch bei Richter- scheinen etnzelnerNummem Infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüfse anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: grontfurt am Main 11686. »'S tionalsozialisten erklärt haben, dah sie dann eben- v i je- h11elgewinn.6|V®9 , Loseanzahl wie "Ani, fachgen,ä6h XufWunsctl OW »-Ss Ä Die Neutschnationale Volkspartei und das Kabinett Brüning. Hugenberg fordert erneutSystemwechsel in Preußen. - Weicht dasZentrum aus? weisen. Lobe ober Scholz? Kamp, t ahi zwischen rechts und links Berlin, 14.0kl. (VDZ.) Die heutige Partei- führerbesprechung im Reichstag über die Präsidentenwahl führte, wie das Rachrichtenbureau des VDZ. erfährt, zu keiner Einigung. Der Anspruch der Sozialdemokraten, als stärkste Fraktion den Präsidenten zu stellen, wurde von einem Teil der Parteien gemäh der Tradition anerkannt, von den anderen Parteien, namentlich den Rationalsozialisten, bestritten, so dah die Wahl ohne Einvernehmen der Parteien stattfinden muh. Die Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei ist zu dem Ergebnis gekommen, an der Kandidatur Scholz fest zuhalten, obgleich inzwi- schen Zentrum und Bayerische Volkspartei beschlossen haben, für Lobe zu stimmen, und selbst der L h r i st 1 i ch - S o ; 1 a l e Volks- dienst, wenn er auch noch keinen offiziellen Be- schluh gefaßt hat, für ben sozlatbemokratifchen Prä- flbenten eintreten wirb. Die Anregung zu der Kandidatur Scholz geht vondenRationalsozia- 11 ff en aus, die verhindern mochten, dah ein Sozialdemokrat an die Spitze des Reichstages kommt. Ls wirb behauptet, bah sie auch mit bem Zentrum Berlin, 14.Oft. (ERB.) Dr. Hugenberg und Dr. O b e r f o h r e n Hoden namens der deutsch- nationalen Fraktion an ben Reichskanzler Dr. Brüning ein Schreiben gerichtet, tn bem es u.a. heißt: Am 14. Juli b.J. — vor der Ab- ftimmung über die Notverordnungen vom 16. Juli — hatten wir Gelegenheit, Ihnen unsere Ansicht über die Möglichkeit der Bildung einer wirklich nichtmarxistischen Re i chs regie ru n g barzulegen. Wir haben uns damals zur Beteiligung an einer solchen unter der Voraussetzung bereit erklärt, dah damit auch der ausschlaggebende Einfluß der Sozialdemokratie auf Preußen beseitigt wird. Angesichts der bevorstehenden neuen Abstimmungen halten wir es für erforderlich, unmifj- verständlich funbjutun, dah es die Frage der Regierungsbildung und des Regierungssystems in Preuhen ist, ble a u ch j e h t wieder einer politischen Zusammenarbeit der nichtmarxistischen Parteien zur Losung der immer gefahrdrohende vor Deutschland und der Welt auffteigeuben beutschen Frage e n t g e g e n ft e t) t. Die Abneigung bes Zentrums, in Preuhen die Verbindung mit der So- zialdemokratie zu losen, ist nach der von Woche zu Woche sich immer klarer ab- zeichnenden Entwicklung der tiefste und innerste Grund, aus dem heraus die Tribut-, Finanz- und Wirtschaftskrise Deutschlands jetzt durch die deutsche Verelendung gelost werden soll, statt durch das mutige Anfassen des Tributproblems. Sie ist der Grund, weshalb wir kein chrifttiches Schulgesetz und keine Gesundung der ethischen Grundlagen unseres Volkslebens bekommen sollen. Sie ist es, die eine wirklich rettende Finanzreform und auf der anderen Seite auch eine gesunde Entwicklung der deutschen Reichswehr verhindert. — Wir halten es für unsere Pflicht, auf diesen Kern der jetzigen Lage immer wieder hinzuweisen und in immer dringenderer Form unsere Anregung zu wiederholen, in Preußen eine Wendung herbeiz u führen. Für die durch eine gegenteilige Auffassung bewirkte verderbliche Reichspolitik des jetzigen Kabinetts werden wir weiterhin keinerlei Mitverantwortung übernehmen und aus diesen und den noch darzulegenden sonstigen Gründen für die eingebrachten Miß- trauensanträge und für die Aufhebung der erlassenen Notverordnungen stimmen. Wie das Wolfssche Telegraphenbureau erfährt, dürste der Brief, den die beiden deutschnationalen Führer Dr. Hugenberg und Dr. Oberfohren an den Reichskanzler gerichtet haben, nicht direkt beantwortet werden. In Kreisen der Reichsregierung wird darauf hingewiesen, daß der Brief in der Begründung der Haltung der deutschnationalen Reichstags- Kampf um den Reichstagspräsidenten. Löbes Kandidatur wird angefochten. - Oer volksparteiliche Fraktionsführer Dr. Scholz als Kandidat der Rechten für das Präsidium des Reichstags. - Das Zentrum stimmt für Lobe. Die Kunstpause. Es berührt etwas eigenartig, daß der Reichstag unmittelbar nach (einem Zusammentritt schon wie- der eine oierundzwanzigstündige Kunstpause em- geschoben hat, um dadurch Zeit ju neuen Verhandlungen zu gewinnen, die sich um das Thema der Präsidentenwahl drehen. Eigentlich war dazu in den Wochen, die dem Parlaments- beginn vorausgingen, Zeit genug. Es zeigt fid) aber, baß das Ringen um den neuen Kurs eigentlich bei allen Parteien erst eingesetzt hat. Dadurch gewinnt auch die Neuwahl des Präsidiums, die den eigentlichen Grund zur 'Vertagung abgab, eine ausschlaggebende politische Bedeutung. Die Sozialdemokraten hatten bestimmt darauf gerechnet, daß ihnen der Präsidentenstuhl wieder aui Verfügung gestellt würde. Sie beriefen sich auf den üblichen langjährigen Brauch; den ihnen auch das Zentrum bescheinigt hat; obwohl es bei Lichte besehen damit gar nicht so weit her ist. Bis zu dem Tage, als der alte Reichstag dem Fürsten Bismarck den Gruß zum achtzigsten Geburtstag verweigerte und deshalb die Konservativen und die Nationolliberalen aus dem Präsidium austraten, war nie davon die Rede, daß die jeweils stärkste Partei den Präsidenten zu stellen hatte. Erst in den neunziger Jahren ist dieser Brauch eingefuhrt worden, der dann gerade bis zum Block-Reichstag hielt: nach der Niederlage des Zentrums und der Sozialdemokraten setzte der Bulow-Block es durch, daß er den Präsidenten stellte und damit auch nach außen sichtbar den Kurswechsel verzeichnen sollte. Im nachrevolutionären Reichstag freilich ist dann das Prinzip der stärksten Fraktion maßgebend gewesen. Aber cs ist schließlich kein Dogma, sondern mehr eine Frage der Zweckmäßigkeit, die dadurch erleichtert wurde, daß die Sozialdemokraten tn Herrn Lobe einen ungewöhnlich befähigten Kandidaten zu präsentieren vermochten. Auch jetzt wieder ist die Anregung von einer Umgruppierung davon ausgegaugen. daß nach den'Wahlen die Sozialdemokratie nrcht mehr tu ihre vorherrschende Stellung zurückkehren sollte. Zu dem Zweck ist die Anregung gegeben einen bürgerlichen Kandidaten zu wählen, die auch Aussicht auf Crsolg hätte, wenn alle bürgerlichen Parteien einig sind. Ob es gerade politisch zweckmäßig ist, die Sozialdemokratie auch hier auszuschalten, wenn man beabsichtigt, gegen sie zu regieren, darüber gehen die Meinungen auseinander. Lins will scheinen, daß es eher klug wäre, die Sozialdemokraten durch das Reichstagspräsidium zu binden, wenn man sie sonst in die Opposition abzudrängen gedenkt. Auf der andern Seite har der Gedanke, auch äußerlich zu zeigen, wie stark der Einfluß der Sozialdemokraten gesunken ist. etwas Bestechendes. Er läßt sich aber nur durchführen, wenn die bürgerlichen Parteien einig sind. Das ist offenbar auch der Grund, weshalb diese Auseinandersetzungen mit solcher Leidenschaftlichkeit betrieben werden. Deutschnationale und Rationalsozialisten wollen dem Zentrum zeigen, daß eine bürgerliche Mehrheit jederzeit präsent ist. wenn das Zentrum nur mitmacht. Das Zentrum sperrt sich aber dagegen, weil es in Preuhen die Berbindungen zur Sozialdemokrane nicht reißen lassen' will. Und deshalb kann um diese Präsidentenwahl das ganze System Brüning in die Brüche gehen, weil offenbar ein erheblicher Teil der bürgerlichen Parteien, der heute hinter der Reichsregierung steht, einen Kurs nicht mehr mitmachen will, der von der Hilfsstellung der Sozialdemokraten bedingt wird, sondern zunächst den ehrlichen Versuch machen will, ob mit den Rationalsozialisten nicht zu regieren ist. Und die Nationalsozialisten selbst legen offenbar Wert darauf, ihre Regierungsfähigkeit nachzu- Deutschland den Deutschen. Hitler vcrk ndct eine deutsche Monrocdoltrin Derr in, 15. Oft. (TU.) Sn einer Unterredung mit dein International New Service äußerte sich Adolf Hitler zu dem am Tage der NeichstagS- eröffnung erfolgten Zerschlagen der Fensterscheiben, das hauptsächlich von Rowdies, Ladend.eben. Plünderern und kommunistischen Provokaleureir vollführt sei. Es habe nichts mit dcr na- tionaisozialistischen Bewegung zu tun, die jede Gewaltanwendung mit Ausnahme des von Gott gegebenen Rechtes der Selbstverteidigung verwerfe. Die weitere Entwicklung im Reich hänge von der R e g i e r un gsbi l d u n g ab. Die parlamentarische Lage zwinge rasch zur Bildung zweier großer Rechts- und Linksblocks. Mittelparteien würden bald dieeineoder die andere Seite zu wählen haben. Die Welt werde in Bälde zu entscheiden haben, ob sie e i n nation alsozialistisches oder ein bolschewistisches Deutschland haben wolle. „Wir verwerfen," so fuhr Hitler wörtlich fort, „alle politischen Tribute und werden sie niemals bezahlen. Versailles, Dawes- und Voung-Plan sind lediglich ungedeckte Schecks, Deutschland kann niemals die Deckung ausbringen. Wie werden niemals etwas unterzeichnen, waS wir nicht halten können. Aber wir sind bereit, als Ehrenmänner vor die Welt hinzutreten und mit ihr auf gesicherter Grundlage zu verkehren. Wir erkennen die privaten Schulden an und die in Deutschland investierten Kapitalien. Es besteht für sie von unserer Seite keine Gefahr. Unsere ganze Bewegung zielt auf einedeutscheMonroe- doktrin, sie fordert Deutschland für die Deutschen, ebenso wie Amerika Amerika für die Amerikaner fordert. Wir sind bereit, auf freundschaftlicher Basis mit allen zu verhandeln, die die Gerechtigkeit dieser Forderungen anerkennen. Wenn der Welt das nicht paßt und sie uns zwingt, weiter zu zahlen, so wird sie sich mit dem Gedanken eines bolschewistischen Deutschland abfinden müssen. Dann werden nicht nur die politischen Tribute verloren sein, sondern ebenso die privaten Schulden." Das pensionskürzungsgeseh im Reichsrat angenommen. Berlin, 14. Oft. (Ddz.) Sm Reichsrat wurde am Dienstag das Pensionskürzungsgesetz mit der verfassungsändernden Mehrheit von 53 Stimmen gegen die 7 Stimmen des Landes Sachsen bei Enthaltung der beiden Stimmen des Landes Thüringen angenommen. Der Ausschuhberichterstatter betonte: Es handelt sich um ein verfassungänderndes Ausnahmegesetz, das nur für einen bestimmten Zeitraum gelten darf. Die Ausschüsse haben sich auf drei Sah re geeinigt. Wegen anderweitigen Einkommens soll eine Kürzung der Pensionen möglich sein bei Wiederanstellung oder Wiederbefchäftigung, bei sonstigem Einkommen und bei sonstiger Versorgung. Bei Wiederanstellung wird das Ruhegeld nur soweit gewahrt, als das neue Diensteinkommen hinter dem Diensteinkommen zurückbleibt, aus dem das Ruhegehalt berechnet ist. Sonstiges Einkommen darf bis zu 6000 Mk. betragen. Dec überschiehende Betrag wird zur Hälfte auf die Pension angerechnet. Eine Kürzung tritt aber nicht ein, soweit Ruhegeld und Anr^chnungs- einfommen 9000 M k. jährlich nicht übersteigen. Die Ausschüsse des Reichsrats waren der Meinung, daß in Landwirtschaft und Unternehmungen investiertes Kapital nicht anzurechnen ist, sondern nur das reine Arbeitseinkommen. Reu eingefügt wurde eine Bestimmung, wonach die Kürzung a u ch b e im U e b e r- gangsgeld der Reichsmini st er erfolgt. Der zweite Abschnitt des Gesetzes betrifft die Höch st Pensionen. Bei Pensionen über 1 2 000 Mk. im Sahr tritt eine Kürzung ein, wenn der Beamte weniger als fünf Sabre der letzten Besoldungsgruppe angehörte. Die Kürzung ist in fünf Gruppen gestaffelt. Da die Ausschüsse keine Möglichkeit sanden, auch die Beamten von Reichsbahn, Reichsbank und Religionsgesellschaften den Kürzungsbestimmungen direkt zu unterwerfen, so wurde nur eine entsprechende Er- mächtigungsvorschri.ft in das Gesetz eingefügt und eine Entschließung angenommen, nach welcher der Reichsrat diese Pensionskürzungen auch bei den Anstalten des öffentlichen Rechts für unbedingt erforderlich erachtet. StahlhelmvolkSkegehr auf Auf» (öfung des preußischen Landtags. Berlin, 15. Oft (MTB. Funkspruch.) Die B u n- bestellnng des S l a h l h e l m s Hal beschlossen, enlsprechenb ihrer Koblenzer Kundgebung ein Volks- ■ begehren auf Auflösung des Preußischen Landtage» und Aenderung der preußischen Verfassung herbei;», führen. frattion einige Irrtümer enthalte. So wird fest- gestellt, daß Geheimrat Hugenberg in der Unterredung vom 17. Juli niemals bie Ueber- nähme ber Mitverantwortung für die Regierung und die Zustimmung zur Notverordnung erklärt, sondern sich auf die Forderung beschrankt hat, die Entscheidung über die Notverordnung b i s zum Herbst zu vertagen. Dr. Oberfohren war noch weiter gegangen und hatte in einer früheren Unterredung ausdrücklich erklärt, daß irgend- eine Verantwortung für bie Steuer- v o r I a g e von den Deutschnationalen nicht ü b e r- nomm'en werden könnte. Unter diesen Umständen versteht man in Regierungskreisen nicht, wie in dem Brief gesagt werden kann, daß die Deutschnattonale Volkspartei sich zur Beteiligung an der Regierung bereitcrtlärt habe. Man vertritt weiter die Ansicht, dah der Ernst der Lage vollkommen verkannt werde, wenn man glaube, daß durch einen Ministerwechsel in Preußen die deutsche Verelendung gewissermaßen beseitigt werden kann. Die Wirtschastspartei distanziert sich. öredt bleibt viinifter ohne parieipolitische Bindung. Berlin, 14. Ott. (VdZ.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei nahm in ihrer Frak- tionssihung von der Ablehnung des Rück- trittsgesuchesdesReichsjustizmini- stersBredt durch den Herrn Reichspräsideizten und von dem Entschluß des Ministers, ohne parteipolitische Bindung im Kabinett zu verbleiben, Kenntnis. Die Fraktion halt nach wie vor an ihrer Forderung der Umbildung des Kabinetts im Sinne ihres gestrigen Schreibens an den Herrn Reichskanzler fest. Der Reichsregierung gegenüber behält sie sich nunmehr völlig freie Hand Dor. Der von der Wirtschaftsparter ausgegebene Bericht über ihre Fraktionssitzung ist nach Snforma- tionen von unterrichteter Seite dahin zu interpretieren, daß die Fraktion sich damit abfinde t, daß Professor Dr. Bredt im Reichskabinett verbleibt. Es wird allerdings betont, daß damit nur eine Duldung dieses Beschlusses ausgesprochen fei. Daß die Wirtschaftspartei selbst s i ch vom Äabinett stärker distanziert, geht aus der Wendung hervor, Dr. Bredt bleibe als „M inister ohne parteipolitifcheBin- d u n g“ in der Regierung. Es wird aber noch stärker unterstrichen durch die Betonung, daß die Wirtschastspartei sich der Reichsregierung gegenüber „nunmehr völlig freie Hand Vorbehalte". Die Fraktion legt Wert auf die Feststellung, daß in diesem Passus der Kern ihrer Mitteilung stecke. Man hat offenbar heute abend die Frage erörtert, ob die Fraktion sich nicht dem Mißtrauensvotum anschliehen solle. Die Entscheidung darüber wurde aber vertagt. . Klasse ssr GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvik und Verlag: vrühl'sche Untverfilülr-Vuch' und Stetnöraderei L. Lange tn Lietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: schulftratze 7. Streik in der Berliner Metallindustrie. Oie Llrabstimmung in den Betrieben ergibt Ablehnung des Schiedsspruches. Sondervorgehen der Kommunisten. Berlin, 14.Ott. (ERB.) Das BletallfarteU, in dem alle am Tarifvertrag der Berliner Metall' Industrie beteiligten Gewerkschaften zufammen- geschlosfen sind, hat heute vormittag nach längerer Beratung auf Grund des bisher vorliegenden Resultates der Urabstimmung, durch das die zum Streik erforderliche Dreiviertelmehrheit bei weitem überschritten ist. beschlossen, den Streik zu proklamieren. Rach dem Beschluß des INetallkartells soll am Mittwoch- f r ü h in allen 276 Betrieben, die dem BB2H3. an- gehören, d ie Arbeit niedergelegt werden. Das Endresultat der gestrigen Urabstimmung lag auch heute vormittag noch nicht beim Deutschen Metallarbeiterverband vor. und zwar deshalb, weil die Abstimmung heute noch in einigen Betrieben nachgeholt wird, in denen am gestrigen Montag nicht gearbeitet wurde. 3m Laufe des heutigen vormittags sind noch etwa 10 000 Stimmen abgegeben worden, von denen sich gleichfalls eine erhebliche Majorität für die Ablehnung des Schiedsspruches und Eintritt in den Streik erklärt. Wie der Metallarbeiterverband mitteilt, ist das Votum für den Streik in einzelnen Betrieben bis;u90v. h. der Belegschaft abgegeben worden, so daß die noch ausstehenden Ergebnisse die Mehrheit für den Streik nur noch vergrößern können, das Metallkartell hat infolgedessen bereits auf Grund der bisher vorliegenden Ergebnisse den Streikbeschluß gefaßt. 3n- zwischen ist es heute früh in Berlin zu Streikbewegungen bei vier Jirtncn gekommen, die zum Teil auf dos vorgehen der Kommunisten zurückzuführen find Das Metallkartell wird sich darüber schlüssig werden müssen, welche Haltung man den Kommunisten gegenüber einzunehmen hat, die durch ihr Sondervorgehen bereits den Beschlüssen der Streikleitung oorgegrif- f e n haben. Die Linksradikalen haben bereits am Montag eine sogenannte „provisorische Streikleitung" und einen „zentralen Kampfaus- schuh" gebildet, der ohne Fühlung mit den Gewerkschaften arbeitet. Dem vorgehen dieser kommunistischen Streikleitung gelang es, die Betriebe der Firmen Flohr-Berlin und Druckenmüller lahmzulegcn, ebenso den Betrieb von hasse & Mrede. Bei der Firma Frisier verhinderten die Kommunisten die Aufnahme der Arbeit mit der Begründung, daß kein Angehöriger der Belegschaft arbeiten werde, solange auf der Straße vor dem Fabrikgebäude po- lizcibeamte patrouillierten, die von der Geschäftsleitung aus Vorsichtsgründen herbeigerufen worden waren. 3nsgefamt standen am Dienstagmorgen zusammen mit der Belegschaft der Firma Stock, die bereits am Montag in den Ausstand getreten war. etwa 6 0 0 0 Metallarbeiter im Streik. Oie Haltung des Reichsarbeitsministers. Noch kein Antrag auf Bcrbindlichkeitserklärung. Berlin, 14. Ott. (CAB.) Wie das Wolff- sche Telegrap^nbureau erfährt, ist ein Eingreifen des Reichsarbeitsmini st e- riums im Augenblick nicht zu erwarten. Die Situation ist natürlich eine andere, wenn ein Antrag auf Berbindlichkeitser- k l ä r u n g des am Freitagabend gefällten Schiedsspruches vorliegt, dessen Ablehnung durch die Belegschaften der Berliner Metallbetriebe mit mehr als Dreiviertelmehrheit zu dem Streikbeschluß geführt hat. Man erwartet, daß die Berbindlichkeitserklärung von Arbeitgeberseite beantragt wird. Der Berband der Berliner Metallindustriellen will alsbald, spätestens morgen, zu der Lage Stellung nehmen. Wie verlautet, wird er seinen Mitgliedern empfehlen, dem Schiedsspruch z u z u st i m m e n. Falls der Antrag auf Rechtsverbindlichkeit des Schiedsspruches vorliegt, wird der Reichsarbeitsminister entscheiden, ob er diesem Ersuchen stattgibt. Hessen und das Sanierungsprogramm. Zinanzminister Kirnberger vor dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 14. Okt. (WHP.) Mit der heutigen Sitzung des Finanzausschusses nahm das hessische Parlament seine Herbstarbeiten wieder auf. Zu Eingang der Sitzung erklärte Finanzminister Kirnberger u. a.: „Das jetzt vor dem Abschluß stehende Etats- jahr 1929 hat einen nicht ungünstigen Berlauf genommen. Rach den damals vorgenommenen Schätzungen glaubte man mit einem Fehlbetrag von 11,7 Millionen Mark rechnen zu müssen. Rach dem Stand der Abschlußarbeiten dieses Jahres wird das tatsächliche Ergebnis sich erheblich günstiger gestalten. Auch das Rechnungsjahr 1930 hat in seinem bisherigen Berlauf unangenehme Üeber- raschungen nicht gebracht. Die Steuern und sonstigen Einnahmen haben sich bis zu den letzten Monaten nicht wesentlich anders entwickelt wie im Borjahre. Ausfälle an E i n - kommen-und Körperschafts st euer sind im großen und ganzen ausgeglichen durch die im Boranschlag noch nicht berücksichtigte 'Bier« st eu er. In der Ausgabenwirtschaft ist man mit allen Mitteln darauf bedacht, daß der Rahmen des Boranschlags nicht überschritten wird. Eine erste rohe -Zusammenstellung der Boranschlagssätze für 19 31 dagegen läßt kein günstiges Bild erwarten. Wenn auch die Gesamtsumme der Ausgaben gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen ist, so ist infolge der wirtschaftlichen Depression ein Minder- ertrag a u f der Einnahmenseite zu erwarten. Eine große Ungewißheit für die hessischen Staatssinanzen entsteht durch das neue Reichsfinanzprogramm. Für uns in Hessen würde eine Ausgabenverminderung von nicht ganz 5 Millionen Mark eintreten. Dem steht eine Kürzung der Ueberweisungen um etwa 7,4 Millionen Mark gegenüber. Das bedeutet eine wesentliche Verschlechterung, wenn nicht in anderen Positionen (Anteil an Bier- und Branntweinsteuer) und in anderer Verteilung von Einkommen- und Körperschaftssteuer ein Ausgleich geschaffen wird. Die Verwaltungsvereinfachung, von der im Reichsprogramm die Rede ist, wird bei uns nicht erst seit jetzt angestrebt. Die vorgesehene Vereinfachung des Steuersystems kann von der hessischen Regierung nur begrüßt werden. Bei ihrer Durchführung im einzelnen wird allerdings auf die hessischen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen sein Bei der Neuregelung der Wohnungswirtschaft geht die Absicht des Regierungsprogramms offenbar darauf hinaus, die Aufwendungen für Wohnungsbau in Darlehen zu geben, und zwar sollen 400 Millionen Mark dafür in Betracht kommen. Auf der anderen Seite soll die im Anschluß daran vorzunehmende Steuer- s e n k u n g sich gerade auf diese Transaktion stützen. Dabei muß aber vor allem jeder Schematismus bei der Senkung der Real steuern a b g e I e 1) n t werden. Auch bei dem geplanten F i • nanzausgleich wird darauf zu achten fein, daß die Interessen der Länder und Gemeinden gewahrt bleiben. Trotz allem Gerede gegenüber Einzelheiten ist das Programm als Ganzes eine die Staatsnob Wendigkeiten richtig erkennende große Tat, die den Weg frei macht für eine Uederwindung der wirtschaftlichen Krise, für eine Erhöhung unseres Kredits und für die Anbahnung der vom ganzen Volke als dringlich erkannten Revision des P o u n g p l a n e s. — An die Ausführungen des Ministers schloß sich eine kurze Aussprache. Ein Landbundantrag betreffend die Gewerbesteuer der Filialgeschäfte wird durch die Annahme eines neuen Landbundantrages für erledigt erklärt. In dem neuen Antrag wird die Regierung ersucht, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß durch eine Neuregelung des Steuerschlüssels bei der Veranlagung der Gewerbesteuer für Filialen den Sitzgemeinden ein größeres Erträgnis aus dieser Steuer ermöglicht wird. Oer kommunistische Mißtrauensantrag gegen die preußische Regierung. Auch die rechte Opposition wird dem Antrag zustimmen. Berlin, 14. Okt/ (VDZ.) Der preußische Landtag trat am Dienstag zu seiner ersten Plenarsitzung nach der Sommerpause zusammen. Nach Erledigung kleiner Vorlagen folgt die Beratung des k o m m u » nistischen Mißtrauensantrages gegen das Staatsministerium, über den am Donnerstag namentlich abgestimmt werden soll. Abg. Kasper (Komm.) erklärt, die Wirtschaftskrise sei inzwischen zu einer offenen politischen Krise des jetzigen Regimes geworden. Die preußische Regierung Braun habe sich als beste Stütze der Hungerregierung Brüning bewährt. Die Weimarer Koalition habe im Lande keine Mehrheit mehr. Eine anständige demokratische Regierung hätte daraus selbst die Konsequenz gezogen; die Regierung Braun aber warte, bis sie zum Teufel gejagt werde. Abg. Kenkel (dn.) wirft der Regierung vor, sie habe durch unglaubliche Schikanen die Ost- preutzenhilfeverzögert und entwertet. Landwirte, die der Deutschnationalen Partei angehörten, seien bewußt von dieser Hilfe ausgeschlossen worden. Die ostpreuhischen Landwirte hätten daher jedes Vertrauen zur Regierung Braun verloren. Die Deutschnationalen stimmten dem Mißtrauensantrag zu, ohne sich dessen Begründung zu eigen zu machen. Abg. Stendel (D. Vp.) erklärt, die Deutsche Volkspartei werde dem Mihtrauensan- trag zu st im men. Seit langer Zeit stehe die Deutsche Volkspartei in scharfem Kampf mit der Staatsregierung wegen der unerhörten Perso- n a k p o l i t i k. Dieser Regierung gegenüber, in der sämtliche Parteien gleich schuldig sind, können wir nicht anders handeln, als das Mißtrauens- votum anzunehmen. Abg. Falk (Dem.) erklärt, daß Preußen sich als festes Bollwerk der deutschen Republik und als Hort für Ordnung und Sicherheit erwiesen Ha6e. Wir lehnen den Antrag ab. Abg. Ladendorfs (Wp.) erklärt: Meine Fraktion wird diesen Antrag unterstützen, der geeignet ist, eine Regierung zu beseitigen, an der die Sozialdemokraten führende Rutz- nießer sind und dtp die Verantwortung für die wirtschaftliche Rot und den kulturellen Rieder- gang des deutschen Volkes trägt. Abg. Vollmers (Dtsch.-Hann.) erklärt: Wir machen uns die Begründung des kommunistischen Mißtrauensvotums nicht zu eigen. Wir werden dem Antrag aber z u st i m m e n, da wir keine andere Möglichkeit haben, die Beseitigung der Regierung zu erreichen. Abg. Kube (Rat.-Soz.) betont, es sei kennzeichnend daß der Ministerpräsident Braun an den Verhandlungen des Hauses nicht teilnimmt. Roch mehr kennzeichnend sei das Schweigen des Zentrums. Das heutige System breche das Recht und auch die Verfassung, wenn es seinen bevorzugten Ruhnießern in den Kram Passe. Abg. K l i e s ch (Chr.-Soz. Vd.) stimmte dem Mihtrauensamcag der Kommunisten zu, vor allem, weil feine Freunde die Kulturpolitik des Kabinetts Braun ablehnten. Gerichtliches Nachspiel zu den Berliner Montagskrawallen. Vor dem Gchnettrichter. Berlin, 14. Oft. 19 der Demonstranten, die im Verlauf der gestrigen Ausschreitungen in der Rähe des Reichstages und in der Innenstadt von der Polizei feftgenommen worden waren, wurden bereits heute mittag dem Schnell- richter vorgeführt. Die Feststellung der Personalien dec Angeklagten ergab, daß sich darunter zwei Jugendliche von ^Jahren, und zwar ein Schüler und ein Bäckerlehrling. befanden. Der Aelteste ist ein 30jähriger Arbeiter. Unter den Angeklagten befinden sich zahlreiche Arbeitslose. Die Anklage legt den Angeklagten Landfriedensbruch, Bann- kreisverlehung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, tätliche Beleidigung gegen Polizeibe- amte und Zivilpersonen, Körperverletzung und Verstoß gegen die Rotverordnung des Reichs- Die Polizeibeamten gaben bei der Zeugenvernehmung eine andere Darstellung. Sie erklärten, daß die Angeklaaten Wider st and geleistet hätten. Einige der Angeklagten erkannten sie als diejenigen, die in der Innenstadt Schaufenster eingeworfen und auch dann Widerstand geleistet hätten, wobei einzelne Beamte sogar angegriffen wurden. Polizeimajor Heinrich, der das Kommando über die polizeilichen Absperrmaßnahmen in der Umgegend des Reichstages hatte, erklärte, daß die Polizei die Gegend wiederholt räumen mußte, da sich immer wieder Menschenmassen ansammelten, die nach ihren Rufen in der Hauptsache Nationalsozialisten gewesen seien. Schon am Brandenburger Tor seien die Polizeibeamten aus der Menge mit Stein en beworfen worden Es habe sich um Kleinpflastersteine gehandelt, die die Täter wohl aus den gepflasterten Vorgärten herausgerissen hätten. Am Nachmittag und Abend hätZertrümmerle Fensterscheiben eines Warenhauses in der Leipziger Straße. W < •: lv • M . M Bi w I unte1 c W K»! I qu ^erkli AgJ I vorbei 1°^ 2Uder »cn D le,, Istelllen e rAiiw W- I habe er 1 IN" gefährd ks Im«?* Km * ' Kjoi w*1 I Bit keine fiinmzmn bei«' I ja bet von Igtlbungbei lioteaus lvin Wenlscher Zi I Ideilt, bah das I hnbigung dem Iking stelle asst litt Presse her I Situation sei bi Hobe noch in hing darüber Präsidenten über den Waffenbesitz zur Last. Die meisten Angeklagten bestritten auf das entschiedenste, an ejnem öffentlichen Umzug teilgenommen, den Beamten Widerstand entgegengesetzt oder Steine gegen die Fensterscheiben in der Leipziger Straße geworfen zu haben. Die meisten Angeklagten erklärten, daß sie lediglich am Reichstag den Aufmarsch der Abgeordneten sehen wollten, von der Polizei abgedrängt und dann durch Zufall in den Nienschenstrom und in die Innen st adt hineingeraten wären. Nur ein Angeklagter gab zu, vor dem Warenhaus Tietz sehr aufgeregt gewesen zu sein, geschimpft und mit dem Stock in der Nähe einer schon zerschlagenen Fensterscheibe gefuchtelt zu haben, so daß noch ein Stück Glas herausgefallen sei Bezüglich ihrer Parteizugehörigkeit bekannten sich fünf Angeklagte als Mitglieder bzw. Freunde der NSDAP., während die meisten sich als parteilos bezeichneten. Einer gab an, mit der KPD. zu sympathisieren. Ein Angeklagter betonte, daß die Polizei im Tiergarten nicht sehr zurückhaltend gewesen sei und über die Rasenflächen und Beete hinweg, z. T. durch berittene Beamte, habe Menschenjagden vornehmen lassen. Er habe das Vorgehen eines Beamten gegen eine Dame als „pöbelhaft" bezeichnet. Darauf habe ihn der Beamte zum Weitergehen aufgefordert und schließlich fest genommen. ten sich die Ausschreitungen verstärkt und bis in die Innenstadt hingezvaen. Die Polizei habe den Eindruck erhalten, daß Die ganze Sache organisiert war, da die Menge äußerst renitent war und sicherlich von besonderen Kräften in der Menge angel'pornt wurde. Es seien wiederholt Versuche gemacht worden, den Polizeibeamten die Festgenomm'enen wieder zu entreißen, so daß er, Major Heinrich, den Befehl gegeben habe, rücksichtslos von dem Gummiknüppel Gebrauch zu machen. Kurz nach 2 Uhr nachts verkündete das Schnell- schoffengericht unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrates Keßner bas Urteil: Zwei Angeklagte werden wegen Landfriedensbruchs zu je sechs Monaten, einer wegen Vergehens gegen das Gesetz vom 8. Mai 1929, wegen Widerstandes und wegen Beleidigung zu fünf Monaten Gefängnis, ein anderer wegen ähnlicher Vergehens zu sechs Monaten Gefängnis, ein weiterer wegen gefährlicher Körperverletzungen zu drei Monaten Gefängnis, drei Angeklagte wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu drei Monaten zwei Wochen, die übrigen zu geringerer Gefängnisstrafe verurteilt. Drei Angeklagte werden auf Antrag der Staats- anwaltfchaft freigefprodjert. i W'z WM: -, J Mehrbelastung .form eine dvrchgeführl w leichsverband ta Wölfischen lellen. Aus Oer Äl Gau G Helschen nachmittag im einen Sang' Vereinen wäre Die Tagung les hiesigen ’ ?egrühungsar lach- ®ießen Kutschen Liei m Namen d Sangesbruder km hiesigen sir/che Glück Sodann wui Eer oorgen, erschen @e Niete ber@ lr schilderte zi N des Lahn « Austeilung hes Gießen- N dah der Men und Wi nun 32 $ NrSIusfr ^Notorische H' immerhin gekomm! M hinwirk! Die Polizei treibt Demonstranten am Potsdamer Platz auseinander. Ein falscher Abgeordneter. Strafverfahren gegen den Staatsminister Dr. Franzen. Berlin- 14. Oft. (LU.) Der Polizeipräsident teilt mit: Im Verlauf der gestrigen Vorkommnisse sind der politischen Polizei insgesamt 106 Personen eingeliefert worden, von denen 4 5 MitgliederderRSDAP. sind und weitere 55 Personen mit der RSDAP. sympathisieren. Anhaltspunkte dafür, daß kommunistische Lockspitzel tätig gewesen waren, wie ein Teil der Morgenpresse behauptet, sind in keiner Weise gegeben. Gegen die in Haft gebliebenen, wie gegen die bereits freigelassenen Personen sind Strasver- !al)ecn wegen der verschiedensten Straftaten. Landfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Sachbeschädigung, Beamtenbeleidigung Verstoß gegen das Bannkreisgeseh, eingeleitet worden. Die Polizei ist bemüht, in allen Fällen eine schnellrichterliche Erledigung herbeizuführen. 14 Personen werden noch heute dem Schnellschösfenaericht in Moabit vorgeführt. Abgesehen von diesen Strafverfahren ist auch gegen D r. Franzen, früher Amtsgerichtsrat in Kiel und jetzigen braunschweigischen Staatsmini st er ein Strafverfahren wegen Begünstigung eingeleitet worden. Dr. Franzen hat den 24jährigen Paul Guth, gegen den ein Strafverfahren wegen Landfrie- densbruchs, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Betruges eingeleitet ist, und der sich auf der Wache mit einem Ausweis des preußischen Landtagsabgcordnetea Lohse llea. ni TcflUimteren suchte. seinerseits der Polizei gegenüber als Lohse bezeichnet. Er hat unter Berufung auf die Immunität des crngeb- lichen Lohse die Freilassung des Guth zu erwirken gesucht. Mnchen-Essen im Groß-Flugzeug... aber ein unprogrammähiger Aufenthalt in Giehen. scheinNch wurde sie von der starken StrZmun- fortgerissen. Aehnlick wie in Frei-Weinheim. wo vier Koblenzer Zahnärzte seinerzeit einem gleichen Unglück zum Opfer fielen, mundet an der Unfallstelle ein Abschnitt der Straße direkt in den Strom. Die Wetterlage. -trabe. I Steiriedefi >ver. rtünbete bas schnA fty -es Amtsgerichts- Zu der von uns am Dienstag veröffentlichten Meldung de» wolffschen lelegraphen- bureau» wird uns vom Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller C. V. mit- Kein kostspieligesSxperim^nt- fonbern seit Jahrzehnten bei Gicht und Rheuma ärztlich erprobt und bewahrt: eine Haustrinkkur mit Salzschlirfer Bo- nifaziuS-Brunnen (30 Flaschen, täglich 1 Fl.). (Erhältlich in allen Apotheken und in den Mineralwaffergroßhanblungen Wilhelm Michel, Walltor. I Zean Weisel, Sonnenstr. 6 straße 21, Telephon 2429. | Telephon 3888. 6679 v jo.seit es mit f ek\e u friscner Milch erndhrt wird I Sine Aufklärung des Ministers. Zu dieser Mitteilung des Berliner Polizeipräsidenten erklärte der Staatsminister Dr. Franzen, daß er am Montaaabend von der Polizeiwache am Potsdamer Bahnhof angerufen und gebeten wurde, dorthin zu kommen, weil ein Herr, der im Verlauf der Demonstrationen verhaftet worden sei, sich auf ihn berufe. Sr sei auf die Wache gegangen und habe dort einen Parteigenossen namens Guth vorgefunden. Ihm wurde ein Ausv^is des preußischen Landtagsabgeordneten Lohse und ein Paßbild des Guth vorgelegt. Man fragte ihn, ob die auf beiden Bildern dargestellten Personen gleich wären. Er sägte, das muffe man den Bildern selbst entnehmen Die Dar- gestellten seien offensichtlich nicht gleiche Personen gewesen. Er habe keinerlei Erklärun g dahin abzugcbcn, daß Guth Lohse sei. Vom Beviervorstcher wurde hieraus ausdrücklich erklärt, es handle sich nicht um Lohse sondern um Guth. Seinen Parteigenossen Guth'habe er als solchen legitimiert. -Dann sei er mit ihm zum Polizeipräsidium gefahren. Dort habe er die auf der Dache abgegebene Erklärung wiederholt. Er sei bemüht gewesen, Guth freizubekommen: denü cr war überzeugt davon, daß Guth mit den Demonstranten in der Leipziger Straße nicht das geringste zu tun hatte. Guth, ein Landwirt aus Schleswig-Holstein, sei nach Berlin gekommen, um Meh zu verkaufen. Gr stelle fest, daß er es war, der Aufklärung darüber schuf, daß man nicht Lohse, sondern Guth vor sich habe. 2luf der Polizeiwache sei dies auch anerkannt worden. Bon einem Strafverfahren gegen ihn wegen Begünstigung sei ihm nichts bekannt. Tlod) feine Entscheidung des Reichs finanzministers über eine Mehrbelastung des Tabaks. * I e i ft. A M als st er > -nten^^er i'n Vorgarten?" Qfl Unb ^ent Härkt und bis in bit Polizei habe den (Ein- ^cheorganisieri nitent war unb sicher in bet Menge ange holt versuche gemach die Festaenommene' Major Heinrich, bei -los von bem Gummi >n Landsriedensbruch egen veraehens fleoei , wegen ©iberjlcnb;:- iins 'Monaten Gejänp her vergehens zu Ich ercr wegen gcsährlchi Monaten Gesängnie, iberflonbes gegen bit fen zwei Wochen, bii ingnisstrase oerurieill i Antrag -er Glaatf die Staats' w SZS ;SS$S «?»«?■ •<Ää geteilt, daß das Reichsfinanzministerium auf (Er- I kondigung dem Reichsoerband erklärt hat, die Meldung stelle offenbar eine Kombination aus den in der presse herumschwirrenden Gerüchten dar. Die Situation sei bisher völlig unverändert, der Minister Hobe noch in keinerlei weise eine Lntschei- düng darüber getroffen, ob überhaupt eine Mehrbelastung in Frage komme und in welcher Form eine solche etwaige labakmehrbelastung durchgesührt werden soll. Der Minister habe den Reichsverband ausdrücklich ermächtigt, die Meldung btt wolfffchen Telegraphenbureaus dahin richtigzu 0wolkenlos Oneuer, anal» Gedeckt ®wolkig, ®Bedeckt •Regen, ♦ Sehnet o. Graupeln .Nebel KGewil'er.(§)Windstllle. X* leichte- Osi Ö -nassige» Südsüdwest q stürmische» nordwest 6ie Pfeue fliegen mit dem Winde Die Beiden Stationen stenenden Zalk len geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit-gleichcn nut-Meeresniveau umgerechneten Luftdruck il<(« . • • I ‘St. Der infolge starker nächtlicher Ausstrahlung über Zentraleuropa gebildete Kaltluftkessel hat den hohen Druck bis jetzt noch standhaft gehalten, allerdings drängt vom Atlantischen Ozean warme Luft vor. lieber den britischen Inseln lagen die Temperaturen schon heute morgen zum Teil über 16 Grad Celsius. Daß die Warmluftwelle sich auch auf dem Kontinent bereits über die meist am Boden lagernde Kaltlust schichtet, bemerkte man an dem starken Temperaturanstieg der Bergstationen, der seit gestern zirka 5 Grad beträgt. Der Luftdruck beginnt bereits zu fallen, so daß das Hochdruckgebiet nach Osten ab- gedrängt wird und die ozeanische Warmluft nach und nach zur Geltung kommen kann. Bei ihrem Ausbreiten auf die noch vorgelagerte kalte Bodenluft wird sich Bewölkung emstellen, wobei auch zeitweise Niederschläge zu erwarten sind. Aussichten für Donnerstag: 3111- mähliche Bewölkungszunahme, Tempera turauS- gleich zwischen Tag und Rächt, im ganzen etwas wärmer, vereinzelt auch Aiederschläge. Lufttemperaturen am 14. Oktober: mittags 14,3 Oro^ Celsius, abends 7 Grad Celsius: am 15. Oktober: morgens 1,8 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 1 Grad Celsius. — Crdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Oktober: abends 12 Grad: am 15. Oktober: morgens 7,2 Grad. — Sonnenscheindauer 7 Stunden. stellen. - Aus Oer Provinzialbauptstodi Gießen, den 15. Oktober 1930. (Sausängertag in Gießen. Der Gau Gießen-Stadt und -Land im Hessischen Sängerbund hielt am Sonntagnachmittag im Saale des Katholischen Bereinshauses einen Sangertag ab. Bon 32 ongeschlossenen Vereinen waren 18 vertreten. Die Tagung wurde eingeleitet durch einen Chor des hiesigen 'Bauerschen Gesangvereins. In einer Begrüßungsansprache wies der Gauvorsitzende C. Koch-Gießen auf die Bedeutung der Pflege des deutschen Liedes hin. Gleichzeitig übermittelte er un Namen des Gauvorstandes dem anwesenden Sangesbruder Gg. Todt, der seit 55 Jahren aktiv I dem hiesigen Bauerschen Gesangverein angehort, I herzliche Glückwünsche zum 77. Geburtstag. Sodann wurde zunächst die Wahl von drei Kassenprüfer vorgenoinmen, die in diesem Jahre vom Bauerschen Gesangverein gestellt werden Hieraus erstattete der Gauvorsitzende den Jahresbericht. Qr schilderte zunächst die Gründung und Entwicklung des Lahngaues, erläuterte die Notwendigkeit Her Aufteilung dieses Gaues und die Gründung des 48aues Gießen-Stadt und -Land. Weiter gab er be^ tannt, daß der Gesangverein „Heiterkeit Hießen und der Gesangverein »Lleder- tr a n z" Gießen neu eingetreten seien. Der Gau jählt nun 32 Vereine mit insgesamt 1591 Sängern. Än der Aussp rache kam zum Ausdruck, daß die »rganisatorische Regelung noch nicht völlig bcfrie- biae, immerhin sei man doch ein gutes Stück vorwärts gekommen. Der Hessische Sängerbund muss« herauf hinwirken, daß die Einteilung der Gaue nach geographischen bzw. wirtschaftlichen Gesichtspunkten »urchgefuhrt werde. Ein Antrag des Oberhessischen Sängerbundes, in bem er die Befreiung der Erwerbslosen von Gau- Der Transport deS FlugzeugrumpfcS von Ufingen nach Gießen hat mannigfache Schwierigkeiten bereitet. Beträgt doch der Abstand der beiden Laufräder, die den Vorderteil des Rumpfes tragen, über 6 Meter, so daß die Landstrahen- breite bei dem Transport oft völlig ausgefüllt war und alle Aufmerksamkeit des Transportpersonals darauf verwandt werden muhte, mit dem schweren Rumpfstück nicht in den Straßengraben zu geraten. Die kleine Verkehrsstörung, die dadurch entstand, wurde von den Kraftfahrern und Fuhrwerkslenkern unterwegs ohne weiteres hingenommen: man war allgemein sehr entgegenkommend. Hm so unverständlicher erscheint es, daß von feiten des Bürgermeisters von Braunfels dem Transport Schwierigkeiten gemacht und weitere Abmontage (eine Unmöglichkeit in diesem Falle) verlangt wurde. Da man es hier mit einem Rotstand zu tun hatte, fühlten sich Flugzeugführer und Helfer berechtigt, das bürokratische Ansinnen abzulehnen. * Interessant ist die Tatsache, daß das Verkehrsflugzeug die Strecke München-Frankfurt- Mühlheim -Essen in einem Zeitraum von drei Stunden und 40 Minuten, selbst bei voller Besetzung mit 9 Passagieren, zurückzulegen ver- mag. Der Flugpreis ,e Person für diese Strecke beträgt 77 Mark. Eine Gegenüberstellung mit der Reichsbahn ergibt eine Zug-Fahrzeit von 14 Stunden und einen Fahrpreis von 51 Mark in der zweiten Klasse, die der Klasse des Flugzeuges entspricht. Daraus geht hervor, daß der Flugverkehr für den Geschäftsmann, dem an Zeitersparnis liegt, einen großen Vorteil bedeutet. Daß bei einer Reise im Flugzeug auch eine Reihe weiterer Annehmlichkeiten in Erscheinung treten (auf der genannten Strecke z. B. nur zwei Haltepunkte), spricht unbedingt für die große Zukunft, die dem Luftverkehr heute kaum mehr abzusprechen ist. Berliner Börse. Berlin, 15. Ott. (WTB. Funkspruch) Die Tendenz des heutigen Frühoerkehrs war wieder sehr ruhig, aber Im Grunde nicht unfreundlich- Es befriedigte, daß Neugork sich gestern im Verlaufe gut erholen konnte, und daß in den Meldungen von brühen ein zunehmendes Interesse für deutsche Werte besonders hervorgehoben worden ist. Auch die etwa» festeren Markkurse von gestern nachmittag konnten sich ziemlich behaupten. der. Taubenhalter seien auf die heutige Bekannt- machung hingewiesen. . _ ** Die Winter-Schafweide in der Gemarkung Gießen soll neu verpachtet werden. Interessenten ersehen Näheres aus der heutigen Bekanntmachung. ... •• Die Gewerbe- und Maschinen- baufchule Gießen weist in der heutigen Anzeige auf den Beginn des Wintersemesters am 1. Rovember in den Qlbteilungen Maschinen» bauschule, Abteilung für Baugewerbe, Schreiner- fachschule, Malerfachschule, Schuhmachersach- schule, keramische Abteilung, Vorbereitung auf die Kunstgewerbeschule hin. Interessenten seien auf die Anzeige besonders aufmerksam gemacht. Gewerkschaftsbund der Angestellten. Am Donnerstagabend hielt im Rahmen des Winterbildungsprcgramms in der Gießener Iugendgruppe des GDA. Postinspektor Sahm einen Vortrag über „Die Vorteile im Postverkehr". In humorvoller Weise wußte er die vielen Nachlässigkeiten der „Postkunden" zu schildern und den Merkurjüngern aus der Erfahrung heraus Belehrungen zu geben, wie man es nicht machen soll. Denn jährlich können allein über zwei Millionen Zustellungen nicht gemacht werden, weil Absender und Empfänger kaum zu ermitteln sind. Der Redneb wies auf eine Reihe von postalischen Bestimmungen hin, erwähnte verschiedene Kuriositäten und zeigte zum Schluß einige interessante Briefstempel von Zeppelins Weltflug, von der Mittelmeerreise, von der ersten Atlantikfahrt usw. Geschäftsführer Mack dankte dem Vortragenden für seine lehrreichen Ausführungen. Mit dem Lastkraftwagen in den Rhein gefahren. Der Chauffeur ertrunken. WSR. Mainz, 14.Ott. In der Rächt zum Dienstag ist der Lhaufjeur H e l f r i ch aus Crumbach i. O., der hei der Firma Bierverlag Konrad Hu st er in Wörrstadt beschäftigt war, mit seinem Lastauto tn der Rähe von Budenheim in den Rhein gefahren und wahrscheinlich ertrunken. Helfrich war am Montagmorgen mit einem Lastkraftwagen nach Frankfurt a. M. gefahren, wurde aber noch am gleichen Abend zurückerwartet. AIS sich das Qhito nicht einstellte und auch keine Rachricht von dem Chauffeur eintraf, machte sich am Dienstagmorgen Huster auf den Weg, um seinen Chauffeur und den Wagen zu suchen. In Frankfurt erfuhr Huster, daß der Wagen ordnungsgemäß die Heimfahrt angetreten hatte. Schließlich stieß er in Buden- heim am Rhein auf Spuren und man konnte ermitteln, daß der Wagen im Rhein lag. Heute abend ist es gelungen, den Lastkraft- wagen aus den Fluten zu bergen. Die Leiche des Chauffeurs war nicht zu finde n. Wahr- Am Samstag ging — tote toir bereits am Montag berichteten — bei Usingen ein große- Verkehrsflugzeug der Deutschen Lufthansa nieder. Da der Motor nicht zur Zufriedenheit funk- tionierte, nahm der Pilot eine Außenlandung vor, die erfreulicherweise ohne Zwischenfall verlief. Die Landung erfolgte gegen einen kleinen Hügel. Die vier Passagiere wurden mit einem Kraftwagen toeiterbeforbert. Am Montag wurde dann das Flugzeug in großen Zügen abmontiert und nach dem Gießener Flughafen gebracht. Der Riesenvogel, ein IunkerS-Grohflugzeug, mit dessen Montage man augenblicklich beschäftigt ist, hat eine sehr ansehnliche Größe. Die Gesamt pannweite von Flügelspitze zu Flügelspihe beträgt 30 Meter, die Länge vom Propeller bis zum Schwanzende 18 Meter. Das Flugzeug verfügt über einen Motor der Bayerischen Motorenwerke (12 Zylinder, 600-PS-ßeiftung) und hat ein Rüst- gewicht von 3520 Kilogramm. Das Flugzeug vermag im H.-chstfalle 1080 Kilogramm Ladung aufzunehmen, so daß also das Gesamtgewicht 4600 Kilogramm betragen könnte. Der Motor muhte ausgewechselt werden. Bereits am Sonntag traf der Reservemotor auf dem Flugplatz ein, der am gestrigen Rachmittag eingebaut wurde. Die Monteure fanden bei ihrer Tätigkeit viele Zuschauer, die nicht versäumen wollten, das Großflugzeug einmal in Augenschein zu nehmen. Dec Flugzeugrumpf muhte quer in die Flugzeughalle gestellt werden. Gegen ‘/26 Uhr trafen dann von Usingen auch die Trag- und die Steuerungsflächen auf dem Flugplätze ein, im Lause des heutigen Tages werden auch sie auf- montiert. Das muß allerdings im Freien geschehen, da die Halle nicht breit genug ist, das Flugzeug in seiner ganzen Spannweite zu faffcit Voraussichtlich wird die Maschine am Donners- taggegenMittag starten und in Richtung nach Essen den hiesigen Flughasen verlassen. und Bundesbeiträgen anregte, wurde bis zum Bundessängertag zurückgestellt. Die Frage der Abhaltung eines Gaulieder- t a g e s 1931 gab Anlaß zu einer regen Aussprache. In bezug auf die Abhaltung eines Wertungssingens. unter Zuziehung eines Wertungsrichters gingen die Meinungen auseinander. Schließlich wurde der Anregung des Gauvor- standes zugestimmt und mit großer Mehrheit beschlossen, im Rahmen des nächsten Gauliedertages ein Wertungssingen unter der kritischen Betrachtung eines Sachverständigen zu veranstalten. Als Ort für die Abhaltung des Gauliedertages wurde wieder Gießen bestimmt. Der Gauliedertag 1931 soll Ende Mai oder Anfang Juni stattfinden. Ueber die Ausgestaltung des Gauliedertages wurden dem Gauvorstand eine Reihe von Vorschlägen gemacht. Nach dem vom Gaurechner Rinn erstatteten Kassenbericht betrugen die Einnahmen des Gaues 321,32 Mark, die Ausgaben 89,08 Mark, sodaß ein Bestand von 232,24 Mark verblieb. Bei der Besprechung der Tagesordnung für den am 26. Oktober in Offenbach stattfindenden B u n - dessängertag wurde in Anbetracht der ungünstigen wirtschaftlichen Derhältniste vom Bundesvorstand größte Sparsamkeit gefordert. Ebenso soll die Herabsetzung des Bundcebeitrages in Erwägung gezogen werden. rnott.it n — Tageskalender für Mittwoch. Südwestdeutscher Radioklub: Generalversammlung, 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Atlantic". — Astoria-Lichtspiele: „Achtung! Autodiebe'." (mit Harrn Piel) und „Der Kellner-Kavalier". - Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am morgigen Donnerstag firtbet im Mittwochabonnernent die Uraufführung von Curt Corrinths jüngstem Werk „Sektion Rahnste!ten" statt. Da andere Bühnen im Reich sich ebenfalls an der Uraufführung beteiligen, wurde als gemeinsamer Aufführungstag der 16. Oktober festgelegt. Corrinth führt uns in die Zeit politischer Hochspannung. Cs ist dem Gießener Stadttheater hauptsächlich darum zu tun, unter der Rubrik ..Zeittheater" ein aktuelles Stück eines modernen Autors zur Diskujsion zu stellen. Der Regie (Dr. Rolf Prasch, liegt daran, junge Menschen wie sie heute wirken und leben, in ihrem jugendlichen Fanatismus und politischen Draufgängertum zu zeigen. Corrinth hat bereits mit seinen „Trojanern in der vorigen Spielzeit einen großen Erfolg gehabt. * •• Aufgehobene Straßensperre. Die auf der Provinzialstraßenstrecke Londorfer Straße in Grünberg wegen Erneuerungsarbeiten kürzlich verfügte Straßensperre ist jetzt wieder aufgehoben worden. ** Die Sperrzeit für Tauben während der Saatzeit dauert vom 15. Oktober bis 15. Novem- io 'SS. rtaiflHfl- 6rts'_x'tT '5 * O-, O>/6 Oslo J A O * w ./ Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard mein 7037i) fiefucbt lunger bringt 3H« M! Im Alter von 74 Jahren, Vale Hal Gießen, 14. Oktober 1930. dort bega NrurMidenbe Astoria-Lichtspiele Suche iüi foiort 06388 tücüttoe 6977 C 70191) Mnntbnrn 36, (Ssvlnnnbe 6 Autodiebe! 52 Hektar Tempo Spannung Sensation und Der Kellner-Kavalier Giefeen. Goethe strafet 32 6681 A Groß-Garage am Aulweg Telephon 4240 Frostspanners anlegen Der Vor and 7034 D Morgen Donnerstag, 16. Oktober Sie im 6766 A Metzel Suppe! Ab 9 Uhr Wei fleisch mit Kraut. Ein 70350 nerwagen. orte für haltbare Mwurz Kaisera !< e 45. Telephon 4067. 06376 verkauft ür Bau Steinbach und dri 7020 D weiden ja und dann- wozu mehr Geld auö Mfstnnlaac 46. 06383 geben al» nöttn, die 1490D liefert Radio Photo Telefunkendienst Telephon 2534 5311D Maschinenbauschule, Abteilum aewcrbe, Schreiner-Fachschule, Olefcen Direktion C. Nübsamcn. Fernsvr. 3659. liefen 06325 (,ne M Der p, Em spannendes Gesellschaftsschauspiel in 7 Akten mit Renee Höribel und Nicolas Rimsky. den hinter, tret HauS haben sie „Die Au überall w Rübeamen A-ptiifpr. 3359. 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Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt o°zsi Lesuchen Sie uns, lasten Sie sich aufklären, verlangen Sie kostenlos und unverbindlich Vertreterbesuch oder Prospekt durch die (5et schäftsstelle in Gießen: W. HieronimuS, Kaiserallee 14a 11. 702111 Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 3170 ___________________»4941> Schellfische o. tt., Kabeljau Notzungen, Zander, Filets Leben e Spiegelkarpfen, Leb. Schleien, Forellen, Bücklinge Lachsheringe, Marinaden usw. s. G. Mfeinhenu Tel. 38 66 6859 n Babnbofftrakevs Hans Schmitz 06377 Wirtschaft Ventilchen Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 15. Oktober 1930 bis 15. November 1930 einschließlich einzuhaltcn, andernfalls sie zu gewärtigen haben, daß sie bestraft und die Tauben vom Feldschutzpersonal abgeschossen werden. 6868C Gießen, den 14. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Dr. Rosenberg. 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Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der Verwaltung an Werktagen (außer Samstag), nachmittags zwischen 3'/> und 5Vi Uhr, eingesehen werden; Bedarfslisten werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Angebote und Proben find getrennt und verschlossen — mit entsprechender Auf- schrift versehen — an die gemeinsame Verwaltung obiger Kliniken bis spätestens Montag, den 27. Oktober 1930, mittags 12 Uhr, eirzureichen. Zuschlagsfrist sechs Tage. Donnerstag, den 16. 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Oktober 1950 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen) Nr. 241 Zweites Blatt »ari lebe! Sensation •Kavalier das Bezahlen. Auf Wiedersehen. Monsieur! amüsieren Eie sich gut. Dastia, ib aseUschaUs- ten mit Renee tolas Rimsky. 375 IB B irt man hat. Es sind reizende Leute. Kein Wort dawider. Mahlzeiten zu festen Preisen gibt es zwar nicht, aber man kann sich nach Belieben auswählen, wird nicht genötigt, und das charmante Persönchen reckt beide Qlrme gen Himmel, als man nach dem Essen zahlen will. Ausgeschlossen. Der Gast darf nicht bei jeder Kleinigkeit ans Bezahlen erinnert werden. Das kommt alles auf dir Rech- Aeuregelung der Knsenfürsorge. Dec Reichsarbeitsminister hat unter dem 11. Oktober neue Bors chrif ten für dieKrisen- fürsorge erlassen, die am 3. November 1 9 3 0 i n Kraft treten. Mit Rücksicht auf die allgemeine Verschlechterung des Arbeitsmarktes soll die Krisenfürsorge in Zukunft wieder den Angehörigen aller Derufsgruppen gewährt werden, und zwar in Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern ohne besondere Zulassung, in den übrigen Gemeinden auf Anordnung der Vorsitzenden der Landesarbeitsämter. Ausgeschlossen sind nur die Derufsgruppen „Landwirtschaft" (mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Angestellten) und „häusliche Dienste". Die bisherigen Zulassungen bleiben bestehen, auch in Gemeinden unter 10 000 Einwohnern. Mit Rücksicht darauf, daß dem Reiche für die Krifenfürsorge nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen, konnte diese Maßnahme nur durch- zichtet gern darauf, die Bekanntschaft des pudernden Filmhelden zu machen. Bei der Hitze! Man setzt sich lieber auf die Place Nicholas am neuen Hafen, wo die allerschönsten Palmen stehen, und trinkt einen Cap Corse mit Eis. Die vieren Cafes, die den Platz jenseits des Fahrdarnrns an der Stirnseite begrenzen, haben für die Bequemlichkeit ihrer Gäste vorbildlich gesorgt! man räkelt sich in Korbstühlen, schlürft die Rachtluft und den Wein, vor allem den Wein, klatscht in die Hände wie ein Pascha, wenn das Glas leer ist, und schon springt der Garton über die Straße, falls nicht gerade eine Serie von Autos vorbeirattert. Alle korsischen Autos rattern; das ist ihre besondere Rote. Der Kausalzusammenhang zwischen diesem Geräusch und den mit Granitbrocken bestreuten Wegen ist unschwer festzustellen. An langen Drähten, von Daum zu Daum gespannt, leuchten bunte Glühbirnen. Hier könnte man träumen, wenn die T. s. f. nicht wären. Das ist keineswegs Ungeziefer. T. s. f. bedeutet: Tdtegraphie sans fil — und da sie sich so schön abkurzen läßt, gebraucht man oiese Dezeichnung im übertragenen Sinne für den Lautsprecher. Fast jedes Cafe hat, über der Eingangstür montiert, seinen Lautsprecher. Aber was für einen! Es sind riesige Kasten, in denen drei wohlbeleibte Männer Platz finden könnten, und die Lautstärke ist auch die von drei Männern. Wenn geführt werden, wenn gleichzeitig gewisse Einschränkungen des Personenkreises innerhalb der zugelassenen Derufsgruppen, eine Verkürzung der Dauer und eine Heu« regelung der Leistungen borgenommen wurden. Arbeitslose unter 21 Jahren können, wie bisher, keine Krisenunterstützung erhalten. Eie wird in Zukunft nur Personen gewährt, die aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert sind, und zwar muß bei neuen Zulassungen die Aussteuerung nach dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften erfolgt sein. Die höchste Dauer der ilnterftüfcung beträgt 35 oder — bei über 40 Jahre alten Personen — 42 Wochen. Rur wirklich Dedürftige sollen Llnterstützungen, wie sie der Rot der Zeit entsprechen, erhallen. 3m übrigen ist Vorsorge getroffen, daß sich der Liebergang zu der neuen Regelung nach Möglichkeit ohne Härten vollzieht. Reizende Leute. Immerhin: es kann nicht schaden, wenn sich ein bißchen notiert, was man gehabt . Es ist ja nicht der erste Schritt über die Grenze. Man hat vier Weltteile durchwandert... Zwischenspiel im fremden Land Von Victor MageS. Lächeln in Marseille. Man soll nie mitternachts in einer fremden Stadt ankommen, wo man weder Weg noch Steg kennt. Ich weiß. Aber mach' einer was. Leider sind wir von der Zeit abhängig und von den Eisenbahnen, und schließlich bleibt die Hoffnung, daß alles gut werden wird. Cs gibt ja auch ein Mittel, um sicher zu gehen. Das heißt: renseignement. „Wenn Sie dieses Hotel wählen, kann Ihnen gar nichts passieren", sagte der schönbärtige Franzose in Lyon. _ r. Der Zug stoppt. Lichter glitzern, Menschen schreien. Der Rachthauch, der durch das geöffnete Fenster des Abteils hereindringt, ist gesättigt mit Duft des südlichen Meeres. Marseille hat keinen guten Ruf, aber es riecht gut, wenn man nach langer Fahrt den Kopf ins Freie steckt. Das benannte Hotel am Dahnhof ist bis unters Dach beseht. Die riesige weiße Treppe, die zum Boulevard Dugommier abfällt, leuchtet gespenstisch durch die Finsternis. Der Porteur mit dem Koffer stolpert voran. Stufe um Stufe versinkt man in eine unbekannte Schlucht. Der Porteur behauptet, er kenne ein Hotel, wie man es sucht. In fünf Minuten sind wir dort. Eine sehr bemalte Same,_ die aussieht, als habe sie sich extra für den späten Gast zurecht- gemacht, thront einsam im Bureau. Lächelnder Cmpsang. Lächelnde Zusage. Allerdings ist nur ein kleines Zimmer frei, aber dafür ist es auch billig: 25 Frank. Mehr kann man von Marseille nicht erwarten. Dies übertrifft sogar jede Erwartung. Das Bett ist weich und breit. Die Augen werden bald klein. Wie das so kommt, fallen mir ausgerechnet hier, nachts gegen 1 Llhr, in dem Bett eines Marseiller Hotels, die Worte des Brutus ein: „Mörderischer Schlummer! Legst du die bleierne Keul' auf meinen Knaben, der mir Musik macht?" Blödsinn. Erstens bin ich schon lange kein Knabe mehr, zweitens hab' ich keine Musik gemacht, und drittens ist dieser Schlummer gar nicht mörderisch, sondern äußerst wohltuend, zumal man für 25 Frank schlafen darf... Die Leute sind reizend. Richt nur die geschminkte Same, sondern auch die Bedienerin. Mit einer Verschämtheit, die etwas Bezauberndes hat und anmutet, als sei es ihr peinlich, dies sagen zu müssen, erklärt sie, daß man wenigstens eine Mahlzeit im Hotel einnehmen müsse. Man fühlt sich verpflichtet, dem charmanten Persönchen entgegenzulächeln: „QEber gern!“ Worauf ein Strahlen aus den schwarzen Augen bricht, das zu bekunden scheint: Sie haben mir einen Alp vom Herzen genommen, Monsieur! Dollsnalionale Reichsvereinigung. • Frankfurt a. M., 14. Oft. Am Sonntag fand hier eine gut besuchte Versammlung der Orts- und Kreisgruppenkührer der Volks- nationalen R e i ch s v e r e i n i g u n g des Volks st aates Hessen statt, an der auch Vertreter von Hessen-Rassau und der Pfalz teil- nahmen. Ser Wahlkreisvorsitzende, Studienrat Schmidt, Gießen, gab einen eingehenden Bericht über die Stellung der Reichsvereinigung während der Reichstagswahl, ihr Verhältnis zu den Parteien und im besonderen über die Trennung von der Staatspartei. In der I gründlichen Aussprache, sowie in den schriftlichen und mündlichen Berichten aus dem Lande • wurde die Lösung von der Staatspartei gutgeheißen und der weitere kompromißlose Einsatz der Bolksnationalen Reichsvereinigung für den Aufbau des nationalen, sozialen und wehrhaften Volksstaates auf christlicher Grundlage gefordert. Richt der Anschluß an diese oder jene alte Parteigruppe, sondern die Schaffung einer neuen Front crneuerungetoilliger Kräfte aus allen politischen Lagern auf volksgemeinschaftlicher Grundlage und unter Ablehnung der Herrschaft des Jnteressententums und der Parteibureau- kratien solle unentwegt erstrebt werden. Das Aktionsprogramm wurde beraten und der Aufbau der Volksnationalen Reichsvereinigung in Hessen nach dem Grundsatz der weitestgehenden Selbstverwaltung in den Orts- und Kreisgruppen ergänzt und erweitert. Führer des Wahlkreises und der Provinz Oberhessen ist Studienrat Schmidt, Gießen, der Provinzen Starkenburg und Rheinhessen Finanzinspektor Hundert, Worms. Der Landesausschuh besteht aus den Kreisgruppenführern und einer Anzahl hinzugewählter Personen aus allen Berufen, Ständen und Landesteilen. Der engere Arbeitsausschuß seht sich zusammen aus den Herren S ch m i d t, Gießen; Hundert, Worms: Jehner, Landwirt, Schwalheim; Dr. Faehr, Chemiker, Darmstadt; Pfeil, Arbeiter, Trais; Mo uf fang, Rechtsanwalt, Offenbach; Zichwolsf, Kaufmann, Mainz; Beher, Schmiedemeister, Gedem; Seipp, stud. phil., Holzheim; und Frau Kranz, Butzbach. Zu den Beratungen und besonders zu der Mitarbeit an der Ausstellung eines Wirt- schasts- und Kulturprogramms sollen jeweils Sachverständige hinzugezogen werden. sogar ein _ „ __ spielen, muß sehr schön sein. Was fürs Herz. Er heißt: Poudrez-moi le dos (Pudern Sie mir den Rücken). Das Plakat zeigt eine dekolletierte Dame, deren obere Rückenpartie von einer Puder- quakte leicht berührt wird. Die Puderquaste sitzt dezenter Weise an einem langen Stiel, und das männliche Wesen am anderen Ende des Stiels ist nicht sichtbar. Rur seine Hand stößt in das Bild vor. Wie mag er aussehen, der Mann, der einer so hoheitsvollen Same den Rucken pudern darf? fragen sich die kleinen Mädchen von Dastia. Sie Kassiererin bekommt zu tun. Linser eins ver- >e- b. WMI KMUl- ,jS ■ MM SM MM Hill*1 Dastia, an der Rordostccke von Korsika gelegen, ist eine interessante Stadt. Es gibt hier Kino. Ser Film, den sie gegenwärtig nung. Ditte, machen Sie sich keine Gedanken, über ' ~ — * " — " I Lind bildung ppenunterricht e und Kindel giessen (M?i ßahnhotstraM ich ipboo n Sensation«- 6977 C ngl- Wer die Hauptversammlungen des Gustav- Adolf-Dereins regelmäßig zu besuchen Gelegenheit hat, empfindet jedesmal aufs neue tne starke Wirkung, die von diesen Versammlungen ausgeht. Es liegt in der Ratur dieser Veranstaltungen, daß sie im letzten Grunde immer daS gleiche Antlitz zeigen, dieselben Testallen der Führer auf dem Gebiete der Diaspora- pflege, dieselben Röte der Diaspora in der ganzen Welt. Aber auch dieselbe Gemeinschaft helfender Druderliebe macht sich überall geltend. Lind doch trägt jede Versammlung ihre besondere Art. Die persönliche Rote empfangen diese Tage immer von der ilmtoelt, in der sie gefeiert wer- den. Diesmal waren die Gustav-Adolf-Freunde Gäste des Schwabenlandes. Zum letzten Male hatte in Stuttgart die Hauptversammlung im Jahre 1874 getagt, jetzt wurde sie wieder dort begangen. Schwäbische Herzlichkeit umfing die Teilnehmer, schwäbische Treue trat in der großen Opferwilligkeit zutage, mit der die Arbeit unterstützt wurde. Hatte doch das Schwabenland die Summe von 170 000 Mark, d. h. 10 Pfennig auf den Kopf der Devölkerung, gesammelt. Mehr als ein Redner hob die Eigenart des schwäbischen Volkscharakters hervor, in dem sich ein zähes Festhalten an der engsten Heimatart mit einer Weltweite verbindet, die diese engen Fesseln sprengt. Schwaben gibt es in der ganzen Welt, haben sie doch auch Chamisso bei feinem Gedicht „Die Auswanderer" Modell gestanden. Aber überall wo sie sind, sind und bleiben sieSchwa - ben. Darin lag eine innere Verwandtschaft zwischen der Gustav-Adolf-Arbeit und der Stätte ihrer diesmaligen Tagung. Ist doch auch dem Gustav- Adolf-Derein die Weltweite eigentümlich. War ursprünglich die innerdeutsche Diaspora in starkem Maße Gegenstand der Der- einsfürsorge, so ist diese in der Gegenwart keineswegs ausgeschaltet, aber doch stark zurückgetreten, teils weil sie durch geordnete kirchliche Fürsorge genügend betreut werden kann, teils weil, die deutsche Rot in der ganzen Welt seit der Kriegszeit ins Riesengroße gewachsen ift. Ein Dlick in den Arbeitsbericht zeigt, wie der Dienst des Gustav-Adolf-Dereins sich über alle Meere bis nach Südamerika, Australien und Afrika erstreckt. Es entspricht diesem Charakter, wenn ein Teil der Tagung in den Räumen des Deutschen Auslandinstituts stattfand, dessen weltumfassende Arbeit die Dewun- berung der Desucher erregte. Dei der ersten Tagung in Stuttgart im Jahre 1845 waren zum ersten Male außer den deutschen Abgeordneten auch Vertreter der Schweiz, Frankreichs, Belgiens und Llngarns vertreten. Auch dieses Wal hatte das Ausland Vertreter entsandt. Die durch den Krieg abgebrochenen Beziehungen zur Waldenser Kirche inJtalien sind, wenn sie auch noch nicht zur Beschickung der Tagung geführt haben, doch wieder ausgenommen. Die belgischeMissionskirche hatte einen Abgesandten zur Teilnahme deputiert. Zum ersten Male waren zwei finnische Bischöfe erschienen, um ihre Teilnahme und Mitarbell an diesem Werk der Bruderhilfe zu bezeugen. Es entsprach wohl diesem großen Zug, daß die große Liebesgabe des Gustav-Adols-Vereins dieses Mal die Fhrt übers Meer, nach Sao Leopoldo in Brasilien antreten soll. Lind wenn von namhafter Seite angeregt wurde, daß der Gustav- alle diese T. s. f. gleichzeitig loslegen, hat nur ein Stocktauber die Möglichkeit, zu träumen. Einzelne Cafes behelfen sich mit Grammophonen. Das bevorzugteste Plattenlied ist „Wilja, o Wilja, du Waldmägdelein". Ich erinnere mich, daß wir es im Jahre 1907 als jüngsten Exportschlager den Südsee - Insulanern vorgesungen haben ... * Rach 10 Llhr ins Hotel kommen darf man nicht. Sonst riskiert man, nächtliche Ruhestörung verüben zu müssen. An der Hotelpforte ist eine eiserne Hand angebracht. Mit dieser eisernen Hand wird gegen die Tür geklopft; es dröhnt strahenweit, und als Deutscher bekommt man Schupo-Visionen, wenn man immer wieder und immer wieder mit der eisernen Hand tätlich werden muß. Aber es rührt sich keine Katze. Man kann von Glück sagen, wenn es nicht Morgenrot geworden ist, ehe der Hausdiener aus sorgenschweren Träumen fährt. Das Hotelzimmer, sehr komfortabel, ist mit dem Rebenraum durch eine kleine Tapetentür verbunden. Der Riegel auf meiner Seite erweist sich als unbrauchbar, aber die Tür ist verschlossen. Der Schlüssel steckt drüben. Ein Hotel in Dastia mag noch so nett eingerichtet fein: es bleibt eine bescheidene Angelegenheit. Einschleichdiebe mit Gesichtsmasken a la Wallace suchen sich zweifellos ein Tätigkeitsfeld, wo es mehr zu klauben gibt als meine Reisekasse, die überdies im Begriff ist, ihre Kinderseele auszuhauchen Warum also der Tapetentür besondere Beachtung schenken? Selig lächelnd wie ein satter Säugling schläft man ein. Die Same, die sich absolut den Rücken pudern lassen will, steigt aus dem Filmplalat, schwebt über den Boulevard Paoli, wächst zu enormer Gröhe, so daß sie ohne Mühe an die Fensterläden meines Zimmers im zweiten Stock reicht. Sie versucht.' die Läden zu offnen. ES knackt. Ich höre es deutlich, erwache .... und sehe, wie sich die Tapetentür bewegt; Licht bringt herein. Die Hand tastet nach dem Druckknopf, um die Beleuchtung anzuknipsen. Findet ihn nicht gleich. Durch die Tapetentür schiebt sich vorsichtig eine weiße Gestalt. Das Bett steht unmittelbar neben der Tür. Der Druckknopf. Helle. Ein Schrei gellt, als hätte ein Spieß getroffen. Eine sehr hagere ältliche Dame schmeißt die Arme in die Luft, stolpert ein paar Schritte, die Tapetentür fliegt zu. Rax, rax macht der Schlüssel. Mein bibberndes Herz ist plötzlich voller Heiterkeit. Von drüben tont leises Wimmern: „Mon coeur, mon coeur!“ Eine andere Stimme beruhigt. Ich lösche das Licht, strecke mich und frage leise bei dem Schick sac an: warum denn, wenn sich schon nachts in Dastia die Tapetentüren bewegen, nicht etwas jüngere und weniger ängst« liche Gespenster.... Pas de bonheur. ^rrabt ntuer^ ndbarer lsungsdarleheii ^"g-" 6it fofiej, ,r°M bürd, blt WttajL 7f M 19« Oktober: Adolf-Verein eine wissenschaftliche Kirchenkunde der evangelischen Diaspora schaffen solle, so zeigt ich auch hierin, wie er seiner Bestimmung gemäß einen ökumenischen Charakter trägt. Diese Weltweite ist freilich nicht zu denken als eine bloß weltumspannende Organisation. Sie will Dienst bedeuten. Das alte Losungswort des Vereins, das in der Festpredigt des Generalsuperintendenten D. Eger durchklang: „Lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber dem Glaubensgenossen!" stellt diese Arbeit in den Zusammenhang der großen Liebestätigkeit der evangelischen Kirche. Cs will doch etwas heißen, daß der Verein mit einem Etat von zwei Millionen arbeitet. Auch auf der diesmaligen Tagung trat in den Arbeitsgemeinschaften für die Schulfragen, für das Ostproblem, für den Frauendienst der Ernst hervor, mit dem die einzelnen Gebiete bearbeitet werden. Aber auch dieser Dienst hat neue Formen angenommen. Erschöpfte er sich früher wesentlich in Llnterstützung einzelner Werke und Befriedigung örtlicher Bedürfnisse, so zeigt er heute einen Drang ins Große und Weite, der über diese kleinen Ausgaben hinausführt. Besonders stehen im Vordergrund z. Z. die Fragen der Auslandschulen und die Heranbildung des Pfarrerstandes für den Auslanddienst. Man hat erkannt, daß in der Heranbildung der Jugend im Glauben der Väter die sicherste Bürgschaft für die Zukunft der Gemeinden liegt, und daß wichtiger als alle materiellen Llnterstützun- gen die Ermöglichung des Dienstes mit Wort und Seelsorge ist. Die amtsbrüderliche Rothilfe sucht den Rotständen der Diasporapfarrhäuser Hilfe zu schassen. Vor allem aber hat da s Franz R e n d t o r f f-H a u s in Leipzig, das am 17. Mai d. 3. eröffnet wurde, die Aufgabe übernommen, Theologie studierenden Söhnen des Auslandes ein Heim zu bieten. Auch hier weltweiter Dienst. Mit besonderer Dankbarkell wurde bei der diesmaligen Tagung von allen Seiten des Vorsitzenden des Vereins gedacht. Geheimrat Professor D. Franz Rendtorfs hat am 1. August d. 3. seinen 70. Geburtstag gefeiert. 3n ihm ist der Charakter weltweiten Dienstes, den die Arbeit trägt, geradezu personifiziert. Möge es dem hochverdienten Manne vergönnt fein, noch lange den Verein als Träger solcher Arbeit zu führen. Oderheffen. Gerneinderat in Grimberg. + Grünberg, 14. Ott In seiner, jüngsten Sitzung war der Gemeinderat vollzählig versammelt. — . Vor Eintritt in die Ta^sordnung gab Der Beigeordnete bckannt, daß d e Orts.atzung über bic Wahl ein s BerusbürgermeisterS von dem Minister des Innern ge e nugt worden ।c.. Er beao, .cy.ige, die c teile al8 >alo in Der „Darmstädter Zeitung" und im „~>icr>ener Anzeiger" zur Bewerbung a u s z u) ch r e i b e n. Don derstädtischen Anleihe - Ab l o * sungsschuld wurden drei Stricke (Lit. Rr. 4. 47 und 68) rückzahlbar mit 175 Mk. und zwei Stücke (Lit. B Rr. 43 und 49) rückza Ibar mit 87 50 Mark aus gelost. Die Auslosung ist die fünfte, laut gesetzlicher Vorschrift erstreckt sie sich über 32 3aljre. . Herr Heinrich liebele aus Bad-Rauhcim, der Päch er der städtischen Waldjagd (Große über 400 Hektar), des en Pachtet am 31. 3anuar 1932 abläuft, ersucht um Verlängerung seiner Pachlzeit für weitere drei 3a)re, da er zwei angrenzende Jagden für die Dauer dieser Zeit gepachtet habe; er erbietet sich, trotz allgemeiner Verbilligung der Jagden, den alten Pachtpreis in Höhe von jährlich 1350 Mark zu zahlen. Wahrend einige Eemeinderäte die Verlängerung deS Pachtvertrags befürworteten, wurde von einer Seite erllärt, daß hiesige Jagdliebhaber die Jagd zu demselben Preise pachten würden. Aus diesem i Grunde wurde Die Sache nochmals zurückgestellt. Der hiesige Motorrad-Club bittet um Verbesserung der Ortsdurchfahrten, insbesondere weist er auf die für den Auto- und Motorradverlehr gcsuhrlichen ©teilen des Marlt- platzes und der Marktgasse hin; für letztere halt er eine vollständige Llmpslasterung für nötig. Rach kurzer Aussprache, bei der allgemein Der Wunsch der Gesuchsteller als berechtigt anerkannt wurde, einigte inan sich dahin, durch Llrn- pflasterung einiger besonders schadhafter Stellen des Marktplatzes und der Marktaasse dem Gesuche Rechnung zu tragen. Einer allgemeinen ilm- pflasterung der Marktgasse, die man allseitig für nötig hält, will man zunächst noch nicht nähertreten, da einerseits die Mittel hierfür fehlln, anderseits auch erst sämtliche Anlieger ihre Kanalanschlüsse vollzogen haben müssen, was bis jetzt erst zum kleinsten Teile geschehen ist. Die bis jetzt noch nicht angeschlossenen Hausbesitzer sollen daher zum baldigen Anschluß aufgeforbert werden, damit nach TeenDigung dieser Arbeiten und genügender Zeitspanne zum Setzen des Erdreiches in etwa ein bis zwei Jahren die Llm- pflasterung der ganzen Marltgasse vorgenommen werden kann. Auf eine Anfrage wegen Verwertung des frei werdenden alten Spritzenhauses an der Hösentränke bemerkte der Bei- georbnete, daß zunächst die Postverwaltung — da Grünberg Sitz einer der demnächst zu errichtenden Landpostkrallstellen werde — zum Linierst eilen der Kraftwagen als Mieter in Be- tracht käme, solange die Post keine eigene Auto- halle errichtet habe. Uaiiötrci* Gickcn. 8 Alten-Buseck, 14. Oft. Der schon feit längerer Zeit hier geplante Neubau einer Farsterwohnung soll im kommenden Frühjahr üorgtrtommcn werden, nachdem sich der Gemeindevorstand in seiner letzten Sitzung bereit erklärt hat, dem Verlangen der hessischen Forstbehörde nachzukommen und das zu dem Rohbau benötigte Holz sowie die Basaltsteine unentgeltlich zu liefern. Wenn Deutsche Not in -er weiten Welt Don D. Blau, Generalsuperiniendent von Posen. Ach, unser königliches Selbstbewußtsein! Es sitzt wieder ganz in einem Drin, unD Das hat dieses charmante Persönchen mit Dem Mona-Lisa- Lächeln gemacht. Zehn Kontinente könnte man Durchwandert haben... in Marseille nützt Das gar nichts. Der Dampfer nach Korsika geht einmal in der Woche. Das Dlllett ist gekauft. Die geschminkte Dame und das Persönchen wissen es genau, denn sie gaben Auskunft. So oder so — es ist ein gefährliches Mittel: renseignement. Mittags, um 1 '21 Llhr, nach Dem letzten Essen verlangt man Die Rechnung. Einen Augenblick. Sie ist noch nicht ganz fertig. Aber gleich, sofort, Monsieur! Der Dampfer geht um 2 Llhr. Es ist em ganzes Stück bis zur Jolietle, auch mit dem Taxi. Man fragt nochmals. Die Rechnung wird in einer Minute vorliegen, in einer halben Minute. Sie Llhr ist schon nach 1. Das Lächeln des charmanten Persönchens hat jetzt etwas Strindberghaftes. Es bannt nicht mehr; es macht unruhig. Roch eine Anstandspause, und nun möchte man doch wirklich die Rechnung... Hier ist sie. Rach vorsichtigem Lleberschlag hat der Gast etwa 130 Franks zu bezahlen. Sie Rechnung lautet auf 417 Franks. Mies schön spezialisiert. Eine lange Rolle feinsten glatten Papiers, zierlich beschrieben von der geschminkten Same. Lind lächelnd überreicht von dem charmanten Persönchen. Dinge, die man nie gehabt hat. Zigarren, Wein, Kaffee. Kuchen, Driesmarken. Sie Rechnung wird beanstandet. Die Geschminkte fällt in Schrei- Kämpfe, aus denen das Wort „agent häufig hervortont Das charmante Persönchen bläht die Rüstem, fletscht Die Zähne, und ihre liebliche SuaDa verwandelt sich in ein Gekeif, wie es auf Den Fischmärkten zu hören ist. Fern tutet zum erstenmal der Dampfer. Wie eine Faust doch 400 Franks auf den Tisch schmettern kann. Ein Wunder, daß Der Tisch hell bleibt t örobi 16 Wtz Taten für Tonnertztag, 16 Cftobcr. 1726: Der Maler Daniel Chedewiscki in Danzig geboren; — 1827: der Maler Arnold Böcklin in Basel geboren. 1 LlnD sofort hat Das charmante Persönchen vom Fischmarkt wieder ein Mona-Lisa-Lächeln, und die bemalte Dame endet ihre Schreikrämpse mit dem Seufzer: „Merci, monsieur.. Sie Lösung der Frage, toarum einer, Der schließlich kein Ochse ist, hier bezahlte, überlasse ich Den Lesern. Cs ist ein großartiger Stoff, und die Erörterung nach dem Abendessen wird sehr zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Ich für mein Teil wünsche mich in die Sebatte nicht einzumischen, übernehme das Mona-Lisa-Lächeln jenes charmanten Persönchens, und das einzige, was ich noch zu sagen habe, ist dies: Wer nach Marseille kommt, geh nicht ins Fleuri-Hotel. Gespenster in Dastia. D damit die Gemeinde auch ein erhebliches Opfer für den ausschließlich in Staatsbesitz übergehenden Neubau bringen wird, so verspricht man sich doch anderseits einen öffentlichen Vorteil für die Pflege und den Schutz der Gemeindewaldungen. Durch den Umstand, daß nach der Pensionierung unseres lang- jährigen Försters Müller der neue Förster in Ermangelung einer Dienstwohnung seinen Wohnsitz in dem abgelegenen Treis a.d. Lda. nehmen mußte, ist den hiesigen Waldungen durch Holzfrevler erheblicher Schad« entstanden. , Saasen, 14. Oft Am 1. Oktober trat unser seitheriger erster Lehrer, K. Herber, in den Ruhestand. 31 Iahre lang hat er in unserer Gemeinde gewirkt. Zur Abschiedsseier am letzten Sonntag war das Gotteshaus auf dem Vettsberg bis zum letzten Platz gefüllt. Die Kirchengemeinde, der der Scheidende als Organist und Lektor treue Dienste geleistet hat, und der Kirchenvorstand, dem er als aussührendes Mitglied lange Iahre angehörte, wollten mit der Gemeinde ihm zum Abschied Dank sagen für das, was er allen gewesen. Der Gesangverein, den er lange Jahre hindurch selbst geleitet, sang zwei Chöre. Aach der Predigt des Pfarrers Doll, die die Gedanken aus dem Wechsel der Zeiten zur ewigen Heimat führte, sang die Gemeinde als Abschiedsgruß »Zieht in Frieden". 3n der Ansprache an den Scheidenden gab der Pfarrer eine kurze Skizze der Lebensarbeit des Herrn Herber, der sich die höchsten Ziele im Lehrerberuse gesteckt hatte. Durch feine Vereins tätigkeit im Gesangvereins und Frauenrerein, durch seine kirchliche Arbeit als Organist, als Chorleiter seines Schüler- und Iungsrauenchores, besonders als Lektor in den 14tägigen Lesegottesdiensten, durch seine Mitarbeit im Kirchenvorstand habe er sich bleibenden Dank verdient. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte der Psarrer die Schafersche Bilderbibel. Ein Chorlied des Gesangvereins schloß diese Feier. — Der evangelisch-kirchliche Frauen- und Mad- chenverein versammelte sich am Abend zu einer besonderen Feier im Schulsaale. Der Abend sollte zugleich eine Gedächtnisseier für Frau Lehrer Herber sein. Psarrer Döll eröffnete den Abend mit einer Ansprache, in der er dem Gründer des Vereins und seiner Gattin herzlichsten Dank sagte: Pfarrer Herber, Wölfersheim, sprach Worte des Gedenkens an seine Mutter und ihr ersprießliches Walten: Lehrer Herber gab einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins und seine bisher geleistete Arbeit: eine Frau aus dem Kreise der Mitglieder fand herzliche Worte des Dankes für den Scheidenden. Der Pfarrer und Leiter versprach in einem kurzen Schlußwort Treue und Festhalten am bisher Gepflogenen. Mit einem Gedichtvortrag wurde die Feier geschloffen. Der Besuch entsprach der Wertschätzung des Lehrers und der Liebe, die sich feine Gattin über das Grab hinaus erfreut. ! Steinheim, 14.Ott An Stelle des nach Wieseck verzogenen Lehrers K. B e p p l e r wurde dcm Lehrer K. Sommer, seither in Lardenbach, die hiesige Schulstelle übertragen. Kreis Büdingen. ch B übin gen, 14. Ott. 3n der Nacht zum Dienstag wurde in einem hiesigen Zigarren- geschäft ein Einbruch verübt. Dem Täter fielen neben größeren Posten Rauchwaren 600 Mk. Bargeld in die Hand. Von dem Dieb fehlt bis jetzt jede Spur. 4= Lindheim. 14.Okt. Bei der am Sonntag hier stattgehabten Bürger m ei st erwähl wurde der seitherige Beigeordnete L i P P mit 119 Stimmen Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Sein Gegenkandidat, der Landwirt G e r l a ch , erhielt 160 Stimmen. Preußen. Kreis Wetzlar. ' 0 Krofdorf, 14. Okt. Der hiesige S ch ü tz e n- üer ein hielt am Sonntag sein diesjähriges P r e i s s ch i e h e n ab, an dem sich 21 Mitglieder beteiligten. Schützenkönig wurde Wilhelm W a g - ncr der auch im vorigen Jahre Inhaber dieses Titels war. 1. Preis mit 69 Ringen (bei sechs Schuß) Rudolf Weil, 2. Otto Becker, 3. Wilhelm Wagner, 4. Karl Leib, Gleiberg. — Die Hirschbrunst im hiesigen Staatswald und den angrenzenden Gemeindewaldungen ist vorbei. Infolge des anhaltenden Regenwetters schrien die Hirsche nicht besonders lebhaft. Es wurden während der Brunft drei Achtender und zwei sehr starke Zwölfender erlegt. Der Rotwlld- bestand ist als gut zu bezeichnen. Kirche und Schule. Laub ach, 14. Oft. Am Sonntag hielt Pfarrer V v l p vor zahlreich versammelter Gemeinde seine Abschiedspredigt. Er ließ die weltgeschichtlichen Ereignisse während der 35 Iahre seines hiesigen Dienstes im Geiste vorüberziehen, die glückliche Zeit der 90er Iahre, den Weltkrieg und die jetzige Aot mit ihrem religiös- sittlichen Tiefstand. Helfen könne uns nur eine Erneuerung des Glaubens an den lebendigen Gott, der stets der Inhalt seiner Predigt gewesen sei. Er danke es der Gemeinde, daß nie em Zerwürfnis mit ihr in den 35 Iahren aufgekommen fei. Obgleich er sich noch arbeitsfreudig fühle, wünsche er der Gemeinde einen jungen, frischen Pfarrer, und hoffe selbst noch öfter im Gotteshaus dienen zu können. Aach dem Segen dankte Oberreallehrer Gerhard mit dem Kir- chenvorftand in ehrenden Worten dem scheidenden Pfarrer für feine langjährige treue Arbeit. Für die Stadtvertretung überreichte Bürgermeister Högh dcm Scheidenden in Anerkennung seiner hohen Verdienste, die er sich als Seelsorger der Laubacher Gemeinde erworben hat, ein mit Widmung versehenes Bild. Die Feier wurde verschönt durch Vorträge des Kirchengesangvereins, unter Leitung von Lehrer Haas. — Pfarrer Volp wurde 1859 zu Gießen geboren. Dort besuchte er das Gymnasium und die Hochschule. Aach dem Studium und wohlbestandenen Prüfungen wurde er 1882, noch nicht ganz 23 Iahre alt, Vikar in Büdingen. 1884 wurde er Pfarrverwalter und alsbald Pfarrer zu Rohrbach. 1890 ward er Pfarrer zu Allendorf a. d. Lda., 1895 kam er auf die 2. Pfarrstelle dahier, mit der auch Religions- unterricht am Gymnasium verbunden war, von dem er erst vor 4 Iahren entbunden wurde. Von 1903 bis 1920 war er Dekanstellvertreter und von 1920 bis 1929 Dekan des Dekanats Schotten. Volle 48 Iahre hat er der Landeskirche treu gedient. Hundertjahrfeier in Wißmar. ? Wißmar, 14. Oft. Zu einem Kirchentag im Dorfe gestaltete sich am Sonntag die Hundertjahrfeier unserer eoang. Pfarrkirche. Am Vormittag wurde das Erntedankfest gefeiert und damit das Gotteshaus, das etwa 8 Wochen wegen vollständiger Wiederherstellung des Innern nicht benutzt werden konnte, seiner Bestimmung wieder übergeben. — Nachmittags fanden sich zur Feier des 100jährigen Bestehens die Gemeindemitglieder und viele Gäste ein. Außerdem erschienen der Super» intendent der Synode Wetzlar, Pfarrer Lic. Müller, Dutenhofen, die Nachkommen des vor hundert Jahren hier amtierenden Pfarrers F. L. C. Lieb- rich, der Bürgermeister von Krofdorf und die Gemeindevertretung. Ortspfarrer Kap eil, Superintendent Wieder und Pfarrer Lic. Müller sprachen zur Gemeinde und wiesen in eindringlichen Worten auf die Bedeutung des Tages, auf die Aufgabe und den Wert des Gotteshauses für die Ge- meinte hin. Der weihevolle Gottesdienst wurde verschönt durch Orgel-, Gesang- und Jnstrumental- vorträge: dabei wirkten die örtlichen Gesangvereine mit. Als die Gemeinde zum Schluß „Nun danket alle Gott" fang, erklangen alle Glocken. An der Aufbringung der erheblichen Kosten für die Instandsetzung beteiligten sich die Zivilgemeinde mit 1000 Mark, die obere Kirchenbehörte mit 1500 Mark und an der Ueberschreitung des Baukosten- Voranschlags infolge unvorhergesehenen Ausbesserungen jede Haushaltung durch freiwillige Spenden. Unsere Kirche ist nunmehr zu einem Schmuckstück geworden, und es verlohnt sich für die Besucher des Dorfes, die Kirche zu besichtigen. Schon 1327 wird eine Kapelle in Wißmar erwähnt, die am gleichen Platz inmitten des Dorfes stand und im Laufe der Jahrhunderte immer baufälliger wurde, so daß ihre Benützung mit Lebensgefahr verbunden war. In den Jahren 1828 bis 1830 erbaute die Gemeinte nach Abbruch der Kapelle aus eigenen Mitteln die heutige Kirche, die an barem Gelte 18000 Taler kostete. Der Entwurf stammte von dem Baumeister Simon in Wetzlar, einem geborenen Berliner aus der Schule Schinkels. So kommt es, daß unsere Kirche im neuklassizistischen Stil erbaut wurde und dadurch einzig unter den Dorfkirchen im weiten Umkreis dasteht. Segelflugwettbewerb auf der Hercheuhaiuer Höhe. Wegen allzu schlechten Wetters mußte der auf den 20. und 21. September angesetzte Segelflugwettbewerb sowie auch der für den 5. Oktober vorgesehene erfte deutsche Postsegelflug auf der Her- chenhainer Höhe auf Samstag und Sonntag, den 18. und 19. Oktober verschoben werden. Man hofft, daß das Wetter an diesen Tagen günstiger fein wird, damit sich die Veranstaltungen ordnungsmäßig abwickeln können. Welch großes Interesse dem Gleit- unb Segelflugsport entgegengebracht wird, konnte man aus dem starken Besuch ermessen, der trotz des überaus schlechten Wetters am 19. September d. I. auf der Herchenhainer Höhe zu verzeichnen war. Diesmal wird eine weitere Verschiebung des Wettbewerbaustrages nicht mehr vorgenommen werden. Für den Wettbewerb stehen wertvolle Preise zur Verfügung, die den jungen Fliegern einen Ansporn geben werden, sich in der Ausübung des Segelflugsportes immer weiter fortzubilden. Handball im T. D. Sroßen-Buseck. Großen-Buseck I — Marburg I 4:2 (3:2). Zum letzten Spiel in der Vorrunde weilte die Erste am vergangenen Sonntag beim T.- u. Spv. Marburg. In diesem Spiel enttäuschte Marburg nach der angenehmen Seite hin. Der Platzbesiher stellte eine eifrige Mannschaft ins Feld. Das Spiel nahm einen sehr schönen Verlauf, litt jedoch unter schlechten Bodenverhältnissen. Handball im T. D. Heuchelheim. Die erste Mannschaft konnte am Sonntag in Friedberg die dortige Zweite mit 7:0 Toren abfertigen. — Sehr gut schlugen sich die Iu- gendlichen: Verloren sie doch in Butzbach, obwohl nur mit 10 Mann spielend, gegen die als sehr spielstark bekannte erste Iugend des Turn- und Sportvereins nur 1:0. Handball in Lützellinden. Grohen-Linten Schüler — Lützellinden Schüler 3:0 (3:0). Die Schüler lieferten sich ein schönes Spiel, das die besseren Groß-Lindener für sich entscheiden konnten. Großeu-Linten Jugend — Lützellinden Jugend 2:7 (1:3). Während bei dem Vorspiel Großen-Linden mit 12:4 siegte, mußten sie jetzt eine Niederlage von 2:7 hinnehmen. Klein-Linden I — Lützellinden I 5:3 (1:1). Die beiden Mannschaften spielten das erstemal zusammen. Lützellinden trat mit Ersatz an und verlor. Handball in Allendorf a. d. Lahn. To. Wetzlar-Niedergirmes II — To. Allendorf I 0:0. Zum letzten Verbandsspiel in der Vorrunde, trafen sich am vergangenen Sonntag die genannten Mannschaften in Allendorf. Die junge Allendörfer Mannschaft hielt sich gegen die schon spielerfahrenen Aiedergirmeser sehr gut. Handball im Turnverein 4860 Lich. Io. Lich II — Io. Grünberg I 2:2 (2:1). Die neugegründete Licher II. Mannschaft konnte in ihrem ersten Spiel gegen die erste des Turnvereins Grünberg ein verdientes Unentschieden erringen, nachdem sie bei Seitenwechsel mit 2:1 geführt hatte. Handball im Gan Hessen (O T.) Io. Krofdorf I — Io. Ireis I 2:2. Man sah diesem Treffen mit großem Interesse entgegen. Die junge und recht flinke Krof- borfer Mannschaft war aber den^ TL- Treis in jeder Beziehung ebenbürtig und ließ'es nicht am Siegeswillen fehlen. Die Tabelle zeigt folgende Situation: Spiele gern. verl. unentsch. Pkte. Tv. Treis I 3 Tv. Krofdorf I 3 Tv. Lich I 3 Tv. Großen-Buseck II 3 2 0 15 11 13 12 0 2 12 0 2 Handball im Lahn Oünsberg - Sau. Garbenteich I — 1900 I 1:3 (0:0). Die Mannschaften igen Sonntag ein Freundschaftsspiel in Garbei teich aus, das auf einer Wiese zum Austrag kam. Aach Anwurf entfaltete sich sogleich ein flottes Spiel, das aber bis zur Halbzeit keinem der Gegner zählbaren Erfolg brachte. Aach einem schönen Durchbruch buchten die Gäste den ersten Treffer für sich. Die Turner muhten sich aber noch ein zweites Mal überwunden bekennen, ehe es ihnen gelang, das Ehrentor zu erreichen. Das Tempo wurde schärfer, die Gäste waren noch einmal erfolgreich und stellten den Sieg sicher. To. Atzbach — Io. (Erba 4:1 (1:1). Zu Anfang spielten beide Mannschaften sehr zerfahren, bis es Erda gelang, in Führung zu gehen. Aach Halbzeit findet sich Atzbach besser zusammen und kann einen verdienten Sieg sicherstellen. Io. wieseck — Tv. hausen 9:2 (3:2). In Wieseck standen sich zwei eifrige Mannschaften in einem mustergültigen Spiel gegenüber. Wieseck hatte in der ersten Hälfte sehr zu kämpfen, konnte aber nach der Pause durch größere Spielerfahrung und besseres Zusammenfinden Sieg und Punkte sicher an sich bringen. Io. Beuern — Io. Burkhardsfelden 0:0 abgebr. Das Spiel, das stets offen war, mußte bereits vor der Pause vom Schiedsrichter abgebrochen werden. Io. Allendorf I — Io. Londorf I 1:5 (0:3). Das Entscheidungsspiel des zweiten Bezirks ergab einen in dieser Höhe nicht erwarteten Sieg Londorfs. Beide Mannschaften lieferten sich ein ebenso schnelles, wie hartes Spiel. In der ersten Hälfte war Londorf die tonangebende Mannschaft, zumal b. ? Verteidigung des Platzbefitzers regelmäßig zu spät eingriff. Nach dem Wechsel fanden sich die Allen- borfer mehr, nur Schubpech und Unsicherheit der Stürmer ließen aber das Ehrentor zu. Die letzten Minuten gehörten wieder den Gästen. Im Spiel Tv. Allendorf Jugend — Tv. Londorf Jugend gewann Allendorf verdient 5:3. WUM-AM Roman von Hans Friedrich. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 5 Fortsetzung. Nachdruck verboten Franz Strobl nahm sich gar nicht die Mühe, . 0 > . 0 , . 0 , . « . 10 berg-Sau. :3 (0:0). Netnfounb. taO auf einer intourf entfaltete Jjafer bis zur Ären Erfolg lrchbruch buchten sich. Die Turner Dal überioun- ig, das Ehrentor schärfer, die und stellten Briefkasten der Redaktion. lt-iechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) len wird heule nachmittag zusammentreten, um zur Lage Stellung zu nehmen. In unterrichteten Kreisen wird erwartet, daß der verband seinen Mitgliedern die Annahme des von den Arbeitnehmern ab- gelehnten Schiedsspruches empfehlen wird. Strafanträge im Bombenlegerprozeß. Altona, 15. Oft. (Sil. Drahtmeldung.) Oberstaatsanwalt Gollnick stellte im Dombenlegerpro- zest Miltwochmittag folgende Strafantrage. Es sollen erhalten der Angeklagte Heim 10 3abrc Zuchthaus, Dolck 6'/, 2ahr Zuchthaus, Aickel 7 Jahre Zuchthaus, Schmidt 6 Jahre Zuchthaus, Weschke 5 Jahre 1 Monat Zuchthaus, Hampkens 3 Monate Gefängnis, Salomon Freispruch /zwei Angeklagte Ge ängnis, die übrigen Angeklagten Zuchthausstrafen von zw«l bis :1 (1:1). -amschasten sehr in Führung zu ch Ahbach besser inten Lieg sicher« 19:2 (3:2). Tige Mannschaften gegenüber. Meseck J kämpfen, konnte re Lpieleisahrung sieg und Punkte Letzte Nachrichten. Streikbeginn in der Berliner Metallindustrie. Bereinigte Stahlwerke . Ctaöi Minen 1 Kaliwerke Aickersleben . . . Kaliwerke Westeregeln . . . Kaliwerke Salzdetfurth . . . ®. Farben-Jndustrie . . . Donamit Nobel..... Eckeideanstalt fflolbfdimibi ...... RiligerSwerke ....... Meiallaelelllckakt 48,5 58,75 92 89,75 77 65 78,13 67,25 37,75 69^5 172 70 77,5 28 86 180,5 141 58,9 63,5 112,75 jelben 0:0 abgebt. , mußte bereits vor -gebrochen werden. orf 11:5 (0:3). ilen Bezirks ergab rieten Sieg ßon en sich ein ebenk : ersten Wie roar nschost, zumal bi regelmäßig zu spät den sich die Mcr. ad Unsicherheit hr itor zu. Die letzten Wen. >nd - Id. Londor, ient 5:3. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M . 15. Okt. Tendenz: freundlich. — Der Ausbruch des Metallarbeiterstreifes 75 70 — 1 135,75 50 llv.r.) । 2:2. ft“ 2nter. Kros. in V N'cht am ' iet9i iolgmbt L unentsch. Pttr, ch neben ihm ins mes. Veit ausge« Auisiack hatte sie en nicht mehr m ^sHe^ander Mchlagader. ünD brem Profil. sein-DaMrd- onbetn mmersort ch begeistert. en DetoeMg das Stirn, sagte dmm mit der Mx i ich nnch tv'eoer »eht, tDCit mm Vuseck über Weilburg triumphieren. Der Sieger zeigte eine ansprechende Form und gewann verdient. Weilburg stellte eine sehr fampsfreudige Elf, deren linfer Verteidigungsspieler besonders hervortrat. Vorher spielten die beiden Referve- mannschaften/ Großen-Duseck verlor mit 7:2. Wiesbaden schlägt Mainz im Schwimmen. In Wiesbaden tarn ein Schwimm-Städtefamps zwischen Wiesbaden und Mainz zum Austrag, den die Wiesbadener Qkrtretung mit 25:17 Punkten für sich entschied. Das Programm um- faßte fünf Staffeln, von denen Wiesbaden vier gewann, und zwei Wasserballspiele, wobei Wiesbadens K-Mannschaft 4:2 siegte, während sich die ^-Mannschaften unentschieden 5:5 trennten. in Berlin wurde von der Besorgnis ausgenommen, war freundlich, wozu erholungen der gestrigen trugen. Wenn auch von „ „ nicht die Rede fein konnte, trug die etwas optimistischere Beurteilung der politischen Lage doch wesentlich zur Besserung bei. Auch interessierte sich namentlich die Schweiz für vereinzelte deutsche Spezialwerte. Das Geschäft nahm aber nur teilweise etwas lebhaftere Formen an. Gegenüber der gestrigen Abend- börse traten im-allgemeinen Kursbesserungen bis zu 2 Prozent ein. Etwas mehr in den Bordergrund treten konnten von Chemiewerten Farben, die 1,5 Prozent fester eröffneten; Metallgesellschaft büßten etwas ein. Am Elektromarkt zogen AEG.. Licht und Kraft, Felten bis 1,75 Prozent an; Siemens lagen unverändert. Auch Kunstseideaktien waren bis zu 1 Prozent gebessert. Am Montanmarkt bestand auch heute wieder etwas lebhafteres Interesse, bei einem Gewinn von 1,75 Prozent. Kaliaktien *« 1 ■Ä »a 110,75 I 133 । 1 106.5 1)5,75 90,5 114,75 110,5 113 128.65 173,25 121,5 133,75 . 49 59,25 91,75 89,5 76 212 63,75 76,5 66,5 39,25 40 70,13 । 60,25 I 176,25 | 69,5 1 68,25 | 150 I 126 i Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. ingesührten Zittern 6eben die W der zul-tz. b°!chl°!!°nen Dwidende °n. - R-ichobnnkdi-tnn, 5 °.H, L°mb°rdzm-,utz 6 °.tz besserten sich erneut um bis zu 3 Prozent. Lebhafter gefragt waren noch von Bankwerten Rcichsbankanteile, die >4,5 Prozent fester eröffneten. Bon Bauunternehmungen lagen Wayh & Freytag 1.5 Prozent befestigt. Auch der Rentenmarkt hatte eine etwas freundlichere Haltung. Schutzgebiete waren leicht gedrückt. 3m Verlaufe machte die Befestigung weitere Fortschritte. Die Kulisse schritt weiterhin zu Deckungen, da sich bei etwas lebhafterer Rach^ frage nach Spezialpapieren im Verlause erneut Kursbesserungen von 1 bis 2,5 Prozent ergaben. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,75 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2070, gegen Pfund 20,4375, London gegen Kabel 4,8580, gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,79, gegen Madrid 50,50 (weiter schwach), gegen Schweiz 25,99, gegen Amsterdam 12,0575. Berliner Börse. Berlin, 15. Oft. Trotz kleiner Kursrück- gänge an der gestrigen Frankfurter Abendbörse und einer hinsichtlich der Politik und dev Auswirkungen des Metallarbeiterstreiks unsicheren Tendenz im heutigen Vormittagsverkehr war die Haltung zu Beginn der Börse w i b er« standssähig. Die Ansichten über den Ausgang der heutigen Reichstagspräsidentenwahl waren immer noch sehr geteilt; auch die neuen Goldabgaben der Reichsbank hätten eher zur Zurückhaltung stimmen müssen. Die Erholung in Reuyork gestern, und besonders das Interesse für deutsche Werte, rief dann aber doch, verbunden mit der Hoffnung auf eine Schlichtungsverhandlung zur Beseitigung des Metallarbeiterkonfliktes, eine sreundlicheGrund- ftimmung hervor. Hinzu kamen die über Erwarten günstigen Außenhandel s- bi l a nzzi f f ern für den Monat September. Der Ausfuhrüberschuß ist auf 264 Millionen gegen 175 Millionen im Vormonat gestiegen, wobei die Ausfuhr eine Zunahme um 30 Millionen die Einfuhr um 59 Millionen erfahren hat. Allerdings war die Llmsatztätigkeit zu Beginn der Börse sehr gering; während Angebot kaum an den Markt kam, zeigte die Provinz wieder eher Kausinteresse. Das Rheinland be- Llebungsschießen zu seinem persönlichen Schutze — etwa aus der Reise — mit sich führen, so bedarf er eines Wassenscheines. der nur an zuverlässige Personen bei Nachweis eines Bedürfnisses (für die außerhalb Gießens wohnenden durch das Kreisamt Gießen) verabfolgt werden darf. 2. Rach dem hessischen Gesetz vom 10. Dezember 1929. betr. den Llrkundenstempel. kostet die erste Ausstellung eines Waffenschein- einschließlich des Waffenerwerbsscheins 5 Mk.. die erste Ausstellung eines dieser beiden Scheine allein 3 Alk. und jede Erneuerung eines dieser Scheine -Alk. 3. h. Der Vater hat der Tochter eine „angemessene" Ausstattung nur soweit zu gewahren, als er bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen ohne Gefährdung feines standesmatzigen Unterhalts zu leisten imstande ist und nicht die Tochter ein zur Beschaffung der Aussteuer eigenes „Vermögen" hat. Verheiratet sich die Tochter ohne die erforderliche Einwilligung der Eltern, so kann die Aussteuer verweigert werden. Der Nachweis der Leistungsunfähigkeit ist von dem verpflichteten Eltcrnteil zu führen. Maßgebend ist der Zeitpunkt der Eheschließung. Das eigene Einkommen der । Tochter ist im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht erwähnt. Lebt die Tochter im Haushalt der Eltern und ist sie noch minderjährig, so steht dem Vater als ihrem gesetzlichen Vertreter ein Kontrollrecht über ihre Einnahmen und Ausgaben zu, also auch darüber, was sie „abgibt". Er kann dementsprechend ver- langen, daß sie sich rechtzeitig selbst für eine Aus- ftattung sorgt. Rund um Gießener Sportstätten tlmbau des Llniversitäts-Spoptheimes. Hans Schönraih bleibt Meister. Die ersten Berufsboxkämpfe in der Westfalen- Halle am Sonntag wurden ein Bombenerfolg für die Veranstalter. Die Halle war nahezu ausverkauft. Die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten, die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft zwischen Hans Schönrath und seinem Herausforderer Rudi Wagener nahm einen sensationellen Verlauf. Fast wäre der Titelverteidiger k. v. geschlagen worden, zum Schluß zwang er aber Wagener noch zur Aufgabe und blieb so im Besitz seiner Meisterwürde. Auch die umrahmenden Kämpfe wußten zu gefallen, Ban- 'fai,nst“ , ton. 2-be". ®c itwJS* ein- nK|r teine 2oSnI^ einzig r >ic i iw» beiden WsrS -'Fs r tamgewichtsmeister Pfitzner vermochte gegen den Belgier Petit Fieve- nur ein Anentschieden herauszuholen, Weltergewichtsmeister Eder siegte gegen den recht unsauber boxenden Franzosen Dar- botteux nach Punkten, und Reusel hatte den Dortmunder Schemann in fünf Runden erledigt. 3m Schlußkamps brachte es der deutsche Mittelgewichtsmeister Tobek noch zu einem klaren Punktsiege über den 3taliener Leopardi. Fußballklub 1926 (Sroßen-Buseck. Mit einem 4:1-Sieg konnte am vergangenen Sonntag die junge Ligamannschaft von Grvßen- ;Vranffurt a. M. Schluß- 1-Uhr- 3m Sportheim der Universität. das seinerzeit nach den Wünschen Dr. Werners gebaut und ausgestattet, schließlich aber von der Aniversität käuslich erworben und für eigene Zwecke in Anspruch genommen wurde, herrscht augenblicklich lebhafter Betrieb. Handwerker sind damit beschästigt, grundlegend umzugestalten. Die Arbeiten stehen bereits vor der Vollendung. Das Haus, das zum großen Teil in eine Reihe kleiner, geradezu winziger Zimmer aufgeteilt toar, wird im besonderen dadurch seinem Zweck dienstbarer gemacht, daß man viele trennende Wändeniederbrach und so größere Räume schus. 3m Erdgeschoß sind auf diese Weise zwei schöne Auskleideräume geschaffen worden. Reben einem Zimmer, das für Sitzungen in engerem Kreise zur Verfügung stehen wird, hat auch das frühere Gymnastikzimmer eine Umgeftaltung erfahren und wird in Zukunft als Leseraum Verwendung finden. Die niedrigen kleinen Fenster werden allerdings nicht beibehalten, sondern wesentlich vergrößert, so daß der Raum besonders von Süden viel Licht erhält. 3m Kellergeschoß wurden zwei vorbildliche Waschanlagen eingerichtet. 3n den Boden eingelassene Becken, einige Brausen entsprechen detz tatsächlichen Bedürfnissen. 3m Dachgeschoß, das durchweg in kleine Zimmerchen aufgeteilt war, sind viele Zwischenmauern gefallen. Dadurch sind zwei Aufenthaltsräume geschaffen worden, die während schlechter Witterung sicher gerne aufgesucht werden. Die Räume werden zum großen Teil neu ausgemalt, Farben, weniger kräftig und aufreizend als die bisherigen, werden den Zimmern ein ruhiges und anheimelndes Gepräge geben. Den Studenten wird damit ein Sportheim geschaffen, in dem sie sich gerne aufhalten werden. Den eigentlichen Sportplatz der Universität darf man wohl unbestritten als den größten unserer Stadt, zugleich aber a u d) a l s den ausbaufähigsten bezeichnen. Ein großer Teil des zur Verfügung stehenden Geländes liegt noch brach. Die Wünsche des Amtes für Leibesübungen an der Landesuniversität, das über die Platzanlage zu verfügen hat, gehen naturgemäß darauf hinaus, den Sportplatz auszugestalten. So sollte z. D. der etwas höher liegende Platz vor dem großen Spielfeld zu einem Uebungsseld hergerichtet werden. Man hat weiter den Gedanken erwogen, zwischen der Aschenbahn und der Zuschauertribüne eine Fläche zu schassen, auf der bei etwaigeü Veranstaltungen leichtathletische Weltkämpfe unmittelbar vor den Augen der Zuschauer aus- getragen werden können. (Der Sportplatz weist in dieser Hinsicht einen großen Mangel auf: die 100-Meter-Laufbahn, auf der der Breite nach sechs Läufer starten können, liegt auf der der Zuschauertribüne gegenüberliegenden Seite.) Schließlich wäre auf dem Sportplatz der Universität noch Raum genug, einige Tennisplätze in vorschriftsmäßiger Gröhe anzulegen. Leider werden auch hier alt die gehegten Wünsche noch einige Zeit Wünsche bleiben müssen, denn die Mittel, die zur Durchführung dieser Pläne notwendig wären, sind an staatlicher Stelle ebenso schwer flüssig zu machen, wie in einer Kommune oder gar in irgendeiner Vereinigung. Do sehr auch der Ausbau des Sportplatzes im 3nteresse der Durchführung des Sportbetriebes zu wünschen wäre, so muh doch gesagt sein, daß sich die Studenten im Grunde keine schönere Stätte für körperliche Betätigung wünschen können, als jenen Platz an einer in landschaftlicher Hinsicht so bevorzugten Stelle. Das neuausgestat- tete Heim, das in nicht allzuferner Zeit der Benutzung übergeben werden kann, wird für viele Studenten ein weiterer Anziehungspunkt fein. ....................* Bergmann 8 dlfttt. Lieierung-gesellschaft. 10 Licht unv Kraft......1° Fellen & Guilleaume . . . IV* SeseUlckaii für Elektrische Unternehmungen .... io Hamburger SieltTt)ttät».«ede 10 tfbeintldjt EtektriMt .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schucker« &tnUbetr\cb b e i wurden später mit 42 nach 38 gestern festgesetzt. 3n dem größten Berliner Mekallbetrieb, v e ,Siemens ist die Lage zur Zeit noch nicht Frankfurter Getrctdcvorse. v ö 11 i g k l a r. Auch hier hat ein Teil der Arbeiter- Frankfurt a. M., 15. Okt. Auch heute blieb schäft heute morgen die Werke verlassen, doch dauert am Frankfurter Produktenrnarkt das Geschäft trotz bcr Abmarsch ber Streikenden aus der Fabrikstadt der etwas günstigeren Beurteilung der Lage ziem- Stunde noch an. Erst am Rachmittag wird es lich gering. Das Angebot von Inlandware war übersehen lassen, obdieZahlderArbeits- gering. Die Preise wurden tm allgemeinen, de- {(. bic bcl Siemens erfahrungsgemäß schwächer Bon Futtermitteln war Werzenkleie et- wenigstens zum Teil auf re ch t r h 3 was niedriger.Es wurden notiert: Weizen (Hessen können. Der A 11 g e m e i n e F r e ie A n g e st e 11 - und Provinz Hessen-Ras)au) Hektolitergewicht von tenbund, in dem die Mehrzahl der in der Bcr- 75 Kilo 250 bis 252; Roggen (Hessen, Provinz (lncr Metallindustrie beschäftigten Angestellten orga- Hessen-Rassau und Unterfranten) 162,50; Hafer, nj,ier( if( seine Solidarität mit den inländischer 155 Vis 160; Weizenmehl, süddeutsches c(rejfenben erklärt, den OrtvkarfeUoorfitzenden ^enven3. reyr Y g. 6anb der Berliner Metallindustriel. Philtpv Hohmann 7 Zementwert Heidelberg . . 10 (Scmentrocrt Karlstadt. ... 10 Wanh & Frevtag 8| W. Ech. in Tr.-H. 1. Die 3hnen von dem Sicherheitsbeamten erteilte Auskunft bedarf der Berichtigung. Rach § 21 des Reichsgesetzes über Schußwaffen und Munition vom 12. April 1928 berechtigt der 3agdschein (3agdpah) eines deutschen Landes im gesamten Reichsgebiet während der Dauer feiner Gültigkeit den 3nhaber zum Führen von 3agdwafsen auf der 3agö, beim 3agdfchuh und beim Llebungsschießen sowie auf den dazu gehörigen Hin- und Rückwegen. 3n dem gleichen Sinne berechtigt ein 3agdfchein auch zum Führen einer Faustseuerwasfe. Will jemand, auch wenn er einen 3agdfchein besitzt, eine Feuer- . wasfe. z.D. Pistole oder Revolver, nicht auf acht 3ayren. der 3agd, nicht beim 3agdfchutz oder beim 68,25 Banknoten. Äerlw. 14. Cflobcr Geld Arie, Ameri'anlickc Noten ...... Bclgiicke Noten........ Taiiuche Noten ........ Cuglllcke Noten ....... Fran;o>ilcke Noten ....... Hollandllcke Noten ....... Atallenilche Noten........ Norwegi'cke Noten....... Deutlch-Oesterreich, * 100 Schilling Numänllche Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ Svaniiche Noten...... . Tlchechollowakilche Noten..... T245 58,45 112,32 20,435 16,48 169,53 22,03 112,13 59,14 2,48 112,98 81,89 40.37 12,435 73,45 4,265 58,69 112,76 20.515 16,54 170,21 22,11 112,57 59,38 2,50 113,42 82,21 40,53 12,495 73,75 Frankfurt a. 371. | Berlin Schmß«! i-uhr« | «Schluß« Aniang« kurS 1 hird | Nur« Datum 14 10 15 10 14 10 15 10 Hamvurg-SImerita Palei . . - > Hamdurg-Südam. Dampllckifl - 8 73,5 — 73,13 73,75 — — 155,25 — Hanfa Dampllchill.....10 — 120 Norddeuklcher Llonv.....8 73,75 — 73,75 -4,13 Allgemeine TeutlckeCreditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 104 104 100 104 100 103,5 Berliner HandeiSgelelllckost . 12 Commerz- und Privat-Bant . 11 130 I H5.5 115,25 130,25 115,65 130,5 115.25 Darmitädtcr und Nationalbank 13 155 — 155 155,75 Teutlche Bank unv DlSconto^Geielllchaft, ... 10 112,5 — 112,5 112,25 | 111,5 ■ 111 111 | 206,5 211 209 210 $ranffuri a. 271. Lerlin Schluß« kurs 1-Uhr« Kurs Schluß«: r kurs | önfany Fürs Dalum 14 10. 15 10 14 10. ' 15. 10 6% Deutlche ReichsanlUhe von 1927 .......... 87 _ 87,5 — 7% Deutlche Reichsanleihe 98,5 — 98,2 — Deutlche Ani..Ablöl.-EchuId mit Auslol.-Rechten....... 54,13 54,65 54,25 54,25 DeSgl. ohne AuSIol.-Rechte . . 6 6 6,05 6 8% Hell. Btzlkskiaat von 1929 (tiidAablb. 102%)...... 85,5 — 86,5 — Oberböllen Provinz • Anleihe mit Au«>ol -Rechten....... _ — — — Teukiche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 50,25 — 50,25 — 8% Frankf. Hhp.-Bank Goldpfe. XIII unkündbar bis 1934 . . . 99 _ — — 7% Frankf. Hnp.-Bank Goldpfe unkündbar bi» 1932 ..... 93,5 —- _ — 4U% Rbeinilche Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe......... 83,25 _ — — 8% Pr. Landesplandbriefanstalt, Pfandbriefe R. > 9...... 100 _ 100 _ 8% Pr Lande»piandbriefanstalt, Komm.-Lbl. R. 20...... 97 _ 97 -__ 7% Pr. Landesrüandbrieianüail, Pfandbriefe R. 21...... 97 _ 97 — « E.G. abg. BorrriegS-Obligalio. nett, rückzahlbar 1932 ..... 94 — — 4% Ocsterrelchilcke Goldrente . . 26,75 26,8 4.20% Lesterreichllche Silberrentr — 3,1 4% Oesterretchilche Einheitliche Rente........... — _ 1,9 — 4% Ungarifche Goldrente . . . . 23,5 — 23,9 23,9 4% Ungariicke Staalsrente v. 1910 — 19,2 — *Vi% desgl. von 1913..... — — 20,13 —- 4% Ungarifche Kronenrente . . 1,8 — 1,8 — 4% Türkllcke Zollanleihe von 1911 4,275 —- 4,2 4,3 4% DürNiche Bagdadbahn-rln! Serie I........... 4,3 — 4,4 4,4 4% deSgi. Serie 11...... 4,2 — 4,2 4,25 6% Rumünilche verelnh. Rente von 1903 ......... 8,13 8,1 4K% Rumäntlche veretnh. Rente von 1913 ......... 12,75 12,9 13.1 <% Rumänische vereinh. Rente 6,7 I — f.6 6,7 61.5 — 61 ,7d 62,25 — 29.65 29,5 187 189,75 188.75 189 191 — 192 — 258,5 260 258,5 260 130,75 132,25 131 130,75 - 61,9 — —— — — — 40 — 40.25 — 47,75 47 47.5 46,25 90,5 90 91 — 68,5 _ _ 70,5 84,5 84 — — 14 Oktober 15 Oktober AmiNckk Geld | touerung Amtliche Notierung Gelb Lrtei nmst-Non- 169,31 169,65 169,29 169,63 Bur n-AireS 1,359 1,361 1,369 1,371 Brss-Antw 58,57 58,69 56,56 58,68 Cfrriftiantc ■ 112,39 112,61 112,38 112,40 112,60 stvpr ii Hagen 112,43 112,65 112,62 Stockholm . 112,84 10,594 112,80 113,05 HellingsorS. 10,574 113,06 10,574 10,594 Italien. . . 21,995 20,461 21.995 22,035 London. . . 20,421 22,035 20,415 20.455 Neunork . . 4,2040 4,2120 4,2025 4,2105 Paris. . . . 16,468 16,508 16,467 16,507 Schwei; .. 81,68 81,84 81,64 81,80 Spanien . 40,58 40,66 40,26 40.34 Japan . . . 'Xto de Jan 2,080 2,084 2,081 2,085 — — Wien in D-. Ceft- abgett 59,28 59,40 59,275 59,395 Prag . . . . Belzrad . 12,471 12,491 12.467 12,487 7,455 7,469 7,455 7,469 Budapest. Bulaarira 73,58 3,045 73,72 3,051 73,595 3,045 73,735 3,051 Ltstabon . 18.825 18,865 18.825 1ö#865 Tan;ig. . 81,61 81,77 81,57 81 #73 Ronstautm. 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,44 5,45 5,44 5,45 Eanada . 4,207 4.215 4,204 4,212 Uruguay. 3,147 3.153 3 . 47 ' 3.153 Cairo . . 20,93 20,97 20,93 20,97 Für den Bücheriisch. Deutsche Erzähler. — Wilhelm Schäfer: Der Haupt- mannvonKöpenick. Volksausgabe. 311 S. 8°. Leinen 3.80 Mk. Georg Müller Verlag. 2Nün- chen. (353) — Wilhelm Schäfer hat mit seinem ..Hauptmann von Köpenick" einen Volksroman geschaffen, der jeder politischen Boshaftigkeit und Tendenz, die man unter dem Titel vermuten könnte, entbehrt. Ein tragikomisches menschliches Schicksal rollt vor uns ab. Aus ländlicher Idylle im ostpreußischen Städtchen geht der Schuster Wilhelm Voigt seine Irrwege und landet, eine von eigener Schwäche geführte, vom Zufall verführte arme Seele, in Großstadt und Zucht- hauszelle. Sein letzter Streich: der Griff eines Schelmen nach den Idealen eines Volkes, damals als Zcitsatire in der ganzen Welt belacht. Der Dichter hat die Gestalt des Schusters Voigt aus tiefer Menschlichkeit heraus zu verstehen gesucht. Sein Werk ist kein Satyrspiel, es ist die Historie vom entlassenen Sträfling, der nirgends zur Ruhe kommen kann. Schäfer erzählt die Geschichte in einer Prosa, die in rrchigem, aber rhythmisch gegliederten Fluß die Handlung trägt. — ohne freilich die meisterliche Stilprägung der berühmten „Anekdoten" völlig zu erreichen. Der außergewöhnliche Stoff hat dem Buche eine schnelle Verbreitung und eine sehr freundliche Ausnahme beim deutschen Lesepublikum bereitet. — Emil Strauß: Der Schleier. Novellen. 310 Seiten 8°. Leinen 5,50. München. Georg Müller, 1930. (373) — Den Novellen von Strauß ist eine vornehme Aesthetik eigen, in der eine gewisse Verhaltenheit vor den Wirklichkeiten, vor allem den Brutalitäten des Daseins begründet ist,... eine Aesthetik, durch die es der Verfasser in seiner klaren präzisen Sprache dennoch vermag, das Grausige, nichts verschweigend, zu einer Schönheit zu erlösen. Die Titelnovelle „Der Schleier" erscheint wie ein kostbares seidenes Gewebe, in das die Bilder dieses Geschehens zwischen dem Mann, der Gattin und der Geliebten in abgetönten, aber leuchtend sich entfaltender Farben gewirkt sind. Dennoch aber sind die Probleme dieser erzählerischen Gebilde wahr ... die Probleme oder das eine immer wiederkehrende der Liebe der Geschlechter, der Liebe der Menschheit und zur Menschheit selbst... die in manchen Geschichten so naheliegend und alltäglich und ihrem speziellen Fall so wenig über das Allgemeine hinausgehen, daß man kaum merkt, daß etwas Besonderes geschieht. Alles ist fesselnd bis zuletzt erzählt urrd überall erweist sich im Besonderen die Begabung dieses Dichters, von dem die Romane „Der Engelwirt". „Freund Hein" und „Kreuzungen" früher sehr bekanntgeworden sind. — Griechisch e Heldensagen. Neu erzählt nach den alten Quellen von Albrixht Schaeffer. Zweite Folge im Insel-Verlag zu Leipzig. (98) — Diese zweite Folge der bis auf die Quellen zurückgehenden Nachdichtungen Griechischer Heldensagen schließt das Werk ab. Der Band umsaßt den Sagenzhklus: Tantalos und die Tantaliden. Aufgang und Untergang Thebens. Iason und die Argonauten. Die Darstellung der griechischen Sagen durch Albrecht Schaeffer ist eine Erneuerung im doppelten Sinne: sie ist neu in der Form und neu dem Wesen nach. Nun erst sind diese Sagen uns wieder nahe und vertraut. denn sie sind geschrieben in der Sprache eines Dichters unserer Zeit. — Robert Neumann: Hochstapler- .Novelle. 186 Seiten 8°. Kart. 4, Leinen 5,80, Halbleder 8,50 Mk. I. Cngelhorns Nachf.. Stuttgart 1930. (312.) — Neumann, sicher der Begabteste der jüngeren österreichischen Erzählergeneration, ist bekanntgeworden zuerst durch seine erstaunlich treffsicheren Parodien „Mit fremden Federn", später vor allem durch den breit angelegten, abgründigen Nachkriegsroman „Sintflut"; unsere Leser werden sich auch kleiner Novellen und Anekdoten im Feuilleton des „Gießener Anzeigers" erinnern. Die „Hochstaplernovelle" scheint uns — als schriftstellerische Leistung — zum Reifsten zu gehören, was Neumann bisher geschrieben hat; sie besticht durch ihre blendende, erzählerische Sicherheit, durch den knappen und dennoch malerischen Aufbau ihrer Szenen, durch das vehemente Tempo und die raffinierte Spannung, die den Leser sogleich zur Sammlung zwingt. Südliches Klima — der „Kriegsschauplatz" des Gcntlemangauners liegt an der adriatischen Küste — umgibt unaufdringlich, aber überall spürbar die Ereignisse, welchen bei aller fatalen Wirklichkeit doch eine leise Romantik nicht völlig fremd ist. Dieses Buch ist elegant, amüjant, scharfsinnig und witzig geschrieben; eine ausgezeichnete Unterhaltung — und mehr als das: ein sauber gearbeitetes Kunst-Stück moderner Prosa. — Martin Beheim-Schwarzbach: Die Michaelskinder. Roman. Ganzleinen. Insel-Verlag. (294.) — Der Roman ist ein Stück inniger Legende, von dem eigenartigen Zug verwaister Heidekinder, an die eine mächtige Botschaft ging, so mächtig, um sie aus Unschein- baren zu kleinen Heiligen zu machen und die doch als Menschenkinder einen bitteren Leidensweg gehen und Opfertod sterben müssen, ein Tod an einer Wende der Zeiten. Er ist aber auch ein erschütternder, realistischer Bericht aus den Zeitläuften des 15. Iahrhunderts, voll von blutigen Greueln und Schrecknissen. Doch weiß der Dichter dabei noch jene geheimnisvolle Mystik deutlich zu machen, die in einem Iahr- hundert herrscht, in dem Kirchenlehrer und Herzöge an ihrem Glauben irre wurden und auf neue Heilige warten und sich vor einem neuen Jahrhundert, in dem der Verstand regieren wird, maßlos fürchten, in dem die Menschen sich dem Bösen verschreiben und es ihnen mit Daumschrauben und Scheiterhaufen ausgelrieben wird. Den Kindern eines armen Heidedorfes geht eine geheime Botschaft zu. aufzubrechen nach dem heiligen Inselberge Tumba an der normannischen Küste und beizustehen dem Erzengel Michael, der die Menschheit züchtigen will und den Bösen austreiben. Zehn Kinder in dem kleinen Katendorf der Heide, denen ein blutiges Schicksal über Nacht all ihre Eltern erschlug, vernehmen diese Kunde, finden sich zusammen und machen sich auf den Weg. Aus zehn werden bald Hunderte, der Strom ist nicht einzudämmen, die Eltern sind machtlos und so ziehen sie weiter, zerlumpt, wund, krank, immer mehr und mehr, bis in die Gegend von Hameln. Sie haben Aeste, mit denen sie winken, fromme Frauen geben ihnen kleine Fahnen mit dem Bilde des heiligen Michael. Unter merkwürdigen Umständen endet der phantastische Zug der Kinder. In einer Nacht ereilt sie alle der Tod unter einer weiten weißen Schneedecke. B. — Falk, Minna. Mutter und Toch» ter. Roman. (Verlag Scherl. Berlin.) Geheftet 2.70 Mk. (255). — Mutter und Tochter stehen sich heute kameradschaftlicher gegenüber als früher. Die Mutter bleibt jugendfrischer und lebensfreudiger, die Tochter steht selbständig im Leben und weih ihre Eigenart auch gegen die — Floyd Gibbons: Der rote Napoleon. 348 Seiten 8°. Kart. 6.50 Mk. Ernst Rowohlt-Verlag. Berlin 1930. (319) — Dieser Roman ist eine weltpolitische Prophezeiung, eine Vision der nahen Zukunft, die erschreckende Schilderung eines neuen Weltkrieges in den Iahren 1933 bis 1936, — geschrieben „in der Hoffnung, daß es nicht geschehen wird". Also ist das Ganze eine Warnung, wie es ja vor dem „alten" Weltkriege schon mehrere derartige „Zukunftsphantasien" gegeben hat, besonders int Hinblick auf dos Verhältnis und die drohende Auseinandersetzung zwischen Deutschland und England. In dem vorliegenden Werk eines Amerikaners sind die Gegner: Sowjetruhland und die in den Vereinigten Staaten konzentrierte kapitalistische Welt. Wenn man sich erinnert, daß von den erwähnten Dorkriegsphantasien (die damals vielsach nicht recht ernst genommen wurden) immerhin mancherlei zwischen 1914 und 1918 in Erfüllung gegangen ist, wird man das spannend und nicht einmal sehr utopisch geschriebene Buch vorn roten Napoleon aufmerksam und nachdenklich zu Ende lesen. — Earl Derr Biggers: Hinter jenem Vorhang. Roman. Ins Deutsche übertragen von Curt Thesing. 254 Seiten 8". Kart. 3.—, Leinen 4.50 Mk. Universitas Deutsche Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin. — (209.) — Der berühmte Detektiv Sir Bruce befindet sich auf einer Weltreise, um die zwei geheimnisvollsten Kriminalfälle seiner Praxis, die schon 16 Iahre lang für ihn ein unlösbares Geheimnis bildeten, endlich aufzuklären. Kurz vor der Lösung des Rätsels wird er in San Francisco ermordet. Wir erleben nun in beträchtlicher Spannung, wie der unerschütterliche chinesische Detektiv Chan mit dem Scharfsinn, der Weisheit und 'Geduld des Asiaten die vielfach verschlungenen Fäden entwirrt und die verblüffende Aufklärung jenes Geheimnisses vollbringt, die durch die plötzliche Ermordung des einzigen darum Wissenden schon völlig unmöglich zu sein schien. — Iack London: Die Goldschlucht. Zwei exotische Erzählungen. Einzig berechtigte Heber- setzung von Erwin Magnus. Reclams ilni- — Deutschlands blutende Grenzen. Autorisierte Uebersehung des Werkes: Renö Märtel, „Les Frontieres Orientales de l’Alle- magne“ von W. Scheuermann. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis: steif kartoniert 2.85 Mark, in Ganzleinen gebunden 3,85 Mark. (330) — Die Frage der deutschen Ostgrenzen steht nach der Befreiung des Rheinlandes von der französisch-belgischen Besatzung im Mittelpunkt des außenpolitischen Interesses des deutschen Volkes. Professor Märtel von der Pariser Sorbonne dürfte als Franzose keiner befonderen Vorliebe für Deutschland verdächtigt werden. Um so bedeutsamer ist seine Stimme als Dokument des in Versailles darniedergetrampelten Gewissens der kultivierten Völker. Märtel ist einer der größten Slawisten Frankreichs. Auf beiden Seiten der „blutenden Grenzen", auf polnischer und deutscher Seite, hat er die Verhältnisse eingehend untersucht und in seinen aufsehenerregenden Ergebnissen zusammengefaßt. Maßgeblich für Märtel sind die zwingenden wirtschaftlichen und kulturellen Forderungen der lebendigen Gegenwart. Beide sprechen: Nicht nur der Korridor, sondern auch ganz Oöer- schlesien gehören Deutschland, und nur Deutschland allein. Frankreich muß sich nach seinen besten Ueberlieferungen, so ruft er seinen Landsleuten zu, auf die Seite der unvergleichlich höheren deutschen Kultur stellen. Die heutigen Ostgrenzen sind unhaltbar für Deutschland ebenso wie für Polen. Polen will darum noch ganz Ostpreußen, ganz Schlesien bis zur Oder schlucken, wie es Litauen und die Ukraine und die Randstaaten bis Riga und Polangen annektieren möchte, was der Verfasser aus polnischen Urkunden enthüllt. In diesem Kampf gehört die Welt, wenn sie den Frieden erhalten will, auf die Seite Deutschlands. Heute kann sie den Frieden noch retten, wenn sie das begangene Unrecht wiedergutmacht. — morgen ist es vielleicht zu spät! — Lufft: „Das britische Weltreich" mit 15 Karten, 146 Abbildungen und Diagrammen, Ganzleinen 32 Mk. Verlag Bibliographisches Institut AG. Leipzig 01 (231). — In dem ausgezeichneten Sammelwerk „Provinzen der Weltwirtschaft und Weltpolitik' behandelt der neueste Band das britische Weltreich, ein weltpolitisches Problem, das in den Tagen des Zusammentretens der ersten britischen Reichskonferenz in London besonderes Interesse beansprucht. Das britische Weltreich ist keine geographische Einheit, wie etwa die große zusammenhängende Landfläche Rußlands, dessen Probleme in dem ausgezeichneten Werk von Eckardt bereits dargestellt wurden. Das Empire ist historisch geworden, eine zielbewußte Schöpfung, die über die ganze Erde zerstreute Ländergebiete verschiedenarligster gco» graphischer Gestaltung, verschiedenartigsten kulturellen Niveaus und schließlich auch verschiedenartigsten wirtschaftlichen Wertes zu einer Einheit zusammengefaßt hat. Aber die Verhandlungen der gegenwärtig in London tagenden Reichskonferenz zeigen, wie auf der Grundlage der neuen Balfourschen Reichsverfassung das Selbst- Mutter durchzusehen, meist zum Nutzen beider. Solch eine ganz neuartige Beziehung wird von Minna Falk verständnisvoll und packend geschildert. Die junge Anneliese ihres Romans ist eifrig in ihrem Beruf als technische Assistentin und zuverlässig in allen Fragen des praktischen Lebens, aber ungelenk In Herzensdingen. Ein junger Arzt, der ursprünglich sie verehrt, wendet sich der weicheren und weiblicheren Mutter zu. Aber auch Anneliese findet schließlich den rechten Mann in dem weltfremden Gelehrten, der schon lange als Untermieter bei Mutter und Tochter wohnte, ohne aus seiner scheuen Zurückhaltung heraustreten zu können. Versal-Dibliothek Nr. 7070. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pfennig. (213). — Iack London ist nun auch mit zwei seiner besten Novellen in der Universal- Bibliothek vertreten. Sie zeigen den Reichtum und die Spannweite seiner Natur. Der Kampf der Goldgräber im einsamen Hochtale der Sierra Nevada, der duftige Liebestraum „Auf der Ma- kaloamatte" in seiner märchenhaften hawaischen Buntheit: beides ist blutvolle Wirklichkeit — echter Iack London. — MartinAndersenNexo: Sühne — Eine Mutter. (Gesammelte Werke. Deutsche Originalausgabe. Erster Band.) Romane. Crst- auflage 3000. Umschlag- und Einbandzeichnung von Prof. Dr. W. Tiemann. Geh. 6 Mk., Leinen 8,50 Mk. Verlag von Albert Langen in München. (762.) — Es liegt ein eigener Reiz darin, Nexö, der unter den heutigen Dichtern das empfindlichste soziale Gewissen hat, in diesen seinen frühen Romanen, die jetzt in der Gesamtausgabe seiner Werke bei Langen. München, erscheinen, auf den Spuren des Individualismus wandeln zu sehen. Denn obwohl es bürgerliche Existenzen sind, die hier im Mittelpunkt der Handlung stehen, so ist es doch die Idee der Verantwortlichkeit — hier positiv, dort negativ sich manifestierend —, die die Grunlgdae her Erzählungen bildet. Und das Bewuhtwerden der Verantwortlichkeit ist ja der Ursprung der sozialen Idee. Dieser Däne schafft Gestalten, die Blut von unserm Blut sind. Scheinwerfer in dunkle Winkel der Seelen sind diese beiden kleinen Romane. — Beverley Nichols: U S A - ® [ o f - f c n ums Sternenbanner, Verlag E. A. Seemann in Leipzig, Preis in Leinen 6,50 Mk. (225). Ein geistreicher Spötter hat dem englischen Stammesbruder jenseits des Ozeans einen Besuch abgeplattet, um mit den Augen des altkultivierten Engländers Menschen und Einrichtungen des jungen Amerika unter die Lupe zu nehmen. Für uns Deutsche, die wir allzu bereitwillig geneigt sind, alles, was von Amerika kommt, zu bewundern und nachzuahmen, ist es belehrend und belustigend, uns von einem kritischen Beobachter auch einmal die Auswüchse des Amerikanismus zeigen zu lassen. ständigkeitsbedürfnis der einzelnen großen Dominions, vor allem in wirtschaftspolitischer Hinsicht, sich geltend macht, wie es größter staatsmännischer Klugheit und vorsichtiger Zurückhal- hntg bedarf, um trotz der oft widerstrebenden Interessen die Einheit des Empire zu erhalten. Das den übrigen Bänden dieses vorzüglichen Sammelwerks durchaus ebenbürtige Buch von Lufft zeigt außerordentlich stark und eindrucksvoll die Organisation des britischen Weltreiches, das als einigendes Band nicht nur die Krone empfindet, sondern auch den gemeinsamen Besitz der auch nach dem Selbständigwerden der großen Dominions immer noch riesenhaften Kolonien. Das Werk gibt dann im einzelnen ein sehr sorgfältig zusammengestelltes und klar aufgebou- tes Material besonders wirtschaftspolitischer Art über die Teilgebiete des britischen Reiches. Die Darstellung wird wesentlich unterstützt durch übersichtliche Tabellen und Diagramme. Sehr zu begrüßen sind auch die vielen und ausgezeichneten Bilder, namentlich handelspolitischer und produktionstechnischer Art. die man in dieser Reichhaltigkeit nicht überall findet. Auch die vielen und guten beigegebenen Kartenskizzen erleichtern die Lektüre des interessanten und aufschlußreichen Buches. — Georg Solomon: Unter den roten Machthabern. Was ich im Dienste der Sowjets persönlich sah und erlebte. (Verlag für Kulturpolitik, Berlin, brosch. 5,50 Mk.) (324.) — Ein wirklicher Kenner des heutigen Rußlands, ein Mann, der schon vor dem Kriege ein glühender Revolutionär und Bolschewist und jahrelang im innersten Zentrum des Sowjetstaates tätig war, gibt aus unmittelbarer Kenntnis der Verhältnisse und der Menschen ein anschauliches und von echter Wahrheitsliebe erfülltes Bild dieser Dinge. Georg Solomon — 1918 erster Botschaftssekretär unter Ioffe in Berlin, dann Konsul in Hamburg, endlich Volkskommissar für Finanzen in Moskau — hat sie alle gekannt, diese Größen der russischen Revolution: Lenin, Krassin, Ioffe, Litwinow. Tschitscherin, Lunatscharski, Trotzki, Stalin, Kopp, Radek usw., und manche von ihnen erscheinen uns nach seinem Buche in einem ganz anderen Licht, als wir sie bisher gesehen haben. Er war ihr Kamerad und Mitkämpfer und hat anfangs mit wirklicher Begeisterung, dann mit immer größerer Enttäuschung für die bolschewistische Sache gearbeitet. In Berlin und in Moskau, in Reval und in London — wo er die berühmt gewordene „Arcos" einrichtete — war er in wichtigen und einflußreichen Stellungen tätig, und was er dort sah und erlebte, erfüllte diesen glühenden Freund des russischen Volkes mit unendlichem Unwillen und tiefer Verzweiflung. Erschütternde Bilder des russischen Elends, Erzählungen von höllischen Grausamkeiten und Verbrechen, Beispiele einer ganz unglaublichen Korruption werden in diesem Buche gegeben, und wir verstehen, daß der Verfasser an Seele und Leib gebrochen war, als er sich endlich entschloß, den Dienst der Sowjetmacht- Haber zu verlassen. Oer neue „Meyer" bis Zz. Zwölf Iahre nach dem Weltkrieg, sieben Iahre nach dem Abschluß der deutschen Inflation haben wir zum ersten Male wieder ein vollständiges, modernes, großes Nachschlagewerk: Die 7. Auflage von Meyers Lexikon* liegt fertig vor! Soeben ist der XII. (letzte) Band erschienen. Nun ist die Freude am Besitz dieses allumfassenden Werkes vollständig. Der XII. Band ist sehr stattlich, ohne mehr als die anderen zu kosten. Verlag und Schriftleitung des neuen „Meyer" legten erfreulicherweise mehr Wert auf gründliche Behandlung auch der letzten Artikel als auf äußere Gleichförmigkeit der Bände. Blättert man erst einmal in dem Bande, so haftet der Blick zunächst an den Bilderbeilagen, mit ästhetischem Entzücken an den farbenfrohen Tafeln Volkskunst, Wandteppiche, Bildstatistik, ferner an Wappen, Waldboden, Wasserpflanzen, Zimmerpflanzen. Prächtiges bieten auch die schwarzen Tafeln, wie Treibarbeit, Turmhäuser, Turnen, Beilagen wie Wohnhäuser und Wochenendhäuser mit dem Text zwischen den Abbildungen leiten zum Lesen über. Ganz neue grohe^Artikel behandeln die Staatengebilde der Nachkriegszeit: Tschechoslowakei, Ukraine, Union der Sowjetrepubliken, Vatikanstadt, Weißrußland usw. Der Weltkrieg ist schlicht, klar, objektiv dargestellt mit Karten der Kriegsschauplätze. Natürlich finden sich Wilson und seine Vierzehn Punkte, Treviranus, Westarp, Wirth, Winnig, Wissell und wer alles von Politikern zwischen T und Z gehört; ferner Volksbegehren, Völkerbund, Owen Voung und der schicksalschwangere Voung-Plan, Valier samt Weltraumfahrt, die Dichter Fritz von Unruh, die Undset, Edgar Wallace, Werfel. Zerkaulen, Zuckmayer, der vielumstrittene van de Velde mit seiner „Vollkom. enen Ehe", G. Wyne- ken, Werkstudent und Welte slehre, Verkehrsregelung, Vergüngung u. Vitamine. Versorgungs-und Fürsorgewesen; höchst dankenswert die Beilage, die das ganze zivilprozessuale Verfahren schildert. Naturwissenschaft und Technik stehen Hinte« Politik, Geisteswissenschaften, Kunst nicht zurück. Welche Um- oder Neugestaltung haben die frühe- ren Artikel erfahren, wie Wasser, Wasserstoff. Wein, Wismut, Wolfram, Zellstoff, Zements Zucker in der Chemie, Waschen, Weben, Wirken, Zeugdruckerei in der Textilindustrie; in der Technik Tunnelbau, Uhren. Verbrennungskraft^ Maschinen, Werkstoffprüfung, Wasserversorgung und wie die Artikel und Beilagen alle heißen. Ausgezeichnet wie immer, übersichtlich und in der Farbengebung geschmackvoll sind die Karten und Stadtpläne. So reiht sich der XII. Band mit reichstem Inhalt, ausstattungstechnisch auf der gewohnten Höhe, seinen Vorgängern würdig an. Reisen und Abenteuer. — Felix Cmmel: „DieRasende Landschaf t". O r i e n t r e i f e. Im Verlage der Mer- kur°Duchhandlung Dr. Ekkehart Starih, Berlin W 50. Ganzleinen 6 Mk. (28.) — Dieses Buch gibt das lebendige Nacheinander einer Schnellreise durch Italien, Griechenland, die Türkei, Kleinasien, Palästina und Aegypten wieder. Der Versuch, den Bewegungsablauf einer Reife wie-, derzugeben. Ihr äußeres und inneres Tempo. Schiffsbewegungen, Tierbewegungen, Körperbewegungen. ebenso wie die Bewegungen der Gedanken und Affekte. Sinn, Hirn und Blut eines lebendigen Menschen setzen sich hier mit einer fremden Welt auseinander. Ferne Kulturen werden wach und am Maßstab des eigenen Lebens überprüft. — Willy Seidel: Die Himmel der Farbigen. Ein Bilderbuch aus zeitlosen Weltwinkeln. 149 Seiten Groß 8°. Leinen 6,50 Mk. Georg Müller Verlag, München 1930 (239). — Dieses Buch, im Sommer zu lesen, wird mit einem „Gruß an Dauthendey" eingeleitet, und wie Dauthendey hat Willy Seidel, allerdings unter freundlicheren Umständen, die Tropen, die Südsee, den Orient auf Reisen kennen gelernt, die ausdrücklich das Studium der Sitten und Gebräuche bisher wenig erforschter Dölkerstämme zum Ziele hatten. Seidel gehört nicht zu den dichtenden Südseereisenden, die dem Zauber des Exotischen sofort hoffnungslos zum Opfer fallen: wirklich merkwürdig und stellenweise äußerst amüsant sind seine Schilderungen gerade durchs eine gewisse Unvoreingenommenheit, durch eine ganz untropische Klarheit des Blickes, aus der diese sehr realistischen Darstellungen jener Völker und Landschaften entstehen. — Die verlegerischs Ausstattung des Werkes ist vorzüglich. — Fritz Löwe: Unter der Sonne des Südens. Eine Mittelmeer- und Orientsahrt. 130 Seiten 8U. Kart. 5.—, geb. 7.—. Pons--Verlag und der schicksalsschwere Kamps innerhalb des Hans Steller, Berlin W 50. (83) — Das Buch des mit ähnlichen Darstellungen bereits hervor- getretenen Publizisten Fritz Löwe dürfte gerade zu Beginn der Saison vielen Reiselustigen und Erholungsbedürftigen willkommen sein und mancherlei Anregungen für den «Sommerurlaub geben. Der Verfasser beschreibt in einer lockeren Feuilletonserie eine Mittelmeer- und Orientseereise und führt den Leser dabei u. a. nach Neapel, Athen, Konstantinopel, Alexandria, Ierusalem, Palästina, Heliopolis und Kairo. Außer den Sehenswürdigkeiten der Landschaft wird auch das Leben an Bord anschaulich geschildert. Einzelne Kapitel beschäftigen fid} etwa mit dem Maschinenraum, der Bordküche, der Funkstation und dem Schiffslazarett. Mehrere Abschnitte aus dem Buche sind übrigens, wie man sich erinnern wird, früher bereits in unserer Unterhaltungsbeilage erschienen. Das geschickt zusammengestellte Dildermate- rial belebt die Darstellung und kommt der Phantasie des Lesers in wünschenswerter Weise zu Hilfe. * Meyers Lexikon, 7. Auflage, vollkommen neu bearbeitet. 12 Bände. Seher Band umfaßt durchschnittlich 900 Seiten Text und kostet in Halbleder 30 Mark (nur Band III 33 Mark). Das ganze Werk enthält über 160 000 Artikel und Verweisungen auf 21 000 Lexikonspalten mit über 6700 Abbildungen, Karten und Plänen im Text, dazu 350 mehrseitige Textbeilagen mit rund 1500 Abbildungen, statistischen Uebersichten usw.; rund 700 farbige und schwarze Tafeln, 300 selbständige Karten und Pläne. Holzfreies Papier. Tafeln und Karten sind in den modernsten Der- vielfälligungsverfahren hergestellt. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. (414) Aus fremden Literaturen. Politik und Geschichte.