Nr. 189 Erster Blaff 180. Jahrgang Zreifag, 15. August 1950 Eriche,»» tägltd),aufetr Sonntags und Feiertag» Ml» gen: Die Illustrierte Viehener Familien bl Lite, Heimat im Bild Die Scholle ■tenals-Bejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trüget» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerUlummem infolge höherer (Bemalt Hernfprechanfchlüste BnterSammelnummer2261. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Oietze«. 0oßfche dsein^Kwe (i et ttuB RebbvaWct,?r. -KL ’tfjss Ä *5&> 890 als (cfiot Ssafts Ls **»S*0 sich an der 1910 unter dem Xitel „'Reform de» Reichs strafaesetz bucht" erschienenen Kritik des Dorenttvun» beteiligt hatte, wurde er 1910 Mitglied der Kommission zur Bearbeitung eine« neuen Entwurfs einet deutschen StrafgefeybuchS. wat feine dauernde Anwesenheit in Berlin notwendig machte Da er im Sommer 1913 einen Ruf alt Rachfolger Karl BirkmeyerS nach München annahm, kehrte er nicht mehr in feine Tübinger Lehrtätigkeit zurück Sein Münchener Lehrauftrag lautete auf Strafrecht, Strafprozeß- unb Völkerrecht Erfolgreich wie alt Schriftsteller, der fich dat Motto „multum, non multa“ erkoren, ist er auch al» Lehrer, der bie Kunst versteht, feinen Schü- lern positive Kenntniffe und vielseitige Anre- gung zu gewähren. 3n Drehen und in Hessen ift er nicht vergessen. Unter den hessischen Juristen sind viele feine Schüler gewesen, die ferner am 70 Geburtstage gerne gedenken werden. Der Beruf der Hausfrau. Die S)auefrau gehört zu einer der größten Arbeitsgruppen Rach der letzten Volkszählung von 1925 gab e» neben 10,2 Millionen Hautfrauen im Hauptberuf 10 Millionen Hausfrauen im Rebenberus Bedenkt man, dah von unterem jährlichen Rationaleinkornrnen von etwa 68 Milliarden Mark rund zwei Drittel durch diese Be- ruftgruppe der-DvlkSwirtschaft toteber zugesühri werden und überlegt man weiter, wie sehr sich gütet oder schlechte» Wirtschaften bei einer fo grohen Beruftgruppe summiert und Im Volks- körper wieder autwirkt, so bekommt man einen Begriff von der ungeheuren Wichtigkeit bet Sauifrauenberufe». Milliarden werden jährlich von der Hausfrau in Bewegung gesetzt. Sie ift die größte und wichtigste Abnehmerin in der Volkswirtschaft. Aber nicht nur al» Käuferinnen und Verbraucherinnen spielen unsere ^Hausfrauen eine wichtige Rolle, sondern viel mehr noch in der Art und Weise, wie he den Warenumschlag vollziehen, wie sie da», wa» sie erwerben, dem Leben, den Angehörigen dienstbar machen, wie sie darau» die Arbeitskraft und Arbeit»sühigkeit unsere» Volke» und damit unser ganze» wirtschaftliche» Leben aufzubauen wissen. In Rah- rung, Wohnung. Kleidung, im Einkäufen, in der Zubereitung und Anpassung de» Trngekauften an die Bedürfnisse ihrer Angehörigen haben die Hausfrauen jeden Tag Dutzende von Gelegenheiten. gut oder schlecht zu wirtschaften, zu sparen oder zu verschwenden, zu erhalten oder zugrunde gehen zu lassen. Alle» in allem, e» gibt keine wirtschaftlich und sozial nützlichere Arbeit al» die haussrauliche. 34) betone ausdrücklich sozial. Denn die Hausfrau ist nicht nur Guterverwalterin. sie ist vor allem auch Heimgestalterin und Menschenverwal- terin. Um ein richtige» Heim zu schaffen, darin fich die Menschen bilden, darin sie sich erholen können, sind nicht nur technische Kenntnisse und Fertigkeiten nötig, sondern Kräfte der Seele und de» Geiste», dazu bedarf e» einer Persönlichkeit. von der eine zusammenschliehende Kraft au»- ftrömt, die dem ganzen Familienkreis täglich nicht nur die leibliche, sondern auch die geistige und seelische Regeneration-Möglichkeit schasst, die ihm notwendig ist. Die Hautfrau ist auch Menschenverwalterin. Wat da» bedeutet, wird man erkennen, wenn man sich einmal vergegenwärtigt, welche ungeheuren WirtschastSwerte in all den von der Hautfrau betreuten Menschen stecken. 3a, nicht nur bie». auch ber sittliche und kulturelle Aufbau unsere» Volkes liegt trotz aller Schulen und BilbungSmöglichkeiten nur innerhalb de» Hause-, in ber Hausfrau, in ber Mutter Händen. Sie ist es. bie durch ihr Wesen und Wirken die Persönlichkeit ihrer Kinder bildet und dadurch die Fundamente unsere» Staate» immer wieder neu schasst. „Richt die Regenten regieren da» Land, nicht die Lehrer bilden das Geben, sondern die Hau-mutter und ber Hausvater tun et." Die» Wort Pestalozzi» hat heute mehr denn je Gülttgkeit. Die Familie ist der Fel», der in der Rot urv- lerer Zeit feststehen muh. Die junge Generation will neue» Land schauen, will schaffen. Da gilt e», den Kindern immer wieder klarzumachen, dah sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten haben, wie auch bie Eltern nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte besitzen. Unb hier liegt eine große Ausgabe der deutschen HauSfrau, der deutschen Mutter al» der größten Kulturträgerin der Zukunft. Gr. Taten für Lamdtag, lk August Sonnenaufgang 4.46 Ahr, Sonnenuntergang 19.22 llhr — Mondaufgang 21.37 Uhr, Mond- untergana 12.24 älhr. 1795; der Komponist Heinrich Marschner in Zittau geboren; — 1899; der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen gestorben; — 1919: der russische Diplomat Al»ffanoer Petrowitsch von 3swolskij gestorben. Bornotircn — Tageskölender für Freitag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: Tonfilm „Der Tiger" und da» umfangreiche Beiprogramm. •• Die Gießener Walbbühne. bie von bis jetzt noch nicht gefaßten Tatern zerstört worden war. so baß eine Benutzung sich in diesem Zustande überhaupt nicht ermöglichen ließ, wirb jetzt durch ba» Stabtbauamt wiederhergestellt. Am Sonntag, 24. August, nachmittags, wird sie durch eine Dor- stellung de» Gießener Stadttheaters mit Shake- Ipeareg .Liebesleid und Lust", das von Intendant Dr. Prafch besonders für das Freilichttheater inszeniert wird, zum erstenmal wieder in Betrieb genommen. Wuslne- und Handelskammer Gießen. Die 3nbu ft rie» und H anbei» kammer Gießen für die Kreise Gießen, Altfeld und Lauterbach berichtet un» über ihre jüngste Sitzung vom 7. August folgende»; Dor Eintritt *in die Tagesordnung beglück- wünscht Herr Kommerzienrat Schirmer die Herren Kommerzienrat K I i n g s p o r und Stammler zur 25jährigen Mitgliedschaft und dankt ihnen in warmen Dorten für die während diefe» Zeitraum» der Kammer geleisteten Dienste. Der Herr Vorsitzende spricht ferner den Herren 3 hring und Mayer die Glückwünsche der Kammer zum 7 0. Geburtstage auS. Auch im kommenden Winterhalbjahr wird die Kammer akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende veranstalten. Jirmenelntragungen In die handwerksrolle. Die seinerzeit von Amt» wegen erhobenen Einsprüche gegen die Eintragung von Firmen in die HandwerkSrolle sollen zurückgezogen werden, weil die Kammer nicht gewlllt ist, die Kosten de» Verfahren» m den einzelnen 3n- stanzen zu tragen. Damit wird sich die Kammer jedoch nicht de» Rechte» begeben, bie in Betracht kommenben Firmen nach wie vor zu den Kosten der Kammer heranzuziehen. Der gesetzliche Berfaffung»-Jder(ag. Ein Antrag de» Verein» der Sinzelhänbler zu Gießen auf Offenhaltung der Ladengeschäfte an bestimmten Stunden während dc» zum gesetzlichen Feiertag erklärten VerfassungStages (11.August) fand die volle Zustimmung. Die Kammer gab dabei ihrem Befremden lebhaftesten Ausdruck über diesen Gesetzgebungsakt der hessischen Volksvertretung, für welchen keinerlei Bedürfnis anerkannt werden könne und der nur der Kaufmannschaft und ebenso der Landwirtschaft geschäftliche Einbuße bringen werde. 3n einer Eingabe an das Ministerium wird die Kammer von diesem Anträge unter Darlegung ihrer eigenen Auffassung Kenntnis und dabei der Erwartung Ausdruck geben, daß, wenn nicht in diesem 3ahre. so doch in den kommenden 3ahren den Bedürfnissen der Ge- schäft»welt in verständnisvoller Weise Rechnung getragen wird. Die Kontingentierung in der Zlgaretteninduslrie. 3m Artikel 1 de» Gesetzes zur Aenderung de» Ta batst euergesetze» vom 22. Dezember 1919 ist die befristete Kontingentierung in der Zigarettenindustrie ausgesprochen worden. Damit wurde diesem Industriezweig eine überragende Stellung innerhalb des gesamten deutschen Tabakgewerbes eingeräumt, welche jedoch weder im Interesse feiner übrigen Zweige, noch im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse gelegen ist. Die Kammer hat eS sich daher auch sehr angelegen sein lassen, sich gegen die Bestrebungen zu wenden, welche auf eine Verlängerung der Kontingentierung hinzielen. Leider hat der ReichSrat dem Anträge auf Verlängerung der Kontingentierung mit 33 gegen 30 Stimmen — darunter auch Hessen — bi» zum 31. März 1932 zugestimmt. Es ist zu wünschen, daß der neue Reichstag diesem Beschlüsse des ReichsratS die Zustimmung versagt. Die Slunbungs- nnb Verzugszinsen für Steuerschulden. Gegenüber der auch von der Kammer unterstützten Anregung auf Anpassung der Stundung-- und Verzugszinsen für Steuerschulden an den jeweiligen Reichs- bankdiskont, hat das Reichsfinanzministerium einen ablehnenden Standpunkt eingenommen mit der Begründung, daß der hohe Zinssatz lediglich al» ein Druckmittel für pünktliche Steuerzahlung anzusehen fei, auf welche gerade jetzt bei der überaus ungünstigen Kassenlage de» Reich- ganz besonderer Wert gelegt werden müsse. Die Kirchensteuern. Ernsthafte Klagen au» den Kreisen von Handel und Industrie über die hohen Kirchen st euern haben der Kammer Deranlastung gegeben, den Gesamtkirchenvorstand in Gießen auf die etwaigen Folgen einer solchen Besteuerung hinzuweisen und ihm eine Ermäßigung nahezulegen. flkmrinbebifrflruer. — Gemeindegelränkesteuer. Troy der ernten Einwendungen der amtlichen Vertretungen von Handel und Industrie ist durch Dotverordnung vom 16. Juli d. 3. den Gemeinden ba» Recht eingeräumt worden, eine ®emeinbebicrfteuer unb neben dieser eine Gemeindegetränke st euer auf Spirituosen, sowie auf Kakao. Tee. Kaffee (Schank- verzehrfteuer» einzuführen. Damit wird die Gage des Hotel- unb Gastwirtsgewerbes noch weiter verschlechtert. Da» Gaststättengesetz. Da» vor kurzem verabfchiebete Gaft stät - ten gesetz bringt trotz der Gegenvorstellungen Der Handelskammern insofern eine Belästigung und Beschränkung de» Kleinhandel» mit Branntwein, al» er bei der gewerbsmäßigen Abgabe einer Menge von nicht mehr al» 3 Liter an den Verbraucher konzession-pflichtig gemacht wird. Die Dandergewer besten er. Hervorgetretene Mißstände haben die hessi- fchen Kammern bewogen, sich für eine reich-- rechtliche Rahmenregelung der Bestimmungen über bie Wanbergewerbesteuer einzusetzen. Einheitliche Formulare für Zahlungsbefehle. Ebenso haben bie hessischen Kammern die Schaffung einheitlicher Formulare für Zah - lungsbefeyle im ganzen Reichsgebiet befürwortet. Gebührenfreie Einsicht In die -Grundbücher unb Melderegister. Bei bem hessischen Iustizmlnister wurde die gebührenfreie Einsichtnahme in die Grundbücher und IN die polizeilichen Mcldcrc- g i ft e r zugunsten von Auskunfteien angeregt. Die SaisonAusoerkäufe. Einem Anträge deS Verein- der Einzelhändler au Gießen Folge gebend, hat bie Kammer bei dem Kreisamt Gießen befürwortet, daß der Beginn der Saison-Ausverkäufe im Sommer auf den 7. Juli festgesetzt wird; dem Anträge ist entsprochen worden. Der Bureaubebarf der Behörden. Die hessischen Kammern hatten Veranlassung, sich mit der zentralen Beschaffung deS DureaubedarfS der Behörden zu befassen. In einer Eingabe an den Herrn Minister für Arbeit unb Wirtschaft würbe wohl bie Wirtschaftlichkeit ber zentralen Beschaffung anerkannt, zugleich aber Der Wunsch ausgesprochen, daß ein Weg gefunden werde, der neben dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit auch ine berechtigten Interessen des ortsansässigen Handel- berücksichtige. Sonderangebot besonder» preiswerter weine an höhere Beamte. Die hessischen Kammern haben dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft ihr Befremden darüber ausgesprochen, daß seitens seine- Ministerium-, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft, an höhere Beamte ein Sonderangebot besonders preiswerter Weine der Lehr- und Dersuchsanstall für Wein- und Obstbau in Oppenheim ergangen ist, dessen niedrige Preise jeden Wettbewerb des Weinhandels ausschliehen. SS wurde besonder» darauf hingewiesen, dah staatliche Anstalten, welche durch die Gelder der Steuerzahler unterhalten werden, auf der anderen Seite al» Konkurrenten dieser Steuerzahler auftreten. Der Herr Minister ist gebeten worden, hier Abhilfe zu schaffen. Geschäftsübcrlastung der drei Gießener Gerichtsvollzieher. Die seit geraumer Zelt bestehende überaus starke Geschäftsüberlastung ber drei Gießener Gerichtsvollzieher hat bem Amtsgericht Gießen Veranlassung gegeben, bezüglich aller von den Gerichtsvollziehern wahrzunehmenben Dienst- Handlungen, mit Ausnahme der von diesen auf- zunehmenden Wechsel-Proteste unb der hiermit im Zusammenhang stehenden Dienstgeschäfte, die Stadt Gießen in drei Bezirke einzuteilen. Diese neue GeschäftSeinteilung unter den Gerichtsvollziehern ist als eine vorläufige Rotmahnahme zu betrachten. •• Ein Achtzigjähriger. Dor einigen Tagen konnte der Reichsbahnwagenmeister i. R. Ludwig Jung. Wilhelmstrahe 36 wohnhaft, in körperlicher und geistiger Frische seinen achtzigsten Geburtstag begehen. Dem alten Herrn, Der über 50 Jahre im Eisenbahndienst tätig war, lieh die Hauptverwaltung der Reichsbahn in Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienstleistung besondere Glückwünsche aussprechen und ein GeburtStagsgesche nk überreichen. Daneben gingen ihm noch zahlreiche weitere Glückwunschschreiben und Ehrungen zu, die sämtlich von der großen Wertschätzung zeugten, mit bet man allgemein dem Jubilar begegnet. •• Echulpersonalie. Der Lehrer Eduard Strack an der Volksschule zu Rinderbügen (Kreis Büdingen) wurde auf Grund des Altersgrenzegesetzes mit Wirkung vom 1. September ab in den Ruhestand verseht. •• 50 Pfennig für jede ärztliche Verordnung. Die Hessische Apothekerkammer schreibt uns: Die umfangreiche Rotverordnung der Reichsregierung vom 26. Juli hat auch eine Aenderung der Bestimmungen der Krankenver- ficherung gebracht. Trotz aller Warnungen der Apotheker unb Aerzte u. a. schreibt bie Verordnung vor, daß fortan jede- Mitglied einer Ort»-, Land-, Innung--, Betriebs- oder Ersatz- krankenkaffe bei der Entnahme von Arznei- und Heilmitteln aus der Apotheke ober einer anderen Stelle 0,50 Mk. für jede» ärztliche Verordnungsblatt zu zahlen hat. Ob nur eins oder mehrere Arzneimittel auf einem Rezeptblatt verordnet sind, ist gleichgültig. Beträgt der Wert der verordneten Arznei weniger al» 0,50 QHt, so hat der Versicherte nur diesen Betrag zu bcAablcn. Die Apotheken, bie biefe für bie Mehrzahl der Versicherten — insbesondere bei längerer Krankheit — nur schwer aufzubringende Gebühr einziehen, find hierzu durch das Gesetz Szwungen. da die Krankenkasse ihnen für jede» zrorbnungsblatt 0,50 Mk. von der Rechnung kürzt. Die Apotheken haben gemeinfam mit anderen Kreisen die Reichsregierung, insbesondere daS Reichsarbeitsministerium, davon zu überzeugen versucht, daß eine Arzneikoftenbe- teiligung in dieser Höhe eine große Härte für die Kranken bedeutet, die hohe Beiträge für bie Krankenversicherung zahlen. Man hat trotzdem die Gebühr eingefüprt, weil man glaubte, auf diese Weise durch weitere Belastung der Versicherten in der Krankenversicherung sparen zu müssen. •• Kirchenkonzert 21m vorigen Freitag per» anftaltcte der Verein für christliche Musik in ber Lohanneskirche rin Kirchenkonzert zugunsten der Hinterbliebenen der in Neurode verunglückten Bergleute. Dem Zwecke entsprechend hätte die Kirch, gefüllt sein muffen, leider war der Besuch nur sehr mäßig Indessen war die Veranstaltung für den Verein wie für bie beiden Solisten, jul. von der Heydt unb Lehrer Habicht, ein voller Erfolg. 3rl. von der Heydt wurde mit ihrer melodischen Sopranstimm, ihrer Ausgabe durchaus gerecht und trug sämtliche Lieder mit feinem Empfinden vor. Organist Habicht meisterte sein Instrument mit großem Geschick, er halte mit feinem Verständnis etürfe ausgesucht, die sich in dar- Gesamtprogramm einfügten. Der Verein für christliche Musik, der das dritte größere Kirchenkonzert in Gießen veranstaltete, hat auch diesmal wieder unter der geschickten Leitung feine» Dirigenten Ludwig 91 i e b e r g a 11 gezeigt wieviel edle» Gut unsere deutsche Kirchenmusik besitzt. Selbst die schwierigsten Satze wurden in reiner Ton- gäbe und mit sicherer Auffassung vorgetragen, wa» In einzelnen Höllen besonders schwierig war, da keinerlei Holzinstrumente zur Verwendung kamen. •• Di« Fas aneni agd im Kreise Wetzlar. Der Dezirk-au-fchuß in Koblenz hat den Schluß der Schonzeit für Fafanenhahne unb Fasanenhennen in Der Rheinprovinz (unb damit allo auch im Kreise Wetzlar) auf den 29. September festgesetzt. Der 30. September ist mithin der erste Tag für bie Fafcmenjagd. Berliner Äörie. 8 e r 11 n, 15. Aua. (WTD. Funkspruch ) Nachdem sich schon gestern abend in Frankfurt die höchsten Kurse des Tages auf Gcwinnmitnaymcn ber Speku- lation nicht behaupten konnten, war im heutigen Fruhverkchr wieder eine stärkere Zurückhaltung fest- zustellen, da aus Neuyork eine schwache Schlußmeldung vorlag Umsätze fanden bisher kaum statt, bie Tendenz blieb abwartend. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Pari» 123,85 zu 123,88, London gegen Mailand 92,99, London gegen Spanien 45,10 zu 45,20 (zirka), London gegen Kabel 4,8710 zu 4,8713, London gegen Berlin 20,3960 und Kabel gegen Berlin 4,1870 zu 4,1872. ttetolnnausgufl 5. Klaffe 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klasten-Lottette Ohne Gewähr Nachdruck verdatet» Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hetze Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen I und II 5. Zictzungstag 14. August 1930 Fn der heutigen Donnsttaanzlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 140867 14M43 169863 128093 134646 193473 194623 205231 216790 233147 257570 262251 288033 295252 299666 315H1 317945 332808 333856 335560 363993 386964 391469 100051 178845 241695 312744 353727 114679 127030 151664 164198 179244 196295 221553 251332 265310 274242 301705 312726 328557 351066 371873 117511 130343 152029 166260 184209 199402 224465 255593 267447 281091 302106 816 184 328675 354265 376388 147874 162148 179143 190636 219814 249663 263966 271654 100587 312226 321065 342414 362886 387969 122559 135611 153031 174422 186090 215345 224586 255768 269015 291799 308063 316412 330787 858436 380349 145332 159259 177794 189454 219181 238489 261207 271529 295056 311826 320242 341140 362620 384315 123842 137368 153988 175052 186716 217378 231965 256972 271309 294705 308170 318347 340878 361615 382206 2 n 25000 et 10993 2 ®«Blnne in 10000 <ÜL 390040 _____ 8 »tiDinne |u 5000 W. 4427 19150 89973 198137 4 »«»inne in 3000 W. 215675 231425 18 •wnlnnt ra 2000 Ul. 2588 49985 89314 109868 165765 168733 190308 202053 299360 38 1000 M. 25118 78050 78244 111074 121964 165890 183269 196140 224113 228932 243482 293753 323557 378872 380120 382698 254 ®ttoinnt ,n 300 M. 9527 11402 15432 16626 17863 19607 22036 23316 24004 27521 31587 34820 40658 41358 41944 42273 46557 53693 69905 61039 66444 68161 70182 76840 78102 92097 92708 94833 96015 98046 98981 99130 101026 108762 110177 ------ ------ ------ ------ 124938 124968 20681 27173 35761 42848 64342 64983 69607 93745 388744 393215 On der heutigen Nachmlttagszlehllng wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 »ttotwne n 5000 <8L 54681 70091 4 Ottcitn. n 3000 UL 30624 9 389118 14 SttHnt p 2000 OL 84556 129213 169221 J65195 184519 297640 376260 44 ®«wnnf in 1000 W. 67491 68849 77906 119292 143574 160369 166328 206338 227264 245493 266256 265762 278037 339909 345276 364485 364563 365721 366477 376849 391370 395278 76 •rtrtwwe pi 600 UL 16934 27769 66121 66968 61043 70591 84044 91144 94700 118571 121636 122777 128204 135976 152331 166344 177790 202712 212181 220798 227890 240186 246588 256897 266152 267385 28'-838 301771 304479 310032 321787 331733 333676 335422 344907 368472 388183 397591 186 •ttotun« p, 300
veg. unbeitändigerWi le« rung aus. Am gleich. Tage findet [ötib'öü Sommerfest auf d. Liebigs öbe statt, wozu allerlei Ueberraschnngen vorgesehen sind. Um zahlreiche Be« tetligung. insbefond. der passiven Mitglieder, w. gebeten. W -Otr t" Dc IAhdruck, Jßum Wußten tiet Stfiaum! 224er Somslag. ü.Iö.Aug. 20,30 Nbr 561sD Zusammenkunft „Zum Andres". “Samstag Vormittag verkaufen wir - solange Vorrat - weit unter eigentlichem Wert, zum Durchschnittspreis von RM.1 00 Kindersocken, Mako od.Seidenflor, in farbig, schwarz und weiß, viele Größen.. 2 Paar 1.00 KlnderstrOmpfe für 1 -4jährige farbig, braun und schwarz.......2 Paar 1.00 Kinderstrümpfe für 5 —12jährige 'n Mako, grau und beige..........Paar 1.00 Kniestrümpfe in Mako oder Seidenflor teils mit Wollrand, alle Größen .... 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Anz. |Stellenangebote| liitailoser nicht unter 25 Jahren, der sämtliche Reparaturen selb- ständig aussühren kann, gesucht« Schr. Angeb. unter 05026 an d. Gß.An». Nr. 189 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 15. August 1950 Kanada gegen USA. Oer konservative Wahlsieg in Kanada. Don unserem K.»Berichterstatter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Montreal, Äugust 1930. Kanada Ist von den Ländern der Drde da- erste. daS im Zeichen der Weltwirtschaftskrise gewählt hat - und zwar mit dem Ergebnis, daß an Stelle der freihändlerifchen Regierung der Liberalen eine konservative Regierung getreten ist. die ihren Wählern hohe Schutzzölle gegen die Ub A. versprochen hat DaS ist ein Vorgang, der weit über seine lokale Bedeutung hinaus für unS wichtig ist, da er zeigt, wie grundlegend sich die Dinge in der Welt ändern, und in Vie starkem Maße Die Politik der USA. im Auslände auf wachsenden Widerstand flöht Denn e- ist nicht daran zu zweifeln, dah der überraschende Lieg der Konservativen in Kanada eine unmittelbare <^olgc von bestimmten Vorgängen ist, für die man letzten Endes allein die Vereinigten Staaten verantwortlich machen muh. Um das zu verstehen, muh man allerdings etwa» weiter »urüdgrcifcn Kanada. daS reichste der selbständigen britischen Dominien, ist durchaus nicht immer USA.»feindlich gewesen. 3m Gegenteil, in den neunziger Jahren deS vorigen ÄayrhundertS. kurz bevor Kanada die Selbst» regierung erhielt, gab e- nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Kanada eine Reihe von Leuten, die eine Angliederung Kanadas an die USA. für unausbleiblich, ja sogar für wünschenswert hielten. Gibt es doch zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten eigentlich keine .natürliche" Grenze. Der Grenzstrich, den unsere Karte verzeichnet, ist Willkürlich aus dem Papier gezogen, geht mitten durch Seen. Flüsse und Gebirge hindurch, ohne dah ersichtlich wäre, warum die Grenze gerade so verlaufen mühte. Auch wirtschaftlich sind Kanada und die Vereinigten Staaten stark miteinander verwachsen. DaS amerikanische K a • vital, das im Auslande Anlage sucht, ist feil Jahrzehnten zu rund 40 v. H stets nach Kanada gegangen, und man kann heute wohl ohne.Uebertrelbung feststellen, dah Kanada seine Industrie, ja überhaupt seine wirtschaftliche Blüte amerikanischem Kapital verdankt Hätte nicht in den Staaten mit Taft und Roosevelt ein hundertprozentiger und unduldsamer B a n k e e » Rationalismus eingesetzt — der es sich zum Ziele setzte. Amerika zu einem Rassenschmeiz- tops zu machen, in dem alle Völker zu einem analo-amerikanischen Brei verschmolzen werden sollten — so hätten die USA. wahrscheinlich mit ihrem LiebeSwerben bei den Kanadiern ein offenes Ohr gefunden. So aber fühlten sich bei aller wirtschaftlichen Verbundenheit die Kanadier durch das brutale Vorgehen der Amerikaner vor den Kopf gestoben, nicht zuletzt auch, weil in den USA bürgerliche Freiheiten allmählich immer mehr eingeschränkt mürbem während in Kanada bei allem Respekt vor der Altvätersitte doch d i e britische Freiheit erhalten blieb, die das Leben in allen englischen Landen so angenehm macht Gerade dieser Zustand war eS fa auch, der das ausschlaggebende französisch- kanadische Element in Kanada veranlahte, sich für die Erhaltung der Selbständigkeit Kanada- einxufcOen, gegen alle Bestrebungen, die Kanada den USA angliedern wollten Die französisch sprechenden und streng katholischen Kanadier verspürten eben keine Rei- aung, im protestantischen und englisch sprechenden Amerika auszugehen. Man hätte demnach annehmen sollen, dah Briten und Franko-Kanadier den Amerikanern , gegenüber eine einheitliche Politik befolgen würden. DaS war aber nicht der Fall. Während daS britische, in der Hauptsache konservative Element in Kanada von jeher für Schutzzoll und wirtschaftliche Abschliehung gegenüber Amerika war, stellten sich die Franko-Ka- nadier auf einen liberalen Standpunkt. Gerade sie, von denen man eS am wenigsten hätte erwarten tollen, vertraten in wirtschaftlichen Fragen den Grundsatz der Gegeriseitigkeit und bekämpften alle Zollfchutzmahnahmen, die geeignet gewesen wären, die arnerikanische Qi- panfion in Kanada zu hemmen. Mit vieler Politik haben sie zweifellos auch recht behalten Denn die Verhätschelung amerikanischer Kapitalisten durch die liberalen 'Kanadier hat sich für Kanada überaus gelohnt. An dem beispiellosen W i r t- schaftSaufschwung. den die Vereinigten Staaten nahmen, hatte Kanada seinen vollen Anteil Aber, wie alle Dinge, so hat auch diese Entwicklung eines Tages ein Ende genommen. Den Vereinigten Staaten geht eS feil etwa einem Jahre nicht nur schlecht, sondern sogar sehr schlecht — und damit beginnen auch d i e Kanadier unter der Wirtschaftskrise der Vereinigten Staaten auf das schwerste zu leiden. Und gerade die von Amerikaiiern geleitete Industrie, die ja Stütze und Halt in amerikanischen, in den USA. domizilierenden Danken hat, die sonst immer in Zeiten kleinerer Krisen von den Amerikanern auf das liebevollste gestützt wurde, findet beute in Amerika nicht nur keine Unterstützung, sondern wird zum Teil sogar bekämpft. Denn sür^die Behörden der USA sind diese Unternehmungen ausländische Unternehmungen, die besonder- zu sördern kein Anlaß vorliegt Ausland ist Ausland. Run gebt man zwar nicht immer so grob vor, und offene Kamps- mäfinabmen der Amerikaner gegen die Kanadier sind bisher unterblieben. Aber es bleibt doch eben die Tatsache bestehen, dah die Maßnahmen xut Wiederankurbelung der amerikanischen Wirtschaft, die Hoover veranlahte, selbstverständlich nur den amerikanischen Firmen zugute kamen, die sich in den USA selbst befinden. Auch kommt hinzu, dah in der Landwirtschaft — und Kanadas Haupferportartikel sind Weiten und Holz - die Krise in beiden Ländern fast gleich groh ist. Rur. dah die Amerikaner mit ihren Maßnahmen zur Stützung ihrer Landwirtschaft die Kanadier treffen, während umgekehrt die kanadische Regierung sich bisher noch nicht hat entschließen können, irgend etwas zum Schutze oder zur Förderung deS kanadischen Weizen- erportS zu tun, so dah die Bauern in Kanada im letzten Jahre ganz auhervrdentlich zu leiden hatten Dah ein Mann aus dem agrarischen Westen, Benett, mit der Schutzzollparvle und mit dem Versprechen der Förderung der kanadischen Wei- zenausfuhr, zugleich aber auch mit einem erneuten Treueversprechen gegenüber dem brinschen Weltreich. bei den letzten Wahlen einen so grohen Erfolg erzielte, ist daher kaum wunderzunehmen. Angesichts der gesamten wirtschaftlichen Lage konnte daS Ergebnis der Wahlen kaum sehr viel anders ausfallen. Kanada muhte prvbritisch, konservativ und schutzzöl Inen sch wählen, und die Herrschaft der Liberalen, die praktisch feit fast dreißig Jahren bestand, stürzte in der Hauptfach!, weil Amerika seine Wirtschaftskrise nicht politisch, sondern auSschliehlich wirtschaftlich sah Die USA erhalten also mit den kanadischen Wahlen die Quittung für eine Politik deS krassen Egoismus und der blanken Interessentenvertretung. wie sie so grob und so nackt ja nur in Amerika möglich ist. Herr Hoover wird somit kaum umhin können, seine Politik Kanada gegenüber zu ändern, wenn er nicht alles auf- Spiel setzen will, waS alle seine Torgänaefr für den künftigen Zusammenschluß zwischen Kanada und den USA. zu schassen bemüht waren Vom Standpunkt deS britischen Weltreiches auS gesehen, ist es dabei nicht uninteressant festzusteilen, dah an diesem Erfolg der .Reichspolitif' der Briten sie selbst ganz unschuldig sind. Wenn sich Kanada gegen die USA. wendet, so haben sich das die Staaten selbst zuzuschreiben. und die Engländer haben dazu nichts ?u tun vermocht — so dah. jedenfalls nach mensch» ichem Ermessen, die merkwürdige 'Tatsache zu verzeichnen ist, dah der DahlauSfall in Kanada auf die britisch-amerikanischen Beziehungen zunächst jedenfalls ohne Rückwirkung sein dürfte So wenig hat England heute in seinen Dominien zu sagen! Turnen, Sport und Spiel. Iubiläumssporiwoche der Spielvereinigung 1900. ö. Trotz des Wock-entages und des schlechten WetterS hatten sich am Mittwochabend etwa 700 biS 800 Zuschauer zu dem letzten Vorrunden- spiel um den Iubiläurnspokal für Fussballmannschaften eingefunden. Das Spiel bestritten die beiden Lokalgegner VfB. und 1900 Gießen und endete 1:0 für 1900. Wit dem Anpfiff entwickelte sich ein überaus zäher Kamps. Beide Mannschaften schufen vor den gegnerischen Toren brenzliche Momente. Zu Erfolgen langte es aber nicht, da alle Angriffe überhastet vorgetragen wurden. Die Leute vom Waldsportplah gingen sehr forsch ins Spiel. 1900 verlor zunächst Zei - l c r und später Hohmann und H e i l m a n n durch "Verletzungen. konnten Zeiler und Heil- mann nach einiger Zeit wieder mittun. so muhte Hohmann wegen schwerer Beinverleyung 25 Minuten nach Spielbeginn ganz ausscheiden. 1900 wollte den ausgeschiedenen Spieler durch einen Ersatzmann nach der Pause ersetzen, wie dies in solchen Spielen allgemein üblich ist, jedoch lehnte DfB. dies ab. Der Spielverlaus war infolge der Ausgeglichenheit der Parteien stets spannend und wechselvoll. Beide Hintermannschaften ver- nchteten große Arbeit. 1900 besah die gröbere technische Reife. Der famose Spielaufbau durch die Läuferreihe sicherte auch dann noch ein kleines Ucbergetoid)t. als die Dlauweihen nur noch zehn Spieler im Feld hatten, und das war in 65 Minuten des Treffens. Die 1900er haben selten ein Spiel mit solchem Energieaufwand biS zum Letzten burd)geführt, als dieses. Die Mannschaft ist härter geworden, sie bewies dieS in den Schlußphasen dieses Kampfes. Der einzige Treffer des Spieles fiel kurz vor der Pause durch Verwandeln eineS Foulelfmeters. den Henrich (1900) prompt verwandelte. Die zweite Spielhälstc verlies torlos. Die grandiose Leistung der 1900er zeigt, dah der Sieg des Jubilars verdient war. Die Spielvereinigung 1900 hatte ihre besten Leute in den Verteidigern Jäckel und Z e i - l e r (letzterer ging von Halbrechts auf den Posten des verletzten Hohmann zurück) und in der gesamten Läuferreihe, wobei die Auhen- läufer Glitsch und Henrich Langsdorf überragten. Von den Stürmern war Hellmann diesmal der produktivste, während der Rechtsaußen etwas abfiel. Brambach im Tor konnte fein Können mangels genügender Beschäftigung nicht unter Beweis stellen. Aus- fiezeichneteS leisteten die Dlauweihen im Kops- Piel. Beim V. f. D. gefielen Bingel. Haupt und Balser am besten. Der Torwart Böckler war zu sehr vom Glück begünstigt. Durch diesen Sieg über den V. f. B. (der erste aus dem Sportplatz an der Liebigshöhe) hat sich 1900 für das Pokalfchluhspicl qualifiziert, das am heutigen Freitagabend gegen den Sportverein Wetzlar stattfindet. Junggesellen. Wie stellt sich der Laie einen Junggesellen vor? Fröhlich von Blume zu Blume flatternd, mehr ober minder solid und mit eigenem Eingang. Einen möblierten Herrn sieht er, mit pikanten rosa Lampenschirmen im Zimmer, das Bild einer OdaliSke an der Wand, immer leichte Frivolitäten aus den Lippen und mit dem Mietens ein paar Tage im Rückstand. Der Laie sieht ihn: auf schwellende Pfühle gebettet, Importzigarren schmauchend. Portwein trinkend, mit den Stiefeln auf der kostbaren Ollomanbede liegend, ergötzt an ruchloser Lektüre Dieser Junggeselle kommt von oder gebt zu verwerflichen Abenteuern oder erwartet solche, er schlemmt im Gasthaus Spargel und Krebse und Austern und Ochsenmaulsalat, von den neidgierigen Augen Verehelichter begleitet. et wechselt jeden Tag seinen Anzug. auS englischem Stoff, und verschlampt leichtsinnig Taschentücher und Socken. Er sitzt in Kinologen und tanzt in Rachtlokalen und trinkt an der Bar teure Loctails, er hat einen Hund und ein kleines Eadriolet auf Stottern und manchmal wirft er aus reinem llebermut Fünfmarkstücke zum Fenster hinaus, weil sie ihm in der Tasche die elegante Linie zerstören. Der Laie sieht mit Empörung im Junggesellen einen beneidenswerten Wüstling, und der Reichsfinanzminister der vielleicht in seinem Fach tüchtig ist, schließt sich dieser Vorstellung an und belegt den Junggesellen, diesen geldstrohenden Richtwisfenden-wohin-damit mit einer Steuer. Mit einer Steuer, himmelschreiend aufgebaut auf der Vorspiegelung falscher Tatsachen! Denn wie ist der wahre Junggeselle bedauernswert? Der wahre Junggeselle, häuslicher Pflege entbehrend, vom näbrträftigen Herd ausgeschlossen, schleicht hohlwangig und unrasiert, meist ungefrühstückt an fein schweres Tagwerk. Keine zarte Frauenhand streicht ihm die Sorgen von der Stirn und zieht ihm den Mantelkragen zum Ab- fchied zurecht. Riemand winkt, wenn er geht, niemand schimpft, toerm er heimkmmt. Auf ungedoppelten Sohlen und unaufgerichteten Absätzen geht er durchs Leben: denn wer denkt für ihn an den Schuster? Zimmervermierterinnen mitsamt Ehemann und sechsköpfiger Familie betten sich an feine Brust und betrachten ihn als Rährvater für ihr ganzes Leben. In fein Zimmer gibt man die febern- lofeftcn Sessel und Matratzen, die zersprungen st en Waschschüsseln, die blindesten Spiegel und die unbeliebtesten Verwandtem)ilber. Die Gastwirte, in deren Hand er fällt, erproben an ihm jahraus, jahrein in sog. MenuS und Abonnements die hygienischen Vorzüge einer reizlosen Kost. Wäscherinnen ätzen mit den brennendsten Säuren Löcher in seine Wäsche und Büglerinnen liefern ihm jeden Samstag die falschen Kragen. Am Sonntag aber irrt der Junggeselle einsam durch die Felder und die Wälder. Seine gefestigte Moral kann sich nicht dazu verstehen, einem Mädchen liebend zu nahen, ohne dah die HeiratS- papierc unterwegs sind. An Regentagen sitzt er wie ein Sträfling in feinem Kaffeehaus und lieft die Heiratsinserate, und ist er über dreißig, so kommt er höchstens noch als Versorgung für ein spätes Mädchen In Frage. Wie nagt die späte Reue gleich einem Wurm an seinem Herzen, wenn er seinen verheirateten Altersgenossen strahlend vor Familienglück, nahen sieht, auf einem Arm einen liebreizenden Knaben, vor sich her den Kinderwagen mit dem Letztgeborenen und hinter sich zwei bis drei muntere Heran- gewachsene, von denen das eine berells schon eine Hornbrille trägt. Richt zu vergessen die Frau in sommerlicher Reise neben sich. Keine Ewigkeit bringt ihm xuriicf, waS er versäumt, und ausschluchzend schleppt er fein Weh an den abendlichen Stammtisch. Trost im Leid, Genoffen zu haben. Hin und wieder schenkt dem Junggesellen ein feinfühliger Ehemann eine Zigarre, damit er nicht ganz dem Gefühl der Verlassenheit anheimfällt. Wer das verantworten fann. ..! Die Unglücklichsten der Unglücklichen mit Steuern zu belegen, der verdiente fürwahr — sollte er selbst Junggeselle fein — sofortige Versetzung in die Zwangs- ehe. J.K. Kur den Phoio-Amateur. Wie trocknet man photographische Platten nach der Entwicklung? Unsere Amateure empfinden es als besonderen Uebelstand. daß die Platten nach dem Entwicklungsprozeß längere Zeit zum Trocknen gebrauchen, während sie doch in vielen Fällen nur allzugerne sogleich einige Abzüge machen möchten. Sofortige Abzüge haben bei Familienfeiern und ähnlichen Anlässen ja auch erhöhten Wert und bereiten besondere Freude. Es kommt daher immer wieder vor. daß die Platten, um schnell zu trocknen, größerer Wärme oder den biretten Sonnenstrahlen ausgesetzt werden. Die erwärmte Schicht verläuft dann aber gewöhnlich und die Platten sind wertlos. Schon ganz erheblich läßt sich daS Trocknen aber beschleunigen, wenn die Schicht, nachdem die Platten fixiert sind, durch ein Formalinbad gegerbt wird. Man nimmt von der in Apotheken und Drogerien erhältlichen Formalinlösung 2 ccm aus 100 ccm Wasser und (egt die Platten nur etwa eine Minute lang hinein. Derartig behandelte Platten vertragen das Trocknen bei größerer Wärme, ohne daß man das Abläufen der Schicht zu befürchten hat. Soll indes noch schneller getrocknet werden, so wischt man die Schicht- und Glasseite der Platte mit einem Wattebausch vorsichtig ab und legt sie für die Dauer von 10 Minuten in eine Schale mit reinem DrennspirituS. Der Brenn- spirituS zieht die Schicht dichter zusammen und entzieht ihr alle Wasserteile. Das Trocknen dieser Platten ist bereits in 10 Minuten beendet, so daß man schon kurze Zeit nach der Ausnahme die gewünschten Abzüge machen fann. Die im Spiritusbade behandelten Platten gewinnen außerdem an Brillanz. Sie haben infolge der dicht zusammengezogenen Schicht größere Deckkraft und geben wunderbare Abzüge. Behandlung fertiger Abzüge. Häufig ist eS erwünscht, die bereits getrockneten Abzüge (Positive) gegen Verfratzungen oder sonstige Beschädigungen zu schützen. Wie unansehnlich werden unsere besten Bilder, wenn sie Fingerabdrücke tragen, die schon durch geringe Schweißübertragungen entstehen fönnen. Wer derartige Beschädigungen seiner Bilder vermeiden will, lackiere sie mit dem käuflichen toaffer- flarcn Zaponlack. Dieser Lack wird mit einem weichen Pinsel, Strich an Strich, aber dünn, aufgetragen. Er schützt die Bildseite, ohne daß von der Codierung etwas zu sehen ist. Wirkungsvoller aber ist noch die Behandlung mit Berat Ein Fläschchen von 10 Gramm reicht lange Zeit hindurch. Man nimmt eine geringe Menge, etwa Erbfengröße, auf einen kleinen Wattebausch und reibt das Berat tüchtig in das Bild ein. Uebertreibungen find jedoch zu vermeiden, da die Bilder sonst fettig erscheinen. Zu starke Austragungen lassen sich einfach wegwischen. Das Berat gibt dem O Bilde ein plastisches Aussehen. Es nimmt insbesondere dem Zelloidinpapier die unerwünschten Bronzetöne, die eine Folge des Ueberkopierens sind und macht aus ihnen samtartige Tiefen. Ueberhaupt hetzt dos Berat di« Dlldwrrdwg uagoueui. Oer Führer beel deutschen EportS 70 Jahre alt. Dr. Fr. Theodor Ccroalb, Staatssekretär a der Vorsitzende der Reichsausschussc* für Leibesübungen. feiert am 18 August seinen 70. Geburtstag. Seiner Führung verdankt die deutsche Leichtathletik den großartigen Aufschwung, den sie in den Jahren nach dem Weltkrieg nahm. Handball-Pokalspiele. Pollzelfportverein Butzbach — Mto. Gießen 4:2 (3:1). Mit demselben Resultat wie den Turnverein 1846 Gießen fertigten die Polizisten auch den Männcrtumverein ab Das Ergebnis entspricht allerdings nicht ganz dem Spielverlauf, denn die Männertumer lieferten eine gleichwertige Partie. Sie ließen ledoch zu Spielanfang nicht die notwendige Sorgfalt walten und mußten sich In den ersten zehn Minuten drei Tore gefallen lassen. Den Polizisten kam dabei zugute, daß sie mit dem Wind spielen konnten. Im weiteren Verlaus der ersten Spielhälfte fanden sich jedoch die Turner besser zusammen und stellten den Butzbacher Hüter auf harte Proben. Kurz vor Halbzeit wurde er durch den Gießener Mittelstürmer zur Kapitulation gezwungen. Bald nach Wiederanpslss kam die Polizeimannschaft zum vierten Erfolg. Der Mtv. wurde nun besser und stellte durch schönen Wurf deS Rechtsaußen die alte Tordifferenz wieder her. Der nasse und daher glatte Boden wirkte sich sehr ungünstig auS, und diesem Umstand ist es wohl auch in erster Linie zuzuschreiben, daß weitere Tore nicht mehr erzielt wurden. • Im Endspiel. daS morgen nachmittag » ?■* h'avh /r stattfindet, stehen sich nunmehr daS blcfige Bataillon und die Butzbacher Polizei gegenüber. Wem Sieg und Pokal zufällt, ist.nicht voraus- zusagen. Knapper Ausgang, wenn nicht gar nach "Verlängerung, hat die größte Wahrscheinlichkeit für sich Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. Am kommenden Sonntag stehen von der Leichtathletik-Abteilung der Spielvereinigung 1900 ein Dutzend Aktive* und von der Frauenabteiluirg vier Vertreterinnen im Wettkampf. Man folgt einer Einladung zu den 3. Rationalen Oranien- Kampffpielen, tue der V f. B. Diez veranstaltet. Der Verein verstand eS, sich für die beiden vorausgegangcnen Wettkämpfe eine zahlreiche und gute Klaffe repräsentierende Besetzung zu verschaffen. Und fo werden die 1900er auch diesmal den denkbar schwersten Stand haben. — Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Olympische Staffel um den als Wanderpreis ausgesetzten Goldpokal des Prinzregenten der 1 Riederlande. Die DpielvereinigungSleute, die im Verstärkung von Negativen. Regative, die wegen zu kurzer Belichtung oder fehlerhasfer Entwicklung in den Lichtem nicht genügend Deckung aufweisen, insolgedessen flau und kraftlos wirken, lassen sich gewöhnlich durch Verstärken erheblich verbessern. Dor dem Verstärken müssen die Regative aber gründlich gewässert und von den kleinsten Resten des Flxier- natronS befreit werden, da sonst Flecken entstehen, die die Platten unbrauchbar machen. Im Handel gibt eS verschiedene Verstärker, die sich gut verwenden lassen. Wer indes besonders flaue Regative verwenden muh, bediene sich deS Uranverstärkers. Dieser Verstärker beruht nicht auf einer Verdichtung deS Plattenkorns, fonbem darauf, daß der Silbernicderfchlag ungefärbt und für Lichtstrahlen schwerer passierbar wird. Es werden zwei Vorratslösungen hergestellt, die- nur einige Pfennige kosten: I. 100 ccm Wasser, 1 g Urannitrat, II. 100 ccm Wasser, 1 g rotes Blutlaugensalz. Kurz vor dem Gebrauch mischt man 50 ccm von Lösung I und 50 ccm von Lösung II mit 10 ccm Eisessig. Bei kleinen Platten nehme man die Hälfte dieser Mengen. Das Regativ nimmt in dieser Lösung bald eine braunrote Färbung an, die inS rötliche übergeht. Die Schale ist fleißig zu bewegen. Die Verstärkung wirkt sehr intensiv und darf daher nicht übertrieben werden. Die Platten werden aus der Schale genommen und nur solange gespült, bis das Waster nicht mehr fettig abläuft Durch zu langes Spülen geht die Verstärkung wieder zurück. Richt stark genug gedeckte Regative lassen sich erneut verstärken, zu stark gedeckte dagegen werden in einem Wasfer- bade, das einen geringen Sodazusatz erhält, wieder mit leichter Mühe abgeschwacht. Die gemischte Lösung ist nur kurze Zeit haltbar, verstärkt aber sehr ausgiebig und eignet sich daher insbesondere für Regative, die sehr flau find oder die besonders hart kopieren Jollen. DaS Verfahren ist sehr einfach und die Lösungen sind äußerst billig. Hochschulnachrichten. In Wien verschied der emerit. ordentliche Professor der Mineralogie Hofrat Dr. Bomet Doelter im Alter von 80 Jahren. Der in Westindien als Sohn eines auS ^reiburg stammenden Plantagenbesitzers geborene Gelehrte galt als der bedeutendste Edelsteinkenner der Welt unb ist besonders durch seine chemisch- mmeralogllcheü Arbeiten bekannt geworden A Vorlahre nur ganz knapp von dem Sp.-V. Wiesbaden auf den zweiten Platz verwiesen wurden, wollen diesmal erneut ihr Glück versuchen. Voraussagen lassen sich jedoch keine — auch nicht für Einzelwettbewerbe — treffen. V.f.B. Leichtathletik. Einer Einladung des V. f. D. Diez folgend nimmt der V. f. V. Gießen am nächsten Sonntag an den 3. Nationalen Oranien-Kampfspielen in Diez teil. Wie alljährlich, wird in Diez starke Konkurrenz aus Frankfurt, Wiesbaden, Mainz usw. vertreten sein. Trotzdem sollte es Mohl vom D. f. D. möglich fein, im Kugelstoßen und Diskuswerfen zu siegen. 3a f o b leidet an einer Knieverlehung: es ist daher fraglich, ob er im Hochsprung startet. Ferner sind noch einige Damen gemeldet, über deren Aussichten man nichts bestimmtes sagen kann, da es sich um Anfängerinnen handelt. Leichtathletik im Männertumverein. Bei den am nächsten Samstag und Sonntag in Leipzig stattfindenden deutschen Volks- turnmei sterschaften der D. T. wird auch der Gießener Männerturnverein durch vier Turnerinnen vertreten sein. Es nehmen folgende Turnerinnen teil, die sich durch ihre Erfolge an den Kreismeisterschaften in Hanau die Berechtigung zur Teilnahme an den Endkämpfen um die Deutsche Meisterschaft erworben haben: Else Bickelhaupt am Hochsprung und am Dier- kampf, Erna A l t h a u s am Dierkampf und Tilly E s P a ch ebenfalls am Bierkampf. Außerdem werden die vorgenannten Turnerinnen mit Charlotte Arnend zusammen an der 4X100* Meter-Staffel teilnehmen; da diese Staffelmannschaft mit einer neuen Höchstleistung die Kreismeisterschaft errang, ist es möglich, daß sie auch in Leipzig ehrenvoll bestehen kann. Turner-Schwimmen. Arn vorigen Montag griff die Wasserballmannschaft des Tv. von 1 8 4 6 Gießen in die Gauwasserballrunde ein, nachdem vorher die Spiele durch verschiedene Llmstände ausgefallen waren. Die seit fünf 3ahren im Gau Hessen ungeschlagene Wasserballmannschaft des Tv. v. 1846 Gießen stellte auch an diesem Tage gegen den stärksten Gegner, Tv. Wetzlar, ihr Können unter Beweis, indem sie ihren Gegner leicht mit 5: 2 abfertigte. Man darf wohl annehmen, daß die bis jetzt ungeschlagene Mannschaft des Tv. 1846 auch in diesem 3ahre aus den Wettkämpfen als Sieger hervorgeht, da im letzten. Spiel eine klare äleberlegenheit der Gießener'Mannschaft zu erkennen war. Handball im T. V. Großen-Lmden. Die erste Mannschaft des Tv. Allendorf (Lahn) ist am kommenden Sonntag Gast der ersten Mannschaft des Tv. Großen-Linden. Der Sieg wird wohl den Grohen-Lindenern nicht zu nehmen sein. Südwestdeuischer Tumverband. ' Lahn-Dünsberg-Gau. Am vorigen Samstag fand in Gießen eine Gauausschuhsihung statt, in dec die Turner und Turnerinnen für b'e am 30. und 31. d. M. stattfindenden Dundesrneisterschaften in Remscheid festgestellt wurden. Es werden antreten im Ge- räte-Zehnkampf die Turner Hofmann, Lollar, Römer, Wieseck, und Bender, Rodheim: im Geräte-Turnerinnen-Mehrkampf die Turnerinnen Hildebrandt, Schreiner und Loh, sämtlich aus Wieseck. Der Gau wird ferner in den Leichtathletik-Meisterschaften im - 1500-Meter-Lauf und Weitsprung G r ö l z, Staufenberg, bzw. Schiefer st ein, Launsbach, als Teilnehmer stellen. Der Gauturntag findet vor dem Verbandsturntag Mitte Oktober statt. Kommenden Sonntag findet in Gießen eine Gauspielerfitzung statt. Auf der Tagesordnung stehen: Einteilung des Gaues in Bezirke, Beginn der Derbandsspiele, Schiedsrichterkursus. Wirble ins Leben! Vornan von Anna Fink. Llrheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau, S.-A 21 Fortsetzung. Nachdruck verboten Es war Abend. Die alte Amme hatte den Sessel dicht ans Fenster gerückt. Verträumt sah Barbara in die Pracht des italienischen Himmels. Plötzlich und unvermittelt fragte sie die Alte: »Sie kennen den Conte Malfieri gut?“ „Ach, Signora“, gab die Alte zur Antwort, „so gut wie mein eigenes Kind. Mein Mann war Kastellan hier. Er starb vor zehn Jahren an einem Herzschlag, der Arme. Er war immer etwas zu hitzig gewesen. Cs liegt so in uns." Barbara sagte erst nichts weiter. Rach einer Pause fragte sie: „Ich habe den Grafen nur wenig gesehen in den letzten Tagen. Er scheint sehr beschäftigt zu fein?“ -Soll ich ihn holen gehen?" fragte Iulietta eilig. „Wer nein, das heißt, ich weiß nicht“, wehrte Barbara ab. „Ist der Conte immer so — ungleich? Er scheint ein heftiges Temperament zu haben?" fragte sie dann. Die Amme mußte lächeln. Diese tedesci, diese Deutschen waren seltsame Menschen. „Wissen Sie, Signora, wir Italiener haben etn heißeres Blut, als ihr im Rorden. Was glauben Sie, was mein guter Franchesco, Gott hab ihn selig, für ein Hitzkopf war! Ich brauchte mich über zu wenig Liebe wahrlich nicht zu beklagen, eifersüchtig war er wie ein Mohr! Lind dann, wenn ich mal seinem Freunde ein bißchen zugelächelt habe — er war ein schöner Mensch die Madonna möge mir meine Sünde verzeihen — geriet er so außer sich, daß er mich am Abend schlug.“ „Was?" fragte Barbara und machte entsetzte Augen. „Geschlagen hat er Sie einmal, Signora Iulietta?" u „Ach", die Alte lachte herzlich, „nicht nur einmal — das kam öfters vor. Hinterher war die Liebe um so heißer. In Sizilien ist es viel schlimmer, da sitzt ihnen der Dolch so locker, daß es immer gleich ein Llnglück gibt." „Das ist ja schrecklich!" Barbara war aufrichtig entsetzt. „Sind Sie denn Ihrem Mann untreu gewesen?" Pokalspiele im To. Londorf. Bei dem Spiel in der ^-Klasse zwischen Allen- dorf und Garbenteich wurde auch ein Spieler von der Garbenteicher Mannschaft herausgestellt. Deutsches Tum- und Sportabzeichen. Am nächsten Sonntag ist Gelegenheit geboten, die Prüfung im Radfahren für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen abzulegen. Näheres siehe Anzeige. Arbeiter-Tum- und Sportbund. Belgische Fußballer in Gießen. Für morgen, Samstagabend, hat sich die erste Fußballmannschaft der Freien Turnerschaft Gießen die belgische Meistermannschaft des 0.8. 0.1920 Brüssel zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die belgische Mannschaft, die in stärkster Aufstellung antreten wird, war zweimal belgischer Landesmeister und achtmal Brüsseler Meister; in ihr wirken fünf Spieler aus der belgischen Ländermannschaft mit. Die Aufgabe, die sich die Fußballspieler der Gießener Freien Turnerschaft gestellt haben wird nicht leicht fein, obwohl auch sie in stärkster Aufstellung antreten werden. Vorher werden sich die Iugendmannschaften von Gießen und W i e f e ck im Freundschaftsspiel messen. Leichtathletische Bezirkswettkämpfe. Am kommenden Sonntag finden die diesjährigen leichtathletischen Bezirkswettkämpfe in Gießen auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 statt. Aus diesem Anlaß besteht im Bereiche des Bezirks Spielverbot. Zu den Wettkämpfen haben annähernd 400 Teilnehmer ihre Meldungen abgegeben. Vormittags beginnen die Mehrkämpfe, denen die Vorentscheidungen in den Einzelkämpfen und Stafetten folgen werden. Nachmittags Fortsetzung der Einzel- kämpfe und Entscheidungen in den Stafetten. Darauf Diegerverkündigung. Frankfurter August-Hennen. Bei der letzten Reugeld-Erklärung sind für das in Frankfurt a. M. am 17. August anstehende Alexander-Rennen folgende neun Dreijährige stehengeblieben: Stall Weinberg ließ Gregor, Ladre und Majordomus im Rennen. Da Gregor am Mittwoch im Großen Preis von Köln gestartet wird, ist wohl bestimmt mit dem Start des Derby-Zweiten Ladre und Majordomus zu rechnen. Auch Graditz ist mit Colleoni und Strom schnelle hervorragend vertreten. Wiener Blut, sowie Herakles, Librator und Herodias haben ebenfalls ihr Engagement aufrechterhalten. Im Landgrafen-Rennen ist die Klasse der Zweijährigen stehengeblieben, so daß es hier zu einer Nachprüfung des Rheinischen Zuchtrennens kommt. Immerhin vereinigt dieses Rennen noch 13 Pferde, die sich fast ausnahmslos um den reichen Preis bewerben werden. Gestüt Graditz ließ Priska und Sichel, Stall Oppenheim Adrienne, Oppenheimer Teutsche und Venustra, die Herren Weinberg Ferrari und Pelex die Startberechtigung. Wasserquelle, die wie die vorstehenden hocherprobt ist, sowie Elida, Theseus, Good-Boy und Fandem Derbollftäntigen das Feld. Im Festa-Preis blieben 12 der besten Stuten stehen. Machevoran steht mit 62 Kilo an der Spitze der Gewichte, Galleria, Reale und Rapsodie tragen 54,5, ihnen folgen Delifee 54, Möve 52, Audacia 50,5, Fantasia und Saalburg 48,5, während Mauerzinne, Dido und Ischta 48 Kilo zu tragen haben. Auch hier sollte eine interessante Entscheidung in Aussicht stehen. Für den Schlußausgleich des Tages, das Albert - von - Metzler-Erin nerungs- Rennen, haben 23 Pferde das Gewicht angenommen. An der Spitze steht Peter Sonnenschein mit 64 Kilo. Auffallend stark vertreten sind die Westdeutschen mit Chevalier 62,5, Pollhduck 62, Feudal 61, Pralinee 61, Sturmbock 59,5. Der Schweizer Karlin, der bereits in diesem Jahre hier siegreich war, erhielt 56,5, auch Tauperle, die 50,5 zu tragen hat, findet hier eine günstige „Nein, das nicht gerade. Aber mein Gott, ich war schön, alle Männer im Dorf sahen mir nach und schenkten mir Blumen. Da verliebt man sich schon hin und wieder mal ein wenig und kokettiert mit dem oder jenem. Da ist nichts Böses dabei. Man freut sich, wenn andere sich über einen freuen. Mein Franchesco brauchte sich nicht zu beklagen. Ihn habe ich immer am meisten geliebt." Die Alte schwieg, und Barbara dachte nach. Lind auf einmal fragte sie Iulietta ganz unvermittelt: „Haben Sie ihm das auch gesagt?“ „Ja, Kind." Die Gefragte sah mit ihren großen dunklen Augen Barbara, die gespannt auf ihre Antwort wartete, aufmerksam an. „Als wir schon lange verheiratet waren und Kinder hatten, wohl. Aber zu Anfang hatte ich Franchesco lieb und wollte ihn gern zum Mann. Ich hätte mir aber eher die Zunge abgebissen, als auch nur einen Ton gesagt. Ich hab's so eingerichtet, daß ich oft mit ihm gearbeitet habe und wir hier am Schloß beide angestellt wurden. Da hat er sich in mich verliebt, und da hab ich erst noch eine Weile die Stolze gespielt. Da wurde er aber ganz wild und verlangte mich zur Frau. Ich hab's ihm später erzählt, als wir ältere Leute waren und unsere Tochter heiratete. Da hat er gelacht und sich gefreut.“ Barbara sah da und staunte die schlichte Frau an, die so lächelnd und selbstverständlich über solche Dinge sprach. Schmerzhaft stand der Augenblick vor ihrer Seele, als sie Reginald Contius ihre Liebe angetragen hatte. Wie verkehrt, wie töricht hatte sie sich benommen. Ihre Schuld war es gewesen, daß dann alles zwischen ihnen entzwei gegangen war. Die Italienerin, die Frau des einfachen Volkes, hatte mehr selbstverständliche Lebensklugheit als sie, die gebildete, reiche grau. Sie ergriff die verarbeitete Hand der Frau und drückte sie warm. „Ich danke Ihnen für das, was Sie mir eben er3äf)It haben, Signora Iulietta", sagte sie herzlich, „ich habe eben sehr viel gelernt." Die Frau sah sie erstaunt an. „Es ist doch so , sagte sie nur. Tags darauf aß Barbara das erstemal mit dem ®onte zusammen auf der sonnendurchfluteten Veranda. Iulietta bediente die beiden mit schweigender Aufmerksamkeit und so viel Sorglichkeit, als seien sie ihre Kinder. Aber sie aß nicht mit am Tisch. Tlie im Leben hätte sie das getan. Situation. Am Ende der Skala stehen sieben Pferde mit 48 Kilo, darunter Pedro, Avalun, Patrella, Gafrille und Goldne Rose. Tennisländerkampf Deutschland — England unentschieden. Nachdem das Tennis-Ländertreffen zwischen Deutschland und England auf den Plätzen des Blau-Weiß-Clubs in Berlin am Mittwoch mit dem Stande von 5:5 Puntten unterbrochen wurde, konnte jedes Land am Donnerstagmorgen je einen Sieg für sich buchen, so daß der Länderkampf mit 6:6 Punkten unentschieden ausging. Die deutsche Meisterin Cilly Äußern hatte ihre Form wiedergefunden und schlug die Engländerin Mrs.Watson 6:4, 6:3. Dagegen verlor das deutsche Doppelpaar Frl. R o st - Peitz gegen das englische Paar Mrs. Hah- lock-Mudford glatt 1:6, 0:6. Oberheffen. Sängergau Vogelsberg-Süd. r Stockheim, 13. Qlug. Der Vorstand des Sängergaues Vogelsberg-Süd, erweitert durch die Vorsitzenden der Llnterbünde, beschäftigte sich in seiner hiesigen Sitzung mit Angelegenheiten des Gaues im kommenden Geschäftsjahre. Nach Aufnahme des Sängerbunds „Mittleres Niddatal" zählt der Gau vier Llnter- bünde mit insgesamt 55 Vereinen, denen 1600 Sänger angehören. Der Gausängertag soll am 7. September in Nidda -ftattfinten. Für den durch Wegzug ausgeschiedenen 1. Vorsitzenden Ströhinger, Ober-Lais, wird eine Ersatzwahl vorgenommen. Die Vorbereitungen für das im Jahre 1931 stattfindende Gauwertung s- fingen werden in Angriff genommen. Lieber Ort und Zeit beschließen die Qkrtreter der Gau- vereine. Lim die Gefahr eines Defizits beim Gauliedertag zu beseitigen, soll der Eintrittspreis (einschl. Liedertext) pro Sänger auf 40 Pfennig erhöht werden. Der Sängertag soll über diesen Antrag entscheiden. Mit Befriedigung wurde davon Kenntnis genommen, daß der Gau Vogelsberg-Süd mit zu den Gauen zählt, die am pünktlichsten ihre Beiträge an den Hess. Sängerbund abführen. Gleichzeitig wurde die Anregung ins Auge gefaßt, auf dem Bunkesfest zu Frankfurt 1932 eine öffentliche Kundgebung durch den Gau zu veranstalten. Landkreis Gießen. g Klein-Linden, 14. Aug. In unserer Gemeinde befinden sich zur Zeit 60 Arbeitslose, worunter zehn Ausgesteuerte zu verzeichnen sind. Die verheirateten ausgesteuerten Erwerbslosen werden von der Gemeinde unterstützt, und es entstehen der- selben hierdurch größere Aufwendungen. Um das Los der Erwerbslosen zu erleichtern und soviel wie möglich Arbeitsgelegenheit zu schaffen, wäre es sehr zu wünschen, wenn endlich im kommenden Herbst mit dem dringend notwendigen Bau der Wasser- leitung und Kanalisation begonnen würde. Kreis Friedberg. * Butzbach, 15. Aug. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 560 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Die Preise beliefen sich für sechs Wochen alte Ferkel auf 25 bis 30 Mark, sechs bis acht Wochen alte 30 bis 35 Mark, acht bis dreizehn Wochen alte 35 bis 42 Mark. Der Handel war rege, jedoch verblieb Ueberstand. Kreis Schotten. O Rudingshain, 14. Aug. Unsere Volksschule feierte am vorigen Montag ihr Jugend- f e st. Giinige Liedervorträge des hiesigen Männer- gesangoerelns und der Oberklasse, sowie zwei kleine Sprechchöre versetzten zunächst in deutsches Land am Rheine. Unter dem Leitgedanken „Der Rhein, Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze!", würdigten Bürgermeister Hartmnnn und Lehrer Schwarz die Räumung des besetzten Ge- biets. Im zweiten Teile der Veranstaltung zeigten die Schüler der Ober- und Unterklasse turnerische Vorführungen, Reigen, Spiellieder und allerlei Scherzspiele. Durch das Entgegenkommen unserer Ortsverwaltung war es auch in diesem Jahre möglich, an alle Schüler Brezeln und kleine Preise zu „Denken Sie noch an unsere erste gemeinsame Mahlzeit?" fragte der Conte scherzend und fuhr fort: „Ich bin glücklich über Ihr Kranksein, das Sie zu einem Heben Gast meines Hauses gemacht hat. Vergessen Sie nicht, daß Sie alles hier als Ihr Heim betrachten müssen und daß ich Ihr erster Diener bin.“ Er hob sein Glas und sah Barbara so heiß in die Augen, daß sie sie betroffen niederschlug. Er stürzte rasch den dunkelroten Wein hinunter und rief: „ Aber Sie müssen trinken, Signora, das ist eigener Wein — er gibt Ihnen Kraft!“ Gehorsam nahm sie ein paar Schlucke, und es verschwand etwas die Llnsicherheit, die sie so leicht in Gegenwart des Grasen befiel. Nach Tisch führte der Conte Malfieri Barbara in den Garten und zeigte ihr seine Besitzung. Sie freute sich an den wunderbaren Rosen, den gepflegten Wegen, den alten hohen Pinien, die dem Besitztum den südlichen Charakter verliehen. „Wie »schön ist es hier!" sagte Barbara. Er hatte ihren Arm auf den seinen gelegt, um sie zu stützen, wie er lächelnd sagte, als er ihren Widerstand bemerkt hatte. Langsam schritten sie weiter. Voll Stolz zeigte er ihr einen seltenem Rosenstock, an dem eine einzige Marschall-Niel-Rose von so wunderbarer Pracht blühte, wie Barbara sie noch nie gesehen hatte. Zärtlich glitt seine Hand darüber. „Meine verstorbene Mutter pflanzte die Rose selbst und liebte sie besonders, deshalb ist sie ein teures Andenken für mich. Gefällt sie Ihnen, Signora?" Barbara nickte und freute sich an dem süßen Duft. Er zog ein Messer hervor, und ehe Barbara Einspruch erheben konnte, hatte er die herrliche Rose geschnitten und überreichte sie ihr. „Aber, Graf!" rief Barbara, „das hätten Sie nicht tun dürfen, — sie sah am Stock so wundervoll aus!" Er machte eine lässige Handbewegung. »Sie müssen die Rose anstecken, das ist noch viel wundervoller." Sie gingen weiter. Er hatte wieder seinen Arm durch den ihren geschoben und führte sie sorglich ins Haus zurück. Barbara wehrte sich nicht dagegen, aber sie war ängstlich bemüht, daß ihr Körper den seinen nicht streifte. Der Graf schien nichts davon zu bemerken. Er plauderte liebenswürdig über belanglose Dinge, erzählte kleine Anekdoten von feinen Reisen. verteilen. Zum Schlusie schilderte Lehrer Schwarz in treffenden Worten die großen Verdienste der nebenamtlichen Handarbeitslehrerin M. Straub, die seit dem 1. August aus dem Schuldienst ausgeschieden ist. Länger als drei Jahrzehnte hat sie gewissenhaft ihren Dienst an der hiesigen Volks- schule versehen. Darum beabsichtigen Schul- und Gemeindeverwaltung ihr zu Ehren demnächst eine Feier in kleinerem Kreise zu veranstalten. Kreis Alsfeld. =er. Homberg, 13. Aug. Die hiesige Schützengilde, ein Kleinkaliberschützenverein, ist Mitglied des Verbandes Hessischer Kleinkaliberschützenvereine sowie des Reichsverbandes Deutscher Kleinkaliberschützenverbände. Sie beteiligte sich an dem Reichswettkampfe und stellte eine Mannschaft von acht Schützen, von denen jeder fünfzehn Schuß in den drei verschiedenen Anschlagsarten abgab (stehend, kniend, liegend). Dabei erzielte die Mannschaft ein gutes Resultat; ihre gesamte Ringzahl betrug 1041, so daß auf jeden Schützen durchschnittlich 130 Ringe kamen. Daß die Schützengilde auf der Höhe steht, beweist die Tatsache, daß sie im vorjährigen Wettkampfe einen Preis von dem Reichspräsidenten erhielt, bestehend in einer Plakette- aus Bronze. Preußen. Großfeuer im Taunus. WSN. Ufingen, 14. Aug. 3n ter D r an b- obernborfer Leder- und Treibriemenfabrik Luckhaus AG. brach gestern abend ein Feuer aus, das, durch den herrschenden Wind begünstigt, bald den Dachstuhl und das Obergeschoß in Asche legte. Der Chauffeur der Werke, der den Brand bemerkte, alarmierte die Drandoberndorfer Feuerwehr, die aber des Feuers nicht Herr werden konnte. Man forderte daher die Nachbarfeuerwehren an, und als schließlich auch das Maschinenhaus und ein großer Schuppen mit Lohvorräten von dem Feuer bedroht tourten, mußte aus Wetzlar die Feuerspritze herangezogen werten. In dem Gebäude» lagerten für mehrere Millionen Mark Vorräte, von denen aber ter größte Teil gerettet werten konnte. Gegen 2 Uhr nachts war barm bas Feuer auf seinen Herb beschränkt. Kreis Biedenkopf. (p Weidenhausen, 14. Aug. In ter Nacht -um vorigen Montag ermahnte ter hiesige ßanbjäger mehrere lähmende Burschen zum ruhigen Nachhausegehen und untersagte die nächtliche Ruhestörung. Die Störenfriede beleidigten jedoch den Beamten und griffen ihn mi t Steinen und Holz stücken an. Nach mehreren vergeblichen Bemühungen und Warnungen gab ter Landjäger in seiner Bedrängnis zwei Schreckschüsse ab. Als man weiter auf ihn einbrang unb ihn bewarf, feuerte ter in Notwehr befinbliche Beamte zwei scharfe Schüsse auf die Angreifer ab und verletzte den einen durch einen Lungen st eckschutz schwer, so daß ibie sofortige Lieberführung in bie Klinik erforterlich war; etn anderer erhielt einen Schen- kelschuh. Ein gerichtliches Nachspiel wird natürlich die Folge fein. Kreis Marburg. ][ Marburg, 14. August. Der heutige Schweinemarkt stand unter dem Zeichen des regnerischen Wetters. Trotzdem entwickelte sich bei einer Zufuhr von 690 Tieren ein sehr flottes Geschäft. Cs kosteten 6 Wochen alte Ferkel 25 bis 30 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 30 bis 35 Mk., 8 bis 13 Wochen alte 35 bis 45 Mk. unb Läufer 45 bis 60 Mk. das Stück. Der Markt tourte nahezu geräumt. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 14. Aug. Am Mittwochabend wurde ter 1911 geborene Schreiner Otto Schmidt, Stiftstrahe 16 wohnhaft, mit drei anderen jungen Burschen von dem Kaufmann Helmuth Herrmann, Ehseneck- Straße 20 wohnhaft, im Garten seines Vaters beim Obstdiebstahl betroffen. Herrmann führte die Burschen zum Toreingang des Hauses und wollte die Polizei benachrichtigen, als ew von den Burschen bedroht wurde. Er zog seinen Barbara hörte nur halb zu. Sie hatte stets ein bedrücktes Gefühl, wenn sie mit Malfieri zusammen war, unb wußte nicht, weshalb. Es war vielleicht noch die eben überstandene Krankheit, bie sie so unsicher machte. Sie war ärgerlich über sich selbst. Malfieri war so aufmerksam und zurückhaltend, von so viel Güte und Zartheit, daß sie sich doch wirklich nicht über ihn beklagen durste. Gr hatte sie noch nie nach irgend etwas gefragt. Sie fühlte, daß es eigentlich ihre Pflicht sei, ihm etwas über ihre Vergangenheit zu erzählen, ihm ihren Namen zu nennen. Schließlich durfte sie seine Ritterlichkeit und sein Vertrauen, das er ihr bedingungslos entgegenbrachte, doch nicht auf eine zu harte Probe stellen. Aber irgendwie hatte sie Angst davor, ganz gemeine und feige Angst. Cs war ihr, als liefere sie sich ihm bedingungslos aus, wenn sie ihm alles sagte. „Äebster Freund", sagte der Dottore Vomero einige Tage später, als er Barbara nochmals eingehend untersucht hatte, „dein Schützling hat fich jetzt so weit erholt, daß meine Besuche bei ihm überflüssig geworden sind. Die junge Dame hat sich fabelhaft erholt. Mein Kompliment über eure gute Pflege hier oben!“ „So, so", sagte Malfieri zerstreut. „Haft du dich mal mit ihr des Näheren unterhalten?" „Nicht weiter", gab der Freund zurück. „Ich spreche fremde Sprachen so jammervoll, daß ich mich knapp übers Wetter unterhalten kann, und ihr Italienisch ist auch noch lückenhaft." „Schade", sagte der Graf. „Wie gefällt sie dir sonst?" „Gut", sagte der Dottore trocken, „wie einem eben die Freundin des besten Freundes zu gefallen hat. Sozusagen eisgekühlt, na ja! Willst du sonst noch etwas wissen?" Der Conte mußte lachen. „Willst du das nicht etwas näher erläutern, he?" sagte er mit gutmütigem Spott. „Sieb dich mit der Deutschen vor, weiter sage ich nichts!" brummte der Dottore. „Ich weih wirklich nicht, was du hast", rief bet andere ärgerlich. -.Nun ja, bann ist ja alles in Ordnung", sagte der Arzt höflich. „Ich muß fort, verzeih, ein Kranker wartet auf mich." Damit verschwand er eilig. »Ein verrückter Kauz", dachte der Graf. „Ich werbe schon herausbekommen, was er hat." Pfeifend ging er in den Garten. (Fortsetzung folgt.) 2Ut)o!ötr, worauf Schmidt ihm auf die Hand schlug, so dah sich ein Schuh löft «, der Schmidt in die Herzgegend traf. Schmidt lief noch eine kurze Strecke davon und brach bann t o t zusammen. Kirche und Schule. -xz Niederkleen, 11. Aug. 2m Sonntag feierte unser« Gemeind« ihr diesjähriges M isst onsse st. Die Jestpredigt hielt Missionar Schäfer (Acuten). In der Nachversammlung sprach zunächst der Ortsgeiftliche Pfarrer Kulk« ein herzliche» Gruhwort an die Jcstversammlung und dann über die Pflicht der Kirch« zur Heidenmission. Der -weite Festredner. Missionar Link von der Barmer Mission, berichtete von der Mission»arbeit aus Sumatra. Der Ertrag der Missionsbüchsensommlung betrug 287 Mk. Da» Fest war umrahmt von Musikvorträgen de» PosauncnchorS Lang-Gön- unter Leitung von Karl Boller. Wirtschaft. • Don der Frankfurter Börse. 2b 15. August gelangen 10 Millionen Mark Sprozen- tige Badisch« Kommunal-Goldanteih« von 1930, Au »gäbe I der Badischen Kommunalen Landesbank ^Girozentrale). Oeffentlich« Bank- und Pfandbrefanstalt in Mannheim zur Notierung. — Für die infolge der Fusion mit der Hotever- kohlung»industrie-2G., Konstanz, neugeschaffenen 6 Millionen Mark Stammaktien der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt vorm. Roehler, Frankfurt a. M. ist Antrag auf Zulassung an. der Frankfurter Börse gestellt worden. • 2u»landauftrag für Deutschland. Zwischen der portugiesischen Regierung und Grün 8t Bilfinger 2V. In Mannheim ist ein Beitrag über den 2u»bou de» Hafen» von Lobito (Westasrika) abgeschlossen worden. ES handelt sich um ein Objekt von 4,1 Millionen Mark. • Aktienumtausch Scheide anstatt — Holzverkohlung. Infolge der Fusion der Holzverkohlungs-Industrie 2®. mit der Deutschen ®old- und Silber!cheideanstalt vorm. Roehler, Frankfurt a. M. werden bi« 2ktionäre der HolzverkohlungS-Industrie 2®. nunmehr ausgefordert. ihre 2kti«n *um Umtausch etnzureichen. Bekanntlich werden auf 300 Mk. Holzverkohlung»- 2ktien 200 Mk. Scheideanstalt-Aktien mit halber Dividendenberechtigung für 1929 30 gewährt. Ni« Lieferbarke t der neuen Stammaktien d.'r Scheide- anstalt an der Frankfurter Börse ist beantragt worden. • Endgültig« Stillegung de » Kaliwerke» Vienenburg. Die Deneraldirektion der Preussag hat der KaliprüsungSstelle die unwiderrufliche Erklärung abgegeben, dah sie die Wiederherstellung dn von dem bekannten Wasserrinbruch betrofsenen Dergwerksanlagen Bienenburg II und Rörigtschacht für unmöglich Kält und dies« 2nlagen bi» 31. November 1953 stillegt. Mit der Ueberführung der Materialien und benötigten Maschinen an andere Werke der Preussag ist begonnen worden. Die Fristbestim- mung bi» 1953 erklärt sich au» den Bestimmungen de» KaligesetzeS. frankfurter Börse. 3 r a n r f u r t a. M. 15. Aug. Tendenz: schwächer. Die Dochenschluhbörse eröffnete enttäuschend. Die Spekulation war mit Material an den Markt gekommen, wozu vor allem wieder die gestrige Neu» Yorker Börse beigetraaen haben dürfte. Aber auch die weiter ungünstige Lage in der Eisen, und Stahlindustrie trug zur Zurückhaltung bei. Bei geringer Aufnahmelust und den wieder kleiner gewordenen Ordereingangen ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse Abschwächungen bis xu 2 v. H. Am Zellstoffmarkt kam Material in größerem Um fange heraus und beeinjluhte die Tendenz ebenfalls nachteilig. Zellstoff Waldhof eröffneten 3,5 v. S). niedriger. Aschaffenburger Zellstoff dagegen waren fut behauptet. Bei schwächerer Tendenz war die lmsatztätigkeit sehr bescheiden. Don Ehemiewerten verloren Ci.«®.-Sorben 2 v. H., dagegen waren Deutsche Erdöl gut behauptet. Der Elektromarkt wies durchweg geringe Kursverände- rungen auf, die bis zu 1,25 v. H gingen. Gut bekanntet eröffneten noch Deutsche Linoleum. Das Ge- schäft war auch am Montanmarkt äußerst gering. Es kam vorläufig nur eine Erstnotiz in Phönix zustande, die kaum verändert war. Kalipapiere lagen um 2,5 v. S). schwacher. Schiffahrtsaktien wenig ver- ändert. Don Bankaktien wurden Reichsbank zirka 3 o. H. schwacher taxiert. Die übrigen Werte dieses Marktes waren knapp gehalten, während sich für Bayerische Hypothekenbank etwas Interesse bemerk- bar machte. Deutsche Renten lagen zumeist leicht ge- drückt. Für Ausländer bestand etwas mehr Nachfrage. 3m Verlaufe gaben die Kurse unter dem Druck der Geschästsstille um erneut bis zu 1,5 v H. nach. Es machte sich später vereinzelt Nachfrage bemerkbar. so dah da» Anfangsnioeau meist wieder erreicht wurde. Zum heutigen Medio war Tagesgeld mit 4 o. H. gesuchter. Am Devisenmarkt lag Madrid weiter schwach Man nannte Mark gegen Dollar 4,1870, gegen Pfund 20,3950, London gegen Kabel 4,8715, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,99, gegen Madrid 45,20, gegen Schweiz 25,0425, gegen Holland 12,0890. Berliner Börse. Berlin, 15. Aua. Die heutige Wochenschlust- börse eröffnete in überwiegend etwa» schwächerer Haltung und mit KukSrückgän- g c n von etwa 1 bi» 2 Proz. Schon vormittag» lösten der matte Lchluh der gestrigen Neuyorker Börse, der Rückgang der Beschästigung-quotc in ber Eisen- und Stahlindustrie auf 50 Prozent im Iuli, d.e Ermäßigung der Eisenpreise in England, da» weiter unbefriedigende Röhrengeschäst und die Einlegung von s^ierschichten bei den Bereinigten Stahlwerken eine gewisse Unsicherheit au». Zu den ersten Kursen verstimmte dann noch die Erörterung der innerpolitischen Lage, die einige Berliner Blätter angestellt hatten, und auch die gestrige pessimistisch«! Rede ®eheimrat Hugenberg» fand Beachtung. Im allgemeinen war das herau»kommende Material relativ gering, doch fand die» auf dem etwas ermäßigten Kursniveau ziemlich schlank 2ufnahme. 2m Montanmarkt gelangten noch neue Kauforder- zur 2usführung, so dah der Abschlag hier etwa» geringer war. Heber den Rahmen von 2 Prozent hinau» betrugen die Derluste bei Braubank, Reichsbank, Salzdetfurth, Siemens, Schubert 8t Salzer, Berger und Spritwerten bi» zu 3 Proz.; Polyphon hatten mit minu» 5 Prozent den stärksten Rückgang auszuweisen. 2nderseits lagen Stolberger Zink, Felten, Lahmeyer, Aschaffenburger Zellstoff und Iunghan» 1 bi» 2,25 Proz. gebessert. Deutsche Anleihen waren nicht ganz einheitlich Ausländer uneinheitlich Der Pfandbriesmarkt war noch ohne Geschäft. Der Geldmarkt war zum Medio weiter versteift. Tagesgeld 3 bi» 5 Proz., nur noch vereinzelt 3.5 Proz. Die übrigen Sähe blieben unverändert. Nach den ersten Kursen blieb da- Geschäft ruhig, und die Beränderungen hielten sich in engen Grenzen. Die Tendenz war uneinheitlich Demberg wurden, wohl auf Abgaben der Amsterdamer Arbitrage, verspätet mit minu» 2.5 Proz. gegen gestern festgesetzt. Im übrigen waren nur Hackethal minu» 1,5 Proz. und Lhade- aftien minu» 3,25 Mark, die gleichfalls verspätet festgesetzt wurden, mehr al- 1 Prozent verändert. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 14. Aug. An den Grundlagen des Produktenmarktes hat sich gegen gestern kaum etwas geändert. Die schwächeren Meldungen von Ueberfec blieben hier ohne Eindruck. Das In- landangebot von Weizen und Roggen ist weiterhin ausreichend. Weizen findet bei den Mühlen und zur Umladung nach dem Rhein zu gestrigen Preisen ilnterfunft. die Qualitäten sind jedoch schwer unterschiedlich. In Roggen zur prompten Derladung erfolgten erneut kräftige Stühungs- fäufe zu unveränderten Preisen. Am Lieserungs- marft hielten sich die Preisverschiebungen für Brotgetreide im Rahmen von */3 Mark. 'Weizen- und Roggenmehle baten bei unveränderten Müh- lenofferten Geschäft für den lausenden Bedarf. Hafer liegt ruhig Infolge der zumeist unbefriedigenden Qualitäten von Neuhascr greift der Konsum verschiedentlich wieder auf alte Ware zurück. Am Gerstenmartt gehen die Preise infolge der unterschiedlichen Qualitäten stark auseinander. Mittlere und geringe Sorten bleiben schwer verkäuflich Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer. 245 bis 249 (fest), Sept. 262 bis 262,50 (Geld). Ott. 264 bis 265,50 (Geld), Dez. 271 bi« 272,50; Roggen, märkischer, 161 (befestigt), Sept. 172 biS 173, Oft. 175 bis 176, Dez. 185 bis 186,50; Gerste 210 bis 230 und 183 bi» 198 Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für bi« Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die SchachredakNon de» „Siebener Anzeiger»" Problem Rr. 272 Do» 2. Burmeister, Reval. 2. Prer» „Tägliche Rundschau". Berlin. 8 6 5 3 4 2 1 & h 8 7 6 5 4 3 2 d e Weitz. Schwarz, d e e h a b a b Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: 7 Stein«. Kf8; Db3; Lg7; Sb8, etr. Bb7, e7. Schwarz: 6 Stein«. Kd6; T»5; Lf7; Sh5; Bc5, d4. 3m folgenben zwei Partien vom Pfingst- fongreb zu Bad Sm». Partie Nr 200 3m Meisterschaft-turnier am 6.3uni 1930 gespielt. Indisch. Weih: LempeliuS, Neuwied. Schwarz: Dr. Bechstedt, Wetzlar. 1. d2-d4 1. Sg8-f6 2. c2 —c4 2. g7-g6 3. Sbl -c3 3. Lf8-g7 4. e2-e4 4. d7-d6 5. Lfl -e2 5. Sb8-d7 6. Lcl-e3 6. 0-0 7. Le2-f3 7. e7-e5 8. Sgl-e2 8. e5xd4 9. Le3xd4 9. Tf8-c8 10. 0-0 10. Sd7-e5 11. Ld4xe5 11. Te8xe5 12. Se2-f4 12. *7-*6 13. Tfl-el 13 Sf6 - d7 14. Ddl-c2 14. Te5-g5 15. Sf4 - 63 15. Tg5-c5 16. Sc3-d5 16. Sd7-c5 17. Lf3-e2 17 Lc8xh3 18. g2xh3 18 Dd8-g5+ 19. Kgl-hl 19. Tc5xd5 20. f2-f4 20. Dg5xf4 21. c4xd5 21 17-f5 22. Tel-gl 22 Ta8-e8 23. Tal-fl 23. Df4-h4 24. Dc2-b3 24. Se5-d7 25. Db3-f3 25 Sd7-c5 26. b2-b4 26. Sc5-e4 27. Tgl-g2 27. D64-66 28. Df3 — f4 28. 066x63 29 Tf 1 — f3 29. Lg7-h6 30. Df4xf57? Ein grobes Berschen, das die Partie, die sonst noch verteidigung-sähig war, wegwirft. 30..... 30. Dh3xg24- 31. Khlxg2 31. g6xf5 32. Tf3xf5 32. Te8-f8 33. TfSxfB-f- 33. Kg8xf8 und Schwarz gewann im 41. Zuge. 3m Hauptturnier am 9. Juni 1930 gespielt. Aljechl*.Verteidigung. Deitz: Dr. Rothschild, Frankfurt a. M. Schwarz: Drescher. Hana». 1. e2-e4 2. Sbl-c3 3. e4xd5 4. d2-d4 5. Sgl -13 6. Lfl-d3 7. *2-13 8. Sc3-e2 9. Se2-g3 10. 0-0 11. c2-c3 12. Tfl-el 13. S13-e5 14. Se5xd7 15. Sg3-h5 16. f2-f4 17. Ddl-c2 18. De2xe6+ 19. TelxeC 20. b2-bl 21. b4xc5 22. c5xb6 23. Te6-e5 24. Til-*2 25. f4xe5 26. Kgl ^f2 27. h2-h4 28. T*2-e2 29. g2-g4 30. b4-h54- 31. Ld3xf5? 32. Kf2-g3 33. Te2-h24- 34. Th2xh6-p 35. e5-e6 36. Lei -g5 37. e6-c7 38. Thöxbö 39 Tb6-e6 40. Kg3xg4 41. KC4xt5 42. KI5xg5 Aufgegeben. I. Sg8-f6 2. d7-d5 3. Sf6xd5 4. e7 - eö 5. Lf8-e7 6. 0-0 7. b7-b6 8. 1x8-67 9 Sb8-d7 10. c7-c5 11 1*8-cS 12. DdS-c7 13. Le7-d6 14. Dc7xd7 15. f7-f5 16. c5xd4 17. g7-g6 18. Dd7xc6 19. Ld6-c5 20. d4xc34- 21. g6> h5 22. *7xb6 23. Tc8-e8 24. TeSxe5 25. Kg8-g7 26. Kg7-g6 27. Ti8-aa 28. 67-66 29 65Xg4 30 Kg6> h5 31. T*S-fS 32. 1(6x15 33. Kh5 -ß6 34. Kg6-g7 35. 115-11 36 c3-c2 37. Sd5xe7 38 TU -bl 39. Se7-15+ 40. Tbl-gl-b 41. TglXß5> 42. c2-Dcl+. Lösung de» Problem» Ur. 269. Don N. Rutberg. 1. D*5-*4! (Droht 2. Dc2+ usw.) 1...... Ke4-13 2. D*4-c2 usw. 1......Kc4 -15 2. Da4 —c6 usw. 1......Ke4-d5 2. Da4-d7+ usw. 1....., Ke4-d3 2. Da4-dl + usw Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Fröhlich Pfalz ... In einer Weinwirtschaft in der Pfalz hatte sich ein Gast eine Flasche Selterswasser bestellt. Beim Ocffnen stellte er sich etwas ungeschickt an, so daß das heraussprudelnde Wasser einem gegenübcrsitzen- den echten „Weinpfälzer" ins Gesicht traf lieber sein Mißgeschick erschrocken, entschuldigte sick) der Pecb- oogel. Worauf er zur Antwort erhielt: „Regen Sie sich nor net uff! Des isch gar nit so schlimm, do war noch Glick dabei; ins Maul ist m er n i $ lumme!’ Eignungsprüfung. In Prag soll dieser Tage eine Eignungsprüfung für Aerzte stattgefunden haben. Eine der Prusungsmethoden war. ein Meller auf einem schmalen, langen Strich entlang zu ziehen, ohne recht- und link» abzuweichen. Bei Abweichungen ertönte ein Klingelzeichen. Fast alle Prüflinge versagten. „Können Sie es, Herr Professor?" fragte man einen langjährigen Chirurgen. »Nein. Aber ich habe es auch nicht nötig." „Warum nicht?" „M eine Patienten haben Gott sek Dank feine Klingel." (Lust. Bl.) (stetig),- Hafer, märkischer, 181 bis 192 (fest), Sept. 178,50 bis 179, Oft. 182 bis 183,25 (Geld). Dez. 188,50 bis 189; (100 Kilo): Weizenmehl 29,50 bi» 37,50 (willig); Roggenmehl 23,75 bis 26,25 (fester); Deizenrleie 9,60 bis 9,85 (fester); Bik- toriaerbsen 27 bis 32; kleine Speiseerbsen 24 bi» 27; Futtererbsen 19 bis 20; Peluschken.21 bi- 23; Ackerbohnen 17 bis 18,50; Wicken 21 bi» 2350; Rapskuchen 10,60 bi- 11,60; Leinkuchen 18 bi» 18,70; Trockenlchnitzel 8,40 bi- 9,20; Sojaschrot 14,60 bi- 15.40; Kartoffelflocken 15,80 bi- 16,50; (50 Kilo): Speisekartofseln, weiße 2.20 bis 2,50; Odenwälder blaue 2,60 bi- 2,80; andere 3,10 bi» 3,30. Allg Tendenz: behauptet. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Lombardzinsfutz 5 v. H Iranfnin a Dl 2kr1in Krankten a. JJ1 Berlw für« | l»U>r» Jtnrt crdilui» 6nlOT4» für# i«Ubr« Nur« 6Llu6» für« lOnfaa» Nur« für« Für« Patern 14. B. 15 •- 14. 15. k- Oatum 14 b. 15 «. 14 8. 15 b. b% Kuiiax »ciajwuutux 37,75 V«imDutp.emcn!ü tatei ... 90 88.9 h.7" 88.75 ren 1917 ....... — — i-arrbura-SOt.in- Tütnrfldiifl . b — 147,5 7% tratidw RridjKmlrtlx 101.75 ('anla raepfldnfl . . . 10 — — _ ron 1W9......... — • «inbbfunAer Ulcob.....f S9.5 89.25 89.9 89.25 teutitbe enL-«N»l.-S4uft mii 59,9 tnigrmfine Tfurld?« CrrbhanlL io 106 106.25 106,5 «u*lo|.-Xrd)ttn....... 60 — 60,1 Sarmer Sankvrrein 10 115.25 115 115,25 115 obne ÄuMet-Rrdltf • • 7.9 7,7 — 7.6 Berlinrr fctanbfUaeifUlcba»t . 13 141 140 141.9 141 8% vol»fiant Bon 19t9 94,4 kommen hb» i'nDar.iöanl . 11 128.75 128.25 128.75 128.25 itüAabl». 107%)..... — r arm «radier unt Ta'irnalbanf li 181 180.5 F79 Cbetbrflen Ttoolnj • «nlefte mi 59,25 Imtidw Bank und In 41ol.-8t erbten...... — — — ttKont».<>ffeu|(6ati, ... 10 123.4 122.75 123.5 123 TeutW komm. 6ammelaN. 50 9 Trefdoer Cant ...... 10 124 123.5 '24.75 123.5 Sorto 1 ... 8% rttanH. Pvv.-Vant ®olbpte — d- ** 9kei»«dank........U - - 240.75 237.75 l(H XIII unten bbat M 18M . . — * — es«............s 136,5 135,25 136.13 135 7% Rtanfl. vor -Bank »ofbplr unten bbar H« 1938 ..... Bergmann.........9 166.5 165 96 — — — ^Utn. Lie»erung4geieIIILatt. 10 — 122.4 123 «bftntldx Hvp.-Vank 87,05 L'nti und »ra'l . . 10 132.5 131,75 132.25 131 V::u. ....... — _ _ 97.5 97 96,5 97.75 8% Pt. 8anbe4pfantbrie|anÄalt 101,25 »elfUtoatl für ®ettrtd)f Planddriele «. 17..... — — — Untemebnungen ... 10 134 _ 134 133,5 8% Br 8anbe«rlimr6ttf,mfta!t Hamburger Lretrrijilärt-Serie 10 _ 130 128,5 8omm^C6l. 5'. 80...... T% Br öandf olanddNekanktell. — — ■Sbetnh&e »ehrnttäi .... 9 _ _ 125 5d)leftfdx t-ehruitti. ... 10 _ _ 127.5 126,75 ffan ebnete IL 10...... 97 — * —* z diuden Ä Jo. .....11 144,25 147,25 148,5 147,25 abg. 8.....«... 8 — — 108 107,5 Vafcairpet* le.. i . . . . 10 151 — 151 152.4 4% CfOfTTttcfino# »etotrnte . 4,80% Cfttmlcfcd^e €dbftrfn» 4% Ct ft ent tditliSe (hnbeitildy 26,4 — — TeuriLe Ürdül ....... »>enrt Lrernkedie......t 51.25 — 70,5 57,5 70.5 56,75 70,5 e% U«g«rt1dx »clbrentt .... 4% nnflonid* Staartrentt b. UiO 2,15 24.2 19,5 26,25 _ (»ellenkirÄener.......8 Harrenrr..........C 104.75 97 _ >04.5 97 104,9 97.5 — * 19,6 Aeeid) (h‘ee........«S _ «2.13 62 4 ,% t*4fll. von 1913 . . . 4% angetildx »roneeraiti . . 4% tärftid» ZvllanleO von 1911 8.5. 1 5,15 1 11 2,15 Iile Bergban ........ 10 ndatnsetb ....... 7 86te-SeueflCT..... 7 78,25 1 1 1 220 78,75 80.5 n 79.4 4% lürftldx BoflbcbMte-lBl 5,05 Manne«mann-NöbreB . . . . ’ 83,75 *3.5 83.75 Sfrir1 ......... — • — vian«le!:er Bergbau.....1 - 53.75 52.6 4% t*«fli. St* n....... 5,05 5,2 Cber±;e< etient/Nrl . . . . t 18,5 _ 6% 8him4nW bartn». Itaitr 9.5 Cber^Üel Beteuerte.....< — 83,9 83 Bon 1903 ......... 4H% Rumtatidw vereinh. Senir — — 9,55 16 tbtnq Setflbau......S5> SideinOive Btaunteblea . . lf 75.13 205 76,25 76,4 205 75 204.5 Bob 1913 .......... 1% WirwitaW verrted. Rade 16 7,4 7.U ,, SchevteaLi ........ 6 Xubed ...........7,8 - 85,4 ’M (Vranffurl a. Dl Vertin lu6». l-Uhr- eAtufr änfana. für« | Nur« tert Rar# Datum 14 e. 15. 6. 14. V 15. K Serrtnifl« Liabiwerie . . - ciavi Minen......14'/, »3 -6.4 38,75 76, f 38,5 *nltwerfe aiAeeileben ... 1( 187,5 186.5 187,25 186,5 Äaltrorrfe v eilerege In ... 10 194.5 192 194 192 Raltwerfe SaliberfudO ... 15 3M 304 301 I. ». .larben.^nouäne . . . li 150 148 149,5 147,5 IrmaniU Rodel.......€ —— —— 70,25 70 €Mbeanfialt ........ V 135 — «oldiLmid, ........6 54 — 54 53,5 Rü:gee«merfe ........ f 48.5 — 48.75 48.75 MelällfleleMlbatt. ...... t IM.5 — IM Tbtltep PoUmaTM......7 77,75 77,65 76,75 Zemenkmerf veideLeeg . . 10 102.5 102 dewentroer! Scelfiadi. ... 10 123 - Eat>6 * Rtentag ...... 8 65 - 66 — fednutbeti fqtsDefa ... 15 252 249 C *n»erfe.........17 202 >99 ■te .........15 »7.25 — <7,25 85,5 Pe tt berg...... 1« 58.5 — 88.75 BeUfioff vondol .... 13'/, 127 123,5 125.75 124.5 3ellftrff Z'tbaf'enbirtfl ... 11 95 95 93 93,75 ebarttneitbirrgeT Salier . . . f — — 91,5 91.5 trauer «ai........9 — — 128,25 127 t atmler CTr irren ...... 0 27,5 27 27,4 27.5 teuti## ftneleoai ...... 181 181 181 179.5 öaidimenbau ä -3. ..... 0 — — 19,5 Rol eLutCBDtrJ ...... 0 — — — Crmfietn * trrpti.....f — — 5? 57,75 Seen bart Ziel ...... 10 131 — >30.75 129 Snenito ........ 255 — 294,5 293,5 ittanfhinn DUrir-nra . ... 4 22,25 — »rttzn er ...... 4 31,5 — — — OeDltamfiaebi ....... 0 Jung bau, ........f — — — LeLserte..........8 4.25 — — — CTamtiaföalr ti M a. TL . . 8 — — — CTiag .......10 88 — — 85.6 (Bebt, «redet ....... 10 =8,5 — — Srlfli 4 tsaefhier ...... S — _ 6<£beari<6t Zurttr . . . . 10 145,5 - Banknoten. 2kr1m, 14 flugufl *tlb Ml ' Bmerüant'che Roten ..... 4,168 4.188 Belgtld-r Noten ....... 58,40 58.64 L^niicke Noten ....... 111,88 112,32 »ng ticke Noten . ....... 20.34 20.42 RraniviHtLe Noten ....... 16.425 16,485 PollLnklicke Noten ....... 168.22 168.90 21.97 22,05 Norwegticke Noten....... 111.88 112,32 Leutick-Leiterteich, 8 100 Schilling 59.06 59,30 Ruoiämldx Noten....... 2,47 2,49 Scktvebllcke Noten ....... 112,18 112,62 Ctfcroeuer Noten ...... 81,44 81,76 T van ticke Noten . . ...... 44.91 45.09 licheckollomaktlcke Noten. .... 12,377 12,437 Ongariidte Noten . ..... 73.15 73,45 Deoifiamarfl Berlin — Frankfurt a. M 14 «luquss 15 Vuflufl «Mll'ck, XoHtranfl emtl-dw Dotierung ®eifr 25ne< Geld Ttrtr flatn.« Won. 168,40 168.88 168,52 168.86 8aen-,9trel 1,531 1.534 1,528 1.532 frfl.-anm). 58.465 58.585 58,46 58.58 tbrtftiania. 112,10 112,32 112.11 112,33 »ODenbagrn 112,17 112,39 112,18 112.40 etorfbolm . 112,42 112.64 112.38 112.60 belfinafotS. 10,526 80.546 10.525 10,545 Jtallen . . . 21,91 21,95 21,905 21,945 London. . . 20.373 20.413 20,373 20,413 -lleovort . . 4,182 4,190 4,1825 4,1905 Torte ... 16,445 16.485 16,445 16,435 L L we tz . . 81,345 81.505 81,345 81,505 €oanttn . 45.00 45,10 45.15 45.25 Jsvcm . . . 2,067 2,071 2,062 2.073 ■tiio de (Yon Sten in 0,425 0,427 0,419 0,421 Leit, ahaefi 59,12 59,24 59,12 59,24 Krag . . Belgrad . . 12.406 12,426 12,407 12,427 7.428 7.442 7,425 7,439 Snbaötfl . . Buloarten 73,34 73,48 73.35 73,49 3,032 3,03? 3,032 3,038 Lissabon 18,80 18,84 18,80 18,84 Tamta Honst nrta. 81.44 1,784 81,60 1,789 81.44 1,784 81.60 1,789 Liberi. . . 5,43 5,44 5,435 5,445 Cancba 4.186 4,194 4,185 4.193 Ura non . . 3,487 3,473 3.467 3,473 £aro . . . 20,83 20,92 20,882 20,922 fl E/ESSEN K reuzp/cdz Städtchen am Rhein, erklang der Tritt marschierender K aufmannsju- der schienen war, wurde Haftbefehl erlassen. An- des auf er» Bingen. 12. Aug. Durch Dingen, das schöne in diesen Lagen Deutsche Kaufmanns-Zugend am Rhein. Buntes Allerlei. Wie der Alte Fritz den kürzeren zog. Eine wenig bekannte Anekdote von Friedrich dem Großen wird in den „Schlesischen Monatsheften" erzählt. Der König besuchte einmal mit seinem Druder, dem Prinzen Heinrich, ein schlesisches Kloster, und dabei nahm der Prior die Gelegenheit wahr, den König zu bitten, Rovizen aufnehmen' zu dürfen. Der Alte Fritz gab die Erlaubnis und versprach, ihm die ersten Rovizen sogar selbst zu schicken. Zum Scherz sagte er französisch zum Prinzen Heinrich: „Wir werden mangels ausreichenden Beweises von der klage der schweren Urkundenfälschung und Betruges freigesprochen werden. Bund der Kaufmannsjugend int GHB. darftelle. Brausender Beifall erklang durch den Saal. Nachdem Bürgermeister Dr. Sieglitz die Grüße der Stadt Bingen, die die Tagung vorbildlich unterstützte, ausgesprochen hatte, überbrachte Regierungsrat Jacobsen die Grüße der Wiesbadener Regierung, wovauf ein langer Fackelzug die Kaufmannsjugend zur Burg Klopp führte. Auf Burg Klopp behandelte in einer kurzen Gedenkstunde das Mitglied der Verwaltung des DHV., Hermann M i l tz o w (Hamburg), die gemeinsamen Fäden zwisck^n Stand, Verband und Volkstum. Eine Burgbeleuchtüng schloß diese Gedenkstunde. Der Sonntag wurde mit Gottesdiensten eingeleitet, eingedenk des Wahrspruches, daß ein rechtes Leben nur möglich ist, wenn wir das Höchste auf dieser Welt nicht übersehen. Volkstümliche Spiele und sportliche Wettkämpfe folgten. An den Wettkämpfen nahmen 180 Jungkaufleute teil. Die Siegerverkündigung wurde mit einer Gedenkansprache von Schulrat Hassinger (Darmstadt) für die hessische Regierung eingeleitet, der die düngen und ihre Art zu packen wußte. Rach einem Festzug durch Bingen wurde die Tagung vor dem Riederwalddenkmal in Rüdesheim beschlossen. Gauvorsteher Auerbach verstand es ausgezeichnet, vor den Jungkaufleuten ein zu Herzen gehendes Bild von der Rot unseres deutschen DoÜkstums bei uns und in den Randstaaten zu entwickeln. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 13. Aug. Ein von auswärts stammender junger Mann, der seinen Eltern einen größeren Geldbetrag gestohlen hatte und dann flüchtig ging, stand jetzt unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung und des Betrugs. Als Vertreter einer Berliner Kunst- Gegen einen anderen Angeklagten, die ordnungsmäßig bewirkte Ladung nicht ihm zwei junge Ochsen senden!" Der Prior adeL der das Französische gut verstand, antwortete mit geheuchelt unwissender Miene: „Zum Be^ weise unseres Dankes werden wir die beiden unA von Eurer Majestät gesandten Rovizen Friedrichs und Heinrich nennen!" Da hatte der Alte Fritz den kürzeren gezogen und muhte sich nun seiner« seits bedanken, da er den Schein wahren wollte^ als hätte der Prior seine Worte nicht verstanden^ Rapoleon-Anekdole. Rach dem Kongreß zu Erfurt kam Rapoleott auf der Rückreise durch Aschaffenburg. Die Zögi linge sämtlicher Lehranstalten sollten auf dem Wege zum Schlosse aufgestellt werden, um ihn mit Hochrufen zu empfangen. Der Kaiser fuhr die lange Front entlang. Am äußersten rechten Flü« gel herrschte vollständige Ruhe, während die anderen Schüler die vorgeschriebenen Hochrufe ausbrachten. Der Adjutant Rapoleons sah in dem schweigenden Verhalten des rechten Flügels eine verabredete Demonstration der Feinde Frankreichs und stellte den Bürgermeister darüber zur Rede: „Wer hat den jungen Leuten das Stillschweigen auf erlegt?“ Aber der Bürgermeister antwortete ruhig: „Der liebe Gott! ES sind die Zöglinge der Taubstummenanstalt." aend aus Hessen, Hessen-Rassau und dem Rahegebiet. 3n vielen Zügen, mit Dampfern und einem großen Sonderzug trafen die 1400 Teilnehmer in den Rachmittagsstunden des Samstags und auch noch am Sonntag ein. Samstagabend sah man in der Binger Festhalle einen schneidig durchgeführten Begrüßungs- abend mit schwungvollen Märschen und einem alten Schweizer Testspiel. Gauvorsteher Auerbach sprach über die Lebensziele des Jungkaufmanns. Drei Ziele stellte er den dungfaufleuten: einmal müsse jeder Jungkauf- mann feine besondere Eigenart entfalten und nach den in ihm ruhenden Gesetzen fein Leben führen. Unferer Zeit fehle oft genug jeglicher Halt. Da gelte es, Willensstärke Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen, die in wahrer Freiheit ihr Leben führen und sich der Verantwortung bewußt sind, die sie gegenüber Körper, Geist und Seele Habern Zum anderen habe die Kaufmannsjugend ihren Beruf voll auszufüllen. Richt umsonst kennen wir das Ideal des königlichen Kaufmanns. Dem Kaufmann gehört die ganze Welt, er müsse daher mit Fleiß und Hingabe seine tägliche Berufsarbeit leisten. Zum Dritten müsse jeder ein rechter deutscher Mann werden. Ein deutscher Mann müsse fein Bestes für Stand, Volk und Vaterland hergeben. In dieser Rotzeit deutscher Freiheit habe jeder seinen Mann zu ftellen. Die Jungkaufleute müßten aber auch in der weiten Welt dafür sorgen, daß Deutschlands Rame wieder mit Achtung ausgesprochen werde. Diese Aufgaben könne der einzelne nicht leisten, sondern er müsse sich eingliedern in den sinnvollen Organismus einer Gemeinschaft, wie sie der bildersabrik, für die er gegen eine ansehnliche Provision Bilder vertrieb, sollte er einen Teil der aufgegebenen Bestellscheine gefälscht, mehrere von ihm abgesehte Bilder weit unter dem vorgeschriebenen Preise verkauft und den hierfür erzielten Erlös für sich verbraucht haben. Dem Angeklagten, der bestritt, irgendwelche Fälschungen vorgenommen zu haben, konnte nur die Unterschlagung der vereinnahmten Beträge nachgewiesen werden. Er wurde in Anbetracht seiner Vorstrafen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Einem Mühlenbauer wurde zum Vorwurf gemacht daß er einem auswärts wohnenden Mühlenbesiher durch Vorspiegelung falscher Tatsachen über seine Vermögensverhältnisse und durch Fälschung von Wechselakzepten finanziell erheblich geschädigt habe. Infolge der Länge der inzwischen verstrichenen Zeit konnte durch die vernommenen Zeugen der Sachverhalt nicht mehr genügend aufgeklärt werden. Der Angeklagte, der jegliche Schuld bestritt, mußte daher Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 16. August, Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30; abends 7.50 und 8.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier detz 16. August. Freitag abend 7.10 Uhr; Samstag vor» mittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.30. —» Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 7 Uhr. Verantwortlich für das Feuilleton i. V.: Dr. Fr. W. Lang e. a A E S 5 <3 E. r $9 & e'5 u Q c LLkL« kW 0 »g2 c e^€ rJl ---„iS es *2 ■ S» « £ - E^°2 E |3 = EC i * E *" E4 E •" _"e a'i - o • * 0 »sä tr 5a= Zur Herstellung von 1/4 Eiter vorzüglicher Fleischbrühe ..............~~............ -...........L Glatt Karten! Minna Outenhöfer Ernst Albert Bepler Verlobte Heuchelheim, den 14. August 1930 05033 3108 V Rennen zu Frankfurt a.M.-Riederrad Sonntag, den 17. August, nachmittags 3 Ubr W79,un."a" Verlosungsrennen Jeder Besucher erhält ein Freilos. Gewinn: daS siegend« Pferd od. 1000 Mk. netto in bar. Etntrtttsvretse von 1 Mk. oty Sonder-Angebot Samstag Montag Dienstag Kniestrümpfe GröBe 3-5 0-10 75 Pf. 95 Pf. Damenstrümpfe Mako.......................... 140, 95 Pf. Seidenflor........... 150, 95 Pf. Wasch-K'seide.....................95 Pf. Wasch-K’selde, feinfädig, gute Qualität, moderne Farben.................Mk. 1.50 Kinderwesten Wolle und plattiert......Mk. 3.95, 2.95,1.95 Damenwesten mit Aermel Wolle mit Seide........Mk. 9.50, 8.50, 5.50 5672 A Ausführung von allen bank- und börsenmäßigen Sesshaften 5688V 3937D RASSOL 313V Theater Cafe Eroit Ludwig 5695D Eingang Ecke VolkSbad. Kein Laden. WyenEriparnii hoher Ladenmioie 1 Treppe hoch 1 gr. Fl. MK. 1.75 J.J.D-arboven,Hamburg15 Das große .. 200 gr kostet RM. 1.50 Londorf, den 14. August 1930. 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