Nr. 163 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 15. Zu» 1950 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch. und 51eindruckerel R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Annahme von Anzeige, für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mni Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennig; für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton 0r H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Vor der Entscheidung. Das Schicksal der Oietrichschen Steuervorlagen. — Einigung der Regierungsparteien. Aber wenig Aussicht auf eine Mehrheit im Reichstag. Berlin, 15. Juli. (IBIB.) Die hinter der Regierung stehenden Parteien haben sich zwar am Montag daraus geeinigt, in der Plenarsitzung des Reichstags am Dienstag d i e Deckungsvorlage der Regierung einschließlich der Bürger ff euer wiederherzu stellen, aber trotzdem ist der Ausgang der Debatte noch keineswegs abzusehen, vorweg sei bemerkt, daß die Regierung noch immer hosft, am Dienstag eine Mehrheit für ihre Vorlage zu gewinnen, jedoch kann zur Stunde niemand sagen, woher diese Mehrheit kommen soll. Wenn der Beschluß der Deutschnationalen, gegen die Deckungsvorlagen zu stimmen, bestehen bleibt, so ist die Regierung mit den hinter ihr stehenden Parteien in der Minderheit; selbst wenn sich ein Teil der Deulschnatlonalen der Stimme enthält und ungefähr 20 veulschnationale für die Regierung stimmen, so ist immer noch die Abstimmung von Zufälligkeiten in der Anwesenheit der Abgeordneten abhängig. In den Wandelgängen des Reichstages werden alle Kombinationen besprochen, die etwa in Anwendung kommen könnten. Ueberroiegenb kommt jedoch die Meinung zum Ausdruck, daß bei der Ablehnung der Deckungsoorlage der Regierung nichts weiter übrig bleibt, als den Reichstag aufju- lösen. Wenn nämlich die Deckungsvorlage am Dienstag abgelehnt wird, das Haus den Etat und die übrigen Vorlagen erledigt, sich dann vertagt und die Regierung hinterher die Deckungsoorlage durch eine Notverordnung in Kraft seht, so würden sofort die Sozialdemokraten die w i e - d-relnberufung des Reichstages verlangen mit dem ausdrücklichen Zweck, die Notverordnung wieder aufzuheben. Da nicht daran zu zweifeln ist, daß mit den Stimmen der Oppositionsparteien die Aushebung der Notverordnung erreicht werden würde, könnte dann die Regierung den Reichstag nicht mehr aus diesem Grunde a u f l ö s e n, sondern mühte eine neue Vorlage Im Reichstag zur Entscheidung stellen. Der einzige Ausweg aus den Schwierigkeiten wäre eventuell dadurch möglich, daß am Dienstag eine der Parteien den Antrag stellt, die Deckungsoorlage nochmals dem Steuerausschuß zu überweisen. Diese Version tauchte erst in den Abendstunden auf, es ist jedoch durchaus nicht ausgeschlossen, daß man zu diesem letzten Mittel greift Was damit bezweckt werden soll und kann, läßt sich im Augenblick noch nicht vollkommen übersehen; es muß jedoch daran erinnert werden, daß schon vor einigen Tagen die Sozialdemokraten im Ausschuß durchblicken liehen, daß sie zur Mitarbeit an der Deckungsoorlage bereit wären, wenn man ihren wünschen mehr enlgegenkomme und in einem Sonderausschuh die Möglichkeit größerer Streichungen am Etat erwägen würde. 2n den späten Abendstunden verlautet noch, daß die Wirtschaftspartei ihren Minister aus dem Kabinett zurückziehen werde, wenn der versuch gemacht werden sollte, ohne Auflösung des Reichstags die Deckungsvorlage durch eine Notverordnung in Kraft zu sehen. Oie Stellung der Parteien. Bleibt die Opposition fest? Berlin, 15. Juli. (Iel.-Un.) Der Sozial- m 0 1 r a t i f d)e Pressedienst bringt die Ablehnung der Pläne der Negierung scharf zum Ausdruck. Mit so großer Sorge die Sozialdemokrat tie die Anwendung des Art. 48 auch kommen sieht — sie ist nicht gewillt, sich unter das kaudinische Joch zu beugen und, um einer verfassungswidrigen Diktatur zu entgehen, den diktatorischen Befehlen eines jede Verhandlung ablehnenden Kabinetts zu gehorchen. Nicht minder selbstverständlich ist, daß sie sofort nach der etwaigen Verkündigung der Ver- ordnungen den Antrag auf ihre Aufhebung einbringen wird. In der Fraktionssitzung der D e u t s ch n a t i o n a- l e n stellte der Fraktionsoorsitzende, Abg. Ober- fahren, fest, daß die Fraktion an ihrer ablehnenden Stellung festhalte, und daß insbesondere die Bürgersteuer auch nicht dem entspricht, was sich die Deutschnationalen darunter vorstellten. * . Die Wirtschaftspartei hat im Reichstag einen Antrag eingebracht, in dem die Reichsregie- rung ersucht wird, den Reichspräsidenten zu bitten, daß im Falle der Ablehnung der Deckungsoorlage und der Vorlagen über die Revision des Erwerbslosen- und Krankenkasien. wesens und der Ausgabensenkungsbestimmungen der Reichstag aufgelöst wird. Durch den Antrag soll verhindert werden, daß der Artikel 48 in Anwendung gebracht wird, ohne daß der Reichstag aufgelöst wird. * Die Reichstagsfraktion der Bayerischen Dolkspartei Hot zur Bürger st euer folgenden Beschluß gefaßt: Die Bedenken der Bayeri- schen Dolkspartei sind im neuen Entwurf nur jum Teil zerstreut, deshalb können wir demselben unsere Unterschrift nicht geben; wir erklären uns jedoch bereit, der Vorlage zuzu stimmen, wenn sonst eine völlige Einigung erzielt wird. D.e Au^affung der Demokraten. Zustimmung zur Regierungsvorlage, avct Gesamtreform im Herbst. Berlin, 14. Juli. (SU.) Der Vorsitzende der demokratischen Reichstagsfraktion. Abgeordneter Meyer, hat am Montag an den Reichskanzler Dr. Brüning folgendes Schreiben gerichtet: Die demokratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, die Regierungsvorlagen — so» wohl die Sozialgeseh- als auch die Deckungsgeseh- entwürse — sowie den Gesetzentwurf betreffend Bürgerabgabe, letzteren in der verabredeten Form, als Initiativanträge einzubringen, sofern diese Anträge von allen in der Regierung vertretenen Fraktionen unterschrieben werden. Hierbei setzten wir selbstverständlich voraus, daß die auf unseren Wunsch vorgenommenen Aenderungen hinsichtlich der Freilassung der Behördenan- gestellten von der Reichshilfe, soweit sie Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, und hinsichtlich der Milderung der Tabaksteuerfristen aufrechterhalten werden, und daß cs bei der Herauslassung der Privatange st eilten aus der Reichs- Hilfe sein Bewenden behält An unsere Zustimmung knüpfen wir die Bedingung, daß an reinen Ausgaben neben den mindestens 100 Millionen Mark für 1930 weitere 50 b i s 1 00 Millionen Mark im Haushaltsjahr 1931 eingespart werden. Wir betonen jedoch ausdrücklich, daß wir das gegenwärtige Gesehgebungswerk als eine Teilreform betrachten, mit welcher der durch die steigende Arbeitslosigkeit unerträglich gewordenen Lage der Reichsfinanzen abgeholfen werden soll. Wir erwarten also mit Bestimmtheit die Erfüllung der wiederholten Zusage der Regierung, im Herbst dem Reichstag eine durchgreifende Finanzreformvorlage zu unterbreiten, wobei wir ganz besonders auf die Rotwendigkeit einer Reform des Derwaltungsauf« baues des Reichs und der Länder und einer Sanierung der Gemeindefinanzen Hinweisen. In letzterer Beziehung sehen wir die Bürgerabgabe, wenngleich die schlimmsten Härten und Fehler dieser Abgabe beseitigt worden sind, keineswegs als eine befriedigende Lösung an; wir stehen vielmehr nach wie vor auf dem Standpunkt, daß auf das entschiedenste versucht werden muß, sie bald durch eine gerechtere und einträglichere Besteuerung zu ersehen. Der letzte Grund, weswegen wir unter Zurückstellung wesentlicher Bedenken unsere Unterschrift au leisten bereit sind, besteht in der Erkenntnis, daß ohne wesentliche Opfer von allen Seiten eine Einigung der Parteien über eine auf parlamentarischem Wege zu verabschiedende Finanzreform überhaupt nicht zu erzielen sein würde, daß aber die Rotwendigkeit alsbaldiger Maßnahmen von niemand verneint werden kann, der sich der schweren Gefahren bewußt ist, die sonst Reich und Wirtschaft bedrohen. Das Kompromiß über die Bürgersteuer. Berlin. 14. Iuli. (DDZ.l In der Besprechung der Finanzsachverständigen der Regierungsparteien hat man sich, vorbehaltlich der Zustimmung der einzelnen Fraktionen, auf folgenden Initiativgesehentwurs geeinigt: § 1. Die Gemeinden sind berechtigt und In den Fällen des § 3 verpflichtet, von allen im Gemeindebezirk wohnenden Personen, die über 20 Iahre alt sind, eine Bürger- steuer zu erheben. Die Steuer darf nicht erhoben werden von Personen, die seit einem Monat vor dem Stichtag (10. Oktober eines jeden Iahres) laufend öffentliche Fürsorge genießen und Krisenfürsorgeempfängern, deren Personen- kreis noch näher bestimmt werden soll. Der Reichsfinanzminister ist ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsrats weitere Personenkreise von der Steuerpflicht zu befreien. § 2. Die Höhe der Bürgersteuer wird von den Ländern bestimmt (Landessah), jedoch nicht weniger als 6Mark für das Iahr. Der Landessah ermäßigt sich auf die Hälfte für Personen, die einkommensteuerfrei sind und für die Ehefrau. Eine anderweitige Staffelung ist ausgeschlossen. § 3. Wenn für das Rechnungsjahr 1930 in einer Gemeinde die Gemeindegrund st euer oder die Gemeindegewerbesteuer über den bis zum l.Iuli 1930 beschlossenen Sah erhöht wird, ist die Gemeinde verpflichtet, für dieses Rechnungsjahr die Bürger st euer einzuführen. Bom Rechnungsjahr 1931 ab bis zum Inkrafttreten des Grundsteuerrahmengesetzes und des Gcwerbesteuerrahmengesehes ist die Gemeinde verpflichtet, die Bürgersteuer einzuführen, wenn für die Gemeinde grundsteuer oder die Gemeindegewerbesteuer der am 1. Iuli 1930 beschlossene Sah überschritten wird, oder wenn der für die Gemeindegrundsteuer oder für die Gemeindegewerbesteuer beschlossene Sah den Landesdurchschnitt übersteigt; in diesem Falle ist, wenn der Landesdurchschnitt um nicht mehr als 150 v. H. überschritten wird, für das gleiche Rechnungsjahr die Bürgersteuer mit einem Zuschlag von 50 v. H. zum Landessah zu erheben, um mehr als 150 b. Sy, jedoch nicht mehr als 200 vom Hundert, mit einem Zuschlag von 100 vom Hundert und um mehr als 200 vom Hundert mit einem Zuschlag von 150 v. H. Die Landesregierung stellt die Höhe des Landesdurchschnitts der Gemeindegrundsteuern und der Gemeindegewerbesteuern fest; sie bestimmt ferner, in welcher Weise in den Gemeinden die Höhe der Gemeindegrundsteuer und der Gemeinde- gewerbesteuer zu ermitteln ist. § 4. Inwieweit im Rahmen der Gemeinde- finanzierungsgesehgebung eine Senkung der Real steuern eintritt, wird durch ein besonderes Reichsgeseh bestimmt werden. Durch ein besonderes Reichsgeseh wird ferner die Verkoppelung der Zuschläge zur Dürger- steuer mit der Höhe der Realsteuersätze für die Zeit nach dem Inkrafttreten des Grundsteuer- rahmengesetzes und des Gewerbesteuerrahmen- gesehes geregelt werden. § 5. Der Reichsfinanzminister ist ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsrats Bestimmungen zur Durchführung der §§ 1 bis 4 zu erlassen; in den Durchführungsbestimmungen sind insbesondere Bestimmungen über die Fälligkeit und die Verwaltung der Dürger- steuer zu treffen. Oer Relchswirtschastsrat abgelehnt Deutscher Reichstag. Tie Lsthilfe. Berlin, 14. Iuli. (VDZ.) Im Reichstag wurde die zweite Beratung des O st h i l fege s e tz e s fortgesetzt. Abg. Stelling (Soz.) weist darauf hin, daß die in ganz Deutschland bestehende allgemeine Wirtschaftsnot für den deutschen Osten verschärft sei durch die verfehlte Grenzziehung und den jahrelangen Wirtschaftskrieg mit Polen. Die Gesamtwirtschaft des Ostens bedarf der Hilfe, das vorliegende Gesetz ist aber im wesentlichen auf die Landwirtschaft zugeschnit» ten. Wir wollen der Landwirtschaft helfen, aber das Schielen mit beiden Augen nach dem Großgrundbesitz machen wir nicht mit. Wir wollen keine Subventionspolitik, und wir haben zu dem Minister nicht das Vertrauen, daß er die Mittel im Sinne unserer Forderungen verwendet. Wir Beantragen, daß von den für die Landwirtschaft bereitgestellten Mitteln weitere 15 Millionen ab- gezweigt werden in erster Linie zur Verbesserung der Verkehrswege im Osten und zum Ausbau der Oderwasserstraßen. Es sollte auf die deutsche Wirtschaft ein Druck dahin ausgeübt werden, daß sie statt der ausländischen Arbeitskräfte deutsche Arbeiter beschäftigt. (Sehr richtig!) Abg. Dr. Kleiner (Dnt.) erklärt: Polen richte seine Hauptstoßkraft auf die schwächsten Stellen des deutschen Ostens, namentlich auf Ostpreußen und Schlesien. Dort seien 200 Gewerbebetriebe stillgelegt, der vorletzte Hochofen ausgeblasen. Polen treibe ein Frachtendumping erster Ordnung, um die Kohlenausfuhr zu beschleunigen. Nach den Berechnungen des polnischen Tarifbureaus betrugen die Ausfuhrprämien in Form verbilligter Frachten 158 Millionen Zloty, davon 116,8 für Kohle. Der Redner fordert dringliche Maßnahmen, um Oberschlesien vor der erstickenden Konkurrenz Polens zu unterstützen. Die Rettung des Ostens sei die Voraussetzung Jür die Zukunft des Reiches. Abg. Dr. Pe r li ti u s (Z.) begrüßt die Vorlage. Das Ziel der Ofthilfe müsse sein, dem Dauer wieder die freie Verfügung über feine Ernte zu geben. Besonderer Mirsorge bedürfe das darniederliegende Schulwesen im Osten. Durch ein kesseres Verkehrswesen und durch eine bessere Tarifpolitik müsse der Absatz der schlesischen Kichle und auch der übrigen Erzeugnisse der schlesischen Wirtschaft unb Landwirtschaft erleichtert werden. Abg. FreiherrvonRheinbaben (DV.): Die schleunige Durchführung der Osthilfe dürfe nicht verzögert werden durch die Versuche der verschiedenen Parteien, sich bei der Ausführung des Gesetzes einzuschaltcn. Es komme auf die Belebung der Gesamtwirtschaft an, nicht auf eine einseitige Hilfe für die Landwirtschaft. Wer grundsätzlich jeden Handelsvertrag mit Polen bekämpft, der versperrt damit den Weg für eine dauernde Gesundung der ostdeutschen Wirtschaft. Formell besteht zwar keine Verbindung zwischen Osthilfe und Deckungsvorlage, aber tatsächlich ist es doch vorhanden. Das Reich kann dein Osten doch nicht helfen, wenn ihm nicht die nötigen Mittel zur Sanierung der Reichskasse bewilligt werden. Abstimmungen. Die Beratung wird hierauf unterbrochen, um die am Samstag zurückgestellten Abstimmungen nachzuholen. Das Gesetz über die Fälligkeit der Aufwertungshypothe- tiefen und das Gesetz über die Bereinigung der Grundbücher werden nach Ablehnung der Aenderungsanträge in dritter Lesung endgültig angenommen. Der Antrag der Deutschnationalen auf Herausnahme der landwirtschaftlichen Tilgungshypotheken aus dem Gesetz wird in namentlicher Abstimmung mit 246 gegen 149 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Angenommen wird auch die @nt* sch lieh un g. wonach die Zinserhöhung für die Aufwertungshöhen nicht auf die Mieten abgewälzt werden darf. In der Schlußabstimmung über daS Gesetz über den endgültigen Reichswirtschaftsrat werden für die Vorlage 234, dagegen 162 Stimmen abgegeben bei zwei Stimmenthaltungen. Gegen die Vorlage haben di« Deutschnationalen, Kommunisten, Rationalsozialisten und Christlich-Rationalen Dauern gestimmt. Durch die Abstimmung sind die Erfordernisse für die Annahme eines versassungsän- dernden Gesetzes nicht erfüllt. Die Vorlage ist also abgelehnt. Hierauf folgt die dritte Beratung deS Gesetzes über die Vermahlung von In- landweizen. Dcr sozialdemokratische Antrag, der die Brotgewichtskontrolle in das Gesetz einfügen will, wird mit 200 gegen 190 Stimmen angenommen. Das so geänderte Gesetz wird dann mit 208 gegen 146 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Oer Reichsparteitag der Volksrechtpartei. Dortmund, 13.Iuli. (TU.) Die DolkS- rechtpartei (Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung) hielt in Dortmund ihren diesjährigen Reichsparteitag ab. Der Abschluß eine- Wahlbündnisses mit der Christlich- Sozialen Reichspartei wurde von den anwesenden beiderseitigen Vorständen genehmigt. Vorverhandlungen mit anderen Parteien wurde zwecks Erweiterung des Wahlbündnisses zugestimmt. Der Parteitag nahm einstimmig eine Entschließung an, in der u. a. die energische Wahrung des deutschen Rechtes auf daS Saarland und weiter hie Bekämpfung des Voung- planes gefordert toirb. Die herrschende Kreditnot und die Kapitalflucht seien Folgen der Inflationspolitik und der ungerechten Aufwertungs- gesetzgebung. Die Arbeitslosigkeit hänge mit der Zerstörung des Volksvermögens und der Kaufkraft zusammen. Die Partei fordere, daß durch gründliche Reform der Aufwertung« - gesetzgebung und eine großzügige Re ich S- finanzreform der innerpolitische Kampf auf Zweckgebundenheit geführt werde. Weiter verlange die Partei ein Rentnerversvr- gungsgeseh und die Rachprüfung aller Inflationshausverkäufe. Die O^russbeamtenschast und jeder andere Stand mühten von allen Sonderbesteuerungen freibleiben. Die Haushalte des Reiches, der Länder und der Gemeinden seien ohne Rücksicht auf parteipolitische Interessen zu kürzen. Einem Abbau von Lohn und Gehältern müsse ein allgemeiner Abbau der Preise vorangehen. In erster Linie sei Abbau bei den Gehältern der Minister, Oberbürgermeister, Großindustrie- und Dankdirektoren imb bei den Aufsichtsratseinkommen erforderlich. Oie Regierungsbildung in Sachsen. Ter Teutschnationale Tr. Krug von Nidda ' wird voraussichtlich Ministerpräsident. Dresden, 14. Iuli. (Täl.) In einer am Montag stattgefundenen Besprechung der nicht- marxistischen Parteien des Sächsischen Landtages, an der jedoch die Demokraten und die Dolks- nationale Reichsvereinignng nicht teilnahmen, erklärten sich die Vertrete» der Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei, der Christlichsozialen, der Volksrechtspartei und der Rationalsozialisten mit dem Vorschläge der Rationalsozialisten einverstanden, den früheren Wirtschaftsminister Dr. Krug von Ridda und von Falkenstein als Ministerpräsidenten zu wählen. Damit dürfte Dr. Krug von Ridda in der LandtagS- sitzung am Dienstag mindestens 46 Stimmen auf sich vereinigen. Mit den beiden Abgeordneten der Dol^snationa len Reichsvereini- gung soll Rücksprache gehalten werden. Da es ausgeschlossen erscheint, daß die Kommunisten sich für den von den Sozialdemokraten aufgestellten Reichstagsabgevrdneten Lipinski entscheiden werden, ist mit der Wahl Dr. Krug von Riddas zum sächsischen Ministerpräsidenten zu rechnen. Gegen den Zeitgeist. Es ist etwas Llnheimliches um die großen Bergwerkskatastrophen. Die Bergarbeiter fwhren ahnungslos in die Grube ein, die Angehörigen warten auf die Rückkehr ihrer Männer und Väter, und plötzlich dringen Gerüchte über ein großes Unglück durch den Ort. Wahrend die Bergarbeiter in der Grube um ihr Leben kämpfen, hoffen und harren die Angehörigen draußen und' verleben Stunden der schrecklichsten Erwartung und seelischen Marterung. Die Katastrophe, die sich jetzt in Hausdorf zugetragen hat, ist eine der schwersten, die wir jemals in Deutschland erlebt haben. Es ist natürlich ein Verbrechen, den Schmerz der Angehörigen zur politischen Hetze zu mißbrauchen, nod) ehe überhaupt etwas über die Ursachen der Katastrophe festgestellt werden kann. Trotzdem bleibt es die Pflicht der Menschen, dafür zu sorgen, daß solche Raturkatastrophen so selten wie möglich vorkommen, aber es ist ein natio- nalistisc^r Irrglauben, daß man das Menschenleben überhaupt gegen alle Schicksalsschläge und Prüfungen schützen und versichern könnte. Hier gibt es schließlich neben der vorbeugenden Fürsorge nichts weiter als die Linderung der Wun- den, wenn sie auch noch so schwer sein mag. Eine andere Katastrophe hat fast zur selben Zeit die Gemüter erschüttert. Das große Flugboot, das offenbar wegen eines technischen Fehlers bei stürmischer See unweit Bornholms zur Rotlandung gezwungen wurde, hat gleichfalls fünf Menschen zu Tode gebracht. Wenn man die Schilderungen liest, die der Kapitän des holländischen Seglers »Spes" über den Rettungsversuch an der im Wasser treibenden Dame gegeben hat, dann begreift man, wie furchtbar es sein muß, ohnmächtig dabeizustehen, wenn ein Menschenleben buchstäblich versinkt. Die Mannschaft des Seglers hat versucht, bei dem Sturm, der die Aussetzung von Rettungsbooten unmöglich machte, die im Meer treibende und schon völlig erschöpfte Frau mit Hilfe eines Bootshakens am Schwimmgürtel zu fassen. Aber der Schwimmgürtel riß und die Frau versank in den Wellern Das sind Fälle, die wegen ihrer Einmaligkeit zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangen und sicherlich bei, vielen Familien am Kaffeetisch ausgiebig besprochen werden. Aber wer kennt die hunderttausend namenlosen Llnglücklichen, die in der heutigen Zeit gleichfalls im Meere des Lebens versinken, weil sie das Schwimmen nicht rechtzeitig gelernt haben oder weil sie gegen die Sturzwellen der wirtschaftlichen Rot nicht auf- komnien können. Fast mechanisch liest man jeden Tag über die Selbstmordchronik hinweg, und der Zeitungsreporter hält schließlich nur noch Fälle für erwähnenswert, die durch ihre besonderen Llrnstände die Aufmerksamkeit der Oeffentljchkeit erregen können. Monotonie ist auch in diesen Dingen unbeliebt, aber spricht nicht gerade aus der ewig gleichförmigen Wiederholung dieser Vorgänge ein erschütterndes Schicksal, in das unser ganzes Geschlecht hineingepreßt ist? Die zahllosen Menschen, die heute stumm von uns gehen, weil es in Deutschland heute eben z u v i e l Brot und Arbeit suchende Bewohner gibt, und bie es nicht verstehen, sich im Daseinskampf rück- • sichtslos durchzusetzen, sie dokumentieren eigentlich die bis heute dauernde Fortsetzung des Krie- • ges gegen die deutsche Zivilbevölkerung. Ist es ein Wunder, wenn unter solchen Verhältnissen eine Lehre an Anhängern gewinnt, die den Menschen die Einschränkung der Rachkommenschaft empfiehlt. Die Rationalisierung der Rachkommenschaft ist ein Problem, mit dem sich unser rationalistisches Zeitalter selbstverständlich beschäftigt. Wie schön wäre es, wenn man die Zahl der Menschen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, nach dem Gesetz von Angebot und Rachfrage regeln könnte, wobei man ja einen gewissen Konjunkturüberschuß ruhig ein- kalkulieren könnte. Aber es ist eine alte Erfahrung, daß sich die Ratur gerade in diesen Fragen nicht verspotten läßt. Gewiß mag der Gedanke verlockend sein, die Bevölkerungszahl eben wegen der Lieberbevölkerung vorübergehend einzuschränken, aber wer will die Gewähr dafür übernehmen, daß' aus diesem Dorübergehen nicht ein Immer wird. Mit anderen Worten: wer will sich dafür verbürgen, daß die Propaganda der freiwilligen Rachkommenbeschränkung nicht zu einem dauernden Siechtum derRasse führt. Wohl sagt man uns, daß die Qualität auf Kosten der Quantität verbessert werden solle, daß eine Familie ein oder zwei Kinder unter den heutigen Verhältnissen besser erziehen könne den heutigen Verhältnissen besser erziehen könne, als fünf oder sechs, aber das trifft sachlich alles nicht den Kern. Llnsere Eltern und Großeltern sind unter sehr viel einfacheren und bescheideneren Verhältnissen aufgewachsen. Die Familien haben in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zahlreiche und gesunde Kinder, wenn auch unter eigenen Einschränkungen großgemacht und zu tüchtigen Menschen entwickelt, obwohl damals die Einkommensverhältnisse gerade in diesen Ständen geringer waren. Die Frage ist einfach die, ob die Menschen noch den Willen haben, zugunsten der Rachkommenschaft eine wirtschaftliche Verantwortung auf sich zu nehmen. Es soll ohne weiteres zugegeben werden, daß die sozialen und wohnungspvlitischen Verhältnisse heute eine starke Hemmung darstellen, aber man sollte doch die Tatsache nicht beschönigen, daß viele Ehepaare und Frauen auch ohne sichtbare Rot den Kindersegen überhaupt ablehnen. Das ist und bleibt Dekadenz, auch wenn man noch so viele schöne Worte dafür finden soll. Eine Ehe, die grundsätzlich auf Kinderlosigkeit abgestellt ist, trägt häufig den Keim des Verfalles bereits in sich. In wievielen Fällen haben sich die Kinder als starkes Bindemittel erwiesen und den Zusammenhalt der Menschen und der Familien in Zeiten der Krisen sichergestellt. Gin ganzes Volk aber, das sich in seiner Mehrheit in die Bahn solcher Auffassungen drängen läßt, tritt damit freiwillig seinen Anspruch auf Lebensrecht in der Welt an jüngere und kräftigere Völker ab, die auf die Tatsache einer Llebervöl- ferung des Landes nicht mit der Einschränkung der Kinderzahl, sondern mit der Expansion antworten. Gegen dieses eherne Gesetz der Weltgeschichte kommt fein rationalistischer Zeitgeist auf. Hier handelt es sich um Eharakter- und nicht um wirtschaftliche Zweckmäßigkeitsfragen. Evangelische Kirche zur Sirasrechlsrefom. Gegen die Abschwächungsiendenzen der Sirafrechisvorlage. Berlin, 14.Juli. (Tel.-Un.) In einem Schrei- den an den Strafrechtsausschuß des Reichstages nimmt der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses zu einigen Beschlüssen der ersten Lesung des neuen Strafgesetzbuches Stellung. Das Schreiben hebt hervor, daß das Strafgesetzbuch nicht nur «in Werkzeug der Strafrechtspflege sei, sondern ein Instrument, das das sittliche Urteil des Balkes schärfe und bilde. Schwerer als die Ablehnung einer an sich vielleicht erwünschten neuen Strafvorschrift wiege es, wenn eine alteingewurzelte Bestimmung aufgehoben und damit eine Verwirrung des sittlichen Volksbewußtseins verursacht werde. In gleicher Weise könne auch die Tendenz fortschreitender Milderung des Strafrahmens für ein Delikt verhängnisvoll wirken. Diesen Grundsätzen habe der Regierungsentwurf mehr Rechnung getragen, als ein Teil der Beschlüsse des Reichstagsausschusies. Im einzelnen forderte der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß u. a. die Wiederher st ellung de r Strafbarkeit des Ehebruchs. „In einer Zeit, wo der Laxheit der Ehemoral in der Oeffentlichkeit vielfach schamlos das Wort geredet wird, ist es um so notwendiger, daß der Staat die Ehe als göttliche Stiftung und als Grundlage aller moralischen Ordnung entsprechend seiner Verfassung mit allen Mitteln schützt." Ferner wird die Wiederherstellung der Strafbarkeit des homosexuellen Verkehrs gefordert, da es sich hierbei weit mehr um eine moralische, als um eine physische Krankheit handele. Die durch die Ablehnung des Paragraphen 300 (Verbreitung unzüchtiger Schriften und Abbildungen) entstandene Lücke muß nach Meinung des Kirchenausschusses ausgefüllt werden. Wie die „Entspannung" im Osten aussieht Eine polnische Gedenkfeier für Tannenberg. Berlin, 14.Juli. In verschiedenen Orten Ostpreußens haben dieser Tage erhebende Feiern stattgefunden, in denen des Tages gedacht wurde, an dem vor 10 Jahren das deutsche Ostpreußen einen überwältigenden Abstimmungssieg über das Polentum erfocht. Selbstverständ- lich wurde bei dieser Gelegenheit von allen Rednern mit dem nötigen Ernst und Rachdruck auf die offene Wunde am Reichskörper, den polnischen Korridor, hingewiesen, durch den ein Glied dieses Körpers losgetrennt ist. Die Polen haben gleichfalls in diesen Tagen eine Feier veranstaltet, und zwar eine Trauerfeier wegen des für sie ungünstigen Ausganges der Volksabstimmung, die aber gleichzeitig verbunden wurde mit der 520-Iahrfeier der Schlacht von Tannenberg (1410), in der die Polen den deutschen Orden besiegten. Bei dieser Gelegenheit wurde eine große Demonstration vor der deutschen Gesandtschaft veranstaltet, bei der die Demonstranten Fahnen mit der Aufschrift »Rieder mit Deutschland" vorantrugen. Bei den Kundgebungen im Lande, die vom Polnischen Westmarkenverein veranstaltet wurden, wurde »festgestellt", daß die Abstimmung im Jahre 1920 »unter preußischem Terror" stattgefunden habe und daß ganz Polen den »bedrückten Volksgenossen" in Masuren und Ermland sein Mitgefühl ausspreche. In einer Entschließung heißt es, daß die Volksabstimmung vom 11. Juli 1920 nicht als rechtmäßige Grundlage dafür angesehen werden könne, daß Deutschland über ein Gebiet verfüge, das "von Polen bewohnt ist, die gemeinsame historische, kulturelle und wirtschaftliche Interessen mit ihrem Vaterlande haben. Außerdem wurde wieder einmal »festgestellt", daß die Bevölkerung von Grm- land und Masuren einen »untrennbaren Teil" des polnischen Volkes bilde. Die Polen werden sich an diese Trennung gewöhnen müssen, ebenso daran, daß Deutschland auch das geraubte Korridorgebiet niemals freiwillig preisgeben wird. Aus aller Wett. Mainzer Befreiungsfeier der deutschen Freimaurer. Am Sonntag kamen in Mainz die Vertreter aller deutschen anerkannten Großlogen zu einer nationalen Befreiungsfeier zusammen. Die Vertreter aller Logen hatten sich unter der Führung des deutschen nationalen Großmeisters Pfarrer D. Habicht, Berlin, versammelt. Auch die den deutschen Logen befreundeten ausländischen Logen hatten Vertreter entsandt. Ramens der Stadt begrüßte Oberbürgermeister Dr. K ü l b die Versammelten. Ausgehend von den unsterblichen Worten des Maurerliedes „Brüder reicht die Hand zum Bunde", rief er allen ein herzliches Willkommen zu am vielbesungenen deutschen Rhein, im goldenen Mainz. Der Großmeister D. Habicht führte dann u. a. aus: Rach all dem Schweren, was wir zusammen mitmachen mußten, haben Sie hier am Rhein noch einen ganz besonderen Kampf führen müssen, einen Kampf, in dem Sie unbewaffnet einem bis an die Zähne bewaffneten und auf feine Siege pochenden Gegner gegenüber standen. Lassen Sie mich Ihnen sagen mit allem Stolz und lebhaftem Gefühl der Verantwortung, daß wir deutsche Freimaurer uns zu den Mannschaften rechnen, denen die Wahrung der höchsten deutschen Güter anvertraut ist. Man bezweifelt unser Deutschtum. Man sagt, die, die an der Spitze stehen, sind verbunden mit übernationalen, mit internationalen Mächten und sind schuld an den schweren Leiden unseres Vaterlandes. An dem ist kein wahres Wort. Wir sind Deutsche bis ins Mark hinein. Wer uns der deutschfeindlichen Gesinnung und Intemationalität zeiht, ist ein Verleumder und Ehrenabschneider. Lassen Sie mich noch eines Mannes gedenken, der auch unser war, der seine ganze Lebenskraft hingegeben hat dafür, daß der Rhein frei wurde. Es ist in dieser Stunde auf dem Grab Gustav Stresemanns ein Kranz nledergelegt worden mit der Inschrift »Die zur Defreiungsfeier in Mainz am 13. Juli versammelten deutschen Freimaurer gedenken dankbar ihres Bruders Stresemann." Der Redner gedachte weiter in warmen Worten des Reichspräsidenten, des Vorbildes deutschen Arbeitens und deutschen Wirkens, und gab bekannt, daß an ihn ein Huldigungstelegramm gesandt wurde. „Linser Dank soll die Tat sein," schloß der Redner seine Ausführungen, »die Tat der Einigkeit einer liebevollen Volksgemeinschaft." Das Flugzeugunglück bei Bornholm. Der Flugkapitän des bei Bornholm verunglückten Flugzeuges Curing erstattete der Direktion der Lufthansa Bericht über das Flugzeugunglück bei Bornholm. Danach ist am Flugzeug die Getriebewelle am Propeller gebrochen. Durch den abfliegenden Propeller wurde das Funkgerät außer Tätigkeit gesetzt. Eine Liebergabe der Passagiere an den zur Hilfe eilenden Schoner „M a j a“ war nach übereinstimmenden Aussagen des Kapitäns der „Maja" und des Flugkapitäns Curing unmöglich. Sämtliche Insassen des Flugbootes verließen mit angelegten Schwimmwesten das Flugboot, als die Gefahr des Kenterns erkannt wurde. Durch das Kentern riß das Schleppseil, mit dem das Flugboot an den Schoner gehängt war, und verfing sich in der Schraube der „Maja", die infolgedessen längere Zeit am Rettungswerk verhindert tourbet während gleichzeitig die hohe Dünung die Treibenden abdrängte. Außerdem wurde der Steuermann der „Maja" verletzt und fiel aus. Der Kapitän und vier Matrosen bemühten sich um die Rettung der Treibenden, die nur noch bei den unmittelbar am Wrack befindlichen Personen möglich war, d. h. bei dem Schweden Eric- son und bei dem die „Maja" erreichenden Curing und Friedrich. Der inzwischen heran- getommene holländische Segler „S peS" versuchte vergeblich, das leblose Fräulein Rortrop an Bord zu nehmen. Andere Treibende sah man nicht mehr. Gegen 9 Lihr abends mußte die „Maja" das Suchen aufgeben, da sie Segel-, Ruder- und Schraubenschaden hatte. Die „Maja" war überzeugt, daß die „SpeS" wenigstens zwei, wenn nicht auch die übrigen Personen gerettet habe. Die „Spes" kreuzte noch eine Viertelstunde an der Llnfallstelle, ehe sie ihre Fahrt fortsetzte. Infolge der Entfernung und sprachlichen Schwierigkeiten konnte der „Spes" nicht klargemacht werden, daß ein Flugboot mit acht Personen gekentert war. Das Seeamt in Kiel ist vom Reichsverkehrsminister mit der amtlichen LIntersuchung der Vorgänge beauftragt worden. e Ein Kolberger Fischer fand einige Kilometer von Kolberg entfernt eine männliche Leiche im Schwimmgürtel auf See treibend. Die Leiche konnte geborgen werden. Es handelt sich um den Fabrikanten Karl Drakelsberg aus Milspe in Westfalen, einen der vermißten Fluggäste des bet Bornholm verunglückten Flugbootes D 864. — Bei dem Ostseebad Groß-Mollen wurde eine Flaschenpost gelandet. Auf einem mit unleserlicher Llnterschrift geschriebenen Zettel stehen die Worte: Lebt alle wohl, bei Bornholm im Flugboot gestrandet. Grüße Llrsula. — Schließlich sind Trümm er des Flugzeuges selbst bet Rügenwalder Münde angetrieben. Flugzeugabstur;. Ein Sportflugzeug der Akademischen Fliegergruppe Dresden, das auf dem Rückflug von Braunschweig nach Dresden in Halle eine Zwischenlandung vorgenommen hatte, verunglückte über Schkopau in der Rähe von Merseburg. Die Maschine stürzte plötzlich aus etwa 70 Meter Höhe ab und wurde völlig zertrümmert. Der Pilot Fiedeler war sofort tot, der Fluggast Krüger aus Dresden wurde schwer verletzt. Ins IHeer gestürzt. Zwei Seeflieger der Deutschen Verkehrsflieger- schule machten bei Warnemünde Llebungsflüge über der Ostsee. Dabei überschlug sich das eine Flugzeug und der Beobachter Oberleutnant Hampkens stürzte aus etwa 1000 Meter Höhe ins Meer. Die Suche nach dem Verunglückten blieb erfolglos. Dem Führer des verunglückten Flugzeuges gelang es, kurz vor dem Aufschlagen auf die Wasserfläche das Flugzeug wieder gerade zu richten und ohne Schaden zu landen. Die Bergung weiterer Todesopfer in Hausdorf. Den Bergungsarbeiten im Kurtschacht stellen sich jetzt dadurch noch neue Schwierigkeiten entgegen, daß durch den Kohlenstaub feit mehreren Stunden unaufhörlich Wasser bringt, ilntet diesen Lim ständen sind die Arbeiten mit größter Gefahr für jeden Teilnehmer der Bergungsarbeiten verbunden. In den letzten 48 Stunden gelang es, nur noch drei Tote zu bergen'. Einen weiteren hofft man im Laufe des Abends freilegen zu können, während vier weitere noch gesichtet wurden. Es steht aber nicht fest, ob es möglich sein wird, sie noch in der kommenden Rächt herauszuholen. Die Zahl der noch nicht Geborgenen wird mit 44 angegeben. Streit um ein Richtfest. Aus Anlaß der Fertigstellung des Universitätsneubaues in Heidelberg baten die Arbeiter um ein Richtfeft, das aber vorn Kultusministerium abschlägig beschieden wurde. Daraufhin beschloß der Heidelberger Studentenausschuß einstimmig mit den Stimmen der Sozialisten, daß die Studenten den Arbeitern ein Richtfest geben wollen. Es wurden Einladungen an die Arbeiter, an den Rektor und die Professoren der Universität und an den badischen Kultusminister Or. Remmele gesandt. Diese Einladung wurde im Unterrichtsministerium als eine Provokation betrachtet und unter der Drohung, man werde dem Asta die Gelder sperren, wurde die Rückgängigmachung der Veranstaltung verlangt. Gleichzeitig wurde dem Betriebsrat der am Bau beteiligten Arbeiter mitgeteilt, daß die Regierung jedem Arbeiter zu einem Richtfest 5 Mark bewillige unter der Voraussetzung, daß das Richtfest der Studentenschaft gemieden werde. Der Betriebsrat erklärte jedoch, daß dis Arbeiterschaft die Spende der Regierung a b l e h n e und sich geschlossen am Fest, das die Studentenschaft veranstalte, beteiligen werde. Daraufhin sperrte das Kultusministerium der Heidelberger Studentenschaft die Beiträge, die die die Studenten s e l b ft pro Semester in Höhe von drei Mark aufbringen müssen. Das Fest, an dem sich der größte Teil der nicht korporierten Studenten und geschlossen sämtliche studentischen Korporationen beteiligten, und an dem die gesamte Sau- belegschaft teilnahm, verlief in vollster Harmonie. Großer Moorbrand in Mecklenburg. In der Gegend von Schwechtenberg wütet ein Moorbrand, der eine Fläche von 1000 Morgen ergriffen hat. Unter der Grasschicht liegt eine etwa vier Meter dicke Torfschicht, die von dem Feuer erfaßt wurde. Die Feuerwehr versucht, durch Auswerfen von Gräben das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Aegypten am Vorabend einer Revolution? Die Haltung Englands. London, 14. Juli. (WTB.) „Daily Mail" spricht die Befürchtung aus, daß Aegypten unmittelbar vor einer Revolution stehe. Der diplomatische Korrespondent des Blattes schreibt: Führende ägyptische Rationalisten in London und Kairo sprechen ganz offen von der kommenden Revolution; sie erörtern die Möglichkeit der Ausrufung einer ägyptischen Republik mit Rahas Pascha als erstem Präsidenten oder die Möglichkeit einer Absetzung des Königs Fuad und die Ausrufung seines Sohnes, des zehnjährigen Prinzen Farouk, zum König. In diesem Falle würde die Regierung von einem natürlich aus Wasd-Mitgliedern bestehenden Regentschaftsrat geführt werden. — Auch „Daily Rews and Chronicle" befaßt sich mit der Möglichkeit von Llnruhen in Aegypten und sagt, König Fuad habe anscheinend beschlossen, ohne Parlament zu regieren und lo gut wie ganz Aegypten herauszu- i o r d e r n. Für den Fall ernster Llnruhen verlasse der König sich offenbar auf die Hilf« britischer Bajonette. Unter diesen Llm- ständen habe die britische Regierung die Pflicht, dem König unverzüglich zu sagen, daß sie zwar Leben und Eigentum der Ausländer in Aegypten, nich t aber den König selbst vor den Folgen seiner verfassungswidrigen und herausfordernden Handlungsweise schützen werde. Oie Wetterlage. o 43 95* Kami Wien 1----------inac —"zz3r 19 Par 5 v 1 0 2.1 o (k 21 _ Klflflcnl Xrmont t Q3A । 7 uWXotrdten- 17 \rt577S ©Wolkenlos. o netter. O naro otdecn O womit). • oedectx «Rege< # Schnee C. Graupein > Nebel K Gewitter.®Windstille. seif leichter Osi y massige'"Soflsodwesi q stürmischer «ordwesl Oie pfeiie fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen dienenden Za» len geben die Temperatur an. Die Linien eeröindeo Orte mit gleiche® Dann seht er sich auf seine Maschine und mäht die Halme nieder. Was einst Wochen in Anspruch nahm, wird heute in einigen Tagen erledigt. Lind wo ist das Dreschen mit den Flegeln, das den halben Winter ausfüllte, geblieben? In kurzer Zeit klopft die Dreschmaschine die Körner aus den Aehren. Und trohdem sollten wir auch heute immer wieder unsere Kinder dazu erziehen, daß kein Mißbrauch mit den Aehren, mit dem Brot, getrieben wird. Das ist gewiß kein Aberglaube, und Ehrfurcht sollte jeder Mensch empfinden beim Anblick der Getreidefelder, eine Ahnung sollte unser Herz durchziehen von dem wunderbaren Werden und Gedeihen draußen in der Ratur. Roch vor kurzem schwangen die Halme wie grüne Wogen auf und nieder, und nun ist die Ernte vor der Tür. Stolz stehen noch viele Aehren da, nur leicht gebeugt von der Schwere der Körner. Bald wird der Erntewagen kommen und die goldne Fülle heimfahren in die Scheunen. Die Dreschmaschine wird ihr einförmiges Lied singen, und die Körner wandern zur Mühle, zum Bäcker ... Hinaus in alle deutschen Häuser: Linser Brot! Gesät einst, als kalte Rovemberwinde bliesen, geschützt von einer lichten Schneedecke kamen die grünen Spihchen hervor in den Frühlingstagen, wuchsen und streckten sich, die Aehren erschienen, und langsam begannen die Halme zu bleichen ... Run ist Erntezeit ... Sensen und Sicheln fingen. P. Daten für Mittwoch, 16. Juli. Sonnenaufgang 4.01 Uhr, Sonnenuntergang 20.10 Uhr. — Mondaufgang 22.40 Uhr, Monduntergang 9.44 Uhr. 622: Hedschra (Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina), Beginn der mohammedanischen Zeitrechnung; — 1857: der französische Dichter I. P. de Börangcr in Paris gestorben; — 1872: der norwegische Polarforscher Roald Amundsen in Borje geboren; — 1890: der Dichter Gottfried Keller in Zürich gestorben. Giessener Wochcnmarktprcise. Es kosteten auf dem heuttgen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180 Pfennig das Pfund, Matte 30 bi- 35, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben (Bund) 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30 bis 35, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grüne) 20 bis 25, Bohnen (gelbe) 25 bis 30, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 60, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln (alte) 4Vi bis 5, Kartoffeln (neue) 6 bis 7, Kartoffeln (Zentner) 3,80 bis 4Mk., Birnen 20 bis 35, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 20 bis 40, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 20 bis 25, Iohannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 50 bis 80, Pflaumen 30 bis 35, Mirabellen 50 bis 55, Himbeeren 45 bis 50, Aprikosen 50 bis 55, Pfirsiche 55 biS 60, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 60 biS 70 Pfennig das Pfund; Lauben 70 biS 80, Käse (zcchn Stück) 60 bis 140, Eier 11 bis 12 Pf daS etüd, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 20 bi- 40, Sinmachgurken 3 bis 6, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15; Radieschen (Bündel) 10 bis 15 Pfennig das Stück. Äornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Wir wollen träumen ...!", 20 bis 22 Uhr. — Vortrag über das Thema „Schauen des ewigen Seins des Urgrundes aller Dinge" von Auguste Eiders (Krefeld), 20 Uhr, Hörsaal 44 der Universität. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die verschwundene Frau" und „Vater, ich klage dich an". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute abend Premiere von Sascha Guitrhs Komödie „Wir wollen träumen". Die Spielleitung des Stuckes, das auf den größten deutschen Bühnen starke Erfolge hatte, fuhrt zum ersten Male in Gießen Hans Hais, der auch zugleich mitspielt. Ferner wirken mit Maria Koch und Hans Tannert. Die Vorstellung beginnt um 20Llhr. — Historische Fachschaft an der Lan- dcsuniversität. Auf Einladung der Fachschaft spricht morgen 20 Llhr c. t. im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstr. 34, Herr Archivdirektor Llniversitätsprofessor Dr. I. R. Dieterich über das Thema: „Die Reichsreform und Hessen, mit besonderer Berücksichtigung der historischen Dorckussetzungen". Der Vortrag dürfte in weiteren Kreisen Interesse finden und ist deshalb öffentlich. Der Ober* hessische Geschichtsverein lädt seine Mitglieder noch besonders zur Teilnahme ein. Der Eintritt kostet 30 Pf.; für Studierende ist er frei. * ** Neue Hilfsmaßnahmen für 23er« sorgungsanwärter. Für die Inhaber des Zioilversorgungsscheins, des Polizeidienslscheins und des Bcamtenscheins ist von Bedeutung, daß nunmehr die fünfte Ergänzung der Anstellungsgrundsätze oom Reichsrat beschloßen und vom 16. Ausschuß genehmigt worden sind. Diese Anstellungs- grundsätze beziehen sich auf das Wehrmachtoersor- gungsgesetz Paragraph 11, Schutzvolizeigesetz Paragraph 2, Reichsversorgungsgesetz Paragraph 33. Der äußere Anlaß zur Vorlage dieser fünften Ergänzung war gegeben durch die neuen Besoldungsgesetze. Die große Zahl der Dersorgungsanwärter (13 000) und der Beamtenscheininhaber (23 000) erfordert eine möglichst strikte Durchführung der Vorschriften. Als besonders wichtig ist, wie der Verband der Kriegs- beschädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Knffhäuser" mitteilt, der neue Absatz 3 des Paragraphen 46 der Grundsätze hervorzuheben, wonach Kommunalbehörden oder eine der im Paragraph 4, Absatz lb bezeichneten Körperschaften durch die Aufsichtsbehörde veranlaßt werden können, bestimmungswidrige Stellen- besetzungen rückgängig zu machen. Der 16. Ausschuß nahm hierzu noch folgende Entschließung an: Die Reichsregierung ist zu ersuchen, alsbald in die Prüfung der Frage einzutreten, wie die Uebernahme der Dersorgungsanwärter weiter gefördert werden kann. *• Sonderzug nach Mainz. Auf Veran- lassung des Hessischen Sängerbundes verkehrt am kommenden Sonntag, 20. Juli, ein Sonderzug nach Mainz zur offiziellen Befreiungsfeier mit folgendem Fahrplan: Abfahrt: 6.30 Uhr ab Gießen (Rückkunft 21.32 Uhr), 6.53 ab Butzbach (21.10), 7.06 ab Bad- Nauheim (20.56), 7.15 ab. Friedberg (20.47), 7.41 ab Bad Homburg (20.22), 8.26 an Mainz-Kastel (ab 19.30). Die Benutzung dieses Sonderzuges erfolgt auf Sonntagsfahrkarten und ist für jedermann zugänglich. Die Mainzer Sängerschaft holt die ober- hessischen Sangesbrüder in Mainz-Kastel am Bahnhof ab und geleitet sie zu den reservierten Plätzen, die jedoch nur für diejenigen Sänger bestimmt sind, die auch an der Kundgebung des Hessischen Sängerbundes aktiv teilnehmen. ** Oberhessischer Geschichtsverein. Am nächsten Sonntag, 20. Iuli, unternimmt der Oberhessische Geschichtsverein seinen diesjährigen Ausflug unter der kunstgeschichtlichen Führung von Llniv.-Prof. Dr. Rauch. Gin Post-Omnibus wird die Teilnehmer zunächst nach Hirzenhain bringen, wo Lehrer Sauer (Ober-Lais) einen kurzen Vortrag über das Kloster und die Eisenhütte halten wird. Das gemeinsame Mittagessen findet im Kasino des Eisenwerks statt. Darnach Weiterfahrt nach Lißberg, wo die Burgruine und gegebenenfalls auch das Wasserkraftwerk besucht werden soU, und Ortenberg. Dort wird Lehrer H e u s o h n (Lorbach) auf dem Gang durch Stadt und Schloß über die Geschichte Orten- bergs sprechen. Auf der Rückfahrt nach Gießen wird zunächst noch Bad Selters besucht mit seiner von einem Wehrfriedhof umgebenen Kirche und dann Konradsdorf mit seinem romanischen Kloster. Durch diesen Ausflug werden die Teilnehmer einerseits etwas von der oberhessischen Landschaft keimenlernen und anderseits einen Einblick in die Kultur unserer mittelalterlichen Vorfahren gewinnen. (Wir verweisen auf die Anzeige vom Freitag, 11. Iuli.) *• Zirkus Barum kommt nach Dießen. Er bringt auf zwei Sonderzügen das Riesenviermastenzelt, 6000 Besucher fassend, große Stallzelte, 100 Wogen, Traktoren, Raupenschlepper, Zugmaschinen usw. Barum bringt einen rollenden Zoo und eine interessante Dölkerschau; er zeigt, wie man unS mitteilt, Spitzenleistungen europäischer Arttstik: fliegende Menschen am schwingenden Trapez, japanische Antipodenspieler und Iongleure: von den Tierdressuren sind zu nennen: das Champagnergelage im Löwenkäfig, das große Pferdekarussell mit fünfzig Vollblütern, Elefanten aus Ceylon, Bären, Kamele, Dromedare, Zebras, die seltenen Paks und indische Zebus. Liebhabern der zirzensischen Kunst dürften mit dem Gastspiel einige genußreiche, belehrende und unterhaltende Stunden bevor stehen. (Dgl. heuttge Anzeige!) '• Erledigte Stellen. Im Kreise Schotten sind an folgenden Volksschulen evangelische Lehrerstellen erleditzt: in Breungeshain, in Burkhards, Gichelsachsen, Gonterskirchen, Groß- Eichen, Helpershain, Höckcrsdvrf, Michelbach, Ober-LaiS, Ober-Seemen, Rainrod, Ruppertsburg, Sellnrod, Lllrichstein. Mit Ausnahme von Rainrod, wo eine Wohnung schwer zu bechaffen ist, sind Dienstwohnungen vorhanden und frei. — Erledigt ist außerdem eine Schulstelle für eine evangelische Lehrerin an der Volksschule in Gedern. •• Prüfung für Gesanglehrer an höheren Schulen. Die nächste Prüfung für Gesanglehrer an höheren Schulen findet voraussichtlich im Laufe der Monate Rovember oder Dezember in Darmstadt statt. Meldungen sind bis zum 1. Oktober an das Hessische Ministerium für Kultus und Dildungswesen zu richten. " V. H. C. Ein von Touristen wenig besuchtes Wandergebiet, den Schelder Wald, hatte sich der D. H. C. Gießen am letzten Sonntag als Ziel er- koren. Der karge Besuch ist um so verwunderlicher, als gerade diese Gegend landschaftlich von überaus hohem Reiz ist, allerdings auch ziemliche Anforderungen an den Fußgänger stellt. Infolge des Tags vorher und auch in der Rächt niedergegangenen Regens hatte sich nur eine kleine Schar unentwegter V. H. Cer, darunter auch einige Damen, am Dahichof eingefunden, um den Frühzug über Dillenburg nach Eibelshausen zu benutzen. Auf guter Landstraße ging es dann zunächst nach Simmersbach, von wo man den 537 Meter hohen Staffelböll bestieg, unter dessen Gipfel sich die Philippsbuche mit der Landgraf- Philipp-Denkmal befindet. An dieser Stelle, der ehemalig hessischen Grenze, wurde 1552 Philipp der Großmütige nach fünfjähriger Gefangenschaft von seinen treuen Hessen empfangen. Rach einem bei der herrschenden Naren Luft prächtigen Ausblick nach den Bergen des Hinterlandes und des Schelder Waldes frieg man abwärts, um auf der anderen Talseite über die Simmersbacher Höhe zur Mittagsrast nach dem hochgelegenen Hirzenhain zu gelangen. Der Weitermarfch führte auf wundervollen Waldwegen nach dem schön gelegenen Ranzenbach, dessen Fachwerkshäuser, alle in einem einheitlichen, eigenartigen Stil gebaut, das Entzücken der Wanderer bildeten. Durch das idyllische, vielfach gewundene Ranzenbachtal ging es sodann zum Endziel Dillenburg, von wo aus, nach nochmaligem Aufenthalt, die Heimfahrt erfolgte. "DerLaulsprecheralsVogelsch suche. Ein Landwirt bei Kassel, der sich dauernd darüber ärgerte, daß die Vögel feinen Obstbäumen Besuche abstatteten, kam auf eine geniale Idee. Er brachte auf seinem höchsten Kirschbaume den Lautsprecher feines Radioapparates an und bot den Vögeln das Rundfunkprogramm dar. Der Erfolg war glänzend. Die gefieberten Gäste umkreisten aufgeregt und fas- sungslos die Obstbäume, die plötzlich musikalisch geworden waren, und getrauten sich nicht mehr in ihre Nahe. Der Lautsprecher als Vogelscheuche hat also seine Probe glänzend bestanden. Oberheffen. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 14. Juli. Am 27. Juli be- absichtigt die Evangelische Gemeinschaft (nicht die evangelische Gemeinde, wie gestern berichtet wurde) ihr Iahresfest zu begehen. — Als bemerkens- werte Verbesserung ist die Regulierung und Planierung des Bürgersteigs für Fußgänger neben der Provinzial st raße Frankfurt — Gießen — auf der Nordseite des Dorfes — zu verzeichnen. Die holperigen Steine werden möglichst beseitigt und das ganze eingeebnet, wodurch ein einigermaßen flacher Fußweg geschaffen wird, welcher noch mit sauberem Abdeckmaterial zu versehen wäre. CO Klein-Linden, 14. Juli. Einen schönen Erfolg kann der hiesige Gesangverein „Eintracht" (Vorsitzender Werkmeister Aug. B ö ck i n g) für sich verbuchen. Er nahm am letzten Sonntag am Gesangswettstreit des Mannergesangvereins „Liederkranz" Büdingen in Büdingen teil und errang in der Abteilung 1. Landklasse den ersten Klassen- preis, den Ehrenpreis und den höchsten Ehrenpreis. Seinem Ehorleiter Musiker Heinrich Kohlet (Grohen-Linden) wurde der Dirigentenprei» zu- gesprochen. Der Verein und sein verdienstvoller Dirigent können mit großer Befriedigung auf den Erfolg blicken. — Am Sonntagabend hielt unser Ort-geistlicher, Pfarrer Bremmer, im Saale der Wirtschaft „Zur Burg" einen Bortrag über Reiseeindrücke aus Italien, Land und Leute, und di« Schönheiten der allen und neueren Werke römischer Baukunst. Vortreffliche Lichtbilder, zum Teil von dem Vortragenden selbst ausgenommen, ergänzten die Ausführungen des Redners, die von den Zuhörern mit großem Interesse ausgenommen wurden. ED Lollar. 13. Juli. Der Tv. Lollar e. D. errang bei Den leichtathletischen Gaumeister- schasts-Wettkämpfen des Turngaues Lahn-Düns- berg wiederum glänzende Erfolge. 3n allen belegten Konkurrenzen placierten sich die LoNcrrer Kämpfer für die Entscheidung. Richt weniger als vier erste Siege, fünf zweite Siege und sechs dritte Siege konnten erworben weroen. Bei den Senioren gewann G r o ß h a u s die 100 Meter im Endlauf, nachdem er auch schon Vor- und Zwischenlauf gewonnen hatte. Hierdurch dürfte die Lleberlegenheit von Großhaus klar bewiesen sein. Auch im Hochsprung zeigten die LoHarer gute Leistungen. Leider erreichte Wissemann seine sonstige Sprunghöhe von 1,65 bis 1,70 Meter nicht, wurde dadurch zweiter, Frank wurde dritter Sieger. Auch bei den Wurfkonkurrenzen lagen die LoHarer in Führung. Wissemann erbrachte die beste Leistung im Speer-, Dietz im Diskuswurf, hier wurde Wissemann dritter Sieger. Beim Kugelstoßen besetzte Dietz die zweite und Agel die dritte Stelle. Auch belegte Agel beim Steinstoßen den zweiten Platz. Die Iugendlichen von Lollar zeigten ebenfalls schöne Leistungen. Klein wurde im 100-Meter- Lauf erster und Klinke! zweiter. Im Weitsprung wurde Klein dritter, Gerte im Speerwerfen zweiter und im Hochsprung dritter Sieger. Die 4xl00-Meter-Staffel wurde bedauerlicherweise disqualifiziert, nachdem sie den Borlauf überlegen gewonnen hatte. Zu dem sofort eingelegten Protest wurde keine Stellung genommen. Die Mitglieder des Tv. Lollar befinden sich daher in großer Mißstimmung; der Dereins- vorstand sah sich genötigt, dieserhalb Schritte bei dem Gauvorstand zu unternehmen. + Grünberg. 14. Iuli. Rachdem kürzlich unsere Rachbarstadt Laubach ihr neues Schwimmbad eingeweiht hat, ist man auch hier dem Plan der Errichtung eines Schwimmbades wieder nähergetreten. Ein aus den Vertretern der Schulen, sowie den Vorsitzenden verschiedener Vereine, wie Turnverein, Vogelsberger Höhen- klub, Derkehrsverein. Fußball-Club 1926, Ski- Club, Tennis-Club und Eisvevein bestehender Ausschuß hat sich nochmals eingehend mit der Angelegenheit beschäftigt. Dabei wurde die Platzfrage zunächst ausgescl-altet, da man der Meinung war, daß deren Lösung fachmännischer Beratung Vorbehalten bleiben müsse. In erster Linie soll versucht werden, die finanzielle Frage befriedigend zu lösen. Ein im Winter dem Gemeinderat vorliegendes Projekt, das annähernd 30 000 Mark erforderte, wurde aus finanziellen Gründen zurückgestellt, da der Stadt das Risiko hierfür zu groß schien. Der Ausschuß war der Meinung, daß sich durch Lösung von Dauerkarten für einen bestimmten Zeittaum, zu der sich die zahlreichen hiesigen Freunde des Badens und Schwimmens bereitfinden würden, der größte Teil des auf zunehm enden Kapitals verzinsen würde. Es ist deshalb ein Aufruf an die Bürgerschaft beschlossen; außerdem haben sich eine Anzahl Männer bereit erklärt, durch mündliche Werbung von Haus zu Haus Llnterschriften zu sammeln, die zur Lösung von Dauerkarten für das zu errichtende Schwimmbad für eine Dauer von mehreren Iahren verpflichten. Gelingt es. möglichst zahlreiche Llnterschriften mit einer Summe zusammenzubringen, die eine Verzinsung des Daukapitals garantiert, dann wird wohl auch der Gemeinderat seine Zusttmmung zu der Errichtung eines Schwimmbades geben. is. Steinbach, 14. Iuli. Das 3 Verbandsturnfest des Südwe st deutschen Turnverbandes wird am 19.. 20 und 21. 3uli hier abwehalten, verbunden mit der 25- jährigen Gründungsfeier des Turnvereins Steinbach. Zu den Samstagmittag beginnenden Wettkämpfen werden etwa 600 Turner und Turnerinnen an treten. Der Turnverein Steinbach, insbesondere die einzelnen Festausschüsse bemühen sich sehr, um die erscheinenden Dundesvereine und Gäste würdig zu empfangen und die nötigen Rachtquartiere bereitzustellen. Der große Festplatz liegt am Ausgang des Dorfes an der Sttaße nach Annerod. An beiden Hauptfesttagen wird vom Kraftverkehr Hessen ein ständiger Pendelverkehr zwischen Steinbach unb Gießen unterhalten. Verantwortlich für Lokales: 3.23.: Dr. Thyriot. Hildo Mont* ■■r Wä WÄ für den Fussboden 'rejD£. ^bvhenl(o^eiiäesTabak-£iHkpu^ verpflichten uns, sehr sorgfältig - unter Ausnutzung aller technischen Neuerungen - zu fabrizieren. Es wäre Vergeudung, durch unsachgemäße Verarbeitung die vorzüglichen echten Orient-Tabake nicht rein und voll entwickelt zur Geltung zu bringen, A-G . Saisonausverkauf Jetzt Stück M. 13.80 5071D Auf alle übrig. 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Nach seiner Achtstundenrede, der Unterwerfung der Rechtsopposition und der einstimmig angenommenen Vertrauenskund- gebung für ihn wird jetzt unvermeidlich di« Durch- segung sämtlicher einflugreicher Aemter mit seinen Getreuen und seine eigene einmütig« Wiederwahl auf den Polten des Generalsekretärs der Partei folgen und fein Triumph ist vollständig — allen Gesetzen der Logik zum Trotz. Aber wer bringt in diesen Ionen des Taumels der Generallinie in Moskau noch Verständnis für logisches Denken auf? Hätte man neben der Begeisterung, die alle Gehirnwindungen der Gesinnungstüchtigen aussüllt und alle Zeit der Delegierten in Anspruch nimmt, noch Muße die Generallinie, dieses Monstrum, das heute zum A und zum O jeder kommunistisch-bolschewistifchen Politik geworden ist, auf ihre Bestandteile zu untersuchen und das Soll mit dem Haben objektiv und fachmännisch zu vergleichen, so würde man heraussin- den, daß der Diktator sich — eines Plagiats schuldig gemacht hat und daß zum frühzeitigen Jubilieren wahrlich kein Anlaß oorliegt. Man muß in der Entwicklung zurückgreifen, um die Bedeutung der Dinge zu ermessen und das Wesen der Kämpfe aufzuzeigen, die sich gegenwär- tig in Moskau abspielen. Denn das ist das Heber- roschende und Irreführende an dieser Tagung, daß es ihrem Beranstalter Stalin gelungen ist, den Kampf der Meinungen vom Wesentlichen, ja, Entscheidenden auf ein Gebiet obzulenken, dos. für die unkomplizierte Volkspsyche zwar mehr Anziehungs- traft besitzt, den Kern der Ereignisse aber kaum berührt. Den Gegenstand aller Kämpfe innerhalb der Partei bildet die „Generallinie", die Aktionsprogramm der Partei und Regierungspro- gramm zugleich sein soll. Der Trotzkismus, die „linke Berirrung", ging von der Tatsache des vor- nehmNch agrarischen Charakters der Sowjetunion aus und forderte die Dollsozialisierung der Landwirtschaft als Vorbedingung für die Industrialisierung des Londes. Man fürchtete aber di« Schwierigkeiten. Und man hatte sich in die Lieblingsidee, „die größten Industrieländer der Welt einzuholen und zu Überholen", so verrannt, daß es ein Zurück oder auch nur eine Verlangsamung des Tempos dieser 3tabuftrialifierung nicht mehr geben konnte. QTlfo wurde Trotzki für einen Ketzer erklärt, in die Wüste geschickt, ocrbannt. ilnb erst ein Jahr später, als Stalin erkannte, daß die Schaffung der Riesenindustrie aus staatlicher und kollekttvistischer Grundlage nicht unabhängig von der Aufrechterhaltung des Prinzips der Privatbewirtschaftung in der Landwirtschaft möglich ist, machte er sich kurzerhand Trotzkis Kollektivisierungsprogramm zu eigen. Der Trotzkismus ist also heute das Prachtstück der Generallinie — nur sein geistiger Vater ist auch weiter verfemt und angefeindet und schmachtet in der Verbannung. Der Bolschewismus Stalins kennt keine Dankbarkeit und kein geistiges Ilrhebertum. — Mit der Verkündung der verschärften Landkollektivisierung setzten jene Vorgänge ein, die im Frühjahr dieses Jahres wie eine Lawine über das Land herein- brachen und alles zu ersticken und zu zerdrücken drohten. 3m März rief Stalin — was seine An- Hänger noch heute als eine überaus mutige Tat rühmen — denjenigen seiner ungestümen Getreuen, die ihn selbst noch übertrumpft hatten, sein Halt zu. Er lenkte ein — und entsprach damit auss Haar jener Forderung der Bucharin, Der vierte Weltschachkongreß in Hamburg. v LjI#' t V 1 Oben links: Blick in den Kongreßsaal während des Turniers Deutschland — England. Die Porträts von unten links nach oben rechts. Tartakower, We Itmeifterin Vera M « nschik, Richter (Deutsch- land), S ä m i J ch (Deutschland). Rhkow und anderer, machte die Wünsche der Rechtsopposition zum obersten Grundsatz seiner neuen Bauernpolitik. Denn nach seinem bekannten Aufsatz über den Erfolgstaumel" hatte seine neue Politik in Wahrheit nichts mehr mit der bis dahin als heilig angesprochenen Generallinie zu tun. Die „Rechtsabwcichung" hatte in diesem Aufsatz einen vollen Sieg davongetragen, und, so gesehen, konnte Rykow aus dem jetzigen Parteitag mit dem besten Gewissen erklären, daß er sich die Generallinie zu eigen mache, daß sie allein richtig sei. Aber noch nie hat „der Mann aus Stahl" seinen Gegnern etwas verziehen, am allerwenigsten eine geistige Riederlage. Daß er ohne die Entlehnung trohkistischer und rechtsoppositioneller Gedankengänge nicht ausgekommen ist, daß die gegenwärtige Generallinie nichts anderes darstellt, als eine geschickte Kreuzung von Trotzki und Bucharin, das ist seine größte Wut. Mit allem Haß, dessen dieser wilde Kaukasier sähig ist, verfolgt er seine Gegner, denen die Entwicklung Recht gegeben hat. Bucharin, Rhkow, Tomski sind ihm stets ein lebendiger Vorwurf und sie bedeuten die Gefahr ständiger neuer Kritik. Deshalb hat er diese Auseinandersetzung mit den Oppositionellen in den Mittelpunkt des ganzen Kongreßgeschehens gestellt und selbst seinen Bericht nur immer mit einem Seitenblick auf die Opposition abgesaßt. — Und dennoch war die Entscheidung bis zum letzten Augenblick fraglich In der Sturm- und Drangzeit der Kollek- tivisierung, als der Brotmangel erschreckend wuchs, der Bauer nicht abliefern wollte, die städtische Bevölkerung und selbst der ergebene kommunistische Arbeiter zu murren begann, als Karten auf alle, wirklich auf alle Bedarfsartikel eingeführt werden mußten, als sogar die Rote Armee Symptome der Unzufriedenheit zeigte, wurde Stalin aufgefordert, endlich den Parteitag zur Berichterstattung einzuberufen. Der Thron des Diktators wankte. Die Vernünftigen im Lande und die Oppositionellen in der Partei sahen die Stunde der Abrechnung gekommen. Aber noch einmal hat eS sich gezeigt, daß dieser Mann an Schlauheit alle übertrifft, baß eine geschickte Handhabung des Parteiapparates die Durchführung des Terrors auch gegen die höchsten Spitzen ermöglicht. Die von der Rechtsopposition geforderten Milderungen hatten eine Entspannung gebracht, und mit voller Wucht warf sich jetzt Stalin auf seine Gegner. Sie wurden verdächtigt, fielen in Ungnade, wurden abgehalftert, imb zu Zehntausenden gingen die Leute von der Partei, die „ Apparati sten", aufs Land, um das Dors zu bearbeiten und auf Grund besonderer Vollmachten die künftigen Kongreßvertreter zu bestimmen. In der Cndphase dieses Kleinkrieges hat sich hinter den Postenketten, die vor der staatlichen Oper auf dem Theaterplah stehen und die Zulassungskarten der Delegierten zum Kongreß dreimal prüfen, manche Szene abgespielt, die in Europa undenkbar wäre. „Aus dem Bauche sollen sie angekrochen kommen", so hat Stalin einst die Linken zurückgewiesen, die ihren ersten schüchternen Entschuldigungszettel schrieben. Jetzt haben es auch die „Rechten" getan — zum Teil wörtlich verstanden! Daß sie alle beseitigt, wahrscheinlich „zur Kur" nach dem Kaukasus oder Sibirien verbannt werden und nicht mehr auf ihre Posten zurückkehren, steht außer jedem Zweifel. Denn noch nie hat Stalin Gnade gekannt. Wenn man in Westeuropa den Kopf schüttelt, da es sich doch sozusagen um den Ministerpräsidenten, den höchsten Würdenträger des Landes handelt, so möge man bedenken, daß sich das alles in der Atmosphäre des rabiaten Halbasiaten Dschugaschwili-Stalin abspielt. Stalin, der nach diesem Kongreß mehr denn je als der Inbegriff aller Macht in Moskau zu gelten haben wird, hat in seiner Rede ein Bild „der sowjetistischen Blüte und des europäischen Riederganges" zu malen versucht, das alle seine Anhänger in wilde Begeisterung versetzt hat. Cs ist in Moskau offenes (Aheimnis, daß Stalin geistig nur eine mittelmäßige Größe, daß er insbesondere in volkswirtschaftlichen Dingen absoluter Lai« ist. Ueberall hat sein eingehender, präziser, reichlich mit Zahlenmaterial belegter Bericht (der in der Prawda, TimeS- Forrnat, über fünf ganze Seiten auSfüllt) Staunen erregt. Es war ebenso bekannt, daß er auS diesem Grunde noch nie öffentlich hervor getreten ist, geschweige denn einen langen wirtschaftlichen Bericht erstattet hat. Da man ihm also den Bericht auf den Schreibtisch gelegt hat, kann man bezweifeln, ob er selbst an die Potemkinschen Dörfer glaubt, die er aufzurichten sich die größt« Mühe gab. Für die Außenwelt ist, soweit russische Innenpolitik in Frage kommt, von besonderem Interesse, daß das Tempo der verschärften Industrialisierung auch weiter beibehalten und daß der Periode der vorübergehenden Bremsung in d«r Bauernpolitik eine neue Kollektivierungswelle folgen soll. Unbestreitbar hat die Industrieentwtcklung Fortschritte zu verzeichnen, die auch in Europa nicht abgestritten oder auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. Die zunehmende 11 m- stellung jedes Geschäfts mit den Russen zeugt davon. Und nach wie vor ist hervorzuheben, daß Rußland mit seinen reichen Raturschatzen theoretisch Selb st Versorger sein und sich in einer langen Reihe von Warengruppen vorn Ausland unabhängig machen konnte. Daß aber die von Stalin genannten Zahlen in allen Stücken richtig die wahre Lage wiedergeben, ist ebensowenig wahrscheinlich wie eS abwegig wäre, anzunehmen, daß man sich heute in Moskau über die Schwierigkeiten, die einer wirklichen Industrialisierung des Landes noch im Wege stehen, ein richtiges Bild macht. Denn trotz der angeblich so riesenhaft angewachsenen Produktion ist der Warenhunger nie größer gewesen als heute und trotz der hereingebutterten Milliarden ist der praktische Ruheffekt bis heute gleich Rull. Dem Auslarrd wird Stalin nichts vormachen können, für Europa bleiben allein seine Feststellungen von Interesse, daß alle Auhenbeziehungen Moskaus sich auch weiter auf der Grundlage des Außenhandelsmonopols vollziehen werden und daß die Union sich im Falle von Kreditgewährung zu Verhandlungen über eine Schulde n a ne r k en n u n g bereit zeigen wird. Alle übrigen Ausführungen Stalins beweisen nur, daß Rußland auch weiter zwar das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bleibt, aber auch das Land der Knute und das Land der Potemkinschen Dörfer. Verkehrshindernisse in Lollar. tD Lollar, 14. Juli. Unsere Ortsdurchfahrt (D- Straße) weist verschiedene Verkehrshinber- nisse auf, die insbesondere für die zahlreichen Fußgänger eine erhebliche Gefahr bedeuten. Gs handelt sich dabei einmal um die Treppen vor den Häusern Zimmermann und D ö lp, ferner um die zu schmalen Brücken über Mühlgraben und Lumda. Die Gemeindevertretung hat sich seit Jahren in Erkenntnis dieser Unzuträglichkeiten für deren Beseitigung eingesetzt. Alle Bemühungen sind aber bisher ohne Erfolg geblieben. Die beiden Drücken nehmen nur die Fahrbahn auf, so daß die Fußgänger gezwungen sind, den Strahendamm zu benutzen, was bei dem lebhaften Durchgangsverkehr an dieser Straße erhebliche Gefahren in sich birgt. Die Provinzialdirektion in Gießen hat nach einer Besichtigung fest gestellt, daß die Brücken verbreitert werden müssen, gleichzeitig jedoch darauf hingewiesen, daß für die notwendigen Arbeiten in absehbarer •Seit keine Mittel zur Verfügung stehen. Auch wegen der beiden Treppen sind bereits jahrelang Verhandlungen geführt worden: besonders die eine, welche über den ganzen Bürgersteig hinaus bis zur Straßenrinne reicht, stellt ein erhebliches Verkehrshindernis dar. Da die Gemeindevertretung den hier bestehenden Zustand nicht verantworten konnte, ersuchte sie das Kreisamt in Gießen um geeignete Maßnahmen. Mit der hieraus eingegangenen Stellungnahme des staatlichen Hochbauamtes in Gießen hatte sich der ®e- Tuberkulose-derTod des Genius Von Or. Oscar Orszagh, Chefarzt des Königin-Elisadeih-Kranlenhauses Budapest. Bei meinem vieljährigen Studium der furchtbaren Menschheitsgeißel fiel mir die seltsame, aber imtxrtennbare Tatsache auf, daß ungewöhnlich viel geniale Menschen zu den Opfern der Tuberkulose zählen. Erschütternd ist es, die Rastlosigkeit unb Unruhe des Genies in seinen Werken zu beobachten und dabei als Arzt zu seherr, wie die tödliche Krankheit im Innern wühlt und frißt, wie sie ihr Opfer ganz durch- dringt und nach jahrelangem — und dennoch für die Menschheit zu kurzem — Kampf zu Boden streckt. Das moderne wissenschaftliche Rüstzeug läßt uns heute einen tieferen Einblick in die Ursachen und Symptome der Krankheit tun, als es den Aerzten einer früheren Zeit möglich war: fo zeigen sich bei Schiller, bei Paganini, bei Mozart, Chopin und Goethe die Spuren der Tuberkulose: auch Franz von Assisi und Schubert sind an der Tuberkulose gestorben. Die zeitgenössischen Aerzte konstatierten allerdings bei Schubert Rervenfieber als Todesursache, während sie bei Chopins Krancheit lange Zeit hindurch ebenfalls falsche Diagnosen stellten. Friedrich Schiller zog sich im Jahre 1791 eine Lungenentzündung zu und klagte noch lange danach über heftige Stiche in der rechten Seite der Brust. Eine namhafte Geldsumme wurde ihm von dänischen Verehrern für eine Kur übersandt — aber es war zu spät, die Auszehrung hatte Deutschlands edelsten Dichter ergriffen. Als „Medikus" wußte Schiller nur zu gut, daß seine Tage gezählt waren: gerade deshalb arbeitete er mit fieberhafter Energie und leistete damit dem schleichenden Tod nur Vorschub. Kurz vor seinem Tod kam er mit seiner Familie nach Berlin und wurde hier mit königlichen Ehren überhäuft: aber die Ehrungen beglückten den Todgeweihten nicht mehr. Sein starker Geist war von den unheildrohenden Boten der Tuberkulose, von dem Husten, dem Lungenbluten, den Brustschmerzen untergraben und zu Fall gebracht worden. Ricolo P a g a n i n i, der große Geigenkünstler, wurde in ärmlichen Verhältnissen geboren. Mit zwanzig Jahren war Ricolo körperlich ein schwächlicher, zurückgebliebener Junge. Er sehnte sich nach Frauen, nach Spiel und Wein, nach sorglosem Wohlleben — und in Neapel wurde er von seinem Hauswirt prompt auf die Straße gesetzt, als seine Krankheit sichtbar wurde, denn die Tuberkulose war damals (1819) gefürchteter als die Pest. Ein Freund Paganinis zerklopfte dem unglücklichen Wirt deshalb den Buckel, aber er konnte dem armen Ricolo damit nicht helfen. Paganini versuchte alles Erdenkliche gegen seine Krankheit, er wechselte seinen Wohnort häufig, hielt die Fenster seiner Räume stets offen und nahm täglich Sonnenbäder: aber fein lockeres Geben, seine weiten Reisen hatten ihn schon mit 37 Jahren erschöpft. Die übrigen zwanzig Jahre seines Lebens waren nur noch ein einziger, vergeblicher Kampf gegen die Zerstörer in seiner Lunge, seiner Kehle und seinen Kiefern. Auch Wolfgang Amadeus Mozart wurde schon als Kind von seinem Vater zu strenger Arbeit angehalten, auch er war immer schwächlich und überempfindlich. Die ewigen Geldsorgen mögen später neben der Heberarbeitung nicht wenig dazu beigetragen haben, ihn vollends zu schwächen und den Boden für die Tuberkuloseinfektion vorzubereiten. Die Gier nach Arbeit, der unaufhörliche Strom neuer Ideen ist für Mozarts Krankheitsverlaus fo charakteristisch wie die Genuhgier bei Paganinis Krankheit. — Im Jahre 1790 trat unangemeldet ein verhüllter Fremder in Mozarts Stube^ und bat ihn in starker Erregung, so schnell' wie möglich ein „Requiem“ zu komponieren. Ohne seinen Hamen zu nennen und ohne weitere Aufschlüsse zu geben, verschwand der seltsame Fremdling. Der kranke und pessimistische Komponist war von dieser Begegnung sehr erschüttert: er war überzeugt, daß er an seinem eigenen „Requiem“ arbeiten sollte und daß der Fremdling ein Bote aus einer anderen Welt gewesen sei. Mit seiner letzten Energie vollendete er unter Schmerzen und häufigen Weinkrämpfen zwei Drittel des „Requiems“ — seines letzten Werks. Rach seinem Tode stellte es sich heraus, daß der unheimliche Auftraggeber ein Graf Wallsegg-Etuppach gewesen war, der mit dem „Requiem“ seiner Frau ein Denkmal setzen wollte. Typisch war der Krankheitsverlauf bei Chopin. In früher Jugend wurde Chopin mit seiner tuberkulösen Schwester nach einem „Kurort" geschickt: dort starb aber seine Schwester, und ev selbst wurde infiziert. Eine gewisse Veranlagung zur Tuberkulose muh er wohl bereits gehabt haben, denn auch fein Vater war schwer tuberkulös. So war er schon mit 16 Jahren vom Tode gezeichnet. Aus den Rat seiner Freundin George Sand unternahm er eine Reise nach den Dalearen zu seiner Wiederherstellung: vier Tage und Rächte reifte er mit hohem Fieber und entsetzlichen Schmerzen vermeintlich der Gesundheit entgegen, um nach kurzer Zeit nur verzweifelter zurückzukehren. Auf Majorca traf er nicht herrlichen, belebenden Sonnenschein, sondern trüben Rebel und schweren Regen, den er in einer kleinen, feuchten Wohnung überstehen mußte. Bei der Rückreise wurde er als armer Schlucker nicht gerade sehr sorgsam behandelt, er erhielt das schlechteste Bett auf dem Schiff, weil es, wie die Stewards sagten, ja doch verbrannt werden mühte. — Don jetzt an geht es rapide abwärts. Rach einer kurzen Periode, wo sich Chopin in eine mäßige Lebensweise Ku schicken sucht, finden wir ihn wieder bei härtester Arbeit in Paris. Doch schon damals war der Lebenswllle in ihm abgestorben. Mit 39 Jahren war der große Künsller tot. Man wird sich wohl wundern, auch Goethe in diesem unheimlichen Reigen zu finden. Seine tuberkulöse Erkrankung wirkt rein medizinisch nicht so trostlos, wie sie ja auch. Goethes Kunst und Goethes Geben weniger beeinflußt hat. Jedenfalls war Goethe als junger Student in Geipzig auf dem besten Weg zu unheilbarer Erkrankung, er überarbeitete sich, er trank zuviel Kaffee und Dier, er wollte sich durch Bäder in eiskaltem Wasser und durch ein hartes Rachtlager unter einer dünnen Decke „abhärten" — die Folgen konnten nicht ausbleiben. Eines Rachts erwachte er mit starkem Schwindelgefühl: er hatte einen heftigen Dlutsturz und war so schwach, daß er kaum noch einen Freund herbeirufen tonnte. Tagelang schwebte er zwischen Geben und Tod, um dann doch dank seiner kräftigen Konstitution zu genefen. Die Mäßigkeit und Ruhe der späteren Jahre verschaffte ihm ein hohes 2llter, obwohl er sich später noch wegen einer Drüsentuberkulose einer sehr langwierigen Behandlung unterziehen mußte. Cs ist nicht schwer, bie Krankheitsursachen so vieler großer Männer sestzustellen. 3m 18. und zu Beginn des 19. 3ahrhunderts waren die modernen Forderungen der Hygiene unbekannt: man hauste in feuchten, unbequemen Wohnungen, nahm gegen die Tuberkulose irgendwelche unwirksamen Medikamente ein und gönnte sich keine Ruhe. Die häufige Guftbetänberung wurde als Allheilmittel angepriesen: aber in Chopins und Paganinis Fall hat sie die Krankheit nut beschleunigt. 3eber tuberkulös Erkrankte bringt in der Regel ein erstaunliches Matz von Energie auji falsch ist es. di^e Energie auf unablässige, fieberische Arbeit zu richten, wie es Mozart und Schiller taten; richtig und fast immer erfolgreich ist es, mit dieser ganzen Energie ein gesundes, mäßiges Geben zu führen und sich ausschließlich auf die Heilung zu konzentrieren, wie es bei Goethe der Fall war. Ob die Tuberkulose schöpferische Arbeiten erleichtert ober erschwert, läßt sich nicht sagen. Sicher ist aber, daß fast alle großen Künstler gerade wegen ihrer schweren Erkrankung weit mehr .leisteten als gesunde Menschen in der gleichen Begabung. Von allen Genies, die zu diesem frühen und schmerzhaften Tod verurteilt waren, hat die Menschheit schone, große und in ihrer Todesverachtung stolze Geistungen geerbt Haben Sie schon gehört... ? Außerdem... Koke geht in das Schallplattengeschäft. Rimmt Platz, blättert im Katalog und läßt sich diese und jene Platte Vorspielen. Sinnend die Melodien mitsummend, schaut er zum Fenster hinaus. Koke verlangt unersättlich weiteres Vorspiel. Rach dem dritten Dutzend jedoch wird der In- haber nervös: „Aber, bester Herr, so sagen Sie mir doch schon annähernd wenigstens, was für eine Platte Sie zu erwerben gedenken!" Erhebt sich Koke mit einem Ruck: „Gott, wenn es Ihnen nicht angenehm ist, kann ich ja gehen. Außerdem i st der Regen eben vorbei!" (Gust. Bl.) Die beiden Mädchen. „3ch habe gelesen, der Einstein fährt schon wieder nach Paris, was macht et da eigentlich immer?" .- Er besucht dort seine Verehrer, die ihn immer wieder wegen seiner Forschungen feiern.“ „Wenn man nur von diesen Forschungen eine klare 3bee hätte: können Sie mir vielleicht bie Einsteinsche Relativität erklären?" ..O ja, ich will Ihnen bas an einem Beispiel erläutern: Wenn Sie mit einem sehr hübschen unb klugen Mädchen zusammen sind, bann vergeht Ihnen bie Stunde wie eine Minute; ist das Mädchen aber mies und dumm, dann wird Ihnen bie Minute zur Stunbe: ba haben Sie bie Relativität.“ »Also ba fährt der Einstein immer mit zwei solchen Mädchen nach Paris?" .(Lust, Q3L1 mcmberat, tote schon kurz berichtet, in seine« jüngsten Sitzung zu befassen. Nach diesem Gutachten erscheint eine Entfernung der Treppen aus städtebaulichen Gründen nicht geraten. Der Gemeinderat konnte sich hiermit nicht zufrieden geben und beschloß, die nächsthöhere Instanz, die Vrcvinzialdirektion. um ihr Eingreifen zu ersuchen, da die Bevölkerung für die geäußerte Stellungnahme kein Verständnis hat, und eine Beseitigung der bestehenden Mißstände im Interesse der Verkehrssicherheit dringend geboten erscheint. Tumen, Sport und Spiel. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Große Erfolge in allen Klaffen. 5 erste, 8 zweite und 10 dritte Siege. ö. Die von der Spieloereinigung am Sonntag beschickten Nationalen Wettkämpfe des Sport- Vereins „Hessen" Frankenberg, hatten eine überraschend starke Besetzung erhalten. Durch die zahlenmäßia sehr stark vertretenen Vereine aus Kassel und die Beteiligung der Marburger Universität stand das sportliche Niveau der Veranstaltung auf einer sehr hohen Stufe, wenn auch die Bahnverhältnisse die Ergebnisse ungünstig beeinflußten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände kann man mit den Leistungen der jüngeren Aktiven zufrieden «in. Die Jugend dagegen war trotz der starken Kon- ürrenz auf der ganzen Linie überlegen und zeigte ich von der besten Seite. Nach fleißigem Training werden jetzt die Leistungen ständig besser und berechtigen zu den besten Hoffnungen. Bon den nicht placierten Athleten wäre noch G. Koch zu erwähnen, der über 3000 Meter Klasse I auf dem 4. Platz ein- kam und sich wieder stark verbessert zeigte. Leistungsklasse I: Dreikampf: 1. Schrader, Universität Marburg, 1954,75 Punkte; 2. Vesper, Minden, 1724,20 P.; 3. Seipp, 1900 Gießen, 1672 P. Durch seine gute Wurfübung siegt Schrader überlegen. W«itsprung: 1. Schwerdlich, Universität Marburg, 6,40 Meter; 2. Schrader, Univ. Marburg, 5,95 Meter; 3. Seipp, 1900 Gießen, 5,90 Meter. Seipp läuft in der Entscheidung zu großer Form auf und springt zweimal 6,20 Meter, jedoch knapp übergetreten. Speerwerfen: 1. Schrader, Univ. Marburg, 49,55 Meter; 2. Vogt, 1900 Gießen, 45,10 Meter; 3. Hopfenmüller, 1900 Gießen, 44,42 Meter. Eine Wiederholung der Bezirksmeisterschaft, bei der Bogt feinen Klubkameraden Klös und Hopfenmüller das Nachsehen gibt. Leistungsklasse II. 2 0 0 - M e te r-L a u f: 1. Rueff, Univ. Marburg, 24,8 Sek.; 2. Silber, Shir- Hessen Kassel, 25,3 Sek.; 3. Linsemann, 1900 Gießen, 25,4 Sekunden. Der bekannte Kurhesie kann den gut laufenden 1900er erst im Ziel abfangen. 15 0 0 Meter: 1. Uhlot, Kurhessen Kassel, 4:40,4 Min.; 2. Wagner, Corbach, 4:41,3 Min.; 3. Peters I, 1900 Gießen, 4:41,4. Peters, der nicht ganz auf der Höhe ist, schont sich für die noch zu laufende Staffel. Leistungskiaffe III. 40 0-M e t e r°L aus: 1. Lyongrün, Kurhessen Kastel, 57 Sek.; 2. Glagow, 1900 Gießen, 58,2 Sek.; 3. Stephan, Tura Kassel, 29 Sekunden. Glagow läuft flott und flüssig und belegt einen schönen Platz. Weitsprung: 1. Vesper, Minden, 5,70 Meter; 2. Hopfenmüller, 1900 Gießen, 5,65 Meter; 3. Krämer, 1900 Gießen, 5,45 Meter. Hopfenmüller versucht erstmalig das Weitspringen, was ihm bester liegen müßte, als der Hochsprung. Krämer ist noch zu unbeständig, kann aber bei hartem Training viel erreichen. Kugelstoßen: 1. Vesper, Minden, 10,81 Meter; 2. Dietrich, Frankenberg, 9,95 Meter; 3. Seipp, 1900 Gießen, 9,87 Meter. Seipp kommt auf dem weichen Boden nie in Schwung. Jugend Klasse A. 200-Meter-Laus: 1. Guthardt, 1900 Gießen, 24 8 Sek.; 2. Bauer, Tura Kastel, 25 Sek.; 3. Schickedanz, 1900 Gießen, 25,1 Sekunden. Schickedanz kommt im Endlauf, mit den Kurven nicht zurecht. Guthardt läuft in feiner Manier einen glatten Sieg heraus. Speerwerfen: 1. Kleedehm, Univ. Marburg, 46.72 Meter; 2. Gräf, 1900 Gießen, 46,12 Meter; 3. Grebe, Cor- Die Sünde der Renate Mercandin. Roman von Fred Reims. 20 Fortletzung Nachdruck verboten Plötzlich hielt sie inne. Laute Männerschritte hallten von dem Vestibül. Die Tür wurde aufgerissen. Der Diener trat ins Zimmer. Er hatte schlaffe Züge und erschrockene Augen. n-3toei Herren, gnädige Frau--“ Er kam nicht weiter. Einer von den beiden Männern drängte sich an ihm vorbei. Zu Renate trat er. Sekunden später hatte er den Mantel geöffnet ... am Revers gehoben. Es genügte. Wie durch einen Schleier sah Renate die Gesichter dieser beiden Männer. Sie waren völlig ausdruckslos, fast stumpf, nicht freundlich und nicht feindlich. Dennoch meinte sie zu spüren, wir die Augen dieser Männer gleichsam an den ihren klebten, wie sie jede Bewegung ihres Körpers überwachten und verfolgten. ^Biite...?“ fragte sie. Dann sah sie ein Papier mit Llnterschrift und Stempel vor ihren Augen. Einer von den beiden Mannern sagte: „Ich habe den Befehl, Sie zu verhaften, Frau Mercandin." Dann entstand eine Stille, während der der Atem und der Pulsschlag stockte. Renate hatte sich erhoben. Sie wollte sprechen und öffnete den Mund. Trotzdem kam kein Ton von ihren Lippen. Ihre Augen liefen von den beiden Männern zu dem Diener, von dem Diener wieder zu den beiden Männern. Plötzlich bäumte sich ihr Stolz. Wieder trat der Ausdruck des Stolzes in die bleichen Züge. -Das ist ein Irrtum, meine Herren", sagte sie. „Immerhin — ich habe mich zu fügen Lassen Sie mir fünf Minuten Zeit, mich anzuziehen. Ich werde nach der Iungfer klingeln, daß sie mir die Sachen herbringt — * Der Herbst hatte seinen letzten Seufzer ausgehaucht. Die Bäume waren kahl. Kalte Feuchte kroch inS Haus, beschlug die Fenster und begrub die Menschenträume unter dem Leichentuch der Ro- vembernebel. Die Hauptverhandlung gegen Frau Renate Mercandin, geborene Gräfin Armansperg vor dem Schwurgericht in Moabit begann am 17. Rovember. Gattenmord — pikante Einzelheiten aus dem Eheleben eines stadtbekannten Arztes... Lie- beSverirrungen einer österreichischen Komtesse. bad), 41,40 Meter. Der Sieger bringt einen lieber« raschungswurf, während Gräf zweimal über 46 Me- ter wirft. Jugend K l ass e B. 100-Meter-Lauf: 1. Felsing, 1900 Gießen, 12 Sek.; 2. Bergmann, Corbach, 12,2 Sek.; 3. Koch II, 1900 Gießen, 12,4 Sekunden. Felsing gewinnt in sehr gutem Stil sicher. Koch hat eine schlechte Bahn und fällt zurück. Weitsprung: 1. Gräf, 1900 Gießen, 6,10(1) Meter; 2. Felsing, 1900 Gießen, 5,90 Meter; 3. Drescher, Kurhessen Kassel, 5,75 Meter. Hier dominiert 1900, denn auch der Kasseler ist ein ehemaliger 1900er. Gräf bietet relativ die beste Tagesleistung. Kugelstoßen: 1. Grebe, Corbach, 12,01 Meter; 2. Felsing, 1900 Gießen, 11,08 Meter; 3. Brück- mann, Kurhessen Kastel, 11,07 Meter. Felsing bietet auch hier «ine Ueberraschung, die Technik muß aber noch besser werden. Staffeln. 4X100-Meter: 1. Universität Marburg, 47,2 Sek.; 2. Kurhessen Kassel, 47,2 Sek.; 3. 1900 Gießen. 48,2 Sekunden. Die Mannschaft Krämer, Bogt, Seipp, Hopfenmüller ist durch die vor- aufgegangene Olympische Staffel ermüdet. Scharfer Kampf zwischen den beiden Ersten. 4X400°Met«r: 1. Kurhessen Kastel, 4:05,2 Min.; 2. 1900 Gießen, 4:14,2 Min.; 3. Sp.B. Minden, 4:26,4 Minuten. Die Leute der 2. Rennmannschaft Glagow, Linsemann, Koch I und Schmidt laufen sehr tapfer und können mit dem guten zweiten Sieg zufrieden sein. Olym- pische Staffel: 1. Universität Marburg, 4,00 Min.; 2. 1900 Gießen, 4,05 Min.; 3. Kurhessen Kassel, 4,08 Minuten. Für Marburg entscheidet der 800- Meter-Mann das Rennen. Bogt, als Schlußmann, kann für die Spielvereinigung den zweiten Sieg durch scharfen Antritt sicherstellen. 4X100-Meter Jugendstaffel: 1. Spieloereinigung 1900 Gießen, 48,8 Sek.; 2. Kurhessen Kastel, 49,3 Sek.; 3. Tura Kassel, 51 Sekunden. 1900 in der Aufstellung Koch II, Felsing, Guthardt, Schickedanz ist durch seine Gegner keinen Moment gefährdet, trotzdem war der Rennverlauf recht interessant. V. f. 23. Leichtathletik. v. f- B. 3ugcnb — v. f. L. Wetzlar Jugend 119:85 Punkte. B. s. B. Frauen — V. f. £. Wetzlar Frauen 72:91 Punkte. Die Iugendabteilung des VfB. stand zum drittenmal der Iugend des VfL. Wetzlar im Klubkampf gegenüber. Während sie die beiden Begegnungen des Vorjahres nod> mit recht hohem Punktunterschied verlor, konnte sie diesmal ihren Gegner überlegen mit 119:85 Punkten (fünfzehn Siege) schlagen. Dies zeigt deutlich den glänzenden Aufstieg der jungen VfB.-Abteilung, deren Abschneiden um so höher zu bewerten ist, als die VfL.-Iugend bis dahin noch keinen Klubkampf verloren hatte. Beiderseits wurden durchweg gute, teilweise sogar vorzügliche' Leistungen geboten, die eine starke Formverbesserung, besonders beim Plahverein, erkennen lassen. Auch die Frauenabteilungen lieferten sich spannende Kämpfe. VfB. muht« sich mit 19 Punkten Unterschied knapp geschlagen bekennen. Die Mädchenklasse A, sonst die Stärke des Platzvereins, versagte diesmal wider Erwarten und verschenkte den Sieg. Immerhin ist dieses Ergebnis für die Frauenabteilung ein Beweis für ihr fortgeschrittenes Können, wie überhaupt die ganze, gut aufgezogene Veranstaltung ein voller Erfolg für den Plahverein war. Man hatte recht, gespannt zu fein, und versprach sich ein paar hübsche Sensationen. Es waren Einlaßkarten ausgegeben worden. Die Absperrung des großen Schwurgerichtssaales wurde durch ein Schuhmannsaufgebot bewirkt. Als sich das Portal geöffnet hatte, wälzte sich die Menge wie ein Strom, der feine Ufer übersteigt und alle Dämme niederreißt, über Treppen und die Gänge in den großen Saal. Dann chaotisches Getöse: Schimpfen, Spöttereien, schwirrende Gespräche, unterdrücktes Lachen. Knistern von Papieren. Scharren ungeduldiger Füße. Eine halbe Stunde später herrschte Kirchen- stille. Der Gerichtshof hatte Platz genommen: am Richtertisch der Präsident mit abgenommenem Barett zwischen den Geschworenen... seitwärts rechts von ihm der Staatsanwalt... gegenüber die Verteidiger... vor ihnen, auf der Anklagebank: Frau Renate Mercandin... im schwarzen Kleide, ätherisch blaß und zart, überirdisch schön, einer Heiligen gleich. Rach dem Eroffnungsbeschluh war Professor Doktor Mercandin von seiner Ehefrau im Verlaufe eines ehelichen Streites erschossen worden. Die Anklage fußte auf Indizien, wie sie schwerer kaum zu denken waren. Die Angeklagte hatte sich zur Zeit der Tat allein mit ihrem Mann im Zimmer aufgehalten. Der erste, der den Hergang der Tragödie von dem Ausgang bis zu ihren letzten Konsequenzen kennen mußte, war die Angeklagte selbst. Der zweite — dieses lag nach Ansicht des Gerichts in dem Bereiche der Wahrscheinlichkeit — war Doktor Gottfried Griebenow. Als Renate Mercandin sich zum Verhör erhoben hatte, konnte man das „3a“, mit dem sie auf die ersten Fragen Antwort gab, nur aus dem Zucken ihrer schmalen Lippen entnehmen. Man hörte kaum den Klang der Stimme. Man erfuhr, daß sie den Vater schon im zehnten Lebensjahr verloren hatte. Er war Rittmeister im Dragonerregiment Graf Paar. Die Mutter, eine Gräfin Trautmannsdorf, früher Sternkreuz- dame und k. u. k. Palastdame, lebte mit Renate, bis der Amsturz kam. in Wien. Dort lernte sie Professor Mercandin kennen, der damals auf ber Wieden eine Nervenklinik hatte, verlobte sich mit ihm und wurde feine Frau. Mercandin war Witwer. Er hatte seine erste Frau, eine dollarschwere Erbin aus den Der- ernigten Staaten, auf unheilvolle Art verloren. Man fand sie eines Morgens an dem Nagel eines großen Oelgemäldes aufgehängt. Als der Präsident verlangte, daß die Angeklagte über chre Ehe Aufschluß gebe, schwieg Renate. Der Ton des Präsidenten wurde strenger. „Wir werden später Zeugen über diesen Punkt vernehmen. Er ist wichtig. Wahrscheinlich liegt in ihm der Schlüssel zu den älnglücksdingen, die Die Ergebnisse: Iugend, Klass« A: 100 Meter: 1. Marx, V. f. L. Wetzlar, 12 Sek.; 2. Kilo, Wetzlar. 12,2 Sek.; 3. Kirchheimer, V. f. 03.08, 12,3 Sek.; 4. Sigmund. V. f. D. 08. 12,5 Sek. 20 0 Meter: 1. Marx. Wetzlar. 24,8 Sek.; 2. Säger, V. f. D. 08. 25 Sek.; 3. Iakob, Wetzlar, 25,5 Sek.; 4. Höpfner. V. f.D.08, 25,8 Sek. 400 Meter: 1. Säger, V. f. D.. 57 Sek.; 2. Kilo. Wetzlar, 1,07 Min.; 3. Aschenbach, Wetzlar; 4. Sigmund, V. f. D. 08. 4X100-Meter-Staffel: 1. Wetzlar 48,2 Sek.; 2. D. f. D.08 50,2 Sek. Weitsprung: 1. Marx, Wetzlar, 5,60 Meter; 2. Kilo. Wetzlar. 5.50 Meter; 3. Luh, V. f.B.08, 5,44 Meter; 4. Sigmund, V. f. B. 08. 4,63 Meter. Diskus: 1. Kilo, Wetzlar, 40,88 Meter; 2. Luh. V. f. D. 08. 36,88 Meter; 3. Marx, Wetzlar, 31,75 Meter; 4. Sigmund, V. s.D.08, 28,72 Meter. Kugel: 1. Kilo, Wetzlar, 13,68 Meter; 2. Luh, V. f. D. 08, 13,35 Meter; 3. Sakob, Wetzlar, 12 Meter; 4. Sigmund. V. f. D. 08. 10,55 Meter. 3ugend, Klasse B: 50 Meter: 1.Schäfer, V. f. B. 08, 6,2 Sek.; 2. Stroh, V. f. B. 08. 6.3 Sek.; 3. Dornschlägel, Wetzlar, 6,8 (Set.; 4. Ludwig. Wetzlar. 6.9 Sek. 100 Meter: 1. Schäfer, V. f. D. 08, 12,1 (Set; 2. Paulus, V. f. B. 08, 12,3 Sek.; 3. Bornschlägel, Wetzlar, 12,6 Sek.; 4. Ludwig, Wetzlar, 12,7 Sek. 800 Meter: 1. Schäfer, V. f. D. 08, 2,20 Minuten; 2. Wallbott, V. f. D. 08, 2,29,5 Min.; 3. Ludwig, Wetzlar; 4.Marx, Wetzlar. 4X100-Meter»Staf fel: 1. V. f. B. 08 50 Sek.; 2. Wetzlar 55 Sek. Kugel: 1. Mattern. V. f. B. 08. 9,80 Meter; 2. Rühl, V. f.D.08, 9,66 Meter; 3. Ludwig, Wetzlar. 9,65 Meter; 4. Weimer. Wetzlar. 9,21 Meter. Hochsprung: 1. Dornschlägel. Wetzlar. 1,40 Meter; 2. Radon, V. f. B. 08. 1,35 Meter; 3- Mattern, V.f. D. 08. 1,32 Meter; 4. Ludwig, Wetzlar, 1,30 Meter. 3 ugend , Kl.Q: 50 Meter: 1. Happ, VfB. 08, 7 Sek.; 2. Walter Paulus, VfB. 08, 7,2 Sek.; 3. Müller, Wetzlar, 7,6 Sek.; 4. Schmidt, Wetzlar, 7,8 Sek. — 10 0 Meter: 1. Walter Paulus, VfB. 08, 14 Sek.; 2. Happ, VfB. 08, 14,1 Sek.; 3. Müller, Wetzlar, 14,4 ©cf.; 4. Schmidt, Wetzlar, 14,5 Sek. — 4X50Me ter- Staffel: 1. VfB. 08 31 Sek.; 2. Wetzlar 32 Sekunden. — Kugel: 1. Müller, Wetzlar, 6,98 Meter; 2. W. Paulus, VfB. 08, 6,45 Met.; 3. Schreiner, VfB. 08, 5,98 Meter; 4. Schmidt, Wetzlar, 5,95 Meter. — Weitsprung: 1. Happ, VfB. 08, 4,30 Meter; 2. Müller, Wetzlar, 3,80 Meter; 3. W. Paulus, VfB. 08, 3,75 Meter; 4. Oberländer, Wetzlar, 3,19 Meter. 3u g en b , K l. D: 50 Meter : 1. Hörder, VfB. 08, 7,9 Sek.; 2. Fischer. VfB.08. 8 Set; 3. Gruse, Wetzlar, 8,1 Set; 4. Oberländer, Wetzlar, 8,2 Sek. — 7 5 M e t e r : 1. Hörder, VfB. 08, 11,8 Sek.; 2. Baum, VfB. 08, 11,9 Set; 3. Gruse. Wetzlar, 12 Sek.; 4. Oberländer, Wetzlar, 12,1 Sek. — 4X50-Meter-Staffel: 1. VfB. 08 33 Sek.; 2. Wetzlar 33,9 S k. — Weitsprung aus dem Stand: 1. Hörder, VfB. 08, 2,04 Meter; 2. Fischer, VfB. 08, 1,93 Meter; 3. Ober- länder, Wetzlar, 1,90 Meter; 4. Gräser, Wetzlar, 1,76 Meter. — Kugel: 1. Baum, VfB. 08, 6,55 Meter; 2. Hörder, VfB. 08, 6,26 Meter; 3. Gräser, Wetzlar, 5,70 Meter; 4. Oberländer, Wetzlar 5,47 Meter. Frauen: 50 Meter: 1. Schneider, Wetzlar, 7,7 Sek.; 2. Frey, Wetzlar, 7,8 S:k.; 3. Luh, VfB. 08, 7,9 Sek.; 4. E. Müller, VfB. 08, 8,1 Sek. — 10 0 Meter: 1. Schneider. Wetzlar, 14 Sek.; 2. Frey, Wetzlar, 16 Sek.; 3. Luh, VfB. 08, 16,1 Sek.; 4. E. Müller, VfB. 08, 16,2 Sek. — 800 Meter: 1. Ehelmüller, VfB. 08, 3,34,4 Min.; 2. Frieda Müller. VfB. 08, 3,35,4 Minuten. — 4xl00-Meter-Staffel: 1. Wetzlar, 60,1 Sek.; 2. VfB. 08 67 Sek. — ©roße (Staffel . 1. VfB. 08 5,4 Min.; 2. Wetzlar 6 Min. — Dis« kus: 1. Luh, VfB. 08, 23,10 Meter; 2. Frey, Wetzlar, 20,83 Meter; 3. Schneider, Wetzlar, 19,72 Meter; 4. Frau Fischer, VfB. 03, 17,83 M. — Kugel: 1. Schneider, Wetzlar, 9,65 Met.; 2. Frey Wetzlar, 9,31 Meter; 3. Luh, VfB. 08, sich später zugetragen haben. Sch frage jetzt die Angeklagte nach der schicksalschweren Abendstunde in dem Arbeitszimmer ihres Mannes. Wollen Sie uns Auskunft geben, Frau Renate Mer- candin?" Renate hob den Kopf. »Sa!" „Wir hören." „Sch war am Mittag erst aus Drückenberg zurückgekommen. Gegen fünf Uhr ließ sich die Fürstin Tschaidse bei mir melden. Sch empfing sie. Sm Verlaufe unserer Unter, ebung machte fie mir Mitteilungen, die mich tief erschüttert haben. Sch versprach ihr meine Unterstützung. Eine Viertelstunde später ging ich in das Arbeitszimmer meines Mannes--—" „Verzeihung," unterbrach der Präsident. „Wollen Sie uns sagen, welcher Art die Mitteilungen der Fürstin Tschaidse waren?" „Rein." „So, so." „Mein Mann saß bei der Arbeit an dem großen Diplomatenschreibtisch. Er fühlte sich durch mich gestört und wies mich aus dem Zimmer. Sch blieb trotzdem. Sch erzählte ihm von meiner Unterredung mit der Fürstin Tschaidse. Mein Mann erregte sich darüber. Es gab schwere Differenzen--—“ „Halt!" — Der Landgerichtsdirektor hob die Hand. „Wurden diese Differenzen — tätlich?" Renate überhörte die an sie gestellte Frage. „Sch ging rückwärts nach der Tür zurück. Mein Mann — — —" Sie stockte. Grenzenlose Scham und Pein verkrampften sich in ihren Zügen. Nun fuhr sie fort... schnell, mit hastig hin- geworfenen Worten, so, als ob sie sich von einem Druck erlösen wolle. „Plötzlich fiel ein Schuh. Sekunden später stand Doktor Griebenow im Zimmer. Es bleibt mir rätselhaft, wer auf meinen Mann geschossen hat. --Das ist alles, was ich sagen kann.-- Sch weiß nichts weiter." Der Prozeß... Sn bunter Reih« wechseln Sachverständige und Zeugen... färben Gunst und Ungunst, Urteil und Geschehen. Was war objektive Wahrheit... subjektiver Srrtum ... oder Lüge? Als erster Zeuge wurde Doktor Griebenow vernommen. Er sprach knapp, klar, scharf, trotz des hohen Gremiums, das vor ihm saß, von einer überlegenen Warte. „Sch wollte den Professor sprechen... war in seine Wohnung hinbestellt... mußte warten. hörte aus dem Arbeitszimmer Frauenschreie... riß die Tür aus... sah, wie der Professor seine Frau bedrohte, auf sie einschlug. Ich stürzte mich dazwischen... kam mit Mercandin ins Handgemenge ... der Professor würgte mich... da 8,30 Meter; 4. Euler, VfB. 08, 7,32 Meter. — Weitsprung: 1. Schneider, Wetzlar, 4,49 Meter; 2. Frey, Wetzlar, 4,41 Meter; 3. E. Müller, VfB. 08, 3,44 Meter; 4. Euler, VfB. 08, 3,38 Meter. Mädchen Kl. A; 50 Meter: 1. Daudt, Wetzlar, 7,6 Sek.; 2. Kühn, Wetzlar, 7,8 Sek.; 3. Friedel Fischer, VfB. 08, 8 Sek.; 4. Frieda Müller, VfB. 08, 8,2 Sek. — 10 0 Meter: 1. Kühn, Wetzlar, 14,9 Sek.; 2. Daudt, Wetzlar, 15 Sek.; 3. Krause, VfB. 08, 15,2 Sek.; 4. Marie Müller, VfB. 08, 15,3 Sek. — 4X1 0 0 - M e t e r - S ta f- fei: 1. Wetzlar, 60,3 ©et.; 2. VfB. 08, 62 ©et.— Hochsprung: 1. Friedel Fischer, VfB. 08, 1,15 Meter; 2. Kühn, Wetzlar, 1,10 Meter; 3. Frieda Müller, VfB. 08, 1,10 Meter; 4. Daudt, Wetzlar, 1,05 Meter. — Diskus: 1. Metschke, Wetzlar, 20,85 Meter; 2. Friedel Fischer, VfB. 08, 18,55 Meter; 3. Frieda Müller, VfB?08, 16,75 Meter; 4. Kühn, Wetzlar, 15,74 Meter. — Kugel: 1. Kühn, Wetzlar, 8,77 Meter; 2. Friedel Fischer, VfB. 08, 7,46 Meter; 3. Hollmann, Wetzlar, 7,43 Meter; 4. Frieda Müller, DsB. 08, 6,08 Meter. Mädchen Kl. B; 50 Meter: 1. Knortz, Wetzlar, 7,6 Sek.; 2. Metschke, Wetzlar, 8 ©et; 3. Emmy Müller, VfB. 08, 8,3 ©et.; 4. ©chomber, VfB.08, 8,3 ©et. — 75 Meter: 1. Emmy Müller, VfB. 08, 12,1 Sek.; 2. ©chomber, VfB. 08, 12,2 Sek.; 3. Ditschke, Wetzlar, 12,3 Sek.; 4. Metschke, Wetzlar, 12,14 Sek. — 4x5 0««Mete r««S t a f f e l: 1. Wetzlar, 32,5 Sek.; 2. VfB. 08, Stab verloren. — Kugel: 1. Metschke, Wetzlar, 7,70 Meter; 2. Knortz, Wetzlar, 6,83 Meter; 3. Emmy Müller, VfB. 08, 6,67 Meter; 4. Schorn» 6er, VfB. 08, 5,55 Meter. — Weitsprung: 1. Emmy Müller, VfB. 08, 3,81 Meter; 2. Metschke, Wetzlar, 3,50 Meter; 3. Schomber, VfB. 08, 3,49 Meter; 4. Ditsche, Wetzlar, 3,45 Meter. T. V. 1846 Gießen. Zu den Erfolgen der Gießener Turner bei dem Gauturnfest in Kirchhain ist noch zu erwähnen, daß in den Wettkämpfen der Musterriegen die 311 tersr iege des Tv. vvn l 8 4 6 den 2. Rang mit der Rote sehr gut erhielt, die aktive Riege den 3. R a n g gleichfalls mit der Rote sehr gut Städteweiikampf Znedberg—Bad-Rauheim O. T. Die Bab-Nauheimer Turnerschafl wirb Sieger. — B ad-Rauheim, 14. Süll Sn Verbindung mit dem altherkömmlichen Waldfest der Dad-Rauheimer Turner wurde gestern hier erstmals ein Städte we t tkampf zwischenT gm. Friedberg und Turnerschaft Bad- Nauheim (Tv. 1860 und Mtv.) ausgetragen. Es war ein gemischter Kampf, bestehend aus einem volkstümlichen Vierkampf. unb einem Ge- räte-Vierkampf. Für jeden Kampf stellten beide Städte je fünf Mann. Als Kampfrichter waren die bekannten Turner Schüler (Wetzlar), K. Reuter (Gießen) und Röder (Butzbach) tätig. Sm volkstümlichen Vierkampf zeigte sich die Bad-Nauheimer Turnerschaft in fast allen Tlebungen überlegen. Sm Kugelstoßen war sie I6l Punkte vor Friedberg voraus und entschied damit schon das Treffen für sich. Die besten Ein- Slleistnngen wiesen auf im Kugelstoßen: oth (Bad-Nauheim) mit 12,03 Meter; im Weitsprung: Willig (Bad-Nauheim) mit 6,18 Meter; im Hochsprung: Kegel (Friedberg) mit 1,53 Meter; im 100-Meter-Lauf: Hartmann (Friedberg). Entschieden wurde der volkstümliche Kampf mit dem Verhältnis 72:38 für Bad-Nauheim. In dem ausgeglicheneren Geräte - Vierkampf war Friedberg insofern im Nachteil, als es mit derselben Mannschaft antrat, die auch den Volksturnkampf bestritten hatte, während Bad-Nauheim mit neuen Leuten antrat. Sv kam es, daß Bad-Nauheim auch hier den Kampf mit dem Stand 66:44 für sich entscheiden zog ich sinnlos vor Erregung die Pistole aus Der Tasche... schoß. Ich habe den Professor Mercandin erschossen — nicht seine Frau." Der Präsident: „Wir werden nachher von den Sachverständigen hören, daß die Schilderung des Zeugen keinen Anspruch darauf machen darf, als wahr zu gelten. Nun gut Ich frage Sie, Herr Zeuge: Welcher Art war Ihr Verhältnis zu der Angeklagten?" „Wie das einer armen Erdenkreatur zu einer Heiligen." „So, so. Auch in dieser Hinsicht werden wir noch Zeugen hören, die das Gegenteil bekunden wollen." „Diese Zeugen werden lügen und womöglich einen Meineid schwören. Seber, ber Frau Mer- canbin ber Sünde zeihen wollte — irgend einer Sünde gegen ihren OKann, gegen die Moral, gegen chre Frauenehre---“ „Halt! Nicht weiter!" Man klatscht im ©aale Beifall, trampelt. Der Vorsitzende fährt auf. Er droht mit Räumung. Der Zeuge Griebenow bleibt unvereidigt. Als er dann den Zeugenstand verlieh, suchten seine Augen die Renates mit dem Widerschein ber Qual. Renate hob sekunbenlang die Augenllder mit den langen Wimpern. Die Blicke beider trafen sich Renate zuckte hilflos und nervös zusammen. Dann sah sie weg. Da war ein Mädchen unter all den Zeugen — ein Mädchen ohne Rang unb Stand. Sie war als Iungfer in dem Dienst ber Frau Mercanbin und gab weinend Zeugnis über das eheliche Martyrium ihrer Herrin. Der Professor habe eine unheilvolle Suggestivkraft ausgeübt. Gewalt und Wille ihres Mannes habe auf Frau Mercandin manchmal so gewirkt, daß von einem Ausschluß jedes Eigenwillens und von einer absoluten Hörigkeit gesprochen werden konnte. Es war Hypnose... Teufelei... grenzenlose Vertiertheit des Professors. Frau Mercandin, ihr Stolz, ihr Hochmut litten schwer unter diesem Zustande. Ein alter, schon entlassener Diener äußert die Vermutung, der Professor habe ihn nicht leiden mögen, weil er seiner Frau ergeben war. Der Professor litt nur Bediente oder Angestellte um sich, die ihm blindlings und bedingungslos gehorchten. Einmal war er Zeuge, wie Professor Mercandin die Qlngefiagte schlug. Er fand fle später halb bewußtlos auf dem Teppich liegend. Der Diener habe telephonisch einen Arzt gerufen. Der Professor kam hinzu, drohte, ihn hinauszuwerfen, und telephonierte dem Arzt, sein Kommen sei nicht nötig. — — (Fortsetzung folgt.) konnte, obwohl der Friedberger Dechen t in fast ollen Llebungen am besten bewertet werden konnte. Dad-Nauheim gewann den Städtekampf mit 138:82 überlegen. Auch di« 5xl00«®eie r- Pendelstaff e l der beiden Städte wurde von Bad-Nauheim, das auch zu diesem Kampfe wieder neue Leute stellen konnte, in 61,1 Sekunden knapp gewonnen. Handball-Lolaltfeffen. Io. 1846 Glehen I — Mtv. Gießen I 2:6 (1:2). Am vergangenen Sonntag kam auf dem Mtv.- Sportplahe am Schisfenberger Weg ein Hand- ball-Freundfchaft-spiel -wischen den beiden ersten Mannschasten des Turnverein- 1 8 46 und des Männerturnvereins -um Au-trag. Beide Mannschaften traten -war mit Ersatz an, doch konnten die Männerturner noch in stärkerer Aufstellung als man im voraus vermutet hatte, das Spiel bestreiten. Der Spielverlauf war etwa folgender: Die Mtv.-Mannschaft spielt in der ersten Halbheit gegen die grelle Sonne und kann sich zunächst — besonder- im Sturm — nicht besonders gut -usammenfinden. Erst gegen Ende der Halbzeit wird da- Zusammenspiel der Männerturner besser und diese können bei leichter Ueberlegenheit kurz hintereinander zwei Treffer buchen, denen die Gäste nur ein Tor, kur- vor dem Halbzeitpsisf, entgegensetzen können. (Halb-eit 2:1 für CDUdJ. Mit Beginn der zweiten Halbzeit legen die Männeriurner sofort ein flottes Tempo vor und können auch, zumal sie jetzt nicht mehr gegen die Sonne spielen, zwei weitere Tore erzielen. Demgegenüber muh sich die Mannschaft des Tv. 1846, die dem Tempo nicht mehr gewachsen ist, mit allen Kräften wehren. Durch einen Fehler der Mtv.-Berteidi- gung kommen die Gäste zu ihrem zweiten Erfolg. Da nun zwei Spieler des Plahvereins das Spielfeld verlassen müssen, gehen die übrigen neun Männerturner noch mehr aus sich heraus und können auch bei noch größerer äleberlegen- beit abermals zwei Treffer buchen. Bei diesem Resultat von 6:2 für Mtv. werden auch zwei Spieler des Tv. 1846 von dem Schiedsrichter vom Spielfeld verwiesen. Trotz grober Anstrengungen auf beiden Seiten konnte keiner von beiden Vereinen an dem Endresultat von 6:2 für den Mtv. etwas ändern. Das Treffen war besonders In der -weiten Halbzeit sehr hart. So endete das äußerst spannende Lokaltreffen ebenso wie das letzte, mit einem hohen wohlverdienten Siege de- Männerturnvereins. Io. 1846 II — Mtv. Gießen II 3:7 (2:2). Vor dem Spiele der ersten Mannschaften traten sich die -weiten Mannschaften der beiden Vereine gegenüber. 3n der ersten Halbzeit waren die Gäste stark überlegen und konnten durch die schlechte Arbeit der Mtv.-Hintermannschaft mit zwei Toren in Führung gehen, erst nach großen Anstrengungen konnten die Männerturner den Ausgleich erzielen. 3n der zweiten Halbzeit wurden die Gastgeber durch UmfteUung der Mannschaft von Minute zu Minute besser und schnürten schließlich die 1846er gan$ in ihre Hälfte ein. 3n regelmäßigen Abständen erzielten die Mtver noch fünf weitere Tore, denen die 1846er nur noch einen Treffer entgegensetzen konnten. So enöete auch dieses Lokaltreffen mit einem überlegenen 7:3-Siege der Mtv.-Mannschaft. Radclub Germania* 1899 Gießen. Einen sehr schönen Erfolg hatten die beiden Radballmannschasten des REG. 1899 am vergangenen Sonntag bei dem anläßlich der Defreiungs- feier auSaetragenen »Fest der Heimat" in Neuwied a. Rh. zu verzeichnen. Nachdem es ihnen Öen war, in den Dyrspielen ihre Gegner hn und Duisburg überzeugend zu schlagen, gelang es ihnen, aus dem Endspiel gegen Aachen im Zweier-Radball (Stommel-Von Eiff) mit 8:2 Toren und im Dreier-Radball (Baum- Stommel-VonEiff) gegen Essen-Rüttenscheid mit 2:0 Toren jeweils als Sieger hervorzugehen und die wertvollen Preise nach Gießen zu 6ringen. Bei dem am Sonntag in Gießen zum Austrag gekommenen Mannschaftsfahren war es der Mannschaft Gebrüder Preis, Siebert, Schlund, Vvlz nach dreimaligem Defekt nicht mehr möglich, den Wetzlarer Radfahrer-Verein, der ohne jeglichen Schaden das Zielband erreichen konnte, noch einzuholen und mußte so mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen. Die gefahrenen Zeiten sind in Anbetracht der schlechten Boden - beschaffenheit als sehr gut zu bewerten. Wirtschaft. Goldeinlösung der Reichsbanknoten. Die Reichsbank ist, wie in der Presse vielfach berichtet wurde, vor einiger Zeit gesetzlich verpflichtet worden, ihre Neichsmarknoten bei Vorlegung einzulösen. Mancher wird sich vielleicht gewundert haben, daß er bisher im Zahlungsverkehr des täglichen Lebens trotzdem noch keine Goldmünzen bemerkt hat. Der inländische Zahlungsverkehr wird aber auch weiterhin ohne Umlauf von Goldmünzen reguliert werden. Die Reichsbank, die ihre Noten bei Vorlegung nach ihrer Wahl in deutschen Goldmünzen, in Goldbarren oder in Devisen einlvsen kann, wird nämlich an der bisher schon geübten Praxis festhalten und die Noteneinlösung zunächst in Devisen auf Lander mit unbedingt sicherer Goldwährung vornehmen. Daneben wird die Reichsbank, wie bisher, erforderlichenfalls Goldbarren für den Zahlungsverkehr mit dem Ausland abgeben. Das Zentralnoteninstitut liefert also gegen vorgelegte Noten nur Devisen und Goldbarren aus, die beide nicht zum Umlauf im 3nland, sondern nur für Zahlungen im internationalen Verkehr geeignet find. Dadurch ist es der Reichsbank möglich, die deutschen Goldreserven im wesentlichen bei sich zu konzentrieren. Das liegt in erster Linie im 3nteresse der Währung und der Wirtschaft, denen es abträglich wäre, wenn der nationale Goldschatz im Kleinverkehr zersplittert würde. Auch reiche Länder leisten sich heute nicht mehr den Luxus eines Goldumlaufs im 3nland, sondern konzentrieren ihre Goldreserven bei ihren Notenbanken unter Beschränkung der Goldabgabe zu Zwecken des internationalen Zahlungsverkehrs. Derartige Währungen nennt man Goldkemwährungen. Nach der 2luf- faffung der berufensten Währungssachverständigen und auf Grund praktischer Erfahrungen gilt die Goldkernwährung als die beste Form der Goldwährung,' sie hat gegenüber der Goldum- lausswährung erhebliche Vorzüge. Die deutsche Reichsmarkwährung ifr eine Goldkemwährung. Nach den gesetzlichen Bestimmungen könnte zwar die Reichsbank Gold zum 3ntanbumlauf abgeben, das vermeidet sie aber ebenso wie die Notenbanken anderer Länder. Wenn sich die Reichsbank trotzdem die Möglichkeit einer Goldabgabe zu Zwecken des inländischen Zahlungsverkehrs hat einräumen lassen, s o ist darin ein neuer Beweis für die absolute Sicherheit der Reichsmarkwährung zu sehen. Lokomoiivindustrie und Reichsbahn. Die großen Lokomotiofabriken Henschel & Sohn, Borsig, Schwartzkopss, Fried. Krupp und Hanomag haben an die Reichsregierung eine Eingabe gerichtet, in der es u. a. heißt: Unsere Unternehmen, die seit Jahren nur stoßweise und völlig unzureichend Aufträge auf Lokomotiven von der Reichsbahngesellschaft erhalten, haben bislang versucht, durch Hereinholung von Auslandsaufträgen ihre derzeitigen, schon stark verminderten Belegschaften durchzuhalten. In letzter Zeit aber sind trotz schwerer Preisopfer auch die Auslandsaufträge so stark zurückgegangen, daß bei allen unterzeichneten Firmen Entlassungen drohen, mit denen bereits begonnen werden mußte. Wir richten an die Reichsregierung das dringend? Ersuchen, bei Durchführung des geplanten Arbeitsbeschaffungsprogramms nachdrücklich darauf hinzuwirken, daß die Reichsbahngesellschaft sofort einen besonderen Notstandsauftrag auf mehrere hundert Lokomotiven vergibt, damit bei uns Entlassungen in großem Ausmaß vermieden werden können. — Wir weisen darauf hin, daß im Lokomotivbau ein besonders hoher Lohnanteil in der Auftragssumme enthalten ist, so daß dem Ziel des Arbeitsbeschasfungs- programms (nämlich Verringerung der Arbeits- losigkeit) durch Lokomotivaufträge in hohem Maße Rechnung getragen wird. * Henschel & Sohn AG., Kassel. Die Gesellschaft, die seit dem 1. Januar 1929 in Form einer Aktiengesellschaft geführt wird, erzielte 1929 einen Rohgewinn von 0,66 Mill. Mark. Nach Abschrei' bungen von 2,7 Mill. Mk. ergibt sich ein Verlust von 2 043 909 Mk., der aus der Reserve gedeckt werden soll. Im Geschäftsbericht wird auf die schwere Krise des deutschen Lokomotiobaus hingewiesen. An die Reichsbahngesellschaft wurden im Berichtsjahre nur eine einzige Lokomotive und drei Tender abgeliefert. Für die fehlenden Jnlandsauf- träge bot der Auslandsmarkt keinen 2lusgleich. Die Aussichten auf Lokomotivbestellungen seien weiter äußerst gering. Im Exportgeschäft hatten sich die Preise weiterhin stark verschlechtert. Die Dermal- tung hofft, daß die Krise möglichst bald überwunden und eine rentable Produktion wieder möglich sein werde. ♦ * . * D i e Lage der Eisen- und Stahlwarenindustrie im 3uni Wie der Eisen- und Stahlwaren-3ndustriebund Wuppertal—Elberfeld hütteilt, haben die letzten Wochen in der Lage der Eisen- und Stahlwarenindustrie keine Wendung zum Besseren gebracht, so daß die Werke größtenteils zu weiteren Entlassungen und verkürzter Arbeitszeit schreiten mußten. Wenn auch in 3ahren normaler Geschäftstätigkeit der Monat 3uni allgemein ruhig war, so liegt doch in diesem 3ahre in einzelnen Branchen die 3ndustrie gänzlich darnieder. Noch nie ist die Lage, was den Auftragseingang anbelangt, so zurückhaltend gewesen wie jetzt. * Hermann Wron ker, AG., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung erledigte die Regularien und beschloß die Verteilung einer ermäßigten Dividende von 6 (im Vorjahre 8) Prozent. Dom Vorstand wurde mitgeteilt, daß der llmfaö im lausenden Jahre infolge der allgemein schlechten Wirtschaftslage bisher um zehn Prozent hinter dem des Vorjahres zurückgeblieben sei. Diese Ausfälle versuche man durch Sparmaßnahmen auszugleichen. Eine Steigerung der Kaufkraft des Publikums könne für die Zukunft nicht erhofft werden, während die Auswirkung der erhöhten Umsatzsteuer nicht vorauszusehen sei. Wenn keine weitere wesentliche Verschlechterung der Geschäftslage eintrete, könne infolge der vorgenommenen Sparmaßnahmen ein angemessenes Ergebnis erwartet werden. Ttinöermorff in Gießen. Aus dem heutigen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt in Gießen waren auf getrieben: 1259 Stück Großvieh, 184 Kälber. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mk., 2. Qualität 400 bis 550 Mk., 3. Qualität 250 bis 350 Mk.: Schlachtkühe 150 bis 450 Mk.: Rin- der i/i bis ^jährig 140 bis 240 Mk., bis 2jährig 220 bis 430 Mk.: Kälber das Pfund Lebendgewicht 50 bis 60 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf: Lebhaft, später etwas abflauend: ausverkauft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 15.3uli. Tendenz: nachgebend. — Von der immer noch ungeklärten 3 n - nenpol itik ging weiterhin ein gewisser Druck aus, so daß bei dem Mangel an Orders die Spekulation große Zurückhaltung bekundete. Der- einzelt wurden Abgaben vorgenommen, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse, bei eher etwas schwächerer Tendenz, Kursrückgänge bis zu 2 Prozent eintraten. Die feste und äußerst lebhafte gestrige Neuyorker Börse machte keinen Eindruck, doch -machte sich im Grundton der Börse eine gewisse Zuversicht bemerkbar, die auf die Besserung der internationalen Märkte und vor allem auf die Aufhebung der Kapitalertrag steuer für alle verzinslichen Werte ab 2. Januar 1931 zurückzuführen war. Die Kulisse zeigte aber trotzdem noch wenig Neigung zu Neuengagements an den Aktienmärkten, beschränkte sich vielmehr auf den Pfandbrief- und Rentenmarkt, so daß hier das Geschäft auch etwas lebhaftere Formen annehmen konnte, doch lauteten die Zukunftsprognosen, da die Bestrebungen, eine weitere Ermäßigung der Pfandbrieftypen herbeizuführen, wobei die Limite der Aktienmärkte eine Steigerung erfahren dürfte, nach Erledigung der innerpolitischen Schwierigkeilen etwas zuversichtlicher. Das Geschäft war ziemlich gering. Am E l e k t r o m a rkt waren Siemens 2 Prozent schwächer. Stärker unter Druck lagen noch Deutsche Linoleum minus 3Prozent. Am Chemiemarkt büßten 3.-0.-5 a r be n 1,5 Prozent ein. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen wenig verändert. Etwas mehr Interesse machte sich am Kunst- seidemarkt für A k u auf angeblich holländische Käufe mit plus 1,5Prozent geltend. Süddeutsche Zucker waren mit plus 1 Prozent etwas gefragt. Die gestern im Vordergründe stehenden Äaliaftien verloren bis 1,5Proz. Auch am Montanmarkt war die Llmsatz- Letzte Nachrichten. Hindenburgs Absage an Braun. Berlin, 15.3ulL (IcL-Un.) Reichspräsident van Hindenburg hat dem preußischen Ministerpräsidenten mitgeteilt, daß er an den von der preußischen Regierung In Koblenz, Irier und Aachen, sowie Wiesbaden vorgesehenen Befreiungtfeiern nicht teilneh- men könne, da da» verbot de» Stahlhelm im Rheinlande bi»her von der preußischen Regierung nicht aufgehoben worden sei. Der Reichspräsident betont, daß er es mit seiner überparteilichen Stellung nicht vereinbaren könne an Feiern teilzunehmen, von denen der Stahlhelm, ein verband der alten Soldaten, ausgeschlossen bleibe, während andere verbände teilnehmen könnten. Lr sehe sich daher veranlaßt, seine der preußischen Regierung gegebene Zusage zur leilnahme an den Besreiungsseiern im preußisch-besetzten Gebiet zu rückzunehmen. Noch feine Entscheidung. Berlin, 15. Juli. (OB. Zunkspruch.) Im Reichstage herrscht Hochbetrieb, da sich in wenigen Stunden das Schicksal der weiteren politischen Entwicklung entscheiden wird. Da» Schwergewicht liegt nach wie vor bei den Deutschnationalen, von denen ein leil mit den Regierungsparteien stimmen mühte, wenn eine Mehrheit zustande kommen soll. Iroh der Veröffentlichungen au» diesen Kreisen ist aber bis zur Stunde noch keine Entscheidung innerhalb der Deutschnationalen Partei über ihre Haltung gefallen. Die Reichsregierung, die sich immer noch beisammensindet und über alle weiteren Schritte einmütige Beschlüsse faßte, will zunächst Erklärungen der Sozialdemokraten und Deutfd)nationalen ab- warten, ehe sie zu außerparlamentarischen Maßnahmen schreitet. Sollte der deutschnationale Sprecher erklären, daß die Deutschnationale Partei geschlossen gegen die Vorlage stimmen würde, dann wird der Reichskanzler nach Beschlüssen de» Kabinetts die Regierungsvorlagen sofort z u r ü ck z i e h e n. Ls ist aber vollkommen falsch, zu behaupten, daß die Reichsregierung bereit wäre, die parlamentarischen Möglichkeiten als erschöpft anzusehen. Sie ist aber überzeugt, daß gegebenenfalls der Artikel 48 beim präsenten Reichstage angewendet werden kann. tätigleit eng begrenzt. Phönix und Stahl- Verein lagen etwas gedrückt, während Bude- rus leicht anziehen konnten. Danken waren kaum verändert. Deutsche Anleihen lagen ruhig. Au sländer knapp gehalten. 3m Verlaufe blieb das Geschäft gering. Material kam kaum mehr an den Markt, und bei einiger Nachfrage in Spezialwerten wurde die Tendenz etwa- freundlicher, so daß sich das Kursniveau bis au 1 Prozent über Anfang heben konnte. Am G e l d- markt war Tagesgeld, veranlaßt durch den Medio, etwas angespannter. Die Notierung war auf 4Prozent festgesetzt. Am Devisenmarkt nannte man Mar? gegen Dollar 4,1895, gegen Pfund 20.3840, GonZton gegen Kabel 4,8652, gegen Paris 123,63, gegen Ma land 92,88, gegen Schweiz 25,03, gegen Madrid 42,05, gegen Holland 12,0890. Amtsgericht Gießen. Gießen, 4.3ult. Nur wenige einfach liegende Strafsachen endeten mit einem Urteil. Ein Bäckermeister hat gegen die V. O. über die Arbeitszeit in den Bäckereien und Konditoreien vom 23. November 1918 verstoßen, indem er seinen Lehrling schon zwanzig Minuten vor 1 Uhr statt erst nach 7 Uhr für seine Kunden Brötchen austragen ließ. Der Lehrling hatte sich selbst dazu erboten, vermochte aber seinen Meister nicht dadurch zu entlasten: er erhielt die geringe Geldstrafe von 5 Mark. — Ein Student hatte in einem Eisenbahnabteil einen Fensterriemen durchschnitten und leugnet dies nicht, behauptet aber, in sinnloser Trunkenheit, also in einem Zustand der Bewußtlosigkeit, der eine Bestrafung ausschliehe, gehandelt zu haben: im nüchternen Zustand sei er zu einer solchen Tat unfähig! Die Deweisaus- Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o H., Lornbardzinsfuß 5 v. H. Jranltun a. 2)1. 3trhn ^ranfhirt a. 371. Strfin Schwß-! für« | ,-Uhr. flurt Schluß» kure Anfang» flure Schluß» fort 1-Uljr- flurt Schluß»! einfang» iure flurt Datum 14- 7. 15. 7. 14. 7. 15. 7. Datum 14. 7. 15. 7. 14. 7. 15. 7. 6% a-vunox auia»Mtueu)< Oamourg-etmenta Balei . • 97.5 — 97.5 97 Don 1987 ....... 88,25 — 88,5 — tzamburg-Südam. Dampfschtss . 8 — — 7% Deutsch« Reich« anlelhe Hansa Lampfschiss..... 10 — —— — —— von 1929 .......... 103,5 —- 103,4 — Norddeutscher Lloyd .... . 8 98 97,4 98 97,6 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld nti 60,25 Allaemeine DeutscheCreditanst. 10 111 — 111,5 111,25 Aurlm..Rechten....... 60,2 60,13 60.1 Barmer Bankverein .... 10 120 120 120 120 T«6fll. ohne AuSlos.-Rechte . . — 8.65 8.6 Berliner Handel-geiellschafi . 12 157 — 157 156,5 8% Heil. BoikSstaat von 1929 irückzahib. 102%)..... 97,5 Sommer», und Prival-Bank. 11 139 139 139 139 98,25 Tarmslädler und Naiionalbanl 12 201 — 200,5 200,5 Cberbriffn Provinz - Anleihe mV 57,5 Tratsche Bank und AuSIvi -Rechten...... — — Ditconto-Sesellichaft, . . . 10 131.25 — 131 130 75 Deutsch« komm. Sammelabl. 59,5 Dresdner Bank...... 10 131 — 131 131 Anleihe Serie 1 .... - — 59,5 — Reichsbauk........ 12 260 — 260 259 6% Franks. Hov -Bank «oldpfr 102 XIII unkündbar bi« 1934 . . ■ — d A.S.S........... . 8 151 150.5 151,5 151 7% Frankl - -Yp.-Bank Goldpfr unkündbar bi» 1939 .... 96,25 Bergmann........ . 9 179 -- — •— E» tiektr. Lteferungtgefellschast. 10 — — 140 — «%% Rbeintiche Hyp.-Vank Lüru. Soldpse........ 90,3 Licht und ßtafl...... 10 147,5 — 148,5 146,25 — ,^Iten & Guilleaume . . . IVi 108 — 108 — 6% $r. Landrtpfandbriefanstall - Gesellschaft für Elektrische Pfandbriefe R. 17...... 101,5 —- 101.75 — Unternehmungen .... Hamburger VektrniiätS-Werke 10 149.25 — 148,25 147,25 8% Pr Landrtplanrbriesanstall 10 _ — 134 flomm.-Cbi. !R. tO...... 7% Pr. Landesptandbriefanstolt —— —— — Rhemiichr Elektrizität . . . . S 132 131,5 97,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — 146 143 Pfandbriefe R. 10...... 96,5 — 96,5 — Sckmckeri & So...... . 11 — — 173,25 172,5 fl.6.9. abg. Lorlneg«-Obligatio Sternen« & Halske..... 16 217,5 215,5 217 215,5 nen, rückzahlbar 1932 ..... — — — • Dran «rod io . . ...... . 8 — —— Lahmeyer« Lo....... 10 160 — 160 — 4% Lesterretchlfche Soldrentr . . 26,75 — 26,8 — Buderus....... . . 6 73,5 73,75 73,25 73 4,20% Oesterr-ichifche Ellberrentr 2,8 — Deutsche ErdSl...... . 6 85,25 84,5 4% Oesterretchtsche Einheitliche 2,9 Essener Steinkohle..... . 8 d — 128,5 Rente.......... 1,8 — 1.95 Gelsenkirchener...... . 8 125,5 — 126 126,5 «% Ungarifche giolbrente .... 23.3 — 23,4 — Harvener. . .■••••• Hoelch Eiien..... . . . 0 118,5 —— 119 4% Ungarische StaatLrrnte v.1910 —- — 20,1 — 6H — 95 92,5 4V,% de,gl. von 1913..... — — 20.9 — Ilse Bergbau....... Slbcknerwerke....... 10 — — — 239 4% Ungarische «ronenrente . . - 1,8 — 1,85 7 — 96,5 95,75 4% Türkische Zollanleihe van 1911 5,3 5,13 5,15 5,13 Söln-Neuessen....... . 7 — _ 92.25 90,6 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Mannrtmann-Röbrrn . . . . 7 94 — 93,9 93,6 Serie ............ — 5,25 Mantfelder Bergbau .... Lberschles. Eilenbedarf . . . . 7 — 67,5 67,9 4% deigl. Serie II....... 5,4 — 5.15 5,25 . 6 — — 56,65 57,25 6% Rumänische veretnh. Rente Lberschlel. Kaliwerke. . . . . 7 — — 93,5 92,6 eon 1903 ......... —- — — Phöni; Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . 6* 86 85,5 85,75 85.13 Rumänische vereinh. Rente 10 222 222,25 221,5 von 1918 .......... — 16,25 16,25 Rhein kiahl........ . 6 102 — 101,4 100,25 4% Rumänische vereinh. Rente 7,65 — 7.7 — Riebeck Montan ...... 7,2 — 100,5 — Frankfun a. Ul. | Serkin Schluß». t»ilhr» Schluß» Anfang» kurt | flurt kurt flurt Datum 14. 7. 15. 7. 14. 7. 15. 7. Bereinigte Stahlwerke . 85,25 85 85,25 85 Ctaot Minen..... . 16V. 42.5 42,13 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 203.5 — 206.75 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 212.75 — 213,5 — Kaliwerke Salzdetfurth . . . 16 368 366,5 369 366 I. S. Farden-Industrie . . . 18 161 159,5 160,75 160 Dvnamit Nobel .... . . . 6 - Scheide an stall..... . . . 9 — — — — • Goldschmidt..... . . . 6 60 — 60 — Rülger« werke..... . . . 6 58 58 58 57,25 Metällgelellschaft. . . . . . . 8 114 — 114,25 Phsttvv Holzmann . . . . . . 7 87 85 Zementwerk Heidelberg . . 10 108,5 Semen twerk Karlstadt. . . . 10 d— Wavb & fireotag . . . . . . 8 76,5 77,75 — SchulrdeiS Patzenhofer . . . 15 — — 288 285,5 Lstwerke....... . . 12 —- —— 236,5 235 Aku ........ . . 1b — 103,5 102 103.5 Bemberg....... . . 1< 104 — 104.4 145 Zellstoff Waldbos . . . . 18V. 146.5 — 145.25 — ' Zellstoff Alchasfenburg . . . 12 109 — 109 — Lharlottendurger Walser . . . 8 — — 101,25 101 Tessauer Gas..... . . . 9 — — 147 145,75 Tarmier Motoren . . . . . . 0 32.5 — 32,75 32,75 Teulsche Linoleum . . a . . . 203 200 202,5 200,5 Maschinenbau 2L»G5. . . • . . 0 — — 46 46,75 Rat. AutomobU .... . . . 0 — — — — Ctcnfiem & Koppel . . . . . 6 —— — 68,75 — Leonhard Tietz .... . . 10 141 — 141 140,25 Svenika..... . — — 310 315 Frankfurter Maschinen . ... 4 27 — 26 — Elriyner....... . . . 6 31 — 32 — Hevliaenstaedl . • . • Iunghan«....... . . . 0 ... 6 36,13 _ 36 _ Leckwerle....... ... 8 93,5 — — — Maurkrastwerke Höchst a. M.. .8 80,5 — — — Miag......... . . 10 92 — 93 92 Gebr. Roeder . . . . . . 10 104 —— — Botgl & Haesfner ... . . . 9 147,5 148 — Süddeutsche Zucker . . . . 10 157 158 158 — Banknoten. Serlln, 14. Jnll Selb Äries Amerikanische Noten...... 4.169 4,189 Belgische Noten ....... 58,50 58,74 Dänische Noten ........ 111,88 112,32 Englische Noten . ....... 20,332 20,412 Französische Noten ....... 16.445 16.505 Holländische Noten ....... 168,08 168.76 Italienische Roten........ 22,00 22,08 Norwegische Noten....... 111,95 112,39 Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling 59,18 59,42 Rumänische Noien....... 2,47 2,49 Schwedische Noten ....... 112,25 112,69 Schweizer Noten........ 81,36 81,63 Spanische Noten........ 48.95 49,15 Tschechoslowakische Note«. .... 12,425 12,485 Ungarische Noten...... . 73,10 73,40 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 14- Juli 15.3ull Amtliche Dotierung Amtliche Notierung Geld Srie' Geld Seiet Linste Ron- 168,37 168,71 168,41 168.75 Bnen--SireS 1,516 1,520 1,527 1,531 Brft-Antw- 58,45 58,57 58,47 58,59 Christiania. 112,12 112,34 112,10 112,32 Kopenhagen 112,15 112,37 112,14 112,36 Stockholm . 112,50 112,72 112.49 112,51 HelsingrorZ. 10,532 10,552 10,536 10.556 yta(ten. . . 21,92 21,96 21,92 21,96 London. . . 20,361 20,401 20,36 20,40 Wtnnor! . . 4,1855 4,1935 4,185 4,193 16,505 Paris. . . . Schweiz .. 16,465 16,505 16,485 81,345 81,505 81,34 81.50 Spanien . 48.85 48,95 48,35 48,45 Japan . . . 2,068 0,474 2,072 2,068 2,072 Rio de Jan. Wien in 0,476 0,462 0,464 CefL abgest. 59,12 59,24 59,12 59,24 Prag . . . Belgrad . . 12,470 12,437 12,41 12,43 7,425 7,439 7,425 7,439 Budapest » - 73,30 73,44 73,31 73,45 Bulgarien. 3,029 3,035 3,034 3,040 L'ffabon . . 18,73 18,77 18,76 18.80 Tanjig. . . Äonftantta. 81,39 1,784 81,55 1,739 81,38 1,784 81,54 1,789 Alben. . . 5,43 5,44 5,43 5,44 Tanada . . 4,185 4,193 4,185 4,193 Urn-uaD , . 4,576 3,584 3,598 3,604 Cairo . • • 20,875 20,915 20,875 20,915 nähme ergab, daß der Student mit einer Anzahl Kommilitonen vorher das Innere einer Brauerei besichtigt und bei dieser Gelegenheit auch Bier gekostet hat. Dieser Aufenthalt und der Diergenuh in der ungewohnten Luft mögen, namentlich als der Angeklagte plötzlich wieder in- Freie kam, Trunkenheit bei diesem veranlaßt haben, aber fraglos nicht in dem Grade, daß seine freie Willensbestimmung dadurch ausgeschlossen waren. Sein Verhalten nach der Tat sprach auch dagegen. Immerhin sah das Gericht den Fall milde an und erkannte wegen Sachbeschädigung auf eine nicht allzuhohe Geldstrafe. — Der Führer einer Kraftfahrdroschke ist zweimal bei Dunkelheit ohne vorschriftsmäßige Beleuchtung gefahren und wegen eines dritten noch nicht spruchreifen Falles ^ur Anzeige gebracht. Er berief sich darauf, er könne nicht verantwortlich gemacht werden, wenn das Licht einmal ausgehe, daran trage die ganze Beleuchtungsanlage die Schuld, von einer solchen verstehe er aber nichts, er sei Autoschlosser und kein Elektromechaniker. Die Beweisaufnahme ergab, daß er wegen mangelnder Beleuchtung schon ausdrücklich gewarnt und namentlich auf seine selbstverständliche Pflicht hingewiesen worden war, selbst für eine geordnete Lichtanlage zu sorgen. Er erhielt Geld st rasen von 8 und 6 Mark. die die Union den Eingeborenen zunächst zu bieten vermochte, gaben schließlich den Ausschlag. Die Eingeborenen haben wenig von dem Anschluß gehabt, da sie überall verdrängt wurden und längst auf dem Aussterbe-Etat stehen. Heute ist Hawai ein Weltbad, beliebt bei amerikanischen Millionären und Größen der Kunst, mit allem Luxus, den der amerikanische Reisende verlangt. 350000 Menschen leben auf den Sandwich-Inseln, aber nur noch 21000 sind Rachkommen der Ureinwohner, der Canaren. Reben den Amerikanern sind 134000Japaner ansässig. Aber man darf nicht annehmen, daß alle übrigen Bewohner der schönen Inseln nun Amerikaner seien; 60000 Sili- pinos, 25000 Chinesen und 6000 Koreaner ergänzen das bunte Dölkergemisch. Die Tatkraft, mit der die Japaner an die Ver- wirklichung des transpazifischen Luftverkehrs Herangehen, läßt es als möglich erfcheinen, daß die Verbindung Tokio —San Francisco schneller hergestellt fein wird, als der feit langem geplante Dienst von der Pyrenäen-Halbinsel nach Südamerika. Es bestand und besteht die Absicht, von Berlin oder einer deutschen Küstenstadt ein Landflugzeug nach Sevilla verkehren zu lasten, das dort Anschluß an einen Zeppelindienst Sevilla — Pernambuco haben soll. Die Strecke Berlin — Sevilla würde eineinhalb Tage erfordern, die Luftfchiffstrecke etwa 50Stunden,fo daß mit vier Tagen reiner Transportzeit zu rechnen wäre. Erschwert wird der Ausbau der südamerikanifchen Verbindung durch portugiesische Sonderpläne. Portugal ist entschlosten, den Ozeandienst mit einer französischen Gesellschaft zu bewerkstelligen. Oberhessen. Kreis Frievberg. Dad-Rauheim, 14. Iuli. Wie bereits mitgeteilt, hat der Stadtrat für den vom Verkehrsverein am 21. Iuli geplanten großen Rosenkorso einen Zuschuß von 500 Mark bewilligt, nicht die angeforderten 2000 Mark. Das gab dem Verkehrsverein Veranlassung, die Veranstaltung abzusagen, und zwar mit der Begründung, daß es mit den geringen Mitteln nicht möglich fei, ein dem Ansehen des Weltbades würdiges Fest durcftzuführen. Kreis Büdingen. A Nidda, 14. Iuli. Heute wurde hier der erst seit wenigen Iahren eingeführte Sommermarkt abgehalten. Der Auftrieb von Ferkeln und Springern betrug über 800 Stück. Die Preise waren etwas niedriger als auf dem Pfingstmarkt. Durchschnittlich wurde ein Ferkel, 6 Wochen alt, mit 26 Mk., 8 Wochen alt mit 32 Mk. und 10 Wochen alt mit 36 Mk. bezahlt. Springer von etwa 13 Wochen waren verhältnismäßig am billigsten und kosteten durchschnittlich 40 bis 42 Mk .das Stück. Bei regem Handel wurden fast alle feilgebotenen Tiere verkauft. Zum ersten Male waren heute auch Schafe aufgetrieben, etwa 100 Stück, darunter schöne diesjährige Zuchtböcke. Don diesen gingen einige in den Besitz von Gemeinden über. Der Preis betrug durchschnittlich 70 Mk. Für etwa ein halbes Iahr alte Hammellämmer wurden durchschnittlich 32 Mk. bezahlt. Der Krämermarkt wies mäßigen Verkehr auf. Preußen. Kreis Wetzlar.

u 500 M. 12165 58312 59406 64941 91151 107559 228014 231058 231504 266633 270405 330685 112 Gewinne ,v 400 M. 3169 21238 26188 37325 41634 45417 47840 51802 53129 68653 87060 88466 91496 100164 102623 109580 139008 160846 172048 173753 176376 176592 178494 187620 194549 199931 200963 203450 211346 223587 228476 231196 231657 233384 236216 262908 279004 282252 285101 286590 297322 302705 311268 311865 318184 323445 323871 325216 333166 337724 360740 375578 377235 378188 385818 392206 264 Gewinne,u 300 M. 5285 14006 18730 27118 35020 48524 49894 50129 50596 52840 53002 54830 57190 60009 64911 70411 81421 83847 85276 87259 88678 88922 90321 94908 95632 101847 104188 105304 107121 108384 108590 108734 109097 109818 115953 123849 124621 127612 129708 130658 130692 135789 136052 136841 137856 138760 144061 158947 161334 175522 179930 183974 184808 187038 189237 192180 193709 194231 198017 198400 200614 201163 204145 206374 206936 208333 210205 211988 212821 213711 213747 227387 227548 231915 232336 233502 -240992 243536 248117 264895 258129 259113 260431 263884 267776 268962 274538 274786 276351 278921 287378 287816 298277 303718 304174 310316 312050 312666 315440 318248 324287 326585 335635 335909 338788 341634 342694 343304 343456 343860 347484 350504 350776 351188 351891 352805 353989 356283 357195 363312 367765 370655 372748 375078 375229 381633 382831 385252 389976 392260 392898 398785 Ön der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinns tu 5000 M. 135288 4 Gewinne ju 3000 M. 149696 312479 2 Gewinn, au 2000 M. 397831 4 Gewinne au 1000 M. 129071 374191 12 Gewinn- au 800 M. 28673 33219 149171 178272 188162 331301 32 Gewinne au 500 M. 8399 11811 88120 142915 157995 221922 237955 244569 282462 294898 307291 334954 336542 346593 353363 382217 94 Gewinn- ,u 400 M. 3353 6246 8758 12732 19355 20142 20313 35772 36217 56420 67103 70874 72193 75501 79472 81956 88972 102796 117625 145069 149348 153174 156835 161182 162096 170434 178364 181260 215560 218958 230546 236941 243246 260168 274593 300977 305163 313329 316177 316237 322639 330704 351897 369175 380585 385251 386961 248 Gewinne »u 300 M. 1176 1346 2365 3029 5234 6857 15959 28158 28510 31079 44741 48278 59063 60078 61726 69928 70026 71623 72742 75025 76280 76464 79710 79865 80033 82152 85797 98138 99560 101696 102048 102708 103925 106123 108945 110065 110671 116113 116626 118583 125746 128151 139949 140501 147186 148977 151930 154198 166456 156928 157776 169087 161845 163841 165648 167966 167967 17104g 177104 181294 183061 198662 199723 200753 201633 202498 204652 206375 210849 211860 226091 226359 228133 229965 232734 233490 233755 239969 243983 244364 244689 245591 247556 252991 253275 255443 264971 265175 266555 277533 282861 283136 290325 292814 294464 297966 306248 307851 308540 309796 310933 320826 322677 323601 324260 326501 329418 337739 338929 339695 342237 345017 355426 359228 362147 362679 363584 365647 870187 373495 379800 391309 392688 399180 (Errettung aus ter Rot. Der klein? Fritz ist von Tante Frieda eingeladen. Er zieht freudestrahlend aus, mit sauberen Strümpfen und Schuhen angetan. Auf ter Straße springt er mitten hinein in eine große Wasserpfütze. Seine soeben noch so sauberen braunen Schuhe sind beschmutzt. So kann er unmöglich zu TT ante Frieda kommen! In seiner Herzensnot fängt er bitterlich zu weinen an. Ater der Schuhmacher, vor dessen Haus sich das Tlnglück abgespielt hat, nimmt Fritz in seine Werkstatt und bearbeitet seine Suhe mit Büdo- Luxus-Creme. Zwischen Weinen und Lachen sieht Fritz auf seinen Schuhen einen wunderbaren Hochglanz entstehen, bedankt sich und eilt beglückt zu seiner Tante. mre wajjcnfrau iftemW&ifcfi! Sie wollen sich sogar gut mit ihr stellen! Geben Sie ihr darum nur NAUMANN’S SEIFE zum Waschen, die «frei von Soda» ist, die ihre Hände nicht aufbeißt und in Ihre Wäsche keine Löcher frißt! Dieses 250-Gramm-Stück kostet nur 35 Pfg. Seif»e SiW Mittwoch, Donnerstag u. Freitag etntrefsend: ff. Schellfische o. SV., 3—Ipfünbifl, Psd. 40 4, im Ausschn. Psd. 45 4 Pa. Kabeljau und Seelachs im Ausschnitt.............32 4 Frischer Steinbutt, Seehecht, Angeli'chellfiich Frische Fischfilets u. Koteletts Neue Kartoffeln Neue Matjes» und Vollberiuge Neue Salz« und Essiggurken Richard Grünewald Babnbosstr.27 Fernspr.3631 _____________________ 5068A AltgemeineOrtskranken- kasse Gießen-Gtadt. Einladung zur Ausschuhsihung auf Dienstag, den 22. Iuli 1930, nachmittags 3 Uhr, im Gewerkschaftshaus. 5058D Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht für das Jahr 1929. 2 Bericht der Revisoren. 3. Dienstordnung. 4. Beschlußfassung gemäß § 265 RVO. 5. Verschiedenes. Die Ausschuhmitglieder werden dringend um ihre Anwesenheit gebeten. Der Vorsitzende des Vorstandes. Ottilie. SOLBAD UND LUFTKURORT Wimpfen a.N. I hellt Aithma und Rheuma, auuerdem Katarrhe, Bronchi tl», Neuralgien, Frauenleiden, Kinderkrankheiten. Modernei Kurmlttel- haui — Althlitorliche Stadt. Prospekte durch die Kurverwaltung. Tel 711, Gutcingciiibrte Großhandlung mit gröheremKundenkretS ist krankheitshalber günstig zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 04447 an den Lietzener Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. Die Lieferung des für Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamtes im Laufe des Rechnungsjahres erforderlichen Schuhwerks für Männer, Frauen, Knaben und Mädchen (insgesamt etwa 500 Paar) soll laut Beschluß des Wohlfahrtsausschusses im Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. 5059D Angebote auf Lieferung find unter Beischluß von Mustern, die wieder zurückgegeben werden, mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen bis spätestens 25. Juli 1930 bei dem Städt. Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 9, einzureichen. Dort können alsbald die Lieferungsbedingungen in Empfang genommen sowie Musterexemplare des zu liefernden Schuhwerks eingesehen werden. Gießen, den 11. Juli 1930. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). ____________Dr. Seid.____________ Bullenverkauf. Freilag, den 18. Juli 1930, mittags 1 Uhr, soll ein zur Zucht untauglicher Bulle im Wege schriftlichen Angebots verkauft werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum genannten Zeitpunkt einzureichen. Bedingungen werden vor Oefsnung der Angebote bekanntgegeben. 5063V Oppenrod, den 13. Juli 1930. Hessische Bürgermeisterei: Kloos. Die Gemeinte Wißmar hat einen gut genährten 5065D Vogelsberger Bullen zum Schlachten zu verkaufen. Angebote je Pfund Lebendgewicht find bis zum 20. Juli, abends 6 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen. Der Gemeindevorsteher. B i 11 e n b o r f. Der Betrieb der Firma H. Weimer Hoch-,Tief-«.Eifenbetonba«, G.m.b.H. Gießen wird unverändert fortgesetzt. Neue Bauausiräge werden übernommen und in der bisherigen etnwandfreten Welse durchgesührt. 5067D DerKonkursverwalter:vr.Ruckelöbausen Mittwoch, den 16. Juli 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, im „Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 5061V 1. Schreibtische, Bücherschränke, zwei Tru- meauspiegel, Sofas, einen Diwan, zwei Waschtische, zwei Büfetts, eine Standuhr, ein Abfallbecken, einen Ablegetisch, einen Jnstrumentenschrank, eine Bohrmaschine für Zahnärzte, vier Teppiche, ein Her- renfahrrad, zwei Nähmaschinen, einen Rollschrank, drei Chaiselongues, ein Paneelbrett, einen Bilderschrank, einen Klubsessel, 137 Bände Romane und Klassiker, 416 Bände wissenschaftliche Bücher, zwei Fuchsstuten, ein Transparentschild, drei Kleiderschränke, eine Partie Kleiderstoffe, eine Partie Schuhmacherartikel, zwei Ladentheken, drei Ladenregale, eine Wolldecke, drei Pack Elfenbeinkarton, einen Vervielfältigungsapparat, 40 Paar Holzleisten für Schuhmacher. 2. Bestimmt: ein Zielfernrohr. Mött stellv. Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon Nr. 338H Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftskarten