Nr. 39 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 15. Zedruar 1950 (Eridjetm täglich, außer Sonntag» und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte _ Gießener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholle Msnatr-Bezugsprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichsplennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüste anterSammelnummer,2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: $ran!futt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrrck und Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch. und Stelnbruckerel L Lange in Lietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagcsnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfcnnig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wich Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den AnzeigenteU Max Filler, sämtlich in Gießen. Der „Neue plan". Nun hat auch der Reichstag seine Noungdebatte gehabt, sogar mit einer regelrechten Sensation, die er Herrn Hugenberg, dem deutschnationalen Partei- ührer, verdankte. Aber läßt man Regierung und Opposition in Rede und Gegenrede noch einmal an ich vorüberziehen, sucht man aus dem Hin und Her der Meinungen und Auffassungen ein klares Bild zu bekommen, so schwindet leider nicht das Gefühl starker Enttäuschung, das den aufmerksamen Leser schon bei der ersten Lektüre dieser Reichstagßdebatte beschleichen mußte. Zwei Lichtblicke: die kluge, kritische, zurückhaltende Rede des Abgeordneten Brüning, des Benjamins unter den Fraktionschefs, der für das Zentrum sehr viele Gedanken aussprach, die man grade in diesem Augenblick, an einem Kreuzweg deutscher Politik, lieber aus dem Munde des verantwortlichen Außenministers gehört hätte, und die Rede des Abgeordneten Dr. H o e tz s ch, der nach dem Exodus aus der Hugenbergpartei sein mich von seinen Gegnern stets bereitwillig anerkanntes außerordentliches Wissen der neuen volkskonserva- tioen Grupp« zur Berfügung stellt. Auch was Hoetzsch gegen den Youngplan oorbrachte, war positive, fördernde Kritik. Dagegen müssen wir bedauern, daß keiner der drei Reichsminister, die im Reichstage sich zum Worte meldeten, der gewiß naheliegenden Gefahr entging, in Verteidigung des Haager Vertragswerks allzu ausschließlich die Lichtseiten der im Haag und in Warschau getroffenen Abmachungen herauszukehren und manche sehr ernstzunehmende Einwände der Kritik mit dem allzu billigen Hinweis auf die erzielten Verbesserungen gegenüber dem Da- wesplan abzutun. Ueberhaupt machten diese ganzen Auseinandersetzungen, für die nicht einmal im „Hohen Hause" selber das Interesse groß genug war, um «ine größere Anzahl von Dolksboten dauernd im Sitzungssaale festzuhalten, den betrüblichen Eindruck eines Schauspiels mit verteilten Rollen, das man notgedrungen in Szene setzt, um der Form zu genügen und dem Volk den Druck der Verantwortung recht sinnfällig zu demonstrieren, von dem man aber von vornherein weiß, daß dabei nichts Positives dafür oder dawider herauskommen kann. Das ist auch von den Beratungen der Ausschüsse, an die das Vertragswert nach der ersten Lesung im Plenum verwiesen wurde, nicht zu erwarten. Denn Aende- rungen sind nicht mehr möglich. Die Haager Vertrage und mit ihnen das polnische Liguidations- abkommen müssen so, wie sie von der Reichsregierung vorgelegt werden, entweder angenommen oder abgelehnt werden. Und wir dürfen uns heute schon darüber keiner Täuschung hingeben, daß sie angenommen werden, einschließlich des unglückseligen Volenvertrags, trotz der sicheren Opposition auf der Rechten und äußersten Linken, trotz der starken Vorbehalte, die heute noch von einzelnen Regierungsparteien, namentlich vom Zentrum, gemacht werden. Das ist ja das Deprimierende an der gegenwärtigen Situation, daß trotz allen Debattierens, trotz aller Kritik keine Verbesserungen an den Verträgen möglich sind, die die Regierung als Vollzugsausschuß der herrschenden Koalition schon vor Monaten abgeschlossen" hat und mit denen sie selber steht und fällt. So bleibt eben nur das eine, zu versuchen, über eine Reihe sehr wesentlicher Punkte, die heute noch sehr verschieden ausgelegt werden, durch Kommentare von authentischer Stelle völlige Klarheit zu gewinnen. Grade deshalb hatten wir gewünscht, daß man bei der Besprechung des Poungplans der französischen Kammer den Vortritt lassen möchte. Die Debatte in Paris hätte schon vieles klären können, was heute in Berlin noch durchaus umstritten und anfechtbar erscheint. Unser geschätzter Mitarbeiter, der Abgeordnete H o e tz s ch, mit dem wir ein gut Stück Weges gemeinsam o-hen können, hat erklärt: „Wenn der französische Ministerpräsident sich in der Sanktion-frage in Meinungsverschiedenheiten mit Deutschland befindet, dann nehm« ich die Partei meines Vaterlandes." Das trifft ganz gewiß zu und hat auch unseren Beifall, wenn es sich um bereits geschlossene Verträge handelt, aber hier geht «s doch erst darum, durch gegenseitige Kommentierungen überhaupt erst möglichst eindeutig festzulegen, welchen Sinn die Haager Abmachungen haben, bevor man sich entschließt, ihnen zuzustimmen oder sie zu verwerfen. Wir bedauern es, daß die Reichsregierung die weitgehenden Aeußerungen Tardieus über die Frankreich im Haag angeblich zugestandene Sanktionsmöglichkeit, mit denen die Opposition im Reichstag operierte, offenbar auf die leichte Schulter nahm. Es mag ja zutreffen und mir find die Letzten, die nicht wünschten, es wär« fo, daß die befremdenden Aeußerungen des französischen Ministerpräsidenten durch die Pariser Presse verfälscht und verdreht widergegeben worden sind, aber wir hätten doch erwartet, daß die Reichsreaierung sich durch den deutschen Botschafter von Hoesch ein klares Dementi oder eine authentisch« Fassung der getanen Aeußerungen verschafft hätte. So bleibt ein Gefühl des Mißtrauens, und wir würden uns nicht wundern, wenn in der Poungdebatte der Pariser Kammer ähnliche Auslegungen der Sanktionsbestimmungen von Regierungsseite unwidersprochen bleiben. Die Sanktionsbestimmungen des „Neuen Plans" bedürfen noch durchaus der Klärung. Darüber hilft auch alles Dozieren des Herrn Wirth über „N ichtkönnen" und „N i ch t w o l l c n" nicht hinweg. Das ist ja doch gerade das, mit dem uns die Franzosen die ganzen letzten Jahre ins Gesicht gesprungen waren: wenn wir behaupteten, wir könnten nicht zahlen, sagte Herr Poincars: „Die Deutschen wollen nicht" und marschierte ins Ruhrgebiet. In der Aufnahme dieser Sanktionsbestim- mung mit seinem sehr kautschukartigen Begriff des „Vertrag zerreißen" sehen wir im Gegensatz zu Herrn Wirth eine Verschlechterung gegenüber dem Welche GesamtSelastung bringt der tzoungplan? Einzelberatung der Haager Abkommen in den Reichstagsausschüffen. Berlin, 14.Febr. (VDZ.) Die Ausschußbe- ratung der Pounggesetze begann in einer gernein- amen Sitzung des Haushaltsausschusses und des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags. Gewisse Fragen der Außenpolitik wurden von vornherein des Auswärtigen Ausschuß zur vertraulichen Beratung überwiesen. Zu Berichterstattern für das Plenum wurden die Abg. Dr. Breitscheid (Soz.) und Dr. Hoetzsch (Chr.-Nat. Arb.-Gem.) bestimmt. Die achliche Beratung wurde begonnen mit der Frage der tatsächlichen Höhe der finanziellen Gesamtbelastung. Heichsaußenminister Or. CurtiuS besprach zunächst die Bestimmungen über die ainiPuitäten. Die Belastung aus den Annuitäten sei oon den Sachverständigen für die ersten 37 Jahre auf den Durchschnitt von.1988 Millionen Reichsmark berechnet worden. Der Gegenwartswert betrage rund 34,5 Milliarden Mark. Man könne nicht einfach die Annuitäten zusammenzählen und dann durch die Zahl der Jahre dividieren. Das würde eine falsche Methode fein. Auch würde dabei die Staffelung der Annuitäten unberücksichtigt bleiben, insbesondere die niedrige Belastung der ersten zehn Jahre. Man solle endlich aufhören, die Oefsent- lichkeit damit zu beunruhigen und irrezuführen, daß man die Annuitäten addiere und eine Riesensumme nenne, die wir zu zahlen hätten. Wenn ein Landwirt eine Hypothek von 34 500 Mark aufnehme, die mit 5,5 v. H. zu verzinsen und in 58 Jahren zu tilgen sei, habe er auch in der Summe der Jahreszahlungen 113 500 Mark zu zahlen. Gleichwohl werde niemand daran denken zu behaupten, daß der Landwirt ober fein Grundstück mit 113 500 Mark belastet seien. Seine Schuld werde stets nur mit der Nominalschuld feiner Hypothek, nämlich 34 500 Mark, beziffert werden. In der gleichen Weise müsse man auch die Schuld aus dem Poung- plan berechnen, nämlich mit 34,5 Milliarden Reichsmark. Der Gegenwartswert beim Voungplan betrage 34,5 Milliarden gegen rund 49 Milliarden beim Daroesplan. Die Durchschnittsannuitäten beim Poungplan betrügen rund 2000 Millionen gegen 2736 Millionen beim Daroes« plan. Nach dem Daroesplan hätten wir in den nächsten zehn Jahren mehr als 7 Milliarden mehr zu zahlen. Die ungeschützte Annuität betrage im elften Jahre rund 700 Millionen Mark und falle bann; im Durchschnitt betrage sie 654 Millionen Mark. Der deutsche Anspruch auf bie in ben ersten fünf Monaten bes laufenben Reparationsjahres gezahlten 379 Millionen Daroesraten ließ sich n i ch t durchsetzen. Darin, baß als Zahlungstermin bie Monatsmi11e unb nicht bas Monatsenbe festgelegt worben ist, liegt eine finanzielle Mehrbelastung nur in dem Fall, wenn das Reichsfinanzministerium sich die nötigen Kassenmittel borgen müßte. Abg. Or. Reichert (Ont.) bezeichnet es als den größten Nachteil besVoung- planes dem Dawesplan gegenüber, daß jetzt das Maß der deutschen Zahlungen nicht mehr berechnet werden solle nach der deutschen Lei - stungsfähigkeit, sondern nach dem Umfang der interalliierten Schulden an Amerika. Dadurch werde auch die Devisenbeschaffung für Deutschland zu einer Sonder- belastung, die zu großen Schwierigkeiten führen könne. Bisher habe man sich mit Auslandanleihen geholfen. (Darunter war viel verkapptes deutsches Kapital.) Darüber sollte der Reichsbankpräsident hier Aufklärung schaffen. Die Zukunft der Kaufkraft der Goldwährungen sei durchaus offen. Bei anhaltendem Frieden sei mit einer Zunahme der Kaufkraft des Geldes zu rechnen, leider nicht bei der bisherigen Politik innerhalb Deutschlands. Unsere wirtschaftliche Souveränität gehe uns immer mehr verloren. Abg. Or. Hoehsch (Chr.-N.-A.) bestritt die Auffassung, daß zwischen unserer Reparationsverpflichtung und dem interalliierten Cchuldenproblem keine Verbindung bestehe. Warum haben sich die deutschen Sachverständigen auf die jetzige Höhe der Annuitäten treiben lassen. Dr. Schacht habe zuerst nur eine Milliarde Mark angeboten. Abg. Or. Klönne (Chr.-N.-A.) erklärte, daß er den Plan a b l e h n e. Zwar fei der Dawesplan schwerer, aber er habe nur einen Versuch dargestellt und sei mit einer ganzen Reihe von Schutzmaßnahmen ausgestattet. Der Voungplan scheide alle Möglichkeiten einer Revision ab. Der Endwert der Annuitäten sei allein maßgebend. Rach 58 Jahren sei aus Deutschland ein Kapital von 116 Milliarden geflossen. Abg. Or. Oernburg (Oem.) wies darauf hin, daß die Reparationskommission nur die Berechtigung gehabt habe, die Zahlungen aufzuschieben, aber nicht das Recht. Kapital zu erlassen. Diese Funktion sei jetzt auf den beratenden Sonderaus- Polen setzt die Äquidationsversahren fort. Warschau entschuldigt sich mit Maßnahmen von Lokalbehörden und verspricht ihre Rückgängigmachung. Berlin, 14. Febr. (TU.) Die in Dromberg erscheinende „Deutsche Rundschau in Polen" stellt in ihrer letzten Ausgabe sest, daß trotz der im polnischen Liquidationsabkommen getrofsenenVere tn- bar u n g , alle liquidativnssähigen und bereits liquidierten Güter, die am 1. September 1929 noch in der Hand ihres Eigentümers bzw. ihres früheren Eigentümers waren, von der Enteignung zu befreien, von feiten Polens noch immer liquidiert und noch immer das Wiederkaufsrecht, auch im Erbfalle ausgesprochen wird. Das Blatt schreibt hierzu: Wir möchten nicht den Sturm der Entrüstung erleben, der etwa eingesetzt hätte, wenn die deutsche Regierung in diesen Wochen vor der Ratifikation besonders eifrig auf die Erledigung der Zusatzklagen der Liquidationsgeschädigten vor dem noch immer bestehenden deutsch-polnischen Schiedsgericht in Paris gedrungen hätte. Zwischen Unterschrift und Ratifikation eines Vertrages ist nach allgemeinem völkerrechtlichen Brauch die einseitige Veränderung des Vertrags- gegenstandes unzulässig. Wir haben in *2tr. 24 der „Deutschen Rundschau" vom 30. Januar d. 2. berichten müssen, daß noch jetzt dem Landwirt Schreiber aus dem unweit von Zempelburg gelegenen Dorf Plöhig sein 110 Morgen großes Landgrundstück durch das Liquidationsamt enteignet wurde. Der Eigentümer, der das Grundstück nicht nur am 1. September 1929, sondern noch heute „in Händen" hat. soll seinen Besitz bis zum 1. W ai d. I. räumen. Soeben wird uns ein zweiter <5au. bekannt, der die Zusatzabreden zum Warschauer Liquidationsabkommen betrifft. In einem vom 6 d. M. datierten Schreiben des Posener De- zirkslandamtes wurde der Witwe des im Jahre 1923 verstorbenen Ansiedlers Heinrich Schmidt in Roneck (Rojewo). Kreis Jnowraclaw, mitgeteilt, daß die Behörde von dem ihr nach unserer Ansicht auch ohne das Liquidations- abt ommen nicht zu stehenden Wiederkaufsrecht Gebrauch mache, und daß die Erben, zu denen neben der Witwe noch zwei Söhne gehören, sofort eine Taxe für die 82 Morgen große Ansiedlung einzureichen hatten. Frau Schmidt und der eine ihrer Söhne besitzen die polnische Staatsangehörigkeit. Der andere Sohn ist Reichsdeutscher. * Von amtlicher deutscher Seite wird hierzu mitgeteilt: Die Gesandtschaft in Warschau ist sofort bei dem polnischen Ministerium des Aeutzern vorstellig geworden. Dort ist erklärt worden, daß den einzelnen Fällen, die dem Ministerium bisher noch nicht bekannt seien, sofort nachgegangen werden würde. Sollte sich Herausstellen, daß Lokalbehörden Maßnahmen getroffen hätten, die mit dem Abkommen vom 31. Oktober 1929 nicht im Einklänge ständen, so würden diese sofort rückgängig gemacht werden. Pariser Plan. Danach hätte im Falle eines deutschen Zahlungsverzugs oder der Erklärung, überhaupt zahlungsunfähig zu (ein, der Prüfungsausschuß der Tributbank nach Untersuchung der deutschen Wirtschaftslage Deutschland „Ratschläge" zur Behebung seiner Schwierigkeiten zu geben. Bestand Deutschland auf seiner Leistungsunfähigkeit, dann blieb nur die Einberufung einer neuen Konferenz oder Gewaltanwendung der Gläubiger. Das aber wäre, da ja die Reparationskormmfsion verschwunden ist, keine „Sanktion" im Sinne des Versailler Vertrages, die wir zu dulden uns verpflichtet hätten, sondern Bruch des Friedenszustandes. Nach dem „Neuen Plan" können Frankreich ober eine andere empfangsberechtigte Macht — sie brauchen es natürlich nicht, aber man muß mit der Möglichkeit" rechnen — auf die Erklärung der deutschen Zahlungsfähigkeit damit antworten, daß sie Deutschlands guten Willen be ft reiten, daß sie behaupten, Deutschland lasse den Willen zur Zerreißung des Poungplans erkennen, und daß sie Klage vor dem Internationalen Gerichtshof im Haag anstrengen. Wer bürgt uns dafür, daß dieser unvoreingenommen und unbeeinflußt von weltpolitischen Stimmungen Deutschlands Wirtschaftslage gerecht beurteilt? Paul Rohrbach hat auf die sehr bedenklichen Konsequenzen hingewiesen, die ein gegen Deutschland gefällter Spruch des Haager Gerichtshofs, der ja jeder einzelnen Gläubigermacht „volle Handlungsfreiheit" roiebergibt, haben müßte. Wir unterwerfen uns im „Neuen Plan" im voraus einer Verhanblungsprozebur, bei ber wir „rechtskräftig" verurteilt werben können unb bann nicht nur materiell, fonbern auch moralisch in bie benfbar schlimmste Lage kommen müßten. Die Erklärungen bes Außenministers können uns in biesem Punkt so wenig genügen, wie bie Darlegungen Wirths wir möchten wünschen, daß in den Ausschüssen hierüber noch volle Klarheit geschaffen wird und wenigstens versucht wird, vor der Annahme des Poungplans eine Auslegung der Sanktionsbestimmung oon authentischer französischer Seite zu erlangen. , lieber die finanzielle Seite des Polenabkommens, dessen tatsächliche, wenn auch nicht rechtliche Verknüpfung mit den Haager Abmachungen uns für die Entscheidung über den Poungplan eine schwere Belastung zu sein scheint, haben wir an dieser Stelle schon in der vergangenen Woche gesprochen. Heute sei lediglich nachgetragen, daß wir den Vertragsabschluß mit Polen auch von allgemein p o l i t i sch e n G e s i ch t s p u n k t e n aus gesehen, für höchst bedenklich halten. Schon die Tatsache einer weitgreifenden finanziellen Entlastung des polnischen Staatssäckels von den beträchtlichen Forderungen der Liquidationsgeschädigten, Enteigneten u. a. wird den Staatskredit Polens wesentlich heben, ganz abgesehen von dem moralischen Plus, das sich für Polen aus dem Abschluß eines Vertrages mit seinem großen deutschen Nachbarn unzweifelhaft ergibt. Hat Deutschland daran ein Interesse? Gibt es damit nicht wertvolle Pfänder für kommende unvermeidliche Verhandlungen über die Revision der deutschen Ost grenze vor- zestig preis? Wir wollen nicht rechten, ob der viel- umstrittene Ausdruck „Ost-Locarno" hier angebracht ist oder nicht. Die Tatsache besteht doch aber, daß mir Polen, mit dem wir die wichtige Rechnung — Korridor, Danzig, Oberschlesien u. a. — noch z u begleichen haben werden, in einem Augenblick materiell wie moralisch stärken, in dem Deutschland an einer solchen Stärkung nichts, aber auch gar nichts gelegen fein kann. Erträgliche Beziehungen zu unserem polnischen Nachbarn wünschen auch wir, aber sie sind erst möglich, wenn die Bestimmungen des Versailler Vertrages über die deutsche Ost- grenze in einem für Deutschland erträglichen Sinne revidiert sind. Warum enchält übrigens der Polenvertrag unseres Wissens keinerlei Sanktions- beftimmungen? Hat die Republik Polen bislang vielleicht gültigere Beweise oon Vertragstreue gegeben, als Deutschland, dem man auch im „Neuen Plan" wiederum Sanktionen androht, mag man auch über das Wort selber feilschen? Die erst gestern gemeldeten Zwangsparzellierungen, von denen in Ausführung der famosen polnischen Agrarreform zehntausend Hektar deutschen Grundbesitzes betroffen werden, werfen ein sehr merkwürdiges Licht auf die Methode, wie Polen sich vertraglich übernommener Verpflichtungen auch künftig wird entziehen können. Wir glauben, daß das Polenabkommen noch einer sehr gründlichen Überprüfung bedarf und können die Befürchtung der Reichsregieruna keineswegs teilen, ohne das Polenabkommen würde Frankreich die Ratifizierung des Poungplans verweigern und die Rheinlandräumung hinausschleppen. Frankreich wünscht das Geld aus der Reparationsanleihe, wünscht es baIb unb wirb auch feinem polnischen Freunde zuliebe kaum länger darauf warten wollen. Das Zentrum hat bekanntlich für seine Zustimmung 3um Poungplan den Vorbehalt gemacht, daß vor dessen Annahme im Reichstag über die innere Lastenoerteilung Klarheit geschaffen werden müsse. Das bedeutet erst einmal die Sanierung der R e i ch s s i n a n z e n unb dann unseres Erachtens auch ein Plan für die Lastensenkung, die der nur noch mühsam atmenden Wirtschaft schon im vergangenen Jahre, spätestens mit dem Inkrafttreten des Poungplanes, versprochen wurde. Von Lastensenkung und Drosselung der öffentlichen Ausgaben wird kaum noch gesprochen. Die Ausgaben sind „zwangsläufig" sagt man, und statt über Steuersenkungen wird über neue Steuern diskutiert. Es erscheint uns dringend notwendig, daß das Zentrum mit aller Entschiedenheit auf feinem Vorbehalt bestehen bleibt unb dabei von allen bürgerlichen Parteien die tatkräftige Unterstützung findet, die diese Politik im Interesse der gesamten deutschen Wirtschaft verdient. Hat die Sozialdemokratie, die eine grundlegende Finanzreform scheut, wie das gebrannte Kind das Feuer, erst den Poungplan unter Dach und Fach, wird sie gut und gern den bürgerlichen Parteien das Odium überlassen, neue Steuern dekretieren zu müssen, statt der Lastensenkung, auf die die Wirtschaft wartet. Diesmal muß auch die Sozialdemokratie gezwungen werden, Farbe zu bekennen. Ist sie auch nicht allein schuld an dem Schlendrian unserer öffentlichen Finanzwirtschaft, so geschah doch zum mindesten der letzte Sturz in das Chaos unter ihrer verantwortlichen Führung. So wird sie auch höflichst eingeladen werden müssen, nun die Suppe mitauszulöffeln, die sie uns eingebrockt hat. Und es darf ihr auch nicht erlaubt werden, sich an Steuererhöhungen und Reformmahnahmen vorbeizudrücken, die ihr unbequem find, weil sie ihr die Popularität ihrer Wähler koste« könnten. Deshalb muß auch das dringende Verlangen gestellt werden, vor der Annahme des Poungplans nicht nur die vordringlichen Maßnahmen für bie Sanierung der Rei ch s- taffe zu beschließen, sondern jetzt schon die Regierungsparteien, auch die Sozialdemokraten, auf ein tiefgreifendes Finanzreform • Programm feftzulegen, das der Wirtschaft endlich die Lasten- fentung bringt, auf die sie ein Anrecht hat. ! chuß übergegangen, der den ungeheuren Vorteil habe, daß wir in ihm vertreten feien. Aus dem Plan gehe an verschiedenen Stellen deutlich hervor, daß der Voungplan nur eine Etappe auf dem Wege der Reparations- regelung darstelle. Die Wirtschaftslage werde von der Rechten zu ungünstig beurteilt. Die Rechte bekämpfe den Boungplan, wolle aber auch zum Dawesplan nicht wieder zurückgehen. Vielleicht sei man zu früh an die Revision des Dawesplanes herangegangen. Abg. Or. Bredt (W.-p.) hielt olle Berechnungen für abwegig, da die Verhältnisse ganz ungeklärt seien und blieben. Kleber die Revisionsmöglichleiten gingen die Auffassungen Deutschlands und der Gläub'gcrstaaten weit auseinander. Wenn es tatsächlich den Tatsachen entsprechen sollte, daß der Voungplan nur einen Versuch darstelle, dann müsse diese Auffassung in der Oeffentlichteit fe st - g e st e l l t werden. Abg. Oauch (O. D. p.) Selbst nach Berechnungen ganz neutraler Stellen haben wir bis heute bereits 36Mil- liarden an K r i egstributen gezahlt und sollen jetzt noch Beträge zahlen, deren Gegenwert mit weiteren 36 Milliarden geschäht wird. Für sich betrachtet, ist der Voung-Plan eine mißglückte Synthese zwischen Politik und Wirtschaft. Auch vom Standpunkt der gegnerischen Mächte ist es töricht, so hohe Lasten auf Deutschland zu legen, denn bei Durchführung des Planes in dieser Form müßte Deutschland die stärkste Wirtschastsmacht der Welt werden Wir müßten nämlich dann so ungeheuer billig produzieren, daß wir alle anderen Volker auf dem Weltmarkt u n - ter bieten Der Voung-Plan wird am Transfer scheitern, nicht an der inneren Aufbringung. Auch wir haben hinsichtlich der Durchführbarkeit des Voung-Planes .die aller- schwersten Bedenken. Würden wir aber heute den Voung-Plan ablehnen, so würde dieser Widerstand der deutschen Wirtschaft einen Milliardenverlust bringen. Der Vertrag ist kein Wechsel, sondern eine Vereinbarung, die auch Revisionsmöglichkeiten aller Art in sich birgt. Man kann keine Voraussagen über die wirtschaftliche Gestaltung Deutschlands oder gar der Welt sür längere Zeit machen. Deshalb darf man den Plan gerechterweife nur für die nächsten zehn Jahre beurteilen. Auch wir betracht m Voung Pan nur als eineEtappe. Selb t- verstänut.a) mu.sen aus der Annahme lc_, ... ^ng- Planes von allen denen, die ihm zuftimmen, jene Konsequenzen gezogen werden, die der Voung-Plan selbst als notwendig hinstellt, nämlich eine Einschränkung unserer Einfuhr und eine Hebung unserer Ausfuhr. Das ist nur möglich durch eine Herabdrückung der Gestehungs- kosten Ferner verlangt der Voung-Plan eine Steuersenkung besonders für die .Betriebe zwecks genügender Kapitalbildung. Wir müssen daher mit unserer jetzigen Finanz- unü Wirtschaftspolitik Schluß machen und Voungpolitik treiben. Es muh deutlich ausgesprochen werden, daß derjen'ae. der diese Konsequenzen nicht zieht, den Voung-Plan auch nicht annehmen darf. Vom Abg. Grafen Westarp wurden außerdem zwei deutschnationale Anträge angekündigt. Darin soll die Reichsregierung ersucht werden, mit eingehender Begründung zu erklären, ob sie die Zahlungen des Pariser Planes f ü r dauernd durchführbar hält, und durch eine ausdrückliche Erklärung das Recht Deutschlands vorzubehalten, die Revision des Planes mit dem Ziele der Herabsetzung der deutschen Leistungen im Falle seiner älndurchführbarkeit zu fordern. Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Annäherung der Parteien. Berlin, 14. Febr.' (ERD.) Der Reichsfinanzminister hat heute abend im Reichstag mit den Führern und den Finanzsachverständigen der Fraktionen weiter verhandelt. Das Ergebnis dieser Besprechung war, daß in der Frage der Arbeitslosenversicherung eine erhebliche Annäherung zwischen den Parteien festzustellen ist. Man ist sich ziemlich einig darüber geworden, daß die Arbeitslosenversicherungsanstalt eine geschäftliche Selbständigkeit erhalten soll, die ihr die Möglichkeit gibt, ihr System zu returnieren und damit beträchtliche Einsparungen zu machen. Zu dieser Vergröberung der Selbständigkeit würde auch gehören, daß die Reichsversicherungsanstalt selbst darüber zu beschließen hätte, ob die Beiträge zu erhöhen sind. Der Reichstag würde ihr damit eine Kompetenz übertragen, die er bisher ausgeübt hat. Damit willkürliche Erhöhungen vermieden werden, wird voraussichtlich die Rotwendigkeit einer qualifizierten Mehrheit für derartige Beschlüsse eingeführt werden, so daß also Arbeitgeber und Ar- b e i t nehmer an der Zustimnrung zu einer Erhöhung beteiligt sein müßten. Die Sozialsach- verständigcn der Fraktionen sollen am Montagnachmittag darüber beraten, in welcher Form diese Vorschläge im einzelnen durchgeführt werden können. Wenn diese Vorschläge zu einer festen Vereinbarung führen, so würden im Etat für 1930 teine Mittel für die laufenden Ausgaben einzusetzen sein, die die Arbeitslosen- v^slcherung in Zukunft verursacht. Es handelt sich dann nur noch um die Abdeckung des Defizits, das aus dem außerordentlichen Haushalt des Vorjahres in den ordentlichen Etat 1930 übernommen worden ist. Auch hierfür zeichnen sich bereits die Almriffe einer Einigung zwischen den Parteien ab. Die Sozialdemokraten haben in der heutigen Besprechung grundsätzlich einer Heranziehung der überschüssigen Mittel der Angestellten- u n dZnv a lidenversicherung z u gestimmt. Sie wünschen allerdings, daß dies in Form einer freien Vereinbarung geschieht. Der Reichsfinanzminister hat erklärt, er stehe selbst auf dem Standpunkt, daß man zunächst eine gütliche Einigung mit den beiden Dersicherungsinstituten anstreben müsse. Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen mit ihnen bald aufgenommen werden. Dabei bleibt der alte Plan der Veräußerung der Vorzugsaktien der Reichsbahn weiter bestehen. Offen ist die Frage, in welcher Höhe sie verwendet werden sollen. Man glaubt, das Pro- Oberbürgermeister Landmann-Krankfuri zur Michsreform im Süd-Westen. Oie Neugliederung des Rhein-Main-Gebietes. WSN. Frankfurt a. M., 14. Febr. Oberbürgermeister Dr. Landmann veröffentlicht in der Zeitschrift „Reich und Länder" einen Aufsatz über die Neugliederung des Rhein-Main-Gebietes, bem wir folgendes entnehmen: Man wird aus praktischen Gründen gut daran tun, für das Rhein-Main-Gebiet im engeren Sinne zunächst nur den Kern herauszuschälen, tm übrigen aber die Frage, welche weiteren Landesteile bei einer Neuabgrenzung der Länder aus zwingenden oder Zweckmäßigkeitsgründen zu diesem Kerngebiet noch weiter hinzutreten werden müssen, wegen heute noch mangelnder Einsicht in richtung- oder aus- chlaggebende Verhältnisse offen zu lassen. Unter die- em Agglomerationszentrum wird man die L a n d- chaft am unteren Main von etwa Lohr an bis zur Mündung und am Mittelrhein von etwa Worms bis Bingen—St. Goar begreifen dürfen, im Norden begrenzt etwa durch die Linie Limburg — Gießen — Schüchtern. Es entspricht das etwa einem Radius von 60 Kilo- meter um Frankfurt gelegten Kreis. Diese Landschaft kann tatsächlich nach ihren historischen, anthro- pogeographischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bindungen als eine Einheit betrachtet werden. Es besteht also im wesentlichen aus dem heutigen Land Hessen, deni preußischen Regierungsbezirk und Kommunalverband Wiesbaden, dem Südteil des preußischen Regierungsbezirkes und Komumnaloerbandss Kassel dem zur Rheinproblem am besten lösen zu können, indem auf das Jahr 1930 nur 150 Millionen übernommen werden, so daß dann im folgenden Jahre die restlichen 100 Millionen zur Abdeckung kämen. Durch diese Verteilung auf zwei Zahre dürste die Eini- ' gung der Parteien erleichtert werden. Jedenfalls wird die Lage nach der heutigen Besprechung in parlamentarischen Kreisen wesentlich günstiger beurteilt. Man rechnet damit, daß es Anfang nächster Woche gelingen wird, das Kompromiß vollständig zu machen, so daß man sich nach Bereinigung dieser schwierigsten Frage den übrigen Einzelheiten des Etats zuwenden fann. Das preußenwahlrecht vor dem Gtaaisgerichtshos. Gefahren für die Braun ° Koalition. Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Am Freitag hat vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig die läge der preußischen Splitterparteien gegen die Gültigkeit des jetzigen preußischen Land- tagswahlrechts seinen Anfang genommen. Bekanntlich wird darin die Erlangung eines Sitzes auf der L a n d e s l i st e davon abhängig gemacht, daß die betreffende Partei in einem Einzelwahlkreis einen Bewerber durchbringt. Die Kläger sehen darin eine Beeinträchtigung der Gleichheit des Wahlrechtes. Die Klage hat insofern ein erhebliches politisches Interesse, als die Mehrheitsverhältnisse im preußischen Landtag sich vollkommen verschieben würden, wenn der Staatsgerichtshof ihr stattgäbe. Dann würde nämlich die knappe Mehrheit der Weimarer Koalition in Preußen in eine klare Minderheit verwandelt werden, womit die gegenwärtige preußische Regierung kaum noch eine Möglichkeit zum Weiteramtieren hätte. Denn wenn sich auch vielleicht nicht so schnell eine Mehrheit zu ihrem Sturze zusammensinden würde, so wäre doch keine Möglichkeit für eine fruchtbare parlamentarische Arbeit auf der jetzigen Grundlage vorhanden. Herr Otto Braun müßte also wahrscheinlich nochmals, nunmehr unter sehr viel ungünstigeren Bedingungen, den Gang zur Deutschen Volkspartei antreten. vinz gehörenden preußischen Kreis Wetzlar, den Westkreisen des bayerischen Regierungsbezirkes Unterfranken. Allein in diesem verhältnismäßig kleinem Bereich sind heute zuständig: 3 Landesregierungen (Preußen, Hessen und Bayern), 7 B e z i r k s v e r wa l t u n g e n (die hessischen Provinzialverwaltungen in Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen, die preußischen in Wiesbaden, Koblenz und Kassel, die bayerische in Würzburg) und entsprechend vierReichsbahn- d i r e k t i o n e n (Mainz, Frankfurt, Kassel, Würzburg-Nürnberg), vier Oberpostdirektionen (Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Würzburg), 3 L a n • desfinanzämter (Darmstadt Kassel, Würzburg), 4 Oberlandesgerichte (Darmstadt, Frankfurt, Kasseß Nürnberg), 2 Landesar- beitsämter (Frankfurt, München) und eine entsprechende Vielzahl der übrigen Spezialbehörden. Die Grenzen der Verwaltungsorganisation gehen zu- dem meist mitten durch die engsten Verwachsungsstellen im Gebiet. Das oben umrissene, engere Rhein- Main-Gebiet ist so stark mit den übrigen Bezirken Hessens und Hessen-Nassaus verflochten, daß seine vorzeitige Herausschälung als selbständige Gebietskörperschaft unzweckmäßig erscheint. Wollte man vorgreifend eine Teilreform durchführen, so könnte man vielleicht zunächst an eine Verbindung des Landes Hessen mit der Provinz Hessen-Nassau denken. eröffnet oder es einstellt. Das ganze Verfahren kann sich mit den Verhandlungen vor der Revisionsinstanz noch jahrelang hinziehen. Während dieser Zeit müßte Oberbürgermeister Böß sein Gehalt ungekürzt bekommen. Frankreichs Tonnagesorderungen Tie letzten Besprechungen in London. Paris, 15. Febr. (WTB. Funkspruch.) Tar - d i e u und Briand hatten, ehe sie über das Wochenende nach Paris zurückkehrten, eine Unterredung mit Macdonald, Stimson und Morrow, in der Macdonald seine Bedenken über die Höhe der in der französischen Denkschrift aufgestellten Tonnageforderun- gen nicht verhehlt und erklärt hat, die Beibehal- tung dieser Ziffern müsse unvermeidlich auf das englische Flottenprogramm, sowie infolge der Parität auch auf das amerikanische seine Rückwirkun- gen haben. Das „Echo de Paris" findet, daß Mac- donald entweder überhaupt auf den Zweimächtestandard hätte verzichten oder aber mit Frankreich hätte Fühlung nehmen müssen, ehe er sich mit Hoover einigte. Frankreich brauche sich doch nicht nach den bei dem Besuch Macdonalds in Washing- ten zustande gekommenen Abmachungen zu richten. Frankreich habe an sich nichts gegen eine Verstör- tung der englischen Flotte einzuwenden, aber der Zweimächtestandard dürfe nicht auf Kosten der französischen Marine gehen. Die Sicherheilsfrage soll ebenfalls Gegenstand dieser Unterredung gewesen sein, und zwar in Verbindung mit den Tonnageforderungen. Tardieu habe dabei folgenden Standpunkt vertreten: Der augenblickliche Stand der Sicherheit sei noch unzureichend, daß an den französischen Tonnageforderungen nichts nachgelassen werden könnte. Wenn neue Garantien aur Sicherung des Friedens zustande kommen sollten, so werde Frankreich daran denken können, auf einen Teil seiner Forderungen, und zwar nur nach Maßgabe des Wertes der neu zustande gekommenen Verträge, zu verzichten. „Petit Parisien" erklärt, daß nur ein Pakt nach Locarno- must e r die französische Delegation zu irgendwelchen Konzessionen veranlassen könne. I Aus her provinzialhauptstadi. Gießen, den 15. Februar 1930. Oer „Allmein". Dor einigen Tagen war ich bei einem Bekannten zu Besuch und war Zeuge davon, wie seinen beiden Kindern Schokolade geschenkt wurde. Während der fünfjährige Zunge auf unsere Bitte an jeden Erwachsenen ein Stückchen abgab, verweigerte dies das kleine dreijährige Mädchen. Es wollte mit niemand, teilen. Als es aber sah, daß der Bruder nach allen Seiten austeilte, wollte es auch ein Stückchen von ihm haben. Das wurde natürlich mit Recht verweigert. Das kleine Ding fing an zu weinen, und schon wollte mein Freund nachgeben und sprach mit seinem Zungen, wir andern aber fielen ein und sagten: „Rein! Laß' sie nur weinen. Sie Hal ja gar keinen Grund." Die Großmutter auf ihrem Lehnstuhl hatte noch gar nichts gesagt. Zetzt aber konnte sie sich nicht enthalten, ihre Meinung kundzutun „Zhr seid der Kleinen gegenüber viel zu nachgiebig. Zn diesem Xter' fangen die Kinder an und versuchen, ihren Kopf durchzusehen." Dann nahm sie die kleine Elli zu sich, schalt sie gehörig aus und hielt ihr ihr Betragen vor. Zum Schluß sagte sie noch: „Du gibst ja der reinste „Allmein"! — Auf dem Heimweg ging das Wort „Allmein" mit mir und ließ eine Gestalt vor meinem geistigen Auge auftauchen, an die ich lange nicht mehr gedacht hatte. Zn meinem Heimatdorfe nämlich lebte vor vielen Zähren ein Gastwirt, der nur der „Allmein" genannt wurde. Er war lang und hager, hatte ein stark gefurchtes E-e- sicht und ging bvlzengerade umher. Auf der Kirmes war der „Allmein" der gesuchteste Wirt. Die Städter besonders verfehlten nie, beim „Allmein" einzukehren. Zch kann mich erinnern, daß er einmal den Kirmesgästen die Plätze anwies. Das sah einfach großartig aus. Hoch aufgerichtet stand er wie ein Herold und streckte den Arm aus, in der Richtung, in der er Plätze vermutete. Wir Buben hatten natürlich bald heraus, daß er in feinem Rock, gerade unter dem Schultergelenk, ein faustgroßes Loch hatte. Sobald et nun majestätisch seinen Arm hob, fingen wir wie auf Kommando an zu lachen. Auch die Besuchet sahen das Loch und fragten immer von neuem, wo Platz wäre, damit er seinen Arm heben und wir alle das große Loch bewundern konnten. Woher er eigentlich den Ramen „QI Um ein“ hatte? Darüber gab es zwei Berichte. Meine Mutter behauptete, er führe hin Ramen mit Recht; denn er denke nur an suh. Zch glaube, daß auch etwas Wahres daran war; denn als später die Feldbereinigung in unserer Gemarkung durchgeführt wurde, war es der „Allmein", der beständig mit der Meßlatte auf dem Felde herumlief und jedem ins Gesicht sagte, er würde überall betrogen. Dabei hatte er ganz gut abgeschnitten. Der andere Bericht war wesentlich lustiger und origineller. An einem Abend — nach der Polizeistunde — saßen noch etwa zwanzig Gäste in seiner oberen Wirtsstube. Auf einmal erschien der Gendarm. Der „Allmein" gab das verabredete Zeichen und die Gäste verschwanden in den Schlafräumen des Hauses. Als der Gendarm das Zimmer betrat, war es leer. Schon wollte er gehen. Da sah er an den Kleiderrechen die Hüte hängen. „Sagen Sie einmal, wem gehören denn die vielen Hüte?" fragte er triumphierend und zückte den Bleistift. Der Reingefallene aber lieh sich keineswegs verblüffen, sondern antwortete: „Die sind all mein!" RatürUch wurde chm nicht geglaubt und er erhielt eine kleine Geldstrafe, die nachher von den Gästen beglichen wurde. Diese schlagfertige Antwort: „Die sind all mein!" soll ihm den Ramen „Qlllmein" eingebracht haben. Diese kleinen Geschichtchen fielen mir auf dem Heimweg ein. Warum ich sie hier erzähle? Einmal um zu zeigen,- daß sog. Originale gar nicht immer so selbstlos sind, wie oft bargetan wird, zum andern aber auch, um uns Eltern daran zu erinnern, daß wir das Verhalten unserer Kinder sehr aufmerksam verfolgen sollten, wenn es sich um „Teilen" handelt. Da wird manchmal viel Oie Strafbestimmungen für Tierquälerei. Aus dem Nechlsausschutz des Reichstages. Berlin, 15. Febr. (DDZ.) 2m Strafrechtsausschuh wurde die Strafbestimmung gegen die Tierquälerei beraten. Von allen Seiten wurde es begrüßt, daß der neue Strafrechtsentwurf gegenüber dem bisherigen Recht sehr erhebliche Verschärfungen enthält. Der Entwurf macht die Tierquälerei, die bisher nur als üebertretung galt, zu einem Vergehen und will sie mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe belegen. Außerdem ist der Tatbestand wesentlich verschärft; es ist nämlich nicht mehr die Oeffentlichkeit des Handelns erforderlich, es kommt auch nicht mehr darauf an, ob die Mißhandlung des Tieres Aergernis erregt, ebensowenig ist ein boshaftes Handeln erforderlich; nach dem Entwurf soll es vielmehr zur Strafbarkeit genügen, wenn jemand „absichtlich" ein Sier quält oder roh mißhandelt. Vom Abg. Dr. Bell (Zentr.) wurde folgender Antrag begründet: „Handlungen an Tieren dürfen nicht mit Strafe bedroht werden, soweit sie zur Verfolgung ernster wissenschaftlicher Zwecke oder zur Erfüllung der Gebräuche einer Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts geboten sind." Oie Bößaffäre. De Hin, 14. Febr. (ERB.) Der am Schluß ber Böß-Debatte in ber Stabtverordnetenver- fammlung angenommene deutschnationale Antrag, der eine schnelle Durchführung des Disziplinarverfahrens gegen Dr. Böß mit dem Ziele ber Amtsentlafsung ahne Pension forderte, hat an sich keinerlei praktische Bedeutung, da er weder ein Miß- trauensvotum enthält, noch ber von Dr. Böß selbst geforderten Pensionierung Folge leistet. Von zuständiger städtischer Stelle wirb mitgeteilt, daß der Beschluß selbstverständlich keinen Einsluh auf den Gang ber Voruntersuchung auszuüben vermag. Die Voruntersuchung wirb voraussichtlich Mitte oder (Snbe nächster Woche abgeschlossen sein. Die Ladung zum Schlußtermin an Herrn Döß wird morgen herausgehen. Zn diesem Schlußtermin wird sich Herausstellen, ob ber Vberpräsidrnt daS Disziplinarverfahren Oie Wetterlage. ■m Röst >eydlyiord' Thftrsha^fr MamDj Magent. Freitad, - 14. Februar. ij)30,7” abd£ SSB3L Rr»' saarfefc» -fr O woncemos O ntiter. o nalD Dtdtrn. q vontig. • oMtcxt »Kegetx * Schnee a Qraupein e «ehei K 6ewditr (§)wind$tiiieO-. W «icnter Ost 5-* ’i.assioe» Süösuowesi q tturmöcntr «lordwesl ote Piene wegen mu dem wmde Pie oeiden suuonen Menenden ien gehen die Temperatur an Die Limen veromdco Orte mil gleichet^ W ntt/esniveau umoerecooete» Lufldrud Wettervoraussage. Ausläufer des nordskandinavischen Tiefs sind südwärts vorgebrungen und haben das nordöstliche Hoch weiter zum Abbau gezwungen. Der Frost ist dabei in ganz Deutschland stark zurückgegangen, und die Temperaturen lagen heute morgen in Dtorbroeft» und Mitteldeutschland bereits über Null. Selbst in Süddeutschland ist die Frostlinderung erheblich gewesen. München, bas gestern morgen noch minus 18 Grad hatte, meldete heute morgen nur minus 1 Grad. An der Südseite des Tlefausläufers wirb zunächst tlnt Westwinbströmung auskommen, wo- durch mildere ozeanische Luftmassen nach beut Festlande gelangen. Das Wetter wird sich also wechselnd wolkig, verhältnismäßig mild und stellenweise auch zu Niederschlägen neigend gestalten. Wenn später an der Rückseite der Störung Luftmassen aus höheren Breiten zufließen, wird sich wieder leichter Temperaturrückgang bemerkbar machen. Wettervoraussage für Sonntag. Stellenweise noch Frühnebel, tagsüber wechselnd wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, zunächst mild, Reigung zu vereinzelten Schauem. Lufttemperaturen am 14. Februar: mittag- —1,2 Grab Celsius, abends —1,1 Grab; am 15. Februar: morgens -s-1,1 Grab. Maximum 1,1 Grab, Minimum —1,5 Grab. — Erbtempe- raturen in 10 cm Tiefe am 14. Februar: abends — 0,1 Grad; am 15. Februar: morgens 1 Grad Celsius. Amttiche Vlnkersporknachrichien. Vogelsberg. Hoherodskopf: Rebel, minus 2 Grab, 13 Zentimeter Schnee, teils verharscht, teils Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski unb Rodel gut. — Herchenhainer Höhe: Leichterer Schneefall, minus 1 Grad, 10 bis 15 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Reuschnee, etwas verharscht, Sportmöglichkeit für Ski unb Rodel gut. Taunus. Kleiner Felbberg: Nebel, minus 1 Grad, 10 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski mäßig, für Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schneefall, minus 2 Grad, 98 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnees Firnschnee, Sportmöglich- feit für Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bedeckt, minus 3 Grad, 50 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkünbigungsblatt R r. 12 vom 14. Februar enthält: Straßensperren. — Wasserversorgung des Braunkohlen- Schwelkraftwerks Wölfersheim. — Beschaffung von Fleischbeschaustempeln — Die Ausführung des Artikels 20 des Volksschulgesetzes. — Die zur Entlassung kommenden Schüler, die ein Handwerk erlernen wollen — Befreiung israelitischer Mädchen von ber Teilnahme am Kochunterricht der MädchenfortbildungSschulr. — Dienstnach* richten, #5ebruQt l930i z .y. 'N i^rn S- sM S*"4 y' Pbst ja LtzL aufJ'Me. 4-iiL'Aik (t öitgtian toirö, $ eitern daran zu en unserer Mer ten, wem es W ■b manchmal viel Dori ,c meinem a?i, 1 ich lange Ml .Heunatdvrse ’« ©afttoirt, rvurde. Er war gesurchles Ce. mber. Aus ter lesuchtesie Dirk, me, beim „All. h erinnern, datz L/Me anwieS. ausgeiichtet tat dm an, We vermutete. >all> heraus, dch er dem Schulterlatte. Svball, er fingen wir wie nch die Desucher mer von neuem, en Arm Leben 'untern tonnten, n „QI ll int in“ KMe. 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Wie wir hören, wurde die Ausführung der Arbeit der Firma Schäfer & Pfeiffer in Kassel übertragen. geböte: I. A. Brandt jun., Kassel S). Weimer, Gießen f). Rüster, Friedberg Heinrich Rätzel, Breungeshain Reuschling 8-Co., Frankfurt a. M. Konrad Iouaur. Gau-Algesheim Paul Rießen, Höhr b. Koblenz Heinrich Kell, Hattenrod Jakob Müller, Gönnern M. Abermann, Gießen Schäfer & Pfeiffer, Kassel Bernas & Gardtke, Oschersleben zu viel gelacht über die -rolligen Kleinen, die gar nichts herausrücken wollen. Das durfte aber oft der Anfang zu S e l b st s u ch t sein, und diese muß bekämpft werden, in welcher Form sie uns auch entgegentritt. Meine Mutter sagte ganz ähnlich wie die Großmutter meines Freundes, wenn wir uns z.D. in der Zwetschenkuchenzeit um die größten Stücke zankten: „Sei doch kein Allmein!" Das wirkte immer. Cs kam allerdings hinzu, daß dieses Wort für mich nicht ohne Inhalt war, - denn der Träger des An- namens lebte ja unter uns. Sobald das Wort nur auftauchte, stand er vor mir mit seinem zerrissenen Gesicht. Also lieber einmal den Klemen etwas verweigern, als immer nachgeben! E. M. Oie Wafferversoroung des Schwel» Werks Wölfersheim. Das Braunkohlen • Schwelkraftwerk Wölfersheim will sich zu seiner weiteren Wasserversorgung an das Prooinzialwasser- werk Inheiden anschließen. Zu diesem Zwecke ist die Anlage einer Rohrleitung von Inheiden durch die Gemarkungen Inheiden, ^eldheim, Bel- lcrshe.m und Obbornhofen nach Wölfersheim er» forderlich. Die Ausführung dieser 'Arbeiten wurde kürzlich öffentlich ausgeschrieben. Bei der in den letzten Tagen vorgenommenen Oeffnung der Angebote .zeigte sich folgendes Ergebnis der niedrigsten An» Junglehrer-Kundgebung gegen Volksschulabbau. Die Junglehrer des Kreises Gießen hielten am Mittwoch in Gießen eine Versammlung ab, die sich mit dem drohenden Abbau an der Volksschule beschäftigten. Die Versammlung nahm — wie man uns berichtet — folgende Entschließung an: „Die am Mittwoch im Hotel Kobel zu Gießen versammelten Junglehrer des Kreises Gießen erkennen d'.e Aotwendigleit der Durchführung von Sparmaßnahmen zur Ge- sundüng der hessischen Etaatsfinanzen an. Sie billigen die entschiedene Haltung des Hauptv'rstandes des Hess. Landeslehrervereins in der Abwehr des erneuten Angriffes auf die Volksschule und sind der Acberzeugung, daß eine Streichung von Schulstellen nicht erforderlich ist, wenn die Staatsregierung von den ihr am 31. Januar ö. 3. durch den Hess. Veamtenbund überreichten Sparvorschlägen mit Entschlossenheit Gebrauch macht. Die genaue Prüfung des letzten Staatsvoranschlages ergibt, daß die zur Durchführung des Sofort-Programmes benötigten Summen durch Streichung bzw. Kürzung der sachlichen Ausgaben, sowie der Aufwand- entfchädigungen, AebenVergütungen u. dgl. eingespar weroen können, — ohne daß Existenzen gefährdet werden. Sie weisen mit Nachdruck auf die Tatsache hin, daß 1. die Volksschule in den letzten fünf Jahren bereits 500 Stellen geopfert hat, 2. die Schül^rzahl in den kommenden drei Jahren um 30 000 wächst, für die eigentlich neue Klassen eingerichtet werden müßten, und 3. bei Durchführung des geplanten Personalabbaues eine Anzahl Junglehrer erneut auf die Straße gesetzt würden, die bereits bei der Sparaktion der Regierung im Jahre 1926 teilweise über zwei Jahre stellungslos waren. Sollte wider alles Erwarten die Regierung auf der Durchführung des Personalabbaues an der Volksschule bestehen, so müßte die Iunglehrerschaft ihrem Befremden darüber unmißverständlichen Ausdruck verleihen, daß die schwersten Opfer wiederum von den wirtschaftlich Schwächsten verlangt werden." Oberhessischer Kunstverein. Morgen, Sonntag, 16. Februar, beginnt eine neue Ausstellung, welche Werke von Künstlern enthält, die im Turmhaus am Vrand noch nicht vertreten waren. Carl Mons, Rönshausen, ein Schüler der Düsseldorfer Akademie, speziell Gebhardts, bringt eine größere Zahl von Oelgemälden, teilweise großen Formats, insbesondere Trachten- und Szenenbilder aus dem Schwalmgrund (Kirchgang, Dauernburschen im Sonntagsstaat, Kirchweihe): aber auch städtische Porträts. Ella Dieger-Iunckerstorff, Wiesbaden, ist mit Dlurnenstücken: Oelgemälde und Aquarelle, vertreten. Den graphischen Teil der Ausstellung bildet eine umfangreiche Kollektion von Werken des leider nur allzufrüh verschiedenen begabten Künstlers Karl Thylmann, Darmstadt. 3m 3ahre 1888 dortselbst geboren, erlag er am 29. August 1916 im jugendlichen Alter von 23 Jahren feinen schweren Wunden, die er in den Kämpsen vor Verdun erlitten hatte. Er war bis dahin nur einem engeren Kreise von Liebhabern seiner Illustrationen der Dichtungen von Wieland, Grabbe, E. T. A. Hoffmann u. a. bekannt, seine große und vielseitige Kunst wurde erst nach seinem Tode allgemeiner geschätzt, als die Witwe seine übrigen Werke dem Publikum zur Schau brachte. Erst da erfuhr dieses, welch großer und vielversprechender Künstler mit ihm dahin gegangen war. Es sind nur Werke der Graphit' Radierungen, Holzschnitte, Liihogra- phien, die Thylmann, der farbenblind war, uns hinterlassen hat. Die Ausstellung enthält außer Dorzugsdrucken von der unverstählten Platte eine große Anzahl solcher Blätter, welche von Platten herrühren, die nach dem Tod des Künstlers verftäblt worden sind und so den Bewunderern feiner Kunst Gelegenheit zum Erwerb zu mäßigen Preisen geben. Thylmann, der die Welt mit den Augen des Mystikers ansah, hat uns Bilder deutscher und italienischer Waldungen, Felsen und Schluchten, insbesondere aber auch aus dem Gebiet der Religion, der Sage und des Märchens geschaffen, welche sein Erleben der Gotteswelt und die dadurch bei ihm hervorgerufenen seelischen Regungen ergreifend zum Ausdruck bringen. Man muß seine Bilder gesehen und ihren Inhalt in sich ausgenommen haben, um die Tiefe der Empfindung und die Kraft des Ausdrucks zu erfassen und zu bewundern. Die Ausstellung ist wieder Sonntags. Montags, Mittwochs und Freitags von 11—1 Ahr, Mittwochs auch von 3—5 llfjc nachmittags geöffnet. (Siehe gestrige Anzeige.) Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 180, Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 10 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 30 bis 35, Anter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 100 bis 120, Endivien 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 41/- bis 5, Aepsel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Russe 50 bis 80 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 13 bis 14, Dlumenlohl 50 bis 100, Salat 25 bis 30, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Kartoffeln der Zentner 3,80 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 10 bis 12, Aepfek 10 bis 12, Dirnen 8 bis 10 Mk. Bornotizcn. — Tagestalender für Samstag. Quartettverein: Generalversammlung, 20 Ahr, im „Posikcllcr". — Eisenbahn-Fahrbeamtenver- ein: Generalversammlung, 20.30 Ahr, in „Stadt Wetzlar". — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Monatsvcr ammlung, 20.30 ilfjr, in „Stadt Lich". — D. f. D.: Monatsversammlung, 20.30 Ahr, Dereinsheim. — Gesangverein Harmonie- Gemütlichkeit: Großer Maskenball, 20.11 ilfjr, „Liebigshöhe". — Gießener Theater-Vereinigung: Preis-Maskenball im „Kath. Vereins- Haus". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das Mädel von der Operette' und „Ruhiges Heim mit Küchenbenutzung": 15 Ilfjr: Märchenfilm „Das goldene Krönlein": 22.45 Ilfjr: Sonder- Rachtvorstellung „Die sexuelle Frage". — Tageskalender f ü r Sonntag. Staöttbeatcr: „Du wirst mich heiraten", 18 bis 20.30 Ahr. — Oberhessischer Kunstverein: Eröffnung der Ausstellung im Turmhaus am Drand- platz. — Reichsbahnbeamte und -Anwärter: Oeffentliche Beamtenversammlung, 14 Ahr, im Gewerkschaftshaus. — Lichtspielhaus Bahnhof- strraße: „Das Mädel von der Operette" und „Ruhiges Heim mit Küchenbenuhung". — Asto- ria-Lichtspiele: „Sein bester Freund", mit Harry Piel. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am morgigen Sonntag, 16. Februar, kommt als Fremdenvorstellung das amüsante französische Lustspiel „Du wirst mich heiraten" von Louis Verneuil zum letztenmal zur Aufführung. Der fröhliche Beifall, den das Lustspiel bei seinen bisherigen Aufführungen fand, ist der beste Beweis dafür, daß man den Geschmack des Publikums durchaus getroffen halte. Beginn der Vorstellung 18 Ahr. Ende 20,30 Ahr. Ermäßigte Preise. — Oberspielleiter Hans Gannett legt Wert darauf, das Lustspiel „Wie es euch gefällt" von Shakespeare im Stile der alten comödia del! arte herauszubringen und den Charakter des Stückes auch in eigens dazu geschaffenen Kostümen (von Obergarderobier Huber entworfen) und in einer ganz der Handlung ange- pahten Dekoration (von Karl Löffler) besonders zu betonen. L. U. Am Sonntag, 16. Februar, vormittags UV» Ahr, findet in der Reuen Aula ein Am« versuäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Dr. Schumann. •• Reichsbahnpersonalien. Ernannt: Reichsbahn-Inspektor Heinrich E i s e in Wetzlar zum Ober-Inspektor, technischer Reichsbahn-Praktikant Ioh. Pfeffer in Gießen zum technischen Obersekretär. — Verseht: Reichsbahn-Assistent Karl Schreiner von Grünberg nach Gießen, Detriebsassistent Georg K r e u t e r von Bad- Rauheim nach Friedberg, Heinrich Decker von Amöneburg nach Homberg, Oberweichenwärter Karl Mehl von Kinzenbach nach Wetzlar, Aug. Dörr von Reukirchen nach Laubach. — In den Ruhestand verseht: Güterinspektor Karl März- Häuser in Wehlar, Oberbahnhofsvorsteher Hch. Flach in Frankfurt a. M., früher in Lang- Göns, Zugführer Karl G 0 r r in Gießen, Rotten- meister Wilh. Walther in Ahbach, Dahnhofs- schaffner Lautermann in Wetzlar und Konrad Seibel in Gießen. ** Die Museen sind am morgigen Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. ♦* Die Handels- und Gewerbedank Gießen wird ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung am 24. Februar im Restaurant Hindenburg abhalten. Die Mitglieder der Genossenschaft mögen die heutige Anzeige beachten. "DieGewerbe-undMaschirenb a u- schule Gießen veranstaltet von Anfang März ab ihren neuen Schweißkursus in der von ihr neu eingerichteten Schweiß-Lehrwerkstätte. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ** Kein Abbrennen von verdorrtem Gras im Frühjahr! Alljährlich wiederholen, sich die Klagen darüber, daß besonders im späten Frühjahr allerorts das verdorrte Gras abgebrannt wird. Dadurch werden viele Vögel, besonders solche, die an der Erde oder niedrig in Hecken, Büschen usw. brüten, in ihrem Brut- geschäft gestört und zahlreiche Bruten vernichtet. Daß eine große Airzahl unserer heimischen Singvögel unentbehrliche Mithelfer bei der Vernichtung von schädlichen Insekten sind, ist bekannt. Es wird daher dringend gebeten, das Ab brennen von verdorrtem Gras insbesondere an Bahndämmen, Hecken usw. im Interesse des Vogelschutzes nicht mehr vorzunehmen. Spielplan Der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 16. Februar, von 15.30 bis 18 Ahr: Schüler-Vorstellung: „Der Freischütz": von 19.30 bis nach 22 Ahr: „Das Land des Lächelns". Montag, 17. Februar, von 20 Ahr bis nach 22.30 Ahr: „Madame Butterfly." Dienstag, 18. Febr., von 19.30 Ahr bis 22.30 Ahr: „Die Afrikanerin." Mittwoch, 19. Februar, von 19.30 Ahr bis 21.15 Ahr: 4. Opernhauskonzert. Donnerstag, 20. Februar, von 20 Ahr bis 22 Ahr: „Der getreue Musikmeister": hierauf: „Don heute auf morgen“. Freitag, 21. Februar, von 19.30 bis 22.30 Ahr: „Die Afrikanerin." Samstag, 22. Februar, von 19.30 bis 22.15 Ahr: „Cavalleria rufticana"; hierauf: „Der Dajazzo". Sonntag, 23. Febr., von 19 Ahr bis 22.30 Ahr: „Tannhäuser." Montag, 24. Februar, von 20 Ahr bis nach 22 Ahr: „Orpheus und Eurydike." Schauspielhaus. Sonntag, 16. Februar, von 15.30 Ahr bis 17.45 Ahr: „Cyankali": von 20 Ahr bis gegen 22.30 Ahr: „Straße". Montag, 17. Februar, von 20 Ahr bis gegen 22 Ahr: „Brülle China." Dienstag, 18. Februar, von 20 Ahr bis gegen 22,30 Ahr: „Straße." Mittwoch, 19. Februar, von 20 Ahr bis gegen 22.30 Ahr: „Straße." Donnerstag, 20. Februar, von 20 Ahr bis gegen 22.30 Ahr: „Komödie der Verjüngung." Freitag, 21. Februar, von 20 Ahr bis nach 22.15 Ahr: „Julius Caesar." Samstag, 22. Februar, von 20 Ahr bis gegen 22.15 Ayr: „Marius ahoi!" Sonntag, 23. Februar, von 15 Ahr bis nach 17 Ahr: „Katharina Knie.": von 19 Ahr bis nach 21.15 Ahr: „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk"', Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Nr. 666. Die monatliche Zuschußzahlung zur So. zialrente, die als ösientlicye Aniecstmzung gllt, wird von der Stadt Gießen mit Beihilfe des Staates gezahlt. Der Staat beteiligt sich an den Aufwendungen mit 30 Prozent, aber nur so lange, als die im Staatsooranschlag dafür vorgesehenen Mittel ausreichen. Wenn der Bezieher der Anterstühung verstorben ist, muß von den Hinterbliebenen der aufgewendete Anter- stühungsbetrag nach Maßgabe des Rachlasses zu- rückgezahlt werden. Dabei wird jedoch nach Möglichkeit Rücksicht genommen auf die wirtschaftliche Lage der Hinterbliebenen, da Härten vermieden werden sollen. Die als Erben Hinterbliebenen Kinder find zur Rückzahlung verpflichtet, soweit ihre Verhältnisse es zulassen. Im übrigen können diese Angelegenheiten nicht generell geregelt werden, sondern immer nur nach Lage des EinzelfalleS. H.2N. 1. Die Witwenrente aus der Invalidenve» fidjerung kann von einer (6 Iayre alten Frau, deren Mann im Jahre 1914 verstorben ist, werter bezogen werden. 2. Der Antrag ist bet der zuständigen Landesversicherungsanstalt oder bet der Bürgermeisterei zur Weitergabe zu stellen. 3. Erforderlich sind Der Heiratsschein, die Bescheinigung über den Tod des Mannes und der Geburtsschein der Antragstellerin. E. M. in fi. Für den Kreis Wetzlar ist das französische Konsulat in Frankfurt a. M. zuständig. Zur Beschaffung der Einreiseerlaubnis ist persönliches Erscheinen bei dem Konsulat nicht unbedingt erforderlich, es dürfte aber aus Zweckmäßigkeitsgründen (Fragebeantwortungen usw.) zu empfehlen sein. A. B. Nach §§ 6 und 8 der Satzungen des betr. eingetragenen Vereins erfolgt Die Rechnungslegung in der ordentlichen Mitgliederversammlung. Zwei Richtvorstandsmitglieder prüfen die Kasseführung und erstatten den Kassenbericht. Sodann beschließt die Versammlung, ob sie Entlastung erteilt oder nicht. Das einzelne Vereins- Mitglied hat sonach nicht das Recht, Einblick in die Rechnung zu nehmen, wenn ihm die Einsichtnahme verweigert wird. G. Die Frage, ob wirklich in dem Ueberlasien des Grundstückes an den Later eine unzulässige Weiter- Verpachtung liegt, wäre erst in einem Rechtsstreite zu klaren, in dem in Anbetracht des fraglichen Verwandtschaftsverhältnisses Ihre Lage nicht günstig wäre. Ihr Gegner wird vermutlich das von Ihnen behauptete Pachtverhältnis leugnen. Sie haben auch im vergangenen Jahre die Kündigung versäumt. Auch die Annahme der Teilzahlung verschlechtert Ihre Rechtslage. Rehmen Sie einen Zahlungsbefehl auf die Restsumme und kündige Sie nunmehr ordnungsmäßig. S. in G. Nr. 20. Rach § 8, Abf. 2, des Der- Mögenssteuergesetzes wird Vermögenssteuer nicht erhoben, wenn das abgerundete Vermögen 20 000 Mark und das letzte Jahreseinkommen 5000 Mark, oder das Vermögen 30 000 Mark und das letzte Jahreseinkommen 4000 Mark nicht überstiegen hat, sobald der Steuerpflichtige über 60 Jahre alt, oder wenn er erwerbsunfähig ist. IcäffeThag^ billiger: Das große Paket RM 1 «80 Das kleine Paket RM •■90 Kaffee Hag ist feinster Bohnenkaffee, unübertrefflich an Geschmack und Aroma und dabei coffeinfrei und völlig unschädlich. Länder• und Städte-wappen aller Erdteile in Gold- und SilberdrutK: Die FREUDE d e 4 K U RMAR K • R A U C H E RS. der Geist, so in. cLorbep i CIGARETTEN SDONEN MnMWöoV ul (5 en. Stellenangebote Ladeaigeseilen sowie eine Buchhaltung Verkäuferin Bewerbungen an den Mob Konsumverein Gieben und Umg., Schanzenstrabe 16 | Verkäufe kamen. 01075 nefucüi. 1359 D sichtbar. 84K8V Wir liefern die MiMlcklW gesucht. 01088 Heirat fursus anfangs März. 1364V wird. 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Wir baten einen der bekanntesten deutschen Wirtschaftssührer, seine Gedanken Darüber auszusvrechen, was die Stunde von der Tatkraft des Deutschen und der deutschen Regierung erwartet. Durch Wochen und Monate hat die Diskussion über den Boung-Plan. der nunmehr „Steuer Plan" heißt, die Oeffentlichkcit in stärkstem Mähe erregt. Es schien, als sei das ganze Volk in zwei Lager geteilt — für oder wider den Boung-Plan lautete die Parole —, und dieser Zwiespalt der Meinungen schien sich zeitweise zu einem Bruderzwist stärksten Ausmaßes zu verschärfen. Run hat die deutsche Regierung trotz schwerster Bedenken gegen die Tragbarkeit der uns auferlegten Lasten den neuen Plan im Haag unterzeichnet, der Reichsrat hat ihn angenommen, und das Bertragswerk, das die politischen Leidenschaften in höchstem Maße erregte, steht jetzt zur entscheidenden Debatte vor dem Reichstag. Dort hören wir Rede — und Meinungskämpfe von letzter Schärfe. Der Kampf in der Oefsent- lichkeit schwillt zu einem Fortissimo an, das ruhiges Rachdenken und klare ^Überlegung schwer beeinträchtigt. Die große Mehrzahl derjenigen, die überhaupt noch politisch interessiert sind, werden annehmen, daß nunmehr wirklich das Schicksal des Reiches entschieden wird, in diesem oder jenem Sinne, je nach der Einstellung des einzelnen zu dieser bedeutungsvollen Frage, deren Schwergewicht für die politische und wirtschaftliche Zukunft niemand verkennt. Und doch — dem Weiterblickenden wird sich die Erkenntnis eröffnen, daß Annahme oder Ablehnung das deutsche Schicksal nicht entscheidet. Es ist nicht so, daß wir hier durch ein 2a oder Rein gerettet oder für immer gefesselt werden. Internationale Abkommen, so schwer sie nach verlorenem Kriege uns treffen und belasten, können nicht entscheiden über Aufstieg ober Rie- bergang des deutschen Menschen. In uns lelbst liegen unseres Schicksals Sterne, in un- lerer Einsicht, in unserer Fähigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen, in unserem eigenen Willen. Wie war es nach Annahme des Dawesplans? Gaß er nicht durchführbar sei, daß er früher »der später revidiert würde, sah die große Mehrzahl der am staatlichen Leben unseres Volkes Teilnehmenden. Hier soll nicht untersucht werden, ob und in welchem Maße die Revisions- inöglichkeiten des neuen Planes geringer sind als 2ie des alten; daß er sechs Jahrzehnte unverändert erhalten bleibt, glaubt im Inland und Ausland niemand, der das Fliehende im Ge- fdjitf der Menschen und Böller erkannt hat. Damals nach Annahme des Dawesplans, hat tnan in Deutschland den schweren Fehler bedangen, in Erwartung der voraussehbaren Revision den Dingen ihren Lauf zu lassen, hat man sicy sozusagen darauf beschränkt, Den politischen „Aktenbock' abzuarbeiten, ohne ernsthaft daran za gehen, Deutschlands Lei- {inngsfähigkeit zum Höchstmaß zu steigern. Man agte sich eben, die Revision wird kommen und die unerträglichen Lasten mildem. So begnügte man sich, die augenfälligsten Schäden zu mildern, die im Augenblick sichtoarsten Lecks des Staatsschif- fcs zu verstopfen, und unterließ es, die iebensentscheidenden Dinge anzupacken. Die gesamte politische Aroeit bewegte sich auf der Linie des geringsten Widerstandes und wagte sich nicht an die Probleme, die im setzten Sinne entscheidend sind. Die Gefahr ist riesengroß, daß nach der wahrscheinlichen Annahme des neuen Planes wiederum Hand und Wille fehlen, das Ruder zu drehen. Was hat man vor? Der neue Reichssinanzmini- fter scheint entschlossen,.das seit Jahren schleichende Liebel der deutschen Finanzlage zu beseitigen, diese schon chronische Krankheit zu heilen durch wirkliche Balancierung des Reichs- Herbst in Apulien. Don Albert H. tausch. VII. Traum und Fahrt an der Küste. Wieder ein dunkelblauer Frühlingsmorgen in 2rani, Ende Oktober. Die Palmenwedel vor S. Francesco schlagen im goldnen Wind gegen das Gitter. Tie Wände und Firste strahlen .. Wie wir dahin- gchen .. Sind wir wieder achtzehn Jahre alt gelworden? Hinaus, ans Meer. Hingcstreckt liegen auf heißem Mauerstein .. Unter mir bauen sie den Hafen cius. Große Schiffe sollen hier von Anker gehn .. 2ld), große Schiffe .. Mögen sie kommen, mögen sie Nicht kommen .. Was liegt mir daran? Hier ist die Sonne, hier ist die Bläue, hier ist heiliges Land, an das die frühen griechischen Siedler von drüben kamen. Hellenischer Frühling um das Jahr tausend .. Lch liege, blicke in Himmel und Meer — und träume jener Frühe nach, in der sich die griechischen Staaten noch den Erschütterungen der dorischen Wanderung formten .. Träume der jonischen Süße nach, die mich in diesen Morgenfeuern anglüht.. Was wollen diese Schulmeister nur mit ihrer „spartanischen Große"? Dorisches Blut wuchs, blühte, mürbe schöpferisch, sobald es der engen Heimat entrannen war .. sobald der Wind der Weite es durchfuhr .. Aber der Staat dieses Lykurgos? Welche Mißgeburt! Besser niemals gelebt zu haben als in diesem Zuchthaus. Da immer das Blut stärker ist als das auferlegte Gesetz, da sich kein fühlender Mensch die Vernichtung seines Jchs um der Staats- oergottung willen gefallen läßt: wie müssen jene spartanischen Auswanderer aufgeatmet haben, als sie im achten Jahrhundert den Peloponnes verließen und an milderen Küsten ihre Siedluna Taras schufen, das römische Tarent! Wie kommt sein Bild zu mir herüber, indeß ich nur den Namen denke. Wie wird die Vorfreude des nahenden Wiedersehens ir mir wach. Taras, Tarent: große Geliebte der apulischen Erde .. Dorische Stadt am jonischen Meer .. Jonisches Meer! Aufgang. Anbruch des Lichten. Apoll, gestützt auf die Leier, lächelnd über die kräuselnde Flut hin .. Wo soll dies Versinken enben? Ich weiß es nicht .. Weiter, weiter hinunter iv den Morgendust der Gezeiten, sinnende Seele .. etats, dem vielleicht diejenige der Länder- und Kommunaletats folgen würde. Schon diesem Versuch gegenüber werden sich Hemmungen schwerster Art geltend machen, die aus Ideologie und Agitationszwang der politischen Parteien folgen. Nicht aber hat es den Anschein, daß man Kraft und Willen in sich spürt, an Größer es zu gehen, an Entscheidendes sich zu wagen. Das Kampfspiel um Einzelheiten, wie Erhöhung der Um- satzsteuer, Tabak- und Alkoholsteuer, wird die politische Arena ausfüllen. Man sieht nicht oder will nicht sehen, daß die Zeit vorüber ist, in der man durch eine Politik/iur für den Tag dem deutschen Volke den Schein einer gesicherten Zukunft vorsp.egeln konnte. Man vernebelt die aufdämmernde Erkenntnis, daß wir unmittelbar vor der großen Zäsur stehen, der ein neuer Takt des Handelns folgen muß. Die Wirtschaft liegt darnieder, die Arbeitslosigkeit steigt zu unwahrscheinlichen Ziffern an, Zusammenbrüche auch alter Häuser häufen sich, Landwirtschaft und bald auch große Teile der Industrie drohen der Last der Zinssätze zu erliegen. Was kann heilen und helfen? Es sind nicht immer nur die rein materiellen Dinge, nicht immer nur die „notwendigen wirtschaftlichen Maßnahmen", die aus schwerer Gefahr retten und durch die Krise zur Gesundung führen. Wir haben es einmal erlebt, daß es gerade auch die psychologischen Unwägbarkeiten sind, die in Verbindung mit zielklarem Handeln den Erfolg in sich tragen. Als in den entscheidenden Togen des Jahres 1923 Inland und Ausland sahen, das ernster Wille und starke Tat sich vereinten, da entstand über Nacht das Vertrauen, das das „Wunder der Rentenmark", wie es zuerst im Ausland genannt wurde, erst ermöglichte. Und heute? Heute krankt Deutschland an der Ohnmacht der Reichsgewalt, an der Zersplitterung. Der Dualismus, ja Antagonismus zwischen Reich und Preußen in feinen tiefsten Gründen völlig unabhängig von etwaiger parteipolitischer Differenziertheit der jeweiligen beiden Regierungen, lähmt das Reich in Entschluß, und Handelskrast. Die besten Männer der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sind seit Jahren bemüht, dieses entscheidende Problem zu lösen. Führende Männer, anfangs von völlig verschiedenen Gesichtspunkten und Ueberzeugungen ausgehend, haben sich bei ernster Durcharbeitung in ihren Anschauungen in fast wunderbarer Weise genähert. Was fehlt? Wille und Tat. Die Prüfung wäre lohnend, was andere Völker in gleicher Lage täten. So wäre es wertvoll, aus der historischen Vergangenheit abzuleiten, wie das französische Dolk handeln würde, wie es — sicher erfolgreich! — politisches Ziel und politische Methode in Einklang zu bringen wüßte. Und mir? Man stelle sich einmal vor: nach Annahme oder Ablehnung des neuen Planes durch die Reichsregierung würden die maßgebenden Faktoren in Reich und Ländern sich fest zufammenschließen in dem harten Willen, das deutsche Haus neu au zimmern; sie würden im Laufe weniger Wochen ein im Innern und Aeußem wahrhaft Einiges DeutfchesRei ch schaffen! Was wäre die Folge? Dem Wunder der Rentenmark würde das größere „Wunder der Reichseinheit" würdig an die Seite treten. Unter Erhaltung der Eigenart deutscher Kulturbildungen, wie sie im Gange der deutschen Geschichte sich entwickelt haben, wäre ein wahrhaft geschlossenes, starkes Gebilde geschassen, das die & r a f t zur Selbstbehauptung in sich trüge. Das deutsche Volk und die Außenwelt wür- den auf diese Tat in ehrlicher Bewunderung schauen, die sich innen und außen zu einem Höch stmaß von Vertrauen in unsere Zukunft steigern würde, ein Vertrauen, das wiederum unsere Kraft vervielfältigen müßte. 9ie Stu n be ift ba, in ber Deutschlanb, wenn es nicht unwiberruflich abfteigen soll, bieses höchste Zeichen ber Lebenskraft geben muß. Wirb so gehandelt, finben sich Männer, bie mit Kraft unb Klugheit, mit Stärke bes Geistes unb bes Willens an biefe Aufgabe Herangehen, bann ist Deutschlanb nicht verloren, bann beginnt ber neue Aufstieg. Sind wir wirklich oberflächlicher geworben? Die Dielstrebigkeit unserer Gegenwart, die Schnelligkeit, mit der und in der wir leben, läßt uns schwer zu jener Vertiefung unb Sammlung kommen, welche für die Generation vor uns als Voraussetzung für Vertiefung der Kultur galt. Der Vorwurf, daß wir oberflächlicher geworden sind, will nicht verstummen. Wir haben uns daher mit der Frage »Sind wir wirklich oberflächlicher geworden?" an verschiedene Persönlichkeiten gewandt, die besonders befähigt erscheinen, sich dazu zu äußern. Ein Sprecher für 4^/r Millionen Jugendliche. Geschäftsführer Maaß, vom Michsausschuß der Deutschen Zugendverbände: Menn wir die Frage: Sind wir wirklich oberflächlicher geworden? von der Jugend aus betrachten, so müssen wir zunächst nach meinen Erfahrungen drei Generations stufen unterscheiden. Erstens die Schicht der heute etwa Dreißigjährigen. Sie wuchs noch auf in der festgefügten Ordnung der Vorkriegszeit. Ihr Fonds ist dadurch noch sicher, die Einsicht in die Rotwendigkeit von Zucht und Gesittung größer. Sie ist im allgemeinen auch noch idealistisch eingestellt, wenn auch ihr Idealismus lebensnäher erscheint, als etwa der mehr romantische Idealismus unserer Eltern. Die zweite Gruppe ist jene der heute etwa Fünsundzwanzigjährigen. Sie hat die schwersten Umwälzungen sozialer w'e ind.viduel- ler Werte leidend miterlebt. Die Väter waren im Feld, wie die Mütter durch Krieg und Inflation zermürbt — die gleichmäßige Beeinflussung durch Haus und Eltern fehlte. Alles, was historisch, wirtschaftlich, ethisch Geltung hatte, schien iirs Gegenteil verkehrt. Hier setzte der seelische Bruch ein, der nicht völlig überwunden werden konnte. Diese Generation um 25 Jahre herum ist im allgemeinen schwierig, sie sah die Autorität ber Erwachsenen zerschlagen, sie wurde unruhig und unstet. Symtom dafür ist ein starker Wechsel in beruflicher und auch erotischer Beziehung. Die dritte Gruppe ist diejenige, welche kurz vor dem Krieg geboren wurde. Sie hat Krieg wie Inflation nur kindhaft und ohne wirklichen Einblick in die tragischen Zusammenhänge miterlebt. Diese Jugend ist weniger idealistisch und individualistisch. Sie ist kollek-, tivistisch, praktisch, für Naturwissenschaft und Eine zeitgemäße Ltmsrage. Technik interessiert, lebenssicherer unb unmittelbarer. Sie lehnt un.ruchtlareProblematik ab unb wendet sich den Erfordernissen des Tages mit Entschiedenheit zu. Aus dieser Ablehnung der Problematik und der theoretischen Erörterung, aus der weiteren Ablehnung jenes Bildungsstoffes, der der heutigen Jugend fernsteht (wie z. B. ein Teil der Klassiker) hat man geglaubt, auf eine Oberflächlichkeit schließen zu dürfen. Ich halte das für einen Trugschluß. Innerhalb ihrer mehr praktischen und realen Lebensauffassung hat diese Jugend genau s 0 ihre Ideale, genau so ihr Verlangen nach Vertiefung der Persönlichkeit, nach Beantwortung ber großen Lebensfragen. Sie faßt' zum Beispiel ben Beruf nicht nur als Gelberwerb auf, sie fragt nach bem Sinn des Berufes, nach dem Sinn der Arbeit. In unseren Iugenbverbänden haben wir 4Vt Millionen junger Menschen aller Parteien, mit Ausnahme der extremen Flügelparteien. Aber die Fragen: „Was ist Arbeit?" „Was ist Sinn der Arbeit?" „Was ist Gemeinschaft?" werden von den jungkonservativen Iu- genbbünben genau so leidenschaftlich gestellt, wie von den sozialistischen. Wenn auch die Rei- gung zu Sport, Spiel und Tanz (aber mehr im Sinne ber Volkstänze) vielleicht größer ist als früher, so erscheint bas nur als ein Ausgleich zu der erhöhten Arbeitsbelastung unserer Jugend. Dafür ist die Teilnahme an den BilbungsgüternderRationnicht geringer geworden. Auch die berufspolitischen Verbände zum Beispiel muhten dazu übergehen, Fragen der Allgemeinbildung zur Diskussion zu stellen. Rur ist dieser Bildungstrieb anders gelagert, wie die alte Schulphilologie es sich vorzustellen vermag. Die Jugend in unfern Bünden beschäftigt sich nur mit denjenigen Fragen, bie ihr menschlich nahe sinb — abstrakte oder historisch unverstänbliche Dinge lehnt sie ab. Um so mehr interessieren sie Kultur-, Gesellfchafts- unb politische Fragen. Ueberhaupt ist ihre Verbindung zur Allgemeinheit, zur Menschengemeinschaft wie zum Staate viel bewußter als bü ber früheren, indivibualistisch eingestellten Generation. Desgleichen läßt die Stellung zum Beispiel zum Sexualproblem keine Oberflächlichkeit erkennen. Die Jugend um bie 25 herum ist bie unruhige, unstete, auch in biefer Hinsicht. Die Jugend aber zwischen 14 bis 18 hat wenig Reigung zum Flirt (bester Beweis, bah bie Trennung ber Geschlechter wieder ziemlich stark burchgeführt wirb, bah Burschen und Mädchen getrennt wandern, unb sich nur bet großen Tagungen zusammensinden). Die Einficht in die notwendige Trennung der Geschlechter während der beiderseitigen Entwicklungszeit ist sehr betont. Auch hat unsere Jugend zwischen 14 und 18 warten gelernt und erotische Probleme werden auf spätere Jahre vertagt. Das Schlagwort von der „K a m e r a d s ch a f t s e h e" kam für sie drei Jahre zu spät — es hat für uns keine Geltung und keine Wichtigkeit. Das Gefühl der Verantwortlichkeit in beruflicher und menschlicher Hinsicht ist bei dieser Jugend sehr groß. Man kann daher zusammenfassend sagen: Das Dildungsideal im allgemeinmenschlichen, nicht im philologisch begrenzten Sinne ist bei unserer Jugend zwar ein anderes, aber nicht weniger tiefes geworden. Ich möchte daher die Frage: „Sind wir oberflächlicher geworben? ' aus meinen Erfahrungen mit 4,5 Millionen junger Menschen verneinen." Dertieftere persönlichkeitsformung der Jetztzeit. Professor Keftenberg, Referent im preußischen Kultusministerium: „Zunächst möchte ich bemerken, baß ich ein ausgesprochener Gegner jeder Verallgemeinerung bin, wie sie auch in Ihrem Thema enthalten^ ist. Ich möchte behaupten, baß bas Spiel der Kräfte, auch der geistig seelischen, immer unb zu allen Zeiten das gleiche war und daß vielleicht nur bie Verteilung hin unb wleber eine anbere ist. Ebenso ist das Maß der menschlichen Begabung immer das gleiche. Aus meinen praktischen Erfahrungen heraus, die sich insbesondere auf das Gebiet ber Musik erstrecken, muß ich doch sagen: DerArbeitswilleist vielleicht noch stärker bei unserer Jugend, als er früher war. Der Existenzkampf ist ein fo schwerer geworden, baß bie Iugenb ihre Kräfte aufs stärkste baran setzen muß, um sich durchzusehen. Aus biesem Grunde wird dem rein handwerklichen Können besondere Beachtung gegeben, jeder Musikstudent weih, bah bas tobellose technische Rüstzeug unter allen llmftänben ba sein muh, ehe man wagen kann auf einen Erfolg in künstlerischer Hinsicht zu hoffen. Das Streben nach allgemeiner Bildung ist heute bei den jungen Künstlern viel intensiver als früher. Der Typ des dummen Tenors zum Beispiel, wie er früher in allen Witzblättern zu finden war, ber Typ des ein* Wer weiß, wann dir gleiche Traumstunde wieder blühen wird .. Auf nichts warten .. 0, auf gar nichts warten .. Wer dieses lernte .. findet das Wunder. Am Nachmittag Fahrt an der Küste hin. Sie funkelt, brennt, glüht in ihren vielen Bögen. Wie aus Eimern ausgeschüttet, dieses Gold des sinkenden Jahres. Gewiegt vom friedvoll wallenden Steer, herangefchaukelt an das Gestade, sterbend im roeifr beraufgefpüüen Schaum. Leises, leises Hinziehen dieses Schaumes .. Als lösche eine ewig neu erblühende Flamme in jedem Anlauf aus .. Schönes Hinfahren auf dieser weißen Straße am Meer. Gedankenloses, stillendes Hinfahren. Langsam. Fahren der Traumtrinker. Wenig Fuhrwerk. Dis Traubenernte ist lange hier vorbei. Ist sie im Gang, so folgen sich in endlosen Reihen die vollgeladenen Karren .. Die ganze Straße duftet dann nach Wein und heißen Pferdeleibern, nach Staub und ausgedorrter Erde .. Nun duftet sie nach Frühlingsäckern, nach aufgeworfener Scholle und quellendem Kraut .. Daß man nicht hineinfahren darf, in diese lockenden Graswege unter den breiten Oliven. Wie weit führen sie wohl? Bis in die Sturge hinauf? Ich sollte es eines Tages ausproben, im März, oder im April, auf langen Wanderungen zu Fuß. Wie schön müßte dies sein! Dann ist der Boden übersät mit gelben Margeriten und rotem Stöhn, dessen Blumen auf hohen Stielen um die Delbaumftämme schaukeln .. Dann stehen handgroße Kornblumen manchmal im Gold- und Purpurdämmer der vermengten Lichter, unzählige rosa Winden ranken im Gras, und unabsehbar weit, verschwimmend in sich selbst, spielt Tanz der Sonnenkringel durch die Schatten. Werdet ihr noch einmal wiederkehren, Dftertage von damals? Als mir apulischer Traum zur Wirklichkeit wurde? Als ich Besitz ergriff von diesem Land? .. Bisceglie, abermals. Nein, nicht in die Stadt. Weiter nach M 0 l f e 11 a. Wer kennt den Namen nur? Kaum einer. Stadt am Steer, Stadt ins Meer hinein. Gelbe Flamme nun, da sie in unsrem Auae steht. Aufgewühll in ihren Farben von diesem Licht .. Wir fahren langsam an den Hafenbogen. Getakel von kleinen Schiffen in der sprühenden Luft. Spielende Kinder, die zum Wagen laufen .. Wir gehn zur Kathedrale, lieben ihre beiden Glockentürme, die sich im Golde baden unb bas Golb an ihren Wänden nieberfidern lassen.. Durch Gassen, Bögen, vorbei an Winkeln, ein wenig in die Stadt hinein .. Stadt am Steer. Stadt ins Steer hinaus, in diese Ferne, deren Leben kaum hier anflutet. Fischer, Schiffer stehen herum. Schauen uns an. Hier kommen keine Fremden hin. Die Toren! Welche Entrückungen sind hier zu leben. Welcher Frieden! Ein einziger Nachmittag — und Wochen nordischer Hetze sind getilgt .. Noch schöner, leuchtender, ist Giovinazzo, wenige Minuten südlich, an sanfter Bucht. Auch hier ein. edler romanischer Dom aus dem 12. Jahrhundert .. Ein Turm noch steht: Erinnerung wahrend .. Das Steer ist eine Streu von Mandelblüten .. Ganz offen sind die Ho- rizonte: bis Bari, südöstlich, über Trani hinaus — dessen Kathedrale sich am Himmel zeichnet — nordwestlich nach den violetten (Barganobergen. Heimweh der Adria .. Auf und nieder rauschen die Gezeiten. Ihr Weinen wiegt das Steer. Noch einmal lockt uns Abendgold in Oelbaum- gärten. Wir fahren, landeinwärts, nach B i t 0 n 10 hinauf. Sehn auch dort die Kathedrale und ihr berühmtes Portal. Kehren bald um, auf dem gleichen Weg, den wir kamen. Schwimmen im Goldgrün, im Feuergrün des niederriefelnden Abends .. Im Westen, über den Sturgebergen, sind ein paar hellbraune Wolken aufgerissen, bluten, bluten über unsre Schultern hin .. Sinke, sinke, willkommene Nacht. Gib uns blaue Taubheit der Lüfte und Sterne. Bei der einsamen Kirche Santa Slaria, am Cap Colonna, kurz vor Trani, wurde uns Erfüllung. Mantel der Nacht, benäht mit Sternenflitter, schleifend auf dunkel brandendem Steer. Tagende. Träumende. Versunkener Tagtraum. Lord Rothschilds realistischer Roman. Der Neuyorker Bankier William Kerr besuchte zu Weihnachten den Londoner Vertreter der weitverzweigten Rothschild-Familie. Im Palais des Lords wurde ein ganzes Appartement für den überseeischen Gast eingerichtet, und der Hausherr erkundigte sich bei Kerr, ob er mit dem Arrangement zufrieden sei. „Alles ist in schönster Ordnung, Vereintester", lautete die Antwort des Pankees, „bis auf eine Kleinigkeit, die Sie vergessen haben. Ich bin gewohnt, vor dem Einschlafen noch ein Stündchen zu lesen, unb fanb in meinen Zimmern kein einziges Buch vor. Sollten Sie mir einen spannenden Schmöker besorgen können, wäre ich restlos glücklich". „Wenn's weiter nichts ist", vertröstete der Hausherr feinen Besucher, „so kann Ihnen leicht geholfen werden. Sie sollen auf dem Nachttisch den interessantesten Roman der Welt vorfinden. Eine spannendere Lektüre kann ich mir gar nicht oor- stellen. Das Werk behandelt ein Thema, das feit Bestehen der Weltgeschichte alle Menschen auf Erden beschäftigt. Dieses „Thema" regiert den Erdboden; sowohl die Einzelmenschen als auch alle Nationen!" — „Auf diesen Sensationsroman bin ich wirklich außerordenllich gespannt", gab Mr. Kerr zur Antwort, und als er sich gegen Mitternacht in seine Gemächer zurückzog, stürzte er erwartungsvoll auf das schöngebundene Buch. Die Titelseite trug, wie auch nicht zu erwarten, die Ueberschrift: „D a 5 G e 1 d". Der Bankier Kerr verzog das Gesicht: Was nur diesem verrückten Rothschild einfällt! Zola ist doch beileibe keine Lektüre für einen Vollblutame- rikaner... Doch nein: Das Werk schien gar nicht von Emile Zola zu sein. Es handelte sich wohl um die Arbeit einer unbekannten Dichtergröße; der Der- faffername war nicht einmal genannt. Auf ber ersten Seite stand lediglich ber Vermerk: „Im Selbstverlag von Lord Rothschild". Nun blätterte Kerr weiter. Auf der zweiten Seite fand er statt Text eine Hundertdollarnote vor. Auf ber britten ebenfalls. Der ganze „Roman" beftanb'nur aus Geldscheinen, bie Rothschilb in Buchform binben ließ... „Wie gefiel Ihnen ber Schmöker?", fragte der Lorb am nächsten Morgen feinen Gast." — „Ganz ausge- zeichnet", ermiberte dieser, „schabe jeboch, daß ich nicht erfahren konnte, wie bie überaus fpannenbe Geschichte enbet. Ich habe leibet nur — den e r ft e n Banb bekommen ..." „Entschulbigen Sie meine Vergeßlichkeit", lächelte Rothschild verbindlich, „ich will sie heute abend gern gutmachen!" — Und Herr Kerr fand in der Tat die Fortsetzung des „Buches" auf dem Nachttisch. Allerdings konnte er auf ber Titelseite den Aufdruck lesen: „Zweiter und letzter Band". Und auf der letzten Seite, hinter der letzten Banknote prangte in Golddruck. „E n de". Der Empfänger des „spannendsten Romans ber Welt" war uneigennützig genug, ihn ber „Bibliothek" eines Londoner Krankenhauses einzuverlel- ben. fll; der Akademischen Ortsgruppe des 118 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten f Punkt kamen $0t Kap Di Sä Ei La Hf Sc IT.« unte 14! bore sitzenden VDA. Unter li - Pa Ba M „Verschiedenes" der Tages- noch zur Sprache: ein Antrag der den Landesverband, die F i n a n -- Zur Frage der Veranstaltungen im lau- fendenFahre konnte mitgeteilt werden, daß am 21. Februar Pfarrer Harth aus' Wien im Gustao- Adolf-Verein dahier über das Thema hessische Bauern im Slldoften Europas" sprechen Fahre insgesamt 7750 Qltt. aufgebracht, was man bei der heutigen schachten Wirtschaftslage als ein recht gutes Ergebnis bezeichnen darf. Dem Vorstände wurde von der Dlitgliederver- sammlung Entlastung erteilt. Zur Erleichterung der Arbeit des Vorstandes wurde eine llmorganif a tion des Vorstandes in dem Sinne beschlossen, daß außer dem 1. Vorsitzenden ein ge s chä f ts f ü hren- der Vorsitzender gewählt wird, der zu- elae < rechne jü0te G-ger dera> bcD Ausschuß gehören außer dem Vorsitzenden der Schriftführer, der Kassenwart, die Vertreter der Schulgruppen und ein weiteres M'tglied des Vorstandes. Für die Erweiterung desDor- st a n d e s wurden verschiedene Damen und Herren vorgcschtagew Der Vorsitzende wurde gebeten, die betreffenden Mitglieder zum Eintritt in den Vorstand zu bewegen. Die Wahl des 1. Vorsitz en den wurde wegen Abwesenheit der dafür vorgesehenen Persön.ich'et zurüelgestellt. Der übrige Vorstand wurde e.nstlmmii to. b.r^etD' hlt. Er besteht aus folgenden Mitg iedern: Stuüien- rat Dr. König, als geschah.f^hr.nder Vorsitzender, Studienrat Dr. Henß als SchrlftfiHeer, Rektor Reul als Kassenwart, Frl. M. Birnbaum, M. d. L., Frl. El. Birnbaum. Turnlehrer Etz, Stadtschu rat Fischer, Stubienrat Freitag, älniv.-Prof. Gmelin. Oberzollinspektor Heß, Sluoirnrat Dr. Keßler, Ehef- redaltcur Dr. Lange, Äniv.-Prof. Dr. Lenz, äIniv.»Prof. Dr. Roloff, Studlenrat Schone- b o h m, dem Leiter des Grenz» und Auslandamts beim Asta der ^Universität und dem Vorgewählt. Zu dem 10:1 schrn W als 1 oberl „Sin Mit Äst- 12.50 14: des Ion» 2he von blid Lorti van । in Vv @rani staedt Schoß. Seine Arme umschlangen sie, und sein Mund suchte ihre Lippen. Verzweifelt wehrte sie sich, ihr Körper bäumte sich auf. Stöhnend riß sie an seinen Qlrmen; aber die hielten sie fest. „Lasse mich los!" flehte sie immer und immer wieder. Seine Gier wuchs noch in ihrem Widerstand. Er keuchte, während er wie besinnungslos ihren Mund, die Wangen, den Hals küßte. „Losse mich doch los!" schrie sie nochmals verzweifelt. Er lachte brutal auf. „Warum wehrst du dich denn?. . Es ist ja nutzlos!" Eie versuchte, ihn zurückzustoßen. „Lasse mich gehen..., sonst springe ich zum Fenster hinaus!" „Das sagt sich leicht, dummes Rärrchen!" Cs war ein wildes Ringen. Beider Atem ging keuchend. Eva Witte wehrte sich verzweifelt: aber sie fühlte, wie ihre Kräfte erlahmten. Homrcckers Gesicht war dem ihren ganz nahe. Richts Menschliches war mehr in dem Antlitz..^ ein wildes, von feiner Brunst besessenes Tier... Rekel traten vor Evas Augen. Alles umher schien sich zu drehen. Zn einem letzten Aufflackern ihres Willens schlug sie mit den Fäusten um sich... Da kam ein Fluch von Honneckers Lippen. Evas Faust hatte ihn ins Gesicht getroffen. „Was fällt dir ein?" schrie er. „Bist du verrückt geworden?" Er sprang auf und stieß sie brutal zurück. Zitternd, mit wankenden Knien, stand Eva Witte da. Sie wollte davoneilen, aber sie fand nicht mehr die Kraft dazu. Honnecker faßte sie am Arm. „Zch habe dieses Treiben jetzt satt!" stieß et kalt hervor. „Du gehörst mir und hast zu tun, was ich verlange!" Wie Klammern lagen seine Finger um Eva- Arm. „Zch kann nicht...", stammelte sie heiser. „Du wirst es lernen!" Grauen schüttelte ihren Körper. „Riemals!" Seine Finger preßten sich In ihr Fleisch, daß sie aufschcie. „Zch werde dich zwingen! Du kennst mich und weiht, daß ich nicht mit mir spaßen lasse!" Er ließ sie, los und wandte sich zum Gehen. An der Tür drehte er sich zurück. „Zch sage es dir nochmals: ich lasse nicht mit mir spielen! Meine Geduld ist jetzt zu Ende! Ich habe Mittel genug, dich gefügig zu machen. Merke dir bas!" Krachend schlug die Tür hinter ihm zu. (Fortsetzung folgt.) sammen mit einem geschäftsführenden Ausschuß des Vorstandes die laufenden Fragen berät und erledigt. Zum geschaftsführenden Vorsitzenden wurde Stud'.cnrat Dr. König geschäftsführenden Oer VDA. in Gießen. Oie Arbeit im Jahre 1929. - Reue Dorstandsorqanisaiion. — Oie nächsten Veranstaltungen in diesem Jahre. nach acht- bis zehnstündiger schwerer Berufsarbeit zu uns kommen, um geistig zu arbeiten, ist es völlig abwegig, von einer zunehmenden Oberflächlichkeit zu sprechen. Das geistig-wissenschaftliche Znteresse hat sich nur anders gelagert. Abgelehnt wird alles Theoretisieren z. 2. über Staat und Wirtschaft. Auch die Reigung für Literatur, soweit sie philologisch gebunden erscheint, geht zurück. Bon allgemeiner Kulturproblematik, wie die Generation vor uns sie in stundenlangen Debatten betrieb, will der Arbeiter und Angestellte heute nichts mehr wissen. Sowie eine geistige Disziplin eine konkrete Fragestellung zuläßt, ist das ernsthafte Znteresfe wach. Sexualpädagogik, Raturwissenfchaften, Biologie, Mathematik, Physik, Geographie, Technik Die blonde Sklavin Vornan von Hermann Welck. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 12.Febr. Zwei Männer und ein Mädchen vom Lande sind der Abtreibung bzw. der Beihilfe hierzu (§ 218 StGB.) angeklagt. Sänül.che Angeklagte sind in der Hauptsache geständig, so daß die Beweisaufnahme eingeschränkt werden kann. Die männlichen Angeklagten werden zu 2 Monaten und einem Monat Gefängnis verurteilt: die weibliche Angeklagte erhält eine Gefängnis- strafe von 6 Wochen. Die beiden ersteren erkennen das Urteil an, die Strafe des einen (1 Monat Gefängnis) wird als durch die erlittene Unterfu-- chungshaft verbüßt erklärt. Ein Schuhmacher und ein Gärtner aus Frankfurt a. M., zwei vielfach und schwer, darunter mit Zuchthaus, vorbestrafte Personen, haben sich wiederum wegen Versuchs des schweren Diebstahls im Rückfall zu verantworten. Sie haben sich Anfang Dezember vorigen Jahres zusammen nach Bad-Nauheim begeben, um dort in den Häusern Gasanzünder zu verkaufen. Dabei habe sie sich beide reichlich mit Einbrechwerkzeugen, Brecheisen und Dietrichen, versehen; wie der eine Angeklagte angibt, beabsichtigten sie auch, „wenn sich etwas machen laßt", ein „Ding zu drehen". In einem Hause begab sich der eine in das Mansarden- Stockwrrk und versuchte dort verschiedene Schlösser zu öffnen. Der andere stand, wie die Anklage an« nimmt, vor dem Hause Wache. Ein Einwohner wurde auf das Treiben der beiden Einbrecher aufmerksam, schlug Lärm und veranlaßte die Festnahme der beiden. In der heutigen Hauvtverhandlung bestreiten beide Angeklagte die Absicht zu stehlen, so daß eine umfangreiche Beweisaufnahme erforderlich ist. Nach Schluß derselben beantragt der Staatsanwalt Verurteilung beider Angeklagten. Das Gericht entsprach diesem Antrag und sprach gegen beide Am Montag hielt die Gießener Ortsgruppe des VDA. im Hotel Köhler ihre Zahresversammlung ab ,dir von Stu- bienrat Dr. König geleitet wurde. Rach einer Vorbcspr.chung des Vorstandes über eine ülmorganisalion und Erweiterung des Vorstandes konnte in die eigentliche Tagesordnung eingetreten werden. Studienrat Dr. Henß gab in einem Bericht über „Ziele undWege einer pädagogischen Arbeitsgemeinschaft deutscher Volksgruppen" einen Einblick in ein von ihm angeregtes Arbeitsgebiet, das Studium der ErzichungLfraeen des Grenz- und Außcndeutsch- tums, das bisher noch ganz vernachlässigt worden sei, und zeigte, welche Bideutung die hier zu behandelnden Fragen im Rahmen des so viel erörterten Minderheitenproblems haben. Sodann erstattete der Schristführer, Studienrat Dr. H e n h, den Tätigkeitsbericht. Die Mitgliederzahl stieg im abgetaneren Zahr von 320 auf 390. Die Ortsgruppe veranstaltete, teilweise zusammen mit der neugegründten Atade- mischen Ortsgruppe, eine Reche von Vorträgen über wichtige politische und gesamtdeutsche Fragen. An festlichen Veranstaltunge n fielen in das Geschäftsjahr ein Bunter Abend der Akademischen Ortsgruppe und das VDA.» Hcrbstfest des gesamten Gießener VDA. auf der Liebigshöhe. An der im 3unt veranstalteten Merbewoche beteiligte sich die Ortsgruppe durch Vorträge vor,den Schälern sämtlicher Schulen der Stadt, einen Fackelzug, eine Straßensammlung und eine Haussammlung. Unmittelbare Detreuungsarbeit kifteie die Ortsgruppe durch Fürsorge für außendeutsche Studierende der Landesun.virs t it und g legent» liche Unterstützung auslandsdeutscher Handwerker. Es beteiligten sich Mitglieder der Ortsgruppe, der Schulgruppen und der Zugendgruppe an der Haupttagung in Kiel, einer Schulungswoche in Bensheim und einem Zugendtrcfsen in Ober» ingelheim. Der Vorstand hielt im abgetausenen Zähre sieben Vorstandssihungen und zwei Mitgliederversammlungen ab. Hierauf erstattete der Kafsenwart, Rektor Reul, den Kassenbericht. Der Guthaben- saldo des Vorjahres betrug 347,50 Mk., die Einnahmen belaufen sich auf 4420,84 Mk., die Ausgaben auf 4165.84 Mk., so daß ein Kassenvorrat von 255 Mk. verbleibt. Die Ausgaben bestehen im wesentlichen aus den abgeführten Beträgen an den Landesverband zur Dctrcuungs- arbcit. Die Ortsgruppe und die Schulgruppen Gießen haben aus ihrer Werbetätigkeit (Mit-- gliebcrbHträge, Werbewoch?, ©ammcitlllgf.it der Schulgruppcn und Einnahmen von fest.ichcnTer- onftaltimgen und Vorträgen) im vergangenen wird, wozu auch die Ortsgruppe ihre Mitglieder besonders einladcn wird. Ferner gedenkt die Ortsgruppe im Mörz den Generalsekretär des Europäi- schen Natlonalilätenkongresses, Dr. A m m e n b e, über „2 a s kommende Europa und die Minderheiten" sprechen zu lassen. Besondere Werbekraft aber dürfte dem Plan des Czernowitzer Mannergesangvereins beigemessen werden, der in diesem Sommer eine Konzertreise durch Hessen unternehmen wird und auch in unserer Stadt einen Konzertabend zu veranstalten gedenkt. Hß. etwas sonderbar vor... Zch kann mich aber auch täuschen." 2n Eva Witte rauschte das Blut. Zhr Herz schlug wild. Wie scharf er sie beobachtete! Zrtzt nur Ruhe bewahren! ... Sich um Him- meläwillen nicht verraten! „Sonderbar?... Richt daß ich wüßte!..." sagte sie mit gezwungenem Lächeln. Honnecker machte eine wegwerfende Bewegung mit der Rechten. »Es ist schon gut..." Es war lächerlich von ihm, einen Verdacht zu hegen! Sie würde sich hüten, irgend etwas zu unternehmen, was feinem Willen zuwidcrlief! Mit verzehrender Leidenschaft betrachtete er Eva Witte, die wieder mit gesenktem Haupt, ein Bild scheuer Angst, ihm gegenübersah. Seine Hände ballten sich zur Faust. Ein grausames Lächeln irrte um seine Lippen. " Zhm gehörte dieses junge, schöne Weib!... Zhm ganz allein!... Zn seiner Macht war sie..., und nichts auf der Welt konnte sie ihm entreißen! Mit einem Ruck stand er vom Tische auf. Er schritt in den anliegenden Raum, dessen Tür weit geöffnet war, und warf sich in einen Sesiel. Eva Witte wollte rasch das Speisezimmer verlassen. „Wohin so eilig, Eva?" rief Honnecker. Sie wandte sich um. »Zch will hinaufgehen..." „Bleibe noch etwas!" Sie sah die Gier in seinen Augen. Angst preßte ihr die Kehle zu. „Zch dachte, du wolltest gleich wieder fort." „Zch habe noch etwas Zeit! Komm, setze dich zu mir! Sie wich einen Schritt zurück. Entsetzen stand in ihren blassen Zügen. 3n Honneckers Stimme war ein drohendes Grollen. „Muß ich dich nochmals bitten?" Eva Witte wollte davoneilen, sich retten vor dem, was ihr nun wieder drohte..., aber wie mit Zangen hielten Honneckers Blicke sie gefaßt. Langsam, willenlos trat sie näher. „Warum so ängstlich!" sagte er mit wildem Lächeln. Sie stand vor ihm, regungslos; die Arme hingen ihr matt herunter. Für wenige Sekunden war es ganz stille. Peter Honnecker schien sich an ihrem Anblick zu weiden. Seine Augen giühten. Run warf er sich vor, blitzschnell umfaßte er Evas Handgelenk. Sie wollte sich bet Umklammerung entreißen, aber wie ein Spielzeug hob er sie auf seinen Strafkammer Gießen. * Gießen, 14. Febr. Ein Kaufmann von Gießen hatte längere Zeit die Beiträge zur Arbeitslosen- und Krankenversicherung nicht an die Ortskrankenkasse abgeführt und war deshalb vom Amtsgericht zu zwei Haftstrafen verurteilt worden. Mit Rücksicht auf seine seitherige Unbeftraftheit erkannte die Strafkammer auf Geldstrafen von 50 und 30 Mark. Das Amtsgericht Lauterbach hatte einen Oberschweizer wegen Hehlerei zu 1 Monat Gefängnis verurteilt, weil er von einem Schäfer Schaffelle und Fleisch in Kenntnis dessen unredlichen Erwerbs angenommen hatte. Die Berufung des schon wegen Diebstahls und Hehlerei vorbestraften Angeklagten war ohne Erfolg. Am 15. Juni' 1929 fuhr ein Geschäftsmann etwa gegen 9.15 Uhr abends von Klein-Linden nach Großem Linden. An dessen Ortseingang bog er nach links in die Heerstraße ein, ohne dies durch ein Zeichen bekanntzugeben. Ein ihm entgegenfahrender Motorradfahrer fuhr, gegen fein rechtes Vorderrad und wurde erheblich verletzt. Im Gegensatz zu dem Amtsgericht, das den Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung 50 Mark Geldstrafe verurteilt hatte, erkannte die Strafkammer auf Freisprechung. Sie hielt nicht für erwiesen, daß der Angeklagte den Motorradfahrer gesehen hatte. ordnung Ortsgruppe an zierung de r Betreuungsarbe^t nicht nur durch Wcrbewochen, sondern durch sichere und regelmäßig fließende Quellen zu erstreben, ein weiterer Antrag, die jährlichen Pfingsttagungen nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten, die Frage der Notwendigkeit von Landestreffen, Beteiligung an einer Ehrengabe der Schulgruppen gelegentlich der 50jährigen Gründung des DDA., früher Deutschen Schulvereins, Erfahrungen über Die Erfolge der sogenannten Schulungswochsn. — bad sind Gebiete, die den Arbeiter anziehen, die ihn anregen, ernsthaft zu fragen und ernsthaft zu arbeiten. Als Auslösung tritt auch b i c künstlerische Reigung hervor, die Kurse für künstlerisches oder architektonisches Zeichnen zum Beispiel sind sehr besetzt. Zusammenfassend kann man sagen: Oberflächlichkeit kennen unfern Hörer in der Gemeinschaftsarbeit hier nicht. Sie verlangen nur eins: Die Aufgabenstellung muß konkret, gebunden und zielhaft fein. Zeitverlust durch Theorie wird nicht mitgemacht. Ze strenger und methodischer gearbeitet wird, je mehr der Arbeiter sieht, daß bei seiner geistigen Arbeit etwas herauskommt, um so vertiefter wird seine Mitarbeit sein. Als das Mädchen meldete, daß das Essen fertig sei, mußte sie sich erst zur Wirklichkeit zurück- zwingen. Ein Erschauern ging Über ihren Körper, die Beine wurden ihr schwer. Angst kroch in ihr empor, aber mit äußerster Willenskraft verscheuchte sie diesen Anfall der Schwäche. Sie durste nicht zagen! Morgen würde sie ihn Wiedersehen... Peter Honnecker sah schon am Tisch, als sie eintrat. «Zch habe einstweilen angefangen“, sagte er kurz. «Zch bin sehr eilig und muh gleich wieder fort." Sie nahm ihm gegenüber Platz. Schweigend aß sie. Auch Peter Honnecker sprach nur wenig. Hin und wieder richtete er eine Frage an Eoa Witte, auf die sie hastig, wie aus fernen Gedanken aufgeschreckt, antwortete. Eine schwere, lastende Stimmung herrschte in dem. Raum. Geräuschlos, mit verschüchtertem Ge» sicht, ging das Mädchen, das servierte, umher. Zn Honneckers Gesicht tarn plötzlich ein lauernder Zug. Seine grauen, kalten Augen zogen sich zusammen, während er immer wieder forsch.nd Eva Witte betrachtete. Sie bemerkte seine Blicke nicht; das Haupt gesenkt, einen versonnenen Ausdruck um die Lippen, saß sie da. Dieser sinnende Ausdruck beschäftigte Peter Honnecker in wachsendem Maße. Er hatte ihn bisher an Eva nicht gekannt. Run war dieses Reue da, das ihrem Gesicht einem ihm fremden, seltsam welchen Schein versteh. Was hatte das zu bedeuten? Ein Verdacht sprang ihn an. Er lehnte sich im Stuhl zurück und fragte kurz: „Warst du heute morgen fort, Eva?“ Eva Witte fuhr auf. Entsetzt sah sie den Mann an. Muhte er um ihr Zusammentreffen mit dem fremden Herrn?... Hatte er ihr die Gedanken von btr Stirne gelesen, die gerade jetzt wieder sehnsuchtsvoll um den Fremden gekreist hatten? Dann war sie verloren! Sie zwang sich zur Ruhe. „Za...“ Peter Honnecker war ihre Erregung nicht entgangen. Seine Blicke liehen sie nicht loS; wie Dolche stachen sie auf Sva ein. „Wo warst du?“ Dun hatte sie sich wieder gefaßt. „Zch war bei ©erfon wegen eineS Kleides.... nachher bin ich etwas im Tiergarten spazieren gegangen.“ „So...“ „Warum fragst du?" »ES interessierte mich eben. Du kamst mir gebildeten. Ignoranten Künstlers ist heute unter der künstlerilchen Äugend kaum noch zu finden. Wer nicht auch menschlich und geistig zur Persönlichkeitsformung strebt, wird in der Kunst nicht weiterkommen. Die Anforderungen sind heute auch in dieser Hinsicht viel bedeutender und unsere Jugend bemüht sich mit Ernst, diese Anforderungen zu erfüllen.“ Vildungsdrang nach 8-stimdiger Tätigkeit - sagt bas nicht alles? Obermagisiratsrai Marquardt, von der Volkshochschule Äerlin: „Unfcre Volkshochschule wird in der Hauptsache besucht von Arbeitern. Angestellten und unteren Beamten. Die Zusammensetzung ist ziemlich konstant. Mitunter freilich kommen auch Zntellektuelle aus geistig mehr ausgebildeten Schichten, doch ist uns daran nicht viel gelegen, es ergeben sich durch die Verschiedenheit der Dorbillwng leicht Schwierigkeiten, die sich hemmend auswirken. Unsere Hochschule soll d i e Wissenschaft in den Dienst des Volkes stellen. Wir legen Wert auf eine solide geistige Durcharbeitung des Lehrstoffes und lehnen jede oberflächliche Bildung ab. Aus diesem Grunde haben wir erstens besonders gute und erprobte Lehrkräfte aus den Kreisen der Universität und Lehrerschaft. Zweitens Arbeitsgemeinschaften, deren Teilnehmerzahl von 15 bis höchstens 30 reichen darf. Findet sich für einen bestimmten KurS eine größere Teilnehmerschar, so wird eine neue Arbeitsgemeinschaft eingerichtet. Es ist unser Ziel, aus diesen Arbeitsgemeinschaften eine wirklich geistige Gemeinschaft zu machen, mit persönlicher Verbindung von Lehrer und Lernenden. Die Arbeitsmethode geht dahin, jeden ein» zel nen stark zur Mitarbeit heranzuziehen. Aus diesem Grunde haben wir sehr selten reine Vorträge, sondern der Wissensstoff wird genau so wie in einem richtigen Seminar durchgearbeitet. Znnerhalb der Gruppen haben wir wieder Vertrauensleute, die die Dozenten darüber unterrichten, wie das einzelne Mitglied den Lehrstoff bewältigt und für sich verarbeitet. Wie stark die Verbindung zwischen Dozent und Hörer mitunter ist. mag die Tatsache beweisen, daß wir z. B. in einer biologischen Arbeitsgemeinschaft einen Hörerstamm besitzen, der sechs bis acht Zähre bei dem gleichen Dozenten arbeitet. Dieser Dozent, ein älniversitätslehrer. sagte uns, daß die Kenntnisse dieser Gruppe größer wären, als die mancher Studenten. Die Gründe, aus denen heraus unsere H^rer zu uns kommen, sind verschieden geartet. Die Fabrikarbeiter suchen im allgemeinen eine Spannungslösung zwischen Beruf und Weltanschauung. Sie empfinden ihre mechanische Fabrikarbeit wohl als Erwerbs-, jedoch nicht als Berufsarbeit. Sie wollen in ihr Leben irgendeinen Sinn bringen. Viele suchen diesen Sinn in Psychologie, andere in Philosophie. noch andere in der Kunst. So haben wir philosophische Arbeitsgemeinschaften, in denen die Teilnehmer, besonders Arbeiter. Plato lesen, Dllthey usw. Die Angestellten, die zu uns kommen, verfolgen seltener solche irrationalen Zwecke, sie haben mehr das Ziel der Zweckbildung in Hinsicht auf das berufliche Fortkommen. Aus dieser Erwägung heraus ist bei ihnen die Rachfrage nach dem fremdsprachlichen Unterricht besonders groß. Wir haben ferner eine sehr starke und rege Teilnehmerzahl in den sog. Slementarkursen, die ich sür besonders wichtig ' halte. Erleben wir es doch oft genug, daß sehr intelligente Arbeiter stark gehemmt sind durch den Mangel an Elementarkenntnissen z.D. in der deutschen Sprache. Die Reigung zur wirllichen Vertiefung des Wissens ist bei unseren Hörern sehr stark. Rach unseren Erfahrungen an Menschen, welche erst 1 Sie trat ans Fenster und öffnete es. Sie meinte, im Zimmer zu ersticken. Eine hohe Mauer umschloß rings das Haus. Kein Laut drang In die Stille, die hier herrschte. Aufstöhnend barg Goa Witte das Haupt in den Händen. Das ganze Elend ihres zerstörten Lebens brach wieder über sie herein. Plötzlich fuhr sie auf. Es durfte ja nicht geschehen!... Sie durfte morgen nicht zu ihm gehen! Verschwinden mußte sie au8 seinem Gesichtskreis. untergeben Im Dunkel... Riemals sollte er erfahren, wer sie war! Warum war sie bei seinem Erscheinen im Tiergarten nicht geflohen?... Dann wären ihr all diese Kämpfe jetzt erspart geolieben! Aber wie mit Zaubergewalt hatten seine Augen sie festgehalten.... diese blauen, stahlharten Augen, die sie nicht mehr vergessen konnte, seitdem sie in jener fernen Rächt tief In sie geschaut hatte. So oft hatte sie an ihn gedacht; in der Einsamkeit ihrer Tage war fein Bild immer wieder vor ihr ausgestanden..., wie ein schöner, unwirklicher Traum war die Erinnerung an das Zusammensein mit ihm gewesen. Aun hatte sie ihn wiedergesehen.... und seine Worte hatten sie schwach gemacht, bis sie schließlich feinem Bitten erlegen war. Morgen vormittag erwartete er sie im Tiergarten ... Rein! Dein! Das nicht! Sie durfte ihn nicht Wiedersehen! Entsetzt blickte Eva Wllte umher. Ihre Pulse flogen. 2hn niemals Wiedersehen?... War das denkbar?... Ging das nicht über ihre Kraft? Sie preßte die Hände auf das wildpochende Herz- Die ein Sturmwind brauste das Dehnen nach dem fremden Manne über sie hin. Zhre Augen verfcheierten sich. Sie wußte in diesem Augenblick, daß sie ihren Weg gehen mußte, llnb ob auch Gefahren drohten ..., ob auch ihr Leben daran zerbrach..., ihre Seele verlangte nach dem Manne, den sie geliebt hatte von der ersten Stunde an. „Morgen bin ich wieder bei ihm!" sagte sie Sie lauschte ihrer Stimme, die von den Wänden zurückKuklingen schien, und lächelte glücklich. Eine beseligende Ruhe hatte sie erfaßt. Sie legte sich auf den Divan und träumte dem kommenden Tag entgegen. Ziehen. n der h 1Ur ^r- seinen Ob?. J ^°nat Amerika", Vortrag von Dr. KlauS Wehnert. 19-05: Von Stuttgart: „Reise durch Peru", Vortrag von Hans Reiser. 19.30: Zeitberichte: „Ml- indische Kongresse in Lahore". 20.15: Von Stuttgart: Madame Sans-Gene. Schauspiel von Vic- torien Sardou und E- Moreau. Musik von Umberto Giordano. 22.20: Von Stuttgart: Lieder und Chansons mit Cembalo. 23 bis 24: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 19. Februar. 11.15 bis 11.45: Don Stuttgart: Schulfunk — Auslanddeutschtum: „Das junge Amerika'. Vortrag von Dr. Klaus Lehnert, Berlin. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus alten und älteren Operetten. 15.15 bis 15.45: Don Stuttgart: Kinderstunde. 16: Aus dem Kurhaus Freudenstadt: Konzert der Kurkapelle. 18.05: „Der Brand im Affenhaus" von Otto Rombach. vorzelesen vom Autor. 18.35: Von Stuttgart: Paul Wanner liest and eigenen Schriften. 19.05: Von Stuttgart: ..Die deutsche Südgeorgien-Erpedition 1928 bis 1929". 19.30: Aus dem großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. M.: Dolks^Sinfonie- Konzert. 21: Von Stuttgart: Kleines Variete. 21.45: Don Stuttgart: Ein weißer Ball um die Jahrhundertwende. Donnerstag, 20. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert: Chormusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Alchimistenträume", Dortrag von Studienrat Fritz Volz, Vilbel. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Hans Carossa liest aus seinem „Rumänischen Tagebuch". 18 35: „En1st:llungSbekämpsung", Vortrag von Dr. med. Martin Humpert, Berlin. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Von Freiburg: Blasmusik. 20.15: Don Stuttgart: Ungarische Dolkslieder, gesungen von Sari Domany (Sopran) und Ladislaus Forro (Bariton), Willy Hahn (Klavier). 21: Don Köln: Pygmalion, Komödie in 5 Akten von Bernarü Shaw. 23.10: Don Stuttgart: Tanzmusik. I Freitag. 21. Februar. < 12 30: Schallplattenkonzert: Aus populären Opern. 15.15 bis 15.45: Stund« der Jugend? „Lehrling, Geselle und Meister im Handwerks Vortrag von Berufsberater Kreutz, Frankfurt a.M. 16 bis 16.30: Stunde der Arbeit: Reportage aus einer Lehrwerkstätte. 16.30 bis 17.45: Aus dein Kurhaus Bad Homburg: Konzert den Kurhauskapelle Burkart. 18.05: Buch und Film. 18.35: Don Mannheim: Aerztevortrag: „Krankheiten, die vom Haustier auf den Menschen übertragen werden". 19.05: Don Stuttgart: Volkswirtschaftliche Reihe — . Löhne und Lebenskosten", Vortrag von Karl Gengler (MdL.)« 19.30: Von Stuttgart: Metropol-Klängc. Von Victor Hollaendcr. 20.45: Don Stuttgart: Gespräche in der Rächt. 21.45: Don Mannheim:Vio- linsonaten. 22.50: Tanzmusik. Samstag, 22. Februar. 11.15 bis 11.45: Schulfunk: „Aus dein Aqua- tium im Zoologischen Garten", Gespräch zwischen Dr. Lederer und Mittelschullehrer Hans Rößler. 12.45: Schallplattenkonzert: Karnevalistische Vorfreuden. 14: Don Stuttgart: Jugendstunde. 16: Von Stuttgart: Rachmittogskonzert des Rundfunkorchesters. 17: Tanztee. 13.05: Die Gemeinschaft junger Schauspieler und ihre erste Uraufführung: „Bestie Mensch", Vortrag von Cuy Desch. 18.35: Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die physikalischen Grundlagen deS Rundfunks", Vortrag von Diplom-Jnyenicur W, Lehmann. 19.05: Spanischer Unterricht. 19.30: Mandolinen-Konzert des Arbeiter-Mandolinen- Dereins. 20: Der Schwierige. Lustspiel in drei Akten von Hugo von Hofmannsthal. 21.45: Lebertragung aus der Stadthallc Stuttgart: Hallensportfest. 22.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 23 30: Auf dem Maskenball im Wiedbadener Kurhaus. 24 bis 0.30; Tanzmusik. ____________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Rundfunkprogramm. Sonntag, IS. Februar. 7 bis 8.15: Don Hamburg: Hafenkonzert. 9 biS 10: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 10.30: Orgel- Konzert. 11.20: „Werkarbeit im Erziehungsheim als Erziehungsmittel", Dortrog von Gewerbeoberlehrer Otto Monsheimer. 11.50: Elternstunde. „Ein Doter kommt in die Sprechstunde", Gespräch zwischen Rektor K. Wehrhan und Obemngenieur Waldemar Scheyrer, Wiesbaden-Biebrich- 12.20: Alfred Wolfenstein liest aus eigenen Werken. 12.50: Don Kassel: Stunde des Ehorgesangs. 14: Dlunve der Jugend: Aus dem deutschen Märchenborn. Aus „Frau Mähre". 15: Stunde deS Landes. 16: Don Stuttgart: Rachmittags- konzert des Rundfunkorchesters. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Derbandes für Volksbildung: „Aus englischen Dichtern, neue Liebertragungen", von Leo Sternberg, Rüdesheim. 18.30: „Leber- bl ick über die Weltausstellung in Barcelona". Vortrag von E. Melber di Scagnello. 19.30: Aus dem StaatStheater Kassel: Der Orlow. Op«rette in drei Akten von Ernst Warischka und Bruno Granichstaedten. Musik von Bruno Granich- staeüten. 23 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 17. Februar. 12.30: Schallplattenkonzert: Wunsch-Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „RcucS aii£ Sport und Spiel". 16 bis 17.45: AuS dem Kurhaus Bad Homburg: Konzert der Kurhauskapelle Burkart. 18.05: „Wo uns der Schuh drückt: Werkstudenten". 18.35: „Le Corbusier und dos neue Bauen", Vortrag von Dr. S. Gideon, Zürich. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Don Stuttgart: Lieder. 20: Sinfonie-Konzert des Rundfunkorchesters. 21.15: Wedekind: Literarische Veranstaltung. 22.20: Schachstunde. 22.50: Schall- platten: Virtuosität! (Geiger — Sänger — Sängerinnen). Dienstag,' 18. Februar. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Vergleichen Sie ...! 15.15 bis 15.45: „Don der peruanischen Küste über den Titicacasee nach La Paz, der Hauptstadt Boliviens", vorgetrogen von Lehrer Fr. Voigt. Für Kinder vom 12. Jahre ab. 16: Hausfrauen-Rachmittag. 16.50: „Wie erfahre ich, was in der politischen Welt vorgeht?", Vortrag von Dr. R. Kempf. 17.20 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. Gießen. "anner und ein Abtreibung bjto. der fWoflt Sämll.chr J« geMig, so bah « werden tonn. He ju 2 Monaten n 9 n i s verurteilt; >ne Gesäutzni;. beiden ersterer «- des einen (1 Mui e erlittene Ilnlch-- äriner aus Frank- schwer, darunter mit nen, haben sich mie= schweren Dieb- ^antworten. Sie hangen Jahres zusam- begeben, um dort in r zu verlausen. Dabei : Einbrechwerkzeugen, rsehen; wie der eine ten sie auch, „wenn Ding zu dreh.'n" 8n e in da- Mansarden- 'tifäicbene Schlosser ne die ÄnklM e. Lin Linwohner 'M Einbrecher auf- mlafote die Festnahme hauptverhandtung be- Absicht zu stehlen, so ausnahme erforberlid) eanlragt der Staats- Ingeklagten. Das Ge- nd sprach gegen beide mgen sie, und sein ihr Körper bäumte 'an seinen Sinnen; e immer und innrer ihrem Dikckmd, besinnungslos istren [i küßte. chrie sie nochmals enn?- »6 * 'lfl ^striW S^Lte» Sw-** '1,12 * &H- vX Lus' 1= ** A «D •* i II »le E 6inur * * ol-t) Gegen spröde Haut Pfeil ri n g Lanolin-Creme DaXadnöhtm Prütunßsbcr. Oberrealschuk JPaaagOglliniu Reform - Realgymnasium D__i ■ Internat. Kl. Klassen, kl. BaCl Lieöenstem Helm Schularb.unt.Anlelt.A 1 hodileioes Herrenzimmer mattpoliert, mit 2 Meter breitem Bücherschrank. 4 Wochen gebraucht. Inßeret billig in vermalen. 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Ein von Nauheim) ( spräche her Zorm AnNl „Der Kr drohten Sc Auffassung, sonen, 6 Staatsb men kann. < Negierung > solche lieber M Forderung- -Fkie mcrsaminln der Deu wurde naS Frage schliß der W mord-" A MKru iraliM t btt- 4- Gri -irkSsP schästöjahi s ch ä f t s' zeigt sich lagen ' von 1915 Gcsamt°C einlagen) Der Zux betrug m Nart hö Ergebnis WtnM linn der ( Haben im vermehr Höhe bei betrug ni im Jahr von Spa lehnsg Es könnt, thekdarleh entspräche bau geför bereinigui Dersügun, waren r 675796 C und Seit lm Sonic 255144 C gegen Dü vpargelöc ^arkchn z & Denn < urnger bcn Zeit, bedeutend Mancherlei ist doch e, -UM Trac ^erziehe Wirkung a, nu9 geschah iumol in' H io ü länderen < ™n Oti chester ojti spielen oahlgkeit "worben. Wenn auch die fahren hj !Un9 ein Ieit gab, warlanten Lri 0^3» L ks sS schwind^^ 'nimet bis iS iS W7fM lvfide auf Los Gemeinde Altenkirchen: Alteich.-St. Ki.-St. A, 3. Klasse Los 1. Güteklasse Ei.-St. Ei.-Nutzstg., 6 m lang, 8,6 rm 3a-,3b-Kl. 20,23 A, 6. Gemeinde Bermoll: 17 1249V Vermittler ausgeschlossen. Ei.-St. 1375V 2 Stück. Nadelholz ist geschält. 1. 4., 1. 7. am Stämme Klasse la mit 7,87 km Stamm Stamm 12990 tags Fichte: 1379D Kiefer: 7,56 bis 1371V Allertshausen, den 10. Februar 1930. Hessisches Forstamt Rabenau. 26 26 27 119 1256 8500 18 19 20 6 u. 6 3 u. 4 2a u. b 12,54 18,49 12,30 3. 4. 4. 5. 5. 1301 1965 5,94 5,68 5 9 9 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Fi.-St. Fi.-Stg. Fi.-Stg. 774 167 3 9 12 190 13,10 7,78 74,02 5,40 fm 7,32 „ N N N N N N 34,71 21,61 3,87 26 11 3 4 6 6 7 1 2 3 40 29 5 1 11,14 2,77 1,45 N, A, N, A, N, 14,98 km 27,80 „ 42,49 „ 15,51 „ 1b 2a 2b 3a rd. 37,— rd. 55,— 1352 Stück 2000 „ Ei.-St. Ei.-St. 1b 2a 2b 180,27 75,61 1,48 Ei.-St. Ei.-St, 12,73 km 19,46 „ 7,54 „ 1,84 „ 2,26 „ 10,00 „ 10,00 „ 6,90 „ 2,03 „ 14,84 „ 51,87 „ 10,59 „ Ul „ 11,00 „ 6,56 „ 8,61 „ 14,13 „ 5,32 „ 25,12 „ 4,12 „ 0,53 „ 3,68 „ 2,68 „ 0,51 0,69 1,46 1,51 11,40 21,95 35,76 26,29 98 Stück, 96 ,, 66 „ 17 5 „ la—2a 1—3 4 u. 5 36 14 2 1 Stamm 6,80 5,20 4,50 3a-Kl. 3b> „ 4a- „ 5a- „ la- „ 1b. „ 2a. „ 2b. „ „ 14. 4b. „ Angebote sind Elchcnstärnme (Güteklasse N). Los 2. 1. Klasse 2,56 km 13 rm Fi.-St. Ki.-St. 1,13 km 25,08 „ 9,42 89,63 „ 8,04 „ 6,41 „ 2,24 „ Fichte la „ 1b „ 2a „ 2b „ 3a lb- lb- 2a- 2a- 2b. 2b- 2b 3a. 3a. 3b. 3b. 4a. rd. rd. schlags erhoben werden. Gießen, den 14. Februar 1930. Der Borstand bekanntgegeben. Sehr günstige Zahlungsbedingungen. Vorzeigung des Holzes kann Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 12. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Rutz- und Brennholzversteigerung Samstag, den 22. Februar, wird in der Emil Schäferschen Wirtschaft zu Daubrin- gen von 9 Uhr an aus dem Staatswald Ober- und Nieder-Neilbach und der Fichten- Abteilung „Am hölzernen Brunnen" in Gemarkung Alten-Buseck versteigert: A. Brennholz: Scheiter rm: Buche 1. Kl. 54, Hainbuche 1. Kl. 1, Buche 2. Kl. 3, Eiche HO, Aspe 4, Lärche 3 Kiefer 10; Knüppel rm: Buche 142, Hainbuche 31, Eiche 132, Esche 2, Kirschbaum 6, Lärche 8, Fichte 1, Kiefer 18; Reisig 1. Kl. rm: Buche 1,5, Eiche 2,5, Kiefer 4,5; Reisig 3. Kl. rm: Buche 152, Hainbuche 52, Eiche 394, Fichte (Schichthaufen) 88; Stöcke rm: Eiche 2. B. Ruhholz: Stämme: Eiche: 1. Kl. 5 Stück, 2. Kl. 8 Stück, 3. Kl. 2 Stück, 4. Kl. 1 Stück; Stämme: Kiefer (Abschnitte): 1. Kl. bis 2b-Kl. 4 Stück. Stämme: Lärche: Ib-Kl. 12 Stück, 2. Kl. Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhardt. „ 1 6 „ 4 Kiefer: 2 ,, 1 „ 10 ,, 6 „ 2 Fichte: 1 schriftlichen Angebots: Stämme. Nuhholzverkauf der Gemeinde Kinzenbach. Im Wege schriftlichen Angebots werden aus Distrikt 5 „Drei blaue Enten" folgende Fichtenstämme verkauft: 1353V Los I, lfd. Nr. 98—172 einschl. 35 Stämme Klasse la mit 6,13 km Ei.-Nutzrollen u. Kn., 1,25 u. 2,2 m lang, rd. 130 rm Ei.-Nutzstg., 4,5 u. 6 m lang, rd. Bedingungen sind bei Gebotsabgabe anzuerkennen. Ausk. Förster Schrottky, Gr.-Alten- labten, für Gr.-AItenstädten, Bermoll und Oberlemp. Förster Müller, Altenkirchen für Ahrdt und Altenkirchen. Förster Stunz, Erda für Erda. Angebote, getrennt nach Losen, Klassen, Holzarten und fm (rm), bis 24. Februar 1930, nachm. 1 Uhr, mit der Aufschrift „Holzverkauf" an den Unterzeichneten erbeten. 1322V Hohensolms, den 12. Februar 1930. Der Bürgermeister: Tischler. 23,70 km Los II, lfd. Nr. 173—247 einschl. 22 Stämme Klasse la mit 4,16 km 13,54 10,47 2,35 1,63 41 63 68 50 41 42 21 26 23 5 5 3 n 2. „ „ 3. „ Reisslängen. Los 9. Fichten 4. Klasse „ 5. „ Ei.-St. Ki.-St. Fi.-St. Ruhholzverkauf schriftliches Angebot des Amtes Hohensolms, Kreis Wetzlar. Holzversteigerung aus dem Forstort Ampel der Dr. L. Wagner Erben, Freitag, den 21. Februar 1930, 9*/j Uhr vormittags, im Saale von h. Lang, Rüddingshousen. Es werden versteigert: Stämme km: Eiche 2,87 Kl. 2, 2,45 Kl. 3, 1,65 Kl. 4; 5 Fichlen-Derbslan- gen 1. Kl.; 6 rm Lichen-Nuhscheit (1,25 m lang); Nuhknüppel nn: Eiche 26 (2 m lang), Fichte 2 (3 m lang); rm Scheiter: Buche 350, Eiche 15, Fichte 24; Knüppel: Buche 260, Eiche 50, Fichte 30; Reisig: Buche 530, Eiche 36; Stöcke: Buche 100, Eiche 4. 1321V Holzsubmission. Die Gemeinde Albach verkauft im Wege derJsraelitischen Religionsgemeinde Gießen. Louis Marcus. Bekanntmachung. Der 1368V Friedberger Frühjahrspferdemarkl 1930 wird am Dienstag, dem 4. März, abgehalten. Anmeldungen zur Pferdeprämiierung können bis zum 2. März oorgenommen werden. Prämiierungsplan und Anmeldeformulare sind auf der Bürgermeisterei er- hältlich. Die Verlosung von Pferden, Fohlen und Gebrauchsgegenständen aller Art findet am 5. März statt. Lose zu 1 Mark sind überall erhältlich. Friedberg (Hess.), den 14. Februar 1930. Der Bürgermeister, vr. S e y d. Holzart Stück Klasse Gemeinde Ahrdt: MIM-Mlgmiig. Anwesen tr der Kreisstadt AlSsclv, in bester Vage , neben der neuen Post, bestehend aus 2 Wohnungen ldaoon eine foioti beziehbar» und Lagerräume, geschlossener Hoi. für jedes Oie- febäit und Gewerdebel' >eb geeigndi, wird am 19. Februar 1930, uackm. 3 Ubr, auf dem Raihause in Alsield öfsenilich unter günstig n Bedingungen (Anzahlung Mk. 3000.—> einmal versteigert. Nähere Auskunft Mainzergasse 23. Ei.-Nutzsch. u. Kn., 1,25—2 m lang, 272,0 rm Gemeinde Gr.-Altenstädten: Bullenverkauf. Die Gemeinde Ruttershausen verkauft auf dem Wege des schriftlichen Angebots einen abgängigen Vogelsberger Dullen, zirka 17 Zentner schwer. Angebote per Zentner Lebendgewicht können bis Montag, den 17. Fevruar 1930, 15 Uhr, auf der Bürgermeisterei abgegeben werden, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingesehen werden können. 1338V Ruttershausen, den 15. Februar 1930. Bürgermeisterei. Schwarz. 2. „ 126 Los 19. „ 20. Ruhholzversteigerung im Licher Stadtwalde. Zn den Distrikten Zappenau, Mönch- köpfe, Fichtenkopf, Kronau, Langebuche und Kreppeiwäldchen werden nach vorheriger Zusammenkunft an der Provinzialstraße Lich—Hattenrod, am Eingang der Nieder-Bessinger-Schneise, am Donnerstag, dem 20. Februar 1930, vormit- „ „ 14,29 „ „ „ 22,37 „ „ „ 46,79 „ „ „ 35,91 „ „ „ 45,13 „ „ „ 51,69 „ „ „ 27,04 „ „ „ 43,71 „ „ „ 36,32 „ „ „ 10,95 „ „ „ 9,77 „ „ „ 8,07 „ 4 14 zum inontag, dem 21 22 23 24 0,91 km 1,18 „ 4,39 „ 3,15 „ 1,40 „ 0,79 „ Ki.-Nutzrollen u. Kn., 1,25 u. 2,5 m lang, rd. 34 rm Gemeinde Oberlemp: 17. Februar d. 3., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, wo anschließend Eröffnung erfolgt. Verkaufsbedingungen können bei uns einaesehen werden, auch werden selbige im Termin „ 3b 3 „ l Fichtenderbstangen. 1. Kl. 76 Stück, 6,84 km 5. 3. 4. 3a- 4a- 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 2. 3. 4. Fichtenderbstangen. 60 St. 1. Kl. Los 1. A „ 2. A ,, 3. N ,, 4. N „ 5. A „ 6. A ,, 7. N „ 8. N ,, 9. N „ 10. A „ 11. A „ 12. A „ 13. A ,. 14. N „ 15. N „ 16. N „ 17. N „ 18. N Kaufpreis je ein Drittel und 1. 9. 1930, jedoch vor der Abfuhr. Die Angebote sind verschlossen, nach Losen getrennt, bis zum Donnerstag, dem 20. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei ein« zureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt; Verkaufsbedingungen werden im Termin bekanntgegeben. 1336V Oppenrod, 14. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Oppenrod. Kloos. Licher Kastnachtsmarkt Schaf-, Schweine- und krämermartt am Montag, dem 3. März 1930. Bei Beschickung des Viehmarktes sind die seuchenpolizeilichen Vorschriften zu beachten. Ursprungszeugnis für Züchter, Nachweis der Quarantäne für Händler. Es dürfen nur Tiere aus unverseuchten Gemeinden aufgetrieben werden. Auftriebszeit vormittags von 8 bis 9 Uhr. Lich, den 13. Februar 1930. 1334V Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. [en. e 60 Stück 246 „ 546 „ Stammholz. Eiche: 1 St. 4. Kl. Holzsubmission. Die Gemeinde Op enrob verkauft auf dem Wege des schriftlichen Angebots: 23,23 km Los IV, lfd. Nr. 372—395. Stämme Klaffe la mit 0,82 km der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag, 17. Februar, werden in Erles- berg, Schwarzekuh und Wehrholz verstei- gert: rm Scheitholz: Kiefer 11, Fichte 8, Knüppel: Eiche 40, Kirscyb. 2, Kiefer 17, Fichte 9, Stöcke: Kiefer 27, Fichte 33, Wellen (z. T. gute Forstwellen): Eiche 3050, Kiefer 980, Fichte 4 Lose; ferner: fm Derbstangen: Fichte (3. Kl.) 11, rm Eiche, Weidepfähle 64 (= ca. 1600 Stück); Nutzscheit (rd.) Akazie 1, Spalierholz Fichte (1,55 m lang) 9, 10 Stück Deichseln. Zusammenkunft: 10 Uhr, Straße Lich— Nieder-Bessingen (Erlesberg). Dienstag, 18. Februar, werden in Meil- bach und Münchwald versteigert: fm Schnittholz: Buche (3. Kl.) 1*, Linde (2. Kl.) i, wagnerholz: Birke (2. und 3. Kl.) 2, Eiche (l.Kl.) 1, Esche (2. Kl.) 1; Bauholz: Fichte (meist Sparren) 52; Derbstangen (Weißbinderstangen und Spalierholz) 24, Reisslängen 6; rm Gartenpfosten: Eiche 8. Außerdem werden ohne Besichtigung versteigert: aus dem Riedwald 330 fm Ficytebauholz (la- bis 3a-Kl.) in einzelnen Losen, aus dem Erlesberg 25 fm Kiefernbauholz, aus verschiedenen Distrikten 50 fm Fichtederbstangen 1. und 100 fm 2. und 3. Kl. Nähere Auskunft und Besichtigung: Förster Stein, Hattenrod. Zusammenkunft: 10 Uhr Meilbachpflanz- garten (zw. Lich und Hattenrod). Mittwoch, 19. Februar, werden in der Hard versteigert: rm Scheitholz: Buche 40, Eiche 15, Nadel 9; Knüppel: Buche 26, Eiche 20, Weichholz 7, Nadel 45; Stöcke: Buche 17, Eiche 16, Nadel 8; Wellen (z. T. gute Forstwellen): Buche 1700, Eiche 1500, Weichholz 380; außerdem fm Schnittholz: Eiche (4. bis 8. Kl.) 9, Buche (4. Kl.) 1, Linde (2. und 3. Kl.) 1, Ahorn (4. Kl.) i, Erle (l.Kl.) i; Wagnerholz: Esche 6, Ahorn 1; Bauholz: Fichte (meist Sparren) 60; Derbstangen: Fichte 2. 30 (438 St.), 3. 23 (653 St.); Stück Reisstangen 415, Bohnenstangen 130; rm Nutzscheit: Eiche (gespalten) 5, Spalierholz: Fichte (1,55 m lang) 9. Zusammenkunft 9£ Uhr Butzbacher Straße, Forsthaus Fasanerie. A W». Voranzeige: 24. Februar: HBk 25. Februar: Fuchsstrauch. Kiefernstämme (Güteklasse N). Los 3. 1. Klasse 2,18 km . 2. „ 36,94 „ Fichtenstämme (Güteklasse N). Derbstangen. Los 8. Fichten 1. Klasse 1362 Stück 32,15 fm Los III, lfd. Nr. 248—322 einschl. Ei.-Nutzstg., 6 m lang Ei.-Nutzkn., 1,25 m lang, 15 rm Gemeinde Erda: 3. „ 99 „ 2,97 „ Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen bis Mittwoch, den 19. Februar 1930, nachmittags 2% Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Verkaufsbedingungen können daselbst eingesehen werden. Albach, den 14. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Lenz. Angebote, nach Losen, Klassen und Sortiment Getrennt, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Donnerstag, dem 27. Februar 1930, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen werden können. Das Holz ist mit Rinde gemessen und ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden. Bei genügender Sicherheitsleistung wird zinsloser Zahlungsaufschub für die erste Hälfte des Kaufgeldes bis 1. Juli 1930 und für den Rest bis zum 1. Oktober 1930 gewährt. Das Holz wird auf Verlangen durch die Förster Textor und Kipper in Lich vorgezeigt. Nähere Auskunft erteilt die hiesige Bürgermeisterei. 1299V Lich, den 12. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. W Meist«?. Montag, den 17. Februar, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: ein Schlafzimmer, ein Büfett, Kredenz, zwei Stühle, ein Sofa mit Sessel und Tisch, eine Küche (weiß), KüchenschcLnke, zwei Motorräder, Herren- und Damenräder, einen Höhen-Meßapparat, eine Nähmaschine, Gummi - Wärmsiaschen, Grammophonplatten, eine Dezimalwaage. 1378V Damen-, Herren- und Kinderschuhe in allen Größen. Versteigerung bestimmt. Ludwig hcrtmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414. Besichtigung ab 10 Uhr. 259 1—3 rd. 44,— Derbstangen: Fichte: 1. Kl. 9 Stück, 3. Kl. 158 Stück. Reisslängen: Fichte: 4. Kl. 765 Stück, 5. Kl. 891 Stück, 6. Kl. 185 Stück, 7. Kl. (Bohnenstangen) 140 Stück. Das Nutzholz kommt von 1 Uhr an zum Ausaebot. Die blau unterstrichenen Brenn- Holz-Nummern werden nicht versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Wirth zu Treis a. d. Lda. und das Forstamt. Gießen, den 14. Februar 1930. Hess. Forstamt Gießen. 2a-,2b-Kl. 4,05 3a-Kl. 4,29 3b-,4a-Kl. 1,21 1b „ 8,80 2a „ 6,86 2b „ 1,91 50 la—3a rd. 22,— 350 la—4a rd. 75,— 44 1—3 59 1—3 33 la—4b 1b „ 3,26 2a „ 5,70 2b „ 1,17 9 4—6 28 1—3 11,05 km Angebote mit der Aufschrift „Holzner- kauf" sind bis zum 10. März 1930, nachmittags 3.30 Uhr, an den Unterzeichneten zu richten. Der Kaufpreis wird mit V* bei Erteilung des Zuschlags, % am 1. Juni, der Rest am 1. September 1930 an die Gemeindekasse in Krosdorf bezahlt. Zuschlag acht Tage vorbehalten. Abfuhr bis 1. September 1930 nach erfolgter Zahlung. Bis zum 15. April 1930 ist das Holz zu entrinden. Die Stämme lieaen 2 km von der Bahn entfernt. Gute Abfahrt. Kinzenbach, den 12. Februar 1930. Der Gemeindevorsteher. 36 4—7 310 1—3 4. „ Hainbuche: 1. „ „ 2. „ „ 3. „ Derbffangi Fichte: 1. Klass' „ 2. ,, „ 3. „ Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Vorherige Besichtigung wird bedingun emvfohlen, da spätere Beanstandungen erfolgen, nicht berücksichtigt werden. Londorf, den 13. Februar 1930. Rutz- und Brennholzversteigerung aus dem Markwaid Grüningen-Dorf-Gill am Samstag, dem 22. d. 2N., vormittags 9% Uhr, in der Turnhalle zu (Brüningen, aus den Forstorten Fliegenstall, Weiße- driesch, Schlemperwald, Reichholzberg, Hupbach, Judenwäldchen und Schäser- wald: 1369V i. Nutzholz: Langholz: Kiefer, N-Stämme Kl. 2a—3b 18 Stck. = 15,17 fm. Abschnitte: Kiefer: A-Slämme Kl. 3b 1 Stck. = 0,32 km, N-Stämme ftl. lb—-4b 67 Stck. -- 35,94 km; Langholz: Lärche N-Stämme Sl. lb 1 Stck. - 0,33 fm, Fichte N-Stämme Kl. la—3b 224 St. = 95,09 km, F-Stämme Kl. 3a 1 Stck. = 0,99 km; Abschnitte: Fichte: A-Stämme Kl. 4b 3 Stck. = 4,13 km, N-Stämme Kl. 2a—4a 15 Stck. = 12,93 km, F-Stämme Kl. 3a, 4b u. 6 3 Stck. - 4,29 km; Abschnitte: Eiche: N-Stämme Kl. 1—4 127 Stck. - 46 km, Buche: A-Stämme Kl. 3—5 5 Stck. = 5,55 fm, N-Stämme Kl. 3—5 65 Stck. = 29,90 km; Derbstangen: Esche 2.U.3.KI. 2 Stck., Fichte 1—3. SIL 171 Stck.; Reisstangen: Fichte 6.—8. Kl. 475 Stck.; Nuhscheiter rm: 4,8 Eiche 2. Kl. (Gartenpfosten), 6,2 Buche l.Kl.; Nuh- reisig rm: 17 Fichte. Die blau unterstrichenen Nummern werden nicht ausgeboten. II. Brennholz: Scheiter rm: 3,9 Buche 1.Kl. 1,3 2. Kl.; Knüppel rm: 1,1 Buche; Astreisig rm: 2 Buche (Schäferwald 21a Nr. 930—934). Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Das Brennholz wird zuerst versteigert. Nummerauszüge über das Stammholz werden zum Preise von 1 RM. von Förster Schäfer in Dorf-Gill, Markrechner Marsteller in ©rüningen und dem Forstamt Schisfenberg in Gießen, Ste- phanstraße 4 (Fernruf Nr. 2578) ab 19.1.211. abgegeben. Vor Beginn der Holzversteigerung wird das Grund- st ü ck F l. I, Nr. 570 - 2167 qm (am Markwa 1 d gelegen) auf neun Jahre verpachtet. Gießen, den 14. Februar 1930. Der Vorsitzende des Markvorstandes. _______Nicolaus, Forstrat._______ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Israelitischen Religionsgemeinde Gießen für das Rechnungsjahr 1930 liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage lana auf dem Bureau des Un- terzeichneten, Alicenstraße 2, offen. Nur während dieser Zeit können Ein- Wendungen gegen den Inhalt des Voran- Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Allertshausen soll folgendes Nutzholz verkauft werden: 1235V Fichkenstämme N. Los 1. 1a-Kl. 38 St. mit 7,18 km Bekanntmachung. Die Brennholzver st eigerungen vom 31. Januar und 7. Februar 1930 (Nr. 7 und 8) wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 22. Februar 1930 in Empfang zu nehmen. 1088C Gießen, den 12. Februar 1930. Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. Rasender g. Rutzholzsubmission. Die Stadl Lich (Oberhessen) verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: Duchenstämme. Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich! Oleas wesentlichen Eigenecheften der gediegenen Familiendrucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Aue- führungearten und Papieren zu mMOIgen Preisen die Brühl'sche Druckerei, Dießen, Schulstr. 7, Anruf 2251 Jagd-Verpachtung. Samstag, den 22. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr, wird im alten Schulsaale, dahier, die der Gemeinde Beuern zu- stehende Jagd, bestehend in 308 Hektar Wald und 658 Hektar Feld, mit gutem Rehbestand auf sechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird, daß die Grenze Yi Stunde vom Bahnhof GroßeN’Buseck entfernt und daß Autooerbindung vorhanden ist. Beuern, den 13. Februar 1930. 1337V Bürgermeisterei Beuern. Linden st ruth. Ei.-Nutzkn., 1,25 m lang, 4,— rm " ~ .....rd. 18, Los 4. la-Klasfe 2,84 fm 1b- 55,09 „ 2a- 114,62 „ 2b- 96,38 „ 3a. 20,35 „ 3b- H 8,34 „ Los 5. la- 20,48 „ lb» 85,17 „ 2a- »! 36,76 „ 2b- 2,23 „ 3a. 1» 1,88 „ 3b. II 2,26 „ Los 6. la- II 34,60 „ lb. 68,67 „ 2a« M 13,68 „ Los 7. la. 76,51 „ 1b- 99,69 „ 2a- 19,84 „ 2b» II 18,14 „ 3a. 3,17 „ 10 Uhr, versteigert: Stämme. Buche: 3. Klasse 11 4. „ aa 5. „ 6. „ Eiche: 1. „ Allen Anhängern öer Pfarrer HeumannMen Heilmittel geben wir bekannt, datz das 272 Seiten starke, reich illustrierte Pfarrer Heumann-Buch, ein wertvoller Ratgeber in vielen Krankheitsfällen, auf Wunsch an jedermann völlig kostenlos durch die Firma Ludwig Heumann & (To., Nürnberg-^, versandt wird. Ferner weisen wir darauf hin, datz die Pfarrer Heumann'schen Heilmittel (bis jetzt 178.000 Dankschreiben) künftig in allen hiesigen Apotheken zu haben sind, bezw. bestellt werden können, bestimmt aber in der Hauptniederlage: Hirsch-2hiotheke GicheN/ Kranksurter Strafe 4 Nr. 59 Drittes Blatt sie 1b 2a 2b 6,13 fm 8,80 „ 6,86 „ 1,91 „ a mit b „ la „ !b 3,26 „ 5,/0 ii 1,17 „ 11,14 „ 2,77 „ 1,45 „ 23,23 hn 'Regierung und den Landtagsabgeordneten, daß solche Uebemahpie entschieden bekämpfen." Günstige Entwickelung der Bezirkssparkaffe Grünberg. vielen rubere, ^reiben) Verlage. r. 372-395. la mit 0,82 fm 1b 2a 2b '-s- Grünberg. 14. Febr. Die hiesige D e - zirkSsparkasse hatte im abgelaufenen Ge- schäftsjahc 1929 eine durchaus günstige Geschäft s e n t w i ä l u n g zu verzeichnen. Dies zeigt sich am deutlichsten bei den Spareinlagen Die Zahl der Sparbücher erhöhte sich r>on 1915 aus 2147, mithin um 232 Stück, der Ecsamt-Einlogcbestand (ohne die Aufwertungs- c inlagen) stieg von 1 215 149 auf 1 560 789 Mk. Ler Zugang nach Abzug der Rückzahlungen betrug mithin 345 640 Mk. und war um 80 000 Hart höher als im Vorjahr. Dieses erfreuliche (Ergebnis unter ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen ist ein gutes Zeugnis für den Spar- ititn der Einwohnerschaft bes Bezirks. Die Gut- haben im Scheck-» und Kontokorrentoer lehr mit 122 683 Mk. halten sich auf der Fähe des Vorjahres. Der Jahresumsatz betrug rund 11 300 000 Mk. gegen 10100 000 Mk. in Zähre 1928. Durch den dauernden Zufluß von Spargeldern konnte die Kasse das Dar- l chnsgeschäft in größerem Ausmaße pflegen. Ts tonnten nicht allein die nachgesuchten Hypo- lhckdarlehen, soweit sie den Sahungsvorschriften .'iitsprachen. gewährt und somit der Wohnungsbau gefördert, sondern auch die Mittel für Feld- b Reinigungen und sonstige Gemeindczwecke zur ! Verfügung gestellt werden. Am Jahresende icaren u. a. ausgeliehen: gegen Hypotheken 675 796 Mk., an Gemeinden, Kirchengemeinden i u-aö Feldbereinigungsgcsellschaften 630123 Mk., nm Kontokorreniverkehr gegen Sicherheitsstcllung ; 2^5144 Mi., Schuldscheindarlehn an Private a^gen Bürgschaft 115 638 Mk. Da die eingehenden Spargelder lediglich im Sparkassenbezirk als Larlchn zur Ausleihung gelangen, so liegt eine Gießener Konzertverein. Zweites Lymphonic-Konzert. Wenn auch im Mitgliederbestände des M e i - minger Landestheater-Orchesters seit dven Zeiten, wo diese Vereinigung unter den bedeutendsten Dirigenten ihre Triumphe feierte, mancherlei Veränderungen eingetreten sind, so jksl doch ein gewisser fester Stamm geblieben und L zam Träger der großen Tradition geworden; c in erzieherisches Moment, das in seiner Aus» „ Wirkung auf die Orchesterleistung nicht hoch gell iLiig geschäht werden kann. Wenn die Meininger, I j um al in der Jetztzeit, zum Reisen gezwungen lind, so bedeutet ihr Erscheinen immer einen be- • swnderen Höhepunkt im Musikleben des betref- I senden Ortes. Da auf diesen Gast reisen das Or- ' Hefter ost in der Lage ist, unter fremden Dirigenten 7 zu spielen, so hat es sich eine ganz besondere ii Zähigkeit im Anpassen an die jeweilige Leitung c-iworben. Wenn zum andern dieses Orchester, wie auch die Vereinigungen, die wir in den letzten Zähren hier hören konnten, in der geistigen Hal- ! I ing ein Spiegelbild der führenden Persönlich- lüt gab, so läßt es sich ermessen, weich einen markanten Führer voll Energie und Initiative dis Gießener Musikleben in Universitätsmusik- drektor Dr. Temesvarh sein eigen nennt. Dies wurde mit Glucks Ouvertüre zu der Oper „Iphigenie in Aulis" (Bearbeitung r=Dn Richard Wagner) offenbar, einem Werk, dis in feinem Aufbau keine Kulminationspunkte im modernen Sinne aufweist, sondern mehr auf l»em Racheinander, bzw. dem Rebeneinander des Thematischen beruht. Hier wurde alles bis zum Feinsten, Durchsichtigsten hin abgestuft mit stilvoller Wahrung der Individualität der ein- | 3 einen Motivgruppen. Das Dekreszendo des Schlusses verlor sich in Visionshaft verklärt entschwindendem Klange, in den nur noch die Bässe, innrer mehr verebbend, hinein grollten, den Hörer bis zum letzten Ton in Bann haltend. Die Wiedergabe von Brahms' L-Moll- Symphonie ließ die bedeutende Tradition des Orchesters wach werden. Dr. Temesvarh legte inniger starkes Gewicht auf die dem ersten Satze innewohnende Schwermut, die von verschiedenen Dirigenten besonders in den Vordergrund gestellt Vird, sondern bewegte das Ganze durch einen R*t Nl Kredenz. . ‘ N) Damen« ‘^appatal, eine etne Dezime. . 13780 lb Kinderschuhe ffimmt kmeh Taxator ephon 3414. 10 Uhr. Sä iMlabt AlSiclb, flaue)» neben bet us 2 Wohnungen bbnri und Vaner» tz mr iebe» bie« eb neetflner, rolib ■ «nrfim. 3 Ubr. wielb ifffemh '»en Wnjablung niCigaHe 23. ien. Wv ittauf nzendach. Angebots werben laue Enten" (ol< irtauft: 1353V -172 rinsihl. 11,05 Im usschrist „Wr- m Un.'erzeichneterl eis wird mu ? iber 1930 an g aorf beM. & Men. Abfuhr b'S d) erfolgt Jii M entfernt. Gute .Februar l930- ai-Wartt n» ««“'S' 3. mm 193°- Liehmarktes aus un°eJ'e jub en ^i5 s'M- r* ,;334D meisterei M t(er<Ä chrisilAn s9uuen, Wer- W"l ^30."^/^ s-s «SÄ Oberheffen. Anschluß Hessens an Preußen! Forderungen der Demokraten des Kreises Jrkbberg. = Friedberg, 14. Febr. In einer gut besuchten Versammlung des Kreisoereins Friedberg ter Deutschen Demokratischen Partei, mürbe nach lebhafter Aussprache gestern abend zur üyrage des Einheitsstaates folgende von AmtsgLrichtsrat Thurn oorgefchlagene Ent- ßchließung gefaßt, nachdem ein noch weitgchen- ter Antrag der Bilbeler Ortsgruppe zurückgezogen worden war: „Der Kreisverein Friedberg der Deutschen Demokratischen Partei fordert, nachdem der Weg zum Einheitsstaat über das Reich sich als zur Zeit nicht gangbar erwiesen hat, aus den allseits bekannten c;nb anerkannten ideellen und wirtschaftlichen Gründen Aufgabe der Selbständigkeit Hessens und den Anschluß an Preußen. Er verlangt die Einberufung eines außerordentlichen Parteitags nach Frankfurt a. TZ., damit die höchste Parteiinftanz Stellung nehme und die weiteren Schrille beschließe. Zugleich spricht der Kreisverein dem Landespar- tttvorsilzendon, Oberamtsrichter Schreiber (Vilbel), für sein entschiedenes Eintreten für den Ein- heitsstaat seinen wärmsten Dank aus." Betont wurde, daß sich Hessen seiner historischen Mission, Brücke zwischen dem Norden und dem Süden zu sein, stets bewußt bleiben müsse. Ein Z u - sammenschluß Hessens mit Baden und Württemberg, der von den christlichen Ge- werkschasten empfohlen wurde, fand allgemeine A b - l e h n u n g. Ein von Diplom-Ingenieur Weniger (Bad- Nauheim) gestellter Antrag rief eine lebhafte Aussprache hervor und fand schließlich in folgender Zorm Annahme: „Der Kreisverein Friedberg ist angesichts der bedrohten Lage dey Berufs beamtentums der Zluffaffung, daß die Uebernahme von Personen, die nicht Staatsbeamte sind, als Staatsbeamte zur Zeit nicht in Frage kommen kann. Er erwartet von seinem Vertreter in der 23,70 hn t—247 einfdjL a mit 4,16 Im ) „ 13,54 „ „ 10,47,, 2,35 „ l IM 32,15 hn &—322 einschl. la mit 7,87 Im Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) günstige Weiterentwicklung der Kasse durchaus im Interesse des Bezirks und seiner Einwohner. Aus der Nauheimer Besuchsstatistik. 4. Dad-Rauheim, 14. Febr. In unserer kürzlich berichteten Statistik des Bades über die Frequenz des Jahres 1929 konnten wir Mitteilen, daß mit 6915 ausländischen Kurgästen der Höchststand der Auslandbesucher seit 1924 verzeichnet worden ist. Damit ist aber, wie in anderen deutschen Kurorten, noch nicht die Auslandfrequenz der Vorkriegsjahre erreicht, die 1913 beispielsweise hier 9804 betrug und nur im Inflationsjahre 1923 mit 10114 Aus- landbesuchern überstiegen wurde. Die Differenz von 1913 und 1929 wird für Dad-Rauheirn im wesentlichen bedingt durch den Ausfall Rußlands im internationalen Däderverkehr, stehen 4214 russischen Kurgästen im Jahre 1913 doch nur 28 des Jahres 1929 gegenüber, wozu allerdings noch 725 Besucher aus den heutigen (ehemals russischen) Randstaaten kommen. Heber» troffen werden die Ziffern des Jahres 1913 von denen des Jahres 1929 für die Besucher aus Amerika, Holland, Schweden, Schweiz, Dänemark, Spanien usw., unter der Vorkriegshöchstziffer liegen 1929 noch die «Zahlen von Oesterreich Ungarn, Frankreich, Rumänien, Belgien, England. Die Statistik der Jahre 1924 bis 1929 zeigt einen stetigen Aufstieg der Ausländerkurve, eine erfreuliche Tatsache für die auf den Auslandbesuch angewiesenen deutschen Kurorte. Landkreis Gießen. ♦ Klein-Linden, 13. Febr. Die Gefolgschaft Klein-Linden der Bruderschaft Gießen des Iungdeutschen Ordens hatte am Mittwochabend zu einem öffentlichen Vortragsabend in der Wirtschaft ,Zur Burg" eingeladen. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden der hiesigen Gefolgschaft, Beigeordneten Germer, hielt Lehrer K r a u s ch (Gießen) einen Vortrag über die Volksnationale Reichsvereinigung. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache. Beigeordneter Germer dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen. -I- Lang-Göns, 13. Febr. Wie schon kurz berichtet, hat die Volkshochschule Gießen auch in unserer Gemeinde einen Kursus veranstaltet, der gestern abend mit dem letzten Vortrag von Dr. M a l e ch (Gießen) abschloh. Die Hörerschaft war beständig gewachsen, und die Ausführungen des Vortragenden wurden mit größtem Interesse aufgenommen. Dr. Ma lech sprach in den letzten Vorträgen über Gesundheitspflege, insbesondere über die Zubereitung und Aährwert unserer Speisen, über Atmung und Hautpflege. Alle Darbietungen wurden durch gute Lichtbilder veranschaulicht. Zum Schluß sprach Lehrer Hofmann dem Vortragenden den Dank der Hörer aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch im nächsten Winter eine ähnliche Veranstaltung ins Leben gerufen würde. Rach den Vorträgen wurden noch Lichtbilder gezeigt, die die Anwesenden in Europas bedeutendste Städte führten. — Die beiden letzten Holzversteigerungen in den Distrikten „Heide" und „Wehrholz des Gemeindewal- des fanden dieser Tage statt. Die erzielten Preise waren im Vergleich mit der ersten Versteigerung in der „Hardt", besonders aber im Hinblick auf die Preise des letzten Jahres, bedeutend niedriger. In der Hauptsache wurde nur Brennholz versteigert. Es kosteten im Durchschnitt je zwei Raummeter Buchenscheit 23 bis 23 Mark, Buchcn- knüppel 16 bis 18 Mk., Eichenknüppel 12 bis 15 Mark, Kiefernscheit 22 bis 28 Mark, Kiefem- knüppel 18 bis 20 Mark, Buchenwellen (ICO Stück) 16 Mark, Cichenwellen 12 Mk.. Kiefern- und Tannenwellen 10 bis 12 Mark. Beim Rutzholz handelte es sich in der Hauptsache um Tannenholz. Der Festmeter stellte sich auf etwa 20 bis 24 Mark. O Holzheim, 13. Febr. Dieser Tage veranstaltete das LandwirtschaftsamtBuh- b a ch im hiesigen Rathaus einen Vortragsabend. Rachdem Beigeordneter Hch. Griebl. die zahlreich Erschienenen begrüßt hatte, sprach Landwirtschastsrat Dr. Dienst über „Ackerbestellung, Düngung und verwandte Gebiete". ausgeprägten Zug des Willens, der den gedanklichen Verlauf in weiter Spannung und eindringlicher Intensität von Klanggruppe zu Klanggruppe bis in die letzten Gründe erschloß und dem Sah eine überwältigende Wirkung verlieh, die sich bis in die wuchtigen Akzente der Schluhtakte hin ausstrahlte. Im Andante ein Entfalten in lyrischer Breite, ein Werden und Vergehen im Klanglichen, das diesen Sah in vollster blühender Schönheit ausschöpfte. 3m Scherzo urwüchsige knorrige Eigenwilligkeit, getrieben von einem zwingenden Schwünge, mit sinnlichen Momenten und stärkster Krastkündung. Ein ganz außerordentlicher Eindruck ging von dem Finale aus, das mit Großzügigkeit und dennoch mit aller Straffung zu einem gigantischen Bau zusammengeschweißt wurde, der aber in seinen einzelnen Teilen die verschiedensten Regungen des Drahms- schen Ichs in immer neuen Farben, melodischen Wendungen, thematischen Einkleidungen vergeistigte; immer wieder ein neues Ansehen und Ausbreiten; ergreifend der Mittelsah; erschütternd die Coda. Das Orchester bewährte sich hervorragend in den Streichern, in den Hörnern und in den Holzbläsern, nicht zu vergessen das Schlagzeug in der Herausmeitzelung wichtigster Akzente. Hier fand Bülows Ausspruch seine Bestätigung: „Rr.4 riesig, ganz eigenartig, ganz neu, eherne Individualität. Atmet beispiellose Energie von A bis Z." Mit feingeistiger Einstellung, die sich nicht Im Technischen verlor, trat Paula Hegner Mozarts B-Dur-Konzert gegenüber. Edle Kantabilität. differenziertes Klangempfinden, Wärme des Gefühlshaften, feinsinniges Eingehen auf jede thematische Entwicklung füllten ihr Spiel aus, dem man stellenweise vielleicht noch stärkere Akzente und schärfere Artikulierung hätte wünschen mögen. Das Ganze war mehr ein kammermusikartiges Musizieren von intimem Reiz, an dem Streicher wie auch Bläser durch ihr nachgiebiges Mitgehen, namentlich im Thematischen, reichen Anteil hatten. Dr. H. Ansorges erstes Konzert. Konrad Qlnfcrge, der soeben verstorbene große Pianist, hat einmal im Freundeskreise die Geschichte seines ersten Konzertes erzählt. Er war noch auf der Schule zu Landeshut in Schlesien, I und da er bereits damals ein guter Klavier- Der einstündige klare Vortrag wurde sehr beifällig ausgenommen. Der Versammlungsleiter dankte dem Redner im Ramen der Zuhörer. In der anschließenden regen Aussprache konnte noch manche wichtige Frage beantwortet werden. * Watzenborn-Steinberg, 12. Febr. Am Samstag feierte der Gesangverein „Eintracht" sein diesjähriges Wintervergnügen. Unter der bewährten Leitung seines Chor- meisters Harnisch brachte der Verein im ersten Teil der Vortragsfolge zwei Kunstchöre, „Schwedenritt" und „Sonntagmorgen" zu Gehör, die als wohlgelungen bezeichnet werden konnten, was auch der überreiche Beifall des Publikums bezeugte. Zwei Theaterstücke fanden hieraus allgemeinen Anklang und wurden angesichts der hervorragenden Leistungen der Darsteller mit lebhaftem Beifall gedankt.. Rachdem der Verein noch einige Lieder schön vorgetragen hatte, schloß die in allen Teilen wohl- gelungene Veranstaltung mit Tanz. is. Steinbach, 13. Febr. Landwirtschaftsrat Dr. Lehr vom LandwirtschcFtsamt Lich hielt am Dienstagabend im „Einhorn" einen Vortrag über „Jungviehaufzucht". In klarer Weise sprach der Redner über Zuchtauswahl der Elterntiere, sowie über P'iege und Fütterung des Jungtieres vom Werdegang bis zu seiner Vollentwicklung im dritten Jahre. Wenn auch nicht jeder Landwirt diese Ratschläge ganz befolgen kann, so dürfte doch mancher etwas herausgenommen haben, was ihm für seinen Betrieb fördernd und nützlich ist. Bürgermeister Krämer sprach dem Redner herzlichen Dank aus. = Göbelnrod. 14. Febr. Die Vergebung der Arbeiten zum Reubau des Schulsaales fand gestern im Beisein des Vertreters des Hochbauamtes durch den Gemeinderat statt. Das Ergebnis der Vergebung ist: 1. Erd- und Maurerarbeiten (5594 Mk.) Georg Jäger (Queckborn), 2. Plattenarbeiten (324,20 Mk.) derselbe. Steinhauerarbeiten (532Mk.) KarlDamm in Beuern, 4. Zimmerarbeiten (939,40 Mk.) A Müller (Queckborn), 5. Eisenlieferung (385,75 Mark) Gg. Jäger (Queckborn), 6. Grobschlosserarbeiten Hch. Gerhard (Göbelnrod), 7. Dachdeckerarbeiten (768,42 Mk.) Philipp Bender (Grünberg), 8. Spenglerarbeit (131,30 Mk.) Friedrich Schröder (Grünberg), 9. Weihbinderarbeit (785,80 Mk.) Wilh. Laub (Beltershain), 10. Glaserarbeit (521,80 Mk.) Karl Leun (Atzenhain), 11. Schreinerarbeit (1233,45 Mk.) Dampfsägewert Mücke, 12. Schlosserarbeit 229,40 Mark) Karl Schulz (Göbelnrod). 13. Beleuchtungsanlage (187,50 Mk.) Georg Rühl (Grünberg). Mit den Arbeiten wird in aller Kürze begonnen werden. * Gründer g. 13. Febr. Unter dem Vorsitz des Landtagsabg. Fenchel (Oberhii rgern) tagte hier im „Rappen" eine Vertrauensmännerversammlung des Bauernbundes. zu der Landsorstmeister Hesse und Oberforstrat S ch w i e d e r vom Landesforstamt erschienen waren, um die Wünsche und Beschwerden der Landbevölkerung über die Belieferung mit Losholz entgegenzunehmen. Für diese Klagen, soweit es sich um die Belieferung mit minderwertigem Holz und sehr weite Abfuhrwege handelt, wurde Abhilfe versprochen. Jedoch konnte hinsichtlich des Preises keine Einigung erzielt werden; die Preise für Losholz liegen zur Zeit nur 10 Proz. unter der Taxe für Brennholz und stellen sich bei Duchenscheit auf 10,80 Mk.. ein Preis, der höher ist als der oft auf Versteigerungen erzielte Preis. * Lauter, 13. Febr. Dieser Tage fand hier die öffentliche Verpachtung von 40 Morgen Wiesen und Ackerland statt. Die Preise lagen im Durchschnitt auf 40 bis 45 Mk. pro Morgen. * Lich, 15. Febr. Am Montag, 3. März, findet der altbekannte Fastnachtsmarkt in Lich statt. Er besteht aus Schafmarkt, Schweine- und ixrämermartt. Die hiesigen Ferkelmärtte erfreuten sich bisher allgemeiner Beliebtheit, auch der Schafmarkt verspricht ein guter zu werden. Zum Markt zugelassen sind Tiere aus allen unverseuchten Gemeinden. Auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sei besonders hingewiesen. spieler war, sollte er bei einem Wohltätigkeitskonzert in der Umgegend Mitwirken. Zu diesem Ausflug über Sonntag bedurfte er der Erlaubnis des Direktors, da er aber bei diesem nicht gut angeschrieben war, fuhr er auf eigene Faust, spielte zuerst das ^s-Dur-Konzert von Weber, mußte dann auf dem Podium im Chor mitfingen und hatte im zweiten Teil den Klavierpart an Stelle des Orchesters zu dem Chorwerk auszuführen. Da kam die große Fuge; bei der Aufregung und der furchtbaren Hitze im Saal verlor er die Roten, und während ihn der Dirigent toütenb ansah. spielte er wie im Traum weiter. „Mit einem Male war die Fuge zu Ende," erzählte er, „ich hatte sie vor Schreck auswendig gespielt. Ich erwachte wie aus langer Betäubung, blickte ratlos um mich Der Dirigent umarmte mich in Heller Freude. Wir blieben an diesem Abend noch lange auf und feierten meinen Triumph. Aber das schlimme Ende kam nach. Mein Ausflug wurde verraten. Zwei Stunden Karzer waren das Honorar für mein erstes Konzert," B. Hochschulnachrichten. Prof. Dr. Wilhelm Enßlin in M arbur g hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf als Ordinarius auf den Lehrstuhl der alten Geschichte an der Universität Graz als Rachfolger von Prof. Fr. Oertel nunmehr angenommen. Dr. Enßlin kam 1921 an das Gymnasium Philippinum in Marburg und erhielt die venia legendi an der dortigen Universität, später die Ernennung zum nichtbeamteten a. o. Professor ebenda. Prof. Enßlin hat auch in der Marburger Philosophischen Fakultät einen Lehrauftrag für Geschichte der spätrömischen Kaiserzeit mit besonderer Berücksichtigung von Kultur und Wirtschaft. — Amtlich wird die Ernennung des o. Professors Dr. Philipp Br o em s er von der Universität Basel zum ordentlichen Professor der Physiologie in Heidelberg als Rachfolger des verstorbenen Prof. A. Pütter bestätigt. — Ernannt wurde vom 1. April 1930 ab Professor Dr. Karl Heidrich in Leipzig zum ordentlichen Professor für bürgerliches und römisches Recht an der Universität Jena als Dachfolger von Prof. H. A Fischer; der o. Professor Dr. Arthur Baumgarten in Basel xum ordentlichen Professor für Strafrecht an der Universität Frankfurt. Samstag, 15. Februar 1950 Kreis Friedberg. • Friedberg, 15. Febr. Der FrÜh- jahrspferdemarkt 1 9 30 findet am Dienstag, 4. März, statt. Die Anmeldungen zur Pferdeprämiierung, für die wertvolle Preise zur Verfügung stehen, sind zur Zeit im Gange. Die Anmeldungsfrist läuft bis zum 2. März. Anmeldeformulare nebst Prämiierungsplan sind auf der Bürgermeisterei Friedberg erhältlich. Die Ausspielung der Lotterie erfolgt am 5. März. Lose find zu 1 Mk. überall erhältlich. Man beachte die heutige Anzeige. pb. Butzbach, 14. Febr. Bei den diesjährigen chokzoer st eigerungen wurden folgende Preise im Durchschnitt erzielt: Für den Raummeter Scheiter für Buchen 16,13 Mk., für Eichen 10,14 Mark, für Kiefer 6,90 Mk., für je 10p Wellen Buchen 22,30 Mk., Eichen 10,30 Mk., Kiefer 3,80 Mk., bei der zweiten Versteigerung für den Raummeter Scheiter für Buchen 15,26 Mk., Eichen 7,18 Mk. und Fichten 3 Mk, für 100 Wellen Buchen 14,44 Mk., Eichen 5,66 Mk., Kiefern 3,96 Mk. und Erlen 6,50 Mark. Die Rutzholzversteigerung ergab für den Festmeter Buchen 25,08 Mark und für Eichen 40,08 Mk. im Durchschnitt. Für Stöcke wurden erzielt für den Raummeter Butten 4,70, Eichen 2,70 Mk. und Fichten 1,31 Mark bei der ersten, und für Buchen 4,41 Mark, Eichen 4,01 Mark und für Fichten 0,55 Mark. Kreis Büdingen. „ R i d d a, 14. Febr. Die Anmeldungen zur Sexta der hiesigen Realschule belaufen sich in diesem Jahre auf über 40 (i. V. 32). Dies ist der stärkste Jahrgang, der seit Bestehen der Schule Ausnahme finden wird. Die Tatsache, daß selche hohe Klassenstärken vorhanden sind, und da anzunehmen ist, daß sie auch weiterhin anhalten werden, sollte die zuständigen Stellen veranlassen, den Ausbau der hiesigen Realschule zur V o l l a n st a l t zu erwirken. Ein weiter Umkreis erstrebt lebhaft dieses Projekt, um die Ausbildungskosten zu verringern und die Kinder möglichst lange im Schuhe und unter der Aufsicht des Elternhauses zu wissen. — Zur Dür- germei st erwähl am nächsten Sonntag ist jetzt noch ein dritter Kandidat, der Oberstadtsekretär Heinrich Em r ich, aufgetre'en. # Echzell, 14. Febr. Der hiesige Gesangverein „Liederkranz", der, im Jahre 1835 gegründet, einer der ältesten der Wetterau ist, hielt im Saale „Zur Traube" seinen diesjährigen Liedertag ab. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn. M o g f V. kamen etwa 20 Chöre zum Vortrag. Reben den schönen Volksliedern waren auch volkstümliche Lieder und rhythmisch und dynamische Schwierigkeiten aufweisende Kunstchöre ins Programm ausgenommen worden, die unter der Leitung des Chormeisters Karl Groth fiangrein und in jeder Hinsicht formvollendet vorgetragen wurden. Die Pausen tourten in bester Weise durch Gedichtvorträgs von Hedwig Schultheiß und Erna Heller ausgefüNt. Eine Tombolaverlosung mit gestiftete« Preisen wurde gut benutzt. Kreis Alsfeld. -er. Homberg, 12. Febr. Die Freiwillige Sanitätskolonne Homberg hielt am Samstagabend in der Wirtschaft von Pfalzgraf ihre Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende konnte nach seinen Degrüßungswor- ten an die Versammlung darauf Hinweisen, daß seit der vorigen Hauptversammlung an der Ausbildung der Kolonne und der Unterrichtung der Helferinnenabteilung, sowie an der Ausrüstung eifrig weitergearbeitet wurde. Aus dem vom Schriftführer erstatteten Jahresbericht war zu ersehen, daß die Mitglieder der Kolonne zahlreiche Hilfeleistungen bei Unfällen, Transporte von Verunglückten, Rachtwachen bei Kranken, Bereitschaft bei Feierlichkeiten in Homberg und auswärts, Verleihen von Krankenartikeln usw. aufzuweisen haben. Die Jahresrechnung der Kolonne gab zu Beanstandungen keinen Anlaß, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte, lieber den Depotbestand berichtete der Depotverwalter, der dabei befriedigende Ergebnisse mitteilen konnte. Aus den weiteren Verhandlungen ist als besonders bemerkenswert her- Llraufführung in Frankfurt. Im Museum Grevin zu Paris hat Walter Safencleber, eigener Mitteilung zufolge, die mpression seines neuen Stückes erhalten. ..Ra - Poleon greift ein* , vom Autor selbst als „Abenteuer in sieben Bildern" bezeichnet, ist — in der ursprünglichen Fassung — bis zum Schluß der fünften Szene eine Komödie mit zahlreichen grotesken und amüsanten Einfällen. Die Idee, den Rapoleon des Pariser Wachsfigurenkabinetts toieber als Akteur in die Welt von heute hinaustreten zu lassen, bis er zuletzt zur Ansicht seines Museums-Vsiavis, des Frauenmörders Landru, kommt, daß man draußen nur Enttäuschungen erlebt, wird in sehr gewandtem Dialog durchgeführt. Famos gelungen ist Hafenclever die erste Hälfte, die Rapoleon mit den Diplomaten der Gegenwart und einem amerikanischen Großkapitalisten konfrontiert und eine luftig nachdenkliche amuröfe Aventüre mit Josephine, der Filmschauspielerin, bringt. Auch eine Filmszene wird recht geschickt aufgezogen:' ähnlich wie in Wedekinds „So ist das Leben" der echte Herrscher den König im Schauspiel zu geben hat, von allen verspottet, so muß da Rapoleon sich selbst jpielen. Ceiber biegt bann bie Hanblung allzu realistisch in einen Eifersuchtsmord des Helden um, was freilich Hasenclever wieder die Gelegenheit gibt, Rapoleon am Ende an sein ursprüngliches Postament, in der Rachbarschast Mussolinis und der führenden Staatsmänner der jüngst vergangenen Zeit, zurückzuleiten; eine leise litera-, rische Erinnerung an den Geisterspuk in Hauffs' „Phantasien im Bremer Ratskeller" mag sich bei dieser Wendung manchem einstellen. Im Frankfurter Reuen Theater fand die von Renato M o r d o sehr hübsch inszenierte Uraufführung dieser deutschen Shawkom.die ein vergnügtes Echo und starken Beifall, zumal nach der vierten Szene. Martin Costa (Rapoleon) und Lydia Dusch (Josephine) kreierten erfolgreich die Hauptrollen. Hasenclever, der eine Reihe öon Malen mit den Künstlern gerufen wurde, hat sich die Befremdung des Premierenpublikums bei der Erwürgungsszene zur Lehre dienen lassen und sofort von feinem poetischen „Begnadigungsrecht" Gebrauch gemacht. Josephine darf in dieser neuen Version weiter leben: so wird das Stuck jetzt bereits aufgeführt. G.Sch. vorzuheben, daß durch die Anbringung von mehreren Schildern die Stellen gekennzeichnet werden sollen, an denen man um Hiljeleistung durch die Kolonne nachsuchen kann. Man hofft, mit dieser Einrichtung besonders den Auswärtigen dienlich zu sein. Am Schluß dankte der Vorsitzende dem Kolonnenarzt Dr. Luft, der in uneigennütziger Weise die Ausbildung der Mannschaften vornimmt. ferner sagte er allen übrigen Dlit- arbeitern und Heisern an der Arbeit der Sam- tätskolonne herz.ichen Dank. — 3n voller körperlicher Frische konnte hier der Altveteran Heinrich Rühl IV. seinen 81. Geburtstag begehen. Der alte Herr wurde sowohl vom Reichspräs^ deuten, als auch vom früheren Großherzog durch die Liebersendung von Glückwunschschreiben mit eigenhändig unterschriebenem Bild erfreut. Diese Auszeichnungen wurden ihm durch eine Abordnung des Kriegervereins mit Glückwunschworten übermittelt. xy Nieder-Gemünden, 12. Febr. Gestern fand hier eine Nutz- und Brennholzver- Steigerung aus den Freiherrlicb Schenckschen Waldungen statt. Es kosteten Buchenscheiter 1. Klasse 38 bis 48 Mark, Buchenknüppel 1. Klasse 26 bis 30 Mark, Hainbuchen 18 bis 20 Mark, Eichen 4 bis 16 Mark. * Rieder-Gemünden 12. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine Jahresversammlung in der Wirtschaft von Sodler ab. Der Vorsitzende. Schmiedemeister Karl Wittich, richtete in seiner Eröffnungsansprache besondere Worte der Begrüßung an die noch lebenden älteren Kameraden, die den Verein am 15. Januar 1893 gegründet haben. Auf Grund eines Generalversammlungsbeschlusses wurden diese Kameraden, nämlich Heinrich Otte r b e i n Friedrich Martin. Karl P a b st Karl Fischer, Johannes BeckerVII.. Fried- richAathes, Karl S t r o h III. undWittichl. von Bieder-Gemünden, sowie Lehrer Bausch (Langsdorf) und Gon ter (Mendorf), zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen künstlerische Ehrentafeln mit entsprechender Widmung überreicht. In seinen Deglückwünschungs- worten an die Ehrenmitglieder gab der Vorsitzende der Hoffnung Ausdruck, daß die Herren noch lange dem Verein angehören möchten, ferner übermittelte er die Glückwünsche des „Hassia"- Dezi. ^Vorsitzenden, Oberamtsrichter Gun drum (Homberg), und schloß mit einem Hoch auf die Ehrenmitglieder. Im Aamen der Ausgezeichneten dankte Herr O t t e r b e i n mit herzlichen Worten. Aus den anschließenden geschäftlichen Verhandlungen ist hervorzuhrben, daß die Rechnungsablage einen Kassenüberschuh ergab und dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt wurde. Bei der Vorstandswahl wurde der gesamte Vorstand einstimmig durch Zuruf wiedergewählt. Ein geselliges Beisammensein hielt die Mitglieder dann noch einige Zeit in schönster Harmonie beisammen. = Ober-Ohmen. 12. Febr. In körperlicher und geistiger Frische beging der 74 Jahre alte Arbeiter Johs. Rühl, der alte st e Holzhauer unserer Gegend, sein 5 0. Holzfällerin b i l ä u m im Dienste des Frhrn. von Riedesel. In dieselbe Zeit fiel seine 40. Jubelfeier als Totengräber. 48 Jahre sind es her. daß der Jubilar als Fahnenträger des Kriegervereins tätig ist. • Bleidenrod. 13. Febr. Der hiesige Gesangverein .Liederkranz" veranstaltete am Sonntagabend in der Gastwirtschaft von Müller sein diesjähriges Wintervergnügen. Der Vorsitzende Albrecht Buch wies in seiner Eröffnungsansprache auf die hohen ideellen Werte des deutschen Liedes hin und bat um dessen weitere eifrige Förderung. Anschließend wurden zwei Theaterstücke, die Lehrer Streckfuß eingeübt hatte, in ausgezeichneter Weise gegeben. Die hierauf folgenden Chore der Sänger zeugten von eifrigem Studium, das eine gute Wiedergabe der Chöre ermöglichte. Turnen, Sport und Spiel. Handball im Lahn-Oünsberg-(Sau. Tv. Kinzenbach 1 — Tv. Garbenteich I 1:2 (1:2). Tv. Staufenberg I — Tv. Rodheim l 2:2 (0:1). Tv. Beuern I — Tv. Dorlari 3:2. In Kinzenbach sah man ein hartnäckiges Ringen zweier gleichwertiger Gegner, das unter der Leitung eines unzulänglichen Schiek^richters bereits in der Mitte der zweiten Halbzeit durch Abbruch ein schnelles Ende nahm. Das Spiel war meistens verteilt und brachte Garbenteich in der 15. Minute den ersten Erfolg, dem es kurz darauf aus klarer Abseitsstellung einen zweiten anreihte. Bei diesem Tor sah die ganze Hintermannschaft Kinzenbachs, in dem Glauben, daß der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen würde, tatenlos zu: der Stürmer G. konnte dann mit aller Ruhe den Ball ins leere Tor schieben. Kurz vor der Pause gelang es Kinzenbach, ein Tor aufzuholen. Die zweite Hälfte war wiederum ausgeglichen, bis der Schiedsrichter zur Herausstellung von zwei Kinzenbacher Spielern schritt. Der Schiedsrichter pfiff kurz darauf das Spiel ab. In Staufenberg lieferten sich beide Mannschaften ein gleichwertiges Spiel, in dem Staufenberg in der ersten Halbzeit viel vergab, zudem war Rodheims Torwart in guter Verfassung. Rodheim gelang vor der Pause der erste Erfolg, womit die Seiten gewechselt wurden. Kurz nach Halbzeit konnte Rodheim sogar seinen zweiten Erfolg buchen, während es Staufenberg erst kurz vor Schluß gelang, durch zwei schöne Tore auszugleichen. Turngau Labn Oünsberg. Kommenden Sonntag hält der Lahn-Dünsberg- Gau sein Gau-Gerätewetturnen in Waldgirmes ab. Zu der Veranstaltung sind weit über 100 Meldungen eingegangen, unter denen sich die besten unt> bekanntesten Turner, wie Dundesmeister Hofmann (Lollar), Hettche (Lollar), Ferber und Schmidt (Wal Kirmes), befinden. Die Veranstaltung beginnt morgens mit dem Turnen der Unter» und Mittelstufe, während die Oberstufe mittags ihre Sieger ermitteln wird. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 16. Februar. Septuagesimae. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker; 6: Pfarrer Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. — Johannes- kirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johanne», gemeinde; Pfarrer Ausfeld; 6: Pfarrer Bechtols- Heimer; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Elisabelh-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 6. Pfarrer Lic. Sßoas. — wieseck. 10. — Allen-Buseck. 10; 6. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 4.30: Missionsfilm (Kinder); 7.30: Missionsfilm (Erwachsene). — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn - Steinberg. 10.C0: Hauptgottesdienst; 11.30: Kinderkirchc. — Llch. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Pfarrvikar Staubt. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst; 20: Gemeindeabend. katholische Gemeinden. Samstag, den 15. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 16. Februar. Sonntag Septuagesima. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt, 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 15: Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Riddo. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. so iniaaso e .st j.dcricc n. luotD’t» > nrn 16 :'.3O Frl. 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Februar, nachmittags 27t Uhr, vom Sterbehause Steinweg 27 aus statt (X X X • X X x)x ______________137 L Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres Heben Entschlafenen Ludwig Römer VI. sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Mwliolz oienfevitn- Anicuer bolz. Läncmelil zum Rauchern. 3. Wellhöser, frcritivr.2313 "D Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimffatitre unserer lieben Entschlafenen, sowie lür die zahlreichen Kranzspenden sauen wir herzlichen Dank. Auch danken wir Herrn Pfarrer Steiner für die ti ostenden Worte am Grabe und den Schwestern des Kath. Krankenhauses für die liebevolle Pflege. 1m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adam Gast Garbenteich den 14. Februar 1930. Die trauernden Hinterbliebenen: Carl Schulze und Frau Professor Julius Schulze und Frau und 2 Enkelkinder. Unterfertigter C.C. betrauert aufs Tiefste das am 11. II 30 nach langem Leiden in Leipzig erfolgte Ableben seines lieben A.H. Friedrich Hautz Saxoniae- Leipzig - rez. 28. II. 79 Justizrat und Notar Todes-Anzeige. Nach langem, schwerem Leiden wurde heute mittag, 123/4 Uhr, meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter und Tante Frau Katharine Ranft geb. Noll im Alter von 53 Jahren, durch einen sanften Tod in die Ewigkeit abgeruten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Christoph Ranft. Weihbindermeister. Allendort a. d. Lda., den 14. Februar 1930. Die Beerdigung findet Montag, den 17. Februar 1930, nachmittags 3 Uhr, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Ganz besonders danken wir aut diesem Wege Schwester Trina für die liebevolle Pflege, die sie unserer lieben Verstorbenen hat zuteil werden lassen. Familie Otto Kutscher Luise Schreiner. Vr ma Spellt- u. soiol- AM W. Hanke! Neuen Baue 7.l,eD Televbou 2612. 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Odenhausen, Marburg, Rümmelsheim a. Rh., Laubersheim, OiOflfl den 14. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 16. Febr, nachm. 2*/, Uhr, statt. Drucksachen aller Art ftaitnng* stUrein* und'prrirwen die BrüNW Universitäts-Druckerei, H. Lange, Siehrn. Schulflr. I > Hinnen Gieuen, Seltersweg 91 I358D 9. Nene Wen lOZflV Musterkarten stehen zu Diensten tetbllebenen: 43-55 rwe. sowie gesunde Vlnfunft noch 14 Tage nach i Emv^ang Es kommen nur allerbeste Tiere zum Borland Verpackung nehme zurück. IS«. Lassen Sie sich nicht irrefi'chren dnr '• billigere Herborn Glossen r, nachmittags 01092 r I035A MÖBEL Kaffee-Import und Großrösterei 1332V eiae- Unolle« Begonie" Erbitte kostenlosen Prospekt Gießen 1 Name: bao* Ssme" »B 359SV WiB ijÄÄfc0rllilq^76dii ohr^ f I S ^DUWW logerem, mit liebt« Mann, irr -l u einzelne Artikel nicht In allen 6rößen vorrätig Adresse Offener Umschlag und 5 Pfg. 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In einem Beschluß des Engeren Senates der hessischen Landesuniversität wurde festgelegt, daß zu derartigen, in der Universität stattfindenden Vorträgen nur Kommilitonen und Dozenten zugelassen werden, da das Amt für politische Bildung nur für Studenten tätig sein könne. Der Allgemeine Studentenausschuß der Universität Gießen. V Das Presseamt, Abt. Nachrichten: (gez.) stud. iur. Ludwig Jung. 1357D (Rudolf ffiörstcl Dentist Ecke Bahnhofstraße und Liebigstraße gegenüber dem Hotel Viktoria Sprechstunden von 8 — 19 Uhr Sonntags von 10-12 Uhr In dringenden Fällen außerdem Bahnhofstraße 4911. U1O73 fHaRusverkäuf 20 Prozent Rabatt Trikotagen, Kurz-,Weiß-und Wollwaren Marie Densch, Gienen Frankfurter Straße, Ecke Friedrichstr. OlOfll 77 ■ —-----' --------- ---------7 771 ? Herren- und Damen-Itoffen ■ k /' c \^/enn wir Sie sprechen könnten würden Sie unbedingt Ihren Bedarf In bei uns decken. Verlangen Sie aofort Mneter. Lehmann & Assmy Spremberg i. L. 51 Aertegtet (uchversandhaue mit eigener tabrfketm. Die Mitglieder unserer Bank werden zu der am Montag, dem 24, Februar 1930, abends 8 Uhr, im Restaurant Hindenburg stattfindenden 71. orMlichen Generalversammlung ergebens! eingeladen. Tagesordnungi 1. Erstattung des Geschäftsberichtes für 1929 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstand und Aufsichtsrat zu erteilende Entlastung. 3. Verteilung des Reingewinns 4. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Aufsichtsrats 5. Genehmigung der Geschäftsanweisung für den Aufsichtsrat 6. Verschiedenes Gießen, den 14. Februar 1930. 134OD Handels-und Gewerbebank e.G.m.b.H. Der Vor sitzende des Aufsichtsrats: ADOLF NOLL ■ .-.^',■77 Größte und älteste Spezial-Werkstatte Oberhessens für Autoreifen-Reparaturen VULKANISIERANSTALT Wilhelm und Albert Ruhl Gießen, Südanlage 7 / Reifenlager, Auto-Zubehör Autorisierte Good-Year-Verkaufsstelle 1020D > Lidit-, Batterie-, "Zünil- ti. 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Rhein Gießen (Sergtcerf) lm Februar 1930 ______ 1347D | I Danksagung Für die vielen Glückwünsche und für die zahlreichen Ehrungen, die uns anläßlich unserer Verlobung zufeil geworden sind sprechen wir aus diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank aus Wilhelm Grün und Äraut Weifershain den 15. Februar 1930 Kesselbach .................... Olm. Warmbier von Köstritzer Schwarzbier bereitet, ist ein ebenso nahrhafter wie wohlschmeckender Trunk. Machen Sie einen Versuch, hier das Rezept: 1 Liier Köstritzer Schwarzbier, 1 Stück ganzen Zimt, etwas dünn geschälte Zitronenschale und nach Geschmack Zucker Man bringt das Bier zum Kochen, quirlt indessen zwei Eidotter in */« Liter Milch und gieht unter beständigem Ilmquirlen das kochende Bier allmählich zu. Vertretung: Gmil Schwall. 487V \ Knocheukrankh eiten l MKiamWUeJA „Osteosan" ist - wie alle Diehemulssonen - im Sinne des Fottef mittelgesehes ein »Mischfutter^. 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Zs war ö- tmlcnlNt , tzandlveris, - «rwähnlen 2 ,Diehener A grohem Dei fcdem Treil a-utet Stenn fcit darlegb 1 .haupict l Ich kann t>as bereits z ehen, befch txnigen Pu, Fortpürfz gc Eie fallen Dvffenfchafier Wlrifchaftsb ßr Eintomi jc her gezwu au erkäm rn der Aei Handwerks t egen eim v ufbeffe k e n wurde fcxife erst । uung des 6 des Land Das War färänfen ? 1 des Möglich Itetungei icmbften tot Bcfscrstellm fie ober lei 6-ebnti erzi> Anders IchaftI L d" milchen Börse, durch eine Lage I r d-rr das ' Sn; u-gen, Ttusls obet Lage, i pch aus ei bung vo xaß die a; können. §iei einem f, vondwerf u »e'ts ihr Te FW" ha^ Wien mi Einnahmen Ts wäre kit aus sch vandwer! > ^anspruchi^ B h ft e n j omten gec ^2ef°^ ^ders ousg " nicht doi WDart gebt« ;n9en,bi ^u.lchaf gifettt Selb S*! N.hrung > jungen & lfr. ist . Das das gWaftlid S’W die' ®ietin L'N ~enha nn wä? k, Z°n« % Samstag, 15. Abruar 1930 Ur. 59 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) 3 Zeitfragen des Mittelstandes ***6 pünktlich 20" Uhr, inshaus unsere, nach , karnevalistische zwi- an- i Uhr, in den kamt- men der Liebigshöhe De- Le. amtentum in Besoldungskämpfen feine bensbedürfnisse verteidigen muh. Was nun das Zusammenarbeiten reitet, ist ein ilchmedender Versuch, hin 6lüd ganzen '•tronenldiale Han bringt besten Mi flieht unter chenve Din uil Lchmast. KommunaleVersorgungswirtschast Don Dr. Meusch, Hannover, Generalsekretär des Deutschen Handwerks« u. Gewerbekammertages. geklagt — ist nicht gerade geeignet, Sympathie zu erwerben." 3n dieser verallgemeinerten Form kann der Dorwurf nicht hingenommen werden, und ich muh ihn im Rarnen der Deamtenschast, besonders der dabei hervorgehobenen Kollegen der Steuerverwaltung, entschieden zurückweisen. Ich gebe zu, dah es noch hier und da Fälle gibt, dah Deamte mit dem Publikum nicht zurechtkommen und dabei gegenseitig „aneinandergeraten". Das können aber nur ganz wenige 2lusnahmefälte sein und wer weih, von welcher Seite sie hervorgerufen worden sind? Man muh hier auch daran denken, wie das Publikum die Beamten manchmal behandelt: Gerade auf die Eteuerkasse geht niemand gern. Man muh sein Geld hinlegen, ohne gleich eine sichtbare Gegenleistung dafür zu erhalten, vielleicht noch lange anstehen und seine Zeit versäumen. Alles Um- stände, für die der Deamte nicht verantwortlich scheren können. Die verschiedenen Derufe der Angestellten sind zu vielgestaltig, als dah sie auf allen Gebieten in ein einheitliches Schema ge- preht werden könnten. Zeder einzelne Angestelltenberuf hat seine besonderen Ausgaben. Der Kaufmannsgehilfe ist etwas anderes, als der Techniker und Werkmeister, der Dehördenange- stellte etwas anderes, als der Apotheker oder Dentist. Diese besonderen Derufsbelange müssen von den verschiedenen Derussverbänden gepflegt und je nach ihrer volkswirtschaftlichen und kulturellen Dedeutung zur Anerkennung und De- wertung gebracht werden, und zwar nicht allein durch gesetzgeberische Maßnahmen, sondern in erster Linie durch planmäßige Selbsthilfe. Die beruf ständische Selb st Hilfe muh in Deutschland ganz allgemein weienllich gefördert werden, der Schrei nach Staatshilfe ist oft zu laut und am unrechten Platz ertönt. Daneben erhält die persönliche berufliche Weiterbildung des einzelnen eine erhöhte Dedeutung. Irn rationalisierten Großbetrieb ist nur noch für wenige Angestellte eine umfassende Tätigkeit und berufliche Vervollkommnung, die den Aufstieg ermöglicht, gegeben. Der Teilarbeiter muh sich heute mehr denn je auherhalb seiner Arbeitsstätte beruflich weiterbilden, wenn er vor- wärtskommen, oder bei Fusionen nicht dem Abbau verfallen will. Das geschieht am besten im Kreise seiner Berufskollegen, also in den Dil- dungsanstalten seines 'Derufsverbandes So müssen viele Momente zusammenwirken, um dem einzelnen Angestellten künftig vorwärts zu helfen. Beruflicher Zusammenschluß, soziale Gesetzgebung, berufsgemeinschaftliche Selbsthilfe und persönliche Weiterbildung sind die entscheidenden Faktoren. Darüber hinaus darf allerdings die Wirtschaft als ganzes nicht vergessen werden. Ohne gesunde Wirtschaft ist auch kein blühender Angestelltenstand möglich. Freilich gilt das auch umgekehrt: Ohne gesunden Angestelltenstand ist keine blühende Wirtschaft denkbar! liest . leien Wien inringsr schen Beamtentum und Publikum _.. belangt, so gibt der Verfasser des vorstehenden Aufsatzes zu, dah es n o ch hie und da Fälle gibt, wo der Deamte mit dem Publikum nicht zurechtkommt. Ich möchte keinesfalls verallgemeinern, aber doch darauf Hinweisen, dah eine Reihe von Dehörden verschiedentlich sog. Höflichkeitserlalfe Herausgeber! mußten. Es kann nicht Aufgabe dieses Artikels sein, diese Frage im einzelnen zu behandeln, die Handwerksliteratur gibt ja genügend Aufschluh. Aur so viel sei noch gesagt, dah auch das Handwerk durch Rot und Kampf seine Existenz sichern und ähnlich wie das -Ä- J'Mem ag 5rduf zu machen ist. Mancher Steuerzahler kommt schon in gereizter Stimmung an einem solchen Orte an, und es bedarf oft nur einer geringen Zufälligkeit und die „Explosion" mit darauffolgendem „Krach" ist da. Ist nun immer der Deamte allein schuld, daß es soweit-.gekommen ist? Uni) wäre das ein Grund, der Beamtenschaft in ihrer Gesamtheit die Sympathie zu versagen und sie zum Schuldigen an aller Hot zu stempeln? Gewih, die Deamten sind Diener der Gesamtheit, des Staates. Aber dah sie sich, wie es vorkommt, von einzelnen unbeherrschten und aufgeregten Personen wie ein „Schuhlappen" behandeln lassen sollen, das wird kein vernünftiger Mensch verlangen wollen. Der Deamte muh sich im Verkehr mit dem Publikum eines höflichen, aber bestimmten Denehmens befleißigen. Er muß aber auch erwarten, dah ihm die anderen er» wiesene Höflichkeit mit gleicher Münze zurück- nmg litglieder und deren aden. Das Komitee. gezahlt wird. Geschieht das, dann werden „Zu- sammenstöhe" nicht Vorkommen. Also auch diesen Vorhalt bitte ich gerecht zu behandeln und aus meinen Darlegungen zu entnehmen, daß aus ihm eine Schuld der Deamtenschast an der Aotlage des Handwerks und der übrigen Teile des Mittelstandes nicht kon- st r u i e r t werden kann. Schuld ist nach meiner Auffassung die große wirtschaftliche Rot unseres Vaterlandes, welches hohe, durch den verlorenen Krieg hervorgerufene Abgaben an unsere ehemaligen 'Gegner leisten und dafür wieder seine Dürgcr mit hohen Lasten belegen muß. Hinzu kommt die ränge Arbeitslosigkeit großer Voltsmassen in Verbindung mit unzureichenden Einkommen, die durch die bedeutende Herabminderung der Kaufkraft weiter Kreise die Absatzmöglichkeit stark beeinträchtigen und Handwerk und Wirtschaft in erster Linie besonders hart treffen. Wenn meine kurzen Ausführungen dazu beitragen sollten, in dieser allgemeinen Rot alle Volkskreise zum gemeinsamen Tragen der Rot einander näherzubringen, — Denn geteilte Rot ist nur halbe Aotl —, hätten sie ihren Zweck erfüllt. Was die andere Serie sagt. Von Handwerlskammerdireltor Schüttler. Die Redaktion des „Gießener Anzeigers" hat mir freundlicherweise das Manuskript des Vorsitzenden des Ortskartells Gießen des Deutschen Dearntenbundes, Herrn Reichsbahn-Obersekretär A l t h a u s , zur Stellungnahme zugesandt. Zunächst darf ich feststellen, daß ich es für durchaus erfreulich finde, wenn die Frage „Beamtentum und Wirtschaft" in objektiver Form zur Aussprache in der Presse durch die letzthin erschienenen Aufsätze führte. Herr A l t h a u s hat sich durchaus die Destre- bungen, die mich in dieser Sache leiteten, zu eigen gemacht, auch er will im Rainen der Beamtenschaft an der Beseitigung der bestehenden Kluft mithelfen. Seinen Darlegungen darf ich jedoch einiges erwidern. Vor allem hat mein Artikel „Handwerk und Beamtentum die Beamtenschaft keineswegs für die Rot des Handwerks verantwortlich gemacht. Auch ich bin der Ansicht, dah der , größte Teil der Beamten zum Mittelstand zu rechnen ist, daß das Beamtentum genau wie das Handwerk wertvolle Rechte gegen zahlreiche Strömungen zu verteidigen hat. Ebenso ist mir bekannt, wie schwer der Beamten st and mit der Rot der Zeit zu kämpfen hatte und noch hat, und was er alles auf sich nehmen mußte. Ich weiß auch, daß es in Wirtschaftskreisen fast in Vergessenheit geraten ist, daß Beamte, Angestellte und Arbeiter nach der Inflation kurzer Hand um die Hälfte ihrer Bezüge gekürzt wurden, diese Kreise lange Zeit sozusagen allein die Steuerlasten des Reiches auf sich nahmen. Richt vergessen darf man aber, daß trotz allem der Beamte sein festes, garantiertes Einkommen hat und auch hinsichtlich seiner Zukunft, in Krankheit und Todesfall, gesichert ist. Dies stellt ein wertvolles A k- tivum für den Beamten dar und wird gar oft, besonders in der seitherigen schwierigen Wirtschaftslage, von der werktätigen Bevölkerung zum Angriffspunkt benutzt. Ganz so ist es jedoch nicht, als ob das Handwerk allgemein gegen jegliche Gehaltserhöhung und dergleichen Stellung nehme. Ich habe in zahlreichen Handwerkerversammluneen einsichtige Personen für diese Frage fprehen hören. Dies in klarer Erkenntnis, daß durch auskömmliche Besoldung auch die Handwerkswirtschaft befruchtet wird. Ebenfalls sind es viele Handwerksvertreter, die in Reichs-, Staats- und Eemeindeparlamenten eine durchaus verständnisvolle Haltung für das De- rufsbeamtentum einnehmen. Allerdings gibt es wohl hier wie dort einsichtige und n.chieinsrch- tige Personen. Richt zustimmen kann ich dem Herrn Verfasser des Aussatzes „Wer trägt die Schuld an der Rotlage des Handwerks?" in seinen Ausführungen über die Angleichung der Handwerksberechnung an die jeweilige Teuerung durch die Innungstätigkeit. Der Herr Verfasser übersieht anscheinend, daß das Handwerk Endverarbetter in dem Produktionsprozeß ist, seine Preisgestaltung gewissen Diktaten in den Hauptfaktoren — hinsichtlich der Materialien seitens der Konzerne und Syndikate, hinsichtlich der Löhne tariflichen Bindungen — unterworfen ist. Frei zu bestimmen bzw. zu errechnen bleiben in handwerklicher Organisation die älnkosten und der Gewinn. In diesen Fragen erzieherisch zu vernünftiger Preisgestaltung auf die Mitglieder zu wirken, ist Sache der handwerklichen Organisationen, immer aber auch unter gebührender Rücksicht auf den Kreis und die Zahlungsfähigkeit seiner Kunden. Wie bitter schwer es aber dem Handwerk in dieser Frage — und es handelt sich tatsächlich um eine Existenzfrage — gemacht wird, davon zeugen die Kämpfe, die in den Jahren 1923 bis 1926 ausgefochten werden mußten, wo es u. a. galt, den Entwurf eines Reichsgesehes abzuschlagen, der das Handwerk überhaupt völlig erdrosselt hätte. Auch heute noch nehmen die Verhandlungen mit Staats- und Kommunalbehörden über die Anerkennung tatsächlich nachweisbarer älnkosten kein Ende. vorliegenden zunehmenden Ausmaße weder als notwendig, noch als nützlich bezeichnet werden kann. Wo soll es hinführen, wenn bereits vor Jahresfrist im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags darüber Klage geführt werden mußte, daß manche Städte vor der Errichtung eigener Baubetriebe, eigener Bellei- dungswerkstätten, eigener Buchbindereien, eigener Bäckereien und Schlachtereien nicht zurückschrecken! Berlin allein zähll unter seinen städtischen Betrieben Druckereien, Fleischwerke, Sägewerke, Sargfabriken, Deschlanstalten, Baubetriebe, usw. Andere Städte haben es wieder für notwendig gehalten, Kohlenfelder zu erwerben, deren zweckentsprechende Verwertung von vornherein in Frage gestellt war. Sie haben damit eine Kommunalpolitik geführt, wie sie nicht sein soll. Lediglich die steuerzahlende Bürgerschaft wird die „Erfolge" einer solchen von Sachkenntnis wenig getrübten Betätigung zu zahlen haben. Jeder öffentliche Betrieb kann sich zudem von der ihm anhaftenden starken schwerfälligen Dureaukratisierung nicht ganz frei machen, die aber wiederum die notwendige kaufmännische Beweglichkeit und ebenso die Anpassungsfähigkeit an die jeweilige Marktlage schwer beeinträchtigt. Das Handwerk kann die Betätigung der Gemeinden auf wirtschaftlichem Gebiet nur dort a l s zulässig erachten, wo es sich um die Versorgung der Bevölkerung mit le- benswichti gen Gegenständen und Lei st ungen handelt, die der private Unternehmer nicht ebenso gut und ebenso preiswert sicherstellen kann. Keine Bedenken dürften so im allgemeinen vorliegen gegen städtische Gas-, Elek- trizitäts- und Wasserwerke, gegen städtische Häfen, städtische Müllabfuhr usw. Auch bei der als zulässig anerkannten kommunalen wirtschaftlichen Betätigung darf der finanzielle Selb st zweck nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt werden. Ebensowenig kann eine über baß notwendige Maß hinausgehende Rücklagenpolitik städtischer Betriebe Genehmigung finden. Die Tarif- Politik städtischer Werke sollte in der angemessenen Verzinsung des investiertenKa- pitals immer eine hemmende Schranke finden. Das Blühen der Gemeinden ist untrennbar mit dem Gedeihen der heimischen Wirtschaft verbunden. Deshalb bleibt es wichtigste Aufgabe der Gemeinden, jede Schwächung der Wirtschaftskraft zu vermeiden und sich immer wieder der Tatsache bewußt zu werden, daß es das Wesen jeder öffentlichen Verwaltung ist, wie der Rame sagt, zu verwalten, nicht aber zu wirtschaften. iona imslap'' , ?Abend r HusenM*' Die Zukunft der Angestellten Von H. Auerbach, Gauvorsteßer im OHV. kn.u-gen, Ci-ka. f.ve e n g m-en, Konzerne, Siiiftd oder ähnliche Einrichtungen jederzeit in Lage, durch entsprechende Maßnahmen von fd> aus eine anderweitige Preisbil - lang v o r z u n e h m e n bis zu der Grenze, die angeschlossenen Interessenten bestehen birnen. Hierbei darf nicht vergessen werden, daß in einem solchen Stadium einer Rotlage von Handwerk und Wirtschaft die Beamtenschaft be- t?iti ihr Teil an der Teuerung regelmäßig mit- utnagen hat und geduldig die höheren Preise Wahlen muß, ohne sich zunächst auch erhöhte tzimaahmen zuführen zu können. Es wäre also vom Standpunkte der Gerechtig- bih aus schon immer zu empfehlen gewesen, daß Handwerk und Wirtschaft das, was sie für sich kcanspruchten, nämlich eine ausreichende -ffistenzmöglichkeit, auch den Be- c inten gegönnt hätten. Dann wären die Kämpfe vn. Besoldungsaufbesserungen durch die erdrük- fciüe Mehrheit ihrer Befürworter von jeher cnvers ausgefallen, und die Beamtenschaft hätte gar nicht daran gedacht und die Mühe wäre ihr erspart geblieben, sich die erwähnten Einrich- tu ngen, die nur aus der Rot geboren sind, zu schaffen. Dies in großen Zügen die Entstehungsgeschichte nijcret Selbsthilfeeinrichtungen und der Rachweis tzrer Existenzberechtigung, die übrigens auch durch Verfassung gewährleistet ist, wo- lach jedem Deutschen die Vereinigungsfreiheit zur Ehrung und Förderung feiner Wirtschafts- Kbingungen gegeben ist. ilnb was dem einen $d)t ist, ist dem andern billig! Was das „auffallende Einverständnis über die diitschaftlichen Zusammenhänge" anbetrifft, so rrwrnt die Beamtenschaft für sich in Anspruch, sieiin genau Bescheid zu wissen. In dieser Dilsenschast ist sie durch Die vielen und schweren r,nstenzkämpfe gut geschult worden. Richt versehen kann sie aber beim besten Willen, wie sich Veite Kreise von Handwerk und Wirt- scbaft in der Regel gegen eine wirtschaftliche Besserstellung der Beamten yflemmt haben, wo doch die eventuell erzielten Mehreinnahmen erfahrungsgemäß fast te H o 8 zur Bestreitung von Bedürfnissen des xwöhnlichen Lebens wieder in Handwerk in.d Wirtschaft zurückfliehen. Hierfür nihte auf der Gegenseite mehr Verständnis auf- xbcacht werden, manches würde sich dadurch Lidern lassen. Daß die Beamtenschaft an ic r Rotlage des H andwerks und auch ftr übrigen Kreise des Mittelstandes nicht sch u l d ist, Dürfte somit bei gerechter und ob- xktiver Betrachtung des Geschilderten bewiesen ftin Dun zu dem weiteren Vorhalt: „Auch das Erhalten zahlreicher (? der Verfasser!) Beamten gegenüber dem Publikum — besonders wird herbei über die Beamten der Steueroerwaltung Die Frage Der wirtschaftlichen Betätigung der Kommunen und der gesamten öffentlichen Hand steht feit Jahren nicht nur im Mittelpunkt der Erörterungen des selbständigen älnternehmer- tums, sondern der gesamten Öffentlichkeit. Das deutsche Handwerk vermag Die Rotwen- Digtcit der Errichtung städtischer zentraler Deschaffungs st eilen und ebenso auch die Notwendigkeit zum Abschluß von Monopol- verträgen mit einzelnen Firmen nicht einzusehen. Ganz abgesehen davon, daß bei Abschluß eines Monopolvertrages einer Der Bevorzugte und die übrigen Gewerbetreibenden Die Ausgeschlossenen sind, Die auch Die wirtschaftlichen Rachteile zu tragen haben, ist keine Gewähr Dafür gegeben, daß entsprechende Vortelle für die Stadtverwaltungen ein treten. Wie der Fall Sllarek nur zu deutlich wieder einmal beweist, reizt Die gegebene Monopolstellung zu leicht zu einer nicht gerechtfertigten Ausnutzung der vertraglich gewährten Vorteile. Die Auswirkungen des Konkurrenzkampfes sind ausgeschlossen und Damit ein wichtiger Faktor zur Regulierung Der Preise. Die im freien Wettbewerb stehende Wirtschaft wird meistens in der Lage fein, zu günstigeren Preisen und angemesseneren Bedingungen zu liefern, als eine bevorzugte Stelle, Die Dem Wettbewerb entzogen ist. Gewih entspringt die Initiative des privaten Unternehmer8 Dem Willen nach Gewinn und Selbsterhaltung, er bleibt jedoch stets durch Den Konkurrenzkampf gezwungen, gute Leistungen zu angemessenen Preisen anzubieten. Heute wird von vielen trotz all der nachteiligen Erfahrungen einer immer größeren Aus» Dehnung der kommunalen Betriebe das Wort geredet. Das Handwerk bekennt sich als Gegner dieser geforderten kommunalen Selbstversorgung, denn noch immer ist nicht erwiesen, daß die öffentlichen Betriebe für die Derbraucherschaft günstiger arbeiten, als Die private Wirtschaft. Dafür bereiten sie letzterer größte Konkurrenz, die um so drückender und schädigender empfunden werden muß, als öffentliche Detriebe auf dem gesamten Steueraufkommen aufbauen, zu Dem auch die von Der Konkurrenz betroffenen Gewerbetreibenden ihre "Beiträge leisten müssen. Außerdem erfreuen sie sich steuerlicher Vergünstigungen, die die private Wirtschaft nicht hat. Vielfach wird Die Errichtung städtischer Detriebe aus politischen Absichten heraus gefordert, um so Die „organische Entwicklung Der Gemeinderegie" und Die „Umformung Der Wirtschaft im Sinne der Gemeinwirtschaft" vorzübereiten, damit zugleich wieder die Versuche zur Kommunalisierung und Sozialisierung weiterzutreiben. Grundsätzlich mutz noch bekannt werden, daß die Betätigung der öffentlichen Hand in dem 5$^ iamenkartenl.50Mk. n bei den Friseuren feil, Walltorstraße, .stadt; nur Damen- im ücker, Marktstr. I3lil Die Gestaltung der Zukunft Der Angestellten hängt im wesentlichen davon ab, ob sie sich als mittel ft änbifebe Schicht in sozialer und kultureller Hinsicht erhalten können. Rein zahlenmäßig wäre Die Vorbedingung gegeben. Rund vier Millionen Angestellte werden heule in Deutschland gezählt. Die deutsche Sozialgesetzgebung ist bislang bewußt den Weg gegangen, Den Angestellten gegenüber den gewerblichen Arbeitern eine Sonderstellung einzuräumen. Das hat seine Gründe in dem anders gearteten Aufgabengebiet der verschiedenen Angestelltengruppen. Der gewerbliche Arbeiter steht in der Betriebs führung, der Angestellte in der Betriebs l e i t u n g; er sucht zum mindesten in diese hineinzuwachsen. In dieser betrieblich und volkswirtschaftlich verschiedenen Aufgabe liegt die Begründung für die besondere Angestelltenversicherung neben der Arbeiterinvalidenversicherung, für die eigenen Derufskr an- kenkassen Der Angestellten und für Die gemeinnützigen Verbands st ellenvermitt- lungen Der Kaufmannsgehilfen, die sich neben den öffentlichen Arbeitsnachweisen durchaus behaupten. Auch in der Rechtsprechung haben die Angestellten besondere Organe in Den Kaufmann s- bzw. Angestelltenkammern bei den Arbeitsgerichten. "Neuerdings erstreben die großen Angestelltenverbände für ihre Mitglieder eigene Ersahkassen für die Arbeitslosenversicherung. Weiter haben sich vornehmlich Die Kaufmannsgehilfen einen besonderen Schuh in Der Frage Der Kündigung, der Gehaltszahlung in Krankheitsfällen usw. geschaffen. Für Die älteren Angestellten werden seit Jahren besondere Schuhge e,c angestrebt, die den vorzeitigen Abbau verhindern, bzw. Die Wieder- einstellung verbürgen sollen. Diese bewußte Stan Despolitik gilt es fortzusehen. Dabei wird man freilich die vier Millionen Angestellte nicht über einen Kamm Wer trägt die Schuld m der Notlage des Handwerks? ß l>nMichsbahn-ObersekretärAtthauS,l.Vors. des Ortskarieiss Gießen, OÄÄ. Wenn ich hier als Führer einer großen De- ; ntengruppe das Wort ergreife, Dann nicht, um Gehende Gegensätze noch zu verschärfen. Mich üben Die gleichen Motive veranlaßt, Die Herrn )andwerkskammerdir.k.or Schüttler beft’.mm* tn, an dieser Stelle seinen Aufsatz über „Hand- Perl und Beamt en tum" erscheinen zu jflen, nämlich: auch mitzuhelfen, aufklärend nd versöhnend zu wirken, um mög- Hst bald die unschönen, teilweise gehässigen k^-nsütze unter Doch alle an einem Strange •k fyenDen Bcrussgruppen zu beseitigen. Mitarbeit i diesem Bestreben erscheint mir umsomehr ge- olcn, als Die Beschuldigungen des Publikums, ul) die Beamten an der Rotlage des Mittel- -i lides allein schuld seien, in letzter Zeit ein kaum nFebtes Ausmaß angenommen haben. Dabei ixint übersehen zu werden, daß auch die Beamten zum Mittelstände gehören, venigstens ihre Mehrheit, und daß auch sie inder der wirtschaftlichen Rot schwer zu lei» , kn haben. Ss war daher eine Genugtuung für die De- cnrlenschast, daß Der berufene Vertreter des Handwerks, Herr Schüttler, in feinem oben» n wähnten Aussätze (Rr. 15, drittes Blatt, des .Diehener Anzeiger" vom 18. Januar) mit von «rohem Versühnungswllken getragenen Worten tiefem Treiben ein mutiges Halt gebot und als cuter Kenner der Verhältnisse der Öffentlich- wit darlegte, daß nicht alles so zutrisst, wie es khauptet wird. Ich kann es mir daher ersparen, auf das. bas bereits widerlegt wurde, nochmals einzu- xchen, beschränke mich vielmehr nur auf die heuigen Punkte, die der Beamtenschaft noch als Borwürse geblieben sind: Sie sotten „durch Bildung von Deamtenge- rossenschaften. -Banken und -Kaufhäusern Die ^Dirtschastskreise in eine gewisse Kampfstellung (c^toungen haben". □Die sinD Diese Einrichtungen entstanden? Die Beamtenschaft war. wenn infolge Teuerungen ihr Einkommen nicht mehr ausreichte, schon von , jchcr gezwungen, sich eine Besserung ihrer Lage zu erkämpfen. In diesen Kämpfen stand sie j i-i der Regel allein da. Weite Kreise des Handwerks und der Wirtschaft traten offen «egen eine Gehaltsaufbesserung auf. ja._ Richt» oufbesserungen, sogar Gehaltskürzun- gc n wurden verlangt, wie dies unbegreislicher- beife erst am 18. Januar 1930 bei der Eröffnung des Gießener Kreistages ein Abgeordneter k8 Landbundes getan hat. Was war da zu tun? Lebenshaltung ein- i schränken? Das war meist schon bis zur Grenze K Möglichen geschehen. Interessenver- Iret ungen, Organisationen? Die l linpften wohl stets tapfer um die wirtschaftliche ^-Herstellung ihrer Mitglieder, selten konnten sie aber leider das gewünschte ausreichende Er- gcbni8 erzielen. Blieb nur die Selbsthilfe! Anders bei Handwerk und Wirtschaft! Wenn hier durch Vorgänge auf dem Klinischen ober ausländischen Markt, an der | Börse, durch Erhöhung Der Geschäftslasten u. Dgl. (ük Lage hervorgerufen wird, Die Die Existenz ttet baß Auskommen bedroht, Dann sind Die , iw1” k Diese haben zweifellos eine Dosierung erbracht, aber Tatsache ist und bleibt, daß immer wieder Klagen vorgebracht werden und man als beamtete Person einer berussständischen Vertretung sehr oft Gelegenheit hat, ausgleichend zu wirken. Zum Schlüße kommt der Herr Verfasser auf die Ursachen der Notlage weiter Wirtschaf t s k r e i s e zu sprechen. Hierin stimme ich mit ihm voll und ganz überein und ich habe in der Einleitung meines ersten Aufsatzes ähnliche Ausführungen gemocht. Die Schuld an den heutigen Zuständen einer einzelnen 2 e - rufsgruppe aufzuladen, ist durchaus abwegig. Dagegen schaden m. E. derartige Auseinandersetzungen durchaus nichts, wenn auch von jeder Seite in berechtigter Wahrung ihrer Velange Themen angeschnitten werden, die als Vorwürfe von der einen oder der anderen Seite angesehen werden. Solche Gegensätze führen aber letzten Endes doch zu einer Klärung, die einer Verständigung nur förderlich sein kann. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Auch in der neuen Verichtswoche trat am Effektenmarkt im wesentlichen keine freundlichere Stimmung zutage. Die zunehmende Orderlosigkeit war in dieser Woche vor allem der maßgebendste Faktor. Das Geschäft kam zeitweise fast vöslig zum Stillstand. Die Dis- kontrcdüzierung der Federal Reserve Dank konnte mir vorübergehend ein Aufflackern von Mut bewirken. Da aber weiter die zweite Hand fehlte, hielt die geringe Zuversicht nicht lange an und die Dörse verfiel erneut in eine Lethargie von erschreckendem Ausmaße. Die sehr vorteilhaften Geldmarktverhältnisse, die durch weitere Diskontsenkungen einzelner Länder vielversprechend waren, machten jetzt nicht mehr den geringsten Eindruck, ebensowenig die Erholungen, die sich an den Auslandbörsen bemerkbar machten. Unternehmungslust von feiten der Kulisse, die auf si>ch selbst angewiesen war, konnte kaum mehr bemerkt werden. Auch die Hoffnungslosigkeit auf eine Steuersenkung verstimmte. Die Kurse bröckelten weiter leicht ab. Vom Rentenmarkt ausgehend, wurde die Dörse weiter unsicher. Die Tatsache, daß die türkische Regierung zur Vermeidung einer Währungskrise die Schulden nicht voll abdecken kann, führte zu großem Angebot von Anatolier. Dag- daü und Zolltürken bei ganz erheblichen Verlusten. Doch wurde die Tendenz zwischendurch wieder etwas freundlicher. Die Kulisse schenkte einigen vorteilhafteren Momenten wieder etwas mehr Deachtung. Weitere Zusammen- schlußbestrebungen in der Schwach- st r o m i n d u st r i e gaben wenigstens für Clek- troaktien einen Anreiz, und ein Teil der einge- tretenen Verluste konnte wieder ausgeglichen werden. Zum Wochenschluh war die Stimmung wider Erwarten etwas freundlicher, und es trat eine Erholung ein, nachdem an der vorhergehenden Abendbörse vom Siemensmarkte ausgehend, eine starke Verstimmung zutage getreten war, verursacht durch holländische Verkäufe im Zusammenhang mit Tauschopcrationen gegen De- bentures. Siemensaktien waren stark gedrückt, und gerade in diesem Papier wurden Rückdeckungen vorgenommen. Veranlassung hierzu bot ein Wkommen mit der englischen Radiovisor. wonach dcr Siemens L Halske AG. teilweise ein ausschließliches Recht zur Verwertung ihrer Patente in allen Ländern eingeräumt wurde. Auch die Erholungen an den Auslandbörfen und der sehr günstige Stand der Geldmarktlage trug zur Desserung bei. Lebhafteres Geschäft tonnte sich aber nicht entfalten, da der Auftragsmangel als besonders geschästShindernd an» gesehen wurde. Stärker gedrückt lagen am Montanmarkt Mansseldrr Dergbau auf eine Meldung hin, daß eine Dioidendenreduzierung vorgenommen werden müßte, um die teuere Stolberg- Deteiligung abschreiben zu können. Es wurde sogar von einem völligen Ausfall einer Dividende gesprochen. I.-G.» Farben konnten etwas hervortreten, Veranlassung bot der gesteigerte Stickstoffabsah. Später schritt die Kulisse wieder zu Abgaben. besonders Siemens wurden aus den schon erwähnten Gründen an den Markt gebracht. Die übrigen Märkte wurden in Mitleidenschaft gezogen und die anfänglichen Desse- rungen mußten wieder hergegeben werden. Bei einem Vergleich mit den Kursen der vergangenen Woche konnten Licht L Kraft, Demberg, Berliner Handelsgesellschaft und Reich'bank bis zu 3 v. H. anziehen. Schuckert verloren 3 v. H. Siemens sogar 14 v. H Chade lagen 7 Mark niedriger: AEG. 3, Schiffahrtswerte bis zu 5 v. H. und Mansfelder 4 v. H. schwächer. Im übrigen lagen die Kurse wenig verändert. Am Rentenmarkt mußten auch deutsche Renten etwas nachgeben. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark nach vorübergehender Abschwächung wieder bessern. Spanien lag erneut schwach. Auch das Pfund war international etwas abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. H. sehr leicht und angeboten. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch zu Beginn der neuen Woche war an der Produktenbörse die Stimmung weiter matt. Die Llnternehmungslust war sehr gering und eine allgemeine Lustlosigkeit griff weiter Platz. Die Rachrichten über das Inkrafttreten der erhöhten Zölle machten fast gar keinen Eindruck. Selbst die überwiegend etwas festeren Auslandmärkte boten keine Anregung, so daß die Umsätze allgemein klein blieben und die Preise weiter etwas nachgaben. Weizen war in etwas größeren Mengen billiger angeboten, trotzdem fanden sich kaum Käufer. Der schlechte Mehlabsah bewirkte hier weiter große Zurückhaltung. Auslandweizen infolge höherer Forderungen ohne Interesse. Am Roggenmarkt war die ilmlatjtätigieit wieder nur auf Stützungskäufe aufgebaut. Das Angebot war weiter ziemlich groß. Mehle verzeichneten kaum Geschäft. Die schlechte Lage am Brotgetreidemarkt wirkt hier sehr verstimmend. Da Die erhöhten Zölle schon feit (Januar einkalkuliert sind, boten sie jetzt kaum noch eine Anregung. Die Preise gaben sowohl für Weizenmehl als auch für Roggenmehl weiter etwas nach. Gerste lag weiter stark im Angebot. Einige Rachfrage bestand lediglich nach bester Industriegerste. Hier war der Preisverlust ein etwas größerer. Ha - f c r und Mais weiter schwach. Infolge der schlechten Lage am Drotgetreidemarkt konnte sich auch hier kaum Geschäft entwickeln. Futtermittel lagen auf den infolge der geringen Mahlaufträge beschränkten Anfall von Mühlenprodukten nur wenig verändert. Hülsenfrüchte, Rauhfuttermittel und Kartoffeln gleichfalls an- geboten und niedriger. Der Wochenschluh war weiter lustlos, doch konnte man eine etwas freundlichere Grundstimmung bemerken. Weizen verzeichnete einiges Geschäft, während Roggen weiter stark vernachlässigt war. Marktlich bessern konnte sich Mais. Im übrigen war die älmsatz- tätigfeit gering. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche lagen die Preise noch überwiegend etwas niedriger. Weizen war gut behauptet, Voggen gab eine halbe Mark, Gerste dreiviertel Mark, Hafer, Weizenmehl und Weizenkleie je eine Viertel Mark nach, während Mais um eine Viertel Mark anziehen konnte. Roggenkleie und Roggenmehl behauptet. Die Woche schloß zu folgenoen Rotierungen: Weizen 26,35, Roggen 17,75—17,50. Gerste 18,00—18,75, Hafer 16,00 bis 16,25, Mais 16,00—16,25, Weizenmehl siu?d. 39,25—40,00, Weizenmehl Niederrhein. 39,25 bis 40,00, Roggenmehl 25,50 - 27,00, Weizenkleie 8,00, Roggenkleie 8,25—8,50. Erbsen je nach Qual. 28— 40, Linsen je nach Qual. 45—85, Heu südd. 9,50, Weizen- und Roggenstroh drahtge>reßt 5,00, Weizen- und Roggenstroh gebündelt 5,25, Treber getrocknet 12,00, Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend per Zentner 3,00 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Bei allgemein etwas stärkerem Auftrieb war die Stimmung am Frankfurter Schlachtviehmarkt in dieser Woche etwas gedrückt, so daß bei meist sehr ruhigem Geschäft die Preise überwiegend etwas nachgaben. Da auch der Export sich weiter sehr mäßig am Geschäft beteiligte, konnte, man von feiten der Metzger eine größere Zurückhaltung feststellen. Aus dem Rinder- markt war der Auftrieb etwas größer als in der Vorwoche, so daß nach ruhigem Handel •Heberfranb verblieb. Auf dem Schweine- markt war die Beschickung gegen die Vorwoche kaum verändert. Rach ruhigem Handel verblieb auch hier ‘Heberftanb. Am Kälber- markt war das Geschäft anfangs der Woche etwas reger, so daß Preisgewinne bis zu 3 Mk. eintreten konnten. Am Rebenmarkt machte sich jedoch fast gar keine Kauflust bemerkbar, und nach schleppendem Geschäft gaben die Preise ihren Gewinn vom Hauptmarkt wieder vollkommen ab. Es verblieb größerer ileberftanb. Schafe hatten bei unveränberten Preisen ruhiges Geschäft. Der Markt wurde geräumt Der Gesamtauftrieb bestand aus 1462 Rindern, darunter befanden sich 332 Ochsen, 59 Bullen, 556 Kühe und 360 Färsen, ferner aus 1543 Kälbern, 532 Schafen und 5374 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb der vergangenen Woche waren 79 Rinder, 220 Kälber und 222 Schafe mehr aufgetrieben, während 3 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: al) 56- 58, a2) 52—55, bl) 45 bis 51. Dullen: a) 54—57, b) 48—53. Kühe: a) 45-47, b) 40-44, c) 34—39, d) 28—33. Für- fen; a) 56—59, b) 52—55, c) 48-51. Kälber, b) 68-73, a) 62-67, d) 54-61. Schafe: a) 48 bis 52, b) 40—47. Schweine: b) 77—79, c) 78 bis 80, d) 77—79, c) 75—78. Im Vergleich mit den Preisen dcr letzten Woche gaben Ochsen, Kälber und Sckweine 1 Mark nach, während Kühe, Färsen und Kälber behauptet waren. Dullen zogen 1 Mark an. * " Norddeutscher Lloyd, Bremen. Das rechnungsmäßige Gesamtergebnis einschließlich Gewinnvortrag ist mit 52 392 (im Vorjahre 46 561) Millionen Mark ausgewiesen. Demgegenüber betragen allgemeine Derwaltungskosten, Steuern und soziale Qtbgaben 12 839 (12 631), Anleihe- und sonstige Zinsen abzüglich der Haben-Zinsen 5318 (4151) Millionen Mark, Abschreibungen auf Seedampser 18 099 (14 163), auf Seebäder- und Schleppdampfer, Leichterfahrzeuge usw. 1079 (0,249) und auf Grundbesitz, Gebäude, Inventar und Anlagen 0,862 (1180) Millionen Mark, so daß ein Reingewinn von 14 193 (14 188) Millionen Mark verbleibt, woraus, wie bereits gemeldet, wieder 8 v. H. Dividende verteilt werden sotten. Zum Vortrag verbleiben 0,721 (0,552) Millionen Mark. Frankfurter Börse. Frankfurt, 15. Febr. Tendenz gefchäftslos. Die Wochenschlußbörse war l u st l o s. Anregungen fehlten vollkommen. Die wenig günstigen Auslandbörfen wirkten geschäftshemmend, und die Spekulation zeigte keine Neigung, Deckungen vorzunehmen. So kamen zur ersten Notierung nur wenig Werte zur Notiz. Etwas stärker unter Druck lagen Siemens minus 3 o. H. Sonst kam nur noch eine Notiz für AEG. zustande. Am Chemiemarkt büßten I.-G.- Farben 1,75 v. H. ein. Montanwerte lagen fast geschäftslos. Nur in Älöcknerwerke kamen geringe Umsätze zustande, bei leicht gedrücktein Kurs. Banken lagen zumeist etwas abgeschwächt. Reichsbank lagen gut gehalten, die Stimmung blieb hier aber gedrückt. Aufträge waren von Publikums-, wie Auslandseite kaum eingetroffen. Die Abschläge nahmen kein größeres Ausmaß an, doch neigte die Tendenz eher zur Schwäche. Nur vereinzelt mar die Um- satztätigkeit etwas lebhafter. Deutsche Anleihen waren abbröckelnd. Bon Ausländern konnten sich Türken etwas bessern. Serben konnten weiter etwas Nachfrage auf sich lenken. Auch im Verlaufe war die Stimmung unverändert still. Schiffahrtsaktien waren auf das Dementi der Hapagverwaltung, wonach zur Beunruhigung keine Veranlasiung gegeben sei, gut behauptet. Im übrigen neigten die Kurse infolge der Geschäftslosigkeit weiter zur Schwäche. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 v. ch. etwas knapper. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1896, gegen Pfund 20,3675, London gegen Kabel 4,8620, gegen Paris 124 18, gegen Mailand 92,90, gegen Mailand zirka 38,90. Berliner Börse. Berlin, 15. Febr. Zu Beginn der heutigen Samstagsbörse konnte man mit ziemlicher Sicher- heit prophezeien, daß an der Geschäftslosigkeit, die während der ganzen Woche an den Effektenmärkten geherrscht hatte, auch zum Wochen- schlnß sich nichts mehr ändern werde. Es lagen wieder so gut wie gar keine Orders bei den Banken vor, so daß die Spekulation auf sich selbst angewiesen war, und die einzelnen Märkte je nach ihrer technischen Verfassung ungleichmäßige Tendenz zeigten. J.-G.-Farben hatten vorbörslich etwas Interesse auf sich lenken können. Auf ein Dementi, daß, entgegen Pressemeldungen, keine Veränderungen in ihrem Aufsichtsrat zu erwarten seien, kam aber an diesem Markte Ware heraus. Reichsbank fanden im Zusammenhang mit der heute stattfindenden Generalversammlung einige Beachtung. Schisfahrts. werte profitierten von einer beruhigenden Erklö. rung der Verwaltung der Hapag, die den gestrigen Dividenden- und anderen Gerüchten ein Ende machte. Berger lagen bemerkenswert fest. Akkumula. toren gewannen 2,5, Elektrische Lieferung 2, Chemische Heyden 1,75, Farben 1,5 v. H. Dagegen büßten Deutsche Atlanten, die schon seit einigen Tagen schwache Veranlagung zeigten, weitere 3' v. H. ein. Deutsche Anleihen waren ruhig. Altbesitzanleihe eher nachgebend. Von Ausländern gewannen Bosnier 05 v. H. Serben waren weiter gefragt, Türken lagen eher fester. Arn Pfandbriesmarkt war es sehr ruh g, aber anscheinend meist knapp behauptet. Am Geld- markt wies der Satz für Tagesgeld eine Anspannung auf. Der Satz stellte sich auf 5 bis 7 v. Monatsgeld und Warenwechsel hatten unveränderte Sätze. Nach den ersten Kursen neigte die Tendenz bei minimalen Umsätzen zur Schwäche. Im Per- laufe der Börse schienen Dann noch einige Verkaufsorders einzutreffen, Denn Papiere wie Farben und AKU. gingen bis etwa 2 v. S). zurück. Selbst Die etwas stärker favorisierten Reichsbank- unD Schiff, fahrtsaktien mußten sich Abschläge bis zu 1 v. 5>. gefallen lassen. ' *• Gewinnauszug 5. Klasse 34. Preußijcb.Süddeuijche (260. Preuß.) Klassen-Loüerie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den Ableitungen I und II beiden 6. Ziehungstag 14. Februar 1930 In der heutigen Vormiiiagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 »«toinn« ju 10000 M. 16636 163550 288108 8 »etoinne ro 5000 31461 103393 129539 336397 14 .n 3000 M. 40678 71175 85742 166107 182610 200926 382336 , 18 ®ttoinne >u 2000 M. '2429 10934 39680 73873 118809 149465 189854 195154 277763 18®etDinnetu 1000 M. 2034 3 26787 1 77090 1 99578 276667 333415 347699 382394 388723 76 Demirn» 0000, 2 zu je 300000, 2 zu je 2OU0U0, 4 zu je 750 V, 2 zu je 50'00, 12 zu je 25(00. 60 zu je 100*0. 128 zu je 5000, 358 zu je 8000, 654 zu je 2000. 1738 zu je 1000, 8694 zu je 500, 9406 zu je 300 M. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzi beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 v. $)., Lombardzinsfuß 7 v.H. 'tanlfurt o w raelH’i Nc -panische No :'ckeckoilowa Inaarische N en .... Seu Ich. .n idieameu). ron 11'27 ...... 7% Tculftbe Reichranleihe von 1929 ......... D-. Uin..-4blö|.-3d)ulö mit Qu. le’ "SHcditen .... Tc n. ebn? autlet. Rechte 8% Hell. BolMaat von 1929 (tüdjnblb. 102%) Cbcrhclfcn Provinz »Anleihe mli 8u?lof.-g?cdiien . 56eut|d)f fiumm. Eammeiobl. Anleihe Gerte 1 8% rlranff. Hnp.-Vank Goldvle XIII unkündbar bi« 1034. T% Frankl pop.-Bank Kalorie unkündbar bl? VJ32 . . . 41i% *'hclnlidie Hyv-Banl Liq» öolbüte..... 87,5 87 52.25 8,45 86,75 50 50,25 96,5 85,75 83 97 94,5 88,5 94 28,4 4,9 2.8 25,4 23,5 4.65 2,7 6.4 6,25 6.25 10,35 16,7 8,35 87,25 97,2 52,25 8.4 87,25 50 97 93,75 89 — 28,6 4.9 2.7 >5,25 .,to 6,4 6,4 6,4 10,25 16,7 8.4 a»o> <7,1° ö ooS H 1 «ö. illl lr- । 1 1 1 । i i 1 l 1 1 1 Lamburo-Ämerita Baln . vamd Süvom. Dampfich. . r 99,5 120.75 131 190 159 25 238 159,25 150.25 152 307 177 206 169 126,5 169,5 '89,4 268 >68 75 138 104.5 118,5 98 1 | | i i i । | . £ i 1 1 1 1 1 1 ! IS 1 i l 1 1 1 1 1 1 k Sl 1 1 lüdilSI i > 99.13 168,25 148,75 103,5 120 5 131 190 159,25 237,13 150,25 150,25 151,75 307,5 176.5 206 168,5 126,5 171 135,25 142.25 168.5 189.5 266.25 168 74,75 104,75 138 >37,5 113 249 108 110,13 108.13 •-4.25 202 1.4.13 246 118,13 100 104,5 120.75 130 191,25 159.25 237 150,25 150,25 150,5 308 177 168 125,75 171 134.6 190,5 266,5 — 105 137 137 112 108,5 108 5 104 80.5 104.25 245,5 118.13 96,25 Bereinigte Stahiw Ctoo' Minen . . 16'/, Kai werke flidretileOen ... i Ra werte üleftetvaeln ... lu Üai.w. i t Sabibei uttö ... 15 ;V ® Ratben.^nouMs ... 18 102.5 212 215 360 167,25 70 77,75 111 98 120 140 86.5 170 248,5 42.5 51,25 5 46 06 107 130,75 119,35 220 158,75 165,5 102.5 59.25 212 361.5 167,5 79,5 70,4 77-65 111'5 98,5 86 275.25 21OJ» 170.5 210 152 106.5 175,5 39 248 45,_9 75 161,5 355 43 50.25 46,5 130 218 158 102 6 59.25 213 361 167 70.25 77,5 99.25 275,5 210,5 170 210 106,75 175 39 249 46,13 7S=, 161,25 355 - 130 - — Roten .»•••• • sonia $ami f Hilft" .... 10 j»ren ...... • öiorobeutscher Lloyd . . . . t Deutsche ilrevttanft. . Barmer Banlverein . . . berliner Hanoelsgeiellsch. . iLommerz- unv Prioat-Bcmk Lärmst, u. NanvnawroU . Deniiche Sani .... H li li n 1 1< 1< 1> reich, 8 100 Schilling 0 ICH ten ...... en ...... Goldichmiot ........ b fflüigctiroertc ........ 6 ÄetaUgeieUIchalt....... BdtUvv k>o i m-mn .... 7 lernen wert oe'delberg ... 10 iSemenimetl 'farlftaöt . . . io fltoos e ,ii 0 «1 .... 8 Sttoiibet» $aeeuyotei ... 15 licke Roken. • • . • D1eronto.Setells8,09 .564 ,415 2,13 8% Pr. Lanvcopsandbrtelanslalt Komm.-Lbl $R. 16..... 7% Pr. 8üuoc6p|anDbrte|anßaIt, Pl-mdbricse R. 10 SUiti. obg. LorkrleüS-Obltgation rückzahlbar 1938 ...... 4% Oeslerreichiiche »olbtte.. - 4.20% Letten. Silbern- 4% Oes)erreichilche StrcheiÜiche Rente.......... 4% Ungarische Goldrte.. . . 4% Ungarische Staaibr. v. 1910 4y,% tttfll. von 1913 . . . 4% Ungarl'che fironentte.. . 4% Luit. Zollanleihe v. 1911 4% Türkische Vagbavbatzn-to Serie 1. 4% de »gl Serie II 6% Rumünkiche ueretnb Rente von 19U8 ... 4R-mSntlche oereWj Rente Mn 1913 ....... 4% *iutnan84t verebb. Reme . 1 *10 11 16 . 8 10 . 6 . 6 .' . 0 Ser. lSianiftoN......19 vemderg ..... u MelKtoi Waldboi .... 18% Lclilwi, Sichaii-nbarg ... ,z Tharionenburger öaua ... 8 Denauer l»ae......0 Daimler Motoren . ..... v Deutsche Linoleum..... Malchinenbau A.-S. ..... 0 Sl tro ti • Ml u i ..... o L'UOCD. Loew .... io 9?at automobil ..•••■•<* Ctenflem & Kop-ri ..... 6 y-onh Zie» ...... 10 LvenSko •sranh. Mwchut« ...... 4 G m»ner ....... 6 fteulifleirftaeM .......u jungban». .... 6 Leck werke. 8 «mntra'twerk. PLchkl a. M. 8 fümg. 10 ivedr Roeder......io öoigi t Haestua ...... .9 EKd» Lucka.......io Cchucken & (io. ... Siemens » valste ... Transradio . ..... Lahmeyer 6 So.... . Buderus ....... Deutsche ErdR . . . . Siiener Steinkohle ... Geilenkirchener .... fiatoenet..... . 112.42 10,544 , 21,945 20,384 4,1925 16,44 80.87 52,67 2,062 0.467 (welch Eilen. ..... II>e 'Bcrflbcn .... . . 10 59.02 Slöcknerwerle .... kkb n Rcueiien . Mannesman -RSbre» . OtonelelDe; Bergbau . . Ebcnrfi'ei (ti