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Kotionen eint nege in den eull-he Mole Mj Joffn Kreuz in Wsbildunzrstätte J Der neue Äur. lb dauert vierein« 'vlUMgen tfjeo. t für die Tätigkeit Dorbedinguna zur tennung als Kran, vom Raten Kreuz rlin-Lankwih, gro. errichtet gleichzeitig mgslehrgänge für m Jahre dreizehn 1 idaliion. irbiMchkeit der 1 die Bestellung der Wlgewali untcr- Las Geschäft gilt Cannes abgtfd)lo{« >n sich ein anderes vchWetgewatt de- wie Sie angeben, Mensschwache Reisenden zur fyn worben ist, (0 kann ittcn oodiegen, der atz verpflichtet Der aber schwierig und shalb ungewiß. , ahne Ihre gleich' Zachtrevier die Jagd sstellung van Jagdhessen unzulässig'ft. e jagd kann die 6t« usübung nach „Teen nur quaht1' d in seinem Brote lie Ehefrau ift allo sind nur brei Nö- igen, oder die 21n> >ihalb der Dre>zahl lorstandes nicht ge- 1 Pachtvertrag auf- luß im Besitze eines IM \Ä ss.« 112-S nr.Z 1l3;« 10-5« 22-05 20,455 4,2105 16.508 II-H 41-44 2,087 169.3? 1,395 58-60 112.« 112.« 112.« 10,5'6 22.01 6 B «i.Z 41.« 2,083 rantfu^l —^oiw 59.« 12,47’ 7,455 73-58. 3,047 18-82 OIL. 1-7 5,4« 4-U 3,227 20.93 59.42 ,2.491 7,469 Ä iS 1,789 ,453 4'd 3-2« 20.97 3iS*5w Dienstag, 14. ®ftober 1030 ISO. Jahrgang Nr. 240 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 6rud unö Cerlag: vrühl'lche UnwerütSIr-vuch- unO Stelnöruderel R. lange in Sietzen. Sdjriftleitung un» Seschäflsiielle: SchuIM-atze 7. rinnaym« von Mnjelgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für t mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» ktameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorfchrift 20 " , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Niesten Eriche >ni >oglich,autzei sonntags und Feiertags Beilagen Vie Illustriert» «testener FamilienbläNer Heimat tm Bild Die Scholle OlonatsBejugsDrets; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. tsernfprechantchlüste anter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Hnjetger Siesten. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686 Oie Eröffnung des Reichstags. Ruhiger Verlauf der Eröffnungssitzung. - Erst am Mittwoch Wahl des Präsidenten. - Maffenanfammlungen vor dem Reichstagsgebäude. - Schwere Ausschreitungen in der Leipziger Straße Ein krankes System. Don unserer Berliner Redaktion Die Eröffnung des Reichstags vom 14. September zeigte alle äußeren Attribute eines groben Tages. Das Aufgebot von mehreren Hundertschaften Schutzpolizei zur Absperrung der Bannmeile, die Llcber- füllung der Tribünen und der Diplomatenloge, der Andrang in den Wandelhallen und die volle Besetzung eines bis aus den letzten Platz in Anspruch genommenen Plenarsaales - das alles sind gewohnte Erscheinungen, die weder sensationell noch politisch interessant anmuten. Das Publikum und die Photographen, denen sich sogar ein Tonfilmoperateur zuae ellt hatte, kamen vor dem Reichstag an der Abgeordnetenpforte sogar um die einzige erwartete Sensation, nämlich um den Aufmarsch von Hitlers Braunhemden. Die Rationalsozialiften begaben sich truppweise zu zweien und dreien in das Parlament und zeigten sich erst innerhalb des Reichstagsgebäudes in chrer Uniform. Als sie dann pünktlich um drei Uhr unter Führung ihres thüringischen Ministers Frick geschlossen m das Plenum einrückten, wurden sie zwar von allen Seiten mit Sympathie- und Antipathie- kundgebungen empfangen, aber auch die Geschlossenheit des Aufmarsches, die aus den ersten Blick hin einen gewissen Eindrucl machte verpuffte verhältnismäbig schnell. Selbst der äußere Verlauf diesei ersten Sitzung eines Parlaments voller Extreme unterschied sich rein äußerlich kaum besonders von etwas bewegten Tagungen früherer Parlamente Wer allerdings aufmerksamer zusah, konnte sich gewiß des Eindrucks nicht erwehren, daß sich zwar in der parlamentarischen Technik seit dem 14 September nichts geändert hat, wohl ab er in der Dynamik lind- in der p o I i t i sch e n K r ä s t e o e r t e i - lung. Während früher der Reichstag den kommunistischen Skandalen beinahe hoffnungslos ausgeliefert war und es dem Reichstagspräsidenten nur durch Anwendung der äußersten gc- schäftsordnungsmäßigen Mittel glang, die Ruhe im Hause wiederherzustellen, zeigte es sich diesmal, daß d i e R a t i o n a 1 s o z i a 1 i st e n im Parlament eine absolut geschlossene Masse darstellen, deren Stimmaufwand selbst die lautesten kommunistischen Krakehler nicht mehr gewachsen sind. Es läßt sich ober weiter nicht verkennen — und das ist in der politischen Wirkung viel bedeutsamer —, daß der Druck der 107 nationalsozialistischen Mandate sich hinter den Kulissen jetzt außerordentlich stark bemerkbar macht. So war es bezeichnend, daß man von absolut überzeugten Demokraten die Meinung hören konnte, die Dinge bei uns glichen aufs Haar den Verhältnissen, in denen sich Italien 1921 befand als der Faschismus Mussolinis ein korruptes, mürbes und politisch müdes Bürgertum beinahe widerstandslos über den Haufen rennen konnte Wir möchten noch nicht soweit gehen. Wir glauben noch an ein politisches Bürgertum im besten Sinne. Aber wir sind allerdings davon Überzeugt, daß das politische System, auf dem in Weimar der deutsche Staat aufgebaut wurde, krank geworden ist. Vor dem Reichstagsbeginn. Starke Menschenansammlungen um das Rcichstagsgebäudc. Berlin, 13. Oft. (DDF.) Obwohl die Reichs- tagssiyung erst um 15 Uhr beginnt, hatten sich bereits seit 6 Llhr einige Unentwegte vor der Tribünenfartenausgabe eingefunden, um Zeugen der Eröffnung des Reichstages werden zu können. Zeitweilig kam es zu erregten Protesten, als den von 8 Llhr ab sich eingefundenen Bewerbern eröffnet wurde, daß sie keine Aussicht mehr hätten, eine -tri= bünenkarte zu erhalten. Auch vor dem Eingang des Reichstages, den die Abgeordneten zu benutzen pflegen, hatten sich schon in den frühen Morgenstunden zahlreiche Reugierige aufgestellt, die die Ankunst der neuen Reichsboten mit entsprechenden Bemerkungen unterstrichen. Der Andrang war gegen 10 Llhr bereits so stark, daß die Straße vor dem Portal von der Polizei geräumt werden mußte 3m Sitzungssaal des Reichstages, der bis auf einen Stuhl, der für den nachträglich hinzugckommenen 511. Abgeordneten nachbestellt werden mußte, in der Rächt zum Sonntag fer- t i g g e st e 111 war. herrschte in den Vormittagsstunden ebenfalls ein lebhaftes Treiben, da die Abgeordneten anhcnrd ihres Planes ihre Sitzplätze suchten. Verschiedentlich sah man auch schon in den Vormittagsstunden Abgeordnete, die unter ihrem aufgeknüpften Paletot ihre Br^in- hemden zur Schau trugen. Belebt wurde das Bild in der Wandelhalle noch dadurch, daß zahlreiche Abgeordnete ihre Frauen und Kinder m i t g e b r a ch t hatten, um ihnen ihre neue Wirkungsstätte zu zeigen. Gegen 14 Llhr wird das Gedränge im Reichstag und auf den Straßen rings um das Gebäude beängüigend. Immer wieder müssen die Polizeimannschaften sich bei den Händen taffen, um Die Menschenansammlungen mit sanfter Gewalt 3— udranqen. Zahlreiche Sistierungen — _ großes Aufsehen, zumal die Kommunisten Goebbels mit Zurufen übeschitlen. Der Rameneauf.uf lockt für einige Zeit, bis AUersptä uent Herold durch Glockenzeichen wieder Ruhe schafft. Als der Raine des Rationalsozialisten Heines aufgerufen wird, rufen die Kommunisten: „Der Fememörder!". Die Rationalsozialisten bringen daraufhin Heilrufe auf Heines aus. Einen Zuruf der kommunistischen Abg. Frau Arendsee beantworten die Rationalsozialisten damit, daß sie mit piepsender Stimme „Kikeriki" rufen. Dem Abg. Moldenhauer rufen die Ra'ionalsozia- liften zu: „30 000 Mark!" Mit „Hallo" wird von den Rationalsozialisten auch der Aufruf des Abg. H i l f e r d i n g ausgenommen, während die Sozialdemokraten den nationalsozialistischen Abg. Münchmeyer mit Pfui-Rufen empfangen. Abg. Sorgtet (Komm.) beantragt, noch heute den kommunistischen Antrag auf Haftentlassung des Abg. Maddalena zu erledigen. Der Alterspräsident Herold erklärt, dieser Antrag könne nur verhandelt werden, wenn kein Widerspruch erfolgt. Er stellt daraus fest, daß kein Widerspruch erfolgt sei, und meint, damit sei der kommunistische Antrag angenommen. Be° Einem zweiten kommunistischen Antrag aus Z u- rückziehung der Polizei aus der Reichstagsumgebung wird aus den Reihen der bürgerlichen Parteien widersprochen. (Lärm bei den Kommunisten.) Alterspräsident Herold schlägt vor, die nächste Sitzung am Mittwoch abzuhalten und aus die Tagesordnung den sozialdemokratischen Antrag zu setzen, der eine Herabsetzung der Abgeordnetendiäten fordert. Abg. Tor gier (Komm.) protestiert dagegen, daß der Dienstag sihungssret bleiben soll. Offenbar wolle man Zeit gewinnen für den Kuhhandel. Von einigen Rationalsozialisten wird bei diesen Worten laut gelärmt und auf Trillerpfeifen gepfiffen. Abg. T o r g I c r (Komm.) beantragt, am Dienstag eine Sitzung abzuhalten und auf die Tagesordnung eine ganze Reihe kommunistischer Anträge zu sehen, darunter einen Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Brüning und einen Antrag auf sofortige Einstellung der Voung - zahlungen. Abg. Dr Frick (Rat.-So,;.), der darauf das Wort nimmt, wird von den Kommunisten mit lauten Zurufen empfangen. Von seinen Ausführungen ist bei dem Lärm wenig zu verstehen. Er wendet sich gegen die kommunistijchen Anträge. Zwischen den Nationalsozialisten und .Kommunisten im Saale hat sich inzwischen ein heftiger Streit entwickelt Der Abg. Leow (5iom.) hat sich den Nationalsozialisten genähert. Ein Nationalsozialist ruft ihm zu: Halt du doch die Schnauze!" Alterspräsident Herold ersucht die Abgeordneten, die Plätze cinzunehmen, Nationalsozialisten und Kommunisten folgen schließlich dieser 'Aufforderung. Gegen die Stimmen der Kommunisten wird beschlossen, d i e nächste Sitzung am Mittwoch abzuhalten. Auf der Tagesordnung stehl die Wahl des Präsidiums und der sozialdemokratische Antrag auf Kürzung der Abgeordnetendiäten. Zahlreiches unkontrollierbares Gefin- d e l treibt sich in den Straßen und in den Unter- grundbahneingangen herum und wird von der Polizei mit Gummiknüppeln abgedrängt. Aus den Reihen der Demonstranten ertönen die verschiedensten „heU'-Rufe sowie Ruse „Deutschland erwache", wobei man mehr den Eindruck hat, daß es sich nichtumechteParolen handelt, vielfach neigt man der Ansicht zu, daß die zweifellos echten nationalsozialistischen Demonstrationen vor dem Reichstag, mit denen zu rechnen war, von anderer Seite systematifch weitergetrieben und unter falscher Flagge zu vorbereiteten Ausschreitungen ausgeweitet worden sind. Das Zerstörungsweri in der Leipziger Straße kann nur ganz planmäßig borbereitet worden sein. Augenzeugen berichten, daß eine starke Kolonne im Laufschritt von dem Potsdamer Platz aus die Leipziger Straße herunterlief und mit kleinen bierfantigen Pflastersteinen, die zum Pflastern der .Bürgersteige dienen, die Schaufenster einwarf. Die Täter müssen ganz genau gezielt und nach einem borbereiteten Plan gearbeitet haben. Da in der Rähe der Tatorte Pflastersteine dieser Art nicht zu haben toaren, müssen diese in bewußter Absicht non weither in den Taschen mitgeschleppt worden sein. Außer den genannten Geschäften Wertheim und Grünseid wurden das Seidenbaus Cords und die Firma Bette, Bud und Lachmann (Samen- und Kinderbekleidung) aufs Kom genommen, ebenso wurden bet der Herrenkonsektionsfirma S. Adam drei große Auslagen zertrümmert. Auch bei der Darmstädter und Rationalbank an der Ecke Kronen- und Markgrafenstrahe wurden zwei große Fenster- Berlin, 13. Oft. (TU.) während der neuge- wählle Reichstag ,u seiner ersten Sitzung zusam- mcngetreten war, tarn es im Zentrum der Stadt, insbesondere in der Umgegend des Reichstages und in dem angrenzenden Tiergartenviertel zu erheblichen Zusammenstößen. Zum Teil waren es Kommunisten, zum Teil Rationalfozialisten, die unter dem Rufe „Deutschland erwache!" demonstrierten. 3m Ziergarten-Cafe D o b r i n , bei Wertheim am Leipziger Platz sowie bei Grünfeld in der Leipziger Straße wurden zahlreiche Fensterscheiben eingeworfen. Polizei zu Fuß und zu Pferde ging äußerst scharf mit Gummiknüppeln vor. Die Zusammenstöße zwischen Polizei und den Demonstranten, die immer mehr Zuzug bekamen, wurden so erbittert, daß die Polizei schließlich den gesamten Bereich des Tiergartens absperrte. Berittene Polizeipatrouillen säuberten die Seitenstraßen und verfolgten die Demonstranten auch bis auf die Bürgersteige des in den Rachmittagsstunden äußerst belebten Potsdamer Platzes. 3n der Rähe des Rcichstagsgebäudes durften die Straßenbahnen an den Haltestellen nicht hatten. Die Ausschreitungen im Zentrum Berlins haben sich vom Tiergarten ausgehend bis zum Spittelmarkt ausgedehnt. 3n der L e i p ; i g e r S t r a ß e , der Hauptgeschäftsstraße Berlins, wurden die Scheiben fast sämtlicher Geschäfte eingeworfen. An dem langausgedehnten Warenhaus Wertheim ist von den großen Spiegelscheiben zu ebener Erde keine einzige mehr ganz, im ersten Stock sind mehrere Scheiben mit Sleinwürfen zertrümmert. Schwere Tumulte im Berliner Zentrum Zusammenrottungen am Potsdamer Platz und im Tiergartenviertel. Steinbombardement auf Schaufenster in der Leipziger Straße. Nie erste Sitzung. Berlin, 13. Oft. (Vdz.' Lange vor Beginn der Sitzung'schon sind die Tribünen bis aus den letzten Platz besetzt. Während die Abgeordneten der Sozialdemokraten und der Olt 11 - telparteien schon um 14.45 TIHr ihre Sitze eingenommen haben, erscheinen erst später die Deutschnationalen unter der Führung des Abg. Hugenberg, dann die Kommunisten und als letzte Fraktion die Rationalso- zi al ist en mit dem Abg Dr. Frrck an der Spitze. Die Rationalsozialisten tragen sämtlich das braungelbe Hitler-Hemd mit dem Hakenkreuz auf der roten Armbinde. Sie werden von der Linken mit lauten Hallorufen empfangen. Die Rationalsozialisten hatten sich vorher im Wandelgang gesammelt und marschieren geschlossen ein. Dr. Frick nimmt an einem der Vordersitze Platz und begrüßt seinen Rebenmann. den Abg. Hergt (Dn.), mit einem Händedruck Der Platz des Abg. Dr. Goebbels iRatsoz.) hinter Dr. Frick bleibt frei. Oer Alterspräsident des Reichstags Abg. Herold (3 ) nimmt den Platz des Präsidenten ein, während die Kommunisten rufen: „Laß den Belagerungszustand vor dem Reichstag aufheben! Draußen werden die Arbeiter mit Gummiknüppeln niedergeschlagen." Abg. Herold stellt fest, daß er 82 Jahre alt sei, und fragt, ob ein Abgeordneter älter fei. Abg. Pieck (Kom.) ruft: .Rein, da Reichspräsident von Hindenburg verläßt den Berliner Dom nach dem Festgottesdienst aus Anlaß der Reichstagseröffnung. Berlin, 13. Oft. (ERB.) Unter großer teiligung der Berliner Bevölkerung fand heute mittag 12 Uhr im D o m aus Anlaß der Eröffnung des neuen Reichstages ein Gotiesdienst statt. Punkt 12 Uhr erschien Reichspräsident ». Hindenburg in Begleitung von Staatssekretär Dr. Meißner. Der Vizepräsident des Evangelischen Oberkirchenrates, Oberdomprediger D. Burg- hart, legte seiner Predigt den Vers 29 aus dem 22. Kapitel von Jeremias zugrunde: „O Land, Land, Land, hör' des Herrn Wort'" — Unter den zahlreichen Abgeordneten, die mit ihren Angehörigen dem Gottesdienst beiwohnten, bemerkte man auch die M i n i ft e r Dietrich, Curtius, Bredt u nd T r e v i r a n u s. Vor dem Dom harrte eine vielhundertköpfige Menschenmenge auf den Reichspräsidenten, dem sie bei seinem Erscheinen lebhafte Ovationen darbrachte. — Für die katholischen Abgeordneten fand ein Gottesdienst in der Sl Hedwigs-Basilika statt, dem u. a. auch Reichskanzler Dr Brüning beiwohnte. muhten vorgenommen werden. Auch die Rationalsozialisten stellen sich allmählich ein. Ihre Abgeordneten tragen ausnahmslos die khakifarbene Hitler -LI nisorm, um den Arm die rote Binde mit dem schwarzen Hakenkreuz im weißen Kreise. Einige haben außerdem goldene und silberne Führerabzeichen am Kragen ihres braunen Hemdes. Auf der Straße wird diese Uniform allerdings durch Lieberkleider verdeckt. 3m Reichstage aber beleben die Uniformen das sonst etwas gleichförmige Bild der grauen Straßenanzüge. 3e näher der Beginn der Reichstagssitzung ruckte, um so größer wurden die Menschenmassen, die das Parlament umlagerten. Immer wieder bildeten sich Gruppen, die der Aufforderung der Polizei, weiterzugehen, nicht Folge leisteten, immer wieder hörte man Heilruse aus einem Trupp heraus. Die Polizei schritt infolgedessen zu zahlreichen Sistierungen. Der Berliner Polizeipräsident Zörgicbel beaufsichtigte selbst die unter dem Befehl ihres Kommandeurs, Oberft Heymansberg, eingesetzten Polizeimannschaften. Ein Festgottesdienst. Ter ftieichsprändent im Tom haben die Razis nicht aufgepaßt!" (Heiterkeit.) Der Alterspräsident eröffnet darauf die erste Sitzung des neuen Reichstags und beruft a l s Schriftführer die Abgeordneten Taubadel (Soz.) Göring (Ratsoz.), Rauch, München (Bayer. Dolksp.) und Frau Tausch (Z.). Als Abg. Goring den Schriftführerplah einnimmt, kommen von den Kommunisten einige ironische Heilrufe. Göring winkt seinen nationalsozialistischen Fraktionsfreunden zu, die ihn mit lauten Heilrufen begrüßen. Alterspräsident Herold ersucht den Schriftführer Rauch, den Namensaufruf der Abgeordneten vorzunehmen. Der Ramensausruf beginnt mit dem Rainen Abel. Als der Abg Dr. Albrecht (Rat.-Soz.) aufgerufen wird, antwortet d.e er mit dem üblichen „Hier!", fügt jedoch hinzu: „Heil Hitler!" (Große Heiterkeit.) Beim Aufruf des Ramens Breit scheid rüst ein Kommunist: „Roch immer nicht Minister!" Als der Abg. Dr. Frick sich mit „Hier!" meldet, ertönt aus den Reihen der Kommunisten der Ruf: „Fäynrich!" - Beim Aufruf des Reichskanzlers Dr. Brüning rufen die Kommunisten: „Der Hunger- diklatorl", beim Ausruf des Abg. Dr. Goebbels „Rieder mit den Mördern!' Dr. Goebbels betritt erst nach dem Aufruf seines Ramens den Saal. Er wird von den Rationalsozialisten mit stürmischen Heilrufen und mit Klatschen begrüßt. Die Kommunisten machen Zurufe, die sich auf Goebbels Prozesse beziehen. Dr. Goebbels antwortet. „3a, ich sabotiere eure bürgerliche 3ustiz!" - Der auf dem Rebenplatz sitzende Deutschnationale v. Oldenburg°3anuschau begrüßt Goebbels mit Händedruck. Die Szene erregt scheiben eingeschlagen. Unbehelligt blieben die Schaufenster der Staatlichen Preußischen Porzellanmanufaktur, die Firma Herpich und das große Seidenbaus Kersten und Tuteur. Die Leipziger Straße macht einen traurigen Eindruek. Bei Wertheim sind die Eisengitter vor die Schauanlagen gezogen, Arbeiter sind damit beschäftigt, die Scheiben mit Holzverschlägen notdürftig zu flicken, soweit sie nicht ganz heraus- genommen werden müssen. Das große Eckfenster des Wertheimgebäudes ist gänzlich zertrümmert und dunkel. Die Firma Grünfeld teilt auf einem Plakat mit: „Da diese Schaufenster von Buben- Händen zertrümmeri worden sind, bitten wir, die Waren im Hause selbst zu besichtigen.". Auf den Straßen vom Potsdamer Platz bis zum Dönhoff- platz herrscht ein ungeheurer Auftrieb. Polizeiautos beherrschen den Fahrdamm, der Verkehr stockt, berittene Polizei sprengt in die Menge bis auf die Bürgersteige, um Provokateure zu zerstreuen. 3n der übrigen Stadt herrscht Ruhe. Der Tiergarten ist abgeriegelt. Gerüchte, wonach es auch zu Schießereien gekommen sei, bestätigen sich nicht. Oer Potsdamer Platz um Mitternacht. Langsames Abebben der Unruhen Berlin, 13. Okt (TU.) Die Ansammlungen am Potsdamer Platz dauerten auch in den späten Abendstunden an Die Polizei schritt zur Säuberung des Potsdamer und des Leipziger Platzes. Zur beste rcn Kontrolle des Zulaufs wurde der Ausgang der Untergrundbahn vor dem Cafe Vaterland zeitweilig geschlossen Die Lokale am PotsdamerPIatz macht werden. Nachdem die Menge energisch abgedrängt worden war, strömte ein Teil der abgedrängten Personen in Richtung Potsdamer Platz und Leipziger Straße ab. Es herrschte um diese Zeit der starke Rachmittagsverkehr von Spaziergängern und Kauflustigen. Da um diese Stunde — es war kurz nach 16 ilf)r - die große Mehrzahl der Bureaus schließt, war cs den Ruhestörern möglich, unter den zahlreichen Passanten zu verschwinden. Zu Plünderungen ist cs in keinem einzigen Falle gekommen, weil inzwischen die sofort eingesetzten Polizeikräfte zur Stelle waren und auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl der Täter (über 50) sestnehmen konnten. Um auch den Versuch der Wiederholung solcher Ausschreitungen zu unterbinden, sind u m fassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Polizeistreifen zu Fuß, zu Pferde, sowie in Kraftwagen sichern die etwa in Frage kommenden Stadtteile, und ich werde rücksichtslos gegen alle Ruhestörer einschreiten, da ich nicht gewillt bin, das Ansehen der Reichshauptstadt durch derartige Rohcitserzesse schädigen zu lassen. Die Gauleitung der NSDAP. erklärt. Berlin, 14. Okt. (TU. Funtspruch.) Gegenüber dem Bericht des Berliner Polizeipräsidiums erklärt die Gauleitung der NSDAP. Berlin „Es ist die Schuld der Polizei, daß überhaupt Zwischenfälle bei der Eröffnung des Reichstages zu verzeichnen gewesen sind. In einem demokratischen Staate, in dem das Volk angeblich souverän ist ist es das gute Rech! d"' 'IWAWer das PH fcä »GW Eine Schupoabteilung rückt vor den Reichstag, um den störungslosen Verlauf der ersten Reichstagssitzung zu sichern und in den angrenzenden Stratzenzügen waren stark überfüllt, da sich ein großer Teil der abgedrängten Demonstranten vorübergehend in sie zu rückgezogen hatte Während um Mitternach« Berlin im ganzen das sonstige AUtagsbild zeigt, ist das Leben und Treiben im Stadtinnern. besonders aber am Potsdamer Platz, stark angewach sen. Menschenscharen ziehen an den vom Steinbom bardement mitgenommenen Geschäften in der Leipziger Straße vorüber Zahlreiche Autos fahren langsam die Leipziger Straße entlang Massen, wie man sie sonst in dieser Zahl und zu dieser späten Stunde nicht sieht, sammeln sich auf dem .Potsdamer Platz, wo sie von einem starken Polizeiaufgebot zu Fuß und zu Pferde zum Auseinander- und Weitergehen aufgefordert werden Es fällt auf, daß sich hier viel ausgesprochenes Gesin- d e l herumtreibt, das sonst an diesen Stellen nie zu sehen ist. Die Ecken stehen voll Menschen, die sich aufgeregt unterhalten. Ist eine Ecke im Laufschritt mit dem Gummiknüppel gesäubert, schallen von der anderen Seite her „Heil"- und „Nieder"-Rufe. Bei jeder Polizeiattacke ist im Nu der Platz von Auto- omnibussen und Polizeiwagen vollgepropft Der Verkehr steht still Es wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Gegen 1 Uhr beginnt sich die Menge allmählich zu verlaufen. Der Polizeibericht. Umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Berlin, 13. Ott. (TU.) Der Polizeipräsident teilt mit: „Nachdem vor dem Reichstagsgebäude stärkere Menschenansammlungen durch das Eingreifen der Schutzpolizei zerstreut worden waren, strömte ein beträchtlicher Teil der dort abgedrängten Personen durch die Fried- rich-Ebert-Stratze in Richtung Potsdamer Platz und Leipziger Straße. Etwa 16.10 Uhr wurden zunächst beim Cafe Dobrin mehrere Fensterscheiben durch Stein würfe zerstört und fast unmittelbar anschließend in der Leipziger Straße die dortige Schausenstersront des Kaufhauses Wertheim eingeworsen bzw. eingeschlagen Ferner wurden bei den Firmen Grünseld, Bettc, Cords und Adam mehrere Schaufenster zerstör! Außerdem wurden in der Charlottenstraße b. der Firma Behrendz und in der Kronenstraß< bei der Darmstädter Bank mehrere Fenster ein geworfen. Die sofort eingesetzten Polizeikräsv zerstreuten die Ansammlungen und nahmen ins gesamt 53 Personen, die der Nationalsozialist! schen Arbeiterpartei angehören, fest. Die Festgenommenen wurden zur Strafverfolgung der Abteilung IA eingeliefert. Weitere Zwischenfälle sind nicht mehr eingetreten. In einer Unterredung erklärte der Polizeipräsident Zörgiebel einem Vertreter des WTB.. Wie stets bei Eröffnung einer Reichstagssession sammelte sich auch diesmal wieder eine zahlreiche Menge vor dem Reichstagsgebäude an. Unter diesen Personen befanden sich besonders viele Anhänger der Rationalsozialisti- schen Deutschen Arbeiterpartei. Die Polizei hatte umfassende Vorkehrungen getroffen, die sich auch als notwendig erwiesen, wie die späteren Vorfälle zeigten. Bereits um 14 Uhr mußte die Umgebung des Reichstagsgebäudes durch starken Einsatz von Polizeikräften geräumt werden. Die Menge wurde mehrmals zerstreut. Die Polizeiposten kamen dabei verschiedentlich ins Gedränge, wobei ein Polizei- Hauptmann niedergeschlagen und am Kopie verletzt wurde. Mehrmals muß*? daher b o in Gummiknüppel Gebrauch g c - Schauspiel einer Reichstagseröffnung wenigstens von der Ferne zu beobachten. Schon daß die Polizei die versammelte Menschenmenge überhaupt wegtrieb, ist ein Beweis von Schwäche und Nervosität. Wie die Nachforschungen der Gauleitung ergeben haben, sind bei den Ausschreitungen i m Zentrum der Stadt keine Nationalsozialisten verhaftet worden, vielmehr wurden die 53 Verhaftungen von Nationalsozialisten, von denen im Polizeibericht die Rede ist, im Umkreis desReichstagsgebäudes gemacht, weil diese Leute lediglich den von der preußischen Justiz seit Monaten auf das schändlichste verfolgten Gauleiter Dr. Goebbels sehen und begrüßen wollten. Die Ausschreitungen in der Innenstadt sind, wie durch zahlreiche Augenzeugen bestätigt wird, das Werk kommuni st ischer Provokateure. Durch diese Delikte soll den seit Wochen* in der Börsenpresse künstlich genährten Putschgerüchten um die NSDAP, neue Nahrung zugeführt werden. Seit Tagen schon liegen der Gauleitung positive Beweise dafür vor, daß Angehörige der KPD. durch solche Putschversuche bei der Reichstagseröffnung das mächtige Anwachsen der NSDAP, vor der Oeffentlichkeit diskreditieren wollten." Wer wird Präsident? Scholz oder Löbe Berlin, 13. Ott. (CNB.) Die Gegend am Reichstag bietet auch in den späteren Abendstunden ein ungewöhnlich lebhaftes Bild. Starke Schupoposten kontrollieren die Passanten. Wer in den Reichstag will, muß sich mehrfach ausweisen. Ueberfallkommandos aus Kraftwagen und größere Derittenenabteilungen patrouillieren durch die angrenzenden Straßen, auf denen sich immer wieder Neugierige sammeln. In dem Tiergartenteil am Reichstag bis zum Brandenburger Tor hinüber rotten sich immer wieder dunkle Gestalten zusammen. Das Hauptinteresse in den Wandelhallengesprächen wandte sich naturgemäß der Wahl des Präsidiums zu. Wenn auch allgemein anerkannt wurde, daß technisch der frühere Reichstagspräsident L ö b e den Ausgaben eines Präsidenten am besten gewachsen sei, so dürfte jedoch wenig Wahrscheinlichkeit bestehen, daß Löbe wiederum zum Reichstagspräsidenten gewählt wird, da außer den Rechtsparteien und den Kommunisten auch bei der Deutschen Volkspartei und bei der Wirtschaftspartei wenig Neigung besteht, Löbe zum Präsidenten zu wählen. Auch die Haltung der übrigen Mittelparteien wird davon abhängen, ob Löbe bereit sein würde, mit einem nationalsozialistischen Vizepräsidenten zusammenzuarbeiten. Die Fraktion der Deutschen Volkspartei behandelte am Montagabend in mehrstündiger Sitzung die Frage der Wahl des Reichstagspräsidenten. Sie entschloß sich, für den Fall, daß von mehreren Fraktionen dem Abg. Dr. Scholz die Wahl zum Reichstagspräsidenten angeboten werden würde, einstimmig für Dr. Scholz zu stimmen. Aussicht auf eine Mehrheit wäre ohne weiteres gegeben, wenn auch das Zentrum für Dr. Scholz stimmen würde. Es ist aber sicher damit zu rechnen, daß es sich f ü r Löbe entscheidet, um an dem Brauch festzuhalten, daß die stärkste Fraktion den Präsidenten stellt. Außerdem will man im Zentrum vermeiden, die Sozialdemokratie bereits in diesem Augenblick vor den Kopf zu stoßen. Ohne Zentrum erscheint die Mehrheit noch vorläufig problematisch, hat ober immerhin g-w'sse Aussichten, da die 77 Stimmen der Kommunisten von vornherein ausfallen und deshalb in der Stichwahl nur etwas mehr als 250 Stimmen erforderlich sind. Unter diesen Umständen würde die Kandidatur Scholz auch dann ausgestellt werden, wenn das Zentrum sich für Löbe, die rechts davon stehenden Parteien und Gruppen aber für Dr. Scholz erklären. Unter diesen Umständen sieht man der Wahl des ersten Präsidenten des Reichstags mit großer Spannung entgegen. Das Programm der nächsten Sitzung. Ar» Donnerstag die NegicrungSerklärung. Da ein Aeltestenrat in dem neugewählden Reichstag naturgemäß bisher noch nicht bestellt werden konnte, versammelte Reichstagspräsident Löbe am Montagvormittag die Fraktionsführer zu einer Besprechung über die Dispositionen der nächsten Tage. Man kam überein, nach der Konstituierung des Reichstages d e n Dienstag sihungsfrei zu laben, damit die Parteien Zeit für Verhandlungen miteinander, namentlich über die Präsidentenwahlen, gewinnen. Am Mittwoch um 15 Uhr sollen dann die Wahlen vorgenommen werden. Ferner wurde in Aussicht genommen, in der dann folgenden Sitzung am Donnerstag eine Erklärung der Reichsregierung über ihr Programm enlgegenzunehmen. Genauere Bestimmungen soll jedoch erst der neu zu bestellende Aeltestenrat treffen, der am Mittwoch zu seiner ersten Sitzung zusammentreten wird. Nach dem Verlauf der heutigen Besprechung ist anzunehmen, daß mit der Regierungserklärung auch die Beratung der Mißtrauensanträge, der Anträge auf Aufhebung der Notverordnungen des Reichspräsidenten und der Anträge zum Voung-Plan verbunden werden wird. Für die große polnische Aussprache würden dann der Freitag und Samstag zur Verfügung stehen. $ricf Jraktionsführer der Nationalsozialisten. Berlin, 13. Okt. (TU.) Nachdem die nationalsozialistische Reichstagsfraktion bereits am Montagmitiag in Anwesenheit des Parteiführers Adolf Hitler eine erste" Frak- tionssihung im „Rheingold" abgehalten hatte, trat sie nach Schluß der Eröffnungssitzung des Reichstages erneut zusammen. Endgültige Beschlüsse über das taktische Vorgehen bei der am Mittwoch erfolgenden Wahl des Präsidiums sind in dieser Sitzung noch nicht gefaßt worden. Es wurde in Erwägung gezogen, den Abg. Strasser für das Amt des Präsidenten und für den Fall, daß Strasser nicht gewählt werden sollte, den Abg. S t ö h r für das Amt des ersten Vizepräsidenten in Vorschlag zu bringen. F r a k t i o n s f ü h r e r ist der Abg. Dr. Frick, erster Stellvertreter der Abg. Strasser, zweiter Stellvertreter der Abg. ©TJrtng. Schriftführer ist der Abg. S t ö h r. Krisis um den AeichsjustWinister. Die Wirtschastspartei fordert die Demission des Ministers Bredt und Llm- brldung des Reichskabinetts. Em Vries an den Äeichsknnzler. Die Wirtschastspartei fordert ein von Parteien unabhängiges Kabinett von Fachleuten Berlin, 13. Oft. (VDZ.) Die Reichstagsfraktion der Wirtschastspartei hielt heute vormittag eine Sitzung ab, in der nach längerer Aussprache beschlossen wurde, durch den Jraktionsoorsitzenden Abg. Drewitz folgenden Dries an den Reichskanzler Dr. Brüning zu richten: „hochverehrter Herr Reichskanzler! 3n verfolg der Beschlüße des Reichsausschusses meiner Partei hat die neugewählte Reichstagsfraktion bei ihrem heutigen Zusammentritt Stellung zur derzeitigen politischen Lage genommen. Ich habe die Ehre. Ihnen das Ergebnis dieser Besprechungen zur Kenntnis zu bringen. Meine Fraktion ist einerseits der Auffassung, daß dem Ergebnis der Wahl vom 14. September durch Umbildung oder Neubildung des Kabinetts politisch Rechnung getragen werden muh, andererseits scheint es uns dringend notwendig, d i e Zahl der Ministerien zu verringern und die Vollmachten der im besonderen die Wirtschaft beeinflussenden Ministerien in der Hand von Fachleuten zu vergröhern Um Ihnen die Durchführung dieser unseres Erachtens notwendigen Mahnahmen zu erleichtern, hat die Fraktion beschlossen, den Herrn Reichsjustiz- mi nist er Professor Dr. Bredt zu ersuchen, sein Portefeuille zur Verfügung ; u stellen. Der Beschluh meiner Fraktion Hal den Sinn, den Weg frei ; u machen für die notwendige Neubildung eines Kabinetts, das, auf Fachleute gestützt, dem Mehrheitswillen des deutschen Volkes in höherem Maße entspricht, als das bei der heutigen Zusammensetzung der Reichsregierung der Fall ist. Sollte bei der Neubildung des Kabinetts die Mitwirkung von Herrn Professor Dr. Bredt u n abhängig von reinen partelgefichls- punkten erwünscht ober notwendig erscheinen, so glaube ich versichern zu dürfen, dah meine Fraktion etwaige Bedenken gegen eine Beteiligung an der heute ganz besonders schwerwiegenden Verantwortung zurückstellen würde, wenn die Gewähr dafür geboten ist, dah den grundlegenden Gesichtspunkten für Gesundung von Staat, Volk und Wirtschaft, die in unseren Erklärungen vorn 26. September und vorn 2 Oktober 1930 niedergelegt sind, bei allen Mahnahmen einer künftigen Regierung Rechnung getragen wird Zu mündlicher Besprechung über die durch diese Erklärung meiner Fraktion geschaffene neue politische Cagf stehe ich jederzeit zur Verfügung. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung bin ich ihr ganz ergebener (gej.) Hermann Drewitz, M. d. R." Die Wirtschaftspartei steht, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. hört, auf dem Standpunkt, daß Dr. Bredt auch als Fachminister ohne Fraktionsbindung nur dann der Negierung angehören kann, wenn daß Kabinett im ganzen eine Um- und Neubildung erfährt. Besondere Bedenken bestehen bei der Wirtschastspartei darin, daß der bisherige Minister für die besetzten Gebiete Treoiranus dem Kabinett noch weiter als Minister ohne Geschäftsbereich angehören soll Ein solcher Posten wird als unvereinbar mit den Grundsätzen der S p a r s a m k e i t s p o l i t i k betrachtet. Daneben hat die Wirtschaftspartei auch Bedenken gegen die Verwaltungsregelung bei der Osthilse. Minister Vredt bleibt im Amt. Eingreifen des Ne chspräfidenten Berlin, 13. Okt (3^l.-Un.) Amtlich wird mitgeteilt: Reichskanzler Dr. Brüning wurde im Lause des heutigen Nachmittags von dem Beschluß der Wirtschaftspartei auf Zurückziehung des Reichsjustizministers Prof. Dr. Bredt durch den Fraktionsführer Abgeordneten Drewitz i n Kenntnis gefetzt, worauf er dem Herrn Reichspräsidenten sofort Bericht erstattete. Reichspräsident o. Hindenburg hat daraus in voller Uebereinftimmung mit dem Vorschläge des Reichskanzlers den Reichsjustizminister Pros. Dr. Bredt ersucht, trotz dieses Beschlusses seiner Partei im Ministeramte zu bleiben. Der Herr Reichspräsident wies hierbei darauf hin, dah die gegenwärtige Reichsregierung nicht auf Grund von F r a k t i o n s b e s ch l ü s s e n von ^eichstagsparteien zustandegekommen fei, und dah er — der Reichspräsident — daher auch nicht in der Zusammensetzung dieses Reichskabinetts auf Grund solcher Beschlüsse Aenderungen eintreten lassen könne. Reichsjustizminister Dr. Bredt erklärte sich daraus bereit, dem Appell d es Herrn Reichspräsidenten Folge zu lei st en und von der Einreichung eines Abschiedsgesuches a b 3 u - sehen * Die Reichstagssraktion der Wirtschaftspartei wird im Laufe des Dienstags zu der durch das Verbleiben des Reichsjustizministers Dr. Bredt im Kabinett geschaffenen Lage Stellung nehmen. Eine starke Strömung in der Fraktion geht dahin, den B r u ch m i t dem Minister Bredt zu vollziehen, falls sich dieser nicht doch zum" Rücktritt entschließt Der Schiedsspruch in derBerlinerMeiallindustrie Dte Urabstimmung in den Betrieben Der l i n, 13. Oft (CNB.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts-Bund hat zu dem Schiedsspruch in der Berliner Metallindustrie in folgender Entschließung Stellung genommen. In dem Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie erkennt der Bundesausschuß des ADGB die Absicht, die staatliche Schlichtung einseitig zugunsten der Arbeitgeber gegen die Arbeiterschaft einzusehen. Mit dem Deutschen Metallarbeiterverband sind daher alle Gewerkschaften einig in der entschiedenen Verurteilung des Mißbrauches der Staatsgewalt und erheben im Voraus Protest dagegen, daß etwa durch Verbindlicherklärung dieses Schiedsspruches versucht wird, der Arbeiterschaft den Lohnabbau aufzuzwingen. In den Betrieben der Berliner Metallindustrie wurde heute mit der Urabstimmung über die Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches^ begonnen. Wie wir erfahren, hat heute ettod ein Drittel derGesamtbelegschaft der beteiligten Betriebe, darunter u. a. der SiemensWerke, abgestimmt. Von den 60 000 Stimmen waren rund 48500 für Ablehnung des Schiedsspru che s, 11 500 für Annahme des Schiedsspruches. Danach ist bei, diesem Teilergebnis die sahungsmäßige Dreiviertelmehrheit für den Streik überschritten. Die Abstimmungen werden morgen fortgesetzt. An dem Ergebnis, das die heutigen Abstimmungen erbrachten, dürfte sich kaum noch etwas ändern. In unterrichteten Kreisen wird erwartet, daß in der für morgen angesetzten Sitzung der Streikleitung und der Obmänner der A u s st a n d der rund 140 000 Metallarbeiter proklamiert werden wird. Bedingte Preissenkung in der elektrotechnischen Industrie. Berlin, 14. Oft. (WTB.) Im Anschluß an den Schiedsspruch in der Berliner Metallindustrie, der einen Lohnabbau von 8 Prozent bzw. 6 Prozent ab 3. November 1930 vorsieht, hat die elektrotechnische Industrie, wie WTB- Handelsdienst von maßgebender Seite erfährt, beschlossen, für den Fall der Durchführung dieses Schiedsspruches die Listenpreise für Maschinen, Motoren, Transformatoren, Zähler, Apparate, Installationsmaterial uiü) Haushaltsge- ff • N K ad b»Arf°tb. 6 toüt£. ^d. ^ügungstz rer ilen. die nnU "SÄ ld„K,d°r L»ZSL Z L?z'L ^'.‘r< kt lf uni> !s«- M der bisherige ^XreDiranus ^'"•Iter ohne 1 £U jin >°>ch«r Grundsätzen * beiwchtei. So. H im Amt. rüjibenten Amtlich niird üning wurde Im W dem Leschluh itfpehng des rof. Dr. Brebl ordneten Drewih in j er dem Herrn irl Berich! er- jjndenburg Hal bat- mit dem Vorschläge fijminiftet Pros Bl s Veschluss" iramtezublei- n;tes hierbei daraus chsregierung nich> insbeschllissen , wstandegeWrnen id» W*® Anbetungen eintreien er Br. Bredl er- Appell des Henn leisten und von Mesuches aM' SSL LrZ „ fren ® rud) mit **. * M ^tschlieb^^^ ten. UfreniSl' eseht. „brach' timmun n; 3n cM°s 7'dab in erwarten strclt- SMSftand O- bb-u g’jrf «b«t. 'N" M' «»«'«Je -E Ä;‘* tenpre^hler, Oer Reichsfinanzminisler zur Lage. Das einzige Mittel gegen die Kapitalflucht Wiederherstellung des Vertrauens. Berlin, 13. Okl. (Tel.-U.) Vor der Verwal- lungsakademie in Berlin sprach über die Bedeutung der ftapitalbilbung für Staat und Wirtschaft und die steuerliche Behandlung des Kapitals Reichsfinanzminister Dietrich Er führte u a. aus, daß die Kapitalflucht nach dem Ausland, die nach den Wahlen Platz griff, nicht einfach dadurch zu erklären fei, daß das Ausland feine kurzfristigen Kredite zurückgezogen habe, sondern vor allem darauf zurückzuführen, datz auch Teile der deutschen Bevölkerung Vermögensbestandteile zwar nicht nach dem Ausland geschafft, aber in ausländische Werte um- g e setzt was praktisch auf dasselbe herauskomme. Dagegen könne nicht mit Paragraphen angekämpst werden Es gäbe nur ein Mittel Wieder- Herstellung des Vertrauens Daher sei die große Ausgabe des Augenblicks die Fmanzwirt- fchaft beschleunigt in Ordnung zu bringen Darum gehe der Kampf der Regierung. Dietrich kam in in diesem Zusammenhang auch auf die Gehaltskürzung der Beamten zu sprechen Ehe die Finanzwirtschaft zu Grunde gehe und man immer in Angst leben müsse, die Gehälter nicht zahlen zu können, dürfe auch vor diesem Mittel nicht zurückgeschreckt werden Bezüglich der Preissenkung sprach der Finanzminister dann di« Hoffnung aus, dah diesmal die Preise zurückgehen werden. Die weltwirtschaftliche Loge müsse sich irgendwie doch auch bei uns in Deutschland aus- wirken Er warne aber vor der optimistischen Erwartung. dah eine völlige Anpassung der Kleinhandelspreise an das Wirtschaftsniveau erreicht werden könnte. Dazu sei bei uns der Weg im Handel zu übersetzt und die Wirtschaft mit steuerlichen und sozialen La st en zu stark in Anspruch genommen. Die oor- geschlagene Steuervereinfachung fei aus doppeltem Grunde notwendig Einmal seien die Organe der Finanzverwaltung tatsächlich nicht mehr in der Lag«, die vorhandene Arbeit erledigen zu können und zweitens sei die Bevölkerung mißmutig geworden, weil sie sich nicht mehr durch die komplizierten Steuergesetze hindurchiinden könne Von den vorgeschlagenen Maßnahmen seien schon im Frühjahr nächst n Jahres einige wesentliche E r» leichter ungen zu erhoffen räte mit Wirkung ab 1. November um 5 Prozent zu feinen. Für Waren, wie Kabel, Drähte, Glühlampen u. a„ für die Preisermäßigungen bereits vorgenommen sind, erfolgt besondere Regelung. Diese Preissenkung übersteigt bei weitem den durch die in Aussicht genommene Lohnsenkung ersparten Betrag und seht voraus, daß auch in anderen Gebieten Deutschlands und in den zu liefernden Industrien ein Lohnabbau erfolgt. Macdonalds Dank an Eckener. ^nlcressantc Bekundungen tztteners zur Katastrophe des R 101 London, 13. Okl. (WTB.) Dr. Eckener, der als Bertreter Äeutschlandö an der Beerdigung der Opfer des R 101 teilgenommen hat, stattete heute vormittag dem Luftfahrt- Ministerium einen Besuch ab und wurde von Llnterstaatssekretar Montagne und Lustvizemarschall Dowding empfangen 3n einem Jnlerview mit einem Vertreter der „Times' machte Dr Eckener interessante Mitteilungen über die barometrischen Veränderungen, die während der Nacht, in der das Lustichifs R 101 verunglückte, begutachtet wurden. Der „Graf Zeppelin" unternahm in den krühen Morgenstunden des 5. Oktobers gleichfalls eine kurze Fahrt. Als das deutsche Luftschiff nach vierstündiger Fahrt in Zürich landete, zeigte fein Höhenmesser eine Höhe von 130 Meter an, obwohl es sich au| dem Boden befand. Dr Eckener fügte hinzu, daß er in feiner 30jä.)rigen Erfahrung als Luftschifier niemals beobachtet habe, daß ein Gebiet niedrigen Luftdrucks sich mit einer solch ei.s1aunl.chen Schnelligkeit gebildet habe. Er erklärte, daß er beabsichtige, dein britischen Lufl.ahrtminisienum einen eingehenden Bericht über seine Beobachtungen zu erstatten. Premierminister R a m s a n M a c d o n a l d Hai a n D r E ck e n e r das nachstehende Telegramm gc sandte „Bevor Sie unser Land verlassen machte ich Ihnen und durch Sie dem deutschen Volke wärmstens für die herzliche Teilnahme danken, die Sie u>>s in unserem Schmerz über das Unglück des Luftschiffes R 101 bezeigt haben Ihre und des Kapitäns von Schiller von der Zeppelingefellfchaft Anwesenheit bei den Trauerfeiern in London und Bedford war ein leuchtender Beweis für die Verbundenheit der L u f I f a h r e r aller Länder. — Dr. Eckener und Kapitän von Schiller haben um 14 Uhr mit Flugzeug Croydon verlassen, um nach Deutschland heimzukehren. Oie Revolution in Brasilien. Tie Negierung nicht zu beruhigen R i o d e I a n e i r o , 13. Oft (Havas.) Eine Mit« teilung des Innenministeriums besagt, daß in Rio de Janeiro und im Staate Sao Paulo völlige Ruhe herrsche. Die von den Regierungstruppen cingeleiteten Operationen verliefen ordnungsgemäß. Im Staate Minas Geraes rückten die Regierungstruppen vor und hatten die Verbindung mit starken Abteilungen regierungstreuer Elemente aus Sao Paulo ausgenommen Ein Vorstoß der Aus ständischen an der Grenze von Parana fei unter, ernsten Verlusten der Angreifer zurückgewiesen worden. Im Staate Para fei völlige Ruhe Im Staate Bahia seien sechs Freiwilligenbataillone unter zwei Obersten, die schon in früheren Zeiten mir kungsvoll gegen Aufständische gekämpft hätten auf gestellt worden General Santa Cruz bilde gegen wärtig in Bahia Abteilungen, die mit Unterstützung der Truppen in Rordbrafilien eingesetzt werden gefunden, bie bacaui schuc >en lassen, daß Diamond eine zweite Reise nach Deutschland plante. Rach Ansicht der Polizei wollte Diamond die Reise unternehmen, um einen Rauschmittelschmuggel in die Wege zu leiten. Die Ramen der Absender und der (Empfänger der Kabeltelegramme werden geheimgehalten. — Alle Besucher des Krankenhauses werden nach Waffen durchsucht da weitere Anschläge befurchtet werden. 3n bei. Kreisen der Unterwelt ist es ein ofsenes Geheimnis, daß Diamond seit seiner Rückkehr aus Europa von seinen Gegnern zum Tode verurteilt war. Bei. seiner Vernehmung die von dem Polizeipräsidenten von Reuyork vorgenommen wurde, beantwortete Diamond alle Fragen mit einem Kopfschütteln ober ber Be- mcrhmg, baß er nicht die leiseste Ahnung habe Feuergesechl zwischen Verbrechern und volizei • In Düsseldorf kam es zu einem Feuergefecht zwischen Verbrechern und der Kriminalpolizei in dem Geschäft eines Autohändlers. Bei diesem waren einige Männer mit einem Personenauto vorgefahren und boten den Wagen zum Kauf an. Der Auto- Händler schöpfte indefsen Verdacht, daß der Wagen gestohlen fei und verständigte die Polizei, die bei ihrem Eintreffen von den Fremden sofort mit R e - voloerschüssen empfangen wurde Im Verlaufe des Gefechts wurde ein Verbrecher erschossen und ein Kriminalbeamter schwer verletzt Berliner Lorie. Berlin, 14. Oft. (WTD Funkspruch.) Nachdem gestern abend die Tendenz unter dem ersten Eindruck der Straßenunruhen in Berlin auch an der Frankfurter Abendbörse etwas leichter geworden mar, lag der heutig« Friihoerkehr abwartend. Kurse waren noch nicht zu hören Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 92.51 London gegen Spanien 49,40, London gegen Kabel 4.8580, London gegen Berlin 20,4425 Kabel gegen Berlin 4,2080. Oie Detterlaqe. 2 Ri ^Slo Töyaa IS lytn— - — zy—,— «latent. 7 "2a una iJ 40 w? V @-f2 Q 2 3erlliyCgL_a sollen. Ernste Lage in Spanien. Madrid, 14 \ Murcia kam es im Lause des Montags wiederholt zu Z u - sammen flößen zwischen Strebenden und der Polizei, die von der Schußwaffe Gebrauch machte Ein Student und zwei Arbeiter wurden schwer verwundet. Das Militär ist in den Kasernen alarmbereit. 3n Malaga traf ein Bataillon Eisenbahntruppen von Madrid ein, um bei Zwischenfällen eingesetzt zu werden. Der Iustizminister erklärte Pressevertretern. das; schärfstes Durchgreifen unbedingt notwendig sei. damit die Ordnung aufrechteryalten werbe. „Wir sitzen auf einem Pulverfaß," sagte der Minister wörtlich, „ein Funke kann es zur Explosion bringen, wenn nicht sofort der Zusammenschluß aller konservativen Elemente erfolgt." Aus aller Welt. Der Anschlag auf Diamond. Der Zustand des Banoensuhrcrs Zack Diamond der in einem Hotelzimmer von einem ilnbe- kannten niedergefchofscn wurde, hat sich soweit gebessert, dah mit seiner Genesung gerechnet wird, falls nicht noch Komplikationen eintreten. Die Untersuchung des Falles hat zu Feststellung gen geführt, die gewisse Aufschlüsse über die möglichen Motive des Anschlags geben. Unter den Effekten Diamonds wurden Kabeltelegramme ©Wolkenlos. Q neuer Qnam oedeext »wolkig. eoedeext «Regen. * Schnee c> Graupeln e Neoei K Qewitier.@Wind5lflit. -O' sehr leichter Ost jS -nissiger Südsüdwest stürmischer «ordwest Oie pfeiie fliegen mit dem winde Oie oe Stationen stehenden Zahlen geöen die Temperatur an Du Linien «reromgen Orte mit gleichem, auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck ••u..... ... ..whibv. lieber dem Festland hat der Luftdruck noch etwas zugenommen. so daß Zentraleuropa im Bereich eines Hochdruckgebietes liegt Sein Einfluß wirkt sich bei uns zur Zeit noch aus und hemmt das raschere Vordringen der Atlantikstörung Wenn auch dadurch eine Verzögerung mit dem Witterungsum schlag eingetreten ist, so bleibt er nicht aus. Die Ausläufer der Störung greifen bis nach Frankreich vor und bringen an der Rordwestküfte bereits Niederschlage Bei uns werden sie sich im Laufe des morgigen Tages auswirken und dabei neben Be- mölfung und Regen Temperaturanstieg bringen. Aussichten für Mittwoch Wockig und bedeckt mit Temperaturanstieg, zeitweise Riederschläge, ludliche bis südwestlich« Winde. Aussichten sür Donnerstag: Wech- lelnd bewölkt mit vorübergehendem Aufklaren, einzelne Riedcrschläge im Laufe des Tages, wieder etwas kühler. Lufttemperaturen am 13 Oktober: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 9,3 Grad, am 14. Oktober morgens 5,5 Grad Maximum 11,8 Grad, Minimum 5 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13 Oktober: abends 10 7 Grad: am 14 Oktober morgens 7,6 Grad Celsius — Sonnenjcheindauei l/4 Stunde. — Niederschlag 0,6 mm. ■ : • WZ W V LW •••• MM UM B'UW für den Zigarettenfachmann war bislang der gelbliche Tabakstaub. Sein bitterer Geschmack nimmt beim Verbrennen selbst der herrlichsten Macedoncnmischung die Blüte des Aromas. Er bildet sich in allen Stadien der Verarbeitung immer wieder zum Leidwesen aller in Tabakbetrieben tätigen Menschen. Nachdem Haus Neuerburg aber den Kampf gegen den Tabakstaub aufgenommen hat, strahlen die Räume unserer Fabriken vor Sauberkeit. Gleichzeitig wurde den Zigaretten, die in staubfreien Arbeitssälen hergestellt werden, jeder bittere Beigeschmack genommen und eine ganz gleichmäßig brennende Füllung sichergestellt. OVERSTOLZ 5PF. RAVENKLAU 6 PF. staubfrei schmecken niemals bitter! 11EIIERBURG -1 Q kJie können unsere Angaben nachprüfen: Wenn Sie durch eine HAUS NEUERBURG- Zigarette blasen - ehe sie brennt so werden Sie keine Spur von Staub bemerken. 6 N (0 ß 6 o) (o v) (c D) (o v) (Ö v) « D) (0 ii s J (o 4 JUnKEKRUH I KRbS'r ■ 6 * -' ■Ci ■‘j w Äerli einen Arl Qjaugoin, Ocfterreti Gleich na jialbemnl ternat autAurid)! bekennen der Tikit hindurch reich das teil poh fip'.'äf Ser ßion. Fan Hall mach Dien am Sufl^pak marnsiiich gar ein । schaNsleb, Die I' kennen [ Desterreie halb habl öen Hei, allen Soff unüberlchr Es aJC Grund der' tj on an de bauern in - herrschende Beziehung c eine ge®1''6 fläche gel der aus d« toerdcn |oU im Aegicru lionen ange Anlauf szeil rechnet dei BerbraucheE Ger Tesehe Dorlagen I gelegt und 0ie- $it i1111 Berlin- gramch W ani C1,1C Krbet-a w-rden lDl. bureauau- ist Es laßt ’ Form * durchs rette v° lastung stark Hera erster N den Plc steuer nu dagegen n‘ auljeS" Zlneck verlol zu >chüy^ Gabokzoll v tKutlcH von 5 ®ifl» fallen, da 1 r. - f. u n i K?nn kvn xmachs, ■ iiyrim üid . Jos ist ^toftroph, stch im 3i sseberseeda, r>nen Eisp tan grötzlc Wagicrc. Leben. ^he der lernen Schi Ne und Witän o. ® 'Üanig, ?n kno p"1 Unten Missen tüi 811 lehr (e unl5t L ft* 'S,“,,;». !“ »eh Erstellung innere j® ^ensei,z «m ßnX l ®nce 7'den m,, ^niahj lende ä Nlj* Ö* die b? e,n N moi und o tt\S; Un im 69. Lebensjahr. 7006 P Gießen (Walltorstraße 16), den 14. Oktober 1930. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 69880 die Ewigkeit abzuruten. Gießen, den 14. Oktober 1930. 06360 1862-1912 Erst sehen Der Vorstand. 70120 Oef en 6363 A Besonders preiswerte Kleiderstoffe aus Kunstseide Stellenangebote 4.80 2 | Vereine ] Flamenga, in mod. Punktmust., 100 cm br.,Wolle m.K’seide, für d. Nachm -Kleid Flamenga, einfarbig, weich fließend, Wolle mit K’seide, in allen Modefarben Cröpe de Chine, 80 cm breit, weichfließende Ware, ca. cO Farben lagernd Satin riche(Seide m.K’seide)85cm br., Ersatz für Crepe Satin, moderne Druckmuster, für Nachmitlags-u. Tanzkleider Cröpe Marocain, bedruckt,100cm br., aparte neue Zeichn., für Blusen u. Kleid. nächste Singstunde Freitag, 17.Oktober Sie sich unser Lager in Oefen an, bevor Sie sich zum Kauf entschließen. Junker- & -Euh- Kramer-Oefen Viele erstklassige Marken! Langjährige Erfahrung ! H e y d & Sohn Seltersweg 12 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. Oktober, nachmittags 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. ff. Seefische ff. Flußfische ff. Filets Forellenstör 66o5A Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 23 Telephon 2417 Niederkleen, Templin (Uckermark), am 12. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, 15. Oktober, nachm. iy2 Uhr statt. 6991D MIM-MkMMMM. Freitag, den 17. Oktober 1930, nachmittags 1 Uhr, soll ein abgängiger fetter Zuchtbulle sowie ein infolge Fnzuchigefahr abzuschassender Eber (Deutsches Edel- chwein) im Wege schriftlichen Angebots versteigert werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zu diesem Zeitpunkt einzureichen. Die Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. 7005D Zwecks Wiederankauf vorbezeichneter Faseltiere werden die Besitzer solcher prungfähiger Tiere (Simmentaler Bullen und Edelschweineber) aufgefordert, Offerten bei uns einzureichen. Hessische Bürgermeisterei Muschenheim. Becker. Nachruf. Wir beklagen den Heimgang unseres heben Aliersgenossen Philipp Kröck. Er wird In unserem Gedächtnis forilebcn. Ehre seinem Andenken. Im Namen der Hinterbliebenen: Robert Ludwig Wilhelm Ludwig. MietgQSuche | OIOHMMMO Schölte 3-4-Zimmer- wohnung Mil Küche u. Bad für sofort oder svaterges. Schr.Angeb. u.&>54D an den Gteh. Anzeig. Wir machen schon heute darauf aufmerksam, daß ob 1. Januar 1931 allen Schuldnern, die mit der Zahlung ihrer Zinsen für Hypothek- und sonstige Darlehen über 4 Wochen vom Fälligkeitstage ab im Rückstände sind, ein um °/o erhöhter Zinssatz für die abgelaufene Zinsperiode berechnet wird. 6928D Dezirkssparkasse Gießen. Geschäfts-Drucksachen ^ecl?knlu^l9en Briefblatter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße? Geschäffskarten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Althoff, geb. Welz. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen, insbesondere dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte, sowie dem Herrn Vorsitzenden des Eisvereins, der Freiwillig Feuerwehr, dem Radfahrerverein Fortuna, dem Gesangverein Liedertafel, der Altersvereinigun-r. den ehern 116ern. der Veieinigung der Maler und Weißbinder und allen Freunden und Bekannten sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Kätdien Löwer. Die Regenzeit beginnt! SämtlicheSegeltuch» genennände, Regen» deck.. Wagenplanen, Autoverdecks, Act britpreifen. 7000D Heinrich Hofmann Lenelmchdeckeu-und Zelreiabr., Garbenheim, Telephon 2964 NB. Ein Po neu Wa- genplancn 3x4 Mer. zumAuSnahmeprelS von RAI.2.80 vr.qm, foInnge Vorrat. MWiierLailel entlaufen Wtederbrtnger erb. Belohnung 7003 D H. Brückmann. Neuhof.. Buttenverkauf. Die Gemeinde Lumda verkauft im Submissionswege am Freitag, dem 17. Oktober, nao,mittags 2 Ahr, einen fetten Bullen. Derkaufsbedingungen werden vorher bekanntgegeben. 69990 Lumda, 13. Oktober 1930. Hessische Bürgermeisterei Lumda. Schultheiß. I Vermietungen Zwei große, Helle BOiottone mit fevar. Eingang, evtl, noch 1 Lagerraum. soiort oder spä er zu verm. ™ ,l) LcltcrSwcg 87 1. 1862-1912 Am 12. Oktober starb unser guterAltersgenosseui.d früherer -werter Vorsitzender 7üi2u Louis Althoff. Wrr beklagen den Heimgang eines lieb. Altersgenossen.dessen Andenken wir in Ehren halten u erden. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. Oki, nachm. 1 , Uhr, itntt. Um zahlreiche Le- .iligu'ig bittet der Vorstand. 3. Bestimmt: 5 Ahr nachmittags, TNarbur- ger Straße 68, in der Werkstätte der Firma Reils & Kraft: ein Motorrad (BMW) mit Akkumulator (8 PS). Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Karten, Kranz- u. Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen liebenVaters. Schwiegervaters u.Großvaters Herrn Ludwig Wiedmeyer Schuhmacherme.s.er sagen wir hiermit innigsten Dank. Besonders danken wir dem Männer-Turnverein, der Altersvereinigung 18->3, sowie allen, die dem teuren Entschlafenen das letzte Geleit gaben. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Kirchenplatz 6). den 13. Oktober 1930. 06314 Unterfertigte betrauert tief das Ableben ihres lieben A. H. Dr. Otto Ludwig (aktiv 8.-8. 1919-1921) Die Sind ReiormvertiißtianO „MelDhia" i V. D. B. I. A. d. C.: Alfred Strack XXX. Gießen, den 13. Oktober 1930. 23jäbriges »W aus gutem Hause su cli r für sofort oder spater SSsSlurrs m besserem Haushalt, tuo es auch Gelegenheit hat. sich un Wochen auszubtlden. Lchr. Ang. ii. 7007D a. d. Gieß. Anzeiger. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Bruder, Schwager, Onkel, Neffen und Enkel Dr. Otto Ludwig Landwirtschaftslehrer in Templin Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. 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(CAD.) 3m Samerungspro- gramm der Reichsregierung ist vorgesehen, daß aus einer stärkeren Belastung des Tabaks ein Mehrbetrag von 167 Millionen herausgcholt werden soll Wie das Wolffsche Telegraphenbureau aus dem Reichsfinanzministerium erfährt, ist der Gesetzentwurf hierfür noch nicht perfekt. Es läßt- sich' ober bereits erkennen, in welcher Form der Reichsfinanzminister seine Pläne durch^uführen gedenkt Dabei ist die Zigarette von vornherein von einer weiteren Belastung ausgeschlossen, weil sie bereits sehr stark herange-ogen ist Die Erhöhung wird in erster Linie die Zigarre, ferner aber auch den Pfeifentabak treffen. Die Banderolensteuer wird, allerdings nur geringfügig, erhöht. Dagegen ist mit einer stärkeren Zollher- aufsehung au rechnen, die gleichzeitig den Zweck verfolgt, den heimischen Tabakbau zu schützen. Bisher leistet das Reich aus dem Tabakzoll Stühungszuschüsse für die Verwendung deutschen Tabaks Der hierfür angesehte Betrag von 5 Millionen wird im neuen Haushalt fort- fallen, da man der Ansicht ist, daß die Zollerhöhung genügend Schutz bieten wird. Es soll aber auch verhindert werden, daß auf Grund der Zollerhöhung eine Ueberproduk- tion an deutschen Tabal eintritt, die die Tabakbauern in Rot bringen könnte Die seit Jahren herrschende Rotlage der Winzer liefert in dieser Beziehung genügend Erfahrungen Es ist deshalb eine gewisse Beschränkung der Anbaufläche geplant 3m ganzen wird der Betrag, der aus der Mehrbelastung des Tabaks erzielt werden soll, auf 235 Millionen geschätzt Er ist im Rcgierungsprogramm zunächst mit 167 Millionen angegeben worden, weil man während der Anlaukszeit mit einem gewissen Minderertrog rechnet, der sich z. B aus dem Uebergang des Verbrauchers aus wenige Sorten ergeben dürfte Der Gesetzentwurf wird ebenso wie die anderen Vorlagen sobald wie möglich dem Kabinett vor- gelegt und dann dem Reichsrat zugeleitet werden Die Zukunst des neuen Oesterre ch ^undectanzlcr Haugom über fein Programm Berlin, 10. Olt. (TU.) Der „Tag' bringt einen Artikel des österreichischen Bundeskanzlern Vaugoin, dec sich mit der Zukunft des neuen Oesterreich beschädigt Vaugnn führt u a aus Gleich nach dem Zusammenbruch haben die Sozialdemokraten in Oesterreich eine volltommen 1 n - ternational - marcistischeHcrrschaft aufzurichten versucht In ihrem Parteiprogramm bekennen sie sich noch immer offen zu den Mitteln der Diktatur Durch das ganze letzte Jahrzehnt hindurch haben die Sozialdemokraten in Oesterreich das öffentliche Leben bis zur Unerträglich leit politisiert Die unge'eure politische Al° tii? '.ät der Sozialdemokraten die auch vor Religion. Familie Armee. Schule und Gericht nicht Halt machte, führte schliesslich zur Revolte in Wien am 15 3uli 1927. in deren Verlauf der Ivstizpalast niedergebrannt und eine Reihe nicht marxistischer Redaktionen verwüstet wurde und sogar ein Generalstreik das gesamte Wirt- schattslcben lähmte Run kam der U rn s ch w u n g Die M r*'cii der Bevölkerung begann zu erkennen. dah ein durchgreifender Wiederaufbau Oesterreichs aus diese Art nicht möglich ist Deshalb haben sich alle vaterländisch Gesinnten in den Heimwehren fest zusammengeschl fsen, um allen Bolschewisierungsversuchen von nun an einen unüberschrm'ba'-en Damm en»-egeniu^nen Der „Atlantic." Licht)piclhaus vahahoistraße. Das ist die Geschichte einer der furchtbarsten Katastrophen der Vorkriegszeit Man erinnert sich im Jahre 1912 stieb der mächtige englische Ueberfeedampfer ..Titanic" in voller Fahrt aus einen Eisberg und versank in kurzer Zeit mit dem größten Teil seiner Besatzung und seiner Pastagiere. 1563 Menschen kamen dabei ums Leben. Ehe der Film diesen Schlsfsuntergang mit all feinen Schrcckensszenen in Bild und Ton vor Auge und Ohr führt, gibt ein Ueberlebender Kapitän a. 'S. Pittmann, seinerzeit zweiter und Navigationsoffizier auf dem Unglücksschiff, einen knappen und anschaulichen Bericht vom Untergang und seinen Eindrücken und Erlebnissen während des verzweifelten und leider nut sehr teilweise erfolgreichen Rettungswerkes Dann kommt der Film Und es ergibt sich da zunächst die grundsätzliche Frage, ob es wünschenswert und künstlerisch notwendig sei, ein Massenunglüc! von so grauenhaften Ausmaßen zum Gegenstände eines Filmwertes zu machen Das scheint uns mehr als zweifelhaft. Cs müßte denn sein, daß man unter Verzicht auf iede unangebrachte und übrigens auch verspätete Sensationalifierung des Ereignisses, ja selbst unter Hintanstellung einer möglichst wahrheitsgetreuen Reportage versucht, wie es hier geschehen ist, durch die Herausarbeitung menschlicher iS*' rattere und EinzeNchicksale innerhalb der Riesenkatastrophe einer etbifchen Forderung zu entsprechen, ohne deren Einlösung jede Filmdarstellung solcher Art ihren Sinn und ihre innere Berechtigung verlieren würde.. Jenseits dieser grundsätzlichen Vorfrage, die am Ende jeder Einzelne für sich selber entscheiden muh, ist anzuerkennen, daß der Film regiemäßig und schauspielerisch eine sehr bedeutende Leistung darsiellt. Hier ist wieder einmal, ähnlich wie in manchen Kriegsfilmen (zuletzt in „Westfront 1918“ 1 die außerordentliche Suggestivkraft einer Wirklichleitsannäherung erwiesen die der moderne Film in seiner Verbindung von Bild- und Klangerndrücken zu erzielen vermag Es gibt hier - unter der oft bestaunenswerten Massen- und Einzelregie von F A. D u p 0 n t erschütternde und nervenzerreibrnde Szenen, die den Beschauer und Zuhörer geradezu an die wechselnden Schauplätze der Kat ''covhe heran- reißen. • ■ * - £ Lims. Dr E ck e n e r als Vertreter Deutschlands Rationalrat konnte zur Lösung der wichtigsten wirtschaftlichen Probleme nicht oorttrin^en. Wer mein Progia um kennen will dec braucht nur das Werden und Sein des östecreichiichen Bundesheeres zu betrachten Wie dieses Heer geworden ist und roic vieles Heer seinen Dienst machl Io stelle ich mir auch die Zukunft des ganzen Staates vor Dor zehn Jahren noch ein Trümmerl.au en, eine milr a .isch unaus gebildete mangelfoa.t ausgec-ste.e und di ziplin- lofe Maße die aui der Straße, in Uniterm politisierte und vom gemeinsamen Üaterlande nichts wissen wollte Heute eine wohlditzipl inerte im Rahmen der gegebenen Erenzen gut ausq bildete Truppe einträchtige S\a.ne ad cha > zwilchen Dürger Bauer und Arbeiter ohne Klassen kampi und gegenseitigen Haß und 'reudige Hil's bereitlcha t gegen jeden in Rot geratenen Mitbürger rastlose und stille Arbeit für das Gemeinwohl und fparlame und zweck-ä'ige Wirtschaft mit den ct uergelbem der Bevöl'e ung Aus der Provinzialhauptstaöt. G 1 e n 1 11 'stöber 1930 Der Ward als Gesundheitsspender. Wer m Den Ferien oder an schonen Sonntagen durch unsere Wälder gewandert ist, Hal wohl die crnud) im Trauerzuge. — Rechts: Die 48 Särge werden in das Massengrab auf dem Friedhof von Garbington getragen. nicht Aber helmgekehrt in den Dunst der Stadt, ins Alltagsleben. Darf man sich schon einmal an Die große Bedeutung erinnern lassen, die unsere Wälder, unsere Park- und ©arten- anlagen für Körper und Seele haben. Roch ist mehr als ein Viertel Der Äodenflüche Deutschlands mit Wäldern bedeckt Ungleichmäßig sind die Waldgebietc verteilt Meist finden wir sie in unseren Mittelgebirgen und den deutschen Alpen Kein Urwald mehr, wie in alten Zeiten, sondern gehegt und gepflegt und doch urwüchsig und kräftig stehen Laub- und Radelwälder der Eigenart des Landes und des Lodens angepaßt da Sie sind die Lungen unserer Heimat, denn sie verrichten dieselben lebensnotwendigen Aufgaben, wie unsere Atmungsorgane Tie Bäume des Waldes nehmen nut Hille ihres grünen Lebensslosses. des Chlorophyll. die verbrauchten Leiran, ictle Der Lust, die Kohlensäure, auf und verwenden sie zum Ausbau des Holzes Dasür scheiden sie den für Mensch und Tier unentbehrlichen Sauerstoff aus Die aromatischen und harzigen Stoffe der Bäume binden Den Staub der Luft, und wir Menschen ahmen diesen Vorgang in unvollkommener Weise nach, indem wir in unseren Stuben Rauchverzehrer und in den Kinos Luftreinigungsapparate als bedeutende hygienische Errungenschaften auf- stellen Die Regenmengen werden vom Laub dem Bäume und vom Waldboden ausgenommen und langsam wieder abgegeben Wenn die Sonnenstrahlen des Hochsommers Da3 Land auszudörren drohen, dunsten die Wälder Feuchtigkeit aus und erfüllen die Luft mit erfrischender Kühle So regeln unsere Wälder den Feuchtigkeitsgehalt Der Luft, bringen allzu starke Tem- peraturunrerlchrede zum Ausgleich und beeinflussen das SUima in vielfältiger Weise. Die Heilkraft unserer Kur- und Badeorte beruht nicht ausschließlich auf der Stärke der Heil- Aber das Tier trug Den tremden Reiter nur bis in Die Mitte Der Straße, zuckle etliche Male mit Den Schenkeln und der Reiter flog im hohen Dogen aus die Straße Damit wäre e-gentlich die Aufgabe des Tieres erfüllt gewesen. Aber es ging hin und setzte dem jäh zu Boden Geschleuderten auch noch einen Huf auf die Brust. Und so blieb es stehen, bis der Offizier wieder herauslam aus dem Hotel Der Dieb hat einige Rippen gebrochen Er liegt im P. l.zeilazarett. Er wird nie mehr Pferde stehlen in Detroit Rie mehr. Und Die anDeren Pferdediebe werden sich ein Beispiel an ihm nehmen. Es ist nämlich seit langer, langer Zeit das erstemal gewesen, daß jemand ein Roß in Detroit entführen wollte Und nun ausgerechnet Pferd Rümmer 13 und ausgerechnet ein Po- lizeipserd. Rein nein Pferdestehlen hat keine Zukunft in Detroit Fräulein Kolumbus entdeckt sich selber. Äon Ol. Gustav W (Sberlem, 3tom. • Mailand. Im Oktober Sie kennen doch Toscantni? 'Run, das ist ein Mann Der seit einiger Zeit viel in der Welt herum reift, sogar bis Bayreuth ist er gekommen, obwohl cs dahin viel weiter sein mag als nach Amerika Ein Holumbus kann Die neue Welt entdecken und ein Kapellmeister Wagner, so was kommt vor Was aber noch nicht oorgekommen ist seit 1492, das hat uns die kleine Sekretärin Toscaninis erzählt Also, sagte sie, Sie wissen doch, daß Der direttore artistico Der „Scala", Commendalore Scandium, plötzlich gestorben ist? Bene Und jetzt bin halt i ch Direktor, capito? Nicht alle haben das so ohne weiteres kapiert. Aber es ist so Aus Dem aufgeregten und stechenden Schwarm der Anwärter, aus dem wilden Geraufe ober, um cs stilgerecht zu sagen- aus dem heroischen Buhnenringen um Die Nachfolgerschaft ging als Sieger hervor Signonnu Anita E 0 l 0 in b 0 die Sekretärin Toscaninis, die graue Eminen; der Scala, wie ihre Neider jetzt tuscheln, Die rechte Hand des bisherigen Direktors, der Spiritus rector des berühm- testen italienischen Theaters, wie die andern meinen. Die sich über den kühnen Griff ins Wespennest freuen Ihrem Aeußeren nach eine sehr bescheidene, unauffällige, nicht anders als eine Schreibmaschinen- dame ausfehende Hilfskraft Sein eleganter Völker- bu 'dstyp. bewahre Aber fit hat es in sich Ihre Mutter ist eine Deutsche. Ihr Baler war ein quellen und Den mannigfachen Kureinrichtungen, ihren vollen Heilwert erlangen sie Durch den Kranz von Wäldern, der sie umgibt und dem Heilungsuchenden erst Den Aufenthalt au einer Den Leib und die Seele erfrischenden Erholung macht Eine lehrreiche kleine Geschichte erzählte kürzlich Forstmeister Früchtenicht aus Göttingen Diese Musenstadt liegt am Fuße eines Berges, des Hain- berges, der in alten Zeilen kahl war Gingen starke Regengüsse nieder, so strömten die Wassermassen hinunl.r ms Städtchen, iibcrschwemmten Straßen und Plätze, überfluteten die fruchtbaren Felder und hinterließen Steine und Geröll Die das Ackern außerordentlich erfchwerten Da veranlaßte ein kluger Mann die Aufforstung des Hainberge- Im Laufe der Jahre entstanden Dort herrliche Waldungen, Die Land und Stadt vor Den Naturgewalten schützen und Bürgern und Studenten Erfrischung spenden Anders in Griechenland, wo einst die Wiege europäischer Kultur stand Da wareü im Altertum Die Berge wohl auch mit Waldern bedeckt, wenn man den allen Dichtern glauben Darf Seit Iahrhundeilen leDod) finD Die Berg- kahl und weile Strecken des Landes Dürr Die Bewohner fuhren em kümmerliches Hirlendafein Die Aufforstung ist eine Lebensfrage für das Land geworden, aber Die bisherigen Versuche in Dieser Richtung finD ergebnislos geblieben Besseren Erfolg scheint man in Italien au gaben Dort betreibt Mussolini mit Eise- Die Anlage neuer WalDgebicte auf Den kahlen Höhen, ebenso bemüht man sich in vielen anDeren Ländern, Die Waldbestände zu erhalten, zu pflegen und für die Wichtigkeit Des Waldes in bezug auf Klima und Fruchtbarkeit Des BoDcns VerftänDnis zu erwecken. In Den Alpen dient Der Wald als Welter, und Lawinenschutz bis hinauf an Die Grenzen Des ewigen Schnees Seidenindustrieller mit musikalischer Leidenschaft. Daß er seine Tochter am Konservatorium ausbilden ließ, nahm weiter nich. wunder, aber es ist nicht etwa diese gleichfalls bescheidene erbliche Belastung, Die ihr den Weg zu einer ungeahnten Laufbahn ebnete, sondern vielmehr ein organisatorisches latent, wie es in Italien nicht gerade häufig gefunden wird Dazu kommt, wieder eine südliche Seltenheit, Die Kenntnis verjchieDencr FremDsprochen. Vorzüge, Die sich währenD Des Krieges bemerkbar machten, als sie die Armbinde mit dem roten Kreuz umlegte und sozusagen hinter Den Kulissen, Die Wohltätig- keilsvorstellungen Toscaninis organisierte So wurde sie dein großen Dirigenten unentbehrlich. Sie war sein technischer Schrittmacher auch in Amerika und ermöglichte in ihrer unsichtbaren Rolle (eine (Europa- tournse mit der Philharmonie in Neuyork Ein business man sagten Die AmeriInner von ihr, und Das ist bekanntlich Das größte Lob, zu Dem sich ein Pankee verstehen kann Zumal wenn es sich um ein girl handelt Immerhin, in Italien hatte man sich eine solche Lösung des Theoterproblems nicht vorgestellt, und es wirkte wie ein Witz, als zur gleichen Zeit, Da dieses Fräulein Columbus den begehrtesten Bühnenthron bestieg. Die Gelehrten herausbrachten. Daß auch Der anDcre Columbus nicht ein Sohn Genuas, sondern Der intelligenten ctaDt Mailand ist Ob das Licht dieser Konstellation anhalten wird? Es steht nicht nur eine Frau letzt an der Spitze des Teatro alla Scala, Das einen internationalen Ruf zu verteidigen hat, sie steht auch mit Der Aufgabe, sie zu lösen, vor Der großen Bühncnfroge Italiens. UnD das könnte einem starken Mann zu viel fein. Die Besten sind jeDenfalld immer im Anlauf stecken- geblieben Pirande11 0 scheint auch schon entmutigt Das Problem besteht nämlich noch immer Darin. Den Thespiskarren aus einer wandernden und wandelnden Erscheinung zu einer seßhaften Einrichtung umzugestalten. Das Theater flüchtiger Wandertruppen in eine feste staatliche ober städtische Gemeinschaft Man hat auf Befehl Muss 0 1 in 1 3 zwar einige Staatstheater geschaffen, aber damit die Gefahr eines Günstlingssystems heraufbeschworen. Die unzähligen Truppendirektoren wollen von einer Verstaatlichung, Die sie mit Bürokratisierung Der Kunst gleichsetzen, nichts wissen Die unzähligen Schauspieler zweiten GraDes fürchten, an Den konzessionierten Großstädten immer vorbeifahren zu müssen UnD was es solcher und ähnlicher BeDenken noch mehr gibt. Run hat man alle Sorgen in die kleinen flinken Hände der Signorina Anita gelegt Sie wird tapfer fein müssen w,e jene andere Anita, die nie entmutigte Gefährtin Garibaldis... Wiederbelebung des Bürgervereins DerMerbau in der Red Mischen Klinik wir uns als wir, gehört. zu leicht in damit die Tanzes. *• Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E.V. (A. v. D.), Gießen: Wegen Ausführung von Kanalisations- arbeiten ist die Ortsdurchfahrt Frankfurter Straße in Vilbel ab 16. Oktober für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Nieder-Erlen- bad), Harheim, Bonaines und umgekehrt. " D i e n st j u b i l ä u m. 2lm nächsten Donnerstag 16. Oktober, kann der Verwaltungsselretär Star l Ritter sein 25. Dienstjubiläum an unserer Landesuniversität begehen. Der Jubilar, der in den akademischen Kreisen weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannt ist, hat sich durch seine vorbildliche Pflichttreue und sein gefälliges, umsichtiges Wesen die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Kollegen erworben, sich aber auch in weiten Kreisen der Bürgerschaft freundschaftliche Verehrung gesichert. Die besten Wünsche seines großen Bekannten- und Freundeskreises für weiteres erfolgreiches Wirken in seinem Amt in Gesundheit und Frische begleiten den Jubilar über seinen Jubiläumstag hinaus. ** Schulpersonalien. Durch Entschließung des Hessischen Ministeriums für Kultus und Bildungswesen wurden die Studienreferendare Fritz Flohr aus Gießen und Dr. Hornickel aus Mainz, zur Zeit in Friedberg, zu Studienassessoren ernannt. . _ " Hauskollekte für Nreder-Rarn- st a d t. In den nächsten Wochen läßt die An- Vcranlaßt durch den Artikel des „Gießener Anzeigers" über „Bürgervere in und K o m m u n a l a r bc i t" (Nummer 232 des Gieß. Anz. vom 4. Oltooer) hatte der Vorsitzende des vor mehreren Jahren durch die Ungunst der Verhältnisse eingeschlafenen Bürgervereins, Rektor i. R. Bl ü t l e r, auf gestern abend eine Anzahl Herren zu einer Aussprache über die Frage der Wiederbelebung desBur- gcrvereins eingeladen. Der Aufforderung waren 14 Herren gefolgt, die fich unter dem Vorsitz von Rektor Müller in reger Erörterung mit dem Gegenstand der Tagesordnung beschäftigten. Die vom „Gießener Anzeiger gegebene Anregung zur Wiederbelebung des Bürgervereins wurde begrüßt und übereinstimmend wurde betont daß für den Bürgerverein gerade unter den heutigen und den künftigen schweren Wirtschastsverhältnissen ein reiches Feld der Betätigung vorhanden sein werde. Es wurde in diesem Zulammenhang u a auch auf die frühere ersprießliche Arbeit des Bürgervereins zum Besten unseres Gemeinwesens hingewiesen, gegenüber den srüheren Jahren, nach übereinstimmender Ansicht aller Redner, aber loch eine Aenderung dahingehend als notwendig bezeichnet, daß der au neuer Tätigkeit erweckte Bürgervercin künftighin keinerlei politisches Gesicht mehr haben soll. Einstimmig wurde von allen Rednern, deren politisches Bekenntnis nach verschiedenen partei- richtungen Hinweis!, mit Entschiedenheit betont, daß der Bürgervercin unter keinen Umständen in den politischen Meinungskampf eingreisen und sich in Zutunst in keiner Weise an den kommunalen Wahlen beteiligen darf. Cs wurde übereinstimmend größtes Gewicht darauf gelegt, den Bürgerverein in strengster Weise unparteiisch und fern von der Politik, auch von der Kommunalpolitik der Parteien arbeiten zu lassen. Er soll nach der einhelligen Ansicht in ter gestrigen Vorbesprechung ein Sammelbecken aller Bürger, gleich ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, ob Haustragen die deutschen Kaperten vielfach selbst Schuld daran, daß dieser Tanz nicht so getanzt wird, wie er getanzt werden sollte; alle verfallen ein zu schnelles Tempo und zerstören ruhige, vornehme Eleganz dieses Laßt uns den Umgang mit Tieren pflegen, Freunde, damit wir unsere sterbliche Seele nicht verlieren. Zu dem Tiere dürfen wir freundlich und menschlich sein, ohne unserer bürgerlichen Würde etwas zu vergeben. Vor dem Tiere können noch schämen; denn das Tier ist besser wozu ja allerdings meistens nicht viel Es muß gesagt werden, daß die Katze in dieser schwierigen Lage sich vorzüglich benimmt. Sie ist offenbar noch nie auf der Vorortbahn gefahren, und man könnte erwarten, daß sie Furcht empfindet vor den heftigen Geräuschen und Erschütterungen oder vor dem Phantom eines vorbeibrausenden Zuges; aber nichts dergleichen, sie betrachtet alles mit ruhiger Aufmerksamkeit, und kein Ruf des Schreckens oder Erstaunens kommt über ihre Lippen. . „ . Was dagegen uns Fahrgäste anbetrifft, so find wir mit dem Auftreten der Katze andere Menschen geworden. _. r Der Herr mit der Tiefquart und dem Tiroler Hut hat plötzlich vergessen, aus welch vornehmem Hause er stammt, und lacht die Katze vergnügt an. Eine dicke Dame, welche Brillantohrrings trägt, wackelt heimlich mit dem Finger, um die Aufmerksamkeit der Katze zu erregen oder ihr vielleicht ein Lächeln abzugewinnen. Und wir anderen haben die Zeitungen sinken üassen und betrachten gespannt dieses geheimnisvolle und kluge, kleine Gesicht, aus dessen Stirn die dunkleren Streifen ein lateinisches M bilden. Sind es ist, als fei mit der Katze etwas von verlorener Einfalt und von Paradiesestum zu uns hineingekommen; in das Abteil der Vorort- besiher oder Mieter, darstellen, in dem sich aIle Einwohner zu freier Aussprache über die kommunalen Angelegenheiten unserer Stadt zu- sammenfinden können. Der Bürgerverein soll auf diese Weise bei seinen Vorträgen über kommunale Dinge und bei seinen kommunalen Ausspracheabenden den Stadtratsmitgliedern aller Parteien und auch allen Bürgern Gelegenheit geben, die Ansichten aller derjenigen fireife fennenju- lernen, mit denen die eine oder die andere vürgerschicht sonst nicht in Berührung kommen würde. Er soll dadurch;, frei von der Parteipolitik, eine Quelle der Informationen werden, aus der jedermann schöpfen kann, der bereit ist, zum Wohle der Stadt mitzuarbeiten. An der Aussprache beteiligten sich Rektor t. -K. Müller, Baumeister und Rentier W i n n, Hos- rat Grünewald, Kaufmann Horst, Kaufmann Valentin Frey, Rentier Brück, Redakteur Bl um schein, Rektor Kling und Bäckerobermeister L o e b e r. Als Ergebnis der eingehenden Aussprache wurde ein Ausschuß von acht Herren beauftragt, die Satzungen des Bürgervereins einer Durchsicht und zeitgemäßen Erneuerung zu unterziehen, wobei alles aus den Satzungen entfernt werden soll was dem Verein ein politisches Gesicht geben oder ihn auf aktive politische Arbeit in der Kommune Hinweisen würde. Der überparteiliche, auf Sammlung aller Bürger, gleich welchen politischen oder konfessionellen Bekenntnisses, hinzielende Eharakter des Vereins soll in der Neufassung der Satzungen klar herausgearbeitet werden, damit auf dieser Grundlage der Bürgerverein in seiner neuen Gestalt zu einem wirklichen Sammelbecken aller am Wohlergehen unserer Stadt interessierten Bürger wird. Der Ausschuß soll seine Arbeit baldmöglichst beenden, damit eine allgemeine Bür g e r - Versammlung zur Wiederi eebung des Bur- gervcrcins in Kürze einberufen werden kann. Wie der Wald gepflegt und gehegt werden muß, so bedürsen auch die Tiere des Waldes der Fürsorge und Hegung Der Wald bietet ihnen den natürlichen Schutzs Mit allem, was in ihm lebt und gedeiht, soll uns der Wald mit (Sbefürcht vor der Natur und dem Schöpfer alles Lebens erfüllen. Auch der, dessen Leben an den Stein der Städte gebunden ist. schöpft indirekt starke Kräfte aus dem lebenspendenden und lebenschützenden Dämmern des Waldes. Wir brauchen die Wälder für unser ge- snndheitliches Gedeihen fast so notwendig wie Wasser, Ihift und Sonne. Dr. G St. Taten sür Mittwoch, 15. Lktober Sonnenaufgang 6.22 Uhr, Sonnenuntergang 17.09 Uhr. Mondaufgang 22.22 Uhr, Mond- untergang 14.56 Uhr. 1582 Einführung des Gregorianischen Kalenders; - 1804: der Maler Wilhelm v. Kaulbach in Arolsen geboren ; - 1844: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Röcken bei Lützen geboren; — 1924; das Zeppelinluftschiff L. Z. 126 landet in Lakehurst. wics;crrcr Wochenmarltprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160, Kochbutter von 130 an, Malte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut -8 bis 10 gelb: Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10 Spinat 15 bis 20, Bohnen 15 bis 20, Unter- Kohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat . 100, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60 Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 31 ■. bis 4, Aepfel 30 bis 50, Birnen 15 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 103 bis 120, Nüsse 40 bis 60 Ps. das Pfund; Tauben (Stuck) statt für Epileptische in Rieder-Ramstadt dir ministeriell genehmigte Hauskollekte in Stadt und Kreis Gießen durch ihren Kollektanten erheben. Da es sich um ein Liebeswerk handelt, werden die Einwohner gebeten, den Kollektanten nicht ohne Gabe von der Türe gehen zu lassen. Der Kollektant ist mit Ausweis und behördlich genehmigtem Kollektenbuch versehen. ** Nebe 1 ischer Familientag. Am 5. Oktober fand im Palmengarten zu Frantfurt ein Fa« milientag der alten hessischen Familie Nebel statt.— Stammväter sind der 1782 in Gießen verstorbene Hofrat, Prof. d. Medizin Dr. Christoph Ludwig Ncbel und seine beiden Söhne: Geh. Rat Professor der Medizin Dr. Ernst Ludwig Wilhelm Nebel, und bekannte Geschichtsforscher, gestorben 1854 in Gießen, und der 1842 in Darmstadt verstorbene Oberpostmeister Wilhelm Christoph Nebel. Von den aus ihnen entsprungenen Familien Nebel, Ploch, Beck und Maurer waren 56 Mitglieder erschienen. * Der neue Spielplan der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie hat, wie man uns berichtet, viel Zustimmung gefunden. Die Nachfrage nach den Losen zur ersten Klasse ist stärker geworden, als früher. Besonders hat zu dieser Steigerung der Nachfrage die Schaffung vermehrter Mittelgewinne beigetragen. In unserem heutigen Anzeigenteil wird bekanntgegeben, daß bei den Lotterieeinnehmern noch eine Anzahl Lose zu haben ist. Auftakt zur Ball-Saison. Was wird im Winter 1930/31 getanzt? Von 3ie-nhold (Sommer, Äerlin. Dem bekannten Tanztrainer Sommer, erstens Sieger auf der diesjährigen internationalen Tangokonkurrenz in London, verdanken wir die folgende zeitgemäße Betrachtung. Wenige Wochen nur trennen uns vom Beginn der diesjährigen BaU Saison. Der Winter mit seiner Hochslut an Bällen, Kostümfesten, Tanz- Tees und anderen gesellschaftlichen Deranstal- tungen steht vor der Tür. Die Tanzkapellen stehen mit der Riefenauswahl neuester Tanzschlager so- zusag.n st urtberei!, um der Tanzfreuiigk it unserer Jugemd der jüngeren sowohl wie der älteren — zu dienen. Der moderne Gesellschaftstanz kennt nicht mehr die strengen Regeln früherer Zeiten; er läßt der Individualität des Tanzenden weitesten Spielraum Trotzdem sollten wir, meine ich, unsere choreographische Erziehung doch wenigstens so weit vollenden, daß wir uns die jedem Tanze eigentümlichen Grundschritte aneignen und erst nach ihrer Beherrschung unserer Phantasie bei der Ausübung des Tanzes Spielraum lassen. Nur durch eine Kenntnis der Grundregeln des modernen Gesellschaststanzes können wir jener Ueber- fülle der Stile entgegenwirken, die wir heute in vielen modernen Vergnügungsstätten beobachten können. Typischer Ausdruck dieser Unkenntnis ist der nonchalante Hotel-Tanz im Gigolo-Wackelstil, der so grundverschieden von der kultivierten und ästhetisch anziehenden Tanzart der vornehmen Gesellschaftskreise ist. Eine choreographische Erziehung ist meines Erachtens heute um so dringender notwendig, als die neue Mode Anforderungen an die tänzerische Qualität sowohl der Dame wie des Herrn stellt. Die Welt der jungen Damen wird in diesem Winter vorwiegend in langen Kleidern zum Tanze erscheinen, deren weicher und fließender Faltenwurf die Grazie ihrer Bewegungen unterstreicht und die natürliche Anmut ihrer zierlichen Schrille ins rechte Licht seht. Das erfordert natürlich sowohl von feiten der Dame eine Beherrschung der modernen Tanzrhythmen wie auch von feiten des Herrn eine sichere und elegante Führung. Mit jedem Jahre tauchen, von der zünftigen modernen Tanzlehrkunst oder von einem be- Hochschulnachrichten. Der durch die Übersiedelung von Professor E. Leupold nach .Köln an der Universität Greifswald erledigte Lehrstuhl der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie ist dem Prosektor und Leiter des Pathologischen Instituts der Städtischen Krankenanstalten in Mannheim und ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Heidelberg Dr. Hermann L o e s ch k e angeboten worden. — Zur Wieder-> besehung des durch den Weggang von Professor Müller°Heß nach Berttn an der Universität Bonn erledigten Lehrstuhls der gerichtlichen und sozialen Medizin ist ein Ruf an den Ordinarius Dr. Friedrich P i e t r u s k y an der Universität Halle ergangen. sonders begeisterten Jünger Terpsichores erdacht, neue Tänze auf, die das Programm der alten Rhythmen erweitern und dem vielgestaltigen und bunten Bilde auf dem Parkett eine neue gefällige Note geben. Meist handelt es sich zwar um Abarten bereits bekannter Tänze, aber immer werden doch dem Bestände an Tanzschritten einige neue Pas hinzugesügt, die zu kennen für den gesellschaftlich 'Versierten modisches Gesetz ist. In diesem Winter wurde uns solch ein neuer Tanz, der auf der Grundlage bereits bekannter Tänze aufgebaut ist, in dein sogenannten Midwav Rythm geschenkt, einer Kombination von Quickstep und Slowfox. Dieser neue Tanz mit dem nettklingenden Namen wird zii 42 bis 44 Takten in der Minute getanzt. Er besteht aus einem langgezogenen Grundschritt des rechten Fußes nach vorn und einem zögernd erfolgenden Nachzug des linken Fußes, aus die ein synkopierter Schritt folgt. Der neue Tanz wirkt, richtig getanzt, sehr hübsch, da er sich unserer modernen synkopierten Jazzmusik besonders gut anpaht. Neben diesem neuen Tanz, der seine Zugkraft erst betoeifen muß, werden die beiden bekannten älteren Favoriten des Dallfaales, der Tango und der moderne Walzer, den man allgemein fälschlich als English-Waltz bezeichnet, treten. Der Tango wird immer noch von vielen Tanzenthusiasten für den schönsten und geschmackvollsten unserer modernen Tänze gehalten. Seine Popularität in der Welt des Tanzes, in den Klubs, Ballsälen und Tanzdielen ist in keiner Weise gesunken, was schon daraus hervorgeht, daß unsere führenden Tanzetablissements neben einer Kapelle für die schnelleren und lebhafteren Tänze eine zweite Kapelle besitzen, die nur auf Tango und Boston eingestellt ist. Mit seinen nur 28 bis 30 Takten in der Minute ist der Tango ein Tanz von einer wirklich vornehmen Eleganz; der Umstand, daß er sich in Musik und Figurenbild besonders an das Gefühl wendet, macht ihn zu einem in Deutschland besonders gut ausgeführten Tanz. Auch der moderne Walzer mit seinen weiten, graziösen und melodischen Bögen, wird zweifellos stark im Vordergründe der Beliebtheit stehen. Durch die Ausbildung neuer graziöser Figuren, bei denen der erste Schritt lang und zögernd, als sogenannter Hesikationsschritt, der zweite und dritte mit Linksdrehung und einem Schritt nebeneinander als revers cütö-Schritt getanzt wird, hat man neue und neuartige Effekte geschaffen. Der Walzer dürste im kommenden Winter überhaupt viel nebeneinander getanzt werden, das Die Dame mit -er gestreiften Katze. Von Victor Auburtin. In dem Abteil der Vorortbahn fitzen wir üblichen acht oder zehn Personen, die mittags in die Stadt fahren, um die Theaterplähe zu besorgen, oder um Geld von der Bank zu holen, oder so etwas ähnliches. Die meisten lesen in ihren Zeitungen. Die anderen blicken mit jener hochmütigen Herablassung drein, die ein Zeichen guter Erziehung ist. Der Herr mit der Tiesquart und dem Tiroler Hut macht ein Gesicht, als wolle er uns allen, der Reihe nach, eine herunterhauen; der muß aus einem besonders vornehmen Hause sein. Da betritt die Dame mit der gestreiften Katze das Abteil, und mit einem Schlage ändert sich die ganze Lage. ., Die Dame mit der gestreiften Katze ist ein Fräulein, das offenbar an einem Wohnungsumzug beteiligt ist und die Aufgabe übernommen hat, die Hauskatze in unauffälliger Weise in das neue Heim zu befördern. Zu diesem Behuf hat sie die gestreifte Katze in einen Pompadour gesteckt, so daß die Katze sich nicht bewegen und nicht entkommen kann, sondern nur ihr Kopf freibleibt und an den Begebenheiten Anteil nimmt. nen. Große Fenster lassen viel Licht in die Räume. Holle Farben geben den Krankenzimmern die freundliche Grundnote. Im Erdgeschoß befin- >... sich auf dem für Lungenkranke bestimm den Flügel noch eine geräumige heizbare Glasveranda, Baderäume, Anrichteküchen, Desinfektions- räume, Klosetts vervollständigen die Einrichtung. Im Obergeschoß befinden sich drei Aerzte- zimmer, Laboratorien, UntersuchungsUmmer, Schreibzimmer. Die beiden Flügel sind ebenfalls in Krankenzimmer aufgeteilt, an der Südseite ist auch hier eine Veranda vorgebaut, die allerdings nicht heizbar ist. Im ausgebauten Dachgeschoß des Mittelslügels sind die Zimmer für das Hauspersonal. Im Kellergeschoß sind großzügige, zweckentsprechende Desinfektionsanlagen untergebracht, die eine vollständige Sterilisierung nicht nur der Wäsche, sondern ganzer Bettstellen mittels Heih- dampfs ermöglichen. Besondere Vorkehrungen sind getroffen, die eine Berührung reiner, mit unreinen Materialien ausschließen. Das geschah im besonderen dadurch, daß man z. B. Sterilisationskessel von zwei verschiedenen Seiten zugänglich machte. Auf der einen Seite wird dre unreine, infektiöse Wäsche o. ä. in die Kessel gebracht, auf der anderen Seite, in einem Raum, in dem nie infektiöses, sondern nur gereinigtes Material vorzufinden sein wird, entnimmt man die keimfreie Wäsche, die Bettstelle, oder was es ’ gerade sein mag, dem Desinfektor. Raum für 60 kranke. Die Isolierst ation, die demnächst ihrer Bestimmung übergeben werden wird, ist imstande, etwa 60 Kranke aufzunehmen. Zwei Aerzte, ein Assistenzarzt und voraussichtlich fünf Schwestern werden dort ihren schweren Dienst ausüben. Gerade die Schwestern, die in diesem Hause wirken werden, haben zusammen mit den Aerzten ein Maß von Verantwortung zu tragen, das vom Fernerstehenden kaum ermessen werden kann. Man muh sich in diesem Zusammenhang vor Augen halten, daß Die Schwestern durchweg für ihre Arbeit keinerlei Entgelt erhalten. Don den Pflegerinnen, die in der Jsolierstation den Kranken dienen, wird eine Aufopferung nerlanat, die in diesem Umfange unserer egoistischen Zeit völlig fremd geworden ist. Man muh weiter in Betracht ziehen, daß die Pflegerinnen in der Jsolierstation nicht nur ihre ganze Arbeitskraft einsehen müssen, sondern darüber hinaus ständig von der Gefahr der Ansteckung bedroht sind. An dieser heiht, der Herr tanzt als sogenannter Outsidepartner, wodurch sehr graziöse Wirkungen erzielt werden. Quickstep und Slowfox, jene beiden Antipoden der Ballkarte, dürften mit einigen älteren Tänzen das Programm der diesjährigen Saison abrunden. Mit seinen 52 bis 56 Takten in der Minute wird der Quickstep trotz der Beliebtheit seines Tempos in letzter Zeit sehr viel ruhiger getanzt. Das unruhige und nervöse Zappeln, das ihn früher kennzeichnete, ist verpönt. Der Slowfox, welcher etwa 34 bis 36 Takte in der Minute enthält, verlangt in seinen weichen und gleitenden Bewegungen natürlich absolute Körperbeherrschung. Richtig ausgeführt ist er aber ein Tanz mit einem wundervollen Rhythmus. Leider Aus einem dringenden Bedürfnis heraus bemühte sich die Aerzteschaft der Medizinischen Klinik um die Schaffung einer Isolier st a t i o n. Es verging viel Zeit, über zehn Jahre, bis sich der Staat entschloh, in den unzulänglichen Verhältnissen Abhilfe zu schaffen, und die Mittel für den Bau einer Jsolierstation bewilligte. Vor ungefähr zwei Iah en wurde mit dem Bau begönnern Nunmehr ist das Gebäude fertig. Die Ausstattung ist ebenfalls vollendet, letzte Hand wird angelegt, um alles für die Aufnahme der Kranken herzurichten. Die G e s a m t k o st e n , die für die Jsolierstation aufgewandt wurden, betragen 314 000 Mk. Davon entfallen auf die Errichtung des Gebäudes 214 000 Mk., auf die Inneneinrichtung insgesamt 100 000 Mark. Zur Ausführung der Arbeiten wurden in anerkennenswerter Weise zahlreiche Gießener Handwerker undGewerbe- treibende herangezogen. Der Entwurf des Baues stammt vom Hess. Hochbauamt, die Bauleitung lag in den Händen von Regierungsbaurat G e i b e l. Ausgabe der Jsolierstation wird es sein, Kranke solcher Art aufzunehmen, die für Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen eine unmittelbare Gefahr darstellen, z.B.: Typhus, Diphtheritis-, Masern-, Tuberkulosekranke usw. Diese Tatsache sordert besondere Maßnahmen schon in der Gestaltung und in der Austeilung des Gebäudes. Die Jsolierstation (sie liegt an der Gafskystraße in nicht allzu großer Entfernung von der Medizinischen Klinik» gliedert sich im wesentlichen in drei Teile. Der M i t te l b a u ist lediglich für die Aerzte, die Schwestern und das Hauspersonal bestimmt. JmlinkenFlügel werdenTyphus-, Diphtheritis-, Masernkranke usw. untergebracht, der rechte Flügel Ist im besonderen für gefährdete Tuberkulose vorgesehen. Für jeden der drei Gebäudeteile besteht ein bes onderer Eingang. Im Innern trennen Flurtüren die Abteilungen voneinander. Die Trennung ist konsequent durchgeführt. Die bauliche Aufteilung. Im Erdgeschoß des Mittelgebäudes befinden sich die Zimmer der Schwestern. Für zehn Schwestern wurde hier Wohnmöglichleit geschaffen. Außerdem befindet sich auf dem gleichen Flurdrittel ein Eß- und Ausfenthalts- raum und ein Gymnastikraum, ebenfalls für die Pflegerinnen. Im linken und rechten Flügel find die Zimmer für die Patienten, in denen 1 bis 8 Kranke je Zimmer untergebracht werden tön» 50 bis 70, Gier 15, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohtrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10 Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Kartoffeln der Zentner 2,20 bis 2,50, Weißkraut 3, Wirsing 4, Rotkraut 5 Mk. yornotiK»- Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: „Wasserscheu", 20 bis 22.30 Uhr. - L.ch.ipielhaus, Bahnhofstraße: „Atlantic" (der Untergang der „Titanic"). Astoria Lichtspiele: „Erpressung" und „Kehre zurück, alles vergeben! — Aus dem ©taöttbcaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung des Deutschen Künstlerlheaters Berlin mit Leopold ine Konstantin als Gast beginnt um 20 Uhr. Es ist die letzte Ausführung dieses Ensemble- Gastspiels. Am Donnerstag findet imMitt- w o ch ° Abonnement die Urausführung von Cor- rinths Zeitstück „Sektion Rahnstetten statt. Auf vielseitigen Wunsch wurde Nest roys Posse mit Gesang, „Einen Jux will er sich machen", die un Sommer-Abonnement einmal gegeben wurde, in den Winterspielplan ausgenommen. Die Musik und Gesangseinlagen dieses Stuckes haben eine besondere Anziehungskraft ausgeübt. Selbstverständlich können für diese Vorstellung Umtauschgutfcheine abgegeben werden, und zwar, weil die Vorstellung schon im Sommer gegeben wurde, für diejenigen Besucher, die die Vorstellung bereits seinerzeit gegeben haben, gratis. Auch die» Theaterabonnenten, die für die letzte Freitag- Vorstellung (10. Oktober) schon Umtauschscheme geholt haben, erhalten den nächsten Gutschein gratis. Stelle können nur Menschen wirken, die jeder Gefahr die Stirne bieten und weit hinausragen über den Menschen des Alltags. Die -Zugänge zu diesem Erweiterungsbau der Klinik befinden sich an der der Gaffkystraßc abgewandten Seite. Müssen doch viele Kranke erst von der Beobachtungsstation der Medizini- schen Klinik nach der Isolierstation gebracht werden. In diesem Zusammenhang liegt ter Gedanke nahe, ob nicht im Interesse ter Kranken der Dau eines unterirdischen, oder auch nur eines bedeckten, ater h e i z b a re n Ganges von der Medizinischen Klinik zur Isolier- station zweckmäßig wäre. Man sollte nicht annehmen müssen, daß die hierf^ notwendigen, aber vielleicht nicht bewilligten Mittel der ausschlaggebende Grund für das Alchtbestehen dieser Einrichtung sind. Dies wäre um so mehr zu bedauern da das Isolierhaus in seiner jetzigen Gestalt den Eindruck des Vollkommenen macht. Ein wohlgelunaener Bau. Aegierungsbaural Geibel hat mit diesem Dau etwas Vorbildliches geschaffen. Vicht nur, daß jede Einzelheit bis in das Letzte in tezug auf Zweckmäßigkeit gut durchdacht ist, auch in geschmacklicher Hinsicht ist die gesamte Anlage als sehr gelungen zu bezeichnen. Klar ist das Aeußcre gegliedert. Ein rofbrauncr Etel- verputz gibt dem Haus eine freundliche Note, der Gebäudesockel ist in Klinkern gemauert, die Haupteingangstore sind mit Klinkern gefaßt und beleben die Fassade außerordentlich. Die Innenräume sind mit großer Liebe ausgestattet »orten. Mit einfachsten Mitteln wurde erreicht, daß sich jedermann, der in diesem kummervollen Hause tätig ist (oder die Kranken, die hier gesunden wollen) äußerlich wohlfühlen muh. Für die Klinik bedeutet die Isolierstation Fortschritt, für die Aerzteschaft einige Erleichterung, für die Kranken erhöhte Sicherheit. SJLrfport Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft bezog im dritten Spiel und dazu auf eigenem Platz die dritte Nieder- lage. Die Marburger Germanen siegten verdient mit 5: 0 Toren. Diesen überraschend hohen Sieg konnten sie aber erst im letzten Drittel des Spieles erringen. 1900 mußte stark geschwächt äntreten und einige Zeit mit neun Mann spielen. Fünf Crsahstürmer waren nicht in der Lage, die hervorragende Marburger Deckung zu überwinden. Marburg war äußerst schnell und führte ein schönes rationelles Spiel vor. Nur der ganz hervorragende Abwehrleistung des Gießener Torhüters Drambach hat es 1900 zu verdanken, daß die Niederlage nicht noch höher wurde. Läufer uni) Verteidiger taten ihr möglichstes. Das Schmerzenskind war der Gießener Angriff, in dem jedes Verständnis fehlte und der beste Torgelegenheiten ausließ. Doch kam Marburg erst kurz vor dem Seitenwechsel nach einer verunglückten Abwehr eines Gießeners zum Führungstreffer. Vach verschiedenen vergeblichen und mißglückten Angriffen der Hiesigen verläßt Drambach in einem gegnerischen Angriff das Tor, die Gäste erhöhen auf 2:0. Dann wieder zögert die Verteidigung mit dem Eingreifen und Marburg schuf ein 3:0. Der übliche Handelfmeter Jäckels bringt den Germanen den vierten Treffer und eine Flanke vom Linksaußen durch den Halbrechten den Schlußstand. Die Gießener verließen in der zweiten Hälfte merklich die Kräfte, die Hintermannschaft war ständig überlastet und konnte die hohe Viederlage nicht verhindern. Das Spiel wurde jederzeit fair durchgefüh-rt. Christ aus Horas bei Fulda war ein vorzüglicher Spielleiter. Die Ligareserve konnte ihren Siegeszug fort- sehen. Diesmal mußte die erste Elf Steinbachs die Überlegenheit der nicht einmal in stärkster Aufstellung spielenden Gießener anerkennen. 1900 siegte recht hoch mit 6:0 Treffern. Die dritte Mannschaft fertigte diesmal zu Hause die erste Elf Garbenteichs mit dem Resul- tat von 5: 2 Toren ab, wobei es manchmal recht heiß herging und der Schiedsrichter gezwungen war, einige Kampfhähne hinter die Barrieren zu schicken. Jugend. Seit Beginn der Iugendverbandspiele am 1-1. September hat die Spielvereinigung 1900 drei Jugend- und eine Schülermannschaft im Treffen. Bis jetzt wurde an drei Sonntagen gespielt. In der diesjährigen Spielserie wird erstmalig wieder um Diplome und Wimpel gekämpft, die nur an die Mannschaften verliehen werden, die sich vor, während und nach dem Spiel gut und anständig verhalten und keine Spielerherausstellung nachweisen. Im Interesse der Jugendlichen selbst liegt es nun, sich den gestellten Anforderungen zu fügen und gegenseitig auf sich zu achten, wenn sie zu den Empfängern ter Auszeichnungen gehören wollen. Bemerkt sei noch, daß gewonnene Spiele und das Torverhältnis erst in zweiter Linie gewertet werden. Mit den bisherigen Spielen kann man zufrieden fein. Die Auswirkung geht aus nachstehender Tabelle hervor: Die erste Jugend spielte gegen die gleiche von Heuchelheim 2: 2. Spiele gern. verl. unentsch. Pkte 1900 AI 3 3 0 0 6:0 VfB. A I 3 3- 0 0 6:0 Lich AI 3 2 1 0 4:2 1900 A III 3 1 1 1 3:3 Butzbach A I 3 1 1 1 3:3 1900 A II 2 1 1 0 2:2 Niederweisel A I 2 1 1 0 2:2 Lollar A l 3 1 2 0 2:4 Großen-Buseck A I 3 1 2 0 2:4 Steinberg A I 2 0 2 0 0:4 VfB. A II 3 0 3 0 0:6 V. f. B. Die Liga und Ligareserve waren am Sonntag ohne Gegner. Dagegen hatte die dritte Mannschaft auf eigenem Platz gegen die erste Elf des Sportvereins Leihgestern anzutreten. Das Treffen enttäuschte stark. Die beiderseits gezeigten Leistungen waren recht schwach: es wurde ohne System und ileterlegung gespielt. Das 3:3 entspricht dem Spielverlauf. Von ter Iugend- abtcilimg war nur die zweite Mannschaft auf dem Plan. Sie gewann das Pjlichtspiel in Dutenhofen mit 3:2. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Io. o. 1846 I — To. Lauterbach 1 4:2 (1:2). Das Ergebnis stellt den Lauterbachern ein gutes Zeugnis aus. Sie spielten eifrig und führten bei Halbzeit 2:1. Die 1846er hatten Mühe, die Gäste niederzuzwingen. Mit diesem Treffen ist die Vorrunde oeendet. Im 1. Spielbezirk steht Großen-Duseck mit 8 Punkten vor Tv. v. 1846 mit 6 Punkten an ter Tabellenspitze. Handball im Männerturnverein (D.T). To. Alsfeld I — Mtv. Gießen 1 2:13 (1:7). Das letzte Verbandsspiel der Vorrunde führte am vergangenen Sonntag auf dem Mtv.-Platze die beiden ersten Mannschaften des Tv. Alsfeld und des Mtv. Gießen zusammen. Das Spiel gewannen die Einheimischen mit ziemlich hohem Re- sultat. Der Grund hierfür wird darin zu suchen sein, das den Alsfeldern (neu in der Meisterllasse) die nötige Spielerfahrung fehlt. Während des ganzen Spieles zeigte sich eine starke Ueterlcgen- heit der Gastgeber. Das Endresultat entspricht dem Spielverlauf. Die Alsfelder Mannschaft spielte mit großem Eifer, dem Sturm fehlte aber die Durchschlagskraft. Durch diesen Sieg stehen die hiesigen Mtv.er auch weiterhin mit einem Punkt hinter Tv. Wetzlar - Nieder Girmes an zweiter Stelle, es folgen Tgm. Friedberg, Tv. Alsfeld und T.- u. Spv. Butzbach. Tv. Großen-Linten I — Mtv. Gießen 11 4:1 (2:1). Dor dem Spiele ter Meisterklasse stand die zweite Mannschaft des Mtv. der ersten des Tv. Großen-Linden, dem Tabellenersten ter A-ÄIaffe, im Verbandsspiel gegenüber. Während das Spiel in der ersten Halbzeit ziemlich ausgeglichen war, fielen die Gastgeber später immer mehr ab. Tv. Wetzlar 1. Jugend — Mio. Gießen 1. Jugend 6:1 (3:1). Die erste Iugendmannschast trug in Wetzlar ihr festgesetztes Pslichtspiel aus und mußte sie sich von den körperlich stark überlegenen Gastgebern schlagen lassen. Die Tabelle verzeichnet nach Beendigung ter Vorrunde folgende Ordnung: Tv. Wetzlar 7 P., Mtv. Gießen 6 P., T.- u. Spv. Butzbach 5 Punkte, Tv. Heuchelheim 2 Punkte, Tv. Lich 0 Punkte. Abturnen deö T. V. Lang-Göns. Unter reger Beteiligung der hiesigen Einwohnerschaft fand am Sonntag in der Turnhalle das Abturnen des Tv. Lang-Göns statt. Neben den vorzüglichen Leistungen ter Turner an den Geräten fanden hauptsächlich die Darbietungen der Mädchengruppe starken Anklang. Unter Leitung von Bezirlsoberturnwart Wilhelm Lang zeigte sie in ihren Freiübungen, dem Keulenschwingen und auch an den Geräten sehr beachtliche Leistungen. Den Hauptdarbietungen der Turnerinnen und Turner ging das Wetturnen ter Schülerriege und ter Iugendturner voraus. Auch hier konnte man feststellen, daß eine große Anzahl der Schüler zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Am Sonntag fand auch in Gedern das diesjährige Abturnen des Turnvereins statt. Unter Vorantritt des Musikvereins marschierten die Turnerinnen und Turner nach dem Sportplatz „Breite Wiese", wo die einzelnen Riegen ihre Kämpfe austrugen. Die Leistungen standen auf recht beachtlicher Höhe. Im Anschluß an das Abturnen standen sich die erste Handballmann- schäft des Tv. Hirzenhain und die hiesige zweite Mannschaft gegenüber. Dieses Verbandsspiel endigte mit einem 3:0-Sieg der Gäste. Das an- gesetzte Verbandsspiel ter hiesigen ersten Hand- bällmannschast gegen Tv. Schlitz konnte wegen Nichterscheinens ter Gegner nicht ausgetragen werden. Am Abend fand im BergwirtShaus PreiSverteilung statt. Arbeiter-Turn- unv Eportbund. Heuchelheim I — Gießen 1 0:4. Das interessanteste Spiel der ersten Bezirksklasse stieg in Heuchelheim. Gießen zeigte eine geschlossene Gesamtleistung. Aber auch die Platzelf führte ein ansprechendes cpicl vor, reichte jedoch nicht an die Gäste heran. Gießen war in der Stürmerleistung besser und schoß verdient 4 Tore. Den Einheimischen blieb trotz aller Bemühungen jeder Erfolg versagt. BJieJerf I — Gießen Ib 13:1. Gießen 1b trat in Wieseck mit neun Mann an. Die Einheimischen konnten schon nach kurzer Zeit die Führung übernehmen und ein Halbzeitergebnis von 7:0 herausholen. WieIeck konnte nach lustlosem Spiel noch sechsmal erfolgreich sein. Den Gästen blieb das Ehrentor. Die ersten Jugendmannschaftcn beider Vereine lieferten sich am Vormittag ein flottes scharfes Spiel, das unentschieden 1:1 endete. Vollbringen 1 — Lollar 1 3:0. Der schlechte Boden in Daubrtngen ließ eine volle Entfaltung der Mannschaften nicht zu. Die Einheimischen erzielten mit Glück dies schmeichelhafte Resultat. Burkhardsselden 1 — Naunheim 1 1:11. Ein Bombenergebnis! Das Resultat will beweisen, daß die Naunheimer wieder ihr früheres Können erreicht haben. Kinzenbach I — Naunheim 1b 2:1. In Kinzenbach gingen die Einheimischen nach wenigen Minuten in Führung. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Einem zweiten Treffer von Kinzenbach konnten die Platzbesitzer nichts mehr entgegensetzen. Nkarburg 1 — Annerod 1 5:0. In Marburg lieferten sich diese Mannschaften ein schönes Spiel. Die Einheimischen waren den flinken Gästen stets überlegen. — Vorher spielte die zweite Mannschaft Marburgs gegen die erste Frankenbachs. Die Marburger siegten 4:0. Watzenborn I — Saasen I 9:1. Watzenborn als Platzbesitzer bot eine sehr gute Lejftung von dementsprechendem Erfolg gekrönt. Die Gäste konnte nur das Ehrentor retten. Watzenborn Jugend gewann gegen Staufenberg Jugend 5:1. Rüddingshauscn I — Launsbach I 5:0. In Rüddingshaufen lieferten sich die Mannschaften ein lebhaftes Spiel. Bis Halbzeit konnten «die Einheimischen erst mit 1:0 Toren führen, erhöhten jedoch bis zum Schluß auf 5:0. Wißmar I — Hausen I 3:1. Auf sehr schlechtem Boden lieferten sich die Neu- ünge ein gleichwertiges Spiel. In der zweiten Halbzeit dominierten die Einheimischen und gewannen mit 3:1. Im Spiel der Jugendmannschaften beider Vereine konnten die Gäste mit 3.0 Sieger bleiben. . Heuchelheim II — Wetzlar II 1:1. Das ausgeglichene Spiel endete Unentschieden 1:1. Die zweite Jugend Wiesecks fertigte Lollar mit einer 3:1-Niederlage ab. * Handball wieseck I — Krofdorf I 3:2. Das entscheidende Spiel um die Bezirksmeister- schuft! Beide Hüter mußten des öfteren ihr Können beweisen. Krofdorf ging zuerst in Führung. Wieseck erzielte jedoch bald den Ausgleich. Halbzeitstand: 1:1. Nach Seitenwechsel übernahm Krosdor wieder die Führung, der jedoch abermals der Aus gleich entgegengesetzt wurde. Ein prachtvoller Wur von Links brachte dann die Wiefecker in Vorteil. Als kurz vor Schluß ein Spieler der Gäste das Feld verlassen mußte, brachen jene das Spiel ab. Das Tennisturnier in Meran. Das Turnier konnte am Montag beendet werden. Als Siegerin aus dem Wettbewerb um den Lenz-Pokal ging die schweizerische Meisterin Payot vor Cilly Äußern und ter Italienerin Valeri hervor. Cilly Äußern gewann das Gemischte Doppel mit dem deutschen Meister Boussits als Partner, unterlag jedoch im Damendoppel mit Frau Schomburgk im Finale den Französinnen Adamoff-Neufeld. Deutsche Leichtathleten in Frankreich. Unter Beteiligung deutscher Leichtathleten kam am Sonntag in Lyon ein. leichtathletisches Meeting zum Austrag, zu dem auch Weltrekordmann Ladoumögue einen Weltrekordversuch über 1000 Meter angcmeltet hatte, der allerdings durch das schlechte Wetter zum Scheitern verurteilt war. Die deutschen Teilnehmer konnten sich fast alle als Sieger placieren. Welscher, Frankfurt, gewann die 110 Meter Hürden in 16 Sek. vor Lldelheim und 'Bernhard, Ionall). Hannover, siegte über 100 Meter vor ‘Bciqbcter und Perrain. Engelhardt wurde über 400 Meter hinter Moulines, Rcliat, Galtier und Feger nur Fünfter, Danz über 1000 Meter hinter doumögue und Martin nur Dritter. Köpke, Stettin, gewann den Hochsprung mit 1,80 Jicter vor Menard und Sabatier, und Schneider Rüsselsheim siegte im Kugelstoßen mit 14.50 Meter vor Winter und Noel. Buntes Allerlei. Eine Gashinrichtung. Dor einigen Jahren ging, wie wir einem Bericht von Professor Thorsten Sellin (Philadelphia) im Oltoberheft der Monatsschrift für Kriminalpsychologie (Herausgeber Aschaffenburg. Cöln und v. Hentig, Gießens entnehmen, der Gesetzgeber von Nevada daran, die Anwendung der Todesstrafe menschlicher zu gestalten. 3m Jahre 1921 trat ein Gesetz in Krast, das anordnete. Hinrichtungen sollten von diesem Augenblick an durch ein tödlich wirkendes Gas erfolgen. Ein Chinese, Gee John, war der erste, der nach diesem Gesetz am 8. Februar 1924 hingerichtet wurde. Der letzte Fall betraf einen Mann namens Robert White, der am 2. Juni 1930 starb. Whites Fall ist deshalb besonders bemerkenswert, weil es sich um die erste Gashinrichtung in den Annalen der Kriminal- Wissenschaft handelt, die wissenschaftlich beobachtet wurde. Die Hinrichtung fand in einer gemauerten Kammer statt, die 9 Fuß lang. 8 Fuß breit und 7 Fuß hoch war. Der Raum war besonders für diesen Zweck erbaut, luftdicht und mit Fenstern versehen, durch welche Zeugen der Hinrichtung zusehen konnten. White wurde in dieser Kammer aus einen Stuhl gesetzt. Auf dem Boden vor ihm stand eine Schale, die ein Quart Schwefelsäure und eine Gallone Wasser enthielt. Ein Behälter mit etwa einem Dutzend Ein-^Inzentabletten Cyankali war so ausgestellt, daß, sowie von außen an einer Schnur gezogen wurde, die Tabletten in die Säure fallen und die tätliche Blausäure zur Entwicklung bringen mußten. Der Gefangene war nach dem ersten liefen Atemzug bewußtlos und nach elf Sekunden tot. White war ein Spieler, der auf Grund eines Indizienbeweises wegen Mordes verurteilt war. Nach der Derurteilung bat er um Hinrichtung an Stelle lebenslänglicher Freiheitsstrafe. Später legte er auf Bitten seiner Frau Berufung ein. Ein Jahr verging, ehe der Oberste Gerichtshof zu einer Bestätigung des Urteils kam; in dieser Zeit half ter Verurteilte beim Bau ter Todeskammer. — Als der Wärter ihn kurz vorder Hinrichtung fragte, ob er einen letzten Wunsch habe, antwortete er, wie berichtet wird: „I ch bitte um eine Gasmaske, was anderes kann ich nicht mehr brauchen." Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Der Facendeiro läßt sein „Geld“ umschaufeln, seinen Kaffee nämlich, der auf weiten Trockenplätzen ausgebreitet liegt. Bel der sog. -trockenen« oder »gewöhnlichen« Aufbereitung werden die Kaffeekirschen zuerst getrocknet und dann von Fruchtfleisch und Pergamentschale befreit. Beim »nassen« Verfahren wird zunächst das Fruchtfleisch in Wasserbassins in Gärung versetzt, um so leichter entfernt zu werden. Da unreife und notreife Früchte schwimmen, können diese dann leicht abgeschöpft werden. Bei beiden Verfahren aber behält der Kaffee das Coffein. Der coffeinfreie Kaffee Hag wird erst in Deutschland nach einem besonderen patentierten Verfahren von diesem für viele Menschen schädlichen Bestandteil befreit, ohne daß Geschmack und Aroma beeinträchtigt werden. Oberzeugen Sie sich selbst. Sie werden keinen wohlschmeckenderen Kaffee Finden,als Kaffee Hag. Dabei ist Kaffee Hag völlig unschädlich. Auch Kindern dürfen Sie ihn unbedenklich geben ratet Sie kostenlos wegen Verbesserung Ihrer Lichtanlage, Elektrisches Licht ist billiges Licht/ Die Augen sind unser kostbarstes Sinnesorgan, deren Gesundheit man nicht aufs Spiel setzen darf. Bei schlechtem Licht werden die Augen überanstrengt und da- > durch geschädigt. Gute Beleuchtung schont die Augen, erhält sie leistungsfähig und bewahrt sie vor Überanstrengung.Sparen Sie daher nicht an Licht. elektrisches Licht ist billig. RAMPEN Nachdruck verboten 4. Fortsetzung. ♦ * Einmal — zwischen Längenfeld und Aschbach — kam ihnen" eins der großen Touristenautos entgegen, die viel zu breit für diese Gebirgsstraßen Tirols und mit einer Badseite dem Abgrund immer so bedenklich nahe sind. Die Fahrerin stoppte ab, und beide drückten sich links ganz dicht an die überhängende Felswand. Zwanzig Meter unten rauschte die ungebärdige Oetztaler Ache. Als die große Konkurrenz vorüber war, ging es im Zwanzig-Kilometer-Tempo auf der kurvenreichen Straße weiter. Lind dann — endlich! — Sölden! Aach der anstrengenden Fahrt in sengender Sonne schmeckte das Bier, mundeten die Schlögl. Erdmute brachte ihr Aad in der Garage unter und blieb im Gasthof zur Post. Gutenberg aber fand ein billiges Quartier, das sehr malerisch an der Windach-Schlucht lag. Das kleine Zimmer, dessen Wände und Decke ganz aus Zirbelkiefer bestanden, hatte ein Fenster nach dem Anstiegspfad zum Brunnenkogcl. Keine fünf Minuten vom Haus begann der Wald — Schon am nächsten Tag machte Gutenberg die Malerin auf die Windach-Schlucht aufmerksam. Sic kam denn auch gleich mit dem Skizzenblock und fertigte bei günstiger Beleuchtung ein saube- des, duftiges Aquarell. Er lag neben ihr im Grase und trank die Schönheit des Tages in sich hinein: Die Bläue des Himmels, die quirlenden Wasser des Gletscherbaches und die Anmut des Mädels. .. _ w Eine Weile war nichts hörbar, als das Bauschen des Baches. Dann brach Erdmute Hansen das Schweigen. „Haben Sie schon an Ihr Frauchen geschrieben?" fragte sic, ihre Worte mit einem neckischen Blick schräg unter den Lidern hervor begleitend. Gutenberg erschrak. „Bein." Erdmute hatte bereits die Situation erfaßt. „Ich wette, Sie Böser haben noch gar nicht an Ohre Gattin gedacht!" Weil es ihm zu warm wurde, öffnete er die blaue Touristenjacke, gestand in komischer Zerknirschung: „In Ihrer Bähe ist das kein Wunder... Sie schüttelte den Kopf, daß ihr Pagenhaar aufsprühte unter dem Kuß, der Sonne. „Oh, diese Männer! Wenn sie erst den Fuß ZRomtm von Hans Friedrich. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. über die Schwelle gefetzt haben, fühlen ffe sich schon frei und ledig." Gutenberg wußte, daß er nun sprechen mußte, wenn er nicht in ein schiefes Licht kommen wollte. „Ich schreibe vereinbarungsgemäß nicht nach Hause an meine Frau, sondern nur ab und zu ein Kärtchen an meinen Auftraggeber, den Ver- lagsdircktor Dr. Berger, damit er meine Adresse weih. Lind meine Frau setzt sich nur bei unvorhergesehenen, dringenden Fällen mit ihm in Verbindung." Die Malerin erwischte vor Erstaunen die falsche Farbe, merkte ihren Irrtum erst, als sie Zinnober anstatt Gelb auf der Palette sah. „Entschuldigen Sie meine Neugier, Herr Gutenberg — aber wozu diese Isolierung?" Er ließ sie nicht aus dem Griff seiner Augen, dachte zum soundsovielten Male: „Der Kontrast zwischen Augen und Haarfarbe macht sie zu einer Seltenheit ..." Cs blieb ihm nichts übrig: Er berichtete von seinem Liebereinkommen mit Dr. Berger und seinem Vorsatz, einen Boman nach eigenem Erleben zu schreiben. „Was ich bisher schrieb, war zu achtzig Prozent Phantasie. Aber nun teilt ich das hundertprozentige Leben selber einsangen." Erdmute begriff, obgleich ihr dies alles merkwürdig und nicht alltäglich erschien. „Ich kann Sie verstehen. Es ist ein Gegensatz wie Oeldruck und Gemälde." Gutenberg wickelte den Gcsprächsfaden weiter ab. „Dr. Berger hat recht: Ein Schriftsteller muh ein Hans Dampf in allen Gassen sein." „Natürlich!" pflichtete das Mädchen bei. „Wir Maler können uns auch nicht nur auf unsere Phantasie verlassen. Wir gehen an unseren Vorwurf heran und versuchen, das Objekt so gut wie irgendmögltch nachzubilden. Auch in der Dichtung muh die Lebenshöhe und -Wahrheit oberster Leitsatz sein." Gutenberg spitzte die Lippen zu einem Kompliment. „Sie schauen aus wie achtzehn und sprechen mit der Klugheit einer Scchsundzwanzigjährigen, mein "gnädiges Fräulein!" Sie gönnte ihm einen ihrer schelmischen Blicke. „Nehmen Sie die Mitte und Sie kommen der Wahrheit nahe." Das Bild war fast fertig. Nur einige Glanzlichter galt es noch auf die Wasserfläche zu setzen. Der Schriftsteller sprang auf, stellte sich neben die Malerin. Lim besser sehen zu können, beugte er sich herab. Dabei streifte sein Gesicht ganz flüchtig ihr daunenweiches Haar. Als Kind hatte er einmal sehr zärtlich und behutsam ein Kücken an die Wange genommen und mit Entzücken den weichen Flaum des kleinen Lebewesens gespürt. Daran mutzte er denken. „Sie finden kein Wort ...“, neckte Erdmute. „Entweder ist die Skizze so schön oder so schlecht, datz es Ihnen die Sprache verschlägt." Er überwand seine Befangenheit. „Ich muß gestehen, Sie haben die Naturfarben wundervoll getroffen." Lind weil sie nichts erwiderte, fuhr er seufzend fort: „Wollte Gott, daß es mir mit meinem neuen Boman auch gelingen möchte!" Diese Iunitage schlichen unglaublich träge dahin. Wenn Gertrud Gutenberg nicht ihre Klavierschüler gehabt hätte, wäre ihr die Trennung von Heinz noch viel schwerer geworden. Als Schriftsteller war er fast den ganzen Tag über zu Hause, arbeitete am Schreibtisch. Lind wenn ihn irgendein Problem besonders fesselte, besprach er es mit seiner Frau. Trude hatte einen klaren Blick für die Wirklichkeit. Ihr treffendes Llrteil war dem Schriftsteller schon oft von Nutzen gewesen. Acht Tage war er nun schon fort. Sie wußte, daß er sich nach Süden gewandt hatte. Die Alpen waren ja schon immer das Ziel seiner Sehnsucht. Lind nun freute sich Frau Gertrud bereits auf das Wiedersehen! „Wenn er für seinen Boman ein gutes Honorar bekommt, machen wir gemeinsam noch eine kleine Beise!" kombinierte sie. Lind sich jäh zu ihrem Schüler, einem zehnjährigen Buben, umwendend, hörte sie, daß er schrecklich falsch spielte. „Cis! Cis!" rief sie und machte dem Kleinen zum fünfundzwanzigsten Male die Bedeutung der Kreuzvorzeichnung klar. Aber es ging nicht. Heute war die Lehrerin genau so unaufmerksam wie der Schüler. Immer wieder schweiften Trudes Gedanken ab. Es war hart, diese Trennung zu ertragen und nicht einmal zu wissen, wo sich Heinz aufhielt. Ob er die Vereinbarung ernst nahm? Insgeheim hofste Trude immer noch, daß er ihr einmal schreiben würde. Doch Tag um Tag verging. Es kam keine Post. Da resignierte die junge Frau, so gut das ihre dreiundzwanzig Lenze zulietzen. Sie konnte die Hoffnung nicht begraben, daß er schneller wieder daheim sein würde, als vorauszusehen war. Sie sollte sich irren. Heinz kam nicht, aber ein anderer ... Franz Strobl. Wie vom Himmel gefallen, stand er eines Tages vor ihr. Sie lieh ihn eintreten. „Franz — wirklich und wahrhaftig!" rief sie freudig überrascht. Lind dann sahen sie sich im Wohnzimmer gegenüber. Er konnte die Augen nicht von ihr lassen, aber sie war gefeit gegen seinen zudringlichen Blick. Es kam ihr gar nicht in den Sinn, daß der einstige Studienkollege andere als freundschaftliche Gefühle für sie hegen könnte. Sie war die Frau des anderen, und das muhte ihm genügen. „Du hast dich seit meiner Verheiratung nicht sehen lassen!" sagte sie vorwurfsvoll. Strobl riß sich zusammen. , „Ich wollte dich in deinem jungen Glück nicht stören." Lind bei sich dachte er: Sie ist noch dieselbe, vertrauend, kameradschaftlich in ihrem Wesen. Sie wird dem Streber eine gute Frau geworden sein. Lind ihr Aeuheres: Donnerwetter, tadellos! Ein wenig schmaler und ernster war sie geworden. Aber immer noch Basse und Klasse! Das heißt, so vernünftig und hübsch der Beiße nach arbeitete das Gehirn des Musikers nicht. Die Art, wie er fast unbewußt die Summe der Eindrücke zog, glich dem ungarischen Tanz, den er vor Frau Dr. Berger so meisterhaft zu Gehör brachte: Wild durcheinander wirbelnd, drängend, verhaltend und doch wieder explosiv wirkend. „Schade, daß Heinz nicht daheim ist ...", bedauerte Trude. „Er ist mit einer jungen Malerin nach Tirol gefahren", sagte Strobl mit geheuchelter Gleichgültigkeit. Trudes Augen wurden weit und tief. „Ist das wahr?" Llnd sich rasch verbessernd: „Natürlich — aber woher weiht dü ...?" „Durch Herrn Dr. Berger. Se1ns--Gattin erzählte mir von dem Abkommen, das zwischen dem Verlagsdirektor und deinem Mann getroffen worden ist. Llnd am anderen Tage erfuhr ich auch, dah Heinz Gutenberg in Begleitung einer Malerin aus Garmisch nach Innsbruck abgereist ist. Er hat noch eine Llnterredung mit dem Doktor gehabt, woraus hervorging, dah er nach Sölden im Oetztal zu gehen beabsichtigte." Die Worte Strobls machten sichtlich Eindruck auf Gerrrud. Nach einigen stummen Sekunden lenkte sie das Gespräch auf ein anderes Thema. „Llnd du, Franz, wie geht es dir? Du hast zuletzt in Garmisch konzertiert?" Er berichtete in trockenen, dürren Worten von seiner Frühjahrstournee durch Oberbayern. „Du weißt doch, Trude, dah ich unstät und flüchtig bin, seitdem du von mir gingst." Sie machte eine Handbewegung. „Ach du, red' keinen Llnsinn! Auf jeden Fall freue ich mich, datz du es einmal für der Mühe wert gehalten hast, mich aufzusuchen." Als sie diese Worte sprach, wurde sie plötzlich nachdenklich. Ein Gedanke leuchtete wie ein Transparent aus dem dunklen Nichts hervor. „Oder — steht dein Kommen mit der Tiroler Beise meines Mannes m Verbindung?" Sie wollte und mußte Klarheit über diese Frage- Haben. (Fortsetzung folgt) Als besonders preiswert bieten wir an: Kanin Opossum gefärbt Seal«Kanin alomon amerik.Opossum Schulstraße 4 6908 A Moufflonkragenm=ii. Bi bereite moderne Farben........ab 4 Rollkragen in verseh. Fellart. .ab 1O°° svische Lische Mittwoch irüh 9 Uhr etntreffend: ff. Kabeljau und Schellfische Bratschellfische Feinste Nordsee-Schellfische m. SL l'/8 bis 2vsündig Frische Fischfilets' 67igd Richard Grünewald Babnbofstr. 27, Fcrnipr. 3631 Jeden Mittwoch ab 4 Uhr Tanz-Tee Abends Gesellsthatls-Tam 06368 So Ithrrt nudiBodieidtnheit wrnnithmith xti zulixhe und Mil,daß ich iu jeder Zeit dal größte Stück efwuche! l! doch ein solch Schwäbischer Ofen kochen kann, stellte kürzlich Onkel Mollig mit Verwunderung fest, als er für einige Tage den Haushalt selbst führen mußte. Das hätte er nicht geglaubt! Und wo er ohne dies schon ein Freund guter Gerichte ist, freut ersieh doppelt über die Anschaffung dieses schönen Ofens. Auch Sie werden Ihre Freude an solch einem schönen Schwäbischen Ofen haben. Nicht nur, daß er tadellos kocht und brät, nein er hält auch Ihre Stube schön warm. Mag nun ruhig der Winter seinen Einzug halten, wer einen Schwäbischen Ofen hat, der ist zufrieden. Wenn die Eiszapfen draußen zu Dutzenden hängen und die Winterstürme durch die Straßen wehen, dann erst weiß man, was ein guter Ofen wert ist. Darum sehen Sie sich also ruhig einmal meine Auswahl an. Sie werden es nie zu bereuen haben. 6682A X B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSGARTEN abends 8.30 Uhr 7009 D Kerrie 7014D WMlMl WMwnS.Wel Der Pelzmantel ist der Wunsch jeder Dame Wir liefern an Beamte. Festangestellte, Kaufleute ufro. Pelze in allen FeUarten wie Seal electric, Bisam. Pechanicki. Maulwurf ufro. zu nanz bedeutend et- mäßigten Preisen. Um jedermann den Kauf zu ermöglichen, aewähren wir mchrmonatliche Ratenzahlungen — bis 12 Atonale Kredit — ohne jeden Ausschlag. 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Als Marburg 1898 das Bundesfest vorbereitete, erschien zum ersten Male eine gröhereFefisch rift. Tie Leitung des Bundes lag von einem Feste bis zum anderen in der Hand des festgebenden Vereins, der Gedanke der „V or- ortschaft" lag in den Satzungen verankert. Erst von 1902 ab erhielt der Bund einen ständigen Vorstand. Der 1. Bundesvorsitzende wurde Herr Hauptlehrer E. Schneider von Marburg. Seit dem 3ahre 1900 war der spätere Vorsitzende. Herr Vektor Storch von Butzbach, Mitglied des Vorstandes. Die Mitglieder, die dem Bunde 25 Jahre angehören, wurden seit 1897 mit Diplom bzw. Ehrennadel ausgezeichnet. Nachdem der Vorsitzende Schneider aus Gesundheitsrücksichten sein Amt nicderlegte, wurde Herr Nektor Storch (Butzbach) 1. Vorsitzender. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tode am 22. Juli 1925. Ein tatenreiches Leben hatte seinen Abschluß gefunden. Seit 1928 steht der Bund unter der Leitung von Berufsschullehrer F. Gengnagel in Grünberg. 70 Jahre Lahntalsängcrbund gehören nun der Geschichte an. Dank gebührt den Männern, die den Grundstein legten, und den Vereinen, die den Ausbau übernahmen. Mit ungewöhnlicher Ausdauer wußten die Männer, die die Führung hatten, alle Hindernisse zu überwinden. Viermal brach Krieg in deutsche Lande, einmal standen sich die Sangesbrüder politisch feindlich ge- berufskundliche Film: „Von der Schulbank zur Werkstatt" zur Vorführung gebracht. Etwa 700 Schulkindern wurde auf diese Weise Einblick in viele Berufe gewährt, von denen sie bis '? - kaum etwas gesehen oder gehört haben. Oberheffen. Dom Lahnialsängerbund. genüber, aber die Führer verstanden es, auch hier klaren Kurs zu halten. Wohl haben die Stürme manches Blatt, manche Blüte oder gar Zweige vom Stamm gerissen, doch der Stamm selbst hat dem Wetter getrotzt. Der Bund hat in den langen Jahren feines Bestehens — getreu feinen Satzungen — mit dazu brigetragen, neben dem Kunstgcsang das Volkslied zu pflegen. Tragischer Abschluß einer goldenen Hochzeit. ± Groß-Eichen, 13. Oft. Am gestrigen Sonntag feierten die Eheleute Konrad W o l f III. und Johanna, geb. Weitzel, das Fest der goldenen Hochzeit. Leider schloß der Ehrentag des Jubelpaares mit einem tragischen Ereignis. Die Jubilarin wurde, jedenfalls infolge der Aufregung an diesem freudigen Tage, am Abend von einem Herzschlag betroffen, der ihren sofortigen Tod zur Folge hatte. Der schwer betroffenen Familie bringt die Gemeinde herzliche Anteilnahme entgegen. Landkreis (Rieften. 8 Alten-Duseck, 13. Oft. Gestern nachmittag fand im Saale des Gastwirts Cinhäuser eine gut besuchte Versammlung des hiesigen Spar- und Vorschußvereins statt. Direktor Schwalb gab zunächst einen Bericht über den derzeitigen Stand der Kasse, aus dem hervorging, daß sich die Kasse in sehr gesundem Zustande befindet und auch die Spargelder, trotz der starken Arbeitslosigkeit und sonstigen schwierigen Zeitverhältnisse, in befriedigender Weise cingehen. Besondere Anerkennung widmete Direktor Schwalb der hiesigen S ch u l s Parka s s e, die dank der eifrigen Bemühungen des Lehrers Fay einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen hat. Anschließend hielt Direktor Schwalb einen interessanten Vortrag über die voraussichtlichen Erscheinungen, welche die im Jahre 1932 in Kraft tretenden Bestimmungen des Aufwertungsgesetzes mit sich bringen werden, und gab den hierfür in Betracht kommenden Mitgliedern des Vereins wertvolle Vatschläge, in welcher Weise sie sich auf Schwierigkeiten schon jetzt vor- berciten könnten. Es wurde beschlossen, anläßlich des 65jährigen Bestehens des Vereins eine kleine Gedenkfeier in Form eines Tlnterhal- tungsabends für die Mitglieder zu veranstalten, wobei ein auf dem Gebiete des Sparkassenwesens als Autorität anerkannter Fachmann einen Vortrag halten soll. Den Schluß der Versammlung bildete die Ersatzwahl für den satzungsgemäß ausscheidenden Direktor und zweier Vorstandsmitglieder, deren Wiederwahl einstimmig erfolgte, zumal die Versammlung offenbarte, daß sich die Leitung des Vereins bei dem gegenwärtigen Vorstand in besten Händen befindet. 5 Wirberg, 13. Oft. In unserer Kirche auf dem Wir berg wurde das Erntedankfest für die Gemeinde Göbelnrod und Reinhardshain gefeiert. Da das Welter erträglich mar, fand sich eine zahlreich« Gemeinde zum Gottesdienst ein; die Kinder hatten den Altar wie alljährlich mit Blumen und Früchten des Feldes und der Gärten geschmückt. Statt der Liturgie sprachen und fangen die Konfirmanden und einige andere Schüler Sprüche und Lieder. Der Pfarrer predigte über das 2. Evangelium. Am Mittag fand in Harbach das Erntefest statt. Aus Anlaß des 70. Jubiläums Lahntalsängerbundes, das, wie wir bereits berichteten, dieser Tage in Butzbach gefeiert wurde hielt der Bundesvorsitzende, Fortbildungsschullehrer Gengnagel, einen Fest- vortrag über „Gründung, Entwicklung und Bedeutung des Lahntalsänger- bundes", dem wir folgendes entnehmen: 3n die Zeit der Zerrissenheit und Kleinstaaterei. da Deutschland noch erst ein geographischer Begriff war, fällt die Gründung des Bundes Die Tage von 1848 lösten Bestrebungen nach Freiheit und Einigkeit aus. die wiederum die Bildung von Vereinen und Gefangsverbän- den erweckten. Das Streben, durch den Ge- vermittelt toerben (Kirchweihfeste usw.V Weibliche Fachkräfte formten noch in Dauerstellen untergebracht werden. Baugewerbe. Die Beschäftigungskurve im Baugewerbe hat sich auch im Berichtsmonat weiter gesenkt. Einige Bauarbeiter konnten bei der Kartoffelernte vorübergehend Arbeit finden. Die Arbeitsuchendenzahl be- . trug 1161, gegenüber 258 des Vorjahres. Verkehrsgewerbe. Die Lage im Verkehrsgewerbe wurde durch die Entlassungen von Zeitarbeitern seitens der Reichs- bahn wiederum verschlechtert. Eine Auss.ck.t auf Besserung besteht zur Zeit nicht. Dem Arbeits- marft standen 260 Arbeitsuchende, gegenüber 219 des Vormonats und 45 des Vorjahres zur Ver- Auch in diesem Jahre hatten die Harbacher Kinder ihr Kirchlein wieder sehr schön geschmückt. Das Gotteshaus war bis zum letzten Platz gefüllt. — Das Erntefest in der Kirche Beltershain und Veitsberg findet am nächsten Sonntag statt. Wegen Unterschlagung im Amt veru teilt. WSN. Darmstadt, 13. Oft. Der Kreispfandmeister Brunner aus Darmstadt hatte sich heute wegen Unterschlagung im Amte vor Gericht zu verantworten. Er hatte einen Betrag von etwa 1600 Mk. unterschlagen. 3n der Verhandlung behauptete er. das Geld sei ihm gestohlen worden. Das Gericht kam jedoch zu der Auffassung, daß die Unterschlagung nachgewiesen sei und verurteilte Brunner zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Zwei Paddelboote auf der Lahn gekentert. WSN. Weilburg, 13. Oft. Noch gut abgegangen ist eine Paddelbootfahrt, die zwei junge Leute auf der mit Hochwasser gehenden Lahn unternahmen. . Am Vollschiff fuhren sie mit dem Boot gegen das Drahtseil, schlugen um und fielen in s^W-a sser. Es gelang ihnen, sich mit Aufbietung aller Kräfte aus der reißenden Strömung in ruhigeres Wasser zu arbeiten und mit dem Boot nach dem Llfer zu schwimmen, wo sie sich an einem Weidenbusch festhielten, bis ihnen hilfsbereite Menschen Vet- tung brachten. Etwa zwei Stunden später kenterte an der gleichen Stelle ein zweites, ebenfalls mit zwei Personen besetztes Paddelboot. Die Insassen wurden über das Wehr g e r i s s en und von . der Strömung nach dem jenseitigen älfer getrieben, wo sie sich an den Büschen festhalten und retten konnten, während das Boot abgetri (uxwurde. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ID. 23. in Gr. Wenn Sie sich schriftlich an das Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung wenden wollen, dürfte es sich empfehlen, für das Antwortschreiben Rückporto bzw. einen Freiumschlag beizufügen. Weitere Unkosten dürften nach unserer Ansicht nicht entstehen. 1.3.3. Die Auslosung der Gießener Altbesitz- Anleihe wird noch im Laufe dieses Monats erfolgen. Der Tag der Auslosung, sowie deren Ergebnis wird von der Stadtverwaltung im „Gießener Anzeiger" bekanntgegeben werden. lSchluß des redaktionellen Teils.) Kein Fleisch und doch 23ratensohe. „Man kann nicht jeden Tag Fleischspeisen machen" — klagt die Hausfrau; — „aber Kartoffeln, Makkaroni, Nudeln, Klöße usw. fchmecken, trocken ge- reicht, nicht gut." Da bedeutet Knorr-Bratensohe für die Hausfrau eine erfreuliche Hilfe. Ein Würfel gibt soviel Soße wie 2 Pfd. Braten. — Diese Tunke, in der alles enthalten ist — van der Mehlschwitze bis zum feinsten Gewürz — ist ausgiebig und nahrhaft und schmeckt auch ohne Fleisch vorzüglich, v1483 In den häuslichen Sienften ist die Marktlage noch als gut zu bezeichnen. Im Berichtsmonat konnten 109 Arbeitsuchende vermittelt werden. Tüchtige Hausangestellte sind nach tote vor gesucht. Lohnarbeit wechselnder Art. Die Deschäftigungsvcrhältnisse in dieser Berufsgruppe sind gleich derjenigen des Baugewerbes. Auch hier ist die Arbeitsmarktlage uneinheitlich. Ein Teil der Arbeitsuchenden konnte in der Landwirtschaft für Aushilfsarbeiten untergebracht werden. Durch das Gastieren eines Zirkusunternehmens in Gießen konnten von uns 150 Arbeitskräfte zu Gelegenheitsarbeiten vermittelt werden. Wir zählten am Ende der Berichtszeit 1122 Arbeitsuchende, gegenüber 657 des Vorjahres. Angcstelltenberusc. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Angestellte aller Art haben keine Besserung erfahren. Die schlechte Marktlage ist unverändert geblieben. Am Schluffe des Berichtsmonats waren 556 Arbeitsüchenbe gegenüber 202 des Vorjahres vorhanden. Oie Berufsberatung. Die Abteilung Berufsberatung wurde im Monat September von 31 (16 männlichen, 15 weiblichen) Ratsuchenden 112mal (Slmat wiederholt) in Anspruch genommen. 7 Vatsuchende (4 Knaben, 3 Mädchen) kamen aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen. Unter den Beratenen befanden sich 3 Kriegerwai en und 12 ältere (8 männliche, 4 weibliche) Ratsuchende, die schon über 2 Jahre die Schule verlassen haben uitb vor erneuter Berufswahl bzw. Lehrstellensuche stehen. 3 Knaben und 5 Mädchen wurden auf ihre Derufseignung ärztlich untersucht und 2 Knaben und 7 Mädchen einer psychotechnischen Eignungsprüfung unterzogen. 6 Mädchen sind für Arbeitgeber und Behörden begutachtet worden. Neu zur Anmeldung kamen 19 offene Lehrstellen (16 für Knaben, 3 für Mädchen), die zum Teil erst an Ostern 1931 zu besetzen sind. 7 Knaben und 2 Mädchen konnten in Lehrstellen untergebracht werden. Für die Schüler und Schülerinnen der zwei letzten Volksschulllassen in Friedberg und Alsfeld und deren Nachbargemeinden wurde der ur 4- Pfennjcr kostet weitergeführt 06365 Der Konkursverwalter: Kirchner ein Gewinn entfällt Fernsprecher 3182 Fernsprecher 3188 Fernsprecher 3882 36/42 36/42 36/42 0.95 Warme Hausschuhe 6994 D llMMUMMMWIMMWUUWUWUWWUMUMWMiWIlUU 1.50 1.95 Lose 1/s aller Art ein, und zwar Mantelftoffe, An- zugftoffe, Kleiderftoffe, Buckfkins, Lindener Köperfamte, Wafchfamte, Flanelle, Biber, Schürzenzeuge, Bettuchrefte, Makos, Hemdentuche, Kleiderdrucke, Futterftoffe und vieles andere, alles zu erftaunlich billigen Preifen. Kamelhaarstoff-Umschlagschuhe mit Ledersohle........................ Kamelhaar-Laschenschuhe mit Filz- und Ledersohle.............. 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Oktober beginnenden Preußisch-Süddeutschen Staatslotterie bestehen darin, daß die Mittelgewinne verdreifacht sind bei gleicher Loseanzahl wie seither, so daß auf ca. zwei Lose jetzt schon letzt dürfen Sie nicht veriäumen unfer Gefchäft zu belachen, denn täglich treffen grobe Mengen Reite 6990D V1. Nr. 240 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Dienstag, U- (DHober (950 Der lleberbrülkungskredit abgeschlossen. Berlin, 13.Okt. (WTB.) 3m laufenden Etatsjahrc 1 9 30 sind von den bisherigen schwebenden Schulden erhebliche Teile zurückgezahlt worden. Die infolge der Wirtschaftsentwicklung im Winter zu erwartenden Mehraufwendungen und Steuerausfälle machen einen Uebcrbrückungs- kredit, entsprechend der Ankündigung der Reichsregierung in ihrem Programm, notwendig. Die Reichsrcgierung hat bereits ein Gesetz, das sie zu dieser Kreditaufnahme ermächtigt, dem Reichsrat zugeleitet. Diesen UeberbLÜckungskredit hat die Reichsrcgierung unter der Voraussetzung ausgenommen, daß in dem Kreditermächtigung s- gesetz gleichzeitig Bestimmungen über eine Schuldentilgung von den gesetzgeberischen Körperschaften verabschiedet werden, die den Zweck haben, den neu ausgenommenen Kredit und sonstige schwebende Schulden in bi e i Jahresraten z u je 420 Millionen Reichsmark zu tilgen. Die 'Annahme dieser Tilgungsbestim- mungcn ist die Voraussetzung für das Wifksam- werden des Kreditabkommens. Der Kredit in höhe von 125 Millionen Dollar ist durch eine internationale Gruppe von Bankiers und Banken zur Verfügung gestellt. Der Kredit wird gegen Hingabe von s e ch s monatigen Schatz anweisungen gewährt werden. Die deutsche Regierung hat das Recht, eine dreimalige Verlängerung dieser Schatzanweisungen zu verlangen. Der Zinssatz des Kredits beträgt 43 Prozent p. a., die Provision 11 Prozent p. a. Die Auszahlung erfolgt zum Nominalbeträge abzüglich der halbjährigen Zinsen sowie der Pro- vision. Oie Bedeutung des Lleberbrirckungskredits. Der Dieberbrückungskredit des Reiches in Höhe von 125 Millionen Dollar, der einem Gegenwert von rund 500 Mill. Mk. entspricht, ist endgültig abgeschlossen worden. Für die Reichsfinanzen bedeutet er einen Sanierungskredih; denn er bildet die Grundlage für das Wirt- schasts- und Finanzprogramm der Regierung, das in nächster Zeit zur Durchführung gelangen soll. Mit dem (Selbe aus dem ilcbetbrüdungä- trebit soll das Defizit des laufenden Jahres, welches sich aus etwa 900 Mill. Mk. stellt, zum Seil abgedeckt werden, so daß bis zum Ende des laufenden Rechnungsjahres noch 400 Mill. Mk. durch Verkauf von Reichs- schahanweisungen usw. zu beschaffen sind. Der Abschluß des äleberbrückungskredits stellt keine Anleihe dar, da eine öffentliche Auflegung nicht stattfindet, die Danken geben das Geld aus ihrem eigenen Bestand, genau so wie im 3uni vorigen Jahres das amerikanische Bankhaus Dillon Read & Co. dem Reich einen einjährigen Kredit in Höhe von 210 Millionen Mark zur Verfügung stellte. Die effektiven Kosten des Kredits belaufen sich auf etwas über 6 Prozent, während der Dillon-Read-Kredit eine Rctto- Verzinsung von 7 Prozent erforderte, also immerhin wesentlich günstigere Zinsbedingungen, die selbst bei der gegenwärtig ungünstigen deutschen Finanzsituation gewährt werden. Unter den ausländischen Banken, die sich an dem Kredit beteiligt haben, sind die prominentesten vertreten: die von der ausländischen Gruppe gestellte Bedingung, daß deutsche Banken rund 50 Millionen Mark übernehmen, ist erfüllt und für die deutschen Danken auch als tragbar zu bezeichnen. Daß sich eine große Anzahl internationaler Banken dem Kreditangebot angeschlossen haben, ja, daß sogar von anderen Dankengruppen des Auslandes Konkurrenzofferten beim Reichsfinanzministerium Vorgelegen haben, ist ein Beweis für das große Vertrauen, welches das ausländische Kapital der deutschen Wirtschaft entgegenbringt. Zugleich zeigt sich aber auch darin die Zuversicht des Auslandes, daß es Deutschland gelingen wird, die gegenwärtigen außerordentlichen Schwierigkeiten finanzieller und politischer Art. auch wenn die Weltwirtschafts- depression noch längere Zeit anhält, zu überwinden. VonderZnternaiionalenZahlungsbank Basel, 13. Oft. (Sil.) Der Verwaltungsrat der Internationalen Zahlungsbank hat akn Montagabend seine vierte Sitzung beendet, lieber die Verhandlungen wird die Oefsentlichkeit in einem Kommunique unterrichtet. Es heißt darin u. a.: Die Vorlage und Besprechung der drei Monatsausweise der Bank für das letzte Vierteljahr (Juli bis September) gab Anlaß, mit der Leitung der Dank die Grundlagen der A n l e i he p 0 l i t i k, eine der wichtigsten Aufgaben der Dank, eingehend zu erörtern. Der Förderung der ZusammenarbeitderZen- tralbanken in Währungs- und Finanzfragen widmete der Verwaltungsrat auch diesmal seine besondere Aufmerksamkeit. Die Bankleitung erhielt den Auftrag, für die Zentralbanken die Anleihefragen für weitere Erörterungen in Aussicht zu nehmen. Ferner wurde die Abteilung für Zusammenarbeit der Zentralbanken beauftragt, die heute besonders wichtige und aktuelle Frage der Devisendispositionen genau zu studieren. Gerade auf diesem Gebiet will die DIZ. als' Regulator auftreten. Wirtschaft. * D i e Arbeitsgem ein schäft der Hessischen Kreditgenossenschaften veröffentlicht jetzt die Ergebnisse der Zweimonatsbilanzen vom 31 .August 1930. Das Detriebs- kapital erhöhte sich von 74 auf 75,7 Mill. Mark. Die Spareinlagen nahmen um rund 0,3 Mill. Mark zu, während kurzfristige Kundenguthaben und Bankverpflichtungen eine geringfügige Abnahme erfuhren. In der Hauptsache ist die Zunahme der Bilanzsumme auf die belasteten Semesterzinsen zurückzuführen. Die Außenstände erhöhten sich demzufolge um etwa 1,6 Mill. Mark, während die flüssigen Mittel eine Abnahme um rund 0.37 Mill. Mark zu verzeichnen haben. Der Rückgang des Wechselumlaufs um 0.6 Mill. Mark und das Ansteigen der Außenstände sind ein deutlicher Beweis für die Tatsache, wie schwierig die Lage des hessischen Mittelstandes bei der weiterhin anhaltenden Depression sich gestaltet. Die Ende Juni 1930 festzustellende Entlastung war also nur vorübergehender, auf Saisoneinflüssen beruhender Ratur. Das Eigenkapital ist mit 12,4 Mill. Mark unverändert geblieben. Die Spareinlagen betrugen rund 40.7 Mill. Mark, sonstige Kundenguthaben 16,2 Mill. Mark. Die Liquidität betrug rund 57 Proz. der täglich fälligen Verbindlichkeiten. An Krediten waren unter Einbeziehung der gewährten Diskontkredite der hessischen Wirtschaft Ende August 1930 rund 70j/4 Mill. Mark zur Verfügung gestellt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. Okt. Tendenz: widerstandsfähig. — Da die gestrigen Berliner Unruhen kein größeres Ausmaß angenommen haben, war man zu Beginn der Börse wieder beruhigter. Die Tendenz zeigte wieder ein etwas zuversichtlicheres Aussehen. Trotzdem war die Spekulation im Zusammenhang mit dem zum Teil ausgebrochenen Berliner Mctallarbeiterstreik und der unsicheren innerpolitischen Situation sehr zurückhaltend, so daß sich das Geschäft in kleinstem Rahmen bewegte. Doch wurde eigentlich diesen Momenten weniger Beachtung geschenkt, da man doch mit einer Einigung auf einer etwas günstigeren Basis für die Arbeitnehmer rechnet. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die K u r s g e st a l t u n g nicht ganzeiuheitlich.da vereinzelt immer noch von Provinzseite kleine Verkäufe vorgenommen wurden. 3m allgemeinen überwogen jedoch die Kurs- b e s s e r u n g e n. Etwas mehr Beachtung fanden Farben, Rheinstahl, Harpener, Reichsbank, Barmer Bank, die bis zu 1,5 0. 5). gewannen. Gedrückt eröffneten besonders am Elektromarkt AEG., Licht & Kraft und Siemens, die bis zu 1,25 0. S). verloren, dagegen zogen Schuckert 3 v. H. an. Das Angebot war 'in keinem Falle dringend. Für Daimler erhielt sich bei gut behaupteten Kursen etwas Jnter- esse. 3m übrigen waren die Kurse gut gehalten. Renten hatten' kaum Geschäft bei ruhiger Tendenz Auf Deckungen der Kulisse und auf Käufe der Großbanken wurde die Tendenz im Verlaufe e t w a s f e st e r. Bei lebhafter Nachfrage nach Spezialaktien ergaben sich gegen Anfang Kursbcssc - rungen bis zu 2,5 v. H. Stärker in den Vordergrund traten von Kaliwerten Salzdetfurth, die insgesamt 9,5 0. H. gewannen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,75 v. H. weiter erleichtert. Am De- Difenmnrft nannte man Mark gegen Dollar 4,2080, gegen Pfund 20,4425, London gegen Kabel 4,857450, gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 49,50, gegen Schweiz 25, gegen Holland 12,06. Berliner Börse. Berlin. 14. Ott. Die heutige Börse nahm den gestrigen Straßenkrawallen gegenüber die einzig richtige Haltung ein. Die schwächeren Kurse, die man gestern nachmittag hörte, wurden zwar heute vormittag auch noch taxiert: die ersten offiziellen Rotierungen waren bann kaum noch bebcutcnb verändert, gegenüber den gestrigen Mittag-Schluhkursen. Während die Mehrzahl der Papiere Abschwächungen bis zu 1 Prozent gegenüber der gestrigen Börse auf- zuweisen hatte, zogen Werte, wie Chemische Heyden, Deutsche Linoleum, Rwe., Vogel Telegraph, Alu. Schultheis usw. bis zu 4 Prozent an. Anderseits lagen Deutsche Kabel, Polyphon und Chadeaktien etwas stärker gedrückt. Die llmsahtätigkeit war nicht sehr groß. Der kleinen Abgabeueigung stand erneutes Kaufinteresse des Auslandes gegenüber. Auch die Provinz, besonders das Rheinland, trat als Käufer auf, während die Rachrichten aus der Wirtschaft nicht allzu günstig lauteten. Der Streikbeschluß der Metallarbeiter liegt vor: einzelne Betriebe sollen auch schon stillgelegt fein. Auch der verringerte Jahresumsatz des Stahlvereins veranlaßte die Spekulation. besonders am Montanmarkt, zu Glattstellungen. Von Reuyork her konnten des gestrigen Feiertages wegen keine Anregungen kommen: die heutigen Londoner Anfangsmeldungen lauteten eher schwächer, und die Tendenz war wenig widerstandsfähig. Der Austritt der Wirtschaftspartei aus der Regierung konnte die Holf- nung auf ein Sich°doch°durchfetzen des Kabinetts Brüning nicht rauben, zumal die gestrige Reichstagseröffnungssitzung einen über Erwarten friedlichen Verlaus genommen hatte. Viel gesprochen wurde auch von einem bereits abgeschlossenen Jndustriekredit: bisher war aber hierüber keine Bestätigung zu erlangen. Deutsche Anleiben lagen behauptet. Die deutsche Kommunal- Ab'.ösung Reilx I wurde heute erstmalig nach der Ziehung wieder notiert. Man tarierte einen Kurs, von 50.5 bis 51. nach 54.5 Proz. Auslandrenten waren uneinheitlich. Oesterreichische Etaatsrente konnte sich um 0,25 Proz. bessern. Am Pfandbriefmarkt war die Tendenz heute uneinheitlich. Goldwerte und Liquibationspsandbriefe lagen zwar überwiegend schwächer. Ob.igationen und Reichsschuldbuchforderungen konnten sich jedoch teilweise befestigen. Am Geldmarkt stellte sich der Satz für Tagesgeld auf 5 bis 7 Proz.^ gegen Mittag schon etwas leichter mit etwa 4,5 Proz. Letzte Nachrichten. Meiallarbeiterstreik. Berlin, 14. Otlobcr. (TU. Drahkmeldung.) Das Berliner Metatlarbeitcrkartell beschloß am Dicnslagvormiklag einstimmig, den Streik für Mittwoch früh zu verkünden. Vas endgültige Ergebnis der Urabstimmung in den Betrieben, über das kein Zweifel mehr besteht und das die erforderliche Mehrheit für den Streik geben dürfte, wird erst im Laufe des Nachmittags bekanntwerden. von dem Streikbeschluß werden über 140 000 Arbeiter betroffen. OielVoikSnaiionaien bleiben selbständig Berlin, 14.Oft (VDZ. Funkspruch.) Die aus der Staatspartei ausgeschiedcncn sechs volksnationalen Abgeordneten haben sich als besondere Gruppe „Volksnationale Reichsvereinigung" konftituicrl und den Abgeordneten vorne mann zu ihrem Obmann gewählt. Die Volksnationalc Reichsvercinigung hat den Reichs- lagspräsidenten um Zuweisung neuer Plätze gebeten, die voraussichtlich zwischen der Deutschen Volkspartei und den Deutsch- nationalen liegen werden. Es wird ausdrücklich betont, daß die volksnationale Reichsoereinigung keinerlei Anschluß an eine andere Partei sucht. Steigende Arbeitslosigkeit in Obechessen. Bericht des Arbeitsamts Gießen über den Monat Sep ember. Die Arbeitslosigkeit auf dem oberhessischen A r b e i t 5 nm rt t nimmt langsam, aber ständig z u. Der Zugang an Arbeitsuchenden kam hauptsächlich aus den Berufen der Metallindustrie, der Industrie der Steine und Erden, dem Holzgewerbe, dem Baugewerbe und der Lohnarbeit wechselnder Art. Am Ende der Berichtszeit standen dem Arbeitsmarkt 7 310 Arbeitsuchende zur Verfügung, gegenüber 7071 des Vormonats und 2 29 4 des Vorjahres. Aus den Mitteln der Reichsanstalt wurden 5180 Personen Unterst ü tz t. Krisenunterstützung empfingen 1065. 3n der gleichen Berichiszeit des Vorjahres zählten mir 1335 Arbeitslosenunterstützungsempsänger 3m Monat September 1930 wurden 812 Personen in Arbeit vermittelt. 34 Unterstützungsempfänger wurden von ihren früheren Arbeitgebern durch das Arbeitsamt zurückgerufen. Die Zugänge an Arbeitsuchenden beliefen sich auf 2770. Mit Notstandsarbeiten wurden 12 Personen beschäftigt. Aus den einzelnen Berufsgruppen ist wie folgt zu berichten: Landwirtschaft. 3n der Landwirtschaft war infolge der Hackfruchternte größere Nachfrage nach Aushilfskräften. Der Bedarf konnte gedeckt werden, doch blieb die Zahl der angeforderten Kräfte weit hinter den Vorjahren zurück. Am Ende der Berichtszeit standen 150 Arbeitsuchende, gegenüber 183 des Vormonats und 42 des Vorjahres dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Bergbau. Im Bergbau ist eine wesentliche Aenderung der Marktlage nicht eingetreten, doch sollen im Laufe des Monats Oktober zwei Bergwerksbetriebe stillgelegt werden, wodurch zirka 150 Bergleute zur Entlassung gebracht werden, die den oberhessischen Arbeitsmarkt dann ebenfalls belasten. 3n der Berichtszeit konnten einige Bergleute zu Aushilfsarbeiten untergebracht werden. Wir zählten 120 Arbeitsuchende, gegenüber 153 des Vormonats und 57 des Vorjahres. Industrie der Steine und Erden. Die Marktlage der 3ndustrie der Steine und Erden hat auch in der Berichtszeit eine weitere Verschlechterung erfahren. Die Betriebe, die noch arbeiten, haben zum Teil Kurzarbeit eingeführt, zum Teil wegen Auftragsmangels stillgelegt, nur wenige Betriebe arbeiten zur Zeit noch voll. Die Zahl der Arbeitsuchend.'n betrug 986, gegenüber 871 des Vormonats und 392 des Vorjahres. Metallindustrie. Der Beschäftigungsgrad in der Metallindustrie ist wiederum gesunken. Allenthalben, sei es in der Industrie, sei es im Gewerbe, wird über Auftragsmangel geklagt Die Industrie arbeitet zum großen Teil kurz, ein Betrieb legt in nächster Zeit seine Fabrikation gänzlich still. Das Handwerk führt zum größten Teil nur Reparaturen aus, die kurzfristiger Art sind. Die Arbeitslosenziffer betrug 1676, gegenüber 1521 des Vormonats und 223 des Vorjahres. holz- und Schnihstoffgewerbe. 3n der Holzindustrie war ebenfalls eine Mehrbelastung des Arbeitsmarktes festzustellen. Die Lage der Möbelindustrie verschlechterte sich in den letzten Monaten andauernd. Auch die Sägewerksbetriebe klagen über Absatzstockungen. Wir zählten am Ende der Berichtszeit 493, gegenüber 425 Arbeitsuchenden des Vormonats und 101 des Vorjahres. Gast- und Schankwirtschaslsgewerbe. Das Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe zeigt infolge des Saisonschlusfes in den Kurorten ein Anwachsen der Arbeitsuchen>enzahl. Das- männliche Fachpersonal tonnte z. T. in Aushilfsstellen Banknoten. griet 3erlin, 13 CHober <*elb Datum 129,75 178.25 129,4 128 47 a.M. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 67 108,75 109 45 >44,5 ■ - IV» 15 i 13,5 I" 56 56,75 73 132 0 4% Cefterretdjildie rSolfcrcnte . 53,5 Oesterreickiische Silbenente 4,20% Einheitliche 43,75 4% OesterreichstÄ: 92 87 291 23,6 >2,25 29 4,13 66,5 .6,5 27 25,25 4,2 Mainkraftwerte Höchst a.M.. .6 68 7,75 7,75 7,8 69,25 13 6,5 6,5 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. 46,75 90.25 7 7 126,9 169,5 112,5 110 . 9 10 10 171 69 91,13 87,75 74,5 12 6 !' 5 6 O c 8 66,5 :i ,75 C9 71 22 148 113 89,75 40 46,5 90,25 129,4 59,5 10 11 16 . k 10 1" . 9 10 23,75 >8.75 19.7 i,65 62,5 74 65,5 39,5 39,75 68,25 60,5 173.5 63,75 18 14 13'/. 18,5 28,13 178 139.5 56,75 62 109,75 133,75 105 14,5 89 Miag....... Gebr. Roeder . . . 101 & Haeffner . siu-vemjche Zucker 77 110 21 148,5 21 113,5 107,25 120,5 110,25 126,75 171 120 131 150 125,25 110.25 126 170,75 120 ■ 23,5 170 =d)lcuidie iSieftryität. ediudert&lSo. . . . Siemens & Halske . • Transravio..... t'übmener & (So.. . . 107 H4,5 90 4t 57,75 4,5 4,5 113,25 90 Z. G. Rarben-gnouftrte Tvnamit Nobel . . . (gmciöeanftalt.... Goldschmidt .... Rütgerswerke .... Metallgeieilschaft. . . 150 125,25 48,5 .7,25 22 148 . 5 . 7 6Vt 10 . 6 Lichl uno Straft .... Felten & Guilleaume . QSeielüdiait für Elektrische Unternehmungen . . Philtvv Holzmann . . fernen troerl Heidelberg Gementroer! Karlstadt. Wayß & Frey tag . 5 . 6 . 8 . 8 . o ey. 10 AEG.. Bergmann....... Glettr. LieferungSgesellschast 0 0 , 6 10 Hamburger GieftrnitätMBerfe 10 •KhcimiAe Gicltnytät .... 9 26,5 2,8 12,5 6,5 Buderus Deukfche Erdöl . . . Ebener Sieiutotjle . . Gclfentirchener . . . Harvener ...» Hoesch Eifen. ...» flifc Bergbau .... Klöcknerwerke .... LölnNcuefien.... ManneSmann-Röhren Mansselder Bergbau . Cbcrlthlef. Elfen bedarf Cberirfitcl. Kokswerte. Pltonst Bergbau . . Rheinische Braunkohlen Rdeiustahl Riebeck Montan... Amertkanitche Noten .... Belglfclie Raten ..... Tunliche Noten ....... Endliche Noten ...... Frunzöitfche Noten....... Holländisch' Noten . Italienische Noten Norwegstche Noten Teultch Lesterreich. ä 100 Schilling Nu manische Noten....... Schwedische Noten Spanische Noten Dchechostowakische Noten Unguriiche Noten .... Schulthets Pahenhofer . £ ft werte....... Aku...... Bemberg Zellstofs Waldhof . . . Zellstoff Afchaslenburg . Charlottenburger Master Tefsauer Gas..... Taimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . . Maschinenbau 21.»®. . . Nat. 'Automobil . . . . Cren'teln 8 Koppel . . Leonhard Tiey . . . . Svenska ..... 91,5 86,75 72,75 210,5 62,5 73,9 67 40 40,5 69 60,9 173 c,9,75 75,25 125 9,5 90 23,5 18,5 19,2 1,7 4,25 Frankfurter Maschinen Griyner Hechigenftaedt . . . Iunghans Lechroerke...... io 1" . •- 26,8 2,9 175 ' 117,75 52,75 I 61 ! 1)2,5 । 75,5 I 77,4 '06,9 21 146 30,5 io,?; : 44 107,5 292 . Hamburg 'Amerika Batet - - - Hamburg-Südam. Dampffchisf - Hansa Tampffchlff .... Nordbeuticher Lloyd..... Allgemeine Deutsche Ereditanst. Barmer Bankverein .... Berliner Handelsgesellschaft . Gommerv und Privat-Bank . Darmstadter und Nationalban! Teutsche Bank und Disronto Gesellschaft, . . . Dresdner Bank...... Reichsbank . Rente........... 4% Ungarische Goldrente ... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% de4gl. von 1913 ... 4% Ungarische finuienrente . . 4% Türkische Zollanleikie von 1911 4% Türkische Bagdadbahn°AnI Serie 1 4% desgl. Serie II 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ........ ■ 4y*% Rumänische vereinh. Rente von 1913 4% Rumänische vereinh. Rente . Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. tranffurt a Berlin Schluß. >ur» l'Ubr- Kurs Schluß« lurs Anfang- Kurs Datum 13 10. i 14 10 13 10- 14. 10 Bereinigte Stahlwerke . . - 61,25 — 62 61. Ltavi Minen .... . 16'/, — — 28,65 29,5 Kaliwerke Aschersleben . . 10 185 — 186,5 185,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 186 188,5 188,5 190 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 48,5 258 253 252,5 Sranffur a. 271. Berlin Schwß-! turS 1 t«Uhr« R r« Schluß« lurs Aniang- Kurs 13 10. 14 10 13 10 14 10 ( 72,5 — 72,25 71.5 8 — 154 —— 10 — — 119 118 8 73 73 73 72,9 10 100,13 100.13 10 103 103.25 103,5 103,25 12 >27,5 — 128,75 128 11 115 114,5 115 114,5 12 '53,5 — 153 152,5 10 113 _ 113 112,5 10 ■11,5 111 111,5 111 12 | 202 203,5 9Q3 203,75 Frankfurt a. 371. Berlin Schluß-j lurs ] l.Uhr. Kurs Schluß« !Anfag. tun j Kurs Datum 13 10 14 10. 13 10. 14 10 6% Deutsche Reichsanleihe von 1927 ......... 87 — 87,5 — 7% Deutsche Reichsanlethe von 1929 .......... 98,3 — 98,75 — Deutsche Anl.-Ablöf.-Schuld mit Auslos. Rechlen....... 4,05 54,15 54,25 54,25 Desgl. ohne AuSlof.-Rechte . - 5,7 5,9 5,8 5,8 8% Hell. Bolksltaat von 1929 (rüchüblb. 102%)...... 87,25 — 87,25 — Oberhessen Provinz - Anleihe mit Auslot. Rechten...... — — — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 .... — — — — 8% Franks. Hnp.-Bank Goldpfe. XIII unkündbar bis 1931 . . 99 — — — 7% Franks. Hyp.-Bank Go'dpse unkündbar bis 1932 .... 94 — — — 4U% Rheinische Hnp.-Bank Stau. Goldpse........ 82,5 — — — 8% Pr. LandeSpiandbriefanstalt, Pfandbriefe R- > 9 101 — 101 — 8% Pr Landespsancbriesanstalt, Komm.-Obl. R. 20...... 7% Pr. LandeSpiandbriefanstalt, Pfandbriefe R. LI ..... 98 — 98 _ 97 _ 97 _ V.E.G. abg. BortnegS-Lbltgalio« nen. rückzahlbar 1932 . - - 94 — — — 4,24 4,26 58,45 58,69 112,35 112,79 20,42 20,50 16,47 16,53 69,56 170,24 22,03 22,11 H2.13 112,57 59,12 59,36 2,48 2,50 112,88 113,32 81,91 82,23 42,12 42,28 12,425 12,485 73,32 73,62 13. Oktober ■ 4 Oktober -amtlich Geld