Nr. 157 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, U. Juni 1950 Erscheint tüglich.auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte siebener Famllienblättet ßeimat im Bild Die Scholle. Dlonats:Bcjngspret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. 8ernfprechanfchlüste nnterSammclnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfilülr-Vllch- und Stdnöruderd L Lange in Sietzen. Zchristleitung und SeschSftsftelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis gum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspf enmg; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Ehesredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr jS.lbgriot ; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Tlaj Filter, sämtlich in Bieben. Carol n. Öin Rückblick und Dorausblick. Don Dr. Paul Rohrbach. Die StaatSurnwälyung in Rumänien ist zwar zunächst eine rumänische Angelegenheit, aber cs ist nicht unmöglich, dah sie europäische Folgen haben wird. Es handelt sich hier in gewissem Sinne um den umgekehrten Vorgang wie in Jugoslawen. 3m heutigen rumänischen wie im jugoslawischen Staat stehen sich die ,Altreiche" und die durch den Weltkrieg hinzugekornrnenen Gebiete mit einer verschieden hohen und verschieden gearteten Kulturentwicklung gegenüber. 3n Rumänien ist es auf der einen Seite das sogenannte „Regat", das frühere Königreich; auf der anderen Transylvanien mit Bessarabien. Unter Transsylvanien verstehen die Rumänen sowohl Siebenbürgen als auch die übrigen Teile Ungarns, die im Friedcnsschluh von diesem abgerissen und dem rumänischen Altreich hinzugefügt wurden; außerdem die früher österreichische Bukowina. In Jugoslawien entsprechen diesen neuen Teilen Rumäniens Slowenien. das österreichisch war; Kroatien, das in Personal-Union mit Ungarn stand; die sogen. Vojvodina (ein Teil von Südungarn); Bosnien, das gemeinsam von Oesterreich und Ungarn verwaltet wurde, und das früher österreichische Dalmatien. In Jugoslawien, wie in Rumänien entstand eine zuneymende Spannung zwischen den alten und den neuen Staatsgebieten, hauptsächlich wegen der verschiedenen Kultur und der verschiedenen Begriffe von Recht und Ordnung. Die neuen Teile waren lange Zeit europäisch verwaltet worden. und die Bevölkerung war daher an seste Rechtsbegrisse gewöhnt. Die alten Teile dagegen waren balkanisch — ein Wort, das seine Erläuterung in sich selbst trägt. Daraus ergab sich die Opposition der neuen Staatsbürger gegen die Übertragung balkanischer Derwal- tungs- und Rechtseigentümlichkeiten auf die »erlösten" Gebiete. Hauptträger der Opposition wurden in Jugoslawien die Kroaten. Ihr Widerstand wuchs schließ.ich so stark, daß die serbischen Rationalisten in Belgrad, die auf eine absolute Vorherrschaft des Derbentums ausgingen, zu dem Mittel der Diktatur griffen. Vorgeschoben wurde dazu die Perfon des Königs. Die Methoden und vorläufigen Ergebnisfe find bekannt. In Rumänien ist es anders gegangen. Das sogenannte „liberale" Regime muhte der überwältigenden national-zaranistischen Opposition (das heiht der nationalen Bauernpartei) das Feld räumen. Die Zaranisten stützten sich ganz überwiegend auf Transsylvanien, sie haben aber auch die Bauern des Altreichs für sich gewonnen. Ihr Führer M a n i u und seine wichtigsten politischen Helfer sind siebenbürgische Rumänen, die zum Teil durch deutsche, das heiht siebenbürgisch- sächsische Schulen gegangen sind und auf österreichischen Universitäten studiert haben. Auch die Bevölkerung Siebenbürgens hatte, wenn sie auch der ungarischen Rationalitäten-Politik widerstrebte und die Ungarn es mit den politischen Wahlen manchmal nicht allzu gewissenhast nahmen. Loch stets die Wohltaten einer ehrlichen Verwaltung und ehrlichen Rechtspflege genossen. Rach der Vereinigung mit dem Regat erfolgte der volle Einzug des Balkanismus. Dem sollte und wollte die Regierung Manius einen Damm entgegensetzen. Maniu sand als Erbschaft von den Liberalen zunächst grenzenlos heruntergewirtschaftete Finanzen und ein verkehrtes Wirtschaftssystem vor. Eine weitere Erbschaft bildete die das ganze Land zerfressende Korruption. Als Haupt der neuen Regierung nahm Maniu nach beiden Seiten hin den Kampf auf. Er bekam eine auswärtige Anleihe, aber sie reichte nicht aus. Er ging gegen die Korruption vor, aber der Sumps war nicht auSzutrocknen. Das furchtbarste, eben offenbar gewordene Beispiel ist der Verrat der rumänischen Mobilisierungspläne und des Geheim- schlussels für die amtlichen rumänischen Chiffretelegramme an Ruhland durch Beamte des rumänischen Geheimdienstes; dazu die Offenbarung, daß die obersten Sicherheitsbeamten, die damit beauftragt waren, die sowjetrussische kommunistische Agitation in -Bessarabien zu überwachen, gleichzeitig im Dienste Moskaus standen und die bolschewistische Revolutionierung Rumäniens vorbereiteten. Der Sowjetrubel rollt in Rumänien beinahe schon offenkundig. Hiermit vereinigten sich wütende Angriffe der aus der Regierung gedrängten Liberalen gegen Maniu. Fast alle reichen, an Einfluß gewöhnten rumänischen Familien gehören zur liberalen Partei und verdanken ihren Reichtum zum großen Teil dem Umftanb, dah sie viele Jahre am Staatsruder gemessen haben und die Staatskrippe zur Verfügung hatten. Schließlich kam es zur offenen Drohung mit der Revolution. 2lus dieser Rotlage hat Maniu den Ausweg ergriffen, daß er den Prinzen Carol, dem fein Thronverzicht schon lange leid war, nach Rumänien zurückkommen liefe. Allerdings sollte Carol nach Manius Absicht nur Regent werden, aber kaum war er im Lande. - so vereinfachte er die Situation, indem er sich zum König proklamieren liefe. Seinen Sohn, den bisherigen kleinen König Michael, hat er, vermutlich im Einvernehmen mit Maniu. zum Dojvoden von Alba Julia ist Karlsburg. Es ist die rumänische Alba Julia ist Karlburg. Es ist die rumänische Krönungsstadt, liegt in Siebenbürgen und wird, vermöge seiner ..römischen" Vergangenheit von den ^Rumänen als ein Symbol Groß-Rumäniens Das Ergebnis der Reichskabineiissihung. Oie Reichsregierung beirachiei die Vorlagen des Reichsfinanzministers als ein einheitliches Programm, an dem sie nach wie vor festhält. Berlin, 13. Juni. (B3IB.) Bei Beginn der heutigen Sitzung des Reichskabinetts sprach der Reichskanzler Dr. Brüning dem anwesenden Rcichsbankprüsidenten Dr. Luther den Dank der Reichsregierung für die außerordentliche Umsicht aus, mit der er und seine Mitarbeiter die schwierigen Verhandlungen beim Abschluß der auf Grund des Haager Abkommens getätigten Anleihe geführt haben. Der Reichsfinanzmini ft er trug sodann die aus Grund der letzten Kabinettsbeschlüsse formulierte Begründung der Deckungsvorlagen vor, der das Reichskabinett einmütig i u ft i m m f e. Die Begründung hat die Aufgabe, oas Deckungsprogramm der Reichsregierung für die gesamte Oesfentlichkeit in den Rahmen des großen Programmes der Reichsregierung einzufügen. Ziel dieser Politik ist die Ueberroinbung der Ar- beitslosigkeit, die Wiederherstellung der Rentabi lität der Landwirtschaft, die Hilfe für den Osten und die Sanierung der Finanzen. Die Arbeitslosigkeit ist nur ein Symptom der schweren wirtschasttichen Depression. Die Reichsregierung ist der festen Ueberzeugung, daß durch ihre Maßnahmen, obwohl die Arbeitslosigkeit zum Teil durch eine schwere Weltkrise bedingt ist, in erheblichem Umfange gemildert werden kann. Zu diesem Zweck ist das große Arbeitsbeschaffungsprogramm ausgestellt, das im wesentlichen in der (Erteilung von Aufträgen der Reichsbahn und Reichspost und in einer starken Belebung des Baurn a r ft e s besteht. Auch die Maßnahmen auf dem Gebiete der Agrarpolitik und der O st h i l s e dienen dazu, Arbeit und Brot zu schaffen und damit die Gefahr der Arbeitslosigkeit zu vermindern. Voraussetzung für die Möglichkeit der Ausbringung der notwendigen Kredite ist die unverzügliche wiederher st ellung und Erhaltung des Gleichgewichtes im haushalt. Durchgreifend überwunden werden können jedoch die Schwierigkeiten nur dann, wenn es gelingt, alle Produktionskosten und preise herabzusehen und so zum generell niedrigeren Preisniveau zu gelangen. Bei dieser Politik ist die Reichsregierung auf die Einsicht und die tätige Mithilfe der Beteiligten angewiesen. Sie wird solchem Vorgehen ihre eigene Hilfe nicht versagen, wie sie es durch die verbindlichkeitserklärung für die Gruppe Rordwest der (Eifen- und Stahlindustrie bewiesen hat. Rur auf diesem Wege wird es möglich sein, zu Produktionsbedingungen zu kommen, die zu einer dauernden Verbesserung des Arbeitsmarktes die Grundlage legen können. wesentlich für die Senkung der Produktionskosten ist die Senkung der öffentlichen Lasten. Das Reichskabinett verabschiedete unter diesem Gesichtspunkt ein Gesetz zur Erzielung von Erspar- nlssen bei Reich, Cänbern unb (Bemein- b e n. In biefem Gesetz sind auch Bestimmungen enthalten, die bie Mißverhältnisse zwischen den Personalausgaben ber Gemeinden unb benen von Reich unb Cänbern beseitigen sollen. Das Reichskabinett beschäftigte sich bann mit ben übrigen gesetzgeberischen Maßnahmen, bie der Reichsfinanzminister zum Ziele der Erreichung von Vereinfachung und Ersparnifsen getroffen hat. Aus Vorschlag des Reichssinanzministers sollen diese einzelnen gesetzgeberischen Maßnahmen in einen größeren umsassenden Rahmen hineingestellt werben, ber nach bem (Ergebnis ber bevor- stehenben Sitzung bes Verfassungsausschusses ber Länberkonferen; fcftgelcgt werben soll. Das Reichskabinett kam In Uebereinffimmung mit bem Reichs- sinanzrninister zu bem Ergebnis, baß nur burch Einbeziehung aller öffentlichen Körperschaften nach einem einheitlichen plan in gemeinsamer Arbeit mit ben Cänbern eine burchgreisenbe Ersparnis unb Vereinfachung ber Verwaltung erzielt werben kann. Das Reichskabinett beschloß, um bie Verwaltungsvereinfachung vorzubereiten, für bie Dauer bes Ltatsjahres von ber B e - fetjung freiroerbenber Planstellen in ben Ministerien unb in solchen Gebieten ber Außenverwaltung 21 b ff a n b zu nehmen, bie im Rahmen bes bereits beschlossenen vereinsachungsprogrammes in Zukunft wegfallen. Entsprechen!» ber Rotwenbig- feit, zu einer Vereinfachung ber gesamten Lebensführung zu kommen, beschloß bas Reichskabinett, a u f 20 v. h. ber ben Reichsministern für Repräsentationszwecke zur Verfügung stehenben Haushaltsmittel zu verzichten. Diese vorgesehenen umsassenben Reformen können aber ansreichende Ersparnisse nur auf lange Sicht bringen, während die Rot der Zeit und die Durchführung des Deckungsprogramms der Reichsregierung entfdjloffenes sofortiges handeln erfordern. Deshalb hielt die Reichsregierung fest an der Rotwendigkeit der sofortigen Erledigung des Gesetzes zur Reform der Arbeitslosenversicherung, der Deckungsvorlagen und des Entwurfes einer Reform der Krankenversicherung, der heute vom Reichskadinett verabschiedet wurde. Dieser Entwurf bezweckt den Ausgleich ber vorübergehenben Belastungen, bie burch Erhöhung ber Beiträge ber Arbeitslosenversicherung eintreten. Das Reichskabinett ist sich schlüssig geworben, bem Reichstag Abstriche am Reichsetat im einzelnen zu unterbreiten. Auch biete Ersparnisse können nach Cage ber Dinge zur Zeit nur geringfügig sein, wenn an ben größten Ausgabenpoften, ben Personalkosten, vorbeigegangen wirb. Für biese Ersparnisse ist zur Zeit kein anberer weg möglich, als wie bie vom Reichskabinett beschlossene Reichshilfe ber Fest- besoldeten. Auch die In gesicherter Lebens- ---- Oie Preissenkungsaktion. Eine Kundgebung des Reichsverbandeel der deutschen Industrie. Berlin, 13.Juni. (WTB.) Der Reichs- verband der Deutschen Industrie übermittelt unS folgende Mitteilung über die Besprechungen zum Preis - und Lohnabbau: »Die Vertreter der Spitzengewerkschasten, des Reichsvcrbandes der Deutschen Industrie und der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbande haben in den Besprechungen der letzten Wochen, ausgehend von der schweren Krise der Wirtschaft und insbesondere ber hohen Zahl der Arbeitslosen, die Fragen der dauerndenSa- nierung unserer öffentlichen Fi- nanzen. der Selbstkostengestaltung der Wirtschaft, der Preisbildung und der Möglichkeiten der Hebung des Absatzes und der Produktion upd der Wieder- ein st ellung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß behandelt. Ungeachtet der selbstverständlichen Verschiedenheit der Standpunkte sind sie zu der Ueberzeugung gekommen, daß weitere Besprechungen der einzelnen praktischen Fragen zu einer Verständigung über positive Maßnahmen zu nützlichen Ergebnissen für unser Volk führen können. Die Besprechungen werden fortgesetzt. Eisenpreissenkung und Lohnabbau. Berlin. 13. Juni. (Eigene CRB.-Meldung.» Zu der Debatte, die in der Presse über die Senkung der Eisenpreise, insbesondere über ihr Verhältnis zur Lohnsenkung entstanden ist. erfahren wir von unterrichteter Seite, dah in nächster Zeit eine Mitteilung über diese Angelegenheit ergehen wird, sobald hier authentisches Material eingegangen ist. Vorläufig liegt erst daS Material ber Arbeitgeber vor. Cs muß verglichen werden mit dem noch zu erwartenden Material der Arbeitnehmer, und es müssen Berechnungen angestellt werden, um die Angaben in Uebereinstimmuny zu bringen. Es kann aber nicht ein Beweis für bie Rotwendigkeit eines Bruches ber Verhandlungen in der Cisenpreisfrage sein, wenn die Eisenpreise nur um 4 Prozent gesenkt werden, die Lohnsummen aber eine Senkung um 7.5 Prozent erfahren sollen, denn der Lohn macht immer nur einen bestimmten Prozentsatz des Gisenpreises aus. Darum kann auch bie Preissenkung gar nicht prozenlmäßig mit ber Cohnsenkung in vergleich gefetzt werben. An unterrichteter Stelle besteht übrigens ber Eindruck, daß nicht eine 7,5prozentige Lohnherabsetzung in Aussicht genommen worden sei, sondern daß man sich dort aus 4 biS 5 Prozent geeinigt habe. Die Gesamtlohnsumme in der Eisenindustrie beträgt 500 bis 600 Millionen. Der Lohn auf Grund der Akkordarbeit und des Ueberverdienstes wird sich auf etwa 30 biS 40 Millionen Mar? belaufen. Es herrscht in ein» getoeibten Kreisen die Auffassung vor, daß die Angelegenheit in Ordnung gebracht wird. Sie Verhandlungen wieder ausgenommen Berlin, 13. Juni. (CRB. Eigene Meldung.) Die Vertreter der Spitzenverbände ber Qlrbeitgeber und Arbeitnehmer haben ihre vor acht Tagen unterbrochenen Besprechungen über die Lohn- und Preissenkungsaktion heute vormittag wieder ausgenommen. betrachtet. Wahrscheinlich ist die Ernennung nur ein äußerer Ausdruck dafür, daß Transsylvanien, bas Land, in bem bas Rumänen tum sich einst in feinen schwersten Jahrhunderten national behauptet hat. gegenüber bem Altreich in ben Dor- bergrunb gerückt, zum mindesten mit gleichen Rechten neben das Altreich gestellt werden soll. Die Einladung Carcüs nach Rumänien geschah im Einverständnis mit England. Dort ist man drauf und dran, in einen neuen Konfl^ mit Moskau zu kommen. Carol ist Militär, uno die Armee, namentlich der jüngere Teil des Offizierkorps. liebt ihn begeistert. Dazu besteht eine nahe Entente mit Polen, wo sich alles auf ben Zusammenstoß mit Moskau rüstet, unb hiernach kann man vielleicht vermuten, was bie rumänische Umwälzung weiter im Schoße trägt Kündigungen bei der Reichsbahn. Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Berlin, 13.3unL (Eigene ERD.-Meldung) Durch ben Derkehrsrückg ang veranlaßt, hat bie Hauptverwaltung ber Re'.chsbahn- gefellschaft mit ben vertragschließenden Eisenbahngewerkschaften über Einfchränkungs- maßnahmen, Entlassungen von Arbeitern unb Einlegung von Feierschichten verhanbelt Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft erklärte, laut .Berliner Tageblatt", in ben Verhandlungen, daß sich durch den VerkehrsrückZang etwa iQOQ Werkstättenarbeitet erübrigt hätten. Die beabsichtigte Tariferhöhung könne den Verlust an Einnahmen auch nicht wettmachen. Um den Gewerkschalten entgegenzukommen. wolle man nur 1 9 0 0 Arbeiter entlassen, 2100 sollten durch Einlegung von Feierschichten weiter behalten werden. Die Unterhändler ber Gewerkschaften betonten, daß auch sie Verständnis für bie schwierige finanzielle Lage ber Reichsbahn hätten, doch fei die Entlassung von Arbeitern unb bie Einlegung von Feierschichten nicht nottoenbig, wenn man die generelle Lieberarbeitszeit von einer halben bzw. einer Stunde abschafsen würde. Die Reichsbahnverwaltung vertrat nunmehr den Standpunkt. dah 1900 Arbeiter entlassen werden müfe- ten, unb bah bie Direktionen in den Fällen, wo sie es für notwendig halten würden, von sich aus 13 weitere Stunden in dem kommenden Vierteljahr einlegen könnten. Die Gewerkschaften erklärten darauf, es sei vollkommen unwahrscheinlich, dah die Gewerkschaften diese Vorschläge annehmen würden. Morgen sollen bie Verhandlungen mit den Gewerkschaften fortgesetzt werden. Oie ftoung-Anleihe. Berlin, 13.Juni. (WTB.) Auf Grund einer Umfrage des WTB.-Handelsdienstes bei ben mahgebenden Zeichn ungsstellen über bie Zeichnungen auf die 36 Millionen Mar k der Internationalen 5,5p r oz en t i gen An- leihe bes Deutschen Reiches ton 1930 kann auf Grund «der bis jetzt vorliegenden Zeichnungs- ergetmiffe zumindest mit einer vollen Unterbringung des aufgelegten Betrages gerechnet werden. Ein endgültiger Ueberblid ist bei den mehr als 500 ZeichmungssteLn nicht vor Samstagmittag zu erwarten. Paris, 13.3uni. (WTB.) Wie bie Agentur Havas mitteilt, läßt sich eine Uedersicht über bie Zeichnung ber heute aufgelegten QJoung-Qln- leihe zur Stunde noch nicht gewinnen, doch scheint nach den ersten Rachrichten der französische Zeichnungsanteil schon jetzt als reichlich g e b e d t angesehen werden zu können. London, 13. Juni IWTB.) Die Zeichnungslisten bet Doung-Anleihe würben um 13 Uhr geschlossen. Man nimmt allgemein an, dah bie englischeTranchevon 12 Millionen Pfunb Sterling mehrfach überz eichnet würbe. Stockholm, 13. Juni. (WTB.) Der schwe - difche Teil der Aounganleihe, der für das Publikum bestimmt war, betrug ursprünglich 33 Millionen Kronen, mußte aber bei zunehmender Zeichnungsbeteiligung auf 44 Millionen Kronen erhöht roerbei). Schon heute nachmittag war dieser Betrag star-k überzeichnet. Die Firma Kreuger & Toll hat ben Restbetrag der 110 Millionen Kronen betragenden schwedischen Tranche übernommen. Wenn die Firma einen Teil ihres Anteiles nicht freigibt, muß eine Repartierung ber Publikumszeichnungen erfolgen. Rom, 13. Juni. (TU.) Der italienische Anteil der Reparationsanleihe in Höhe von 110 Millionen Lire ist in kurzer Zeit überzeichnet worden. Aus Bankkreisen verlautet, daß bie Ueberzeichnung mehr als zwgnzigfach war. WS Oie Wetterlage. SeydiSflord 1 /*/ 13 -----u Montag zusammentritt. z. B., daß die Urlaubskürzung personell am / -Wg IV »«6i( Ml« beamt flunge befind prech, selbst S*f ber fcgsc teil ®U6I$ Berlin, 14. Juni. ((Eigene ERB.-Meldung.) Laut „Berliner Börfenfourler“ finden am kommenden Dienstag im Reichsarbeitsministenum Verhandlungen mit den Spitzen der Landesversicherungsan st allen statt, die die Gewährung eines offenen Darlehens im Betrage von 60 bis 70 Millionen Mark an das Reich zum Gegenstand haben. Die Landes- Versicherungsanstalten sind grundsätzlich bereit, den erwähnten Betrag für das Reich aufzubringen, doch liegen noch keine übereinstimmenden Abmachungen über die Modalitäten vor. Vermutlich wird man sich hierüber am Dienstag verständigen. DieReichsverficherungsanstaltfürAn- gepellte hat im laufenden Jahr bereits 50 Millionen Mark Vorzugsaktien übernommen und die feste Zusage gegeben, im nächsten Jahre weitere 50 Millionen Mark dem Reich gegen Ileberlassung von Reichsbahnvorzugsaktien zur Verfügung zu stellen. An die Reichsverficherungsanstalt für Angestellte werden also insgesamt 100 Millionen Mark Vorzugsaktien fliehen. Ls scheint in Aussicht genommen zu sein, auher diesen beiden Transaktionen später noch einen Betrag von etwa 50 Millionen Mark Vorzugsaktien zu begeben, und zwar dürften diefe ins Ausland wandern. Die internationale Anleihe. Berlin, 13.3uni. (Eigene ERB.-Meldung.) Die Meldungen, die in der Presse über die internationale Anleihe für das deutsche Arbeitsbesch a f f u n g s p r v g r a m m veröffentlicht worden sind, treffen, wie wir von unterrichteter Seite hören, in ihren wesentlichen Teilen zu. Die Verhandlungen sind aber noch sticht beendet. Die Angaben über die Zinsfrage sind unrichtig. Diese Frage ist noch nicht entschieden. Sn Berliner politischen Kreisen betrachtet man es naturgemäß als erfreulich, wenn durch die Anleihe ein großzügiges Arbeitsbeschaffungspro- g r a m m ermöglicht wird. ■I» . Oie Hilleruniform auch in Baden verboten. Karlsruhe, 13. Suni. (MTB.) Der badische Mini st er des Innern hat das öffentliche Tragen der Uniform der R a ti- onalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und ihrer Organisationen bis auf weiteres verboten. Den Anlaß zu dieser Maßnahme gaben die zahlreichen Zusammenstöße mit Angehörigen anderer politischer Richtungen, die im Laufe der letzten Zeit auch in Baden vorgekommen sind. „Gegenüber anderen Verbänden liegt, zur Zeit wenigstens", so heißt es in der Bekanntmachung, „ein Anlaß zu gleichem Vorgehen nicht vor, abgesehen von dem bestehenden Verbot gegenüber dem Rotfrontkämpferbund." Die deulsch-nissischen Verhandlungen Eine amtliche Mitteilung über die Bereinigung strittiger Fragen. slellung Befindlichen müssen der Rot der Zeit ein Opfer bringen, da auch von den Arbeitnehmern Opfer gefordert werden. Andere Wege, wie zum Beifpiel ein allgemeiner Zufchlag zur Einkommen- steuer, haben eine neue Beladung der Produktionserfolge und wirken dem Gedanken des Preisabbaues und der Linderung der Arbeitslosigkeit entgegen. Vie Reichsregierung sieht in dem Ganzen ein einheitlichesProgramm.andemsienach wie vor festhält, da sie der Ueberzeugung ist, dah nur feiue konsequente Durchführung die Rettung aus schwerer Rot bringen kann und bringen wird. Schlechtes Echo in der Berliner presse. Berlin, 14.Suni. (TU. Funkspruch.) Zu dem Deckungsprogramm Der Reichsregierung nehmen nur wenige Blätter ausführlich Stellung: Die „D. A. Z." sagt, die Vorschläge des Reichsfinanzministers liehen jeden staatsmänni- schenZugvermissen und gingen an einer durchgreifenden Reform vorbe i. Zur Erfindung neuer Steuern genügten im besten Falle die Lehrbücher der Finanzwissenschaft, zur Rettung des Landes aus der furchtbaren Wirtschaftlichen Rot reichten sie jedoch schon lange nicht mehr aus. Das „Berliner Tageblatt schreibt, alles. was bisher gegendieseFinanzgesetz- gebung schon gesagt worden sei erhalte durch den amtlichen Bericht über die Kabmettsbeschlusse seine umfassende Bestätigung. Der „Börsen - Courier" hält es zwar für bemerkenswert, dah die Reichsregierung mit Bestimmtheit versichere, an dem von ihr als einheitlich bezeichneten Programm festzuhalten, glaubt aber, dah sie sich von den Regierungsparteien zu weitgehenden Modifizierungen werde drängen lassen. Rach den Sn» formationen des „Börsen-Couriers" wird das nur in allgemeinen Grundsätzen bekannte Aus- gabensenkungsgeseh eine Art Sperr» aesetz für die Länder und Gemeinden enthalten, das auf eine Herabsetzung der Personalausgaben 10i 10.. 11 Oslo n.3n m 1 Berlin, 13.Suni. (WTB.) Bon zuständiger amtlicher Stelle wird mitgeteilt: Sm Verkehr zwischen Deutschland und der Sowjetunion sind im Laufe der Zeit ver* schiedene Fragen aufgetaucht, die im Snter» esse der Weiterführung der beiderseitigen freundschaftlichen Beziehungen ver Bereinigung bedürfen. Die beiden Regierungen haben daher die Gesamtheit der Fragen zum Gegenstand zu- sammenfasfenderdiplomatischerBe- sprechungen gemacht, die in den letzten Wochen in Berlin und Moskau stattgefunden haben und jetzt zu einem gewissen Abschluh e 3m' Liiidew stand 1 junger verirrt fiel nr ach G> 2a, leine allein allen Licht- oft fr gar e> 3d) finden hie in Verden strömen wär es Honigs« zu hole steckten erzählt^ vom Li Die i Fast in wir sie Dörfer namen Apothe Den alt Hchatter Und haben, i wieder halb ze Was ti sahen \ spräche reichen steht ei auf ein bäum. 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Dabei gehen beide Regierungen davon aus, daß alle Versuche einer aktiven Berlin, 13. Juni. (WTB.) Der Deutsche Beamtenbund hatte für heute abend zahlreiche Vertreter der Presse zu sich gebeten, um ihnen einen Ueberblick über die Stellungnahrnezu den geplanten Maßnahmen der Reichsregierung zu geben, die die Interessen der Be- amten eng berühren. Der Protest der Beamten richtet sich gegen die Einseitigkeit und den unsozialen Charakter der in dem Deckungs- Programm vorgesehenen Reichshilfe, und rveller dagegen, daß durcy das Äusgabenfenkungs- Um was es ging. Berlin, 13. Suni. (ERB. Eigene Meldung.) Das Kommunique über die deutsch-russischen Beziehungen wird in Berliner unterrichteten Kreisen als der offizielle R i e de r s ch l a g de r Verhandlungen gewertet, die auf deutsche Anregung seit Monaten zwischen den beiden Regierungen geführt worden sind. Sie waren notwendig geworden, weil sich die Situation im Frühjahr dieses Sahres bis zu einem ge- wissen Grade zugespitzt hatte. Das lag einmal an der Verschiedenheit der bei- denStaatensysteme, zum anderen an dem Kurs des sog. hundertprozentigen Stalinismus, und an einzelnen akuten Vorfällen, wie z. B. die E r e i g n i s s e a u f k i r ch l i ch e m und religiösem Gebiet, die bekanntlich in der ganzen Welt eine Aktion gegen Rußland hervorriefen. Unter diesen Umständen hielt es die Reichsregierung für richtig, in Verhandlungen mit den Russen einmal zu überprüfen, ob sich die politische Linie des Vertrages von Rapallo weiter fortsehen lasse, oder ob es notwendig sei, neue Elemente der deutsch-russischen Politik zu suchen. Die Verhandlungen haben nun, wie in dem Kommunique mitgeteilt wird, zu einer Verständigung im Sinne der ersten dieser beiden Möglichkeiten geführt. An dem Ergebnis wird besonders unterstrichen, daß beide Staaten sich zum ersten Male verpflichten, sich der Einmischung in die innerpolitischen Angelegenheiten des andern zu enthalten. Es liegt auf der Hand, daß diefe Verpflichtung in erster Linie Rußland betrifft Wenn man solchen Versprechungen Sowjetrußlands in der deutschen Oesfentlichkeit naturgemäß auch eine gewisse Skepsis entgegensetzt so betrachten unterrichtete politische Kreise der Reichshauptstadt den Abschluß der Verhandlungen doch als einen Erfolg der deutschen Außenpolitik, der sich auch erneut in den Schiedsgerichtsverhandlungen auswirken wird. Die Russen haben Versprechungen, sich nicht in die innerdeutschen Verhältnisse einzu- mischen, in der Form des Austausches feierlicher Erklärungen gegeben. Sn diesem Zusammenhang wird auch betont, daß man in der letzten Zeit bereits eine Vermiude- rung der Aktivität der lH.Snterna- t i o n a l e feststellen kann. hinziele. Der „Tag" hebt als politisches Ergebnis der _____________ v_ ........o _ _ , , . . amtlichen Mitteilung hervor, daß das Kabinett gelangt sind. Ein Teil der beiderseitigen Einalle Vorlagen, vor allem Rotopfer und Osthilfe, I zelbeschwerden ist in den Unterhaltungen zu einem gemeinsamen Gesetz aufammen* I bereits befriedigend gettärt toorden. Die fassen wolle, um das bekannte „Sunetim“ zu I übrigen sollen der dafür in dem Abkommen vom erreichen. Man wolle dadurch die nicht hinter 25.Sanuar 1929 vortzesehenen Schlich tun gs- der Regierung stehenden Parteien, ähnlich wie es kommission unterbreitet werden, die einmal vor Ostern versucht wurde, zur Annahme der von um Mitte des Sahres sich versammeln soll, ihnen im einzelnen abgelehnten Steuergesehe un& &ie in diesem Sabre am 16. Suni in Moskau zwingen. zu ihrer ordentlichen Tagung zusammentreten Weltrekord aufzustellen, tödlich verunglückt. Das Rennboot überschlug sich plötzlich.wobei der Mechaniker ertrank, wäyrend Sir Henry Segraeve und ein Ingenieur gerettet werden konnten, lieber das Unglück werden folgende Einzelheiten gemeldet: Segraeve war zu einem Rekordversuch gestartet. In der dritten Runde Über« chlug s i ch das Boot plötzlich und die Insassen türzten ins Wasser. Während der Mechaniker nicht wieder zum Vorschein kam, konnten Segraeve und der Ingenieur ans Land gebracht werden. Segraeve war bewußtlos. Die Untersuchung ergab, daß er beide Beine und eine Rippe gebrochen hatte, wodurch die Lunge verletzt worden war. Einige ©tun», den darauf ist er seinen schweren Verletzungen erlegen. Das Rennboot, das zuerst kieloben schwamm, sank eine halbe Stunde später. Segraeve hat, wie offiziell mitgeteilt wird, vor dem Unfall den Weltrekord zweimal überboten, indem er auf der ersten Strecke «ine Geschwmvlgkeit von 96,41 Meilen (154 Kilometer) und auf der zweiten Strecke eine Geschwindigkeit von 101,11 Meilen (162,7 Kilometer) erreichte. Als Durchschnittsstundengeschwindigkeit ergaben sich also 98,76 Meilen in der Stunde, während der bisherige Rekord des Amerikaners Garwood 96,252 Meilen betrug. hohe Zuchthausstrafen für Verfichcrungsbelrüger. ’ Stuttgart, 13. Suni. (LldTD.) DasSchwur» gericht verurteilte den 41jährigen Kaufmann Paul Kehrer und den 22jährigen Kaufmann Albert Bossenmaier wegen zahlreicher Verbrechen des Meineides, der Anstiftung zum Meineide und des Versicherungsbetruges zu Zuchthausstrafen von 12 bzw. 10 Sahren sowie zu 10 Sabren Ehrverlust. Fünf weitere Mitangeklagte, die als Eideshelfer gedient hatten, erhielten Zuchthausstrafen von P/4 bis 4 Sahren. Vier Kinder oerbrannt. Ratibor, 13. Suni. (WTB.) Sn Stanitzi bei Räuden brannte das Anwesen des Grubenarbeiters K e s ch k a bis auf die Grundmauern nieder. Dabei fanden vier Kinde« in den Flammen den Tod, während die Frau und zwei weitere Kinder mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden muhten. Man vermutet Brandstiftung» Der Brand in Rosalima gelöscht. Kowno , 13. Suni. (WTB.) Das ©roßte u e r in Rosalima, über das bereits berichtet wurde, konnte am Donnerstagabend durch mehrere Feuerwehren aus der Rachbarschaft auf feinen Herd beschränkt werden. Sns» gesamt sind 24 Häuser vollständig nieder- gebrannt und eine große Anzahl Gebäude • beschädig t worden. Auch der Glockenturm der katholischen Kirche ist schwer beschädigt. Die beiden wertvollen Glocken sind durch die Glut des Feuers geschmolzen. Fährunglück in Rumänien. — Zehn Personen ertrunken. Bukarest, 13. Suni. (WTB.) Bei Tirgu Siu im Zsil-Tal ist bei der Eröffnung des neuen Fährbetriebes über den Zsilfluß die Fähre mitten im Fluh u n t er g e g a n g e n, da sie statt der vorgeschriebenen 30 Personen 55 Personen beförderte. 45 Menschen konnten sich durch Schwimmen retten, zehn Fahrgäste fa .'en den Tod in den Fluten. Die „Deutsche Zeitung" sagt, man müsse wird. den Mut bewundern, mit dem das neue Kabinett | Del der Behandlung der vorliegenden Ein» zelfragen gehen beide Regierungen übereinstimmend von dem Wunsche aus, die entstandenen Schwierigkeiten im Geiste des Rapallo-Vertrages und der anderen zwischen ihnen bestehenden Verträge zu überwinden und damit auch bei fortschreitender internationaler Entwicklung die Politik sortzu- Anleiheaufnahme zur Mlschafisbelebung Begebung von Reichsbahn-Vorzugsaktien. i Baden-Baden. 19 Grad, Nordostwind, heiter r „ Garmisch-Partenkirchen. 16 Grad, Süd, einen neuen * westwind, wolkig. Das neue rumänische Kabinett Maniu. Bukarest, 13.Suni. (WTB.) Der König hat heute mittag den früheren Ministerpräsidenten Maniu mit der Regierungsbildung betraut. Manui hat nach der Auhienz erklärt, dah er vom König den Auftrag erhalten habe, eine Parteiregierung zu bilden. Das neue Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: Ministerpräsident Maniu, auswärtige Angelegenheiten M i n o r e s c u, Sn» neres Vaida Voevod, Landwirtschaft Mi- Ha l a k e, öffentliche Arbeiten und Verkehr Matt oilefcu, Finanzen Popovici, Unterricht und Kultus Eostakescu, Heer Condesscu, diesen negativen Plan dem am Montag zusammentretenden Reichstag als „einheitliches Programm" aufzuzwingen gedenke. © Wolkenlos. O neuer. o nait> oeoetKL ® •zorxiaeoeoecKt. -Regen »Schnee c Graupeln e f«oei, K Gewitter.® windstille. seh» leichter Ost massiger Südsüdwest stürmischer «ordwes» Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zahl len gehen die Temperatur an. Pie Limen verbinden Orte mit gleichet® •uf Meeresniveau umgerechneten Luitdruck Wettervoraussage. Die kühlere und feuchte Luft, welche gestern über der Nordsee lag, ist südwärts über Deutschland vor» gedrungen und hat dabei auch in unserem Bezirk zu Gewitterstörungen und Gewitterregen geführt. Seit gestern sind namentlich im westlichen Deutschland die Temperaturen etwa 3 bis 5 Grad zurück- gegangen. Der hohe Druck im Norden hat sich weiter aufgebaut und durch die kühle Lust auf dem Festlande Platz gegriffen, so daß erneuter Druckanstieg einsetzt. Unter der Vorherrschaft des hohen Druckes ist wieder besseres und aufheiterndes Wetter zu erwarten. Aussichten für Sonntag: Bewölkt mit Aufheiterung, trocken, Temperaturen wenig verändert, aber im ganzen noch etwas kühler. Aussichten fürMontag: Vielfach heiteres, warmes und trockenes Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen. Am 13. Juni: mittags 28,1 Grad, abends 18,8 Grad Celsius; am 14. Juni, morgens 18,6 Grad. Maximum: 29,6 Grad, Mini- mum: 15,6 Grad Celsius. — (Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 13. Juni: abends 28,6 Grad, am 14. Juni: morgens 20,6 Grad Celsius. Niederschläge: 4,5 Millimeter. Sonnenscheindauer 8K Stunden. Reisewetter dienst Westerland auf Sylt. 14 Grad, Südwest» wind, Nebel. Der „Vorwärts" schreibt, das große Regierungsprogramm sei in seinen Grundzügen eine Herausforderung. „Für die Sozialdemokratie nicht annehmbar." Berlin, 14. Sunt (ERB. Eigene Meldung.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion besprach gestern abend in mehrstündiger Sitzung die politische Lage und erörterte namentlich die Vorschläge, die das Reichskabinett zur Abdeckung I Beeinflussung der internationalen Angelegen- des Defizits auggearbeitet hat. Es bestand betten des anderen Landes zu unterbleiben wie der „Vorwärts" meldet, Einmütigkeit haben. darüber, daß die Rgierungsprojekte in .. . ihrer gegenwärtigen Fassung f ü r d ie S o z i a l - Beide Regierungen sind entfetten, auf dieser Demokratie nicht annehmbar fein wer- Grundlage die gegenseitigen Beziehungen zu Pfle- Den. Insbesondere bestehen lebhafte Bedenken gen und an die sich ihnen künftig noch stellenden gegen den Versuch, Die Beseitigung des Fehl- Aufgaben heranzutreten mögen diese Aufgaben betraget der Arbeitslosenversicherungsanftalt das unmittelbare Verhältnis zwischen Den beiden durch eine einseitige Belastung Der Beamten und Sandern, oder andere ihre Interessen berührender festangestellten Privatbeamten zu erreichen; den Fragen betreffen. Sie sind überzeugt, daß die alte sozialdemokratische Anregung zur Sanie- sie auf Diese Weise sowohl Dem Vorteil ihrer rung der Arbeitslosenversicherung, Die höhe- Sander, als auch Der Sicherung Des Weltfriedens ren Einkommen ganz allgemein Durch ent» I Dienen werden. sprechende höhere Zuschläge heranzuziehen, ——————■ wurde aufs neue in Den Vordergrund gestellt. , ... , ... , Sie endgültige Entscheidung über diese Ange- gesetz die m der Reichsverfassung gewährleisteten leaenheit, sowie über den ganzen Komplex der Garantien erschüttert werden. nut Der Wirtschafts- unD Finanzlage zusammen- Auch hinsichtlich Des Ausgabensenkungs- und des hängenden Fragen wurde der Reichstags- Spargesetzes bringt der Deutsche Beamtenbund eine frattion Vorbehalten, Die am kommenden Reihe von Bedenken zum Ausdruck. So erklärt er Industrie und Handel Madgearu, Justiz 3 u ni an, Gesundheit und soziale Fürsorge Ha° lippa. Heute abend leistete das Kabinett Den Eid auf die Verfassung; morgen vormittag wird der erste Ministerrat stattsinden. Am Rachmittag wird sich das neue Kabinett Der Kammes vor- ftellen. Aus aller Welt. Das Unglück bei Beckerhagen. WSR. Kassel, 13. Juni. Zu Dem Unglück Der Mindener Pioniere bei Veckerhagen erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Eine aus etwa 30 Zugmaschinen mit Anhängewagen bestehende Drückenbauabteilung der 6. Pioniere aus Minden, die sich auf Der Fahrt nach Ingolstadt befand, kam auf der abschüssigen Straße des Hemelberges in rasche Fahrt. Verschiedene Fahrer lenkten ihre Wagen, die durch die schweren Anhänger nach unten gedrückt wurden, seitwärts in den Wald und entgingen so einer Katastrophe. An einer scharfen Kurve unterhalb des Forsthauscs Hemelberg fuhr ein Lastwagen über die steinerne Drüstung einer Brücke in den Abgrund. Die nachfolgenden Wagen hatten infolge der starken Stauben twicke- lung die Sicht verloren und fünf Zugmaschinen mit ihren Anhängern stürzten gleichfalls über Die Drücke den Abhang hinunter, wo sie einen großen Trüm merh auf en bildeten. Dabei erlitt nach Mitteilung des Reichswehrministeriums ein Pionier eine Drustquetschung, ein anderer eine Fleischwunde. Außerdem wurden sieben Pioniere leicht verletzt. Sie find aber heute schon wieder dienstfähig. Der Unfall ist wahrscheinlich auf oas Vers agen der Dremseinrichtungen Der Wagen zurückzuführen. Rach Dekanntwerden des Unfalles ist ein Sachverständiger des Reichswehrministeriums xur Untersuchung an den Ort des Unfalles entsandt worden. Bei den beiden Schwerverletzten besteht keinerlei Lebensgefahr. Major Segraeve tödlich verunglückt. — Ein neuer Weltrekord. 75g \____ , . „ - a , bedenklichsten und schädlichsten, finanziell am wenig- !OlC fäu)fifd)€n OCtt10ir0f€tl sien wirksam erscheine. Zu beanstanden sei auch, daß K, # c’iC das Sperrgesetz mehrfach den Rechtsweg aus- gegen Die ^eicysyttte. schließe, ein Verfahren, das mit Den Pflichten eines _ =40 r, ■ /«.<-. x o s , » Rechtsstaates nicht im Einklang stehe. Auch das Dresden, 13.Ium. (5UJ ©er Sandes- finanzielle Ergebnis einer Pensionskürzung partervorstand der Deutschen ®e- = nnbebeutenb mokratischen Partei Sachsens gibt । ,et unbeDeuKnD- durch seinen Vorsitzenden Qlbg. Dr. Külz folgende Erklärung zu der geplanten Steuergesetzgebung ab: „Die für Beamten und Angestellten in Aussicht genommene ungeheuerliche Sonderbelastung, die von der Reichsregierung fälschlich Reichs- Hilfe genannt wird, ist in der vorgeschlagenen Form für die Partei unannehmbar. Jede Sonderbesteuerung, die nur einen einzelnen Stand belastet, ist sozial ungerecht. Diese Steuer ist vor allem auch gar nicht notwendig, da durch strengeSpar- samkeit im Reichsetat mühelos derjenige Betrag im bevorstehenden Haushaltsjahr eingespart werden kann, der durch diese Sonderbesteuerung aufgebracht werden soll. Richt durch neue Steuern, sondern durch Einschrän kung in der Ausgabenwi rtschaft des Reiches ist in erster Linie das vorhandene Defizit auszugleichen. Das ist die einzig richtige Reichshilfe, die Wirtschaft und Steuerzahler gebieterisch fordern müssen." Der Deutsche Beamtenbund protestiert. w. A Perlin rankt. 42 5E ’P 1h, 18 SXloffZ -Abefijeen—4 sdiks: Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. Juni 1930. fünfer der blühenden Lindes 3m Wald, an einer Wegkreuzung, schaute ich unwillkürlich in die Höhe: Der süß« Duft der Lindenblüte kam durch die Luft. Richtig, da stand an der Öde, einsam und verlassen, ein lunger Lindenbaum. Wie der wohl hierher kam, verirrt in den großen Wald? ilnb da- Lied fiel mir ein: Es steht eine Lind' im tiefen Tal, ach Gott, waS tut sie da? 3a, die ßinbe ist kein Waldbaum, sie braucht keine große Gesellschaft, sie wächst am liebsten allein, denn sie will '.yre schöne Krone nach allen Seiten entfalten. Sie braucht Luft und Licht. Unb boch strebt auch sie zur Höhe. Wie ost sehen wir Linden, die eine Kapelle oder gar eine Kirche überschatten. Ich hielt kurze Rast unter dem cinfamen Lindenbaum und schaute hinauf nach den Blüten, die in ihrem unscheinbaren. Kleid kaum bemerkt werden, dafür aber einen herrlichen Duft auS- strömen, der Tausende von Bienen anlodt. So war^eS auch hier. Wie weit mochten die kleinen Honigsammler wohl fliegen, um hier ihre Schätze zu holen? Sie summten zusriedcn, summten und ftedten den Rüssel in die süße Speise. Und sie erzählten mir von den alten, schönen Liedern vom Lindenbaum. ... Die Linde ist der LieblmaLbaum der Deutschen. Fast in jedem Dorf, an jeder Landstraße, finden wir sie. In unzähligen Ramen lebt sie weiter, Dörfer und Städte heißen nach ihr, Mädchennamen erinnern an sie. Straßen und Plätze, Apotheken und Gasthäuser führen ihren Ramen. Den alten Deutschen war sie heilig. Unter ihrem Schatten wurde daS Dolksgericht gehalten. Und welches Alter mögen manche Dorslinden haben, die oft gestützt mit starken Pfeilern, immer wieder austreiben, wenn auch der Stamm schon halb zerfallen und mit Mörtel auSgefüllt iftl Was könnten sie erzählen! Wieviel Menschen saßen schon in ihrem Schatten, hielten Zwiesprache oder schwuren sich ewige Liebe. In zahlreichen Bolksliedern lebt der Lindenbaum. SS steht eine Lind' in jenem Tal. ... Drei Caulx' auf einer Linde. ... Ein Vöglein fang im Lindenbaum. ... ES stand eine Lind' im tiefen Tal... Die Dichter fingen von ihr: Am Brunnen vor dem Tore. ... Die Lindenwirtin. .. Der Drache hauste unter einer Linde, ein Lindenblatt fiel dem jungen Siegfried auf die Schulter und schuf die einzige Stelle, an der er verwundbar war. Der finstere Hagen erschlug Siegfried unter einer Linde. ... So erzählen unS gar viele Sagen vom Lindenbaum. — ES ist schön, daß unsere Straßen nicht immer nur mit Obstbäumcn bepslanzt werden. Der reine RützlichkeitSstandpunkt tut eS nicht. Dafür erfreuen uns die schattigen Linden mit den weit ausbolcnden Kronen. Gar manche Brücke wird geschuht und überschattet von Linden- bäumen. Wie treue Wächter stehen sie hüben und drüben, schon von weitem erkennbar an der schönen Form ihrer Krone. Im Dorfe aber ist eS der Platz vor dem Rathaus, oder vor der Kirche, wo die Linden wachsen, wo die Kinder ihren Ringelreihen tanzen, wo an warmen Som- merabenben alt und jung zusammenkommt, wo Scherze und Redereien durch die Lust fliegen... 3a, die Sommerabende auf dem Lande! Und erst die Rächte! Da rauscht gar oft der Sornrner- wind durch daS Laub der Linden (sind die Blätter nicht herzförmig?), und drunter steht ein Paar und flüstert leise „unter der blühenden Linde". Bon einer Wanderung durch den Odenwald ist "Thir ein Sonntagnachmittag unvergeßlich geblieben. Ss war in einem ganz kleinen Dorfe. Schon von weitern hörten wir eine Stimme und glaubten, es wäre ein Gottesdienst im Freien. Als wir näher tarnen, sahen wir saft daS ganze Dorf unter einer großen Linde versammelt. Die Frauen hatten ihre Kinder auf dem Arm, die Männer rauchten ihr Pfeifchen. Es war kein Gottesdienst, sondern die Sonntagnachmittags- fufammcnhmft, und die Stimme, die zu allen prach, war die deS alten LehrerS. Er hatte wohl eben einen Bienenschwarm eingefangen, denn die Bienenkappe und ein Korb lagen neben ihm. Er erzählte den lauschenden Zuhörern vom Leben und Treiben der Bienen. Es war nicht wie in der Schule, nein, ganz anders. GS war wohl doch ein Gottesdienst. Die Linde rauschte leise, alS ob sie sagen wollte: So muh eS sein, hier kannst du rasten, hier unter meinem Schuh. Wie alte Freunde sehen die Linden auf der Landstraße mich an. Hier bin ich vor vielen, vielen Iahren tagein, tagaus, zu jeder Stunde, vorbeigefchritten. um mir in der nahen Stadt die nötige Bildung zu holen. Sie find etwas bider geworben, die alten Freunde, und etwa- rissiger ist die Rinde. Die starken Aeste hat man ihnen abgenommen, aber unverdrossen treiben sie neue Schößlinge. Welche Stürme haben sie schon auSgcbalten, Wasserfluten umbrausten sie und wollten sie entwurzeln, aber unentwegt, troöig, haben sic dem Sturm die Stirn gezeigt, dem Wanderer kühlen Schatten gespendet, den Dienen aber süße Rahrung. Lind nun blühen sie! Sollen wir ihrer vergessen? O. P. Modernisierung im Gießener Hauptpostamt. In mehrmonatiger Umbauarbeit ist eine gründliche Umänderung und Modernisierung der Schalterhalle unseres Hauptpostgebäudes in der Bahnhofstraße vorgenommen worden. Die neu hergerichiete Halle befindet sich feit einigen Sagen in Benutzung. 21n Stelle der früheren dunklen und verbauten Einrichtung ist jetzt eine helle, in lichten Farben gehaltene und mit bankmäßigen Schaltern ver- sehene Anlage getreten, in der man durch zweckmäßige Raumausnutzung dem Verkehr eine bessere Abwicklungsmöglichkeit und den Postbeamten vorteilhaftere technische Arbeitsbedingungen geschaffen hat. Am Eingang der Halle befinden sich die automatischen Fernsprechanlagen für den Ortsverkehr, während die Fern- sprechapparate für den Fernverkehr in der Halle selbst untergebracht sind. Ein großer Schreib- tisch für das Publikum befindet sich mitten in der Halle und ift für die Benutzung am Abend auch mit moderner und helleuchtender Beleuchtungsanlage versehen. Die Halle wird in ihrer Gesamtgestaltung den Anforderungen gerecht, die schon seit einer Reihe von Iahren dringend waren, und sie gereicht in ihrer jetzigen Art nicht nur der Abwicklung des Postverkehrs mit dem Publikum, sondern auch der Bedeutung unserer Die evang. Gemeinde Gießen im Me 1020. In ber jüngsten Sitzung der Gesamtgemeinde» Vertretung ber evangelischen Kirchengemeinbe Gießen erstattete ber Vorsitzende, Pfarrer Bechkols» Heimer, ben Bericht be s Gesamtkirchen. oor ft anbet über bas Jahr 1929. Den Darlegungen dieses Jahresberichtes entnehmen wir folgendes: Am 10. Juni 1929 würben zum erstenmal roieber nach sieden Jahren bie Zinsen ber Toben wart- Stiftung ausgeteilt. Gemäß ber Bestimmung des Stifters, bes Kanzlers Antonius Wolfs von Tobenwart, mürben bie Zinsen in ber Tobcsstunbe seiner Ehefrau, morgens zwischen 5 unb 6 Uhr, in ber Stabtkirche ausgeteilt. Da es sich um bie Zinsen von sieben Iahren hanbelte, so würben biejenigen, bie sich ge- meldet hatten, — ihre Zahl war nicht sehr groß — reichlich bebacht. — Im Jahre 1929 sanden im ganzen 78 Kirchenaustritte aus ber Landeskirche statt, ber größte Teil hiervon, ohne daß sich die Austretenden einer besonderen religiösen Gemeinschaft anschlossen, ber andere Teil ist zu ben Sekten gegangen. Unterbessen scheint ber Zulauf au ben Sekten seinen Höhepunkt üderschrit» ten zu haben. Dazu hat auch bie Einrichtung von Bibelstundcn beigetragen, bie erfreulicherweise sehr gut besucht waren. In ben Einzelgemeinden unb in kirchlichen Vereinen fanben sehr viele Vcransial» tungen statt, bie hier nicht einzeln aufgesührt wer- ben können. Vorträge wurden gehalten, sowie musikalische Abenbfeiern veranstaltet und Lichtbilder vorgeführt. Nach ben Neuwahlen, bie im Spätjahre 1928 ftattfanben, wurden bie kirchlichen Körperschaften neu organisiert. Bauunternehmer Georg Becker würbe AUM mitausführenben weltlichen Mitglied des Gefamtkirchenvorstanbes bestimmt, zu seinem Vertreter Juwelier Karl Noll. Mit der Kontrolle ber Einnahmen würbe Rechnungsrat i R. Ebuarb Schiffnie beauftragt. Auch die Ausschüsse wurden neu geordnet. Dem juristischen Ausschuß gehören an: Pfarrer Mahr als Vorsitzender, die Kirchenvorstandsmitglieder Neue nj)a gen, Koch, Schmäht, Schneider, Dr. Weimar und Psarrer Lenz, Hum Bauausschuß gehören: Pfarrer Becker als Vorsitzender, sowie Pfarrer Lic. Waas, Dr. Schüz, Rentner Winn, Bauunternehmer Becker unb Bauoberassistent Weller. Dem Finanzausschuß gehörten an: Pfarrer Aus- selb als Vorsitzender, bie Mitglieder Noll, Schiffnie unb Malkomesius. Nachbem bdr Letztere aus bem Gesamtkirchenvorstand ausgetreten ist, muß für ihn eine Neuwahl erfolgen. Der Vor- sitzende des Gesamtkirchenvorstandes hat Sitz unb Stimme in allen Kommissionen Der Gesamtkirchen» oorftanb hielt 13 Sitzungen, die Gesamtgemeinbe- Vertretung 3 Sitzungen ob. Don bem Umfang des Geschäftsverkehrs des Gesamtkirchenvorstandes kann man sich ein Bild machen, wenn man erfährt, daß das Tagebuch, bas bie ausgehenben Dienstschreiben verzeichnet, im Jahre 1929 3644 Nummern enthält. Am Sonntag Jubilate, 21. April, wurde Pfarrer Lic. ©aas, seither in Dberramftabt, burch Dekan Gußmann in sein Amt als Pfarrer ber Petrus- gemeinbe eingeführt. Die Beschaffung einer Wohnung für ben neuernannten Pfarrer hatte vorher einige Schwierigkeiten bereitet Nachdem sich ver- schiebene Verhandlungen zerschlagen hatte, erwarb die Kirchengemeinde von Profeisor Dr. Pridram das Haus Gnauthstraße 17 für den Kaufpreis von 23 000 Mark als Wohnung für ben Pfarrer der Petrusgemeinbe. Für die Petrus- und Luther» gemeinbe wurden neue Abendmahls- und lauf- gefäfje angekauft. Für bie Luthergemeinde bzw. für ben Gottesdienst in ber Kapelle auf bem Alten Friedhof wurde eine Orgel angeschafst, bie 10 000 Mark kostete. Zur evangelischen Kirche ein getreten sind im ganzen 11 Personen, davon von der alt-lutherischen Freikirche 3, von der katholischen Kirche 4, von den Freireligiösen 3 und von einer sonstigen religiösen Gemeinschaft 1. Der Gottesbicnstbesuch am ersten Ostertag betrug 2199 Erwachsene unb 380 Kinder, die Zahl der Kinder ift deshalb verhältnismäßig gering, weit an den Festtagen viele Kinder verreisen. Am 12. Sonntag nach Trinitatis betrug der GotteSdienstbefuch 1177 Erwachsene und 342 Kinder, am 3. Adventsonntag 1292 Erwachsene und 465 Kinder. Im ganzen wurden veranstaltet: 234 Haupt- unb 162 Re- bengotteSbienste. Durchschnittlich wurden die Gottesdienste von 953 Erwachsenen und 232 Kindern besucht. Im allgemeinen bat ber Besuch der Gottesdienste in den beidew Kirchen etwas abgenommen. DaS mag daran liegen, daß jetzt vier Predigtstätten anstatt früher zwei in Gießen vorhanden find. Es liegt auch Dicl^baran, daß in ber Stadt zu viele Veranstaltungen aller Art ftattfinben, die entweder mit dem Gottesdienst zusammenfallen oder kurz nach dem Gottesdienst anberaumt werben unb viele Gemeinbe- glieder anziehen. An ber Feier beS heiligen Abendmahls nahmen im ganzen 4268 Gemeindeglieder teil, und zwar aus ber Mat- thäuSgemeinbe 680, Markusgemeinde 709, LukaS- gemeinbe 1049, IohanneSgemeinbe 903, Luthcr- gemcinbe 555, PetruSgemeinbe 317, Militärgemeinde 9. Trauungen fanden im ganzen 178 statt, und zwar: Matthäusgemeinde 35, Markusgemeinbe 38, LukaSgemeinde 42, Iohan- neSgcmeinde 23, Luthergemeinbe 10, PetrnSae- meinde 15, Militärgemeinde 15. Die Zahl der Taufen betrug im ganzen 297, und zwar: Matthäusgemeinde 49, Markusgemeinde 38, LukaSgemeinde 76. Iohannesgemeinde 38, Luthergemeinde 37, Petrusgemeinbe 56, Militärgemeinde 13. Die Zahl der Konfirmanden betrug im ganzen 399. ES entfallen auf die Matthäusgemeinde 77, Markusgemeinde 65, LukaSgemeinde 109, IohanneSgemeinbe 62, Lu» thergemeinde 37, Petrusgemeinbe 48, Militär- gemclnbc 1. Beerdig t wurden im ganzen 299 Gemeindeglieder, und zwar: Matthäusgemeinde 65. MarkuSgemeinde 41, LukaSgemeinde 71, Iohannesgemeinde 56, Luther- gemeinde 39, PetruSgemeinde 25, Militärgemeinde 2. Die Zahlen der 'Taufen und Beerdigun- geine- marft statt. Aus dem Rindviehmarkt wird sämtliche- Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutz- geimpst. •• Die Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** E i n Gießener Komponist i in Rundfunk. Die Ausführung der Ouvertüre „Sonnwcnd- feier“ bes hiesigen Komponisten Paul Buchwald, welche für be n30. Mai vorgesehen war und au» technischen Gründen verschoben wurde, findet wie man uns mlttellt, nun endgültig am 17. Juni im Mittagskonzert des Kölner Rundfunks statt. *• Zur Richtigstellung. In unserem gestrigen Bericht über die Elektro-Koch- und Bratveranstaltungen wurde versehentlich Herr Dr. GoereS als Vorsitzender der Elektrogemeinschaft bezeichnet: die- entspricht nicht den Tatsachen: vielmehr hieß Ingenieur Maße im alS Vertreter der Elektrogemelnschaft und der HauSfrauenberatungSstelle die Erschienenen willkommen. •• Sommerfest deS Gleiberg-Verein S Am Sonntag, 22. d. Rk., nachmittag- ab 15 Uhr, veranstaltet der Gleiberg-Verein auf der Burg Gleiberg fein diesjährige- Sommerfest, verbunden mit Konzert, Äinberbeluftigung, Kasperltheater, Tanz usw. Von 14 Uhr ab findet an diesem Tage verstärkter AutobuSverkehr nach Gleiberg statt. (RähereS in der heutigen Anzeige.) *• OeffentNche Bausparkassen. Man schreibt unS: Die durch den Krieg und seine Folgen hervorgerusene Wohnungsnot hat bewirkt, daß man in Deutschland mit zunehmender Aus- merksPitkelt einem System sich zuwendet, welche« in England, Amerika und anderen Staaten schon vor bem Kriege gehandhabt wurde. ES sind die- die öffentlichen Bausparkassen. In diesen Ländern ist da- Eigenheim fein Heuling, sondern fast Allgemeingut, bewirkt durch die öffentlichen Baufparkafsen. Seit einigen Iahren find in Deutschland ebenfalls eine große Anzahl derartiger Bausparkaffett gegründet worden, die teils recht Gute- geleistet haben, zum großen Teil aber durch ihr nicht einwandfreies System unb Geschäftsgebaren die Hoffnungen der ihnen angc- fchloffenen Baufparer nicht erfüllten. Au- Metern Grunde haben die öffentlichen Sparkaffen, fo auch die im Hessischen Sparkassen- und Giroverband vereinigten Sparkassen, sich entschlossen, eine öffentliche Bausparkasse in« Leben zu rufen und denjenigen Teil der Bevölkerung, der auf solider Grundlage sich ein Eigenheim erwerben will, zum sicheren Ziele zu sühren. Eine am-18. Iuni, 20 Uhr, im früheren .Hotel Einhorn" in Gießen stattfindende Versammlung wird ben Interessenten die nötige Ausklarung geben. Man beachte die heutige Anzeige ,e Vol k-tümkiche Rheinfabrt. Man schreibt unS: Am 27. Iuli veranstaltet da- Hapag-Reisebüro, Gießen, seine zweite volkstümliche Rheinfahrt wieder über Mainz-Kastel — Büdesheim — Riederwald — AßmannSha'^n — Koblenz — Gießen ES ist die- bie erste Tour, die kurz nach bet ‘Befreiung de- Rheinlande- vor sich geht, unb die in die Tage der BefreiungSfeiern, sowie des Vefuches des Reich-Präsidenten im Rheinland fällt. Schon jetzt hat bei bem Reisebüro eine lebhafte Rachsrage nach dieser Rßeln- lour eingesetzt Ein. Salondompfer der Koln- Düsseldorser Rheindampfschisschrt.Gesellschaft mit zwei Musikkapellen an Bord wird die Reifege- fellfchaft von Mainz auS rheinabwärtS führen. In Koblenz ist diesmal ein Aufenthalt von übet zwei Stunden zur Vefichtigung der Stadt vorgesehen. Die Fahrt ift von dem Hapag-Reifebüro wieder in bester Weise organisiert. Umgehende Anmeldung ist zu empfehlen. RähereS im heutigen Anzeigenteil. (weitere Cofalnadjrldjlcti Im 3. Blatt.) SHELL AUTOOELE $HELLAUTOOELEau»dem SHELL KABINETI Zuvtrlätolg, preiswert, wirtöchafUidil Heuchelheim, den 14. Juni 1930. 03856 4449 D Statt Karten, 4441D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicherTeilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben Vaters sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank Wilhelmine Bepler geb. Hofmann nebst Kindern Danksagung. Nur auf diesem Wege ist es uns möglich, für die überaus zahlreichen wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei der Krankheit und dem Hinscheiden unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen aufrichtigen Dank zu sagen. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Marie Franz Wwe. Großen-Buseck, den 14. Juni 1930. Danksagung. Für die vielen und wohltuenden Beweise der Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Verstorbenen Frau Luise Lotz Wwe. geb. Wagner danken herzlichst Die trauernden Hinterbliebenen I. d. Namen: Helene Wagner. Lieh, den 12. Juni 1930. Ein vei ©nglan Maltax französisch, zum Streit stößt Vatikan zu Vannertrao ist. Das en streit gibt j •Wta gege Besuch seii Uenstraße, A über dj, »lotoei Mr Der >7 diesem u Deich ^eiftauc K"nt.°ber in,eine . Das iD! Ml er uni fluche und einmal einig ^beite, weit L'e:das1 Urdon Ih KZ MDr-l an । Leberra desPE und die I 7. Juni ze dahrim ros Teile ein > Jlinisterpr tvill, WM ferSM gegenüber i Gegensatz 5 . dekäinpste> I Die sanil Neulich« Polit'ser tt König bew< Dynastie,« ML stetigen Kö bestehen g somit die aus die 2 Liberalen > als eine b mit einem allerdings nur unsiche Äußcnpo ders groß. Monarchie, in der Dyn aber auch^ allzuviel. S stimmt burd in dem es, schast Polen keinen Krie Augenblick Donausragc zur Türtei tatstücke bi heute für sonst, der ( Ostreparal zu Ungar; der Latsac nien eine f Boden, bei die Kundgc dens von T Darüber gendtvie mi sichten und keine Dera Ssten 5ti lkanhalb sie es tun : Für Äon gäbe ästnlic men er träc inneren! seine Wicht gaben an s seiner Süd fertigt. 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Es ist zum größten Teile ein innenpolitischer Schachzug, mit dem der Ministerpräsident M a n i u sein Regime festigen will, und zwar gegen die Liberalen, für die bic- ser Streich eine schwere Riederlage bedeutet, wie Segcnübcl der Königin Maria, die in scharfem »egensah zu Carol steht, seine Rückkehr immer bekämpfte, selber als Mitregentin regieren wollte. Die familiären Hintergründe und das allzu Menschliche um diesen Vorgang interessieren den Politiker wenig. Wenn Prinz Carol sich als König bewährt, so wird er natürlich sowohl die Dynastie, wie den Staat festigen, ihn vor Krisen sichern, die eine unsichere, jahrelang dauernde Regentschaft für einen kleinen Jungen, den bisherigen König Michael, unter allen Umständen zu bestehen gehabt hätte. Innenpolitisch bedeutet somit die Rückkehr Carols, daß das bisherige, aus die Dauern gestützte Regiment gegen die Liberalen weitergeführt und befestigt werden soll, als eine bäuerliche, parlamentarische Demokratie mit einem starken Reformwillen, den das Land allerdings sehr nötig hat und der sich bisher nur unsicher durchsetzen konnte. Außenpolitisch ist die Bedeutung nicht besonder- groß. Es ist ja auch keine Restauration der Monorchie, sondern lediglich ein Personenwechsel in der Dynastie. Dynastische Beziehungen helfen aber auch Rumänien in der Außenpolitik nicht allzuviel. Seine Lage bleibt da nach wie vor bestimmt durch den Gegensatz zu Rußland, in dem es sich lediglich auf die Bundesgenossen- schast Polens verlassen kann. Da aber Rußland keinen Krieg führen will, ist diese Gefahr im Augenblick nicht allzu groß. Schwarzmeerfragen, Donaufragen, Meerengenfragen, das Verhältnis zur Türkei oder zu Bulgarien, alle diese Inventarstücke der alten orientalischen Frage, sie sind heute für Rumänien nicht aktuell. Das einzige sonst, der ewige Konslikt mit Ungarn, ist durch die Ostrcparalionen gelöst. Ein besseres Verhältnis zu Ungarn wird sich anbahnen, aber immer mit oer Tatsache belastet bleiben, daß zu Großrumänien eine starke ungarische Minderheit gehört und Boden, den Ungarn für sich beansprucht, wie ja die Kundgebungen zum 10. Gedenktag des Friedens von Trionon gezeigt haben. Darüber hinaus den rumänischen Vorgang irgendwie mit französischen oder italienischen Absichten und Rivalitäten zu kombinieren, ist heute keine Veranlassung. Dazu mühten diese beiden großen Staaten in ihrem Gegensatz heute der Balkanhalbinsel größeres Interesse zuwenden, als sie es tun können. Für König Carol eröffnet sich eine große Aufgabe ähnlich der seines Großoheims, dessen Ra- men er trägt. Sie liegt ganz auf dem Gebiet der inneren Konsolidation. Erfüllt er darin seine Pflicht und löst er die darin liegenden Aufgaben an seinem Teile mit, so ist der Vorgang seiner Rückkehr geschichtlich und politisch gerechtfertigt. Wenn nicht, wird er lediglich ein novellistisches Interesse haben. * Ein verhältnismäßig kleiner Streit zwischen England und dem Vatikan auf der Insel Malta erhält größere Bedeutung im Licht des französisch-italienischen Gegensatzes. Die Anlässe zum Streit brauchen uns nicht zu interessieren In ihm stößt England auf das schwerste mit dem Vatikan zusammen, der England gegenüber der Bannerträger des italienischen Imperialismus ist. Das englische Dlaubuch über diesen Kirchen- ftreit gibt der Welt zu erkennen, daß England Malta gegen Italien festhalten will, daß gegen Besuch bei Walter von Molo. 3u seinem fünfzigsten Geburtstage. Walter von Molo wohnt in einer Zehlendorfer Villenstrahe, wo jetzt die weihen Schneeballen bündel- weife über die Zäune hängen und die Rotdornbäume blühen, so weil ab vom Alexanderplatz und so versteckt, dah hier Berlin wirklich einmal aufzuhören scheint. In diesem unberlinischen Idhllenwinkel steht man weder Menschen noch Tragen, und die Echweitzer- strahe ist auch den Zehlendorfern selbst herzlich unbekannt, aber Molo ist dieser Tatsache stcherlich sroh. Oben in feinem Arbeitszimmer, es liegt hoch zwifchen grünen Bäumen, und lange Bücherregale bedecken die Wände, beklagt er stch über die Betriebsamkeit des Berliner Lebens und über die verflachende Pro- duktionssucht der heutigen Literatur. Was fordert die Welt vom modernen Dichter, fragt er und antwortet bitter: dah er Gefellfchaften besuche und Rundfragen beantworte. „Wenn ich mich einmal einige Monate ganz von allem zurückziehe und arbeite, weiter nichts als arbeite, fragen mich die Leute: was treiben Sie, man steht und hört ja nichts mehr von Ihnen, in keine Gesellschaft kommen Eie!“ Galgenhumorig und etwas gallig ringt Molo die Hände: als ob es darauf ankomme! Man sieht ihm feine fünfzig Jahre nicht an, er ist ungemein rafch erregt, leidenschaftlich und begeistert und, wenn ihn der Unwille überkommt, was sich an diesem Rachmittag wiederholt ereignet, oder wenn er von seinen Plänen und Absichten spricht, kann er nicht sitzen bleiben; er steht auf und geht hinter seinem Schreibtisch auf und nieder. Er spricht von der nicht geringen Arbeitslast, die einem Präsidenten der Dichterfektion der Akademie aufgebürdet fei, von den Sitzungen, den mannigfachen Verknüpfungen und den Widerständen und dem Unverstand, dem er immer wieder begegne, und vom Engem kommt er zum Weitem, zum deutschen Schrifttum, besten Erscheinungen jetzt unübersehbar, wie Legionen Pilze hervorfchiehen: wo könne da die Zeit zum Reisen Herkommen, was könnten diese Bücher anderes sein als hastig vorgetriebene Gebilde? Er schüttelt energisch den Kopf, er weigert stch, da mit- zumachen, er kann nicht anders, als in Übereinstimmung mit stch selbst schaffen; jedes Werk müste doch irgendwelche Zusammenhänge mit der eigenen Persönlichkeit haben und aus einem augenblicklichen Zustande hervorgehen. Damit kommen wir auf das Buch, das er eben schreibt oder in den nächsten Monaten schreiben will. Es handelt von Friedrich List, dem Rationalökonomen. England ein italienischer Imperialismus in Malta kämpft, wie er sich auch um Cypern bemüht, und daß in einem Konflikt zwischen Frankreich und Italien England, wenn auch nicht mit der Wafse, bei Frankreich stehen wird. Der öfter gebrauchte Ausdruck für dieses Verhältnis liegt nahe, daß England in dem französisch-italienischen Gegensätze nach Frankreich üoerliegt. Damit wird aber Italien noch isolierter, als es ohne das schon ist. Und darum ist sein Gegensatz zu Frankreich heute noch nicht aktuell. Aber er wird dadurch um so gefährlicher, als Mussolini und sein Minister Gran di immer so stark den Gegensatz betonen, an die Waffen appellieren, dah ein isoliertes Italien zur.. Kriege rüstet oder zu rüsten scheint. 3m Augenblick hat Italien weder militärisch, noch politisch die Aussicht, einen Krieg mit Erfolg führen zu können. Aber das beruhigt die Lage ja nicht. Die französisch-italienische Spannung lastet mit ihrem schweren Druck auf dem Frieden Europas und den Bestrebungen, diesen Frieden irgendwie zu sichern. Es ist natürlich, daß das in London, in Tokio, in Washington die Kreise ermutigt und verstärkt, die gegen das Londoner Dreimächteabkommen sind. An allen drei Stellen geht dieser Kampf, in dem begreiflicherweise die Admirale an erster Stelle stehen. Gleichwohl glauben wir nicht, daß das dem Dreimächteabkommen gefährlich werden wird, aber dieser Kampf hemmt wiederum in Washington und London (Tokio kommt dafür sowieso nicht in Frage) eine aktive Friedenspolitik großen Zuges. Ohne die aber kommt Europa nicht zur Ruhe, dem Driands Paneuropaplan wenig helfen kann. Denn Europa gehört zur Welt und die Welt draußen gehört zu Europa. Ein neuer europäischer Krieg berührt ebenso die Welt draußen, wie umgekehrt. Dementsprechend ist auch die wirtschaftliche Rot heute eine Gesamtangelegenheit fast der^ganzen Welt. Heber alle Einzelvorgänge der großen Politik, so wichtig sie sind, hinaus, ist doch das wesentlichste und schwerste heute die Krise der Wirtschaft. Wir spüren sie in Deutschland aufs stärkste. Aber sowohl unsere Landwirtschafts-, wie unsere Industriekrise ist ein Teil der Weltkrise, in der die Wirtschaft heute ist. England hat ein gewaltige Arbeitslosigkeit, von seinen Kolonien mindestens Australien und Südafrika desgleichen. Indien, China, Rußland — diese Riesenteile der Welt — sind in Wirtschaftsnot und Wirtschaftskrise. Die Vereinigten Staaten stehen gleichfalls im Beginn einer Krise und leiden unter Arbeitslosigkeit. Was bleibt da noch übrig von der Welt? Man begreift, daß der weltrevolutionäre Kommunismus das geradezu mit Befriedigung feststellt. In einem der letzten Hefte der offiziellen Parteizeitschrift der russischen Kommunisten, im .Bolschewik", wurde die Tatsache der Krise eigentlich für alle Länder festgestellt unb belegt bis nach Mexiko, Brasilien, Hruguay und anderen südamerikanischen Staaten, selbstverständlich besonders für Europa, und da nicht nur für Deutschland, sondern auch für Oesterreich, Polen, Rumänien, Italien usw. Auch in den afrikanischen Kolonien wurden Krisenzeichen erkannt. Als einzige Ausnahme wurde Frankreich bezeichnet, aber auch da glaubt die Zeitschrift, manche Anzeichen zur Veränderung zu erkennen. Im ganzen wurde das Urteil eines so bedeutenden deutschen Dolkswirtschaftlers wie Felix Somart) herangezogen, daß .die gegenwärtige Krisis die erste internationale Krisis seit zwei Jahrzehnten sei". Man wird gegen diese Feststellungen wenig sagen können, und man wird für die Heilung und Heberwindung der Krise ganz bestimmt nicht alles von der Wirtschaft und den Wirtschaftsgesehen allein erwarten können. Wo ist die Grenze zwischen Wirtschaft und Politik, wenn man nur an den Kamps zwischen Kapital und Arbeit und die Finanzpolitik im Innern Also ein historischer Roman? Keineswegs. Er will ohne alles historische Re- guisit arbeiten, obwohl man ihm doch glauben könne, dah er die zeitgeschichtlichen Details des ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts und der napoleonischen Zeit genügend beherrsche - oder nicht? Sicherlich. Also wolle er nicht die Reguisiten, die Formen und Titel sprechen lasten, sondern die Zeit Lists in ihrem gesamten Ausdruck. Dieser List beschäftige ihn schon seit Jahren. Wie er auf ihn gekommen? Run, der und jener hätten ihm .den Stoff" vorgeschlagen. . . . . aber was schlagen einem die Leute mcht alles vor! Zufällig sei er auf der Festung Kufstein gewesen, wo sich List im Rovember 1846 verzweifelnd erschoß; auf der Feste steht ein Denkmal, ein sehr scheußliches übrigens, eine idealisierte Gestalt, nicht der, der er war: ein kleiner fetter Mann der mit feinen flatternden Rerven immer zum Zerreißen gespannt war, der feine immenfe Arbeitsleistung und feine immerwäh- rende Beweglichkeit durch mahlofe Rahrungsauf- nähme auszugleichen suchte, der sich heizte und überfütterte, dem in seinen Schreibtischnächten der Schweiß über das Gesicht strömte . . . soweit das Menschlich- Äußerliche. Wundersame Gabe der Angleichung, der Verwandlung. des Komödiantischen im Schriltsteller: Molo wird, während er leidenschaftlich auf und ab gehend von List erzählt, gleichsam dieser selbst; er scheint wie jener zu flattern, zu arbeiten, zu schwitzen. Lists Schriften liegen auf dem Schreibtisch, denn ihre Gedankenwelt ist es doch eigentlich, die Molo ergriff und das ungemein Aktuelle, das sich in ihnen und in den Listschen Strebungen ausdrückt. Der vorschauende Mann, der mit seinen Zollbemühungen immer nur das größere Deutschland sah, der aus dem Elend der Kleinstaaterei hinauswollte, der mit seinen eisenbahntechnischen Plänen die modernsten Gedanken gehabt bat, der in Leipzig die erste Aktiengesellschaft gründete . . . und der überall verstoßen und versehmt war, toeil er keiner Partei angehörte, denn alle Parteien waren ihm zu enge. Hnd darum, weil der das Große schaute und suchte, von den Kleinen verachtet und verfolgt! Das sei ein Schicksal, das ihn ergriffen habe, denn Zeitloses und Ewig-Menschliches spiegele sich in ihm- Wie weit aber ist dieses Buch geiftig gediehen? Es handele sich nur noch um die Form. Wie packe man den Stoff an? Es gebe da die verschiedensten Möglichkeiten, dieses Dasein aufzurollen. Als objektive Darstellung, als Rahmenerzählung, als Brief vielleicht gar . . .? Molo erörtert ernst und etwas besorgt Vorteile und Rachteile dieser Arten, es geht in die hohe Theorie der Dichtkunst hinein. denkt oder draußen gar an die Handels» und Zollpolitik? In dieser wirtschaftlichen Krankheit fast in allen Staaten, in dem Versagen der Politik ihr gegenüber drinnen und draußen, in der Anarchie der kapitalistischen Produktion und in den daraus entstehenden sozialen Spannungen, in alledem sieht' und findet der Kommunismus seine wirklichen Bundesgenossen für seine Hoffnungen auf die Weltrevolution oder wenigstens die kommunistische Revolution in größeren Teilen der Welt, mindestens Europa. Eine Abwehrsront der kapitalistischen Staaten dagegen tut es nicht. Diese Gefahren sind nur zu überwinden, wenn in jedem Staate Wirtschaft und Politik verständnisvoll zusainmenarbeften und wenn die Staaten als WirtfchaftSkörver erkennen, daß sie trotz allem miteinander auf« engste zusammenhängen. dah, wie bei einer ansteckenden Krankheit, der eine Kranke den andern noch Halbwegs Gefunden krank macht. Da« ist der tiefe Ernst der augenblicklichen Lage. Sie wird noch ernster dadurch, daß da- an den beiden Stellen draußen, auf die cS für eine Heberwindung in unserem Sinne am meisten ankäme, nicht erkannt wird, noch nicht genügend erkannt wird, nämlich in Nordamerika und in Frankreich! Oie Nebelhorn-Bahn eingeweihi. • t i ; r ■ ■ •*»•"■■■ > > A. ’ jeL Die Seilschwebebahn von Oberstdorf auf das 2224 Meter hohe Nebelhorn, die seit 1928 im Dau war, ist feierlich eröffnet worden. Die Einweihung nahm der päpstliche Nuntius Dasallo di Torregrossa vor. Die Nebelhornbahn ist die erste Bergbahn in den Allgäuer Alpen. — Links: Der erste Wagen der Schwebebahn auf seiner Jungfernfahrt. — Rechts: Die feierliche Einweihung der Ncbelhornbahn durch Nunttus Torregrossa. Lustschlacht über Rom. Don Or. Gustav W. Eberlein, Nom. Rom, an Pfingsten. PfingstenlSlS: Italien erklärt den Krieg. Die römischen Adler greifen Bomben auf und ziehen den Alpen zu. Pfingsten 19 3 0: Feurige Zungen fallen auf die Tiberfluren. An der Peterskuppel bricht sich der Donner der Bombeneinschläge. Hnd abermals fünfzehn Jahre später, wie es im Kino zu heißen pflegt? S. P. Q. R. — Senat und Volk von Rom ziehen am blühenden Pfingstfest tage aus, den flammenden Himmelsgeist zu erleben. Es ist „giorno dell’ala“, der Tag der Schwingen, der von nun an alle Jahre gefeiert werden soll, mit wachsendem Bombengewicht. Vielleicht wird mancher von Blasphemie sprechen, aber Italien sucht sich nicht zu verstecken, es ist heute stolzer denn je, den Krieg gewollt und erklärt zu haben. Jene Pfingstenerklärung gereicht ihm, so glaubt der wieder hart gewordene Römer, nim ewigen Ruhme, denn sie bedeutet die Abschüttelung der letzten Fremdherrschaft. Hnd wenn gerade heute die bewaffneten Adler ihre Schwingen heben, so weiß Mussolini, daß auch der frömmste Dauer am Sonntag arbeitet, wenn es die Ernte zu bergen gilt, das heilige Brot. Heiliger aber noch ist ihm das Vaterland und nichts kann weniger ehrenrührig fein, als der Wille, es zu verteidigen. Aber wenn der Vorwurf des unpaffenden Augenblicks nicht aufrechterhalten werden kann, so bestehe immer noch die Mahnung ui Recht, den Teufel nicht an die Wand zu malen? Mit der furchtbarsten aller Heimsuchungen, dem Krieg, nicht zu spielen? Ihn nicht zu einem Schauspiel für das Volk herabzuwürdigen? Wir spielen nicht, lächelt der Duce, es ist uns blutiger Ernst! Das Volk soll nicht mit verschwommenen Phrasen vom ewigen Frieden vergast werden, son- Doch zu Realerem. Was er an seinem fünfzigsten Geburtstag machen werde? Ganz unbedingt fortfahren. Denn schon mehren sich die gefährlichen Vorboten, jedermann verlange ein Bild von ihm, eine Photographie in den abstrusesten Situationen. Das einfache Bild genüge ihnen nicht mehr, es müffe durchaus etwas .anders fein als die anderen": Walter von Molo im Garten arbeitend - aber er arbeite niemals in feinem Garten; Walter von Molo beim Tennis — aber er fpiele gar nicht Tennis. Er fchimpft weidlich, aber ich glaube, im Grunde freut es ihn doch. Jedenfalls will er verreisen und allem aus dem Wege gehen. Rach Bayern, um dort seinen Friedrich List zu beginnen ... O. B. Caruso der Zweite. Don Hans Niebau. Bob und Emmerich gehen bummeln. Rund um das Sonnendeck des kleinen Seebäderdampsers. Aber es ist langweilig. Entweder sind die Mädchen, die da überall in der Sonne liegen, sitzen oder spazieren gehen, häßlich. Oder sie sind nicht allein. Plötzlich stößt Bob Emmerich an. .Du, guck mal.“ Emmerich guckt. Da lehnt ein Mädchen an der Reeling. Eine junge Dame, hellblond, mit Deinen und Sex Appeal. .Donnerwetter“, murmeltEmmerich. »Das ist mein Typ." .Meiner auch", murmelt Dob zurück. "Beide machen ein paar große Schritte, lehnen sich auch an die Reeling. Die junge Dame blättert in einer Zeitung. Sie sieht nicht, daß sie Rachbarn bekommen hat. Sie fühlt nichts von der Bewunderung, die da neben ihr ausgestrahlt wird. Hnd als sie einmal den Kopf hebt, blicken ihre Augen über Bob und Emmerich hinweg. .Sag mal“, fängt da Emmerich an sich mit Dob zu unterhalten, und feine Stimme ist so laut, dah die junge Dame jedes Wort verstehen muß, .Wann singst du eigentlich wieder in Rom?" Dob reißt die Augen auf. ."Bist du verrückt?“ will er sagen. Aber Emmerich zwinkert ihm noch rechtzeitig zu. .In Rom?“ faßt sich Dob. .Im Spätherbst, denke ich.“ »Aber da bist du doch in Rio be Janeiro verpflichtet“, wirft Emmerich ein. .Den Vertrag habe ich gelöst“, sagt Dob, und seine Stimme klingt melancholisch. .Ich habe keine Lust mehr, lange Seereisen zu machen.“ .Sehr vernünftig", nickt Emmerich. »Wenn man dir überall in Europa dreitausend Mark pro Abend zahlt, wozu dann noch nach Hebersee? Hnd in Rom vor allem bist du als Caruso der Zweite bekannt und berühmt.“ Die junge Dame hat die Zeitung sinken lasten. Sie guckt zwar nicht gerade zu den beiden herüber. Aber ihre Mienen verraten angespannte Aufmerksamkeit. Ihre Rafenflügel vibrieren. .Was macht eigentlich deine Motoryacht?“ sährt Emmerich fort. .Immer noch auf der Werft“, sagt Dob. .Sonst würden wir nicht auf diesem Dampfer nach Helgoland fahren. Hebrigens werde ich sie wahrscheinlich, wenn sie repariert ist, verkaufen. Ich habe als Ersatz ein Großflugzeug in Auftrag gegeben." , .Verkaufen?" fährt Emmerich hoch. .Welchen Preis, wenn ich fragen darf, wirst du verlangend“ «Mein Gott", lächelt Dob (unb er spricht leiser, so leise, dah die junge Dame ihn noch gerade versteht). .Interessierst du dich dafür? Ich dachte, zweihunderttaufend zu fordern. Aber wenn du sie haben willst: ich fchenke sie dir.“ .Bei bieten Worten zieht Dob Emmerich von der Reeling weg. .Die Idee war gut“, flüstert er. .Aber jetzt habe ich keine Lust mehr.“ .Genügt auch vollkommen", sagt Emmerich. .Jetzt muht du in die Bar gehen, schnell, schnell. Ich erstatte dir gleich Bericht." Zwanzig Minuten später ist auch Emmerich in der Bar. .Run?" fragte Bob, unb feine Augen glänzen. .Alles prvgrammähig verlaufen", berichtet Emmerich. .Ich bin wieder an die Reeling gegangen. Laste meine Mühe fallen. Auf die Füße der jungen Dame. Ich entschuldige mich. Das Gespräch ist da. Sie brennt vor Reugier und fragt mich aus. Wer du wärest, wie du hiehest. Hfw." .Das ist ja prächtig“, lachte Dob, „unb bann?* .Dann“, sagt Emmerich, „bann haben wir uns in Helgolanb verabredet. Wir bleiben ein paar Tage dort. Du fährst doch heute abend gleich wieder zurück, wie?“ .Ich?“ stottert Bob. .I>a, erlaube mal —.* In diefem Augenblick betritt auch die junge Same die Bar. Emmerich fpringt auf. «Darf ich vorstellen?^ sagt er. „Mein Freund, Carufo der Zwecke—." Eie fetzen sich zufammen. Dob ist liebenswürdig, sehr, sehr liebenswürdig. Auch die junge Dame ist nicht unfteundlich. .Schade", sagt sie, .dah Sie heute abend wieder zurückfahren müsten. Aber ihr 3reunb erzählte mir schon, dah Ihre Frau Gemahlin Sie in Bremerhaven erwartet.“ Lern lernen, der rauhen Wirklichkeit ins Gesicht zu schauen. Äebrigens sind uns die demokratischen Musterstaaten, England und Frankreich, in Hendon und Vincennes, mit gutem Beispiel vorausgegangen, setzt er mit seinem sarkastischen Mundwinkellächeln hinzu. Wir zeigen nur, daß wir ebensoviel können wie sie, und noch ein biß- chen mehr... * Dort, wo der Tiber eine große Schleife um den Liktorienflugplatz macht, zwischen dem für Rom so schicksalsschweren Ponte Milvio und der nicht minder historischen Prima Porta, dort ist das Schlachtfeld. Der erste Blick der Zuschauer, die seit dem Morgen in unaufhörlichem Zuge in die riesige Arena strömen, fällt auf ein orientalisches Märchen, eine arabische Ortschaft, deren grünspitziges Minarett friedlich über die weißen Häuser leuchtet. In der Rähe ist eine neue Drücke entstanden und in der Ferne gewahrt man Zeltlager, ein kriegsmäßiges Fliegerfeld, das auch nicht immer da war. Acht Tribünen. Rennplatzhafte Logen mit schönen Frauen. Feldstechern und lustigen Sommerkleidern. ^lntadeliger Büfettdienst. Krieg mit allem Komfort der Reuzeit. Auf der Königstribüne kostet der Platz zweihundert Lire. Es gibt keine Cingeladenen, keine Freikarten, denn es handelt sich ja um eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Der Ertrag aus dem Tag der Schwingen soll einem Heim für Fliegerwaisen zugute kommen. Cs darf also niemand von der Gesellschaft fehlem älnd tatsächlich, alles, was in Rom einen Ramen hat, alles war da. Zwischen dem D u c e und dem Luftwehrminister B a l b o. dem Schöpfer der mächtigen italienischen Himmelswaffe, der König. Das Kronprinzenpaar. Die Prinzessinnen. Der ganze Hof, sämtliche Minister, der Golrvkrneur. Die Herzogin von Aosta verfehlte nicht, in dem begeisterten Telegramm, das sie am Abend an Dalbo richtete, zu erwähnen, daß sie Mutter zweier Fliegersöhne sei. Ihren Stolz, ihre Bewunderung wolle sie ausdrücken über das grandiose Schauspiel vollendeter Technik, eiserner Zucht und furchtbarer Macht... * Mit Kriegsveteranen fing es an, gebrechlichen Holzmaschinen von gestern, darunter aber — es wird nie etwas vergessen, was das Volk nicht vergessen soll —, das Flugzeug, mit dem D'Annunzio nach Wien flog. Darauf ein Flieger saß auf einer mit Petroleum betriebenen Maschine. Das Radelmanöver: wie ein Faden durchs Oehr gezogen wird. -Unö so manch anderes Reiterstückchen du zwischen. Flugzeuge bilden die Worte Rex und Dux, natürlich lassen sich auch die Rauchschreiber solche vokabulurischen Leckerbissen nicht entgehen. Aber das Volk fiebert nach an» derem. Es will Bomben sehen, wie der Spanier Blut. Der moderne Stierkampf der Lüfte, das Turnier der propellerbewehrten Ritter hebt an. Dort steht ein feindlicher Fesselballon t m Blau. Drauf I Drei Iagdflugzeuge schießen heran, von Flak und Maschinengewehren sofort heftig beschossen. Aber sie erreichen trotzdem ihr Ziel: eine Stichflamme, Rauch und Qunlm. Die Besatzung rettet sich im Fallschirm. Inzwischen aber haben die Beduinen eine italienische Munitionskolonne überfallen — sehr aktuell, denn nach Zeitungsnachrichten ist in der ganzen Chrenaika die Guerriglia wieder aufgeflackert, so daß Italien alle Waffen cinsetzen mußte. Flatternde farbige Burnusse. Herrliches Vollblut aus dem Gestüt Mussolini. Freudengebrüll und Fantasia — bis Flieger die Sache entdecken. Flucht der Rebellen in ihre märchenhaft schöne Ortschaft unter Preisgabe der Gefangenen Verfolgung und nun, nun — nun wird eine friedliche M ens chen s ie d e » lung bombardiert, dem Erdboden gleich- gemacht. Richts weiter. Rur überrascht man sich dabei, wie einem das Her; klopft und etwas Weh-Zukünftiges in die Kehle steigt. * Ietzt ist der Krieg in vollem Gange. Er greift auf Europa über, wie die Brandfackel des Tri- poliskrieges den Balkan entzündete und schließlich eine Welt zum Einsturz brachte, Lind es ist nicht mehr der kümmerliche Luftkrieg von damals, die Luft zittert wie Mauern unter einem Erdbeben, das Gewittergrollen in der Ferne wirkt dagegen wie eine Kinderei. Mit Radio werden die Geschwader gelenkt, auch von der Königstribüne aus, die Geschütze bullern und unter dem Tacktacktack der Kugelsprihen werfen Sprengkommandos zuerst das nötige Zeug ab, worauf 16 Fallschirmspringer folgen und die Brücke in die Luft sprengen, Lln- gehcure Splitterwirkung. Schon folgt der Angriff auf das feldmäßige Fliegernest, äüf die Hangars. Schrapnells mit ihrem wumm-wumm und ihren Blütenwölkchen. Krach und Getöse. Das fliegt in die Luft wie vorher die Munitionskolonne. Wüstes Durcheinander für den Laien. Die Verteidigung etwas lässig, konstatiert der Schlachtens achverständi ge. Zweihundert, dreihundert rasende Maschinen in Tätigkeit. Zweihundert, dreihundert apokalyptische Reiter auf einmal. Was wilde Iagd, was wolkendurchsprengende Walküren! Wir haben es weiter gebracht. Der Tod lacht sein Höllenlachen — und es ist Pfingsten — und anderswo spielen jetzt junge Mädchen auf dem grünen Wiesengrund. .. , Kleber ganz Rom hallt es. Ieder ahnt: wenn es einmal so weit kommt, das ist der Untergang. Der Atem stockt, als jetzt der grauweiße Himmel, durchloht vom letzten Abendschein, langsam, schwerfällig herabsinkt, das Schlachtfeld einhüllt wie Rebel, die zerstörten Hangars, die verstummenden Batterien — Gas! Gas! — die Zuschauer, die Tribünen — Gas. Das ist das Ende. So werden die Wiesen ersticken und die Städte ... es gibt keine Rettung. .. Erschüttert gehen! die Römer heim. Mit der Lieberlegung: es gibt nur eines — man muß stärker sein als die anderen. Und das ist der Sinn des Tages der Schwingen. Leichte Besserung der Arbeitsmarkttage in Oberheffen. Oer Mai-Bericht des Arbeitsamts Gießen. Der oberhessische Arbeitsmarkt hat im Berichtsmonat M ai eine geringe Desse- rung erfahren. Der Abgang von Arbeitsuchenden ist hauptsächlich auf Anforderungen von Arbeitskräften für die Außenberufe zurückzuführen. Weiter erfuhr der Arbeitsmarkt eine scheinbare Besserung durch Abgang der ausgesteuerten Hauptunterstühungsempfänger, die sich beim Arbeitsamt nicht mehr als Arbeitsuchende melden. Durch dke fortschreitenden Rationalisierungsmatz- nahmen der Wirtschaft wurde in der Berichtzeit wiederum ein Teil von Arbeitskräften arbeitslos, die in früheren Iahren eine Dauerbeschäftigung innehatten. Aus den handwerklichen De- trieben wurde wieder eine Anzahl von Lehrlingen zur Entlassung gebracht, die ihre Lehrzeit beendet hatten. Im Monat Mai war ein Gesamtzugang von 2741 Arbeitsuchenden zu verzeichnen. Die Arbeitsuchendenzahl am Ende der Berichtszeit betrug 7119, gegenüber 8509 des Vormonats und 1966 des Vorjahres. Aus den Mitteln der Reichsanstalt wurden 5700 Arbeitsuchende unterstützt gegenüber 6735 des Vormonats und 1415 des Vorjahres. Mit Rotstandsarbeiten wurden 99 Personen beschäftigt. 893 Arbeitslose konnten vermittelt werden und 352 Unterstützungsempfänger wurden von ihrem früheren Arbeitgeber zurückgerufen. Aus den einzelnen Derufsgruppen ist wie folgt zu berichten: Landwirtschaft. Die Landwirtschaft zeigte sich nur in geringem Maße aufnahmefähig. Zum Teil kamen nach Beendigung der Frühjahrsbestellungen Arbeitskräfte wieder zur Entlassung. Cs besteht die berechtigte Hoffnung, daß im Laufe des Monats Iuni eine größere Anzahl von Arbeitskräften in der Landwirtschaft unter- gemacht werden kann. Die Lage der Forstwirtschaft neigte zu einer Vers chlechte - rung. Einige Forstämter haben Holzschäler und zum Teil" Schwellenhauer, sowie Kulturarbeiterinnen wegen Beendigung der Arbeiten zur Entlassung gebracht. Trotz 172 Vermittlungen in die Landwirtschaft betrug die Arbeitsuchendenzahl am Ende der Derichtszeit 206, gegenüber 249 des Vormonats und 42 des Vorjahres. Bergbau. Die Lage im Bergbau hat keine wesentliche Besserung erfahren. Zwar konnten einige Bergarbeiter bei einer oberhessischen Grube untergebracht werden, doch kamen anderseits Bergarbeiter aus kurzfristigen D-eschäftigungs- verhältnissen zur Entlassung. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 199, gegenüber 224 des Vormonats und 10 des Vorjahres. Industrie der Steine und Erden. Der Beschäftigungsgrad in der Industrie der Steine und Erden hat nur einen geringen Anstieg erfahren. Roch immer wirkt die Unsicherheit auf dem Daumarkt zögernd und hemmend auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit ein. Der größte Teil des Abgangs von Arbeitsuchenden bestand aus Ziegeleiarbeitern. In der Ziegelindustrie hat sich die Lage etwas gebessert, doch steht die Zahl der Arbeitsuchenden bedeutend höher als im vergangenen Iahre. Wir zählten in dieser Berufsgruppe 902, gegen 999 des Vormonats und 131 des Vorjahres. Metallindustrie. Die Arbeitslosenkurve hat sich in der Derichtszeit nur wenig gesenkt, und es besteht vorerst keine Aussicht auf eine Besserung der Marktlage in dieser Derufsgruppe, Einige Industrien unseres Bezirkes arbeiten z. Zt. noch verkürzt, andere, die verkürzt gearbeitet hatten, haben einen Teil der Belegschaft zur Entlassung gebracht und' mit dem verbleibenden Teil der Belegschaft wieder Dollarbeit eingeführt. Die Zahl der Arbeitslosen betrug 1036, gegen 1085 des Vormonats und 221 des Vorjahres. Holz, und Schnihstoffgewerbe. Auf dem Arbeitsmarkt des Holz- und Schnih- stvffgewerbes ist eine merkliche Entspannung eingetreten. Die Sägewerksbetriebe sind gut beschäftigt. Ein Teil der noch arbeitslosen Sägcwerksarveiter hofft demnächst noch die Arbeit wieder aufnehmen zu können. Die ober- hessische Möbelindustrie hat ebenfalls eine Besserung der Deschäftigungslage erfahren. Wir zählten am Ende der Berichtszeit 363 Arbeitsuchende, gegen 475 des Vormonats und 95 des Vorjahres. Bekleidungsgewerbe. Die Marktlage im Deklei dungsg ewerb e ist recht unbefriedigend. Teilweise wurden Schneider und Schneiderinnen angefordert, doch ist zu befürchten, daß nach Beendigung der Saison die angeforderten Kräfte wieder zur Entlassung kommen. Die Hutindustrie unseres Bezirks ist zur Zeit sehr gut beschäftigt, dagegen ist die Lage in der Schuhindustrie unverändert schlecht geblieben. Die Arbeitsuchendenzahl betrug 179, gegen 195 des Vormonats und 95 des Vorjahres. Baugewerbe. Die Bautätigkeit kommt nur sehr langsam in Gang. Die Zahl der Arbeitsuchenden vermindert sich nur sehr langsam. Die Deschäf- tigungsverhältnisse sind zum größten Teil kurzfristiger Art, so daß in dieser Berufsgruppe Wohl die größte Fluktuation zu verzeichnen ist. Wir konnten 126 Arbeitsuchende vermitteln. Verfügbar waren am Schluß der Berichtszeit noch 1285 Arbeitsuchende, gegen 1788 des Vormonats und 260 des Vorjahres. Gast, und Schankwirtschaftsgewerbe. Infolge der günstigen Witterung blieb die Arbeitsmarktlage w e i t e r h i n gut. Hauptsächlich die Kurorte forderten weitere Fachkräfte an. Auch in den übrigen Betrieben konnten gute Kräfte untergebracht werden. veckehrsgewerbe. Im Verkehrsgewerbe ist die Marktlage nahezu unverändert geblieben. Die Anforderungen der Reichsbahn waren von geringem Umfang. Inwieweit sich die Beschäftigungslage im Monat Iuni bessern wird, ist leider nicht vorauszusehen. Es waren am Ende der Derichtszeit 194 Arbeitsuchende, gegenüber 244 des Vormonats und 57 des Vorjahres vorhanVen. häusliche Dienste. Obwohl die Dermittlungstätigkeit in der Hauswirtschaft sehr rege war, konnte festgestellt werden, daß die bevorstehende Reisezeit ein Rach- lassen der Anforderungen von Ar- beitskräften bewirkt. Insgesamt wurden 118 Vermittlungen getätigt. Lohnarbeit wechselnder Art. Die Marktlage in der Lohnarbeit wechselnder Art ist eng mit der Lage des Baumarktes verknüpft, und so ergibt sich auch der schlechte Stand der Befchäftigungsmöglichkeilen dieser Berufsgruppe. Ein großer Teil von den Arbeitsuchenden wurde in der Derichtszeit aufgefordert und hat sich nicht mehr als arbeitsuchend gemeldet. Dadurch wird der verhältnismäßig gute Abgang von Arbeitsuchenden begründet. Die Arbeitsuchendenzahl beträgt 1784, gegenüber. 2287 des Vormonats und 612 des Vorjahres. kaufmännische und technische Angestellte. Im Berichtsmonat hat eine weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes für Angestellte stattgefunden. Die Zahl der Stellensuchenden betrug am Ende des Monats 500, gegenüber 473 Ende April. Berufsberatung. Die Abteilung Berufsberatung wurde im Monat Mai von 168 (102 männlichen, 66 weiblichen) Ratsuchenden in Anspruch genommen; davon kamen 33 männliche und 21 weibliche Ratsuchende zum erstenmal zur Beratung. Vier Schüler und fünf Schülerinnen waren aus höheren Lehranstalten, die übrigen aus Volksschulen. Unter den 54 erstmalig Ratsuchenden waren 16 ältere (10 männliche, 6 weibliche), die die Schule schon längst verlassen haben. Cs ist nicht selten, daß gelernte und ungelernte Arbeitslose zur Beratung kommen, um sich für eine etwaige Derufsumschulung Rat und Hilfe zu holen. Immer wieder kommen auch ungelernte, arbeitslose Arbeiter, die das Lehrlingsalter längst überschritten haben und wünschen noch eine Lehrstelle. Sie denken dabei gewöhnlich an eine abgekürzte Lehrzeit und eine höhere als die übliche Lehrlingsvergütung. 9 Knaben und 2 Mädchen wurden einer pshcho- technischen Eignungsprüfung unterzogen und vier Knaben auf ihre gesundheitliche Berufseignung noch besonders ärztlich untersucht. — Auf ausdrücklichen Wunsch von Arbeitgebern haben wir 3 Derufsanwärter kostenlos begutachtet, außerdem für eine Berufsgenossenschaft einen Unfallverletzten hinsichtlich einer Berufsumschulung. In unseren 5 Auhenbezirkssprechstunden (Friedberg, Alsfeld, Lauterbach, Schotten und Büdingen) wurden 66 (49 für Knaben, 17 für Mädchen) Beratungen, davon 24 (18 für Knaben, 6 für Mädchen) erstmalig getätigt. Reue Lehrstellen kamen 33 (27 männliche, sechs weibliche) zur Anmeldung. 24 Knaben und fünf Mädchen wurden in Lehrstellen vermittelt. Die anhaltende Wirtschaftskrise hat den oft befürchteten allgemeinen Lehrlingsmangel noch nicht eintreten lassen. Der große Arbeitsmangel scheint die Auswirkungen des Geburtenrückganges während der Kriegs- und unmittelbaren Rachkriegs- 5eit auf dem Lehrstellenmarkt vorläufig zu kompensieren. Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau 36 Fortsetzung. Nachdruck verboten Eine Veränderung ging in dieser Zeit mit Konstanze vor sich. Sie verschloß sich gegen jegliche Regung weltlichen Gefühls. Es war, als hätte Peters Verhalten ihrem Glauben an die Menschen den Todesstoß gegeben. War dieses Leben ohne jeden Glauben nicht wertlos? — Sie wurde irre an sich. — Hatten sie nicht höchste und edelste Motive getrieben? — War das der Lohn, Äch sie den verlor, dem ihr Leben galt, den sie aus aller Riedrigkeit retten und zum Höchsten fordern wollte? — Vielleicht ging Peter so weit in seiner Ungerechtigkeit und verachtete sie nun gar? Bei diesem Gedanken geschah es, daß sie fühlte, wie brennende Röte ihr Gesicht überzog. Es überkam sie dann zuweilen ein Gefühl, als sei sie unsauber geworden an Seele und Leib. Auch äußerlich war mit Konstanze eine Veränderung vor sich gegangen. Sie schien gealtert. Das Leid ihres Lebens hatte einen herben Zug um ihren Mund gepflügt. Ihre Gestalt war nicht gebeugt, keinesfalls, aber ein etwas schleppender Gang lieh erkennen, daß diese Frau gewohnt war, über steinige Wege zu wandeln. Einmal ertappte sei sich auf dem Wege zu Peters Atelier. Ganz mechanisch hatte sie diese Richtung eingeschlagen. Sie gelangte bis zu dem Hof, auf dem sich die Roßschlächterei befand. — Da erschrak sie. Kalt und fremd blinkten die Fenster. Die Gardinen schienen abgenommen zu sein. Peter wohnte wohl nicht mehr hier? Cs war eine Zerrissenheit in ihrem Innern. Sie weinte viel. „Vielleicht sind einzelne Menschen dazu ausersehen, das Leid der Welt zu erfahren", dachte sie und rang mit ihrem (Sott. Da wurde es ihr erneut zur Offenbarung, daß Gottes Lieblinge durch Kampf schreiten mußten. — Manche Stunde des Trostes fand Konstanze in den Kirchen Münchens. In der Dämmerung der hohen Halle tauchte sie ihre Seele in ein mildtätiges Licht. — Sie wählte die Zeiten, da kein Gottesdienst stattsand, um in der gütigen Kühle hier mit sich allein zu fein. Wunderbar gestärkt und innerlich gehoben verlieh sie jedesmal die fromme Stätte. Ganz langsam fand sie sich wieder. Ganz allmählich kam auch die Freude an der Musik wieder. Mit Inbrunst gab sie sich ihr hin. War hier noch ein Weg, das Leben lebenswert zu finden? Der Funken, den Professor Scholl einst in ihre Seele gelegt, glomm langsam auf, wurde größer und endlich lohte eine Flamme. „Sie sprachen einmal von der Verwendbarkeit meiner Stimme im dramatischen Fach, Herr Pro- Sofvrt wurde der weihgelockte Musikant eifrig. „Ein Wort von Ihnen und ich spreche mit Generalmusikdirektor Groner. Ich finde, Ihre Stimme hat sich noch verschönt, sie besitzt Biegung. Ihr Alt ist samtartig geworden. Es klingt etwas so Tiefes, Warmes in den Tönen." Schon wenig später bekam Konstanze ein sehr höfliches Schreiben von dem Kapellmeister des Opernhauses. — Er erwarte sie dann und dann zum Vorsingen im Theater. Bei der Probe im Beisein des Professors Scholl empfand Konstanze, daß sie heute schlecht singe. Sie ärgerte sich. Das zweite Lied ging schon besser. „Es genügt“, sagte der Musikdirektor, lieh die Hände von den Tasten gleiten und betrachtete Konstanze mit ruhigem, festem Blick. „Sie müßten noch dramatischen Unterricht nehmen, gnädige Frau. Die weitere Ausbildung wird mein verehrter Freund übernehmen." Konstanze war verwirrt, sie wollte etwas erwidern, aber Generalmusikdirektor Groner kam ihr zuvor. „Der dramatische Unterricht und die weitere musikalische Ausbildung wird aus den Mitteln unseres Kunstinstituts bestritten werden. Es mangelt uns ja leider an künstlerischem Rachwuchs. Ein Talent wie Sie, gnädige Frau, verdient weitest gehende Unterstützung." Er verneigte sich leicht vor Konstanze und strich sich mit der weihen Hand über das graumelierte, nach hinten gekämmte Haar. „Ich werde Sie fürs erste allerdings nur im Chor verwenden können, aber ich verspreche Ihnen, daß Sie schon sehr bald kleine Solopartien bekommen sollen. Ich habe viel vor mit Ihnen, gnädige Frau, und hoffe, Sie vielleicht schon vom Beginn der nächsten Spielzeit ab in führenden Rollen beschäftigen zu können." Konstanze begriff, dah ein großes Glück sie bestrahlte — und suchte voller Dankbarkeit die Hand ihres alten Lehrers. Cs folgte nun harte Arbeit und geduldiges Ueben. Konstanze hatte sich das Erlernen der Dühnenbewegungen gar nicht so schwer vorgestellt. Iede Geste muhte abgerundet sein und sogar das Laufen auf der Bühne bedurfte genauer Studien. Sie studierte mit Professor Scholl kleine Solopartien durch. Ein paarmal in der Woche verbrachte sie die Abende als Zuhörerin im Opernhaus zu Studienzwecken. Der Spätsommer war aus dem Lande gezogen. Der Herbst regierte mit der bunten Pracht feiner tausendfältigen Farben. — Die Bäume des Englischen Gartens kleideten sich langsam für den Winter um. Manchmal schritt hier Konstanze einsam durch die Wege, auf denen sie noch vor kurzem mit Peter gewandelt. Es kam ihr vor, als lägen lange Zeiten zwischen dem Einst und dem Ietzt. Einmal gelangte sie sogar bis zu der Prinz« Regentenstrahe. Dort schimmerte das rote Dach ihres Elternhauses hervor. Da kehrte sie langsam um. Den Weg, der vor ihr lag, muhte sie allein gehen. Kein Mensch schritt mehr an ihrer Seite. Sie fühlte,' daß es gut so war. „Run bist du also wirklich die Theaterprinzessin", sagte sie sich und dachte voll Bitterkeit an dieses Wort ihres Vaters, das der letzte Anstoß zu ihrem Fortgang aus dem Elternhaus gewesen war. An den Ton, der unter ihren Kolleginnen herrschte, muhte sich Konstanze erst allmählich gewöhnen. — Das Leben hatte sie gebeugt. Sie fand nicht so schnell die leichte, fröhliche Weltanschauung der übrigen Chordamen. Vielleicht trug ihre königliche Gestalt dazu bei, daß sie bald als stolz unter den Kollegen galt. Sie schloß sich an niemand an. — „Eine geschiedene Frau", murmelten ein paar Sänger und zuckten die Achseln. „Eine schöne Frau", sagte der eine. „Wahrscheinlich ist sie schuldig", meinte der andere. „Bestimmt! — Bei der Schönheit." Das Gespräch wurde abgebrochen, die Probe begann — Eines Tages kam Professor Scholl zu Kon» stanze. . „Sie bekommen eine Solopartie!" rief er beim Eintreten. „Die Marten-Mahlberg ist erkrankt. Sie müssen einspringen." „Sie meinen die Partie der „Gaia" in der „Daphne"?" Der Professor nickte: „Eine kleine Partie, aber Sie können damit 2chr Glück machen. Die Uraufführung der „Daphne" wird viel von sich reden machen. Der Komponist Heinrich Käul tritt zum ersten Male an die Öffentlichkeit. Er dirigiert selbst. Wenn Sie mit der Partie das Publikum gewinnen, ist Ihr Weg gebahnt." „Die Aufführung findet bereits übermorgen statt." „Eben, eben! — Das wird eine hübsche Zeitungsnotiz geben: „In letzter Stunde übernahm Frau Konstanze ©mmerftorff die Rolle der ,Gaia"', schwärmte der alte Herr. Konstanz es Wangen röteten sich von einer heimlichen Freude. — Der Tag der Uraufführung der „Daphne" war da. , Richts von Lampenfieber bei Konstanze. 21m Vormittag hatte bei dem Proben alles geklappt. Generalmusikdirektor Groner und selbst der Komponist waren zufrieden gewesen mit ihrer Leistung. Sie war zuversichtlich und harrte mit geheimer Spannung am Abend auf das Klingelzeichen des Inspizienten. Die rauschenden Klänge der Ouvertüre erfüllten das große Haus. — Der Vorhang hob sich. Erst am Ende des ersten Auszuges nahte ihr einziger Auftritt in dem ganzen Musikdrama. Sie hatte nut ein kleines melodisches Lied zu fingen. Sie fang es mit einer Stimme, die weich war, wie schwerer dunkler Samt. Ein wenig unsicher waren ihre Bewegungen wohl, aber die herrliche Stimme glich diesen Eindruck aus. Das altgriechische Gewand der kleinen Rolle hob ihre Gestalt in ein süßes, mildes Licht. Als sie das Lied beendet hatte, horte sie plötzlich ein ganz seltsames Rauschen. Cs war wie das Branden des Meeres. — Sekundenlang erschrak sie. — Dann wußte sie, dah die Menschen dort, vor denen sie gesungen hatte, klatschten. — Ganz gegen die Gewohnheit bezeigte man einer noch unbekannten Sängerin bei offener Szene seinen Beifall. Das Orchester überrauschte das Händeklatschen. Konstanzes Auftritt war beendet. Generalmusikdirektor Groner und ihr Lehrer streckten ihr die Hände entgegen. Sie fühlte heiße Tränen in die Augenwinkel steigen. Es war so vieles, was sie empfand. Still und einfach ging sie noch vor Beendigung der Vorstellung nach Hause. (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Lauterbacher Oemeinderat. 0 Lauterbach, 13. Juni. 3n der letzten Gemeinderatssitzung lagen zu Punkl 1 zwei Gesuche um Zinsverbilligung für Kleintoohnungsbau vor Da nach dem Doranschlag noch Mittel für diesen Zweck zur Verfügung flehen, toirb den beiden Gesuchen stattgegeben mit dem Hinweis, daß bei Vergebung der Arbeiten möglichst einheimische Geschäfte Berücksichtigung finden sollen. Beide Gesuchsteller, K. Fink und A. Kirchner, erhalten für je 2500 Mk. 5 Prozent Zinszuschuh. DaS Landeskirchenamt ist an die Stadt heran- getreten mit dem Ersuchen einen weiteren Zu- schuß von jährlich 114 OHL an die evangelische Kirchenkasse zu leisten und die fragliche Angelegenheit in. einer gemeinsamen Sitzung des Stadt- und Kirchenvorstandes unter Hinzuziehung des Kreisdirektors zu regeln. Der Gemeinderat lehnt diese Forderung, die rückwirkend vom 1. Januar 1924 gelten soll, ab, und beharrt auf seinem früheren Beschluß, zumal auch die sinan- ziellett Verhältnisse der Stadt die Uebernahme eines weiteren Zuschusses verbieten. Der Bauunternehmer L. Schneider aus Heuchelheim, der die neue Kläranlage im vorigen Jahr erbaut hat, verlangt auf Grund der Bedingungen eine Nachzahlung für die beim Ausschachten sich ergebende Mehrarbeit. Die Stadt hat dieserhalb von dem unparteiischen Sachßer- ständigen Reg.-Daurat Lorenz aus Friedberg ein Gutachten eingefordert, das vom Bürgermeister verlesen wurde. Der Gemetnderat schließt sich dem Gutachten an und bewilligt die darin angeführte Nachforderung von 2150 Mark. Es soll jedoch mit Schneider über einen geringeren Betrog verhandelt werden. Nachdem bereits fast alle hessischen Gemeinden die B i e r st e u e r eingeführt haben, entschließt sich der Gemeinderat, diese Steuer ebenfalls, und zwar ab 1.3ult, einzuführen. Es sollen pro Hektoliter zwei Mark erhoben werden. Einige Vertreter führten mit Recht aus, warum man gerade neben den vielen indirekten Steuern auch noch das Getränk des trmcn Mannes versteuern will, während anderseits der Wein unversteuert bleibt. Da aber damit zu rechnen ist, daß, wenn die Gemeinde keine Diersteuer erhebt, eventuell der Kreis diese Steuer einzusühren gedenkt, soll sie der Stadt nicht verloren gehen. Die vorliegende Ortssatzung über die Erhebung einer Diersteuer in Lauterbach wurde daher nach Durchberatung einstimmig genehmigt. Weiter lag ein Antrag der Wohnungskommission vor, der Gemeinderat möchte beschließen, in Lauterbach versuchsweise Mietberechti- gungSkarten für Wohnungen mit 4 Zimmer und mehr einzuführen. Der Stadtvorstand ist mit dem Vorschlag einverstanden. Bei der Prämienlotterie hat die Stadt infolge der nichtverkauften Lose drei Rinder gewonnen, die meistbietend versteigert werden sollen. Der Bürgermeister gibt dann davon Kenntnis, daß die Mitteldeutsche Hartstein-Industrie ab Montag, 16. Juni, die vertraglich festgelegte Mindestzahl von 20 Erwerbslosen im Billsteinbruch beschäftigen will. Seitens der W o hl- fahrtsunterstützungsempfänger, die augenblicklich mit der Reinigung dos Lauterfluh- betts beschäftigt sind, liegt ein Gesuch vor, die Arbeit, die einige Wochen dauert, in der 48- Stundcnwoche durchzuführen und nicht wie vorgesehen, nur drei Tage in der Woche arbeiten zu lassen. Einige Gemeinderäte machten geltend, daß man in Anbetracht der Rot, in der sich die Ausgesteuerten an und für sich befinden, dem Gesuch Rechnung tragen müßte, damit diese Leute wenigstens einige Wochen in den Genuß eines vollen Wochenlohnes kämen. Dies wurde auch vom Gemeinderat anerkannt und dem Gesuch stattgegeben. Zum Schluß wurde noch beschlossen, in der nächsten Sitzung eine PolizeivEorönung zur Beratung vorzulegen, in der die Fahrtgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge durch die Stadt höchstens 20 Kilometer betragen soll. Landkreis «tieften. n Staufenberg, 13.Juni. Unsere Burg Staufenberg ist nach der äußeren und inneren Renovation ein' schöner Ausflugsort geworden. Auch die von der Forstbehörde vor einigen Jahren durchgeführte Anpflanzung von Edeltannen und anderen Sträuchern hat in den Anlagen um die obere Burg sehr schöne Spazierwege geschaffen. Schade ist es, daß die Aussicht vom Turm nach Südwesten durch die zu hoch gewachsenen Bäume völlig gehindert ist. Die Forstbehörde würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie im kommenden Winter die betreffenden, die Aussicht störenden Bäume in der richtigen Höhe verjüngen ließe. Kreis Büdingen. Nidda, 13.Juni. Die hiesige Schützen» gesellschaft, die sich in der kurzen Zeit ihres Rundfunkprogramm. Sonntag, 15. Juni. 7 bis 8.15: Hasenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier. 10.25: Stunde der Jugendbewegung. 10.50: Eltern stunde. 11.15: Vortrag von Albert Ehrenstein. 11.40: „China". 12. Bandvnionkonzert. 12.40 bis 13: liebertraaung der Zielsahrt des Hessischen Automobilklubs Darmstadt anläßlich der 600-Iahrfeier der Stadt Darmstadt. 13: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 13.10: „Moderne Frauendichtung". 14: Stunde der Jugend. 15: Stunde des Landes. 15.30: „Die Arbeiterfrage in der Landwirtschaft". 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: „Hessen- land", Geschichten von Alfred Bock: Sprecher: der Dichter. 19: Hermann von Wißmann: Vortrag von Gouverneur z. D. Schnee. 19.25. Sportnachrichten. 19.30: Konzert. 20.15: Unbekannter Mozart. 21.45: Kabarettvorträge. 22.45 bis 0.45: Tanzmusik. Montag, 16. Juni. 6: Morgengymnastik. Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.30 bis 8.30: Konzert. 11.15: Werbe- konzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.15: Wetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 biS 14.15: Wcrbekonzert. 15.50: Wirtschasts- meldungen. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: „Moselland und Moselwein". 18.35: „Die Soziologie im gegenwärtigen Frankreich". 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: „John D. erobert die Welt". 20.45: Trierer Abend. 22.15: Martin Raschle liest aus eigenen Werken. 23: Exotische Klaviermusik. Dienstag, 17. Juni. 6: Morgengymnastik. Zeitangabe und Wetterbericht. 7.30: Konzert. 11.45: Werbckonzert. 12.10: Reisewetterbericht. Wetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14—14.15: Werbekonzert. 15 bis 15.30: Aus der Staatlichen Rebschule Schloß Oranienstein. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Hausfrauen-Rachmittag. 17: Operetten» Konzert. 18.05: „Bergsons Stellung in der gegenwärtigen Philosophie von Frankreich". 18.35: „Das Leben der Deutschen in Afghanistan und ihr Verhältnis zu den Afghanen". 19.05: „Berufe nkit Handelshochschulstudium. 19.30: „DasMänner- chorlied im Wandel der Zeiten". 20.30 bis 21.15: Zeitbericht. 21.15: Das Ekel. Schwank in 6Bildern von Toni Impekoven und Hans Reimann. 22.50: Alte Tanzmusik. Mittwoch, 18. Juni. 6: Morgengymnastik. Wetterbericht und Zeitangabe. 8.15 bis 9.15: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Promenaden-Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde der Jugend. 15: „WaS ein Flugzeugführer lernen muß und erlebt". 15.25: ..Unser Reichspräsident Hindenburg". 15.55: Gießener Wetterbericht. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05: ..Tanz und Kultur'. 18.35: Esperanto-Unterricht. 19.05: ..Don Mexiko bis Chile" II. 19.30: Moritat und Dünkelsang. 20.30: Dlaskonzert. 21: Funkentelegraphische Verbindung des Sportpalastes ‘Berlin mit der Hauptversammlung der Rational Electric Light Association, San Franzisko. 22. „Orpheus". Uraufführung. Rundfunkhörspiel von Robert Seitz, Musik von Paul Dessau. Donnerstag, 19. Juni. 6: Morgengymnastik. 8.15 bis 9.15: Konzert. 11.15: Werbckonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Promenaden-Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde der Jugend. 15.50: Wirtschaftsmeldungen. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 17.55: Zehn Minuten Wanderratschlüge des Taunusklubs. 18.05: „Freigabe der Kunst", Vortrag von Dr. Arno Schirokauer. 18.35: „Der internationale Kongreß für psychische Hygiene". Vortrag von Professor Dr. Robert Sommer, Gießen. 19.05: Französischer Sprachunterricht für Anfänger. 19.30: Aus dem Opernhaus Frankßirt a. M.: „Der Rosenkavalier". 22.45: Nachrichttn, Sportbericht und Wettermeldungen. Freitag, 20. Juni. 6: Morgengymnastik. Wetterbericht und Zeitangabe. 7.30 bis 8.30: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbe- konzert. 15.50: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: Zeitfragen. 18.35: „Die Welt der Sternhaufen". 19.05: „Der nwderne europäische Roman: Rußland". 19.30: Konzert. 20.30: „Die Tochter des Tambour-Majors", Komische Oper von Offenbach. 22.15: Stundenrennen um das Goldene Rad. Samstag, 21. Juni. 6: Morgengymnastik. 7.30 bis 8.30: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 12.20: Werbekonzert. 13.20: Schallplattenkonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 14.30: „Dom Wesen und Wandel der Wandersprachen". 15: Aus dem deutschen Liederkranze. 15.30: Wirtschaftsmeldungen. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 17-45: Wirtschaftsmeldungen. 18.05: „Das Dämonische", Vortrag von Herbert Scheffler. 18.35: „Der Handwerkerlehrling im Tarifvertrag. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: „Die Spieler", Komödie in einem Akt von Gogol. 20.30: ‘Bunter Abend. 22: Don Mainz: HuldigungSseier am Gutenberg- denkmal. 22.50 bis 0.30: Tanzmusik. Bestehens bereits eine beachtliche Stellung im Ver» einsleben unseres Städtchens erworben hat, benb» ichtigt, ihr diesjähriges Haupt, und Königs» ch i e ß e n in größerem Ausmaße abzuhalten. Es inb zwei Tage dazu vorgesehen (21. und 22. Juni). Das Kleinkaliberpreisschießen ist auf den Dorsonn» tag verlegt, um den Andrang an den Haupttagen zu vermeiden. 4 Ortenberg, 13. Juni. Der Gesangverein Frohsinn in Ortenberg, Mitglied des Deutschen und Hessischen Sängerbundes, hält am 14., 15. und 16. Juni anläßlich seines 90jäh- rigen Jubiläums ein Sängersest ab. Samstagabend ist unter Mitwirkung des Gesang- und Turnvereins ein Kommers auf dem Fest- Platz, Sonntagsrüh Festgottesdienst, mittags Festzug, Ansprachen, Singen der Vereine und Tanz, Montag- Umzug der Kinder, Jugendfest, Tanz und Volksbelustigung. Kreis Schotten. V ® e b ej: n , 13. Juni. Dieser Tage fand hier unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Ja nn (Schotten) eine Hauptsitzung des erweiterten und engeren Arbeitsausschusses des Kreis - De- zirkskrankenhauses Gedern statt. Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß während des verflossenen Jahres der engere Ausschuß viele und wichtige Sitzungen abhalten mußte, in denen hauptsächlich der Um» und Anbau, sowie die Neuanschaffungen besprochen wurden. Im Jahre 1929 wurden im Krankenhaus 159 männliche Kranke mit 2906 Ber- pflegungstagen, sowie 99 weibliche Kranke mit 1634 Derpflegungstagen verpflegt. Zwei Drittel aller Krankheitsfälle ersorderten eine chirurgische Behandlung. 163 Patienten stammten aus Bezirksgemeinden, 95 nicht. Der rechnerische Abschluß aus der Wirtschaft des Krankenhauses ergab eine Mehreinnahme von rund 2000 Mark. Diese wurde zur Deckung der Zinsen und zur Tilgung des aufgenommenen Kapitals verwandt. Kreisdirektor Dr. Jann dankte in erster Linie Bürgermeister Müller (Gedern), durch dessen Umsicht der Ausbau des Krankenhauses ermöglicht worden sei. Alsdann zollte er den am Krankenhaus tätigen Aerzten Dr. Dach, Chefarzt (Gedem), Dr. Lucius (Hirzenhain) und Dr. Otto (Wenings) Dank und Anerkennung. Hervorgehoben wurde ferner die tüchtige Mitarbeit der Schwestern, besonders der Oberschwester Minna. Hierauf erklärte der Vorsitzende, daß der An- und Umbau bis auf einige kleinere Arbeiten fertig fei. Die Rechnungsablage erstattete Rechner Vonalt (Gedem). Diese schließt mit 33 896,62 Mark in Einnahme und 34 572,75 Mark in Ausgabe ab, so daß eine Mehrausgabe von 676,13 Mark bleibt. Die Rechnung wurde genehmigt. Alsdann gab Dürgcrmeister Müller (Gedem) den Voranschlag für 1930 bekannt, der mit 28 551,12 Mark abschließt. Da die 'Belegung des Hauses die Einnahmen und Ausgaben reguliert, kann diese Zahl nur richtunggebend fein. Während Architekt Schröder über den Stand der Bauarbeiten sprach, referierte Rechner Bonalt über die Finanzlage. Dis jetzt sind 70 000 Mark für An- und Umbau, Beschaffung des Röntgenapparates usw. ausgegeben worden. Für weitere Bauarbeiten und den Ankauf von Inventar sollen nochmals 15 000 Mark bei der Landeskommunalbank in Darmstadt ausgenommen werden. Als Zuschuß zu den Kosten des Röntgenappa- rates hat die Landesversicherunasanstalt in Darmstadt 1000 Mark gewährt. Im Anschluß an die Sitzung fand eine Besichtigung des Hause- statt, welche bei allen Teilnehmern die besten Eindrücke hinterließ. -t- Oberfchmitten, 13. Juni. Ein Flugzeug der Junkerswerke zu Dessau machte in diesen Tagen photographische Aufnahmen der industriellen Anlagen des Niddatalcs. Es umfreifte mehrmals in geringer Höhe die auf- zunehmenden Ovjekte und verschwand bann wieder in süblicher Richtung. Zielpunkt waren die beiden hiesigen Papierfabriken, sowie das Himmelsbach sche Sägewerk in Nidda. Da das Flugzeug nur in einer Höhe von 50 bis 100 Meter flog, geriet das Zugvieh in begreifliche Unruhe. Dutzende von Schwalben begleiteten den Flug des riesigen Vogels, der auch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in besonderem Maße auf sich zog- KrciS Lauterbach. « 0 Lauterbach, 13. Juni. Der Zusammenbruch des hiesigen kleinen Bankg eschüftc» Otto Weller hat zur Folge, daß etwa 150 Personen geschädigt sind. Dieser Tage fand Im Gasthaus .zur Traube" in Lauterbach eine von etwa 50 Personen besuchte Oläubigeroerfamm- kung statt, die ziemlich aufgeregt verlies. Ein auswärtiger Düchersachverstandiger gab den Sachverhalt nebst Status bekannt. Es kann günstigenfalls mit einer Quote von 30 Prozent gerechnet werden. Hart betroffen sind wieder viele kleine Leute. Da der Geschäftsinhaber mit seiner Familie nach auswärts verzogen ist, wurde ein vorläufiger GläubigerauSIchuß von mehreren Herren gewählt, der verhichen soll, den Zusammenbruch ohne ein Konkursverfahren abzuwickeln. Die Verhandlungen sind im Gange. Preußen. Kreis Wcstlar Wetzlar, 13.Juni. (WEN.) Im benachbarten Waldgirmes wollte ein 20jähriger junger Mann Mineralwasser trinken, erwischte jedoch eine Flasche, in der sich Akkumulatorensäure befand, von der er einige Schluck zu sich nahm. Die Schwefelsäure verbrannte ihm die Speiseröhre und die inneren Organe entsetzlich, so daß der Unglück» liche einen Tobsuchtsanfall und Krämpfe erlitt und in außerordentlich bedenklichem Zustande in die Klinik nach Gießen eingeliefert werden mußte. Schweres Unwetter über Frankfurt. WSN. Frankfurt, a. Bl., 13. Juni, liebet Frankfurt ging am Spätnachmittag deS Freitag ein außerordentlich schweres Unwetter nieder. Der Hitze der letzten Tage war im Laufe des Freitags einer erdrückenden Schwüle gewichen, die sich schließlich gegen 17 Uhr in einem schweren Gewitter Lust machte. Mit den ersten Donnerschlägen setzte ein überaus starker Regenguß ein, der sich bald, mit Hagelkörnern von Srbsengröße vermifcht, in einen Wolkenbruch verwandelte. Innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Straßen überschwemmt und jeglicher Verkehr unterbunden. Die Hagelkörner trommelten mit Wucht gegen die Fensterscheiben, und in den Anlagen wurden Blätter und „ Aeste abgeschlagen. Während des etwa einstündigen Wolkenbruches, der später durch einen starken Dauerregen abgelöst wurde, schlug der Blitz verschiedentlich ein, ohne jedoch zu zünden. Lediglich in der Körnerstraße schlug der Blitz in einen Schornstein, wodurch der Schornstein zerstört wurde und abgetragen werden mußte. Sie Feuerwehr tourte in 2*/2 Stunden durch Feuermelder etwa 30 mal und durch Fernsprecher insgesamt 500 mal (!) zu Hilfeleistungen herbeigerufen. Glücklicherweise sind Brände nicht entstanden: auch Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Lediglich der Wasser- und sonstige Schaden soll nicht unbedeutend sein. Teilweise waren einzelne Stadtteile in den Abendstunden eine Zeitlang ohne Licht- und Kraftstrom. Merkwürdigerweise wurde in den Vororten kein Schaden angerichtet. Man vermutet daher, daß sich das Unwetter lediglich über dem Stadtkern austobte. Spiclpkan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 15. Juni, 19.30 biS nach 22: „Das Land des Lächelns". — Montag, 16., 19.30 bis gegen 22.30: „Margarethe". — Dienstag, 17., 19.30 bis nach 22; „TranSatlantik". — Mittwoch, 18., 19.30 bis 22.30: „Der Bettel- student". — Donnerstag. 19., 19 bis nach 22.45: ..Der Rosenkavalier". — Freitag, 20., 19.30 bis nach 22.30: „Figaros Hochzeit". — Samstag. 21., 20 bis nach 22: „Neues vom Tage" (erstes Gastspiel der Darmstädter Oper). — Sonntag, 22., 19.30 bis 22.30: „Der Bettelstüdenf. — Montag, 23., 19.30 bis nach 22: „Transatlantik". Schauspielhaus. Sonntag, 15.3unl, 20 bis gegen 22.15 Uhr. „Reporter". — Montag. 16., 20 bis nach 22.30: „Der Londoner verlorene Sohn". — Dienstag. 17., 20 bis gegen 22.15: „Reporter". — Mittwoch, 18., 20 bis gegen 22: Die liebe Feindin". — Donnerstag. 19., 20 bis gegen 22.15: „Reporter". — Freitag. 20.. 20 bis nach 22.15: „Die Bekehrung des Ferdys Pistora". — Samstag. 21„ 20 bis gegen 22.15: „Reporter". — Sonntag. 22., 11 bis 13: Szenenaufführung der Opernschule. 20 bis gegen 22.15: „Reporter". — Montag, 23., 20 bi« gegen 22: „Die liebe Feindin". Immer gesundeffiaart SCHWARZKOPF Q/% \T/schaumpon (.Extra "mit Tfiiargtam-jUtoerdO^) maifit Freude, mit © zu arbeiten! Mit dieser neuen, wunderbaren Aufwasch- und Reinigungs- hilfe schaffen Sie es in der halben Zeit! Und Sie brauchen sich bei weitem nicht so anzustrengen. Ins heiße Wasser gegeben, entfaltet © von selbst eine außerordentliche Reini- gungskraft. Fett,01,Schmutz,nichts widersteht. So arbeitet ©! . 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Juli Jedermann“ „tiölmano ron VewÄg" Jtftz voo Beriichingen" Premile durch SladtrerktiiBMrt JODBAD TÖLZ la den bayerischen Alpen geg.Bluthochdruck, Adernverkalknng, Frauenleiden; landschaftlich und klimatisch bevorz. Lage. Prospekte durch Kurverein. Wirtschaft. Ermäßigung der Roheisenpreise. Sn der jüngsten Hauptversammlung des Roh- etsenverbandes wurde berichtet, daß sowohl der Snlands- wie auch der Auslandsmarkt sehr still liegen und die Nachfrage weiterhin völlig unbefriedigend ist. Es wurde beschlossen, die Verkaufspreis« für alle Verkäufe mit sofortiger Wirkung um durchschnittlich zwei Reichsmark Pro Lonne zu ermäßigen. Auch die Hauptversammlung des Röhrenverbandes hat eine Ermäßigung der Röhrenpreise für alle im Inlande seit dem 1. Juni abgeschlossenen Geschäfte vorgenommen. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Durch die Pfingstfeiertage wurde der Börse eine gewisse Enge auferlegt. Die Geschäftstage waren weniger, und die Händler schritten unter Außerachtlassung aller Rachrichten, wie das vor jedem Feiertage gewöhnlich der Fall ist, nur zögernd zu irgendwelchen Abschlüssen. Die Stimmung war jedoch anfangs der Woche noch ziemlich freundlich; denn die innerpolittsche Lage wurde wieder etwas günstiger beurteilt, zumal auch die Auflegung der Bounganleihe bald erfolgen soll. Das Geschäft blieb aber, wie schon erwähnt, mit Ausnahme einiger Spezialwerte, ziemlich bescheiden, doch ergaben sich zumeist kleinere Kurserhöhungen. Rach den Feiertagen hatten sich jedoch eine Menge ungünstiger Rachrich- ten angesammelt, so daß bei der mangelnden Kauflust und der fehlenden Auftrage die Börse merklich schwächer eröffnete. Vor allem war in Reuyorkein neuer kräftiger Kurseinbruch erfolgt, der die Börse in der Hauptsache stark verstimmte. Die Börse wäre aber an sich ziemlich widerstandsfähig geblieben, wenn nicht der ganz gewaltige Kurssturz der AG. für Verkehrswesen dazwischen gekommen wäre. Sn großen Posten war dieses Papier angeboten und konnte noch nicht einmal zu den niedrigsten Kursen untergebracht werden. Die Ursache hierfür war die Dividendenreduzierung von 11 auf 5 Proz., die durch eine Fehlexpansion erforderlich geworden war. Die ganze Börse wurde hiervon ausgehend so ungünstig beeinflußt, daß sich teilweise Kursabschläge bis zu 6 Proz. ergeben mußten. AG. für Verkehrswesen hatte in dieser Woche einen Gesamtverlust von 21 Proz. Doch konnte sich nach einer eingetretenen Beruhigung die Stimmung wieder etwas bessern, so daß wenigstens ein Teil der großen Verluste ausgeglichen werden konnte. Da schon die Reuhorker Börse wieder Anzeichen einer Erholung aufwies, war die Spekulatton wieder etwas optimistischer. Aber das Geschäft war und blieb klein. Der Ordermangel hielt an. Rur die Spekulation betätigte sich zeitweise etwas und schritt zu Deckungskäufen. Auch die Endgültige Entscheidung über die Freigabesumme der während des Krieges beschlagnahmten deutschen Schiffe regte die Börse an, und besonders Hapag und Rordd. Lloyd waren daraufhin lebhaft gehandelt und his 4,5 Proz. fester, mußten aber bis zum Wochenschluß ihren Gewinn wieder hergeben. Ferner fanden die Ankurbelungsversuche der deutschen Wirtschaft besondere Beachtung. Begrüßt wurde das Bestreben der Arbeitgeber und -nehmer einen Weg zu finden, um die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Die Folge davon war schon die Senkung der Eisenpreise. Das Rotopfer war wohl bekannt, drückte aber erst gegen Ende der Woche stärker auf die Tendenzgestaltung, da die Meinung besteht, daß in dieser ausgearbeiteten Form die Lasten nicht tragbar seien. Die Tendenz neigte erneut zur Schwäche, zumal wieder von Amerika niedrigere Kurse gemeldet wurden. Auch verstimmte die geringfügige Entlastung am Arbeitsmarkt. Der günstige Reichsbankausweis und die Ermäßigung des Berliner Privatdiskontes konnten sich demzufolge nicht auswirken. Vor allem standen wieder Kaliaktien unter Druck, die in dieser Woche von 10 bis 16 Proz. einbüßten. Am Dankenmarkt waren Reichsbankanteile mit minus 14 Proz. auf angebliche Abgaben von Auslandsseite stark abgeschwächt. Die übrigen Banken gaben bis zu 4 Proz. nach. Größere Verluste wiesen noch Zellstoff W a l d h o f mit minus 6,5 Proz., Siemens mit minus 8,5 Proz., S ch u ck e r t mit minus 6Proz., Rhein. Braunkohlen mit minus 9 Proz., Gesfür el mit minus 1 Proz., S.-G.- Farben mit ebenfalls minus 1 Prozent und 21ÄU., AEG. und Deutsche Linoleum mit je minus 5 Proz. Auf Rückkäufe der Kulisse besserte sich die Stimmung wieder etwas und bis zu 3 Proz. konnten Besserungen eintreten, so daß die angeführten Verluste nicht mehr das große Ausmaß annahmen. Renten hatten kaum Geschäft; Deutsche Anleihen gaben bis zu 1,5 Proz. nach. Schutzgebiete etwas fester. Am Devisenmarkt änderte sich kaum etwas. Tagesgeld war mit 2,5 Proz. sehr leicht und kaum unterzubringen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Infolge der Llnterbrechung des Geschäftes durch die Psingstfeiertage fand in dieser Woche nur an einem Tage offiziell Markt statt. Aber trotzdem konnte keine Geschäftsbelebung eintreten, da vor allem Anregungen fehlten. Auch das schöne Wetter, das eine günstige diesjährige Ernte verspricht, mahnte zur Zurückhaltung. Ferner blieb die Leblosigkeit der Auslandmärkte, von denen zumeist niedrigere Preise gemeldet wurden, nicht ohne Einfluß auf die Geschäftsgestaltung, und führte an fast allen Märkten zu einer völligen Stagnation. Für Snlandweizen in neuer Ernte war die Llmsatztätigkeit etwas reger, so daß der Preis hierfür gut behauptet wurde, alte Ernte war dagegen nur in geringem Umfange angeboten, auch war die Rachfrage nach diesen Sorten sehr gering. Arn Roggenmarkt änderte sich an der Lage wenig. Das Angebot war immer noch ziemlich reichlich, doch nahm die Stühungsstelle weiter einen Teil der angebotenen Ware wieder aus dem Markte, so daß aus diesem Grunde ein Preisverlust vermieden werden konnte. Gerste zeigte in dieser Woche wieder ein ruhigeres Bild. Rur Futtergerste machte eine Ausnahme und konnte auf Käufe von Landwirtschaftsseite etwas Interesse auf sich lenken. Der M e h l m a r k t hatte auch in dieser Woche allgemein schleppendes Geschäft, doch konnte am letzten Markttage der Woche, angeregt durch den gut haltenden Weizenpreis, einiges Snteresse für Weizenmehl hervortreten, so daß wenigstens vorübergehend das Geschäft etwas auflebte. Roggenmehl war dagegen vernachlässigt und stark angeboten. und konnte nur bei nachgebenden Preisen abgegeben werden. Am Futtermittelmarkte änderte sich wieder kaum etwas, der Absatz blieb stockend. Hülsenfrüchte und Rauhfutter hatten ebenfalls nur geringes Geschäft. Sm Vergleich mit den letzten Preisen der vergangenen Woche zog Weizenmehl (beide Sorten) je 0,25 Mk. an, Roggenmehl gab 0,25 Mk. nach, während die übrigen Getreidesorten gut behauptet blieben. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Wie in der Regel unmittelbar nach hohen Feiertagen die Märkte schwach beschickt waren und auch ein Rachlassen des Geschäftes aufzuweisen hatten, so war dies auch diesmal nach den Pfingstfeiertagen der Fall. Die Nachfrage konnte jedoch befriedigt werden, zum Teil ergab sich noch Lieberstand. Eine Ausnahme machte jedoch der R i n d e r m a r k t, der bei regem, zum Teil sogar lebhaftem Handel geräumt wurde. Die Preise waren für Ochsen und Kühe etwas höher, Dullen und Färsen wurden au unveränderten Preisen gehandelt. Desonders klein war der Auftrieb in Kälbern, so daß sich am zweiten Markttage bei regem Geschäft eine Knappheit bemerkbar machte, und Preisgewinne die Folge waren. Deste Kälber wurden über Notiz bezahlt. Die Nachfrage aus den Konsumgebieten war diesmal sehr gering. Am Schweinemarkt war das Geschäft sehr ruhig, und es verblieb Lieber stand, doch nahm der Export einen Teil des Lieber st andes auf. Fettschweine waren schwer verkäuflich. Der Gesamtauftri eb bestand aus 987 Rindern, darunter befanden sich 265 Ochsen, 83 Dullen, 300 Kühe und 238 Färsen, ferner aus 836 Kälbern, 36 Schufen und 5058 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 18 Rinder, 1496 Kälber, 41 Schafe und 1674 Schweine weniger an- getrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen Al 59 bis 62, 2 54 bis 58, Bl 48 bis 53, Dullen A 54 bis 58, B 48 bis 53, Kühe A 49 bis 53, B 44 bis 48, C 38 bis 43, D 32 bis 37, Färsen A 60 bis 63, B 55 bis 59, C 50 bis 54, Kälber B 84 bis 89, C 79 bis 83. D 70 bis 78, Schafe Al 45 bis 52, Schweine B 60 bis 63, C 64 bis 67, D 64 bis 67, E 60 bis 64. Sm Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche waren Rinder bis zu 1 Mk. teurer. Kälber zogen bis zu 6 Mk. und Schweine bis zu 1 Mk. an. • Chemische Werke norm. H. & E. Albert, Amöneburg. Von dem Betriebs- und Deteiligungsgewinn von 1,557 (1,762) Mill. Mk. wurden für Handlungsunkosten und Steuern 940 000 (957 000) Mk., für allgemeine Betriebs- Unkosten 167 000 (229 000) Mk. und für Abschreibungen 553 000 (497 000) Mk. aufgewendet, so daß nach Verrechnung des Gewinnvortrages von 225 000 Mk. ein Reingewinn von nur 122 000 (225 000) Mk. verbleibt, der vorgetragen werden soll. Eine Dividende wird also wieder nicht verteilt. Bei der Gesellschaft sind aus Liquidationsentschädigungen 1 745 000 Mk. in Form von Reichsschuldbuchforderungen — davon 1 480 000 Mark verzinslich — eingegangen. Diese Entschädigung, die mit rund 1 Mill. Mk. unter Wertpapieren verbucht ist, wird ebenfalls nicht an die Aktionäre ausgefchüttet; 200 000 Mk. werden für Abschreibungen auf die Entwicklung neuer Verfahren, 804 000 Mk. zur Bildung eines Kontos für Sonderabschreibungen verwendet. — Nach dem Bericht konnten die Llmsätze in eigenen Erzeugnissen 1929 gesteigert werden, doch seien die Erlöse großenteils unbefriedigend geblieben. (GB. am 28. Sunt.) * H. Fuchs Waggonfabrik Heidelberg. Da zur Zeit eine Falschmeldung über die Waggonfabrik Fuchs durch die Presse geht, teilt die Verwaltung folgendes mit: Der große französische Auftrag, der sehr kurzfristig übernommen werden mußte, geht jetzt zu Ende. Dadurch haben sich, weil bekanntlich die Reichsbahn zur Zeit keine nennenswerten Aufträge erteilt, die Verhältnisse etwas verschlechtert. Die schon vor kurzem von 800 auf 700 zurückgegangene Arbeiterzahl wird wahrscheinlich in nächster Zeit weiter verringert werden müssen. Die Aende- rung in den Besihverhältnissen (Liebergang des Aktienkapitals an West-Waggon in Köln) hat bisher keinerlei Einwirkung auf den Geschäftsgang und keine sonstigen Verfügungen im Snteresse des Werkes zur Folge gehabt. Ebensowenig ist die als wahrscheinlich in Aussicht gestellte Arbeitsteilung mit der Waggonfabrik Gebrüder Castell in Mainz irgendwie in Erscheinung getreten. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 14.Juni. Tendenz: lustlos. Trotz der freundlichen Aufnahme der Aoungcmleihe und verschiedener Wirtschaftsankurbelungsversuche blieb die Unternehmungslust an der Börse auch zum Wochenschluß klein. Auch die erholte gestrige Neuyorker Börse konnte keine Belebung herbeiführen. Der Auftragsmangel hielt an, die Tendenz neigte eher zur Schwäche. Material kam kaum an den Markt, doch ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist größere Kurs- v e r l u st e. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.-Far° ben knapp gehalten. Am Bankenmarkt lagen Reichsbankanteile, angeblich auf Abraten von Auslandsseite, 3 o. S-). gedrückt. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen behauptet. Von Autoaktien waren Daimler etwas gefestigt. Am Bauunternehmungs- markt gaben Wayß & Freytag 1 o. H. nach. Lediglich für Licht und Kraft machte sich etwas mehr Interesse mit plus 2 v. $). bemerkbar. Kunstseideaktien waren trotz der Inkraftsetzung des deutschen Kunstseidepakts befestigt. Montanwerte lagen geschäfts- los. Sonst kamen Erstnotierungen kaum zustande. Deutsche Renten waren eher etwas schwächer. Im Verlaufe blieb das Geschäft klein, vereinzelte Spezialwerte konnten sich auf Deckungen der Kulisse etwas bessern. Sonst waren die Kurse gut gehalten. Licht und Kraft mußten jedoch von ihrem Anfangsgewinn zirka 1,5 v. H. wieder hergeben. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 3 v. H. unverändett. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1916, gegen Pfund 20,3650, London gegen Kabel 4,8595, gegen Paris 123,81, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 40,98, gegen Holland 12,0813. Kunst und Wissenschaft. Eine Ehrung Walter d. Molos. Die Technische Hochschule in Danzig hat den Präsidenten der Preußischen Dichterakademie Walter von Molo in Anerkennung seiner großen Verdienste um den deutschen Osten zum Ehrenbürger ernannt. Letzte Nachrichten. Schweres LLnwetter im Kreise Wehlar. Metzlar, 14. Juni. (MTV.) Gestern nachmittag entlud sich über dem westlichen Teile des Kreises Wetzlar, namentlich über den Otteri Stockhausen, Viskirchen und Tiefen- bach ein furchtbares Unwetter. Ein schwerer Wolkenbruch mit eigroßen Hagel- körnern richtete auf den Feldern und in den Dörfern schweren Schaden an. In allen drei Ortschaften wurde die Ernte vollständig vernichte^ Auf den Feldern liegt Schlamm und Geröll in starker Schicht, viel Vieh ist ertrunken. Der Schaden ist sehr groß, was um so mehr ins Gewicht sollt, als nur wenige Ügnbroirte gegen Hagelschlag versichert sind. In Viskikkhen stürzte eine Scheune ein. Die Straße Stockhaufen — Biskirchen war zeitweise durch Schlamm urb Geröll vollkommen gesperrt und der Verkehr stillgelegt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Bitte an das Stadtbauamt. Auf dem sehr stark begangenen Spazierweg zwischen Gärtner Lietz am Nahrungsberg, Bahnübergang und dem Fußweg nach dem Klingelbach! ist es leider schon lange sehr steinig. Dort müßten die Steine richtig zerschlagen, verebnet und mit Sand überstreut werden, damit der ZugarI zum Schreiberweg angenehmer gemacht würde. Sch richte daher in sehr vieler Namen die Bit'e an das Stadtbauamt, diesem Llebelstand recht bald abzuhelfen. Auch auf dem Schreiberwe; selbst sind Stellen, wo grobe, spitze Steine jer< schlagen und mit Sand überworfen sein müßten. Der frische Sandüberwurf an diesem schönen Spazierweg wäre an vielen Stellen eine rechts Wohltat. E. K. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. Suni. Trinitatisfest. Stadtkirche. 8 Llhr: Pfarrer Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten dcq Markusgemeinde; 9.30: Pfarrer Schlaudraff;. 11: Kinderk.rche für die Matthäusgerneinde, Pfarrer Schlaudraff. — Sohanneskirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Sohannesgemeindc; 9.30: Pfarrer Dechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas-, gemeinde, Pfarrer Dechtolsheimer; 20: Bibel- besprechung im Sohannessaal, Pfarrer Lic. Waas. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Lenz. — Elisabeth- Kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer Lic. Waas. — Alten-Duseck. 10. — Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich, Christenlehre: 13: Hausen. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Su- gend; 13.30: Lollar. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; 10: Kindergottesdienst. — Lich. 9.30: Christenlehre für die männliche Sugend, Stifts- dechant Kahn; 14: Pfarrvikar Draudt. — Watzenborn-Steinberg. 9.30: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Wieseck. 9.30 Llhr. Katholische Gemeinden. Samstag, den 14. Suni. Gießen. 16.30 und 19 Llhr: Beichte. Sonntag, den 15. Suni. Dreifaltigkeitssonntag. Gießen. 6.30 Llhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Säuglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht mit Segen; 14.30: Aufnahme neuer Mitglieder in die Sungfrauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt und Salzweihe. — Laubach. 10.15: Hochamt mit Predigt und Salzweihe. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt und Salzweihe: 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe, Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Messe, Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Sonntagsdienst d.Aerzten.Avotbeken am 15.6.30 Frl. Dr. Gürtler. Dr. S. Klein. Hirschapothele Zahnarzt: Dr. Haubach. Dl Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 v. H., Lombardzinsfuß 5,5 0.5). Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. M. 25erlln Frankfurt a. M. Berlin Banknoten. Echluß« kurs l«llhr« Kurs Schlußkurs Ansong« KurS Schluß« l l-ilhr« kurs | Kurs Schluß« kurs Anfang- Kurs Gchluß- furd 1 «Uhr- Kurs Schluß« kurs Anfang« Kurs Zcrlln, 13. Juni Gelb Ärtef Amerikanische Noten ...... Belgische Note» ....... Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Noten....... Holländische Noten....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten........ Devisenmarkt Berlin 4,17 58,43 111,78 20,31 4,19 58,67 112,22 20.39 16,46 168,71 22,04 112,17 59,32 2,485 112,59 81,41 49.20 12,485 73.30 a. M. Datum 13 6. 14 6. 13 6- 14 6. Datum 13. 6. 14 6 13 6. 14. 6. Dalum 13 6. 14 6. 13 6 14. 6 6% Deuyche vterchsarueiye von 1927 ......... 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mll Auslos.-Rechten....... Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 6% Se|f. VoMtaat von 1929 (rückzahlb. 102°^,)...... Oberhelfen Provinz»Anleihe mft AuSws^Rechten ....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. HhP^Bank Goldpse XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% fftanff. Hyp.«Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... *71% Rheinilche Hyp.-Bank Liqu. Goldpse......... 8% Pr. Landespsandbriesansialt, Pfandbriefe R. 17...... 8% Pr. Landekpfandbriefanstalt, Komm^Obl.R. 20...... 7% Pr. LandeSpfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10...... A.E.G. abg. VorkriegS-Obltgatto- nen, rückzahlbar 1932 ..... 4% Oesterreichtsche Goldrenie . . 4,20% Oesterreichtsche Etlberrente 4% Oesterreichtjche Einheitliche Rente........... »% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Ctaalsrente v. 1910 *7i% desgl. von 1918..... 4% Ungarische Kronenrente . . - 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Gerte ............ 6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 .......... *7i% Rumänische vereinh. Rente von 1918 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente 104,5 57,7 9,25 69 «71 57,9 101 94,5 89 101 96,5 95,5 86 25 J 22,75 2,25 5,8 5,75 10 17,1 8,2 | | cno | | | | | | | | | | ) | 1 1 1 1 1 1 1 1 I II 88,6 104.4 57.6 9,13 57,75 101 25,4 3,75 23,1 2,25 5,9 6.05 6 10 17,2 9,1 57,5 8,9 3,5 2,2 2^2 9,9 17,13 8,15 Hamburg-Amertka Pake, . . . , Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Disronto-Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbank........12 A.E.G............8 Bergmann.........9 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume ... 17» Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schurkert L Eo.......11 Siemens & HalSke.....16 Traniiradto ......... 8 Lahme y er L Eo..... . 10 Buderus........ . 5 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpener..... 0 Hoesch Äsen. ....... 671 Ilse Bergbau.......10 Klöcknerwerke....... ’ Köln-Neuessen........7 Mannesmann-Röhren .... 7 ManSselder Bergbau.....7 Oberschlei. Eisenbedarf .... 6 Oberschlei. Kokstverke.....7 Phönix Bergbau......67t Ryeintsche Braunkohlen . . 10 Rheinstahl...... 6 Riebeck Montan......7,2 110,5 110,5 114,75 125,5 148 225 139 140 280 157 156 117 154,5 74,_5 135 123,5 100 99,5 90,75 116 110 125,5 148 140 277 157 159 237,^ 98,5 109,5 146,5 110,25 115 125,75 169 148 224 139 140 281 157,4 149 155,4 117 154,75 137 159 173 236 167,25 74,75 94,25 135,25 123,4 99 100,5 98 99,4 69,65 103.75 90,5 220 116 109,9 110,13 114 9 125.5 169,25 148 224 139 140 276,25 158 185,25 148,5 158-5 118,25 154,75 173 6 160 173,6 238 118,6 74,5 94,5 135 124,25 100 224,25 100,13 98 99,5 69 5 103,6 91,5 220 116,25 Bereinigte Stahlwerke..... Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 I. G. Farben-Industrte. . . 12 Dynamit Nobel.......6 Schetdeanstalt. ........9 Goldschmidt ........ 6 RütgerSwerke ........ 6 Metallgesellschaft.......8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. . . . 10 Wayb & Freytag......8 Schultheis Patzenhofer ... 15 Ostwcrle.........12 Aku...........16 Bcmbcrg.........14 Zellstoss Waldhof .... 13'/. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer GaS........9 Daimler Motoren......O Deutsche Linoleum ...... Rat. Automobil.......0 Orenstetn & Koppel.....6 Leonhard Tietz ...... 10 SvenSka........... Frankfurter Maschinen .... 4 Grttzner..........6 Heyligenstaedt.......o IunghanS..........6 Lechwerke..........8 Matnkraftwerke Höchst a. M.. .8 Miag. . . ........10 Gebr. Roeder.......10 Voigt & Haesfner ...... 9 Süddeutsche Zucker . t . . 10 90,5 216 217 396 165,13 149 59 65 117 97,5 84 94 108 163,5 216 40,25 88 SiHiiiiii £81111*11181111 Sill ISI 1 ia ■' 1 ' 1 90 48,4 214,25 216 395,75 165 59 64,5 117,4 83 309 256 93,75 106 162,75 124 100,75 156,25 36,25 215,75 49,25 17,25 74,75 151,5 314,5 27,5 36,5 40,5 116,5 158 156,2o 90,75 48,25 216,5 393,5 165 59,5 64 116 z' 307 255 92.75 105 162,5 . 155 36 214 48,75 315,5 116,5 - ' 16,40 168,03 21,96 111,73 59,08 2,465 112,15 81,09 49,00 12,425 73,00 iranffur • 13-3uni 14. Juni Amtliche Notierung Geld | Brlel Amtliche Gelb Notierung Bries Amst.-Rott. Buen.'AireS Brss.-Antw. Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. (halten. . . London. . . Reuyork . . Paris.... Schweiz .. Spanten. • Japan . . • Rio de Jan. Wien in D-« Oest. ob tieft Prag . . . - Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig.. Konstantin. Athen. . Canada . Uruguay. Tatro . . 168.37 1,563 58,46 112,04 112,05 112,42 10.541 21,94 20,346 4,187 16,435 81.00 49,15 2,068 0,470 59,09 12,42 7,408 73,21 3,035 18,80 81,32 1,785 5,425 4,185 4,706 20,86 168,71 1,567 112,26 112,27 112,62 58,58 10,561 21,98 20,386 4.197 16,475 81,26 49,60 2,072 0,472 69,21 12,44 7,422 73,35 3,041 18,84 81,48 1,789 5,435 4,193 3,714 20,90 168,34 1,556 58,395 112,04 112,04 112,41 10,54 21,935 20,345 4,187 16,42 81,12 49,60 2,068 0,473 59,08 12,42 7,412 73.205 3,035 18,80 81,33 1,784 5.43 4,187 3.756 29,86 168.68 1,560 58,415 112,26 112,26 112,63 10.56 21,975 20,385 4,195 16,44 81,28 49,70 2,072 0,475 59 20 12,44 7,420 73,345 3,041 18,84 81,49 1,789 5,44 4,195 3,764 20,90 ®eW0r. ”2 "«fcnilbi I‘H« d, ‘‘liefen. Ci. **« 6a« |. “Mfr. «L *11 «"k bi |IÜ'IK 'Raufen-, Sd)lomm nrtj Unb der Vcc. Jtebathon bem rantwortung.) auaml. ^pajimve- ^gsberg, 2«^. KlingM h ll0' Dort müsi. i verebnet unb •u her 3ugarj lemacht tourt* men Sie M , ^ristanb ted-t Tchreiberwri )e Steine zer« \ lein mühten, diesem schönen kn eine rttn 6.R.. Hen. Aus der Pwvinzialhaupistadi. Dietzen, den 14. Juni 1930. Protestkundgebung des Allg. Deutschen Gewerkschastsbundes. Der Allgemeine Deutsche Gewerk- fchaftsbund, Bezirksunterausschuh Dietzen, veranstaltete am Freitagabend gemeinsam mit dem 2lfa - Dund im Saale des Gewerkschaf ts- hauses eine gutbesuchte Protestkundge- b u n g. Zunächst sprach Landtagsabgeordneter Albin Mann über „Die Gefahren der gegenwärtigen Wirtschaftslage". Gr schilderte in längeren Ausführungen die Ursachen der ungünstigen Verhältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und der hohen Ziffer der Arbeitslosen. Bei der eingehenden Schilderung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse wieS der Redner darauf hin, daß die Kaufkraft des deutschen Bolles ohne Sozialversicherung noch wesentlich geringer sein würde. Die Preise würden durch Kartelle und Syndikate künstlich hochg< halten. 3n seinen weiteren »Ausführungen üble Der Redner Kritik an den bisherigen Maßnahmen der heutigen Reichsregierung und zeigte die Stellungnahme des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Frage der Preissenkung. 3n bezug auf die in dieser Hinsicht zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen gepflogenen Verhandlungen wies der Redner darauf hin, datz die Arbeit- nehmerfchaft sich der Teilnahme an diesen Verhandlungen im 3nteresse der deutschen Wirtschaft nicht habe verschließen können, datz man sich aber von seiten des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes von vornherein darüber klar gewesen sei, daß eine Preissenkung nicht durch Abbau der Reallöhne erfolgen dürfe. Der Redner erörterte sodann eine Reihe von Möglichkeiten. die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Gr bedauerte in diesem Zusammenhang den seinerzeitigen Beschluß des Deutschen Städtetages, wonach Aufträge der Kommunen vorerst nicht mehr erteilt werden sollten. Zum Schluß nahm der Redner noch Stellung gegen den in Aussicht genommenen Lohnabbau und betonte dabei, daß eine weitere Schwächung der Kaufkraft nur dazu beitrage, daß eS in unserer deutschen Wirtschaft noch mehr rückwärts gehe. 3n einem zweiten Referat sprach Dewerk- schaftSbeamter O Ottilie über die geplante Reform der Sozialversicherung. Er stellte zunächst sest, daß in Deutschland 2.84 Millionen Arbeitsuchende vorhanden seien, davon in Hessen allein 181 603. Bei der Schaffung der Arbeitslosenversicherung habe man im Durchschnitt mit einer wesentlich geringeren Ar- beitslosenzisfer gerechnet. Der Redner besprach die von der Reichsregierung und dem Vorstand der Reichsanstalt für die Arbeitslosenversicherung seither getroffenen und weiter geplanten Sa- nicrungSmahnahmen. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Gewerkschaften selbst ein großes 3nteresse an der Beseitigung von Mißbräuchen bei der Arbeitslosenversicherung hätten, daß aber gegen eine Schmälerung der Leistungen Einspruch erhoben werden müsse. Auch bezüglich einer DerwaltungSreform sei im 3nteresse der Versicherten Vorsicht am Platze. Der Redner wandte sich bann eingehend gegen den Versuch, eine Regelung der finanziellen Verhältnisse durch den Vorstand der Reichsanstalt, statt durch den Reichstag herbeizuführen, und erläuterte die Vorschläge deS Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Weiter wandte sich der Redner entschieden gegen den geplanten Abbau der Leistungen mit dem Hinweis, daß der Aufwand in der Sozialpolitik der Volksgesundheit und damit der deutschen Volkswirtschaft zugute komme. 3n der anschließenden regen Aussprache äußerten sich die einzelnen Redner durchweg zustimmend zu den Ausführungen der beiden Referenten. Weiter wurden eine Reihe von Anregungen zur Abwehr der auf wirtschaftlichem, sowie sozialem Gebiet drohenden Gefahren gegeben. Zum Schluß sand folgende Entschließung einstimmige Annahme: Die am 13. Juni 1930 versammelten Vertreter des ADGB und Afa-Dundes lehnen es entschieden ab, die Reichssinanzen allein auf den Schultern der wirtschaftlich Schwachen in Ordnung zu bringen. 'Insbesondere erblicken sie in dem Abbau der Löhne und der Sozialversicherung eine unfdziale Maßnahme, die in feiner Weise gerechtfertigt ist. Sie fordern vom Reichstag und Reichsregierung Maßnahmen dahingehend, daß ein Rotopfer progressiv gestaffelt, bei allem steuerbarem Einkommen von über 3000 Mark jährlich erhoben wird. Um der katastrophalen Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, fordert sie Neubelebung der Wirtschaft durch Auftragsetteilung der öffentlichen Körperschaften und Förderung der Bauwirtschaft als Schlüsielindustrie. Deutsche Meisterspiele in Bad- Ra u b e i m. Der musikalischen Tradition Dad- RauheimS entsprechend, werden, wie man unS mitteilt. in dieser Kurzeit die Deutschen RIeistcr- spiele daS künstlerische Programm um ein Ereignis bereichern, das sich weit übet die in den meisten Kurotten üblichen Darbietungen erhebt. Die erste Veranstaltung der Deutschen Meistcr- spiele im Großen Bühnensaal des Kurhauses bringt am 19. 3uni Mozarts »Don 3uan", eines ber künstlerischen Gipselwerke der musikalischen Weltliteratur. Die Ausführung erfolgt als Gastspiel des Darmstädter LandestheaterS. Für die Partie des Don Octavio wurde Herr Helge Roswaenge von der Staatsoper in Berlin gewonnen. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Heinz Bongartz, Bad-Rauheim. Am 22. 3uni findet als zweiter Abend ein Richard- Strauß-Konzert statt, das die »Domestica" und „Ein Heldenleben" bringt. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Heinz Bongartz, Bad-Rauheim. Am 26.3uni klingen die Deutschen Meisterspiele mit Richard Wagners „Meistersinger von Rürnberg" aus, die als Gastspiel deS Darmstädter Landestheaters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Böhm in Szene gehen. (Alles Rähere ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.) *• Fulda-Lahnkanalverein e. 23. Am Samstag, 28. d. M. findet im RathauS zu Ober- lahnstein die Hauptversammlung des Fulda- Lahnkanalvereins e. D. statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: Bericht über die Jahre 1927 bis 1929, Rechnungsablage und Entlastung deS Vorstande-, sowie em Dor» trog über die Hafenanlage in Oberlahnsdrin mit Berücksichtigung deS Umschlagverkchrs von der Lahn. Rach der Versammlung findet ein «- Ä Beisammensein statt. (RähereS in der n Anzeige.) (Schluß de» redaktionellen leib.) Für die Hausfrau. 3m 3nteresse unserer Landwirtschasi sollte man wieder mehr Grünkern kochen WaS ist Grünkern? Es ist der vor der Reife geschnittene, mit den Aehrcn auf der Darre oder im Ofen gedörrte und dann auSgedroschene Dinkel, der besonder,; in Süddeutschland angebaut wird und beliebt ist. Kenner schätzen namentlich die Grünkernsuppe. 3st sie doch wegen ihres Rährwertes. ihrer Bekömmlichkeit und ihre- lieblichen Geschmacks nicht nur für Gesunde, sondern auch für Kranke sehr zu empfehlen. Auf einfachste Weise, schnell und billig stellt man sie auS Magai'S Grünkernsuppe her. die in hohem Maße alle Eigenschaften einer selbst zubereiteten besitzt. 4O7D Trinkt fiadjingcr. Staats. Fachingen ist eine- der besten Mittel zur Erhaltung der Gesundheit, namentlich auch bei Leuten mit sitzender Lebensweise und zu reichlicher Ernährung. Fachingen verjüngt gleichsam den Körper, indem eS die Grundlage zu neuer Lebenskraft schafft. [273D Lodwig Pfarrer Heumann's Heilmittel bewlhrt bei rahlreiehen Krankheiten. 180 000 Dankschreiben. Da» Pfarrer Heu- mnnn-Buch(272SnlS0Abb.) jeder, der «ich auf diese» Inserat beruft, völlig umsonst u. portofrei durch g Heumann & Co., Nürnberg 8 7. Die < Pfarrer Heumann-Heilmittel erhalten Sie in allen Apotheken Gießens Bestimmt: Hirsch-Apotheke, Frankfurter Str. 4 »en. rtaWY. Decker: zugleich firmierten fr; :r bchlaudras!: . Gemeinde, Marche. 8: Psamc r die Seubnfir- 9.30: Pfarrer für die Lukae- ir; 20: Meiner Lic.TW. 9.30: Planer die Leuknsir- Ainderkirche für iz. - Elisabeth« hre sür dic Aeu- e; 9.45: Pfarrer 10. - Nlw Christenlehre: Kirchberg: 11: männliie M. 9. tzauvi- il-M 9.30: Jugend. LtiftS- audt. - Dahta« gottesdicnst mit . ihr- den. uni. «eichte. altigkeitssonntag. Messe, Komm- .ton; 9: S* int; 14: Andacht euer Mitglieder i - ®riW j* Ä ib SalMihe..^ . und SalMche, - Lollar- 8.45- - Aidda. 8X . Schotten 10-30 rtSSSj lbach- , 'S 58,395 ii 'ä ii -g 1 :S 21335 20-$ 4-1', 16, 8b2. 19,60 0,473 59,08 Ä HZ tz 59-20 i Ä !!Z '.’S $ S "»i 20» 16-46 168- s.ot 112,17 59,32 ktz 112,» 81.41 ;9 fl 12.4g 73-30 „43 i.78 3,31 6.« 8,03 1,96 1,73 9,08 ,465 7,15 1,09 1,00 .425 1,00 »irntlidX * yx 1,560 58-415 1'2.§ II i 2,63 10-56 21.975 ts it 19,70 fe 0,«75 W, Ti9 Dacl stÄMimgen. tücTUmu-iBKaoe Zur Haustrinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1929: 25400 Badegäste dteienenauelte Badeschriften: durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstr. 6 Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. UMV Seltersweg 91 Ruf 3269 <297D in 4453 D Leich! 4455D (REST) vormals Holz 4 7-, BILLIGE NORDLAND-REISEN Auf zum freien deutschen Rhein!!! MM Zweite volkstümliche Rheinfahrt I Sonntag, den 27. Juli 1930 Sonderzusr und Sonderdampfer mit 2 Musikkapellen und Tanz an Bord. Gießen—Mainz—Büdesheim und Niederwald, Aßmanns- hausen—Koblenz—Gießen. — Gesamtpreis Mk. 12.50. Anzahlung Mk. 6.—. Infolge croßer Nachfrage zu dieser Tour, welche im Zeichen der Rheinlandbefreiunff steht, bitten wir insbesondere die vcrehrlichen Vereine und Einzelteilnehmer um umgehende Anmeldung. 4408D Hapag-Reisebüro Loeb, Gießen, Seltersweg 93. Telephon,4197. Wir treffen uns im 3645v r PARK-CAFE Königstein i. T. VOIRTIR A\C. am Mittwoch, dem 18. Juni 1930, abends 8 Uhr, in Gießen im großen Saale des früheren Hotel Einhorn am Lindenplatz über Erleichterung und Beschleunigung; der Ansammlung von Kapital für Neubau und Kaul von Eigenheimen sowie zur Ablösung von Hypotheken durch die Oeffentliche Bausparkasse Abteilung der Landeskommunalbank' Girozentrale für Hessen in Darmstadt Darlehen zu nur 4% Zins Unveränderliche Tarife Klare Wartezeiten Absolute Sicherheit Eintritt frei! Freie Aussprache! Wir laden Interessenten ein! Wer am Erscheinen verhindert ist, verlange unverbindlichen V ertreterbesuch Baugenossenschaft 1894 Gießen Bezirks Sparkasse Gießen 4316D Täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr - Sonntags ab 3.00 Uhr Gewöhnliche Preise: Mk. 0.80, 1.20, 1.50, 2.50 4440 C Ab morgen Sonntag: Das große Doppelprogramm 1. Hans Stuwe, Alfred Abel, Renee Heribel in: Wieder ein Pat- und Patachon-Film und wieder ein riesiger Lacherfolg I Diesmal sind die beiden Lieblinge des Publikums als Autobus-Chauffeur und -Schaffner tätig, die mit ihrem vorsintflutlichen Gefährt die Straßen Londons unsicher machen. - Bei einem Flug mit ihrem Raketenomnibus nach Arabien haben Sie Gelegenheit, all die Register ihrer unvergleichlichen Komik spielen zu lassen. Ihr Kampf mit Hunderten von Arabern gehört zu dem Zwerchfellerschütterndsten, was sie auf der Leinwand geboten haben. Gommerfest Cale Moria Katholischer deutscher Frauenbund 0.20 CR1R. Verstärkter Aufobusverkehr nach Gleiberg (Linde) Samstag, den 14. Juni 1930, abends 8.30 Uhr von 14 Uhr ab. 44120 Tanzabend Oer Vorstand des Gleiberg-Vereins. 0.50 RM. Dienstag, den 17. Juni, abends 8 Uhr, im 0.30 RM. Katholischen Vereinshaus, Lieblgstraße Eintrittspreise: Erwachsene (auch Mitglieder) Studenten Kinder bis zu 14 Zähren.... am Sonntag, dem 22. Juni 1930, ab nachmittags 3 Uhr, auf der Burg Gleiberg verbunden mit Konzert, Kinderbelustigungen, Kasperltheater, Schießstand, Wurf- und Lallbude. Tanz im Äurghof und im Rittersaal. Vortrag mit eigenen Lichtbildern des Herrn Obstbaulehrers Baumann aus Ober- erlenbach.Thema: Der Wert des Obstes für unsere Gesundheit und seine Erhaltung durch neuzeitliche Verwertungsverfahren. 4411D Eintritt 30 Pfennig!___________ Kurhaus Bad-Nauheim Mozart — Wagner — Strauß Donnerstag, den 19. Juni, abends 8 Uhr Don Juan Oper von W. A Mozart. e Gastspiel des Darmstädter Landestheaters. Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Heinz Bongartz. Don Octavio: Helge Roswaenge von der Berliner Staatsoper. Sonntag, den 22. Juni, nachmittags 5 Uhr Großes Orchesterkonzert Richard Strauß: Leitung: Generalmusikdirektor Heinz Bongartz. Kurochester auf 80 Musiker verstärkt. Donnerstag, den 26. Juni, nachm. 51/, Uhr Die Meistersinger von Nürnberg Große Oper von Richard Wagner. Gastspiel des Darmstädter Landestheaters. Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Dr. Böhm, Darmstadt. Hans Sachs: Rudolf Bockeimann, Hamburg- Bayreuth Abonnement für die 3 Veranstaltungen: Loge oder I. Saalplatz 17.— Mk., II. Saalplatz und Mittelempore I. Reihe 14.— Mk., III. Saalplatz 10.50Mk;, Mittelempore2. bis 5. Reihe8,5OMk., Hintere Reihen 7.— Mk. Schluß der Vorbestellung für das Abonnement Montag, 16. Juni, abends. Einzelkartenverkauf von Dienstag, den 17. Juni ab. Vorverkauf an der Theaterkasse im Kurhaus. In Gießern Musikalienhandlung E. Challier, Neuenweg 9 / Hapag-Reisebüro S. Loeb, Seltersweg 93. 4447D Wiederaufnahme der Sprech' stunde Montag, den 16. Juni DfMMemwaM Facharzt für Hals-, Nasen- u.Ohrenleiden Frankfurter Strebe 10. ____________4417D Mactaai beste Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen __________Fernsprecher 3659_____[176D pITSperrholz in (Siebe, Gaboon u. Kiefer 3-25mm « A ei ° Breiter und Dielen aller Stärken, -"g® schwedische und bäuerische Hobel- • £ -« breiter, Snalterlanen, (Sieben* u. Zoa« Buchen'Schmitwaren liefern in " a “3 allen Stärken |1S7D äs engen Dürr & Go., MW Telephon 3949. Latten in allen Stärken prompt lieferbar ■ Lichtspielhaus Gießen Heute letzter Tag: Auf d. Bühne QaS WSllbSrÜKMle EisbaBlett-----— Rose and Honey with Morrison Fi । m t e 11: Man schenkt sich Rosen wenn man verliebt ist Geschäfts-Drucksachen SSbnZrn Briefumschläge bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäfts karten Seltersweg SS, Ecke Löwengasse 441 ID FAHRPREIS von FJORDREISE mit M.-S.„MonteOlivia” ■ ■ 5. Juli bis 13. Juli S — NORDKAPREISE mit M.-S. „Monte ■ Olivia", 16. Juli bis 30. Juli H J «LS au SKANDINAVIENREISE mitM-S. „MonteSarmiento",31.Juli ble 13.Aug. einschließlich SPITZBERGENREISE mit M S. voller „Monte Olivia“,9.bls27. August Verpflegung Kostenlose Auskunft und Drucksachen durch die HaNBURG-SUDIMERIMMISCHEOMPfSCHIfFFIHRTS-GESEttSCHin Hamburg 8 • Holzbrücke 8 Vertretung in Gießen: Wilh. Moeser G.m.b.H. Cagliostro Leben und Liebe eines großen Abenteurers 2. Pat und Patachon im; Raketen-Omnibus Elisabeth Schäfer Armin Schadeck Verlobte * *• Lollar, Juni 1930 4427 D V Wik die sich für den altbewährten Batterie-Empfänger einsetzen. - Und das mit Recht, denn er Ist wohlfeil In der Anschaffung und unbedingt betriebssicher. Seine Klangroinheit Ist nicht zu übertreffen, Anodenbatterie den reinsten, gleichmäßigsten Strom liefert und die so störenden Lichtnetzgeräusche ausschließt. Verlangen Sie aber stets die bewährte Marke Heiichellieinier Mitten Beliebtes Ausflugs-Restaurant Gute Verbindung durch die Biebertalbahn Jeden Donnerstag Waffeltag! 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