W N°- k tot« 4 m « »«feie fro» ■w 'W- *?**> n. das e:t Hule f6tt. -'s JÜ* 1 &Ä£ l* i-°" -7Z it#»g ‘"”<61; Snb te 1,°" deine (=Mb>l ^uglich und b;t r, | ?n nid)t minder. 3a ' &le Männer feto stolz, dumme Söhre n JW Jagte, und e :öcn Heftigkeit, us, trohdm tnrii ch tanzte oft tri er, Lichtspielhäch, ' weiter. Da toolli einem AlmbaE in llnion-SM-oft hm die halbe Äacht t ihm im Auto iah, lchen inS Ohr. dah ch wollte oder nicht hen mir eine glän« rin Heuchler", schra üch taub gegen bä, ich hörte es dennoch, bringen. Versprach : glänzende- Sngyc< vnlik und Verlag: vrühl'sche Universttätr-Vuch. und Sle'.ndruckerei orange in Stehen. Zchnftleitung und Geschaftrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20", mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max FiUer, sämtlich in (Bieben. Lrfchetn» rüglich.autzer Sonntags und Feiertags, veilaaen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüffe Hnter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Ht „2 $,(1,5 Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 14. Mai 1050 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen ertrüf15 we^e“. ^.r*n Jen- ein kost<< Krüöebeo sein lu"7L & e^6> nimmt £ Schärfere Tonart in Indien. Ausnahmezustand über Germersheim Zünftaujend pfälzische Weinbauern protestieren. rischen Landwirtschaftsministers. Reichsetai und Osthilfe Gandhis Nachfolger Tqabj' zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Bombay, 13. Mai. (WTB.) Abas Tya- bii der, wie gemeldet, gestern verhaftet wurde, ist zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dr. Kitsch lew, ein An- heute schon gewährleistet. Die Besprechungen zwischen Briand und L u r - lius hoben den erwarteten verlaus genommen. 3m Mittelpunkt der Unterhaltung stand die Saarfrage, die in den Pariser Verhandlungen bis heute nicht die Entwicklung genommen Hal, wie sie vdn Deutschland, insbesondere von der Saarbevöikerung, mit Recht erwartet werden kann. Ls ist zu hoffen, bafj diese verhand- hingen durch die heutige Unterredung einen neuen 3 m p u l s erfahren Sie sollen in der Tot so beschleunigt werden, daß ihr Ergebnis im September vor den Völkerbund gebracht werden kann. Die endgültige Regelung der Saarfrage bedarf bekanntlich der formalen Zustimmung des Völker Hundes. 3n der heutigen Aussprache der beiden Minister ist ferner zum Ausdruck gekommen, daß der französische vahnschuh im Saarge- biet selbstverständlich gleich ; eit i g mit der Rheinlandräumung endgültig verschwinden muh Auf deutscher Seite wird aus- drucklich betont, daß es sich hierbei keineswegs um ein Entgegenkommen, sondern um eine Selbst Verständlichkeit handele 3n der Unterredung der beiden Minister ist von sranzösischer Seite diese Auffassung betätigt und erklärt worden, dah mit der Räumung des Rheinlandes auch der vahn- schütz verschwinden wird. Auch der Räumungstermin am 3 0. 3 u n i (st vom französischen Auszenminister nicht im geringsten in Zweifel gestellt worden. Der Driandsche plan einer europäischen Wirtschaftsföderation. für die sich Deutschland natürlich auch interessiert, ist in der Unterhaltting gleichfalls berührt worden, ohne daß es allerdings zur Erörterung von Einzelheiten kam Bisher ist nur hc- kanntgeworden, was u. a. an die Einführung eines allgemeinen europäischen Passe» und einer einheitlichen Münze für den internationalen Reiseverkehr gedacht ist. Die erste Zlottenbesprechung Genf, 13. Mai. (WTB.) Der Volkcrbunds- rat ist heute vormittag um 1 »12 Uhr zu seiner »weiten öfsent'ichen Sitzung zusammengetreten, deren Tagesordnung rein geschäftsmäßigen Charakter hat. Dor der Sitzung hatten Br i and, G r a n d i und Henderson eine mehr als einstündige Unterredung. Aus Befragen erklärte Briand Pressevertretern, die von der Londoner Konferenz offen gelassenen Fragen der Flottenabrüstung seien erörtert worden. Die Bereinigung dieser Fragen sei jedoch eine Ausgabe für längere Sicht. Ihre Losung soll aus allen zur Verfügung stehenden Wegen, auch den der diplomatischen Verhandlungen, oer- sucht werden. Die drei Außenminister trafen sich bei Briand zum Frühstück. Die deutsche Minderhettsschule in Ostoberschlesien. Oie Einhaltung des RäumungStermins Berlin, 13.Mai. (CAB.) Ein rheinisches Blatt behandelt die Frage der Räumung des Rheinlandes und gibt dabei der Besorgnis Ausdruck. daß die Räumung zu dem festgesetzten Termin nicht vollständig durch - gesührt wäre. Aus französischen Pressemeldungen ginge hervor, daß die französische Regierung sich wahrscheinlich gezwungen sehe, gewisse administrative Verordnungen auch noch nach dem Räumungstcrmin vorzunchmen. 3n Berliner politischen Kreisen Günstiger Eindruck in Genf. Genf. 13. Mai. (OB.) Auch der Zweite lag der Ratstagung stand im Zeichen der politischen Besprechungen zwischen einigen Ratsmitgliedern. Soweit diese Besprechungen deutsche Fragen betreffen, ist zunächst die erfreuliche Talsache zu verzeichnen, bah eine der schwierigsten o b e r s ch 1 e s»s ch e n Minderheitenfragen durch direkte Verhandlungen zwischen Deutschland und polen, die ihren vorläufigen Abschluß in einer persönlichen Unterhaltung zwischen den Ministern E u r t i u s und Z a l e s k i gesunden hat, wenigstens soweit geregelt worden ist, dasz sie in dieser Session den Rat nicht mehr zu beschästigen braucht. Durch ein soeben bekanntgewordenes polnisches Dekret »st auch nach Ansicht der hier weilenden Minderheitenvertretec eine Wendung eingetreten, deren praktische Auswirkung man nach den ergänzenden Zusicherungen Zaleski» übet die Handhabung des Dekrets zunächst abwarten kann Sollte sich freilich her- aussiellen, dah untergeordnete polnische Organe das Dekret in der Praxis illusorisch machen, was man ja in der Vergangenheit wiederholt erleben mutzte, |o ist eine Weiterbehandlung durch den Rat, eventuell unter Einholung eines Rechtsgutachtens im Haag, Germersheim, 14. Mai (C. R.B) Dier- bis fünftausend Amerikaner Rebenpflanzer versammelten sich heute mittag in Germersheim, um gegen die Straf beseh 1 e die d as Amtsgericht Germersheim dieser Tage gegen 4000 Amerikaner-Rebenpflanzer der Südpfalz wegen verbotswidrigen Anbaus von Hybridenreben erlassen batte, zu protestieren Mit Sonderzügen, Autos, Fuhrwerken kamen die Bauernmassen und zogen vor das Bezirksamt, das bereits von einem großen Gendarmerieaufgebot bewacht war. Das Bezirksamt lieb, als der duft rom immer gröber wurde, mittels Lastautos etwa 150 Gendarmen aus Baden und der Pfalz nach Germersheim bringen Diese besetzten, mit Karabinern bewaffnet, die Ortseingänge sowie das Bezirksamt Gegen 12 Uhr heb .das Bezirksamt grobe Plakate anschlagen, .in denen auf Grund des Artikels 123 der Reichsverfassung sämtliche Zusammenrottungen und Umzüge »erboten wurden Gleichzeitig wurde der Ausnahmezustand über Germersheim verhängt, um den sich die Dauernmassen jedoch nicht kümmerten Erst, nachdem tue Bauern vor dem Bezirksamt einige Stunden lang protestiert hatten, wurde im Bezirksamt eine Abordnung empfangen Als die Unterredung keine positiven Ergebnisse zeitigte, durchbrachen lediglich durch Ausfüllung eines For° I m u l a r 5 zu den Minderheitenschulen anzumelden. | Ueberdies gab der polnische Außenminister Zaleski Reichsminister Dr Curtius eine Erklärung ab wonach die Handhabung dieses Dekrets in Ueber- einftimmung mit den Bestimmungen der Genfer Konvention über Oberschlesien erfolgen soll. Es wurde deshalb von einer Beschlußfassung des Rates während der gegenwärtigen Tagung abgesehen, um zunächst die praktische A u s f ü h r u n g des neuen Dekrets abzuwarten. Sollte sich eine unbefriedigende Handhabung ergeben, so ist Borsorge getroffen, die Frage, die auf der Tagesordnung der nächsten Ratstagung stehen wird, vor dem Rat wieder zur Sprache zu bringen und die bereits früher ins Auge gefaßte Einholung eines Rechtsgutachtens beim Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag oorzunehrnen wird demgegenüber erklärt, datz nicht der geringste Zweifel darüber bestehe, daß die Räumung zu dem Termin des 30.3uni vollkommen öurebgeführt fein werde. Allerdings könnte man sich denken, daß Truppen b t s zum letzten Termin im besetzten Gebiet wären und daß auch noch ein paar Tage nachher Beamte zur ordnungsmäßigen Hebergabe der benutzten Räume sich im besetzten (Bebtet aufhalten würden. Deutschlands Vertretung in der Mandatskommission. Genf, 13. Mai. (WTB.) Der Völkerbundsrat hat in seiner kurzen vertraulichen Sitzung den seitherigen Vorsitzenden der Deutschen Knegs- lastenkommission in Paris, Ulinifterialtnrettor RuppeI, als Rachsolger Dr. K a st l s zum deutschen Mitglied des ständigen Mandatsausschusses des Völkerbundes berufen. Seine Ernennung erfolgte auf Vorschlag bis ftnnlänoischey Ratsmitgliedes und Außenministers Prokope, der sich m seinem Bericht auf die großen Erfahrungen benef, die Dr. Ruppel in den Vorkriegsjahren als Der- waltungsbeamter in Kamerun und durch verschiedene Reisen in den englischen und französischen Kolonialgebieten erworben hat. Prokope stellte ausdrücklich fest, daß Dr. Ruppel mit seiner unlängst gegebenen Demission als Präsident der Kriegslastenkommission auS dem | Dienst der Reichsregierung ausscheidet. Rosinen herausholen, die ihnen schmecken, und alles andere liegen lassen. Run taucht der Gedanke des Zunctims wieder am politischen Horizont auf, diesmal in der Form der Verkoppelung der O st h i!l f e mit dem Etat. Ob das taktisch unbedingt notwendig ist? Vielleicht doch. Eine Osthilfe, die der Minister Schiele vertritt wird wahrscheinlich so gestaltet sein, daß die ganze deut sch nationale Fraktion ihr zustimmt, und bah dadurch auch gegen die Abstinenzpolitik der Sozialdemokraten eine Mehrheit gelchaffen wäre. Aber ganz sicher ist es doch nicht, und zudem, man kann nie wissen, ob nicht die Sozialdemokraten auch beim Etat Seitensprünge machen. Es konnte also unter Umständen geschehen, daß die Regierungsparteien mit dem Etat, sowie er am Ende der dritten Lesung fertiggestellt ist, allein bleiben und keine Mehrheit haben. Eine Entwicklung, die unbedingt vermieden werden muh. Da zudem die Osthilfe Mittel aus dem Etat beansprucht und ein gesunder Aufbau der ostdeutschen Wirtschaft - ebenso wie der gesamten Landwirtschaft — nur möglich ist, wenn die Reichsfinanzen in Ordnung sind, sprechen auch alle sachlichen Voraussetzungen für das Aneinanderketten von Etat und Osthilfe. Die Deutsch- nationalen werden auf diese Weise gezwungen, auch dem Etat zuzustimmen, für den dadurch eine Mehrheit selbst gegen die Sozialdemokratie gesichert wäre. Und die gesamte Opposition steht unter dem Zwang, ausbauende Staatspolitik zu treiben, weil sie sich bei der Gefahr einer Ablehnung des Etats doch den Scherz rem agitatorischer Oppositionspolitik, deren Kosten der Osten zu zahlen hätte, nicht leisten kann. die Bauern die Sperrketten der Gendarmerie und wollten das Bezirksamt stürmen. Rur durch das besonnene Eintreten der Führer konnte Blutvergießen verhindert werden. Reichsiagsabgeorüneter 3 u 11 c r (Christ.-nat. Bauernpartei) bat die Kreisregierung in Speyer dringend, die Gendarmerie von der Straße zurückzuziehen. Als das nicht geschah, wurde an den Landwirffchaftsminister Dr Fehr cm Tele- gramm über die Lage gesandt: Vier- bis fünftausend Hybridenbauern stehen den mit Karabinern bewaffneten Gendarmen in den Straßen gegenüber. Die Führer können eine Verantwortung nicht mehr übernehmen. Die Dauern sind nicht gewillt, eher abzuziehen, bis eine Antwort von München da ist. _ . 3n später Abendstunde traf die Rachncht em, daß sich die Behörden bereit erklärt hätten, die Forderungen der Hybridenbauern der Staatsregierung nach München zu leiten und die gesetzlichen Bestimmungen den Forderungen der Hybridenbauern angleichen wollten. Als dieser Bescheid den vor dem Bezirksamtsgebäude war- tenben Bauern mitgeteilt wurde, steigerte sich die Erregung von neuem. Die Dauern wollen Germersheim nicht verlassen und warten in den Lokalen der Stadt auf die Antwort des baye- Das neue Junktim Von unserer Berliner Redaktion Es ist gewiß keine schöne Bereicherung unserer Umgangssprache, der Begriff des Junctims, den nur aus dem diplomatisch-juristischen Wortschatz übernommen haben, damals als die Franzosen mit allen Kräften darauf drückten, die unlösliche Verbindung zwischen der R h e i n l a n d r ä u rn u n g und der Bezahlung unserer Kriegsschulden herzustel- len und trotz unseres Protestes auch hergestellt haben. Seitdem hat dieses Iunctim —*bas der bos- hafte Parlamentswitz wegen des Zusammenhangs mit dem Youngplan auch Youngtim nannte — einen unerfreulichen Beigeschmack Wir haben es trotzdem adoptiert und zu einer nachgerade unentbehrlichen Größe unserer Parlamentspolitik gemacht. -Das Zentrum fing damit an, als es den youngplan und die neuen Steuern nur gemeinsam verabschieden wollte. Das Kabinett B r u n i n g folgte errötend diesen Spuren, indem es die Deutsch- nationalen unter den Zwang stellte, datz sie die Steuern ganz annehmen mutzten, wenn sie die A g r a r h i l f e haben wollten. Der rechte Flügel der Deutschnationalen hat gegen einen solchen Druck auch moralische Bedenken erhoben; wie uns scheinen will, mit Unrecht. Herr von Oldenburg - I a n u s ch a u . der ja oft genug den Nagel auf den Kopf traf, hat ganz schmucklos den «atz niedergeschrieben, er hätte es an Stelle des Kabi- netts Brüning genau so gemacht. Und es ist wohl auch unvermeidlich, datz eine Regierung, die keine feste Mehrheit hinter sich hat, zu derartigen -Kitteln greifen muß, wenn sie weiter kommen will, da sie sonst der Gefahr ausgesetzt ist, dah die Parteien sich aus dem Kuchen der Gesetzesvorlagen die Genf 13. Mai. (WTB.) In der seit längerer Zeit umstrittenen Frage, der persönlichen Vorstellung der Erziehungsberech- t i g t e n bei der Anmeldung von schulpflichtigen Kindern für die deutschen Minderheitenschulen in Ostoberschle- s i e n haben heute die Verhandlungen zwischen der deutschen und der polnischen Delegation gewisse Fortschritte gebracht Die polnische Regierung hat in den letzten Tagen ein Dekret erlassen, mit dem eine neue Situation geschaffen und auf das persönliche Erscheinen der Erziehungsberechtigten vor einer besonderen Kommission verzichtet wird. Das Dekret schafft die Möglichkeit, die Kinder Die Dichterin Sarodjini Raidu hat nun die Führung der Gandhi-Anhänger übernommen, nachdem nun auch der 80jährige Abbas Tyabp bet seinem Marsch zu den Salzlagern der Regierung verhaftet worden ist. bänger Gandhis, wurde zu brei3afjren schweren Kerkers verurteilt. Andere Anhänger Gandhis erhielten 18 Monate Gefängnis. Alle waren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt. Rach einer Haussuchung im Hauptquartier des Ausschusses des Kongresses für die Präsidentschaft Bengalen wurden etwa 80 Personen verhaftet. Sie werden wegen Straßenraubes. Mordes und Empörung angeklagt. , , m .... Gandhis Sohn Manila! Gandhi trifft ausgedehnte Vorbereitungen für die auf Donnerstag angesehte friedliche Erobernng des Salzdepots in Dharasana, die sein Vater und Abbas Tyabji, der Rachsolger seines Vaters, durchzuführen verhindert wurden. Die Operationsbasis ist das Lager bei ilntabi, unweit Dharasana, wo 160 Freiwillige versammelt sind Weitere werden erwartet. Einer der Anhänger Gandhis traf gestern aus Surat an der Spitze von 25 Freiwilligen ein. Die Freiwilligen waren mit den notwendigen Werkzeugen für das Zerschneiden des Drahtzauns ausgerüstet, der dos Gebiet des Depots von Dharasana umgibt. Gchoiapur unter Kriegsrecht. Der Ausstand niedergeschlagen Bombay, 13. Mai. (WTB.) Wie aus Scho- lapur gemeldet wird, sind dort die Versuche der Anhänger der Rationalbewegung, eine eigene Regierung einzurichten, von kurzer Dauer gewesen. Die Militärbehörden liehen, nachdem daS Kriegsrecht proklamiert worden war, die ganze Stadt durch Truppen besehen, Maschinengewehre auffahren und an den strategischen Punkten Barrikaden errichten. Die Verwaltungsgeschäfte werden von den Militärbehörden übernommen. 3m Zusammenhang mit der Proklamation des Kriegsrechts ist ein allgemeines V e r k e h r s v e r b o t für die Zeit von 19 Uhr bis 6 Uhr früh erlassen worden. Riemand darf Waffen, darunter auch keine Gummiknüppel, tragen, Ansammlungen von mehr als vier Personen sind unterlagt. Die Polizei durchsuchte die Bureaus des Verbandes Gandhi-Freiwilligen und beschlagnahmte alle Schriftstücke. Um die Fortführung der Strafrechtsreform. Berlin, 13.Mai. (DdZ.) Der Vorsitzende des Strafrechtsausschusses des Reichstags, D. Dr. Kahl (D. D.) und Mitglieder der sozialdemokratischen, demokratischen und volksparteilichen Fraktion haben im Reichstag einen Initiativgesetzentwurf zur Fortführung der Strafrechtsreform auch für den Fall eingebracht, daß ber gegenwärtige Reichstag sie nicht mehr verabschieden kann Gleichzeitig soll bestimmt werden, dah auch vor Verabschiedung der Reform uet mildernden Umständen an Stelle der Todesstrafe und an Stelle von lebenslangem Zuchthaus auf Zuchthaus nicht unter drei Jahren, an Minister Cnrtins verhandelt mit Zaleski und Briand. Oie deutsche Mmderheitenschule in Oberschlesien. - Oie Rückgabe des Gaargebiets. - Keine Verschleppung der Rheinland räumung. - Bnands paneuropäischer Fragebogen: notwendige Verkehrserleichterungen. M Jahre all Woplong! ........" 'Stopfung. AJ* ir verwebt, d«a ergebens- yne Mesaerspi t» tettodig Gew*6® «V ie * . Unters^) gesehen *erd*J ünlkrl|(” t nur WL'tonS- rs» * t bei IWg i Dar®*1 ZrE stf-*s’ er- ■ *Oi<> HXoMorfnfle unter 35E Norjflva ^5» -deen - Wien la toruna^z Cler < , $!' c ■ Aus aller Wett. Dr h. c. Helene Lange i'4v: fr;: gestellte Gleichgewicht des Haushaltes wäre solchen Umständen völlig illusorisch. Die Internationale Zahlungsbank. Die Young-Anleihe. Basel, 13. Mai. (WTB.) Reichsbankpräsident Dr. Luther, der Gouverneur der Bank von Frankreich Moreaunnd andere führende Mitglieder des Berwaltungsrates der B. 3. Z. haben Basel bereits wieder verlassen. Die eigentliche Bankleitung mit Bankpräsident Mac Garrah und Vizepräsident Fraser an der Spitze sowie dem Direktorium der Bank ist in Basel verblieben, um die letzten Vorbereitungen für die Inbetriebnahme der Bank am 17. Mai zu treffen. Hinsichtlich der Besoldung der Bankbeamten wurde fast durchgehend die Besoldungsskcla des Völkerbundes angenommen. Das Gehalt des Präsidenten des Derwaltungsrates beträgt 25 0 0 00 Franken jährlich, das des Vizepräsidenten 200 000 Franken, des Generaldirektors 150 000 Franken, des Vizegeneraldirektors 140 000 Fr. _Wie die Schweizerische Depeschenagentur erfährt, machen sich in der Frage der Emission der Obligat tonen der Voung anleihe nicht nur wegen des Emissionskurses, sondern auch wegen der Frage der besonderen Garantie für den deutschen Anteil am Ertrag dieser Anleihe sowie eines Cmissions- thps auf dem englischen Markt Schwierigkeiten geltend. Die größte Schwierigkeit bezieht sich auf die Sondergarantie für die 100 Millionen Dollar der insgesamt 300 Millionen Dollar betragenden Anleihe, die Deutschland Vorbehalten sind und deren Ruhnietzerdie Deutsche Reichsbahn ist. Die Vertreter Deutschlands sind im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Meinung, daß besondere Pfänder für diesen Anteil der Anleihe nicht notwendig feien. Abg. Axt (23rp.) wendet sich gegen die Zerrbilder der deutschen Ehe- und Mutterschaftsoerhältnisse, wie sie von kommunistischer Seite zur Glorifizierung der russischen Verhältnisse ausgezeichnet würden. Abg. Dr. Werner (N.-S.) wünscht etwas mehr Empfindlichkeit im Zentrum gegenüber der Kulturpropaganda der gesamten Linken. Abg. Dr. Müller (Lbd.) verlangt, daß vor christlichen Schulkindern nur christliche Lehrer stehen. Der Antrag betr. Religionsunterricht wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. 2(bg. Dr. Scholz (D. 23p.) beantragt 23er« tagung der Sitzung. Es entspinnt sich eine lebhafte Geschäftsordnungsdebatte, da der Präsident die Verlängerung der Landtags! eL isla tu r noch verabschieden will. (Abg. Dr. Nie- p o t h wird wegen des Ausdruckes: „unehrliches Spiel" zur Ordnung gerufen.) Gegen Volkspartei und Kommunisten beschließt das Haus, weiter zu tagen. Es folgt Me Beratung des Gesetzentwurfes über die Verlängerung der Landtagsperiode um 1 Jahr. Abg. v. d. Schmitt (Kom.) sieht in dem Gesetzentwurf die deutliche Demaskierung der formalen Demokratie. Abg. G a l m (Komm. Opp.) protestiert gegen die unsaubere und unglaubliche Haltung der Koalitionsparteien. Abg. Dr. Werner (Rats.) erblickt in diesem Streich der Koalition die Politik der Angst. Die Abrechnung, namentlich mit den Sozialdemokraten, werde nicht ausbleiben. Abg. Dr. Keller (D.V.P.) hält den Vertretern der Weimarer Koalition das Undemokratische ihrer Handlungsweise vor. Hätte man vor 6 Wochen die wahren Absichten zugegeben, dann wäre die Verfassungsänderung nicht zustande gekommen. Wenn man damals den Landbund arglistig getäuscht oder wenn dieser sich selbst habe täuschen lassen, so möge er heute seine Haltung revidieren. Ohne Skrupel setzten sich die Parteien der Weimarer Koalition Über das erste Gesetz der Demokratie, die Befragung des Volkes, hinweg. Die Sparaktion, die heute ■ in Öen Vordergrund geschoben werde, sei nur eine Kulisse, die Reformen könne mindestens genau so gut ein neuer Landtag beschließen. Für die Güte der Sache sei der gewählte krumme Weg bezeichnend, aber das Volk draußen werde sich seine eigene Meinung bilden. Aach einer persönlichen Replik des Abg. Dr. Werner erklärt Abg. Dr. Müller (Landbund), seine Fraktion habe sich weder getäuscht noch täuschen lassen und werde g e g e.n das Gesetz stimmen. Abg. S ch ü I (Zentr.) weist die Vorwürfe zurück, als ob der Gesetzentwurf gegen irgendwelche rechtlichen Bestimmungen verstoße. Professor Anschütz (Heidelberg) und ein weiterer Berliner 3urist seien der gleichen Meinung, daß sich der Landtag ausnahmsweise auf ein 3ahr verlängern könne. Die Parteien der Koalition leitete bei diesem Gesetzentwurf lediglich das Wohl des Volkes. Abg. Best (V. R. P.) verliest eine z u stimme n d e Erklärung seiner Fraktion. Es folgt dann die namentliche Abstimmung, bei der die vorher anwesenden Abg. Angermeier (Komm. Opp.) und Frau Heraeus (Dn.), sowie die noch ausgeschlossenen Kommunisten fehlen. Von den 66 Anwesenden stimmen 21 mit nein (Volkspartei, Landbund, Kommunisten, ein Deutschnatio- naler und ein Rationalsozialist) und 45 mit ja. Damit ist die Zweidrittelmehrheit erreicht und das Gesetz in erster Lesung angenommen. Gegen den Protest der Opposition erfolgt die zweite Lesung, die das gleiche Stimmergebnis zeitigt — Mittwoch Fortsetzung der Tagesordnung. Verlängerung der Legislaturperiode des Hessischen Landtags um ein Lahr. Annahme des Negierungsantrags mit Zweidrittelmehrheit in zweiter Lesung. 0 Kiagcnl. Stelle von lebenslanger Festungshaft auf Festungshast nicht unter drei Jahren, an Stelle zeitiger Festungshaft auf Festungshaft nicht unter drei Monaten und in allen übrigen Fällen auf Gefängnis nicht unter drei Monaten erkannt werden darf. Oie Länder >n der Reichsbahnverwaltung. Nach Aufhebung der aus ändischen Kontrolle Berlin, 13. Mai. Durch das mit demInkraft- treten des Poungplanes verbundene Ausscheiden der vier ausländischen Mitglieder des V e r w a l tu n g s r a t e s der Reichsbahn ist denjenigen deutschen Ländern, die seit Jahren einen lebhaften Kampf um den Einfluß auf die Reichsbahn führen, jetzt die Möglichkeit gegeben, in den Verwaltungsrat der Reichsbahn einzurücken. Schon seit längerer Zeit ist auch im Zusammenhang mit den Entschädigungswünschen der Länder darüber Einverständnis erzielt worden, daß an Stelle der Ausländer ein Vertreter von Baden und ein weiterer von Sachsen ernannt werden dürfte. Weiter rechnet man damit, daß ein wissenschaftlicher Eisenbahnfachverständiger in den Verwaltungsrat berufen werden wird. Eine abschließende Entscheidung liegt aber noch nicht vor, da das Reichskabinett noch keine Gelegenheit hatte, über die Ergänzung der Der- waltungsratsmitglieder, die mit dem bevorstehenden Sntrafttreten des Voungplanes akut wird, einen Beschluß zu fassen. Man rechnet aber in unterrichteten Kreisen damit, daß noch Ende des Monats die Bestellung der neuen Mitglieder erfolgt, während die weiteren, vom Treuhänder ernannten deutschen Verwaltungsratsmitglieder im vorgesehenen Turnus ausscheiden Werdern Reformpläne zur ArbettS- losenvelsicherung. Die Frage der Ersatzkai cn Darmstadt, 13. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnete die 61. Sitzung bei noch schwach besuchtem Saal um 10.30 Uhr. Die beschlossenen Hilfsmaßnahmen für den Eisenerzbau in Oberhessen werden gegen die Kommunisten gebilligt. Eine Reihe von Anträgen wird in der Ausschußfassung auch vom Plenum genehmigt, so die beantragte Erhaltung des Versorgungsamtes in Mainz, wobei Abg. Scholz (D. Vp.) dem Staatspräsidenten dankt, dessen Bemühungen wie sachlichen Gründen die Belassung des Amtes in Mainz zu verdanken sei. Um so verwunderlicher klänge das Echo aus Wiesbaden und aus dem Munde des preußischen Ministerpräsidenten Braun. Abg. v. d. S ch m i t t (Komm.) vertritt den Protest gegen das neue Severingsche Republikschutzgesetz, das neue Zuchthausgesetz gegen die revolutionäre Arbeiterschaft zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus. — Abg. Dr. Werner (Rat.- Soz.), der mit Rufen „Heil Hitler!" empfangen wird, nimmt die Regierung in Schuh gegen die Behauptung, sie behandele die Rechtsverbände, z. B. den Stahlhelm, sehr pfleglich. Der Redner stimmt dem kommunistischen Antrag gegen dieses rückschrittliche Gesetz zu (Rufe: „Deutschland erwache!"). Auch der Abg. Böhm (Du.) erklärt seine Zustimmung. — Der Antrag wird für erledigt erklärt. Äbg. H a m m a n n (Komm.) protestiert gegen die Annahme des Finanzprogramms durch den Reichstag. — Abg. Dr. Werner (RS.) erklärt sich gegen die Finanzsteuerreform des Deiches. Bedauerlich sei, daß man die Sozialdemokratie aus der Verantwortung entlassen habe. Die Anträge werden für überholt erklärt. Abg. Frau Heraeus (Dn.) plädiert für schärfere Handhabung der Bestimmungen des Volksschulgcsetzes über die Erteilung des Religionsunterrichtes in der hessischen Simultanschule. Weite Arbeiterkreise wendeten sich gegen die herabwürdigende Propaganda der bolschewistischen Atheisten. Man dürfe nicht zulassen, daß wie in Walldorf und Mörfelden in den Schulen Handzettel mit der Aufforderung zum Kirchenaustritt verteilt würden. Die Schule müsse die Arbeit des christlichen Hauses unterstützen. Abg. Kaul (Soz.) erklärt, die Sozialdemokratische Partei überlaße es jedem einzelnen, sich religiös zu betätigen. Der Antrag der Deutschnationa- ken liege in der Linie der allgemeinen Kulturossen- sive gegen den Sozialismus. Der Antrag widerspreche dem Grundgedanken des Volksschulgesetzes und seine Fraktion könne auch der Materialüberweisung an die Regierung nicht zustimmen, da keinerlei Veranlassung hierzu do fliege. Staatspräsident D r. Adelung will erst bei der Etatsberatung auf die cmgeschnitteyen grundsätzlichen Fragen eingehen und erklärt u. a.: Wir haben ein Interesse an der gemeinsamen Schule und werden uns streng an die Vorschriften unseres Volksschulgesetzes halten, das im Artikel 1 besagt: „Die Volksschule hat die Ausgabe, die geistigen und körperlichen Kräfte des Kindes zu entfalten und ihm durch Unterricht und Erziehung die Grundlagen religiös-sittlicher, sozialer und staatsbürgerlicher Bildung im Geiste des deutschen Volkstums und die für das Leben in der Volksgemeinschaft nötigen allgemeinen Kenntnisse und Fertigkeiten zu gewähren? Diesen Bestimmungen werden wir streng nachgehen und festhalten an dem Grundsatz der Duldung und Toleranz für alle. Gegen die Verächtlichmachung und Benachteiligung einer anderen Religionsüberzeugung wird eingeschritten werden. Aba. Winter (Zentr.) verliest Proben aus kommunistischen Hetzblättern, in denen die Schuljugend systematisch gegen die Lehrer aufgehetzt und zum Kirchenaustritt aufgeputscht wird. Die christliche Simultanschule verlange den christlichen Lehrer. Berlin, 13.Mai. (Priv.-Tel.) Wie wir fahren, hat der Deutschnationale Handlungsgehilfenoerband an den Reichsarbeitsminister einen Antrag gestellt, der die Zulassung von Ersatzkassen bei der Arbeitslosenversicherung öasi w nicht in Betracht kommen kann, da — abge. sehen von geringfügigen übereinstimmenden Einzelheiten in der Personalbeschreibung — diese besonders hinsichtlich des Alters stark abweicht. — Rach einer der Oberschlesischen Volksstimme aus Troppau zugegangenen Meldung, handelt es sich bet Leopold Pausner um einen von den tschechoslowakischen Behörden seit langem gesuchten, äußerst gefährlichen Raubmörder. Pausner hatte im Jahre 1919 in Komein bei Brünn einen Gendarmerieoberwachtmeister meuchlings ermordet und sich noch eines weiteren Raubüberfalls schuldig gemacht. Im Jahre 1919 wurde Pausner wegen dieser Verbrechen vom Brünner Schwurgericht zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Nach teilweiser Verbüßung der Haft täuschte er Geisteskrankheit vor, und wurde in die Mährische Landesirrenanstalt nach Sternberg übergeführt, aus der er am 15. Januar 1930 flüchtete und seit dieser Zeit von den tschechischen-Sicherheits- behörden gesucht wird. Danach wäre es ausgeschlossen, daß Pausner die Düsseldorfer Morde auf dem Gewissen hat, da sich diese Morde vor dem 15. Januar ereigneten. Zunkersflugzeug G 38 zum Deutsch- landflug gestartet. Dessau, 14. Mai. (MTV. Funkspruch.) Das Zunkersflugzeug G 38 hat um 5.53 Ahr feinen Deutschlandflug angetreten. Die Maschine schlug die Richtung Magdeburg —Hamburg ein. An Bord befinden sich 20 Personen, darunter 5 deutsche Journalisten. Das Flugzeug ist gegen 10 Uhr über dem Flugplatz Tempelhof erschienen. Cs warf einen Postsack ab. Reue Wassereinbrüche in Vienenburg. Die Verschlechterung der Situation in Vienenburg hat weiter angehalten. Auf Schacht II ist das Wasser noch immer im Steigen begriffen. Es haben sich bedrohliche Anzeichen dafür geltend gemacht, daß jetzt auch Wasser der Oker in die Kalischächte fließt. Der große Trichter an der Zufahrtsstraße zum Schacht fyat sich in den letzten 24 Stunden durch weitere Stürze des Erdreichs erheblich vergrößert und hat jetzt ungefähr einen Durchmesser von 100 Meter und ungefähr die gleiche Tiefe. Neuerdings schießt aus einer Seitenwand und zwar nach der Okerseite zu ein dicker Wasser- (trat)! heraus, und Messungen haben ergeben, daß dieser Zufluß sich gerade in Höhe des Flußbettes der Oker befindet. Der Boden des Trichters bildet einen fortwährend in Bewegung befindlichen Strudel, in dem i> i e herab st ürzenden Bäume spurlos verschwinden. Die Senkung des Grundwassers in der ganzen Gegend macht ich inzwischen stark fühlbar. Eine Kiesbaggerei sah ich gezwungen, ihren Betrieb einzustellen, da ihr >as notwendige Wasser fehlt. Der große Krater am Harlyberg in Vienenburg ist im weiteren Einsturz. Sein Oberrand hat die Höhe des Berges fast erreicht. Man berechnet, daß etwa 200000 KubikmeterErde nötig sind, den Trichter auszufüllen. Arn Dogelherd entstand ein neuer E in- st u r z t r i ch t e r, der den Bahnkörper der Braunschweigischen Strecke berührt, so daß der Verkehr nach Braunschweig unterbrochen werden mußte. ß'eTal un, «W c, eriienmai irat eine Frauenbewegung in der Oe^.-tlichkeit hervor, als der Kreis um Helen.» Lange im 3ahre 1887 eine Petition an das preußische Abgeordnetenhaus richtete, die Helene Lange mit einer Denkschrift über „Die höhere Mädchenschule und ihre Bestimmung" begleitete. Bald darauf, 1889, versuchte sie ihre Abfichten in die Tat unHusetzen durch Gründung der von ihr geleiteten Rcalturse, einer Fortbil- Derlin, 14. Mai. (ERB. Eigene Meldung.) Dr. h. c. Helene Lange, die Veteranin ber Frauenbewegung, vers chied gestern abend nach langem Leiden im Alter von 82 Fahren. Helene Lange wurde am 9. April 1848 in Oldenburg geboren. 1872 machte sie das Lehrerinnenexamen in Berlin und fand dort eine Stellung an der Krainschen höheren Mädchenschule. 3n langjähriger Tätigkeit an dieser Anstalt reiften ihre Anschauungen über Bestimmung und Entwicklung der Frauenbildung. Zum erstenmal trat eine Frauenbewe dungsanstalt für schulentlassene Mädchen und Frauen. Einige 3ahre später wandelte sie ihre Anstalt in Ghmnasialkurse um, die jedoch in Preußen nur Erwachsenen zugänglich waren. Die Bemühungen der Frauenbewegung, Zulassung zum Universitätsstudium zu erhalten, blieben einstweilen immer noch erfolglos. Der erste Erfolg wurde dann 1901 in Baden erzielt. Seit Mitte der 90er Fahre war auch eine Bewegung für das Frauenwahlrecht in Fluß gekommen. Helene Lange ließ 1896 ihre erste Schrift hierzu erscheinen, die wie alle folgenden taktisch äußerst geschickt war. Auch die Berufsorganisation des Deutschen Lehrerinnenvereins verdankt ihrer Tatkraft mit sein Entstehen im Fahre 1890 und ihrer Leitung seine weitere Entwicklung. 1902 trat sie an die Spitze des ältesten, von Luise Otto und Auguste Schmidt geschaffenen Organs der Bewegung, des „Allgemeinen Deutschen Frauenvereins". Desgleichen hat sie an der Leitung des „Bundes deutscher Frauenvereine" Anteil. Schließlich hatte sie die Freude, feit 1908 die Reform des höheren Mädchenschulwesens immer mehr in Fluh kommen zu sehen. Helene Lange lebte zuletzt zusammen mit ihrer langjährigen jüngeren Mitarbeiterin Gertrud Baeumer in Hamburg, wo sie 1922 auf der demokratischen Liste in die Bürgerschaft gewählt wurde. „Frauenwirken in haus und Familie" Ausstellung Düsseldorf 1930. 3m Kunstpalast zu Düsseldorf hat jetzt eine Ausstelllung ihren Abschluß gefunden, die, wie man uns von der Pressestelle erst nach Schluß der Ausstellung mitteilt, bei den maßgebenden Frauenorganisationen auf großes 3ntereffe gestoßen ist. Die Ausstellung Frauenwirken in Haus und Familie ging aus von dem Katholischen Deutschen Frauenverband und dem Stadtverband für Frauenbestrebungen. Aus der Erkenntnis heraus, daß in der Wohnungsnot die Quelle einer Unzahl sozialer Hebel zu erblicken sei, wollte man in Form einer Ausstellung weitesten Volkskreisen zeigen, wie die Frau ihr Heim auf geringstem Raum mit den geringsten Mitteln so zweckmäßig und einfach und doch so wohnlich wie möglich gestalten kann. So wurden als Kernpunkt der Ausstellung Wohnungseinrichtungen gezeigt, beginnend mit der bescheidensten Kleinstwohnung bis zur Vier- und Lünfzinr.ucrwohnung des besser besoldeten Fa- Has eine ÄS? fetfS. kfcs ss-rs nungen Heuast tnten dien NcSen W zahl M#ngr schon M [ Proz« ^Lg-endi- Ä |u»t n«i i, °d°- ® «,1, MenW«** ", llbnupfen oder sächlichen Aolle der ^ ff <*■’ Gewachst 3n Deutsch meist die Zeit von Juli, weil hier W diese Zeit blühen, tx fieber verursachen. Man kann nur d ganz kleiner Mengen Auftreten der heuf Monaten Marz > findlichleit des He Heusieberfaison soll tienten von der Andere versuchen arme Gegenden (31 anderer Pslanzenve M dem Leiden , man and) versuchen, Aufenthalt in Pollen Zimmern, durch von Filtermaslen i Wirkung der Pollen destens für mehrere lcichtcrung verschasse zahlreiche Milainci Einwirkung aus bei Leiden zu mildem 0Md)af , Zur Feier von Lieb sand am Lonntag n bigshöhe statt. Ächei der Hand des von gezeichneten Plane- Liebigshohe das P zeigte, daß der setz! ursprünglichen bei, gaben über die 'Lei Durch steundliche seüen der beiden F von Zohannes Qerirfe, einer L oen Liebig das @r A- in die (Be|d)id Wmrai 6omm aul bezüglichen M Kter ?r Hamme Wn Ämtern wer Liebigshohe zu for «tragen des w M das Gelände feMe statt Trat Wmmlung gut ’ fordert. Das würde bedeuten, daß die Angestellten, deren Arbeitsrisiko ganz anders geartet ist als das der Arbeiter und die versicherungstechnisch in die Arbeitslosenversicherung nicht hineinpassen, künftig eine besondere Gefahrenklasse bilden sollen. Es ist anzunehmen, daß Reichsarbeitsminister Stegerwald diesem Antrag nicht unfreundlich aegenüberstehen wird. Uebrigens verlangt auch ein Teil der gelernten Arbeiter eine Sonderregelung, die in einer Mischung bes sog. Genter Systems mit dem Prinzip der Ersatzkassen bestehen würde. Damit hinge auch die Herausnahme derSaison arbeiter aus der Arbeitslosenversicherung zusammen, die jetzt vielfach in der Oeffent- lichkeit gefordert wird. Zu Reformvorschlägen im einzelnen haben sich im Reichsarbeitsministerium die vielfach ergangenen Anregungen noch nicht verdichtet, aber es ist anzunehmen, daß noch vor den Sommerferien ein entscheidender Schritt in der Richtung der Reform der Arbeitslosenversicherung geschieht, da man sich allgemein darüber klar ist, daß -bei der Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes im nächsten Winter mit einem neuen Fehlbetrag von f a st 500 Mil'lionen Mark ge- rechnet werden muß. Das ganze jetzt mühsam her- -w W6it S" ©Wolkenlos. <3 neuer O naiD otdecicL »wonuaO Gedeckt. »Reflen * Schnee a Graupein e NeDet K Gewitter(Q)wind$tilie. «O-> seh# leichter Ost massifler Südsüdwest Q stürmischer «ordwes» Die Piene fliegen mit dem winde Oie Deinen Stationen stehenden Zart* len geben die Temperatur an. Pie Linien veromdeo Orte mit gleiche® auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck 'LSet.-rvoraussage. Unter Erwärmung und reger Riederfchlags- tätigkeit ist wieder eine Störungswelle über unser Gebiet hinweggezogen. Wenn auch an ihrer Rückseite vorübergehend eine Beruhigung und stellenweise sogar Aufheiterung eintreten dürfte, so bleibt im allgemeinen doch noch das wechselhafte Westwetter erhalten. An der Südseite der nördlichen Tiefdruckrinne, die sich in westöstlicher Richtung erstreckt, dringen immer wieder Ausläufer südlich vor und lassen durch dis dauernde Zufuhr feuchter ozeanischer Luftmassen zunächst keine Beständigkeit aufkommen. Wettervoraussage für Donners- t a g. Wechselnde Bewölkung mit vorübergehender Aufheiterung. Temperatur wenig verändert, vereinzelte Riederschläge. Witterungsaussichten für Frei- tag. Roch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 9,8 Grad; am 14. Mai: morgen« 11,4 Grad. Maximum 13 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mair abends 13,6 Grad; am 14. Mai: morgens 10 Grad.— Niederschlag 5,6 mm. Sonnenscheindauer % Stunde. Reisewellerdienst. Westerland auf Sylt. 8 Grad, kühle Nacht, Südwestwind, heiter bis bedeckt; gestern teils heiter, teils wolkig. Baden-Baden. 13 Grad, vorherrschend kühl, Südwestwind, mäßiger Regen; gestern Dauerregen» Garmisch-Partenkirchen. 7 Grad, vorherrschend kühl, Südwestwind, mäßiger Regen; gestern Dauerregen. Thorsnavn - .. -.50 milienvaters unter weitgehender Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern. 3n Cinzelabtei- lungen wurde behandelt: Wohnung und Wohnkultur, Ernährung wnd Hauswirtschaft, Hygiene, das Kind, Feste und Gäste im Heim. 3n einer sorgfältig zusammengestellten Bücherei fanden die Besucher alle für die Frau als Hausfrau und Mutter in Betracht kommende Fachliteratur. Die Ausstellung, die unter wesentlicher Mitwirkung einer Gießenerin, > Frau Dr. med. Margrit Hasse-Köppe, geschaffen wurde, sah, wie man uns schreibt, an 38 Tagen über 150 000 Besucher. Auch an Koch-, Back-, Brat-, Wasch-, Bügel- und Puhvorführungen, an Filmaufsührungen und Vorträgen nahm das Publikum lebhaften Anteil, so daß man die Ausstellung als wohlge- lungen bezeichnen muß. Ein Llresemann-Denkmal in Bayern. Am Samstag wurde im Park des zwischen Bayreuth und Bamberg am Rordrand der Fränkischen Schweiz gelegenen Schlosses Freie nfels ein Denkmal für den verstorbenen Reichsaußenminister Dr. Stresemann enthüllt. Der Stifter dieses Denkmals, des ersten in Deutschland, ist der sächsische Großindustrielle, Geh. Kommerzienrat Edmund Meinel-Tan- nenberg aus Tannenbergstal im Vogtlande, der mit Stresemann eng befreundet war. Das Denkmal zeigt ein in Bronce gegossenes lebensgroßes Relief des Verstorbenen. Es ist ein Werk des Berliner Erzgiehers Hans Martin. Die'Rafiborer Mordtaten. In der weiteren Untersuchung gegen den wegen des Mordes an dem 15jährigen Schüler Zeller und an dem Zuschneider Danis sowie des Mordanschlags auf den Kaufmann Nuske verhafteten Leopold Pausner ergab sich, daß einige Fäden zwischen ihm und dem Düsseldorfer Massenmörder vorhanden zu sein scheinen. Vor etwa drei Monaten traf in Ratibor auf dem Bahnhof ein Mann ein, der eine Blankofahrkarte Düsseldorf — Ratibor besaß und sich bei dem Bahnsteigschaffner nach den Grenzorten Oderberg- Troppau erkundigte, um dann mit einer neuen Fahrkarte nach Oderberg weiterzufahren. Bei einer Gegenüberstellung mit einem der Bahnsteig- schasfner wurde Pausner von diesem als der Mann erkannt. Pausner selbst verweigert nach wie vor jede Aussage. Die Düsseldorfer Kriminalpolizei ist der Ansicht, daß Pausner für die Düsseldorfer Morde ■^^1 fi May 5 10 Ual ■11 5 x*- imog *-?> 'MrM ,O LOril r*?urs I Cler Ttont 0 Rinr -8- Einhorn zeige Tier- heutigen der an» Die Tabakrnischling wird ununterbrochen sorgfältig kontrolliert. Hierfür wurden besondere Instrumente angefertigt, die von den Ova - Mädchen mit größter Gewissenhafte keit bedient werden. 1 SHELL AUTOOELE Sie helfen mit vielen tausend feinfühligen Händen an der Schaffung der REEMTSMA CIGARETTEN SHELL übereil'- 1Unfall SHELL AUTOOELE Aus der Provinzialhauptstadt (Sieben, den 14. Mai 1930. Heufieber ——..... ^rod)-) las J Uhr (einen Dit IHaldjin, lrMam- 20 Jftjonen, über bem icn. ts wt| mburg. n Bienenburg ift bas en. Ls hoben end gemacht, in die Sali» der ZuiohNs- ten 24 6tun» 1 erheblich einen Durch»' r die gleiche itcnwond und r Wasser» etoeben, daß » tzlchbrttes Ächirrs bildet blichen Lira» ben Säume enkungdes ■ Gegend macht iesbaggerei sah [(teilen, da ihr roß« Krater st im weiteren he des Berges wa 200000 i Trichter aus» neuer Einer der Staun- z der Verkehr chen werden dumme Mama" von Ludwig Rerz undLomse Ilaria Mayer. AIS kleine Mama tmrb f td) Jnacbora Scherer verabschieden, die mit Ende vieler Wintcrspielzeit das Gießener Lladttheater verläßt. Die Premiere ist am Dienstag, 20. Mar. Freitag, 16. Mai. „$Iabigo0. — Der Nationalsozialistische Deut» sche Studentenbund veranstaltet am kommenden Freitagabend im früheren fiolel «*-*•**" eine öffentliche Versammlung, zu der im Anzeigenteil eingeladen wird Näheres in wohlbcgründet. Die Organisation der Vorfuhrungsfolge ift mustergültig, so daß sich ein siotter Verlaus der Vorstellung gibt Die anhaltenden Beifallsstürme, die den verschiedenen Darbietungen folgten, bewiesen die volle Zufriedenheit der Besucher Auf Grund des gestern gezeigten starken Könnens die scs Ensembles darf man jedenfalls den Besuch dieses Zirkusunlernehmens mit gutem Gewissen warm empfehlen Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Englisches Seminar: Dortrag in deutscher Sprache über „Amerikanisch-Deutsche Kulturbeziehungen . 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunstwissenschaft!. Instituts — D f. B.: auherordentl. Generalversammlung 20.30 Uhr. - 3oo-3irfu« 21. Fischer 20 Uhr Hauptvorstellung, 16 Uhr: K'ndervor- stellung — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Melodie des Herzens." — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns Die nächste und letzte Premiere des Winter- abonnements bringt das Lustspiel „Merne liebe, Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle aut fol eine Schau von Hunden aller -nanen nun. Don dem Verein wird unS mitgetcilt, die Vorarbeiten zu dieser Schau seien so wett gediehen, daß mit einem erfolgreichen Der!aus der 2^ran- staltung gerechnet werden dürfe. Ein namhafter Richter ist für di« Beurteilung der vorzufuhren- den Hunde gewonnen worden. Die Hundebesiyev werden also Gelegenheit haben, ihre Tiere vor, berufener Seite bewertet zu sehen uitd über Vorzüge und etwaige Mängel belehrt zu werden. Diese Schau verspricht nicht nur für bcn Eingeweihten, sondern auch für den Anfänger und Laien manches Lehrreiche zu bieten, tote es vor allem der Zweck derartiger Werbeschauen sein soll, weiteren Kreisen die Mannigfaltigkeit der Hunderassen und die darin wurzelnde Möglichkeit, jeglichem Geschmack Rechnung zu tragen, t>ot augm DU führen. Dir D-rb«IchM d-nm Besuch für das Publikum unentgeltlich ist, beginnt vormittags um 10 Uhr pünktlich und wird um 14 Uhr geschlossen. •• Vertretertag der Dewer k s ch oft bessischer Gemeindebeamten. Am 18. d. OH. findet im Städtischen Saalbau zu Darmstadt die Iahrestagung der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten statt. Der Personaldezernent der Stadt Mainz. Beigeordneter Dr. Vb SÄ“» auch unb '^Ldürstc, 71 ;n W jntmen- 6, 2“i' er. l91@rdi i. $al-1 Srab. -st @rab^ ge"S J Stunde. iouer * h füllt sKs fieber verursachen. Onan kann nur durch vorsichtiges Etnspnhen ganz kleiner Mengen der Pollenextrakte v 0 r dem Austreten der Heufieberzeit, bei uns also m den Monaten März und April, die Ueberemp- sindlichkeit des Heufieberkranken für die nächste Heufieberfaifon foweil herabfehen, daß viele Patienten von der Krankheit verschont bleiben. Andere versuchen durch Reisen in vegetationsarme Gegenden (Insel Helgoland) oder an Orte anderer Pslanzenvegetation oder anderer ivlute- zeilen dem Leiden zu entgehen. Schließlich kann man auch versuchen, durch Fernhalten der Pollen, Aufenthalt in pollenfreien (sog. „allefgcnfrcien ) Zimmern, durch Tragen von Schutzbrillen oder von Filtermasken die Kranken vor der Em- Wirkung der Pollen zu schützen, und ihnen mindestens für mehrere Stunden des Tages Er- leichtcrung verschaffen. Auch stehen dem Arzte zahlreiche Medikamente zur Verfügung, um durch Einwirkung aus den inneren Stoffwechsel dos Leiden zu mildern. Gesellschaft Liebia-Museum Zur Feier von Liebigs Geburtstag (12 Mat 1803) fand am Sonntag eine Versammlung aus der Lie- bigshohe statt. Geheimrat Sommer erläuterte an der Hand des von Johannes St 0 e r n e r 184b gezeichneten Planes und einer Skizze der jetzigen Liebigshöhe das Verhältnis der beiden Plane und zeigte, daß der jetzige Umfang kaum die Hälfte des ursprünglichen beträgt Er machte genauere Angaben über die Veränderungen der BesitzoerhaUntsje Durch freundliche Schenkung der Dokumente von feiten der beiden Familien St 0 e r n e r. der Tochter von Johannes Koerner, sowie von Frau Ger icke, einer Tochter von Herrn. Kappes an den Liebig das Grundstück 1850 verkauft hat, ift Licht in die Geschichte der Liebigshöhe gekommen Geheimrat Sommer zeigte eine Reihe der darauf bezüglichen Bilder und Schriftstücke Beigeord- neter Dr Hamm erklärte sich bereit, in den städtischen Aemlern weiter na* Dokumenten über die Liebigshöhe zu forschen Zum Schluß fand unter Vorantragen des gerahmten Planes eine Führung durch das Gelände bis zur Grenze der jetzigen Lie- b'.gshöhe statt Trotz des schlechten Wetters war die Versammlung gut besucht, und es zeigte sich leb» Don privaldozent Or. (Linst $räntei-Berlin Das Heufieber ist durch wissenschaftlich« Untersuchungen als eine Erkrankung erwiesen, die durch die Pollen bestimmter Gräserarten und anderer Pflanzen verursacht wird. In Pflanzen und Gräser trägt der W.nd den feinen Pollenstaub durch die Luft, fo daß tn lebem Kubikmeter Luft etwa 300 Pollen enthalten find Diele gelangen in die Augenbmdehaut oder durch Einatmung in die Schleimhäute der oberen vuft- wege und können bei einer Min^rzahl von überempfindlichen Menschen i. 3uni 1930 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zu Gießen. ig findet statt: Freitag, den 16. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. osnr Anmeldung zur Hauptveriammlg. in Mainz, bzw. zur Rbetufahrt, bis spätestens 23. Mat bet C. Faber. Marti- platz. Preis für die Nheiusahrt «Mk. 4.50) muh gleichfalls bis 23. Mm entrichtet Luise Jost, geb. Sünner, und Sohn. Gießen (Wilsonstraße 3II.), Queckborn, Nauheim (Kr Groß-Gerau), Hanau, Maribor, Gnoien i. Mecklenburg, den 13. Mai 1930. Karl Overbeck Rodbeimer Str. 58, zur Reparatur. Telephon 3715 Au- und Verkauf aebr. Maschinen. Samstag,17.Mai, abends 8Va Ubr, am Bootsbaus General-Versammiung Zahlr.Erschetnen erforderlich. s3743l) G. It. G. 1877. Der Vorstand. Plötzlich und unerwartet starb nach kurzem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Georg Jost, Postassistent Abtragsmassen : Böschungsflächen Rodungsflächen Straßenpflaster Chaussierung Beschotterung und Bekiesung Oberbaupacklage Rohrdurchlässe Los III. Fundamentaushub werke Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Stein- bau) für Rj. 1930 liegt vom Donnerstag, dem 15. Mai 1930, ab eine Woche lang zur Einsichtnahme offen. Einwendungen können innerhalb dieser Zeit schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker beizutragen haben. Steinbach, am 13. Mai 1930. (37330 Hessische Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Bahnbau Birstein-Hartmannshain Verdingung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesemWege unseren innigsten Dank Im Namen der Hinterbliebenen: KariSMedanz und Angehörige. Eisenbetondecken der Bauwerke Die Ausschreibungsunterlagen liegen täglich von 8 bis 12 Uhr im Geschäfts- zimmer der Bauabteilung, hier, zur Ein- sicht offen. Angebotsvordrucke können, soweit der Vorrat reicht gegen Erstattung der Kosten von 3,50 RM. je Los von hier Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma üatl Meier in Gießen, Blockstraße 9, wird heute am 12. Mai 1930, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. 37450 Der Geschäftsführer Hermann Kirchner in Gießen, Am Nahrungsberg 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 5. Juni 1930 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donerstag, den 12. Juni 1930 vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte. Zimmer Nr. 112, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Elisabeth Waldsdunidt Seb. Schneider. Gießen, den 14. Mai 1930. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann,unseren guten Vater,Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn W. Konr. Bruchei IH. nach langem schweren Leiden im 69.Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Brückel, geb. Brückel Familie Wilh. Anton Bopf Familie Karl Brückel. Alleinverkauf: Schuhhaus Baer GieBen 7 Marktplatz 7 3399 A Gras-Versteigerung der Gtadt Gießen. Die Stadt Gießen läßt Montag, den 19., Dienstag, den 20., und Mittwoch, den 21. Mai 1930, folgende Grasnuhnngen für das ganze Jahr öffentlich meistbietend versteigern, und zwar: 3474C Montag, 19. Mai 1930 vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft an der Rodheimer Straße, beim Städtischen Schlachthof), die frühere Ockelsche und haubachsche Wiese an der Rodheimer Straße in drei Abteilungen, anschließend die frühere hospitalwiese auf der hohleich in zehn Abteilungen und die städtischen Feldwege und Gräben usw. im Neustädter Feld. Dienstag, 20. Mai 1930, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der hammstraße an der Wieseckbrücke) die Grasnutzung von den Wieseckböschungen von der hamm- straße bis zur Lahn, die Böschungen an den Kläranlagen, verschiedene Klee- und Grasstücke am Leihgesterner, Aul-, Erd- kauter-, Schisfenberger und heegstrauchs- Weg sowie sämtliche Feldwege und Gräben zwischen Lahn und Licher Straße. Mittwoch, 21. Mai 1930, vormittags 9 Uhr (Zusammenkunft in der Licher Straße bei der Wirtschaft „Zur Stadt Lich") die Grasnutzung von den Schneisen und Mähplatten der 'städtischen Waldungen, ferner zwei Kleestücke in der Licher Straße, fünf an der Sandgrube bei der Liebigshöhe und eins an der alten Marburger Straße, weiterhin sämtliche Feldwege zwischen Licher Straße und Lahn. — vormittags 12 Uhr (Zusammenkunft in der Ederftraße am Viadukt) 19 Grasstücke in der Schwarzlach. Anschließend an diese Versteigerungen wird noch das aus Abt. 32 des Fernewaldes verfügbare Lichen-Brennholz zum Ausgebot kommen. Gießen, den 12. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Donnerstag, Den 15. Mai 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Schreibtische, eine Sländerlampe, eine Vitrine, einen Gasherd, einen Lis- schrank, zwei Sofas, drei Regulatoren, fünf Chaiselongues, einen Tisch mit fünf Stühlen, zwei Bufetts, eine kredenz, ein Klavier, eine Eismaschine, drei Nähmaschinen, einen Kassenschrank, einen Sekretär, einen Bücherschrank, eine Violine mit Kasten, einen Diwan, einen Lederklubsessel, einen Warenschrank, eine Ladeneinrichtung, einen Jnstrumenten- schrank, zwei Schreibmaschinen, 50 Dosen Obst- und Gemüsekonserven, 18 Kartons Schokolade, eine Trübe, einen Schreibmaschinentisch, 100 Kokoskehrbesen, zwölf Rohhaarbesen, zwei Holländer. 15 Kin- derklappftühle, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Kinderspiele, 40 Jahr- leinen, fünf Maschleinen, 24 Fruchtsäcke, 100 Kartons Christbaumschmuck, einen Cinspännerwagen. ein Rindchen, zwei Grammophone. 37400 Voraussichtlich bestimmt: eine Schreibmaschine (Stoewer). Oern Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Fernruf 4101 Lieterungsvergebung. Für die Chirurgische Universitätsklinik und die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und halskranke Gießen soll die Lieferung des Bedarfes an Weißzeug und Bettwerk vergeben werden. 36910 Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der zuständigen Verwaltung vom 12. bis 31. Mai d. I., nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr, außer Samstags, eingesehen werden. Die Bedarfsliste ist gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen an die Verwaltung der obengenannten Kliniken bis zum Eröffnungstermin Montag, dem 2. Juni 1930 vormittags 10 Uhr einzureichen. Zuschlagsfrist sechs Tage. Nachruf. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser lieber Scbützenbruder und 2. V ersitzender Herr Georg Jost Postassistent am 13. Mai verstorben ist. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Der Vorstand. Die Bestattung findet Freitag, den 16. Mai, 15 Uhr statt Um rege Beteiligung wird gebeten. 3744D Kor Vornan von Urheber-Rechtsschutz z 111 Fortsetzung. ir9eni SMonterä netii beleuch rM fragte men - JgMt dieses M d°n alQ »na Me rnin?CI,er ar ^chinas toLr ? fl Ufa es, k lebet Fää »VA Äiv Ä« S S’J®? e Unter Aufhebung der bisherigen Aus- chreibung infolge wesentlicher Aenderung der Grundlagen werden die Erd-, Fels-, Rodungs- und Böschungsarbeiten sowie die Wegebauarbeiten und die Oberbaupacklage erneut ausgeschrieben. Die Arbeitsvergebung umfaßt: «■* N- tfs# _ WlÄid »>- httt» de» m einen der ga^ und -ver^ , der neuen Mi miane SMUnletts P versuchte, ” ^ahn ^'"^ne Leuchte bei W er kannte iö dieUh1r alle Zeiten nur für aiie v Entdecker unj - Wohltäter der M er M die sprunghafte & fifinte als an vie L Klitten Flugz Seine E^it-vn erforderte, in einem Sauer absolviert^, für den Polarfahrer « hat nicht ausgeho zu dienen, der et Erst im Avvember 19 Studiengesellschaft zu mit dem Lustschifs" d Hamen in der »ei stand Fridtjof Hanfe greises im Mtel-m gleichen leinen Dü der einst im Triu Fahrt durch die s lebte noch im Dewi Dani er sich kurz ■ Dirken für die 6ad verdient batte. „Durch Aacht das die Jugend alle Mg in sich aufna in M Sprachen der beisp'Men Fahrt ei famkii bet Lordpol Lebensweg toiei, uni feiner beispiellosen f| Stationen auf, zu de fähige Jugend folget Schulbank brüdte, ü)i großes 2id)t; in leim überaus bedächtig m feine Schwester, wenn am Morgen zuviel toirb lm Leben nicht; seligkeil'" Aber W barg sich ein start Energie. 3m Haufe Out bei Oslo lebte am 10. Oktober 18' geboren - wurde Unbill der Witter schein oder Sturm langen Weg zur ( bezogen werden. Verschlossene Angebote mit der Aus- ,Angebot auf Bauarbeiten für die Neubaustrecke Birstein—Hartmannshain" werden bis zum Eröffnungstermin, den 31. Mai 1930, vormittags 9 Uhr, postfrei hierher erbeten. Die Oesfnung der Angebote findet im Verwaltungsgebäude, hier, um diese Zeit in Gegenwart der erschienenen Bewerber statt. Zuschlagsfrist zwei Wochen. Wächtersbach, den 13. Mai 1930. Wächtersbach-Birsteiner Kleinbahngesellschaft, Aktiengesellschaft. Die Direktion. ®*SC Gemälde zu lauten gesucht. Schr. Angeb. m. An» gäbe der Meister und des Preises u. 03237 an den Gies,. Anz. Empfehlungen] Selbst gekelterten prima naturreinen tipielM Wilh. Kohlemann, Käserei, Neustadt 12 Vtima süßes Wiesenheu in Ballen, Torfmull u. Torfslreu offeriert billigst szi,»!) Siegmund Rosenbaum Bureau: Frankfurt. Straße 29. Lager an d. Margaretenhlltie Allen A. H. A. H. und Bbr. 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Orlen erl, rleöigi Detektiv. tan-D.Anikullil K.Gori.BiMii. i, Koritr. 17. « Nr. U2 Awettes Blatt Mittwoch, U. Mai (950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ommer- Ein Nachdruck verboten. 11. Fortsetzung. SaffiiidJ. .Lr. und auf nicht aufdringliche Ringe zierten. Emmerstorfs war nachdenklich geworden, wenig unvermittelt fragte er sie: „Wie alt find Sie^ Sie hob den Kopf und sah ihn voll an. „Siebenundzwanzig Jahre", erwiderte sie, in diesen paar Worten lag ein Verzicht Das war das letztemal, daß ich in meiner Heimat war." Sie hielt inne und sah auf ihre schlanken Finger, die ein paar glitzernde, aber durchaus Der bekannte norwegische Hordpol- forscher Dr Fridtjof Hänfen ist gestern in Alter von 69 Jahren in Oslo ge- Deary° Byrd Wilkins. Robile und Amundsen — wieviel wiegen die Hamen dieser Männer die da« höchste Ziel des Polarforschers erreicht, den Hordpol betreten oder überflogen haben, gegenüber dem einen Hamen Sriötjof Hänfen, der in der ganzen Welt mit Bewunderung und'Verehrung genannt wird, ohne dah er je Den Traum feines Lebens erfüllt sah. Mit ihm geht der He stör der Polarforschung dahin, die in den Jahrzehnten vor dem Krieg in immer neuen Anläufen den Weg nach der nördlichsten Spitze unseres Planeten bis zu Ende zu gehen versuchte, ein Mann, der mehr war als ein Bezwinger der Haturkräste, ein Held des Aden- teuers eine Leuchte der Wissenschaft, ein Be- reicherer der Menschheit - er war auch ihr Freund, er kannte ihre Hole, und er steht nicht nur für alle Zeiten im Pantheon der groben Entdecker und Weltfahrer, sondern auch der Wohltäter der Unterdrückten. Hach dem Krieg, als die sprunghafte Entwicklung der Verkehrsmittel die Methoden arktischer Forschung umstürzte. al« an die Stelle von Seglern und Hundeschlitten Flugzeug und Luftschiff ^ten, und eine Expedition zum Pol, die sruher Jahre erforderte, in einem Flug von sechzehnstündiger Dauer absolviert werden konnte, war die Zeit für den Polarsahrer Hansen freilich vorbei, aber et hat nicht ausgehört, unermüdlich der Sache zu dienen, der er sein Leben geweiht hatte. Erst im Hovember 1926, als die „Internationale Studiengesellschaft zur Erforschung der Arktis mit dem Luftschiff die Träger der klangvollsten Hamen in der Reichshauptstadt versammelte, stand Fridtjos Hansen als Präsident des Kongresses im Mittelpunkt. Man konnte unter feines- gleichen keinen Würdigeren Herausstellen: er, der einst im Triumphzug von ferner großen Fuhrt durch die Polartrist heimgekehrt war, lebte noch im Bewußtsein der Menschheit, deren Dank er sich kurz zuvor durch sein humanitäres Wirken für die Sache der unterdrückten Armenier verdient hatte. „Durch Hacht und Eis" heißt das Buch, das die Jugend aller Länder in atemlofer Spannung in sich aufnahm: eine moderne Odyssee, in alle Sprachen der Welt übersetzt, Die von Der beispiellosen Fahrt eines Mannes Durch Die Einsamkeit Der Hordpolarregion erzählte. Hansens Lebensweg wies, und Darin ist wohl Der GrunD seiner beispiellosen Popularität zu suchen, alle Stationen auf, zu Denen ihm eine begeistcrungs- sähige 3ugcnD folgen mußte. Als er noch Die Schulbank drückte, war er alles andere als ein großes Licht: in feinen Entschlüssen war er stets überaus bedächtig und langsam, und oft sagte feine Schwester, wenn er wieder mit dem Anziehen am Morgen zuviel Zeit vertrödelte: „Aus dir wird im Leben nichts mit deiner ewigen Saumseligkeit!" Aber hinter dieser Bedächtigkeit verbarg sich ein starker Wille, eine unbeugsame Energie. 3m Hause seiner Eltern, die auf einem Gut bei Oslo lebten, — Fridtjof Hänfen wurde am 10. Oktober 1861 als Sohn eines Juristen geboren — wurde er schon -frühzeitig gegen jede Unbill der Witterung abgehärtet. Bei Sonnen- fchein oder Sturm mußte er den drei Kilometer langen Weg zur Schule täglich zu Fuß zurück- legen. Das bedeutete eine tägliche Marschleistung von 12 Kilometer, eine Hebung, die den Knaben Fridtjos zu einem vorzüglichen Fußgänger machte, dem Müdigkeit ein fremder Begriff war. 3m Winter trieb er fleißig Schnee- fchuhfahrten. für die er eine besondere Begabung mitbrachte. Seine Skifahrten erlangten bald in Der kleinen Welt, in Der er seine erste 3ugenD verbrachte Berühmtheit Bei Der Ueberquerung Konstanze. Roman von Karl Heinz Voigt. Urheder-Rechtsfchutz Verlag Oskar Meister. Werdau Fridtjof Nansen. Don‘tiefen Schluchten und unheimlichen Abgründen seiner Heimat vollbrachte er schon damals unglaubliche Leistungen. Duß er bei so ausgedehnter körperlicher Betätigung nicht viel Zeit und 3ntercffe für die Schule aufbrachte, ist nur natürlich: aber wenn es darauf ankam, auch auf geistigem Gebiet etwas zu leisten, wußte er wohl seinen Mann zu stehen. Als es für ihn galt, ein gutes Abgangszeugnis Heimzubringen, bemerkten seine Lehrer mit Erstaunen, daß ihr bis dahin ziemlich unterschätzter Schüler es mit Leichtigkeit aus die beste Hole brachte. Hänfen bezog Dann die Hniversität Christiania, um die Lieblingssächer feiner Schulzeit, die Ha- turwissenschasten, besonders die Zoologie, zu studieren. Schon als Einundzwanzigjähriger trat er als Schifsszoologe der „Wiking" eine größere bereise in die arktischen Gewässer an. Diese Fahrt war bestimmend für sein ganzes Leben. Jetzt lernte er das Polarmeer kennen, und der Zauber, den die neue Welt auf ihn ausübte, ließ ihn zeitlebens nicht mehr los. 3m 3ahre 1888 konnte er dann einen langgehegten Wunsch verwirklichen: seine Fahrt durch das grönländische Binneneis. Die Gelehrten hatten jahrelang zu arbeiten, um Die Beobachtungen auszuwerten, Die Fridtjof Hansen auf diesem bis dahin un- betretenen Gebiet gemacht hatte. Hach solchen Vorbereitungen holte Hansen wr großen Tat seines Lebens aus. Als er Der die Herrlichkeiten dieser Welt. „Dann sind Sie noch jung genug, 3hr Gluck als Künstlerin zu erreichen." Sie rang in etwas komischer Verzweiflung ihre weißen Hände, daß Die Gelenke leise krachten. „Aber wie soll man Denn hochkommen, bei all Dielen entsetzlichen 3ntrigen. Man hat Den besten Wunsch, zur künstlerischen Reife zu gelangen, aber wenn man nicht skrupellos unD egoistisch bis zum Ekel 'st. kommt man ganz einfach auf keinen grünen Zweig." _ „Haben Sie Denn gar keinen Fürsprecher c „Die hätte ich, wenn .. 3ch bin nicht dazu geschossen. mich zu verkaufen." „Aber jede große Darstellerin ..." Sie unterbrach ihn. „Es gehört auch Glück zu manchem “ „HnD nun sind Sie ganz aus sich angewiesen < - Haben Sie gar keinen Freund, ich meine „ehrlichen Freund." Er betonte Die letzten beiDen Worte. Sie schüttelte Den Kops. Daß Funken sprühten aus ihrem flammenDen Haar. Er ließ ihr keine Zeit zur Antwort unD sagte noch „Ich denke Da an diesen Herrn Warburg." „Er ist vielleicht Der einzige Mensch, Der es gut mit mir meint, wenn auch auf seine Weise. Herr Warburg war früher bei uns beschäftigt' warf Lothar Dazwischen. „Er tourDe in jener Zeit entlassen in Der_ wir unseren Betrieb stark einschränken mußten Soviel ich mich erinnere war er ein tüchtiger Mensch." „Er ist schon lange ohne Stellung. „Wovon lebt err* „3ch muß für ihn arbeiten.“ Lothar sah sie verständnislos an. Sie merkte das und blieb die Erklärung nicht schuldig. ,3ch gebe ihm einen Teil meiner Gage." „Sind Sie ihm verpflichtet?" „3a und nein! - 3ch habe ihn gern, unD er liebt mich mit einer ©ütenDen Heftigkeit." 3n ihr Gesicht trat jetzt ein seltsamer Zug. Lothar konnte sich nicht erklären, was Die Veränderung dieses Antlitzes ausdrückte. Sie mochte sich wohl an irgend etwas erinnern. Das diesen Ausdruck in ihr Gesicht zauberte. Sie sprach jetzt sehr leise und es war, als rede sie mehr mit sich selbst, als mit Dem Mann neben Fridtjof Nansen f. Der norwegische Polarforscher und Menschenfreund Don Otto Urmacher. '2l^tcJÄX Haup'7, b°n>-*ut Wf Oelniab'^, b M 17,Dai, ihr, dessen große Augen nur noch Verlangen unD verhaltene Leidenschaft waren. Diese Frau gab immer neue Rätsel auf. „LuDwig Warburg ist wohl mein Untergang“, flüsterte sie, wobei es in ihrem Gesicht zuckte. „Die Stunde, da ich diesen Mann fcnnenlemte, wird für mich die entscheidende gewesen sein. 3ch fühle, dieser Mann wird mein Tod." „Das ist Theater", empfand Lothar Emmerstorff und schwieg. „Zwei Jahre folgt er mir nun schon wie mein Schatten. Das schlimmste aber ist, ich kann diesen Schatten nicht von mir abschütteln. 3d) kann nicht." Diese Worte waren ganz laut gesprochen und klangen im Gegensatz zu dem vorherigen Flüsterton fast wie ein Schrei. Emmerstorff erschrak. 3hre Augen waren groß und unnatürlich flackernd und es schien, als züngelten Schlangen mit spitzen Zungen um ihr blutiges Haupt. „Ludwig war für kurze Zeit selbst beim Film", erzählte sie weiter. „Doch es wurde öort nichts aus ihm. Er war leichtsinnig und betrachtete die Kunst mehr als ein Vergnügen. Hnd solche Menschen, sehen Sie, sollten niemals der Kunst zu dienen suchen." Emmerstorff nickte unD fragte sich heimlich, ob sie selbst es wirklich so ernst nehme mit ihrem Beruf, wie man aus Diesen Worten hätte schließen können. „Bei einer Aufnahme Der „Lustigen Witwe" lernte ich ihn kennen. SeitDem hängt er sich an meine Fersen unD ich komme nicht mehr los von ihm. Er verfolgt mich mit einer Eifersucht, der alles, was meine Person betrifft, zum Opfer fällt Er Duldet nicht, Daß man sich mit mir beschäftigt. 3a. selbst wer mir Gutes tun will. Dem hat er Den Untergang geschworen. Er ist ein armer Fanatiker." Lothar tommerftorff tourDe nachdenklich. „Lieben Sie ihn?" Sie zuckte Die Achseln. „3d) möchte nicht ohne chn sein und Doch habe ich Das Verlangen, Die Ketten von mir abzuwerfen. 3ch fürchte mich vor ihm." Lothar lachte wie ein großer Knabe. Aber nach einem Blick in 3ulia« Gesicht verstummte fein Lachen. Beide schwiegen. Die Kapelle spielte eine Phantasie aus „Martha" Emmerstorff hörte diese bekannten Melodien nicht. Er lauschte in sich hinein. Dort klang ein Lied, irgendwo schon einmal gehört, aber undeutbar und völlig unirdisch. Da trafen sich chre Blicke wieder. Sie hatte wohl die abgerissenen Worte in Gedanken weitergesponnen und sagte nun. „Hüten Sie sich vor Warburg!" Der Ton in ihrer Stimme, Der Bestimmtheit verriet, machte chn stutzig. Dann aber siegte seine gesunde Hnbekümmertheit und völlig frei von Öffentlichkeit seinen Plan mitteilte, sich von den Heuen sibirischen 3nseln über Den Hordpol oder in seiner Hähe vorbeitreiben zu lassen, waren die Fachleute entsetzt. Der Anlaß, D*’in Hansen die Anregung dazu verdankte, war seltsam genug 3m 3 habe eine Bitte", gab sie schließlich zu. „Könnten Sie Ludwig Warburg eine Stellung verschaffen?" Eine feine Röte vedeckte wie ein Hauch ihre Wangen. Er überlegte kurz. Ohne Worte zog er eine Besuchskarte aus feiner Brieftasche, schrieb mit rascher Hand ein paar Worte auf die Rückseite und übergab sie 3ulia. „Sie sollen mir ein lieber Freund sein. Sie werden mich nicht undankbar finden. Er fühlte wieder ihre weiße feine Hand. Er blickte sie an. Da' ... Was war das — 3hr Gesicht veränderte sich. 3hre Züge wurden zu anderen, vertrauteren Zügen. Konstanze faß Dort vor ihm. Er hielt noch immer ihre Hand in Der feinen. Diese Frauenhand war jetzt kalt und ganz dünn. „Es ist die Hand einer Toten", dachte er und es wurde mit einem Male kalt und still um ihn. Die Geigenklänge des unsichtbaren OrchesterS wurden zu Mißtönen. (Fortsetzung folgt) k Er fabelte irgend etwas von einem Gesicht, das besonders geeignet sei, vom Licht der 3u- piterlanrpen beleuchtet zu werden. Redete von der Ebenmäßigkeit meines Körpers und solch Dummen Sachen. Die ich schon hundertmal gehört hatte 3ch sprach mit meinen Elfem Darüber. Sie zürnten, sie drohten, sie warnten, sie baten und weinten schließlich. Vichts half Ich ging, wohin ich glaubte, gehen zu müssen, zu ihm, nach Berlin." „Hierher?" fragte Lothar, einigermaßen über- rascht Sie nickte „Er stellte mich wirklich ein als Schauspielerin. Ich hatte mir ja alles so anders ■ vorgestellt Ich dachte, ich konnte in seine Arme fliegen Glückstrahlend werde er mich ausnehmen - mich, seine Braut ." Sie lachte und dieses Lachen klang wild und ungezügelt. „Richts von alledem! Er begrüßte mich sehr höflich und zuvorkommend, aber geschäftsmäßig kühl, empfahl mich weiter an verschiedenen Stellen. Ich durfte mimen Erst kleinere Rollen, Dann größere, manchmal wirklich ein paar dankbare Aufgaben." „Hnd er?" / „Er?" Wieder gellte ihr flatterndes Vad^n Ein harter Zug läg um ihren ein wenig zu vollen Mund „Ich sehe wn nur ganz flüchtig manchmal bei Den SzenenebefvxechLngen Er gibt mir Anordnungen wie jeder anderen gleichgültigen Filmsee. sehen Sie Ich mochte wetten, er kennt nicht einmal meinen richtigen Hamen. „Julia Koro- miyky", ist nämlich nur mein Künstlername Ich heiße eigentlich „Margarete Müller" Ganz ohne jede Poefie, nicht?" Ihr Lachen verlor sich in einem langen Blick in Emmerstorffs gespannte Augen Sie sog an ihrer Zigarette, Die sie zierlich zwischen Den spitzen Fingern balancierte. Sie schwiegen eine Weile Es war, als huschten ihre Gedanken als unsichtbare Wesen umher „HnD Ihre Eltern?" fragte er nach tiefem Sinnen. Sie machte ein ernstes Gesicht unD vor ihre Augen legte sich ein Schleier Es war, als sähe sie in fernsten Fernen Das. von Dem sie nun sprechen würde „Meine Eltern wurden allmählich zufrieden mit meinem Los Sie haben sich damit abgehm- den und ich besuchte sie öfter. Dann starb meine Mutter. Es war Der traurigste Tag meines Lebens. Mein Vater folgte ihr sehr bald nach. kl. Wttfiex ufro. lelüfit toncll unb Itx Soma-Crem, i hannaL Wca. rroenbemanSuv emo Extra. 8ii buben Um» ogerie W, «Dinger chlolger. (2478 V Verschiedenes] aller Art Inkasso [erm. Kirchner m Nihrugiöerg II ernriiiW. w« m ober geteilt ui 9uiey *f ofori fiubiuleiocn. ierniiliLnidjleriu. schr.Ano.uniMb0 S_beiL@!!L^ MlM Ä * noerniöMd, A xeten iwedö späterer Heirat. Wer niibl A 'TerSj 61 ••Bä. Mtaa'-tz Ubr. Sotitanbe». Wn DOt„ nebeten. Der Verkehrsbund Oberhessen im Zähre 1929 werden. 3m vergangenen Jahr fand auch die Aushebung der faschistischen Mädchen, die in ähnlichen Stufen zusammengefaht sind wie die Knaben, in einer öffentlichen Feier statt, in diesem 3ahr ist aber davon abgesehen worden. Man kann Wohl darin eine Folge der nach langen grundsätzlichen und, wie erinnerlich, oft scharfen Auseinandersetzungen zwischen der Kurie und dem Faschismus vor einigen Monaten erfolgten gewissen Verständigung sehen, die die öffentliche Schaustellung der jungen Mädchen eingeschränkt hat. Die „Kleinen Italienerinnen" (von 8 bis 14 Jahren), die „Jungen 3talienerinnen" (von 14 bis 18 Jahren) und die „Jungen Faschistinnen" (von 18 bis 22 Jahren) sah man diesmal also nur als Zuschauer an der Aushebung teilnehmen. Das faschistische Befehlsblatt erklärte zu Beginn dieses Jahres: „Die Jungen müssen — mehr als die anderen — zu gehorchen wis - s e n, um das Recht oder vielmehr die Pflicht zum Befehlen zu erringen. Mehr als die anderen müssen sie ein Lebensideal der Gleichgültigkeit oder — was noch schlimmer ist — der Bequemlichkeit verachten. So werden die Jungen von heute und morgen im Geist und in der Art die Revolution des Oktobers 1922 fortsehen. Die Revolution, die noch im Flusse ist, da noch viele Ziele zu erreichen sind." Diesem Gedanken dient die Aushebung und das Feldlager vor Rom. bei. Die Iungmannen, die zur Miliz übertreten, werden von dem faschistischen Bundessekretär ver- eidigt, woraus einer der Rekruten Vortritt und im Ramen seiner Kameraden die Parteikarte in Empfang nimmt. Ein Beteran der Miliz überreicht ihm anschließend den Karabiner und gibt ihm unter dem Jubel der Versammelten den Bruderkuß. Die Aufnahme der Balilla in die Reihen der Avanguardisti wird in ähnlicher Weise vorgenommen, nur daß der vortretende Balilla weder eine Parteikarte noch einen Karabiner. dafür aber von einem alten Avanguar- dista die lang ersehnten Weitzen Achselschnüre erhält, die von nun an das Hauptmerkmal seiner Uniform bilden werden. 3n Rom nimmt Muss olini selbst an der Aushebung mit allen Spitzen der Behörden teil. 3n diesem 3ahr wurde der faschistischen Aushebung auf Veranlassung des Großen Faschistischen Rates ein besonderer Stempel durch den Stapellauf von vier neuen Kreuzern und eines Unterseebootes verliehen. Die Aufmerksamkeit der 3ugend sollte auf diese Weise der für Italien lebenswichtigen Bedeutung der Meere zugewandt Amts 'Ti-ßen, ; E9en Atzung E* M ? S QU| seinen Ferdinand Friedberg, Direktor des Malhi ist am Samstag e Dahingej'chiedene des Feuerlösit Mi Er war lai fM Freiwilligen sihM des Lande wehren, öüniWolon 2M Friedl im Hotel.Trutsch frsche Solow tag der Frei lonnen Dom l -essen statt. D tätirat Dr. Hahn den'Ehrengäste h v. Hahn (Dannh Dr. Lau Thema: .Erste durch die eleltris terer Lvrirag b feen) beschäftigte wendigen Rettu Sanitätskolome ftcrdt) _ versichert Sanitätskolonnei Aettungsgeräte oejchästigte sich der bis jetzt ge[( ?'enst. Oberon sprach über die ' beschlvh alsdann, Lan.tätskolonnen Trunberg oi y Tagungsort Eüetagung ür Mmrttag fand & §^itotsk Welche die Echi^ wtskvlonne beioi lVerbü^ Jo" Äbr Sarbake-:. Kde Siaai-n (Lthnlain der wnsE Ainenk-'^an^ »6$e«e wen u'^ m d Ass imm£ aob die non Fragen „ Äar ■ Sä Jen " Eine eoo über Wn' ^?q" (Lido). d'evomV. wird von dem v: langen für ,drese Aeiseburcaus vorg< der Anzeige. " Der Deutl< nischer Derein ist hält seine z Juni in Detmi Arbeitssihung nxri m[. und Drrtsch öffentliche Tagung Dr. Franz Schn Kultur- und vorgesehen. Den Vorstand des Verkehrsbundes I Oberhessen teilt in seinem Geschäf ts- bericht, den er — wie gestern berichtet — in der vorgestrigen Jahreshauptversammlung vorlegte, über die Tätigkeit des Bundes im Jahre 1929 folgendes mit: Im Geschäftsjahr 1929 hat der Vorstand des Verkehrsbundes Oberhessen mit weitgehender und dankenswerter Mitarbeit der Dun- desmitglieder und mit tatkräftiger und ebenso anerkennenswerter Unterstützung behördlicher Stellen und des Hessischen Verkehrsverbandes, Sih Darmstadt, wiederum eine sehr rege Tätigkeit zur Erfüllung der Bundesaufgaben gemacht. Rachdem der Verkehrsbund in den Jahren 1927 und 1928 mit den Presserundfahrten durch Oberhessen nach außen hin sichtbar zwei große Propagandaarbeiten durchgeführt hatte, mußte naturgemäß im Jahre 1929 ein anderer Weg der Verkehrswerbung gewählt werden. Der Bundesvorstand entschloß sich zur Werbung von Fremdenverkehr durch Zeitungsanzeigen. Daneben wurde durch den Versand unseres Führers durch Oberhessen für den Fremdenverkehr geworben. Weiter wurde auf dem Wege des Schriftverkehrs das Möglichste getan, um das Publikum zum Besuche unserer Provinz zu veranlassen. Das Geschäftsjahr 1929 brachte die Hauptversammlung vom 22. April 1929. Es fanden zwei Sitzungen des Geschäftsführenden Vorstandes, drei Sitzungen des Gesamtvorstandes und eine Anzahl Besprechungen des Bundesvorsitzenden mit den leitenden Herren des Hessischen Der- kehrsverbandes, sowie mit Vertretern der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main und anderer Behörden und Körperschaften statt. In erfreulicher Weise war das Zusammenarbeiten der genannten Stellen mit unserem Bunde stets ein sehr gutes und verständrtisvolles. Auch im Kreise des Vorstandes war die Arbeit immer von ernster Strebsamkeit und guter Harmonie geleitet. Allen Behörden, insbesondere aber der Reichsbahndirektion Frankfurt und dem Hessischen Verkehrsverband Darmstadt, sowie den Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg gebührt unser aufrichtiger Dank für ihre aufmerksame und eifrige Hnterstühung und Würdigung unserer Arbeit. Die Fremdenverkehrswerbung auf dem Wege der Zeitungsanzeigen hat sich nach unseren Beobachtungen als ein sehr gutes und erfolgreiches Wittel erwiesen. Hnsere Anzeigen erschienen in Zeitungen des Kasseler, des Frankfurter, des Siegerländer und des Rheinisch-Westfälischen Gebiets, da sich von dort aus schon vor unserer Anzeigenwerbung durch Anfragen bei unserer Bundesgeschäftsstelle Interesse für Oberhessen gezeigt hatte. Durch die Anzeigen wurde dieses Interesse noch wesentlich verstärkt, und es bekundete sich dann in einer steigenden Zahl von Rachfraaen nach unserem Führer. Dep Anzeige des Verkehrsbundes schlossen sich eine Anzahl oberhessischer Stadtverwaltungen durch kleine sog. Kastenanzeigen an, und auch diese Stadtverwaltungen haben damit gute Erfahrungen gemacht. Wir brachten im Geschäftsjahr 1929 rund 800 Führer zum Versand bzw. zur Ausgabe durch die Geschäftsstelle des Verkehrsvereins Gießen, bem wir ebenfalls für seine eifrige und verständnisvolle Hnterftühung unserer Tätigkeit zu Dank verpflichtet sind. Im Einvernehmen mit der Hessischen Bade- und Kurverwaltung Dad-Rau- heim brachten wir unseren Führer auch in dem Berliner Werbebureau der Bade- und Kurverwaltung Bad-Rauheim zur Auslage, und auch dabei hat sich gezeigt, daß wir damit eine gute Werbemöglichkeit bekommen hatten. Der Hessischen Bade- und Kurverwaltung Dad-Rauheim sagen wir bei dieser Gelegenheit noch einmal Dank für ihre Forderung unserer Arbeit. Aus den Erfahrungen mit der Fremdenverkehrs- Werbung durch Zeitungsanzeigen im verlaufe des Geschäftsjahres 1929 können wir den Schluß ziehen, daß es sich empfiehlt, auf diesem Wege auch im neuen Geschäftsjahre weiter fortzu- schreiten. Im verflossenen Jahre hat sich der Fremdenbesuch in unserer Provinz durch diese Art der Werbung ansehnlich gesteigert, so daß wir bei der Weiterbenutzung dieses Mittels auch im neuen Jahre wertvolle Vorteile für Oberhefsen und seine Wirtschaft auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs erwarten dürfen. Mit der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. haben wir sowohl schriftlich, wie durch die mündlichen Besprechungen des Dundesvorsitzenden mit den zuständigen Herren an der weiteren Ausgestaltung des Fahrplans gearbeitet. Für den neuen Iahresfahrplan 1930/31 haben wir der Reichsbahndirektion in einer längeren Eingabe die Wünsche der an den oberhessischen Strecken gelegenen Städte übermittelt. Daneben wurden durch besondere Schreiben von Fall zu Fall die Belange der oberhessischen Städte in Fahrplan-Sonderfragen vertreten. Auf diesem Gebiet arbeiteten die Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg, sowie der Hessische Derkehrsverband zu Darmstadt, ferner die interessierten Stadtverwaltungen in enger Verbindung mit unserem Bundesvorstand. Ein besonderer Dank gebührt in diesem Zusammenhänge Herrn Dr. R o e s e n e r vom Hess. Derkehrsverband in Darmstadt, der sich warm für unsere Belange bei der Reichsbahn eingesetzt hat. wenn es leider auch nicht immer gelang, unsere Forderungen und die wünsche der anderen Beteiligten in vollem Ausmaße zur Erfüllung zu bringen, so ist anderseits aber doch festzustellen, daß der gemeinsamen Arbeit mancherlei beachtenswerte Erfolge zur Verbesserung des Fahrplans auf den oberhessischen Reichsbahn- strecken beschieden waren. Zwar gelang es bisher noch immer nicht, die Wiedereinführung von beschleunigten Zügen auf den Strecken Gießen—Fulda und Gießen — Gelnhausen zu erreichen, wir werden uns aber im Einvernehmen mit allen auf dem Gebiete des Verkehrswesens arbeitenden Stellen weiterhin bemühen, dieses Ziel zu erreichen. Der Reichsbahndirektion Frankfurt wissen wir Dank für ihre bisherigen verbessernden Maßnahmen, wir geben aber auch bei diesev Gelegenheit der Erwartung Ausdruck, daß sie künftig den Forderungen der Provinz Oberhessen zur weiteren Ausgest ai° tung des Fahrplans, insbesondere durch die Wiedereinführung von beschleunigten Zügen auf den obengenannten oberhefsischen Strecken, Rechnung tragen wird. Mit dem Hessischen Derkehrsverband Darmstadt arbeiteten wir gemeinsam an einer Reihe von Fragen, die für die gedeihliche Fortentwicklung der Derkehrswerbearbeit für Oberhessen von Bedeutung sind. Erfreulicherweise war es im Berichtjahre möglich, in der Frage der Deitragsleistung unseres Bundes zum Hessischen Derkehrsverband und der Betätigung dieses Derbandes in Oberhessen zur klaren und annehmbaren Regelung zu kommen. Für die Herausgabe einer Reliefkarte von Oberhefsen wurden vom Hessischen Derkehrsverband, der auf diesem Gebiete wertvolle Erfahrungen aus anderen hessischen Teilen und weitreichendere Möglichkeiten als wir besitzt, die erforderlichen Dorarbeiten im Einvernehmen mit uns in die Wege geleitet. Erfreulicherweise hat die hessische Regierung, wie uns erst am Samstag noch mitgeteilt wurde, 2500 Mark für diese Aufgabe zum Besten der Provinz Oberhefsen zur Verfügung gestellt. Dafür find wir der hessischen Regierung sehr zu Dank verpflichtet. An dieser Aufgabe, die wir gerne tatkräftig und weitgehend unterstützen, wird zur Zeit rege gearbeitet. Wenn auch die wirtschaftlichen Verhältnisse für dieses große und bedeutsame Werk, das natürlich erhebliche Mittel erfordert, zur Zeit nicht gerade günstig sind, so wird doch vom Hessischen Verkehrsverband und von uns alles getan werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen. Es Ist nicht zu bezweifeln, daß durch die Herausgabe einer Reliefkarte von Oberhefsen die Fremdenverkehrswerbung für unsere Provinz noch wirksamer als bisher gestaltet werden kann, da eine solche Karte den Interessenten die landschaftlichen Schönheiten Oberhessens eindrucksvoll vor Augen führen kann. Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß geldliche Opfer für dieses große und erfolgversprechende Werk nicht gescheut werden, um dadurch den wohlverstandenen Erfordernissen zur Aufwärtsentwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den oberhessischen Städten zu entsprechen. Gin sehr ausgedehnter Schriftwechsel wurde ferner mit zahlreichen Verwaltungsstellen Hessens gepflogen, um die Aufgaben des Bundes nach jeder Richtung hin, insbesondere auch in den Fragen des L a n d ft r a h e nne tze s. zu erfüllen. Wir haben dabei überallDerständ- n i s und zum Teil auch Entgegenkommen gefunden. Was bisher auf diesem Gebiete noch nicht erreicht werden konnte, wird Aufgabe der weiteren Dundesarbeiten fein müssen. Im Gesamtergebnis betrachtet können wir sagen. daß die Arbeit unseres Bundes auch Im verflossenen Jahre erfreuliche Ergebnisfe gebracht und die Notwendigkeit der Gründung unserer Organisa- tion erneut erwiesen hat. Wenn unser Bund auf dem bisher befolgten Wege weiterschreitet, wird es sicherlich zumVor- teil unserer Provinz und damit auch zum Ruhen des ganzen Hessenlandes fein. Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 14. Mai 1930. Achtung, neue Kursbücher! Seit einigen Jahren ist der 15. Mai der Stichtag für den Fahrplanwechsel. Wie vorläufig aus den amtlichen Entwürfen und dem nachträglich eingegangenen Ergänzungsblättern hervorgeht, wird der Zugdienst diesmal über den saisonmäßigen Bedarf hinaus erweitert. Die neuen Ausgaben der Storm-Kursbücher werden auch die kleinsten Verschiebungen und Aende- rungen in der bisherigen zuverlässigen und peinlichst-genauen Weise registrieren, und ihr Verlag ist bemüht, sämtliche Ausgaben wieder so rechtzeitig zum Fahrplanwechsel erscheinen zu lassen, daß jeder sein gewohntes Kursbcky vor dem 15. Mai besitzen kann. Die Storm-Kursbücher teilen sich in eine Haupt- und in sechs Teilausgaben. Die große Storm-Reichsausgabe bringt den gesamten deutschen Verkehr, die Binnen- und Küstendampfschiffahrt, die Flugfahrpläne und alle Reisewege nach dem angrenzenden Ausland und kostet 5 Mark. Die Preise der einzelnen Teilausgaben bewegen sich zwischen 1.50 Mk. und 2,50 Mk. Sie alle verfügen in dem Teil „Fernverbindungen" über ein kleines Schnellzugskursbuch, das es auch dem Benutzer einer Teilausgabe ermöglicht, Reisen quer durch Deutschland mit den Schnellzugsstrecken zusammenzustellen. Für unser Verkehrsgebiet kommt neben der großen Stormschen Ausgabe für das gesamte Reichsgebiet noch die kleine, billige Teilausgabe Westdeutschland in Frage, die 2 Mark kostet. Die beiden Hendschel-Ausgaben und das Lloyd-Kursbuch bringen die deutschen Schnellverbindungen und den kontinentalen Weitverkehr auf dem Gleis-, Lust- und Wasserwege. Hend- schels Telegraph enthält den gesamten reichsdeutschen Verkehr und die Fahrpläne von 32 außerdeutschen Staaten. Hendschel International (Preis 4 Mark) ist eine verkürzte Ausgabe, die nur die deutschen Schnellzugslinien bringt, dagegen den internationalen Verkehr in der gleichen Reichhaltigkeit besitzt. Bei dem Lloyd-Kursbuch (Preis 4 Mark) ist der Hauptwert auf schnellste und leichte Benutzung gelegt. Sein Vorzug besteht in dem System der kurzen und übersichtlichen Routenfahrpläne über große Entfernungen. „Lloyd" bringt außerdem den wichtigen europäischen Schiffsverkehr. ** Gas-Vereinigung Gießen. Man berichtet uns: Dieser Tage wurde, wie schon kurz berichtet, der seit Jahren bestehende lose Zusammenschluß der Freien Vereinigung der Jnstallations- meister, der Gasgeräte-Verkaussgeschäfte und des Stadt. Gas- und Wasserwerks Gießen in eine Arbeitsgemeinschaft, die Gas-Vereinigung Gießen, umgewandelt. Alle Firmen, die Installation betreiben bzw. Gasgeräte verkaufen, haben sich der Gas- Vereinigung angeschlossen. Zürn Vorstand wurden ernannt: Vorsitzender: Dr. (3 o eres, Schriftwart: R. Rüdiger, Kassenwart: C. Jung, Beisitzer: C. Kolb, I. B. Häuser und Jng. Stecken- m elfer. Außer Besprechungen und Verhandlungen in rein technischen Fragen erblickt die Gas-Vereinigung ihre Aufgabe darin, das Publikum, insbesondere die Hausfrauen, durch gemeinsame 23er- anftaltungen für die modernen Gasgeräte zu interessieren und es stets über Steuerungen auf dem Laufenden zu halten. Sie betrachtet diese Werbearbeit als einen Dienst am Kunden und will hierdurch dauernd den Hausfrauen mit Rat und Tat zur Seite stehen, um sie zu zufriedenen Gasabnehmern zu machen. Bei den gemeinsamen Veranstaltungen soll besonders auf die Behandlung und Pflege der Gasgeräte, wie auf die vielseitige Benutzung derselben hingewiesen werden. In Wort und Schrift werden zur Arbeitserleichterung und besseren Lebenshaltung jedes einzelnen die allgemein interessierenden Fragen auf dem Gebiete der Gasverwendung erörtert werden. Die ersten Veranstaltungen der Gas-Vereinigung finden unter Mitwirkung der Hausfrauen- Beratung am Donnerstag, 15. Mai, 20 Uhr und Freitag, 16. Mai, 16 Uhr in Form einer Gas-Koch- und Bratoeranstaltung statt. Um eine Ueberfüttung des Saales im Cafs Leib zu vermeiden, wurden in den einzelnen Gasgeräte-Verkaufsgefchäften und dem Städt. Gaswerk eine beschränkte Anzahl Einlaßkarten ausgegeben. Wie von den einzelnen Geschäften mitgeteilt wird, sind nur noch einige Einlaßkarten für Freitagnachmittag erhältlich. ** Frauenverein der Markusge- meinde. Am letzten Sonntag, dem Muttertag, hatte der Frauenverein der Markusgemeinde alle Frauen der Gemeinde, die über 70 Jahre alt sind, wie im Vorjahr zum Großmütterkaffee im Gemeindesaal eingeladen. Von 94 Eingeladenen waren 45 erschienen, darunter eine Großmutter im 90. Lebensjahr. Von Mitgliedern des Frauenvereins wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Fröhliche und ernste Darbietungen, wie gemeinsame Lieder ließen die Stunden nur allzu rasch hingehen. Besondere Freude bereitete ein scherzhaftes Spiel von Fräulein L a n g und Fräulein Kretzschmar, sowie eine gemütvolle Erzählung aus Alt-Gießen, welche von Fräulein Paula Georgi nach alten Familienbüchern und aus persönlichen Erinnerungen geboten wurde. Manch ernste Gebenserinnerung wurde wieder lebendig, aber auch manch frohe Stunde wachte wieder auf. Man spürte über der Versammlung der 45 Greisinnen eine große Summe von reicher Lebenserfahrung und viel innige Dankbarkeit gegen Gott, der bis in so hohes Alter gnädig behütete. •* Deutsche Volkspartei. In der Frauengruppe der DVP. hielt Frau Studienrätin Fröhlich aus Marburg einen hochinteressanten Vortrag über ihre Eindrücke in Amerika. Die Rednerin hatte sich zu Studienzwecken fünf Monate in Amerika aufgehalten, im Hause eines führenden Großindustriellen deutscher Herkunft, und durch dessen Vermittlung Einblick in industrielle Betriebe und kulturelle Einrichtungen aller Art gewonnen, ebenso Gelegenheit gehabt, an den verschiedensten festlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Sie sprach von dem großen Eindruck, den die unermeßliche Größe und Weite, die unerschöpflichen Hilfsquellen Amerikas (HSA.) auf sie gemacht. Dann lieh sie einige amerikanische Städte an dem geistigen Auge des Zuhörers vorbeiziehen, z. D. Rochester, eine typisch amerikanische Stadt von 370 000 Einwohnern, die durch ihre Industrie groß geworden. Es befindet sich dort die mit Zeih in Jena in Verbindung! stehende größte optische Fabrik der Welt. Ferner Washington, das überwältigend wirkte durch die Monumentalität und Pracht seiner öffentlichen Bauten. Hier befindet sich auch ein Grab des unbekannten Soldaten. Leider sprechen selbst an dieser weihevollen Stätte die Gedenktafeln der Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Rom. Mai 1930. Im Süden Roms, zwischen dem Tiber und den Hügeln von Parioli, haben 25 000 Avanguar- disti für eine Woche ihr Zeltlager aufgeschlagen. Die faschistischen Iungmannen sind aus allen Gegenden Italiens und des Auslandes zum zweiten nationalen sportlich-militärischen Wettbewerb in der Hauptstadt zusammengeströmt und acht Tage lang wird ganz Rom im Zeichen dieses ausgewählten 14- bis 18jährigen Rachwuchses der Partei und ihrer Kerntruppe fteben. Der jugendfrische Generalleutnant der Miliz. Ricci, der als Präsident der „Opera Nazio- nale Balilla", des faschistischen Iugendwerks und als Anterstaatssekretär im DolkserziehungsmiNi- fterium die Seele der Jugenderziehung ist, hat das Kommando über das Feldlager selbst übernommen und mit seinem Stabe inmitten der jungen Schwarzhemden ein Zelt bezogen. Im Lager geht alles streng militärisch her, denn der Zweck der Hebung ist nicht nur die körperliche Ertüchtigung der Jugend, sondern gleichzeitig ihre militärische Ausbildung. Auf einem Gebiet von etwa 250 000 Quadratmeter stehen über 5000 Zelte in Reih' und Glied, nach Legionen geordnet, dazwischen rauchen die Feldküchen. Die einzelnen Kommandoftellen sind durch größere Zelte kenntlich, daneben sieht man Feldtelephone, den Feldtelegraph, die Feldpost. Sanitätsabteilungen, Werkstätten, kurz alle«, was zu einer Truppe gehört. Die Avanguardisti geben sich mit einem Feuereifer den Freuden des Lagerlebens hin: die einzelnen Abteilungen versuchen, einander an Leistungen aller Art zu übertreffen. Aber auch der Frohsinn kommt zu feinem Recht. Die leitenden Stellen haben den Ansporn, der in diesem Wettbewerb liegt, ganz richtig erkannt und der erste Versuch eines großen Feldlagers in Rom, das int vergangenen Jahre etwa 15 000 Iungmannen umfaßte, hat die Erwartungen gerechtfertigt. Es ist daher anzunehmen, daß diese Hebungen nun jährlich wiederholt werden. Rom ist sicherlich nicht zufällig zum Sammelpunkt gewählt worden, denn hier bietet sich die Möglichkeit, den Sendboten au^ allen Teilen des Reiches in einem aufnahmefähigen Alter das Erlebnis der Hauptstadt zu vermitteln, die nach dem Wunsche Mussolinis immer mehr zum Mittelpunkt des gesamten italienischen Lebens werden soll. Hinzu kommt, daß die Avanguar- disti in Rom ihren obersten Führer in eigener Person kennenlernen und vom Duce einen lebendigen Eindruck mitnehmen. Die eigentlichen Hebungen bestehen in einem Wettlauf mit Hindernissen, Speerwerfen, Geländemarsch, Derbandsexerzieren. topographischen Ausgaben für die Gruppenführer u. dal. m. Den Schlußakt bildet eine große Parade. Die Ratur hat überdies dafür gesorgt, daß die Iungmannen auch mit den Hnbilden der Witterung tüchtig vertraut werden, beim gleich in der ersten Rächt ging ein heftiges Gewitter mit echt römischem Platzregen über dem Zeltlager nieder. Reuerdings wird bei der vormilitärischen Ausbildung der Iu- genb großer Wert auf die Heranbildung eines . zuverlässigen Stammes von Z u g f ü h re rn gelegt. da es an Instrukteuren mangelt. Die angehenden Zugführer machen in ihren Standorten besondere Führerkurse durch und werden bann in den Provinzialhauptstädten einer strengen Schluhprüsuna unterzogen. Das Generalkommando der Miliz hat außerdem Vorkehrungen getroffen, daß diese Zugführer bei Erreichung der Altersgrenze nicht mehr in die Miliz eingereiht werden, sondern bei den Abteilungen der Iungmaimen oder der Knaben als Ausbildungspersonal verbleiben. Bei den großen^ Sammel- übungen in Rom haben diese Zugführer ihre Befähigung zur selbständigen Führung zu er- weisen. Roch amtlichen Angaben betrug die Zahl der Avanguardisti -um 28. Februar des Jahres VIII faschistischer Zeitrechnung 395 708. Sie gliederten ikch zu der Zeit in 616 Legionen, denen 6050 Milizoffiziere, 20 000 Instrukteure, 16 000 Zug- hrer, 2572 Sanitäter und 1035 Kapläne zu- geteilt waren. Diese Zahl hat sich inzwischen um etwa 20 000 erhöht, da am 27. April zwar 90 000 Avanguardisti in die Miliz eingereiht wurden, dafür aber 110 000 Balilla in die Abteilungen der Avanguardisti aufgerückt sind. Die Balilla- Stufe umfaßt die Knaben voni 8. jid zum 14., die Avanguardia— die Iungmannen vorn 14. bis zum 18. Lebensjahr. Der Uebetgang zur Avanguardia und zur Miliz, die sog. faschistische Aushebung, wird immer mit großer Feierlichkeit vollzogen. Die „Leva Fa- schista*, die in diesem Jahr zum vierten Male vorgenommen wurde, hat eine besondere Bedeutung bekommen, seit die Aufnahme in die aschistische Partei überhaupt nur noch über liefe Jugendorganisationen erfolgen irm. Je strenger btt Anforderungen für die Parteimitgliedschaft geworden find, desto sorg- öltiger erfolgt natürlich schon die Auswahl unter den Balilla und Avanguardisti, und zwar unter moralischen, physischen und nicht zuletzt — unter politischen Gesichtspunkten. Trotzdem wachsen die einzelnen Jahrgänge bisher noch ständig: 'm Jahre 1927 umfaßte Die Aushebung 47 000 Avanguardisti und 60 000 Balilla, ein Jahr später lauteten die Zahlen 75 000 bzw. 85 000; 1929 betrug das Kontingent schon 89 700 bzw. 104 000 und im lausenden Jahr, wie gesagt, 90 000 Avanguardisti und 110 000 Balilla. In der faschistischen Presse ist vor einiger Zeit die Frage aufgetaucht, ob es wirklich ratsam lei, den Avanguardisti bei ihrem Heb er tritt zur Miliz, also in einem verhältnismäßig jungen Alter, die Parteikarte auszuhändigen und sie damit in den vollen Genuß der Rechte und — waS vielleicht schwerer wiegt — Pflichten des eingeschriebenen Parteimitgliedes zu setzen. Man hat einer Heraufsetzung der Altersgrenze bis zum 21. Jahr das Wort geredet und die Aufnahme in die Partei erst nach dreijähriger Dienstzeit in der Miliz zulafsen wollen. Zunächst scheint aber alles beim alten zu bleiben. Der Faschismus will ja „die Herrschaft der Jungen^ sein. Die Aushebung ist dementsprechend ein Fest der Jugend, verbunden mit Paraden und klingendem Spiel und wehenden Fahnen. Die Aufnahme der betreffenden Jahrgänge in die nächste Stufe, bte Miliz ober die Avanguardia, erfolgt immer in symbolischer Weise. Die Avanguardisti werden dazu in den Provinz Hauptstädten, die Balilla in ihren Gemeinden zusammengezogen. Der Feier wohnen alle verfügbaren Abteilungen der drei Stufen 3m$elMager der fasWischenZungmannen Don unserem v. O.-Derichterstatter. DerDerkehrsvereinGießenimMrely2y Amtsgericht Gießen NURMANO PRIVÄ Vorstandsmitglieder vertreten. Ein großer Erfolg war im letzten Jahre ku verzeichnen durch Einzclinserate sowohl, wie durch vom Städtischen Verkehrsamt zur Durchführung gebrachten Kolke k t iv an zeigen in Gemeinschaft mit dem Verkehrsbund Oberhefsen und dem Derkehrsverband für d.e Köln sowohl, wie Gießen—Fulda wurde immer wieder angestrebt, ohne daß sich die Dahn bis jetzt hierzu bereitfinden konnte. Auch der Ausgabe von Sonntags- und Gabelkarten wurde erhöhte Aufmerksamkeit zugewandt. Große Muhe hat die Verlegung der Sperren in der Bahnhofs- vorhalle gekostet. Wegen der Beleuchtung des Bahnhofsvorplatzes und auch wegen der Abort- Verhältnisse im Bahnhof waren mündliche und schriftliche Verhandlungen erforderlich. Mit der P o st wurde wiederholt verhandelt wegen der Ausgabe von Massensendungen im Posthof zur Vermeidung von Llnglücksfallen in der Bahnhofstraße, ferner auch wegen der Post- zustellung und der Autolinien. Mit der Polizeiverwaltung wurden die verschiedensten Derkehrsfragen, die die innere Stadt bctresfen, und andere Gegenstände besprochen und geregelt. Der Stadtverwaltung wurden mannigfache Wünsche des Vereins und der Einwohnerschaft unterbreitet, die fast durchweg Verständnis und Berücksichtigung fanden. .. Mit den kaufmännischen Verbanden die durch bevollmächtigte Herren im Vorstand und Ausschuß des Vcrlehrsvereins vertreten sind, wurde über die Abhaltung von Verkehrstagcn und die Offenhaltnng von Läden an Sonntagen usw. verhandelt. Der Verkehrsbund Oberhessen hat den Derkehrsverein in weitgehendstem Maße bei den verschiedensten Fragen, insbesondere bei den Eisenbahnsragen. unterstützt, wie überhaupt alle genannten Stellen den Anträgen des Vcrkehrs- vcreins volles Verständnis cntgegengebracht haben und fast immer den vorgebrachten Wünschen nachgekommen sind. Der Derkehrsverein Hot sich im abgelaufenen Jahre auch in besonderem Maße für die Erhaltung und den Ausbau der Autolinien eingesetzt. Es ist mit großer Genugtuung festzustellen, daß die Linie Birklar-Gießen. die längere Zeit stillag. durch die Kraftverkchrsgesellschast Hessen erneut betrieben wird. Ebenso wird die Linie Gießen—Wißmar—Launsbach ab 1. April durch die Post betrieben. Für die Erhaltung und den weiteren Ausbau der Viehmärkte hat sich der Verkehrsverein in besonderem Maße bemüht und er hat seiner- zeit auch erreicht, daß ein Antrag der Viehhändler, den Gießener Markt längere Zeit zu meiden, nicht zur Durchführung gekommen ist. Um auch im Winter den Botanischen Garten längere Zeit für den Besuch osfen zu halten, wurde ein entsprechender Antrag cm- gereicht, dem teilweise entsprochen würde. Bei der Au t o m o b i l g e l ä n d e f ah r t zur Feststellung der Fehler, die von den einzelnen Fahrzeugen. Radfahrern usw. begangen werden die alljährlich vom Oberhessischen Automobilclub veranstaltet wird, war der Verein durch cm In dem Geschäftsbericht des Der- kehrsvereins Gießen über das Iahr 1 929, der — wie wir schon kurz berichteten — in der Generalversammlung des Vereins erstattet wurde, wird u. a. mitgeteilt: Der Derkehrsverein kann auf ein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Iahr zurückblicken. Wenn die Allgemeinheit auch nicht durch größere Veranstaltungen auf die Tätigkeit des Ve^ eins aufmerksam gemacht wurde, so dürfte doch der Geschäftsbericht ein ungefähres Bild davon geben in welch intensiver Weise um den Fremdenverkehr, der sich hrüte zu einer richtigen Fremdenindustrie ausgewirkt hat, geworben wird. Ferner wurden Mißstände irn Verkehrswesen und solche innerhalb der Stadt selbst durch Verhandlungen mit den in Frage kommenden Behörden abgestellt bzw. Verbesserungen her- beigeführt. Cs fanden im Geschäftsjahr 1929 eine Mitglieds Versammlung, sechs Ausschuß« und sechs Vorstandssiyungen statt. Ferner wurde eine gemeinsame Sitzung des Ausschusses mit der Sel- tersweg-Vcreinigung abgehalten, in der über die Einstellung oder die Beibehaltung der Straßenbahn im Eeltersweg beraten und beschlossen wurde, es bei der jetzigen Regelung zu belassen. Tägliche Besprechungen verlangten di evielscitigen laufenden Aufgaben. Der Schriftverkehr mit Behörden und Privaten ist ft ar t gestiegen, insbesondere verursachten die Dulfeitigen laufenden Aufgaben. Der kunft, Wohnungsverhältnisse. Sommerfrischen, Universitätsfragen usw. eine Menge Arbeit. Der Verein war auch im Iahre 1929 durch Mitglieder des Vorstandes bei den verschiedensten Vereinigungen, in Ausschüssen zur Vorbereitung von Festen, bei Fahrplanbesprechungcn und in einer großen Reihe anderer Sitzungen vertreten. Leider ist bei manchen unmittelbaren Interessenten das ausreichende Verständnis für die Arbeit des Verkehrsvereins zu vermissen. Es müßten nicht nur sämtliche Geschäftsleute, sondern auch Private und vereine, die direkt oder indirekt oder durch Inanspruchnahme der Auskunststclle Nutzen durch den Fremdenzuzug haben, unbedingt dem Derkehrsverein angehd- ren, damit dieser in die Lage verseht wird, erfolgreich noch mehr als seither arbeiten ,u können. • Gießen. 2. Mai. Den größeren Teil der heutigen Sitzung nahm eine Verhandlung wegen schwerer Beleidigung eines Polizeibeamten in bezug auf seinen Beruf cm. - i , in einer Woche verkündet werten. Sb^alls Hantelri wegen Deamtenbelcidigung hatte sich ein Schuld- me pr0Dcnxn)e vunuyiuiin hat 7incn^Dollzu^e^^r ihn Mnten wollte, mit einer schamlosen Reden^rt empsan SjgL S5 a 11 D o n FD - 3 ü g c n in Gie- S Qluto; sL-lLrk- brL « "u! i£n I »en zu er&atkn. Schnelld°-bindm>g Si°h°n- sehen. Man bo' i, wie schon kurz de lose Zusammen' der Jnstallaiions- geschäfte und des liehen in eine Ar- igung Tiehen, um- Motion betreiben m sich der Gas- Dorstand wurden res, Schristwort: Jung, Beisitzer: । Jng. Stecken- jnb Verhandlungen •t die Gas-Lereini- fßublifum, insbt’ gemein/ame Leo isgeräre jU iW- zen auf dem Lau- M Derbearbeii md will hierdurch i und Tal zur Setze Gasobnehmern zu Veranstaltungen soll Meder Sa?. Senutzung der,elben ind W werden eren Lebenrhalmg Fierenden Fragen düng erörtert wer- der Gas-Dereini- der ßaussrauen- Mai, 20 Uhr unb M einer Sas-Koch' i eine Ueberfullung MeW, wurden m sgeschöstenunddew den einM ®‘ noch/'N'Se e,n । erhältlich " Ml“ *<* ^ „orfins vur« ,^e gemeinsame «SÄ °u-h.^"über der an fPurlL Suinwe l -ine.sLDank- >d v>e A»er ?n°' ,o hoh^ « 3n der arte'- 6tubitiv s&s «'’S ■ se< E Wir bitten daher, daß jeder dazu beitragt den Derkehrsverein durch Werben von Mitgliedern zu stärken. Der Iahresteitrag belauft sich aus nur 6 Mark. , Mit der R c i ch s b a h n d i r e k t i o n F r a n k- furt a. M. und auch mit anderen Reichsbahndirektionen, dem R e i ch s b a h n b c t r i e b s a m t nniiKiocamtvii m i und dem Bahnhof G i e ß c n wurde über die Das^ Urteil wird verschiedensten Fragen des Reiseverkehrs ver- ----1 Hinsichtlich der Fahrplanverbesserung wurden Erfolge erzielt, so erst letzt wieder die probeweise Einführung einer Spat- WSR. Friedberg, 12. Mai. Gestern fand im Hotel »Deutsches Haus" der 3. Ober hessische Kolonnenführer- und Aerztc- tag der FreiwiNigen San11atsko - lonnen vom Roten Kreuz in Oberhessen statt. Die Tagung wurde von Sani- tätsrat Dr. H a h n (Dad-Rauheim) eröffnet. Don den Ehrengästen hieß er insbesondere Geheunrat v. Hahn (Darmstadt) willkommen. Kolvnnenarzt Dr. Rau (Butzbach) sprach dann über: das Thema: „Erste Hilfeleistung bei Unglueksfallen durch die elektrischen Hochspannungen. Ern weiterer Dortrag des Kolonnenfuhrers Kratz (Gie- hen) beschäftigte sich mit dem Thema: Die not. wendigen Rettungsapparate für die Freiwillige Sanitätskolonne." Geheimrat v.Hahn (Darm- stadt) versicherte, daß der Landesverband die Sanitütslolonneii durch die Beschaffung neuer Rettungsgeräte tatkräftig unterstützen werde. Er beschäftigte sich in längeren Ausführungen mit der bis jetzt geleisteten Arbeit im Straheichilfs- dienst. Oberarzt Dr. Goebel (Friedberg) sprach über die Anseiltechnik. Die Versammlung beschloß alsdann, als Ort für die Uebungen der Sanitätskolonnen im nördlichen Oberhefsen Grünberg auszuersehen. Schotten wurde als Tagungsort für die Kolonnenfuhrer- und Aerztetagung im nächsten Iahre bestimmt^ Am Rachmittag fand eine große Ueburig der Friedberger Sanitätskolonne in der Aufbauschule statt, welche die Schlagfertigkeit der Friedberger Sanitätskolonne bewies. Lahn. Auch ein Preisausschreiben Halle guten Erfolg. Den Stiftern von Wvchenendpvetsen sei hiermit nochmals gedankt. An die in Gießen im abgelaufenen Iahre ab* gehaltenen Tagungen murten Führer vnd Stadtpläne teilweise kostenlos überlassen, wodurch eben* salls ein Bekanntwerden Gießens im Reiche und Auslande erreicht wurde. In einer Reihe von Fällen wurde auch die gesamte U n t c r t u nfts- beschaffung für die Teilnehmer an Tagung?n und ganzer Reisegesellfchasten, die Gießen auf ihren Reifen berührten, übernommen und durchgeführt. Während der GenofsenfchaftStagung der Landwirte im Dezember 1929 wurde eine besondere Auskunftsstelle in der Universität errichtet. Im Dezember wurden an verschiedenen Punkten der Stadt Christ bäume mit elektrischer Beleuchtung aufgestellt und Platzkonzerte ab* Gehalten, die sehr beachtet wurden und nachweis* ich viele Leute aus der Umgegend hierhergef^rt und veranlaßt haben, ihre Kaufe in Gießen vorzunehmen. Die Auskunstsstellc am Seltcrstor erfreut sich wachsender Inanspruchnahme. Der Kartenvorverkaus für eine Reihe hiesiger und auswärtiger Veranstaltungen brachte dem Verkehrsverein eine kleine Einnahme^ Dao Anfordern von Prospekten und Führern, Stadt* plänen, Gaststättenverzeichnissen, die Einsichtnahme in das Rcichsadrehbuch sowie in die vorhandenen Adreßbücher einer großen Reihe Städte, die Erledigung von Fahrplansragen usw. ergibt immer mehr die Rotwendigkeit und das Bedürfnis, daß diese Stelle vorhanden fern und 1 Nai 1990. ödjer! 5- Dai ArZ AZZ “ni>Ä 8* «8 &iu *. ®bW bot tto ’01?1‘ftutibüdxT Ausgabe bringt binnen- 2 Htyläne und * Ausland L,0” Wlnen M unb 5 ^il -Sern- ^nellzugskurz, c elner Teilsu-- ur-h Deutschland lnenzustrlleiu Für 5 b» groben gesamte Reichs, alausgabe Drft. t lostet. gaben und bad rutschen Schnell- 'len Deilverle-r s'ertoege. Hend- lefamten reich-- trpläne von 32 l international e Ausgabe, die ien bringt, da- t m der gleichen eis 4 Mach ift nd leichte De- besteht in dem Mchen Wen- Vngen. „£lot)bu m eurvMchen ^e^D « utschc Verband Kaufrnän- nischcrDereine. Sih Frankfurt a. M., dem auch der Kaufm. Verein Gießen angeschlossen ist, hält seine Iahrestagung vorn 31. Mat bis 2. Iuni in Detmold ab. In der geschlossenen Ärbeitssihung werden aktuelle Fragen der Sozial- und Wirtschaftspolitik beraten. Für die öffentliche Tagung ist ein Vortrag von Professor Dr Franz Schnabel (Karlsruhe) über die Kultur- und Wirtschaftskrisis der Gegenwart vorgesehen. Ferdinand Damm, Friedberg t Friedberg, 12. Mui. (WEN.) Der langjährige Direktor des Mathildenstlstes FerdinandDarnm ist om Samstag einem längeren Leiden erlegen. Der Dahingeschiedene entfaltete auch auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens eine segensreiche Tätigkeit. Er war lange Jahre Kommandant der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und gleichzeitig Vorsitzender des Landesverbandes der hessischen Feuerwehren. SanilätskolonnenTagunginFriedberg u frische Milch. OOS ist die Nohrcnq für Dein Kind wenn Du nicht selbst stillen Kannst Die für eme Mahlzeit benötigte Menqe .KufeKe' kostet für em Kmd bis zum 6- Monat nur Verbündeten von dem Kampf gegen die deutsche Darbarei. Von Abrüstung ist in den Vereinigten Staaten keine Rede. Bei der Eornell-Universiw (Ithaka — Staat Rcuyork) besteht eine .Training-Hall", in der jeder Student aus Staatskosten zum Reserveoffizier ausgebildet wird. — Amerika (USA ), das auf dem Wege ist, sich eme eigene amerikanische Kultur ,-u schaden, besitzt 390 Universitäten. Die medt-mische Wissenschast soll besonders hochstehend fern. Das Deutschtum ift leider im Rückgang begriffen. Während vor bem Kriege im Unterrichtswesen die deutsche Sprache an zweiter Stelle stand, kommt sic letzt erst a? sechster Stelle Die Ankunft der Dre- men" und des .Zeppelrn" habe, große Begetste- rung entfacht, da der Amerikaner für iede Leistung aus sportlichem Gebiet em brennendes Interesse haoe. Im übrigen sei die Gesinnung der Amerikaner gegen Deutschland durchaus nicht immer sreundschastlich zu nennen In der Aus- spräche gab die Rcdnerm bereitwillig auf eme Reihe von Fragen Auskunft und vermochte cs auf diese Weise, dank ihrer reichen Ersah- rung den Anwesenden ein gutes Bild von dem? Eharakter und Leben des Amerikaners zu geben. - D-e r Marineverein Gießen bittet uns um die Aufnahme folgenkxr Zeilen: In letz, ter Woche ist durch die Presse eme Mitteilung gegangen, daß man Waffen usw. bei dem Ma- rinesportklub in Berlin gefunden hat. Wir erklären hierzu, daß der Bund Deutscher Marine- vereine mit seinen Iugendbestrebungen, dem auch der hiesige Marineverein angehort, nichts mit dem Marincsportklub zu tun hat. _ - " Eine S o n d e r z u g r e i se von Westsalen über Hessen, den Bodensee, Tirol bis Venedig (Lido) die vom 29. Mai bis 13. Ium dauern soll, wird von dem Siemer-Reisebureau in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Kartenl^stel- lungen für diese Reise können auch bei Gießener Reisebureaus vorgenommen werden. Rayercs m erhalten bleiben muß. - ., Auch für das neue Iahr ist bereits eme Reihe von Veranstaltungen vorgesehen. Ein mit dem Zirkus Sarrasani für das erste Halbjahr vereinbartes Gastspiel mußte leider wegen seiner Aus* landreisc verschoben werden. Am 29. Mai wird I o h a n n Strauß wieder ein einmaliges Gastspiel in der Volkshalle geben. Derartige Veranstaltungen. sowie Veranstaltungen jeder Art von Vereinen bringen immer eine Menge Fremde in die Stadt. Wenn auch in den meisten Fällen in erster Linie nur eitrige Geschäftszweige direkten Ruhen von dem Fremdenzuzug haben, so ist es dow zweifellos, daß sich dieser Ruhen t n - direkt aus alle übrigen Einwohner der Stadt auswirkt. Es sei darum an dieser Stelle an alle Dereine, Vertreter von Gesellschaften, Klubs usw. die BUle ausgesprochen, immer und überall aus Tagungen usw. dasür einzulreten, daß geplante Veranstaltungen nach Gießen gebracht werden. ' Zur Zeit sind mir mit der Herausgabe eines neuen großen und kleinen Führers beschäftigt. Diese Druckiochen werden sofort nach ihrer Fertigstellung an Hunderte von Stellen im Reiche, an Konsulate und sonstige Stellen im Auslände, an Schiffahrtsgesellschaften versandt, wodurch zweifellos ebenfalls eine Belebung des Fremdenzuwachses für unsere Stadt erreicht wird. Ob und in welcher Weife unsere Bemühungen um die .Hebung de s Fremdenverkehrs von Erfolg gekrönt waren, dursten folgende Zah- len über die Besuchs- und Uebcrnach- tungsziffern beweisen: In der Zeit vorn 1. Oktober lf,27 bis 30. September 1928 waren in Gießen 35 304 Fremde anwesend mit 49 682 Uebernachtungen. In der Zeit vorn 1. Oktober 1928 bis 30. September 1929 waren es in Gießen 37 499 Fremde mit 55 692 Uebernachtungen. Es ergibt sich hiernach ein Mehr an Fremden von 2195 und 6010 Uebernachtungen. Rechnet man für die einzelnen Uebernachtungen nur den Betrag von 4 Mark mit Frühstück, so ergibt sich ein Betrag von rund 225 000 Mk., ganz abgesehen davon, daß ein Teil dieser Fremden kleinere und größere Einkäufe hier getätigt hat. Ein.Teil dieses Erfolges nimmt der Verkehrsverein , für feine Werbetätigkeit in Anspruch. Ohne großzügige und kostspielige Festspiele wurde dieses Ergebnis erreicht. Es durfte auch noch zu bemerken jein, daß in der gleichen Zeit die Zahl der Ausländer von 590 auf 885, mithin um 295 gestiegen U. , , ... ... Wie aus diesen Ausführungen zu ersehen ist, gibt sich der Vorstand alle Mühe, um aus der jetzt auf- blühenden Fremdenindustrie herauszuholen, was sich irgend ermöglichen laßt. Obwohl uns im Gegensatz zu anderen Städten nur geringe Mittel zur Verfügung stehen, werden wir doch, wie ans Zeitungsmeldungen zu ersehen ift, um unsere planmäßige Organisation beneidet. Um auch weiterhin erfolgreich wirken zu können, ist cs unbedingte Pflicht eines jeden, Mitglieder für den Verkehrsoerein zu werben und vor allen Dingen die bis jetzt noch abseits stehenden Geschäftsleute für den Derkehrsverein zu gewinnen. Fußbelag desselben an. Der Angeklagte nahm diesen heraus und bot ihn dem Beamten an, da er ja doch gepsändet sei. Daraushin befestigte dieser die Siegelmarke an der Außenseite des Wagens. Dort riß sie der Angeklagte ab und warf sie in den Hof. Vorschriftsmäßig händigte ihm der Dollzugsbeamte bann eine Abschrift des •aufgenommenen Pfandprotokolls ein. Er fanb sie später in seinem Briefkasten. Seine Llnterschraft war von der Hand des Angeklagten mit Zusätzen versehen, von denen der eine „6. Majestät" Iamtete. Der Angeklagte wollte damit offensichtlich zum Ausdruck bringen, daß seiner Ansicht nacy oas Auftreten des Beamten im amtlichen Verkehr mit dem Publikum nicht einwandfrei sei. Der Zusatz ist in dem fraglichen Zusammenhang, zumal es sich um ein amtliches Schriststück handelte, fraglos beleidigend, und der Angeklagte erhielt wegen Beleidigung in zwei Fällen und wegen Siegelbruchs eine Geldstrafe v o n insgesamt 75 Mark. Ie einen Tag Gefängnis für je 5 Mark hat er zu verbüßen, sobald die Geldstrafe uneinbringlich ist. Das hintere Zeichen eines Autos war infolge mangelhafter Beleuchtung nicht mehr erkennbar. Der Polizeibeamte, der deshalb Anzeige erhob, erkannte es nur deshalb, weil das Auto gerade innerhalb des Lichtkegels einer elektrischen Stra- ßenlompe fuhr. Mit seiner Behauptung, das Licht habe unterwegs versagt, vermochte der Angeklagte nicht durchzudringen, denn er war nach Ansicht des Gerichts verpflichtet, dasselbe von Zeit zu Zeit während der Fahrt auf seine Lichtstärke zu kontrollieren, insbesondere, wenn er in eine Stadt einfuhr. Der Angeklagte, ein auswärtiger Wagenführer, hatte dies unterlassen, und die Versäumnis trug ihm eine mäßige Geldstrafe ein. Megen mangelhafter Führung seiner Kontrvll- büchcr erhielt ein auswärtiger Schweinehändler eine Geldstrafe von a ch t Mark Auch er berief sich daraus, zur Zeit der Fälligkeit ter Einträge sei er verreist gewesen, eine Derieidi- gung. die immer und immer in derartigen Fallen wiederkehrt. Sie hatte auch hier keinen Erfolg, mag er auch die Eintragungen einem Hausgenossen überlassen haben, so behielt er doch die Verantwortung.__ Turnen, Sport und Spiel. Fünfte Etappe der „Oeutschland'^undsahrt". Meße (Dortmund) Etappensieger. — Tieh (Berlin) führt Im Gesamtergebnis. Die fünfte Etappe der „Deutschland^Rundfahrl ührte am Dienstag über 285 km von Schwein- u r t nach München. Die Strecke war teilweise ehr schwer und die Straßen fast ausnahmslos in chr schlechtem Zustande. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, daß die Fahrer kein allzu großes Tempo fuhren und daß das Ziel von einer 32 Mann starken Spitzengruppe erreicht wurde. 3m Endspurt entschied hier Metze (Dortmund) das '.Hennen in 10:14,25 Stunden mit einer halben Radlänge Vorsprung vor Stöpel (Berlin) für sich. Tietz (Berlin), Rernold (Schweinfurt), Siegel (Breslau) und Sieronski (Berlin) belegten die nächsten Plätze. 3m Gesamtergebnis führt Tietz (Berlin) mit 43:42,07 Stunden vor Stöpel (Berlin), 43:44,26, und Sieronski (Berlin), 43:50,54 Stunden. Rach einem Tage der Ruhe starten die Fahrer am Donnerstag zur sechsten Etappe, die von München nach Stuttgart führt. iSxxS' ztvu>5^K'tt-// Gegen Gicht, Rheuma, Stein- und Stoffwechselleiden! - Ermäßigte Pauschalkuren: Oie ersten 3 Wochen (Mindestd.): Pauschalpr. Mk. 469.50, 4. Woche Mk. 59.50 Bewilligung von Kreditkuren auf Antrag. Im Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 84.-; im Badehof: Wochenpauschale Mk. 105.-. Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung. Haupmiederlage für BonifaziuSbrunnen: Jean Wciiel, Giesien, Sonnenstrabe 6, Telephon 88. 3086V »’Ss'i 3699 D 3685V Plockstraße 2 Telephon 2303. 2144A Meyer Gießen 3741D 45 Balmhoistraße 30 1490 V liefert la Äckeri Ortsgruppe Gießen 03221 U'a« pswen wir morgen? 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Schau«« Hunden aller Rallen Werbeschau, veranstaltet vom Verein Meiner! für Hießen und Umgehung am Sonntag, dem 18. Mai 1930, im »CafS Leib«. Beginn 10 Uhr vormittags, Ende 2 Uhr nachmittags. — Jedermann kann seinen Hund gegen eine Gebühr von Mk. 2.00 begutachten lassen. 37250 Eintritt frei. Qualitäts-Seefische Srbellfijch 0. K..........Pfund 35 Pf. Slnbltou 0. St............Pfund 30 Pf. Filet................daS Pfund 45 Pf. Donnerstag Marktlaube [03230 FischjürgensWesermünde Ab Venedig ötägiger Abstecher mit Luxusdampfer zum Sonnenland Dalmatien Zuschlag Mk. 93.- • Bahnfahrt ab Frankfurt und zurück, Hotels, Verpflegung, Trinkgeld, etc., alles eingeschlossen. Prospekte, Auskünfte, Anmeldungen: Fa. Wilh Moeser, D.ni.b.H., Liehen (Hess.), Seltersweg 38, Tel- 2328 Hapagreisebüro S. Loeb. Liehen (Hessen), Seltersweg 93, Tel. 4197 in jeder Preislage Reizende Neuheiten Tapetenhaus Ferd. 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Kleinhenn Telephon 3866, Bahnhofstraße 59 Elektr. Staubsauger werden kostenlos vorgeführt Rudolf Rüdiger Gießen, Walltorstraße 35 Mittwoch, 14. Mai 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 112 Dritter Blatt Aus dem Reiche der Frau Unsere Landlrauen. ie 3m H der Gü glänz er Butte? einige auch so gut hätte! Qlbcr wollen wir nicht einmal das Bild von der andern Seite beschauen und prüfen, wie es in Wirklichkeit ist? Daß es unserem Bauernstände zur Zeit schlecht geht, wissen wir alle, und es bedarf nicht der täglichen Erinnerungen der 3eitungeit Für fast alle ihre Erzeugnisse erhalten die Landwirte etwa den Dorkriegspreis, aber für Maschinen, Dünger usw. haben sie viel größere Ausgaben als früher. Auch die größte Sparsamkeit Hilst nicht. Steuern und 2lb- gaben müssen entrichtet werten. Es sind nicht nur die größeren Güter, die schwer leiden, ich glaube, unsere Kleinbauern sind in größerer Aot. Wenn ihnen im Laufe des wahres ein Stück Dieh verendet, sind sie übel dran, kommt dann noch Suttemot oder gar ein Hagelschlag, dann kann man die Rotrufe der Landwirtschast verstehen. Aber jemand ist da, der sich auch in den schlimmsten Tagen nicht unterliegen läßt und der dem Dauer die beste Gehilfin ist: das ist die Bäuerin. Sie läßt ihren Mann Nicht im Don Philipp Hofmann, Lang-Göns. Wenn die städtischen Hausfrauen auf dem Markt oder in Geschäften Eier, Butter und Gemüse einkaufen und dabei merken, wie lyr Häuflein Geld zusammenschmilzt, denken fie un Anblick der vielen Herrlichkeiten vielleicht an die Landfrauen draußen auf den Dörfern, Oie das alles in Hülle und Fülle haben und überhaupt nichts aus den Markt zu gehen brauchen. "mhnerhaus können sie sich Eier holen, rten gibt das Gemüse, und im Stall stehen ide Kühe, die Milch in Menge liefern, (und Käse sind da. 3m Winter werden Schweinchen geschlachtet, daß man auch den' Meytzerl.aden entbehren kann. 3a, die Bauersleute haben's schon. Was sie zum täglichen Leben brauchen, das wächst ihnen nur so in den Mund hinein. Zu all dem Schönen kommt noch ein geräumiges Haus, Knechte und Magde für die Arbeit, und die Landwirtsfrau steht da und braucht nur zu befehlen. Wenn man's doch ihr meistens die Lust. 11 nb nun kam das letzte Auskunstsmittel: das Gasthaus. Der trauliche Familientisch mit dem knusperigen Sonntagsbraten, der weihnachtlichen Gans, dem österlichen Schinken, dem prangenden Gugelhupf und so manchen anderen Genüssen war zum Stammtisch eines benachbarten Gasthauses, der häusliche Herd zur bescheidenen Kochnische geworden. Mann und Frau stehen heute im Existenz kämpfe kameradschaftlich nebeneinander. Die Frau verdient oft ebensoviel, bisweilen noch mehr als der Mann. Kommt sie am Abend ermüdet und verärgert nach Hause, dann hat sie nicht Lust, erst das Aachtmahl zu bereiten. Man speist wieder im Gasthaus, und die Kochkunst der Wirtin bereitet das Abendbrot. Bleibt man wirklich einmal zu Hause, dann sorgt die nächste Feinkosthandlung für Wurst und kalten Braten, für Butter und Käse. Dazu bereitet dann die Hausfrau auf ihrem elektrischen Kochapparate eigenhändig und selbständig den Tee und ist überzeugt, damit eine große Tat auf dem Gebiete der Kochkunst geleistet zu haben. Da sich aber in neuester Zeit die Ueberzeugung immer mehr Dahn bricht, daß Arbeitskraft und Gesundheit in ho^m Maße von der richtig zubereiteten Aah- rung abhängen, so dürfte auch die geistig interessierte Frau sich mit der Zeit wieder diesem Gebiete zuwenden, allerdings wird dann die neue Kochkunst nicht in der Ausklügelung raffinierter Rezepte bestehen, sondern in der richtigen Anwendung der modernen Ernährungswissenschaft. Stich. Sie will ihr Teil mittragen. Don politischen Rechten und Pflichten will sie nicht viel wissen, und nur zögernd und widerwillig kommt sie diesen Pflichten nach. Aber das Haus, das ganze Anwesen zu erhalten und, wenn möglich, zu vergrößern, das liegt der Bauersfrau am Herzen. Und sie sucht und findet auch neue Wege. Die eine liest etwas von neuzeitlicher Hühnerhaltung und erweitert — ohne viel zu reden — ihren Bestand an Geflügel. Eine andere wieder holt mehr Einnahmen aus der Milchwirtschaft heraus, nur um ihr Scherflein beizutragen in der allgemeinen Rot. Selbst der Garten muß herhalten, gar manches Gemüsehäuptchen wandert auf den Markt. , r , Kaum ein Stand aber hat so schwer zu arbeiten wie unsere Bauersfrauen. Trotz der schlechten Zeiten sieht man sie Tag für Tag rüstig ihren Geschäften nachgehen, unverdrossen und hoffnungsvoll. Das 3ungvieh, das Geflügel und der Garten, die unter der besonderen Obhut der Bauersfrau stehen, sie geben ihr immer wieder neuen Mut und lassen bittere Stunden vergessen. Unb erst der Anblick der wogenden «yru^tfelber draußen! Da glänzen auch die Augen der Frau. Sie sieht die Sorgenfalten auf der Stirn ihres Mannes und arbeitet, arbeitet vom frühen Morgen bis spät in die Rächt hinein. Dor Sonnenaufgang erhebt sie sich und marschiert zum Stall, hilft füttern und melkt. Die Kinder müssen geweckt, für die Schule angezogen und gespeist werden. Die Brote wollen ge- schmiert sein. Sie muß nachsehen, ob auch bu Griffel spitz sind, der Schwamm naß ist. Dann acht es hinaus in den Garten. Gerade letzt m den Frühlingstagen häuft sich die Arbeit unserer Bauersfrauen, daß da kaum der Tag ausreicht, um alles zu leisten. 3m Garten hat der Dauer nichts zu suchen. Da ist sie die Herrm. Da wird jetzt — während der Mann Hafer und Gerste sät — gegraben, geeggt und Samen gelegt Die Wege müssen in Ordnung gebracht vxrten. Die Blumen werden nicht vergessen. Auch die Topfpflanzen, die in den warmen Tagen an den Fenstern stehen sollen, werden nach gesehen und umgepflanzt Wir alle haben auf Wanderungen Naschhaftigkeit Don Johanna Weiskirch. Nachdruck verboten. Kinder sind in hohem Grade Ergebnisse ihrer Erziehung, und zwar von dem Tage an, da sie sich durch ihre erste bewußte Willensäußerung als erziehungsfähig und erziehungsberechtigt zeigen. Den Zeitpunkt wird die Mutter, wie sie fein soll, erten- nen — und handeln. Sie wird ihrem Kinde vor ollen Dingen nicht einmal etwas versagen und es ihm das zwcitemal gewähren, denn das 21 und Z |eg- licher Erziehung ist die Konsequenz. Von dieser darf nur dann abgegangen werden, wenn ein Kind krank ist, aber auch dann muß sich die Mutter hüten, den kleinen Patienten nicht zum Tyrannen werden Zit lassen. „ In unendlich vielen Fällen treten die kleinen Erdenbürger, mit Eigenschaften und Fehlern ihrer Eltern belastet, in das Leben, und dann kann man der Erziehung von vornherein mit mißtrauischen 21 ugen entgegensetzen. Es kommt allerdings vor, daß Väter und Mütter, besonders letztere, in den unangenehmen Eigenschaften ihrer Kinder ihre eigenen erkennen, sich erinnern, was sie dadurch erlitten, und sich ehrlich bemühen, ihre Kleinen durch die geeignete Erziehung von diesen dem Leben gegenüber nicht stondhaltenden Fehlern zu befreien. Leider gibt es aber der Mütter viel zu wenig, die sich angesichts des ihren Kindern unschuldigerweise anhaftenden Erbes in die Selbstzucht nehmen, denn eine solche zu gegebener Zeit vorzunehmen, ist eines jeden Menschen Pflicht. Doppelt ernst zu nehmen, wenn man zur Erziehung anderer berufen ist. Ein« sehr unangenehme, ost die weitest tragenden Folgen zeitigende Eigenschaft der Kinder ist das Naschen, die man weit eher als anerzogen, als angeboren betrachten kann. Es ist namentlich der Mütter Art, ihre Kleinen zu dieser zur Lügenhaftigkeit führenden Neigung heranzuziehen. Ganz gewiß geschieht es ungewollt und unüberlegt, meist aus reiner Bequemlichkeit, aber das sind keine Entschuldigungen für das Unrecht, das man an feinen Kindern begeht. Kinder, die durch Verabreichung von Süßigkeiten und anderen Näfchereien zum Still- oder Folgsam- fein veranlaßt werden, maßen sich selbstverständlich allmählich das Recht an, ohne eine vorher gegebene Belohnung überhaupt nicht mehr artig zu fein. Teils aus Bequemlichkeit, teils, weil fie sich vor anderen ihrer unerzogenen Sprößlinge schämen, sündigen die Mütter immer weiter. Es ist von großem Uebcf, wenn Kinder täglich irgendwelche Näscherei erhalten. Sie müssen bazu erzogen werden, in einer solchen eine Belohnung für ihr Betragen, ihren Fleiß oder eine gute Tat zu sehen. Selbst die Kleinsten merken es sich schnell, wann und wofür die Mutter bereit ist, irgend etwas Gutes in ihre Händchen zu drücken, ob und wie oft sie Wünsche nach einer Näscherei äußern dürfen. Nicht nur die Kinder von heute, sondern auch die jüngeren und jüngsten Mütter wissen gar nicht, können es sich kaum denken, wie man in den nun auch schon zur guten, alten Zeit gewordenen Tagen der Kindheit der älteren Generation den Näschereien gegenüberstand. Es gab deren, im Verhältnis zu heute, sehr wenige, und weit anspruchsloser nach jeder Richtung hin waren sie auch. Ich entsinne mich sehr wohl des großen Jubels, den in meinem kinder- reichen Eltern Haufe unter uns Buben und Madels das Austeilen irgendwelcher Belohnung in Gestalt einer Näscherei hervorrief. Damals zählte auch eine Apfelsine zu einer solchen, und wir fühlten uns unendlich beglückt, wenn jedes von uns Kindern zwei, wenn es hoch kam, drei Stückchen zugeteilt erhielten. Die köstlich-duftenden Schalen wurden übrigens auch genau unter uns verteilt, um uns wohlriechendes Wasser damit zu bereiten. Wir freuten uns damals königlich über einige weiße und rote Zuckersteinchen ober einen kleinen Würfel Malzzucker. Ein Stückchen Schokolade war der Inbegriff aller Köstlichkeit für uns, ebenso ein bißchen Hustenleder oder ein Stänglein Lakritzen. Auf dem Lande mag es hier und da noch Kinder geben, die in der Verabreichung der eben genannten Näschereien noch eine Belohnung zu sehen vermögen, aber in den Städten bedeuten sie bereits Haustöchter zur Ausbildung anvertraut, ja besorgte Mütter gaben der scheidenden Tochter ihr größtes 3uwel, die alte, erfahrene Köchin, in ten jungen Ehestand mit Das neunzehnte und zwanzigste 3ahrhundert mit seiner Heber- schähung intellektueller Werte und einer mehr geistig gerichteten Ausbildung löste die Bande, welche die Frau mit der Küche verknüpfen und trug mit zum Verfall der Kochkunst im Dienste der Familie bei, wie wir ihn gegentoärtig beobachten können. Die Frau verlor vielfach die Freude an den sich täglich gleichbleibenden Der- richtungen und an einer Kleinarbeit, die allgemein als notwendig empfunden, aber nie anerkannt wurde und teilte diese Geringschätzung unbewußt ihren Heranwachsenden Töchtern mit, die von vornherein die Küche als ein verachtetes, den geistigen Horizont einengendes Gebiet meiden lernten. Mit mangelhaften Koch- kenntnissen ausgestattet ging die junge Frau in die Ehe. Die Köchin, die sie halten mußte, erkannte ihre Hilflosigkeit bald und nützte fie kräftig aus: mußte diese endlich das Feld räumen, kam nichts Besseres nach, und wenn sie einmal unversehens wirklich auf eine Perle fließ, vertrieb sie diese nach kurzer Zeit durch ihre von keinerlei Sachkenntnis angekränkelte Kritik und Rörgelei. Der Weltkrieg und der darauffolgende wirtschaftliche Zusammenbruch erlaubten es mit einemmale nicht mehr, eine Köchin zu halten. Die Frau hatte bereits so viel von einer jeden Köchin abgelernt, um das Allernotwendigste kochen zu können, aber auch dazu fehlt Entwicklung und Verfall der Kochkunst. Don Lina piehsch. Seit altersher stand die Kochkunst im Dienste ber Geselligkeit. Zu den philosophischen und künstlerischen Gast mählern der griechischen und römischen Blütezeit, an den Höfen der Renaissancefürsten und am Hofe der französischen Komge gehörte die auserlesene Tafel. 3n den Märchen von .Tausend und Eine Rächt" sehen tovr die Feste orientalischer Fürsten mit köstlichen Tafel- freubea eingeleitet, aber auch an den alten deutschen Kaiserhöfen und in den Ritterburgen wußte man besonders gut geratene Gerichte zu würdigen und zu belohnen, lind wenn das Heldenlied von den Ehren singt, die einem geschätzten Gaste zuteil wurden, barm vergißt es nicht Die Darbietungen der Küche zu erwähnen, wobei freilich die Zahl der geschlachteten und aufgetragenen Tiere die größte Rolle spielte. So mancher diplomatische Sieg der hohen Politik wurde schon in jenen Tagen wie in den heutigen durch besonders hervorragende Darbietungen der edlen Kochkunst eingekitet. Es versteht sich von selbst, daß eine solche Hoch- schähung ber Kochkunst und ihrer Erzeugnisse auch auf die Einschätzung des Kochkünstlers wirken mußte. Schon in Rom gewann der anfänglich minder geachtete Kochsklave Rang und Ansehen, wurde sehr häufig in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen freigelassen und errang in ber Freiheit durch die weitere Ausübung seiner Kunst Dermogen und Ansehen. Die Wiege der modernen Kochkunst ist 3talien. Don dort aus kam sie durch KatharinavonMedici nach Frankreich, wo fie die ihr dort eigene Rote erhielt. An den Reuschöpfungen besonders schmackhafter Soßen und Tunken wirkten übrigens in Frankreich nicht nur die berufsmäßigen Kochkunst- ler, sondern Männer von Rang und Ansehen mit, Gelehrte, Politiker, berühmte Dichter. Aber nicht nur nach Frankreich zog die verfeinerte Kochkunst der Renaissance. Rurnbergs Patrizierhäuser byten ihr gleichfalls eine gastliche Stätte und eine der Heimat gemäße Ausgestaltung. Und hier tritt uns zum erstenmal die Frau als richtunggebend auf dem Gebiete ber Kochkunst entgegen, die wir bisher in der Hauptsache von Mannern beherrscht sehen. Auf Schloß Ambras herrschte bic Patriziertochter P hi - lippine Welser über Küche unb Keller ihres Ehelichsten, unb ein Rezeptenbuch aus ihrer Hand beweist uns, baß dies Regiment em verständnisvolles war. 3m 3ahre 1655 erschien in Hamburg bas „Rew köstliche und nützliche Kochbuch ber Fraw Anna Weber", im 3ahre 1702 in Rürnberg ..Der aus Parnafse ehemals entlaufenen, vortrefflichen Köchin Gemerkzettel, woraus zu erlernen ist, wie man 1928 Speisen wohlschmeckend zubereiten solle", 1734 bas ebenfalls • in Rumberg erschienene „Die in ihrer Kunst vortresfliche Köchin, ober auserlesenes unp vollständig vermehrtes Rürnbergisches Kochbuch . Aus bicsen Sammlungen erlesener Kochvorschnf- ten ersehen wir, baß sich die Kochkunst ber Frau damals einer großen Wertschätzung erfreute. Als Gattin des einfachen Mannes bereitete sie ja längst schon bie Mahlzeiten selbst, aber erst viel später, im Lause ber kulturellen Entwicklung wurde sie zur Herrin über Küche und Keller. Mit dem Augenblicke aber, da die Frau die Küche als ihr persönliches Wirkungsfeld ansah, verschwand aus derselben — aus leicht erklärlichen Gründen — der männliche Koch und an Jemc Stelle trat ber weibliche Kochkünstler, die Köchin. Während aber ber Koch seine Kunst in den Dienst der Geselligkeit stellte und bis heute noch nach gewerblicher unb fachgemäßer OluSbilbung die bestqualifizierten Stellen in den erstklassigen Hotels und Restaurants einnimmt, blieb der Köchin die Wirksamkeit im Hause Vorbehalten. Ihre Dorbildung gründete sich nur auf Die praktische Erfahrung und Mitteilung vorzüglicher Köchinnen, aber sie war in ihrer Art eine Autorität. 3hr wurden die Heranwachsenden Die Abkehr ber Mode von ber gewollten Vermännlichung beginnt mit bem von der reizvollen Frau untrennbaren Requisit ber W ä s ch e. Rieselnde Spitzen aus weicher Selbe, bie glatt, entzückenb gemustert, in bezaubernden Farben, zu wahren Wun- bergebilben geformt, ben Körper umschmeicheln. Die Spitzen werben inkrustiert, auch aufgesetzt. Da die langen Abenbtoiletten eigene Unterkleiber be- hingen, behalten bie Hembhöschen ihre „Knappheit, machen also bas „länger und ganz lang" nicht mit. In bassclbe Kapitel gehören bie vielfachen Mobelle reizender Pyjamas unb Bettjäckchen, meist auch aus zart gemusterter Seibe, mit glatter Seihe geputzt. Leibwäsche ist ein so rein persönliches Mo- ment, daß man nur Anregungen in allgemeinen Umrissen geben kann, weil zum Kaufentschlusse un- bedingt das Sehen des Reichtums gehört, der sich heute als Begriff „Wäsche" vor den entzückten Augen aller jener ausbreitet, die sich in unseren Spezialgeschäften moderne Wäsche vorlegen lassen. Und die Kleider? Beginnen wir in Anbetracht des noch wechselnden Wetters bei den hübschen imprägnierten Seibenmänteln, die neben den feschen Trenchcoats heute im Besitze jeder eleganten Dame fein sollen. Sie sind doppelreihig geknöpft, hoch geschlossen unb in den verschiedensten Farben, diese imprägnierten Seidenregenmäntel, bic bic Gummimäntel ber letzten Jahre zum Teil aus dem Felde schlagen. Die Mäntel aus derberem Tweed, praktisch und fesch, daneben zum langen Abendkleide bie überaus eleganten schwarzen Seibenmäntel, mit unb ohne Pelzbesatz unb auch neue Samtmäntel in weichen Pastellfarben, etwas in die Taille gearbeitet mit breitem Revers unb in ber Taille mit zwei Knöpfen geschloffen. Selbstverständlich die Mantel zum Komplet, vom gleichen Stoffe wie Rock unb Jäckchen unb mit Futter aus bem Stosse ber Bluse — immer sehr elegant. Das englische Kostüm ist wieher sehr beliebt — in ben verschiedensten Tweed- aber auch Kashaftof- fcn. Auch in bie Taille gearbeitet, bie Jacke mit leichtem Glockenschößchen, Herrenschnitt bei Revers unb Kragen, Doppeltaschen, zweireihig. Mit ben letzt so beliebten hochgeschlossenen Hcmbblusen, fescher Kravatte unb chickem kleinen Hute praktisch unb sehr elegant — wenn man bie Figur bazu hat. Dies ist ihrer in ber Ernte des zweiten 3ahrcs. 3d) gehe einen Hang hinaus unb muß bei ber Ecke des Waldes an einem Getreidefeld vorübergehen. Da sehe ich ein Weib sitzen. Sie bemerkt mich nicht, und ich gebe tiefer in den Wald und beobachte sie. Sie sitzt am Raine in der Furche. Reben ihr liegt bie Sichel unb die Sense mit dem Räss, dem schweren 3nftrument zum richtigen Zusammenhalt der eben geschnittenen Halme. Um ihr Haupt über bem schweren blonden Haare flattert das um eine weit nach vorn und hinten überstehende Pappe geschlagene Kopftuch und weht ihr willkommene Erfrischung zu. Sie ist sichtlich erschöpft. 3ch weiß, daß sie früher nie Kom geschnitten und es jetzt erst notdürftig gelernt hat. und kann Ihre Ermattung verstehen. 3ch wünsche nur, sie wolle noch länger ruhen. Aber schon erhebt sie sich wieder und ergreift das Räff. Bald steht sie wieder mitten in der Arbeit, in der schwersten Arbeit für das Weib auf dem Lande. Die Beine schwerfällig breit auseinandergeseht, leise geknickt die Knie, den Oberkörper vornübergebogen, weit mit den Armen ausholend, das Räss mit Wucht wider die Halme werfend, dabei nach regelmäßigem Takt den Leib um seine Längsachse von rechts zu Linken schwingend — so steht das Weib in der Feldschlacht der Heimat. Es ist eine der schöneren jungen Frauen des Dorfes, die ich so durch den Rahmen zweier Buchen beobachte. Aber als sie sich nun bückt, die Halme aufbebt unb den Acker herauskommt, um die Mahd in die Sonne zu breiten, erschrecke ich. So verzerrt sind ihre Mienen, so lechzend ist ihr Blick. Allein ihren Mund frönt die Linie eines sesten Willens..." Gar mancher Landwirt kehrte nicht heim, und ihre Witwen schassen mit den herangewachsenen Kindern weiter, unermüdlich den ganzen Tag. Man soll deshalb nicht so schnell urteilen: Die Bauersfrauen sitzen im ileberfluß! Die können lachen! — Denken wir daran, wie schwer sie arbeiten müssen. Dor allem aber wollen wir die Leistungen unserer Bäuerinnen anerkennen und ihnen dankbar sein: denn schließlich arbeiten sie ja nicht nur für sich selber, sondern für das gesamte deutsche Dolk. Buntes Modeallerlei Don Ida Bock, Wien. Voraussetzung. Sowohl zum Kostüm als zur Hemdbluse, wirb sie nun als „slip in" ober übergeschoppt getragen, so wie wir früher einmal bie Matrosenblusen trugen. Die nötige Schlankheit unb Gestreckt- heit bes Oberkörpers gehört bazu. Sonst lieber nicht! Bolerojäckchen einerseits unb Pelerinen andererseits in ben verschiedenen Arrangements beherrschen Kleib, Jacke und Mantel. Crepe de Chine, Moussehne imprimde, Toile de Soie, Seibentmeeb — sie sinb kaum aufzuzählen bic bioersen Stosfspielarlen, aus denen unsere Sommerkleider gezaubert werben. Grün, bie Farbe ber Pfingstrosen, auch gelb unb geblümt, tariert, gestreift — all das ist mobern unb erschwert bie Wahl durch seine ungeheure Dielsäl- tigfeit. Unendlich weit sind jetzt bie Grenzen gezogen! Die Hauptfasson neben bem bie Taille betonen den Kleide, ist bie etwas tiefer arrangierte Taillenlinie mit immer hochangesetzten weiten, weich fallenden Volants, deren auch mehrere abgestuft über einander gegeben werden. Alles fließt, flattert, weht! Von da an beginnt die unbeschwerte Be- wegungsfreißeit. Auch hier muß wieder betont werden: selbst sehen! Sich anregen lassen — aber bann wählen. Hüte: Viel schwarzlackiertcs Panamastrah, groß und geschwungen, mit seitlichem Blumenarrangement. Fesche Ailzglacken mit Straßschnallen. Auch um den Kops toupierter weicher Filz, barettartig den Kopf ber Trägerin umschmeichelnb, zum Kostüm besonbers geeignet. Tweebstroh natürlich in allen Farben unb Formen, als „Mädchen für alles", sehr praktisch, da das gemusterte Stroh zu verschiedenen Farben getragen werben kann. Schuhe: Fast immer aus zweierlei Material unb zweierlei Farben. Sehr elegant nach wie vor Kroko, Eidechsen unb Schlangenhaut. Kombiniert mit Lack unb unteren Leterarten. Zum Traiteur- kostüm her breitere Halbschuh mit festem Absatz, zum Nachmittagskleid ter Pump, in ter Farbe immer zur ganzen Toilette passenh. Kleine Details: Spitzenkrägelchen unb Manschetten aus Batist — klein, zierlich, buftig, — mit Spitzen verziert, mit Maschen ober Herabslattemden Enten. Vorherrschen!) her Herrenbinter als Kravatte zu ben hochgeschlossenen Blusen. Bunter Schmuck in ben Farben zum Ensemble abgestimmt._________ schon erstaunt vor diesen Bauerngärten gestanden und uns gefreut über die Blütenpracht und die wundervollen Farben, die uns da entgegenleuchteten. 3a, ter Garten und die Blumen am Fenster sind der Stolz ter Bäuerin. Und tote freut fie sich, wenn wir stehenbleiben unb ihre Blumen bewundern! 3n besonderen Kisten und Töpfen werden dann noch Sommerblumen gezogen, die für den Friedhof bestimmt sind, denn in unfern Dörfern haben wir noch keine Gartner. Die Landfrau ist stolz darauf, daß auch auf den Gräbern ihrer Angehörigen die schönsten Blumen blühen. _ Aber bald beginnt auch für die Bauersfrau die Feldarbeit. Kaum sind bie Kinder auf dem Schulweg, so raffelt schon ter Wagen hinaus, auf dem Dauer und Bäuerin sitzen. Bis knapp vor Mittag bleibt sie draußen, dann eilt sie heim, um noch vor Kindern und Dater zu Haufe zu sein und das Mittagessen zu bereiten. Das muß natürlich schnell gehen. Braten und Rachtisch gibt es nicht. Eine Milchsuppe und em Eierpfannkuchen schmecken auch nach schwerer Arbeit gut. Der Rachmittag sieht die Frau toteter im Feld. Wollen wir es ihr da verübeln, wenn die Betten erst am Abend gemacht werten, wenn der Tisch nicht immer aufgeräumt ist unb die Stuben nicht jeden Morgen aufgezogen werden? Die Feldarbeit geht vor, da muß manches zurückstehen. Eine Bauersfrau weiß, wenn sie abends spat in die Stube tritt und womöglich die Kleider ter Kleinen noch nachzusehen sind, was sie getan hat. Was ist ihr ter Achtstundentag? Den kennt sie nur vom Hörensagen. Es gibt viele, log. reiche Bäuerinnen, die heute — in ter Zeit der Aot — ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse selber in die Stadt tragen, um sie bei Bekannten! oder auf dem Markte zu verkaufen. Eie habens nicht leicht, untere Landwirtsfrauen. Roch schwerer war es frellich während des Krieges. Da ruhte fast alles auf den Schultern der Frau. Mit tiefer Ergriffenheit las ich in dem Buch von Pfarrer Herpel .Das Dorf auf dem Hügel" (ßißberg): .Der,Frauen allerschwerste Arbeit aber toartet Wirtschaft. Bevorstehende Oiskontsenkung. Durch die Senkung des Privatdiskontsatzes auf 37/s v. H., die zu der offiziellen Bankrat« eine Spönne von Via v. H. hcrbcigeführt hat, ist die Disko ntfrage wieder okut geworden. Die Gründe, welche die Rcichsbank veranlaßt haben, in dieser Frag« eine abwartende Haltung einzuneh- inen, sind bekannt. Nach unseren Informationen scheint aber die Reichsbankleitung gewillt zu jein, aus ihrer Reserve herauszutreten und die Reichs- bankrate den Säßen des offenen Geldmarktes anzugleichen, ba sich bei ihr die Ansicht durchsetzt, daß die Senkung des Diskontsatzes nicht mehr länger hüiausgeschoben werden kann. Allerdings liegen größere Zugänge an Gold oder Devisen in den letzten Tagen nicht vor: wenn aber die Reichsbank befürchtet hatte, daß die öffentliche Hand mit übermäßigen Anleihewünschcn an den Kapitalmarkt, ohne Rücksicht aus das bestehende Mißverhältnis zwischen diesem und dem Geldmarkt, herantreten und damit die günstige Entwicklung auch der Kapitalzinssätze aufhalten würde, so hat sich diese Be- fürchtung nicht als richtig herausgestellt. Bekanntlich steht der heimisck)e Kapitalmarkt vor der Auf. lcgung einer Anleihe im Betrage von 300 bis 400 Mill. Mark, die in den Rahmen des Ostprogramms gehört. Da der Reichsbankpräsident zu den Beratungen des Kabinetts über das Ostprogramm heran- gezogen war, so hat die Reichsbank einen Ueberblick über die Emissionsbedllrfnisse der öffentlichen Hand und es ist Vorsorge dafür getroffen, daß Anleihemaßnahmen in allen Fällen nur in Rücksichtnahme auf den Kapitalmarkt getroffen werden, schon um möglichst günstige Anleihebedingungen zu schaffen. Voraussetzung dafür ist aber in erster Linie die Senkung des Diskontsatzes. Es sei an das Jahr 1927 erinnert, in dem die flüssige Verfassung des Geldmarktes zu der Auflegung der großen 500-Millio- nen Reichsanleihe und damit zu einer damals als f übertrieben anzusehenden Inanspruchnahme des Kapitalmarktes geführt hatte. Wenn jetzt diese Gefahr einer übertriebenen Inanspruchnahme des Kapitalmarktes gebannt ist, so fällt ein wesentliches Risiko für die Diskontsenkung fort. Es ist damit zu rech- nen, daß noch in dieser Woche der Zentralausschuß der Reichsbank zusammentreten wird, um auf der Grundlage des Reichsbankausweises von Mitte Mai seine Entscheidung zu treffen. * * Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 - 100) stellt sich für die Woche vom 5. big 10. Mai 1930 auf 121,2 gegenüber 121,3 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 119 (119,6), Gruppe verarbeitende Industrie auf 111,1 (110,9) und Gruppe Handel und Verkehr auf 140,8 (141). • Main - Kraj twerke AG., Frankfurt a. M. - Höchst. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß mit 6 (im Vorjahre 8) v. H Dividende. Ein Aktionär verlangte Auskunft über die Ursachen des schlechteren Geschäfts- ergebnisfes, das im Gegensatz zu den Erträgnissen der meisten deutschen Stromerzeugungsgesellschaften im Jahre 1929 stände. Ferner bat er um Aufklärung über den Rückgang der Guthaben nahestehender Gesellschaften um 1,5 Millionen Mark und die Vergrößerung der Schulden um etwa eine Million Mark in der Bilanz. Der Aufsichtsratsvorsihende, Professor Dr. Salomon, erklärte dazu, daß die Guthaben nahe- stebender Gesellschaften infolge der vereinbarten Abzahlung des RWE. für die angekaufte Fernleitung Frankfurt— Aschaf enburg zuiückgegangen seien. Diese Schuld werde im Lause d. I. vom RWE. voraussichtlich ganz beglichen werden. Die eingegangenen Gelder seien für Reuanlagen, die rund 2 Millionen Mark beansprucht hätten, verwandt worden. Der Gewinnrückgang sei einmal auf die Erhöhuna der Zinszahlungen um 190 000 Mark zurückzuführen und weiterhin darauf, daß dem Anlagetilgungsfonds 160 000 Mark mehr als im Vorjahre zugewiesen worden seien. Der erhöhte Stromabsah bewirke leider keine vergrößerten Ueberschüsse, da die Gesellschaft 90 v. H. ihrer Stromerzeugung an die Industrie abgebe, die nur geringen Gewinn lassende Preise ^ahle. Man habe die Dividendenkürzung für erforderlich gehalten, weil die Verhältnisse im lausenden Jahre durchaus unübersichtlich seien. In allen Werken müsse ein gewisser Rückgang des Stromabsahes festgestellt werden, der sich voraussichtlich zunächst fortsehen werde. Wenn auch Voraussagen nicht möglich seien, könne man wohl damit rechnen, daß mit dem Absatzrückgang ein Rückgang der Erträgnisse nicht verbunden sei. Erfreulich sei die trotz des allgemeinen Konjunkturrückgangs zu verzeichnende Zunahme des Absatzes bei den Kleinverbrauchern infolge ausgiebiger Werbetätigkeit. An eine Konsolidierung ihrer schwebenden Schuld werde die Gesellschaft zunächst noch nicht Herangehen können. * Auslandauftrag für eine Kasseler Waggonfabrik. Die Eisenbahnmaggonfabrik Gebrüder Creds, Kassel-Niederzwehren, hat von der Compagnie Internationale de Waggons Lits einen Auftrag auf Lieferung von 40 Schlafwagen erhalten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. 9)1., 14. Mai. Tendenz: geschäftslos. — Auch die heutige Börse eröffnete in nicht unfreundlicher Haltung. Das Geschäft war aber noch geringer getwrben. Die zweite Hand blieb heute dem Geschäft fast vollkommen fern. Von der festeren gestrigen Neuyorker Börse ging keine nennenswerte Anregung aus. Im Vormittagsverkehr wurden überwiegend höhere Kurse genannt, die sich aber bei FestsetzungPer ersten Kurse nicht voll behaupten konnten. Die Spekulation bekundete ein« große Zurückhaltung, und vereinzelt« Märkte lagen fast geschäftslos. Im Grundton der Börse war aber eine gewiss« Wider st andsföhigkeit nicht zu verkennen. Besonders die in den letzten Tagen bevorzugten Papiere erfreuten sich weiter einiger Nachfrage und waren gegenüber der gestrigen Abendbörse meist etwas fester. Vor allem traten Scbiffahrtswerte etwas stärker in den Vordergrund. Norddeutscher Lloyd gewannen fast 2 v. H. Von Rheinlandseite soll am Montanmarkt einige Nachfrage bestanden haben (plus 1 v. H.). Trotz der auf dem höheren Stand behaupteten Kupferpreise waren Otavi-Minen Letzte Nachrichten. Oer Oeutschlandflug der Zunkersmaschine G 38. Berlin, 14. Mal. (WTB. Funkspruch.) Dec Sonderberichterstatter des WTB., der an dem ersten Deutfchlandslug des größten Landflugzeugs dec Welt, der Junkersmafchine G 38 teilnimmt, schildert in seinem über Berlin abgeworfenen Bericht den Flug bis Berlin folgendermaßen: Am Mittwochfrüh um 5.56 Uhr erfolgte in Dessau-Alten aus dem weiten Gelände des Iunkerskonzerns der Start des G 38 zu seinem Fluge — so wenigstens bestand die Absicht — nach Nord- und Westdeutschland. Rach wenigen Augenblicken erhob sich der silbergraue Riesenoogel in die Luft und brauste mit 50 Kilometer Geschwindigkeit, gezogen von 4 gewaltigen Propellern, von denen die zwei inneren (sog. Kreuzpropeller) vier Flügel haben. Der Himmel war bedeckt: nur ab und zu vermochte die Sonne mit einigen Strahlen die Wolken zu zerreißen. Das Flugzeug schlug zunächst die Richtung nach Magdeburg ein, das wir in einer höhe von etwa 500 Meter nach 22 Minuten passierten. Man sah, wie allmählich überall das Leben erwachte, die Menschen an die Arbeit gingen und der Verkehr die Chausseen und Straßen belebte. Je weiter wir nach Norden flogen, desto mehr stellte sich der N e - b e l ein, der, wenn er in besonders dichten Schwaden auftrat, den „Himmel auf Erden" vortäuschte. Bald nach l Uhr überquerten wir Salzwedel. Jn kurzen Zwischenräumen trafen jetzt im Bordfunk Wettermeldungen ein, wonach, da sie ungünstig lauteten, von der Flugleitung beschlossen wurde, Hamburg und Bremen nicht anzufliegen, sondern sich nach Hannover zu wenden. 3m übrigen nimmt der Flug einen wundervollen Verlauf. Man sitzt wie im O-Zug oder noch besser als im D - 5 u g. Man spürt lediglich das Vibrieren der Flugmaschine, während das Geräusch der sausenden Motoren kaum stärker ist, als etwa in einem Autobus. Keine Kurve, kein Bremsen stört den Passagier in seinem bequemen Ledersessel. Gleichmäßig zieht der Riesenvogel, gelenkt von den sicheren Händen der beiden Piloten Zimmermann und Schinzinger, seine Bahn. Noch einmal wird die Aenderung der Richtung erforderlich. Schlechte Wettermeldungen aus West- und Süddeutschland geben Veranlassung zur Kursänderung nach Berlin und Breslau. mitfelmartt Tagen Weizen- unb Roggenkleie Je 0,25 Mark schwächer. Es wurden notiert: Weizen 302,50, Roggen 182,50, Sommergerste für 'Brau» zwecke 205, Hafer, ausländischer 180 bis 182,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 44 bis 45,25, Roggenmehl 26,25 bis 27,50, Weizenkleie 7,25 bis 8.. Für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilogramm. Tendenz sehr still. Büchertisch. — A. von Gleich en-Rußwurm: Das E h e b u ch. Reue Gespräche über praktische Fragen. 'Numerierte und vom Verfasser signierte Ausgabe auf Büttenpapier in Ganzpergamentband 15 Mk. Verlag Walter Haedecke in Stuttgart. (746) — Junge und alte Eheleute und solch«, die es werden wollen, werden aus diesen Gesprächen des bekannten Schriftstelltts-4nanch klugen Rat, manch weise Bemerkung nehmen können und sich freuen, mit welcher Offenheit und Klarheit hier Dinge erörtert werden, die keine verschwommenen Vorstellungen vertragen. Auch zu den aktuellen Problemen der Gegenwart nimmt der Verfasser freimütig Stellung. Die gewählte Form des Dialogs mutet gelegentlich unglücklich gezwungen an. — Das gelbe Kochbuch. Von Gllh Petersen. Mit 1200 Kochrezepten und 50 Bildern von Kunstmaler C. O. Petersen. (Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München.) Leinen 5.80 Mk. (109). — Das Kochbuch ist ein Lehrbuch der Küche, einfach, klar und anschaulich, daß auch der Unerfahrenste darnach wird kochen können. Jrn Plaudertone werden Ratschläge erteilt, Küchenweisheiten offenbart und Lust und Liebe zur Kochkunst geweckt. Und eine Fülle praktischer und erprobter Rezepte. Für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel! Das Schlußkapitel „Wann esse ich — was?" hilft di« rechte Monatsauswahl treffen. verdächtigen. Wenn bann eine Mutter, namentlich eine (oldjt, die ihr Kind durch allzu häufige Verabfolgung von Näschereien zum heimlichen Naschen heranzog, nicht energisch Wandel schafft, darf sie sich nicht wundern, wenn ihr Bub ober ihr Mädel sich eines Tages auch an fremdem Eigentum vergreift. Wenn aber Kinder einmal so weit sind, daß sie sich von anderen Kindern oder Leuten Näschereien anzueignen suchen, kann cs leicht Vorkommen, daß es nicht bei den begehrten Genüssen bleibt. Wo sind die Eltern, insonderheit die Mütter, denen sich im Gedanken an solche Verirrungen ihrer Kinder nicht das Herz umdreht, denen, sofern sie sich durch falsche Erziehung schuldig fühlen, nicht die Stunde der Umkehr gekommen scheint? — Und was sind denn nun unsere noch kleinen Kinder? Sind es denn schon vollverantwortlick)«, verständige und nur eben ganz kleine Menschlein? — Ganz und gar nicht. Die Mütter und Väter unserer Heranwachsenden kleinen und kleinsten Jugend mögen es uns nicht Übelnehmen, aber klein« Kätzchen und Hündchen kann man auch erziehen, und zwar so, daß sie als „Erwachsene" kaum noch naschen oder etwas wegnehmen wollen. Ist es da zuviel verlangt, daß Eltern, verantwort- liche Verwandte oder große Geschwister sich unserer kleinen Menschenkinder annehmen, sie nicht sinnlos verwöhnen, aber sinngemäß erziehen? dem Dreikäsehoch lächerliche, überwundene Standpunkte. Da müssen schon Näschereien, bi«, soweit man sic überhaupt kannte, früher zum festlichen Nachtisch bei reichen Leuten auf der Tafel erschienen, herbei, wenn sie als Belohnungen für das Artigsein oder sonst etwas ganz Selbstverständliches Gnade vor den jungen kritischen Augen finden sollen. Man könnt« darüber lachen, wenn die Sache nicht ost mehr als einen traurigen Hintergrund hätte. Erstens im Hinblick auf di« Erziehung und damit auf das ganze Leben, und dann auch äuf die Gesundheit der mit Näschereien überfütterten Kinder. Wir in einer anderen Zeit Großgewordenen haben uns den Magen ganz gewiß nur in seltenen Fällen daran verderben können. Immerhin lassen jich verdorbene Magen leichter kurieren^ als auf falsche Wege geleitete Kinderseelen. Die Kleinen, die zu viel Naschwerk erhallen, werden ganz von selbst naschhaft und, was sehr naheliegt, infolgedessen auch lügenyast. Sie suchen sich auf alle mögliche Art und Weise in den Besitz von dem zu setzen, was ihren Gaumen reizt. Da verschwindet bald hier, bald da etwas von 9Rutters Vorräten aus der Speisekammer oder einem anderen irgend etwas Gutem als Aufbewahrungsort dienen- den Versteck, und die kleinen Missetäter bringen es nicht selten fertig, jegliche Schuld von sich abzu- wälzen und Geschwister oder auch Dienstboten zu Berliner Börse. Berlin, 14. Mai. Schon im Vormittagsverkehr und an der Vorbörse herrschte fast völlige Geschästsstille. Lediglich der Schiffahrtsmarkt bot ein belebteres Aussehen, da Hapag und Rordd. Lloyd heute auf Grund der in der Presse besprochenen Freigabeaussichten zu höheren Kursen lebhaft umgeseht wurden. Die übrigen Märkte lagen auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs ruhig. Das Kursniveau war fast durchweg gut behauptet. Veränderungen über 1 Prozent gehörten zu den Seltenheiten. Die Tendenz erfuhr durch den festen Schluß der gestrigen Reu- Yorker Börse, die bevorstehende Diskontsenkung der Reichsbank und die angeblich bereits vor Auflegung in Paris mehrfach überzeichnete Reparationsanleihe eine Stütze. Anderseits mahnten die neuen Stillegungsanträge in der Metallindustrie, die gemeldeten Absatzstockungen bei RWE. und im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau zur Zurückhaltung. Größere Veränderungen nach oben wiesen neben Hapag und Norddeutscher Lloyd Reichsbank, Feldmühle, Ostwerke, Goldschmidt und Stollberger Zink auf, doch betrugen auch hier die Besserungen nicht mehr als 2 Prozent. Aus der anderen Seite hatten jedoch nur Elektrische Lieferungen und Oesterreichische Kredit, Siemens und Schuckert Verluste von mehr als 1 bis 1,5 Prozent zu verzeichnen. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer ruhig, aber, mit Ausnahme der Zprozen- tigen Macedonischen Gold etwas fester. Der Pfandbriefmarkt war vernachlässigt. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Im Verlaufe der Börse wurden Abgaben der Spekulation vorgenommen, und die Kurse gaben um Bruchteile eines Prozentes nach. Später traten kleine Schwankungen ein. Bei minimalem Geschäft war das Anfangsniveau im allgemeinen knapp behauptet. Man wies vielfach auf die sehr widerstandsfähige Haltung der Montanwerke hin, die trotz des kleinen Geschäftes heute mit Ausnahme von Ilse Bergbau durchweg geringfügig gebessert eröffnet hatten. Auch Braubank lagen weiterhin beachtet, während Dedibank zu Beginn eine kleine Abschwächung erfahren hatten. Von Kunstseidewerten gaben Bemberg im Verlaufe bis 2 Prozent nach. Von Spritaktien lagen Oft» werke in gleichem Ausmaß gedrückt. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 13. Mai. Auftrieb: 428 Pferde, 7 Fohlen und 31 Wagen. Die Tendenz war zunächst lustlos; aber im Verlaufe setzte der Handel etwas lebhafter ein und es entwickelte sich bis zum Schluß ein zufriedenstellendes Geschäft. Einige Transporte volljährige Crmeländer Pferde fanden guten Absatz. Bezahlt wurden für Arbeits- und Geschäftspferde je nach Qualität 300 bis 1100 Mk. und für Schlachtpferde 1. Qual, pro Zentner 33.50 Mk., 2. Qual. 28,50 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Mai. Auch heute verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in sehr stiller Haltung. Die niedrigeren Auslandnotierungen blieben im allgemeinen ohne Einfluß, da das Angebot von Jnlandware gering blieb. Rur vereinzelte Getreidesorten hatten hierunter zu leiden. Weizen blieb gut gehalten. Roggen konnte etwas anziehen. In Sommergerste und Hafer war das Geschäft minimal, bei gedrückten Preisen. Am Mehlmarkt war das Geschäft auch gering; die Preise blieben aber unverändert. Am Futterleicht gedrückt. Am Elekiromarkt eröffneten Licht und Kraft etwas höher; Siemens waren gut behauptet, während AEG. und Chadeaktien dis zu 1 v. H. dzw. 1 Mark abgeschwächt waren. Am Chemiemarkt lagen J.-G.-Farben leicht gebessert. Goldschmidt waren dagegen etwas niedriger notiert. Banken behauptet. Von Lokalpapieren machte sich für Mclallgesellfchaft Interesse mit plus 1,75 v. H. geltend. Sonst war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Arn Rentenmarkt konnten Schutzgebiete wieder etwas anziehen, Altbesitz gedrückt. Im Verlauf« kam die Umsatztätigkeit fast vollkommen ins Stocken. Die Kurse gaben auf Abgaben der Kulisse zumeist um Bruchteile eines Prozentes nach. Bemberg waren etwas stärker angeboten. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld mit 3,5 v. H. leicht erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1903, gegen Pfund 20,3630, London gegen Kabel 4,8595, gegen Paris 123,88, gegen Mailand 92,86, gegen Madrid 39,75, gegen Schweiz 25,13, gegen Holland 12,0860. Von Valuten lagen Schweiz und Holland stärker abge- schwächt, während sich Paris wieder etwas erholen konnte. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.. Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. Dl. Berlin Franksurt a. 2)1. Merlin Schluß-1 lurd | 1-Uhr- flurd cSchluß- lurd Ansang- flur 14. Mat Amtliän Dotierung Geld | Prici Amtliche Dotierung Geld | »riet Amst.-Nott. 168.41 168.75 168,27 168,61 Buen.-AireS 1.596 1,600 1.604 1.608 Brss-Antw. 85,41 58,53 58.41 58.53 Christiania. 111,99 112,21 111,98 112,20 Kopenhagen 112,01 112.23 111,99 111,21 Stockholm - 112,31 112,53 112,20 112,42 Hcls.ngforS. atallcit. . . London. . . 10,543 21,955 10.563 21.995 10,54 21,955 10.56 21.095 20.342 20,382 20.341 20 381 Oicunork . . 4,1865 4,1945 4.186 4,194 Paris.... 16,42 16.46 16,415 16,445 Schweiz . . 80.99 81,15 80,94 81 10 Spanien . . 51,07 51,17 51,16 51.26 Japan . . . 'Kio de Jan- 2,068 2,072 2,068 2,072 0.497 0,499 0 497 0,499 Wien in D-- Ccft. abgest. 59,04 59,16 59,02 59,14 Prag ... 12,407 12,427 12,403 12,423 Belgrad . . 7,393 7,407 7,393 7.407 Budapest. . 73.13 73.27 73,13 73.27 Bulgarien . 3,035 3,041 3,035 3.041 Lissabon 18,83 18.87 18,79 18.83 Damig. . - fionft.uitt» 81,31 81,47 81.31 81.47 1.784 1,788 1,785 1,789 Athen. . . 5,435 5,445 5,435 5,445 Canada 4,176 4,185 4,177 4,185 Uru uay - . 3.846 3,854 3,846 3,854 Cairo . . . 20.865 20,905 20,865 20,905 fff. 11$ jsS; Upfti rrl * LnerM sSä ^a,Lelnummer anterW Sfe > Hau Berlin, ausschub d-s «e,<- bali des AeBarbt • Herichlerslallcr 2lbg M 6ie Sdpornil hätten schon die Möglichen err Kapitel Sozialver^ aus Kosten der w sosenversicherung.la frage offen D>e I- laum ansrelchen, t schnitt 1,2 Mlwne sv aber mit einer zahl zu rechnen. 2bg.öchlackl3 crstatter in der Pe sich nicht auf die Notwendig sei Dieb form bet 2ßetti MUM führte u. a. aui. samiausgabe Gemeinden, Sozia tragen rund 23 2 wir auf gut 3 2 tionsleistung -Verzinsung benötif lernen Einfluß. ' M Ausgaben c m. Sozialve Knegsbeschäd OfiiAKtipenfionen i Dehrmchtt 1,4 2 pflege 1,3 äiillia: liarbe, Tchndheilsv Pensionen und §ir liardcn, Aemtenge Aeichspost, die ba gaben) 5,25 Mllia 305 e d e, allgemein« und'HMer 83 > Nch-trchtllchri den. Der M wird ausgetvandt siraßen mit 1,5 a und Landwittscha 6ad)auägabcn sü> ^itung. Finanzr 1,4 2Hri'atbcn. Aus äffens,ich-rx wnrtig Renten ren/en^ und unten Wgen einbegüf Arbeitlose Zentner aus der $ stelltenverfichm Ncherung Kriegsbefchadigie Är«- Pensionäre 'b'A'ch de, E, Millionen n \rolen, dx. Nietung t l'ch-rech'l!ü möflU toir »ft und itefc ÄK ich A^ fte ge; auf ren uft Stu JJMo ä’ülbnfiS^^tcn at^t«yro1 N pÄ» ■Watt Santo kitldWe, j SÄ Ne