Nr. 62 Erstes Matt 180. Jahrgang Zreitag, 14. März 1930 Eriche»n> iöghd).außei Sonntags und Feienag» Beilagen: öte Illustrierte Gießener Jamilienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monat,-Bezug,vreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig sür Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfvrechanfchlijffe anterSammclnummer2251 Anschrift sür Drahtnachrichten. Hnjeiger Sieben. postfchecttonto: Sronlfurtam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UniversitStr-vuch- und Steinbratfcrei B. £ange in Gletzen. Schriftleitung und Geschästrftelle: Schulltraße 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Retchspfennig, Platzvorschrift 20“ . mehr. Chefredakteur Dr Fried: Wilh Lange. DerantwortUch für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen Sine Votschast des Reichspräsidenten an das devffche Bott. 0er innere (Streit um den youngptan muß nach feiner Unterzeichnung beendet fein und das Volk muß sich zur gemeinsamen Arbeit an neuen schweren Aufgaben wieder zusammenfinden. Annahme der ssoung-Gesehe im Reichsrat. Starke Opposition gegen das Polen- ab'.ommen. •Berlin, 13. März. (VDZ.) DerReichsrat genehmigte sämtliche mit dem Boungplan in Verbindung stehenden Gesetze mit 42 gegen 5 Stimmen Thüringens, Ostpreußens, Brandenburgs und Pommerns bei Stimmenihaltung von Bayern, Sachsen und Mecklenburg Schwerin. Das deutsch-polnische Liquidation s° db f ommen wurde im Äeichsrat mit 35 gegen 10 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten die preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Grenzprovinz Posen-Westpreußen, Oberschlesien, Schleswig Holstein. Rheinprovinz und die Länder Thüringen und Mecklenburg- Schwerin. Stimmenthaltung übten Riederfchlesien, Bayern, Sachsen, Oldenburg und Bremen. — Tin preußischer Antrag, die Bounggesehe a l s dringlich zu erklären, wurde mit 42 gegen 5 Stimmen angenommen. Gegen die Dringlichkeit stimmten Ostpreußen, Brandenburg, Pommern und das Land Thüringen. Stimmenthaltung übten Bayern, Sachsen und Mecklenburg Schwerin. Damit sind sämtliche Bounggesehe vom Reichsrat genehmigt, und da auch die Dringlichkeit erklärt worden ist, kann der Reichspräsident sie sofort in Kraft sehen. Die Unterzeichnung durch den Reichspräsidenten. Das Polcnastkommc» w rb uiriilkge stellt. Berlin. 13. IKärj. (2DIB.) Reichspräsident von Hindenburg hat heute bas den Youngplan enthaltende Gesetz über die Haager Konferenz 1929'30 und die damit in Verbindung stehenden Gesetze ausgefertigt und ihre Verkündung im Reichcgefctzblalt veranlaßt. Dcn Gesetzentwurf zur Regelung von Fragen des Telles X des Versailler Vertrages, welcher das deutsch-polnische Liquidationsabkommen enthält, hat der Reichspräsident noch nicht vollzogen, sondern in Ausübung der ihm nach Art. 70 RV. obliegenden Pflicht zur Prüfung des verfassungsmäßigen Zustandekommens der Gesetze ein st weilen zurückgeslellt. Der Reichspräsident hat sich wegen einer eingehenden Prüfung der Frage, ob dieses Gesetz verfassungsändernden Charakter hat, mit dem Reichskanzler und den beteiligten Reichsministern in Verbindung gesetzt. Hindenburgs Botschaft. Berlin. 13. März. (WT2.) Reichspräsident von Hind-enburg läßt mitieilen: Wahrend des Kampfes um Annahme oder Ablehnung des Poungplanes sind mir von Verbänden, Vereinen und Einzelpersonen viele Hunderte von Zuschriften zugegangen, die, von Sorgen für die Zukunft unseres Vaterlandes erfüllt, mich in dringenden Worten baten, das Zustandekommen des Boungplanes durch die Verweigerung meiner Unterschrift unter die Gesetze und Ratifikationsurkunden zu verhindern. Da ich mich allen denen, die sich teils mit kurzen Protesten, teils mit langen Ausführungen an mich gewandt haben, nicht einzeln auseinandersehen kann, gebe ich nachstehend meine Antwort auf diesem Wege: Schweren, aber festen herzens habe ich nach reiflicher, gewiffeuhasler Prüfung die Hounggesehe mit meinem Hamen unterschrieben. Rach Anhörung von Befürwortern und Gegnern des Planes, nach forgfältiger Abwägung des Für und des Wider bin ich zur Ueberzeugung gelangt, daß trotz der f ch w e r e n B e l a st u n g, die der Reue Plan dem deutschen Volke auf lange Jahre hinaus auferlegt, und trotz der großen Bedenken, die gegen manche feiner Bestimmungen erhoben werden können, der Zoungplan im vergleich zum Dawesplan eine Besserung und Entlastung darstcllt, und wirtschaftlich und politisch einen Fortschritt aus dem schweren Wege der Befreiung und des Wiederaufbaues Deutschlands bedeutet. Zu einer Ablehnung konnte ich mich im Gefühl meiner Verantwortung für Deutschland und seine Zukunft nicht entschließen, da die Folgen einer solchen für die deutsche Wirtschaft und die deutschen Finanzen u n - absehbar sein und schwere Krisen mit allen ihren Gefahren für unser Vaterland bringen würden. Ich bin mir durchaus bewußt, daß auch die Annahme des Zoungplanes uns nicht von allen Sorgen für die Zukunft befreit: aber ich glaube lrohdem zuversichtlich, daß der nunmehr eingetragene Weg, der dem besetzten deutschen Gebiet die langersehnte Freiheit und uns allen die Erwartung weiterer Fortschritte gibt, sich als der richtige erweisen wird. Diele der Zuschriften haben in wohlmeinender Absicht an mich persönlich die Ditte gerichtet, meinen, des früheren Heerführers Ramen, nicht dadurch vor der Geschichte zu verdunkeln, daß ich mit ihm diese Gesetze decke. Hierauf erwidere ich: Ich habe mein Leben in der großen Schule der Pflichterfüllung, in der alten Armee, verbracht und hier gelernt, stets ohneRücksicht auf die eigene Person meine Pflicht gegenüber dem Daterland zu tun. Deshalb hatte bei meiner Entscheidung jeder Gedanke an mich selbst vollständig zurückzutreten. So konnte auch der Gedanke, durch einen Dolksentschcid oder meinen Rücktritt die Der- antwortung von mir abzuschiebrn, bei mir nicht Boden fassen. Der parlamentarische Kampf um die QJoung- gesche ist mit deren Derkündung im Reichs- gcsehblatt zu Ende: damit muß nun auch im deutschen Volke der Streit um diese Frage beendet fein, der soviel neue Gegensätze hcrvorgerufen und die von mir von jeher so schmerzlich empfundene Zerrissenheit in unserem schwer geprüften Vaterlande stark erweitert hat. Ich richte daher an alle deutschen Männer und Frauen die ernste Mahnung, sich ihrer Pflichten gegenüber dem Vaterlande und der Zukunft der Ration bewußt zu fein und sich nun endlich u n - ter Aeberwlndung des Trennenden und Gegensätzlichen zusam- menzusinden in gemeinsamem wirken für unsere Zukunft, in der es wieder ein freies, gesundes pnd starkes deutsches Volk geben soll. Die politischen Auseinandersetzungen und Kämpfe der letzten Monate müssen nunmehr einer entschlossenen praktischen Arbeit Platz machen, welche die Gesundung unserer Finanzen, die Belebung unserer gesamten Wirtschaft und damit die Beseitigung der ungeheuren Arbeitslosigkeit und nicht zuletzt die Linderung der schweren Lage der dei't'chen Landwirtschaft und die Wiederherstellung ihrer Rentabilität zum Ziele haben muß. Ich habe der Reichsregierung die Erledigung dieser Arbeit in einem Schreiben an den Herrn Reichskanzler vom heutigen Tage zur Ausgabe gestellt und fordere hiermit gleichzeitig alle Deutschen auf, sich über die Grenzen der Parteien hinaus zur gemeinsamen Mitarbeit die Hände zu reichen. Vor bald 60 Jahren habe ich bei der Reichsgründung den Jubel miterlebt, der das gesamte deutsche Volk über seine endlich erreichte Einigung beseelte. Ich kann mir nicht denken, daß dieser Geist dahin- gelchwunden ist und dauernder inner- politischer Zwietracht P4atz gemacht hat. I Wir müssen uns trotz und wegen der Rot der Zeit auf uns selb st besinnen und wieder eins werden in dem Gedanken: Deutschland übet alles! Echo der Presse. „Abschied" von Hindenburg. Tic Kampfansage der „Deutschen Heilung" Berlin, 13. März. (ERB.) Die „Deutsche Zeitung", die aus Anlaß der Unterzeichnung der Bounggesehe durch den Reichspräsidenten von Hindenburg mit Trauerrand erschienen ist, polemisiert in einem Artikel „Abschied" in schärfster Weise gegen d i e Haltung des Reichspräsidenten und schreibt: Wir müssen erklären, daß wir in dem Reichspräsidenten Hindenburg den politischen Gegner erblicken, dem zur Abwendung weiteren Unheils der Kampf derer gilt, die an Deutschland auch jetzt nicht verzweifeln, die sich auch weiterhin mit allen Kräften ihrer Seele für seine Rettung einsehen wollen. Dieser feierliche Abschied der „Deutschen Zeitung" findet in der Mehrzahl der Berliner Blätter eine Entgegnung. Das „B. T." schreibt, der Reichspräsident werde biete, Kriegserklärung achselzuckend beiseitelegen, unix fordert öffentlichen Anschlag der Kundgebung, weil es zweifelhaft sei, ob das Manifest an das deutsche Volk wirklich bis zu allen Teilen des deutschen Volkes dringt. — In der „Germania" heißt es: Der ernste Mahnruf des Reichspräsidenten wird, das ist gewiß, bei der erdrückeirden Mehrheit des Volkes lebhafte Zustimmung finden. Eine breite Front der Gutgesinnten wird ihm treue Gefolgschaft leisten' und seine Bemühungen unterstützen, der deutschen Zukunft Schritt um Schritt die Wege zu ebnen. Die „D. A. Z." fürchtet, daß cs den nationalen Interessen nicht dienlich sein tonne, jetzt zu allem Unheil und Zwist, der das deutsche Volk zerreißt, auch noch einen schweren und tragischen Kampf um den Reichspräsidenten zu entfesseln. Wir wollen, so betont das Blatt, in dieser Stunde die sich mit elementarer Gewalt auf- drängenden politischen Gedanken des Zweifels zurückdrängen und neu an d i e Arbeit gehen im Sinne der Mahnung des Reichspräsidenten. — Der Artikel des Berliner „Lokal-Anzeigers", der zwar auch von einem schwarzen Tage für das deutsche Volk spricht, unterscheidet sich insofern doch sehr stark von der Stellungnahme der ..Deutschen Zeitung", als er erklärt, daß der schwarze Tag ein Gutes haben könnte, wenn aus ihm das emporwüchse, wozu Hindenburg in seinen Schlußworten so eindringlich gemahnt hat: Einigkeit in unserem Volke statt der fluchwürdigen Zerrissenheit. — Die „Deutsche Tageszeitung" ist der Meinung, daß der Entschluß Hindenburgs viel weniger in der Beurteilung des Tributplanes selber als vielmehr in dem unzerstörbaren Glauben des Reichspräsidenten an eine bessere Zukunft des deutschen Volkes seine Wurzel habe und seine Erklärung finde. Der ehemalige badische Staatspräsident a. D. Pros. Helpach, der kürzlich mit einer aufsehenerregenden Begründung aus dem Reichstage ausgeschieden ist, äußert sich in der „Kölnischen Zeitung" eingehend über die inner- politische Lage im Zusammenhang mit der Annahme der Bounggesehe und den gleichzeitig geführten Haushaltsverhandlungen. Er kommt zu dem Ergebnis, daß eine an die Wurzeln des Hebels, nämlich an die Ausgabe- 1 wirtschaft greifende Finanzreform mit b e r Sozialdemokratie einfach nicht zu machen sei. Man dürfe dies von der Sozialdemokratie auch eigentlich gar nicht erwarten, sondern es sei eine Art politische Loyalitätspflicht, sie von dieser Mitverantwortung zu entlasten. Dagegen sei es ebenso eine Loyalitätspflicht gegenüber der Sozialdemokratie, mit ihr die Annahme der Bounggesehe durchzuführen. Prof. Helpach schließt aus dieser Situation, daß ein politisch geführter Reichstag die Bounggesehe angenommen und unmittelbar danach Öie jetzige Regierung gestürzt hätte: er hätte sofort nach der Annahme des Reuen Planes (toenn das Kabinett nicht den freiwilligen Rücktritt vorzog) den Antrag einbringen müssen, um ihn anzunehmen: „Die Regierung besitzt nicht mehr das Vertrauen des Reichstages". Durch die Annahme des Boungplancs werde eine Epoche deutscher Rachkriegspolitik abgeschlossen, wodurch zugleich eine neue Epoche großer grundsätzlicher innerdeutscher Auseinandersetzungen beginne. Die Pariser Presse zur Unterzeichnung. Paris, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte Morgenpresse veröffentlicht das Manifest des Reichspräsidenten, nimmt jedoch hierzu noch nicht Stellung. Nur zwei Blätter äußern sich. Der Berliner Korrespondent des „Petit Parisien" schreibt, die politischen Ereignisse in Deutschland hätten alle Tage deutlicher die hervorragende Rolle erkennen lassen, die Reichspräsident von Hindenburg in dem Augenblick spielte, in dem die Bolkspartei und das Zentrum inmitten eines unbeschreiblichen parlamentarischen Chaos die Absicht kundgaben, entweder die Stellung der Regierung zu gefährden, oder die Mehrheit zugunsten der Ratifizierung des Poungplanes zu schwächen. Die Intervention Hindenburas fei um so bedeutungsvoller, als sie an das Gefühl für internationale Realitäten erinnere. Die nationalistische Zeitung „L'Ordre" schreibt: Hindenburg habe als Reichspräsident es verstanden, der Beeinflussung zu entgehen. Er habe sich damit begnügt, feine Pflicht dadurch zu tun, daß er der Sache seines Landes diente. Er verdiene in dieser Hinsicht die Dankbarkeil seiner Mitbürger und die Achtung der ehemaligen Gegner Deutschlands. Der Widerhall in London. London, 14. März. (WTB. Funkspruch.) „Financial Times" sagt in einem Leitartikel: Der gestrige Tag war einer der wichtigsten der Rachkriegsgeschichte Europas. Der Präsident des Deutschen Reiches hat die Boung-Gesehe unterzeichnet. Damit hat er der Wohlfahrt des deutschen Volkes wie auch der anderer Völker in gleicher Weise gedient. Später werden sich vielleicht älmstände ergeben, die eine neue Revision der Reparationslage nötig machen, vorläufig aber sind sehr zweckmäßige Vorbereitungen getroffen worden, um eine dauernde Beobachtung der Rückwirkungen der deutschen Zahlungen auf die internationale Finanz- und Handelslage zu ermöglichen. Deutschland wird zweifellos aus dem Boungplan beträchtliche Vorteile ziehen. Aber fein Vorteil wird kein Verlust für andere fein. Keine Einigung über das Finanzprogramm. Der Hamps um die Steuersenkungen gehl weiter. Berlin, 13.März. (VDZ.) In der heutigen Ve- fprechung der Finanzfachverständigen der Regierungsparteien im Reichstage nahm der Unterhändler der Deutschen Volkspartei, Abg. Dr. E r e m e r, die Mitteilungen über die Finanz, und Steuer- wünsche der anderen Regierungsparteien entgegen, die ihm nicht etwa schriftlich vorgelegt, sondern nur mündlich vorgetragen wurden. Dr. Eremer stellte fest, daß ein festes Programm bet anderen Parteien gar nicht vorliege, sondern daß die Steuerwünsche dieser Parteien untereinander immer noch Unterschiede zeigen, und daß sich eine grundsätzliche Aenderung gegenüber dem bisherigen Regierungsprogramm dadurch ergeben habe, daß jetzt außer den Sozial- demokraten auch Zentrum und Baye- rischevolksparteiaufeineFestlegung vonSteuersenkungen verzichten wollen. Demgegenüber legte Dr. Eremer den bekannten Standpunkt seiner Fraktion dar. Dann wurde die eingehende Besprechung des Finanzprogramms im einzelnen auf Freitag 15 Uhr vertagt. In Kreisen der Deutschen Volkspartei wird betont, daß die Fraktion auf ihrem Steuerfen- kungsverlangen unbedingt besteheu müsse, weil sonst nach der Sanierung der Kassenlage wieder neueAusgabenwünsche auf- lauchen würden. Eine neue Ausweitung des Etats fei nut durch gesetzliche Festlegung von Steuersenkungen wirksam zu verhindern. — In parlamentarischen Kreisen betrachtet man, da sich nicht einmal die Parteien der sog. Weimarer Koalition endgültig einigen konnten, d i e Aussichten für das Zustandekommen eines gemeinsamen Programms aller Regierungsparteien alsfehrgering. Man fürchtet, daß nichts anderes übrig bleiben wird, als das F i n a n ; p r o g r a m m des Kabinetts mit wechselnden Mehrheiten zu verabschieden. Der Reichstandbund fordert ein Rotgesetz. Berlin, 13. März. (ERB.) Die Vertreter- Versammlung des Reichslandbundes nahm in ihrer Sitzung vom 12. März eine Entschließung an, in der der Reichslandbund außer sofortiger Durchführung der von der Grünen Front geforderten handelspolitischen Maßnahmen für die gesamte deutsche Landwirtschaft ein Rotgesetz verlangt, das vorsieht: 1. Zinssenkung auf Reichsbankdiskont. 2. Steuer- undLastensenkung im weitesten Umfange. 3. Schaffung eines Detriebserhaltungs- f o n d s , um unverschuldet stürzende Betriebe auf dem Dergleichswege retten zu können. 4. Allen, vorweg dem Osten, bis zur Wiedererlangung der immer wieder versprochenen Lebensgrundlagen einen allgemeinen Zahlungsaufschub zu verschaffen. In Ergänzung der Verpflichtungen staatlicher Organe ruft der Reichslandbund das Landvolk auf, das Aettungswerk selbst zu fördern. Solange eine Besserung der Lage nicht fühlbar wird, erwarten wir, so heißt es in der Entschließung, von der gesamten Landwirt'chaft im Interesse der Selbsterhaltung rücksichtslose Durchführung unserer immer und immer wieder betonten Selbsthilfernahnahmen: 1. Schränkt eure Wirtschaft so ein, daß die Ausgaben auf das geringste Maß herabgedrückt werden. 2. Kauft nichts, was den Schulden st and eurer Wirtschaft auch nur um einen Pfennig erhöht. 3. Wehrt euch gegen Steuern und Lasten, die ihr nicht tragen könnt, mit den äußersten gesetzlichen Mitteln. Der Kampf um eure Existenz hat bereits ernsteste Formen angenommen. In der Endentscheidung wird es sich erweisen, daß der deutsche Bauer nicht kampflos untergeht. Das Hilfsprogramm für die Landwirtschaft. Vorschläge Minister Dietrichs. Berlin, 14. März. (TäT) Am Donnerstagnachmittag fand im Reichstag eine Besprechung der Parteiführer mit dem Reichsernährungsminister statt. Reichsernährungsminister Dietrich stellte eine Reihe von Vorschlägen zur Erörterung. Diese Vorschläge sollen von den Regierungsparteien als Initiativanträge einge- bracht werben und nach Möglichkeit bereits am kommenden Montag im Reichstag beraten werden. Die Schwierigkeiten des Ausgleichs lägen vor allem darin, daß in jedem Versuch, die Roggen bauende Landwirtschaft im Osten zu retten, Gefahren für den Westen stecken. 3n unterrichteten Kreisen halte man eine Stützung im wesentlichen von der Wiizenfeite her für erträglich, und es werde deshalb vorgeschla- gen, den Weizenzoll auf 35 bis 40 Mk. zu erhöhen. Wenn dann außerdem für das Lim stellen der Roggen- auf die Weizenproduktion noch bestimmte Prämien gezahlt würden, könnten 23 bis 25 v. H. der Böden für die Weizenproduklion benutzbar fein. Von sozialdemokratischer Seite ober seien gegen eine Erhöhung der Weizenzölle Bedenken laut geworden, und es müsse abgewartet werden, ob diese Bedenken überwunden werden könnten. Der Beimahlungszwang werde vom Rcichs'.rnährungs.ninister von 18 zu 20 vorgeschlagen, Loch bestehe bei den Parteien wenig Reigung, diesen Vorschlag anzunehmen, da er die Rotwendigkeit der Kontrolle von etwa 35 000 Mühlen in sich berge. Die Vorschläge sehen weiter eine Ermächtigung für die Reichsregierung im Einblick auf bestimmte -Zölle vor. Wie wir erfahren, ist ferner beabsihtigt, ein Mais- Monopol, eine Verhinderung der Roggeneinsuhr und eine Erhöhung des Rinderzolls, wobei off-nbar vorgesehen ist, daß für Holland und Dänemark ein kleineres Kontingent zu geringeren Zollsätzen reserviert wird. Die agrarpo'.it'.schcn Vorlagen bilden einen erheblichen Bestandteil der Aufgaben, die der Reichstag noch in diesem Monat zu lösen hat. Oie Liberalen stützen Macdonalv. Ein konservativer Mis.trauenSantrag abgelehnt London, 13. März. (WTB.) Im Unterhaus wurde von Baldwin ein Tadelsantrag gegen di e Regierung eingebracht. Der Antrag rügt, daß die Regierung es ablehne, die Schutzoder Vorzugstarife auf das ganze Reich auszudeh- nen oder ihre Absichten in bezug auf die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Schutzzölle zu erklären. Baldwin, der darauf hinwies, daß aus der Haltung der Regierung der Niedergang des Handels und die Vermehrung der Arbeitslosigkeit entstanden seien, erklärte die Arbeitslosigkeit werde die Regierung zu Fall bringen. Snowden erklärte im Namen der Regierung, die Regierung beabsichtige, am Prinzip des Freihandels festzuhalten. Wenn man der Ansicht sei, daß der Protektionismus ein Mittel gegen d.e Arbeitswsigkeit darstclle, wie komme es bann, daß in Amerika 5 Millionen, in Deutschland drei Millionen Arbeitslose zu verzeichnen feien. Auch durch 50 Tadelsvoten wie das vorliegende werde er, sich nicht dazu bewegen lassen, sich über seine Ansichten zur Zollpolitik zu äußern, ehe er über das Budget gesprochen habe. Sir Herbert Samuel kündigt im Nomen der L i b e r a l e n an, daß seine Partei ohne jedes Zaudern die Regierung unterstützen und das Tadelsvotum bekämpfen werde. Infolgedessen wurde der Mißtrauensantrag der Konservativen mit 308 gegen 235 Stimmen a b- gelehnt. Kampf um das Republikschuhgesetz Erregte Ause nandersetzungrn im Reichstag. D e r l i n, 13. März. (D.D.Z.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Beratung des Gesetzes zum Schutze der Republik und zur Befriedung des politischen Lebens. Reichsinnenminister Severing: Heute vor zehn Jahren am 13. März 1920 zogen hakenkreuzgeschiüückte Soldaten in Berlin ein und besetzten die Reich ämter. Die Putsch- regierung Kapp-Lüttwitz wurde proklamiert, aber sie mußte schon am 19. März von der Bildfläche verschwinden. Der Kapp- Putsch scheiterte an dem Generalstreik der Arbeiter aller Richtungen und an dem einmütigen Widerstand der Beamtenschaft. Rur daran scheiterte der Ansturm gegen den Staat: andere zuverlässige Machtmittel hatte er nicht. Heute ist es anders. Heute haben wir eine Reichswehr mit vorzüglicher Disziplin und eine Schutzpolizei, der man die gleiche Tugend nachfagen kann. Ohne Kapp-Putsch wären wir nicht zum Ruhraufstand gekommen und zu der Zerstörung großer wirtfchaftlicher Werte mit der Folge einer weiteren Verschlechterung der deutschen Valuta. Gegen eine Wiederholung solcher Putsche brauchen wir ein Schutzgesetz. Es kommt nicht nur darauf an, solche Anschläge im Keime zu ersticken, sondern den Kreisen, die Neigung dazu verspüren, hie Lust dazu von vornherein zu verleiden. Wenn wir keine Schutzmittel gegen solche Gefahren haben, dann könnten auch die heroischen Anstrengungen der nächsten Zeit vergeblich fein. Graf Westarp hat als deutschnationaler Fraktionsführer rm Jahre 1927 nicht nur den Initiativantrag zur Verlängerung des Republikschutzgesetzes unterzeichnet, sondern er hat auch in einem Kreuzzeitungsartikel d i e Notwendigkeitbegründet, mit einem solchen Gesetz den Staat gegen kommunistische Ord- nungsstörungön zu schützen. Dabei stand unsere Wirtschaft im Jahre 1927 verhältnismäßig günstig, während wir jetzt 3 Millionen Erwerbslose haben. Und heute wollen die Deutschnationalen dem Staat den Schutz versagen, den sie ihm 1927 bewilligten. (Lärm rechts.) In der Zeit, in der das Republikschutzgesetz fehlte, ist das Versammlungsrecht durch das Treiben der Extremen von Rechts und Links zum Versammlungsunrecht geworden. Die Pressefreiheit — ich bin mir der Tragweite des Ausdrucks wohl bewußt — ist vielfach zu einer Pressefrcchheit geworden. (Lärm bei den Nationalsozialisten und Kommunisten.) Wir können es nicht länger dulden, daß Demagogen straßauf straßab ziehen und die Massen verhetzen. Allein in Preußen sind im vergangenen Jahre bei Zusammenstößen 3 00 Schutzpolizisten verletzt und 14 getötet worden. Die Länder können es nicht auf die Dauer ertragen, daß ihre Machtmittel in dieser Weise abgenutzt werden. (Lärm — Präsident Löbe droht den Abg. Thälmann (Korn.) und Dr. Goebbels (N.-S.), die bereits je zwei Ordnungs- rufe erhalten haben, für den Fall weiterer Ordnungsstörungen schärfere Maßnahmen an.) Wir legen das Republikschutzgesetz vor, weil wir wollen, daß weder Arbeiter vor die Karabiner der Schutzpolizei kommen, noch die Schutzpolizeibeamten von Verhetzten totgeschossen werden. Mit dem Republikschutzgesetz soU verhindert werden, daß die Machtmittel des Staates vorzeitig abgenutzt werden. Ein Staat, der seinen Schuh aufgibt, gibt sich selbst auf. Abg. Or. Everling (Onl.) führt aus, die vom Minister an die Wand gemalten Gefahren hätten mit dem vorliegenden ©efet) gar nichts zu tun. D.e Vorlage enthalte in der Ausschußfassung überhaupt keine Vorschriften gegen Gewalttätigkeiten. Abg. Schulz-Bromberg (Dnl.) weist in einem Zuruf darauf hin, daß Minister Se- dering den Haal verlassen habe. (Lärm.) Abg. Dr. E v e r l i n g (Dnl.): 3ch unterbreche meine Ausführungen und beantrage, den Innenminister herbeizurufen. 3m Hammelsprung wird die Herbeirufung des Ministers mit 213 gegen 133 Stimmen abge - lehnt. Das Abstimmungsergebnis wird mit lärmenden Kundgebungen von der Rechten und den Kommunisten beantwortet. Der Abg. Remmele (Kom.) macht dem Präsidenten mit lauter Stimme Vorwürfe und fügt sich den Ordnungsrufen nicht. Ec wird darauf vom Präsidenten aus dem Saale gewiesen. Der kommunistische Abg. 2ieck sucht den Ausgewiesenen zum Verlas en de5 Saales zu bewegen, Remmele richtet aber weiter Angriffe gegen den Präsidenten und wird auf acht Sitzungstage ausgeschlossen. Auch der Abg. Thälmann (Kom.), der beleidigende Rufe gegen den Präsidenten Lobe richtet, wird aus dem Saale gewiesen. Inzwischen hat unter lautem Hallo der Rechten Reichsinnenminister Seoering seinen Platz wieder eingenommen. Abg. Dr. Everling (Dnl.) fährt daraufhin in seiner Rede fort: Im Schatten der gestrigen Poung Abstimmungen wolle man heute den Rest der inneren Freiheit zerschlagen. Die letzte Säule des Rechtsstaates, die I u st j z, sei in Ge- ahr. Nicht um den Schutz der Republik handele es ich, sondern um einen Angriff zugunsten des Sy- tems gegen die Opposition, um eine Fortsetzung >es politischen Kampfes mit anderen Mitteln. Die Denkschrift des Jnnenminsters sei an Einseitigkeit, Oberflächlichkeit und Kleinlichkeit unübertreffbar. Geblieben seien nur die Bestimmungen gegen die Freiheit der Ge- f i n n u n g. Der Begriff der oerfafsungsmäßig fest- gestellten republikanisck)en Staatsform fei unklar. Eine bewußte Unklarheit im Gesetz sei aber ein Unrecht gegen das Volk und gegen den Richter, der zur Ungerechtigkeit gezwungen werde. Alles fei unklar außer den Strafen, für die drei Mdnate Gefängnis der Normalfatz feien. Die verfaffungs» ändernde Bedeutung des Gesetzes sei in fünffacher Hinsicht nachweisbar. Hier werde der Justitia die Binde von den Augen geriffen, um sie der Opposition vor den Mund zu legen. Gewiß haben die Deutschnationalen der Verlängerung des Republikschutzgesetzes im Jahre 1927 zugestimmt. Aber damals gehörten sie einer Regierungskoalition an, und Sie wissen ja selbst aus den Erfahrungen per letzten Wochen, daß eine Koalitions- Partei manchmal unter Druck gesetzt wird. Abg. Münzenberg (Kom.): Minister Severing sagt zwar, das sogenannte Republikschutzgesetz solle sich auch gegen die Rationalsozialisten richten: tatsächlich ist es aber bisher immer nur gegen links angewendet worden. 7000 Arbeiter sind unter diesem Gesetz zu insgesamt 5000 3ahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zum ^Hutze des Kapitals wird das sogenannte Republikschutzgesetz erlassen, das in Wirklichkeit ein Gesetz zur Riederhaltung der arbeitenden Klassen ist. Wir bereiten die Stunde vor, wie sie gekommen ist für Zarentum und Kaisertum. Abg. Or. Göbbels (Natsoz.) führt aus, Minister Severing habe seinen Kampf gegen die Rationalsozialisten bisher nur mit einer öffentlichen Stimmungsmache geführt, die sich auf unwahre Behauptungen stützte. Dazu gehört auch der Bericht über die angebliche Zersehungsarbeit der Rptionalsozialisten in der Reichswehr. Die Beratung des Republikschutz- gesehes wenige Stunden nach der Unterzeichnung der Vounggesetze ist kein Zufall. Es handelt sich gewissermaßen um ein innerpolitisches Ausf ührungsgesey zum Voungplan. Die öffentliche Ordnung in dieser Republik wäre nicht gefährdet, wenn in Deutschland nicht lande s v e r r ä t e r i sche Parteien in der Regierung säßen. (Unruhe bei den Sozialdemokraten, Ruse: „Unerhört!") Das bezieht sich auf 3hre Partei, Herr Severing! (Präsident Löbe ruft den Redner zum zweiten Male zur Ordnung.) Das vorliegende Gesetz ist bestimmt, die Korruption dieser Republik zu schützen. (Präsident Löbe: 3H rufe Sie zum drittenmal zur Ordnung und mache Sie auf die Folgen eines weiteren Verstoßes gegen die Ordnung aufmerksam.) Der alte anständige Staat wurde mit unanständigen Mitteln gestürzt. Wir wollen mit anständigen Mitteln einen unanständigen Staat stürzen. — Präsident Löbe: Da Sie meiner Mahnung nicht Folge geleistet haben, entziehe ich 3hnen das Wort (Pfuirufe bei den Rationalsozialisten.) Abg. Or. Wendthausen (Chr Rai. Bauern- und Landvolkpartei): Die Staatsordnung, die 1918 von meuternden Soldatenräten errichtet wurde, soll durch dieses Gesetz geschützt werden. Nachdem die Regierung durch Annahme der Vounggesehe Verrat an der Zukunft des deutschen Volkes begangen hat, soll jetzt durch das sogenannte Republikschutzgesetz das deutsche Volk mundtot gemacht und die Wahrheit unterdrückt werden. Wir wollen das jetzt herrschende undeutsche System ersetzen durch ein System der Sauberkeit und Deutschheit. Abg Schlange (Lhr. Aal. Arb. Sem.): Wir können ein Bedürfnis für dieses Gesetz nicht anerkennen. Der Staat verfügt über genügend Machtmittel. Die Wirtschaft leidet so. daß Ne irgendwelche politische Unruhen gar nicht ertragen kann. Wenn jetzt zehn 3ahre nach der Errichtung des neuen Staates, zehn 3ahre nach einem Ereignis, das für viele Deutsche einen seelischen Zusammenbruch bedeutete, ein solches Gesetz gemacht wird, so entsteht der Verdacht, daß es weniger dem Bedürfnis der Staatsordnung als der Parteipolitik dient. Das Parlament sollte lieber Gesetze machen, mit denen der Wirtschaft geholfen wird, dann werden die Unruhestifter keine Gefolgfchaft finden. Der Reichspräsident von Hindenburg hat an alle Deutfchen die Mahnung gerichtet, sich ihrer Pflicht bewußt zu sein, für die Zukunft der Ration in diesem Staat zu arbeiten. Wir b e- kennen uns zu diesen Worten des Herrn Reichspräsidenten, von dem wir uns du^ch nichts trennen lassen, denn wir sehen in ihm die letzte Gestalt, über die die deutsche Ration verfügt. (Beifall und Hört!-Hört!-Ruse bei Len Regierungsparteien.) Die Mahnung des Reichspräsidenten zur Einigkeit für die Ration sollte von allen Seiten beherzigt werden, auch von der Regierung. Das vorliegende Gesetz ist geeignet, den Parteihader zu entfachen. Darum richten wir an den Reichsminister des 3nnern die Ditte, eingedenk der Mahnung des Reich'Präsidenten, die Vorlage zurückzuziehen. Abg. Lanbsberg (So;) erklärte, alles, was Dr. Everling gegen die Vorlage gesagt hat, waren Peitschenhiebe gegen die Deutsch- nationalen, die 1927 die Verlängerung des Re- publikschutzgesetzes befchiossen haben. Am 9. November 1918 habe ich in ganz Berlin ein schwarzweiß-, rotes Fähnchen nur bei der Witwe eines pensionierten Beamten gesehen. Vor dieser Frau ziehe ich tief den Hut. Die freie Meinungsäußerung wird durch das vorliegende Gesetz nicht unterdrückt, auch nicht die scharfe Kritik an der Regierung. Es zeigt sich aber manchmal ein Schmutz und Ungeist, der mit Pressefreiheit nichts zu tun hat. Der Redner verlieft eine Reihe von Sätzen aus der national» sozialistischen Zeitung „Der Stürmer", die u. a. beim Tode des Abg Dr. Levi schrieb: ,Levi hat wohl seinen eigenen Rassegeruch nicht mehr aushalten können und deshalb das Fenster aufgerissen. Ein nationalsozialistischer Staatsgerichtshof würde ihn am höchsten Galgen aufgehängt haben. (Lebh. Pfuirufe b. d. Mehrh.) Ich würde die in diesen Sätzen enthaltene Roheit als v.ehisch bezeichnen, wenn ich nicht fürchtete, damit das Vieh zu beleidigen. Und solche Roheiten dürfen straflos verbreitet werden. Dieselben Leute klammern sich an d.e Immunität der demokratischen Republik und rufen jammernd nach A m n e st i e, wenn der Strafrichter sie wirklich einmal faßt. (Zurufe des Abg. Schumann, Leipzig, Komm.: Wenn Sie schon sächsisch reden wollen, dann müssen Sie näher herankommen. — Groß- Heiterkeit. — Abg. Schumann, Leipzig (Komm.) springt erregt auf und ruft immer wieder: „Er macht skandalöse Witze". — Abg. Stöhr (Rats.) ruft: „Jeder kann nicht so mauscheln wie er!") In Sowjetrußland wird die Todesstrafe Pressesündern angedroht. Das deutsche Republikschutzgesetz geht keineswegs soweit wie der Antrag des nationalsozialistischen Abg. Göbbels, der die Beleidigung von Nationalhelden mit Freiheitsstrafen und körperlicher Züchtigung bedroht. Wir wollen Dr. Göbbels, gegen den jetzt ein Verfahren wegen Beleidigung des Reichspräsidenten von Hindenburg schwebt, nicht der Gefahr einer körperlichen Züchtigung aussetzen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Atg. Or. Bett (Zentr): Das Zentrum hat im Ausschuß die Vorlage gemildert, wo es irgend anging. 3n der vorliegenden Form beschränkt das Gesetz in keiner Weise die sachliche Kritik am Staat und an feinen Organen. _ Keiner, der an der Vergangenheit und an früheren Staatseinrichtungen hängt, wird in seiner Meinungsfreiheit irgendwie gehemmt. DaS Gesetz läßt bestehen die Freiheit der Kritik, aber es bringt keine Sanktionierung derSchimpffreiheit, derUnterminie- rung des Staates u nd des Hochverrats. Das Republikschutzgesetz braucht niemand zu fürchten, der die Grenzen sachlicher Kritik innehalt. Abg. Or. Wunderlich (O. D ): Wir stimmen durchaus der Mahnung des Abgeordneten Schlange zur Zusammenarbeit aller Parteien für däs Staatswohl zu: aber gerade darum müßte auch er ein Gesetz annehmen, das den Staat gegen Angriffe auf feine Ordnung schützen will. Zweifellos ist dieses Gesetz nicht verfassungsändernd. Auch die Anhänger der früheren Staatsform müßten dem heutigen Staat, seinen Farben und Symbolen die nötige Achtung erweisen. Wir beantragen, daß der Schuh sich auch erstreckt auf die Kriegs« und Handelsflagge. Besondere Bestimmungen gegen die Beschimpfung verstorbener Staatsmänner wünschen wir nicht. Gerade unser verehrter Führer Stresemann ist zwar in der letzten Zeit das Objekt der liederlichsten Angriffe gewesen: aber wir meinen, daß die Beschimpfung eines Toten immer den Beleidiger selbst am meisten in der öffentlichen Achtung herabsehen muh. (Beifall bei der Volkspartei.) Weiterberatung Freitag. Aus aller Well. Tödlicher Flugzeugunfall eines kanadischen Kampffliegers. Der kanadische Oberst W. G. Barker, 3n- haber der höchsten englischen Kriegsauszeichnung, des Viktorialreuges, fand bei einem Flugzeugunglück den Tod. Barker, der den Weltkrieg von Anfang bis Ende mitgemacht hat, hat nach amtlicher Darstellung 52 feindliche Flug- zeuge abgeschossen. Er war 363aj)re alt. Die Haftbefehle gegen die Gebrüder Sklarek 3n dem Hastprüsungstermin gegen die Brüder Sklarek wurden die gegen den Angeschuldigten Max Sklarek bestehenden Haftbefehle aufrechterhalten, da dringender Tatverdacht und Fluchtverdacht fortbesteht. Er wird jedoch bis aus weiteres mit Untersuchungshaft verschont, weil die vier eidlich gehörten Sachverständigen die Aufhebung der Unter- suchungshast dringend befürwortet haben, da sonst mit der Gefahr einer erheblich fortschreitenden Verschlimmerung der schweren Erkrankung sowie mit der Möglichkeit eines plötzlichen Todes zu rechnen sei. (Herzkrankheit, Arterienverkalkung und Rierenentzündung.) Mar Sklarek muh sich aber an drei Tagen der Woche bei dem zuständigen Polizeirevier melden und Wohnungsveränderungen 24 Stunden vorher an» Sei gen. Gegen Leo und Willi Sklarek sind die Haftentlassungsanträge abgelehnt worden. Furchtbarer Kampf im Löwenzwinger. 3n Debra kam es im Me n a g e r iew agen des Zirkus Hassel, etwa zwei Stunden nach der' Vorstellung, zu einem erbitterten Kampf zwischen einem braunen sibirischen Dören und einem Derberlöwen. D.e Tiere verbissen sich wütend ineinander. D.e beherzte Gattin des Zirkusbesihers, die ganz allein die Stallwache ausübte, da das übrige Personal bereits in dem benachbarten Sontra mit der Ausstellung eines Zeltes beschäftigt war, stieg in den Zwinger hinein und versuchte die Destien durch Schläge mit einer Draht- pcitsche zu trennen. Mit gewaltigem Sprung stürzte sich der Löwe nunmehr auf die Frau und zerfleischte sie am ganzen Körp:r. Auf ihre gellenden Hilferufe kamen Beamte der Landjägerei und Dauern mit Eisenstangen und Mistgabeln zu Hilfe und hielten den wild um sich beißenden Löwen mit Schüssen und Schlägen in Schach, bis es gelang, die ohnmächtige Fcau zu borgen. Sie wurde in hoffnungslosem Zustand in das Debraer Krankenhaus eingeliefert. Der Där war inzwischen seinen Wunden erlegen, der Löwe wurde erschossen. Die Ueberschwemmungen in Südfraokreich Während eine Havasmeldung aus Montauban besagt, daß das Hochwasser der Flüsse Garonne, Tarn und Aveyron bereits zurückgehe, wird der gleichen Agentur aus Bayonne ein Steigen meh.erer in den Pyrenäen entspringender Flusse gemeldet. Besonders bedrohlich soll die Lage im Rivetal sein, das na)mi vollständig überschwemmt sei. Zwei Kais von Bayonne sind überflutet Das Wasser hat die Höhe der Brückenbogen erreicht Der A^vurfluß ist aus seinen Ufern getreten und hat die Ebene überflutet. Die Ortschaft Cstirac ist durch das Hochwasser in zwei Hälften getrennt. Man erwartet jedoch, dah die Flut in der dortigen Gegend nachlafsen wird, sobald der Regen in den oberen Pyrenäen aufhört Berliner Börse. Berlin, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Nachdem gestern abend eine gewisse Beruhigung ein- getreten war, konnte sich heute vormittag eine etwas freundlichere Grundstimmung geltend machen. Vor- läufig war aber von Geschäft noch nicht die Rede, und man glaubt nicht, daß die Neuyorker Diskontermäßigung auf 3,5 v. H., die im übrigen nicht unerwartet kam, zu einer wesentlichen Vergrößerung der Kundenaufträge führen wird. Kurse waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man Lon- don gegen Paris zirka 124,25, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 39,50, London gegen Buenos 42,05, London gegen Kabel 4,8625 zu 4,8630, London gegen Berlin zirka 20,39, Oie Weiiprlaae. AO- TESt drti itnDfl *11 •ans o Cie o Donnerstaa, 13. März 19^0,7h abds. -7 '0 l ft < Sin ■fr 7-7 |6ti G wolkenlos O "eiter Q naro oederit ® wofkig. • oed«ckt • Regc^ * Schnee »OrauDtin « «evet R Ocwit'-r.(§) Windstille. -Q-, sd* leichte» Os» nassioe» Südsüdwest q stürmische- nordwesi die Heue fliegen mii dem winde Die oei den Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Die unten verbinden Orte mit gleiche^ •ul neeresmveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Heber dem Kanal und Holland lagert eine neue Störung, deren Riederschlagsgebiet unseren Bezirk erreicht hat. 3hre Warmluft hat leichten Temperaturanstieg von zirka 2 bis 3 Grad her* beigeführt. Der Eintrübung und den Rieder- schlägen folgen unter Durchbrechung der Wolkendecke und Aufheiterung wieder Abkühlung mit vereinzelten Schneefchauern. Da im Westen über Grlano bereits eine weitere Störung heranrückt, so dürften später abermals Bewölkungszunahme, Riederschläge und erneut leichte Temperaturzu- nahme zu erwarten fein. 3m ganzen läßt die gegenwärtige Druckverteilung immer noch den wechselhaften und unfreundlichen Witterungscharakter fortbestehen. Voraussage für Samstag: Weiter unbeständig, anfangs wechselnd bewölkt mit Aufheiterung. lüh.er, vereinzelte Schauer, später wieder etwas müder und bedeckt mit Riederschlägen. Lufttemperaturen am 13. März: mittags 4,5 Grad Celsius, abends 1,4 Grad: am 14. März: morgens 2,3 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. März: abends 4,1 Grad, am 14. März: morgens 2 Grad Celsius. — Rieder- fchiag 4,6 mm. — Sonnenscheindauer 2'/i Stunden. Amtliche Diniersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskops: Rebel, — 1 Grad, 12 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — Herchenhainer Höhe: Tewölkt, — 2 Grad, 20 cm Pulverschnee. Eportmoglichkeit für Ski und Rodel sehr gut Sauerland. Winterberg: Schneefall, — 2 Grad, 15 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, — 2 Grad, 100 cm Pulverschnee, Sportmögltchkeil für Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt, null Grad, 5 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. auSl-huß das W amtc'i st«* tragen* <4« Ä fW11 StgtK net dtt i>ah es u Untupe iie innerp enoiesen Mendw mung d von der Prozer Dvrms werden, ob nicht vahrscheii lrimini wg vics darc Sinsparuw lizei nicht Angriffen mögen, v könne. 5' nur Wöt durch d Tersoi Die von Work S haben, tt Kommissii früher Polizei sparungen speziell g' Leitete § den lui1 sei die h nellen E zu 6 6l: gelehr merke wurde e meind auf 2500 der Aeg Anträge Der Lte dienstes sind zwi unter 5C HJormö i Der 3erci Ms « * e 5 LZ- Sjjss !r. D,. ! *Utt erz JjfaUt da das W Ltz ^nKörp^L der LZ Wn und D-l, Sn dild um i " unb LE ZkL badfillnk^ ! Ä? ^nttubm ’ Wie ®atonn» ruckgeheA 2* ein 6t$ Äs* u d>l tzoh, J1« Eoene üb«, durch das Hoch. V®m erwarltt Wn Segen- Jen m den oberen rft öunffpru^.) Nach. ' Beruhigung ein. )rmittag eint etwas Itenb machen. Bor. 4 nicht die ikede, 'euyorler 'Liston/, übrigen nicht m- )en ^ergrtynnf Kurte warnrrch nannte mank- onbon gegen Üii- uen 39,50, Lonton legen Kabel M . zirka 20M ne. L ■Vx 0 8-d M -^37-1 WZ/Agt -Um MLL- fesss ’Ä«“ l8t« 6* k* Ä h« ?«%£’» sag* üS?«*** belDD (öälct ®ie* ÖÄ« gUärj: fljatj: kaachkich^ ^hel, Her^^rschA 20« sehr flut2 Ml gut Der PMeietat vor dem Finanzausschuß. »nrmftnht 12.März. (WHP.) Irn Finanz- das notwendigste zu beschränken. In dem anderen Antrag wurde eine bessere Beförderungs- Möglichkeit für die Kriminalbeamten im besetzten Gebiet verlangt. Das Kapitel Polizei wurde dann mit geringfügigen Aenderungcn in der Fassung des Haushaltsvoranschlages . verabschiedet. Am Donnerstag stellte der Finanzausschuß zunächst als Ausfassung des Ausschusses gegenüber in der Oeffent ichkeit ausgetauch.en Mißverstand- nissen unter Zustimmung des Innenministers fest, daß die angenommene Ermächtigung für den Innenminister bei Kapitel 31 (Provinzial- und Kreisämter) auf Aenderung der Kreisgrenzen lediglich vorbereitender Art ist und der Minister zur Durchführung die Genehmigung des Landtages einholen must. , „ _ Kapitel 39 (Aärztlicher Dienst - Kreis- und Amtsärzte) und Kapitel 40 (T ie r ärztlicher Dienst) mit 295 000 bzw. 6-0020 Mk. Ausgaben und 52 000 bzw. 373 600 Mk. Einnahmen veranlassen eine eingehende Aussprache. Ausführlich wurde die Frage behandelt, ob nU)i die Zahl der Kreis- und Amtsärzte und der Deterinärärzte verringert werden könne, da der Etat >ine Aufstellung über die Vergütungen für Vebenbeschästigungen enthalte. Daraus sei doh zu ersehen, dast die Ae.z'.e nicht voll beschästigt feien. Der Landbund verlangte daher eine allgemeine Ausstellung, in der die A.-benvergütungen aller Deamten, auch der Ho-)schulprosessoren, enthalten seien. Die Regierung erklärte, in dieser Form sei der Antrag nicht annehmbar. Wo es möglich sei, habe sie diesem Verlangen bereits Rechnung getragen. Der Antrag verfällt daher der Ablehnung. Bei Stimmenglei ,h it findet ein Landbundantrag Annahme, drei Amts- ärztest ellen a ul denInhaberzu bewilligen. Ein ähnlicher Antrag beim tierärztlichen Dienst wird abgelehnt. Zu Kapitel 42(Heil-undPflegeanstal- t e n) lagen sinngleiche Anträge der Volkspartei und des Landbundes vor. von dem Verwal- tungs-, Pflege- und sonstigen Personal alle Beamten- und Deamtinnenstellen, die keine staatlichen Heheitsaufgaben erfüllen, auf den Inhaber zu bewilligen und bei Freiwerden ihre Stellen durch Angestellte zu ersetzen, denen bei Ausscheiden aus dem Dienst ein entsprechendes Abkehrgeld zu gewähren sei. Gegen tr. S<.lmmen der Sozialdemokraten sand dann ein Zentrums antrag Annahme, die Regierung möge bei allen Ressorts prüsen, in welchem Umfange Stellen, deren Inhaber keine staatlichen Hoheit rechte ausüben, aus dem Dc- amtenverhäftnis in das Privatdienstverhältnis überführt werden könnten. — Die Erhöhung der Pflegesähe um 60 Pfennig pro P f l e g e t a g wurde gegen die Stimmen der VolkZpartei und des Landbundes beschlossen. Dadurch soll eine Mehr«' .inahme von 775 000 Mk. erzielt werden. Der Minister verspricht sich weiter davon eine wesentliche Abwanderung aus den bisher billigen- und daher überlasteten hessischen Anstalten von Personen, die auch in Hauspflege gehalten werden können. Innenminister Leuschner DieS daraus hin. dast trotz der notwendigen Einsparungen die Schlagkraft der hessischen Polizei nicht geschwächt werde und dast sie allen Angriffen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, wirksam und erfolgreich entgegentreten tonne. Für die Versorgungsanwärter würde alles nur Mögliche geschehen, doch würde die Lage Durch die freiwerdenden Reichswehr- Versorgungs-Anwärter verschärft. Die von dem Finanzminister geforderten 600 000 Mark Einsparungen würde er nicht vertreten haben, wenn nicht gleichzeitig die Interalliierte Kommission verlangt habe, daß Hessen auf die früher schon f e st gelegte Zahl der Polizeibeamten zurück gehe. Die Ein- Iparungen seien jedoch für jede einzelne Stadt speziell getroffen und die Regierung lehne eine weitere Kommunalisierung der Polizei ab. Um den Ausfall an Menschenkräften auszugleichen, lei die Polizei in ihren technischen und maschi- mellen Einrichtungen verbessert worden. Mit 6 zu 6 Stimmen wurde ein Zentrumsantrag a 6 - gelehnt, der zahlreiche Inhabervermerke im Etat aufheben will. Ab gelehnt wurde ebenfalls der Landbundantrag, die Gemeindezuschüsse zur Ortspolizei von 1200 auf 2500 Mk. zu erhöhen. Als Material wurden der Regierung einstimmig zwei volksparteiliche Anträge überwiesen, in Denen verlangt wurde: Der Stellenabbau bei der Polizei des Austendienstes unterbleibt. Rach Abzug der Besatzung sind zwei Bereitschaften, von denen jede nicht unter 50 Mann stark sein soll, in Mainz und Worms zu stationieren. Die Abkommandierungen der Dereitschaftspolizei zum Einzeldienst sind auf Darmstadt, 12. März. (WHP.) 3m Finanz. «uSschuh des Hessischen Landtags wurde zu- Nächst mit den Stimmen der Regierungsparteien DaS Kapitel 31 (Provinzial- und Är eisern ter) verabschiedet und dabei auch dem Mr- Nister die ersuchte Ermächtigung erteilt, die Kreisgrenzen selbständig zu ändern. Es jing dann die Beratung des P o l i z e i e t a t s, die bereits gestern kurz begonnen halte, weiter. Die Ausgaben für Po.izei und Gendarmerie betragen insgesamt 12,1 Millionen, darunter für persönliche Kosten allein 10 Millionen. An Einnahmen stehen insgesamt 5 5 Millionen, darunter (6 Millionen Reichszuschüsse für die V^eit- Ichaftspo.izei und 840 000 Mk. Gemeindezuschusfe gegenüber. In der Debatte wurde von dem Redner der Deutschen Dolkspartei betont, 7>ast es im gegenwärtigen Augenblick, wo Die Unruhen in Worms und Rüssels Herrn die innerpolitischen Gefahren auf das deutlichste erwiesen hätten, unmöglich und untragbar erscheine. eine Verminderung der Po.izer des Austendienstes zuzugestehen. Durch die R a u - mung des besetzten Gebietes werde das von der Polizei zu befriedende Gebiet um 40 Prozent vergröbert. In Mainz wie in Worms müßte Dereitschaftspo izei stationiert werden. Es müsse außerdem geprüft werden, ob nicht der K r i m i n a l d i e n st sowie der wahrscheinlich weitere Ausbau des Landes- Irimtnalamtä zu einer finanziellen Belastung führe, die nicht im Einklang stehe mit der Leistungsfähigkeit und der Bedeutung des Landes. Schutte in Friedberg und Fr.edrichsdors gesichtet. WSA. Frankfurt a. M.. 13. März. Der des Mordes an dem PolizeioberwachtmeisterKcm dringend verdächtige 22jährige Herbert Schulte ist, wie das Polizeipräsidium mitteilt, dem Vernehmen nach heute vormittag in der Rähe von Friedberg und wahrscheinlich gegen 13,30 Mr auch in Friedrichsdorf im Tau- nus gesehen worden. Er trug einen grünen Filz- Hut, abgetragenen grauen Anzug, schmutziges Hemd. Gummimantel mit Gürtel, gelbe Halb- schuhe und schlechte Lederhandschuhe. Sein Gesicht zeigt Hautpickel und sieht zerschunden aus. Bemerkenswert ist die Rarbe über der linken Augenbraue. Cs wird nochmals erwähnt, daß er auf der Brust und den Unterarmen tätowiert ist. Cr soll sich im Besitze von 300 bis 400 Mark befinden und ein, Wanderbuch auf den Hamen Andreas Fischer oder ähnlich bei sich führen. ,, , Die Homburger Polizei machte heute nachmittag durch Anschläge an die Bevölkerung bekannt, daß der mutmaßliche Mörder des Frankfurter Polizeioberwachtmeisters Kern, Herbert S ch u l l e. nachmittags in der Rähe von Friedrichsdorf gesehen wurde. Dle Bevölkerung wurde in den Anschlägen um ihre Mithilfe bei der Ergreifung des Mörders ersucht und gebeten, etwaige Anzeigen sofort bei der Polizei zu erstatten. Ablehnung des S^adthausprojetis in Bad-Nauheim. <£ Bad-Nauheim, 13. März. In nichtöffent- l'.chsr Sitzung des Stadtrates wurde heute roci- ter beraten über das Projekt, das den Kauf der Villa Kurbrunnen zur Unterbringung Der Stadtverwaltung beabsichtigte. Das Ergebnis der mehrstündigen Aussprache war, daß der Erwerb dieses Hauses mit zwei Stimmen Mehrheit abgelebt wurde. Der Beschluß kommt überraschend. Denn noch in der vorgestrigen Sitzung soll eine Mehrheit für die Verwaltungsvorlage vorhanden gewesen sein. Inwieweit die gestrige Lo- kalbesichtigung oder die öffentliche Meinung die na- turg maß in den letzten Tagen das Für und Wider der Stadthausverlegung lebhaft erörterte, zur Bildung der ablehnenden Mehrheit beigetragen haben, entzieht sich unserer Kenntnis. E:n Bad-Aauhe mer Heimatfestsp ei. Bad-Rauh eim, 14. März. Carl Piockow von hier, der mit ansprechenden Lokaldichtungen schon wiederholt hervorgetreten ist, hat ui.serer Stadt nun ein größeres Hei - rn a t s p i e l geschenkt. Es führt zurück in die Geschichte der hiesigen Quellen. Die Handlung knüpft an die Erbohrung der Quelle VII, des bekannten Großen Sprudels, an. Der Titel des Stückes heißt „Ser S ch a ch t m e i ste r". Ein Ausschuß, der sich auf die meisten Vereine der Stadt stützen konnte und auch die Zeichnung eines Garantiefonds in die Wege leitete, hat die Vor- bereitungen für die Aufführung des Stückes getroffen, die möglichst jedes Iahr als Dad- Rauheimer Heimatfest spiel an einem besonderen Quellengedenktag erfolgen soll. Di« Erstaufführung kann dank des Entgegenkommens der Bad- und Kurverwaltung bereits am 15. Mai im Großen Bühnensaals des^ Kurhauses stattfinden. Die Spielleitung hat Schauspieler Oskar Seigel, früheres Mitglied des Gießeiier Stadttheaters, übernommen; er spielt auch die Titelrolle. Sämtliche übrigen Rollen liegen in Händen von einheimischen Kräften. Die begleitende Musik wird von 20 Mitgliedern des Kurorchesters ausgeführi, während die Clfentänz« von Turnlehrer Sinnwell eingeübt werden. Alm das Zustandekommen und die Vorbereitungen des Festspiels hat sich Pfarrer Schäfer besondere Verdienste erworben.________________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bl» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Gewinnauszug 6. Klasse 34. Preub'sch-Süddeufsch» (260. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 29. Ziehungstag 13. März 1930 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar |e einer aus die Lose gleicher Nummer in Ableitungen I und II den beiden On der heutigen Ziehung wurden Gcwmne über 15U M. gezogen 2 «ftolnne tu 5000 M. 311461 12 Otninnt >u 3000 M. 7851983642 150446 15489» 175942 396367 16 nt-t.u 2000 ie Leitung. 3-3lmm.-lDoBn. mit Küche, in guter Lage und in sehr gutem Zustande, sehr preiswert geaen 5-6-3im.-BJoön. in guter Lage zu tauschen gesucht. Zu erfrag, in bet GeschästSstelle des Gien. 'Jin». 01732 Pür die vielen Beweise herz icher Teilnahme bei dem tieimeanRe unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlich. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Kalb he nn für die trostreichen Worte am Grabe sowie für die zahlreichen Kranzspenden der Verwandten, Bekannten, den Schulkameraden von Oppenrod und Großen-Buseck und für die liebevolle Pflege während seiner Krankheit. Familie Heinrich Balser XII. für Knaben Einsatzhemden, Mako....... mit schönem Einsatz Frdr. T eipel Markt 16 Für die überaus zahlreichen Beweise warmer Teilnahme bei dem Heimgange ihrer lieben Entschlafenen sagen herzlichen Dank die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: K. Herber, Lehrer. Le:chlalh!.-Äbllff. Ab Sonntag. 16. 3.30, 10 Uhr, aut unserem Sportplatz Beginn deS Waldlauf- Trainings Erscheinen aller Lang- und iVLhel' ftrccfler Pflicht. Bet guter Witterung werden auch die übrigen Reicht- atuleten um Betätigung an den Sonn- tagvormiuagen er- SrübiabrSUeuveiten einsetvoifen! 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Das Der- Dusch übergegangen war, ohne noch nennenswerte mögen, das Renz im Jahre 1892 hinterlieh, Die blonde Sklavin Dann zu als lausche er. über Honneckers und Unternehmen zu einer noch feinem Tod tief Erfolge zu haben. 3m vergangenen Jahr wurde dieser letzte ständige Zirkus der Reichshauptstadt aufgelöst, und jetzt gastiert in dem Gebäude Honnecker blitz- so weit kommt, ihre den „Das werden Sie, wenn es bei Gericht erfahrenI" Ein verzerrtes Lächeln irrte bleiches Gesicht. sucht; nun läuft die Grenze mitten durch die Förde. Nachdem es gelungen war, Mittelschleswig bei Deutschland zu erhalten, gcLt es, dieses Gebiet mit allen Mitteln gegen das von Norden an- drängende Dolkstum zu sichern. Gutes ist in den letzten Jahren in dem Grenzabschnitt aus dem Gebiete des Dolksbildungswesens geleistet. Volks- hochlchulen haben die vorwärtsstrebende Jugend aus Stadt und Land gesammelt, um sie zur Lösung Volksdeutscher Ausgaben zu ertüchtigen. Ein Netz von Büchereien, weit über hundert an der Zahl, erstreckt sich über das g^nze Land von der Grenze bis zur Schlei. Das deutsche Buch hat sich schon jetzt als wirksame Waffe im Grenzkampf erwiesen. 3n vielen Gemeinden sind Versammlungsräume geschaffen, die zur Stärkung der Dorfgemeinschaft beitragen. wurde auf 16 Mill. Mark geschäht, eine stattliche Summe für den Sohn eines armen Seil- Eva legte ihm die Arme um den Hals. ,3ch gehöre dir!" sprach sie einfach, aber ganze, unermeßliche Liebe schwang in Worten. Diese positive deutsche Arbeit ist umso wichtiger, als die Dänen keineswegs Mittelschleswig nach dem Mißerfolg vom 14. März aufgegeben hoben. Sie treten bei allen Wahlen als politische Partei auf und arbeiten auch kulturell sehr stark, wobei sie vom Norden reichlich unterstützt werden. Sie verfügen über zwei Schulen in Flensburg und sechs auf dem Lande, die im ganzen von etwa 600 Kindern besucht werden. Nun zieht sich durch das vor zehn Jahren so heiß umstrittene Gebiet der feste Damm des deutschen Dolkstums. Starke Kräfte strömen von hier hinüber in das verlorene Nordschleswig, dessen deutsche. Bevölkerung darauf hofft, daß auch für sie der Ehrentag kommt, an dem sie ein stolzes und freies deutsches Bekenntnis ablegen kann. Don ihrem Glücke erfüllt, gingen sie wieder Zu dem Wagen zurück, in dem, ein seliges Lächeln im Antlitz, Max Schulhofs schlummernd in den Kissen ruhte. Schumann gehörte. Nenz führte die Pantomime in den Zirkus ein, erwarb Hans Stosch-Sarrasani, dessen Zirkus jetzt in Berlin gastiert, hot, wie gemeldet wurde, soeben öffentlich erklärt, daß er sein Unternehmen verkaufen und sich vom Zirkusleben zurückziehen will. Die Welt des Zirkus fügt sich schlecht in unsere Zeit ein. Exotische Nassen, Elefanten, Löwen, Tiger, alles, was auf frühere Generationen zauberhaft und anziehend wirkte, werden uns heute auch durch den Film nahegerückt; wer jeden Tag eine afrikanische Löwenjagd, Kamele auf der Wanderung durch asiatische Steppen oder das Herdenleben indischer Elefanten bequem im Kino beobachten kann, betritt die Menagerie eines Zirkus nicht mehr mit derselben Spannung, die die Menschen vor hundert Jahren erfaßte, wenn sie sich der in Käfigen untergebrachten Tierwelt damals säst unerreichbarer Länder nähern konnten. Charlie Chaplin und andere Filmkomiler reizen die Lachmuskeln stärker als ein „bummer August", und die Akrobaten, Seiltänzer, Der- Wandlungskünstler sind in den großen Varietes häufigere Gäste als in den Zirkuszelten. Bei oberflächlicher Betrachtung hat es also den Anschein, daß die Zeit des Zirkus vorbei sei, und wenn Hans Stosch-Sarrasani soeben erklärt. daß er sein weltberühmtes Unternehmen verkaufen will, hat er vielleicht nur die Konsequenzen aus einer nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklung gezogen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß sich Sarra- sani die Sache noch einmal überlegt und trotz hoher Steuern durchhält, denn bei ruhiger Würdigung der wirtschaftlichen Aussichten braucht der Zirkus immer noch nicht als schlechtes Geschäft angesehen zu werden. Die Einnahmen der vierzig deutschen Zirkusunternehmen, die jährlich von Ort zu Ort ziehen, belaufen sich auf etwa 60 Millionen Mark, so daß jeder Deutsche durchschnittlich eine Mark im 3ahr für den Besuch eines Zirkus ausgibt. Das ist eine stattliche Summe, von der man etwa fünf Millionen Mark als jährlichen Unternehmergewinn bezeichnen kann. Natürlich gehen nicht alle Deutsche jedes 3ahr in einen Zirkus; man rechnet vielmehr mit Vornan von Hermann Weick. (Schluß.) Honneckers Gesicht wurde ganz fahl. 5los da. opf. Es war, XXVII. Sie fuhren durch einen leuchtenden Oktobertag. Ein tiefblauer Himmel wölbte sich über der Stadt, deren Straßen heute etwas Festliches, Strahlendes hatten. Cs war warm, als sei der Sommer nochmals zurückgekehrt. 3m Wagen lehnte, von Kissen und Decken ein- gehüllt, Mar Schulhofs. Er hatte die Augen geschlossen. Bleich, eingefallen war das Gesicht, er „Direktor" der sehr kleinen 20 bis 22 Millionen Besuchern, die durchschnittlich für jede Eintrittskarte 2,50 Mark ausgeben. Tatsächlich sind viele Zirkusdirektoren reiche Leute geworden, und die berühmtesten Unternehmer dieses Faches führten vor dem Krieg den Titel eines Kommissionsrates, der nicht ganz so geschäht wie der Kommerz'enrat gewesen ist, aber doch auf ein bedeutendes Vermögen schließen ließ. Heute sind die bedeutendsten Zirkusdirektoren Carl Krone, Sarrasani und Hagenbeck. Aber früher waren in Deutschland die Kommissionsräte Nenz, Paul Dusch und Albert S ch u m a n n noch weit berühmter. Don ihnen lebt nur noch Kommissionsrat Schumann, der seinen Zirkuspalast — das spätere Große Schauspielhaus in Berlin — seinerzeit an Max Reinhardt verkauft hat. — Dor hundert 3ahren waren die deutschen Zirkusunlernehmen in ihrer Heimat wenig angesehen, und man bevorzugte den französischen Zirkus, bis Renz zirzensische Leistungen zeigte, die die ausländischen Darbietungen weit übertrafen und den deutschen Zirkus schließlich in der ganzen Welt berühmt machten. Ernst Renz wurde im 3ahre 1815 in der württem- bergischen Gemeinde Döckingen als Sohn eines wandernden Seiltänzers geboren. Die Eltern konnten den Jungen nicht aufziehen und gaben ihn im Alter von drei Jahren einer anderen Seiltänzergruppe in Pflege, die ihn nach allen Regeln der Kunst „dressierte", und mit sechs Jahren mußte das Bürschchen als „Kunstreiter" auftreten. Der zwölfjährige Ernst galt schon als „große Nummer", tanzte auf dem Seil, ritt hohe Schule und turnte als Akrobat. Dann wurde er Mitglied des Zirkus B r i l o f s, und als Briloff Smm Samftatb 15. $lär* »UDt id HM ÄW iwcbunbenmit diel. Uuinabmt. '-bolW (SrWintn fchw cilidii.P'.iVantM »Dies soll erst ein Anfang sein! Größeres noch will ich vollbringen, und ich werde es erreichen, wenn ich dich immer an meiner Seite habe! Denn ich brauche dich, Eva, für mein Leben für mein Schaffen!" „ilnb ich habe unumstößliche Beweise für Ihre Täterschaft in Händen!" „Welche Beweise?" fragte schnell der noch einmal sein ganzes Land schauen will, ehe er scheidet. Felix Schulhofs ließ den Wagen halten. „Ich muh noch rasch für einige Minuten ins Baubureau hinüber," sagte er. „Kommst du mit, Eva?" Eva Witte blickte fragend auf den Kranken, bet erschöpft in bet Ecke lehnte. Er lächelte ihr zu. „Gehe ruhig mit, Eva! Der Chauffeur ist ja ba, falls ich jemand brauche. Ich lasse mich von der Sonne wärmen, bis ihr zurückkommt!" Mit zärtlichen Blicken sah er den Beiden nach, die rasch zwischen den Neubauten hin- schritten. Die ilnterrcbung mit dem Bauleiter war in kurzer Zeit erledigt. Sie wanderten dann noch eine Weile kreuz und quer und sahen, wie ringsum das stolze Werk gedieh. „Noch einige Wochen gutes Wetter, bann haben wir bie verlorene Zeit wieder eingeholt" sagte Schulhoff. 3n einer jähen Gedankenverbindung blieb er stehen. „Ich habe Heute, als ich nach Hause fuhr, den Makler Nicolas getroffen. Er sagte mir, daß Honnecker seinen hiesigen Haushalt aufgelöst und seine Dilla verkauft habe. Wohin er ziehe, wisse man nicht, man nehme aber an, ins Ausland, weil er auch die meisten seiner geschäftlichen Beziehungen, die er hier hatte, Hals über Kopf abgebrochen habe.“ Ein leises Beben ging durch Evas Gestalt. „Das ist gut ..., ich hatte immer noch ein Grauen davor, ihm noch einmal zu begegnen...“ Sie tarnen zu dem freien Gelände, auf dem die Spielplätze der Kinder erstehen sollten, und setzten sich auf einen Steinblock, der wie vergessen dalag. Niemand war in der Nähe. 3hre Blicke trafen sich. Die tiefe Ergriffenheit, bie vorhin, bei Max Schulhoffs Anblick, sie erfaßt hatte, rauschte toieber in ihnen auf. „Daß bein Dater das noch erleben durfte!" sprach Eva innig. Felix Schulhofs ergriff ihre Hand. »Er hat diese Freude verdient ..., nach seinem arbeitsreichen Leben!" In seine Augen kam stahlharter Glanz. „Ich will in feinem Sinne Weiterarbeiten, Eva! Seinem Namen Ehre machen!" Er wies umher. „Damit schrecken Sie mich nicht! Derartige Drohungen kenne ich!" Schulhofs sah den anderen überlegen an. „3ch habe Beweise!" sprach er bestimmt. „So viel dürften Sie mich nun schon kennen, Herr Honnecker, um zu wissen, daß ich nicht zu Ihnen gekommen wäre, wenn ich meiner Sache nicht ganz sicher wäre!" Honnecker sah starr vor sich hin. Er hatte bie Augen zusammengekniffen. Plötzlich ging ein Ruck burch seine Gestalt. Mit drei Sähen war er bei bet Türe. Dor der stellte er • sich auf. Anmenschlicher Haß glühte in seinen Augen, während er mit teuflischem Grinsen sagte. „And wenn ich Sie nicht lebend aus diesem Zimmer lasse?..." Schulhoff machte eine wegwerfende Bewegung mit der Hand. „Auch für diesen Fall habe ich mich vorgesehen! Wenn ich nicht innerhalb einer Stunde -LH >n “meSne SÄST**4 Zirkusmillionäre. 3(1 derZirkus ein schlechtes Geschäft? - Dom armen Seiltänzer zum sechzehnfachen Millionär. - Wie Franz Renz eine Million Mark »er or. - Es g.bt nur noch Wanderz rlnffe! Don Walther Sersky. wieder zu Hause eintreffe, weih man, wo ich geblieben bin! Dann wird sofort die Staatsanwaltschaft verständigt!" Es wurde Todesstille. Regung.los stand Honnecker da. Seine Finger waren wie in einem Krampf gespreizt, ©ein bleiches, verzerrtes Gesicht mit der weißen Binde um die Stirne gab ihm ein unheimliches Aussehen. Er machte ein paar Schritte durchs Zimmer, blieb vor dem Schreibtisch stehen. Mit beiden Händen stützte er sich darauf. Sv verharrte er lange, das Gesicht Schulhoff abgewandt. Wie in einem schweren inneren Kampfe bebte der massige Körper. Die Schultern gingen auf und nieder. Schulhoff wußte um den Kamps, der sich in Honnecker abspielte. Er begriff, was es für diesen Mann, der bisher stets geherrscht, und die anderen Menschen unter seine Füße getreten hatte, bedeutete, nun selbst der Unterlegene zu fein. Kein Laut war zu vernehmen. Die Zeit schien stille zu stehen. Endlich drehte sich Honnecker um. „Was wollen Sie also?..." fragte er dumpf. Wider Willen wurde Schulhoff von dem Anblick des Mannes, der, wie eine Eiche vom Sturm gefällt, nun gebrochen, widerstandslos vor ihm stand, ergriffen. „Ich sagte es Ihnen schon. Sie sollen sich jeder offenen oder versteckten Einmischung in meine Geschäfte enthalten! Beim geringsten Versuch, mir irgendwie zu schaden, würde ich gegen Sie Vorgehen. 3m anderen Falle bleibt die Mordsache, von der nur Eva und ich wissen, für immer begraben!" „And Dr. Rönneberg?" kam es zwischen den zusammengeprehten Lippen Honneckers hervor. „Auch er wird schweigen, trenn Sie ihn nicht zum Reden zwingen! Sie haben es in der Hand, das Dorgehen seines Sohnes gegen Sie nachträglich so hinzustellen, daß es ihn so wenig wie möglich belastet. Sagen Sie, Sie hätten im Derlaufe des Streites den jungen Rönneberg immer mehr gereizt, ihm schließlich ins Gesicht geschlagen; dann wird man beim Gericht fein Dorgehen milder beurteilen und ihn wahrscheinlich freisprechen." Honnecker stierte wieder vor sich nieder. „Wollen Sie meine Forderung erfüllen, Herr Honnecker?", fragte Schulhoff eindringlich. Eine kurze Pause. „3a ...“ „Dann sind wir miteinander fertig! Hoffentlich für immer!“ lä’Mlij- Sonntag, «orimh 1 1U Uür, a. d. La ' sDoriplot} l-W ÜDlölOUl'Wj ' (Meinen all. T " । nebmer erforbeili» iremei «eben Sonn taJ »mnamwi ' M »biediw Me neuen- wW Jcriabrcn: chcrivelk't.a>ie,,'°a» eidläite u'A . nübeloien SE ebanbelte ^0° l y uobk?b?$w6,t jne ütne- 1 Sw'""’« ^-<2 Truppe, zu der auch ein gewisser Gotthold üK-ZL bftcMfinb Kl «Hs ®tefctitee Mihi WK Vollen nattito Wtt du E8ie j » 'N untren! uni- wl 11. bietti an MM* Möbellruipifl Willlorrrnh 4h Telephon 3519. «m0 Ri MUM Wnnlügjfij/ W Uhr, au» unh. Lvoriptah AM M Waldlauf* Training Erschein» M 'M- und di’btli Miller Wt. Aei nm Mietung meiden au6 bie Asien Vetdjt* ouleien um Am linunfl an den Sonn- lagmmmagen «■ sucht. AM n, evtl- ^luonte" Ms Flensburger Ehrentag. Zehn Jahre nach der Bolkeabstimm u g am 14. Mär^ 1920. Flensburg bleibt deutsch! — so lautete die Freudenbotschaft, die vor nunmehr zehn 3ahren die deutschen Lande durcheilte. 3m 3n- nern tobten schwere Parteikämpfe, aber an der Nordgrenze hatten deutsche Männer eine Schlacht nach außen geschlagen und den Sieg gewonnen. Freunde und Feinde des deutschen Dolkes horchten auf. Mit überwiegender Mehrheit hatte sich ein deutscher Stamm zu dem darniederliegenden, zerrütteten Daterland bekannt. Es war der Triumph deutschen Glaubens und deutscher Hoffnung. Cs war das erste Regen eines wieder- erstarkenden Selbstbewutztseins, das seine Wirkung nicht verfehlte. Die Kunde drang an den deutschen Rhein und ließ dort die bekümmerten Herzen höher schlagen. Sie drang in den deutschen Osten und stärkte den Mut der Kämpfer, die dort der Entscheidung entgegenharrten. 3n Millionen von Deutschen fand die Botschaft freudigen Widerhall. Flensburg bleibt deutsch! Aber der Kampf war nicht leicht gewesen. Der Mut des dänischen Gegners war durch den Erfolg vom 10. Februar, der in Nordschleswig 75 000 dänische über 25 000 deutsche Stimmen triumphieren lieh, gewaltig gestärkt worden. Ein großes Aufgebot dänischer Redner reiste durchs Land, denen es ein Leichtes war, die wirtschaftlichen Vorzüge des vom Kriege nicht betroffenen, von keiner Tributlast bedrückten Landes auszumalen. Gelang es ihnen, den wichtigen Hasen- und 3ndustrieort Flensburg im Herzen Schleswigs zu überrennen, so hätte das Dänen- tum in dem kommenden Grenzkampf eine überragend günstige Stellung einnehmen können. Glückte es dagegen dem Deutschtum, Flensburg und Mittelschleswig zu behaupten, so konnte von hier aus der Widerstand organisiert und der erneute kulturelle Dor stoß in das verlorene Dord'chleswig vorbereitet werden. Deshalb war der Kampf so erbittert, deshalb war auf- bäni« scyer Seite nach dem 14. März die Enttäuschung ebenso groß wie auf deutscher Seite die Freude über den errungenen Sieg. Was gerade den Deutschen so schwer fällt, in Flensburg war es während der Abstimmung gelungen: alle trennenden Gegensätze zurückzu- stellen gegenüber dem großen Ziel der Selbstbehauptung. Es wird das bleibende Derdienst des kürzlich in Belgrad allzu früh verstorbenen Gesandten Dr. Adolf Köster fein, in Schleswig die Einheitsfront im Abstimmungskampf her- gestellt u-5’ erhalten zu haben. Er verstand es, den verschiedenen deutschen Kräften die Richtung auf das nae große Ziel zu geben. 3n allen Kreisen suchte und fand er wertvolle Mitarbeiter, die er mit besonderen Aufgaben betraute. Er schuf so eine bewegliche und schlagkräftige deutsche Front, die der geschickt arbeitenden dänischen Agitation gewachsen, ja überlegen war. Die Grenzlinie, die im 3uni 1920 gezogen wurde, durchschneidet im Osten und im Westen mit rauher Hand enge wirtschaftliche Zusammenhänge. Flensburg ist von seinem nördlichen Hinterland getrennt, und Tondem, das zu Dänemark geschlagen wurde, ist von den Marschgebieten abgeschnitten, die die Grundlage seines Wohlstandes bildeten. Die Wunden, welche die Grenzziehung diesen beiden Städten geschlagen hat, sind auch jetzt noch nicht geheilt. 3n den nördlichen Förde orten hatten die Flensburger früher in den Sommermonaten Erholung ge- Der Kranke schien die Worte nicht gehört haben. Noch immer sah er regung ' Nun aber hob er etwas den K> aber brüllte er, anher sich vor Wut: „3ch werde ihm einen Strich durch seine Rechnung machen I" Schulhoff hob etwas die Hand. „3ch möchte 3hnen in Ihrem eigensten 3nter- esse raten, sich zu mäßigen, Herr Honnecker! Es könnte für Sie unter Amständen sehr unangenehm sein, wenn Ihre Angestellten draußen von unserer Anterhaltung etwas hören!“ „3ch verzichte auf Ihre Ratschläge! Hier bin ich der Herr und tue, was mir behagt! „Wie Sie meinen!“ Ein kurzes Schweigen entstand. Dann sagte Schulhoff kalt: „Warum leugnen Sie noch länger, Herr Honnecker? 3hr ganzes Benehmen verrät ja, daß Sie das Verbrechen begangen haben!" Die Ruhe, mit der Schulhoff sprach, raubte dem anderen den letzten Rest seiner Sicherheit. Seine Züge entschlafften jäh; die Blicke wurden ratlos, entsetzt. Dann aber entflammte der Wille, einen rettenden Ausweg zu finden, noch einmal seine Widerstandskraft. „3ch habe es nicht getan!“ stieß er hervor. »Eva Witte hat ihren Mann erschossen! Das kann ich beweisen!“ Vernahm er den Lärm der Arbeit, der mehr und mehr anwuchs, je näher sie dem Baugelände kamen? Ein Zittern ging durch seine Gestalt. Seine Augen öffneten sich ... Da lag der weite, weite Platz vor ihnen. Heber- all waren zahllose Hände an der Arbeit. Stimmen schallten, Maschinen dröhnten, Hammer- schläge tonten unablässig ..., tausendstimmig erklang das Lied der Arbeit. Mit weiten, fassungslosen Blicken umfing Max Schulhoff das Bild, das sich ihm darbot. Seine Lippen bewegten sich lautlos. Er versuchte, sich aufzurichten ... Eva Witte stützte ihn ..., fein Atem keuchte ..., aber mit verzweifelter Willenskraft zwang er den gebrechlichen Körper zum Gehorsam ... Nun stand er aufrecht im Wagen. Ein ferner, rätselhafter Ausdruck kam in feine Augen. Als erschließe sich ihm jetzt erst der wahre Sinn seines Lebens. Nun lag das gewaltige Werk vor ihm .... überall wuchsen die Bauten empor ..., ihm war, als lebten sie .... als sprächen sie zu ihm ... Was er in seinen kühnsten Träumen niemals zu denken gewagt hatte: es war Wirklichleit geworden. Wirklichkeit geworden durch seinen Sohn! »Felix!" Erschüttert beugte sich Felix Schulhofs über die Hand seines Vaters, die sich ihm zitternd entAegenstreckte. Sie fuhren dann rings um das Gelände. Es war die Fahrt eines sterbenden Fürsten, tänzers. Fünf 3ahre später muhte sein Sohn Franz Renz, der die Leitung übernommen hatte und weder das kaufmännische Talent noch die künstlerische Begabung seines Vaters besaß, das Unternehmen liquidieren. Anverschuldet halte ihn schon im ersten 3ahr seiner Direktion in Hamburg ein schwerer Schlag getroffen. Die Cholera war ausgebrochen, monatelang muhte der Zirkus in der verseuchten Stadt stillieqen und Renz bezahlte das Anglück mit einer Einbuße von einer Million Mark. Die Dynastie Schumann erbte, was die ab* gedankten Zirkuslönige aus dem Geschlechte Renz hinterlassen hatten. Zwischen dem Schifsbauer- damm und der Karlstrahe in Berlin war in der zweiten Hälfte des vorigen 3ahrhunderts eine große Markthalle gebaut worden, die sich weder bei der Bürgerschaft noch bei den Händlern großer Beliebtheit erfreute. Ein früherer Mitarbeiter von Ernst Renz, der ZirkusdircklorSala m o n s k i, kaufte das Gebäude und erwarb sich dort in 10 3ahren ein so großes Vermögen, daß er sich zur Ruhe fetzte. Ernst Renz übernahm den Markthallenzirkus drei 3ahre vor feinem Tod, und als fein Erbe Franz Renz das Unternehmen in Grund und Boden gewirtschaftet hatte, zog Albert Schumann dort ein. Albert war der Neffe und Adoptivsohn Gotthold Schumanns, der es als 3ongleur, Dresseur und Kunstreiter weit gebracht hatte. Er hatte den jungen Albert schon vom dritten 3ahr an für seinen späteren Berus vorbereitet, ihn zum „Miniaturclown“ ausgebildet, es aber nicht verstanden, den jungen Mann später bei seiner eigenen Truppe zu halten. 3n Skandinavien schuf sich Albert Schumann seinen eigenen Wanderzirkus, mit dem er vor dreißig 3ahren in die ehemalige Berliner Markthalle übersiedelte. Es war die Zeit, in der sich die Wanderzirkusse bemühten, seßhaft zu werden, während inzwischen die umgekehrte Entwicklung gesiegt hat, da es heute in Deutschland nur noch umherziehende Zirkus- unternehmen gibt. Am 31. März 1918 schloß der berühmte Zirkus Schumann, der im Leben der Reichshauptstadt eine nicht unwichtige Rolle gespielt hat, seine Pforten, und der Ambau zum Großen Schauspielhaus begann. Schumanns großer Konkurrent war der Zirkus Busch. Dusch stammte aus einer gutbürgerlichen Familie und hatte ursprünglich nicht die Absicht, sich unter das unruhige Dolk der fahrenden Leute zu begeben. Den Krieg von 1870,71 machte er als Kürassier mit, und damals entdeckte er fein Reitertalent. Don feinen geliebten Pferden wollte er sich nicht mehr trennen. 3n Dänemark gründete er einen kleinen Zeltzirkus, in dem zehn dressierte Pferde» auf traten, und das war der Grundstock seines Unternehmend, mit dem er nun durch die skandinavischen Länder zog. Der Niedergang des Zirkus Renz machte nicht nur für Schumann, sondern auch für Busch den Weg frei. Als Renz aus Hamburg verschwand, ließ sich Paul Busch mit einem inzwischen beträchtlich erweiterten Tierpark in Altona nieder; es folgte ein großer Zirkusbau in Wien, und im 3ahre 1895 zog Busch mit 180 Pferden, Löwen, Tigern, Bären, Elefanten, Zebras, Seelöwen und Qlffen in Berlin ein. Als Ende 1913 eine Auflösung des Zirkus geplant war, wurde dies außerordentlich beklagt. Busch auf dem schon die Schatten des naßen Todes lagen. Man wußte, daß Max Schulhoffs Tage gezählt waren. Sein Körper verfiel zusehends. Nur der Wille lebte noch in ihm, dieser heiße, glühende Wille, einmal vor seinem Tode die Stätte draußen vor der Stadt, wo das große Bauwerk erstand, zu sehen. Dieser Wunsch war wie eine Flamme, die nicht verlöschen konnte. Die ihn am Leben Hielt und den Tod, wenn er sich ihm nahte, immer wieder verscheuchte. Cs waren die einzigen Worte, die er noch sprach: das leidenschaftliche Flehen, ihn hinauszufahren .. ihm die Bauplätze zu zeigen ... 3mmer verzehrender wurde dieses Verlangen in ihm. Da sprach Felix Schulhofs mit dem Arzt, und sie beschlossen, dem Sterbenden seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Langsam fuhr der Wagen dahin. Eva Witte, die neben dem Kranken s aß und seine Hand in der ihrd« hielt, sah immer wieder ergriffen in sein verfallenes Antlitz. Schweigend legten sie den Weg zurück. Da wandte Felix Schulhoff sich zurück. „Wir sind gleich da, Vater!" sprach er. >5A nahe bet 'Berliner Börse der Zirkus Hagen- b e ck. Lorenz Hagrnbeck ist mit seinem Zirkus vorwiegend durch Amerika gezogen, wo übrigens auch andere Zirkusdirektoren deutscher 2ll>tunst Lorbeeren geerntet haben. 3m Dezember 1926 starb in Florida der sechzigjährige Charles Ring 1 ing, der Mann, der Den größten Zirkus der Welt, Barnum und Bailey, „aufge- sressen" hat. Die Brüder Ringling stammen von württembergischen Auswanderern, die vor einem 3ahrbundert als Zirkusmusikanten nach Amerika pilgerten und dort Karriere machten. Welches der größte deutsche Zirkus ist, kann man schwer sagen. Vor ein paar Jahren prozessierten Krone und Sarrasani miteinander um das Recht, sich in den Znseraten als größtes Zirkusunternehmen zu bezeichnen. Sie trafen sich dann 1926 in Hamburg, ließen sich in ein Hotelzimmer ein* schließen und unterzeichneten dort einen Frie- densschluh, durch den der Reklamekrieg beendet werden sollte. Das Protokoll des Abkommens wurde leider nicht veröffentlicht. Aus ver provinzialhauptstadt. Gießen, den 14. März 1930. Oie Ausreden Es gibt Leute, die alle Ausreden in Grund und Boden verdammen und ihnen die größte Schuld bei Zwistigkeiten und Zerwürfnissen zuschieben. Anderseits aber werden die Ausreden als besänftigendes Mittel gepriesen, denn man sagt: „Eine gute Ausrede ist mehr wert als eine schlechte Wahrheit". Wie dem auch sei, wir müssen uns damit abfinden, daß die Ausreden da sind, daß wir sie gebrauchen, Und aud> du, lieber Freund, der du immer so auf die Ausreden schiltst, hast du dich wirklich noch nie im Leben durch eine solche Wendung retten wollen? Hand auf's Herz! 3a, oder nein! Rur keine Ausrede!... Siehst du! Solange die Welt besteht, solange es Menschen gibt, erscheinen auch die Ausreden. Oder war es vielleicht keine, als Adam bei der bekannten Apfelnäscherei sagte: „3ch bin nackt, darum versteckte ich mist." Oder weiter: „Das Weib gab mir von dem Daum, und ich aß." Und Eva setzte die Folge der Ausreden fort und schob alles auf die Schlange. So ist es geblieben bis auf den heutigen Tag. Solange Menschen auf Erden wandeln, wird es auch Ausreden geben. 3ch mußte mir vor ein paar Tagen einen neuen Binder kaufen. 3n dem Geschäft wurden mir so viele vorgelegt, daß mir die Auswahl wirklich schwer wurde. 3n allen Farben, vom unschuldigsten Weiß bis zum tiefsten Schwarz, mit Schattierungen in allen Farben, gestreift und tariert, ineinanderfließend und punktiert, jede mögliche Farbenzusammenstellung wurde hier geboten. Auf dem Heimweg fiel mir ganz unwillkürlich ein Vergleich ein: 3st es mit den menschlichen Ausreden nicht ebenso, wie mit den Bindern? Leuchten sie nicht auch in allen Farben und Formen, vom unschuldigsten Weih bis zum dunsten Schwarz? Da sind die kindlichen Ausreden. Die Mutter tritt ins Zimmer und sieht zu ihrem Schrecken, daß eine schöne Kaffeetasse zerbrochen auf der Erde liegt. 3ßr kleines Kind spielt im Zimmer. Auf die Frage, ob es die Tasse her- untergeworfen habe, antwortet es ganz unschuldig: „Die ist ganz von selber herunter* gefallen!" Dann die Sch ule rausreden! Wir hatten einen alten Lehrer, der auf jede Entschuldigung unsererseits mit der gleichbleibenden Antwort quittierte: „Das können wir glauben oder nicht. Wir glauben es nicht!" Er lieh sich auf nichts ein, auch wenn wirklich einmal der Zug Verspätung hatte. 3a, die Schülerausreden, sie schillern auch in allen Farben. Was legte man sich nicht alles zurecht und freute sich dann, wenn es geglaubt wurde, d. h. der Lehrer tat wohl nur in den meisten Fällen so. Einmal war es uns nicht gut gewesen, ein andermal hatten wir ein Buch verlegt, dann wieder hatten wir geglaubt ... Die Schüler werden 3ünglinge, die Schülerinnen 3ungfrauen, aber die Ausreden bleiben. Die nehmen nur eine andere Form an, werden geschickt abgefaht und manchmal sogar geglaubt. 3n der Ehe aber hören sie auf? Wenn die Suppe versalzen, ober der Braten angebrannt ist, die Milch überläuft, oder bad elektrische Licht nachts durchbrennt, ist die Frau nie schuld. 3mmer muh eine Ausrede helfen. Und der Mann, der spät nach Hause kommt? Hat er nicht eine wichtige Sitzung gehabt? Hat sein Freund nicht heute Geburtstag gefeiert? Moderne Märchen fangen immer so an: „Die Sitzung hat so lange gedauert ..." „3ch konnte immöglich die entscheidende Konferenz versäumen .." Wohin bu schaust, wohin du hörst, mehr als die Hälfte aller Entschuldigungen sind Ausreden. Eine Ausnahme bilden höchstens ältere Leute, die fast gar feine Ausrede gebrauchen. Sie gehen der Sache auf den Grund und sagen die Wahrheit, oder — schweigen. Aber alle andern versuchen es zunächst mit einer Ausrede. Eigentlich sind ja die meisten Ausreden Lügen, wenn auch oft Notlügen. Kommen sie aber gar zu tölpisch heraus und wird bann noch von uns verlangt, daß wir sie glauben sollen, so ist das schon eine kleine Beleidigung. In Den meisten Fällen sind wir aber zu gutmütig, um den Sprechenden bloßzustellen. Wir tun so, als ob wir es glaubten. Oder wir lassen den Sünder solange reden, bis er von selber merkt, wie lächerlich er sich mit den Ausreden, macht. Wäre es nicht besser, die Ausreden beiseitezulassen und bei der Wahrheit zu bleiben? Aber bei Verspätungen, bei nicht erfüllter Pflicht, scheint heutzutage jedermann überhaupt zunächst eine Aus- rede zu erwarten. Ja, viele sind sogar schon gespannt und denken: „Wie wird er sich diesmal herausreden?" Daß bann auch einmal einer kommt und lagt, wie es wirklich war, bas wirkt bann wie eine Ueberraschung. So hat man sich schon an Ausreden gewöhnt. Aber nötig sind sie gewiß nicht. K.T. Seht Tiere nicht aus! Der Gießener Tierschutz-Verein, Kaiserallee 1, schreibt uns: Mancher Tierbesitzer ist gezwungen, sich von seinem Tier zu trennen, sei es, bah er die Steuer nicht mehr zahlen kann, sei es, bah er keinen Platz mehr für bas Tier hat, sei es, bah bas Tier krank ist. Wer sein Tier verkaufen ober verschenken will, vergewissere sich vorher, ob es wirrllch in gute Hände kommt. Wer keine passende Stelle für sein Tier weih, lasse es schmerzlos töten. ES ist grausam, Tiere an unzuverlässige Personen weiterzugeben ober sic an Oke Arbeitsmarktsage in Oberheffen. Oer Bericht des Arbeitsamts Gießen über die Entwickelung im Februar. Die Arbeitslosigkeit dürfte im Derichts- monat ihren winterlichen Höhepunkt erreicht haben. 3n der letzten Woche setzte eine Entlastung des Arbeitsmarktes ein, die aber nur schwach und zögernd war. Bei der vorjährigen großen Arbeitslosigkeit spielte die kalte Witterung eine große Rolle, während in diesem 3ahr bei mildem Wetter der hoho Stand der Arbeitslosigkeit auf die ungünstige Wirtschaftslage bzw. auf die Finanzierungsschwierigkeiten zurückzuführen ist. Die Zahl der Hauptunter st üt- zungsempfänger betrug ijn Derichtsmonat 10 683 gegen 8907 im Vormonat. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist im Derichtsmonat auf 13 050 gegen 11 956 des Vormonats und gegen 12 923 des gleichen Monats im Vorjahre gestiegen. Daß die Wirtschaftslage in diesem 3ahre bedeutend schlechter ist, als im Vorjahre, zeigt schon, daß 270 Personen der Metallindustrie, des Holzgewerbes und der Tabakindustrie K u r z - arbeiterunterstühung empfangen, während im vergangenen 3ahr zu dieser Zeit keine Kurzarbeiterunterstützung beantragt war. Ebenso verhält es sich mit den Rotstandsarbeiten. Wurden im vergangenen 3ahr keine Unterftüt- zungsempfänger mit Rötstandsarbeiten beschäftigt, so werden in diesem 3ahre 116 Personen beschäftigt. Aus den einzelnen Derufsgruppen ist wie folgt zu berichten: 3n der Landwirtschaft wird trotz der mifben Witterung mit Anforderungen von Arbeitskräften im allgemeinen noch zurückgehalten, cs werden vielmehr Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft noch zur Entlassung gebracht. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist gegenüber dem Vormonat um 83 und gegenüber dem Vorjahr um 137 aus 522 gestiegen. Die Marktlage im Bergbau hat sich im Derichtsmonat bedeutend verschlechtert. Diese Verschlechterung ist hauptsächlich auf die Stilllegung der Gewerkschaft Friedrich zurückzuführen. Die Zahl der Arbeitsuchenden beträgt 332 gegenüber 238 des Vormonats und gegenüber 253 des Monats Februar 1929. Die Lage der 3ndustrie der Steine und Erden hat sich im Derichtsmonat nicht weiter verschlechtert, so daß man hoffen kann, daß ein weiteres Ansteigen der Arbeitslosenziffer nicht mehr eintreten wird, da verschiedene Dasalt- brüche ihre Betriebe wieder eröffnet haben. Es wurden am Ende des Derichtsmonats 1467 Arbeitsuchende .gezählt: gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 38 gestiegen und gegenüber dem Borjahre um 166 gefallen. Der Beschäftigungsgrad in der Metallindustrie hat durch die konjunkturellen Einflüsse eine weitere Verschlechterung erfahren. Wir zählten im Derichtsmonat 1012 Metallarbeiter gegenüber 931 des Vormonats und 552 des Vorjahres. Der Rückgang in der Beschäftigung im Holz- und Schnitz st offgewerbe hielt weiter an und zeigte sich an einem größeren Zugang an Arbeitslosen. 652 Arbeitsuchende standen am Ende des Berichtsmonats gegenüber 441 des Vorjahres dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die Arbeitsmarktlage im Rahrungs - und Genußmittelgewerbe hat sich im Be- richtsmonat wiederum verschlechtert. Zu dieser Verschlechterung trug hauptsächlich die schlechte Marktlage der Zigarrenindustrie bei. Durch Absatzstockungen wurde eine Anzahl Tabakarbeiter zur Entlassung gebracht, während ein großer Teil Kurzarbeit, verrichten muß. 3m Bekleidungsgewerbe ist eine fai- I fonmäßige Belebung des Arbeitsmarktes trotz der vorgeschrittenen 3ahreszeit noch nicht zu | verzeichnen. Es stehen zur Zeit 311 Arbeitsuchend dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die Deschüft-gungsverhältzisse im Baugewerbe hatten sich auch im Monat Februar weiterhin verschlechtert, doch ist in der letzten Woche eine Heine Belebung des Arbeitsmarktes ein getreten. Cs handelt sich hierbei hauptsächlich um Fertigstellung von Bauten und Reparaturarbeiten. Der günstige Verlauf der Diskontpolitik der Reichsbank hat noch nicht verbessernd auf den langfristigen Kapitalmarkt eingewirkt, somit kann man heute noch nicht sagen, ob dem Daumarkt im Laufe des 3ahres die nötigen Geldmittel zur Verfügung gestellt werden, um ein größeres Dauprogramm zur Durchführung zu bringen. 3m Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe haben sich während der Fastnachtszeit Deschäftigungsmöglichkeiten geboten. Auch in den Kurorten wird mit den Dorbereitungsarbeiten begonnen. Das Derkehrsgewerbe zeigte sich noch nicht aufnahmefähig, besonders die Reichsbahn übt bei Einstellung von Arbeitskräften größte Zurückhaltung. Die Arbeitsuchendenzahl beträgt 428 gegenüber 385 des Vormonats und gegenüber 205 des Vorjahres. Die Lage in der Lohnarbeit wechselnder Art hat eine weitere Verschlechterung erfahren. Bedingt ist dies hauptsächlich durch die schlechte Lage des Baugewerbes. Verfügbar waren am Ende des Monats 3356. Die Arbeitsmarktlage für Angestellte hat sich im laufenden Monat nicht weiter verschlechtert. Den Zugängen stand eine entsprechende Anzahl von Vermittlungen und sonstigen Abgängen gegenüber. Die Zahl der am Schlüsse des Derichtsmonats noch vorhandenen stellensuchenden männlichen und weiblichen Angestellten beträgt 372 gegenüber 386 am Schlüsse des Vormonats. 3m Musikergewerbe war die Vermittlungstätigleit infolge des Karnevals sehr rege. 347 Gelegenheitsgeschäfte wurden im Laufe des Monats Februar vermittelt, so daß arbeitslose Derufsmusiker während dieser Zeit nicht unterstützt zu werden brauchten. Oie Berufsberaiung hat für den Monat Februar 376 Deratungen (230 für Knaben, 146 für Mädchen) aufzuweisen, und zwar 191 (118 für Knaben, 73 für Mädchen) erstmalige und 185 (112 für Knaben, 73 für Mädchen) wiederholte Beratungen. Von den 191 Ratsuchenden kamen 27 (16 Knaben, 11 Mädchen) aus höheren Lehranstalten, einige aus Handelsschulen, die übrigen aus Volksschulen. Die 118 ratsuchenden Knaben hatten 47 und die 73 ratsuchenden Mädchen 14 verschiedene Derufs- wünsche. 13 Knaben und 29 Mädchen hatten überhaupt keinen bestimmten Derufswunsch. Am begehrtesten waren bei den Knaben die Berufe des Kaufmanns, Malers und Weißbinders, Maschinenschlossers, Autoschlossers und Friseurs, bei den Mädchen die kaufmännischen und der Beruf der Schneiderin. Der Eignungsprüfung wurden 32 Knaben und acht Mädchen unterzogen. Zur einwandfreien Feststellung der gesundheitlichen Derusseignung war bei vier Knaben und fünf Mädchen eine besondere ärztliche Unterfudjung notwendig. Auf ausdrücklichen Wunsch von Arbeitgebern wurden für neun Knaben und 5 Mädchen Eignungsgutachten (kostenlos) hinausgegeben. 3n den fünf Rebenstellen-Sprechstunden (Friedberg, Büdingen, Schotten, Alsfeld. Lauterbach) fanden 147 (94 für Knaben, 53 für Mädchen) Beratungen statt. Gegenüber dem gleichen Monat int Vorjahre ist die Beratungstätigkeit der Berufsberatung bedeutend gestiegen. einem fremden Ort auszusehen und sich selbst zu überlassen. Herrenlose Tiere, die nicht elend verkommen, gehen in den meisten Fällen einem zweifelhaften Geschick entgegen. Rur ausgewachsene Katzen lernen es oft, selbständig zu leben, aber — auf Kosten der Vogelwelt, unter der sie großen Schaden anrichten. Wer Gefühl für fein Tier hat, tötet es schonend, ehe er es ins Ungeteilte schickt. Linser neuer Roman. 3n der heutigen Rümmer des „Gießener Anzeigers" bringen wir den Schluß des mit lebhaftem 3nteresse aufgenommenen Romans „Die blonde Sllavin" von Hermann Weick. 3n der morgen erscheinenden Ausgabe werden wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes beginnen, von dessen Erwerbung wir uns nach den früher gemachten Erfahrungen einen nicht geringen Erfolg in unserem Leserkreise glaubten versprechen zu bürfen. Wir bringen nach längerer Pause wieder einmal einen Roman von Wallace: die Millionenauflage der Bücher des englischen Schriftstellers und die internationale Berühmtheit und Beliebtheit seines Werkes scheint uns im Geschmack und im Unterhaltungsbedürfnis einer über die ganze Welt verstreuten Lesergemeinde sehr wohl begründet zu sein. „Öie gefiederte Schlange" von Edgar Wallace ist der Titel des Romans, der von morgen ab im „Gießener Anzeiger" erscheinen wird. Ein begeisterter Leser schrieb unter dem Eindruck der Lektüre an den deutschen Verleger: „Es ist unmöglich, von Wallace nicht gefesselt zu fein," und wir vertrauen darauf, daß auch unser neuer Roman hinter seinen Vorgängern, auf welche diese Bemerkung gemünzt war, nicht zurückbleiben wird. „Sie gefiederte Schlange" ist ein echter und rechter Wallace: die Schilderung eines höchst rätselhaften Kriminalfalles, ausgestattet mit allen Eigenschaften und Merkmalen, die Wallaces Schriftstellerei kennzeichnen und ihn so ungeheuer populär gemacht haben: Scharfsinn und Phantasie, niemals aussetzende Spannung und eine mit immer neuen Ueber- raschungen und Steigerungen sich auf bauen be, abenteuerliche Handlung bereinigen sich in dem fesselnden Werk. Mehr soll heute nicht darüber gesagt werden. Wir hoffen, auch diesmal die richtige Wahl getroffen zu haben und mit der morgen beginnenden Veröffentlichung allen ßefe- rinnen und Lesern eine besonders willkommene Unterhaltung zu bieten. Date« für Samstag, 15. Nlärz. 1830: der Dichter Paul Heyse in Berlin geboren (gestorben 1914). Bornotizen. . — TageSkalender für Freitag.Dtabt- theater: „Die Sache, die sich Liebe nennt“, 20 bis 22.15 Uhr. — Bund „Haus und Schule": Familienabend, 20 Uhr, im 3ohannessaal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Spionin". — Astoria-Lichtspiele: „Die 3agd nach der Erbschaft" und „Der erste Kuß". — Aus dem S t ab11ßea ter burcau wird uns geschrieben: Die heutige Premiere „Die Sache, die sich Liebe nennt" (This thing called love) von Edwin Burke beginnt um 20 Uhr. Spielleitung Karl Volck. — Am Sonntag, 16. März, 18,30 Uhr Fremdenvorstellung „Die andere Seite''. — Dienstag, 18. März, erste Wiederholung von „Die Sache, die sich Liebe nennt“. — Mittwoch, 19. März, zweite Lustspielpremiere „Der letzte Lord" von Uge Falena. Dieses Lustspiel wurde von der 3ntendanz als südwest- deutsche Erstausführung erworben, nachdem cs bei der Uraufführung in Hamburg einen durchschlagenden Erfolg hatte. Das Stück ist bereits von ersten Bühnen zur weiteren Aufführung erworben. — Friebrich-Lienharb-Abend. Man schreibt uns: Am Sonntag, 16. März, veranstalten ber Ev. Arbeiterverein, bet Ev. Dunb und ber Wartburgverein einen Friedrich-Lienhard- Abenb im Markussaal, ber zugleich eine Gedenk- feier für bie Gefallenen sein soll. Die Vorbereitung bes Abends liegt ganz in den Händen von Frau Direktor Mende 1 sso h n-D artholdy, welche auch bie Rezitationen übernommen hat. Sologesänge von Frl. Käte Gärtner mit Begleitung von Herrn Musiklehrer Hahn werben das Programm noch besonders bereichern. Die Ramen ber Mitwirkenden finb in Gießen von ähnlichen Veranstaltungen wohlbekannt. Der Besuch des Abends bebarf gewiß keiner weiteren Empfehlung. (Siehe heutige Anzeige.) — Eine Kulturfilm-Frühvorstel- lung veranstaltet bas Lichtspielhaus Dahnhof- strahe am nächsten Sonntag um 11.15 Uhr. Zur Vorführung kommt ber Afrika-Großsilm „Mensch und Tier im Urtoalb", ben ber bekannte Afrika- forscher Hans Schomburgk auf seiner großen Forschungsreise aufgenommen hat. Schomburgk wirb zu der Filmvorführung ben Begleitvortrag selbst halten. • " Fahrzeugsperre zum Schutze ber Straßenbahn. Das Polizeiamt teilt mit: Ein Sonderfall gibt uns Veranlassung, auf bie Bestimmungen des § 14 Abs. 1 der Dorschriften für ben Verkehr und Schutz der elektrischen Straßenbahn in Gießen hinzuweisen. Der § 14 Abs. 1 lautet: „3n der Wäusburg, Marktstraße unb Seltersweg zwischen Kreuzplatz unb Maigasse bürfen Fahrzeuge mit einer größeren Breite j als zwei Meter während des Betriebs Bet Straßenbahn nicht verkehren." ** Ha 1 bmast geflaggt haben heute, toi« überall im Reiche, auch die hiesigen Betriebsgebäude der Reichsbahn. Wie wir hören, gilt die Totenehrung dem früheren Eisenbahnminister v o n B r eite n b a ch , der bekanntlich viele Jahre lang an der Spitze der preußisch.hessischen Eisenbahnverwaltung stand. Die sterbliche Hülle des Entschlafenen wird heute zur letzten Ruhe beigesetzt. *• Dienstjubiläum. Am morgigen 15. März sind es 40 3ahre, baß Herr Georg Kreuber aus Grünberg bei ber Firma Benner, Krumm & Sauer in Gießen tätig ist, zuerst bei Denner & Krumm unb seit 10 3ahren bei ben vereinigten Firmen Denner, Krumm & Sauer. Don bieten 40 3ahren ist Herr Kreu- b e r als Prokurist 35 3ahre an erster Stelle in der Firma tätig, und er hat in dieser langen Zeit namentlich alle Kassengeschäfte in geradezu vorbildlicher Weise geführt. Die Entwicklung ber Firma ist in großem Maße Herrn Kreuder zu verdanken, der in allen Zweigen des Geschäftes seit seinem Eintritt in die Firma "führend mitgearbeitet hat unb heute noch wie immer in Treue und Umsicht seines Amtes waltet. Möchte er noch lange in seinem (Berufe tätig sein als guter Kaufmann der alten Schule unb als ein Dorbilb für ben kaufmännischen Rachwuchs. Roggenbrot ist gesunder als Weizenbrot! ** Schwerer Unfall im Gießener Bahnhof. Gestern nachmittag ereignete sich im hiesigen Personenbahnhof, einige Minuten vor ber Abfahrt bes um 15.49 Uhr fahrplanmäßig von hier nach Köln verkehrenden Personenzuges ein schwerer Unglücksfall. Der aus Ehringshausen (Dillkreis) stammende Kaufmann Fritz Müller hatte eben den Zug bestiegen und war gerade im (Begriff, die Abteiltür zu schließen, als der Wagenpark, angeblich durch überaus starkes Heranfahren der Lokomotive an die Wagen, eine sehr heftige Erschütterung erfuhr. 3nfolge dieses Anpralles stürzte ber bedauernswerte Mann aus dem Abteil und schlug mit dem Gesicht heftig auf den Bahnsteig auf. Hier blieb er bewußtlos liegen, jedoch trat so- fort starkes Erbrechen ein. Der Verunglückte wurde sofort ber Chirurgischen Klinik zugeführt, wo er, toie wir auf Anfrage hörten, heute vormittag noch ohne Bewußtsein barnieberlag. Qlllem Anschein nach hat ber Bedauernswerte eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Die Untersuchung des Vorfalles ist im Gange. ** Die Feuerwehr als Mädchen für alles. Unsere Feuerwache mußte gestern wieder einmal zeigen, daß sie bei allen Unglücksfällen Hilfe zu bringen vermag. Gestern mittag kurz nach 12 Uhr mußte sie bei einem (Balfenbranö im Hause Lonhstraße 2, in dem sich das Wohnungsamt und das Versicherungsamt befinden, helfend eingreifen, wo es ihr in kurzer Seit gelang, bie Gefahr zu befeitiaeir Kurz nach 14 Uhr wurde sie nach der Südanlage gerufen, um dort ein gestürztes Pferd wieder hochzubringen, jedoch war es bis zu ihrem Eintreffen schon gelungen, den Vierfüßler wieder auf seine Gehwerkzeuge zu stellen. Gegen 20,30 Uhr mußte bie Wache nach den Anlagen an der Luthereiche ausrücken, um dort einen Heckenbrand zu löschen, und kurz nach 22 Uhr wurde sie nach der Lahn- hrücke gerufen, um von dort aus einen Mann aus der Lahn herauszuholen. Dieser, ein Handwerksbursche aus Saarbrücken, war von der Lahnbrücke aus in den Fluß hinabgesprungen, fing jedoch mächtig an um Hilfe zu rufen, als er_ bas nasse Element an seinem Körper verspürte. Zum Glück war er bei seinem kühnen Sprung in bie Tiefe in eine seichte Stelle bei Flußbettes geraten, wo ihm bas Wasser nicht gefährlich würbe, auch war er wunderbarerweise, trotz der Höhe des Sprunges, unverletzt geblieben. Bon einem Paddelboot aus wurde ber Springer an Leinen angefeilt und bann von der Feuerwehr zur Drücke heraufgezogen. Raß wie eine Katze, aber zu seinem Glück unversehrt, trollte sich bann der merkwürdige Zeitgenosse in Richtung Heuchelheim davon. Oberheffen. Ein kirchlicher Gedenktag in Langsdorf. df. Langsdorf, 10. März. Der gestrige Sonntag wurde hier besonders feierlich begangen. Den Anlaß dazu bübete der 15 0. Geben ktag an bie Grunbsteinlegung unlerer Kirche. Zu bem Festgottesdienst war auch Oberkirchenrat Wagner, Gießen, erschienen. Zur Geschichte unserer Kirche sei folgendes bemerkt: Am 11. März 1780 legten die Väter Langsdorfs Hand an ihr Gotteshaus, um es abzubrechen: nicht, well es baufällig, sondern weil es zum Abhalten ber hier von jeher gut besuchten Gottesdienste infolge ber angewach- senen Bevölkerungszahl zu klein geworben war. Die eigentliche Grundsteinlegung unserer jetzigen, im Barockstil gehaltenen Kirche fand wegen schlechten Wetters erst im Mai 1780 statt. Unser heutiger Kirchenvorstand erblickte in dem Beginn des Abbruchs gleichzeitig den Willen zur Errichtung des Reubaues und damit den eigentlichen Tag der Grundsteinlegung. Daher legte er die Gedenkfeier auf diesen Sonntag. Der Ortsgei st liche predigte über den gleichen Text, über den 1780 sein Amtsbruder Achenbach bei der Grundsteinlegung gesprochen hatte, über II. Moses 25. Vers 8: „Unb sie sollen mir ein Heiligtum machen, baß ich unter ihnen wohne." Er versetzte bie Gemeinbe in die bamalige Zeit unb zeigte, wie bie für bie Geschicke ber Gemeinbe unb Kirche Verantwortlichen, trotz schlechter wirtschaftlicher Zeiten, burch den Reubau ihres Gotteshauses ein großes Opfer brachten in der weisen Erkenntnis über den Wert von Gottes Wort. 3n Anlehnung an Matthäus Kap. 4 Vers 4: „Den Mensch lebt nicht vom (Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, daß durch den Wund Gottes geht", ermahnte Oberkirchenrat Wagner bie Gemeinbe, festzuhalten an Gottes Wort, an den kirchlichen Bräuchen, besonders an der Sonntagsheiligung. — Zur Verschönerung der Feier tru* gen bei der Männergesangverein, der Die Chöre „Großer Gott, wir loben dich“ unb „An einen Gott nur glauben wir" vortrug. Ferner wurde die Meditation von Dach w>s ^j^p^verwendel diekluge Mutter zur Kinderpflege irAooth u Droa 60Mq Große Streudose 80Pfo Cre*^ Gemeinderat in Grünberg. meister Otto Seng, kündigte dasselbe an. Auf wiederholtes Drängen des Kreisamtes, bei der Eberhaltung nach den gesetzlichen De- I für die letzte Gemeindcratssihung war sehr reichhaltig, da sie nicht weniger als acht -rb Dieter pochzu« u intern Sintreflen : Dieter auf feine 120,30 Uhr er- Wwi Dn M immenbe Raufauw den Zllz brstiegei - b>e Qlbteillüt u angeblich durch ber Lokomotive an e Erschütterung er« lles stürzte der 6e« i Wteit und schlus m Lahnstütz aus m, jedoch hat i Der Vrrur-/:Ä x Klinik hörten, heutig 1 4eu. FVgs warm»..KOtctcclw Land* Reueinbeckung und Teerung dieser Straße bis zur Moltkestrahe soll die Gemeinde einen Zuschuß leisten. Der vom Finanzausschuß vorgeschlagene Betrag wurde ohne Widerspruch genehmigt. — Anträge auf Gossenpflaste- r u n g in der Gartcnstrahe und Herstellung eines Fußsteiges in der Woltkestraße wurden mit Rücksicht auf die knappen Geldmittel und die zu erwartenden Berufungen anderer Straßen- anwohner abgelehnt. — Gin Hausbesitzer hat Beschwerde gegen die Entrichtung des erhöhten Wossergeldes für Garten- a n s ch l u h erhoben. Wit dieser Angelegenheit haben sich schon das Kreisamt und dos Kulturbauamt beschäftigt, auch örtliche Besichtigungen fanden statt. Das Kulturbauamt hält die Erhebung eines Zuschlages für berechtigt. Die Mehrheit de S Gcmeindcrats erblickt jedoch in der nur von Fall zu Fall, besonders für Wäschetage vorgesehenen provisorischen Anlage keine der Bewässerung des Gartens dienende Einrichtung und lehnte die Erhebung des Zuschlags ab. cv Lollar, 13. März. 3m Anschluß an den Gottesdienst in der Kirche zu Kirchberg findet am kommenden Sonntag (Volkstrauertag) an dem Gefall enengedächtnismal vor der Kirche eine Feier zum Gedenken an die gefallenen Krieger statt. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lollar hat auch für dieses Jahr ihre Mitwirkung zugesagt. Die Ge- dcnkansprache hat Lehrer Henkel, Daubringen, übernommen. Die Kriegervereine des Kirchspiels (Lollar, Ruttershaus.m, Staufenberg, Daubringen und Mainzlar) nehmen geschlossen mit Fahne an der Feier teil. I Rabertshausen, 13. Marz. Gelegentlich der allgemeinen Kommunalwahlen im Rovember vorigen Jahres war in unserem Dorfe zur Reuwahl des Gemeinderats kein Wahlvorschlag cingrreicht worden. Zu einem später erneut angcsetzten Wah'tcrmin lag ebenfalls kein Wahlvorschlag vor. Run endlich ist es nach langen Bemühungen gelungen, einen neuen Gemeinderat zustande zu bringen. Von den beiden Wahlvorschlägen gelten folgende Kandidaten als gewählt: Konrad Hofmann. Johannes Jäger, Konrad Schauermann, Heinrich Reichhardt, Otto Meck, Otto Pfann- müllcr und Rudolf Meier. Die vier ersten Mitglieder waren schon im seitherigen Gemeinderat. Die Wahlbetelligung betrug 48 Proz. Kreis Schotten. ♦ Schotten, 12. März. Der heutige Schweinemarkt war mit 432 Ferkeln und 18 Läufern beschickt. Man bezahlle für Ferkel bis sechs Wochen alt 30 bis 32, 6 bis 8 Wochen 32 bis 40, 8 bis 13 Wochen & bis 65 Mark, Läufer 65 bis 90 Mark. Das Geschäft war mäßig, es verblieb Ucberftand. Kreis Alsfeld. --er. Homberg, 12. März. Der Auftrieb zmn Heullgen Schweinemarkt betrug 231 Stück Ferkel. Für 6 bis 8 Wochen alte Tiere zahlte man 30 bis 37 Mk., für 8 bis 13 Wochen alte 35 bis 50 Mk. Da das Geschäft der hohen Preise wegen mäßig ging, verblieb Lleberstand. Kreis Marburg. ][ Marburg, 13.Marz. Die Zufuhr zum heutigen Schweinemarkt betrug 380 Stück, darunter 23 Läufer. Bei flottem Handel kosteten sechs Wochen alle Ferkel 32 bis 40; 6 bis 8 Wochen alte 40 bis 48, 8 bis 13 Wochen alle 48 bis 55 und Läufer 60 bis 90 Mark das Stück G Fronhausen (L a h n), 13. März. Die Wasserleitungsarbcilen sür unseren Schulhausneubau wurden jetzt auf dem Submissionswege vergeben; unter drei Bewerbern erhielt der Installateur Georg Kalets ch . Rieder-Walgern für einen ArdeitsprciS von 1315,80 Mk. den Zuschlag. Die Glaserarbeitcn wurden dem Glasermeistcr Bierwirth, Marburg, zum Preise von 440 Mk. übertragen. Mit der Installation der elektrischen Lichtanlagen wurde das Jnstallalivnsgcschäft H. Siebert, Marburg, zum Preise von 701,10 Mk. beauftragt. (Schluß des redaktionellen Teils.) Nuhkraflwagen mit Mercedes-Venz-Rohölmolor auf der Leipziger Messe. Unter den ausgestellten Neuerungen erregten Der schiebens Nußkraftwagen-Fohrgestelle mit einge- bautemMercedes-Benz-Nohölmotor besonderes Interesse. Dieser ausprobierte, zuverlässige Fahrzeug- Diesel ergibt eine Brennstoffersparnis von 78 v. ch. gegenüber dem Bcnzinbetrieb und gilt als der zur Zeit beste Schwcrölmotor der Welt. Infolge seiner hohen Wirtschaftlichkeit erobert er sich immer mehr Anwendungsgebiete. Ein Rohöllastwagen wurde auf der kürzlich beendeten internationalen Llutomobil- cnuskellung in Kopenhagen von der Fachmesse als technische Errungenschaft von umwälzender Bedeutung bezeichnet. 347 Erhalten Sie dem Braten die natürlichen Säfte — bereiten Sie die Soße gesondert AllftlorRÜhlW' Hans Walden u. Lilly Romay Aili Uv! UUllllVf vom Metropol-Theater Berlin: Ein Henflezvons m Griarint / Wiener Kleinkanst Ferner: Die aktuelle Wochenschau und das lustige Beiprogramm. Jaffee doch nicht teurer! Weber trägt die Zollerhöhung! Jeder Würfel» Webers Carlsbader“ erhöht die A usgiebigkeit der Bohne um mehr, als der Kaffee teurer wird, Kaffee mit „ Webers“ wird kräftiger im Geschmack, voller im Aroma, schöner im Aussehen. Päckchen zu 40 Pf reicht 4 Wochen. Sonntag, den 16. März, vormittags 11.15 Uhr spricht Hans Schomburgk zu seinem Afrika-Grofsiilm „Mensch und Tier im Urwald“ Große Streudose ßOPfg Haben Sie offene Füße? Bohnerten? Jucken? Stechen? Brennen? Dann irebrauchen Sie die tausendfach bewahrte Cniversa’-HeUealbe „Genterin''. Wirkung überraschend. Preis t.60 u.2.75. Depot tn Gießen in allen Apoth. Haupt niederlage: Engelapoth. Gießen. 230V | Achtung! Wer will viel Geld sparen, der komme zu mich ich verkaufe solange Dorrat reicht, am Samstag und folgende Tage Herren-, Damen- und Kinderschuhe Frau Elise Harimetz 213OD Neuenweg 28 * ,3um Löwen". ROULETTE DIE NEUE FORM Kreuzplatz b» 2140A So man die Hausfrau läßt das Fleisch zu lange braten, nur um genügend Soße zu erhalten. Dadurch werden aber dem Fleisch die wertvollen Säfte entzogen — es wird fade und kraftlos. Sie erhalten den Braten aber saftig und schmackhaft, wenn Sie die Soße extra bereiten. 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V k 4 h; : 'St Ei WWMW Er. 62 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berlfefien) Freitag, März 1930 Wirischast Arankfurtcr Börse. Die Letzte Nachrichten. Oaö Ausland zur Botschaft des Reichspräsidenten. Wien, 14. März. (WLD. Funkspruch.) Botschaft des Reichspräsidenten von Hindenburg hat hier tiefen Eindruck gemacht. Die „Neue Freie Presse" schreibt dazu: Hindenburg ist das Sinnbild des wirklichen deutschen Patrioten. Kein besseres Beispiel konnte unserer Zett gegeben werden als das Bild dieses Mannes, der in einer reichen Entwicklung s i ch s e l b st treu zu bleiben wußte. 3m „Neuen Wiener Tagblatt" heiht es: Das Schreiben Hindenburgs ist gleich außerordentlich als Staatsschrift, w.e als persönliches Bekenntnis. Es vervollständigt das welthistorische Bild des Feldmarschalls von Hindenburg mit einem kräftigen menschlichen Zug. Fast ebenso einprägsam ist jedoch der politische Wert dieser Kundgebung. Denjenigen Parteien, die wohl wissen, daß die Erfüllung des Boung-Abkommens eine deutsche Lcbensnotwendigkeit ist, es aber doch nicht über sich brachten, die Parteiauffassung zurückzustellen, tritt Hindenburg alS Hort echt demokratischen Fühlens und Handelns gegenüber. Seine Kundgebung ist somit ein Beispiel für die Parteien zu wahrer Demokratie. Der „P e st e r Lloyd" schreibt in einem Leitartikel u. a.: Ein Seelenkonterfei ist dieses Manifest, das mit unvergleichFrankfurt a. M., 14. April. Tendenz: ge- ^istsols. -- Die gestrige Ermäßigung der Dis- Irntratc der Neuyorker Federal Reserve Bank in 0,5 auf 3,5 Prozent blieb auf die ®c- !. i stsentwickelung der heutigen Börse ganz ohne tin sluß. Nur stimmungsmähig war man in Bör- Mnkreisen hierdurch etwas zuversichtlicher. Da Oa't der Auftragseingang immer noch äußerst llcheidcn blieb, verfehlte dies so gut wie die 4£nuabmc der Bounggesehe bei der Kulisse fast jde Wirkung. 3m Vormittags, erkehr waren die Kurse zum Teil beträchtlich fester, h ider gestrigen Unternehmungslust waren die .cltcn Kurse, soweit offizielle Notierungen zu- fuit.be kamen, nur gut behauptet. Das Ausland M(M 1c ebenfalls mit Aufträgen. Durch Medio- ^rDereitungen wird die ganze Konzentrations- Müft für die eigenen Märkte beansprucht. Tie E'e ldmarktverhältnisse lagen weiter_un- Ir günstiger Beurteilung. Tie noch sicht erledigten innenpolitischen Fragen standen ininer noch drohend im Vordergrund. Etwas mehr Icroortrctcn konnten bei etwas lebhafterer Llrn- ^sctstätigkeit Siemens, die 1,5 Proz. gewinnen konn- Ifn. AEG. lagen leicht gebessert. Sonst waren Hcc Erstnotierungen nicht zu'tandegckommen. Am Whemicmarkt eröffneten Farben eher angeboten in'J leicht gedrückt. An, Montanmorkt waren ki Rückgang der Ruhrkohlensörderung und die Zunahme der eingelegten Feierschichten immer nf) ein geschäftshemmcndcr Faktor von großer Ttbeutung. Am Bankenmorkt war die Situativ etwas beruhigter, nachdein erklärt wurde, ja') die Gerüchte von einer Dividendenreduk- hn bei der Dede-Bank den Tatsachen vorous- (J03L Die meisten Werte lagen leicht gebessert. Liu Kunstseidemarkt hat das Angebot immer nicht aufgehört, war aber kleiner, obwohl hier die umlaufenden Gerüchte, die von cr.c-ni völligen Ausfall der Dividende sprechen, kifitimmtem Tietz minus 1 Proz. Schiffahrts- tcr 1c uneinheitlich. 3m Verlause wurde die Liwdnz erkennbar freundlicher, doch waren die Ilm Iahe im allgemeinen sehr gering, nur in seinen Werten wurden Deckungen vorge- Dnnmen. So traten vor allem Schisfahrtswerte Ls zunehmende Fre'gabchcsinungen mit Desse- - ‘.n-sen bis zu 1,5 Proz. in den Vordergrund. Ineben lagen gegen Anfang 1 Proz. fester. Auch 5 Millionen Goldmark Sproz. E ^ldpfandbriese der Hessischen I andesbank. Der hessische Finanzminister hat r: Hessischen Landesbank (Staatsbank) die Ge- I h.nigung zur Ausgabe von 8proz. 3nhaber- : ^Pfandbriefen im Betrage von 5 Millionen Inldmark erteilt. 1 D t e Trennung zwischen Maffei ii b Henschel. — Guter Geschäfts- ig bei Maffei. Wie W.T.D.-Handels- l irst hört, sind durch die erfolgte Trennung tm Maffei und Hen.chel auch die im letzten .,$re getroffenen Maßnahmen, die eine teil* ,i ’e Ucbctfragung der Fabrikation von Dampf- emotiven, Die'ellokomotiven und Dampfstraßen- ^ü;en noch Kassel vorsahen, rückgängig gemacht Heben. Massei wird deshalb, entgegen vielfach I rtreilctcn Nachrichten, neben seinem sonstigen ^rikationsvrogramrn den Bau der vorgenann- 3i Fabrikate in vollem Umfange selbständig ri »erführen. Wie W.T.B.-Handelsdienst weiter >i t, hat sich die von Maffei herausgebrachte Instruktion von Diesellokomotiven bewährt. Es f der Firma gelungen, die Maschine auch im islanbe gut einzuführen, 11. a. erhielt die j-T-rna kürzlich einen Auftrag auf eine größere klstckzahl Diesellokomotiven für 3apan. Auch L Motorstraßenwalzen erfreuen sich besonders h Auslande zunehmender Nachfrage und sin- Mi dort befriedigenden Absatz. Die von Maffei tt zwei 3ahren gebauten Zugwagen haben sich vergangenen 3ahr weiterhin gut eingeführt, (h jüngster Zejt hat auch das Ausland für |x't<8 Fahrzeug reges 3nteresse bekundet. Es fririt deshalb mit einer günstigen Weiterentwick- Luß dieses Geschäftszweiges gerechnet. Der zur vorliegende Auftragsbestand sichert der Mrina in dieser Abteilung bereits eine Beschäf« hung auf einige Monate. der Elektromarkt trat etwas hervor, mindestens mit Kurserholungen. Auch der Montanmarkt konnte sich bei zuversichtsicherer Stimmung einigermaßen vom Druck freimachen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Proz. infolge größerer Nachfrage zum Medio etwas angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1920, gegen Psund 20,3875, London gegen Kabel 4,8325, gegen Paris 124,25, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 39 30, gegen Schweiz 25,1350, gegen Holland 12,1225. Berliner Börse. Berlin, 14. März. Für die heutige Börse hatte man mit einer nennenswerten Belebung des Geschäftes nicht gerechnet. Nachdem es schon gestern abend zu leichten Erholungen gekommen war, lag der heutige Vormittag i verkehr und die Dorbörse geschäftslos und a b to arte n ö „ bei nicht unfreundlicher Grundstimmung. Die gestrige Di kontsenkung in Neuyork um 0,5 v. H. auf 3,5 v. H. hatte man erwartet. Man hörte hier die Ansicht, daß die internationale Geldmarkterleichterung noch weitere Fortschritte machen werde, und man wies in diesem Zusammenhang auf den Londoner Privatdiskontsatz von nur 31 auf 32 v. H. hin. Zu den erstem Kursen fehlten Orders außenstehender Kreise fast ganz. Es kam nur zu ziemlich geringfügigen Erholungen. Lediglich Schubert 6: Sa'zer, Re.chs- banf, Berliner Handel grsellschaft, Aku, Ges- sürel, Akkumulatoren, Siemens, Westeregeln, Schultheis lagen etwas starker gebessert, doch gingen auch in diesen Werten die Gewinne nicht über 3 v. H. hinaus. Auf der anderen Seite hat en auch einige Papiere Abschwächungen gleichen Ausmaßes zu verzeichnen. 3nsbe.oncere Harburger Gummi, Stolberger Zink, Rheini che Elektrizitätsgefellschaft, Rheinische Braun'.obl.n, Köln-Neuessen, Deutsche Eisenhandel und Zellstoff Waldhof. Deutsche Anleihen gehalten. Ausländer freundlicher. Oesterreichische Staatsrente von 1914 setzten mit 48,25 v. H. ein, 4-v. H.° Mexikaner von 1934 gewannen 0,5 v. Sy, und Oesterreichische Papierrente wurde mit Plus- Plus-Zeichen notiert. Pfandbriefe ruhig. Der Geldmarkt hatte etwas anziehende Sähe. Tagesgeld 4 bis 6,5 v. H.: Monatsgeld 6,5 bis 8,5 v. H., Warenwechsel zirka 5,50 v. H. Nach den ersten Kursen machte sich etwas mehr Bedarf geltend und es kam zu leichten Besserungen. Am Montanmarkt verstimmte heute die weiter verringerte Ruhrkohlenforderung; dieses Gebiet war daher etwas vernachläs igt. Schifffahrtswerte, für die neben den bekannten Verständigung planen Hapag-Lloyd heute noch die im Wrrit einsehenden neuen Freigabeverhandlungen in Washington anregten, erfreuten sich im Verlaufe stärkeren 3nterefses. sicher Naturtreue die ganze menschliche und staatsmännische Größe des Größten unter den jetzt lebenden Deutschen widergibt. Nicht ohne tiefe Bewegung wird man in Ungarn diese Kundgebung des deutschen Reichsoberhauptes lesen. Das Wort Hindenburgs wird in den deutschen Herzen einen ebenso mächtigen Widerhall wecken, wie es das Wort des ungarischen Reichsverwesers in den Herzen der Ungarn getan. Das eben ist die Schicksalsgemeinschaft, die das deutsche und das ungarische Volk so sest miteinander verknüpfen. — Aehnlich schreibt „Ujsag". Briefkasten der Redaktion. (Rcchtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) G. 6. Durch 3hre Gutgläubigkeit sind sehr unklare Verhältnisse geschaffen worden. Da an- zunehmcn ist, daß der Wohnungsmitinhaber nicht auLzichen und daß es auch schwierig für Sie fein wird, wieder zu 3hrem Gelde zu kommen, raten wir 3hnen bei der Verworrenheit der Lage, sich den Beistand eines Rechtsanwaltes zu sichern, oder vorerst einen Sühnetermin beim Amtsgericht zu beantragen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers" Problem ')Zr. 255. Don 3. Kotrc. Schwarz, a b c d e f g h a b c u e t g h Weiß. 8 8 6 6 5 5 3 3 2 2 Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: b Steine. Ka3; Dh6; Fe4; La7, d7; Se4 Schwarz: 7 Steine. Kd5; La8; Sf3, g5; Bd3, 12, h7. Endspiel Nr. 83. Don F. Kötter. Schwarz. 8 6 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1 a b c d e Weih. a b c d e f g h L h ch>8 zzzzzz z; Weih am Zuge erzwingt den Gewinn. Weiß: 7 Steine. Kf3; Sf8; Bc3, f4, g5, H3, h4. Schwarz: 5 Steine. Kf5; Ba4, c4, f6, H7. Nur durch ein sehr feines und genau berechnetes Manöver ist der Gewinn in dieser hübschen Studie zu erzwingen. Lösung des Problems Nr. 252. Don H. Nanz, Uehhausen. 1.8d6—e81 usw. Tic hessische Meisterschaft. An Ostern dieses 3ahres feiert die Offenbacher Schachgefellschaft ihr 50. Stiftungsfest. Aus diesem Anlaß findet ein Turnier um die hessische Meisterschast statt, an welchem sich die acht stärksten hessischen Spieler beteiligen werden. Außerdem wird noch ein Nebenturnicr ausge- tragen, das für beliebig viele Spieler offen ist. Für beide Turniere sind Geldpreise vorgesehen. Den Auftakt zu den Veranstaltungen bildet eine an 30 Breitern von Schachmeister Orbach ausgeführte Simultanvorstellung. 'Aus der Lchachwett. Der Schachverein „Anderssen" zu Frankfurt am Main feiert Ende August dieses 3ahres sein 50. Stiftungsfest durch Abhaltung verschiedener größerer Turniere. Das Protektorat über diese Veranstaltung hat in dankenswerte Weise der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Dr. Landmann, übernommen. Es werden stattfinden ein internationales Großmeisterturnier mit zehn bis zwölf Teilnehmern, sowie ein Hauptturnier und die Rheinmeisterschaft. Der Sieger im Hauptturnier erhält mit Einwilligung des Deutschen Schachbundes den deutschen Meistertitel. 3n einem in Amsterdam im Monat Februar ausgetragenen Sechsmeisterkampf siegte überraschend der junge Holländer Wennink vor Dr. Euwe. Spiel mann konnte es nur zur Teilung des dritten bis vierten Preises mit Landau bringen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedaktionSt'sch. Organisation. Zwei Bettler wollen trotz der schlechten Zeiten ihr Glück in einer großen Fabrik probieren. Der eine wartet vor dem Eingang, indes der andere es inzwischen durchsetzt, trotz dem Widerstände des Dureaupersonals, in das ALerheiligste, ins Bureau des Direktors au gelangen. Der Direktor hört ihn ruhig an, drückt dann einen Stempel auf einen Zettel und sagt zu dem Manne: „Damit gehen Sie jetzt zum Prokuristen." . _ . Der Prokurist sieht das Papier an, druckt einen Stempel darauf und sagt: „Damit gehen Sie zum Kassierer." Der Kassierer sieht es sich an, drückt einen Stempel darauf und sagt: „Damit gehen Sie jetzt zum Portier." Der Portier sieht das Schreiben an, packt den Bettler am Kragen und wirst ihn, ohne ein Wort zu sagen, hinaus. Der Kollege draußen ruft erfreut: „Du warst lange drin! Was hast du bekommen?" „Bekommen hab' ich nichts, aber eine Organisation haben die Leute — großartig!" Unerwünschte Wirkung. Am Vorabend des Ausverkaufes hatte der Zn- Haber eines großen Konfektionsgeschäftes in Hamburg ein auffallendes Plakat in das Schaufenster gestellt mit der Zuschrift: „Raus mit der Ware!" Am nächsten frühen Morgen fand er die Laden- scheibe eingedrückt, die Ware war verschwunden, auf dem Plakat stand als zweite Zeile lakonisch: „Gemach t!" (Lust. Dl.) Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v. H., Lombardzinsfuß 6,5 v. H. ^ranfhirt a. Scriin C?chiuß-l turet | 1-Uhr» Kurs 53.5 154 153.5 154 Darmklädter und Nationalbank 12 226,5 — 226 25 226,25 Deutsche Bank und Tisconto-GeseUschast, . . 10 140,5 140,75 140.5 141 Dresdner Bank...... 10 145 — 145 145 Reichsbank........ 12 279 — 279 282.5 .................. . 8 160,25 160,5 159,9 160.75 Bergmann........ . 9 196,5 — 197,5 —— Clekn. LieserungsgeseMchaft. 10 — — — — Licht und ftraft ..... 10 165.5 164,5 — gelten & Guilleaume . . 7)4 125 — 125 — GeseUschasi für Elektrische Unternehmungen .... 10 168 — 167.25 169,13 Hamburger Elektrizttäti-Werke 10 — — 128.5 — Rhetniiche Elektrizität . . . . 9 — - — 141 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 161.5 ]62 Ediudert & Go. . . • • • 11 — — 182 182 Siemens & Halske..... 16 244 245.5 244 246.5 Tronstad io ...••••• . 8 — - 129.5 - Labmever & Go....... U 165 — 165 - Buderus » - . 5 75 75,5 75 74,13 Deutsche Erdöl . . • • e e . 6 — — 99.5 99.75 Essener Steinkohle . . • • • . 8 — — 141.5 141,13 Gelsenkirchener ..»••• . 8 138 — 138 138.13 . 0 130,5 —— 130.5 130 6VS — — 107.25 106 4 d>ie Bergbau 10 — - 251 251 Rlödnerroerte ...... . 7 ■ 02,5 - 101 5 102 »öln-Neuessen..... • . 7 — — 104.5 103 5 Mannesmann-Röhten . • • 7 105 — 105 104.13 . 7 — — 103 5 '03.5 Lberschles. Eisenbevatk . . . . 5 — -- — — Lberschlel. flokswerke ... . 7 —- — 98.25 97.75 Phonir Bergbau ... 6V, 100 — 100 25 — Rheinische Braunkohlen . . 10 228 — 228 228 Rbeinstahl ...... . 6 112,13 — 112.75 111,75 aitehed ikoatot •••••• 7,2 * 96 - Srantiurt a. 2)1. Scriin Ech.uß-, 1«Ubr« «Schluß» j lün^ang» k"re 1 K re kurs | Kure Dalum 13 i • 14 -< 13 3 14. 3 Bereinigte Stahlwerke .... 95 95 94,75 95.5 Ltaoi T'iinen ..... 16 •/» — 56.75 57 flaliwerke Ascheröleben ... 1< 209 —— 208 5 209.25 flaliroetle Westeregeln ... 1t 210 — 209.5 212 flaliwerke Salzdetsurth ... 15 354 — 354 354 y. G. Faiben,Jndusme . . . 12 160 25 159.75 159.5 160 Tnnamit Nobel.......6 GcfieibeanfiaU . .9 148 — — Goldschmidt........5 66,5 — 66.4 67 75 75 75.9 76 75.9 Metällgekellschafi. ...... 8 107 105,5 Dhilivv Holzmann......7 96 — Zementwerk Heidelberg . . 10 26.5 126,75 — — Cementwerk flarlstadt. ... 10 141 — — Waub & Rrcötag ...... 8 82,5 82.25 82.75 - Echultbew Paycnhoser ... 15 , - 268 270 Cftwede.........12 - 209 5 210 Aku ..........18 98,5 98 97.75 98 Bemberg.........14 —> — 147 147.25 gellltoss Waldbos .... 13'1, 203 — 203 201.75 Zellstoss Aichasiendurg ... 12 '51.5 — 152 — Charlottenburger Wasser ... 8 — - 96,75 96.75 Dessauer GaS . ..... 9 — — 166.65 166.25 Daimler Motoren ..... 0 38 - 38,25 37,75 Deutsche Linoleum ...... 239 — 238 — Maschinenbau A.-G. . . • • • 0 — — 45 45,5 9?at. Automobil . ..... 0 — — — — Crenficln & floppe! . .... 6 — — 72.5 72.5 Leonhard Tietz ...... 10 156 154 154 154 Svenska ........ — - 335 336 s^rankfurtcr Malchinen .... 4 37.5 - 37,5 I - G rinnet . ......6 45 — 43 Henligensiaedt ......0 — — — Iunghans ....... 6 39 5 — 39.75 — Leckwerke.........8 105.5 105 — — Mainkraftwerke Höchst 0-M. - 8 107 _ — Miaq .....10 130 — 129.5 129.5 Gebr. Roeder ......10 106 — — — Botgt & Haessuet ...... 9 218 — 218 — Elwdeutsche Zucker • • • • 10 153,5 152,5 1 - Banknoten. Berlin, 13. Mär, Geld Brief Allierttanitwe Noten..... 4,179 4.199 Belgische Noten........ 58,26 58.50 111.83 112.27 Englische Noten........ 20,342 20.422 Französische Noten ...... 16,37 16,43 Holländische Noten...... 167,62 168.30 22 04 22,12 Norwegische Noteir...... 111.78 112,22 SrutfdhCcftcrr , ä 100 Kronen 58.88 59.12 Rumänische Noten...... 2,46 2.48 Schwedische Noten...... 112.18 112.62 Schweizer Noten....... 81.06 81.38 Spanische Noten....... 51.75 51.95 Tschechoslowakische Noten . . 12.36 12,42 Ungarische Noten . . ... 72-95 73.25 . zveöiftnmartl Berlin — Jranffun a. 7N. 13-Ilär, 14. März Amtliche Noiierunq Amtliche Notierung Geld Bries Geld Bries yintit^ '.Hott. 167.92 168,31 167,94 168 28 Bu'n.-Aires 1.562 1,566 1.559 1,563 Brss. Antw 58.36 58.48 58.35 58.47 Christiania. 112 06 112.28 112.04 112.26 .«kopenhagln 112,11 112.33 >12.11 112.32 Stockholm . Helnngfors. Italien . . . 112.11 112.33 ,12.41 112.63 10 54 21.955 10.56 21,995 10,536 21.95 10,556 21.99 London. . . 20.366 20.406 20,362 20,402 Ncunork . . 4 1885 4.1965 4.188 4.196 Paris. . . . 16.355 16,425 16,38 16.42 Schwei; . . 81.035 81.195 81,05 81 21 Spanien. 51.64 51.74 51,97 52.00 Japan . . . Rio de Jan. 2.065 2.069 2,070 2.074 0 484 0-486 0.480 0.482 Wien in D-» Ceft. abgest 58,965 59.085 58,985 59,105 Prag .... 12,412 12.432 12.412 12,432 Belirad . . 7,397 7.411 7.399 7,413 Vudap.st. . 73.16 73.30 73.16 73.30 Bul arten 3 034 3.040 3.034 3.040 Lissabon . 18.81 18 85 18.82 18.86 Tanzig. . . Konst ntto. 81.40 81.56 81.37 81.53 1.784 1.788 1.785 1.789 Athen. . . 5.425 5.435 5,425 5.435 Eanada 4.174 4.184 4.174 4,182 Uru uat) • . 3.706 3.734 3.686 3.694 toiro e • • 20.805 20.925 20,885 20,925 Turnen, Gpori und Spiel. Aus dem Tumgau Hessen (D.T.) Gauturntag. — Der 9 8. Gauturntag des Gaues Hessen findet kommenden Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins 1846 Gießen statt. Er wird von etwa 200 Abgeordneten beschickt sverden. Außer den Berichten des Gauvorstandes stehen Wahlen und Anträge auf der umfangreichen Tagesordnung. Zu wählen ist ein Gau- wart für Kinder- und äugendturnen, sowie für Wandern. Auch sind die etwa 25 Abgeordneten des Gaues für den am 3. und 4. Mai in Bad- Nauheim stattfindenden Gauturntag zu bestimmen. Ferner sind für 1931 die Festorte- für das Eauturyfest und für das Gaufrauenwettturnen zu wählen. Es ist auffällig, daß für beide Beranstaltungen bis jetzt noch keine Meldungen von Bereinen vorliegen. Unter den Anträgen. über die der Gautu mtag zu beschließen hat, werden eine besonders leb)afte Aussprache Hervorrufen die vom Gau.p.el.ag 1929 und vom Gauturnausschuß vorliegenden Beschlüsse über die Neugestaltung des Gauturnausschusses und sein Zusammenarbeiten mit den angegliederten Fachausschüssen. Auch die von dec Bad-Nauheimer Turner'chaft und vom Tv. Lauterbach angeregte Frage des Wechsels im Tagungsort des Gauturntags wird längere Debatten Hervorrufen. Gauspielwar^e-Verfammfung des 9. (Mitelrbein) Kreises D. T. . Sn der Halle des Tv. 1860 in Aschaffenburg kamen am vorigen Samstag und Sonntag iie Führer der Spielbewegung zur Jahresversammlung unter dem Vorsitz des Kreisfpielwarts Reih (Frankfurt a. M.) zusammen. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen der Kreisobleute Klinge (Frankfurt a.M.) für die Sommerspiele, Radoy (Wiesbaden) für den Handball und Deck (Mainz) für Fußball. Während 1928 in den Sommer- spielen ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, zeigt das letzte Jahr wiederum eine erfreuliche Zunahme von 70 Mannschaften. Die Zunahme in den Winterspielen hat mit 170 Mannschaften angehalten, insgesamt weist der 9. Kreis im Jahre 1929 2611 Mannschaften auf. Insbesondere fallen hier über 100 neue Fußballmannschaften auf, ein Beweis dafür, daß die D.T. - Fußballbewegung auf dem Marsche ist. Die Mannschaften trugen im Berichtsjahre insgesamt 22 000 Spiele aus, d. h., es standen nicht weniger als über 400 000 Turnerinnen und Turner auf den Spielfeldern. Für die Leitung der Spiele standen 1480 Schiedsrichter zur Verfügung. Auch das Tennisspiel, das in 15 Kreisvereinen mit 470 Teilnehmern gepslegt wird, brachte dem 9. Kreis besondere Erfolge insofern, als im Damen-Einzelspiel als auch im gemischten Doppelspiel der ersten Turnier-Klasse der Sieg in den 9. Kreis fiel. Die Kreismeister waren in Handball der Männer der Mtv. M a l st a t t (Saarbrücken), in Handball der Frauen Tv. 1817 Mainz, in Fußball 1817 Mainz, in Schlagball der Männer 1848 Saarbrücken, im Faustball der Männer und Aelteren Licht- Luft-Bad Frankfurt a. M., im Faustball der Frauen Turngemeinde Worms, im Trommelball der Männer Turnerschaft G ü t i n g e n (Saar). Licht-Luft-Bad Frankfurt a.M. konnte wiederum mit seiner Männer- und Aelte- ren-Mannschaft die D. - T. - M e i st c r s ch a f t gewinnen. Die Irauen-Handbailelf 1817 Maimz unterlag erst im Endspiel um die deutsche Meisttt- schast knapp 2:3; daneben haben sich alle übrigen Kreismeister in den D.-T.-Spie.en sehr gut ge- sch agen und durchgesetzt. Die Aufstellung des Arbeitsplanes für 1 9 3 0 wusde im einze'nen festgelegt. Im Kreis werden abgchaiten: Lehrgang für Fußball am 14. und 15. Juni auf der Loreley, ebenso mehrere Lehrgänge für Tennis. Das Kreisturnfest in Hanau a. M. (31. Juli bis 4. August 1930) hat insofern besondere Bedeutung, als dort die Kreismeister- schäften in den Sommerspielen ausgetragen werden. Der genaue Spielplan, sowie die Spielleitung und Schiedsrichterfrage wurde festgelegt. — Wie im Vorjahre cif Wanderpreisspiele stattfanden, werden auch in diesem Jahre von Wanderpreisspielen eine Reihe ausgetragen. Einen breiten Rahmen nahm die Besprechung der neuen Kreisspielordnung ein. Sie wurde unter Abänderung verschiedener Sätze, angeregt durch die jahrelange Erfahrung der Gau>pielwarte, zur Genehmigung auf dem Kreisturntag in Bad-Rauheim beschlossen. lieber die Ausgestaltung des Pressewesens und der Berichter st attung verbreiteten sich Klinge und Bode, Frankfurt. Die Notwendigkeit einer sachlichen und schnellen Bedienung der Tages- und Turnpresse, insbesondere der Kreispresfestelle, wurde zur Pflicht gemacht. Bei der Besprechung der Organisations- f r agen wurde die Schaffung eines Anschriftenverzeichnisses für alle Spielmannschaften und alle Spielarten beschlossen. Ebenso wurde erneut auf die Vorschrift hin- gewiesen, daß bei allen Spielen, auch bei Freundschaftsspielen, die Spielausweise mitzuführen sind. Unter allen Umständen ist aus ein gutes Verhältnis zur Kirche und zum Elternhause die erforderliche Rücksicht zu nehmen. Bei den Schiedsgerichten wird die Zusammenarbeit mit dem Gauvorstand und dem Gauturnauslchuß gefordert. Rach längerer Aussprache über die Spielverbote wurde man sich über die örtl.che Festlegung einig. Zelrbergsest-Turr.iag. = Zur Vorbereitung des für den 21. und 22. Juni vorgesehenen 7 7. Feldberg- Turnfestes ist für nächsten Sonntag der Feldbergfest-Turntag nach Bocken- h e i m einberufen. Der Turntag, zu dem jeder Verein des Mittelrheinkreises einen Vertreter entsenden kann, hat die Aufgabe, Bericht und Rechnungsaölage über das Fest des verflossenen Jahres cntgcgenzunehmen und das neue Fest nach Art und Zahl der Uebungen, Grundlagen für die Punktwertung, Festsetzung der Meldegelder und die besondere Ausgestaltung festzulegen. Außerdem hat der Turntag den Feldberg- fest-Ausschuß neu zu wählen und eventuelle Anträge zu beraten. Es ist zu erwarten, daß das Tlsema ^Freiübung oder nicht" auch in diesem Jahre von den Verfechtern der modernen Linie wieder ausgerollt werden wird. Handball im Männerturnverem (O.T) 1. Jugend Tb. 1850 Bad-Nauheim — 1. Jugend Mtv. Gießen 2:9 (0:3). Am vergangenen Sonntag trug die erste Iu- gendmannschaft des Gießener Mtv. ein noch rückständiges Verbandsspiel gegen die gleiche Mannschaft des Tv. 1860 Ba d°Rauheim aus. Obwohl die Mtv.-Mannschast das Spiel in stark geschwächter Ausstellung bestreiten mußte,, konnte sie mit einem überlegenen y:2^6ieg den Heimweg antreten. Das Resultat, welches bei Halbzeit schon 3:0 für Gießen lautete, entsprach vollkommen dem Spielverlauf und ist in erster Linie dem schönen Zusammenspiel aller Mann- schastsleile zuzuschreiben. Der nächste Sonntag führt nach längerer Zeit wieder einmal die erste Mannschaft des T v. Heuchelheim mit der zwei en Mannschaft des Mtv. Gießen zusammen. Da die Heuchelheimer Turner das Handballspiel kurze Zeit ruhen ließen und auch in den letzten Berbands- spielen in einer anderen Klasse spielten, kann man über den Ausgang des Spieles im voraus nichts sagen. Handball her Sp.-Vg. 1900. ö. Für nächsten Sonntag hat sich die erste H a n d b a l l m a n n s ch a f t der Spielvereinigung 1900 viel vorgenommen. Sie fährt nach Frankfurt a. M., um der ersten Elf des dortigen P o st v e r e i n s ein Freundschastsspiel zu liefern. Die Postsportler gehören zur Spizengruppe der maini.chen ^-Klasse und haben in den letzten Wochen recht bemerken werte Resultate erzielt. So Ichlugen sie die B. S. C. 99 Offenbach 14:2 und behielten auch üver die spielstarke Polizei Wiesbaden mit 4:2 die Oberhand. Die Frankfurter Mannschaft verfügt über einige hervorragende Einzellpieler. Zu nennen sind hier die beiden Stürmer Schwieger und K a u p p , sowie der Verteidiger Süß. Die 1930er werden um eine Riederlage nicht herumkommen. Von ihrem Elan und guten Zusammenspiel wird es abhängen, ob das Endergebnis ehrenvoll gestaltet werden kann. Handball im Lahn-Oünsberg-Gau. Kommenden Sonntag treffen in Wiefcck der Ta- bellxnführer Earbenteich und Wieseck auseinander. Garbenteich wird sich mächtig anstrengen müssen, um Wieseck auf eigenem Gelände sicher zu schlagen, während Londorf gegen Staufenberg auf dessen Platz einen knappen, aoer sicheren Sieg erringen sollte. V. f. B. ^Nachdem die L ig a m d n ns ch a f t mit dem Treffen gegen Ockershausen am vergangenen Sonntag die Verband^- bzw. Meisterschasts.piele beendete, hat der Spielarllschuß für die nächste Zeit eine Reihe von Gesellschaftsspielen abgeschlossen, die in erster Linie dazu dienen sollen, neue Mannichafllausstellungen auszuprobieren und jüngeren Kräften Gelegenheit zu geben, iich einzuspielen. Für kommenden Sonntag ist die Ligareservemannschaft „Eintracht" (Frankfurt a. M.) nach hier verpflichtet worden, die zugleich al? Pokalmannschaft ihres Vereins und als sehr spielstark bekannt ist. Die Frankfurter pflegen das ausgesprochen flache Kombinationsspiel und verbinden eine ausgefeilte Balltechnik mit vorbildlicher Körperbeherrschung und großer Schnelligkeit. Sn welcher Besetzung die Platzmannschaft antreten wird, ist noch nicht bekannt; jedenfalls wird sie gegenüber derjenigen der Vorsonntage etwas verändert sein. Der Au'gang des Trc.fens ist offen. Auch die zweite Mannschaft wird auf eigenem Platz ein Gesellschafttispiel austragen. Ihr Gegner war bei der Niederschrift dieser Zeilen noch nicht bekannt. Es wird entweder die Zweite des Wetzlarer Sportvereins, oder die Erste Steinbergs fein. Die vierte Mannschaft trägt ihr letztes Verband t,spiel der diesjährigen Saison aus. Gegner ist die zweite Steinbachs, die sich im Vorspiel mit 0:9 geschlagen bekennen mutzte. Damals war allerdings die D. f. B -Elf bedeutend spielstärker und hatte den Vorteil dcs eignen Platzes. Sie wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie die wertvollen Punkte nicht verlieren will. Auch am kommenden Sonntag sind wieder alle fünf Sugenö- und S ch ü l e r m a n n s ch a f- ten auf dem Plan. Die erste Sugendelf hat im letzten fälligen Pflichtspiel die gleiche Aßlars zum Gegner. Das Vorspiel verlor sie, allerdings stark ersatzgeschwächt, knapp mit 1:2. Rach ihrem anerkennen t werten Sieg über Wetzlar sollte man ihr, gleiche Leistungen und stärkste Aufstellung vorausgesetzt, diesmal ein besseres Abschneiden gegen Aßlar Voraussagen können. Unterschätzen darf sie allerdings den Gegner nicht, der mehrfach bewiesen hat, dah er eine beachtliche Spielstarke besitzt. — Einen schweren Stand wird die zweite Sagend haben. Sie steht in Wetzlar der gleichen des Sportvereins ebenfalls im Pflichtspiel gegenüber und muß schon alles daran- setzen, wenn sie nicht den Wetzlarern den Sieg überlassen will. — Auch die dritte Sugenö fährt nach auswärts, und zwar nach Büblingshausen bei Wetzlar, wo sie Pslichtspielgegner der dortigen Ersten ist. Bei der körperlichen Üeber- legenheit des Gegners muß sie mit einer Niederlage rechnen. — Auf dem Waldsportplah findet ein Pflichtspiel der ersten Schülermannschaft gegen die gleiche von Niedergirmes statt. Da die Spielstärke beider Gegner ziemlich gleich ist, ist der Ausgang offen. — Die kleinsten V. f. Der, die zweite Schülerelf, messen ihre Kräfte mit den Schülern Steinbergs auf dortigem Platz. Ruf Anordnung des Fußballausschusses des Westdeutschen Spielverbandes werden anläßlich des Volkstrauertages alle am kommenden Sonntag stattfindenden Spiele in der Mitte der zweiten Halbzeit zum Gedenken der Gefallenen auf zwei Minuten unterbrochen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. o. Die Blauweihen erproben am kommenden Sonntag erneut ihre Kräfte mit einem süddeutschen Gegner, Und zwar in einem Rückspiel gegen den Verein für Bewegungsspiele Friedberg. Die Begegnung findet in Friedberg statt. Da die Gießener nicht in stärkster Besetzung antreten können, ist mit einem weniger guten Abschneiden der Hiesigen zu rechnen. Gemessen an dem Vorspielresultat (4:1-Sieg Friedbergs) bestände für die 1900er sowieso wenig Chance, das Spiel diesmal siegreich zu gestalten, da der heimische Boden sicher für den Gastgeber Friedberg von großem Vorteil fein wird. Beim Vergleich des Vor- und Rückspieles ist aber nicht zu -vergessen, daß Friedberg im vorigen Jahr als Nordmainkreismeister die Tabelle anführte und diesmal nur einen guten Mittelplatz einnimmt. Umgekehrt hat sich die Spielstärke 1900s seit der damaligen Begegnung bedeutend gehoben, was in den letzten 'Spielresultaten deutlich zum Ausdruck kam. Man darf deswegen im Lager 1900s keinesfalls die Partie in Friedberg schon von vornherein verloren geben, wenn auch nicht gerade die besten Spieler zur Stelle fein sollten. Eiser und Ehrgeiz, verbunden mit gutem Stellungsspiel (besonders die Außenstürmer sollten diese Mahnung besser beherzigen), haben schon oft zum Erfolg geführt, wenn auch der Gegner Favorit war. . Die Ligareserve hat sich vielleicht etwas viel zugemutet, wenn sie beabsichtigt, gegen die Ligamannschaft der „Eintrach t" A l l e n d o r f MWB. (2. Dezirksklasse) im Gesellschaftsspiel anzutreten. Die Sache ist für die Dlauweihen aber nicht aussichtslos, wenn es ihnen gelingt, die stärkste Vertretung und vor allen Dingen eine vollzählige Mannschaft auf die Beine zu bringen. Das Vorspiel findet voraussichtlich in Gießen statt, so daß 1900 den Vorteil des eigenen Platzes genießt. Ein rückständiges Verbandsspiel, das wegen der damaligen Spielunfähigkeit des Platzes wiederholt wird, sieht 1900s vierte Elf bei der zweiten Steinbachs. Der Ausgang ist vollständig offen, da sich wohl zwei ziemlich gleichwertige Mannschaften gegenüberstehen werden. Die erste Sagend steht noch in Verhandlungen mit Frankfurter und Marburger Vereinen. Ein endgültiger Abschluß war bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht getätigt. Ein Pflichtspiel trägt die zweite Sugenö in Grün berg gegen die dortige erste Sugenb aus. Vielleicht gelingt es dabei den Gastgebern, den Siegeszug der Gießener zu unterbrechen. Die dritte Sugenb spielt voraussichtlich gegen Steinbachs erste Sagend. Die erste Schülerelf hat DargfoIntj -am Gegner auf eigenem Platz. Die zweit, Schülermannschast spielt in Garbenteich. Arbeiier-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag beginnt die Früh« jahrsrunde der diesjährigen Serie. 35 Voll« und 13 Sagendmannschasten werden sich daran beteiligen. Sn der ersten Dezirksklasse werden je sieben Mannschaften in zwei Gruppen (West pnd Ost), in der zweiten Dezirksklasse wei. den 21 Mannschaften in drei Gruppen und in Jugendklasse 13 Mannschaften in ztz Gruppen um die Punkte ringen. Das größte Snteresse wird den Spielen t- ersten Klasse entgegengebracht wr.drm $it treffen sich am kommenden Sonntag in Heach^ heim Heuchelheim l gegen Wieseck U. Die Siegesaussichten hat wohl der PlahbesitzE, doch wird ihm Wieseck I b nicht ohne weitere? bei Sieg überlassen. — Rodheim l hat Wetzlar I zu Gast. Hier dürsten die Gäste wohl bei Sieg davontragen, wenn Rodheim nicht dm Wunsch zunichte macht. — Raunheim I b usb Kinzenbach tressen sich in Raunheim. Dm Ausgang dieses Spieles wollen wir osfenlass«. — Sn Gruppe „Ost" hat Durkhardsfeldc? Wieseck I zum Gegner. Hier werden wohl b.i Gäste den Sieg mit nach Hause nehmen. — Lol« l a r hat Gießen lb zu Gast und wird iit diesem Spiel wohl Sieger bleiben. — Großen- Linden! muh nach Saubringen und wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn es ten Neuling der ersten Klasse auf eigenem Platze bezwingen will. Die zweite Klasse hat in der erftm Gruppe folgende Spiele: Heuchelheim!! gegen Leun i; hier werden die Gäste Siegri bleiben. — Klein-Linden I gegen Wetzlar II; den Ausgang dieses Spieles toolki wir offenlassen. — Bach I und Be i l st ein I werden sich einen au ^geglichenen Kampf liefern Sn der Jugendklasse stehen sich in bet 1. Gruppe Rodheim 1. Jugend gegen Wieseck 1., Raunheim 1. Sugenö gegen Großen-Linden I., Leun 1. Sugenb gegen Wetzlar 1.; in der zweiten Gruppe: Treis 1. Jugend gegen Staufenl»erg 1., Wieseck 2. Sugenb gegen Rödgen 1., Lollar 1. Sugenb gegen Beuern 1. jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins gegenüber. 5>ie Schiedsrichter des Bezirks kommen vor Beginn der Serie am Samstagabend in Gießen noch einmal zu einem Lehrabend zusammen. Ebenfalls am Samstagabend kommen die Handball spielenden Vereine des Bezirks zu ihrer ersten Tagung zusammen. Hier soll bic Neuorganisation der Handball- spielbewegung im Bezirk in die Wege geleitet werden. Am Sonntagvormittag findet in Gießen eine Lehrstunde für Leichtathleten stall Anschließend an die Lehrstunde wird in einer Sitzung das Sahrcsprogramm der Leichtathleten für 1930 beraten werden. Ein gutes, modernes Bildnis NflUmflNNS Dieführende Kernseife MM vom Berufsphotographen besitzt bleib. Wert u.tfi tmmtl ein sinniges Geschenk. Die AielierS der s^acbobotographen f,oD sind audi Sonntags von 10—3 Ubr geflffntV. Jean Weisst, (Heften, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. Naflhttches Beilwirkeni Qualitäts- Motorräder Bestechende schmissige Formen i - TZSITsie Sich an den nächsten Vertreter! Bequeme Wenden o Teilzahlungen! Verkaufsgemeinschaft NSU Wanderer: NSU Vereinigte Fahrzeugwerke AG., Neckarsulm (Württ. Eine I hand1 jetzt' W6S6r In mi Als Ne w b rin 3« ftr Lai 6 tn@i Am Bon io Uhr, vci en(id)tung. ftnde- £d ruM, EMM Delmiivr KaW Sesichtign De £ tlus den Mnnetob |c Angebots fi Los 1.1. Hl 2 2. „ , 6. 3. „ • 7. 4. „ - 8. 3. „ r 9. 3. Kl 21 i oj 10.2. $ • 11.3. . rtbi 80912. 3. 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Die Derkaufs- th ingungen können auf hiesiger Bürger" resterei cingesehen werden. 2065L Schriftliche Angebote sind nach Holzart, (jitiment und Klasien getrennt ver- foleffen mit der Aufschrift „Nutzholzver- 6u |* bis 18. März 1930, 3% Uhr, an die 'liligermeifterei Annerod einzureichen, wo- anschließend die Eröffnung erfolgt Mnnerob, 10. März 1930. Hessische Bürgermeisterei. Horn. Langholz Kiefer (N). Ib-Kl. 51 St. = 13,51 fm HaUS der andarbeit• Gießen, Seltersweg 81 2O55A Langholz Fichte (N). 12-Kl. 192 St. - 28,97 fm i f hat rn MM BW.«*'"* bi 1. 1. Kl. 64 St. . 2. 2. „ 7 „ , 3. 2. „ 61 „ . 4. 2. „ 52 „ , 5. 3. „ 14 „ , 6. 3. „ 8 ,, 7. 4. „ 1 „ , 8. 3. „ 1 „ ,. 26. 42- „ 1 ,, - 1,91 „ Abschnitte Fichte (A). 6*27. 3b-Kl. 2 St. = 1,69 fm, Abt. 15, 9 Lus den Waldungen der Gemeinde innetob soll auf dem Wege schriftlichen Ingebots folgendes Holz verkauft werden: Langholz Eiche (N). 5'« •i/\ m 1 bat D. V*» »V .., l o u n h»j m 111 '4 in AounhÄ ^'irL ^khardsseir. ■5 er tonben moM i nehmen. - iu Gast und WJ bleiben. - ®l0|ß r'n 9c n und,- itn, Wenn es lu' eigenem itagaben» ! »efi^+igung iäglid) von 1 bis 4 Uhr. ieretne beii 2W , Versteigerung bestimmt. _______Ludwig Lxwtmeh.____ ** • k. »i Nutzholzverkauf. 16. 3b- „ 3 „ = Abschnitte Kiefer (A). 17. 3b«Kl. 1 St. = Abschnitte Kiefer (N). 18. lt «Kl. 4 St. = 11. 3. „ 7 = 4,13 „ Abschnitte Hainbuche (A). 33 12. 3. Kl. 1 St. = 0,46 fm, Abt. 14 zwei Federdecken, ein Kopfkissen, ein Strohsäckchen, ein Strohkissen, drei Polstermatratzen, ein Kinderbett, zwei .Kopfteile, ein Eckbrett, einen Kleider- schrank, drei Sprungfedermatratzen, einen Tisch, ein Kleiderbrett, ein Waschgestell und eine Waschschüssel, einen Kopfkeil, eine Kleiderleiste, zwei Nacht- chränkchen, einen Rost ays einem Kinderbett, drei Bettstellen (Holz). Junker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383 Fischerei-Verpachtung. | Mittwoch, den 26. Mär; 1930, 11 Uhr vormittags, werden in der Brauerei Kahn in Dillenburg ftaatseigene Fischereien in Dill, Dietzhölzc, Nanzenbach und Arndorf- doch öffentlich meistbietend verpachtet. Näheres durch Losverzeichnisse, die unent- Pachtbedingungen liegen im Geschäftszimmer der Oberförsterei Dillenburg aus. , Der Preuß. Staatsoberförfter.______ Morgen bamsfag, den 15. März, von 10 Uhr ab, billiger Verkauf von: zwei schweren Schlaghämmern, zwei Stengelwagen, einem Regulator, zwei Ofenschirmen, mehreren Regalen, zwei Schreibtischen, Tischen, Stühlen, Sofas, Rehstangen, Chaiselongues und Decken, Konfirmandenanzügen, Herren-Sport- anzügen, Hosen, Schuhwaren usw. « =Ei ch: Hil* UM ‘: "EC'S11 2142D ZMimgr MMsr Sütze spanische Geangen 3 Pfund SS Pf. WnB Schulstrane 5, neben (Siebener Anzeiger Telephon 2103 und aus dem Wochenmarkt, gegenüber der Reithalle.101752 SrcmiiTi euWöü ov