Nr. 239 Erstes Blatt 180. Zahrgang Montag, 15. Oktober 1930 Eriche inl lügl'ch.avtzer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustriert, Vtetzener Familienblättei Heimat im BUd Di» Scholl« monatS'Bejugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bet Richter- scheinen einzelner'Rummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüfle anterSammelnummer2251 Anschrift iüi Drahtnachrichten Anzeiger tieften. poftscheckkonlo: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd und Verlag: vrühl'fche Univerfilätr-Vuch' und Stetnörudcret H Lange tn Gießen. Zchriftleitung und Geschäftrftelle: SdfuHtraffe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8," auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Ehesredakteur Dr. Friedr. Wilh. Gange. Derantwortttch für'Politik Dr Fr. Wilh. Gange; sür Feuilleton Dr H.THyriot; sür den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gies,en «"1 Vor der Eröffnung des neuen Reichstags. Die Lage. .,«och leine Klärung in den Fraktionen Berlin, 13 Oft (LRB.) 3n politischen Kreisen sieht man ter heutigen Eröffnung des Reichstages mit einiger Spannung entgegen QIul der Tagesordnung steht zwar nur die Konstituierung, aber noch keine politische Beratung Trotzdem kann die Sitzung recht dramatisch werden, zumal die 77 K o m m u n i st e n und die 107 Rationalsozia list en in ihren in Preußen verbotenen Uniformen auf- treten wollen. Die an sich schon vorhandene politische Spaltung wird auch durch den Konflikt in der Metallindustrie noch ocr- schärft. Die Woche wirb für die Politik in der nächsten Zeit von entscheidender Bedeutung sein Rachdem auch die D e u t s ch n a t i o n a l e n die Einbringung eines Mißtrauensvotums beschlossen haben, wird man im ganzen mit drei Mißtrauensvoten rechnen müssen, nämlich auch noch mit denen der Nationalsozialisten und der K o m m u n i st e n. Der deutschnationa^e Antrag hat keine Motivierung, da die Deutschnationalen verhindern wollen daß er unter Hinweis auf eine Begründung abgelehnt wird. Dennoch rechnet man in parlamentarischen Kreisen damit, daß die Mißtrauensvoten gegen das Ge- famtfabinett keine Mehrheit finden. Als kritischer beurteilt man die Möglichkeit, daß auch Mihtrauensanträge gegen einzelne Minister eingehen. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volks Partei wird nach der heutigen Vollsitzung des Reichstages wieder zusammentreten. Dr Scholz hat inzwischen mit den benachbarten Gruppen Fühlung genommen. Er dürfte dabei festgestellt haben, daß die V o l k s konservativen und die Christlich-Sozialen dem Sanierungsprogramm zustimmen, während das Landvolk es ablehnt und die Wirtschaftspartei noch keinen festen Standpunkt erkennen läßt 3m ganzen ist die Stimmung in der Fraktion der Deutschen Volks- Partei gegenüber dem Sanierungsprogramm durchaus positiv. Der am Freitag eingesetzte Ausschuß dürfte der Fraktion ebenfalls in diefem Sinne über seine Arbeiten Bericht erstattet haben Er wird allerdings beantragen, daß dem Reichskanzler noch eine Reihe von Fragen vorgelegt werden, die ich namentlich darauf beziehen, wie das Kabinett sich die Lösung des Problems des Lohnabbaues im Rahmen der Preissenkungsaktion denkt, mit welchen Maßnahmen es ferner die Reform der A r b e i t s l o f e nve r f i ch e - r u n g durchführen will und wie die Senkung der Ausgaben bei den Ländern und Gemeinden erreicht werden soll. Dazu kommt noch eine Reihe anderer Fragen und Vorschläge Von ihrer Beantwortung und dem Inhalt der Regie- rungserklärung wird die Deutsche Volkspartei ihre Stellungnahme abhängig machen, so daß für heute noch keine Entscheidung der Fraktion erwartet wird. Don besonoerem x5iuere||e in natürlich auch öic Haltung der Sozialdemokratie. Wie uns von führender sozialdemokratischer Seite versichert wird, dürfte die überwiegende Mehrheit der Fraktion eine Politik der Besonnenheit treiben, um ein Abgleiten in faschistische Regierungsformen zu verhindern. Es besteht in der Fraktion gegen diese Haltung allerdings auch eine Opposition, die unter anderen von Paul Löbe geführt wird. Sie durfte aus den Reihen der etwa 25 neuen Abgeordneten noch Zuzug erhalten, da junge Parlamentarier von den Wählern im Lande stärker abhängig sind. Diese Opposition ist weiter durch den Be- schlußderWirtschaftsparteibestarkt worden, in dem ein Kabinett abgelehnt wird, das auch nur mit Duldung der Sozialdemokratie regiere. Der Konflikt in der Berliner Metallindustrie ist in diesem Zusammenhang nicht ohne Einfluß. Ein rechtsstehendes Berliner Montagsblatt will übrigens wissen, daß dec Schied s- spruch nicht für verbindlich erklärt, sondern abgeändert werde und daß die Freien Gewerkschaften, die keineswegs streilbereit seien, einem solchen Kompromiß zustimmen würden. Das sei der Preis dafür, daß die Sozialdemokratie der Regierung im Reichstag keine Schwierigkeiten mache. Diese Darstellung des Montagsblattes wird voi^ maßgebender Seite des Reichsarbeitsministeriums als reine Kombination bezeichnet, zumal sich die Entwicklung, die die Lage in der Metallindustrie in den nächsten Tagen nimmt, heute überhaupt noch nicht übersehen läßt. Das Programm -er ersten Gitzung. Tie Bildung des Bureaus. — Lobes Wiederwahl nicht gesichert Berlin, 13.Ott. (VDZ.) Die Reichstagssitzung ist für 15 Uhr anberaumt und wird vom Alterspräsidenten Herold (Z.) geleitet. Sie dient lediglich der Feststellung der Beschlußfähigkeit, die durch Namensaufruf der Abgeordneten erfolgt. Es ist sehr zweifelhaft, ob diese erste Sitzung ruhig verlaufen wird. Die Nationalsozialisten haben an- gekündigt, daß sie in Braunhemden zur ersten Reichstagssitzung ersä-einen werden. Es ist möglich, daß daraufhin auch die Kommunisten demonstrativ in Uniformen des Roten Frontkämp» ferbundes kommen 3m Plenarfitzungssaal wird gegenwärtig noch kräftig gearbeitet. Es wird noch erheblicher Anstrengungen bedürfen, um den Saal bis zum Montag fertigzuftellen. Die erste Ausgabe des neuen Reichstags ist die Wahl feiner neuen Präsidenten. Die „Dossische Zeitungberichtet, daß die Nationalsozialisten ankündigen, Lobe nicht wiederwählen zu wollen. 'Auch die Kommunisten wollen nicht für ihn stimmen. Trotzdem wäre die Wiederwahl Lobes sicher, wenn die M 1 t t e 1 p a r t e i e n sich an die parlamentarische Uebung halten würden. Aber das scheine nicht der Fall zu sein Wirtschaftspartei, Landvolk und auch Deutfdje Volkspartei fallen keinen Sozialdemokraten zum Präfi- deuten haben wollen und nach einem rechts orientierten Parlamentarier Ausschau halten, der als Gegenkandidat aufgestellt werden soll. 3n diesem Zusammenhang sei Abg. Dr. Scholz genannt worden Die Christlichen Gewerkschaften an den Reichs anzier. Berlin, 11. Oft. (Sil.) Der Vorsitzende des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands, Otte, hat an Reichskanzler Brüning in einem Schreiben die Bedenken der Christlichen Gewerkschaften zu dem Regicrungspro- gramm zum Ausdruck gebracht. Es heißt in dem Schreiben u. a. „In der starken Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung, die im Zusammenhang damit steht, daß Mittel des Reichs- hauShalts für die Arbeitslosenversicherung nicht mehr verwendet werden sollen, sehen die Christlichen Gewerkschaften ein Abweichen davon, daß auch die Allgemeinheit zu den Lasten herang ezogen wird. Die Christlichen Gewerkschaften sind daher der Meinung, daß soweit irgend möglich auch auS Allgemeinmitteln eine Beihilfe für die Zwecke der Arbeitslosenversicherung bereitgestellt werden muß. Die Begründung des Regierungsprogramms, speziell soweit sie sich auf Löhne und Gehälter bezieht, gibt uns Anlaß zu stärksten Bedenken. Es darf nicht übersehen werden, daß die Arbeiter bereits jetzt ganz erhebliche Opfer gebracht haben und noch täglich bringen. Auf ihnen lastet nicht nur die Arbeitslosigkeit und der Truck der Unsicherheit der Existenz. Auch der bereits erfolgte Lohnabbau beträgt im Durchschnitt bereits 10 v. H. Es geht nicht an, zu diesen bereits gebrachten Opfern den Arbeitnehmern noch weitere Opfer durch vermehrte Lohnsenkungen, denen keine Preissenkungen gegenüberstehen, aufzu- erlcgen. Die anderen Volksschichten zugedachten Opfer stehen in keinem Vergleich zu dem, was anscheinend den Arbeitern und Angestellten zu- gemutet wird. Wir würden es für gerechter halten, wenn der erst zum 1. April nächsten Jahres in Aussicht genommene Gehaltsabzug für d i e Beamten nicht nur schon ab 1. Januar 1931 wirksäm würde, sondern auch eine Staffelung nach sozialen Gesichtspunkten erfährt. Die gegenwärtige Rotlage bedingt, daß die Beamten mit höheren Einkommensbezügen in stärkerem Maße herangezogen werden. Insbesondere fordern wir auch eine wesentliche gesetzliche Kürzung der hohen Pensionen." Sin Aufruf der Demokraten. Vorbereitung < incö Rcichoparlcitagh. Berlin, 11. Ott. (XU.) Reichsminister Diet - r i ch, die preußischen Minister Dr. H ö p k e r - Aschoff und Dr. Schreiber. der Vorsitzende der RejchstagSfraktion der Deutschen StaatS- partei, Dr. August Weber, und der Vorsitzende der preußisclxm Landtagsfraktion der Demokratischen Partei, Falk, erlassen folgenden Ausruf: „Den ehrlichen Versuchen, gegenüber reiner Interessentenpolitik und gegenüber dem anwachsenden Radikalismus von links und von rechts, die freiheitlichen und staatsbewußten politischen Kräfte zu gemeinsamer Arbeit für das Wohl des Staates und des Volkes in der Deutschen S t a a t S p a r t e i zu vereinigen, ist der Erfolg bisher leider versagt geblieben. Dio Volksnationale Reichsvereinigung hat ihre Mitarbeit aufgegeben. Jetzt kommt eS für unsere Freunde erst recht darauf an, ihre Kräfte im Dienste dieser Bestrebungen zu enrheitlichem Vorgehen zu sammeln. Aus den Erfahrungen unb Lehren, die wir gewonnen haben, werden wir die Folgerungen ziehen, die für unsere politische Arbeit und für den geplanten größeren Zusam- mchpschluß notwendig sind. Der Reichsparteivor- stand der Deutschen Demokratischen Partei wird in aller Kürze einen außerordent liehen Reich-Parteitag einberufen. Wir bitten alle unsere Freunde, sich mit uns zu einer würdigen Vorbereitung diese- Reich-Parteitages zu vereinigen und von Stund an mit aller Entschiedenheit dafür au sorgen, daß er der Sammlung aller freiheitlichen und staatsbewußten Kräfte den Weg erfolgreich bereiten kann." Volksboten auf dem Wege zum Reichstag. Alterspräsident Reichskanzler Reichsernährunas- Goebbels Hugenberg Hermann Müller Herold (Zentr.). Brüning. Minister Schiele. (Nat.-Soz.) (Deutschnatl.) (Soz.) "7" Der Konflikt in der Berliner Metallindustrie. Ablehnung des Schiedsspruches Urabstimmung über Lireikbefchlus; Berlin, 12. Okt. (ERB.) Die freigewerkschast- lichen Funktionäre der Berliner Mctallbetriebe haben den Schiedsspruch des Schlichters, durch den die Löhne der Metallarbeiter ab 3. November um 8 bzw. 6 v. Sy herabgesetzt werden sollen, einstimmig abgelehnt. Ferner billigten die Funktionäre den Vorschlag, am Montag in den Betrieben eine Urabstimmung über de n Eintritt in den Streik vorzunehmen, an dem sichauchdie Unorganisierten beteiligen sollen. Zu dem Ergebnis der Urabstimmung, das nach der Stimmung der Funktionärkonferenz aller Voraussicht nach einen Streikbef chl uß bedeuten wird, nehmen am Dienstag früh die Obleute der Funk- tionäre in den einzelnen Betrieben Stellung, und von den weiteren Befchlüffen wird cs dann ab- hängen, für welchen Termin die Arbeitsniederlegung erfolgen wird, falls die Urabstimmung dazu eine Grundlage bietet. Daß mit einem Streikbeschluß zu rechnen ist, geht aus einer Reihe von Anträgen hervor, die in der Diskussion zur Debatte gestellt wurden, und in denen man verlangte, die Funktionär- konferenz solle sofort einen Streik beschließen, ohne die Betriebe erst noch in einer Urabstimmung zu hören. Eine Abstimmung über diese Anträge sand jedoch nicht statt, weil dies den statutarischen Bestimmungen des Deutschen Metallarbeiteroerban- des widerspricht, die vor einem Streikbeschluß eine Befragung der Betriebe verlangen. Gleichfalls nicht abgestimmt wurde über einige Anträge, die im kommunistischen Sinne die Bildung von Kampfausschüssen verlangten. Hierzu wurde von den Vertretern des Verbandes erklärt, daß man derartige Ausschüsse als Gewerkschaft nicht kenne. Sozialdemokraten und Kabinett Brüning. Braun beim Reichskanzler. Der Ministerpräsident fordert die Sozial» demokratie zur Mitarbeit auf. Berlin, 13. Olt. (TU.) Wie wir erfahren, ist die Vorbereitung der Programmerklärung der Reichsregierung vor dem neuen Reichstag in den beteiligten Ressorts In vollem Gange. Reichskanzler B r ü n i n g beabsichtigt, am Donnerstag vor den Reichstag zu treten. Dieser Termin ist aber natürlich nicht endgültig, weil sich noch nicht übersehen läßt, ob der Reichstag schon am Donnerstag die Regierungserklärung entgegennehmen kann. 2m Zusammenhang mit der Aussprache, die Reichskanzler Dr. Brüning am Samstag mit dem preußischen Ministerpräsidenten Dr. B r a u n über die politische Lage hatte, ist ein Artikel von besonderem Interesse, den Ministerpräsident Braun im „Vorwärts" veröffentlicht. Darin heißt es u. a.: Die augenblickliche Lage fei verworren und sehr ernst. Millionen deutscher Volksgenossen hätten ihre Stimmen einer Partei gegeben, die für eine ernsthafte verantwortliche Politik überhaupt nicht in Frage komme. Die deutsche Sozialdemokratie habe heute, nachdem die für den demokratischen Gedanken reifen Kreise des Bürgertums mehr und mehr zusammengeschmolzen seien die historische Aufgabe, mit Einsatz aller ihrer Kräfte die deutsche Republik vor dem Absturz in faschistische Diktaturzuftände zu schützen und inmitten eines in Gärung befindlichen. Europa als festesten Stützpunkt aller so- »ialen Demokratien auszubauen. „Um zu diesem Endzweck zu kommen", heißt es, »müssen wir heute und morgen die Zähne zusammenbeißen, müssen in voller Erkenntnis der aus dem Mit- bestimmungSrccht stammenden Mitverantwortung, auch den Mut haben, einmal eine Politik zu treiben, die nicht populär ist und nicht so verlockend wie die Wunschpolitik der Maulhelden. Eine Politik, die dafür aber allein die Aufrechterhaltung verfassungsmäßiger Zustände und unserer schwer genug errungenen und für den Aufstieg der Arbeiterklasse unentbehrlichen Demokratie gewährleistet!... Wir zwingen die Situation, wenn wir unser kühles und klares Urteilsvermögen unfl bewahren und au einer Politik auch des Unpopularität, dafür aber der Verantwortlichkeit bereit sind." Das preußischeZentrnni gegen eine Lan-tagsanflösung. Ein erstannllchcr Beschluß Berlin, 12. Oft (TU.) Der Vorstand de» preußischen ZenirumSsraftion erörterte die polt* tische Lage und war einstimmig der Auffassung, daß für die preußische Zentrumsfraktion keinerlei Veranlassung vorliege, den Anträgen, die von anderen Parteien auf Auslösung deS Preußischen Landtages gestellt worden feien, zuzustimmen. Angesichts der politischen Unsicherheit, die die letzten Wahlen zum Reichstage hervorgerufen hätten, sei es für bat teutkpe Volk von der größten Bedeutung, daß in Preußen Klarheit undruhige Verhältnisse bestehen blieben. Der Vorstand sprach der Zentrumssraktion einmütig sein rückhaltloses Vertrauen au- und gab ihr völlig freie Hand für ihre künftigen Entscheidungen. * durch wirtschaftliche Nöte begab sich dann zu den g von Oberbeam. b e gibt folgende Er< Elemente statt. Die Polizei wird an strategischen Punkten zusammengezogen. Barcelona wurden u. a. der Direktor den 3n der । der 3n äl- der uns des wir lung der Dereinigun ten im Bankgewer klärung ab: land feiern können. Gegensätze und nicht geschwächt istl Der Reichspräsident Oie Opfer der Lustschiffkatastrophe werden in Cardington beigeseht. reicht. Noch harren die Saarländer, deren Abordnung wir unter uns zu sehen wir heute die Freude haben, der Besreiung. Möge ihnen, die uns so oft Beweise ihrer unerschütterlichen Treue gegeben haben und deren wir heute mit Sehnsucht gedenken, bald die Stunde der Wiedervereinigung mit dem Reich schlagen! Und möge für uns alle bald der- Tag nahen, wo wir ein freies, in seinen Zielen einiges, ge° „Vom Publikum werden wir häufig gefragt, ob irgendwelche Befürchtungen hinsichtlich der Stabilität unserer Währung berechtigt sind. Wir erklären auf Grund unserer Sachkenntnis, dah nach unserer festen fachmännischen Ueberzeugung die deutsche Währung unerschütterlich fundiert ist. Unter der vorhandenen Krise leidet die Wirtschaft und wir mit ihr. Diese Krise der Wirtschaft ist jedoch keine solche der Währung". E h r e n b ü r g e r b r i e f Deutschlands tester Stadt entgegenzunehmen. Aus hohen und ehrenvollen Auszeichnung, die heute geworden ist in dem Besuche besten deutschen Mannes, dürsen die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Ortspolizei von Barcelona wurde mit Maschinengewehren ausgerüstet. General Berenguer bezeichnet die Meldungen über Aufdeckung einer ausgedehnten Verschwörung als unrichtig. Die Sicherheitspolizei in Madrid gibt aber zu, daß, die Lage in verschiedenen Provinzen unruhig sei. bliebenen und die Vertreter der Behörden und Korporationen und die Vertreter der Luftfahrt des Auslandes, darunter Dr. Eckener und Kapitän v. Schiller. Auf dem Flugplatz in Car- dington wurden die Särge in Reihen von je zwölf in das große Grab gebettet, über dem sich bald Blumen und Kränze wölbten. Drei Gewehrsalven krachten, dann schmetterten Signalhörner den Abschiedsgruß der Armee. Der emzigeAugenzeuge berichtet. Paris. 13. Ott. (Id.-Mn.) Der Gendarmerie in Beauvais ist es am Samstag gelungen, den einzigen Augenzeugen, der den Absturz des englischen Luftschisses „R. 101“ aus allernächster Nähe gesehen hat. ausfindig zu machen und zu einer Aussage zu bewegen. Es handelt sich um einen alten Blann namens R a b o u i 11 e, der der Gendarmerie als Wilddieb bekannt ist. RabouiUe befand sich in der Mnglücksnacht in Bois de Jecq. Schon unterwegs, so erzählte er. habe er das Luftschiff über Beauvais in geringer höhe bemerkt, wie es im Sturm heftig hin- und hergetrieben wurde. Als er auf dem Hügel angelangt fei, habe sich auch das Luftschiff genähert. Alle Motoren schienen mit voller Kraft zu arbeiten, jedoch machte es sehr langsame Fahrt. Als es das Bois de Fecq überflog, sei es plötzlich etwa 50 Meter gefallen und er habe gedacht, dah r etwas passieren würde. 3m selben Augenblick habe es sich aber wieder ausgerichtet, dann sei es immer tiefer gefallen, während die Motoren weiterliefen. 3m Augenblick, als das Vorderteil den Boden berührt hätte, habe er eine furchtbare Explosion gehör! und gesehen, wie Riesenslammen am Schiffskörper emporfchlugen. Der Luftdruck habe ihn um- geworsen und als er sich wieder aufgerichtet habe, hörte er Menschen unter den Trümmern und inmitten der Flammen nach Hilfe schreien. Lr sei ganz kopflos geworden und so schnell wie er konnte über die Felder davongelaufen. Roch in einer Entfernung von etwa 100 Meter vom Luftschiff fei b i e Hitze fast unerträglich gewesen. Er erinnere sich, dah, nachdem der vordere Teil den Boden berührt habe, das Luftschiff in der Mitte einzubrechen schien. Er habe im ganzen drei Explosionen gehört. Unmittelbar vor der Katastrophe war das Luftschiff noch hell erleuchtet, besonders die Fenster der Kabinen. Bd dem Zusammenstoß mit der Erde gingen d i e Lichter sofort aus, und das Luftschiff brach in der Mitte entzwei. während die Motoren noch einige Sekunden weiterliefen. Aus aller Wett. Neun Millionen Sklarek-Derlust der Berliner Stadtbank. Der Geschäftsbericht bej Berliner Stadtbank ist dem Magistrat zugeleitet worden. Der Umsatz im letzten Geschäftsjahr ist um 2,2 Milliarden auf 25,86 Milliarden Mark gestiegen. Die Verluste, die die Stadtbank durch die Sklareks erlitten hat, werden bei einer Konkursquote von 10 v. H. 9 Millio- , n e n Mark betragen. Von diesen 9 Millionen hofft die Stadtbank aus ihren Reserven 2 Millionen decken zu können. Die übrigen sieben Millionen müßten von der Berliner Stadthauptkasse getragen werden. — Wie das geschieht, wissen wir: nicht die Verantwortlichen stehen für die Verluste gerade, sondern der Steuerzahler, der in die Taschen zu greifen hat. Die Sklareks dagegen leben einen herrlichen Tag. Die Aufdeckung des Sklarek-Skandals selbst liegt nun aber schon lange Zeit zurück. Die Gerichte jedoch haben bis heute noch keinen Termin für den gegen die drei Brüder angestrengten Prozeß angesetzt. Das ist unerfreulich und trägt nur dazu bei, die Verärgerung der Wählermassen zu vergrößern und den Wähler in das radikale Lager zu treiben. Dritter Deutscher Theologentag. 3m Rahmen des Deutschen Theologentaaes in Breslau sprach Professor v. Bultmann über das Thema „Ser Begriff des Mortes Gottes im Neuen Testament". Darauf fand eine ge- schlossen« Sitzung für Universitätslehrer statt, in der die sprachliche Vorbildung der Theologiestudierenden erörtert wurde. Professor D. Hans Schmidt (Halle) sprach zu dem Thema „Wort und Offenbarung im Alten Testament". Die Frage nach dem Worte Gottes führte zur Behandlung der reformatorischen Fragestellung: „Aeußeres und inneres Wort bei Luther", zu der Professor v. Bornkamm (Gießen) das Wort nahm. Professor v. Wobbermin (Göttingen) sprach zu dem Thema „Wort Gottes und evangelischer Glaube". Geheimrat Professor l).Titius sprach über „Die kirchlich-ökumenische Aufgabe und ihre theologischen Probleme". Professor D. Julius Richter (Berlin) nahm das Wort zu dem Thema „Dom heutigen Kampf des Wortes Gottes um seine Weltgeltung". Zum Schluß der Theologentagung dankte Professor D. Lohmeyer allen, die am Zustandekommen des Theologen» tages ihre Verdienste hatten. Eine Gefallenengedenklasel in der Berliner katholischen Garnisonkirche. 3n Anwesenheit des Reichswehrministers Groe- ner, des Chefs der Heeresleitung Generaloberst Heye, des Chefs der Marineiei trrng Dr. Raeder und vieler hoher Militärs nahm Bischof Dr. Schreiber in der katholischen Garnisonkirche in der Hasenheide die Einweihung einer Gedenktafel für die katholischen Kriegsgefallenen vor. Reichspräsident von Hindenburg, der ebenfalls eingeladen war, hatte sich in einem Schreiben an die katholische Feldprobstei unter Hinweis auf seine Rheinlandreise entschuldigt. Bischof Schreiber behandelte den Opfercharakter, den die Gefallenen gezeigt hätten. Dabei unterstrich er, daß die Zahl der deutschen Soldaten, wie sie Remarque darstelle, gottlob so gering sei, dah sie für die Beurteilung der Geisteshaltung des deutschen Heeres im Weltkriege nicht in die Waagschale falle. Die Pflichttreue und die Volksverbundenheit seien als Beweggründe lebendig gewesen. Der Großteil der Soldaten im Kriege sei zweifellos religiös gesinnt gewesen. Die Gestalt des leidenden und sterbenden Heilandes, die auch die Gedenktafel in der Garnisonkirche zeigt, sei für sie die Quelle des Heldenmutes gewesen. Dieses hebe ihr Ringen, Kämpfen und Sterben für das Vaterland weit empor über die düsteren Niederungen, in denen die deutschen Soldaten Remarques sich bewegten. Linser deutsches Volk müsse wieder zurückkehren zur Ehrlichkeit, zur Wohlanständigkeit, zur Arbeitsamkeit, zur Wahrhastigkeit, zu Sparsamkeit, zu strenger Zucht und Sitte. Ohne diese innere Erneuerung sei ein wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Aufstieg unseres darniederliegenden Volkes unmöglich. Revolveranfchlag auf 3ack Diamond. 3ack Diamond, der bekannte amerikanische Schmuggler, der kürzlich aus Deutschland ausgewiesen worden war, fiel einem Revolveranschlag zum Opfer. Er liegt jetzt in einer Klinik Oie Sicherheit der deutschen Währung. Berlin, 11. Ott. (-t.il.) Die Hauptversamm- die Anerkennung entnehmen, daß die Bürgerschaft Triers, treu, echt und wahr befunden worden ist. Wir aber, liebe Mitbürger, haben an dem heutigen hohen nationalen Feiertag für unsere Stadt nur noch einen Wunsch und ein Gebet: Gott erhalte uns noch recht lange den Dater des Vaterlandes, den neuen Ehrenbürger der Stadt Trier, unseren geliebten Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg. Nach der ileberreichung des Ehrenbürgerbriefes bestieg Reichspräsident von Hindenburg unter dem brausenden 3ubel der Menge selber die Rednertribüne und erklärte nach Dankeswor» ten für die Begrüßung: In Jahren der Drangsal und der Sorge hat Trier hat die Bevölkerung am Rhein und Mosel in vorbildlicher Haltung ausgeharrt und in vaterländischem Pflichtgefühl, weder durch Gewalt, noch durch Verlockungen sich in ihrem Deutschtum beirren lassen. Möge das nun befreite Trier wieder glücklicheren Zeiten entgegenaehen. Noch ist das Ziel der Befreiung Deutschlands nicht voll er» Trier, 11. Ott. (WTB.) Nachdem Reichs- Präsident von Hindenburg auf seiner zweiten Rheinlandreise schon am Freitag Aachen besucht hatte, traf er nach einer Fahrt über Düren, Euskirchen und einer Reihe von Eifelstädten am Samstagmittag in Trier ein. Auf allen Stationen hatten Vereine mit Musikkapellen, Schulkinder und große Volksmengen Aufstellung genommen, die dem Reichspräsidenten, der sich am Fenster seines Abteils zeigte, zujubelten. Auf dem Trierer Bahnhof wurde das Reichsoberhaupt von dem Regierungspräsidenten Dr. S a a h e n und dem Oberbürgermeister Dr. Weih empfangen. Eine unübersehbare Menschenmenge, die trotz des um die Mittagszeit beginnenden Regens sich auf dem Bahnhofsvorplatz eingefunden hatte, begrüßte mit brausenden Hurrarufen den Reichspräsidenten, der sofort seinen Wagen bestieg, um eine Rundfahrt durch die in reichem Flaggen- schmuck prangende Stadt zu unternehmen. In der städtischen Sportanlage fand eine Huldigung aller Jugendlichen sowie der Sportler und Turner und durch die Vereine statt. Brausende Hochrufe erschollen, als der Reichspräsident auf die Empore stieg, die, von Tannengrün umrahmt, von allen Plätzen des Stadions sichtbar war. Ein von der Forstschule Wittlich geblasener „Förster- gruh" bildete den Auftakt der Veranstaltung. Oberbürgermeister Or. Weih führte dann aus: Mit wahrer Herzensfreude begrüßt das aus fast zwölfjähriger Besahungsnot erlöste Trier die verehrungswurdige Gestalt des ruhmgekrönten deutschen Heerführers im Kriege, den kurssicheren Steuermann des Staatsschifses in sturmbewegter Nachkriegszeit. Mir bleibt die Aufgabe, Ihnen, Herr Reichspräsident, die ehrerbietige Bitte zu unterbreiten, gnädigst den Hindenburgs zweite Rheinlandreise. Oer Besuch des Reichspräsidenten in Aachen und Trier. — OaS befreite Moselland grüßt das Reichsoberhaupt. katalanischen Zeitung „O p i n o n" und srühere Abgeordnete Company verhaftet. Sevilla wurden die Führer der Gewerkschaftsverbände festgenommen und ihre. Bureaus geschlossen. In mehreren spanischen Provinzen steht Oer Trauerzug durch London. Eckener als Vertreter der Reichsregierung. ßonbon, 11. Oft. (WTB.) Bereits vorTages- anbruch begannen die Menschenmassen in den Straßen zusammenzuströmen, um der Heber- führung der 48 Toten des R 101 beizuwohnen, die von einem langen Trauerzuge zunächst von der Westminster Hall n ckH dem Bahnhof Euston übergeführt wurden, von wo sie ihre letzte Fahrt nach Cardington fortsetzten. In ganz London wehen die Flaggen aus Halbmast. Die meisten Geschäfte haben geschlossen. Xlm elf Xlhr setzte sich der Trauerzug von berittener Polizei eröffnet in Bewegung. Vor der langen Reihe der mit schwarzem Tuch ausgeschlagenen Wagen marschierte eine Abteilung der Luststreitkräfte mit Kapelle. Zwischen den Wagen gehen Truppenabteilungen, die Gewehre zur Erde gekehrt. Die Offiziere hielten ihre Degen im Arm, gleichfalls nach unten gerichtet. Hinter den mit der englischen Flagge bedeckten Särgen folgten der Ministerpräsident, viele Mitglieder der Regierung, der irische Außenminister, Vertreter der Weltreichskonferenz, die Angehörigen der Opfer, das gesamte diplomatische Korps, der Luftausschuh, der Armeeausschuh und die Admiralität. Dr. Eckener schritt als Vertreter der Reichsregierung, deren Kranz im Zuge getragen wurde, im Trauerzuge mit Auch die dritte Wache des „R 101“ und die Besatzung des „R 100" erwiesen ihren Kameraden die letzte Ehre. Die Soldaten und Matrosen beschlossen den eigentlichen Trauerzug. Eine große Zahl von Kranzträgern und berittene Polizei folgten. Der Zug bewegte sich durch die schweigende Menge am Gefallenendenkmal und der Nelson-Säule vorüber zum Strand und dann über Kingsway zum Euston-Bahnhof. Die Beisetzung in Lardinalon. London, 11. Oft. (WTB.) Die 48 Opfer des Unglücks von Beauvais sind heute nachmittag unmittelbar neben der großen Luft- sch i f f h a l l e, von der „R 101,Y vor genau einer Woche bei Sturm und Regen seine Xlnglücksfahrt angetreten hatte, bei gefegt worden. Als der Zug mit den Särgen auf der Station Bedford eintraf, waren sämtliche Läden des Ortes geschlossen und die Fenster verhängt. In der Luft summten die Motoren von zwei Geschwadern von Bombenflugzeugen. die gekommen waren, um den Toten einen letzten Gruß zu überbringen. Durch ein Spalier von mehr als 50 000 Menschen bewegte sich der Trauerkondukt die Straße nach Carding ton entlang. Auf die nicht endenwollende Reihe der 48 Wagen folgten die Hinter- festigtes/ st arkes und gesundes Deutsch- das nicht durch politische j BS W- jje W 6cL EWr Ks et, liehen, ? dar tDci iä*elfäl|d lfeOn’ür J. Nbatcn - eiS'1*** 6 ft Svftis SS" VWJ Hospizien. Hier gab die Stadt ein Frühstück. Mit einem herzlichen Trinkspruch bot Oberbürgermeister Dr. Weitz dem Herrn Reichspräsidenten zugleich mit einem in saarländischer Kunstwerkstätte gefertigten Original-Moselpokal den besten an der Mosel gewachsenen Wein und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Herrn Reichspräsidenten vergönnt sein möge, diesen Pokal noch viele glückliche Jahre zu leeren. Der Winz 6 rver - band für Mosel, Saar und Ruwer lieh hierauf durch Freiherrn von Schorlemer-Lieser dem Herrn Reichspräsidenten ein in Trierischen Künstwerkstätten gefertigtes Fäßchen überreichen, das als Schatzkästchen zur Aufnahme von 60 Flaschen der besten Weine von Mosel, Saar und Ruwer bestimmt ist. Darauf empfing der Herr Reichspräsident eine Abordnung aus dem Grenzgebiet des Hochwaldes und der Eifel. Regierungspräsident Dr. Saaßen schilderte die Ursachen der Grenzlandnot. Bei anhaltend ungünstigem Wetter trat der Herr Reichspräsident dann mit kleinem Gefolge d i e Fahrt mofelabmärts an. Aber in Trier wogte noch lange die Begeisterung der Bevölkerung durch die Straßen, die trotz des weiterströmenden Regens ein bunt bewegtes Bild boten im Schmucke der dicht gereihten Fahnen in den Farben der Republik, des alten Reichs und den Trierer Stadtfarben gelb-rot. Der Weg führte über Ruwer, Lieser und Cues nach Bernkastel. ileberall kündeten Böllerschüsse und Glockengeläute das Nahen des Reichspräsidenten an. Aus dem Gestade an der Mosel wurde dem Reichspräsidenten vom Landrat des Kreises Bernkastel der Winzergruß des Kreises überbracht und als Ehrentrunk ein 1917er „Dernkasteler Doc- tor" in dem historischen Pokal der Stadt Bern» kastel kredenzt. Unter brausenden Hochrufen erfolgte dann die Weiterfahrt über Graach und Zel- tingen zunächst längs der Mosel und dann landeinwärts nach Wengerohr. Hier bestieg der Herr Reichspräsident den Salonwagen, der dem fahrplanmäßigen Zuge nach Koblenz angehängt wurde. Ilm 19.20 Xlfjr verließ der Zug den Bahnhof, umbraust vom Deutschlandlied, das die begeisterte vieltausendköpfige Menge anstimmte. Der Reichspräsident traf auf seiner Heimfahrt nach Berlin mit 19 Minuten Verspätung in Koblenz ein, wo ein Gesangverein den Reichspräsidenten durch gesangliche Darbietungen erfreute. Hindenburg blieb in seinem Salonwagen und unterhielt sich mit Oberpräsident Fuchs und dem Oberbürgermeister. Um 21.08 Uhr erfolgte die Weiterreise u be r G ie ßen n ach Be r lin. Unsicherheit in Spanien. Umsturzgerüchte. — Verhaftungen. — Alarmbereitschaft Madrid, 12. Oft. (Tel.-Un.) Wie verlautet, hat die spanische Regierung Haftbefehle gegen sämtliche republikanischen Führer, darunter einige frühere Minister, sowie gegen jene Redner erlassen, die in der vor 14 Tagen in Madrid abgehaltenen republikanischen Massenversammlung aufgetreten sind. Da die Polizei bis jetzt noch keinen der Gesuchten ausfindig machen konnte, wird angenommen, daß sie rechtzeitig gewarnt wurden und geflohen sind. In Zusammenhang mit dieser Regierungsmahnahme hält sich das Gerücht aufrecht, die Polizei habe Nachrichten von einem für die Nacht zum Sonntag vorbereiteten XI m ft u r 8 erhalten, der durch die Haftbefehle verhindert worden sei. Bemerkenswert ist hierbei die Tatsache von der in den Abendstunden des Samstags erfolgten Verhaftung des bekannten Ozeanüberquerer s Major Franco, der in Eordooa feine republikanische Gesinnung unumwunden zugegeben hat. Die Gouverneure von Malaga Oviedo und La Corunia haben angeordnet, daß die Waffengeschäfte sämtliche Waffen und Munition der Polizei auglFefcrn. In den von Streiks heimgesuchten Provinzen fanden zahlreiche Verhaftungen revolutionärer Memels Bekenntnis znm Deutschtum. Die Volksabstimmung des 10 Oktober. Die memelländische Bevölkerung hat einen schönen Wahlsieg errungen. Wenn sie es auch nicht fertiggebracht hat, nur eine Kandidatenliste aufzustellen, um damit besonders stark ihren Abwehr- kämpf gegen die litauische Unterdrückungspolitik her- auszustreichen, so zeigt doch das Abstimmungsergebnis, daß auch diesmal wieder die Litauer in einer hoffnungslosen Minderheit geblieben sind, die so gering ist, daß es sich eigentlich jetzt ebensowenig wie in der Vergangenheit lohnt, von ihr zu sprechen. Die Wahlen des 10. Oktober waren aber nicht nur ein Kampf der politischen Parteien um die Gunst der Massen, sie waren bedeutend mehr, nämlich eine erneute Volksabstimmung, die mit einem überwältigen- -den Bekenntnis zum Deutschtum ihr Ende fand. Nichts hat die Memelländer daran hindern können, so zu stimmen, wie es ihnen ihr Herz und ihre völkische Herkunft vorschrieb, weder der Kriegskommandant noch seine Schergen vermochten die Memelländer zu Litauern zu stempeln. Eigentlich müßte man jetzt die Frage stellen: W a s s o 11 n u n werden? Wir sind der Ansicht, daß es Sache des Völkerbundes wäre, aus dem Wahlergebnis die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen und den Herrschaften in Kowno auseinanderzusetzen, daß erneut der Beweis dafür geliefert worden ist, wie wenig das Memelland zu Litauen, wie sehr es aber zum Deutschen Reich gehört. Eine Rückkehr Memels zum Reich liegt um so näher, als olle Völker sich darin einig sind, die in Europa vorhandenen Konfliktsstoffe aus der Welt zu schaffen und dem Frieden zu dienen. Das kann man am besten, wenn man sich das Ergebnis der Volksabstimmung vom 10. Oktober zu Herzen gehen läßt und eine der vielen Fehler des Versailler Vertrages wieder gut macht. Neuer Protest der Reichsregiemug gegen Litauen. Berlin, 11. Oft. (CNB.) Die Reichsregierung hat, nachdem das gemeldete Protest- telegramm an den Generalsekretär des Völkerbundes wegen des Verhaltens der litauischen Regierung in der Memelangelegenheit in der Frage der Xlmbilbung des Direktoriums durch die inzwischen vorgenommene Xlmbilbung überholt worden ist, ein Ergänzungstelegramm an den Generalsekretär des Völkerbundes gerichtet, in dem von dieser erfolgten Xlmbilbung Kenntnis gegeben wirb. In dem Ergänzungstelegramm wird jedoch darauf hingewiesen, daß die litauische Regierung ihre Verpflichtungen sowohl hinsichtlich der Aushebung der Pressezensur als auch hinsichtlich des Zusammentretens des Direktoriums nicht eingehalten hat, da das umgebildete Direktorium nicht, wie vorgesehen, vor der Wahl, sondern erst heute, also acht Tage nach der Wahl, zusammentritt. Gras von der Goltz antwortet dem Mchswehrmmister. Berlin, 11.Oft. (TU.) General Graf von d e r G o l tz hat Reichswehrminister G r o e n e r auf dessen Brief u. a. geantwortet: Daß das Reickswehrministerium korrekt und formal juristisch richtig gehandelt hat, bezweifle ich nicht. Die andere Frage aber ist, ob sein Verfahren politisch zweckmäßig war. Der Gegensatz in der Berufsauffassung zwischen dem p a\ l a m e n t a r i f d) e n M i n i st e r , der sich meist mit einem Reichskanzler und mit Ministern der wehrmachtfeindlichen SPD. in einer Koalition befindet und der ihm anvertrauten Truppe ist durch den Prozeß aller Welt klar geworden. Die Zahl derer, die der Berufsauffassung der Angeklagten beistimmen, ist wohl auch in der Reichswehr bestimmt noch größer geworden. Die Verurteilung wird in Zukunft vor neuen Jnsubordinationsver- gehen absck)recken, aber den Geist der Truppe nichtändern, sondern stärken. Ich bitte mir ein einziges Beispiel zu nennen, daß einem Truppenteil des alten Heeres die gleiche Schmach der Verhaftung von Offizieren während einer dienstlichen Hebung angetan wurde. Natürlich weiß ich „als alter Soldat, daß die Grundlage der Wehrmacht bedingungsloser und vorbehaltloser Gehorsam ist". Das habe ich unter anderem bewiesen, als ich 1918 als deutscher General in Finnland Ihnen telegraphierte, daß die von Ihnen angeordnete Einführung von Soldatenräten diese Grundlage untergrabe und daher unausführbar sei. Aber des Gehorsams eigene Grundlage ist der gleiche Gei st zwischen Befehlenden und Gehorchenden. Sonst ist es „Kadavergehorsam". Zahllose alte und neue Soldaten haben die wehrpolitische Entwicklung der letzten Jahre mit Sorge verfolgt, weil die Wehrmacht allzusehr in die enge innenpolitische Auffassung unserer Zeit und in die Abhängigkeit von einer wehrmachtfeindlichen und internationalen Parteienregierung hineingezogen wurde. Weil aber unter den jetzigen Verhältnissen eine internationale und wehrmachtfeindliche Parteienregierung leicht wiederkehren kann, bekämpfen wir das heutige System im Interesse des wehrhaften Geistes von Wehrmacht und Volk. Daß auch aktive Offiziere aus gleichen Erwägungen gleiche Befürchtungen für die Zukunft hegen, ist erfreulich. Das einzige Mittel, neue Jn- subordinationsvergehen zu verhindern, scheint mir — neben einer Systemänderung — darin zu liegen, daß wieder ein Geist Befehlende und Gehorchende beherrscht. w; L Regierung 1 K^etat) L eine etngt Ser ftäbU \L vornehmen Ü Vorsitz. Lj et. 6amtk Eg sind cmg E gewunsc Lunt) die 2Irbe Liu fördern. 2 M aufgenomr > p von einer IM Mainz Lfon der 51 3ü Fj Härtner c IM alte ßofom Wau-Wie1 Btt fiobnio* «Merzuges I kßtibe verrM tienfte und befan vis dem Dege na kben sie das Her Mimen. ! Weftn W Dilhelmsl UMgabend fei Wessen-Dere her das »Werst Uch Hunderte, d VMM hätten, WswAirmes ifi M ziehen A u | msttransta tzÄffil sich Lands kn)Gerd nvn tx iMietber. ‘Mm Mern find f« Ivtemigt I Sie öeftleihn pkiten tourt Stimmung heri k-W Ruilaf Leitung trug Der schneidige Streichmusik durch den Dors M von ficim hessischen L Immestän^ Imanter, 16in Trompete p Umzug in IJertoetl fessel! I w lind dann d lytübedfjeime * « tn der / |bei 2 ? Stimmimgs I J üachtenka F ?Nlichke | AWen-Äi! L Miltern in Efclft n1C° y R»। wKnirlllHÖ Krineiti^ 3n L'?°rnt bet 3 vor- !«t V» he Don T* Meters Qfi W* und ? J“ Ab» 2 und Au. M logentag. n Theologentage« D. Cßultmatin des Dörtes Gottes uf fand eine ge- Mehrer statt, m ig der Theologie- Professor D. Hans em Thema .Dort ament“. Die Frage ? zur Dehandlung I Huna: .Aeuheres zu der Professor Dort nahm. Pro- fingen) sprach^ und evmgelficher V.Titius sprai> den Ministern während ihrer aktiven Mimster- Uflfcit zusteht, und die Bezüge des Staatsrates Keils um 20 v.H. zu kürzen. Keine Niederlassung Balas in Klodnih. I Die Rechtsbeistände des tschechischen Schuhindu- kteilen Thomas Bata teilen mit, daß Bata von ktn Grundstückskauf in Klodnitz (Oberschlesten), Eier den die Berhandlungen mit dem preußischen Diskus seit einiger Zeit geführt worden sind Ab- |linb genommen habe, weil das Grundstuck für seine «Jbrikationszwecke sich als nicht geeignet herausge- Wrlt habe. Bata werde an anderer Stelle Schuhfabrikation in Deutschland aufnehmen. Lufttemperaturen am 12. Oktober: mittags 11,4 Grad Celsius, abends 8,4 Grad! am 13. Oktober: morgens 8 Grad. Maximum 11,8 Grad, Minimum 7,1 Grad. — Erdtempcraturen in 10 cm Tiefe am 12. Oktober: abends 10,8 Grad: am 13. Oktober: mor- gens 9,2 Grad. — Niederschlag 0,5 nun. — Sonnen- scheindauer 1K Stunden. Die Wetterlage. /Bureous fle. fei* ton "Barcelona SpM Ge- «ungen über Verschwörung Q(j ™ Madrid gibt biebenen Provin. n ober schon lange haben bis heute en gegen die drei gefetzt. Das ist un« , die Mrgcrung und ben Wähler । Prüfungsausschuß bei der Wetzlarer Stadtverwaltung. WSR. Wetzlar. 12. Oft. Auf Veranlassung k*t Oiegierung ist ein besonderer Ausschuß -,ei der Stadtverwaltung gebildet wor- t-n. der eine eingehende Prüfung verschiedener städtischer De r w a l t u n g s ste l- [an vornehmen soll. Der Ausschuß steht unter !drin Vorsitz des Stadtverordneten Schellen- iberger. Sämtliche Dienststellen der Stadtverwaltung sind angewiesen worden, dem Ausschuß I lade gewünschten Auskünf te zu ertei- ! |er- ^Dt zur Zeit wegen des gleichen Verbrechens zweijährige Zuchthausstrafe. Er leugnete Die Tat hartnäckig und beharrte auch zu An- fant M Stabtbanl ist 1 D«r Umsatz im AUiatten auf 25^6 Verlust«, bi« ble Bitten Hal, uxrten o.j). 9 Millia- n 9 Millionen hasst 2 Millionen beiten Millionen mützten louptkasse geschieht, wissen mir: n für bie Berlustc zahlet, ber in QVoittnios.O heuer anaie oedettt ewoixig. •t>eaec«l •Rt0<|X * Schnee, a Graupeln ■ Neoei K 6rwiUer.@Windsline.-O sehr leichter Ost £ mistiger Südsüdwest Q stürmischer nordwesl ble Pfeile fliegen mit dem Winde Oie Deinen Stationen stenenden Za> len gehen die Temperatur an Pie Linien verpmden Orte mit gleichet^ auf neeresniVeau umgerechneten Luftdruck Garnisavkirche. «hrministers leihmgJM nahm hunfl einer W A-kr $‘Ä s e»®^i d!ih I'« S-.kL-i S;» bie "Ä* X/S ein genden Gcflvgelhos a E». E;2. NZ^S La cv .L§ s = =3$: ■®ü)= . 3 -. o j; = äc€ = Li »v E Irls ^e-aeS t|^ = X«. Ir? e «S-E1 'S'ä-Ü- 2- u^c 'S o ***- £e£u L°Ä, M. :o^ - . £|fe- LL3S^ iiwsä S1 -Z-L-s-e h=5l «^Ee« Rentablere Hühnerhaltung Mii qmngenÄoftcn ^erbefferung der Ställe. Meine serilg einfeä- baren Densterfronten u. Ein« »elfcnftcr cilclchiern u. oerbil« ligcn den Umbau nub Selbst» bau von Ställen. Fordern Sie kostenfreie Anleiiung u. Preisliste über gute Leqerassen und Geräte. ®roo», Mergentheim 5L Z Für die N Zehern. Reinigung\ Waschbenzin (Sonderqualität) reinigt alle Stoffe L Drogerie , X Winterhoff / Hans Ruckes und Frau Margarete Ruckes geben ihre Vermählung bekannt Wieseck, Oktober 1930 0'309 G. F. F. F. G. F< 698.Ü Kameraden lieber Erde. 6975 D Bekanntmachung Kauft nur das billige deutsche Gemüse RM. 1.80 Weißkraut Erhalten Sie sich gesund! 69 9ü Höfen 6alt. Aur Verfügung. 6793 D Aael Sabev 69800 6977 C Ton- und Sprech-Großfilm _ - u * MAveÄnliAh in jeder Vorstellung über seine Erlebnisse spricht persönlich während des Untergangs V) CD Das gigantische Meister werk E. A. Duponts Die tollen Abenteuer einer jungen Durchgängerin. Ein reizendes Lustspiel in 7 Akten. Hauptrollen: Fritz *Kortner, Lucle Mannheim Willi Forst, Franz Lederer 6eschäftsdrucksachen Rechnungen 1 Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße 7 Beachtung. Gießen, den 8. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: gez. Dr. Ham m. Empfehle mich im Sinotmineiöen Walltorttr.7,vart. Vostkarte genügt. Hierdurch erfüllen rotr die traurige Pflicht, unsere Mitglteder von dem Ableben unseres lieben Zl5.Okt.N ^Beginn neuer Kurse' Vogtsche .Handelsschule Gieüen Ooethestraße 32 J ^^Prosp.kostL^r Rotkraut und Wirsing RM. 3.— Der Zentner frei Haus. Dienstag und Mittwoch ab Güierbahnhof stehen 30 Ps, billiger. Nur la feste, haltbare Ware. H. Sauer S6o. Tel. 2274 kxlsfsnr.Gen.-Bertr. a. d.Bez.-Lir. gcs. H.Vrd. Ortu.Ber. gl.iKstl.Al.iilahmann & Müller, Hilden, Rh.690 >-----------r Jacd amMiltwoch, dem 15. Oktober Treffpunkt 14.30 Uhr Karlsruhe. I6986D Halali Hardt. Jagd am Samstag, dem 18. Oktober Treffpunkt 14.30 Uhr Bahnübergang Schiffenberger Weg Halali Rindsmühle. Reit- u. Fabrkluv G eben u. U. Stadttheater Dienstag, II.Okt.. von 20 bts neg. 22.30 Z.Dienstog-liö.-Botfl. Ov rettenpretfe Abonnenten ermaß, Overeltenvreise Zweites Ensemble- Gastspiel d. Deutsch, Künstlertheaters Berlin UmD mflfiHiüien Komödie in 3 Akten von W. Somerset« Maugham. Der Untergang der „Titanic“ I Kapitän a. d. Dittmar psttmann s^:!?iunnr"o",z,er ” ® i seinerzeit zweiter und Navlgations-Offizier der „Titanic" Allen Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß unsere gute, treusorgende Mutter Frau Anna Rnlolsto, geb. Best nach langen schweren Leiden im Alter von 59 Jahren entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: I. d. N.; Erich Rutofsky. Bendorf-Sayn, den 4. Oktober 1930. Wie die Mutter es gewünscht, ruht sie in heimat- 1aben Sie offene Füße? Schmerlen7 Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte ünlverial-Hellsalbe „Bentarln . Wirkung überraschend. Preis 1.50 u. 2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Haupt- niederlajre: Engelapoth. Gießen. 230V Aus Anlatz des Gallusmarkles in Gründers: Sonderzüge am Mittwoch, dem 15. Oktober a) von (9 eßen nach (Srünberg: Gienen ab 9.35; 3,'öd gen an 9.45, ab 9.46; Gr.-Buieck an 9.50, ab 9.51; Reiskirchen an 9.56, ab 9.57; Saaten an 10.02, ab 10.v3; Göbelnrod an lti.o7, ab 10.08; Grünberg an 10.14; b) von Burg u.Nicder Gemünden nach Grünberg: Burg-u.fliteder-Gemünden ab 10.57; Rieder»rühmen an 11.04, ab 11.05; Mücke an 11.10, ab 11.11; Grünberg an 11.18 Ubr. Für die Richtung Grimberg-Vondorf— Lollar-Gießen steht den Marktteilnebmern der Svälzug. Grünberg ab 20. 3, Gienen an 22U7, der auf allen Unierwegsbabn« Georg Schubecker m Kennmls zu fetzen. Die Beerdigung finöct Dienstag, 14. CtL um 15 Uhr, von der ttavelle des Reuen Friedhofs aus statt. Zusammenkunft um 14.30 Uhr am Friedhofsportal. Die Kommandos: Karl Wenzel. Fritz Wenzel. Heute Montag 6 Uhr Premiere: ATLANTIC § 2. Wer den Vorschriften der Polizei zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 RM., im Falle des Unvermögens mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft. § 3. Die Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirek- tion Oberhessen und für das Kreisamt Gießen in Kraft. Gießen, den 16. September 1930. Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Braun. Kriminalfilm mit unerhörter Spannung Dina Gralla Teddy Bill AlbertPaulig in Kehre zurück, alles vergeben! Nachstehende Polizeiverordnung des Kreisamts Gießen vom 16. September 1930 bringe ich hiermit zur Kenntnis und 6868C Astoria-Lichtspiele Heute bis einschl. Mittwoch, 15. Okt. Doppel-Programm: Anny Ondra John Longdon “Erpressung W Der heutigen Stadmuilage deS GteL Anzeigers liegt ein Werbeblntt der Fa, Emil Seelig A.-(9.« Heilbronn, bei. I fl[ö.£oufjnnoe oö. Männien zunächst stundenweise oder fiit nachmittags, von hiesiger Buchhandlung ges. Radfahrer erw^Rad wird gestellt. Sd>r. Angebote umgehend unter 0979V an den Gß. Anz. einretchen. Kräuterhaus Jung Polizeiverordnung betreffend Lleigenlassen von Drachen in der Umgebung des Dertehrslandeplahes der Provinzialhauptftadt Gießen. Auf Grund des Artikels 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911 (Rea.-Bl. S. 367) und auf Grund des § 366 RStGB. wird nach Anhörung des Kreisausschusses mit Genehmigung des Herr Hessischen Ministers des Innern vom 9. September 1930 zu Nr. M. d.J. 41 916 für den Kreis Gießen folgende Polizeiverordnung erlassen: § 1. Das Steigenlassen von Drachen ist verboten auf dem Verkehrslandeplatz der Pro- vinzialhauptstadt Gießen und dem ihn umgebenden Gebiet, das begrenzt wird: Im Westen: durch Moltkestraße, Ostanlage, Marburger Straße, Schwarzlachweg, Main-Weser-Bahn, Weg zum Neuen Friedhof, Friedhofsallee, Wiesecker Weg. Im Norden: durch Wiesecker Weg, Straße Wieseck—Trohe. Im Osten: Verbindungsweg Trohe bis Prooinzialftraße Gießen—Rödgen. Im Süden: Provinzialstraße Gießen— Rödgen, Grünberger Straße, Kaiserallee. | Mietgesuche | Saubere Schlafstelle gesucht. Schriftliche Angebote unt. 06340 a. d. Gieß. Anzeiger. | Stellenangebote | M-iiMM frei Garten wird abgegeben. Näh. bet Metzgerei Krug, Marktplatz. 106346 Geschäftshaus allerbeste Lage, für 35000 Mk. b. kl. An- zablung zu verkauf. Schrtfil. Angeb. unt. 06345 a. d. Gteß. Anz. | Kaufgesuche | Wir suchen: IgeörlimoDfloe 4-6 Steuer-?L. Wir geben billig ab: 1 SkMMll 10 30 PS, offen, 5fltzer I. & H. Grieb, Gambach Butzbach Schließfach 40. «,,v ^Verschiedenes] WwttD aus guter Familie, möglichst nicht unter 16 Fahren, f. feines Schnhsescl' Äft sofort gesucht. Schr. Angeb. unt. 06268 an den Gien. Anzeiger. [Stellengesuche} Suche für meine 22jährtge Tochier iLyzeumSblldungl Stelle nlö :06338 öBustoditei in Försterei od.GutS- haushalt zur Forl- bildung im Kochen. Offerten unt. B. B. 7 Marburg L., poitl. | Verkäufe | Gebrauchte Serbe u.Oesen 1 Gasberd. evtl, mit Backoaube und Ttfch, eine Kücken- waae, einen Laut« ivrecher z. verk. 08133 Krailing Südanläge 22. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrUhl’schen Druckerei [Vermietungen] Gut möbliertes Seiten- nnö Sdjlof- jlnimet evtl. auch m. 2Bett., od.diebeiden einzeln zu vernlieten 0625-'« Zranlsurker SN. 91. Hlööl. äUnnfet zu verinieten 06343 Kirckttr. 13 v. Fast neues Wiiimnet . .-ttäibc Wegzugs halber sehr preiswert abzugeb. «,,«1) Eteinftr. 78. ea. 5 bisSMorgeu LuzernerKlee zum Grünfüttern abzugeben. Näh. R381 D Franks. Str. 29 vt. Lichtspielhaus Gießen Telephon 4077 Gasthaus ■ Deutschen Ui Morgen Dienstag: LNetzelsupp« Morgens von 10 Ubr ab: Wellfleisch mit Kraut Dienstag/ den 14. Oktober 1930, versteigere ich in Gießen zwangsweisegegenBarzahlung (Zusammenkunft: Nachmittags 2 Llhr im Gasthaus Zum Löwen, Neuenweg 28). 1. Bücherschränke, Schreibtische, Teppiche, verschiedenartige Sessel, Büfetts, Kredenzen, verschiedenartige Tische, Sofas, vollständige Schlafzimmer, Chaiselongues, zwei Vitrinen' eine Friseurtoilette, ein Flügel, eine Fräsmaschine, eine Zupfmaschine, zwei rote Dielengarnituren drei Mahagoni-Salonschränke, eine Abrichtemaschine mit Elektromotor, drei Diwans, zwei Klaviere, eine Schnellwaage, ein Grammophon, zwei Nähmaschinen, eine Ladentheke, eine Wirtschaftsleiter, ein Schubkarren, ein Kinderbett, verschiedene wertvolle Kinderspielsachen, eine Bügelmaschine, eine Schreibmaschine, einen Eisschrank, eine Bohrmaschine, fünf Ambosse, eine Trägerschneidemaschine, eine Blechwalze, eine fahrbare Stanze mit Schere, eine Reifbiegemaschine, einen Elektromotor (4 PS), ein Glasschränkchen und vier Schraubstöcke. 2. Bestimmt: einen goldenen Herren-Siegelring. 6983V Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 — Fernruf 4039. Stauden größere Partie Erdbeervslanzen pikierr, Nclkcnstetk- linge billta zu verk. 6981 l)j (Sailstr. 5. 1930. Gießen, den 11. Oktober 06342 06341 wurde heute nach einem schweren Leiden erlöst Dachdeckermeister arbeitsreichen Leben im Alter von 68 Jahren von seinem Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharina Kröck, geb. Römer. Gießen (Mittelweg 12). den 11. Oktober 1930. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 14. Oktober, 3 Uhr nachmittags, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. Die Beisetzung findet Dienstag, den 14 Oktober, nachmittags 2.30 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Herr Philipp Kröck Statt besonderer Anzeige. Am Samstag, dem 11. Oktober, entschlief sanft nach kurzem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber, treusorgender Mann, unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Georg Schubecker im 79. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Elise Schubecker. 6977 C Micky-Maus das Tonfilmwunder UFA tönende Wochenschau Anfangszeiten: Wir bitten die Nachmittagsvorstellungen be- 4,00 Uhr, 6.00 Uhr, 8.30 Uhr suchen zu wollen, da abends großer Andrang Z e E(9 = N € y T und 6 cn -e S L «5 — jO -— E£Ö E.5 Z .8 9 O” = s ■e Ä * Z L Z A -az 5^ y Z £== seinem 2.2 •e E = s z = c=z L 1 § 3® B-E 19 E e - E -e-c i 0634! -'S® 2’g« on der E A v 2! 1$) a 2 aft? 2 ÄS £ B^E o o = 5(9 LG ■§ § • Ä p a i5Z Z ZZ € »»* E 'S ZE s ?B- B £ © 19 2 = Z R s £2 S c -ee-g TÖ •§Z $ B E 9 TD g-e« «'S ö Zs E e V <35 sZ° ß 'S to R g -r KZ R ü» E e N •e-' cy a E E 5 e? ti a «afti9 ss^ C g ER cZ 6? :d LZ z ft, m i«®8 i c?» B ftZ z» —’s :c 3 y 258 (9Ö Ä Cf5» (9*$ Z Ra e — C ^s a s s 2 asss ZZ- s LzL z E-D§2I L.(9 o - j=~ r Ejod = ZAZLL £ a c 3 •d a ° «->-> c H £« "E Soi5 .2- ■2(9 c y y öSSN ES Z ZN Hz KZ §2 If ii 1930 L^ss s=. A-S R te^ 5=5 s® (9(9 3 ■"-- A zc E^Ä ft v 2 5 -r> •■* S L.E - .-UZ s R Z “ä 2 t LZ 2 S ^Z A &3ft xZz D sister - 5 7, CT a E^ L c K ss§ S o 5 A Z $=® LS- § C ft L e £ .3 a Za c. y 2 c iroßfi,n1 L-- 2 E 2 -c 5 .3 ■c-Z W ßÄE A s z € ~ c Z v zss -KNlK z = N z?^ 8 a «’m l°E12Z ■2-G1 S Zft d o Z 1-1 zl: önfflco ---L s s sz -A z—j (9a S|i) ti Q A(9 DE SA ftc? SA = § R Z.19 SS s-» • tf(9^ t: A s^-- 5? 'S V g if »- »a CQ 9 o D S s i 2 Z s © e E •e © E E 2 a a •ö 2- Oi 8 c ZA 2 2 © E n R E öS 5h >a a = « z LE E 3 E7 E E ao€ ©? 19 5.Ä E a C ö S - M S S c a- «s 7? e< z c 8 -A c 2 -s uC? tfi B a K z LS Ec? SEE "S 8s LZ 8 s" N E Z ZZ- ^-L S" | J9 3 fe* -=|Z i! c .§9(9 a ZN ZiL Sa.Ä ^SZ s ,3l9Ss 8 = EI = E -^ = § LS S^-2 Sa c ' o 3§ 3 ft -N^ a^Z ^Z 5 s.5 °a Z-IE» ^ASZ ellunflen b® )66r AndranS 69 5 ZS B SL -L S = c ^7— -c 3 s UL--® = °8-e .a c — _ 37 SaZS^ ?iZi -L^-Z ^(9SZM^ e .5 ä a -. S A •1' LI Z-ZL-E öZ_ = ^A 2 t- § A vJ ~ z*° St. .sS-EZ = = 8.5 Z^to ß.3 ‘ LA s'aAgo M . « v ’S© Öf 8 A a -S HoN al9» a 5(9'2 (9 5Ö ER- 9« - sZ(9 Z S-l^E . D *C 2-1 E a Lo 19*» -G' E ® gZ £19 !1 1 ät E.8S| ^Sß 18z h< «56* E g»£= §>° Z «K.KaS Es-."-- * ' sU Z t *.‘u o :2 ^aZL ^sz :HaS.= itstÖbiÖüiiflSyS in Werbest der & efibfgpgiM^ ""ESZZ y ui 8« SSN33c ES £ s ~ • c SS-R§3 Es” E C = °R 8 — eu 'S. Sj» — KMZA KZZ ? E'S eÄrS€w 67 a 2 I a>— 2 w Z •* gZ-^A; 2ZS- -.5- =' . LZ -2 «öü E-Z ® & o# e*> O) ierOff|z,er er „Titan'10" , gflebniss® “-e <« E g Wz8^ = SN o 2 „i*5*- o-igg It® ®g§A| z L L ri -| c? §8§A «x> 3-0 2 a = t) c 8RÄ s 2 - 8 A-e, 5 -8 5 « = §Z KKHLG ^N-ÄRZ Z .3 E c" e H° 8-S Z^KKE :5f eza E7KL.2- »EQc .Se = ° S-ä? r<2) ft LZZZo^ZaZ« |rf® SZS^E a; KISZZ . _® . o -E" Eft _ ft O :d «Z KZWsZZ ■8 § 7? Italita ......MI.80I W»g M. Z.- Haos, Llni-iaa uni babnbo! »leben 30 feile, balibare Ware. ko. Tel. 2274 )ie sich gesund!- K vy jfkt® Hränterhaui , Jung ^8-», -K-Z 3 :s — d ft Ä H - CaCftA” 8 -*» O TT _X - eu Ra E'E I” a sfixir« * = = « aA V ®O£3 E1--JS . v S^« PÜ4 s LSZN D-ßSZZ L^Z°s a^e Z ° 55 E 2 a NB 3,-d h a o§ag_ orr Dft a A C w = ft o Z E H EZZ. E-L _> & E |51'V . s^-ft-ft 2 Q* •§" d .E E^JD _ B.G A(9^ B D * * * ‘E ft. 8 Sz H 2(9 ■ 2 -b H § p g 5Z® f---- - 3 5 5?5 S &3^ ftAZN ENAOE 2 - s 1 8 d A 8 'S 'g'gT'S 3,2 EPff 5T d I 3 3 e.:, s. se 3 ft " <» er n 3 3 e $ ® in a Cf <3 O:- eä 2 5 0 « 3 M3 (£> ts ti a ■§*«3 » 0 ® "‘'tif 8 <3 ? ft 3 Giro s ° S aa Sa Gi" a3§. cd 3 5 rsLZ'8 a DZ fO Ä> ’t 8" ct §. o 3 S. LZ. S a A X3 L*^ o ZT SZ in ^§8 a 5 8« 3ro^Bg. D — S -t 2s.-g^ » a a ti ff 2 S 3 cn ® 3 o 0.2 o -ff ff " d® a •«§? cd- —Q- ct o o 2-® A 5t 2 * o aft ff S 2. o otr ff 2 y n « O a 6 ti® ft 03"3 ö.^S'°:2 s 3 - r2 '■> ~n 3 _ S CD 9a 2, ZT- s 6)^32 £-0*8,0 2 eiöbZ r* . -, 2 ™ 2 " gS ft ti ff o ff. ff OQ-rfö' ö ff- a -* o l-o 2 3 2 »ft y®- 3 3 co’ 3 ■öe§L 2 3 ff 2: ff <3> "& 6b ZMW ZZtz-A aaS s 3 Sfi.'&'2 crCJff Lff 3 2 oC iößsS o.-v ?2 3 2 3.3 g, et: &&t2 3 g’ö'O' •^■3^2 H ® 2-« 3 2 2 3 3 o D ÖCj-1 n, oft er o>t? p 2 ti C?ff y G a r- u 3 rt 033^ ’ff g- O ct öb ® 3 ^2^ 3qcs3otor Lo0^Z 6b rv ft ct ^y3 06 &g2% AS. CD ß:®. 3 3 D G tj< A — P D 3 ß 1 öb cy <1 3 o-.c^Ooo'O'cr^a hOMR O 3 « CT s kCD ZL^2^"y 90»® h^&2 a Ati3 Z S-&, s>®3 3 Oe r <2-3 3|? kj g. o 3 ( 55 3 86 ?8=ti "2?as » 3 <5(Q 3 2 3 2 3, ff gf O 0 ft O-ff 3 >ffiE3 > 3 J-n C Ob KJÖ ..w s § ff'ö'S-Z' ti - 0g 2. cza-D» 3 2 3 scoa ft er t* -A° ;• 2® cs» yr’"33 O D 3 e 2 ff D ff 3 ZL 0QD 3 2 06 ff o ■&l ft r - I>»a2 SsZI«Z a ft a 3 2 —■ ^ - 3 3^^ft^3« = A a g §33 Z«-ZV =-^b 2:^ ro 8. tS r> Z3AZ3 »c^^as s @3 §. 3 3a eS*3^' ° 3 ro D 3 Mft g'r* ®2 § D 3 D 9") —, 3 -. yl'ä 3a-* a o o*cs»ft 3 D 2 0 3 3 ro -KZ 3/ aTTi® 3 ff 3 AGlo'a 2.2 2 3 äco 2 O ys.7 c2" ob ®, B-« ® s 8'S o i'a ft ft A ft rt O* 0 3 ft M p ft — - '"•ft 0b3 Gl3 2 ZTs B ft ff tiff M 3 1- kJ ft 2. 3 off 3 ** । ft.a^z» ®* « ^2 * ft D 3§^ S 9 3 3 S ? Z ff? 2, ' 3 o 0*2.3 a53 3gBBf&.a ft 3 ff 3 o- kJ 2 8 ft o er kJ 2 o ft "-0*2, ffff Q3 ff =9 3 3:3 3 ^2-8 ri 3 S r> •—* <-» rt a a —• ft 3 . _ Q (3> ft Ob O*(Q A e-ff 3 T ro. Q ao ff§ 3y 2 ©CD 3 . ’ 3 08 »ft^ kg? OS 3 D 3-ag- o » 5 ” 3 3 3S* . '7q>® O* ft 1 CD 2 2 3* 3- 3 ft er *i —< <~ ff 3 ro Q-o-e" 3 c»> a 5 P '"dL23 ;of % g rt (<03 ff ft ft 3 3 0§ »’n ft 0 cs»S2 o ^3 2 ft 0*0.0 Scg&afl 5 8 2 g 2 -3 @ „ 'S"S CD' ft 8 ft P-.D« 3 ff 5 ___3 2 a3a •ff Ob3 y3 ff G> io o® 2 3 3 ff Or öb f-f w5. 0* ß öj ff 3 a D O ff ro 2.2 5äß3ftft^„ .. L^AAZZ ff A ft 3 listig D 3ffä 2 SS^^äi 8 < ft Ob ff 3'02 2’?®oeb2l««®§2§2.S’y ft ß 3 3-3 tio 2.0 2.ftrS o*3 ft ^3Sagg3^^Pp^S«3 5 o 2-0 " 2 clo-kD — ®z->3 3 to «rt__G>JÖ> 9^gfy^i p ft Cr? ff-rott A^a^ZZ f-t iÖ ro C ™ -5 r-z *d *- , _ d S. D 73 05 ” ro 3’7ft 2 3 M ,ro ff-ro^ft-aff ft GJffff’y aa * ft ■ r* 3 a “‘ff ff iG» • 3 0*3 ff®-^*0Oft'* rR'ff ff 3 cd. •oft--- ff 2 LL 3 T c2 S-ff 2-3 ff-cp ff--er Iri ff 3 3 3 in ^2.^ ö)§w 3 • 3 cd" ff ^'3 2 ?3-3fffy2 ^0^3 - g'§3 3 5" H cd ff -"sZZ- —"ts o 7?3LZ " sTTa V re 3 g'ö ®§tiS,B y 3 a 2 "ft 2 3 "ft 2 ro. 3 3 3 3 2- ff ti Q O w. fD J'ttß D -ff ff CD ff 3 .E: ä. Ob 3. ft ro- 3 ” B = 3 Isat 3-3 o~S -3 33.3 ZLßL- -S^ti^aJft S-Ga CD O 2 ro CT Xff ’ 3 g,5 o 'Q’ft @2._ 3 g-3as,3 ftog 3„^3ro ft* ® 8 ft 88Z0Z" 2 8® G?011 ft 3 ZT rt 2- ft o ff 2 o r» ff" ff2-7,03 o 2 Aff 2. 9" ft is?e?£8’gr S —. ft a o ft. «fSfÖgaäf^g &31Sa-e,?öt?-3|e „ro- a-ff _,® ö 3 3 .-) A e ff ff) 22, S^ft ff S-ff'S 3 co ^S'.obft ft*o 3 ^4 c-r- (D ffv- U 5 p 5 2 ft ®* 2 ff o ff 2 2 ff;-» "5 cd " -2. 3 2 ft ff Er 9 O-, ft er d 3 ■ a <0 3 _ o ff ro'-O* Q. ro O ro ro 3 ro 3 3 ft'ff® O ff3 OK sffZ5L°^LZ „^■as'-ä’roD a 'CT' f- »e-T* e W raiaog*Tft.acS§ 2- ti 3 ® S. ro 3 ro, ft er >.. s CZ nTTJ ri ’O' ** X2 75 0 x6'öb5> L' «ft .. o"g 3 3 ? ft @ ff o 3 3 o-a® gft — - "■ ff ro ro« D ff.o ff kJ 3 ft öb C: " ft ro ?S-Siro» ft ft Giü-sr 3 a 2 arf i »S-Sg?3 2 2 ,° 2-3 ft S S 2- ^3.» 3 K .RS 3 2.3 a-3 a-iß ff öb ff roff D ap3 ft ft 8LL5 y 2 3 ft ro* ro- -ro. ro ff LT ft L3 ZaF ,D13 „ ft -2. 3 3 Gift'3 O • 2-2.© "3ä§y; 2-o 2.2 ' 2 W ">rt ro a S?.Sä2ä 2aff0 CT. 2 tiascS"? '&x,2-3 ft< Bx8>?|,¥ " ff e Km3- roß ß5^ ^§2 3 ff 5^A ro - _» ft ro -er ft । 3 3 2 3<3>göbor obffg tag fro ff . ft ß. a 'Ift’aß 8* 5‘0? ®y 5? so 2-ff ZA 2 « 2 .. «3 0* o® oLa 3 ti2 0 § ; LffeS ff 3 o ACT» Siö.3.^2 I . -,2.ft ff-*• ft 3 CT ft 3 ff CD 0.3 ff . «rt 3 ft * ro.5_G)3 ß _ ft ff 3 2 a 3 ft © ft -a ro y • ti -lattg'BÄgS ?GZ3-TLT-L Ob 3 00 CT /-) « ft T ff ft g* ft ß a». a 8 rs 3 «ff g. -rt - ro» G Ob ft &5- 3 ft.a~" ro ro- 3 ff ft ß ff- ro, EL 2* ro S 3 © ff ro. ro. «rt ti^O Tff5L " ■8'^ft gSSS'tis-'gSg’gie 8 k aa 2 o a ” ft 2. ff? 2 " K, 2=ät|äti8g38.ä»f«^ ff 3 D 3 3 a-, 0 Ob 2 ro P 8 D - ß ro - — 083 W S ff-?«Z ro,ÄG7S S ff-a LG2 S.CP Z,Z,ff 3 ® CD ft ß 2. ro ft CT ff ro. ro ro 3 g§? 3 Z Z-Z KJ®.® H®'S3 ff-.ff ^2.2 S 2 3 ft ft 3 - 3 ro CT! Art' A T® ro-rt ®.y3'T^LZ Wtg|8^ W3LtzH; ft aro 3 —rt 3 ft 3 ft @ ft ® a 3 __ kJ ft 3 ft ft . t cd ff ft — 3 ro A Äa-ft«^ ■r » _d no <3? ,a- Z^Z^ffZ3-- ro —CD D ro -ff D — ro ft ro ro« CT ro «—CD ro* 3 a " 3 °rt 3 CT O“ -ro - Ö-Z 2erpff 0 e-aft ff ° CT) CT CD öo Art ff 3 ff 3 2 ^2 3 3 C5» — r-T- ftj /D Z* CT» Ql -ro X r-v n ' D ß Ob r 5 ® n$ ro- öb ® p 9 ® » ft ro' 0 0» ft ff ff--ff ft CT) 3 >a 3 3 3 ff cd 3 g ct 5 3 LZ p 2 öb s*o ft ^rtoba 3 O*ä ro ff (Q ft ro- ßftftffftftCSSro —n ro ft p 2 ^ffTZ»2-3a3 3 §0 s m ^1-1^2 v ZT ß:O D ^3 - ZCT, 3 3 o 2o g 2 g ■ CT —• ff ff CD 'S 3 3 CTO -s» ■ff ff 3 ro ff-aro ft 3 ro —ff B°e3 E a2 3-s,- p I ff. * ff 3 ff C ro« O*C .. ft, X T ro ff ro » 3 yLsffti E»S«5 S 8" w Gi3 ft ro CT X — CT ro 3 3.CD 3 Sf rt ft ft p ft ft ö q-ff ro. @3 7? yT^ Z.Z L" i-‘o*o*c?~titi2,2,yro 3 ” «2 Z ß ® g5 2 ft’ ft ft - - « ö? p —r1 " L G® ft P H O* ro- O a CL ft ro ff, ro 2. — O* t= ft ff c». Ob « ff ft => 3 CD 3 3 2 3 ti9 o*" ag fftiff 2.^2 s»a§S£s§g®& ff 2a3as 5®®ft o p a tis ff 2. tiT 2. — :S.P §*" s:a2 »a®3 ff ro 3 ft Ol ft O .. ° ro -.-U'A^a-Z — ®< ft <2d3 2 § ft ’ 3 G> i «*> CT ! L ti® p 2, ti'9' : ft ft ft ° O Sg r S ro ff p: -. o- CT ft o- öb ft'aÖ-g 3 ft o - 3 O @ ft A pfer^ ^-3 ZH3-saff^§ ssZZW? g-ft f&f ® S »ro ft" ff3pffLS ftffö«ftT 00 ZT. ft a — ft 2. w CT gft-?i A2 ^CT ft y 3 q CT CD a —ro.3 —• <0 §.L'3L — ff a 2 Q ff ft" ff 2 D 3 3 —' ff L . *-r* O n o «2 a»®a~ K 2- 3 p ß ti 3 -CT. ft ff ro- 9 3 5 ft iaco g-ff3 ft.aT2.TL0 CT r-* W o @?»S= angel'®1 28§qS-5gS»°5 3 3 ” 3 -ff ä CT 3 CT Ob ~ E 3 3 ff 5 -er "ro, o er cd ffOi B.® 3 ? ft Ob Ort- 3 CT 2___ft _, ® 3 o ff3 ff1 SS-Sffs ft ,_ o ro ff- g3=? = 3.5 : p.a- ö?a -^a g tsT o aff-. £5ff ff •"cd • Gl p’ ^»a 3 er q- tS 2 «» 3 ft 3 ft 2 . 3 ti® f? 1 CTff. «y CT ft ff 3"^Z g-02 ft«« Z§ft§8^ff§3^ ^aGLZAa- -^23 2f,*-„... 3—CT«-roro—.rtP 3 CT ? CT 3 ft ‘ ro D CT ft CT® ft "ff 3 Ob 3 O ft 3 ff **• ro ce» e CD r’^ TnGtic 3 0 g e « o 0® — 2--ro ro 2 CT 2 tiS-ff 3 ff Gti-ti» era »ff To 3 0 er 5 -a 2 2 3 «-.roff-ro 3 8 p o § p_ro ti3 5; 3 8 3 y ®? 8 3 A 8 S 3 A 8 * = 5 3* 5’0 E3 ®?nB? ' ® e 3 7 Sh?» ibn. - ■ » laa=9?3 5|E|2=5 ctE.3 3cy.= “•ÄQS-3- ‘ §«»«»* ’»ssh ’t’ikl ”£x£e3 Ä 2 =c 5. Wä? ' q&§?8? g2ü§«0 •ft2S«8 °r^n£ u4f asM8 , ?»ak* ; shr?? ds=?.j : . 3=ö3;3 - S »ti®1 ! =3Z»3S. I n fi -a ~ ? %«=» = »er» er 3 / £> 2 « n o? t 7??S»?' ?*?s4 g = 5.5 |t5==5 22? 3 ? ? B 3 3 ® 3 q.ö r : §£=§»* ■JMa- :?*,e »12 n ? ! §??=? Minns MM ">"S-A°s S"s»2»«r ’?2»ä5=« föt&i ^ä?fe=s iS:häs»? ?a3päCg3 -L°ZZZ.LK ^2^2,3 <70 □> Ä2--Z", Sa •MSI ^seK?ffu b^sM§Ss ?o3«2?oa5 * 3 j# h ®2s2-"3 S 2e »:?0^ n:nigj Ämst »o’o'P’öa ^-ÜS ?*c/K O'3 ö* a« kLZ'-^sL-- ;sß§-L§r- “ässs^j wraM 8?tW -3? G' ä'« « f> 0 O p » rt X2?l<5» -S°^kMZ W&t rp^;|»5» ’iHMH WISMs !6sa§»ä.?» ,&S»-g>Sf S®5> ’n s isi?l -L Hhbl Montag, 15. GNober 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Ur. 259 Zweites Blatt als Gießener Gtadttheater. Ensemble-Gastspiel des Deutschen Künstlerttzcaters Berlin. Klein bekämpft das in der Reichshauptttadt (iroh gewordene und noch immer in hoher -vlute stehende Starsystem aus ästhetischen und sozialen Gründen — zugunsten des hochwertig^ Ensemble-Theaters. Eingeweihte werden sich^.vielleicht der Auseinandersetzungen erinnern, Die eS über diese prinzipiellen Fragen gegeben hat, — insbesondere etwa der Afsäce mit der CBcrgner; wir können hier nicht näher darauf emgehen. 2ah der Idee des Direktors Klein ein sehr gesunder Instinkt zugrunde liegt wird niemand bestreiten tonnen; jedenfalls war die Aufführung, die wir gestern sahen, durchaus geeignet, seine Theorie zu stützen. Es war — wenn Wir von Curt Götz und seinen Leuten und von Wassermanns in „Herrn Lamberthier" absehen — weitaus die beste, die wir seit Iahren hier und anderwärts in der Provinz erlebt haben. mit unseren wirtschastsfeindlichen Maßnahmen schuld'? Daß dieser 'Abfluß von Gold nach Frankreich zum Teil aus die Si ü n b i g u n g französischer Guthaben zurück,Zufuhren ist, wird nicht bestritten. Diese Rückforderung französischer Guthaben bildet aber nicht die Hauptsache des Abflusses, sie ist vielmehr in dem engen Zusammenhang zwischen Reparationszahlungen und interalliierter Verschuldung einerseits und den Störungen der gesamten Weltwirt- schäft andererseits zu suchen. Daß neuerdings von Frankreich neue Krcditofferten nach Deutschland gegangen sind, darf' hier zur Beruhigung gesagt werden. Möge die Regierung Brüning die Kraft sinden, das 'Äirtschaftsprogramm, das nur der erste Schritt zur Besserung sein kann, und das, wie gesagt, im Ausland einen guten Eindruck machte, durchzufüh ren, — die Leitung unserer Reichsbank bietet volle Gewähr für die Sicherung unserer Währung —, dann werden auch die Gelder von denen, die ihrem Vaterland in der Rotzeit die Mittel entziehen, wieder vertrauensvoll zurückkehren. Der Goldabfluß von 210 Millionen ist an sich kein Sturmzeichen. Man soll solche wirtschaftlichen Maßnahmen nicht parteipolitisch ausbeuten. den er trägt; er verwirklichte etwas vom Ideal der Meininger, dein fein Direktor wieder Geltung verschaffen will. Ein so feinfühlig abgestimmtes, unauffällig-selbstverständlich zusammengehendes und eingespieltes Ensemble haben wir nur von gewissen Aufführungen bei Reinhardt übertroffen gesehen. * Obwohl es nun aber ein Ensemble-Gastspiel war, war es doch durchaus auch ein Konstantin- Gastspiel insofern, als sie ganz unaufdringlich immer der Mittelpunkt des heiteren Orchesters war, um den alle drei Akte sich drehen: die charmanteste Salondame, die man sich denken kann; aber ohne dabei auf den stets etwas fatalen Fachstil ein« geschworen zu sein; viel wesentlicher: eine Schauspielerin aus Temperament und einer fast kindlichen Freude am Spiel mit allen Nuancen, — mit einer Hingabe also, die der fabelhaften Routine ihrer Dialogführung aufs glücklichste die Waage hält. * Die übrigen sechs muß man im Sinne dieses Ensembles durchaus in einem Atem, in einer Reihe, mit der gleichen Betonung nennen: Hanna Ralph, Lola Eh lud, Christel Grabe, Ernst Dumcke, Erhard Siedel und Victor de Kowa; sie machten Kollektivtheater ohne Piscatorstil, mit voller Entfaltung der Individualitäten; eine Besetzung von selten erlebter Gleichwertigkeit und Ebenmäßigkeit. * Leider war die erste Aufführung nur schwach besucht; der Wiederholung wäre ein volles Haus von Herzen zu wünschen. hth. Vochschulnachrichien. Dr.Richard Rewald, Privatdozent in Freiburg i.Cßr.. hat den an chn ergangenen Rus aus den Lehrstuhl der neueren deutschen Literatur an der Hniberfität Freiburg (Schweiz) als Rachfolger von Günther Müller angenommen und bereits seine Ernennung erhalten. Wenn wir dieses Gastspiel offiziell nicht Gastspiel von Leopoldine Konstantin^ bezeichnen, sondern, wie es im Programmheft steht, als Ensemble-Gastspiel des Deutschen Kun stlerthea- ters in Berlin, so geschieht das geflissentlich und im Sinne des Direktors Dr. Robert K l ein, der dieser Bühne vorsteht und auf die gewählte Benennung Wert legt. Tagung der deutschen Tonkünstler. Dresden, im Oktober. Die von Max v. Schillings eröffnete, weiterhin von dem Dorsihenden Arnold Ebel geleitete Tagung des „Reichsverbandes deutscher Ton- künstler und Musiklehcer", dessen Aufgabenkreis alle künstlerischen, pädagogischen, sozialen und kunstpolitischen Fragen des Musikerstandes umfaßt, hatte auch diesmal den fortschrittlichen, zielbewußten Geist früherer Deranstaltungen. Höhepunkte in der Serie der Dorträge waren die Ausführungen des Ministerialrats Professor Leo Ke st en berg über „die kulturellen Forderungen der Musikerziehung an Staat und Gesellschaft", die von der weitsichtigen Einstellung der preußischen Regierung zu den Problemen der Wusikpädagogik zeugten. Bedeutsam war auch das Referat Carl Holtschneiders (Dortmund) über die „Musikerkammer". Richt eine autonome Standes Vertretung, sondern nur eine vom Staat betreute Einrichtung kann, wie der Sprecher zutreffend betonte, die (von der Ton- hat, im Ausland mehr zur Beruhigung beigetragen hat, als bei uns, und es ist notwendig, in diesem Zusammenhang daraus hinzuweisen, daß die Länder, denen die deutschen Kapitalien zufließen, keineswegs darüber erfreut sind. So hat z. B. eine führende Schweizer Bank in ihrem Oktober- bericht von einer Beunruhigung des Schweizer Kapitalmarktes gesprochen und angeregt — weil sie offenbar die Aussichten der deutschen Wirtschaft günstig beurteilt —, daß die Schweizer schon jetzt deutsche Wertpapiere kaufen möchten, um bei später zu erwartenden Kursbesserungen die frei- werdenden Schweizer Papiere wieder aufnehmen zu können. Und nun die Frage des Goldabfluffes der Reichsbank. War der Abfluß ein anormaler und bedenklicher? Sind nicht früher auch fchon der- artige Abflüsse erfolgt? In den letzten drei Wochen sind 210 Millionen Mark Gold abgeflossen. In der Zeit vom April bis Mai 1929 sind aber nicht weniger als 515 Millionen Mark Gold aus der Reichsbank nach dem Ausland abgegeben worden. Hat sich damals die Linkspresse so aufgeregt wie jetzt und nach dem Sündenbock gefragt? Damals saß die Weimarer Koalition fest im Sattel. War damals eine Zeitung der Linken fo ehrlich, zu fagen, daran sind wir mit unserer hemmungslosen Erfüllungspolitik, Der neue Mrbach: Deutschland, M oder Leben Besprochen von Dr. Fr. König. Sie spielen ein Lustspiel in drei Akten des Engländers W. Somerset Maugham, alnd es ist von allen seinen Stücken, die wir kennen (einschließlich der berühmten und ziemlich überschätzten „Constance") das amüsanteste, wchade nur, daß der Titel schwach und einigermaßen an den Haaren herbeigezogen ist: es heißt „Was se r- scheu" und nennt also das Kind nicht beim richtigen 21 amen; die Wasserscheu ist mit »Gingst vor der Ehe" zu übersetzen, ilnb das entscheidende Ergebnis der drei Akte lautet: Maugham ist gegen die Ehe. Mit aller Entschiedenheit. Das Stück — obwohl es ein Lustspiel ist — beginnt mit einem Todesfall. Caroline Ashley und Robert Oldham sind seit zehn Iahren eng und herzlich miteinander befreundet. Sie lieben sich sogar und sie würden sich sofort heiraten, wenn... ja, wenn Caroline eben nicht zufällig bereits verheiratet wäre. Ztoar leben Ashleys getrennt, aber immerhin: Herr Ashley existiert. Der erste Akt eröffnet mit ber Rachricht von feinem Tode, und diese Rachricht wirkt tote ein Kanonenschuß, besser gesagt: wie ein Freudenböller. e Ieht ist also endlich „der Weg frei". Carolines Freundinnen kommen — gratulieren. Aber siehe. Caroline ist gar nicht so entzückt, wie doch zu erwarten war, und Robert muh sich geradezu einen Ruck geben, um ihr seinen Antrag zu machen. Caroline lehnt ab, und eigentlich konnte NUN alles beim alten bleiben. Aber da sind diese mitfühlenden Freundinnen, die den beiden keine Ruhe lassen und sie in ein Gluck stürzen wollen, das bestimmt kein Glück für sie wäre. Der schönste Beweis dafür ist eine fürchterliche Szene aus heiterem Himmel zwei Minuten nach der Verlobung, die Caroline und Robert trotzdem vollzogen" haben - weil sie keinen anderen Ausweg sahen. Es war ein sehr saurer Apfel. Eorolines Hausarzt verfällt auf die glückliche ßSung: sie könnte, um Robert nicht ,^u verlieren , vielleicht „einen dritten" heiraten. Caroline will das Rezept mit ihm selber ausprobieren: der Doktor soll den überraschten Freunden diese neue Der- lobung bekanntgeben, — aber der rettet M) Uri“)1“1- indem er den verstorbenen Ashley plötzlich wieder auferstehen läßt, und Caroline erfindet gelstesgegen- wärtig eine lange Geschichte, die mit der tröstlichen Einsicht endet, daß Herr Ashley Robert und Caroline bestimmt überleben werde. Und am Ende des dritten Aktes ist alles wieder so wie vor Beginn des ersten. (Und das ist gut so, sagt Maugham, und das einzig Richtige.) * Man kann den Gang der Handlung hier nur in oberflächlichen Umriffen andeuten, das Meiste und das Beste an diesem Stück laßt sich gar nicht erzählen: es steckt zwischen und hinter den Szenen, im Dialog, in Nebenbemerkungen — und darin, wie das alles gespielt wird. Natürlich wird man das Stuck nicht ernst nehmen, dazu ist es zu sehr Lustspiel und überschlägt sich m seiner Pointierung — um des Theaters willen. Aber es ist auch nicht nur Theater und Parkett- Wirkung und Bluff; dazu steckt zuviel Erfahrung, Nachdenklichkeit und zuviele kleine, entzückende aus dem Leben und dem Alltag (nicht nur m England) heraeholte Züge, die das Ganze nie frivol erscheinen (offen, die vielmehr den Zuschauer immer wieder leise lächeln machen. (Und was könnte man darüber hinaus von einem Lustspiel verlangen?) — ♦ Wenn es mit den Reyisseuren so geht wie mit den Frauen (von denen jene die besten sein sollen, über die man am wenigsten spricht) — dann war es eine vorzügliche Ausführung; Hans Brahm machte — unmerklich — dem großen Namen Ehre, fehlt unserem Volke, insbesondere auch seiner Oberschicht, jene Instinktsicherheit, die die Voraussetzung ist für die „Vision" einer Zukunft. Aus dieser „Unterbilanz des nationalen Selbstgefühls" erwächst „d i e Unterbilanz der nationalen Diszipli n", die uns immer wieder den Teil — sei es nun die Partei ober die Wirtschaftsgruppe — vor das Ganze fetzen läßt. Aber nicht nur die nationale Bindung ist bedenklich schwach, die sittlichen Bindungen der Vergangenheit drohen überhaupt verloren zu gehen. Aus allen Gebieten des Lebens setzt das Individuum sein persönliches Interesse und seine eigene Lust als Maßstab ein; es entzieht sich der Verantwortung für die Gemeinschaft von Volk, Staat und Vaterland und verfällt so der Hemmungslosigkeit. Und nun hat der Zusammenbruch beim Weltkriegsende auch noch die Tradition zerstört. Die (Erlebnis- grunblage der Jungen ist eine andere wie die der Alten; wir sind in „zwei Völker" aufgespalten, von denen das eine — das der wilhelminischen Epoche — den ideologischen Raum leer zurück- gelassen hat, von denen das andere — das der Jungen — eine neue Ideologie noch nicht gewonnen hat. Die alte Generation steht „ideenpolitifch mit leeren Händen" vor der Jugend; von der Jugend aber verfallen die einen jener zügellosen Hemmungslosigkeit, ringen die andern um ein neues festes Verhältnis zu Gott, Volk und Staat, zu Der- gangenheit und Gegenwart. Die Frage ist, ob aus unserer Jugend ein „neuer sittlicher Adel" geboren wird. Die Unterbilanz ist so eine furchtbare. Noch aber ist das Schicksal des Verfalls nicht unabwendbar. Wir stehen am Scheidewege; wir haben es noch in unserer Hand, zu bestimmen, wohin der W:g uns führen soll. Trotz der Weltkriegskatastrophe, trotz des innerpolitischen Zusammenbruchs, trotz der Fesseln von Versailles ist der Weg ins Freie nicht endgültig verbaut. Wir haben noch Möglichkeiten. Das gilt fürs Politische, gilt aber auch fürs Biologisch-Moralische. Noch sind wir das große Volk der europäischen Mitte; wir müssen uns in unserem außenpolitischen Raume zunächst einmal richtig orientieren; dann aber müssen wir diesen Raum in unseren Willen aufnehmen, müssen ihn zu einem „Stück unserer Weltanschauung" machen. künstlerschaft seit langem geforderte) Regelung herbeiführen. Umrahmt waren die Beratungen von Opern- und Konzertaufführungen. Fritz Busch setzte s^> — von langer Krankheit wieder genesen — nochmals für eine von ihm bereits 1919 in Stuttgart zur Tlraufführung gebrachte Lustspieloper des Schweizers Othmar Schoeck ein. Das Werk ist jetzt auf zwei Akte gekürzt worden, ohne damit den Beweis der Bühnenwirksamkeit erbringen zu können. Die Komödie Holbergs: einem adels- stolzen, verarmten spanischen Granden wird von dem pfiffigen Liebhaber der Tochter durch List die Zustimmung zur Hochzeit abgerungen, ist in ein musikalisches Gewand gekleidet, das den feinsinnigen, aber theaterfernen Lyriker zeigt. Richt viel günstiger erscheint die Situation in dem mit modernen Ausdrucksmilteln geschaf e.een Einakter „Vom Fischer un fyner Fru", in dem Schoeck, seiner tonpoetischen Anlage gemäß, manche Stimmung dcs altbekannten Grimmschen Märchens anziehend ausdeutet; aber auch hier fehlt die Bühnenvision. Aus einem Kammermusikkonzert hoben sich, nach dem „linken" Flügel tendierend, ein melodiöses Quintett Kurt Schuberts und die meisterlich gearbeiteten Beethoven-Variationen für zwei Klaviere von Georg Schumann heraus. Interesse und zugleich Wiierspruch weckte die vom Zwölftonsystem Hauers und Schönbergs hergeleitete, radikal vorstoßende „Kleine Suite des Darmstädters Hermann Heiß. Das Orch^ sterkonzert erhielt sein inneres Gewicht durch die vierte Sinfonie des Berliners Max Trapp, eine thematisch und formal fundierte Schöpfung, durch eine von Stefan Frankel brillant gespielte Suite für Violine und Orchester des begabten Karol Rathaus und ein teilweise von östlicher Volksmusik inspiriertes „Divertimento" von Kurt v. 33Dl- furt. Für dir hervorragende Qualität der instrumentalen Aufführungen bürgte das treffliche Orchester der Staatsoper unter Busch Für die Werke Schoecks setzte sich das Institut mit ausgezeichneten Stimmen und geschmackvoller Regie (Waldemar Staegemann) ein. Artur Holde. Als im Jahre 1912 Rohrbachs „Deutscher Gedanke in der Welt" erschien, da sah es so aus, als ob das deutsche Volk trotz der Mängel in seiner politischen Struktur auf dem Wege sei, sich in die Reihe der ersten Wcltvölker zu erheben. Wenn Rohrbach auch damals schon mit ernsten Worten auf die Passivseite in der Bilanz des deutschen Wesens hinwies, die Aktivseite schien doch so gewaltig, daß sie ihm das Vertrauen in unsere Eignung zum Weltvolk gab, wenn es uns gelänge, unsere positiven Qualitäten in den Dienst einer weltumspannenden deutschen Idee zu stellen. 18 Jahre sind seither verflossen; wieder erscheint ein Buch von Paul Rohrbach. Sein Titel heißt aber heute nicht mehr: „Vom deutschen Gedanken in der Welt", er heißt: „Deutschland, Tododcr Lebe n?" Verlag F. Bruckmann, München, Preis 3,80 Mark. — 317. — Die Frage ist nicht mehr, ob wir mit gesammelter Kraft die freie Höhe gewinnen, die schon vor unseren Augen zu liegen schien; die Frage ist vielmehr, ob wir uns als Volk erhalten und als Staat behaupten können. So gewaltig ist der Wandel. Aber das Verhängnisvollste ist nicht die Niederlage, ist nicht der Zusammenbruch der Wirtschaft und der Rüstung, das Verhängnisvollste ist vielmehr „die Hypothek des Todes die auf uns lastet, die Hypothek des physischen und des moralischen Todes. Die Passivseite ist ungleich größer, als sie es 1012 gewesen ist. Unser Volk ist biologisch gefährdet sowohl nach der quantitativen Seite des zahlenmäßigen Bestandes als nach der qualitativen der geistigseelischen Höhenlage unserer Menschen. Die moderne Großstadtzivilisation erzeugt einerseits jenen „ra- tionalistischen Subjektivismu s", der das Bewußtsein der Verantwortung für die Gemein- schäft ertötet, der andererseits die Menschen zur Beute jenes „E m o t i o n i s m u s" werden läßt, der sie in den Strudel der „Vermassung" hm- einzieht. Es droht Unserem Volke zum erstenmal in seiner Geschichte das Schicksal der Antike. Dem Un- heil kann nur durch den Einsatz unserer gesammelten geistigen Energie für die Erhaltung unserer Volkheit gesteuert werden. Aber wie sieht es da aus? Wk^ haben weder den „starken Instinkt der Engländer für das national Zweckmäßige" noch „bas nationale Temperament" der Franzosen. Es Hintergründe der Kapitalflucht. Von fachkundiger Seite geht uns folgende bemerkenswerte Zuschrift zu: Der Goldabfluß der Reichsbank und die Flucht deutschen Kapitals in das Ausland haben in der letzten Zeit in weiten Kreisen der Bevölkerung große Beunruhigung hervorgerufen. Radikale Kreise benutzen diese Tatsachen zu parteipolitischer Auswer tung. Sie sprechen von „riesigen Goldverlusten der Reichsbank, sie behaupten, daß der Wahlausfall an diesem Verlust schuld sei und putschen die Massen, die von den schwierigen und verwickelten Fragen des internationalen Geldoerkehrs keine Ahnung haben und auch nicht haben können, in einer ganz bestimmten parteipolitischen Richtung auf. Sie greifen diese Tatsachen, die zweifellos zu ernster Betrachtung anregen, als Einzelerscheinung heraus nehmen sich aber nicht die Mühe, dieser Erscheinung auf den Grund zu gehen und zu untersuchen, ob nicht schon früher, als sie noch einen maßgebenden Einfluß auf unser politisches und wirtschaftliches Leben hatten, ähnliche, ja noch tief- greifender«! Veränderungen auf dem Gebiet der Kapitalflucht und der Goldausfuhr zu verzeichnen waren. Jetzt gilt es diesen Kreisen nur, einen Sün- denbock ausfindig zu machen, um eigene, zeitlich zurückliegende Fehler zu verdecken und vergessen zu machen. Seit wann ist denn in Deutschland eine Kapitalflucht zu verzeichnen? Befragt doch einmal die Banken! Die Kapitalflucht trat nicht erst ein mit dem unerwarteten Sieg der Nationalsozialisten. Sie trat schon vor I a h r en ein, sie nahm immer mehr zu, weil weite Kreise des Volkes in zunehmendem Maße das Vertrauen in die herrschenden Re- gierungsmcthoden verloren. Die Zunahme der Sozialisierung; die schweren Fehler in der Finanzgebarung der öffentlichen Hand; die finkende Moral innerhalb der Verwaltungen; das Eindringen un- sachkundiger Elemente in führende Stellungen auf Grund des Parteibuches; die Finanzfkandale, die sich an die Namen Kutifker, Sklarek usw. heften und sich an Stellen breitmachen, konnten. Die früher von moralisch unantastbaren, fachkundigen Mannern verwaltet wurden; die Politisierung und Radikalisierung unserer Jugend, das sind in großen Zügen die Ursachen, die zur Kapitalflucht Veranlas- sung gaben. Viele hatten die Hoffnung aufgegeben, daß' unser Volk nochmals die Kraft finden werde, aus diesem Sumpf herauszufinden. Der Ausfall der Wahlen vom 14. September war die Quittung für diefe Politik der letzten Jahre, für die unser Volk in seiner großen Mehrheit kein Verständnis hat. Nicht der Wahlausgang war also die Ursache der Kapitalflucht. Wenn in der Zeit nach dem 14. September Kapitalflucht und Goldausfuhr einen neuen 21 n ft o & erhielten, so ist dies überwiegend darauf zurückzuführen, daß eine gewiße Presse dem Ausland klarzumachen versuchte, daß eine neue Revolution in Deutschland bevorstehe, daß die republikanische Staatsoerfassung in Gefahr fei und dergleichen mehr. Daß derartige Preffeäußerungen, namentlich in Frankreich, einen starken Widerhall finden würden, war vorauszusehen, denn Frankreich hat mehr als irgeildein anderes Land ein Interesse an der inneren Schwächung Deutschlands. Man konnte auch feststellen, daß z. B. in England, Italien und Amerika dem Ausfall der Wahlen in Deutschland viel mehr Verständnis entgegengebracht wurde, und daß in diesen Ländern das Vertrauen in Deutschlands Kraft und seinen Willen zur Gesundung gestärkt wurde. . Wenn es der^Regierung Brüning, was jeder Vernünftige hoffen muß, gelingt, durch die neuen Fi- nanzgefetze eine gewisse Ordnung in unserer innerwirtschaftlichen Lage anzubahnen, dann wird auch das Vertrauen des eigenen Landes wiederkehren. Es ist bezeichnend für unsere verfahrene Lage, daß die Veröffentlichung des Wirtschaftsprogramms der deutschen Regierung7 das vielleicht gerade durch den Wahlausfall einen letzten starken Impuls bekommen Voraussetzung bafür aber, daß wir diesen unseren Schicksalsraum in eine uns gemäße Gestalt zu bringen vermögen, ist, daß wir unseren e>taat nt Ordnung zu bringen vermögen. Es gilt ben beul- chen Staat wieder zu einem souveränen Machtgebilde mit starker Regierungsgcwalt zu sonnen; es gilt, diesen deutschen Staat zum deutschen Gesamtstaat möglichst aller Deutschen zu weiten. Der Rundgang durch die Staatenwelt, mit der wir schicksalhaft verflochten sind, zeigt, daß es Wege gibt, die uns einmal ins Freie führen können, wenn wir zu dem nötigen Einsatz fähig find. Vor allem aber fordert Rohrbach eine intensive deutsche Kulturpolitik sowohl in Richtung auf die fremden Völker, insbesondere unseres mitteleuropäischen Bereichs, als auch auf untere außendeutschen Volksgenossen, di.' gleich uns Reichsdeutschen zum gesamtdeutschen Dolkskörper gehören. Es gilt b i e inner e V o l k- roerbung Der Deutschen! Ader die Möglichkeiten der Zukunft werden nur ausgeschöpft werden können, wenn unser Volk seine Lebenskrise über- windet. „Die seelische Energie des deutschen Gesamtvolks" muß „den nationalen Erneuern n g s w i 11 e n", muß „neue s i 111 i d) • r e 11 • gjöse Bindung und freudige Schöpfer- traf t“ aus sich heraustreiben. Es bedarf einer kühnen moralischen Offensive der „Nurdeutschen , jenes „neuen Adels", der seinem Volke das Vorbild des „edlen Bewußtseins der 2krantroort- lichkeit" gibt. Nur so kann cs zur Erneuerung der Familie und dadurch zur Rettung des Volks vor dem Tode kommen, nur so kann der Weg zu den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Reformen gesunden werden, die die Voraussetzung für wirk- liche Gesundung sind. — , m c L Aus der Not der Zeit geboren ist Rohrbachs Buch ein Weckruf zur Selbstbesinnung, zur Personalverantwortung, zur nationalen Entschlußkraft. Diele sind unter uns, die aus d.-r Krise der Zeit heraus nach neuem über- persönlichem Inhalt suchen. Es ist, als ob bas Zeitalter bes Inbividualismus, bas mit der Renaissance anhebt und sich im Subjektivismus unserer Tage überschlägt, zu Ende geht, als ob aus ben Wehen der Zeit heraus ein Zeitalter neuer Der» bundenheit im Glauben, im Geiste und im Willen entsteh.', bas den Menschen aus seiner Vereinzelung heraussühre und ihn das Glück organischer 23er* bundenheit in Volk und Staat neu erleben lasse. Vielleicht ist cs unsere deutsche Ausgabe, die neuen Werte aufzurichten und dadurch die Maßstäbe für neue Ordnung im Abendlande zu schaffen. Dazu aber bedarf es der Erweckung einer neuen Seelenhaftigkeit, einer neuen Weift i g t e i t in unserem Volke. Rohrbachs B u ch ist ein mit heißem Herzen und aus weitem Horizont geschriebener Beitrag zu diesem Werk; er will umpflügen, auf daß der Same aufgehen könne, auf baß ber neue Abel ber Deutschen wachse. Wir wünschen seinem Buch recht viele Leser, wir wünschen cs insbesondre in die Hand unserer reifen Jugend. Daten für Montag. 13. Oktober. Sonnenausgang: 6.19 Uhr. Sonnenuntergang: 17.13 Ahr. — Mondaufgang: 19.53 Ufjr, Monduntergang: 13.14 ilfjr. f 1821: der Mediziner und Politiker Rudolf Birchow in Schivelbein geboren. — 1924: ber französische Schriftsteller Anatole France auf seiner Besitzung bei Tares gestorben. Daten für Dienstag, 14 Oktober. Sonnenaufgang 6.20 Uhr, Sonnenuntergang 17.11 Uhr. — Mondaufgang 21.01 Uhr, Mond- untergang 14.12 Uhr. _ 1644: der Quäker William Penn, Gründer von Pennsylvanien, in London geboren. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Volksbildungstag in Gießen. Zusammenschluß der ÄolksbildungSvereine im Main-Lahn-Weser-Sebiet. Auf Einladung der Gesellschaft für Volksbildung in Berlin und des Goethe-Bundes in Giehen fand gestern im Trotzen Hörsaal des AniversitätsgebäudeS eine B o l k s b i l d u n g s- tagung für das Main-Lahn-Wes er- gebiet statt, die von Bereinsvcrtretern und von Freunden der Dolksbildungsarbeit sehr stark besucht war. 3m Anschluh an die Einführungsworte von Dr. Henning (Gietzen/Derlin) brachte Se. Magnifizenz der Rektor der Landes-Universität Prof. Dr. Eger das Interesse der Universität und deren Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an den Bolksbildungsbestrebungen $um Ausdruck. Namens des Goethebundes widmete Dr. Alfred Dock der Tagung und ihren Zielen herzliche Worte. Für die Stadt Gietzen sprach Beigeordneter Dr. Hamm, der den Kampf gegen die geistige Berelendung unseres Volkes als ebenso notwendig bezeichnete wie den Kampf gegen den wirtschaftlichen Niedergang, und den Dolksbil- dungsbestrebungen das volle Verständnis der Stadtverwaltung zusagte. Schulrat H a s s i n g e r (Darmstadt) begrützte in seiner Eigenschaft als Referent für das Volksbildungswesen im hessischen Kultusministerium die Tagung und würdigte mit Worten warmer Anerkennung die verdienstvolle Volksbildungsarbeit des Geschäftsführers der Gesellschaft für Volksbildung, Dr. Tews (Berlin). Rektor K a u f m a n n (Gietzen) sprach als 2. Vorsitzender des Hessischen Landes- Lehrervereins und zugleich im Namen des Gießener Lehrervereins, sowie des Stadtschulamtes der Tagungsarbeit beste Wünsche aus, feierte die segensreiche Arbeit von Dr. Tews und wies auf die enge Verbundenheit der Lehrerschaft mit allen Volksbildungsbestrebungen hin. Nach kurzen Dankesworten von Dr. Henning hielt der Geschäftsführer der Gesellschaft für Volksbildung Dr. Tews, Berlin, einen fesselnden Vortrag über Gegenwartsfragen der freien Volksbildungsarbeit. Der Vortragende behandelte in seinen Darlegungen zunächst den Begriff der Erwachsenenbildung und bezeichnete als Schwerpunkt der Dolksbildungsarbeit die Pflege dessen, was allen gemeinsam ist, was alle verbindet. Die verschiedenen Kräfte mühten sich zusammenfinden in der Pflege des Eigenlebens und des Zusammenlebens. Die Aufgabe der Erwachsenenbildung müsse aber richtig gestellt sein. Die Ausbreitung des Wissens dürfe bei der Erwachsenenbildung nicht vergessen werden. Der Redner sprach dann von den Zielen der freien Dolksbildungsarbeit und betonte dabei, bei allem Arbeitseifer dürfe man sich keinen übertriebenen Erwartungen hinsicht- kich des Erfolges hingeben. Der einzige Zweck der freien Volksbildungsarbeit sei, den Menschen als Mensch weiter^uführen, seinen geistigen Besitz zu mehren und ihn zu entwickeln zu einer höheren Gemeinschaft. Die Möglichkeiten dazu seien heute größer geworden, an Bildungsmitteln fehle es nicht, sie mützten nut in richtiger Weise angewandt und ausgenutzt werden. Die freie Volksbildung dürfe nicht nach dem Parteibuch und nach dem Bekenntnis abgestempelt sein. Wer für das Dolksganze arbeite, müsse hinaustreten in bas Volksganze. Nur so könne er fördernd für das große Ziel der freien Dolks«- bildungsarbeit wirken: für gemeinsamen geistigen Besitz, gemeinsames Denken, gemeinsames Wissen, gemeinsames künstlerisches Erleben und darauf aufbauend gemeinsames Volkserziehen. S o sei die freie Volksbildungsarbeit zu betreiben. Der Redner gab seinen Hörern weiter beachtenswerte Winke über das Vortragswesen, über das Buch in der freien Volksbildungsarbeit und über das Büchereiwesen, Aum Schluß forderte er zu reger Mitarbeit an den großen Aufgabe der freien Volksbildung auf. Den zweiten Vortrag hielt Dr. Henning, Leiter der Abteilung für Vortragswesen in der Gesellschaft für Volksbildung, über Volksbildungsarbeit im örtlichen Vortragsoerein und im vezirksoerband. Der Redner gab für die praktische Volksbil- dungsarbeit wertvolle Fingerzeige. Vor allem empfahl er weitgehendsten Zusammenschluß und engste Fühlungnahme aller am freien Volksbildungswesen beteiligten Personen und Vereine, um Planmäßigkeit und Geschlossenheit in das Vortragswesen hineinzubringen. Notwendig sei die Schaffung eines möglichst dichten Netzes von Vortragsstellen und die Heranziehung aller geistigen und führenden Persönlichkeiten sowohl in den Städten, wie auf dem Lande. Die Darbietungen seien möglichst vielseitig zu gestalten, nicht nur der Geist sei zu bilden, sondern auch an das Gemüt der Besucher müsse herangekommen werden. Sehr zu empfehlen sei der Zusammenschluß von örtlichen Vereinen zu Vortrags-Zweckge- meinschaften und die Schaffung solcher Gemeinschaften über den einzelnen Ort hinaus in der Form eines Vortragsverbandes. Zu diesem Zweck regte der Vortragende am Schlüsse seiner Darlegungen die Gründung eines iln- terverbandes Main-Lahn-Weser im Rahmen der Gesellschaft für Volksvildung an. An die Vorträge schloß sich eine von zahlreichen Rednern bestrittene freie Aussprache an, in der allseits der ernste Wille zu tatkräftiger freier Volksbildungsarbeit zum Ausdruck gebracht und die Zweckmäßigkeit eines organisatorischen Zusammenschlusses der Volksbildungsvereine zwischen Main und Weser anerkannt wurde. Das Ergebnis der Aussprache war die Gründung eines Unleroerbandes Main- Lahn-Wefer in der Gesellschaft für Volksbildung. Der Vorstand des Unterverbandes wurde wie folgt zusammengesetzt: Studienrat Dr. K alisch« k (Wiesbaden) als Vorsitzender, Prof. Dr. Schäfer (Friedberg), Dr. Henning (Gietzen- Derlin), Bezirksschulpfleger Möller (Frankfurt am Main), Dr. Dönges (Dillenburg), Schulrat H a s s n g e r (Darmstadt), Reallehrer G u y o t (Darmstadt), Rektor Kaufmann (Gietzen), Haas (Worms), Bickel (Nassau), ferner ein noch zu benennender Vertreter des kurhessischen Lehrerverbandes. Auftakt im Goethebund. Gestern nachmittag fanden sich die Mitglieder des Goethebundes und die Vertreter des Volksbildungswesens im Main-Lahn-Wesergeb'.et in der Neuen Aula der Universität ein. Der Goethebund eröffnete mit einem Lichtbildervortrag seine diesjährigenWinterveranstaltungen. Dr. Iohannes Tews hielt eine kurze Ansprache und betonte u. a., dah es nicht die Aufgabe des Bundes sein könne, lediglich trockenes Wissen zu vermitteln, sondern wesentlich sei, das Wissenswerte mit dem Schönen zu verbinden und damit den Mitgliedern Stunden zu bereiten, die ihren Glanz auch über den Alltag hin zu verbreiten vermöchten. Im Anschlutz daran hielt Prof. Bastian Schmid, München, einen Vortrag über „5> i e Sprache der Tiere". Er schilderte zunächst in grundsätzlicher Form das Verhältnis des Men- WlliWei-eiMmii Vornan von Hans Friedrich. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 3 Fortsetzung. Nachdruck verboten „Da du den Beginn der Geschichte weiht, mutz ich wohl auch die Fortsetzung erzählen. Gutenberg hat meinen Vorschlag angenommen. Er ist mit mir im Wagen bis hierher gefahren. Wo er wohnt, Weitz ich nicht. Ich habe ihm verschiedene Quartiere empfohlen. Von hier aus will er sich ins Leben stürzen." „Unb seine junge Frau?" fragte Ilse interessiert. „Ist daheim geblieben. Sie will sich für die Dauer seiner Reise gam im Hintergrund halten, um ihm das Gefühl der Isolierung und des Losgelöstseins zu geben." Franz Strobl hatte sein Glas mit einem hastigen Zug geleert und sah nun mit glänzenden, merkwürdig fiebrigen Augen zu Dr. Berger herüber. In seinem Blick war eine stumme Frage verschlungen. Frau Ilse hielt die Sache für interessant genug, um sie dem Geiger mit einigen erklärenden Worten mitzuteilen. „Das ist nämlich eine nicht alltägliche Künstlergeschichte: Der Schriftsteller verläßt seine junge Frau für unbestimmte Zeit, um Stoff für einen Roman zu sammeln. Wissen Sie: Einen, der niedergeschrieben so lebensnah wirkt, daß der Leser überwältigt wird, daß er sich mit eingesponnen wähnt in den Kreislauf des Geschehens!" „Das kann was Großes werden!" rief Strobl ohne innere Teilnahme, obgleich ihn diese Sache sichtlich aus eine merkwürdige und geheime Art erregte. Frau Ilse nahm seinen Ausruf für Begeiste- „<§ic sind auch Künstler. Sie können sich in die Lage des Dichters versetzt fühlen." Strobl blieb die Antwort schuldig. Sie war vielleicht auch nicht erwartet worden. Die Pflicht rief. Nach einem flüchtigen Blick auf die Uhr an seinem Handgelenk sprang der Geiger mit einer Entschuldigung auf. „Die großen Pausen sind beim Publikum nicht sehr beliebt", lächelte er, sich zu den paar Worten zwingend, Unb etwas vorgeneigt: „Haben Sie einen besonderen Wunsch, gnädige Frau?" . v Sie überlegte kurz, nickte dann. „Den ungarischen Tanz, den Sie so hinreißend zu spielen verstehen. Er verbeugte sich, eilte dann durch die Stühle und Tischreihen hindurch zum Podium. Frau Ilse sah ihm mit einem verlorenen Blick nach. „Heinz Gutenbergs Opfermut imponiert ihm...“ sagte sie leise, mehr für sich als zu ihrem Gatten. Der streichelte zärtlich ihre Hand, meinte nachdenklich, ohne Vorwurf: „Das Abkommen mit Gutenberg ist eigentlich nicht für fremde Ohren bestimmt." Sie überhörte den Einwurf, war im Geiste schon wieder bei der tapferen, kleinen Frau des Dichters. „Die Not des Schrifttums..." sagte sie mitleidig, noch ehe vorn das Spiel begann. i „Es ist zwiefache Not —" warf Dr. Berger ein — „materielle und geistige." Ilse hob den Kopf. „Versprichst du dir etwas davon?" Der Doktor sah nachdenklich in sein Glas. „Gewiß, sonst hätte ich ihm abgeraten." Ilses Augen waren weit und wissend, als sie sich jetzt auf ihren Mann hefteten. „Aber du bist trotz allem nicht sehr zuversichtlich ..." behauptete sie. Er wich ihrem Blick aus. Während Strobls Geige verhalten das einleitende Moderato sang, offenbarte er sich: „Ich bereue den Pakt! Hoffentlich endet alles gut. Ich möchte den Lesern der „Abendpost" nicht einen Roman vorsehen, der beni Autor sein Lebensglück gekostet hat." Ilse erschrak. Sie verstand: Das Experiment konnte für Gutenberg und für seine junge Frau ein unglückliches Ende finden, wenn während der Trennungszeit Ereignisse eintraten, die autzerhalb jeder Berechnung lagen. Ein erlebter Roman kann zuweilen von sehr nachteiliger Wirkung für seinen Schöpfer sein. Der ungarische Tanz schlug eine Dresche in olle Nachdenklichkeit. In einem tollen Funkenflug versprühte das Vivace. Strobl holte die Sfor- zandi und Staccati mit gewohnter Meisterschaft heraus, jagte die Achtel, peitschte die Sechzehntel, schuf Kontraste Awischen dem feurigen Rhythmus des ersten und dem „un poco largo“ des zweiten Teils, uni dann über das „piu vivo" zum „da capo“ überzuleiten. Ilse schwieg, lieh die Mufik der ungarischen Nationalweise wie eine ungestüme Brandung über sich hinstürzen. Es war etwas Erregendes, Ausreizendes in dieser Melodie. Als der Schlutzakkord verklungen war, fühlte Dr. Berger den Blick seiner Frau auf sich. Ihr Mund schwieg, aber ihre Augen sprachen: «Es wird alles gut werden!" And das war auch ihr Glaube. Franz Strobl spielte an diesem Abend mit völliger Hingabe. Sein Instrument hauchte sich die klingende Seele aus dem braun geflammten Leiv, sang und lachte wie ein übermütiges schen zum Tiere, betonte dabei aber, daß es dem Menschen nie möglich sei, das Tier jemals völlig zu verstehen. Auf Grund seiner Erfahrungen an zahlreichen eigenen Tieren führte der Redner aus, daß das Tier ein instinktiv und teilweise denkend handelnder Genosse des Mensch?n sei, Wohl imstande, auch auf seelische Eindrücke vom Menschen her mehr oder weniger stark zu reagieren. Der Redner lehnte die einem materialistischen Denken entsprungene Anschauung, dos Tier sei eine Maschine, völlig ab, bewies vielmehr, daß viele Tiere nicht nur instinktiv und denkend zu handeln vermögen, sondern auch starke Individualität aufweisen und seelische Kräfte entwickeln können, die allerdings wesentlich verschieden von denen der Menschen sind. Das Tier verfüge außerdem über Lehrfähigkeit, Gedächtnis usw. Der Redner unterstützte diesen Teil seines Vortrages mit einer Reihe von Lichtbildern, die in drastischer Form dos Gesagte unter Beweis stellten. Im zweiten Teil seines Vortrages beschäftigte er sich eingehend mit der Sprache der Tiere und hob hervor, dah sich Tiere unter sich wohl zu verständigen vermöchten. Zum Teil geschehe das durch eine Art Gebärdensprache, (Ameisen, Dienen), anderseits aber auch durch Laute. Weit überschätzt werde jedoch das Vermögen der Tiere, die menschliche Sprache zu verstehen. Man nehme das besonders zu Anrecht von Hunden an. An Hand von photographisch wiedergegebenen Tierlauten (Oszillogrammen) gab Prof. Schmid auch hier eine Reihe entsprechender Aufklärungen. Die Zuhörer, die den interessanten Ausführungen mit gespannter Aufmerksamkeit folgten, dankten dem Redner mit herzlichem Beifall. Aus der provinzialhauptstadi. Gießen, den 13. Oktober 1930. Oie Fehler der Frau. Warum fühlt der Mann sich angeblich nicht behaglich zu Hause? Weil die Frau ihn entweder gar nicht, oder zu gut versteht. Weil sie für ihn überhaupt nicht sorgt, oder ihn zu Tode bemuttert. Weil sie sich um das Essen nicht kümmert, oder nichts anderes im Kopf hat, als Küche und Kochen. Weil sie zu kalt und zurückhaltend ist, oder weil das Feuer ihrer Liebe zu hell brennt. Weil sie das Geld mit vollen Händen ausgibt, oder weil sie, um zu sparen, rechnet und ein- teilt. Weil sie zu oft und zu gern ausgeht, oder weil sie es vorzieht, immer zu Hause zu bleiben. Weil sie sich nicht darum kümmert, ob er seine Rasierklingen am Handtuch abwischt, oder weil sie ihn täglich ermahnt, es nicht zu tun. * Weil sie sich Putzt und sicb gern gut anzieht, oder weil sie einen Schönyeitssalon nur dem Namen nach kennt. * Weil sie zu ernst und zu nachdenklich ist, oder zu viel lacht. Weil sie die Zeitung zuerst lesen will, oder weil sie sich um alles, was in der Welt vorgeht, gar nicht kümmert. * • Weil sie immer, sorgend und teilnahmsvoll, zu viel nach seinen Geschästen fragt, oder weil sie zu wenig Sinn für diese Dinge hat. Weil sie ihn nicht allein läßt, oder b^i ganzen Tag um ihn herum ist. Mädchen oder schluchzte und klagte wie ein weinendes Kind. Das Publikum war dankbar und spendete lebhaften Beifall. Der Virtuose sah die lachenden, plaudernden Menschen wie durch einen Schleier. Die Am- welt existierte heute nicht für ihn. Wenn er sein Bestes und Letztes im Spiel gab, so war dies nur ein quellender Aeberflutz aus seinem In- ftrutnent heraus. Immer wieder mußte er an Heinz Gutenberg und seine junge, da heimgebliebene Frau denken. And da war auch wieder die Erinnerung auf- geloht wie ein Fanal. Vor mehr als zwei Iahren mutzte er, das verbummelte Genie, dem Streber und Schaffenden weichen. — Trude, die begabte Pianistin, die gleich ihm am Leipziger Konservatorium studierte, hatte dem Schriftsteller Gutenberg die Hand fürs Leben gereicht. Seit jener Zeit war die Wunde nicht verheilt. And an jedem Abend spielte er im Rahmen seiner Kaffeehaus- oder Hotelkonzerte auch mindestens eins der Stücke, die er damals mit der Sku- diengenossin geübt hatte. Heute hatte Dr. Berger die schmerzlich glückhafte Erinnerung an die braunlockige Gertrud wieder geweckt, ohne es zu wissen. Trude allein! Ob sie noch so schön war wie damals? Ob sie das Haar noch so wie ein Page trug? Ob ihre Augen noch so lieb und auch so stolz blicken konnten? Auf so viele Fragen war die Antwort fällig. Dor allem: War sie glücklich in ihrer Ehe mit Heinz Gutenberg? Ihm zuliebe hatte sie damals die Studien vorzeitig abgebrochen. Vielleicht bereute sie es im Laufe der Iahre, die sie an den Schriftsteller verlor? Gärende Anruhe siedete in des Geigers Dlut, trübte ihm das Auge, schärfte sein Ohr. And in fünf Tagen ging sein Engagement hier zu Ende! Eigentlich wollte er anschließend zwei oder drei Wochen pausieren. Aber nun--Diese Erwägungen traten nun plötzlich in den Vordergrund und bekamen im Zusammenhang mit der Tatsache, dah Trude allein war, erhöhte Dedeu- tung. 4. „Wenn das so weitergeht, brauche ich keinen Pfennig Fahrgeld!" dachte Heinz Gutenberg, als er in Sölden vom Soziussitz stieg. Erdmute Hansen hatte ihn von Garmisch mitgenommen. Es war eine herrliche Fahrt über Mittenwald, Innsbruck, dann im Inntal auf der Chaussee neben der Arlbergbahn aufwärts bis zur Oetz, die nun neben ihnen rauschte und toste. Auf der schmalen Stratze über holprige Drücken, manchmal durch Felstunnel, führte die Malerin ihr Rad mit der Sicherheit einer geübten Sportlerin. Die Ma- Weil sie gern einen Hund haben möchte, oder keine Tierliebe hat. * Weil sie nicht verstehen kann, daß er durch Vereine zu viel Verpflichtungen hat, abends auszugehen, oder weil sie das allzu leicht einsieht und kein Wort . dazu sagt. * Weil sie manchmal weinen kann, oder weil sie so unweiblich ist, nie Tränen zu finden. Weil sie sich mit keiner Nachbarin vertragen kann, oder sich mit jedermann gleich anfreunden' muß. Du wirst, liebe Schwester, diese kleine Aufzählung noch reichlich ergänzen können und wirst die ewige Wahrheit des Wortes erkennen: Wie man's macht, ist's falsch! M. A. Oer Buchdrucker-Beruf. Die alte schöne Kunst Gutenbergs, die sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem hochangesehenen Gewerbe entwickeln konnte, erfreute sich wegen ihrer vielseitigen Entwicklungsmöglichkeit schon immer besonderen Zuspruchs der Jungen, die bei ihrer Schulentlassung vor der Wahl eines Berufes standen. Und mit Recht: denn das Buchdruckgewerbe bietet nicht nur begabten Volks- und Realschülern eine auskömmliche Lebensexistenz, sondern es ist bei Ausübung des Berufes auch reichliche.Gelegenheit geboten, umfassendes Wissen auf fast allen Gebieten zu erreichen. In den letzten Jahrzehnten hat das Buchdruckgewerbe einen ungeahnten Aufschwung, auch nach der kunstgewerblichen Seite, genommen. Im Buchdruckgewerbe besteht schon seit vielen Jahren ein Reichslohntarif, der auf alle Berufs- i angehörige Anwendung findet und die Arbeitsbedingungen in sachlich einwandfreier Weise regelt. Eine vierjährige Ausbildung der Lehrlinge ist bei der Menge des zu bewältigenden Lehrstoffes und der technischen Handfertigkeit, die bis zu einem bestimmten Durchschnittsmah erreicht werden muß, unbedingt erforderlich. Den Abschluß dieser Lehrzeit bildet die gesetzlich vorgeschriebene Gehilfenprüfung, von deren Erfolg die Zulassung zur Meisterprüfung vom 24. Lebensjahr an abhängig ist. Die Tätigkeit des Buchdruckers ist reich an Anregung und gibt Veranlassung zur freudigen Anteilnahme an der Arbeit selbst. Verstand und Geist, Seele und Gemüt kommen gleicherweise zu ihrem Rechte, denn selbst- schöpferisch können unter der Hand des Gehilfen Gebilde entstehen, die in Form und Farbe den ewigen Gesetzen der Schönheit und des guten Geschmacks entsprechen. Mit der Ausbildung in der Werkstatt geht die auf die Bedürfnisse des Gewerbes gerichtete Berufsschule Hand in Hand. Hier findet die Erziehung zum ßebeft ihre Ergänzung durch praktischen und theoretischen Unterricht, der alle Gebiete des gewerblichen Wissens umfaßt. Mögen diese Zeilen dazu dienen, Eltern und Vormünder zu dem Entschluß zu bringen, die ihnen an« vertrauten Zöglinge, die Ostern 1931 die Schule verlassen, gesund und begabt sind, einem Gewerbe zuzuführen, das auf eine jahrhundertalte Tradition mit Stolz blicken darf, aus dem angesehene Männer des öffentlichen Lebens hervorgegangen sind und dessen Ziele und Absichten am schönsten in den alt« ehrwürdigen Worten zum Ausdruck kommen: „Gott grüß die Kunst!" Anmeldungen können erfolgen bei der Bezirksgeschäftsstelle des Deutschen Buchdrucker-Vereins E. D., Bezirk Gießen, Gnauthstraße 24. Außenlandung eines Verkehrsflugzeugs. Am Samstag muhte die Iunkers-Grotz- Verkehrs-Flugmaschine b 24 der Strecke Frankfurt—Köln wegen schlechten Wetters eine Außenlandung bei Ufingen vornehmen. Die Landung verlief glatt. Die vier Passagiere! der Flugmaschine wurden mittels Kraftwagens nach der nächsten Bahnstation Ufingen gebracht und fetzten von dort aus ihre Reise mit der Bahn fort. Infolge schlechten Geländes ist es schine zog tadellos durch und überwand alle Steigungen mit Leichtigkeit. Nur einmal hätte Erdmute beinahe die Geduld verloren. In Innsbruck war ein Dowdenzug gerissen und in einer Reparaturwerkstatt ein neuer ein- gezogen worden. Natürlich zu lang, wie sich nach halbstündiger Fahrt zeigte. Bei der ersten geringfügigen Steigung öffnete sich die Drosselklappe am Vergaser nicht weit genug, und der Motor schaffte es nicht. Man stieg ab. „Was nun? Hier bekommen wir weit und breit keinen Fachmann. And wieder zurück? Schade um die schöne Zeit!" sprach Erdmute mit sich selbst. Sie rückte am Gashebel, beobachtete gleichzeitig die Wirkung auf den Vergaser. Dann schimpfte sie: „Das ist eine Schlamperei! Wenn ich wieder nach Innsbruck komme, werde ich den Leuten gehörig Descheid sagen!" Nun griff ihr Begleiter ein. Gutenberg hatte schon mehrfach Fahrten mit einem Freunde gemacht und kannte die Wirkungsweise der Maschine. „Ich will versuchen, dem Schaden abzuhelfen", sagte er ohne Aufregung und schraubte am Vergaser. Im Werkzeugkasten fand sich glücklicherweise ein Stückchen Bindedraht. Den wickelte er kunstgerecht au einem Knebel zwischen Drosselklappe und Kabelende. Dadurch wurde die Gas- offnung zum Motor vergrößert, und das Hebel war behoben. Die Sportlerin lachte befreit. „Bravo, Herr Gutenberg, Sie haben sich verdient gemacht!" ' Er wehrte bescheiden ab. „Das war so einfach, dah es nicht der Rede wert ist." Da lachte Erdmute noch mehr. „Am so schlimmer für mich, dah ich mir nicht zu helfen wuhte!" And bekennend: „3a, das haben wir Frauen mit den Herrenfahrern gemeinsam. Wir können wohl steuern, aber bei Störungen an der Maschine sind wir hilflos wie ein Baby." Dann weiter! Wenn Gutenberg die Landschaft nicht bewunderte, hing sein Blick am Nacken Erdmutes. Unter der roten Baskenmütze quoll das goldockerfarbene Haar wie eine seidenweiche Mähne hervor, bauschte sich an den Ohren zu fünftem Schwung. Der Haaransatz erinnerte Heinz an Trude. Ihr fuhr er so gern mit der Hand über das im Nacken ganz kurz geschnittene Haar und hatte dabei stets das angenehme Gefühl, ein seidiges Fellchen zu streicheln. Er muhte ein Lächeln unterdrücken. Solche Zärtlichkeiten durfte er sich Trude gegenüber erlauben, aber nicht bei Erdmute... Verrückte Idee! Wie er nur darauf kommen konnte! (Fortsetzung folgt) ' »btt gjL-'fpont kr "«'i r* j, Der 178. je habest mit öennanta Bieber teilt, Dieter fcrHgte den Neuling Fechenheinr nur knapp 2:1 (2:1) ad. Oiepunkttämpfc in her Gruppe Reffen 3n der Gruppe Hessen Haden alle Mannschaften bis auf Wormatia Worms und der 1 ött._ynnflen die Halbzeit erreicht. Durch den heutigen «leg M SB. Wiesbaden über den FSB. Mainz 05 (2:0 Halbzeit 10) haben sich die Wiesbadener an die zweite Stelle gesetzt. Worniatia Worms fuhrt mit 6 Spielen und 11:1 Punkten die Tabelle an. Der SB. Darmstadt und die Alemania Worms waren auch mit einem Spiele im Rückstände, welche» am Sonntag nachgeholt wurde. Durch Unentschieden, das dein Spielverlauf uizd den Leistungen entspricht, haben beide Mannschaften einen Punkt gerettet. Vorrunde um den Bundes-Potal. Alle drei Spiele erst nach Verlängerung entschieden. terc Pluspunkte einzuholen, so daß es mit dem Gesamtergebnis von 934 Punkten den Mampf gewann, gefolgt von Hessen mit 867,5 Punkten -und Rhein-Mosel m i t 8 1 0 P n n k t e n. Den K a m p f v e r l a u s ersieht man au» folgenden Resultaten: Ä , Frankfurt: Barren 203,5, Seitpferd 202,5. Freiübung 106, LängSpferd 205, Reck 213; zusammen 934 Punkte. _ , _ , Hessen. Barren 189,5, Seitpferd 182.5, Freiübung 106,5, LängSpferd 197, Reck 192; zu- ®r beleuchtete dabei die Arbeit vorn medizinischen Standpunkt auS. Zweckmäßig angewandte Hygiene, insbesondere gute Zahnpflege, um eine gute RahrungSverarbeitung und Verdauung zu gewährleisten, und dementsprechend ein gesunder Etoffumsatz, seien die eine Seite, zweckmäßige Betätigung und Bewegung die andere Seite. Der Sport sei nicht in jedem Falle das Allheilmittel. 3e nach der vorwiegend körperlichen oder geistigen Betätigung sei die Erholung auSzuwerten. die bekanntlich durch entgegengesetzte Betätigung nicht minder ihren Ausgleich erziele, wie durch RichtStun und Ruhen. Für den erwerbs- tätig werdenden Menschen sei die Eignung zum Berufe daS Entscheidendste. Man könne deshalb der Berufsberatung nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Arbeit und Erholung seien in ihrer Wechselwirkung die natürliche Grundlage für den arbeit-frohen, gesunden Menschen. Ge- schäftssührer M a ck dankte dem Redner für seine Bereitwilligkeit, einmal von der ärztlichen Seite diese- Problem zu beleuchten. Oderheffen. Gtadtvorstand in Lauterbach. ter. Jammen 867,5 Punkte. Rhein-Mosel: Barren 182,5 Seitpferd Freiübung 99.5, LängSpferd 174, Reck 176; zu- Dir weil und breit urüd?,Ä e mit 1'4 I^L »eobachlete Mrgaser W E, werde ich den । Vutenberg hatte Sä wickelte MnWm -MannschaWamps am Deutschen Elk ^au Frankfurt gewinnt vor Keffen und Rhein-Mosel. Großfeuer in Herborn. WSR. Herborn, 12. Oft. Am Sonntagnrv» gen, kurz nach 5 Uhr, brach auf dem Geländ« der Baumaterialien-Droßhandlung Balze« & Raff auer hier Großseuer auS. 3n Brand geraten war die massive Laaerhalle, in der grohe Vorräte an Bau- und Rködelhölzern lagerten. Binnen wenigen Stunden war die grobe Halle samt der Vorräte ein Raub der Flammen geworden. Zerstört wurde auch daS angrenzende Bureaugebäude. Der Kassenschrank hielt der FeuerSglut stand, so daß die Geschäftsbücher unversehrt geborgen werden konnten. Die Entsteh ungSursache ist noch nicht einwandfrei geklärt. Die Firma beziffert den Celamtschaden au$ rund 100 000 Mark. ^hilM ök tm ... Landschott betafJ; Jtaden Ilick 0" quoll Vt 06Rn ' s"Ss 11» w1 * 1 Ä 8* S* ton«, nOtn muf), ' M. A. •erut Bfts Und i em IC,el ni* rn, eine aus, m.'ff bei Aus, Gelegenheit ge. Tebieten “f alle Berufs, lb d>e Arbeits. Weise regelt. Mnge ist bei Wfes und der 'N» einem bc- ytben muh, WK ^«it ^ehiisenprüfuni,, *!*■ 2>e lätigitii 'segung und gibt eslnohme an der veele und Gemüt M denn selbst, "d der Gehilfen und Farbe den ° des guten Ge- isbilbung in bet isse des Gewerbe; Öanb. hier findet Ergänzung durch 'richt, der alle Ge. nifaht. , Eltern und Aar« gen, die ihnen an« >31 die Schule Deinem Gewerbe zu- ifllle Tradition mit !gesehene Männer ■gangen sind und onsten in den alt. id lammen: „Gotk & Lauterbach, 11. Okt. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorst and eS beschäftigte man srch eingehend mit dem seit längerer Zeit projektierten Erweiterungsbau des Wasserwerkes im Elands. Bürgernreister Westdeutschland schlägt Süddeutsch and 3:0. f)anbbaU-Kcpräfentatlofpld in Trier. Bor 4000 Zuschauern kam am Sonntag in Trier das Repvasenlativspiel im Handball zwischen den Auswahlmannschaften von West- und Süddeutfch- land zum Austrag. Westdeutschland bewies eindeutig den Ausstieg seiner Handballstärk« durch einen einwandfreien und verdienten Sieg von 3:0 (1:0), der sogar nach dem Spielverlauf noch zu knapp ausgefallen ist und ohne di« Glanzleistungen des süddeutschen Hüters auch sicher höher ausgesallen wäre. Das Meraner Tennis-Turnier. Am SamStag waren keine deutschen Siege zu verzeichnen. 3m Wettbewerb um den Lenz-Pokal unterlag Eilly Äußern der Schweizerin Payot 3:6, 1:6. In der Meisterschaft von Meran machen im Einzel die Wiener Arten- und Matehka das Ende unter sich auS und im Doppel errerchten Graf Salm-Glasser mit dem Sieg über von Erarnm- Kleinschroth 2:6, 6:2, 6:1 alS erste die Schlußrunde. Im Damen-Sinzel stehen die Französin Adamoss und Fr. Schomburgk Im Finale. Am Sonntag fielen bei dem internationalen Meraner Tennis-Turnier die ersten Entscheidungen. Das erste deutsche profispiet. Am Sonntagvormittag fand in Barmen vor über 11000 (!) Zuschauern das erste deutsche P-rosispiel statt, das von dem .Meister M Westens", - die disqualifizierten Spieler von Schalke 04, — und dem 1. FT. Wrrpvertal, — kallgestcllte Spieler des SSV. Eiterfeld. — bestritten wurde. Schalke kam nach der Pause in ganz groste Fahrt rmd siegte ixrbaltcn mit 4:0 Treffern. nicht möglich, das Flugzeug von seinem Außen- landeplay aus starten zu lassen. Es wird deshalb abmontiert und auf Lastkraftwagen nach dem Flugplatz Diesten gebracht, wo es im Lause des heutigen Rachmittags eintressen wird. Hier wird eS wieder ausmontiert und dann von hier starten. Vollsparieiliche Tagung in Gießen. Die Deutsche Dolkspartei hielt am Sonntag in Diesten den Parteitag des Wahlkreises Hessen-Rassau ab. Im wesentliche brachte der Parteitag zwei Vorträge. Rerchstagsabgeord- neter Dr. F. W. Kalle und LandtagSabgcord- neter Schulrat W. Schwarzhaupt sprachen über daS Thema .Die politischen Ausgaben der Zukunst". Dr. Kalle schilderte in seiner Rede die Desamtlage nach den Wahlen. Abg. Schwarz- Haupt stellte in den Mittelpunkt seiner AuS- sührungen die Sammlungsbestrebungen. Er plädierte für eine Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Parteien im Parlament. Eine lebhafte Aussprache kristallisierte aus den Reden des TageS den Willen der Dolksparteiler zu einem neuen, von nationalem und sozialem Geiste erfüllten Programm. Die Wahlen zum Zentralvorstand ergaben die Wiederwahl vonDr. Ho pf, Direktor der Staatsbibliochek in Kassel, Amts- • Bad Salzhausen, 11. Oft. Vom 7. bis 10. Dltobcr fand hier unter dem Vorsitz der Gräfin Elisabeth von Schlitz eine Freizeit der Schwestern und di« Z a h r e s ve r s a m m - l u n g des Hessischen evangelischen Schwelt ernbundes statt. An der Freizeit bzw. der Jahresversammlung Nahmen Schwestern aus den drei Provinzen teil. Gemeinsame Andachten, Vor- träge und ein Bibelkurs, ein Besuch in Oberwidders. heim bei dem früheren oberhessischen Kreisleiter Pfarrer Memmert, und eine Abendmahlsseier in der Niddaer Stadtkirchc, fowie eine Besichtigung des Bades und Besprechungen über gemeinsame Standesangelegenheiten füllten die Tage aus. .Hvcte 2lis,cld. WSN. Alsfeld, 12. DM. Zn dem benachbarten Eudorf drangen Diebe nachts in verschiedene Gärten ein und stahlen dort zahlreiche Stücke zum Trocknen aufgehäntzter Wäsche aller Art. Zum Fortschafsen ihrer Beute benutzten die Spitzbuben Kartoffelsäcke, die frischgewaschen an den Gartenzäunen hingen. Ferner entwendeten sie aus einer Scheune zwei Fahrräder, die sie auseinandernahmen und bis auf die Rahmeir die fie in die Schwalm warfen, ebenfalls mit sich schleppten. Bis jetzt ist die Suche nach den unerwünschten Gästen vergeblich gewesen. Preußen. Kreis Wetzlar. ~ Lützellinden, 12.Oft. Die jüngsteDe- rneinderatssihung beschäftigte sich u. a. eingehend mit der Frage der M e l i o r a t i o n d e r Grünlandflächen in den Distrikten ..Sur- bach"" und „Zechbach". Die Kosten des Projektes, das vom Kreisbaumeister in Wetzlar ausgearbei- tet wurde, sind auf 15 000 Mk. veranschlagt. Die Arbeiten sollen im nächsten Frühjahr aus- geführt werden. Die Gemeinde hofft, zur Durchführung des Projektes einen verbilligten Meli o r a t i o n s k r e d i t aus staatlichen Mitteln zu bekommen. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". Den Abschluß und Höhepunkt der Jubiläums- veranstaltungen der Koblenzer Turngesellschaft bildete die Wiederholung des vergangenes Iahr in Giesten erstmals au-getragenen K unft» turn-Wettkam pf eS der Gaue Hessen, Frankfurt und Rhein-Mosel. In Anwesenheit von Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden und vor 1500 turnbcgeisterten Zuschauern wurde die Beranstaltung zu einem turnsportlichen GrostereigniS Aus die von Ober- bürgcrmciftcr Dr. Russell den Gästeriegen von der Lahn und dem Main entbotenen inhaltreichen Willkommensgruß der Stadt Koblenz erwiderte Kreisvertreter Pfeiffer (Wetzlar) mit trefflichen Dankesworten. Geturnt wurde von den acht Turnern jeder Mannschaft an Barren. Seitpferd, LängSpferd und Reck: dazu kam für je vier Mann eineS Gaues eine Kürfreiübung. Ieder der drei Kampfrichter (Eratz (Mainz), Angel (D s s e n), Groß (Hannover), konnte biS zu zehn Punkten werten, was bei Dollwertung 1080 Punkte für eine Mannschaft ergeben hätte. Gau Frankfurt, der vergangene- Iahr in Giehen nur knapp vor Hessen Sieger werden konnte, hatte diesmal eine noch bessere Mann- chaft als im Vorjahre. Zu den bekannten Turnern Winter und P s e i s s e r von der Tgm. Eintracht waren noch die Gebrüder H a st l e r von der Tgm. Bornheim gekommen, die auf dem Hanauer KreiSturnsest zum erstenmal zeigten, dast sie zu den besten mittelrheini- schen Geräteturnern gehören. Der Dau Hessen konnte leider nicht in voller Stärke antreten, die ihm vor 14 Tagen In Darmstadt zu dem schönen Erfolg verhalfen hatte. Der Beste der Hessenmannschaft, der Marburger A. Fink, ist beruflich in Herford beschäftigt und inzwischen einem dortigen Turnverein beigetreten. Sein Bruder, der 19jährige W. Fink, der■ für einen großen Kunstturnkampf noch „Anfänger" ist, ersetzte ihn. Außerdem mußte der Gießener Karl Schick, der sich in Darmstadt recht gut gehalten hat, schon nach dem ersten Gerät infolge eines kleinen älnfallS ausscheiden. Für ihn turnte der Friedberger Dechent als Ersatzann weiter. Di« Mannschaft von Rhein-Mosel war gegenüber dem Vorjahre in wesentlich besserer Form. Schon am ersten Gerät, dem Barren, holten sich die Frankfurter einen merklichen Borsprung, den sie am Seitpferd weiter vergröszern und auch bei der Freiübung, bei der die Hessen die höchste Punktzahl erreichten, noch halten konnten. Längs- pferd und Reck gaben Frankfurt Gelegenheit, wei- 3m Herren-Einzel fertigte der Oeflerreldjer Artens feinen Landsmann Mateyka ab, das Herren-Doopel endete mit einem Siege der Favoriten Boustus- Duplaix. 3m Damen-Einzel um den Lenz-Pokal wurde Eilly Außen, von der Italienerin Balerio mit 3:6, 6:3, 9:7 geschlagen, Time. Adamoss fertigte Frau Schomburgk mit 6:3, 6:4 ab. Die Entscheidung steht hier noch aus. Auch im Gemischten Doppel, wo Frau Schomburgk Artens als Erste die Schlußrunde erreichten, wird noch der Endkampf ausgetragen werden. gewiesen. ** Teheran — Kowno — Gießen — P a . r i s. Zn unserer Nummer 233 vom 6. Oktober berichteten wir über die Notlandung eines französischen Flugzeuges zwischen Nieder-Ohmen und Merlau, das von dort aus nach dem Gießener Flughasen weiter, flog und von hier aus nach Erledigung aller Formalitäten nach Paris startete. Wie uns heute von I gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, befand sich dieses Flugzeug auf einem großen Flug von Teheran (Persien) über Kowno nach Paris. Die Flieger wurden bei ihrer Ankunft in Paris von den Spitzen der Luftfahrtbehörden offiziell empfangen und von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Die Pariser Zeitungen enthalten große Berichte über diesen Flug, in denen auch der Gießener Flughafen und der Aufenthalt der Flieger in Gießen mit lobenden Worten vermerkt werden. ** Allgemeiner Deutscher Frauen- verein. Man berichtet uns: Zn der Oktobersitzung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins sprach Privatdozent Dr. Bötticher über: „Das Ehegesetz und seine Reform". Der intereffante Vortrag gab in dankenswerter Weise den Mitgliedern des Vereins Gelegenheit, ihre Kenntnisse über die Tatsachen des staatsbürgerlichen Lebens zu erweitern. Herr Dr. Bötticher behandelte zuerst kurz die geschichtliche Entwicklung der Ehescheidung, bte in srüheren I Zeiten, entsprechend der Auffassung der katholischen Kirche, unmöglich war. Die zahlreichen Komvromsse, die sich heute noch in unserem Eherecht finden, sind eine Folge des Kampfes zwischen Staat und Kirche. Selbstverständlich hat auch der Staat großes Interesse daran, die Auflösung ehelicher Verhältnisse zu erschweren, denn die Ehe ist die Keimzelle aller staatlichen und gesellschastlichen Ordnung. Heute sind Die Forderungen nach einer Reform gekennzeichnet durch den Einfluß der Frauenbewegung und durch die Tatsache, daß die Frau im politischen und beruflichen Leben dem Manne nahezu gleichberechtigt ist. Der Vortragende erörterte sodann im einzelnen die fünf Gründe, die das BGB. als genügende Unterlage zu einer Ehescheidung anerkennt. Mit Ausnahme des Grundes der Geisteskrankheit stehen sie | olle aus dem sog. Verschuldungsprinzip. Dieser Standpunkt hat sich in der Praxis nicht bewährt und hat häufig sehr unangenehme Folgen. Wie die Dinge liegen, wird das Gesetz unaufhörlich umgangen und die Scheidung gewissermaßen auf iUc- gqlcm Wege durchgesetzt Schon bei der Entstehung des BGB. haben alle Parteien mit Ausnahme der Zentrumspartei das Verschuldungsprinzip bekämpft. Zn der Schweiz und in den skandinavischen Ländern hat man feit einiger Zeit damit gebrochen. Bei uns kämpfen feit 1922 die Frauenoereine mit Einschluß der Linksparteien für eine Reform des Eherechtes dahin, daß auch eine objektive, nicht verschuldete Ehezerrüttung als Grundlage zur Scheidung genügen kann. Der Vortragende besprach weiter die in den genannten Ländern eingeführten Reformen, so- wie die Vorschläge, die in Deutschland zu einer Abänderung des Eherechtes gemacht werden; er betonte, welche (Befahren in einer allzu großen Erleichterung der Ehescheidung liegen. " Gewerkschaftsbund der Angestellten. Man schreibt uns: Im Rahmen des WintSrbildungsprogrammS hielt am Mittwochabend in der Gruppe der weiblichen Angestellten des GDA., Giehen, Dr. mcd. Schee rba r th einen Vortrag über „Arbeit und Erholung". Oie Fußball-Ergebnisse vom Sonntag. Liga Im Bezirk Hessen Hannover. Spielverein Kassel — Borussia Fulda 0:2; Germania Fulda — Hermannia Kassel 2:6; Kurhessen Marburg - Hessen HerSfeld 3:0; SE. Sport Kassel — Ockersbausen 0:0; Döttingen 05 — Spvg. Döttingen 5:0; FE. Grone — Kurhessen Kassel 1:8; Einbeck 05 — Grvßalme- rode 1:2; DfB Giehen 1. Mannschaft war spielfrei. (Spiele der Gpielvereinigung 4900. Die 1. Mannschaft verlor auf dem Trieb gegen Germania Marburg nach einem Halbzeitergebni- von 0: 1 und einer zeitweiligen sichtbaren lleber- legenheit zu Beginn der zweiten Halbzeit noch mit 5:0. Die 3. Mannschaft gewann gegen Garbenteich I, ebenfalls auf dem Trieb mit 5:2. Die 2. Mannschaft der Sp'.elocreinigung 1900 war In Steinbach zu Gast. Die Steinbacher verzichteten von vornherein auf die Punkte, da zwei ihrer Spieler nicht spielberechtigt waren. Die Mannschaften traten trotzdem an, das Spiel endete 6:0 für 1900. Die 3. Mannschaft des DfB. stand auf eigenem Platze der l. Mannschaft von Leihgestern gegenüber, konnte allerdings nur ein 3:3 herausholen. Die übrigen Mannschaften waren spielfrei. Arbeiter-Turn- und (^portbund. Heuchelheim I. gegen Dießen I. 0:4; Dießen III. gegen Odenhaufe 11 2: 1; Bieekl gegen Gießen Ib 13:1 (7:0); Wieseck I. Iugend gegen Giehen I. Iugend 1:1. Punktekämpfe in der Gruppe Main. Auch im letzten Spiel der ersten Serie konnte der Siegeszug deS süddeutschen MeisterS nicht gebrochen werden. Die Eintracht siegte vor 12 000 Zuschauern über Rot-Weih 6:3 (4:1) und beendeM damit ungeschlagen und mit weitem BorspAng als Tabellensührer die erste Halbzeit der Punktekämpfe. Der Fußballsportverein Frankfurt, dessen Kampskrast in den letzten Wochen wesentlich gewachsen ist, schob sich durch einen in Hanau erzielten 2:0 (2:0) Sieg auf den dritten Tabellenplatz vor, den er allerdings fammen 810 Punkte. Die besten Ginzelturner waren (ohne Freiübung); E. Winter, Tgm. Eintracht Frankfurt a. 011.. 119 (von 120 erreichbaren) Punkte; Gg. Pfeiffer, Tgm. Eintracht Frankfurt a. M.. 108 P; R. Hahler. Tgm. Bornheim, 107 P; W. Sinnwell, Tv. 1860 Bad- Rauheim, 105,5 P.; L. Schneider, Tv. Hönningen (Rhein-Mosel); K. Haßler, Tgm. Bornheim 104 P In guter Form war auch wieder der Drohen-Lindener R.Seth, der sein 03er- sagen in Darmstadt, wie zu erwarten war, wieder gut machte. Die einzelnen Geräte zeigten folgende Besten: Barren: 1. E. Winter, Tgm. Eintracht, 30 Punkte; 2. Dg. Pfeiffer, Tgm. Eintracht, 29 P.; 3. R. Seth, Tv. Drohen-Linden, 27,5 P.; Seitpferd: 1. E. Winter. 29,5 P.; 2. R. Hahler, Tgm. Bornheim, 28,5 P.; 3. Gg. Pfeiffer, 28 P.; Freiübung: 1. P. Götlch, T.- u. Spv. Marburg, H. Hollfelder, Tgm. Bornheim. 29 P.; 2. E. Winter. 28.5 P.. 3. A. Eber-- pächer, Tgm. Marburg, 28 P.; Reck: 1. ö. Winter, 30 P.; 2. R Haßler, Tgm. Bornheim. 29 P. 3. R. Seth. Tv. Großen-Linden und W. Sinnwell. Tv. 1860 Bad-Rauhelm, 28,5 Punkte. Bon den Hefsenturnern erreichten:Sinn- Well (Bad-Rauheim) 105,5 P. ( ! 26,5 Freiübung); Gberspächer (Marburg) 103 P. (-p 28 Freiübung); Seth (Großen-Linden) 101,5 P.; Reuter (Gießen) 98,5 P.; Ahrens (Marburg) 97,5 P.; (Solid) (Marburg) 97,5 P. (-j- 29 Freiübung; W. Fink (Marburg) 83 P.; Schick (Ersatz Dechent, Friedberg) 74,5 P. (-(-23 Freiübung). Rach Abschluß des spannend und eindrucksvoll verlaufenen Kampfes nqhm KreiSvertreter Pfeiffer die Siegerehrung vor. Dabei erhielt auch der Gau Helfen als 2. Sieger eine Erinnerung-- urkunde an den Kampf am Deutschen Eck. i nicht * bei bet Bezirks- iUchdrucktt'Bcreins ße 24. § zeugs. t F 24 bet 6trcde ien Detters eine ngen vornehmen. ;c vier Passagiers tels Kraftwagens Illingen gebracht :e Steile mit der Geländes ift es bertoanb alle Eiei- zinmal hätte Erd- xn. owdenzug genllcn itt ein neuer em* lang, wie sich nach ei der ersten ge* sich die Drossel* 1 genug, und der Die Vorrundenspiele um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes, bei denen Süddeutschiand spielfrei war, brachten am Sonntag sehr harte Kämpfe. All« drei Spiele konnten erst nach Verlängerung entschieden werden. Besonders aufgeregt ging cs In Chemnitz zu, wo Mittel- gegen Norddeutschland 5:4 gewann, nachdem das reguläre Spiel ein 4:4-Er» gebnis gebracht hatte. Bei Halbzeit führte Norddeutschland 3:2. — Knapp mit 4:3 (3:3, 1:1) siegte in Dortmund vor 7000 Zuschauern Westdeutsch- [ a n b über die zweite Garnitur von Berlin. Mit dem gleichen Ergebnis siegte in Königsberg Sud- ostdeutschland über den Baltenverband. Auch hier endete die reguläre Spielzeit mit einem 3:3. nachdem der Südosten bei der Pause 1:0 geführt hatte. nur knapp geschlagene Baltenverband stellte eine überraschend starke Mannschaft. gerichtsrat Dr. Lohmann. ODeilburg, und Direktorin Olga Lewin. Biebrich, sowie die Wahl von Rechnungsrevisor B e r e s , Frankfurt__ am Main, und des DaugeschästSführers Klaue, I Walz berichtete über daS Ergebnis der Schür- Frankfurt a. M. Der Wahlkreisvorstand wurde fungsarbciten. Außer einem SchürfungSgraben durch Zuruf gewählt, und zwar Rektor Land- I wurde noch eine Bohrung bis zu 14 Meier Tiefe arebe, Frankfurt a. M., Studiendirektor Dr. durchgeführt. Die 'Wasscrmenge, die sich ergeben Becker, Kassel, Landwirt Dinges, 05ab So- wird, beträgt etwa 150 bis 160 Kubikmeter pro den. Fräulein R i bour, Frankfurt, und Ehes- Tag. Der Kostenvoranschlag für Fassung und Anredakteur Dorren-, Frankfurt. Diesen engeren schluß an das Wasserlcitungsnctz beläust sich auf Dorstand ergänzen 14 Beisitzer, von denen sechs 40 000 Mark. Olachdem man über die Fragen der neu gewählt wurden. Rentabilität, der Flüssigmachung der erforber- »inriintiirn J lichen Mittel und die Amortisation verhandelt _ . , . ... ’ o.,, 1 hatte, beschloß man die Inangrissnahme desEr- — Tageskalender für Montag. Licht- I Weiterungsbaues. Die Arbeiten wurden wie folgt fpielhaus, Bahnhofstraße: Ton- und Sprechfilm vergeben: der Bau der Sammclkammer an die „Atlantic" (Untergang der „Titanic"). — Aftorm- 5irina Hardt zum Preise von 674,90Mk.; der Lichtspiele: „Erpressung" und „Kehre zurück, alles hc6 Hochbehälters an die vereinigten hie- oergeben". sigen Maurermeister für 11 800 Mk., unter der — Aus dem Stabtttjeaterbureau wirb Bedingung, daß die vorkommenden Erdarbeiten uns geschrieben: Die Intendanz hat das DeMsche ^Hannes Döring ausgeführt werden und nur Künstlertheater Berlin zu einem nochmaligen Gast- Ausgesteuerte dabei beschästigt werden dürsen. spiel auf Dienstag, 14. Oktober, verpflichtet. Nach dem Anlegung des Rohrgrabens und die Legung großen künstlerischen Erfolg bei dem ersten Auf- Leitung-rohre wurde ebenfalls an die Firma treten am Sonntag wird dieses zweite Gaftfpiel von Haxtzt zum Angebotspreis von 16 186 211. Der- allen Freunden gediegener Theaterkunst auf das geben.* Im Anschluß daran wurden u. a. auch die lebhafteste begrüßt werden. So wird auch diefer M a r k t t e r m i n e f ü r d a s I ah r 1 9 3 2 fest- zweite Abend seine Zugkraft nicht verfehlen. — Am gefet)t. Am 17. Februar findet Viehmarkt, am Donnerstag, 16. Oktober, im Mittwoch-Abonnement 16. Ollärj Vieh- und Krämermarkt, am 20. Olpril Uraufführung von Corrinths „Sektion Rahnftetten". Riehmarkt und Bullenauktion, am 8. Iuni Pferde-, • Rindvieh-, Schweine- und Ziegenmarkt mit Prä- iöerbefferungen in der Gießener miierung und OZerlofung, am 13. Juli Diehmarkt, Bahnhofshalle. Die Reichsbahnverwaltung am 10. August Vieh- und Krämermarkt, am hat jetzt in der Gießener Bahnhofshalle zwischen den 7. September Diehmarkt. am 12. Oktober Vieh- und (Eingängen zu den beiden Wartefälen Sitzbänke auf- Krämermartt mit Bullenauktion und am 16. Ro- ftcllcn lasten, ferner dem Schreib pult einen Papier- vember abermals Diehmarkt statt. kästen zugefellt. Die Sitzbänke haben einen guten Landkreis tolCBCll. Platz vor den Heizkörpern erhalten. Mit dieser Ver- Großen-Linden, 12. Okt. In der letzten besferung der 2lusstattung unserer Bahnhofshalle I Gemeinderatssitzxung wurde einem An- Hat die Reichsbahnverwaltung einem Wunsche ent- t be8 Turnvereins, den freien Platz an der sprachen, den wir in einem Bericht über die Neu- Turnhalle, der teilweise Gemeindeeigentum ist, gcftaltung unserer Bahnhofshalle in Jlr. 231 des I xinfriedigen zu dürfen, stattgegeben. Einem Pacht- Gießener Anzeigers" zum Ausdruck gebracht hatten. crftattungsantrag der Gewerkschaft Gießener **SonderzügezumGrunbergerGal- Braunsteinbergwerke für nichlbenutztes lusmarft werden am nächsten Mittwoch aus ver- Gelände wurde zur Hälfte der geforderten Summe fd)lebenen Richtungen nach Grünberg fahren. Die entsprochen. Abfahrtszeiten finb aus der heutigen Anzeige er- = Lang-Göns 12. Oktober. Das biesjährige sichtlich. Znterestenten feien befonbers darauf hm- Erntedankfest fand in unserer dicht gefüllten Kirche durch eine fchöne Abendfeier seinen Abschluß. Unter Mitwirkung von Posaunenchor, ge- mischtem Ehor und zahlreicher Mädchen und Knaben wurde in einzelnen Bildern der Jahreslauf entrollt. Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterlieder wechselten ab mit Sprechchören, Einzelvorträgen und Zwiegesprächen. Die einzelnen Jahreszeiten wurden durch Mädchen und sinnbildliche Handlungen vor- gestellt. So rollte das Jahr, vom Beginn der Säe- arbeit des Landmanns, über Sommer- und Erntezeit zum Winter, der über alles seine weiße Decke breitet, vor den Zuschauern ab und hinterließ einen liefen Eindruck. Mit dem Vortrag des Pofaunenchors „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" schloß die er- hebende Feier. A Lauter, 12. Okt. Bei einem ODettkamps- schießen, das der Reichsverband Deutscher Kleinkaliber-Schützenvereine veranstaltete, errang die Mannschaft des hiesigen Klein ka l i be r - Schützenvereins den Ehrenpreis des Reichspräsidenten, eine silberne Plakette mit Ehrenurkunde. Die Mannschaft bestand aus acht Mann, von denen jeder 15 Schuß aus den drei Anschlagwerten abzugeden hatte. Ieder der Schützen konnte durchschnittlich 150 Ringe erzielen. Kreis Büdingen. Wirtschaft. Sie Lage des Geldmarktes. Die Erhöhung des Reichsbankdiskonts nuf 5 Prozent hatte eine Erhöhung der Satze am freien Geldmärkte zur Folge. Die Maßnahme der Reichsbank hat jedoch die erhoffte Wirkung — ein starkes Nachlassen der D e v i s e n Nachfrage — noch nicht gehabt. Es muß abgewartet werden, ob die Diskonterhöhung ein wirksames Mittel war, um die Kapitalflucht wesentlich hemmen zu können. Bis jetzt machte sich, wie man cs erwartet hatte, zwar von feiten des Auslandes, das sich über den Schritt der Reichsbank keineswegs überrascht zeigte, verstärkte Neigung zu neuen Geldofferten und Anlagen in Deutschland bemerkbar, und das Arbitragegeschäft der Devisenspekulation dürfte durch die Verteuerung der Finanzierung erheblich erschwert worden sein. Aus öen; Inlands blieb die Nachfrage nach Devisen jedoch weiter lebhaft. Die Reichsbank mußte wieder täglich Devisen in Millionenbe- trägen a b g e b e n , außerdem nahm sie neue G o l d ü b e r w c i s u il g e n an die Bank von Frankreich und erstmals auch nach Amsterdam vor. Die Gold- und Deviscnabgaben der Reichsbank müssen nunmehr auf insgesamt etwa 800 Millionen Mark geschätzt werden. Am Geldmarkt tart als Auswirkung der Erhöhung des Reichsbankdiskontes ein außerordentlich starkes Angebot in Privatdiskonten hervor. Man hatte anscheinend vielfach angenommen, daß der Privatdiskont nicht sogleich dem erhöhten Reichsbankdiskontsatz angepaßt werde. Es wurde jedoch sofort eine Erhöhung des Satzes um % Prozent auf 4} Prozent vorgenommen. Als trotzdem das Angebot anhielt, sah man sich zu einer weiteren Heraufsetzung auf 5 Prozent, dem neuen Stand des Reichsbankdiskontes, genötigt. Tagesgeld war infolge der bevorstehenden Steuerzahlungstermine stärker verlangt und befestigt. Monatsgeld blieb stark gesucht, war jedoch nur ZU erhöhten Sätzen erhältlich. In der Woche vom 6. bis 11. Oktober nahmen die Geldsätze am Frankfurter Platz folgende Entwicklung: Tagesgeld 3£—4—34—3i— 4—44—5 Prozent, Monatsgeld erste Adressen 5——54 Prozent, zweite Adressen 6—6i—64 Prozent, Warenwechsel 4—43—5 Prozent. Neue Erhöhung des Reichsbankdiskonis? Berlin. 11. Oft (CNV.) Im Zusammenhang mit der Erhöhung des Privatdiskon» te-s von 47,s auf 5 Prozent in Angleichung an den neuen Reichsbankdiskont berichten die Blätter von der Möglichkeit einer weiteren Erhöhung des Reichsbankdiskontes. Sie folgern diese Möglichkeit aus der erwähnten Erhöhung des Privatdiskontes, der anhaltenden Anspannung auf dem Geldmarkt und der Tatsache, daß die Devisennachfrage nicht zurückge- gangen zu sein scheine. Oie Verhandlungen in Basel. Basel, 11. Oft. (TU.) Die Borbesprechungen zwischen den Vertretern der Notenbanken, der Morgangruppe und der Federal-Reserve- bank, sowie der übrigen in Basel eingetroffenen Mitglieder des Berwaltungsrats der Internationalen Zahlungsbank mit dem Direktorium derselben nahmen den ganzen Samstag in Anspruch. Es wurden die verschiedenen banktechnischen Fragen weiter erörtert, wobei natürlich auch die deutsche Finanzlage und die Diskonterhöhung in Deutschland, Währungsprobleme usw. eingehend zur Sprache kamen. In der am Montag beginnenden vierten Vcr- waltungsratssihung, in der Deutschland durch Dr. Luther und Bankier Melchior vertreten ist, wird der Berwaltungsrat den Schluhbericht über die Verteilung des Erlöses der Vounganleihe mit den von dem Bücherrevisor gebilligten Konten entgegennehmen. Die Verteilung des Resterlöses der Vounganleihe an die beteiligten Regierungen ist in der ersten Hälfte des September vorgenommen worden. Die Verhandlungen über den Deutschland zu gewährenden Auslandkrcdit von 500 Millionen Mark tragen dagegen rein Privaten Charakter. Sie SIZ. hat als solche damit nichts zu tun. Selbstverständlich ist bei ihr, sowie bei Deutschland der Wunsch vorhanden, daß diese Anleihe möglichst auf einer breiten internationalen Basis zustande kommt. Bis jetzt haben aber, wie verlautet. England und Frankreich ihre Zustimmung zur Beteiligung noch nicht gegeben. Die Rückwirkungen, welche dieser Kredit auf den internationalen Geldmarkt haben wird, sind im Laufe des Samstags geprüft worden. Oie Durchführung des Maizena-Abkommens. Auf Grund des im Iuli zustandegekommenen sog. Maizena-Abkommens sollten sich die beiden Gruppen der Mais- und Kartoffelstärkeindustrie bis zum 28. September über den Preis für die 180 000 Doppelzentner Kartoffelstärke verständigen, die die Deutsche Maizena- Gesellschaft im lausenden Wirtschaftsjahr (4. Oktober 1930 bis 13. September 1931) zu übernehmen hat. Da eine unmittelbare Einigung nicht erzielt wurde, hat der Verwaltungsrat am 10. Oktober den Preis für diese Kartoffelstärke auf 29 Mk. ab Fabrik und 1,50 Mk. Frachtausgleich für einen Doppelzentner festgesetzt. Im Zusammenhang hiermit ist die Gesamtmenge an Kartoffelstärke, die die Deutsche Maizena-Gesellschaft im laufenden Wirtschaftsjahr abzunehmen hat, um 42 000 Doppelzentner auf 222 000 Doppelzentner erhöht worden: anderseits darf die Deutsche Maizena-Gesellschaft mit Wirkung bis zum 30. September 1931 in jedem Monat bis zu 6000 Tonnen (bisher 5000 Tonnen) Mais zum ermäßigten Verkaufspreis von der Reichsmaisstelle beziehen. Im übrigen ist Vorsorge getroffen, daß der Ruhen des Maizena-Abkommens auf dem Wege über die Kartoffelstärkeindustrie der kartoffelbauenden Landwirtschaft zugute kommt. • Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 8. Oktober berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes hat mit 120,4 gegenüber der Vorwoche (120,6) leicht nachgegeben. Von den Hauptgruppcn lag die In- derziffcr für Agrarstoffe auf 109,3 (109,1). Die Indexziffern für industrielle Rohstoffe und Halbwaren und für industrielle Fertigwaren sind um 0,3 Prozent auf 114,7 (115,1) und auf 147,3 (147,8) zurückgegangen. * Vereinheitlichung int ländlichen Genossenschaftswesen. Am Samstag tagten in Frankfurt a. M. gleichzeitig die Verbände und Zentralgeschäftsanstalten der ländlichen Ge- nossenschaftsorganisotionen Frankfurt a. M. und Wiesbaden. Die vorgelegten Rationalisierungsund Verschmelzungsverträge, sowie die Satzungen wurden beiderseits einstimmig angenommen. Durch diese Beschlüsse ist bereits eine Teilrationalisie- rung im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet erfolgt. Cs vereinigen sich die beiden Verbände (Raiffeisen-Verband Frankfurt a. M. und Verband der nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften Wiesbaden) mit der Firma „Ländlicher Genossenschaftsverband-Raiffeisen e. V." unter der Führung des Verbandspräsidenten Dr. R olden. Die Genossenschaftsbank für Hessen- Rassau bildet zusammen mit der Genvssenschafts- bank-Raiffeisen die „Genossenschaftliche Zentralkasse" eGmbH., während die Raiffeisen-Hauptgenossenschaft und die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft Wiesbaden sich zusammenschließen zur „Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft" eGmbH. Alle drei Institute haben ihren Sih in Frankfurt a. M. Die gesamte Organisation umfaßt nunmehr rund 950 Genossenschaften. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 13. Oft. Tendenz: behauptet. — Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung zum offiziellen Beginn wieder etwas zuversichtlicher, nachdem das Zu- standefommen des Aeberbrückungskredites Tatsache geworden war. Das Geschäft nahm aber kein größeres Ausmaß an, da von Pro- vinzfeite immer noch in kleinem Umfange Material an den Markt kam, so daß sich eher kleine Kursabschwächungen ergaben. Die schwache Reuyorker Börse vom Samstag legte der Spekulation starke Zurückhaltung auf. Hinsichtlich des Konfliktes in der Berliner Metallindustrie war man etwas optimistischer, da man annimmt, daß ein Streik vermieden werden kann. Etwas mehr Interesse machte sich für Farben bemerkbar, die gegen die Schlußbörse vom Samstag 1,25 Prozent gewannen, nachdem man im Freiverkehr einen etwa 3 Prvz. schwächeren Kurs genannt hatte. Am Elektromarkt war die Umsahtätigkeit sehr gering, Nur Siemens und AEG. traten bei geringen Besserungen etwas hervor. Schuckert büßten 1 Prozent ein. Stark angeboten waren am Montanmarkt Harpener, die 3 Proz. verloren. Für Rheinstahl bestand etwas Interesse mit plus 1,5 Proz. Kaliwerte verloren bis zu 2,5 Proz. Schiffahrtsaktien zumeist etwas höher. Am Bankenmarkt waren Commerzbank 2 Proz. abgeschwächt, während die übrigen Werte dieses Marktes ziemlich- unverändert lagen. Auch am Rentenmarkt war das Geschäft äußerst klein. Deutsche Anleihen blieben gehalten, während von Ausländern Zolltürken und Rumänen bis 1 Proz. niedriger lagen. Im Verlaufe schritt die Kulisse vereinzelt zu Deckungen, so daß bei etwas freundlicherer Stimmung dieKursegegenAnfangbiszu2 Proz. anziehen konnten. Mehr Beachtung fanden Clektrowerte und Zellstoff Waldhof. Aku lagen stärker abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt hielt die Rachfrage nach Devisen an. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2080, gegen Pfund 20,4450, London gegen Kabel 4.8580, gegen Paris 123,93, gegen Mailand 92.80, gegen Madrid 49,15 (schwächer), gegen Schweiz 25, gegen Holland 12.05. Berliner Börse. Berlin, 13. Oft. Rach einem abwartenden Vormittagsverkehr und schwächer taxierten Vorbörsenkursen eröffnete die heutige Montagsbörse wider Erwarten recht widerstandsfähig. Die Kursentwickelung war zwar nicht ganz einheitlich und verschiedentlich konnte man auch noch mehrprozentige Abschwächungen feststellen: im, allgemeinen lag aber doch etwas stärkere Aufnahmeneigung seitens der Börse refp. von den Banken vor, so daß das herauskommende Material ziemlich glatt und oP ohne große Verluste Aufnahme fand. Die ungünstigen Momente des Vormittagsverkehrs spielten nicht mehr die Hauptrolle: das matte Reu- york vom Samstag, die unsichere innerpolitische Lage, weitere Goldabgaben der Reichsbank in Höhe von 70 Millionen nach Paris und 17,5 Millionen nach Holland, der unentschiedene Ausgang der Verhandlungen über den Metallarbeiterkonflikt traten etwas in den Hintergrund, zumal bei letzterem nach den neuesten Meldungen durch das Eingreifen des Reichsarbeitsministers der Versuch gemacht werden soll, eine Einigung herbeizuführen. Ferner fanden höhere Kursmeldungen aus dem Auslande für die Voung-An° leihe Beachtung (in der Schweiz wurde sie heute mit 74 bis 75 Prozent gehandelt). Wie schon gesagt, lagen die ersten Kurse nicht ganz einheitlich. Papiere wie Buderus, Iulius Berger, Schantung-Bahn eröffneten mit Minus-Mi- mis-Zeichen. Andere Werte, wie Kaliaktien, AEG., Schlesische Gas, Aku waren bis zu 3 Prozent schwächer. Hotelbetrieb verloren 4 Prozent, Thüringer Gas 4,25 Prozent. Anderseits waren Rheinstahl, Schubert & Salzer und Schuckert um je 3 Prozent gebessert. Sehr schwach läge» ic Zusammenhang mit der Valuta Chadeaktien mit minus 10 Mark. Ebenso waren die sog. Aus- landwerte, mit Ausnahme von Svenska, auffallend schwach, sogar auch die Auslandrenten hatten Minus-Minus-Zeichen aufzuweisen. Besonders Bosnier, Rumänen und Türken lagen schwach und bis zu 1 Prozent niedriger. Am Pfandbriefmarrt hatte das Angebot weiter etwas nachgegeben. Die Tendenz war aber auch heute überwiegend schwächer. Der Geldmarkt blieb unverändert. Rach den ersten Kursen wurde es auf Deckungen allgemein bis zu 2Prozent fest er. Man wollte wissen, daß das Ausland für den Kassamarkt Kauf- intcreffc hätte und mit niedrigen Kauflimiten vertreten sei. Später konnten sich die Kurse auf dem erhöhten Niveau unter Schwankungen etwa behauptet. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13. Oft. Auftrieb: 1736 Rinder, darunter 385 Ochsen, 207 Dullen,, 499 Kühe, 471 Färsen, ferner 474 Kälber, 198 Schafe, 5604 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 56 bis 58 Mk., (ältere) 52 bis 55, sonstige vollfleischige 47 bis 51; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 54, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 51; Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 48, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45, fleischige 35 bis 39, gering genährte 30 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 57 bis 60, vollfleischige 53 bis 56, fleischige 47 bis 52. —। Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 73 bis 77, geringe Kälber 66 bis 72. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel