Samstag. 13. September 1950 ISO. Jahrgang Nr. 214 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'fche Univerfttüls-Vuch. und Stetnörudcrei s. Lange in Sieben. Schnftleitung und Sefchäftsftelle: Schulftrabe 7. CEt|d)etnt tüglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Dte Illustriert« Bietzener FamllienblLtter Heimat im Dill» Die Scholle monats:Be$ug$pret«: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Snjeiger riesten. po«scheckkonto: Sranffurt o« Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Rachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20'/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Diesten Die Parole. Reichspräsident und Reichsregierung haben dos Doll ausgerufen, am Sonntag dem von Hindenburg geforderten, vom Kabinett Brüning begonnenen innerpolitischen Reformwerk bas Urteil zu sprechen. Sollen die durch bas Versagen des Reichstags not- wenbig geworbenen Notverordnungen in Kraft bleiben urib auf ihnen wcitcrbauend das umfassende Programm, bas auf Verlangen Hindenburgs ber Reichskanzler mit feinen Mitarbeitern Schiele unb Dietrich, Stegerwalb unb Wirth für eine Gesundung der öffentlichen Finanzen unb Senkung ber Lasten, für eine Ankurbelung der Wirtschaft und eine 'Behebung ber Arbeitslosigkeit, für eine Reform bes parlamentarischen Systems, beginnenb mit dem Wahlrecht, für eine 'Verbilligung ber Verwaltung unb eine Klärung des Verhältnisses zwischen Reich unb liänbern als Auftakt zur großen Reichsreform ausgearbeitet hat, soll bics Programm ohne weiteres Zögern, stetig unb entschlossen burchgesührt werden ober soll bie mit viel Zähigkeit unb Energie unb verheißungsvollen Anfangserfolgen auf allen Gebieten begonnene Arbeit abgebrochen werden, damit andere Männer mit anderen Mitteln ihr Heil versuchen an der Rettung von Volk unb Staat aus Desorganisation unb Wirtschaftsnot, aus Mutlosigkeit unb Verzagtheit? Das ist bie Frage, die der Wähler am 14. September mit seiner Stimmabgabe zu entscheiden hat. Sie ist wahrlich einfach aunb es bedurfte erst eines wochenlangen ampfes mit seiner beispiellosen demagogischen Hetze, mit seiner gewissenlosen Irreführung unb Derbrehung, mit seinem hemmungslosen Aufpeitschen niebrigfter Leibenschaften in Versammlungen unb Flugschriften, mit seiner Gehässigkeit unb Ranküne, bie weder vor toten Staatsmännern noch vor der bislang bem ganzen Volke heiligen unb unantastbaren Person bes greifen und ehrfurchtgebietenden Staatsoberhaupts Haltmachte, nm in den Köp en der breiten Wählermasten eine Verwirrung an u- richten, wie wir sie zu Beginn des Wahlkamp es trotz aller Erfahrungen aus früheren Jahren ür unausdenkbar gehalten hätten. War aller Appell an die Front ber anständigen Leute, bie wir in allen politischen Lagern zu finben hofften, vergebens gewesen? Konnten Verantwortungsgefühl unb Selbstzucht nicht schlimmste Auswüchse des politischen Kampfes hindern? Müssen gesunder Menschenverstand unb eigenes Nachdenken kapitulieren vor ber Flut von leeren Phrasen, Ver> sprechungen unb unbewiesenen Behauptungen, von denen jede einzelne in ruhigen Stunden uns die Schamröte ins Gesicht treiben würde? Eine wohlmeinende und fürsorgliche Staatsgewalt sollte für bie letzten Tage vor ber Wahl jede Agitation ver- bieten, bamit ber Wähler roieber Distanz gewinnt 3 u eigenem Urteil, bamit der Kopf wieder klar wirb vom bencbelnben Dunst ber Versammlungslokale, vom schleichenben Gift ber Flugblätter unb Plakate. Aber ba bas im modernen Staat ein frommer Wunsch bleiben muß, möge jeder sich {einer Verantwortung bewußte Wähler, Mann unb Frau, heute abenb sich eine ruhige Stunde der Einkehr unb Zwiesprache mit sich selbst gönnen unb klar und besonnen prüfen unb wägen, bas Echte vom Falschen scheiben, bas Edle vom Gemeinen, lautere Wahrheit von Lug unb Trug unb bann am Sonn- taamorgen zur Urne gehen unb seine Wahlpflicht erfüllen. Sonst kann aus biefer krankhaft pessimistischen, grunblos verzweifelten Atmosphäre nichts Gutes kommen für Staat unb Volksgemeinschaft, denen wir alle ohne Ausnahme verhaftet sind und deren Schicksal, über bas wir am Sonntag mit unserem Kreuz auf bem Wahlzettel ober unserem Fernbleiben von ber Wahlurne mitbeftimmen, wir alle teilen, ob wir wollen ober nicht. Gewiß, wenn wir uns heute in einer schweren Vertrauenskrisis sehen, wenn breite Volksschichten, die bislang ihre Besonnenheit bewahrten, sich ihre eigene Urteilskraft erhielten, nun den Glauben an den Staat, bas Vertrauen zu ben politischen Parteien als Träger ber Regierungsgewalt verlieren unb rabitalen Strömungen anheimzufallen brvhen, so hat bas leine Gründe. Das parlamentarische System hat in den letzten Jahren in steigendem Maße im Reich, wie in Ländern unb ©emeinben schwere Fehler unb Mängel offenbart. Für fein reibungsloses Funktionieren haben wir noch nicht bie bem deutschen Dolkscharakter und unserem heraus entspringenden Parteiwesen angepaßte richtige Methode gesunden. Die starke Parteienzersplitterung, an der jeder einzelne deutsche Wähler fein gerüttelt Maß Schuld trägt, verbunden mit erschreckendem Mangel an Verantwortungsgefühl und Disziplin im Parlament und mit bem unerfreulichen Dorbrängen von krassen Interessentenkliquen unb verkalktem Bürokratismus innerhalb ber Parteien hat feit Jahren eine starke Regierung unmöglich gemacht, jede noch fo bringende Reform verhindert und schließlich in diesem Frühjahr zur Selbstausschal- tung des Reichstags geführt. Wir kranken am mißverstandenen Parlamentarismus, aber es sind immerhin Anzeichen vorhanden, daß man aus dieser Krisis etwas gelernt hat, unb baß wenigstens einige aus der großen Schar ber Verantwortlichen den ernsten Willen haben, es in Zukunft bester zu machen. Wir sehen eine Regierung an ber Arbeit, bie, gestützt auf bas Vertrauen bes Reichspräsidenten, sich von ber Herrschaft ber Kulisse, ber Fraktionszimmer unb Parteivorstänbe, — wir geben es zu: langsam unb nicht ohne bebenkliche Rückfälle — losgelöst hat. Wir sehen innerhalb ber staatsbürgerlichen Parteien unter bem Einfluß der anstürmenden Jugend, wenn auch gewiß nicht ohne Furcht vor der Empörung des Wählers, eine starke Be- roegung, die auf Erneuerung und Sammlung hindrängt. Wenn im ersten Sommer noch nicht alle Früchte reiften, wenn bie Entwicklung noch weit bavon entfernt ist von einer Klärung unb ©er Völkerbundsrat beschließt die Aufhebung des Bahnschuhes im Saargebiet. *2lun wird auch das Saargebiet militärisch frei: der sogenannte Internationale Dahn schütz, die verkappte französische Desat- zungsarmee, die zuletzt nur noch aus Franzosen bestand, wird innerhalb einer Frist von drei Monaten verschwinden und, sofern das deutsche Dolk Dernunft annimmt, alle Kräfte zum wirtschaftlichen Wiederaufbau, der wichtigsten Vorstufe der nationalen Erstarkung zusammen- saht, weder in der einen, noch in der anderen Form wieder zurückkehren. Zum Jubel besteht selbstverständlich nicht der geringste Anlaß, solange das Saargebiet verwaltungsmäßig außerhalb der Gemeinschaft der deutschen Stamme bleibt und sich von einer Kommission regieren lassen muß, in der nur ein Saarländer, im übrigen aber Fremdlinge sitzen. Tiber auch der Tag wird kommen, an dem die saarländische Bevölkerung wieder in das Reich zurückkehrt. Daß daraus bisher nichts geworden ist, ist nicht unsere Schuld. Wir haben uns alle erdenkliche Mühe gegeben, haben auch mit Zugeständnissen nicht gekargt, um den Widerstand der Franzosen gegen die Rückgabe der Gruben und damit des Saargebietes selbst zu überwinden. Die Verhandlungen haben sich zerschlagen, jetzt dürfte wohl nichts anderes mehr übrigbfeiben, als d i e Abstimmung im Jahre •19 3 5 abzuwarten, also der Saarbevölkerung selbst die Entscheidung über ihr Schicksal zu überlasten. Gerade angesichts der unerhört starken Kräfte in Paris, das Saargebiet nicht freizugeben, tritt der jetzt in Genf erzielte Erfolg des Reichsaußenministers Dr. Curtius besonders klar in den Vordergrund. Die dreimonatige Räumungsfrist ist unerheblich, allerdings auch überflüssig. Wir dürfen aber nicht vergessen, daß wir eine entwaffnete und der Willkür der sogenannten Siegerstaaten ausgelieferte Nation sind. Aus diesem Grunde kann auch die erkämpfte Rheinlandräumung nicht hoch genug veranschlagt werden, aus dem gleichen Grunde wollen wir auch an dieser Briand gemachten Konzession, die uns nicht schmerzt, keinen Anstoß nehmen. Noch ist aber die Stresemannsche Außenpolitik im Westen nicht zu Ende geführt, wir werden davon erst sprechen können, wenn unsere Volksgenosten an der Saar, aber audj in Eupen und Mal- medy von der Fremdherrschaft befreit sind und die Beschränkungen der deutschen Souveränität am Rhein gefallen sind. Das wird uns um so eher gelingen, je rascher wir zu gesunden innerpolitischen Verhältnissen gelangen. Nur ernste Gemeinschaftsarbeit führt uns wieder aufwärts, machs uns im außenpolitischen Spiel der Kräfte zu einem Faktor, mit dem unsere Nachbarn rechnen müssen, macht uns auch den Reichsbau wieder wohnlich, so daß die Saarländer, wenn sie im Jahre 1935 ihr Schicksal in die Hand nehmen, doppelt freudig ihre Stimme für die Rückkehr ins Reich abgeben werden. ©ie Entscheidung in Genf. Gens, 12. Sept. (IDTB.) Der völkerbunds- r a t hat heute nachmittag die Aufhebung des Bahnschuhes Im Saargebiet einstimmig befchlofsen. Zu Beginn der Sitzung erwähnte der Berichterstatter S c i a l o j a in seinem Bericht, daß das in der Ratssitzung von 9. September eingesetzte Sonderkomite'e der Regierungskpmmission des Saargebietes die Frage vorlegte, ob und unter welchen Bedingungen sic sich dafür verbürgen fötfhc, daß entsprechend dem Versailler Vertrag die Freiheit des Verkehrs und Transits im Saargebiet gewährleistet sei. hierauf habe die Regierungskommission einmütig ein Gutachten abgegeben, in dem sie sich imstande erklärte, die Verantwortung für die Sicherheit des Verkehrs und Transits auf den Saarbahnen zu übernehmen, und zwar mit Hilfe der örtlichen Gendarmerie und durch die Schaffung eines besonderen Organes, das in technischer Hinsicht die Sicherheit dieses Verkehrs zu wahren hätte. Für den Neugruppierung unseres Parteiwesens, von einer Zuruckdrängung des Parteiapparats, der alles vernichtenden Maschine des Dogmas und des Bonzentums zugunsten der lebendigen, gegenwartsverbun- denen und zukunftheifchenden Kräfte, so ist doch auch hier ein Anfang gemacht. Der lebendigen Anteilnahme des ganzen Volkes muß es gelingen, das Begonnene sorlzuführen, die Parteien unermüdlich in Bewegung zu erhalten, bis das Ziel der Sammlung des Bürgertums in wenigen großen aktionsfähigen Parteien erreicht ist. Soll nun aber dieser Gesundungsprozeß jäh unterbrochen werden, well einigen Hitzköpfen bie Entwicklung nicht schnell genug geht und andere fürchten, mit ihren radikalen Rezepten zu spät zu kommen? Geduld predigen und zur Besonnenheit mahnen, ist schwerer und undankbarer, als laute Anklagen zu erheben und Versprechungen zu machen, von denen bis heute nur das eine feststeht, daß man kaum in die Verlegenheit gebracht wird, sie einlösen zu müssen. In zäher, mühseliger Klein- arbeit aus dem arg verwahrlosten Hause des deutschen Volkes Schutt und Gerümpel fortzuräumen und Luft und Licht, Arbeit und Brot zu schassen für alle Volksgenossen in einer Zeit schwerer Wirt- schastsnot, deren Ursachen zu einem guten Teil außerhalb unseres Machtbereiches liegen, ist gewiß Fall von Unruhen habe sich die Regierungskommission bereits durch Auslegung der Bestimmungen des Friedensoertrages das Recht vorbehalten, geeignete technische ober militärische Kräfte heranzuziehen. Der Völkerbundsrat hat daraus entsprechend dem Vorschlag des Berichterstatters beschlossen: 1. Die auf Grund seiner Lnstchlietzung vom 12. März 1927 gebildeten Bahnschuhlruppen sowie die Feldeifenbahnkommission auszuheben. 2. Daß diese Aufhebung innerhalb der h ö ch st f r i st von drei Monaten, in der die von der Regierungskommistion des Saargebietes in Aussicht genommenen Maßnahmen durchgeführt werden sollen, erfolgt. Die Annahme des Berichtes erfolgte, abgesehen von zwei kurzen Erklärungen des deutschen und des letzten heute noch auf deutschem Doden stehenden alliierten Truppen, die spätestens mit dem 1. Januar 1931 das Saargebiet zu verlassen haben. Die Entschließung des Völkerbunds- rates vom Jahre 1926, in der im Falle von Unruhen der Saarrcgierung das Recht zugestanden wurde, fremde Streitkräfte ins Land zu rufen, wird durch die neue Entscheidung dahin abgeändert, daß die Saarregierung im Falle von Unruhen das Recht erhält, militärische und technische Kräfte zur Sicherung des Verkehrs kommen zu lassen. Die Saarregierung hat damit das Recht, auch deutsche Kräfte, nötigenfalls deutsche Schutzpolizei, zum Schutze des Saar- gcbietcs anzufordern. Innerhalb der Saarrcgie- rung hat das deutsche Mitglied die Möglichkeit der Anforderung deutscher Kräfte ausdrücklich festgestellt. Von der deutschen Abordnung wird Frankreich hat noch nicht genug. General Weygand kündigt Riesentruppenmanöver für 1931 an. Paris, 12. Sept. (121.) während in Gens der „pazifistische- Paneuropaplan Briands jur Verhandlung sieht, kündigt der Ches des französischen Generalstabes, General w e y g a n d , für das nächste Jahr bereits Truppenmanöver von doppeltem Umfange der diesjährigen, an denen bekanntlich insgesamt über 100 000 Mann und 400 Flugzeuge feilnahmen, an. Weygand begründet die großen Hebungen mit der Rotwendigkeit, die Ausbildung des Heeres den Erfordernissen und Erkenntnissen der neuesten Kriegstechnik anzupassen. Die Motorisierung der Truppen und die dadurch erzielte Schnelligkeit stelle ganz andere Anforderungen als etwa der Stellungskrieg der letzten Jahre des Weltkrieges. Aus der modernen Kriegstechnik erwachse die wichtigste Frage: die Verkehrsregelung im Felde, die von einer eigens dazu ausgebildeten technischen Truppe mit fliegenden Tankstellen, Reparaturwerkstätten, 6r,umlagern usw. ausgeübt werden müsse. Ebenso fei es notwendig, die Funkverbindung zwischen Heer und Luftflotte für die Zwecke des Ausklärungsdienstes zu vervollkommnen. Rur große Rl a n ö o e r böten die Möglichkeit zum Studium dieser Frage und zur Behebung der noch vorhandenen Schwierigkeiten. französischen Außenministers, ohne Aussprache. Reichsminister Dr. E u it i u t erklärte, er begrüße die jetzt gefundene Regelung, was den von der Regierungskommission des Saargebiets erwähnten Fall von Unruhen betreffe, so habe Dr. Strefemann bereits früher im Völkerbundsrat bargefegt, daß nach Ansicht der deutschen Regierung dieser Fall niemals eintreten werde. Auch Briand gab der Ansicht Ausdruck, daß der erwähnte dritte Fall niemals eintreten werde. Außenminister Briand erklärte, die französische Regierung habe in den bisherigen Verhandlungen des Völkerbundsrates in der Saarfrage den Standpunkt vertreten, daß es sich hierbei nur um Maßnahmen zur Sicherung des Transporte» und des Transits aus den Eisenbahnen de» Saargebietes handele. Da die Saarregierung feft- stelle, daß sie alle notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Transporte ergreifen werde, wolle er auf der Aufrechterhaltung des interalliierten Bahnschuhes nicht weiter bestehen. Er sei in gleicher weise wie der deutsche Außenminister überzeugt, daß sich der Fall von Unruhen nicht ereignen werde. Er begnüge sich jetzt mit der Feststellung der Tatsache, daß die Saarregierung sich bereiterklärt habe, alle Mittel zu ergreifen, um den ihr obliegenden Verpflichtungen nachzukommen. Die Verhandlungen des Völkerbundsrates in der Saarfrage waren damit beendet. ©er Standpunkt der deutschen ©elegation. Dens, 12. Sept. (211. Funkspruch.) Von der deutschen Abordnung wird zu der Zurückziehung des Saarbahnfchutzcs folgendes erklärt: Der Beschluß des Völkerbundsrates bedeutet die endgültige Zurückziehung der ferner darauf hingewiesep, daß im Fall« einer Volksabstimmung der Schuh des Saargebietes ausschließlich in den Händen der vom Dolkerbundsrat eingesetzten A b st i m - mungskommission liegen und die Saarregierung bet Unruhen während der Abstimmung nicht die Möglichkeiten haben würde, fremde Militärstreitkräfte anzufordern. Die jetzt vom Dolkerbundsrat getroffene Regelung wird von feiten der deutschen Vertreter als eine befriedigende Losung der Frage bezeichnet. ©as Pariser Echo. Paris, 13. Sept. (WTV. Funkspruch.) Die Presse nimmt Stellung zu der Zurückziehung deS französischen Dahnschutzes aus dem Saargebiet, die gestern vom Dölkerbundsrat beschlossen wurde. Das „Petit 2 ourn.al" schreibt, es sei klar, daß nach der Rhcinlanoräumung der Dahnschuh seine Daseinsberechtigung, die au8 der Gewährleistung einer Verbindung mit den Desatzungstruppen herzuleiten war, im wesentlichen verloren hatte. Alles, was Frankreich habe verlangen können, sei die Sicherung der Beförderung der Saarkohle nach Frankreich im Falle von Streitigkeiten. — „La Repu- b l i q u e" bezeichnet die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich in dieser Frage al- ein glückliches Abkommen. — „Quvtidten" fragt, ob die Zurückziehung des Dahnschutzes ein französischer Verzicht sei, und antwortet: nein. Die Entscheidung entspreche nur der Logik der Tatsachen. Runmehr werde man nicht behaupten können, daß Frankreich bei der Volksabstimmung durch das Vorhandensein einer bewaffneten Macht auf die Saarbevölkerung irgendeinen Druck ausgeübt habe. — „Figaro" schreibt, Dr. Curtius habe über Driand kurz vor den Reichstagswahlen einen Sieg davongetragen, einen Erfolg, der Deutschland allerdings nur anstacheln werde, immer noch mehr zu verlangen. ein Programm, das nach all den bitteren Enttäuschungen und Rückschlägen der letzten Jahre nicht jedermann verlockend erscheinen mag. Und doch kommen wir nichk drum herum, mögen wir uns auch heute noch so ungeduldig, noch so aufgeregt und radikal gebärden. Es wird uns nichts geschenkt und nichts erspart. Jeder Versuch, die Entwicklung durch einen Gewaltstreich zu beschleunigen, mochte er von rechts oder von links fern- men, hat uns nur wieder zurückgeworsen, hat den Gesundungsprozeß unterbrochen und ist uns teuer zu stehen gekommen. Gewiß, es ist schwer ge- sündigt worden, wir haben keinen Grund, irgendeine Partei in Schutz zu nehmen, Fehler zu beschönigen und Unterlassungen zu vertuschen, wir wünschen Reformen, wir fordern dringend eine Ab- kehr von den als falsch erkannten Wegen, aber wir glauben, daß es dazu nicht erst des Einreißens aller Mauern bedarf, um aus dem Ehaos Neues zu schaffen, von dem uns bis heute noch niemand sagen konnte, wie es aussehen soll. Auf die Gefahr hin, für lau und schwachmütig zu gelten, treten wir ein für das zunäch st liegende und greifbare: eine Finanz- r e f o r m, die alle Zweige ber Verwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden zur äußersten Sparsamkeit zwingt, die klare Verantwortlichkeiten schafft, die hemmungslose Bewilligungsfreudigkeit der Parlamente unterbindet und Staat und Gemeinden die Möglichkeit gibt, die wirtschaftstötenden öffentlichen Lasten zu senken: eine Wirtschaftsreform, die entschlossen halt macht auf dem unheilvollen Wege der kalten Sozialisierung: eine So- 3 i a l r e f o r m, die die sozialen Lasten in Einklang bringt mit dem wirtschaftlich tragbaren und damit einen stetigen Ausbau der Sozialpolitik auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sicherstellt: eine Reichsreform, die unter Berücksichtigung des historisch Gewordenen Wege bahnt zu einer gesunden, auch die wirtschaftlichen Verbundenheiten beachtenden Neugliederung des Reichs, die die hem- wenden und kostspieligen Reibungen innerhalb des Staatsapparats beseitigt und einen klaren, über- sichtlichen und sparsam verwalteten Staatsbau schafft. Für alle diese großen zusammenhängenden und in einem Zuge durchzuführenden Aufgaben sehen wir in dem Reformprogramm des K a b i n e t t s B r ü n i n g verheißungsvolle Ansätze, ergänzt durch die Aufgaben, die die Not der Stunde der Reichsregierung gestellt hat: Sanierung der Staatsfinanzen, Hilfe der Landwirtschaft, Rettung des Ostens, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Belebung ber Wirtschaft. Hindenburgs Botschaft hat hier Weg und Ziel gewiesen. Manches hätten wir Bundeskanzler Schober über das wirischafiliche Paneuropa. schneller, entschiedener und rücksichtsloser gewünscht. Um vor unpopulären Maßnahmen zurückzuschrecken und weiter an den Symptomen der Krankheit herumzudoktern, statt sie energisch an ihren Wurzeln zu bekämpfen, dazu ist jetzt keine Zeit mehr. Aber wir haben das Vertrauen zu dem Kabinett Hindenburgs, daß es sich durchsetzen wird, wenn ihm das Volk die Möglichkeit des Weiterarbeitens gibt. Der 14.September muß also einen arbeitsfähigen Reichstag bringen. Die Parteien der großen staatsbürgerlichen Mitte von der Landvolkpartei Schieles und den Konservativen Treviranus' über Wirtschaftspartei, Volkspartei und Zentrum bis zur Staatspartei Dietrichs und Mahrauns müssen aus den Wahlen so gestärkt hervorgehen, daß sie dem Kabinett eine sichere, von Zufälligkeiten und Ueberraschungen unabhängige Mehrheit zur Verfügung stellen können. Wir hätten es zu Klärung der Situation für wünschenswert gehalten, wenn der Reichskanzler in seinen programmatischen Aeußerungen den Trennungsstrich noch links zur Sozialdemokratie hin nicht minder scharf gezogen hätte als nach rechts. Es genügt eine nähere Betrachtung des des von Hindenburg aufgestellten Reformprogramms, das sich ja die Reichsregierung zu eigen gemacht hat, um zu wissen, daß dieses mit der Sozialdemokratie nicht zu machen ist. Es genügt ferner sich zu erinnern, daß die Sozialdemokratische Partei schon zu einer Zeit, als die Durchführung der notwendigen Reformen auf finanz- und sozialpolitischem Gebiet noch unter erheblich geringeren Opfern möglich war, ihre Mitarbeit versagte und das Kabinett Hermann Müller, an dem sie mit vier Ministern maßgeblich beteiligt war, zum Rücktritt zwang. Es genügt schließlich festzustellen, daß die Sozialdemokratie im Bunde mit der Hugenberggruppe, Nationalsozialisten und Kommunisten die Aufhebung der Notverordnungen des Reichspräsidenten verlangte und damit diesen zur Auflösung des Reichstages zwang. Die von dem Führer der Staatspartei, Höpker-Aschoff, immer wieder aufgestellte Frage nach Anerkennung der staatsbürgerlichen Gesinnung der Sozialdemokratie und ihrer Bündnisfähigkeit hat keinerlei aktuelle Bedeutung. Wir sind die letzten, die diese Frage grundsätzlich verneinen, aber wir erinnern die Staatspartei an den Ausspruch des Demokraten H e l l p a ch , der meinte, Man könne es der Sozialdemokratie gar nicht zumuten, an dem inberpolitischen Reformwerk mitzuarbeiten und man müsse sie deshalb aus der Verantwortung entlassen. Die Sozialdemokratische Partei selber hat ja das gleiche Gefühl gehabt und sich rechtzeitig in die Opposition zurückgezogen. Daran ändert auch nichts das Frage- und Antwortspiel zwischen Otto Braun und dem Reichskanzler. Die Wiedereinschaltung der Sozialdemokratie in diesem Augenblick würde scharfes Abbremsen aller Reformen und schlimmste Reaktion bedeuten. Ohne die Sozialdemokratie heißt keineswegs gegen die Arbeiterschaft regieren, nicht umsonst liegt die Durchführung der Sozialreformen und des Arbeitsbeschaf- fungsprogramms ja in den Händen des christlichen Gewerkschaftlers Adam Stegerwald. Aber die sozialdemokratische Parteibureaukratie hat gezeigt, daß sie ihren Wählern keine unpopulären Maßnahmen zumuten will. So werden die Reformen ohne sie gemacht werden müssen. Auch nach dieser Seite hin wird sich der Wähler zu einer klaren Meinung durchringen müssen. Denn nur wenn die zur Mitarbeit an dem Reformwerk bereite staatsbürgerliche Mitte dem Kabinett eine sichere Rückenstärkung geben kann, wird die Regierung über die Behebung der dringendsten Alltagssorgen hinaus ihr auf lange Sicht gestelltes Reformwerk fortzuführen vermögen. Das ist ganz nüchtern und sachlich ohne alle Verdunkelung durch dogmatische Ueberlegungen und phantastische Zielfetzungen der Sinn dieses Wahlkampfes. Ihn wieder sich klar vor Augen zu stellen, ist bitter Not nach diesen Wochen, die statt Klarheit Verwirrung, statt Besinnung Kopflosigkeit gebrächt haben. Nicht Verzweiflungsrezepte politischer Desperados oder wirklichkeitsferner Romantiker, nicht nach Popularität haschende Parteitaktik, sondern nur mühsam harte Arbeit der Gemeinschaft aller, die guten Willens sind, kann Staat und Volk den steinigen, schmalen Weg aufwärtsführen zu einer besseren Zukunft. Daß die Reichstagswahl vom 14. September auf diesem Wege zum Licht ein Schritt voran sein werde, dazu mögen alle, Männer und Frauen, die sich ihrer Verantwortung für das Schicksal von Volk und Nation bewußt sind, mit ihrer Stimme beitragen. 50 Millionen für Notstandsarbeiten. Berlin, 12. Sept. Die kürzlich neu gegründete Gesellschaft für öffentliche Arbeiten, die sich der produktiven Erwerbslosenfürsorge annehmen soll, und die im Rahmen der Dau- und Dodenbank aufgezogen wurde, wird in der nächsten Zeit einen Betrag von etwa 50 Millionen den Ländern zusätzlich für R v t - standsarbeiten zuleiten. Diese 50 Millionen stellen eine Art Vorschuß auf die seit langem vorgesehene Auslandanleihe von 100 Millionen dar, die bisher noch nicht zu - standegekommen ist. Seit bald zwei Monaten verhandelt man über diese Anleihe mit dem Londoner Bankhaus Schröder, es scheint aber, daß die Reichstagsauflösung und die Reuwahlen den Abschluß verzögert haben. Man hofft aber, nach den Wahlen zu einer Einigung zu kommen. Die Länder sind bereits aufgefordert worden, ihren Bedarf an zusätzlichen Geldern für die produktive Erwerbslvsen- fürsorge bei der Gesellschaft für öffentliche Arbeit anzumelden, und es liegen auch bereits die Vorschläge von Oldenburg, Preußen und Sachsen fertig ausgearbeitet vor. Es handelt sich jetzt also um die Prüfung der einzelnen Vorschläge durch den Kreditausschuh auf Grund der Richtlinien, die man für die zu vergebenden Kredite aufgestellt hat. Erst nach Sichtung dieser Vorschläge kann die uuf insgesamt 50 Millionen begrenzte Summe einzeln zur Verteilung kommen. Der Bombenleger-prozeß. Altona, 12. Sept. Im Bombenlegerprozeh wurde Rechtsanwalt Dr. Conrad (Berlin) vernommen, der Über seine Tätigkeit bei Frau von Oerhen aussagte, deren Anwalt er ist. Gr berief sich bei allen Dingen, die ihm in dieser Eigenschaft bekanntgeworden sind, auf seine Schweigepflicht. Er habe Volck im Jahre 1928 bei Frau von Oertzen kennengelernt. Auf die Frage, ob Frau von Oertzen über Volcks Tätigkeit informiert gewesen sei. erwidert der Zeuge, daß sei doch zweifellos, denn die beiden seien doch ein Herz und eine Seele gewesen. Genf, 12. Sept. (WTB.) In der Völkerbundsversammlung wurde die allgemeine Aussprache über den Bericht des Generalsekretärs fortgesetzt. Der belgische Außenminister Hymans trat dafür ein, daß nicht ein neuer komplizierter Mechanismus geschaffen werde, und daß man stattdessen an eine Erweiterung und Spezialisierung gewisser Völkerbundsorgane denken solle. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober behandelte das Thema der europäischen Einigungsbestrebungen vom wirtschaftlichen Standpunkt aus. Die Vereinbarungen zwischen den östlichen Agrarexportstaaten und ihren engeren und weiteren Nachbarn bilden ein Beispiel der wirtschaftlichen Verständigung zwischen den Staaten, durch die Paneuropa vorbereitet werden soll. Oesterreich ist unter Umständen bereit, an solchen Verhandlungen teilzu- tzehmen in der Erwartung, daß sich daraus für alle beteiligten Staaten eine Besserung ihren wirtschaftlichen Situation und zugleich für ganz Europa der Ausgangspunkt und die Grundlage für die Verwirklichung der Grundidee des Herrn Briand ergeben wird. Der dänische Außenminister Munch brachte im Ramen der Regierungen der Riederlande, Schwedens, Lettlands, Finnlands, Norwegens, der Schweiz, Estlands und Dänemarks den Antrag ein, daß die Dölkerbundsversammlung angesichts der Meinungsverschiedenheiten über die Meistbegünstigungsklausel den Rat auffordern möge, zu prüfen, wie die seit längerer Zeit vom Völkerbund begonnene Arbeit zur Herbeiführung einer internationalen Regelung der Frage der Meistbegün- Eiu letzter Appell des "Berlin, 11. Sept..(WTB.) Der Reichsminister der Finanzen Dr. D i e t r i ch führte bei einerKund- gebung der Deutschen Staatspartei u. a. aus: -Ißenn ich über die Bedeutung der Reuwahlen für die zukünftige Finanzpolitik des Reiches spreche, so ist meine Aufgabe gerade jetzt vor der Wahl, die tatsächliche Sachlage herauszuarbeiten, um damit den Zuhörer in den Stand SU setzen, sich selbst ein Urteil z u bilden. Cs fehlt zur Zeit nicht an den wahnsinnigsten Gerüchten. U. a. ist behauptet worden, daß die deutsche Regierung zweieinhalb Milliarden bei den Franzosen borgen wolle, welche als Kompensation dafür die Zustimmung zu dem Driandschen Paneuropa-Plan verlangten. Daß daran kein einziges wahres Wort ist, habe ich schon festgestellt und herzhaft hinzugefügt, daß ich aber bereit wäre, 2,5 Milliarden Mark zu drei Prozent zu neh- men. Was uns zur Zeit bekanntlich fehlt, ist billiges Kapital auf lange Sicht. Aber leider ist keine Aussicht vorhanden, daß uns irgendein fremder Staat, am allerwenigsten die Franzosen, solches Kapital in ausreichender Menge borgen. Wir werden deshalb genötigt sein, es durch Arbeit und Sparsamkeit selb st zu bilden. Ein anderes Gerücht geht dahin, daß wir demnächst die Beamtengehälter nicht mehr zahlen tonnten. Ich habe bereits erklärt, daß die Kassenlage des Reiches für vier Monate Ruhe gestattet und daß auch der kommende Reichstag solange sich darüber besinnen könne, wie er die ihm gestellten Aufgaben erledigen wird. Es ist zwar schon oft genug gesagt worden und muß wiederholt werden, daß die ganze Rot der Reichsfinanzen nicht von den Ausgaben des Reiches selber herkommt. Daß wir zu sehr die Jahre hindurch aus dem Dollen gewirtschaftet und die Ausgaben immer mehr gesteigert haben, ändert daran nichts. Die akute Schwierigkeit ist in der Verquickung der Arbeitslosenversicherung mit dem Reichsetat zu suchen. Es ist klar, daß kein Fmanzminister geordnete Finanzen halten kann, werm die Ausgaben, die ihm von dieser Seite her aufgezwungen werden, jedes Vierteljahr um einige hundert Millionen steigen. Das oberste Ziel muß deswegen sein, die Erwerbslosenfürsorge nicht nur auf an bene Grundlagen zu stellen, sondern sie auch selbst vom Etat abzuhängen. Der kommende Reichstag wird in diesen Dingen nicht beschließen können, was ihm paßt, sondern wird beschließen müssen, was praktisch und finanziell möglich und tragbar ist, und hierzu ist zu sagen, daß wir an dem punkt stehen, wo die Soziallasten nicht mehr gesteigert und die Steuern nicht mehr erhöht werden können. Ls ist schwer, abzudrehen, aber es muß sein, und wenn wir es nicht täten, so würde die Folge davon sein, daß die Wirtschaft weiter nachläßt, die Steuereinnahmen sinken, die Sozialversicherungsträger aber zusammenbrechen würden. Cs ist nicht unsozial, wenn ich so rede, sondern es ist sozial, denn das Gegenteil versprechen ist zwar vor den Wahlen möglich, ist aber prak- tischundurchführbar. Im Grunde ist man ich über all diese Dinge bei wirklich politisch denkenden Köpfen vollkommen im klaren, und die es anders sagen, kennen entweder die Verhältnisse nicht, sind irregeführt ober f i n b böswillige Demagogen. Wenn nun im Wahlkampf gestritten wirb gegen Frau von Oerhen werbe in biefem Monat 54 Sabre alt. Volck habe ihm erklärt, bas Bauernvolk würbe zur Verzweiflung getrieben, bie Regierung habe kein Verständnis für bie Rotlage. Atzt werbe durch das ganze Bauernvolk vom Rorden ausgehend, in ganz Deutschland eine Demonstrationsbewegung angefacht, bamit die Regierung endlich einsehe, wie verzweifelt bie Lage ber Bauern sei. Er habe Volck ür einen großen Ibealisten gehalten. Volcks Bestehungen zu Frau von Oerhen seien burchaus reunbschaftlicher Ratur gewesen. Beibe hätten ich über Geheimnisse ber Astrologie unterhalten. Frau von Oertzen habe ihm auch gesagt: „Volck tut alles, was ich will. Er ist völlig in meinem Dann." Er habe sich über dieses Hörigkeitsverhältnis gewunbert. Rechtsanwalt Dr. Graf stigungsklausel beschleunigt werden konnte. Die Meistbegünstigungsklausel bedeutet eine allgemeine Konsolidierung ber Zollsätze gegenüber einem bestimmten Lande: da es oft schwierig sei, einen Verzicht dieses Landes auf diese Konsolidierung herbeizuführen, sähen sich die Staaten. die ihre Zolltarife erhöhen möchten, oft veranlaßt, den Geltungsbereich der Meistbegünstigungsklausel einzuschränken. Das nehme der Klausel jeden Wert. Es müßte unverzüglich eine Konvention ausgearbeitet werden, die in einzelnen wesentlichen Fragen den Bereich der Meistbegünstigungsklausel festlege. Ealonder soll weiter amtieren. Genf, 12. Sept. (WTB.) In Vötterbundskreisen besteht allgemein der Wunsch, daß der bisherige Präsident der Gemischten Kommission für Oberschlesien, 6 a Io nb er, ber bekanntlich aus persönlichen Gründen sein Abschiedsgesuch beim Völkerbund eingereicht hatte, f e i n A m t weiterführen möge. Das allgemeine Vertrauen,_ das Calonder sich durch seine objektive Amtsführung im früheren Abstimmungsgebiet erworben hat, kommt darin zum Ausdruck, daß heute Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s und der polnische Außenminister Z a l e s k i ein gemeinsames Schreiben an den Völkerbundsrat gerichtet haben, worin dieser ersucht wird, Calonder um Fortsetzung seiner Tätigkeit zu bitten. In Völkerbundskreisen glaubt man, baß Calonder sich einem einstimmigen Wunsch des Rates nicht verschließen wirb. Reichsfinanzministers. die Rotverordnung und deren Beseitigung verlangt wird, so stelle ich fest, daß diese Beseitigung gar nicht möglich ist. Sie würde Anordnung in bie Reichsf inan- Sen bringen, bie Gefahr heraufbeschworen, die zur Zeit nicht besteht, bah tatsächlich bie Gehälter unb Lohne nicht gezahlt werben können. Sie würbe zahlreiche Gemeinben, die dank der neuen Maßnahmen wieder atmen können, zahlungsunfähig machen: und sie würde vor allen Dingen die Zahlung ber Arbeitslosenunterstützungen in kürzester Frist unmöglich machen. Es geht also darum, bas zunächst zu verhüten. Es ist bekannt, daß ich bie Abstriche des vorigen Etats im kommenden Etat verdoppeln will: und ich füge hinzu: Ganz gleichgültig, wer an meiner Stelle steht, ber Reichsfinanzminister wirb diese Abstriche Verboppeln müssen, aus dem einfachen Grunde, weil infolge Sinkens ber Steuern bie Aufrechterhaltung bes alten Etats unmöglich ist. Sparen wirb also bie Parole fein, sparen auch zu dem Zweck, bah wir bie Steuern, bie bie Wirtschaft einfach zu erbrüden brohen, allmählich von ihrer Höhe senken können. Lediglich eine solche Senkung und eine abfo-' lute Ordnung der Finanzen wird der Wirtschaft den Impuls geben zur Erneuerung und Belebung, ohne welche ein Aufsaugen der Arbeitslosen gänzlich unmöglich ist. Das Problem ist ganz klar gestellt: Sparsamkeit und Ordnung der Finanzen, damit Belebung der Wirtschaft, damit Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Run gibt es Rezeptmacher, bie uns sagen: Ihr braucht ja bloß bie Reparationen burch- zu st reichen, und es ist alles in Orbnung. Die so reden, wissen genau, bah, sie bas, was sie sagen, wenn sie an bie Macht kämen, nicht ausführen konnten. Ich warne, daran zu glauben, daß diese Dinge irgendwie mit Gewaltakten zu ordnen wären. Wäre bas möglich, so hätten bie Englänber, bie in ben nächsten zehn Jahren an bie Vereinigten Staaten mehr zu zahlen haben, als sie von uns, ben Franzosen und allen anderen europäischen Kriegsschuldnern bekommen, schon längst einen Strich durch bie ganze 'Sache gemacht. Ich benütze diese Gelegenheit, festzustellen, bah an bem Gerebe, Deutsch- lanb erstrebe ein Moratorium, kein wahres Wort ist. Aber ich betone, bah alle biefe Gerüchte unb Behauptungen geeignet sinb, Deutschlanb gerabe in einem Augenblick in seinem Krebit zu schädigen, in bem wir uns toieber an bie erste Stelle der handeltreibenden Mächte Europas geschoben haben. -Es. ist spezifisch deutsch, fortgesetzt unsere Verhältnisse schlechter zu machen, als sie tatsächlich sind, und es mag sein, bah bie- jenigen, denen an einem Aufbau des Staates und einer Wiederbelebung ber Wirtschaft weniger (gelegen ist als an einer Katastrophe, profitieren können. Aber alle biejenigen, welche sich über die Parteigrenzen hinaus darüber klar sind, bah alle Schichten bes beutschen Volkes auf Tob unb Leben miteinanber Der» bunben sind unb nur existieren können, wenn bas Haus, in bem sie wohnen — bas ist das Deutsche Reich — ein intakter unb ge» orbneter Staat bleibt, werben sich verbinben müssen in bem Bestreben, benKrisenmachern bas Hanbwerk zu legen. Die Hauptkrise, in ber wir leben, ist keine finanzielle unb keine Staatskrise, fonbem eine Vertrauenskrise. Sie allein gilt es zu übertoinben. ©obalb das der Fall sein wird, werben wir mit ben anderen Aufgaben bestimmt fertig werden. von ber Goltz fragt, ob Frau von Oerhen sich ber Verhaftung des Angeklagten Volck gerühmt und erzählt habe, Reichskanzler Müller habe ihr gesagt: „Sie sind ja eine geborene Diplomatin." Dr. Conrad entgegnete, Frau von Oertzen habe sich tatsächlich gerühmt, daß sie zum Tee beim Reichskanzler gewesen sei unb dieser ihr gesagt habe: „Sie sinb eine hervorragende Diplomatin." Graf von ber Goltz fragt nach den Beziehungen ber Frau von Oertzen zu Dr. Breit scheib unb zu Staatssekretär Dr. Weißmann. Convab erklärte, er sei im Sommer 1929 mit Frau von Oertzen in einem Kurort zusammen gewesen. Dort habe Frau von Oertzen sich stets ihrer ausgezeichneten Beziehungen zur damaligen Reichsregierung gerühmt unb wiederholt von ihrem Freund Dr. Breitscheib gesproDasResormprogramm derMchsregienmg chen Erster Staatsanwalt Dr. Eichholz fragte, ob Volck zugegeben ober angebeutet habe, bah Frau von Oertzen ihn zu einigen Bombenattentaten angeftiftet hätte. Dr. Conrab erklärte, bas habe Volck nicht getan. Heber bie Frage, ob Frau von Oertzen barüber gesprochen habe, berief er sich auf seine Schweigepflicht. Rechtsanwalt Dr. von ber Goltz fragt nach ben Beziehungen ber Frau von Oerhen zur politischen Polizei unb ob sie barüber mit bem Zeugen gesprochen habe. Dr. Conrab erklärte, Frau von Oertzen habe ihm gesagt, er könne viel Gelb verdienen, wenn er sich der politischen Polizei wibme. Erschwerung des Kirchenaustritts in Thüringen. Berlin, 13. Sept. ($11.) Dem Thüringer Landtag ist vom Staatsministerium ein Gesetzentwurf borgelegt worden, der eine Aenbe - rung bes Kirchenaustrittsgesetzes von 1922 vorsieht. Im Paragraph 2 bieses Gesetzes soll jetzt die neue Bestimmung enthalten fein, daß die schriftliche A u s t r i 11 s erklär u n g einer gerichtlichen ober notariellen Beglaubigung bedarf. Gemeinschaftliche Austrittserklärungen sind nur für Ehegatten oder für Eltern und ihre minderjährigen Kinder zulässig. Weiterhin soll das Kirchenaustrittsgesetz die neue Bestimmung enthalten, baß bie Austrittserklärung erst nach Ablauf eines Monats wirksam werbe, sofern sie nicht inzwischen münblich vor dem Standesbeamten oder durch eine einfache schriftliche Erklärung w i d e r ru f e n wird. Aus aller Wett. Eröffnung der Internationalen Postwertzeichen-Ausstellung in Berlin Im Kaifersaal im Berliner Zoo fand die Eröffnung ber Internationalen Postwertzeichen- Ausstellung Berlin 1930 statt. Unter ben Ehrengästen bemerkte man u. a. auch ben Reichs- Post m i n i st e r. Professor Stenger, ber erste Vvrsihenbe 'be8 Arbeitsausschusses, begrüßte die Gäste unb wies barauf hin. baß bas Schönste, Wertvollste, was philatelistischer Fleiß zusammentragen konnte, hier versammelt sei. Reichspostminister Dr. Schätzet Überbrachte die Grüße des Reichspräsidenten und der Reichsregierung und betonte die enge Verbundenheit von Post und Philatelie. Wenn die Post Voraussetzung und Rährboden der Philatelie sei, so wirke andererseits bie Philatelie fordernd und befruchtend auf das Postwesen ein. Die Der- bindungsbrücke beider sei die Briefmarke. Der Redner sprach sodann von ber Briefmarke als Postwertzeichen an sich, als Symbol der Postverwaltungen und der Rationen, die sie vertritt, als Symbol des Verkehrs und als bedeutsames Weick der Kleinkunst unb schloß: Angesichts der vielfachen unb engen Beziehungen Mschen Philatelie unb Post hat bie Deutsche Reichspost für die Internationale Postwert- zeichenausstellung Berlin einen besonderen Dlock der neuen Wohlfahrtsmarken herausgebracht, um sie ber Ausstellung als Zeiten innerer Verbundenheit zu widmen. Mit dem Wunsche, daß bie Ausstellung ein Markstein in ber Geschichte der internationalen Philatelie fein möge, erklärte der Minister namens ber Reichsregierung die Ausstellung für eröffnet. ^Der „Herr Reichspräsident hat an die Ausstellung das nachstehende Schreiben gerichtet, das vom Reichspostminister bei ber Eröffnung verlesen würbe: „Zur Eröffnung der Internationalen Postwertzeichen-Ausstellung Berlin 1930 fenbe ich als beren Protektor meine herz- iKfren Grüße. Möge ber „Jposta", bie sich die Aufgabe gesetzt hat, durch eine erlesene Zusammenstellung von Postwertzeichen-Sammlungen aller Länder bie weltumspannenbe Bebeutung ber Briefmarke unb ber Philatelie ber Öffentlichkeit vor Qlugert zu führen, ein schöner Erfolg beschieden sein. Der Mordprozeß Rogens-Iakubowski vor dem Reichsgericht. Unter reger Anteilnahme von Publikum unb Presse wurde vor dem Ferienstrafsenat des Reichsgerichts die zweite Revisionsver- Handlung im Mordprozeh Rogens eröffnet, öer seinerzeit großes Aufsehen erregte. Der Reichsanwalt beantragte, die Revision des zum Tode verurteilten August Rogens unb seiner SU sechs Jahren Zuchthaus verurteilten Mutter zu verwerfen. Rach mehrstündiger Beratung verkündete ber Dorsitzenbe das Urteil dahin, daß entsprechend dem Anträge des Reichsanwaltes die Revision ber Angeklagten August Vogens unb Frau Kähler verworfen werben. Eine nähere Degrünbung bieser Cntscheibung würbe unter besonberem Hinweis auf bie Ausführungen bes Oberreichsanwalts, benen sich der ©enat vollinhaltlich ansch loh, nicht gegeben. Drei Sinder verbrannt. In der Stadt Ahrensburg auf der Insel Oesel wurde ein Haus, das von einer Witwe mit ach t Kindern bewohnt wurde, bei einem Brande vollkommen eingeäschert. Unter den rauchenden Trümmern fand man die verkohlten ' Leichen dreier Kinder. Die Mutter und die älteren Geschwister befanden sich zur Zeit des Ausbruches des Brandes außerhalb auf Arbeit. Brand eines Güterzuges in Oklahoma. Bei Enid im Staate Oklahoma (USA.) explodierten in einem Güterzuge mehrere Tankwagen. Durch die Stichflamme wurde der ganze Zug i n Brand gesetzt. Der ganze Zug brannte in wenigen Sekunden lichterloh. Mehrere Landstreicher, die auf den Güterwagen als blinde Passagiere mitfuhren, konnten nicht mehr entrinnen und verbrannten, da ihnen auch von den herbeigeeilten Personen keine Hilfe geleistet werden konnte. Das eigene Kind zehn Iahre im Suhstall gefangengehatten. In einer Ortschaft bei ©illein in "ber Slowakei tauben bieser Tage Gen barme in einem verlassenen Kuh stall bie 2 4jäh rig e Tochter einer reichen Bäuerin mit einem Strick um ben Hals an einer Krippe ange- b un ben vor. Der bis auf bie Knochen ab- gemagerte Körper wies ©puren schwerer Mißhandlungen auf. Der herbei gerufene Vrzt ordnete bie Heberführung in ein Krankenhaus an. Die Mutter hat gestanben, ihre Tochter über zehn Jahre angebunden zu haben, ba sich im Jahre 1919 bei bem bamals 14jährigen Kinbe Anzeichen von Irrsinn gezeigt hätten« '""»trift« zrS -- te »Ä ^'Sen Äin. ^r^naug. Ä. d-r / ■<* 01 fl 11 f Man sie Ärr N. jjfM tiS? «M ^".deni It, er Klärte, de? 5 vie Aschen elf. Zonalen in Berlin w fand die Sr. Postwertzeichen, "ter den Ehren. Den Reich-, "a e r. der ecke begruhte die v das tzchönfte, /lciD zusammen« fei. Reichspofl. Jte die Srühe Aeichsregieruna cheit von M 2oraussehnng lei, |o tovrte mb und be. ein. Die Der« die Bries« n von der Bries« >4, als 6t)mbol Rationen, die sie hrs und als be- und schloh: An« l des Reichs Ulazten W“ wvrsen wer- a«, tzntschetdung is aus die^ z denen sicher nicht gegeben- nnl. .,. f »er -»!-> r Witwe wik -G M Whomu. SAJefP1001;^ rr n (W a fl e L « in rippen ab- die KKercr r 5”_ Kranke» in -'N Tochter da 'lch Aus der Pwvinzialhauptfiadt. Sieben, ben 13. September 1930. Des Woldes goldeni Lochzeit. Da» wogende Getreide fiel unter dem Schnitt der blanken Senfe, die Wiesen sind zum -wetten Male gemäht worden. 3m Feld wirb es em- sam, der Wind fährt über die Stoppelw Selo* mäuse und Hamster lieben diese Tage. Sie sind nun die Herren auf der Flur. Fast alle leuchtenden Feld- und Wiesenblumen sind dahin- aegangen. nur die Herbstzeitlose erscheint auf Den kahlen Wiesen. ., Wohl täuscht uns die Sonne noch mit ryrem verführerischen Schein, aber die Nächte werden füfcl, und die Nebel steigen frühmorgens aus ^^Der^ Herbst ist nahe. Die letzten Blumen leuch- ten zum Abschied noch einmal auf. _6till und leicht geneigt stehen sie da. Sie fühlen da- Ende. Die Schwalben sammeln sich auf den Telegraphendrähten, sie wollen Abschied nehmen. Die Schneegänse werden nun aus dem Norden nach den warmen Ländern fliegen, die Störche find schon vorangeeilt. An den Hecken winken die roten Hagebutten auS dem dunklen Laub, tief zur Erde geneigt locken die tiefschwarzen Brombeeren. Auch der Wald steht still, wie in Andacht versunken. Bei Tage trinkt er den Sonnenschein, aber des Nachts lasten die Nebel schwer aus ihm. Er wird nun auch bald zur Ruhe gehen. Schon leuchten hier und da rote und gelbe Blätter im Grün des Laubes. Der Wald begeht sein goldene- Hochzcitsfest. SS ist keine stürmische Feier, wie die m den ersten Frühlingstagen, wenn laue Winde wehen und die Knospen über Nacht aus den Hüllen springen. Die goldene Hochzeit kommt still und weich. Der 3ubel, die helle Zukunftsfreude fehlen. Die Sänger sind fast alle verstummt, nur hier und dort hört man ein sanftes Zirpen. Dafür brüllen in den Nächten die Hirsche ihren LicbeSruf in die Finsternis, und Käuzchen huschen mit lautem Kiwitt vorüber. Aber zur Herbstseier legt der Wald sein schönste- Kleid U 1b. '16 ■fi M. 5677 a. d. Gtetz. Anz. 2-5innn.-®olja. m. Küche, Sveisek. u. Keller, auf d. Lande, Bahnstat^ Nähe Gie- tzens, zu vermieten. Schr. Ansr. u. 05688 an den Gtetz. Anz. WIIIII!IIIII!IIIIIIII!II!I!IIIII!IIIIIIIII!I!IIII,II!IIIIII!,!,I!,!II,l! Einfach möbl. Zimmer von berufst. Fräiil. zum 1. 10. geh Schr. Angeb. mit Breis u. 05689 a. d. Gieh.Anz. 3oötil£flfleitflunie Groß n.Klein-Garagen Nähe Bahnhof za verm. Näh. 5529D Tchubertstr. 2. Gießen, den 13. September 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Seid. Im Zentrum der Stadt 315 qm alS Lagerplatz ob. dergl., mit Toreinfahrt, zu verm. Schr. Ang. u. 6212D a. d. Gtetz. Anzeiger. Tücbt.Alleinmädchen das kochen kann und alle Hausarbeit versteht, zum 1. 10. ges. 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Die Frauen haben Jahrtaufenbe hindurch a l 8 Mittelpunkt ihrer Familien. a!8 Mütter und Pflegerinnen de8 Rachwuchses, in Erfüllung wichtigster kultureller und wirtschaftlicher Aufgaben dem Staate unschätzbare Dienste geleistet, ohne sich dellen bewußt zu werden. Dis vor verhältnismäßig kurzer Zeit Hatter die Familien innerhalb des Staates ein in sich ab- geschlossenes Eigenleben, das alle Dedürs- nifle des einzelnen im wesentlichen befriedigte und in dem der Frau durch die Stärke ihres Einflusses die Hauptvcrantwortung für das Gedeihen dcS einzelnen sowohl, wie auch das der häuslichen Gemeinschaft als solcher zufiel. Aber immer mehr griff der Staat in den Bereich der Familie über, die Schulpflicht entzog ihr wich- tigslr erzieherische, die allgemeine industrielle Entwicklung unserer Wirtscyaft wertvolle schöpferische Aufgaben. Hygienische Maßnahmen des Staate- griffen sogar in die rein körperliche Fürsorge für die Familienmitglieder ein, und so ging in immer fortschreitendem Umfange ein Stückchen von den früher ausschließlichen Rechten der Familie (toic auch ihren Pflichten) auf die Allgemeinheit über. Der Frau sind durch die immer stärkere Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes der Familie wichtige und füt ihre Eigenart besonders wertvolle Ein- slußmöglichkeiten und wirtschaftliche Entwicklungen verloren gegangen, bzw. fehr stark beschnitten worden. Schwerwiegende Verantwortungen des Familienlebens hat der moderne Staat der Frau dadurch abgenommen, daß er Ausgaben, die früher ausschließlich Pflichten der Familie waren, der Allgemeinheit zuwies: dafür legte er neue Verantwortung auf ihre Schultern, indem er fie — dem Manne gleich — zur aktiven Mitarbeit am Volksleben heranzuziehen verfuchte. Qlur in sehr beschränktem Maße ist ihm das bisher gelungen! Aber die Wahrnehmung. daß viele Frauen mit ihren neuen Rechten und Pflichten noch nichts anzufangen wiffen, daß sie die verpslichtenden Zusammenhänge noch nicht durchschauen, sich noch nicht der ungeheuren Mitverantwortung be- -wußt geworden sind, unter der sie heute im staatlichen Leben des Volkes stehen, ändert nichts daran, daß die Geschichte einmal auch von ihnen R e ch e n s ch a s t fordern und fragen wird: Was habt i h r aus dem Leben und den Möglichkeiten eures Volkes gemacht? Weil der Staat sich gewandelt hat und weil die Allgemeinheit Pflichten der Familie übernommen hat, darum braucht der heutige Staat Der Mann, der die Reichstagswahl leitet: Geheimrat Professor Dr. Wagemann, der Präsident des Statistischen Reichsamts, der Reichswahlleiter. die Frau weit über den Rahmen ihre- Dienste- in der Familie hinaus. Und weil der Frauen- einfluß durch die Einschränkung des Selbstbestimmungsrechts der Familie auf der einen Seite vermindert worden ist, darum muß er auf dem Wege über die CQjitarbcil im Etaatslcben a n anderer Stelle neu und Härter eingeschaltet werden, wenn nicht eine immer krasser werdende Disharmonie des Volkslebens, in dem der — tiefsten ethischen Gesetzen entsprechende — Anteil frauenhaften Einflusses zu stark vermindert wurde, dieZolge fein soll. Darum Frauen — entzieht euch eueren Verpflichtungen nicht! Wie in der Familie, so auch nicht im Staate! Richt im Gemeindeleben, nicht in der Politik, nicht im Schulleben eurer Kinder, auch nicht bei der Mitbestimmung wirtschaftlicher und anderer Fragen. Dor allen Dingen aber jetzt nicht bei den bevorstehenden Wah- l c n! Sorgt mit dafür, daß durch Schaffung klarer Mehrheitsverhältnisse, zu denen vor allem die Ausschaltung der großen Partei der Richtwähler gehört, unsere Volksvertretung wirklich regierungsfähig werde! Aus den Denkwürdigkeiten des Fürsten Bülow. Besuch am Hof von E>t. James. — Empfang bei Königin Viktoria. — Der Prinz von Wales. Die „Dofsifche Zeitung" veröffentlicht aus den Denkwürdigkeiten des F ü r st e n Bulow, des vierten Kanzlers des Deutschen Reiches, einzelne interessante Stücke, u. a. folgende Charakterschilderungen der allen Königin Viktoria und des späteren Königs Eduard VII., die Bülow bei seinem Besuch in London 1899 zum ersten Mal kennengelernt hatte. Copyright 1930 by Ullstein AG., Berlin. Nachdruck verboten. Die Queen. Am Tage nach meiner Ankunft in Windsor wurde ich von der Königin Viktoria in „the Queen’s private doset, d. h. im kleinen Salon der Königin, empfangen. Der Maler Angeli halte, als er das Bild der Königin zu malen hatte, dem Oberhof- meister der Kaiserin Friedrich, dem Grafen Götz von Seckendorsf, mit Wiener Drolligkeit und mit der Unbefangenheit eines Künstlers gesagt, Ihre Majestät von Großbritannien und Irland schaue aus „wie ein Schwammerl". Für Niederöfter' reicher füge ich hinzu, daß „Schwammerl" soviel bedeutet wie Champignon. Aber trotz ihrer kleinen Figur hatte Königin Viktoria in Erscheinung und Wesen etwas wahrhaft Königliches. Ich habe selten soviel Natürlichkeit, Einfachheit und Würde in einer Persönlichkeit vereinigt gesehen, wie in ihr. Sie saß damals schon zweiundsechzig Jahre auf dem Thron, den sie mit achtzehn Jahren bestiegen hatte. Das parlamentarische Regime. Als Königin Viktoria mich empfing, blickte sie nicht nur auf eine ungewöhnlich lange, sondern auch auf eine ungewöhnlich glänzende und erfolgreiche Regierung zurück, eine der erfolgreichsten Regierungen der Weltgeschichte. Wer ihre Korrespondenz und die von ihr angeregte Lebensbeschreibung ihres Gemahls, des Prinzen Albert, lieft, muß mit Bewun- derung auf so viel Pflichttreue und auf so aus- gesprochenen Takt blicken. Sie hatte einen starken Willen und bei aller äußeren Bescheidenheit ein berechtigtes, aber ungemein hohes Selbstgefühl, ohne daß sie je versucht hätte, sich über die Schranken der englischen Verfassung und der englischen Tradition hinwegzusetzen. Sie hatte eine große Vorliebe für Disraeli und eine starke Abneigung gegen Gladstone. Aber wenn die parlamentarische Lage es erforderte, entließ sie Disraeli und ernannte Gladstone zum leitenden Minister. In ihrem Hause war sie umgeben von der zärtlichsten Liebe, von der Ehrerbietung und dem blinden Gehorsam ihrer ganzen Familie. Wenn sie in Osborne weilte, pflegten sich ihre Töchter und Schwiegersöhne während des Vormittags nicht ohne Aufregung zu fragen, ob und für wie viele Stunden fie die Erlaubnis erhalten würden, mit der Royal Jacht „Victoria and Albert" fpazicrcnzufahren. Als König Karl von Rumänien nach fast dreißigjähriger Regierung der Königin Viktoria in Windsor einen Besuch abftattete, erfreute ihn Ihre Majestät, der seine kluge und dabei abgeklärte Weise mit Recht gefiel, durch zwei große Beweise ihrer Huld: Sie verlieh ihm den Hosenbandorden, den von Nichtengländern außer direkten Nachkommen des englischen Souveräns nur gekrönte Häupter erhalten können und sie übergab ihm einen Schlüssel f ü r das Mausoleum ihres verstorbenen Gemahls, des Prinzen Albert, mit der Erlaubnis, dort eine Stunde zu verweilen. Die letzte Auszeichnung erschien der Königin als die größere. Die Königin würde nie für einen politischen Vortrag einen Minister haben warten lassen. Sie war gütig und ohne Pose, aber sie forderte immer und unter allen Umständen b i e korrekte st en For - in e n. In der Nähe von Windsor befindet sich ein stattliches, vergoldetes Denkmal eines englischen Königs aus dem Hause Hannover, das von jedermann „the coppered horse" genannt wird. Als einmal ein deutscher Diplomat, der bei der Königin zu Tisch geladen war, erzählte, er habe einen Spaziergang ui dem „coppered horse" unternommen, meinte die Königin streng: „Sie wollen sagen, daß Sie einen Spaziergang zu dem Denkmal des verewigten Königs Georg III. unternommen haben." Die Königin fprad) ebenso gut deutsch wie englisch. Ihr Sohn, der nachmalige König Eduard VII., sprach deutsch mit einem bis zu einem gewissen Grade gewollten englischen Akzent. Ihr Enkel, König Georg V., sprach kaum noch deutsch. Die Königin hatte noch neben ihrem englischen Chaplain einen deutschen Hofprediger, interessierte sich auch für deut- sche Schulen und Wohltätigkeitsanstalten, wie für alle deutschen (Erinnerungen. Alles das verschwand mit ihrem Tode. Eduard VII. Der spätere Eduard VII. ist oft falsch beurteilt worden. Den einen, namentlich deutschen moralisierenden Beobachtern, erschien er als ein frivoler Lebemann, der keines ernsten Gedankens fähig wäre und von dem sich ehrbare Familienväter möglichst fernhalten müßten. Bei dem ersten Besuch, den Wilhelm II. nach seiner Thronbesteigung in England abftattete, halte, sobald der Kaiser mit seinem Oheim ein Gespräch anknüpfte, der sittenstrenge Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr von Mirbach, ingrimmig gemurmelt: „Nun bekommt der 5d) meine!) unb roieber Ob erwasser." Andre Deutsche sahen in dem ältesten Sohn ber Königin Viktoria einen liefen Politiker aus der Schule des Macchiaoelli, ber Tag unb Nacht herüber nachbenke, wie er bie Welt in Flammen setzen unb Deutschland zerstören könne. Die eine Auffassung ist so töricht wie bie anbere. Gbuarb VII. war ein Mann mit viel natürlichem Verstaub, mit sehr viel Takt, mit sehr guten Formen. Er war immer Herr seiner selb st. Er brüskierte niemanben, lieh sich aber auch von nie» manb ausbeuten. Er hatte wenig aus Büchern, aber sehr viel burch bas Leben gelernt, bas er von allen Seiten, in allen Schattierungen, in Höhen unb liefen kannte. Da er gesehen hatte, bah fein tugenbhafter Vater, ber Prinz Albert, trotz seiner Tugenben oder vielleicht gerabe deshalb in England für einen steifen Deutschen gegolten hatte und nie wirklich populär geworden war, so vermied er, was ihm auf irgendeinem Gebiet als Pedanterie ausgelegt werden konnte, beobachtete aber um so strenger alle jene englischen Konventionen, vor denen sich der Engländer fast ebenso tief beugt wie vor religiösen Gebräuchen. So konnte schon über den Prinzen von Wales von einem englischen Staatsmann bas tiefe I Wort geprägt werben: „Prinz Albert war unbeliebt, weil er alle Tugenben besaß, bie dem Engländer bis- weilen fehlen. Der Prinz von Wales ist beliebt, weil er alle Fehler hat, die dem Engländer nachgesagt werden." Der beflangezogene Gentleman. Der Prinz von Wales hat nad) seiner Thron- befteigung mehr realen politischen Einflub ausgeübt als die meisten seiner Vorgänger. Aber als einmal ein biederer Squire in einer ibn sehr bewegenden politischen Frage sich nach der Meinung des Königs erkundigte, um die {einige danach einzurichtcn, ließ der König durch seinen Privatsekretär anworlen: der König habe über alle politischen Fragen und in allen politischen Angelegenheiten immer nur bie Ansicht, bie seine Minister im Parlament verträten. Der fünftige Gbuarb VII. war auch darin ganz Engländer, baß er hohen Werl auf einen labellosen Anzug legte. Man konnte mit Recht von ihm sagen, daß er in dem Lande, in dem sich ohne Frage die Herren am besten anziehen, ber bestangezogene Gentleman war. Uniform ftanb ihm nicht besonbers, ber steife unb enge Kragen feiner preußischen Regimenter genierte ihn. Aber Zivilkleidung haben seit Georg IV. und dessen Freund Brummei wenige Männer besser getragen. Auch hierin war der Prinz von Wales sehr versd;ieden von seinem Neffen, dem Kaiser. Deutschland. Der Prinz interessierte sich lebhaft für das, was in Deutschland an den ihm verwandten Höfen, also namentlid) in Darmstadt, Koburg unb Berlin- Potsbam oorging. Gr schätzte die deutsche Arbeitskraft, das deutsche Pflichtgefühl, die deutsche Biederkeit, die deutsche Akkuratesse, wenn auch ohne den Trieb, diese Tugenden selbst auszuüben. Aber er sah wie viele seiner Landsleute voll Gisersucht auf Deutschland. Die mächtige Entsaltung unserer Industrie, unseres Handels unb unserer Schiffahrt erweckte grabe in ihm die Gefühle, die ber (Eigentümer eines großen unb alten Bankhauses empfin- bet, wenn sich ihm gegenüber ein junger, weniger vornehmer, ihm antipathischer, sehr rühriger Kon- kurrent auftut. Als wir an den Bau einer Flotte gingen, fand auch Eduard VII. dies überflüssig und störend. Seine Frau Halle von allen Kindern der Königin Luise von Dänemark die dänisch- hessischen Rankünen und Antipathien der Mutter gegen Preußen-Deutschland am intensivsten geerbt. Schon lange bevor die politischen Beziehungen zwi- schen uns unb Großbritannien sich verschlechterten, nannte bie Prinzeß von Wales in ber Intimität bie Deutschen „those bestial Germans". Sie war politisch nicht ohne Einfluß auf ihren Gatten, schon weil ber künftige König Gbuarb VII als (Ehemann nicht immer ein reines Gewissen unb infolgedessen durch Folgsamkeit auf andern Gebieten manches gutzu machen hatte. Der Kaiser. Alle antideutschen Gmpfinbungen wurden bei Gbuarb VII. gesteigert durch bie tief gewurzelte Abneigung, bie er g e g e n s e i n e n N e f s e n K a i s e r Wilhelm 11. empfanb. Gr hatte schon ben vorwitzigen Knaben nicht gemocht, ben zu Ueberhebung unb Ruhmrebigkeit neigenben Jüngling noch roeni- Marie von Ebner-Eschenbach. 3u ihrem 100. Geburtstage. 23on Gabriele Reuter GDS. Hunbert Jahre —, da wir jung waren, erschien uns ein Jahrhundert als ein Zeitraum, den cs eigentlich nur in der Geschichte gab — unausdenkbar gleich den ungeheuerlichen Zahlen, die uns bie Sternenkunde nahebringen sollen und sie unserer Auffassungskraft in ihrer Unermeßbarkeit nur um so ferner rücken. Werden wir älter unb älter, so Marie Gräfin von Ebner-Efchenbach. schrumpft auch der Raum meßbar zusammen. Rannten wir nicht Menschen, viele Menschen aus bem vorigen Jahrhundert? Schauen wir nicht hell die Erinnerungsbilder von Zuständen, Einrichtungen, Anschauungen, Lebensläufen, die nichts mehr mit der Gegenwart zu tun haben, bie für ewig vergangen sind? Was ist ein Jahrhundert? Ein verwehtes Stäubchen im Luftraum der Welten. Noch ein Windhauch — und auch uns ist bie Erinnerung verblaßt an die Namen, die Heller ober zarter in unserer Jugend leuchteten! Lebt Marie Ebner heut noch? Freuen sich Men- schen der Gegenwart noch an ihren Werken? — Man muß die Frage verneinen. Ihr Name ist mit Ehrfurcht bestattet in den Sarkophagen ber Literatur. Einzelne ihrer kleinen Novellen werden als Meisterstücke schriftstellerischer Kunst in Mädchen- lyzeen zergliedert, ohne der Jugend bedeutenden Eindruck zu hinterlassen. Und doch verdienen ihre meisterlichen volkstümlichen Erzählungen unsere Anteilnahme auch heute. Als Marie von (Ebner ihren siebzigsten Geburtstag feierte, überreichte ihr die Hochschule der Stadt Wien als einziger Frau die Würde eines Doktors der Philosophie honoris causa. Sie wurde als die erste lebende Sd)riftftellerin in Oesterreich unb Deutschland gepriesen. Das Dokument dieser Ehrung sprach die Anschauung der wissenschastlichen und gebildeten Welt von dem Schassen der Ebner aus. Die Aufzählung der diesem Schaffen gewidmeten Schriften würde Seiten fülley. Dabei bot das Dasein und die geistige Physiognomie dieser zugleich einfachen und außerordentlichen Frau keinerlei interessante Geheimnisse, die zu „Enthüllungen" Anlaß geboten hätten. Unb sie selbst? Wie beurteilt sie sich selbst? Dor mir liegt ein Brief in ihrer festen zierlichen Damen- Handschrift, in dem fie ausspricht: „Hätte ich die Tiefe der Psychologie von X — die Farbigkeit in der Darstellung von P, bie Größe der Konzeption von Z — ja, bann dürfte man mich eine große Schriftstellerin nennen". Sie hatte recht: jede der erwähnten Kolleginnen stand in der Kraft der angeführten einzelnen Eigen- schäften über ihr. Aber sie besaß etwas, was diesen allen fehlte: Ihre Begabung unb ihr Charakter hat bie ganze Skala bichterischer Eigenschaften, beren jebc nicht in hervorragender Höhe ihr gegeben waren, zu dem Kunstwerk vollendeter Harmonie gestaltet. Ihr Lebenswerk kündet vom ersten bis zum letzten Buchstaben, den Marie Ebner niederschrieb, das Lob menschlicher Güte; kündet es nicht als Produkt der Sehnsucht oder als eine schöne Theorie, sondern als ein Ausfluß der eigensten Wesenheit dieser Frau. Harmonie und Güte ... sind es nicht die beiden Säulen von reinstem Ebelgestein, die zu einem Tempel führen, der heute von alt und jung scheu umgangen, spöttisch belächelt ober mit Abscheu geflohen wirb? Wie sollte man sich mit der Priesterin so langweiliger Eigenschaften noch befassen? Es gibt andere Aufgaben im Leben der Neuzeit zu erfüllen Geben wir es zu — die Gegenwart läßt keine Muße, die eigne Seele in Treue zu Harmonie und Güte auszubilden. Kraft und Rücksichtslosigkeit lautet die Losung, um die Pflicht des Tages zu erfüllen. Aber auch das Leben der Baronin Marie von Ebner-Efchenbach war ja nicht fchlaff und nachgiebig. Sie hatte harte innere Kämpfe zu bestehen, um gegen den Willen ihrer ganzen Familie ihren Dichterberus zu erfüllen. Gab ihr nicht die Schwe- fter für ihr Dichten den Rat: „Red' nicht davon, dann vergeht's vielleicht!" Aeußerte fie nicht selbst mitten im jungen Glück der Brautschaft: „Ich kann das Dichten nicht aufgeben und wenn ich seine Liebe verlöre!" Sie spricht von dem Dämon in ihrer Brust und dem Schicksal, ihm folgen zu müssen: „Grtrua es einer, der cs wenden könnte?" Die kleine Komtesse Dubsky muß dieses ihr Schicksal als eine Offenbarung in einem richtunggebenden Augenblick empfangen haben und ist ihm treu und ohne Wan- fen gefolgt. Sie folgte nicht einer Sehnsucht, im Ringen um Kräfte, die sie nicht besaß, sondern rang nur um die Kraft, in künstlerischer Form auszu- drücken, was in ihr selbst vollste, reichste Natur war. Ihr Lebenslauf kam dem entgegen. Fröhlich erwuchs das Kind in ihres Vaters Schlosse Zdislavic in Möhren: die üppigen Früchte der Obst- und Gemüsegärten, die frische schäumende Milch der glänzenden Kühe gaben der jungen Marie kräftiges Blut und reine Säfte. Die klare Luft der weiten Felder umwehte sie, grüne Parks wurden ihre und der Geschwister Spielplätze, Pferde, Hunde, Vögel ihre Kameraden. Ihre Welt war voll ruhiger gesunder Kinderfreuden, keine Schulqualen verbitterten ihre Seele, eine liebe Erzieherin, ein wenig Lernen, bis sie aus eigner Lust sich an die Welt der Bücher verlor. Sie bewunderte und liebte ihre Stiefmutter und heiratete den Vetter, mit dem sie in langer friedevoller Ehe lebte. Wohl ging sie durch schwere Krankheitszeiten. Aber fern blieb ihr die nervenzer- rüttenbe Leidenschaft der Sinne, fern auch die zehrende Sorge um das tägliche Brot. (Eine herzliche Freundschaft verband sie mit der Geistesschwester Luise von Francois und manchem klugen geistvollen Manne der Kunst und der Wissenschaft in ihrem österreichischen Kreise. Zwei Schätze nur fehlten diesem geschützten Frauenleben: sie kannte nicht die Liebe einer Mutter, nicht die empfangende, nicht die gebende — ihre eigene Mutter starb kurz nach ihrer Geburt, sie selbst, das warme mütterliche Herz, durfte nie ein Kindchen hegen. Ihr Trost spricht sich in den Worten der Greisin aus: „Die Kinderlose hat die meisten Kinder '. Und aus der zarten Sehnsucht, die durch der kleinen Marie Dubsky Seele ging, entsproß eine der schönsten Erzählungen der reifen Dichterin: „Der Fink". Soll man weiter vom Werk der Ebner-Efchenbach reden, so muß man immer wieder auf die kurzen Geschichten Hinweisen, in denen sie ihr Bestes gab, in denen zuweilen in einem Satz ein Schleier von tiefem Gefühl, von gerechtem Zorn, gehoben wird, oder eine feine humoristische Pointe schelmisch über Leben und Menschen lächelt. Zweimal hat die gütige Frau an das „Furchtbare" gerührt, in der Novelle „Das Schädliche", in der ein Vater feine Tochter erschießt, weil er in ihr die satanische Kälte entdeckt, die ihm das Bose an sich, der Verderb des Menschengeschlechts zu sein scheint. Vollendeter noch die kurze Novelle: „E r läßt bie Hand küsse n", eine Szene aus ber Zeit ber Leibeigenschaft, bie in ihrer gedrungenen Kraft von Tolstoi hätte geschrieben sein können. — Ihre Romane werden als beste Darstellung aus der österreichischen Aristokratie vor dem Weltkrieg ihre Geltung behalten. In einer nach klassischen Vorbildern geschulten edel-ruhigen Sprache schildert sie ihre Standesgenossen mit all ihren Schwächen unb Lächerlichkeiten, mit der freundlichen Ritterlichkeit unb auch mit bem hohen sittlichen Mut, zu benen sich hie unb ba eines ihrer Mitglieder erhebt. Marie von (Ebners Gedichte unb ihre Aphorismen zeugen von ber Weisheit unb bem reinen Streben biefes großen Menschen. Mochte ber heutige Gebenk- tag manchem zur Anregung werben, aus ben Wirren unb (Erregungen bes Alltags zum Werk der (Ebner als zu einer schonen Friedensinsel zu pilgern, um sich aus ihren Quellen mit einem Trunk der Harmonie unb ber Güte zu erquicken. * Sochschulnachrichten. In Vab-Rauheim verschieb ber Ordinarius für Zivilprozeßrecht, Konkursrecht, Strafrecht, Strafprozeßrecht unb mathematische 3u- risprubenz Dr. phil. et jur. Paul Langheine k e n im Alter von 65 Jahren. Gebürtig aus Chemnitz habilitierte sich Langheineken 1904 in München für Zivilprozeßrecht unb beutsches bürgerliches Recht, erhielt dort bie Ernennung zum a. o. Professor unb folgte 1907 einem Ruse als Orbinarius nach Halle. Seine Sonbergebiete waren Zivilprozehrecht unb Anwenbung ber Mathematik auf Rechtswissenschaften. — Der Orbinarius ber physikalischen Chemie unb Leiter ber physilalifch-chemischen Abteilung bes Chemischen Instituts der ilniocrfität CB re 8* lau, Dr. Walter Herz, ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Breslauer von Geburt erhielt Herz 1900 bie venia legendi für Chemie in ber Breslauer Philosophischen Fakultät unb las hauptsächlich über physikalische unb analytische Chemie. 1907 erhielt er bas Präbikat Professor, später bie Ernennung zum orbentlichen Honorarprofessor mit bem Lehrauftrag für physikalische Chemie, unb 1928 zum orbentlichen Professor. Der Gelehrte toan Herausgeber ber Sammlung Chemischer unb Chemisch-technischer Vorträge. Seine Arbeiten betreffen bie verschiebensten Zweige der physikalischen Chemie. Glf Mttttonen Stimmen ran an die Mahtmrne! Nachdruck verboten. angetraute Frau sind bei -er Reichstagswahl 1928 für Sie Wtllens- bildung -es Etaatsvolkes verloren gegangen. Goll sich jetzt solch trostloses Bild wiederholen? Um keinen Preis! Darum amH.Geptember 1930 Helene Chlodwig -um späten Nach» Geborgen I Dr. Franke hob 12. Fortsetzung. Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 5 (der Zentner 4 bis 4,50 Mk.), Falläpfel 5 bis 6, Aepfel 20 bis 40, Dirnen 15 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Brombeeren 40 bis 45, Preihelbeeren 30 bis 35, Pfirsiche 40 bis 70. ZWetschen 10 bis 15, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund: Tauben (Stuck) 70 bis 80, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 4, öorrafoni kommt nach Gießen. Ende September kommt der weltbekannte Zirkus Sarrasani nach Gießen. Wer Sarrasanis Riesenschau vor Jahren sah und sie jetzt wieder zu Gesicht bekommt, wird — so teilt man uns mit — erstaunt und überwältigt sein von den gewaltigen Fortschritten dieses Unternehmens. Den Gastspieltagen Sarrasanis darf man mit lebhaftestem Inter- esse entgegensehen. Dieser Zirkusgast wird eine bedeutende Verkehrssteigerung in unserer Stadt her- beisühren. Die Verkehrsmittel werden aus der Umgebung zahlreiche Fremde hereinbringen. Darum wird auch die Geschäftswelt, werden alle Gewerbetreiben- Helene Chlodwigs Schuld und Sühne. Vornan von 3- Schneider-Foerstl. älrheber-Rechtschutz durch Berlag Oskar Meister, Werdau L Sa. „Nein", sagte sie ohne Zögern. „Ich werde zu leder Stunde eingedenk sein, daß ich deine Frau bin. „Ich danke dir, Helene!" Sie schloß die Augen, als er sie jetzt mit einer Inbrunst küßte, die ihr Strome von Blut durch alle Adern trieb. Noch vier Stunden bis zur Nacht! Dieser Nacht, von der alles abhing. Wenn dann der Morgen tagte, war die große Angst vorbei. War alles wieder gut! Helene fühlte plötzlich eine Schwäche, die ihr den Körper gegen den Gatten lehnen und Stühe an ihm suchen ließ. Sie verspürte das Brennen der Lider, die in kraftloser Schwere über die gewaltsam offengehaltenen Augen zu sinken drohten. Nur keine Ohnmacht jetzt! Nur jetzt kein Zwischenfall! Erst mußte es Nacht sein! „Wie bleich du bist", sagte Franke mitleidig und nahm sie fester in die Arme. Er hielt sie wie ein Kind, schützend gegen sich gedrückt. „Nuht es sich gut bei mir? — Ja, mein Geliebtes?" ®r schämte sich seiner Zärtlichkeit und der großen Leidenschaft des Verlangens, das aus seinem Blute schrie. Schweigend verbarg er das Gesicht m ihrem blonden Scheitel. Ihre kalten Hände schoben sich wärmesuchend unter seine beiden Achseln, während sich ihre Stirne an seine Brust lehnte. „Deine Mutter hat mich heute, ehe wir zur Kirche fuhren, das erstemal geküßt. Ich habe ihr versprochen, daß ich dich glücklich mache. — Ja. das habe ich ihr versprochen, Just! — Sie hat mir so furchtbar leid getan." »Eine Mutter muh sich in alles schicken können, mein Liebes." „Ja, das wird wohl so sein müssen, Just. Ich will tun, was ich ihr an den Augen ablefe. Bist du dann zufrieden mit mir?" ..Du Gute!" Er nahm das bleiche Frauengesicht und hob es mit weichen Händen zu sich auf. „Manchmal bist du mir ein Rätsel. Helene. Dann geht es mir, wie in der Zeit, da ich noch ein Knabe war, und Großmutter mir aus den Märchenbüchern vorlas. älnd wenn ich dann alles zu wissen glaubte und alles zu verstehen meinte, öann tarn plötzlich wieder etwas ganz Neues und das Suchen und Fragen Hub wieder von vorne an. Zu Ende kam ich nie damit." Helene wollte etwas erwidern, fuhr unter dem §>aU des Donners, der sich an den Bergwänden brach, vom Sitze auf und glitt erleichtert wieder zurück. Auf der Straße stand Bödlinger und schwenkte den Hut in großem Dogen. Das war das verabredete Zeichen, daß die Leute oben auf Rottach-Derghof die Böller abfeuern sollten. Das Auto hielt. Franke streckte dem Verwalter die Rechte entgegen und über seine Schulter A H^ene das gleiche. „Wie lieb von -ohnen, Mamert, unsertwegen diese Ehrensalve ger goutiert, und der unruhige, laute, allzu laute Souverän ging ihm erst recht auf die Nerven. Den inneren und völligen Riß zwischen Onkel und Neffen halten die Vorgänge während der neunundneunzig Tage des Trauerjahres 1888 gebracht, der Versuch des damaligen Prinzen Wilhelm, seinen Vater in San Remo zur Abdankung zu bewegen, die häßlichen Szenen zwischen Sohn und Mutter am Sterbebett des Vaters, das pietätlose Verhalten des Sohnes gegen die Mutter nach dem Tode des Vaters. Wie dies die Mutter nie verziehen hatte, so auch ihr ältester Bruder nicht, mit dem sie während ihres ganzen Lebens innige Freundschaft verband. Die Einkreisung. Königin Viktoria stand diesen tragischen Differenzen mit olympischer Ruhe gegenüber, da sie von allen gleichmäßig respektiert und geehrt wurde, von denen, die Unrecht taten, wie von denen, die Unrecht litten. Ich wiederhole aber auch hier, daß König Eduard VII. bei aller Abneigung gegen seinen Neffen, die vielleicht um so giftiger war, als er sie oft kaschieren mußte, bei aller Eifersucht auf das gewaltig emporstrebende Deutsche Reich und aller innerlichen Antipathie gegen Deutschland und die Deutschen einen kriegerischen Zusammenstoß mit uns nicht anstrebte und nicht einmal wünschte und in der sogenannten Einkreisung nur das Mittel sah, unferm Wachstum ein etwas langsameres Tempo aufzunötigen und namentlich die von ihm am meisten gefürchtete Eventualität, nämlich ein Zusammengehen zwischen Deutschland und Rußland, zu verhindern. „Lisbeth!"--Das Mädchen neigte sich tief herab, um zu verstehen, was die Herrin sprach. „Keinen Arzt!"--horte sie angstvoll flüstern. „Keinen Arzt!" „Nein, gnädige Frau!" „Auch Dr. Franke soll nicht verständigt werden." „Gewiß nicht, Frau Kammersängerin." Als die meerblauen Seidenvorhange übereinandergezogen waren, versank * ' in einen tiefen Schlaf, der bis mittag dauerte. Uhr, im Kaufmännischen Dereinshaus. — GRG.: Generalversammlung, 20.30 Ufjr, im „Bootshaus". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der weiße Teufel". — Astoria-Lichtspiele: „Der fliegende Teufel von Texas" und „Die Orchideen- Tänzerin". — Tageskalender für Sonntag. Vereinigung der ehern. Angehörigen des Realgymnasiums Gießen: Gesellschaftliche Veranstaltung, 20 Llhr, auf der „Liebigshöhe". — Lichtspielhäuser: Programm wie am Samstag. Oie Personenstands- und Beiriebs- aufnahme in Hessen. Aus Anordnung des Reichsfinanzministers ist die Personenstands- und Betriebsaufnahme auf Grund der Ausführungsbestimmungen zum Einkommensteuer- und Körperschafts- geseh nach dem Stand vom 10. Oktober 19 30 durchzuführen. Der Präsident des Landesfinanzamts Darmstadt hat im Einvernehmen mit der hessischen Landesregierung zur Ersparung von Verwaltungsarbeit den Kreis der ©emeinben, in denen die Personenstands- und Detriebsaufnahme Helene war im einfachen Reisekleid und runden Hütchen. Die Geheimrätin und die beiden Trauzeugen, sowie Franke waren die einzig hochzeitlich Festgekleideten, die aus dem Gotteshause traten. Man hatte das Diner in Tegernsee bestellt und ein zweites Auto für die beiden Brautführer und die Geheimrätin gemietet. Die herrlichste August sonne lochte vom wolkenlos blauen Himmel, als die Neuvermählten den Bergen entgegenfuhren. Franke hielt traumvergessen die Hand deö geliebten Weibes zwischen seinen beiden und versank ganz in den Anblick ihrer fraulichen Schönheit. „Glaubst du, daß ich dich glücklich machen kann? durchbrach ihre Stimme das Schweigen „Wirst du ein halbes Jahr und länger der Witwer sein können, der nur der Stunde entgegen- yarrt, in welcher er wieder Gatte sein darf?" „Ich werde es können, Helene!" Ein schmerzlicher Zug grub sich um ihre Lippen, daß diese etwas gequält Leidvolles bekamen. „Ich werde nie fragen, wenn ich zu dir zurückkomme, ob du mir treu gewesen bist. Nie! Hörst du, Just? Während ich von dir fort bin, sollst du frei sein! ©anUrei! — - Sieh mich nicht so ungläubig an! Cs ist so, tote ich dir sage. — Nur in der Zeit, der ich Seite an Seite mit dir lebe, bitte ich dich um deine restlose Liebe. Ist das zuviel ver- langt, lieber Mann?" „Du scheinst ja eine sehr nette Ansicht von der $uc t)3ch kann dir nicht sagen, wie!" Ihre Zähne schlugen aufeinander. „Der Jüngste Tag könnte mich nicht mehr in Schrecken versetzen." Sie deckte zusammenzuckend die Linke über bie Augen, so hatte sie der Strahl geblendet, der gradlinig von einem ber Bergzacken zu bem anberen gesprungen war. Der Chauffeur schraubte bie Kilometerzahl hinauf. Noch ehe die ersten Tropfen fielen, bog der Wagen unter bas schützenbe Dach bes Seehotels. * » * Die Geheimrätin war restlos mit ber Schwiegertochter ausgesöhnt. Sie tat sogar noch ein übriges und ergnff Partei für diese. „Warum soll eine Frau, wie bie beine, sich nicht ein bißchen schmin- len? trumtfte sie den Sohn ab, als er Helene bat, sich nicht zu „bemalen“. »Schminke war dir früher verhaßt", warf er verärgert hin. „Früher, mein Sohn! Eigentlich noch! Aber will boch hübsch sein! Witt ^rLaIt[en’cni^t? Helene ist ein toenig blaß, da hilft sie eben ein bißchen nach." — „SleiiietiDegeii" sagte Franke ärgerlich. „Wenn zwei Frauen „Ja" sagen, kann nicht einmal der $ "Vein" daraus machen." -Und Helene Chlodwig schminkte sich weiter. .(.Fortsetzung folgt), - - unterbleibt, gegenüber den Vorjahren noch erweitert. In den Gemeinden, in denen eine Personenstands- und Betriebsaufnahme stattzufinden hat, beschränkt sich die Mitwirkung der Gemeindebehörden auf die Verteilung und die Einsammlung ber Haushaltungslisten, Betriebsblätter und Hauslisten, sowie auf die Prüfung ber Vollständigkeit dieser Listen. Da in den Vorjahren wiederholt Klagen über nicht ausreichende Mitwirkung der Gemeindebehörden erhoben wurden, soll bie Prüfung biesmal besonders sorgfältig geschehen. In Gemeinden mit staatlicher Polizei wird bie Polizei zur Hilfe gezogen. In Oberhessen wirb bie Personenstands- unb Betriebsaufnahme in folgenben Orten burchgeführt: Alsfeld, Bübingen, Butzbach, Gam- bach, Ober-Mörlen, Steinfurth, Bad-Nauheim, Friedberg, Vilbel, Wölfersheim, Gießen, Großen-Linden, Heuchelheim, Lollar, Watzenborn-Steinberg, Wieseck, Grünberg, Großen-Bu- seck, Lich, Hungen, Laubach, Lauterbach, Schlitz, Schotten. Gießener Wochenmarktpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut' 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 25, Bohnen, grüne 15 bis 20, gelbe 20 bis 25, LInter-Kohlrabi 6 bis 8, Erbsen 20 bis 25, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 10 bis 20, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 50 bis 60, Kürbis 8 bis 10, Has ihr das Mädchen ans Bett brachte, und ■ löffelte zwei Halbweiche Eier dazu. Behutsam lehnten die Finger der Zofe den seitwärts neigenden Kopf der Diva in das batist- überzogene Kissen. Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Dutenhofen. 12. Sept. In der jüngsten Sitzung LeS GemeinderatS berichtete der Gemeindevorsteher über den Stand desWasser- leitunasbaues. Die Landesbank der Rbein- Provinz hat sich auf Vorstellung des Lehrers Gah bereit erklärt, der Gemeinde ein Bau- darlehn von 100 000 Wk unter den üblichen Be- drngungen einzuräumen. DaS KreiSbauamt hat inzwischen angeregt, mit dem Wasserleitungsbau ungleich di« Prvvinzialstraße zu kanalisieren, um die Pflasterung dieser Straße in den nächsten Jahren nicht zu gefährden und um doppelte Jtoftcn für die Grabenherstellung zu vermeiden. Dte Pflasterungskosten betragen über 30 000 Wk. Der Gemcinderat verkennt keineswegs die Zweckmäßigkeit dieses Vorschlages, er glaubt aber im Hinblick auf die außerordentlich starke Delastung der Devölkerung durch den WasserleitungSbau bei den ohnehin recht gespannten Finanzverhältnissen der Gemeinde der Anregung deS Vürger- meistcrs folgen zu sollen, vorläufig lediglich das Wasserleitungsprojekt zur Durchführung zu brin- aen, zumal der Gemeinde durch die Kanalisierung der Provinuialstrahe allein nicht gedient sei. Einem Teil der Gemeindevertretung erschien selbst die Fertigstellung der Wasserleitung in der heutig gen schweren Zeit und bei den teuren Geld- verhältnissen recht bedenklich, doch sand sich füe den Antrag, den Vau bis zum nächsten Frühjahr hinauSzuschieben, keine Mehrheit Das Wasserleitungsprojekt soll nun sofort ausgeschrieben werden. 3n den Bedingungen soll festgelegt werden, daß bei den Arbeiten besonders Arbeitslose zu beschäftigen sind. C Lützellinden. 11. Sept. Untere Kleinkinderschule feierte am verflossenen Sonntag ihr 3 3. 3ah res fest. Auf dem Festplatz, einer Wiese bei dem Dorfe, führten die Kleinen allerlei Spiele vor und sagten Sprüche und Verse her, die jung und alt erfreuten. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Koch, wandte sich in einer Ansprache an die Eltern und wies hin auf den großen Segen, den die Kleinkinderschule bringe. Durch einige GesangSvorträge deS Gemischten Chors von Lützellinden unter Leitung von Herrn Altenheimer wurde die Feier verschönt. Den Kleinen wurden Brezeln gespendet. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag. 14. Sept. 13. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirchc. 8 Uhr: Pir. Mahr: zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierlcn der Matthaus- gemeinde, 9.30: Professor Michel. — Johanneskirchc. 8. Psr. Bechtolsheimcr: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmiertcn der Lukosgemeinde: 9.30: Pfr. Ausseid: 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfeld: 20: Dibeibesprechung im Johannes- |aal; Pfr. I^ic. Waas. — Kapelle de, Alten Friedhof». 8: Pfr. Lic. Waas. — Eltsabeth-Klelnkinder- ichule. 9.45: Pfr. I.ic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. l.ic. Waas. — Klein-Linden. 9: Houptgottesdienst mit Abendmahl für die Jungverheirateten: 11: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.30: 10.45: Kinderkirche — Kirchberg. 10: Kirchbe^ 11: Christenlehre für die weibliche Jugend: 13.30: Mainzlar — Housen-Garbenicich. 10: Hausen, 13: Gorbentcich. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. katholische Gemeinden. Samstag, den 13. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 14. Sept. 15. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: Kommunion der Jungfrauen: 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt, 14: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. 20: Christenlehre und Andacht. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 15. September. Caubach. 7.30 Uhr: hl. Messe.___________________ LonntaaSbientt d.Aerztc u.Apotheken nm 14 9 30 tzrau Dr. Marr Dr. Bloch. Peiikanapolheke. iabnnrzt: Dr. Metz *D 969 2168 V VerkaufsbUro: Frankfurt a. M., Stiftstraße 27 - Tel. Hansa Nr. 8314 Friedberger Serbflpserdemarki EiHkUrÜGlll mit Prämiierung .... ______________ von Spitzen, Einsätzen usw. in Wä- 05692 Darmstadt, Rheinstraße 22 239 D 6309 V 6306V werden. 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Die Pferdeprämiierung, für welche wertvolle Preise zur Verfügung stehen, erfolgt unter Mitwirkung des Landwirtschaftskammer. Ausschusses für Oberhessen, des Landespferdezuchtvereins, des Verbandes der Warmblutzüchter Hessens und des Wetterauer ^eitervereins e. V. Prämiierungsplan und Anmeldeformulare sind vom 15. September ab auf der Bürgermeisterei erhältlich. Anmeldungen zur Prämiierung ersuche ich bis zum 19. Oktober vorzunehmen. Anmeldungen zur Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten gelegentlich des Marktes haben während der gleichen Frist zu geschehen. Friedberg, den s. September 1930. Cröpe Marocain, ca. 100 cm breit, schwere, gut tragbare Qualität, reine Seide, große Farbenauswahl........Meter Satin Riehe, voll 80 cm breit, in modernsten Mustern, für Seit 40 Jahren Spezialhaus für Seide und Woll-Sloffe 594* A I. Hypotheken v.7'/,°,<>a. b. ca.98 °.9 Ausz. a. Vanb» roirtftfcafuSKobn« u.tsteschältSb.Jn» dust., €>ot„ Neub. 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Gaukler, tibetanische Gladiatoren, der „Teufel dcsTibet“.— Luder, Fakire, Türken, Rifkabylen. Marokkaner, Araber, Kongoneger, Schlangentänzermnen. — Tscherkessen, Kosaken, Grusiner, die wilden Reitervölker Rußlands. — 80 Sarrasani- girls, ausgesuchte Schönheiten aus allen bereisten Ländern. —100 Musiker, Deutschlands größtes Bläserkorps. Die berühmte argentinische Militärkapelle Sesso. —' 400 exotische Tiere, darunter 22 indische Elefanten. 58 Löwen, 14 Tiger, Leoparden, Polarbärcn, Nilpferd, SOOPferde, Kamele, Büffel, Seclöwen, Watussi-Rinder,Schlangen, Känguruhs usw. Nicht 2, nicht 3, nicht 10 Manegen, sondern eine einzige, riesenhafte Arena, von allen Seiten und Plätzen deutlich übersehbar, durchflutet von grandiosen Bildern aus allen Erdteilen. Kein Menageriezirkus, keine Raubtierschau, sondern ein reisender Kongreß aller Zonen. Farben und Rassen, ein Welttheater der Tiere aller Kontinente. 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J 7 Mer, I ercnnr.n lr^sani- x°lisc|ie 1 ren.Nu. ung ^CK 'ESSEN ANLAGE 491 0S65S bekllnni *flr,35 6333D • \at ildratd Hugo u 6| aniujdgtn iofftffor Wmhen irgerplah 4III 6JIID .......... 05642 /eßen inntaj fei imm: ■Maus ßf5C ;rG^ff4ft er von der lauter'16' offen' Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin. Einen merkwürdigen Auftakt -u den ®enfer Paneuropavcrhandlungen geben die Nachrichten von den groben französischen Di ano - vern. Bei ihnen fällt einem das Wort von Otto Erich Hartleben ein, als er irgendwo grobe Befestigungen iah: ..Weh, Europa rüstet den Frieden!" Die französische Armee hat erst im Alpengcdiet, dann in Lochringen Manöver ab- gehalten, so kriegsmäßig wie möglich, mit den modernsten Kampfmitteln und in Verbänden, die größtenteils durch eingezogen« Reserven auf Kriegsstärke gebracht worden waren. Die Desamtanlage aber war: die Ide« des Zwei- itontenkriegs für Frankreich nach Südosten und Osten, mit Italien und mit Deutschland! Und daS angesichts der entmilitarisierten Aheinlandzone und des entwaffneten Deutschlands. daS in irgendeinen Aufmarsch oder Angriff schlechterdings nicht denken kann! So fällt ein eigentümliches Licht auf Vriands „europäische" Besprechungen in Genf. Das andere, ebenso merkwürdig, kommt auS dem Osten. Der Schweizer E a l o n d e r , Präsident der VbUerbundskommission (sie soll bis 15. 3uü 1937 im Amt bleiben) zur Durchführung des sogen. Genfer Statut- von 1922 über Ob er sch le- sien, wird von diesem Amt zurücktreten. Er hat sich vorzüglich bewährt in der Arbeit um den Frieden und die Rechte der Minderheiten in Obcrschlesien. Aber die Polen haben ihm mit ihrer Sabotage, Verschleppung und Zeitungshetzc die Arbeit unmöglich gemacht, und in Gens hat er keine Unterstützung gesunden. Welche Reihe von deutschen Beschwerden auS Oberschlesien sind in Genf vorzubringen gewesen! Meist mußte Mr. Calonder sie als be- Srünbct anerkennen. Polen aber folgt« seiner ntscheidung nicht, und in Gens wurden die Sachen verschleppt. Dies Spiel hat der Mann jetzt satt bekommen. Sein Rachfolger kann nur durch Deutschland, Polen und den Völkerbund gemeinsam ernannt werden. Wann und wie wird diese Einigung, die Polen durchaus nicht wünscht, zustande kommen? Zeit dazu ist bis 1. Juli 1931 — das ist der Termin, zu dem Talonder sein Amt verläßt. Die Vehandlung unserer oberschlesischen Beschwerden ist nur ein Stück in der Minder- Heiten-Politik. oder besser Minderheiten- Richtpolitik überhaupt, die man in Genf betreibt. Die Statistik im Bericht des Völkerbundssekretariats über die Behandlung von Petitionen der Minderheiten ist ganze 17 (!) Zeilen lang: so gut wie keine dieser Petitionen und Klagen ist an den Dölkerbundsrat gelangt. 3n Madrid waren ja letztes Jahr Verbesserungen im Der- fahren Der Minderheiten beschlossen worden. Was ist daraus geworden? Die Verhandlungen des sogen. Drcierkomitees aus dem Völkerbundsrat für Minderheitenfragen sind geheim. Die Minderheiten klagen mit Rocht, daß sie keine Möglichkeit, selbst beteiligt zu sein, haben, daß keine Gewähr für Objektivität und Sachkenntnis der Mitglieder des Dreierkomitees gegeben ist, daß das Dölkerbundssekretariat ihre Sache nicht fördere. Alt diese Fragen hat soeben der (6.) Rationalitätenkongreß, der, wie üblich, kurz vor der Völkerbundsversammlung wieder in Genf stattfand, erörtert. Er bietet ein nahezu vollständiges Material zu dieser hochwichtigen Minderheitensrage: nicht weniger als 40 Millionen Menschen in Europa (Rußland noch nicht eingerechnet) fallen unter sie, fast alle europäischen Staaten Europas kommen dafür in Frage. 3mmcr tiefer und gründlicher wird auch daS so verwickelte Problem von Männern wie Dr. Wilsan, der dem Kongreß präsidierte, oder dem Generalsekretär Dr. Ammende angefaßt, daS Prdblem von Volksgemeinschaft und Staat, wenn jene nämlich nicht alle Glieder in einem Staat vereint und wenn eine Dolksgemeinschasr in Minderheit einer Mehrheits-Staatsnation gegenübersteht. Das ist nicht leicht zu lösen, aber es ist eine der wesentlichsten Fragen des europäischen Friedens. Um ihm näherzukommen, muß L o tKommunirfM \£ß£MVirfschfflfyg \^<^DfSch Mksp i * \DfscA tfct-onote 3. ■Q 2 ,v/c o%o Vc ;SXoYc '.<57 o? 777? M rr® CZZ3Soz Demo tret Ü--*.d Zentrum ■■ßjyrkaZfayx null \Sxt>s Lorx/burrf Ljndburxt Volksrechtsp Er±j C/iruf/förf TÜ^^Dfscti Honnov P. Die Sitzverteilung der Parteien im letzten Reichstag (1928—1930). §5? s X Das Straßenbahnunglück in Zürich: Zn einem Straßenbahndepot kamen Drei aneinander- gekoppelte Wagen in Bewegung, rollten die abschüssige Straße hinab und stießen mit großer Wucht an eine bergausfahrende vollbesetzte Straßenbahn. Die Bahn entgleiste, prallte gegen eine Mauer und zerschellte fast völlig. Drei Menschen wurden getötet, sieben schwer verletzt. man guten Willen haben, der bei den meisten europäischen Staaten und in Gens dazu ganz fehlt. Die Paneuropa-Jdee Vriands nehmen als reinen Gedanken die Minderheiten auf. Um so nachdrücklicher wies der Nationalitäten- kongreß darauf hin, daß Vriands Vorschlag, über den jetzt die Außenminister in Gens reden, die Minderheitenfrage überhaupt und geflissentlich übersieht. Mit Recht sagte er — 30 nationale Minderheiten waren dabei vertreten — daß eine derartige Union nicht nur auf der Grundlage der Staaten, sondern auch der Völker aus- gebaut werden müsse, und der Weg zur Verständigung von Volk zu Volk nur möglich sei, wenn jeder europäische Mensch für sich und im engsten Zusammenhang mit seinen Volksgenossen seinem' Volkstum leben darf. Auf Vriand wird das keinen Eindruck machen: am eigenen Leibe spürt Frankreich das Minderheitenproblem kaum, und gerade seine nächsten Freunde, insonderheit Polen, wollen es gar nicht lösen. Und doch muß es sicb durchsetzen, weil diese Forderungen zu elementar und zu berechtigt sind. Auch diese Frage, obgleich im Augenblick nicht im Vordergrund der Genfer Besprechungen, gehört zu den zentralen Ausgaben, um deretwillen der Völkerbund überhaupt da ist und mit deren Nichtlösung er sich einfach selbst aufgibt. Während Henderson in Gens England vertritt, gehen in London die Vorbereitungen für die in nächster Zeit zusammentretende britische Reichskonferenz in London zu Ende. Sie ist wichtig nicht nur für das englische Weltreich, sondern auch für die Weltwirtschaftskrise, in der England so gut leidet wie Deutschland. Zunächst die Lage im 3nselreich selbst. Wie bei uns: Arbeitslosigkeit (über zwei Millionen bei 40 Millionen Einwohnern), schwere Absatzstockung des Handels gerade in den alten Absatzgebieten Indien und China, Kampf um Lohnabbau, Arbeitslosenversicherung mit allen Kosten, Klagen und Mißbräuchen, wie bei uns (Iahreskosten 100 Millionen Pfund), Forderung, die Industrie zu rationalisieren (was dem Problem nicht abHilst, da dadurch noch mehr Arbeit-kräsw sreigeseyt werden), ArbeitSle'chafsungS- programme, im großen Ratlollgkeit gegenüber dem ungeheuren Notstanh. Es ist bekannt, daß darüber die Idee immer" mehr Boden gewinnt, im sog. Reichsfreihandel ein gewaltiges abge'chlossenes Wirtschaftsgebiet des britischen Reichs zu schaffen, das m sich leicht die Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise überwinden könne. Sogar der letzte Kongreß der Gewerkschaften hat sich in gewissem Sinne in der Richtung eines Reichs'chuyzolles ausgesprochen. Trotzdem wird immer klarer, daß der Gedanke eine Utopie ist. Von England aus: seine Industrie ist und bleibt Darauf angewiesen, dort zu kaufen, wo es am billigsten ist. Ein Zoll um daS britisch« Weltreich auf Rohstoffe und Fabrikate würde die verarbeitende Industrie zu noch größeren Arbeiterentlassungen zwingen: ihr Bedarf ist in nichtenglischen Ursprungsländern billiger zu decken. Und die großen Kolonien? Seit 30 Jahren und dann vor allem unter dem Anreiz im Kriege haben sie ihre wirtschaftliche Struktur sehr verändert Die alte Formel für den Reichszollverein: ..englisches Industrieprodukt gegen koloniale- Agrarprodukt" paßt längst nicht mehr. Die Kolonien sind Industrieländer geworden, oder streben rücksichtslos danach, es zu werden. Aber sie sind immer noch überwiegend Agrarländer, die diesen Produktionszweig ungeheuer gefördert haben. Sie haben ja überhaupt einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufstieg erlebt, den England mit Geld und Menschen ungemein gefördert hat. Das kehrt sich nun gegen England. Wie soll dieses den Kolonien aus der schweren Agrarkrise heraushelfen, in der sie heute tief drin sind? Was die Dominions tun, um sich wirtschaftlich zu helfen (das gilt z. B. auch für die aus England kommende Einwanderung), richtet sich gegen das Mutterland, das gar nicht in der Lage ist, die GesamtauSsuhr der Kolonien auszunehmen. Das ist die wirtschaftliche Seite. Wir glauben nicht, daß es möglich fein wird, diese widerstreitenden Interessen im Weltreich so miteinander zu versöhnen, daß man damit, gemeinsam und 'gegen die andere Welt sich abschließend, aus der Weltwirtschaftskrise herauSkäme. Wirtschaftlich gehen die einzelnen Teile der englischen „Commonwealth“ auseinander. Die große Flottenverständigung aber zwischen England und Amerika (1921 in Washington und 1930 in London), sie verändert für Die Dominion- auch sehr den alten Gesichtspunkt: festhalten am Mutterland, weil dies allein mit seiner Flott« die Kolonien verteidigen könne, di« aus eigener Kraft dazu nicht fähig seien. Die Sorge vor Amerika oder vor Iapan ist nicht mehr in voller Stärke vorhanden. Mit dieser Lage hat die Reichskonserenz zu rechnen. Sie wird sicher mit traditioneller politischer Weisheit zu'ammenzuhalten suchen, was und wieviel zusammenzuhalten ist. Aber einen fefteren Staatsverband oder einen Reichszollverein wird sie aus dem britischen Weltreich nicht schassen können. Dann aber muß, gerade von der wirtschaftlichen Seite, England selbst wieder stärker zu Bewußtsein kommen, wie sehr «s doch mit Europa verbunden ist. Man kann nur wünschen, daß sich das etwas schneller zugunsten einer internationalen Zusammenarbeit auswirkt (denken wir z. D. an die Kohlenproduktion, die deutsche und englische in ihrer heutigen Absatzlage u. ä.). Für sie sind an gar manchen Stellen auch im Verhältnis Englands zu Europa die Voraussetzungen Da. Ohne sie wird Europa schwerlich Die gegenwärtige Wirtschaftskrise schnell überwinden. AuS eigener Kraft allein kann das kaum ein Staat. D i e Zeit drängt aber wegen der großen sozialen Gefahren, Die die Krise im kommenden Winter nur noch steigern wird. Darum kann man auch nicht einfach abwarten, bis einmal die Konjunktur von selbst wieder sich bessere, wofür heute noch nicht die geringsten Anzeichen da sind. Diese Gedanken durchzudenken, erschiene uns dringlicher und notwendiger für Europa, als die Diskussion über Vriands Projekt, da- Europa für die dringendsten Friedensproblem« das Gegenteil dessen bietet, was ihm nötig wäre! Schlagworte in der Wahlzeit. Woher sie kommen und wie alt sie sind. Don Hans Heßler. Don den Anschlagsäulen, aus den Leitartikeln, Wahlreden und Flugblättern wird sie uns wieder einmal ins Ohr geblasen, die liebliche Schlagwortmelodie der Wahlzellen, und es ist merkwürdig genug, daß ihre Formulierungen immer wie neue Schälle erscheinen können, obwohl die meisten von ihnen schon ihre ansehnliche Geschichte haben: die Sprache ist ein geduldiges und willsähriges Instrument, das seine Geräte an alle leiht, an die Gerechten und Ungerechten. Aber solle „n a t i o n a 1 s o z i a 1" nicht wenigstens ganz neuen Ursprungs fein? Auch dieses Wort, das erst aus den Stürmen der letzten Vergangenheit hervorgegangen zu sein scheint, stammt schon aus Dem Jahre 1896, als es sich eine aus Den Christlich-Sozialen hervorgegangene politische Vereinigung als offiziellen Parteinamen beilegte; auch damals wurde für die „Nationalsozialisten" eine lebhafte Propaganda entwickelt. Das Wort ist geblieben, aber es wird jetzt von einer gänzlich anders gearteten Partei beansprucht. Jeder Wähler erwartet von seiner Partei die »rettende Tat". Er bedient sich damit eines Ausdrucks, der zuerst von Dahlmann im Frankfurter Parlament von 1848 gebraucht wurde, als dieser das Veto der Reichsregierung als eine in die Verfassung aufzunehmende Bestimmung befürwortete: „Damit dieses Recht Der rettenden Tat auch in Der Ferne als gesetzlich erscheine, ist es ratsam und staatsgemäß, es in Den Staat einzuführen durch das entscheidende Veto. Es handelte sich also damals lediglich um eine Verfassungsfrage, zu der sich auch gegenwärtig eine Analogie finden ließe, aber solche Degrisse, Deren Schlagkraft sich einprägt, die aufgegriffen und weitergegeben werden, sprengen bekanntlich bald ihren ursprünglichen Rahmen und lassen ihren Ursprung vergessen. So ähnlich steht es auch mit der „Realpolitik". Dieses Wort erhielt um die Mitte des vergangenen Iahrhunderts fein ganzes Licht eigentlich von Dem Bkgriff der Idealpolitik, Deren stärksten Gegensatz es damals bildete. Gustav D u e z e l s Schrift ..Grundsätze Der Realpolitik, angewandt auf Die staatlichen ZustänDe Deutschlands" machte den neuen Begriff rasch populär, der später von Den Bismarckgegnern, auch von Nietzsche, gegen Den Kanzler ausgespielt tourDe. Auch „D a s Recht auf die Straße", das zu allen Wahlzeiten besonders heftig gefordert wird, ist eine Formel mit Vergangenheil. Cs ist einer Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidenten von Iagow entsprungen. Der im Februar 1910 anläßlich einer sozialdemokratischen Demonstration eine vielglossierte Verfügung erließ. in der sich neben diesem damals geprägten Begriff auch die berühmten Worte fanden: „Die Straße Dient dem Verkehr" und „Ich warne Neugierige". Iede Partei weiß von Den „Errungenschaften" des Systems zu rühmen, das sie gerne an der Führung sähe. Niemand ahnt Die Ehrwürdigkeit dieses Wortes. Denn es scheint wie kaum eines aus Der Sphäre des hitzigen politischen Kampfes zu stammen. Dagegen belehrt uns Kluges Etymologisches Wörterbuch Der Deutschen Sprache. Daß es „ursprünglich ein Wort Des juristischen Kurialstils zur Bezeichnung Der von Den Ehegatten währenD Der Ehe erworbenen Güter" bilDet. Genauer: dieses Wort tritt schon 1582 in einem pfälzischen Landrecht auf. Es hat sich unbeachtet durch die Jahrhunderte weitergeschleppt. bis es. wieder im Jahre 1848, zu einem weithin sichtbaren Ausdruck wurde, Der die durch die Revolution den Regierungen abgenötigten Zugeständnisse bezeichnen sollte. Es gab damals „März-Errungenschaften", und es bildeten sich als deren Seitenstück Die „November- Errungenschaften" heraus, die sich aber ursprünglich nicht auf den November 1918 beziehen sollten: sie erinnern vielmehr an Die vergessene Tatsache, daß am 9. November 1848 — siebzig Jahre vor dem Ausbruch Des Weltkriegsumsturzes — Der General W r a n g e 1 mit seinen Truppen in Berlin einrückte, Den Belagerungs- zustanD über Berlin verhängte und Die Autorität Der Regierung wiederherstellle. Auch Der Wortschatz der Radikalen, der immer wieder aufreizend unter die Massen geschleudert wird, ist schon recht alt. Die „Propaganda der Tat" stammt aus der russischen nihilisti- scheu Bewegung, wo sie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts aufkam; die „soziale Frage" kommt aus dem Französischen, wo sie seit Mitte Der Dreißiger Jahre Di« Geister erregte; Der „Z u k u n f t s st a a t" spielt schon seit Den siebziger Jahren in den sozialdemokratischen Programmen die gleiche Rolle wie heute Das „Dritte Reich" in Den nationalsozialistischen, als ein GebilDe, von Dem Bismarck 1878 sagte, er würde sich mit Herrn Bebel gerne über Diese Einrichtung unterhalten, in Der Hoffnung, „Daß ich endlich auch erführe, wie Herr Bebel und Genossen sich den Zukunftsstaat, auf den sie uns durch Niederreißung alles Dessen, was besteht, was uns teuer ist unD schützt, vorbereiten wollen, eigentlich Denken". — Auch Die „Steuerschraube" ist ein Bild, das seit Den sechziger Jahren immer unD besonders in Den Wahlkämpfen von Der linken Seite gern gebraucht wird. Zu Der gleichen Zeit kam von Amerika ein anDeres, augenblicklich sehr aktuelles Schlagwort nach DeutschlanD: „Stimmvieh". Mit voting cattle wurde drüben die Masse Der eingetoan» Dertcn Deutschen und Iren bezeichnet, Die ihre Stimme ohne eigenes Verständnis und selbst- gefaßte Lieberzeugung abgab. — So alt im allgemeinen Der Wortschatz Der Wahlkämpfe ist, Die neue Zeit hat doch auch einige neue hervvr- gebracht, von Denen eine Formulierung sich unmittelbar aus Der Lässigkeit des Deutschen Bürgertums ergeben mußte: „W ahlrechti st Wahlpf lich t!“ Sie werden lachen! Grammatik. Fritzchen: „Vater, ich fahr nach Blumenau!" Vater, lehrreich: ,Lch fahr!" Fritzchen: „Du fährst aueß?" Vater: „Du fährst!" Fritzchen: „3a, Vati, i ch führ!" Beide Hände. Es fährt einer im Kleinauw Durch Die Straßen. Die rechte HanD nachlässig am Steuer, Die linke zärtlich um Die Braut cn seiner Seite. Ein Schutzmann winkt und ruft: „Beide Hände nehmen!" Der andere grinst: „Gern, aber mit was soll ich bann lenke n?“ Skat. Beim Ohrenarzt. Der Professor, flüsternd: „Sieben!" Der Patient, unwillkürlich zurückflüsterndk „Sieben". Der Professor: „Elf". Der Patient: „Els". Der Professor: „Achtzehn!" Der Patient, ganz laut: .Halt i ch!" Richt zu glauben? Sommerselig wandelt Der Deutsche Dichter Herbert E u l e n b e r g durch seinen Garten, der am Rhein gelegen ist. Eine Turmuhr schlägt drei. Und während der Dichter noch zusammenzuckend nach einem Versteck sich umsicht, ertönt schon aus einem Fenster Der Villa Der Rus Der teuren Gattin: „Drei U hrl Komm rauf!! Dichten!!!" Oer Magen Neuyorlö. Nach einer statistischen Berechnung toerDen der Bevölkerung von Neuyork jährlich 540 000 Waggons Lebensrnittel zugeführt, d. h. pro Tag 1370 Waggons. Mehr als die Hälfte dieser Menge entfällt auf Gemüse und O b st. Die Anbaufläche der jährlich in Neuyork verzehrten Kartoffeln beträgt 34 000 Hektar. Auf Den Kopf der Bevölkerung entfällt ein jährlicher Gemüseverbrauch von 149,1 Kilogramm; ein bedeutender Anteil entfällt auf die Kartoffel (47,7 Kilogramm); auf die Zwieb el entfallen 14,3 Kilogramm, auf Paradiesäpfel 9,5 Kilogramm, auf Salat 8,7 Kilogramm. Ganz enorm find die Obst mengen, die in Neuyork konsumiert werden. Jeder Neu- Yorker verzehrt im Iahr durchschnittlich 32 Kilogramm Trauben, 27,5 Kilogramm Orangen, 22 Kilogramm Aepfel, ebensoviel Bananen, bann folgen Grapefruits (eine süßsäuerliche Riesenzitrone), Dirnen und Melonen. Der Fleischkonsum beträgt burchschnittlich 62,1 Kilogramm Pro Kopf und Iahr. Die Stadt verbraucht jährlich 3,8 Millionen Liter Milch, wozu 1 500 000 Milchkühe zur Verfügung stehen. Reichsjugendwettkämpfe. Grotzen-Bufeck. gd. Grohen-Duseck, 10. Sept. Gestern sanden auf dem hiesigen Sportplatz die Reichs- jugendwettkämpfe der SchulenvonGrohen- Dused, Burkhardsfelden und Trohe statt. An Stelle der vorgeschriebenen Geräteübungen muhten wieder, da die Schulen keine Turnhallen zur Ver- füng haben, volkstümliche Hebungen, nämlich deutscher Dreisprung und Kugelstoßen, angeseht werden. Erfreulich war, daß sich diesmal auch eine weit größere Zahl von Mädchen beteiligte, als bisher. Insgesamt nahmen 107 Schüler und Schülerinnen teil. Die I. Mädchengruppe kämpfte in Weitsprung, Ballwurf, 75-Meter°Lauf, die Mädchenvorklasse ebenfalls mit erleichterten Bedingungen. Die Knabengruppe I maß sich in Weitsprung, Ballwurf, Dreisprung, Kugelstoßen und 100-Meter-Lauf, während von den übrigen Knaben nur Weitsprung, Ballwurf und 75-Meter- Lauf verlangt wurde. 3n der I. Mädchen- gruppe wurden folgende Leistungen erzielt (GB = Grohen-Dused, Tr — Trohe, Dfd — Burkhardsfelden): E. Häuser (Dkf) 60 P; Reg. Hühnergard (Bfd) 57 P.; M. Jochem (GB) 48 P.: M. Pfeiffer (GB) 43 P: Mg. Wagner (GB.) 42 P: El. Münch (GB) 41 P: Ma. Müller (GB) 40 P. In der Mädchenvorklasse ist die Reihenfolge: E. Müller (GB) 64 P: L. Ricolai (GB) 60 P.: E. Fuhr (GB) 53 P; E. Drüd (Tr) 52 P; E. Euler (GB) 50 P; M. Decker (GB) 48 P.: M. Schwalb (GB) 48 P.; A. Rau (Tr) 46 P.: E. Dahlke (GB.) 45 P: H. Rühl (GB), Gr.Mootz (GB), M. Dort (GB) 44 P.; E. Sicher (Tr) 43 P: M. Dahlke (GB) 41 P; E. Merz (GD) 40 P. In der 1. K n a b e n - gruppe errangen: E. Volk (GD) 134 P; H. Doll (Tr) 107 P; W. Rahn (Tr) 96 P.: W. Koch (GD) 93 P.: H.Reinschmidt (GB) 86 P.; E. Deu- sing (Bfd) 79 P: W. Harbach (GD) 78 P.; K. Schepp (Dfd) 78 P.; L. Licher (Tr) 70 P; E. Vogel (Tr) 61 P; K. Wagenbach (GB) 55 P; E. Harbach (GD) 50 P; F. Döring (Bfd) 40 P. Die zehn ersten Sieger der Knaben-Vor- k lasse waren: 1. K. Donarius (GB) mit 69 P: 2. K. Äebeling (Bfd) mit 66 P; 3. O. Drück und E. Höchstem (GB) mit 62 P: 4. W. Scheld (GB) mit 61 P.: 5. W. Menz (Dfd) und K. Volk (GD) mit 58 P.; 6. F. Müller und H. Hofmann (GD) mit 57 P; 7. O. Dort (GD) mit 56 P: 8. W. Dambmann (GB) mit 55 P.; 9. W. Kloos (GB) mit 54 P.: 10. W. Spuck (GB) mit 52 P. Es folgen noch die fünf ersten Sieger der Knaben unter 10 Jahren: O. Stephan (GD) 52 P.; W. Wagner (Tr) und H. Größer (GB) 51 P.; O. Dcmper GD) 47 P.; W. Pfeiffer (GD) 43 P.; E. Licher (Tr) 42 P; A. Stein (GB) 41 P. Den Abschluß der Kämpfe bildeten wieder zwei Pendelstafetten (4x100 Meter). Die beste Zeit erzielte Burkhardsfelden mit 64* * 3 * S. * * * * * * 12/s Sek. Es folgten Trohe mit 65 und Großen-Duseck mit 65V6 und 65% Sekunden. Rektor Inderthal, der die Veranstaltung leitete, sprach den Kampfrichtern — neben den Lehrern hatten sich auch einige Herren des Turnvereins und Fußballklubs zur Verfügung gestellt — den Dank aus. Watzenborn-Steinberg. * Watzenbor-Steinberg, 10. Sept. Heute wurden dahier die Reichsjugendwettkämpfe unserer Schule ausgetragen. 16 Knaben des 7. und 8. Schuljahres maßen ihre Kräfte in einem Fünfkampfe, bestehend aus einer Aebung am Reck, desgl. am Barren, Weitsprung, Weitwurs und 100°Meter°Lauf. Preise errangen: 1. K. Jung 1. mit 100 P.; 2. Walter Schmandt I. mit 90 P.; 3. Ludw. Baumann mit 88'P.; 4. K. Häuser mit 87 P.; 5. Ernst Schmitt mit 84 P.; 6. Walter Häuser mit 81 P.; 7. Heinr. Gräf mit 80 P.; 8. Ludw. Jung mit 79 P.; 2. Otto Wallbott mit 76 P.; 10. Rich. Junker mit 71 P.; 11. Otto Möckel mit 70 P. Oberheffen. Zuchtvieh-Prämiierung in Nidda. A Ridda, 9. Sept. Gelegentlich des hiesigen Herb st Marktes wurden in sechs Klassen die schönsten aufgetriebenen Tiere prämiiert. Unter anderen erhielten folgende Diehbesitzer Auszeichnungen: Fleckvieh: Für Fleckviehbullen: je einen 3. Preis Wilhelm Mäser, Selters, und Heinrich Schmidt, Wenings,' weiter wurden drei Aneriennungen verliehen. Für Fleckviehrinder: Ehrenpreis Paul Grauer, Haubenmühle,' 1. Preis Philipp Schäfer, Langd, und Wilhelm Bausch, Reichelsheim: 2. Preis Philipp Daeich, Heuchelheim: Karl Aeuning, Wallernhausen; Rudolf Ries, Heuchelheim; ferner wurden fünf dritte Preise und sieben Anerkennungen zueriannt. Fleckvieh-Kalbinnen: Ehrenpreis Rudolf Ries, Heuchelheim; 1. Preis Adolf Bausch, Reichelsheim, und Richard Wagner. Eichelsachsen; 2. Preis August Kraft, Effolderbach, und Hermann Filsinger, Reinhäuserhof; 3. Preis doppelt Otto Kraft, Kohden, Karl Fich, Reichelsheim; Otto Schauermann, Eichelsachsen; ferner fünf Anerkennungen. Für Fleck- Vieh-Kühe bis zu zwei Kälbern: Ehrenpreis Otto Schauermann, Eichelsachsen; 1. Preis Karl Horack, Reichelsheim; K. Stein, Wallernhausen; Hermann Filsinger, Reinhäuserhof; 2. Pr. Adolf Bausch, Reichelsheim; August Mäser, Selters: 3. Preis Karl Strauch, Borsdorf; ferner fünf Anerkennungen. Kühe mit drei und mehr Kälbern: Ehrenpreis Otto Schauermann, Eichelsachsen, und Paul Grauer, Haubenmühle, 1. Preis Hermann Filsinger, Reinhäuserhof; W. Bausch, Reichelsheim; Adolf Bausch, Reichelsheim; Paul Grauer, Haubenmühle; 2. Pr. Th. Lust, Wallernhausen; 3. Preis Otto Lang, Steinhelm; Heinrich Steuernagel, Wallernhausen; Rudolf Ries, Heuchelheim; ferner zehn Anerkennungen. Für Familien erhielten Wilhelm Bausch, Reichelsheim, und Otto Schauermann, Eichelsachsen, je einen Ehrenpreis, und Adolf Bausch, Reichelsheim, und Paul Grauer, Haubenmühle, je einen 2. Preis; Hermann Filsinger, Reinhäuserhof, Otto Lang, Steinheim, und Rudolf Ries, Heucheiheim, je einen 3. Dreis; ferner wurden drei Anerkennungen verliehen. Vogelsberger Rotvieh: Für einen Bullen bis zu zwei Jahre alt: 2. Preis August Albrand, Dodenhausen I. Rinder: Ehrenpreis K. L. Deubel, Rudingshain; 1. Preis E. Lingner, Rudingshain; 2. Preis derselbe; W. Decker, Wingershausen; Th. Dambmann, Rudingshain; 3. Preis Karl Schmidt, Eschenrod; Hinrich Laubach, Ober-Mockstadt, und Robert Laubach, Ober-Mockstadt; ferner wurden vier Anerkennungen zuerkannt. Kalbinnen: Ehrenpreis Karl Hartmann III., Rudingshain; 1. Preis Th. Dambmann, Rudingshain; 2. Preis Richard Wickel, Ober-Mockstadt; Karl Dambmann, Rudingshain; 3. Preis Th. Ding II., Rudingshain, und E. Lingner, Wingershausen; ferner zwei Anerkennungen. Kühe: Ehrenpreise Wilh. Kunkel, Durkhards; Heinrich Laubach, Ober-Mockstadt, und Th. Dambmann, Rudingshain; 1. Preise Karl Dambmann, Rudingshain, und Robert Laubach, Ober-Mockstadt; 2. Preise August Albrand, Bo- benhausen k; Eduard Köhler, Wingershausen; K. Herzberger, Wallernhausen; Karl Steuernagel, Wallernhausen; K. Fischer II., Rudingshain; K. L. Deubel, Rudingshain; Karl Hartmann III., Rudingshain; 3. Preise A. Rösch III., Ober-Mock- tadt; K. L. Deubel, Rudingshain; Karl Fischer, Rudingshain; W. Kunkel, Burkhards; Karl Schmidt I. .Eschenrod; Heinrich Klein II.. Durkhards; weiter wurden 13 Anerkennungen und Wegegebühren anerkannt. Für Rotviehfamilien erhielten Karl Dambmann, Rudingshain; Altbürgermeister Deubel, Rudingshain, je einen Ehrenpreis; Heinrich Laubach. Ober-Mockstadt den 2. Preis; Karl Schmidt I., Eschenrod, den 3. Preis. Dei der nachmittags abgehaltenen Verlosung von zehn Stück Vieh und vielen Gebrauchsgeaen- tänden gewann Deigeordneter und Dauunter- nehmer Adolf Lupp hier den 1. Preis, eine Kalbin im Werke von 550 Mark. Lanvkrcis Gießen. * i e f e d, 12. Sept. Hier fand dieser Tage em Vortrag über die öffentliche Baupa r k a s s e für den Volksstaat $effen, Abteilung der Landeskommunalbank — Girozentrale ür Hessen in Darmstadt, statt. Der Redner be- landelte dabei in aufschlußreicher Weise das °9- ko l l e kti've Bausparen und empfahl den Zuhörern die tatkräftige Förderung des Bauspargedankens zur Bekämpfung der Wohnungsnot und zum Besten der Dausparer. * Alten-Duseck, 11. Sept. Der Kegel- Klub „Gut Holz" veranstaltete am vorigen Sonntag fein diesjähriges Abkegeln verbunden mit Vereins kegeln. Die Meister- schaft für das Jahr 1930 errang Wilhelm Wagenbach. Den Wanderpreis mit 44 Kugeln glelch 291 Holz erhielt Karl Schmidt (Frühjahr) Friedrich Krämer (Herbst). Beim Vereinskegeln wurde erster Sieger Wilhelm Einhäuser mit 2-, Karl Schäfer 66 Holz, 3. Friedrich Doll 64 Holz, 4. Otto Weimer 64 Holz, je zehn Kugeln. In einer kleinen Feier wurde die Ehrung von 7 Mitgliedern vorgenommen, die seit fünfundzwanzig Jahren dem Verein angehören. Kegelbruder Spuck wies in einer kurzen An- pta$e auf die Treue der Iubilare zu ihrem Vereine wahrend der 25 Jahre hin und bezeich- ™.tc. als Vorbild öie ü6rigen Jill- glieöer. Kegelbruder Schwalb dankte im Auftrage der Ehrenmitglieder. s. Beuern, 11 Sept. Einen gewaltigen Auf- chwung hat hier die Haltung von Zucht- schw einen in letzter Zeit genommen. Da eine lanze Anzahl von Züchtern sogar zwei Mutter- chweme halten, sind zur Zeit etwa 250 Iunaferkel m unserem Dorf vorhanden. Dies ist au die anhaltend hohen Ferkelpreise dieses und des vorigen Wahres zurückzuführen. — AnsereSchul- verhaltnisse haben seit kurzem eine sehr begrüßenswerte Besserung erfahren. Da es nicht möglich war. die seinerzeit dem Abbau an- heimgefalleiie dritte Scyulstelle wieder au erriefe ten, waren die noch bestehenden zwei Klassen mit ?hr stark angewachsen. Wie stark der Anterschied in der Jahrgängen ist. beweist der Am stand, daß unsere Schule einen Jahrgang von nur drei Schulern und einen solchen von Über Eulern aufweist. Am nun der be- nn&erg starken Unterklasse eine Erleichterung »u mittag« hier Anterricht im vierten Schuljahr in Erfreuliche Reformen der Reichsbahn. Erweiterte Benuhungsmöglichkeit von Sonntagsrückfahrkarten. Die Deutsche Reichsbahnverwaltung gibt folgende begrüßenswerte Reuordnung bzw. Reformabsicht bekannt: Wenn Reisende mit Sonntagsfahrkarten V-Züge benutzen wollen, so mußten sie bisher mindestens den Schnellzugszuschlag der zweiten Zone, d. h. 2 Mark in den dritten und 4 Mark in der zweiten Klasse bezahlen. Diese Sätze betragen das Doppelte der Zone 1 für Fahrten bis zu 75 Kilometer. Hier wird die Reichsbahn dem auf Sonntagsfahrkarten reisenden Publikum entgegenkommen, _ indem sie vom 13. September ab den erhöhten Schnellzugszuschlag beseitigt und bei Fahrten bis zu 75 Kilometer nur noch den normalen Schnellzugszuschlag erhebt, eine Erleichterung, die 1 Mark in der dritten und 2 Mark in der zweiten Klasse sowohl für die Hinfahrt, als auch für dje Rückfahrt für die Reifenden ausmacht. SHe Reichsbahn verspricht sich von dieser Maßnahme eine weitere Belebung des Sonntagsverkehrs, da zu erwarten ist, daß infolge der Ermäßigung des Schnellzugszuschlags auch weiterliegende Ausflugsziele besucht werden. Die Maßnahme bedeutet insofern zunächst einen Versuch, als erprobt werden muß, ob nicht eine übermäßige Aeberfüllung der O-Züge und Beeinträchtigung des Fernreifeverkehrs die Folge fein wird. Wo dies eintritt, müßten naturgemäß einzelne Züge von der Benutzung mit Sonntagskarten ausgeschlossen werden. Der Verkehr auf Sonntagsfahrkarten hat sich in den letzten Jahren immer stärker entwickelt, wozu namentlich beigetragen hat, daß die Sonntagsfahrkarten schon von Samstagmittag 12 Ahr an gelten und daß die Rückfahrt erst so angetreten zu werden braucht, daß sie Montagvormittag beendet ist. Runmehr beabsichtigt die Reichsbahn auch demnächst zuzulassen, daß die Rückfahrt auf S o nn t a g S k a r t en bereits am Samstagnachmittag erfolgen kann. Hierdurch wird auch denjenigen, die nur den Samstagnachmittag zu einer Ausflugsfahrt benutzen können, ermöglicht, mit Hilfe der billigen Sonntagsfahrkarten zu reifen. Einen ganz neuen Versuch zur Belebung des Reiseverkehrs bedeutet schließlich das weitere Vorhaben der Reichsbahn, bei größeren Veranstaltungen und Festlichkeiten usw. auch in der Woche S onn t a gSf ah r ten mit eintägiger Geltungsdauer auszugeben. Die Reichsbahndirektionen find ferner ermächtigt worden, solche Karten an Mittwoch-Rachmittagen von größeren Städten nach Erholungsorten in der Rähe auszugeben. Sonniagöfahrkarien nach Gießen. Rach Gießen werden zur Zeit Sonntagskarten ausgegeben von; Allendorf (Lumda), Alsfeld, Aßlar, Bad-Rauheim, Bad Salzschlirf, Bleichenbach, Bondorf, Braunfels, Braunfels- Oberndorf, Büches, Düdelsheim, Büdingen, Burg (Dillkr.), Burg- und Rieder-Gemünden, Burgsolms, Butzbach, Darmstadt, Dillenburg, Ehringshausen (Kr. Wetzlar), Ehringshausen (Oberh.), Eschhofen, Frankfurt (QU.), Hauptbahnhof, Frankfurt-Eschenheim, Frankfurt-West, Friedberg, Fronhausen (Lahn), Gedern, Gladenbach, Grünberg, Haiger, Herborn, Hirzenhain (Oberh.), Hungen, Langsdorf, Laubach, Lauterbach (Oberh.), Lich, Limburg, Löhnberg, Londorf, Marburg, Merkenfritz, Mücke, Reunkirchen (Kr. Siegen), Ridda, Riederdrefselndorf, Rieder- Ohmen, Riederscheld (Dillkr.), Rieder-Walgern, Ober-Widdersheim, Odenhaufen, Ortenberg Ranstadt, Renzendorf, Runkel, Schlitz, Schotten, Sinn, Stockhausen (Lahn), Stockheim (Oberh.), StraheberSbach, TraiS-Horloff, Ufingen, Dillin- gen, Villmar, Wallenrod, Weilburg, Westerburg, Wetzlar, Zell-Romrod. Somiiagsfahrkarien von Gießen. Von Gießen werden zur Zeit SonntagS- fahrkarten ausgegeben nach: Alsfeld, Bad-Rau- Heim, Braunfels, Büdingen, Butzbach, Dillenburg, Frankfurt a. M. (Hptbf.), Friedberg, Gedern oder Schotten, Gelnhausen, Grünberg, Herborn, Hungen, Kahensurt oder Braunfels, Koblenz, Laubach, Lauterbach, Lich, Limburg, Marburg, Ridda, Oberlahnstein, Schotten, Weilburg, Wetzlar. Oie freigegebenen Schnellzüge. Zur Zeit sind alle Schnellzüge mit Aus- nahme Der FO-Züge zur Benutzung mit Sonntagsrückfahrkarten freigegeben, und zwar gegen Lösung des gewöhnlichen Schnellzugzufchlages. Ab Gießen kommen in Frage: Richtung nach Kassel: D 8.58 Ahr, D 13.35 Ahr, E 21.12 Ahr, D 22.12 Ahr, D 22.25 Ahr, D 23.42 Ahr. Richtung nach Frankfurt a.M.: D5.43Ahr, D 7.03 Ahr, D 7.58 Ahr, E 9.40 Ahr, D 13.07 Ahr, D 17.25 Ahr, D 21.33 Ahr, D 22.00 Ahr. Richtung nach Siegen: D 8.23 Ahr, D 18.24 Ahr. Richtung nach Koblenz: D 5.55 Ahr, D 17.48 Ahr. dem seither nur für den Haushaltungsunterricht benutzten dritten Schulfaal. ch O d e n h a u f e n 12. Sept. Hier fand in der Gastwirtschaft von Delling der zweite De- zirkstag des „H a s s i a" - B e z i r k s G r ü n- b e r g statt, auf dem 24 Vereine vertreten waren. Einige Vereine erhielten bei der Auszahlung der Rückvergütungen von den Versicherungs- gefellschaften ansehnliche Beträge. Rachdem der Bezirksvorfitzende, Lehrer Roth, Grünberg, kurz über daS Versicherungswesen des Verbandes gesprochen hatte, erstattete er einen Bericht über das abgelaufene Halbjahr und behandelte dabei eingehend den Verbandstag in Alsfeld. Das Bezirksschießen für Iugendgruppen wird am 28. September in Atzenhain stattfinden. Der Bezirkstag bewilligte zur Anschaffung von Preisen für dieses Schießen ansehnliche Geldmittel auS der Bezirkskasse. Q Kesselbaä), 12.Sept. Dem hiesigen Krieger- und Schützenverein wurde von dem Büchsenmacher Hilgert in Alsfeld eine Taschenuhr als Ehrenpreis gestiftet, die nach der Bestimmung des Spenders nur unter Der- einSmitgliedern im Wettkampf ausgefchoffen werden durfte. Bei dem Konkurrenzfchießen um diesen Preis blieb Kamerad Ludwig O l e m o tz Sieger. S. Atphe, 12. Sept. Anläßlich der Feier des 25jährigen Bestehens desKreisziegenzucht- t> e r einS Gießen erhielt der Vorsitzende deS hiesigen Ziegenzuchtvereins, Friedrich Stauf, eine Ehrenurkunde für langjährige treue Mitarbeit. Er ist feit 22 Jahren rühriger Leiter deS hiesigen Vereins, der ihm seinen Aufschwung verdankt. s. Aus der nördlichen Wetterau, 12. Sept. Einen plötzlichen Rückgang haben die Preise für Fettschweine in unserer Gegend zu verzeichnen. Während bisher noch 64 Pf. für daS Pfund Lebendgewicht gezahlt wurde, bieten die Metzger jetzt für gute Schweine nur noch 58 Pf. und darunter. Fette Zuchtsauen gelten sogar nur 52 Pf. Der starke Preisabschlag hängt mit dem vermehrten Angebot auf den letzten Frankfurter Märkten zusammen, welches von Rorddeutschland herrührt, da dort seither schon die Preise gesunken waren. — Seit der Getreideernte macht sich in steigendem Maße eine starke Mäuseplage bemerkbar. Richt nur die Felder sind voll davon, sondern auch Wege und Raine. Beträchtlichen Schaden haben sie bereits an Fruchthaufen angerichtet, die infolge schlechter Witterung länger draußen stehen mutzten. Die meisten Gemeinden besitzen Der- gasungSapparate zur Bekämpfung. Kreis Friedberg. 5 Friedberg, 11. Sept. Im Alter von 68 Jahren ist hier der Oberstudienrat i. R. Franz Reitz gestorben, der 32 Jahre lang als verdienter und hochgeschätzter Altphilologe dem Lehrkörper der hiesigen Augustinerschule angehörte, nachdem er vorher in Gießen und Mainz im Lehramt tätig gewesen. Der Verstorbene war tief eingedrungen in die Welt deS klassischen Altertums und wurde ein begeisterter, erfolgreicher Verkünder ihrer ewigen Werte. Die Freunde des humanistischen Gymnasiums verlieren in dem Verblichenen einen hingebungsvollen Freund ihrer Bestrebungen. I_ Melbach, 11. Sept. Bei der Kartoffelernte fand ein hiesiger Landwirt gestern morgen auf feinem Acker einen K i n de r l u f t b a l l o n £>er einem Geschäftshcmse von Verdun entstammte. Allem Anschein nach muß der Ballon erst in den letzten Tagen niedergegangen fein. — Im Gasthaufe „Zur Post" wurde gestern eine O r t S gruppe deS Landfrauenbundes gegründet, der sogleich 24 Frauen beitraten. Den Dortrag über Zweck und Ziele des Bundes hielt Frl. Bopp, Hanau. Rach der Vorstands- wähl wurden das Arbeitsprogramm für öaS Winterhalbjahr und die Zahl der regelmäßigen Zusammenkünfte festgelegt. Kreis Büdingen. -r- Anter - SchMi11en, 12. Sept. Ein nicht alltäglicher Vorgang erregte die hiesige Bevölkerung. Der Gast- und Landwirt K. ritt auf einem seiner schweren Ackerpferde die Dorf- ftraße entlang, die auf der einen Seite von einem Mühlgraben abgeschlossen wird. In seinen Armen hielt er sein vierjähriges Töchterchen, daS mit einem Kinderballon spielte. Als dieser plötzlich in die Höhe ging, scheute das Tier und bewegte sich rückwärts, dem Mühlgraben zu. Dem Reiter gelang eS, abzuspringen und auch daS Kind in Sicherheit zu bringen. Das Pferd geriet aber in den breiten und ziemlich verschlammten Graben, wo es zwischen zwei Pfeilern stecken blieb. Es blieb nichts anderes übrig, als zwei Seile unter den Leib des Ein ernster Sonntag ist der morgige 14. September. An ihm soll das Volt über das künftige Schicksal des Reiches entscheiden. Diesmal müssen auch die bisherigen Nichtwähler an die Urne! Sie bilden das Zünglein an der Waage und bestimmen über Aufbau oder Niedergang unseres Volkes. Leder verantwortungsbewußte Wahlberechtigte wird es weit von sich weisen wollen, ein Nichtwähler zu sein. Kür alle heißt es darum morgen: anfzuv Stimmabgabe an die Tieres zu schlingen und e« hochzuziehen, was schließlich den vereinten Anstrengungen der hilfsbereiten Bewohnerschaft gelang. Kreis Schotten. < Eichelf ach f e n, 12. Sept. Es wird auch in kleinen Gemeinden ein seltener Ausnahmefall fein, daß in einem Jahre doppelt soviele goldene Hochzeiten als Eheschließungen stattfinden. Hier ist in diesem Jahr nur ein Paar getraut worden, während zwei Paare — mit den üblichen Ehrungen — die goldene Hochzeit feiern konnten. Bemerkenswert ist auch die Aehnlichkeit der Lebensgeschichte der beiden Paare. Sie haben beide in ihren ersten Ehejahren ihre sämtlichen Kinder wieder verloren bis auf einen Sohn, bei dem sie ihren Lebensabend verleben. — Für die von der Be- zirkssparkasse Schotten ausgesetzten Prämien für Dienstboten, die wenigstens fünf Jahre in derselben Stelle gedient haben, konnten — ein schönes Zeichen der Treuei — aus unserer kleinen Gemeinde drei landwirtschaftliche Gehilfen angemeldet werden. < Wing ersHausen, 12. Sept. Die O rge l der hiesigen Kirche ist jetzt einer gründlich en Renovierung unterzogen worden. Sie ist ein einfaches Werk deS früher bekannten Orgelbauers Karl Bernhard in Gambach und ist. nachdem die frühere Orgel für 50 Gulden an die Gemeinde Höckersdorf verkauft worden war, erst im Jahre 1872 aufgestellt worden. Bei ihrer Einweihung am ReformationS- und Erntedankfest 1872 wurde sie von dem Kantor Wolf aus Lauterbach gespielt, der sie „durch ausgezeichnetes Fugenspiel" der Gemeinde vorführte. Sie wurde auch in die 1903/04 neuerbaute Kirche übernommen, hatte aber seitdem durch Wurmfraß rmd den Zahl der Zeit fo gelitten, daß jetzt das innere Werk gründlich auSgcbeffert werden mußte. (Schluß des redaktionellen Teils.) Es gibt Dinge, die nicht zu verbessern find, trotz aller Fortschritte der Technik. Sie entsprechen ihrem Zweck so vollkommen, daß jeder Versuch, sie noch voll, kommener zu machen, an dieser Zweckmäßigkeit zum Scheitern gebracht wird. Solche Dinge sind z. B. die Nähnadel und die Odolflasche. Es existieren über 200 Versuche, die weltbekannte Odolflasche in Material und Form zu verbessern — bisher ist es noch nicht gelungen. 2228v Benjamin Franklin Benjamin Franklin, ein durch eigene Kraft aus einfachsten Verhältnissen emporgekommener Mann, war nicht nur einer der hervorragendsten nordamerikanischen Staatsmänner, sondern auch ein berühmter Lebensweiser. Berühmt ist sein Ausspruch geworden: „Mein Sohn, mache Geschäfte mit Leuten, die anzeigen, denn diese sind intelligent und du wirst nie dabei verlieren!“ Fernsprecher 3948 05666 U90D liefert 6002 A 348D Gießen SONDERANGEBOTE ZU DIENSTEN 5859D - - hier abtrennen Gewerbeschule Wda Staatlich beaufsichtigte, dreiklassige gewerbliche Fachschule mit Abteilungen für: Bauhandwerker, Maschinenschlosser und Elektro • Installateure, Möbelschreiner, Treppenbauer, Maler und Weihbinder. Beginn des Wintersemesters am 3.November d.I. Bezug der Anmeldescheine la KupferkeUel KefielOefen billigst — Günstig für Wiederverkäufer. 06681 Kupferfch miede Verzinnerei ZriedrichWilheim"^- Frankfurt, straße9 Ein großer Posten Radio- Netzanschlußempfänger Nora und Blaupunkt 220 Volt, Gleichstrom in tadellosem Zustande weit unter Preis abzugeben, wegen Umstellung auf Wechselstrom. Radiohandlung 6302 D Hermann Löb, Butzbach. Also vorbeugen, schlank werden und jung bleiben! 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Spies LudwIgstraOe 27 _________________6132D si^Üröireröutziuui, 6;\ oom$ 3m Zusaii Dahlen und börsen war bi so daß bei fj schäft zeitveis im Grundton lähigkit zu e derössentlichtei Ervhbankn i lot^ung tu vvraustzelagt 'm Herbst bei öer Arbeits, öurfte. Die Qitf diesem I Hintergrund trotzdem nicht Oroereingang wiefen mar -Deckungen zu b* J5«n.. % deutlet« äeütÄ „ Bon 1929 KS tz'LL rÄ6s- >02%) W iiM- d»v,« 1% L^hbor bi"- .tzr- iftSft K- Ä*ff* e« Serien' B polfl $r Sa dre " IS-! E 1« Äoggr^ xS'i ® L LSs Weizen imteaubfng über sehr g selbst von otc Dotierungen so daß-sich be. u Gunsten i Hascr w nicht gerade 'st °ber gut ousnahmesah^ sten nach, sowie für >no terial fand ei sagen dagegei Der Weiz benöcn Absatz gung der Pre Tdebung. sührten ebensc hier das sta nicht ohne G 3J tung des ao auch unter dk schäften einigi Die Genich Mäßigung des die Preise sü Schwäche neig Hülsensr ernzett wurde litätserbsen m i t t e l n la ker gedrückt. Geschäft unl> 3m einzeln alte Ernte 7,5 während Avj Woche schloß 252,50. Rogg, (neu) 165 bis Weizenmehl mehl (niederi mehl 27,75 6i; per Zentner 2, strvh (drahtge 'Avggeustrvh ( tat für Speis Konservative f *<%*><*. <4Ä Volkspartei: LlSlC IO ___________________________________________ _______________ ____ __6347 V LASTWAGEN LIEFERWAGEN In Gießen: Frankfurter Straße 52 Telephon 2847 Reparatur-Werkstätte - Garagen - Großtankstelle Kaufhaus HANSAGießen Sonntag abend 6326D 6328 v 63270 non-Ersavteile. 180 D 6.90 5.90 Rechnungen liefert Brühl, Gießen Wahlbureau: Gießen, Roonstraße 10 p, Telephon Är. 2437 Wähler der O.V.p., die zur Wahl ein Auto benötigen, können dies unter obiger Telephon-Tiummer anfordern Desgleichen jede Auskunft über Wahllokale uftv. 53350 Deutsche Volkspartei Bekanntgabe derWahlergebniffeimHindenburg am Sonntag, 14. September, abends ab 9 Llhr Gedraiichle Scbreibmaschineo Oeffenstiche Versteigerung. Dienstag, den 23. September 1930, nachm. 3 Llhr auf meinem Äüro Liebigstraße 19 versteigere ich im Auftrage der Erben des Kaufmanns Theodor Oppenheimer zu Gießen das auf dessen Namen im Grundbuch von Gießen, Band VII, Älatt 336, eingetragene Grundstück Flur I, Ar. 948, Hofreite in der Neustadt (Neustadt Nr. 13) 731 qm. Grundbuchsauszug und nähere Bedingungen stnd auf meinem Büro einzusehen. 6331D Schneider, Rechtsanwalt und Notar. Reicbsjiartej des Beulscta Mittelstaodes (WirtschaHspartei) gemütliches Zusammensein im U. C, Plockstrafie 51. Werben Sie mittelst der Zeitungsanzeige und In geeigneten Fällen auch durch gute Drucksachen! 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Da die internationalen Getreidebörsen meist schwächere Veranlagung zeigten, der Ernteertrag in den meisten Ländern recht gut und im allgemeinen ein Weizenüberschuß zu verzeichnen ist eröffnete auch der Frankfurter Markt die neue Woche weiter etwas schwächer. 3m grasten und ganzen war die Umsatztätigkeit wieder nur cuf den notwendigsten Bedarf beschränkt. 3m Gegensatz zur Allgemeintendenz stand R o g g e n , der weiter anziehen konnte. Das meist sehr reichliche Angebot wurde in der Hauptsache von den Stüyu igsgesellschasten aus dem Markte genommen. Durch diese irreguläre Art des Handels wird, nach Ansicht der interessierten Kreise, das Geschäft allerdings stark beeinträchtigt. Weizen war bei großem Angebot . kaum unterzubringen. Da auch die Mühlen weitör über sehr schlechten Mehlabsatz klagen, so wurde selbst von dieser Seite kaum Ware gekauft. Die Dotierungen für Weizen gaben ziemlich nach, so daß stch der Unterschied des Marktwertes meist zu Gunsten des RoggcnS änderte. Hafer war weiterhin reichlich, wenn auch nicht gerade dringend, angeboten, der Konsum ist ober gut versorgt und infolgedessen wenig aufnahmefähig. Hier gaben die Preise am stärksten nach. Gerste in guten Braugualitätcn. sowie für industrielle Zwecke gut geeignetes Material fand einige Beachtung. Abfallende Sorten lagen dagegen fast völlig vernachlässigt. Der Weizenmehlmarkt hatte nur schleppenden Absatz und blieb trotz weiterer Ermäßi- aung der Preise fast in der ganzen Woche ohne Belebung. Die großen Bestände der Mühlen führten ebenfalls zu einem Rückgang, auch blieb hier das starke Rachgeben der Weizenpreise nicht ohne Einfluß. Roggenmehl lag dagegen. im Zusammenhang mit der festeren Haltung des Roggenmarktes, weiter fest und hatte auch unter der Einwirkung der Stützungsgesell- schdsten einiges Geschäft zu verzeichnen. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Ermäßigung des Futtermittelzolles liehen die Preise für Mühlennachprodukte weiter zur Schwäche neigen. Dos Geschäft war nur gering. Hülsenfrüchte unverändert ruhig. Vereinzelt wurden einige Abschlüsse in guten Qualitätserbsen getätigt. Don Rauhsu11ermitteln lagen Weizen- und Roggenstroh stärker gedrückt. Kar tos sein hatten bei ruhigem Geschäft unveränderte Preise. 3m einzelnen verloren Weizen 5 Mark, Hafer alte Ernte 7,50 Mark, neue Ernte 2 bis 5 Mark, während Roggen bis 2,50 Mark anzog. Die Woche schloß zu folgenden Dotierungen. Weizen 252,50. Roggen 172,50; Hafer (alt) 190; Hofer (neu) 165 bis 170; Roggenkleie 6,75 bis 6,90; Weizenmehl (füdd.) 40,75 bis 41,50; Weizenmehl (niederrhein.) 40,50 bis 41,25; Roggenmehl 27,75 bis 28,75; Weizenkleie 7; Kartoffeln per Zentner 2,50 bis 2,60; Weizen- und Roggen- stroh (drahtgepreßt) 2,25 bis 2.50; Weizen- und Doggenft rot) (gebündelt) 2; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 28 bis 40 Mark. Wochenbericht oom Frankfurter Effektenmarkt. 3m Zusammenhang mit ben bevorstehenden Wahlen und den meist schwächeren Auslandbörsen war die Stimmung ziemlich gedrückt, so daß bei spärlichstem Ordereingang das Geschäft zeitweise zum Stillstand kam. Doch war im Grundton immer eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu erkennen, da in den in letzter Zeit veröffentlichten Wlrtschaftsberichien vereinzelter Großbanken und des 3nftitut8 für Konjunkturforschung eine Besserung der Wirtschaftslage vorausgesagt wird, obwohl vorläufig durch die im Herbst bedingte saisonmäßige Verschlechterung der Arbeitsmarkllage die Depression onhalten dürfte. Die seither gehegten Besorgnisse traten aus diesem Grunde wieder etwas mehr in den Hintergrund. Eine Geschäftsbelebung trat aber trotzdem nicht ein, do bei dem sehr bescheidenen Ordereingang die Kulisse auf sich selbst angewiesen war und nur wenig Lust zeigte, zu Deckungen zu schreiten. Vereinzelt kam jedoch auch etwas Material an den Markt, so daß auch vereinzelte kleine Kursabschläge nicht ausbleiben konnten. Doch wurde die Stimmung im Laufe der Woche wieder etwas freundlicher, da man dem Ausgang der Wahlen mit gewisser Zuversicht entgegensieht in der Annahme, daß ein arbeitsfähiger Reichstag zustande kommt, von dem in der Hauptsache die Zukunftsgestoltung der deutschen Wirtschast abhängen dürfte. Das Geschäft konzentriert sich meist nur auf Spezi a l w e r t e . die zeitweise etwas lebhafter gefragt waren. Es traten teilweise ganz erhebliche Kursbesserungen ein. Vor allen Dingen in den Fällen, in denen sich Sonderanlässe herausgebildet hatten. Auch die wieder bessere Lage an der Reuyorker Börse und die Gründung eines ersten europäischen 3nvestment-Trusts machten einen vorteilhaften Eindruck. Verschiedentlich schritt die Spekulation zu Meinungskäufen, und die Schweiz interessierte sich vor allem für Elektrowerte. 3n manchen Fällen stellte sich Materialknappheit ein; des war schon ein schwerwiegender Punkt für eine rasche Aufwärtsbewegung der Papiere. Die Rebenmärkte konnten kaum 3ntcreffc auf sich lenken, gewannen aber auch etwas. 3e näher jedoch der Wahltermin heranrückte, um fo zurückhaltender wurde die Kulisse wieder, obwohl in Börsenkreisen eine Meinungsänderung über den Wahlausgang nicht zu hören war. Man blieb in dieser Beziehung ziemlich zuversichtlich, hielt aber mit Reuengage- ments vor den Wahlen stark zurück, so daß das Geschäft bei immer mehr sich ausbreitender Orberlofigfeit zeitweise fast vollkommen stagnierte. Die Grund st immung blieb widerstandsfähig. Teilweise waren aber bei der herrschenden Geschäftsstille Kursabschläge nicht zu vermeiden. Die weitere Verschlechterung der Arbeitslosigkeit im Reiche dürfte etwas dazu beigetragen haben. Gegen Ende der Woche schrumpfte das Geschäft immer mehr ein; die Grundstimmung blieb aber weiterhin recht widerstandsfähig. 3m Vergleich mit den Kursen der vergangenen Woche war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Lebhafteres 3ntcr- esse bestand anfangs für Holzmann auf den 5-Millionen-Mark-Tauauftrag von Ford, doch mußte der größte Teil des Gewinnes wieder bergegeben werden. Von Elektroaktien lagen AEG. 1,5 Prozent niedriger, während Siemens 2 Proz. gewannen. Von internationalen Papieren lagen Cha de auf die gebesserte spanische Valuta 12 Mark fester. Svenska gewannen 9 Mark. Kaliwerte büßten nach einer vorübergehenden Besserung bis zu 3 Prozent ein. Banken lagen bis zu 2 Proz. höher. Etwas fester waren noch Gelsenkirchen, Klöcknerwerke und Lechwerke. Rheinische Braunkohlen lagen 4 Proz. höher. Felten, Mansfelder Bergbau, Karstadt und Zellstoffwerte gaben bis zu 3 Proz. nach. Kunstseideaktien wenig verändert. Am Rentenmarkt bestand für Mexikaner weiterhin 3ntereffe bei Besserungen bis zu 1,5 Proz. Gegen Schluß der Woche gaben auch diese Werte etwas nach. Deutsche Anleihen lagen etwas höher. Altbesitz erholten sich wieder. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 Proz. sehr leicht. Am Devisenmarkt trat keine wesentliche Aenderung ein. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der meist nicht erwartete große Auftrieb in d'eser Woche ließ den Frankfurter Echlachtviehmarkt in ziemlich abgeschwächter Haltung verkehren. Da man mit den Abtrieben von den Weiden allmählich beginnt und die Zufuhren an Großvieh dadurch großer werden, wird man auch in der nächsten Zeit mit weiter zurück- gehenden Preisen rechnen müssen. Die Zufuhren an Kälbern dürfte dagegen nicht größer werden, so daß man hier evtl, auch mit besseren Preisen rechnet. An Schafen wird in den nächsten Wochen mehr aufgetrieben werden, da der Verzehr an Schaffleisch. bedingt durch die verschiedenen jetzt reifen Gemüsearten, größer werden wird, was aber auch den Verbrauch an Schweinefleisch etwas beeinträchtigen dürste. Für Schweine rechnet man allgemein mit größeren Zufuhren und rückgängigen Preisen, zumal sehr viel schwere Schweine noch liegen sollen. 3nfolge des starken Auftriebs setzte der Handel am Rinder markt sehr ruhig ein. Die Preise für Ochsen und Dullen gaben um 1 Mk. nach, bei den Kühen ging es noch langsamer bei bis zu 2 Mk. nichtigeren Preisen, nur Färsen konnten die vorwöchigen Preise behaupten. Gute Qualitäten erzielten Preise über Rotiz. Die Exportbeteiligung war ziemlich stark, etwa 55 Prozent des Auftriebs wurden nach den bekannten 03er- forgungägebieten ausgeführt. Trotzdem verblieb ein größerer llcbcrftanb. Am Schweine- markt war die Beschickung zu stark, und bei von 3 bis 6 Mk nichtigeren Preisen verblieb ziemlich llcbcrftanb. Am Äälbcrmarlt war her Auftrieb etwas geringer, und nach mäßig regem Handel und zu 2 bis 5 Mk. höheren Preisen wurde der Markt geräumt. Am Schaf- markt wat der Auftrieb erheblich größer, hoch wurde der Markt zu fast unveränderten Preisen geräumt. Der Gesamtauftricb bestand aus 1590 (1407) Rindern, darunter befanden sich 395 Ochsen. 190 Bullen. 515 Kühen und 430 Färsen, ferner aus 1293 (1368) Kälbern, 425 (245) Schafen und 6467 (5365) Schweinen. Bezahlt wurden pro Zentner in Dlarf: Ochsen; al) 58 bis 60. a2) 53 bis 57. bl) 48 bis 52; -Süllen: a) 53 bis 56. b) 48 bis 52; Kühe a) 47 bis 50. b) 43 bis 48. c) 39 bis 42. d) 32 bis 38; Färsen, a) 59 bis 62. b) 55 bis 58. c) 50 bis 54. Kälber: b) 80 bis 84. c) 75 bis 79. d) 70 bis 74. Schafe al) 50 bis 52. b) 43 bis 49. Schweine a) 59 bis 61. b) 61 bis 63. c) 63 bis 66, d 62 bis 64. e) 60 bis 63; Sauen 50 bis 52. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 13. Sept. Tendenz: geschästs. los. — Der letzte Tag vor den Wahlen brachte an her Börse eine noch verstärkte Zurückhal - t u n g. Umsätze kamen aus diesem Grunde an der Wochenschlußbörse nur in geringem Umfange zu stände; die Tendenz zeigte aber auch heute eine nicht zu verkennende Widerstandskraft, da man dem Ausgang der Wahl mit einer gewissen Zuversicht entgegensieht. Die Bankkundschaft beteiligte sich fast gar nicht am Geschäft. Bei eher freundlicher Stimmung konnten Spezialwerte in den Vordergrund treten. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich in der Mehrzahl kleineKursbes s e- r u n g c n. Vor allem am Elektromarkt machte sich auf vereinzelte Schweizer Käufe etwas mehr Inter- csse bemerkbar. Gesfürel und Schuckert gewannen je 1,75 o. H., AEG. und Licht & Kraft und Siemens lagen ebenfalls etwas gebessert. Am Chemiemarkt bestand für Rütgerswerke plus 2 v. H. verstärktes Interesse. IG.-Farben und Deutsche Erdöl lagen nur wenig gebessert. Don Warenhausaktien konnten sich Karstadt um 1,5 v. H. befestigen. Kunstseidewerte waren ebenfalls leicht erhöht. Am Montanmarkt war das Geschäft ebenfalls nur bescheiden. Phönix traten jedoch mit plus 1,5 v. H. in den Vordergrund. Gelsenkirchen lagen leicht gedrückt. Banken besserten sich auch etwas. Von Autoaktien gaben Daimler leicht nach. Etwas gefragt waren noch Zellstoff Aschaffenburg. die 1,75 n. H. gewannen. Am Rentenmarkt waren Deutsche Renten knapp behauptet. Von Ausländern waren Anatolier und Bagdadserien bis 0,13 v. H. höher, dagegen Goldmexikaner 0,5 v. H. abgeschwächt. Im Verlaufe war das Geschäft in einigen Spezialwerten unter Führung von Farben und Elektroaktien auf Wochenschlußdeckungen etwas lebhafter, so daß sich gegen Anfang Kurserhöhungen bis zu 1 v. H. ergaben. Die Nebenmärkte lagen still und behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt war der Dollar gegen Pfund unverändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1980, gegen Pfund 20,4050, London gegen Kabel 4,86, gegen Paris 123,76, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 44,60, gegen Schweiz 25,0550, gegen Holland 12,0750. Berliner Börse. Berlin, 13. Sept. Trotz des schwachen Schlusses der gestrigen Neuyorker Börse eröffnete auch die letzte Börse vor den Wahlen in roiberftanbs- fähiger Haltung. Das Geschäft bewegte sich zwar wieher in engsten Grenzen, eine freunbliche ©runbftimmung war aber unverkennbar, unb kurs- mäßig ergaben sich meist kleine Besserungen. Es bestanb bei verschiebenen Papieren Interesse für Vorprämien per Ultimo Oktober, aber auch per Montag unb Dienstag sollen Geschäfte biefer Art abgeschlossen worben fein. Die Baissespekulation befunbete wohl auch Deckungsneigung, zumal bie Wahlversammlungen bisher einen unerwartet ruhigen Verlaus genommen haben, unb man baher auch für morgen in politischer Hinsicht beruhigt ist. Im allgemeinen gingen bie Kursveränderungen zu den ersten Notierungen nicht iH'cr 1 v. H. hinaus. Etwas stärker gebessert waren Salzdetfurth, Irans» rabio. Polnphvn, '21 tu, Berger, Drcnftein R Koppel, die 1 bis 2 v. H. anzogen. Schwacher waren dagegen nur Svenska mit einem Verlust von 2 Mark Deutsche Anleihen und Ausländer waren fast geschastslas und kaum verändert. Am Psandbriesmarkt herrschte bic übliche Samstagsstimmung, tiiquibationspfanbbrjcfc schienen wieder eher etwas sreundlicher zu sein. Der Geldmarkt hatte unveränderte Sätze. Der nahende Medio machte sich bisher nur wenig bemerkbar. Tagesgeld war nach wie vor unverändert. Monats- gelb 4 25 bis 5,5 v. H , Warenwechsel 3,6 v. H. Auch nach den ersten Kursen lag die Börse ruhig, und das Geschäft blieb schleppend llebcnmcgcnb brodelten bie Kurse etwas ab. Nur für Deutsche Atlantische Telegraph, bie anfangs sthon 1 v. J) gewannen hatte ich bei einer weiteren Steigerung um 1,5 v. H. Interesse erhalten. Motoren Deutz holten ihren An- sangsverlust reicher ein. Gessürel zogen um ein werteres Prozent an, einzelne Montanwcrte konnten sich 1 v. H. befestigen. Berliner Pror iftcnmnvft. Berlin, 12. S:pt Das 3nlanbangcbot hat sich zum Teil unter b?m Eindruck her flauen Auslanbrneldungen erneut verstärkt, fo baß bie Stützungsgcfcllschast an Weizenliefcrungsmarkt das Preisniveau nicht mehr aufrechtzucrhalten vcrintth'.e. Obwohl bei ben ersten Dotierungen etwa 12 000 Tonnen Weizen ausgenommen würben, gaben bic Preise in ben späteren Sichten um 2 bis 4 Mark nach. Auch im Promptgcschast zeigte sich stärkere Derkaufsneigung ber Provinz, über bie Stützungsabsichtcn war bei Abfassung des Berichtes noch nichts Positives zu hören. Das Roggenangebot war gleichfalls recht gewaltig, allein zur Märzlieferung mußten annähernd 12 000 Tonnen übernommen werben, um lcix Preis zu halten. Insgesamt bürften am Liese- rungsmark für Brotgetreide etwa 30 000 Tonnen von her Stühungsgefellfchaft aufgenommen motten fein. Am Mehlmarkt hält bas schleppenbe Geschäft an. auch Preiskonz^fsionen der Mühlen vermögen bic Rachfrage nicht zu beleben. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 14. Sept., 18 bis gegen 22.30 Uhr: Tristan unb 3folhc. Montag, 15 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Bettelstubent. Dienstag, 16., 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Zar unb Zimmermann. Mittwoch, 17.. 19.30 bis 22.15 Uhr: Der fliegenbe Holländer. Donnerstag. 18.. 19 bis 22.45 Uhr Der Roscnkavalicr. Freitag, 19., 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Bettelstubent. Samstag. 20.. 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag, 21., 15.30 bis gegen 18 Uhr: Mignon. 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Tenor her Herzogin. Montag, 22., 19.30 bis 22 Uhr: Fra Diavoto. Schauspielhaus. Sonntag. 14. Sept.. 20 bis gegen 22 30 Uhr: Eharleys Tante. Montag, 15., 20 bis gegen 21.30 Uhr: Tartüsf. Dienstag, 16., 20 bis gegen 22.30 Uhr: Eharleys Tante. Mittwoch. 17., 20 bis gegen 22.30 Uhr: Tartüsf. Donnerstag. 18 . 20 bis nach 22 Uhr: Salvermosers seltsame Seclenwanbcrung. Freitag, 19.. 20 bis gegen 21.30 Uhr: Tartüsf Samstag, 20 20 bis gegen 22.30 Uhr: Uraufführung: Mississippi. Talen für Lonnkag. 14 September. Sonnenaufgang 5.32 Uhr, Sonnenuntergang 18.19 Uhr. - Monhaufgang 20.28 Uhr. Mond- untergang 12.52 Uhr. 1760: ber italienische Komponist ©berühmt in Florenz geboren. — 1769: Alexanber v Hum- bolbt in Berlin geboren. Daten für Montag, 15. September. Sonnenaufgang 5.33 Uhr, Sonnenuntergang 18.17 Uhr. — Monhaufgang 21.06 Uhr, Mond- untergang 14.11 Uhr. 1830: ber mexikanische Präsident Porfino Tiaz geboren; — 1882: ber Untcrseebootführer Otto Wcdhigen in Herford geboren. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachtcn sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) . R. E. Mangels anderweiter vcrtragbchcr Vereinbarung ist der Mieter des Erdgeschosses nicht verpflichtet, bie zum Hause gehörende Torhalle zu reinigen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Borfe. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o H SranHun a 3)1. Berlin Frankfurt a. M Verl In Hchmß- hird I-Uhr- fli-re Schluß- hird । Solang- Rur# C7chluß- lurd । i-Uhr- Rur* Echluß- furn 1 Anfang» Kurs Datum 12 9 | 13 9 12 9 13 9 Datum 12 13 9. 12 9 13 9 6% tvunOK ottia^aiucUft caniDurfl.viinerUü Patel .... 90.5 — 91.25 91.4 von 1927 ....... 87.75 —— — — Hamburg-Südam. Tampfschlfl. 8 — — 167 7% Deutsche «ridjMnlcitx Hansa Xampfldilfl ... 10 — 135 — von 1929 ....... 101,25 — 101,25 — Norddeutscher Lloyd.....6 92,13 — 91,5 91,75 Teuifcbe «nI..«blSI.-Sckuld mh Wlgemeine TrulidifGtfblianfL 10 107.5 — 107,5 107.4 Su«Io|.-Rechten....... 62,8 62.6 62.9 62,75 Barmer Bankverein 10 116 116 116 116.13 ohne Autioi.-Rechte . . 7.8 7.9 7.825 7,8 Berliner HandelsgeleUIckaft 12 143 — 143,25 143.5 6% He«. SoiWflaal von 1929 Commerz- und Privat-Bank . 11 128,75 129,25 128,75 129,25 (rüdiablb. 102%)...... 95 — — — Darmstädter unb Naiionalbanl 12 180,5 — 180.5 181 Cberbffkn Provinz - Snlektze mi 59.25 Deutsche Bank unb «u«Io|.-Reckten ..... —- — _ Dtreonro-GeseUschafl, ... 10 123,5 — 123,5 123,75 teuildif ÄDtnm. SammtlabL 11,9 Dresdner Bank......10 123,75 123,75 123,75 123.75 Anleihe Serie 1 • 6% Franks. Hnv-Bank «oldpfe — 61,75 — «eickdbant ......12 — 247 246,13 246,25 101 XIII unhhtbbar bi« 1931 . . — — — fl-CA». ...... 137,5 137,9 137,5 137,6 7% iZrankf. Hop.-Bank «olbple 96,5 Bergmann.........9 — — 166 — unkündbar bi« 1932 — — — Bekrr. Lieferungsgeselllckaf«. 10 —— 130 — 4Vi% Rdemilche Hiw.-B-n! 90,13 Lickt unb ürasl...... 10 140,75 141 141.5 — Liau. Soldpse...... — — — gelten & ®uUlraumt .7y, 105.5 — 105.5 — 8% Pr. Lanbedpsandbriefanlkall. LeseUschast für Elektrilche Pfanbbnele R. 17...... 101 — 101 — Ünlernebmungen .... 10 141 142,75 141 141,75 8% Pr 2anbrtrfantbriefanfialt, Hamburger Elektrigitä^-Derke 10 — — 134 134 «omm.-Ldl-R. 22...... 7% Pr. LandeevlandbrietanNoIl 96 98 — Rhemilcke Eiekrrijität .... 9 — — — Lchlesilcke ttieftryitäl. ... 10 — — 138,75 138.6 Pfandbriefe R. 10...... H.II.U». abg. BorkriegS-Lbllgati» 97 — 97 — Schuckeri L i^o. .....11 — 155,5 154 156 Siemens & Halske ..... 16 — 197 196,25 196.75 nen. rüL,ablbar 1932 92,75 — Dransradio ......... 8 — — 119 120.5 Ladmeoer & Ga....... ll 157 — 156 — 4% Leüerrelchnche «oldrrn« . . 28,13 _ _ — 59.25 59 4,20% Leüerreichiiche Silberrenle 4% Lesterreickilcke »irchellllcke — — 3.35 - Tenricke Erdöl.......6 Essener Steinkohle ...... k 73,5 73,4 73,6 Renke......... 2.05 — — — Kelsenkirchener.......8 109,5 109 109,5 109,5 «% Ungarifcke »otorente . . . — — 25 Harvener . ...... l 101,5 101.5 101,5 4% Ungarische £taat*rente v. 1910 20 — 20.25 — Hoeick Eilen..... 6h — 88.5 69,4 1e Bergbau.......1( klöcknerwerir . . ...... 7 222 — 222 221,13 4% Ungarische Kronenrente . . — — 2,13 2,1 — 81,5 82,5 4% Iürti±e Zollanleibe von 1911 5,4 — 5,3 Aöln-Neuelien..... 7 — — 88,5 89,6 4% Dürkische Vagdabbabn-Lnl 5,3 ManneSmann-Röbreo .... 7 84 84,9 84,4 84,5 Serie l........... — 5,4 ManSfelber Bergbau.....7 Cberfdjl’f. Eilenbedarf .... 6 55 — 55,5 — 4% berg,. Serie II . .... . 5.3 5,375 5,3 5,3 — 52 5% RumLnilche vereinh. Rente Lberfchlel. Sottwerke.....7 — — 85,65 86 von 1903 .......... 9,2 — — — PbSoir Bergbau......6V, 77 — — 4H% RurnLnische vereinh. Rente Rbeinticke Braunkohlen . . 10 — 206 206 •ci 1918 .......... 15,75 15.7 — Rbeinstabl.........6 85 —— 85,65 85,9 8% Itxetot)* vereinh. Rente . 7,35 — 7,35 7,3 Shebed .............7,2 — - IVranKud a. UI. 1 Serlin Danfnolen. veckluß- tur« i.iihr» Schluß« furd tUnfana» Rurd 3trhn, 12 Seplemver t»eiv -Brief Rure Amenkaniiche Noten . . 4,192 -8.33 4,212 58,57 «eig'ikne vlvien ■ . . , • . ■ Datum 12 9 13 9 12 9 13 9 Tanisliie Noten . . . . 111,95 112,39 20,39 20.47 hereinlyie Siatzlwerte . 78 78.5 73 73 sZranzoliscke Noten . . . • • • 16,455 16.515 Llavi Minen......16*/, 37 37 Holländische Noten . . . . 168.71 169,29 Kaliwerke Aschersleben ... 1' Kaliwerke Aeikeregeln ... 1t 200,5 205.5 — 201 206,5 201 207 Ilalienilckr Noten..... Norwegische Noten . . . 22,02 111,93 22,10 112,37 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 — 326.5 328 Teunch-^cllcrrelch, 1 ioo ischiuing Rumänische Noien ...... 59.17 2.465 59.41 2,505 Schwedische Noten . . . H2.33 112.82 3. @. Warben-gnbuflrtt... 12 Tonamtl Nobel.......6 151,5 152 151,5 152,25 Sckweuer Noten . . . . . . . 81,53 81.85 — — — — Svanilcke Noien..... Ä — - 45.31 45.49 Sckeidean stall........S 141,5 — — — Tschechoslowakische Noten. 12,39 12.45 fflolbfdnnibl .......b 56.5 — 56,75 56 Ungarische Noten 73,27 73.57 ROtgerLwerke........t 55 56.9 55,5 56,25 Metallgelelllckaft.......k 103 — — 103 DeoiKamarfl Vertin - Frankfurt m TbUtrp Holzmann ...... "1 84,75 84.75 83,75 84,75 12 September 13 (?epitmbci Zementwerk Heidelberg . . 10 103,75 Armloch. hOHCluny Zementwerk Karlstadt. ... V> — —— HO' uuny amu ch, öodb & srrevtag ..... 8 61 61.25 — Geld nrir (Äflb Zlnc ■um't.-'Hoti. lbo,7d 169,12 168,75 169.09 Scku.'ldeir Payenhoser ... 15 — — 248 248 Bu'n -AircS Brg. Antw 1,545 18,46 1,549 58,58 1,528 58,45 1.532 58.57 Cftroerfe.........12 Sku...........1^ 82,25 83 199 82,25 199 83,75 Cbriftianta l?openbaq:n 112,18 112,22 112,40 112,44 112,18 112,21 112,40 11 z .43 Bem berg.........14 fitllfloff Daldbof .... 13*/, — 132,5 132 eioifbotm - 112,65 19,553 112,87 10,57c 112,63 10,551 112.85 10.571 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 — 94,75 92,5 92,5 21,97 2'i. 01 21,96 22,00 Lbarlottenburger 53aller ... 8 — - 93,75 94 London - - . ‘JZtunort • . 20.38 20,42 20,377 20,421 Tellauer fflaS..... . . 9 — — 133,9 133,75 1,1940 4,2020 4,1925 4.2005 Daimler Motoren ...... 0 — 29,25 29,65 29,6 Paris... 16,465 16.505 16,46 16.50 Deutsche Linoleum ...... 113 — 172,13 172,13 CLwetz . . 81.36 81,52 81.34 81,50 Maschinenbau A.-S. ..... O — — — — Spanien • 45,30 45.40 45,90 46,00 9?al. Automobil . ...... 0 — — 13,5 13,5 Japan - - *“io de Jan 2.071 2,075 2.069 2,073 Crenfirin & Koppel ..... f — — 58 59,25 1,421 0.423 0,421 0.423 Leonbard Tietz ...... 10 135 — 136 135,13 Dien in T-» SvenSko ....... 312 — 312 310 Ceft abaeft 19,23 -9,35 59.215 59,335 Prag . - . Belzrad . . >2,448 12,468 12,443 12,463 .srankfurrer Maichmen .... 4 23 —— 22,75 — 7,428 7,442 7.428 7,442 Griyner....... 6 30,5 — 30 — Vndaprll. . 73,44 73,58 73,44 73,58 Heoligenstaebt ....... O gunghan»..... .... 6 Lech werke..........8 — - — — ©nlaartea 1.035 3,041 3,035 3,041 33 — 32,9 — L'ttabon 18,82 18,86 18.82 18.86 97,75 - — — Tanzia - - • 81,50 81,66 81,50 81.66 Mamkrafvoerke Höchg a. M.. . 8 73,65 — — Äonftantin. 1,784 1,789 1.784 1.789 Mwg..........10 85 — — — Arden. . . 5,435 5,445 5,445 5,455 Gebr. Roeder.......10 98.5 — — — Canada . . 4,1985 4,2065 4,1970 4,2050 Botgt & Haesfner ...... S 150 - 150 Urn cuaTj. . 3,477 3,483 3,387 3,493 Sübbeuticfee Buder • • 10 — - 143,5 Ctitco . . . 20,895 20,935 20,89 20,93 Mgermeister-Tagung in Alsfeld W Alsfeld, 12. Sept. Am Mittwoch fand im „Deutschen Hause" eine Bürgermeister- versammlung des Kreisvereins Alsfeld unter dem Vorsitz von Bürgermeister K o - r e II (Angenrod) statt. Auch die Vertreter des Kreisamts Alsfeld nahmen an der Versammlung teil. Aach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden erfolgte eine Ehrung der Bürgermeister mit 25- und 35jähriger Dienstzeit. Im Auftrag des Landesverbandes der hessischen Bürgermeister wurde den Iubilaren je eine Ehrenurkunde durch den Vorsitzenden überreicht. Dabei gedachte dieser auch in ehrenden Worten des 50. Dienstjubiläums des Verwaltungs-Oberinspektors Hach vvm Kreisamt Alsfeld. Alsdann folgte die Rechnungsabloge durch den Rechner des Vereins, Bürgermeister K reu der (Vadenrod), der bei dieser Gelegenheit zugleich einen Ueberblick über die Kassenverhältnisse während der letzten 25 Iah re des Kreisvereins gab. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Bürgermeister Dr. Völsing (Alsfeld) über „Die Haftung der Bürgermeister und der Gemeinde n“. Der Referent behandelte die Frage nach drei Gesichtspunkten, die Haftung der Bürgermeister und der Gemeindebehörden auf Grund von Auskunftserteilungen und Bescheinigungen, die Haftpflicht bei Personen», Sach- und Vermögensschäden auf Grund bestehender gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts, die Unfallversicherung und Unfallhaftung auf Grund der öffentlich-rechtlichen Vorschriften der Reichsver-. sicherungsordnung. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g erläuterte sodann auf Grund der zur Zeit für die Gemeinden des Kreises Alsfeld bei der Frankfurter Allgemeinen Dersicherungs°AG. bestehenden Kollektivhaftpflichtversicherung die einzelnen Dersicherungsgebiete an Hand von praktischen Beispielen, wobei er insbesondere auf den Unterschied zwischen der Schülerhaftpflichtversicherung und der Schülerunfallversicherung aufmerksam machte. Auf Grund eines zwischen dem Verband der hessischen Kreise und Provinzen, sowie dem Hessischen Landgemeindetag einerseits und der Aassauischen Landesversicherungsbank in Wiesbaden andererseits abgeschlossenen Vertrages werden die hessischen Gemeinden, Kreise und Provinzen nach Ablauf der gegenwärtig noch laufenden Haftpflichtversicherung bei diesem Institut versichert. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Es wurden dann noch eine Reihe von E i n - zelfrogen aus der Gemeindeverwaltung besprochen, worüber die Vertreter des Kreisamts Auskunft erteilten. Bei einer Besprechung über die Losholzpreise wurde angeregt, die Forstämter zu ersuchen, die Losholzpreise für das kommende Iahr so rechtzeitig festzusehen, daß den Ortsbürgcrn bei der Anmeldung zum Losholzbezug schon der Preis für das nächst- fährige Losholz bekanntgegeben toerben könnte. wurde beschlossen, in diesem Sinne bei dem Finanzministerium vorstellig zu werden. In der am Rachmittag fortgesetzten Versammlung sprach Amtmann Strauch vom Versicherungsamt der Stadt Darmstadt über den neu- gegründeten Hessischen II n f a l l v e r s i ch e - rungsverband für Städte und Gemeinden. Durch Verordnung des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft sind die hessischen Landgemeinden mit den hessischen Städten zu einem Unfallversicherungsverband vereinigt. Dieser Verband ist Träger der reich g seh- lichen Unfallversicherung folgender, von de.. Gemeinden unterhaltenen Betriebe und Einrich- tungen. sowie ausgeübten Tätigkeiten: Gesundheitsdienst. Wohlfahrtspflege, Bau- und Fährbetriebe. Laboratorien, Aufführungen. Für diese Betriebe geht die Unfallversicherung ohne weiteres von den jeweiligen Berufsgenossenschaften auf den neuen Verband über. Wie der Referent hervvrhob, hofft man mit Hilfe des neugegründeten Verbandes eine wesentliche Verbilligung der Prämiensähe gegenüber der seitherigen Versicherungsweise zu erreichen. Der Mindestbeitrag für die Gemeinden beträgt pro Iahr 3 Mark. Im Anschluß an den Vortrag wurden noch verschiedene Einzelfragen aus der Unfallversicherung besprochen. pädagogische Studienreise nach Oberheffen. v Schotten, 12. Sept. Im Laufe dieser Woche fand hier eine pädagogische Woche ocS Pädagogischen Instituts zu Darmstadt statt. Etwa 80 Lehrstudenten und Lehrstudentinnen waren unter Führung des Direktors des In- >^^ts Prof. Vogel hier eingetroffen, um Land unö Leute des Vogelsberges kennenzulernen. Am Montag fand ein Begrühungsabend in der überfüllten Turnhalle statt. Die Grüße des Kreisamts überbrachte Kreisdirektor Dr. I a n n die des Kreisschulamts Schulrat Hasenzahl' In poesievoller Form sprach Bürgermeister Menge! den Willkommgruh der Stadt aus. Mit Lieder- und Konzertvorträgen des philharmonischen Orchesters war der Abend verschönt. Prof. Vogel dankte in herzlichen Worten. An den Vormittagen der Woche waren die Lehrstudenten auf die verschiedenen ein- und mehrklassigen Schulen verteilt, um sich ein Bild über die praktische Unterrichtsmethode machen zu können. An den Aachmittogen fanden verschiedene Führungen und pädagogische Vorträge statt. Auch dem Oberwald, Hochmoor wurde ein Besuch abgestattet. Eine amtliche Lehrerkonferenz schloß sich an. Die Gemeinde Rudingshain hatte einen Elternabend veranstaltet. Ein Kirchenkonzert in der Stadtkirche zu Schotten wurde obgehalten. In Rudingshain ist eine Kunstausstellung vieler wertvoller Zeichnungen erster Maler geöffnet. Inmitten der Woche wurde ein Austausch der Lehrstudenten, die anfangs im Kreise Alsfeld untcrgebracht waren, vorgenommen. Von der pädagogischen Woche gingen sehr viele Anregungen aus, die Heranwachsende Lehrergeneration gewann einen guten Einblick in die landschaftlichen Schönheiten unseres Vogelsberges, in das Leben und Treiben seiner Bewohner und den inneren Lehrgang unserer Schulen. M1 Alsfeld, 12. Sept. Anläßlich der gegenwärtig in der Stadt und im Kreise Alsfeld stattfindenden Studienreise des Pädagogischen Instituts der Technischen Hochschule in D a r m st a d t fand am Dienstagabend im großen Saal des „Deutschen Hauses" ein von dem Kreisschulamt Alsfeld veranstalteter Begrüßungsabend statt. Kreisschulrat Rausch, Alsfeld, wies in seiner Eröffnungsansprache auf die pädagogische Bedeutung derartiger Studienreisen für den Lehrernachwuchs hin, dem auf diese Weise Gelegenheit geboten werde, Land und Leute in rein ländlichen Bezirken und die besonderen Eigenheiten der Volksschulen auf dem flachen Lande kennenzulernen. Ramens der Stadt Alsfeld begrüßte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die Gäste und betonte gerade für den Lehrerberuf die Rotwendigkeit des Verbundenseins mit der Bevölkerung im Lande. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Teilnehmer von der alten Kulturstätte Alsfeld mit ihrer reichen historischen Vergangenheit wertvolle Eindrücke für ihren späteren Lebensberuf mitnehmen möchten. Das Unterhaltungsprogramm brachte eine Anzahl schön vorgetragener Chöre der hiesigen drei Gesangvereine, Rezitationen, Mundartvorträge, sowie eine von mehreren Lehrern des Kreises Alsfeld in ausgezeichneter Weise gespielte Aufführung des bekannten „Besuchs im Karzer" von Eckstein, die stürmischen, wohlverdienten Beifall auslöste. Die Instrumentalmusik des Abends stellte das Alsfelder Iugendorchester unter Leitung von Oberreallehrer Dotter, dessen exakte und künstlerisch vorgetragene Darbietungen reichen Beifall fanden. Am Schluffe der Veranstaltung dankte Direktor Vogel, Darmstadt, der Stadt und allen Mitwirkenden für den glänzenden Verlauf des Begrüßungsabends. An der Studienreise nehm'en 70 Studenten und Studentinnen des Pädagogischen Instituts der Technischen Hochschule Darmstadt teil. Die folgenden Tage waren dem Besuch des Unterrichts in der Stadtschule in Alsfeld und der Schulen im Kreise gewidmet. Die Tagung fand heute ihren Abschluß mit einem von der Stadtschule Alsfeld veranstalteten Elternabend. Rundfunkprogramm. Gewlnnauszvg 5. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Prcuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 29. Ziehungstog 11. September 1930 Ön der heutigen Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ©etotnne zu 26000 M. 196880 2 »etoinne zu 5000 M. 42928 4 Gewinne zu 3000 M. 1 3678 284590 12 Gewinn« zu 2000 M. 39114 189941 220678 268124 295466 361599 24 Gewinn« zu 1000 M. 1173 5237 71416 93166 170374 180366 216210 313607 329631 344597 363106 378732 74 Gewinne ,u 500 M. 10873 18112 21146 22835 41119 48536 63895 68491 91621 95460 106145 110501 114514 157528 163265 174741 179957 187520 196089 214872 228508 235973 238011 238138 271775 278008 282589 302851 303579 319866 348765 353906 372666 383165 385366 386689 393907 40910 58309 97481 116819 140603 178319 198195 243027 268922 290450 329531 347739 356822 367369 100631 117324 144602 179254 201595 248898 271379 298201 329863 347801 357976 372104 100997 117844 148483 180709 205179 249718 273599 316301 330099 351795 360603 381241 103656 122523 162499 186177 222008 251935 275547 319021 335498 352467 363112 381759 13786 37065 56802 88605 114259 124734 162868 194470 222610 263112 286758 324548 338205 353289 363385 388565 196 Gewinne zu 300 M. 8895 9917 21208 26872 29919 30964 31137 41037 41408 53178 56232 64423 74035 80029 84516 393255 16505 39806 57377 88978 115890 134950 165233 195318 242565 268426 287014 328833 345921 355956 366300 392811 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 600000, 2 Gewinne zu je 10000, 2 zu je 6000, 6 zu je 8000, 22 zu je 2000, 16 zu je 1000, 66 zu je 600, 144 zu je 800. Ohne Gewähr Nachdruck verboten 30. Ziehungstag 12. September 1930 des 121408 148182 164660 198009 230781 268644 290889 322034 364212 132577 151103 170818 199406 233598 273163 291445 326887 379563 112883 140879 153568 183016 208285 240625 275948 294752 327043 143080 160833 194036 220933 261095 281240 306893 336991 121109 143683 164644 196412 225701 261805 285661 307820 363215 141474 159360 188556 218043 251926 280834 301971 336170 Die Sprechstunden der Redaktion. H 30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle ju richten Gewinnauszug 5. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klassen-Lotterie Ein interessanter Versuch. lieber die Urteilsfähiakeit des Publikums ist schon viel geschrieben und gesprochen worden. Nun haben wir in Gießen einen Versuch, der auch zur Klärung dieser Frage beitragen wird. Das bekannte Schuhhaus Süß veranstaltet nämlich ein Schaufensterpreisausschreiben, an dem sich jeder beteiligen kann. Man fragt dort: „Welches Fenster gefallt Jhlten am besten?" und außerdem: „Welcher Damen- und Herrenschuh ist der schönste?" Die in den Geschäftsräumen erhältlichen Fragebogen sagen alles Nähere. Wie man bereits gestern nachmittag sehen konnte, sind die acht Fenster Gegenstand eifriger Betrach, tung, was auf eine rege Beteiligung des Publikums schließen läßt. Zu erwähnen wäre noch der vor dem Eingang Wettergasse stehende amtlich verstegelte Stimmkasten, der von einem nett dargestellten Boy getragenem kix______________________ 6132Ä Die Hessische höhere Bauschule Offenbach a. M. nimmt zum 20. Oktober 1930 neue Schüler auf. Die Offenbacher Schule, die mit der Offenbacher Kunst- gewerbeschule unter der gemeinsamen Leitung des bekannten Architekten Professor Hugo Eberhardt steht, vermag ihren Schülern starke künstlerische An- regungen zu geben. Zahlreiche frühere Absolventen der Anstalten befinden sich in führenden Stellungen. 6240v Ziehung der 1. Klasse der 36. Preußisch. Süddeutschen (262. Preußischen) Klassenlotterie findet am 24. und 25. Oktober 1930 statt. 3n der heutigen Schluß-Ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen auf Dr *2228152°°° unö 2 Prämien zu 500000®. Ferner fielen: 2 Gewinne zu 10000 M. 360635 2 Gewinne >u 5000 M. 225722 6 Gewinne ,u 3000 M. 36599 225329 246191 20 Gewinne zu 2000 M. 26607 72448 76857 104904 134500 185907 221007 222353 302040 317061 16 Gewinne zu 1000 M. 3345 19767 56887 83923 188877 204098 348016 363275 "66 Gewinne ,u 500 M. 1678 2197 21955 25337 35374 35460 36137 41808 59064 68298 69051 73012 786* 5 6'932 85952 86744 112412 145963 166399 190284 190616 215699 315269 322147 !Ä üsSO !Ä 3330,4 339041 371748 Aus lebe gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiten Abteilungen I und U Sonntag, 14. September. 7 bis 8.15 von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 11: Stunde der Iugend. 12. Preisausschreiben des Rundfunks und der Südwestdeutschen Bäder. 13.10: Stunde des Landes. 15 bis 15.45 von Monza, Italien): Großer Motorrad-Preis der Rationen. 16 von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18: „Rordische Volksbildung", Vortrag von Dr. Hans Hartmann, Elberfeld. 18.55: »Ein kleines Mädchen im großen Krieg", Erzählung von Stijn Streuvels, überseht von Gerhard Pohl. 19.40: Lustiger Abend von Erwin Eckersberg. 20.30. Der unbekannte Mozart. 22.30 bis 0.30: Abendkonzert. Montag, 15. September. 18.35: Von Stuttgart: „Drei große Menschenkenner. III. Riehscye", Vortrag von Dr. A. CH. Wilsmonn. 19.05: Von Stuttgart: „Von Wam- pum, Friedenspfeife, Totem und anderen völkerkundlichen Dingen", Vortrag von Ios. Fritz Jäger, Stuttgart-Leipzig. 19.30: Von Homburg: Sinfoniekonzert. 21: Aus Brüssel: Belgischer Abend des Orchesters der Radio Belgique. 22.45: Vortrag über den Verlauf des Schachturniers von Schochmeister Mieses. Donnerstag, 18. September. 8 bis 9 Uhr: Von Bad Salzschlirf: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplattenkonzert: „21 la...“ 15: Stunde der Iugend. 16: Konzert. 18.05: Zeitfragen. 18.35: „Dos moderne China", Vortrag von Dr. Ting vom Chinainstitut. 19.05: Französischer Sprachunterricht 19.30: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 21: Von Stuttgart: Heimkehr. Hörspiel von Eberhard Moes und Otto Rombach. 22: Bon Stuttgart: Klavierkonzert. Freitag, 19. September. 8 bis 9 ilf>r: Von Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 12 20: Schallplattenkonzert: Kammermusik (Beethoven). 15: Bastelstunde. „Anfertigung von Stoffbildchen", Vortrag von Irma Dresdner. 15.30: ..Reueie Bestrebungen im mathematischen Unterricht", vorgetragen von Oberschulrat Prof. Dr. Zühlke, Kassel. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Buch und Film. 19.05: Bon Stuttgart: „Warum sch.eiben wir unsere Cab'en indisch?" Vortrag von Dr. Karl Men- ninger. 19 30: Von Stuttgart. Musikalische Abendunterhaltung beim Maharadscha von Kotscham- bodscha mit der Musik aus der Oper Der Bäbu, von Heinrich Marschner. 20.45: Von Stuttgart: Goethes S3t)rif in Wort und Ton. 21.45: Von Stuttgart: „Im Herbst, da muß man trinken". 23 bis 24: Von Stuttgart: Tanzmusik. Samstag, 20. September. 8 bis 9 ill>r: Von Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. „Eine Stadtverordnetenversammlung", vorgetragen von Stadtverordneten Rektor E. Landgrebe. 12.20: Schallplattenkonzert. Heurigen-Musik mit Alois Nesni und Iosma Selim. 14.30: Von Stuttgart: Stunde der Iugend. 16: Von Stuttgart: Rach- Mittagskonzert. 18.05: „Eine Schülersahrt durchs Mittelmeer noch Griechenland und Kleinasien", Vortrag von Dr. Mojer-Leonhard. 18.35: „Heimarbeiterin-Rot und Hilfe", Vortrag von Frl. Petersen. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: „Die Instrumente des Orchesters". Dritter Vortrag von Hans Rosbaud: „Große und kleine Flöte". 20: Alt-Frankfurt. Ein buntes Städtebild. 21.30: Oskar Maurus Fontana. Vortrag aus eigenen Werken. 22.30 bis 0.30: Alte Tanzmusik. 8 bis 9 von Bad Orb.: Konzert des Kurorchesters. 12.20 bis 12.55 von Bad Orb: Konzert des Kurorchesters. 13: Schallplattenkonzert: Konzert des Orchesters der Mailänder Scala. 15: »Luise Otto-Peters, eine Vorkämpferin 1.2 Staatsbürgertums der Frauen", Vortrag von Frau Iohanna Walscher, Kassel. 16 von Bad Kreuznach: Konzert des Kurorchesters. 18.05: „Die Unbegabten oder Das Urteil der Mitwelt", ein kurioses Kapitel Literaturgeschichte, mitgeteilt von Dr. Franz Wallner. 18.35: „Das Ende der neuen Sachlichkeit in der bildenden Kunst", Vortrag von Raoul Hausmann. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20 von Trier: Ein Abendbefuch in der St. Matthias-Basilika zu Trier. 21: Weltreise durch einen Arbeitstag, Hörbild von Gerhard Pohl. 22: Frankfurter Lokaldichtung. Dienstag, 16. September. 8 bis 9: Von Bad Orb: Konzert des Kur- orchesters. 12.20: Schallplattenkonzert: Unterhaltungskonzert. 15: Von Saarlouis: Anläßlich des 250jährigen Iubiläums der Stadt Saarlouis: Reportage von der Jubiläums-Ausstellung. 15.30: Housfrauennachmittag. 16; Von Stuttgart: Rach- mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Elternpflichten bei ansteckenden Krankheiten", Bortrag von Kreisarzt Dr. Qlfd^r. 18.35: Von Stuttgart: „Schwaben am Schwarzen Meer", Vortrag von Pfarrer Petri, Bukarest. 19.05: Bon Stuttgart: „Joseph Conrad und seine geistige Umgebung", Vortrag von Franz Schoenberner, München. 19.30: Von Stuttgart: Ausländische Volksmelodien. 20: Von Stuttgart: Ulrich Proske, Schiffchenschieber. Von Erich Gottgetreu. 20.30: Bon Stuttgart: Paroli (Frau Denise). Zu Leo Falls 5. Todestag. Komische Oper in einem Aufzug. 21.30: Von Stuttgart: Lieder, Schlager und heitere Vorträge. Mittwoch, 17. September. 8 bis 9. Von Bad Salzschlirf: Konzert des Kurorchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. Freies Amerika. 12.20: Von Stuttgart: Promenadenkonzert. 13; Schallplattenkonzert: Sinfoniekonzert. 15 bis 15.50: Von Stuttgart: Stunde der Jugend. 16: Von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Freiburger Konzertorchesters. 18.05: ..Der Mensch und die Tiere", Bortrag von Herrn v. Artus. 144 ©etoinne «u 300 M. 589 6159 6357 8985 10684 12094 14536 31691 34172 62530 66045 66529 75222 88254 90564 92458 105235 111513 116306 119384 ------ ------ ------ statt Vorwäschen! Warum wollen Sie sich unnötige Arbeit machen, wenn es ein bewährtes Mittel gibt, das Ihnen die Arbeit abnimmt? Weichen Sie Ihre Wäsche am Abend vor dem Waschtag in kalter Henko-Lösung ein. Sie werden am nächsten Morgen erstaunt sein, wie gründlich und sorgfältig Henko Schmutz und Flecke gelöst hat. Wasch-und£/eichsoda - 9 Seit <50 Jahren im Jiaushattsdienst bewährt. __________________ / t jffi S X 4