in 'floiw____ -f^TTb7 58,30 iH.96 20,3? 16.39 168,01 22 08, '11.9 58,« 2,469 112-33 81.2- I 521 I II.S 73.05 IM 1,567 iS.L ili-2 '!iöj 16,3; si-K 2,063 jS,99 .,4'3 7-400 73.1® 18-8* 1,43 !,irr 5,4g 4-17 ,,72» 2^73 erunö grU, 'l573 58.5» nr. 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Jahrgang Donnerstag, 13. März 1930 Eriche >nr laglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Schalle monat$:Be$ug$pret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» Keinen einzelnerRummeni folge höherer Gewalt. Zernsvrechanschlüste anteüöammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Siegen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Universitälr-Vuch- und Zteindruckerei B. Eange in Siehen. Schriftleitung und Seschäftryelle: Zchuvtta^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig, für Ne- Klameanzeigen von 70 n ra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Fnedt Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Biegen. DerÄeichstag stimmt denJvimggesetzen und dempolenabkommen zu Berlin, 12. März. WTB. Der Reichstag hat heute in dritter Lesung das Gesetz über die Haager Konferenz, das den stoungplan mit den Nebenabkommen umfaßt, in namentlicher Echlußabstimmung mit 265 gegen 192 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen, während das deutsch-polnische Liqutdationsabkommen mit 235 gegen 216 Stimmen bei 8 Enthaltungen Annahme fand. Oer von den Kommunisten gegen denNetchskanzler eingebrachieMißtrauensantrag verfiel der Ablehnung, dagegen wurde der Billigungsanirag der Sozialdemokratsn,desZentrumo, der Deutschen Dolkspartet und der Demokraten mit 248 gegen 170 Stimmen bei 19 Enthaltungen angenommen. Oie Würfel sind gefallen. Don unserer Berliner Redaktion. Der Kampf um die TZounggesehe ist ausgestanden, dec Reichstag hat sich am Mittwochnach- nnttag mit Mehrheit für die Haager Vereinbarungen ausgesprochen. Das letzte Ringen um die Bounggesehe zeichnete sich allerdings nicht durch sonderliche Heftigkeit aus, obwohl allgemein noch in zwölfter Stunde ein scharfes Auf- einanderplatzen der Meinungen und Ansichten erwartet wurde. Damit hatten offenbar auch die zahlreichen Tribunenbesuazer gerechnet, die allerdings nicht auf ihre Kosten kamen. Des Kanzlers Appell an die Parteien, sich in diesem schicksalsschweren Augenblick nicht zu versagen, fiel dürftig aus, da Herr Muller zu sehr in die Vounggesehe hineinstieg und auch die finanzpolitischen Konsequenzen der Haager Vereinbarungen nicht scharf genug herauszuarbeiten wußte. Immerhin durfte man seinen Worten doch entnehmen, daß er nach wie vor an den Moldenhauerschen Deckungsvorschlägen und Steuersenkungsplänen festhält. Sein etwas rasches Hinweghuschen über diesen kritischen Punkt löste im Zentrum beinahe eine Verstimmung aus. Das konnte man jedenfalls aus der sehr langen Erklärung des Abgeordneten Brüning entnehmen, der es bedauerte, daß der Kanzler sich nicht präziser ausgedrückt habe. Brüning ließ aber nochmals keinen Zweifel darüber, daß das Zentrum der Koalition den Rücken kehren würde, wenn seinen finanzpolitischen Forderungen nicht Rechnung getragen und für eine künftige Entlastung der Wirtschaft und Landwirtschaft gesorgt würde. Dann marschierten noch die Vertreter d^r anderen Fraktionen, namentlich der Oppositionsparteien, aus. Gegen fünf Uhr war man schließlich so weit, um die Abstimmungsmaschine in Gang sehen zu können. - Das Spiel des Vortages wiederholte sich. Abschnitt für Abschnitt der Vounggcsetze wurde verabschiedet. Damit war dann die Ratifizierung der Haager Vereinbarungen und sämtlicher Rebenabkommen vollzogen. Der Voungplan hat, soweit Deutschland in Frage kommt, Gesetzeskraft erreicht. Sitzungsbericht. Berlin, 12. Marz. (D. D. Z.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die dritte Beratung der V o u u g g e s e h e. Reichskanzler Müller: Bei den langwierigen Verhandlungen um den Voungplau war für Deutschland die Befreiung der Rheinlande sowie die R e uregelung der Reparationsfrage das Ziel. Die Reich Regierung seht sich auch jetzt nachdrücklich für eine gleichzeitige Verabschiedung aller dieser Gesetzesvorlagen ein. Sie hat in keinem Stadium der Verhandlungen ein Hehl daraus gemacht, daß der Sachverständigenplan und die zu seiner Inkraftsetzung getroffenen Abkommen auch nach ihrer ^leberzeugung hinter den b e re chtig - tcn Erwartungen Deutschlands zurück b l e i b e n , und daß die Kritik in manchen Punkten leider berechtigt ist. Ausschlaggebend muß für uns aber bleiben, ob das Ergebnis als Ganzes dem deutschen Gemeinwohl förderlicher ist oder nicht. Die Reichsregie- rung erklärt mit voller Aeberzeugung, daß sie in der Reuregelung einen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustands der Dinge erblickt. Die Regelung der Reparationsfragen, wie sie jetzt vorliegt, befreit die deutsche Wirtschaft von dem lähmenden Zustand der Llnsicherheit der wirtschaftlichen Zukunft. Trotz der außerordent-" lich schweren Lasten des Reuen Planes ist die Reichsregierung überzeugt, daß der Versuch der Durchführung nicht zum Rachtcil Deutschlands ausfallen wird aus der bestimmten Erwartung heraus, daß auch die Gläubigermächte ihre Verpflichtungen nicht minder ehrlich durchführen werden als Deutschland. kein Mensch in dec Welt kann heute mit ehrlicher Aeberzeugung die Auswirkungen des Houngplanes prophezeien, wir können nur feffffellen. daß Deutschland den Reuen Plan mit der aufrichtigen Bereitschaft, ihn»durch;usühren, annimmt, und daß cs sein Bestes tun wird, die cingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Reichsregierung steht um so mehr für ihre Unterschrift ein, als das Vertragswert selbst die Entwicklungsmöglichkeiten enthalt, die im Interesse der Erhaltung- des deutschen Wirtschaftslebens eingeschaltet werden mußten. Alle ausländischen Kontrollen werden Wegfällen. Die Finanzpolitik Deutschlands ist in Zukunft frei. Das Gegenstück zu dieser Freiheit ist Selbst- Verantwortung, auch für die älcbertragung der Reparationszahlungen an das Ausland. Falls dies trotz Deutschlands gutem Willen mißlingt und Gefahren für die Wahrung und die Wirtschaft drohen, kann Deutschland das Moratorium erklären oder den beratenden Sonderausschuß einberufen, so daß erneut Sachverständige die Gesamtsach.age zu prüfen haben. Alle Mißdeutungen und Zweifel in der Sanktionsfrage sind unbegründet. Durch die Beseitigung der Reparationskommission und durch die Einführung der Organe des Reuen Planes ist dem Sanltionssystem des Vertrages von Versailles der Boden entzogen. Das Rheinland ist von der Sonderhaftung befreit. Alle Streitfragen sind künftig vom Schiedsgericht zü entscheiden. Die Bestimmungen des Planes darüber sind erschöpfend, so daß daneben irgendwelche anderen Befugnisse der Gläubiger nicht in Betracht kommen. Selbstverständlich steht die Erfüllung der außerordent.ichen Reparationsleistungen, zu denen wir verpflichtet sind, unter den gemeinen Regeln des Völkerrechts. Aber auch gegen die Rechte, die das gemeine Völkerrecht den Gläubigern gibt, haben wir für den äußersten Fall noch die denkbaren Garantien eingeschaltet. Dieser äußerste Fall, daß nämlich Deutsch- l and den Plan zerreißt, kann nur von der höch sten internationalen Rech ts- instanz fest gestellt werden, und vor einer solchen • Feststellung, die wir praktisch als eine Unmöglichkeit betrachten dürfen, können die Gläubiger überhaupt keine Schritte gegen Deutschland tun. Die Räumung der besetzten Gebiete ist mit der Annahme der vorliegenden Gesetze gesichert. Erhobenen Sinnes sehen wir dem Tag entgegen, an dem wir die Befreiung der Rheinlande feierlich begehen und den Rheinländern für ihre Treue und die dem Vaterland gebrachten Opfer danken können. Bedauerlich bleibt allerdings, daß die Saarverhandlungen noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt haben. Ich bin der festen Hoffnung, daß der Befreiung der Rheinlande und der Pfalz bald die des Saargebietes folgen wird. Die Rückkehr zu stabilen und stetigen Verhältnissen, die wir bestimmt als Folge der Annahme des Reuen Planes erwarten, macht erst den Weg für eine sinanz -, staats - und w irisch af t s p o l i tische Reform frei. Das Finanzprogramm der Regierung vom Dezember wurde durch die Rotwendigkeit verstärkter Schuldentilgung hinausgeschoben. Aber im Sinne dieses Programms erklärt die Reichsregierung erneut, daß Deutschlands Wirtschaft dringend der Entlastung bedarf, die z u dem frühest möglichen Zeitpunkt erfolgen muß. Die deutsche Kapitalbildung muh gefördert, die Ausgaben müjen so weit wie möglich gesenkt werden. V>)r allen Dingen aber ist eine Sanierung der Finanz- und Kassenlagen des Reiches, der Länder und der Gemeinden die unerläßliche Voraussetzung für eine Rückkehr zu geordneten Finanz- verhältnissen. Deshalb hat die Reichsregierung den Haushaltsplan für 1930 mit größter Sparsamkeit auf gestellt und durch sichere Einnahmen in sich ausgeglichen. Als Grundsätze für den außerordenllickzen haushalt hat die Regierung sestgestellt: l.Neue außer- ordentliche Ausgaben dürfen künftig nur in den haushalt eingestellt werden, wenn die Deckung fcststeht. 2. Vorläufig darf ein neuer Anleihebedarf erst dann wieder in den haushalt eingestellt werden, wenn der alte endgültig abgedeckt ist. 3. Alle Verpflichtungen dürfen nur im Rahmen der vom Reichsfinanzmini st er bereit- ge ft eilten Mittel eingegangen werden. Das neäc Finanzprogramm wird der Wirtschaft neue Impulse geben, und auch die Kapitalbeschaffung im In- und Auslande fördern. Die Erwerbslosigkeit wird sich, wenn es nach der Annahme des Reuen Planes gelingt, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, nicht so ungünstig auswirken wie zur Zeit. Die Reichsregierung wird Mit allem Nachdruck bemüht fein, die deutsche Sozialpolitik in den bewährten Bahnen fortzufichren. Reue rasch wirkende Maßnahmen gegen bie Stgrarnot sind in Vorbereitung. Die Einfuhr entbehrlicher Nahrungsmittel kann nur gerechtfertigt werden, soweit die Produktivkräfte des Landes nicht ausreichen, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. Mir müssen die Roggenvorräte aus zwei guten Erntejahren im Lande verbrauchen und dadurch die Einfuhr ausländischen Weizens einschränken, die nahezu 450 Millionen Mark im Jahre erreicht. Dazu bedarf es der Mitarbeit der gesamten Bevölkern ng, an die ich hiermit appelliere. Eine Gefährdung der deutschen Währung ist ausgeschlossen. Die Furcht vor politischen Unruhen fördert die Kapitalflucht ganz zu unrecht, denn die Regierung ist stark genug, Putschgelüste von links und rechts rücksichtslos im Keime zu unterdrücken. Die deutsche Republik steht heute unerschütterlich da. Letzte Stellungnahme der Parteien. Abg. Wal raf (Önt): Wir Deutschnationalen erstreben mit Frankreich ein Verhältnis des Vertrauens und der Verständigung. Ein solches Verhältnis kann aber nicht bestehen, solange Deutschland ausschließlich der Amboß, Frankreich ausschließlich der Hammer ist. Wir begrüßen mit großer Freude die Befreiung des Rheinlandes, aber wir vergessen nicht die immer wiederholte Erklärung der treuen rheinischen Bevölkerung, daß die Befreiung nicht erkauft werden soll durch neue Ketten und neue Lasten. Wir vergessen auch nicht, daß die Befreiung des Saar gebiet e s mit seiner treudeuischen Bevölkerung noch nicht erreicht ist. Wir denken auch an unsere deutschen Landsleute in Eupen-Malme dH, die durch die Far e einer Vcl.sabstimmung zu Belgien geschlagen worden sind. Deutschland muh ihnen die Treue vergelten, muh ihnen die gleiche Anhänglichkeit beweisen, die sie trotz aller älnterdrückung gezeigt haben. Roch tragischer, ja geradezu erschütternd wirkt ein Blick auf die Karte der Ostgrenze. Ganz unerhörte Opfer werden im Voungplan von uns verlangt. Der Reichskanzler hat den Ausdruck seiner Enttäuschung nicht unterdrückt. Wir hätten es lieber gesehen. wenn er solche Worte in Paris oder Warschau gesprochen hätte. Wenn der Voung- plan vom Reichstage angenommen wird, so beantragen wir die Aussetzung seiner Verkündung. Wir wollen dem Reichspräsidenten in aller Ehrerbietung Gelegenheit geben, nochmals zu prüfen, ob er unter dieses Dokument seinen weltgeschichtlichen Ramen setzen will. (Beifall rechts.) Abg Or. Brüning (Z.): Wit leichtem Herzen wird keiner dem V»ung- plan zustimmen. Selbst die Freude und der 3ubcl über die Befreiung des Rheinlandes sind nicht ungemischt, denn wir wissen, dah auch jetzt das Rheinland sich nicht der gleichen Souveränität erfreut wie alle übrigen Gebiete des Reiches. Entscheidend für unsere Haltung zum Voungplan sind wirtschaftliche ^leberlegungen. Diese äleberlegungen nötigen uns zu der Anerkennung, dah mit dem Reuen Plan ein Fortschritt gegenüber dem bestehenden Zustand erreicht wird. Die deutschen älnterhändler in Paris und im Haag standen Gegnern gegenüber, die ihre größere p o l i t i s ch e M a ch t auch ausnuhten. Die moralische Verantwortung liegt darum nicht bei denen, die den Voungplan hier im Reichstag annehmen, sondern auf der Gegenseite, bei denen, die den Sachverständigen- Pfan ausgestellt haben, und bei den Regierungen, die ihn unterzeichnet haben. Der Voungplan ist kein Vertrag zwischen gleichmächligen Gegnern, er ist und bleibt ein Diktat, und nur diesem Diktat fügen wir uns. (Beifall.) Der Redner verliest dann zwei Anträge, die die Regierungsparteien eingebracht haben. Der erste Antrag billigt die Erklärung des Reichskanzlers. Der zweite Antrag weist darauf hin. dah der Reue Plan über rein wirtschaftliche Erwägungen hinaus von den politischen Machtverhällnissen beeinflußt worden ist. Hinsichtlich feiner Durchführung enthalte der Plan selbst die notwendigen Sicherungen, wie sie es bei gutem Willen er- möglichen, das Gesetz der wirtschaftlichen Vernunft zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen. Darüber hinaus werde Deutschland nicht darauf verzichten, mit allen ihm zu Gebote stehenden friedlichen Mitteln der Außenpolitik der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Lage ent« gegenzuw irEen. Wir hätten in der Reichskanzlerrede, der wir Anstimmen, eine schärfere Formulierung der Erklärung gewünscht, daß die Finanzsanierung ineinem Zei tpunkt erfolgen soll, der nur durch wenige Tage von der Verabschiedung des Voungplanes getrennt ist. Llns ist es mit dieser Forderung absolut ernst. Wir werden unverzüglich die politischen Konsequenzen ziehen bei Verzögerung der Finanzverff andlun- gen oder bei Schaffung von erneuten Schwierigkeiten. Wir wollen den Zustand überwinden, der die Konsequenz ist einer übertriebenen Agitation von rechts, eines Wirtschaftspesfimismus, der die Arbeitslosigkeit unnötig steigert und ungeheuer viele Existenzen im Mittelstand, Handwerk und Gewerbe vernichtet. (Deifall im Zentrum, Unruhe rechts.) Es handelt sich jetzt nicht mehr um einen Kamps im Parlament, sondern e s geht um das Parlament selbst. Wenn die Aneinigkeit der Parteien über Lappalien auch weiterl-in die Entschlu^lrast des Par.amcnts lähmt, dann werden die Zweifel an diesem System sich immer weiter im Ro.kc verbreiten. Das Zentrum will nicht dauern» die unangenehme Rolle des Maklers übernehmen. Wir erwarten, daß nach der Entscheidung für den Voungplan die innere Zerfleischung aufhört, damit wir vertrauensvoll arbeiten können au einer besseren Zukunft unseres Volkes. Abg Or. Biedt (W. p.) verliest eine Erklärung, in der es heißt, die Wirtschaftspartei stehe grundsätzlich auf dem Boden der Verständigungspolitik, sie könne aber nach gewissenhafter Prüfung der wirtschaftlichen Wirkungen des Voungplanes angesichts der Zerrüttung der deutschen Finanzen diesem Plan nicht 5 u ft im men. Abg. Or. 3ap? (O.V.p ): Wir freuen uns, daß nicht nur hinsichtlich der Kassensanierung, sondern der absoluten Rotwendigkeit einer prinzipiellen ©teuer» und Wirtschaftsreform das Zentrum endlich auf unsere Seite getreten ist. 3n diesem entscheidenden Augenblick sollten die Regierungsparteien nicht unter sich polemisieren. Die gegen den Vvungplan opponierenden Parteien gehen leicht hinweg über den gewaltigen Erfolg, der mit der Befreiung des Rhein landes errungen ist. Man braucht nur zu erinnern an die deutlich von Elemenceau und Poincare geäußerten Pläne auf dauernde französi » sch e Festsetzung am Rhein und auf die Zerstückelung der deutschen Einheit, um zu erkennen, wie groß der Dienst ist, der auch der Befriedung Europas geleistet wird mit der Befreiung des Rheins. Diese Befreiung ist der Erfolg einer feit sieben Zähren geführten deut-- scheu Außenpolitik. Abg. Stampfer (Soz ): Wir wissen genau, daß der Voungplan uns schwere Lasten auferlegt, aber wir wissen auch, bah er uns Erleichterungen bringt gegenüber dem Dawesplan. Wir Sozialdemokraten würden für den Voungplan auch dann stimmen, wenn wir nicht in der Regierung säßen. Darin unterscheiden wir uns von anderen Parteien, daß wir in Lebensfragen der Ration unsere Entscheidung treffen, unabhängig von unserem Verhältnis zur Regierung. Sie (zur Opposition) lehnen ja den Voungplan nur ab, weil Sie wissen, daß wir ihn annehmen. Abg. Meyer-Berlin (Dem ) stellt fest, daß seine Fraktion geschlossen für die Vounggesehe stimmen werde. Es bestehe keine andere Möglichkeit, um dem mühsamen Wege nationaler Befreiung und wirtschaftlicher Wiederaufrichtung eine neue große Strecke ab- zuringen Ohne die Erleichterungen des OJoung- plons sei eine Fortführung der deutschen Wirtschaft überhaupt unmöglich. Die Erfüllbarkeit tes neuen Plans hänge nicht allein von Deutschland, sondern von der zukünftigen Gestaltung der internationalen Wirtschafts- und Geldverhält- nisse ab. Die demokratische Fraktion hoffe, daß nach VeMbschiedung des Voungplans eine breite MehihM^ier Zurückdrängung parteipolitischer SonderDWvfsen die Finanzsanierung durchführKk werde. Abg. von Linbeiner-Wil-au (Lhr.-Aat): Der Grund, aus dem eine verantwortungsbewußte nationale Opposition den Voungplan adle h n e n muß, ist bas verhängnisvolle Ergebnis bes Mißerfolges eines seit fünf Zähren unternommenen Verstänbigungsversuchs. Stresemann hatte als Ziel seiner Außenpolitik ausgestellt: Verstänbi- flung mit Frankreich auf der Grundlage der Gegenseitigkeit unb Gleichberechtigung, Verstänbigung im Westen, um freie Hanb im Osten zu haben. Ein Dlick auf den Poungplan zeigt, wie weit wir von diesen Zielen entfernt sind Wir sehen in biesern Vertragswerk eine Verewigung berKriegs- nie tl) oben. Es ist schlechterbings unerträglich, daß ein englischer Minister als Exponent eines Volkes, bas bie Fairneß als seine Tugenb betrachte, hier eine Vereinbarung erzwingt, bie seinen feierlichsten eigenen Erklärungen ins Gesicht schlägt. Das englische Volk, bas große Vermögenswerte außerhalb seiner Grenzen zu riskieren hat unb sie nicht mehr so unbedingt schützen kann, wie vor fünf- sehn Jahren, bieses Volk soll sich sehr ernst fragen, ob es wohl getan ist, in bie Regelung ber Beziehungen von Volkern unb Staaten untereinander Methoden einzuführen, bie mit ben primitivsten Gr unbs ätzen ber Achtung vor fremdem Privateigentum schlechterdings nicht mehr 3 u vereinbaren sind. Abgesehen von den großen materiellen Opfern liegt in dem deutsche polnischen Abkommen auch die große Ge fahr der Zerstörung jener nationalen Entschlossenheit, die wir brauchen für den entscheidenden Kampf, der ausoefochten wird zwischen dem Deutschtum und einem Polen, das mit brutalsten Mitteln die Men- schenrechte auf deutscher Seite unterdrückt. Abg. Straffer (Rat.'Soz.) verließt eine längere Erklärung seiner Partei, in her es wiederholt heißt, es seien Lügen, was die Regierung zur Empfehlung des Poirngplanes vorgebracht habe. A(s von der Linken gegen diese Wendung protestiert wird, erklärt Präsident Lobe, er nehme an, daß der Redner nur theoretisch von Lüge spreche. Mit lauten Entrüstungsrufen links und in der Mitte wird eine Stelle der Erklärung beantwortet, in der die Regierung des Volksverrates beschuldigt und angekündigt wird, ein kommender nationalsozialistischer <2toatsgerichtshos werde die Köpfe derjenigen fordern, die den Poungplan annehmen. Präsident Lobe erteilt dem Redner einen Ordnungsruf. Abg. Gchmi-t-Hannover (Onl.) erklärt der Poungplan werde Katastrophenentwicklungen zur'Folge haben. Den optimistischen Feststellungen demokratischer Fachleute über die glänzenden Aussichten deutscher Kapitalbildung stehen st erbende Aecker, steigende Konkursziffern, und wachsende Arbeitslosenheere gegenüber. Angesichts der letzten Entwicklungen überschlägt sich die Presse in Anbiederungsversuchen an den Reichspräsidenten. Während der Hindenburgwnhl hieß es anders. Die Jugend wird dem von der brüchigen Massendemokratie unterschriebenen Wechsel nicht honorieren. Aus dem Poung-Deutschland wird ein Jungdeutschland entstehen, für das die Abstimmungen dieser Mehrheit keine Geltung haben. Diesem kommenden Deutschland gilt unser Gruß. Dr. Krick: Als bevollmächtigter Vertreter des Landes Thüringen habe ich folgende Erklärung abzugeben: In schroffem Gegensatz zur Reichsregie- rung sieht die Regierung des Landes Thüringen in der Annahme des Voungplanes und des deutsch-polnischen Liquidationsabkoqrmens das größte nationale Llnglück und das Ende der Selbständigkeit der Länder. Während auf der einen Seite die uferlose Erfüllungs-- und Tributspolitik dem -deutschen Volk auf Generationen hinaus Lasten auferlegt, von deren Untragbarkeit die Befürworter dieser Politik selbst überzeugt sind, entzieht sie auf der anderen Seite den Ländern die Mittel und nötigt sie zur Beschränkung der Ausgaben für die wichtigsten Kulturaufgaben. — Die Erklärung schließt mit der Versicherung, die thüringische Regierung wolle den Mittelpunkt bilden für einen fanatischen Widerstands- und Freiheitswillen des deutschen Volkes. Preußischer Reichsratsbevollmächtigter Dr. Brecht: Die große Mehrheit des Reichsrats steht auf einem ganz anderen Standpunkt als die thüringische Regierung. Die vereinigten Ausschüsse des Reichsrats haben die Annahme des Voungplans für notwendig erklärt aus den im Protokoll niedergelegten Gründen. Nie Abstimmungen. Darauf beginnt bei starker Besetzung des Saales und der Tribünen um 16.25 Ahr die Abstimmung. In namentlicher Abstimmung wird das Gesetz über die Haager Konferenz mit 265 gegen 192 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen angenommen. Dafür haben gestimmt Sozialdemokraten, Zentrum, Deutsche Volkspartei und Demokraten. Die Mitglieder der Bayerischen Volks- Partei haben sich teils der Stimme enthalten, teils gegen die Vorlage gestimmt. Vom Zentrum haben die Abgeordneten Bornefeld-Ettmann, Feilmayr und Dr. Föhr mit Rein gestimmt. Von der Deutschen Volkspartei, die im übrigen dafür gestimmt hat. haben sich die Abgeordneten von Gilsa, Günther. Hucck und Kön- geter an der Abstimmung nicht beteiligt. Von der Bayerischen Volkspartei, die im allgemeinen mit Rein gestimmt hat, hat der Abgeordnete Dr. Bayersdörfser mit Ja gestimmt, während sich die Abgeordneten Emminger, Leicht und Trohmann der Stimme enthalten haben. Auch das Reichsbahn- und Reichsbankgesetz, sowie das Schuldenabkommen mit Amerika lind die Liquidationsoerträge werden mit ähnlichen Mehrheiten angenommen. Bei der namentlichen Abstimmung über das Polenabkommen haben mit Ja gestimmt 235 Abgeordnete, mit Nein 216, enthalten haben sich 8 Abgeordnete. Vom Zentrum haben g e g en das Polenabkommen gestimmt die Abg. Beck - Oppeln, Blum, Bornefeld - Eltmann, Damm, Diez, Ehrhardt, Fahrenbach, Dr. Föhr- Baden, Hermes, Jmbufch, Dr. Köhler, Neumann, Perlitius, Dr. Scheiter, Ulitzka und Warnke. Der Stimme enthalten haben sich die Zentrumsabgeordneten Crone-Münzebroock, Dr. Drees, Feil- maijr, Schlack und Wilkens. Die übrigen Zentrumsabgeordneten stimmten für das Abkommen. Von der Bayerischen Volkspart ei haben sich die Abg. Leicht und Emminger der S 1 i m m e e n t h a l- ton, alle übrigen stimmten mit Nein,, Von der Deutschen Volkspartei hat sich) der Abg. Dr B e ck e r - H e f s e n d e r S t i m m e'<^l t h a l- ten, der Abg. Dr. Hugo fehlte. Gegen das Polenabkommen stimmten die Abg. Cramm, von Gilsa, Dr. Hofs, Dr. Hueck, Zanson, Dr. Köngeter, Dr. Leutheußer, Schmidt Düsseldorf und Dr. Schnee, die übrigen Mitglieder der Deutschen Volkspariei stimmten für das Abkommen. Hierauf kommt der Antrag der Oppositionsparteien auf Aussetzung der Verkündung der Vounggesehe zur namentlichen Abstimmung. Rach Art. 72 der Reichsverfassung nmß die Verkündung eines Gesetzes um zwei Monate ausgesetzt werden, wenn ein Drittel der anwesenden Abgeordneten für die Aussetzung stimmt. Für den Antrag der Oppo- sitlonsparteien werden 173, dagegen, 289 Stimmen abgegeben, das für die Aussetzung erforderliche Drittel ist also erreicht. (Beifall rechts.) Nunmehr wird in namentlicher Abstimmung mit 283 gegen 174 Stimmen bei vier Enthaltungen der Antrag der Regierungsparteien angenommen, der d>e Vounggesetze für dringlich erklärt. Eine solche Dringlichkeitserklärung hat, wenn sie auch vom Reichsrat bestätigt wird, die Wirkung, daß der Reichspräsident die Verkündung der Gesetze unbeachtet des vorherigen Aussetzungsbeschlusses vornehmen kann. Bei der nun folgenden namentlichen Abstimmung über den von den Kommunisten gegen den Reichskanzler Müller eingebrachten Miß- Knsenlust in Paris und London. parlamentarische Schwierigkeiten Tardieus und Macdonalds. Es ist zwar noch nicht so weit, daß die Reaie- rungen Tardieu und Macdonald sich im Zustande der offenen Krise befänden, wohl aber hoben sich die parlamentarischen Verhältnisse in Paris und London so zugespitzt, daß man jeden Tag mit dem Ausbruch der Regierungskrise rechnen kann. In beiden Ländern würden die Folgen sehr verschieden sein. Tardieu, der die schmale Grundlage seiner Regierungsmehrheit" in der Kammer genau kennt, Hot sich bisher auf die Taktik beschränkt, die Kammer nicht zu „reizen". Er hat es demnach vermieden, etwa nach Poincarss Vorbild bei jeder Kleinigkeit sofort die Vertrauensfrage zu stellen. Am Dienstag ist aber in der Finanzkommission in der Kammer doch ein Ereignis eingetreten, das sich leicht zu einem Konflikt zwischen Kammer und Regierung ausweiten kann. Tardieu hat bekanntlich bei der Bildung seines Kabinetts eine heftige Minister- Inflation eintreten lassen. Um die Interessen auch der kleinsten Gruppe zu befriedigen, die er für feine Mehrheit braucht, nnißte er sein Kabinett auf 34 Minister und Unterftaatsfetretäre anschwellen lassen. Die Finanzkominission der Kammer hat nun einen Antrag angenommen, daß d i e Zahl der Mini st er 25 nicht über st eigen dürste, infolgedessen wurden die Gehälter der -übrigen neun abgelehnt. Dieser Zustand konnte natürlich nicht andauern. Tardieu mußte sich entschließen, einmal die Lage zu klären. Wenn er dabei diesmal noch nicht zu Fall gekommen ist, weil die Kammer vor der Vertrauensfrage zurückwich, so kann dies doch schon bei der allernächsten Gelegenheit geschehen. Niemand weiß, was dann in Frankreich wird, wenn Poincare sich nicht doch noch entschließt, jetzt das Kabinett der republikanischen Konzentration zu bilden, für das er allein als Regierungschef in Betracht kommt, weil niemand anders es vermag, Rechte und Linke zusammenzuführen. Eine Kammerauslösung kommt jedenfalls nach den französischen Gepflogenheiten noch lange nicht in Frage. Gan.; anders liegen die Dinge in England. Hier hat am Dienstag bei einer Abstimmung über die Kohlenvorlage d i e Regierung eine empfindliche Riederlage erlitten. Wenn auch die Vertrauensfrage nicht gestellt war, ergeben sich dennoch politische Folgerungen daraus insofern, als die Regierung eine Klärung herbeiführen will. Wie immer in England find die Gründe für eine Kabinettsfrage mehr äußerer Ratur, wenn es sich bei der Verstimmung der Opposition gegen die Regierung um ein außenpolitisches Problem handelt. So ist die erste Regierung Macdonalds in Wirklichkeit auch über eine .außenpolitische Frage gestürzt, und zwar über ihre Haltung beim Ausbau des hinterindischen Hafens S i n- gapore. Damals hatte man sich gleichfalls eine belanglose innenpolitische Frage herausgesucht, um die Regierung zu beseitigen. Auch jetzt ist eine starke Opposition gegen Macdonalds Politik auf der Londoner Seeabrüst ungskonferenz vorhanden. Es fragt sich aber, ob sie angesichts der wahrscheinlichen Ergebnislosigkeit dieser Konferenz ausreicht, um die gesamte Opposition, die ja bekanntlich die Mehrheit besitzt, zusammenzuführen. Wohl aber ist kaum damit zu rechnen, daß die Konservativen wieder einige Abgeordnete zugunsten der Regierung, wie schon einmal, abkommandieren, um sie am Leben zu erhalten. Auch in den jetzt zur Debatte stehenden wirtschaftlichen Fragen ist die Opposition durchaus ernst. Man muh abwarten, ob Baldwin schon jetzt die Zeit zum Sturze von Macdonald für gekommen hält. Alsdann bestände die Wahrscheinlichkeit, ja, man kann sagen, die Sicherheit von R e u - wählen, für die in England der Monat Mai sehr beliebt ist. Innenpolitisch hat sich die Regierung Macdonald durch ihre Ohnmacht gegenüber der Arbeitslosigkeit die schwersten Blößen gegeben. Außenpolitisch ist ihre Stellung trotz der Erfolge Snowdens schwächer geworden, seitdem Macdonalds bedenkliche Taktik in der Flottenabrüstungsfrage offenbar geworden ist, und -achdern man wohl auch in London der Heber* zeugung geworden ist, daß die indische Frage, eine Lebensfrage des englischen Weltreiches, eine stärkere Führung erheischt, als es in der gegenwärtigen Labour-Regierung ist. In beiden Landern können die nächsten Tage schon Lleberraschungen bringen. In Frankreich handelt es sich um eine der gewöhnlichen Kabinettskrisen, in England stehen recht grundsätzliche Entscheidungen zur Debatte. Ein Sieg Tardieus. Tie Streichung der Ministcrgchälter wird abgelehnt. Paris, 13. März. (WTB. Funkspruch.) In der Rachtsitzung, die die Kammer abgehalten hat, um die Frage der Einheitsschule zum Abschluß zu bringen, hat die Regierung eine neue Riederlage erlitten. Der Finanzausschuß der Kammer hatte dem betreffenden Paragraphen, der die Einführung des unentgeltlichen Unterrichts in der untersten Klasse der höheren Lehranstalten vorsieht, eine Bestimmung vorangestellt, die die allmähliche Ausdehnung der Reform auf sämtliche Unterrichtsklassen in Aussicht stellt. Ministerpräsident Tardieu verlangte die Streichung dieses einleitenden Paragraphen. Die Kammer lehnte jedoch den Antrag der Regierung auf Streichung dieser Bestimmung mit 292 gegen 286 Stimmen ab. Die Vertrauensfrage hatte der Ministerpräsident nicht gestellt. Daraus wurde iber zweite Teil des Artikels betreffend den unentgeltlichen Unterricht mit 420 gegen 165 Stimmen genehmigt. Sodann begann die Diskussion der Artikel betreffend die Kredite für di e neuen Ministerien und Llnterstaats- sekretariate. Der Vorschlag des Finanzausschusses, die Zahl der Regierungsmitglieder obligatorisch auf 2 5 festzulegen, der also auf die Streichung der vom derzeitigen Kabinett Tardieu geschaffenen neuen Minister- und Llnterstaats- sekretärposteir hinausläuft, wurde, nachdem Tardieu die Vertrauensfrage dagegen eingesetzt hatte, mit 320 gegen 260 Stimmen von der Kammer abgelehnt. Oie Klotienkonferenz auf einem toten Punkt. Bciand in gedrückter Ltimnmng. London, 13. März. (WTB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herold" schreibt: Die Marinekonserenz befindet sich in der ernstesten Krise. Zweifellos sind die Besprechungen von gestern abend auf dem toten Punkt an* gelangt. Heute sollen die letzten Bemühungen unternommen werden, um die Kluft zu überbrücken bzw. das Problem von einer neuen Seite in Angriff zu nehmen. Briand räumte in einer Pressebesprechung ein, daß der Gedanke einer politischen Vereinbarung nun erledigt ist. Damit fei auch die Möglichkeit einer bedeutenden Verminderung der französischen Tonnageziffern weggefallen. Briand erklärte u. a.: „M eine Rolle hier i ft beendet. Die Angelegenheit wird morgen in die Hände der Delegierten übergehen." Briand schien niedergeschlagen, und in den französischen Kreisen der Konferenz herrscht allgemein eine gedrückte Stimmung. Wahrscheinlich werden sich die Dinge nun so entwickeln, daß zwischen den fünf Seemächten ein Vertrag geschaffen wird, der wenigstens e i n gewisses Maß von Abrüstung in der Gestalt eines F l o 11 e n f e i e r j a h r s pir Schlachtschiffneubauten bringt. Außerdem würde in diesem Vertrag ein beträchtliches Maß vorbereitender Arbeit seinen Niederschlag finden, so daß eine spätere Konferenz freiere Bahn vorfinden würde. trauensantrag geben mehrere Mitglieder der Bayerischen Volkspartei blaue Karten (Stimmenthaltung) ab, während der Frak- tionsvorsihende Leicht mit roter Karte gegen den Mißtrauensantrag stimmt. Der Mißtrauensantrag wird mit 277 gegen 169 Stimmen bei 13 Enthaltungen abgelehnt. Der Billigungsantrag der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Deutschen Dolkspartei und der Demokraten wird mit 248 gegen 170 Stimmen bei 19 Enthaltungen angenommen. Die Mitglieder der Bayerischen Dolkspartei haben auch bei dieser Abstimmung über die Billigung der Reichskanzlererklärung Stimmenthaltung geübt. Oer Komps um dos Finanz- programm. 'Verstimmung bei der Bayerischen Bolkspartei. Berlin, 13. März. ($11.) Die Besprechungen der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Demokraten und der Bayerischen Bolkspartei über das Finanzprogramm werden am Donnerstag fortgesetzt. Wie die „T.-U." aus Zentrumskreisen erfährt, besteht aber keinerlei Aussicht, daß der Forderung der Bayerischen Bolkspartei, wonach sich die Parteien verpflichten sollen, für die Aufrechter h a l t u n g des Paragraphen 35 des Finanzausgleichsgesehes einzutreten, entsprochen werden wird. Bekanntlich hat die preußische Regierung im Reichsrat die Beseitigung des Paragraphen beantragt, der den steuer- schwachen Ländern besondere Reichszuschüsse sichert. Wie die „S.-U.“ weiter hört, besteht in Kreisen der Bayerischen Bolkspartei gegen die Haltung der übrigen Koalitionsparteien eine lebhafte Verstimmung. Es wird darauf hingewiesen, daß die Bayerische Dolkspartei in ihrer Mehrheit in vollkommener Konsequenz ihrer bisherigen Einstellung dem Haager Abkommen und dem Polenvertrag ihre Zustimmung versagen muhte, da die Bindungen auf das Finanzprogramm und die Aufrechterhaltung des Paragraphen 35 des Finanzausgleichgesehes von den übrigen Parteien nicht gegeben werden konnten. Rachdem eine Bindung auf das von den vier Regierungsparteien ohne die Deutsche Dolkspartei -ursprünglich vereinbarte Finanzprogramm nicht Zustande gekommen sei, habe sich damit selbstverständlich eine vollkommen neue Lage ergeben. 3n Dresden ein kommunistischer Geheimbund ausgehoben. Die roten Rollkommandos zur Bekämpfung der Polizei. Dresden, 12. März. (WTB.) Das Polizeipräsidium Dresden teilt mit: Der politischen Abteilung des Polizeipräsidiums war bekannt, daß die kommunistische Antifa (Antifaschistische Arbeitslose) eine sogenannte Rote Loge, bei der es sich offenbar um eine geheime Verbindung im Sinne der §§ 128 und 129 St G B, handelt, gegründet hat. Die Aufgabe der Mitglieder dieser '.Roten Loge, die zum erstenmal bei den Vorkommnissen am 6. März aufgetreten ist und auch morgen anläßlich des kommunistischen Hrmgennarsches nach Dresden wieder in Tätigkeit treten sollte, besteht u. a. darin, bei Umzügen usw. soaenannte Rollkommandos zu bilden, die der Polizei besondere Schwierigkeiten zu machen, aufs Ganze zu gehen und insbesondere einzelne P o l i ze i b c a m te abzudrängen, zu überfallen und zu mißhandeln haben. Nunmehr gelang es, diesen kommunistischen Geheimbimd bei" einer Besprechung in einer kleinen Schankwirischaft in der inneren Stadt zu überraschen und die Teilnehmer an dieser Versammlung, 33 an der Zahl, die die Pläne für den morgigen Hungermarsch besprachen, f e st z u n e hm e n. Sie werden der Staatsanwaltschaft zur weiteren Entschließung vorgeführt werden. Ghanbi marschiert. Krawalle in Bombay. —Die Anteilnahme der Bevölkerung London, 12. März. (TU.) Nach Berichten aus Bombay setzt sich der erste von Ghandi persönlich geführte Stoßtrupp für die Einleitung des Unab hängigkeitsselüzuges aus etwa 80 Freiwilligen aus allen Teilen Indiens zusammen. Die überwiegende Mehrzahl besteht naturgemäß aus Hindus, nur Zwei Freiwillige sind Mohammedaner. Das ist ein neuer Beweis dafür, daß die mohammedanische Bevölkerung Indiens keine besondere Begeisterung für Ghandis Plan aufzubringen vermag. Zur gleichen Zeit, als Ghandi von seinem Hauptquartier abmar- schierte, fand in Bombay eine große Kundgebung statt, in deren Verlauf es zu Z U s a m m e n st ö ß e n mit der Polizei kam. Mehrere Läden, tndenen europäische Kunden gesehen wurden, wurden von der Menge gestürmt und zerstört. Die Fensterschei- den der englischen Zeitung „Times of India" mürben eingeworfen. Von der Jugend Bombays wurde eine weitere Kundgebung veranstaltet, in deren Verlauf versucht wurde, die englische Flagge herunter- zureißen. Ein vermögender Kaufmann in Kalkutta hat Ghandi eine Million Mark als Fonds für seinen Unabhängigkeitsfeldzug zur Verfügung gestellt. In Bombay ist ein unabhängiger Kriegsrat gebildet worden, der Sammlungen einleiten und Anhänger werben soll. Durch diesen Kriegsrat werden große Massen von Flugblättern verbreitet, die zur Unter- stiitzung Ghandis bis zum Ende auffordern. Dem Aufbruch zum 100-Meilen-Marfch Ghandis und seiner Gefährden nach dem Golf von Cambah wohnten große Menschenmassen bei, die sich bereits viele Stunden vorher eingefunden hatten und von der Schule Ghandis ab auf beiden Seiten des Weges Spalier bildeten. Die Anteilnahme der Bevölkerung war so groß, daß die Stadt gestern abend fast ausgestorben war. Für den Fall feiner Verhaftung hat Ghandi angeordnet, daß der frühere Richter des Obersten Gerichtshofes Abbas Tahabja als fein Rachfolger die Führung der Bewegung übernehmen soll. Wie aus Ahmedabad gemeldet wird, hatten sich die Reihen der Anhänger Ghandis, die den Zug Ghandis und seiner Gefährten begleiteten, an der Grenze des Bezirks Ahmedabad bereite, stark gelichtet, da ein Teil der Mitläufer nach Hause zurückgekehrt war. In Aslali, wo der Zug zum erstenmal Halt machte, wurde er von ungefähr 100 Landbewohnern mit Flaggen, Laubgewinden und Musik empfangen. Mehrere Filmgesellschaften, unter ihnen auch eine deutsche, haben die Vorgänge gekurbelt. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident hat heute die Ernennung des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther zum Reichsbankpräsidenten für die Amtsdauer von vier Jahren vollzogen. Reichspräsident von Hindenburg empfing den französischen Botschafter de Marge r i c, der ihm den Dank des Präsidenten der französischen Republik für die anläßlich der Hochwasserkatastrophe in Südfrankreich bekundete Anteilnahme übermittelte. Im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags wurde in zweiter Lesung § 15 des Gaststättengesetzes angenommen, der die Oberste Landesbehörde ermächtigt, den Ausschank von Branntwein und den Kleinhandel mit Branntwein für bestimmte Morgenstunden sowie an höchstens zwei Tagen der Woche, insbesondere an Lohn- und Gehaltszahlungstagen und an Wahltagen ganz oder teilweise zu verbieten oder zu beschränken. Zwischen hem Lande Baden und der ehemaligen grohherzoglichen Familie wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach 511 der dem ehemaligen grohherzoglichen Hause gehörigen Kunstwerke in der Badischen Kunsthalle sowie gegen 25 000 Blätter des Kupferstichkabinetts in das Eigentum des Landes Baden übergehen. Der Kaufpreis beträgt vier Millionen Oie Wetterlage. -----UaH ~La Coruna •ft Thorsh Stil .oni arpt). rankt 4 ^*7 ma ’stl o fUaocrrt. Mittwoch, 12/März. igM,7" abds. GWorxenfos O netter. <> nato verlernt. ® womig, • oedeewt, • Kege^ * Schnee a Graupeln. erHtDti KGc*nt'rr.©wind$tille.O^ xhr leichte- Ost -nissige- Südsüdwest q stürmische- -lordwesl Ole Piene fliegen mit dem winde. Pie en den Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie turnen verbinden Orte mit.gleiche® Meeresniveau umaerechnettP UHWrucK oV ÖSE iayen_ purs /. X (J>6 >3 a/1 ' »r. 'f, in K^rbe tonte f^Si 'egsrcit Ql,?n ,7-L,'! h erbcn grob L7E «Ä ^evolknung ° * Uftt l> DiUüuin achte, wurde er n ^t Flaggen, ;y- «s ch eme deutsche, sichten. x\v heute Sie ^Luther uten sür die ll-vgen. Hindenburg asterdcDar- Präsidenten >ic anläßlich -er Gleich bekundete >uh de» Äei^ § 15 des ®j' ivc Oberste Lw sschank doi lemhand«! mit genstunden svlvik >che, insbesondm zstagen und an zu verbieten n und der ehe- en Familie iffen, wonach 511 ilichen Hause ge- Jüdischen Kunst- ■ -es Kupferstich- Raube» Jaden 1 vier Millionen. ’Z»50 «Mffll- if «iföo /%° ISS«'*"* iÄ« tf&i dem '5Ul‘lb (ian- S'- 'Ä»«’* c4@rn? , Mittag 7.pfgcii- 13.!®«» „leroi Tiest a" 2 ®rflh: mchllch^^^terel bis?2 S--'^ I ?'Vr & «** W« 1“ nv. 0 L» Aus der Provinzialliauptstadi. Gießen, den 14. März 1930. Zahn und Munderkranlungen undihreBeziehungenzum Gesamtorganismus Zahn- und Munderkranlungen sind heute im Zeitalter der Gesundheitspflege viel mehr verbreitet als man im allgemeinen annimmt. Sie schädigen den Patienten nicht nur an seinem eigenen Körper, sondern gefährden sehr häufig die Gesundheit seiner Mitmenschen. Die Mundhöhle an und für sich ist im gesunden Zustand eine allerlei nützlichen und edlen Lelbsterhaltungszwecken dienende Eröfsnungs- höhle des menschlichen Verdauungsschlauches. Hetzen wir von afi den kosmetischen, lieblichen, charakteristisch-mimischen Zwecken ab, denen der ?Hunt> und seine Zähne dienen, so beherrschen ,wei Faktoren, die Verdauung und die Sprache, üeses lebenswichtige Körpergebict. Zur For- nung der einzelnen Worte, besonders der Konso- tankn und Vokale, sind die Zähne, die Zunge ind der harte und weiche Gaumen dringend wtwendig. Vestehen Defekte des harten oder reichen Gaumens, die teils angeboren, teils urch traumatische Schädigungen erworben werden können, so ist die Lautbildung der Vokale a. e. i, d, u) und damit die Sprache erheblich gestört. Es fehlt der Resonanzboden, der zur Bildung dieser Sprachform notwendig ist. Diese Schäden niüssen durch chirurgisch-zahnärztliche Maßnahmen in Form von Schleimhautplastiken und orthodontischen Kontraktionen der Knochen- vartien beseitigt werden. Vei angeborener Spalt- vildung werden diese Defekte in noch jugendlichem Alter, solange das Knochengewcbc noch weich und elastisch ist, beseitigt. Vei schwer zu schließender Spaltbildung des Gaumens im vorgeschrittenen Alter wird man diese Defekte durch prothetische Maßnahmen abdecken. Die Lautbildung der Konsonanten liegt zum Teil im Bereich der Zunge und der Zähne. Hier können wir oft erleben, wie durch größere Zahnlücken die Aussprache des einzelnen überaus verstümmelt wird. Man denke sich einen Menschen, der das S und T durch Lücken der Vorderzähne nicht sprechen kann, soweit die übrigen Zähne noch vorhanden sind, oder dessen schlechtsihendes Er« sahstück es ihm nur ermöglicht, zu sprechen, wenn seine künstlichen Zähne außerhalb des 'Mundes sich im Bereich seiner Tasche befinden, oder das unaufhörliche Klappern seiner schlecht- sitzenden Ersatzstückc die Begleitmusik zu seiner Sprache abgibt! Man sieht, daß die Sprache von einer gesunden Mund- und Zahnbildung wesentlich abhängig ist. Doch viel wichtiger für den Gesamtorganismus und die normale Funktion seiner einzelnen Ver-- dauungsorgane ist die einwandfreie Derdauungs- funktion der Mundhöhle. Was Hot die Mundhöhle mit der Verdauungsfunktion zu tun? Diese Funktion teilt sich in zwei Begriffe: Dos volt- konnneno Zerkleinern der Speisen, das Zerschneiden und Zermahlen der einzelnes Rahrungs- bissen zu einem vollkommenen Speisbrei, wobei natürlich der Speichel eine wesentliche Rolle spielt. Dieses Zerkleinern der Speisen geht nicht ganz so einfach vor sich, wie der einzelne sich das vorstellt und empfindet. Dor allem das Äieferngelenk mit seinen einzelnen Phasen der Dor-, Seit- und Rückwärtsdetvegung, da4 einzige Gelenk im Bereiche des menschlichen Körpers, das eine so vielartige Bewegung gestattet, übernimmt hier den Hauptanteil. Dor allen Dingen dürfen wir die dynamische Kraft nicht vergessen, mit der beim Kauen und Zubeißen die beiden Zahnrcihen aufeinander treffen. Diese dynamische Kraft beläuft, sich bei normaler Kaufunktion, d. h. ohne große Anstrengung, aus 60 bis 80 kg, im Bereiche der Backzähne mehr, im Bereiche der Scheidezähne wößiger. Man erkennt, wie notwendig zu dieser Funktion eine vollständige Gebihformation von 28 bis 30 Zähnen ist, da jede Lücke die ungeheure Belastung der fehlenden Zähne beim Kauen auf die die Lücke begrenzenden Zähne übertrogt, diese dadurch überlastet und sie zugrunde richtet. Cs ist daher dringend notwendig, daß Lücken in der Zahnreihe durch festsihenden, oder herausnehmbaren Ersah geschlossen werden. Der eigentliche Akt der Mundverdauung beginnt mit der Absonderung der Speicheldrüsen und mit der Vermischung der zerkleinerten Speisen mit Speichel. Der Speichel verwandelt kraft seiner Derdauungsfermente. die er enthält, die Stärke der Rahrungsmittel in Dextrin und Zucker und schließt sie für die Magenverdauung auf. Der Mucingehalt des Speichels vermengt die Speisen zu einem Brei, der den Verdauungs- fermenten des Magens eine bessere Angriffsfläche bietet. Diese Funktion der Speicheldrüse wird aber nur dann eine vollwertige fein, wenn das Zohnsyftem in gesundem Zustand eine geschlossene Reihe bildet und damit ein hoher Kauwert erzielt wird. Mangelhafte, kariöse Zähne mit entzündeter Mundschleimhaut verursachen auf Grund ihrer säurebildenden, gärenden Mund- bakterien eine Veränderung des leicht^alkalischrn Mundspeichels und damit eine Abschwächung seiner verdauenden Wirkung. Schlecht gepflegte und zahnlose Münder zeigen eine erhebliche Abschwächung der Speichelbildung, die ganz zum Stillstand kommen kann. Die Speicheldrüsen, die in engster nervöser Verbindung mit den Magendrüsen stehen, können natürlich in solchem Zustand die Magenverdauung erheblich beeinflussen. Soweit die rein sekretorischen Beziehungen der Mundhöhle zum Verdauungstraktus. Aber noch andere, oft recht unangenehme Beziehungen unterhält dos Zahnsystem mit den Blut- und Lymphwegen unseres Körpers. Die kleinen Lebewesen, Bakterien genannt, die sich als unliebsame Mitbewohner in den kariösen Zahnen und deren Wurzelkanälen aufhalten, verursachen oft Entzündungen und Eiterungen im Bereiche des gesunden Kieferknochens, und sie versorgen dieses mit Blut- und Lyüiphbahnen reich versehene Zellengebiet mit Infektionserregern (Staphylokokken, Streptokokken) aller Art. Hat eine solche Entzündung auf dem Weg durch den schlechten Zahn stattgefunden, so versucht der gesunde Knochen das Entzündungsgebiet abzugrenzen und schafft nach Abflauen der Entzündung im gesunden Knochengewebe ein durch Bindegewebe abgegrenztes Depot von virulenten, aber ruhenden Infektionserregern (Wurzel gra- nulome). Diese Erreger werden häufig auf dem Wege der angrenzenden Blut- und Lymphbahnen dem Gesomtorganismus zugeführt und verursachen in anderen Gewebskomplexen, wie "liieren, Leber, Herz, Herben, Gelenken Entzündungen und Zerstörungszustände chronischer Art. So haben wir bei der Gicht, bei Rierenleiden, bet Herzmuskelentzündungen, bei Rervenentzündun- gen oft die Llrsache im Gebiet der Zähne und des angrenzenden Kieferknochens zu suchen. Hier ist fach- und zahnärztliche Hilfe notwendig, um eine genaue Diagnosestellung mit Hilfe einer gründlichen Röntgenuntersuchung zu ermöglichen, die Infektionsherde festzustellen und diese auf chirurgischem Weg zu beseitigen. Die zum Teil auf exo- und endogenen Ursachen beruhende ZahnbetterkrankunA oder Paradentose möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, doch dürfte ihre Beschreibung einem späteren Aufsatz Vorbehalten bleiben. Aus diesen Ausführungen kann man ersehen, daß die Mund- und Za^ipflege nicht nur persönlicher Art ist, sondern durch den Zahnarzt therapeutisch erfolgen muß. Sie ist kein Kosmetikum, sondern eine ärztliche Dorbeugungs- und Erhaltungsmaßnahme, die dem ganzen Organismus zugutekommt. Soweit der eigene Körper. Wieviel Krankheitserreger ungepflegten Mundhöhlen ihre Entstehung verdanken und durch Lachen, Sprechen, Husten zum Leidwesen unserer Mitmenschen verbreitet werden, davon wissen zur Zeit von Epidemien (Grippe, der Grippeerreger hält sich mit Vorliebe in der Mund-, Rasen- und Rachenhöhle auf), Patient und Arzt etwas zu erzählen. Dr. H. Krastpostlinie Gießen - Launsbach — Wißmar. Die Kraftpostlinie von Wißmar über Launsbach nach Gießen soll ab 1. April in Betrieb genommen werden. Der Fahrpreis beträgt ab Wißmar 50 Pf., ab Launsbach 40 Pf. je Person. Zunächst sind täglich drei Hin- und Rückfahrten nach folgendem Fahrplan vorgesehen: ab Wißmar 7.00, an Gießen 7.30; ab Gießen 12.30, an Wißmar 13.00; ab Wißmar 13.10, an Gießen 13.40; ab Gießen 18.40, an Wißmar 19.10. Es ist erfreulich, daß nunmehr auch für die Einwohner von Wißmar und Launsbach günstige Fahrgelegenheit nach Gießen eingerichtet wird. Gictzcner WocheumarLLPrcise. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten das Pfund Butter 150 bis 170 Pfennig, Matte 30 bis 35, Wirsing 25 bis 35, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 35 bis 40, ilnter- Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 180 bis 200, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4* ■, bis 5. Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 50 bis 80 P'ennig das Pfund; Käse (zehn Stück) 60 bis 140 Pfennig, Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 40, Endivien 40 bis 60, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig das Stück; Radieschen 20 bis 25 Pfennig das Bündel: Kartoffel 3,80 bis 4 Mark der Zentner. Borrrotizeu. — Tageskalender für Donners- t ag. Gießener Konzertverein: 3. Symphonie- Konzert, 19.30 Ufjr, im Stadltheater. — Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: BetriebswIrischafklicher KursnV. Das Selbstkostenproblem, Vortragender Prof. Dr. Auler, 20.15 Llhr, Gr. Hörfaal. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Spionin." — Astoria-Licht- spiele: „Masken" und „Luftpiraten." — Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Das Stadttheater Gießen bringt zwei Lustspiele hintereinander. Morgen ist die Premiere von „Die Dache, die sich Liebe nennt", Komödie von Edwin Burke; am Mittwoch, 19. März, „Der letzte Lord", von Ugo Falena. In der morgigen Erstaufführung wirken mit die Damen Heß, Iahn, Koch, Mewes und die Herren Dommisch, Hais, Linkmann, Tannert, Wesener. Spielleitung Karl Dolck. Das Stück, das in Hamburg uraufgeführt wurde, hat bereits seinen Siegeszug in die Provinz angetreten. * Verlängerung von Steuergesehen. Das hessische Gesamtministerium hat durch zwei Verordnungen, die in der gestrigen „Darmstädter Zeitung" bekanntgegeben werden, das bisherige Sondergebäudesteuergesetz und das bisherige Gewerbesteuergeseh in ihrer Gültigkeit auch auf das Rechnungsiahr 1930 ausgedehnt Schulpersonalien. In den Ruhestand verseht wurden die Lehrerin an der Volksschule zu Gießen Lina S e i p und der Lehrer an der Volksschule zu Bellersheim, Kreis Gießen. Heinrich Sprengel, beide auf ihr Rachsuchen mit Wirkung vorn 1. April 1930 an •• Evangelische Pfarr Personals e. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer August Herber zu Michelstadt die evangelische Pfarrstelle zu Wölfersheim, Dekanat Hungen, übertragen. *• Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Am Sonntag, 16. März, wird zum 11. Male Sherriffs Schauspiel „Die andere Seite" aufgefübtt, eine Rekordziffer, die bei einem Stück so ernsten Inhalts eine Seltenheit bedeutet und beweist, welchen außerordentlichen Erfolg Sherriffs Kriegsstück beim großen Publikum gehabt hat. Die Kartennachfrage ist bereits so rege, daß man annehmen muß, daß auch diese letzte öffentliche Aufführung des Stückes wieder vor einem vollbesetzten Hause stattfinden wird. Der Welterfolg des Stückes ging inzwischen weiter, die Zeitungen melden, daß in Moskau vor einigen Tagen die 170. Aufführung stattgesunden hat. Sherriffs „Die andere Seite" wird in der ganzen Welt gespielt. Zur Zeit wird das Stück als Tonfilm in allen europäischen Sprachen gedreht. Fremdenvorstel- htng. Ermäßigte Preise. Beginn 18.30 Ahr Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 15. März. Vor- abend: 6.15 Uhr; morgens: 9 Uhr; Gedächtnisfeier zu Ehren der Gefallenen; abends: 6.35 und 7.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 15. März. Freitag abend 6 Uhr, Samstag vormittag 8.30; Gedenkfeier für die Gefallenen im Weltkriege; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.15. — Wochengottesdienst. morgens 6.45, abends 6 Uhr. X, pastillem firinnp ■ (AcmoiNiuMOiafVAT) ■ *V**W-* und des Gesichts, Aufspringen der Haut, unschöne Hautfarbe und Teintfehler verwendet man am besten die schneeig-weiße, fettfreie, glyzerinhaltige Creme Leodor, welche den Händen und dem Gesicht jene matte Weiße verleiht, die der vornehmen Dame so sehr erwünscht , _ , . . ist. Ein besonderer Vorteil liegt auch darin, daß diese unsichtbare matte Creme wundervoll kühlend wirkt bei Juckreiz der Haut und gleichzeitig eine vorzügliche Unterlage für Puder ist. Der nachhaltige Duft gleicht einem taufrisch gepflückten Frühlingsstrauß von Veilchen, Maiglöckchen und Flieder ohne jenen berüchtigten Moschusgeruch, den die vornehme Welt verabscheut. — Creme Leodor: Tube 60 PL, große Tube 1 Mk. — Leodor-Edel-Seife Stück 50 Pf. — In allen Chlorodont Verkaufsstellen zu haben. Gegen Röte der Hände eDerktwfs- kimst! ätm 15. und 16. März findet unter Lei- tunn von Herrn Diplom-Handelslebrer Br. Waigaud, Frankfurt am Mai», tat Kaufmännischen BeretnShause, Nord- anlage 15. obiger Lehrgang stakt. Es werden behandelt: 21 md MrevMeii örunölngen oes Berloufs, Berönng des cinjtlöflnölers. Oer Der inufsootgong. ölt Union öesBerlflafers. imtlifiOe Berlünfserfoiirungen. LS können auch Nichtmttglieder tctlnehmcn. Teilnehmergebühr: Gehilfen Mk.4.—,Lehr- Clnnc Mk. 2.—, Nichtmiigliedcr zahlen 50% Aufschlag. Beginn: Samstag, 15. Märs, 19.45 Uhr. Anmeldungen: D. H. V. lSeichäftSstelle, Lounitraße 18. Bekanntmachung. Samstag, den 22. b. 2H., abends S Uhr, findet in dem Saale des Karl Dietrich, da liier, die diesjährige ordentliche Generalversammlung res Spar- und Vorschußvereins Beuern jlatt, wozu wir alle Mitglieder hiermit einladen. 2125V Tagesordnung: 1. Borlage der Rechnung pro 1929 und deren Genehmigung. 2. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinns. 3. Ergänzungswahlen. 4. Verschiedenes. Die Rechnung liegt acht Tage, vom 14. Bis 21. März d. I., im Lokale des Rech, ners zur Einsicht der Mitglieder offen. Beuern, den 12. März 1930. Der Aufsichlsrat des Spar- und Vorschußvereins Beuern e. G. m. b. h. h i l. S 0 in m e r l a d VI., Vorsitzender. Bullenversteigerung. Freitag, den 14. Marz, norm. 11 Uhr, rvird ein abgängiger fetter Bulle öffentlich meistbietend versteigert. 2131V Zusammenkunft am Bnllenstall, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. Dors-Glll, den 13. März 1930. Hessische Bürgermeisterei. Schmidt. 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Iaht der Unter- zeichneie im Auftrag der Adoli Luch Wwe. in Freicnlccn, in deren Ho'rette wegen Ausgabe bcrVanbroitifcbaft infolge Sterbe* falls nachstehendes Lieh (Simmentaler Rassel öffentlich freiwillig versteigern: 1. eine frischmelkende Kuh 12. Kalb); 2. eine hochtrachttge Kuh (2. Stoib); 3. ein hochlrächttaeS Rind; 4. eine Schlachtkuh (mütelfdjroet); 5. ein Rind (IVijäbna); 6. ein Rind P/JäUrigi. 101687 Bedingungen werden vor der Versteige- rung bekanmgegeben. Freiemeen, den 13. Marz 1930. __Manche, OrlSgerichiovorsieher. tMtlg., Womit Hanl nüchtern, gewandt im Umgang mit Brio, ver sos. v. erstklasstaer Fabrik bei Fixum und Proo. ael Artikel iHaushaltmaich.) wird m jeb. Haushalt gebraucht und zu kleinsten Raten abgeg. Schr. Angeb. mit AlterSang. imt.2052D an den Gieß. Anz. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Beltershain für Rj. 1930 liegt vom 14. bis einschließlich 20. Mär; l. 3., auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 2138V Vermietungen 2 Zimmrr u. Küche fücöO./c, u. 3 Zimmer u. Küche für 60./(zu verm. Schr. Ang. u. 01739 a. d.Gietz. An,. Beltershain, den 12. März 1930. Hess. Bürgermeisterei Beltershain. Hartmann. Ihr Haar erhalten Sie sich schön und voll bei tägl. Gebrauch des Echten Brenn- nesee: Haarwassers nach Hofapo- theker Schaefer. HaaransfaU, Schoppen u. Kopfjackenverschwinden.Fein parfümiert Flaschen mitbringen. ’/< Liter 0.75 RM„ 1 Lit. 1.25 RM, N ur erhaitLEngel-Apothoko. Geschäftshaus Laden mit 2wal 3-3immee- wohnuns nnd Mansarden im Mittelpunkt der Stadt Wetzlar gelegen unter günstigen Bedingungen zu verkauieu. Schriftliche Zlngebote unter 21360 an den Giesrener Anzeiger erbeten. Maußmamr sucht sich mit 5» bis ioooo Mk. an gesundem Llnternehmen tätig zu beteiligen. Schnftl. Angebote unter 01225 an den Gießener Anz. erbeten. 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Kinderjäckchen Kinderjäckchen -.80 2.10 3.30 2.- -.55 1.05 -.15 -.20 2.- -.25 1.50 1.80 Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter» Schwiegermutter und Großmutter -.80 -.35 -.55 1.- -.55 -.35 -.15 -.20 -.50 -.25 -.50 -.60 Die Beerdigung findet Freitag, den 14. März, nachmittags 1% Uhr, vom Trauerhaus aus statt Hemdchen .......... Hemdchen ....... Kinderjäckchen Kinderjäckchen ...... Mullwindeln.......... Mullwindeln Gummiunterlage Molton-Unterlagen ... Wickeltücher.......... Wickelband Nabelbinden Kinderbadetuch Kinderlätzchen Frottier-Eß-Servietten 3 billige Schürzen Tage Die Beerdigung findet Freitag, den 14. März, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehaus, Alten-Busecker Straße 14, aus statt. In tiefer Trauer: Frau Elinabethe Kreiling geb. Euler Familie Uhr. Kreiling II. Familie Ed. Michaelis nebst allen Angehörigen. Wieseck, Bruchsal i. den 12. März 1930. Die Beerdigung findet am Samstag. 15. März, nachui. 3 Uhr, vom Trauerhause Grabenstr. 10, aus statt. Die Einäscherung findet auf Wunsch der Verstorbenen In der Stille statt — Blumenspenden sind nicht in ihrem Sinne. Familien-Drucksachen veriobun0sanzei0en . Ä . — Vermählungsanzeigen bei Bruhl, Schulstr..ße Geburtsanzeigen Qualität und Qualitäts~£7lr6eit ist das Zßeste, Eleganteste und billig sie Stadttheater Freitag, 14. Marz, von 20 biß 22' . Uhr 24.3rett09-tiö.-Born. Zum einen Male: Die SE. Ole fim £leöe renn M Müb Galled Love) Komödie in 3 Afieit von Edwin Burke. Für die beimcbc Bühne beim eitet von Kari XScibv. -.35 -.50 -.55 -.75 -.55 -.65 -.90 -.50 135 -.75 -.35 1.75 -.50 -.40 Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Lotz, Förster, und Familie Philipp Lotz V. und Familie. Fieinrich Strevert Feine Fterren- u. 'S)amen- Etlaßscfineiderei gießen, EPlotßstraße 7 Fernsprecher 3323 In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Schmidt IX. Familie Karl Schmidt III. ___________213)0 2.10 3.- 3.30 4.50 3.30 3.90 -.90 3.- 4.05 -.75 1.05 1.75 1.- -.80 Ausstattung „Liebling“ Hemdchen.........................-.50 Hemdchen -.60 Kinderjäckchen -.75 Kinderjäckchen....................-.85 Mullwindeln........................-.65 Molton-Unterlagen -.55 Gummiunterlage....... .......... 1.10 Nabelbinden......................-.35 Kinderbadetuch .............2.60 Kinderlätzchen - .60 Eß-Servietten ............. 1.- Kinder-Kopfkissen 1.50 Couvert ............................2.- Wickeldecken...................... 1.35 3.- 3.60 4.50 5.10 7.80 3.30 1.10 '1.05 2.60 1.20 2.- 1.50 2.- 4.05 ..................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................... Alle diese Ausstattungen zu haben im Knahen-Schürzeaus S1T,^0.60 Am 11. März abends wurde unser vielgeliebter Vater und Bruder Otto Hahn, Geh. Baurat i. ß. im Alter von 81 Jahren nach einem arbeitsreichen Leben durch einen sanften Tod von uns genommen. In tiefer Trauer: Univ.-Prof. Dr. med. et phil Amandus Hahn Sophie Hahn Magistratsrat Dr. jur. Julius Hahn Emilie Hahn als Schwester. Gießen (Kaiserallee 14), München, Frankfurt a. M , 12. März 1930. Die Trauerfeier findet in der Kapelle des Neuen Friedhofes Samstag, den 15. März, 12 Uhr, statt. Jltodefiaus Salomon Schulstraße 4 Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet wurde mein lieber Mann, seiner Kinder treusorgetider Vater, unser lieber Sohn Heinrich Belloff im Alter von 37 Jahren aus unserer Mitte entrissen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Heb. Belloff Wwe. und Kinder Familie Friedrich Belloff. Gießen, den 13. März 1930. Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Todes-Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Wilhelm Lotz I. am Mittwoch, dem 12. März, 41/, Uhr morgens, nach kurzer Krankheit. nach kaum vollendetem 93. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufen. Todes-Anzeige. Heute abend 8 Uhr entschlief nach kurzem Leiden ganz unerwartet mein Heber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Christoph Wasenbach 1. Fleischbeschauer und Wagner, Veteran von 1870/71 Im Alter von 82 Jahren. Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann. uncer treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Christian Kreiling I. Fran Elisabeth Prätorius geb. Ehel am Tag der Vollendung ihres 69. Lebensjahres. Knaben-Schörze aalbc,ec und bla?50.1.10 Berufskittel Kretonne.. 3.95 Danksagung. Wir sagen allen, welche bei dem Hinscheiden unseres lieben Verstorbenen volle Anteilnahme bewiesen, insbesondere allen Vereinen und Abordnungen besten Dank. Herzlichsten Dank den Herren Aerzten und dem Pflegepersonal der Chirurgischen Klinik zu Gießen für ihre aufopfernde Arbeit Familie Wilhelm Rinn VI. und alle Angehörigen. Heuchelheim, den 13. März 1930. 2133U oder im JfflUS tfCt Jf(Dld(n6dt Jamper-Schürze,a s,amo,en' Lt 2.25 lamuer-Sctiiirze 1.80 Jnmper-Scbflrze m bunt, hochap.M.,3 00. 2.75 fließ. Schwimm ver eia SüMSlüg. 15. mön abends 8'/, Uhr, im votet Slfiutz: MogalsvcMiuog ,.,l) Der Verstand | ■■■ 14. III.8'/,Uhr: I I Rat a 6rh -Kal Eine Spezialität unserer Wäsche-Abteilung. Vollständige Babyausstattungen in jeder Preislage! Jumoer-Scbürze schöne Muster .., 3# 3.25 Kinder-Hängerau5 1.10 Donnerstag, 15. März 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Nr. 61 Zweites Blatt Protest gegen die Getränkesteuer-Lchöhung Deutscher Kulturkampf jenseits der Grenzen. (Ls ist ein trübeS Kapitel, Die Darstellung des Lebens der deutschen Minderheiten jenseits der deutschen Grenzen. 15 Millionen deutscher Stammesbrüder kämpfen um ihre kulturelle Eristenz. Und es läßt sich einfach nicht begreifen, daß im 20. Jahrhunderts solche Kulturkämpfe überhaupt noch möglich sind. Die deutschen Theater in Polnisch-Oberschlesien, die sich zu loyaler Mitarbeit bereit erklärt haben, werden unterdrückt. 3n der Tscheche: will man die derzeitige tschechische Universität als die alleinige Äachfolgerin der alten Karl-Ferdinand-Universität hinstellen. Dieses alte deutsche Bollwerk erscheint den tschechischen Chauvinisten gerade gut genug, um ihre chau- vinistischen Plane durchzusehen. Diese beiden Tatsachen geben erneut Veranlassung, dem Kulturkampf jenseits der deutschen Grenzen Beachtung zu schenken. Und was verlangt das Deutschtum tm fremden Lande? GS dürfte schwer fallen, ihm Sabotage gegenüber dem fremden Nationalstaat vorzuwer- sen. Vielleicht sind es gerade die Deutschen, die den größtes Anteil an der Fortentwicklung dieser jungen Staaten haben. Anstatt ihre Mitarbeit gutzuheißen, und sie noch stärker zur Mitarbeit herarrzuziehen, vertreibt man in nationaler Ueberheblichkell, der an Primitivität nichts mangelt, Mc Deutschen aus dem Lande, in der Erwartung, dann erst zu einer fruchtbaren Entwicklung zu kommen. Die Kurzsichtigkeit der Staatsmänner dieser Länder erscheint deshalb geradezu unbegreiflich. Sie können doch nicht leugnen, dah die deutsche Geistesarbeit Kulturgut der gesamten Welt geworden ist und auch sortan Kulturgut der gesamten Welt wird. Sie können doch nicht leugnen, daß diese jungen Staaten ihre E?i- fteru in der Hauptsache dem Deutschtum verbuken, das das kulturelle Riveau dieser Länder hob und ihnen erst das Gepräge eines Kulturstaates verlieh. Ihre Kurzsichtigkeit dürste ihnen bald zum Schaden gereichen, denn bis zum heutigen Tage haben es diese Staaten mit ihrer Bevölkerung noch nicht dahin gebracht, daß sie ohne das Deutschtum auskommen können. Das ist keine Heberheblichkeit deutschen Geistes, die zu dieser Feststellung führt. Das sind gegebene Tatsachen, die in der ganzen Welt anerkannt werden. Und gerade deshalb ist es um so mehr zu bedauern, daß diese Staaten der Vernunft zuwider einfach über die gegebenen Veichältnisse hinwegsehen. Bedauerlich dabei ist aber vor allem, daß die Mittel, mit denen sie gegen das Deutschtum vorgehen zu müssen glaichen, alles andere als der gegenwärtigen Kultur würdig sind. Es sind mittelalterliche Methoden, mit denen sie das Deutschtuni niederzuknebeln versuche,:, Methoden, deren sich Kulturstoaten schämen sollten. Die Prager Regierung wird trotz des Gesetzes über die Prager Universität die Tatsache nicht aus der Geschichte entfernen können, daß die alte Karl- Ferdinand-Universität ein deutsches Kulturgut ist. Und in Polnisch-Oberschlesien wird man durch die Verdrängung der deutschen Theater ebensowenig am deutschen Charakter dieses Lairdes abzuändern vermögen, wie es vollkommen ausgeschlossen ist, die polnische angebliche Kultur in diese,: Gebieten durchzusetzen. Man muß diese traurigen Kapitel des deutschen Kulturkampfes jenseits der Grenzen immer wieder lesen. Man kann sie nicht oft genug vor der Oeffenllichkeit wiederholen. 'Denn nur dadurch wird es vielleicht möglich sein, die Welt von dieser Kulturschande, die hier begangen wird, einmal zu überzeugen. Daten für Freitag. 14. März. Sonnenaufgang: 6,19 Uhr, Sonnenuntergang: 18,01 Uhr. - Mondaufgang: 17,43 Uhr, Monduntergang: 6,34 Uhr (Vollmond). 1804: der Komponist Johann Strauß in Wien geboren: 1835: der Astronom Giovanni Virginia Schisparelli in Savigliano geboren. Eine stark besuchte Versammlung von Gastwirten und Angehörigen der Getränkeindustrie in Stadt und Kreis Gießen fand aus Einladung der Freien Innung der Ga st wirte von Gießen und Umgegend gestern nachmittag in: Saale deS Cafe Leib statt. Der Besuch der Kundgebung, die sich gegen die Erhöhung der Bier st euer und anderer Getränke steuern richtete, war so stark, daß der Saal vollbesetzt war. Gastwirt Schmitz-Gießen, der Vorsitzende der Gastwirte-Znnung, begrüßte zunächst die große Versammlung, die in ihrer zahlenmäßigen Stärke bekunde, daß sic mit den Maßnahmen der Reichsregierung für die Getränkesteuern nicht einverstanden sei, sondern die Forderung erhebe, dah auch dem Gastwirts- gewerbc das Recht auf ein gesichertes Dasein gewährleistet werde. ©er Referent Brandt Frankfurt a. M. sprach hieraus über die geplante neue Bier- st e u e r und die Wiedereinführung der Gemeindegetränke st euer, sowie über die vom volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags gefaßten Beschlüsse zum Schank- stättengeseh. Er betonte, dah das Gast- wirtsgewerbe und die mit diesem in Zusammenhang stehende Getränkeindustrie durch die geplanten Steuermahnahmen wiederum vor einer schweren wirtschaftlichen Erschütterung stünden. Reich, Länder und Gemeinden blickten bei chren Steuermahnahmen immer zuerst nach dem Gaststättengewerbe und der Getränkeindustrie, weil sie die wirkliche Lage dieser Berufszweige nicht kennen. Der Gastwirt habe von den Einnahmen in seinem Betriebe heute noch nicht einmal 5 Prozent als Verdienst. Der Arbeitsverdienst der Gastwirte und ihrer Familienangehörigen sei so gering, dah viele von ihnen eigentlich von der Einkommensteuer befreit werden mühten. Der Redner wies weiter auf die lange und anstrengende Arbeitszeit des Gastwirtes und seiner Angehörigen hin, schilderte die hohen Ansprüche des Publikums an die Ausstattung der Lokale und stellte dem gegenüber, dah der Verzehr des Publikums immer geringer geworden sei, weil es immer weniger Geldmittel zur Verfügung habe. Der Redner wandte sich weiter mit Rachdruck dagegen, dah manche Städte Gasthäuser und Hotels auf städtische Kosten, d. h. mit den Mitteln der Steuerzahler betreiben und dadurch dem steuerzahlendcn Gewerbe Konkurrenz machen. Auch der Karneval habe in diesem Jahre infolge des nachlassenden Verzehrs weit geringeren Ertrag gebracht als früher. In Anbetracht aller dieser Umstände müsse das Gastwirtsgewerbe die Erhöhung der Getränkesteuern als ein Chaos für dieses Gewerbe bezeichnen. Die Viersteuererhöhung mit der unvermeidlichen Steigerung einiger Nebenkosten werde die Steuer auf das Hektoliter Vier insgesamt um rund 8 Mark steigern. Die Brauereien seien nicht in der Lage, die Steuer zu tragen. Aber auch das Gastwirlsgewerbe sehe sich außerstande, diese Steuer zu übernehmen, weil es sich in einer außerordentlich schlechten wirtschaftlichen Lage befinde. Die Ausschankpreise seien schon seit Jahren viel zu niedrig, um einen zahlungsfähigen gesunden Wirtestand zu erhalten. Die Gastwirte und die Getränkeindustrie hätten ein starkes Interesse daran, daß die Einkommen der Angestellten und Arbeiter keine Minderung erführen, weil dadurch naturgemäß auch die Lage des eigenen Gewerbes beeinflußt werde. Wenn aber diese Steuererhöhung komme, müsse sic auf den Konsum abgewälzt werden. Das Gastwirtsgewerbe und die Getränkc-Jndustrie wüßten natürlich, daß sie Steuern zahlen mühten. Dazu seien sie auch bereit, aber sic wollten nicht, dah sic mit Sondcrsteuern aller möglicher Art belastet werden: sie verlangten, nicht schlechtergestellt zu sein als andere Staatsbürger. Der Redner forderte allcrgröhtc Sparsamkeit in: Reich, bei dcn Ländern und in den Gemeinden, und gerechte Lastenvcrtci- 1 u n g: dann werde es auch möglich sein, dah dos Reich, die Länder und die Gemeinden ohne Bierstcuererhöhung auskommen könnten. An dcn Reichstag sei der Llppcll zu richten, er möge die Zustimmung zu der Getränkesteuercrhöhung verweigern, damit das Gastwirtsgewerbe nicht ruiniert werde. Es müsse heihen: Hände weg von der Bier st euer! Der Redner hob weiter hervor, dah ja nicht allein die B i e r st e u e r erhöht, sondern auch die M i n e • ralwassersteuer kommen solle, die Zölle auf Kaffee und Tee schon heraufgesetzt worden seien, eine Umsatz st euererhöhung geplant sei und auch Bestrebungen zur Schaffung von Landesbiersteuern bestünden. Jedenfalls sei für das Gostwirtsgewerbe eine ganz auherordent- licb schwere steuerliche Belastung geplant. Weiter beiprach er aus dem Entwurf des neuen Schank- stättengesetzes eine Reihe von Bestimmungen, die zu schwersten Bedenken des Gastwirtsgewerbes Anlaß böten, über die ober das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, da sich die Beratungen noch im Gange befänden. Aber auch in dieser Beziehung mühten die Gastwirte sel)arf auf dem Posten fein, damit sie rechtzeitig ihre berechtigten Interessen wahren könnten. Am Schluh seiner Ausführungen forderte der Redner unter Hinweis auf die schwierige Lage des Gastwirtsgewerbes zu e n g st e m Zusammen schluh aller Gastwirte in der Organisation auf, denn nur durch eine lückenlose, geschlossene Front der Gastwirte werde es möglich sein, unberechtigte Lasten von diesem Gewerbe fernzuhalten und für feine gerechte Behandlung in Reich, Ländern und Gemeinden zu sorgen. (Lebhafter Beifall.) Nachdem der Vorsitzende den Appell des Redners noch einmal kurz und nachdrücklich unterstützt hatte, erklärte sich die Versammlung einstimmig einverstanden mit der nachstehenden Entschließung: Die am 12. März 1930 versammelten Gastwirte und Berufstätige der Getrönke-Jndustrie im Kreise Gießen erheben aus tiefster Rot mit allem Nachdruck Protest gegen die drohende steuerliche Belastung lebenswichtiger Verbrauchsgegenstände. Die bisherigen außerordentlich hohen Steuern und öffentlichen Abgaben aller Art haben die wirtschaftliche Lage des gesamten Gast- und Schankwirtschaftsgewerbes dermaßen verschlechtert, daß eine weitere Erhöhung der Biersteuer in Verbindung mit der seit 1. Januar d. I. m Kraft getretenen starken Erhöhung der Tabaksteuer, der ab 5. März d. I. durch- geführten beträchtlichen Erhöhung der Zölle auf Kaffee und Tee, her geplanten Erhöhung des Denzinzolls, der beabsichtigten Einführung einer Mineralwasser - steuer und ganz besonders in Verbindung mit der von gewissen Kreisen verlangten Wiedereinführung der Gemeindegekränkesteuern zur wirtschaftlichen und sozialen Verelendung des Gast- und Schankwirtsgewerbes führen mutz. Die mit der Lockerung der Mietgesehgcbung für gewerbliche Räume, mit den Erhöhungen der Löhne und sonstigen Ursachen eingetretene Vcr- mehrung der Gestehungskosten hat dos Gostwirtsgewerbe in seinen Verkaufspreisen bisher nicht abwalzen können. Bei einer so weitgehenden steuerlichen Mehrbelastung jedoch, wie sic seitens des Reichsfinonzministeriums beabsichtigt ist, wäre das Gewerbe nicht mehr in der Loge, auch nur einen Bruchteil dieser einseitigen neuen Belastung zu tragen und gezwungen, diese restlos dem Verbraucher aufzubürden. Dadurch würde aber der ohnehin schon aup 50 Prozent der Vorkriegszeit gesunkene Verzehr in den Gaststätten einen Tiefstand erreichen, bei dem eine Aufrechterhalt u n g der Betriebe nicht mehr möglich sein wird, ganz abgesehen davon, daß der mit Sicherheit einsehendc Konsumrückgang das erwartete Steuer- und Zollaufkommen sehr stark beeinträchtigen würde. Dos Gastwirtsgewcrbe beruft sich auf die programmatische Erklärung der derzeitigen Reichsregierung vom Juli 1928. in der diese bei Ucbcr- nahme ihrer Amtsgeschäfte feierlich die Rot-. Wendigkeit einer umfassenden Steuersenkung betont hat. und es erwartet vom Reichstag, daß! er einen Bruch dieses Versprechens nicht zulasten und jede Steuererhöhung ablehnen wird. Gleichzeitig erhebt das deutsche Gastwirtsgewerbe Einspruch gegen die vom Volkswirtschaftlichen Ausschuh des Deutschen Reichstags zum Schankställengeseh gefaßten Beschlüße, in ebenen zum Teil eine verfassungswidrige Verletzung des Eigentums und ein unzulässiger Eingriff in die durch die Verfassung gewährleistete gewerbliche Freiheit erblickt wird. Schöffengericht Gießen. • Gietzen, 12. März. Ein Kraftfahrer eine« Rachbardorfes fuhr am 15. Januar d. I. durch Lollar. Als er gerade eine Kurve durchaus vorschriftsmäßig genommen hatte und vor ihm in seiner Fahrtrichtung gehende Leute überholen wollte, kam ihm ein älterer Mann entgegen, der den Kopf gesenkt mit rückwärts verschränkten Händen dahinschritt. Durch das heranlommende Auto offenbar erschreckt, sprang er erst nach rechts, dann nach links und dann wieder nach rechts, so dah der Kraftfahrer, der links an ihm vorbeifahren wollte, ihn mit dem Auto erfaßte. Der Mann starb alsbald an seinen schweren Verletzungen. Das Gericht verurteilte den Kraftfahrer zu 2 5 0 M k. G e l d st r a f e an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat. Es war der Auffassung, daß der Kraftfahrer bei dieser Sachlage unter keinen Umständen nach links hätte fahren dürfen: wenn er rechts nicht weitersahren konnte, mußte er halten, bis der Mann vorbei war. Erheblich strafmildernd wurde das unvorsichtige Verhalten des Getöteten berücksichtigt. Zu der gleichen Strafe wurde ein anderer Kraftfahrer aus Frankfurt o. M. verurteilt. Er kam am 23. Rovember 1929 durch Vilbel. Als er auf etwa 6 Meter Entfernung einen Monn sah, der von rechts her die Straße überschreiten wollte und der beim Anblick des Autos ebenfalls unruhig wurde, fuhr auch er nach links. Da der Mann ebenfalls in dieser Richtung weitergegangen war. kam er unter das Auto und wurde getötet. Auch hier hätte der Kraftfahrer nicht nach links fahren dürfen. Wäre er geradeaus gefahren, wäre der Zuscun- menstotz vermieden worden, evtl, hätte er halten müssen. Auch hier wurde bei der Strafzumessung das unvorsichtige Verhalten des Getöteten entsprechend berücksichtigt. ©er Fremdenverkehr in Hessen. Der Sommer 1929 hat in Hessen gegenüber dcm Vorjahr eine Steigerung des Fremdenverkehrs gebracht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Fremden ist im Landesdurchschnitt nahezu unverändert geblieben. An der Berg- st r a ß e ist sie erheblich gesunken, in allen übrigen Gebieten dagegen gestiegen. Von den von der Erhebung erfaßten Uebernachtungen entfallen allein 62 v. H. auf BadNauheim, insgesamt knapp Elche in Neutschland. Von Edmund Scharein. Rur noch in einem räumlich kleinen Teil unseres Vaterlandes, in einigen wenigen Gegenden Ostpreußens, behauptet sich das Elchwild, das seit dem Zurückweichen von Wildpferd, Ur- stier und Wisent als die stärkste und urigste deutsche Wildart angesehen werden muß. Im nördlichen Ostpreußen, in dem Stromgebiet am Kurischen Haff, sind die Hauptstandorte des Elches zu suchen. In den weiten Erlenbruch- walduiigen und den unwegsamen Mooren dieses urwüchsigen Landes findet er noch Daseinsbedingungen. Seine Rahrung besteht in der Hauptsache aus Weichhölzern, namentlich Weiden, von denen er die Blätter, Knospen und Rinde äst. Aber auch in anderen Gegenden Ostpreußens, vorzüglich auf der Kurischen Rehrung, kommt er noch vor. Sein Derbreitimgsgebiet wird in drei Zonen geteilt. Während er in der ersten und zweiten Zone Standwild ist. zeigt er sich in der dritten hauptsächlich als Wechselwlld. Zoologisch gehört das Elchwild zu den Hirscharten. unterscheidet sich aber von den anderen Hirschen durch feine Stärke und Körpermerkmale wesentlich. An Gröhe übertrifft es den Rothirsch erheblich, lind fein Körper weist eine Reihe von Merkmalen auf, wie sie sich bei keiner andern, dem Elch verwandten, Wildart finden. Da treten namentlich der große Kopf mit der breiten Muffel und der herabhängenden Oberlippe, der gedrungene Hals, das seitlich gerichtete Geweih und der hohe Widerrist hervor. Weniger auffällig erscheinen dem Auge des Laien die stark ausgebildete Schulterpartie und die sehnigen Läufe. Gerade in den Vorderläufen vermag der Elch eine ungeheure Kraft zu entfalten.' Das zeigt er im Ucberwinden schwierigen Geländes, wie es feinem Heiinatboden im Rorden von Ostpreußen eigen ist, aber auch im Laufen. Seine wesentlichste Gangart ist ein langgestreckter Trab (Troll), der den Trab eines schnellen Pferdes bei weitem übertrifft. Die sehnigen Vorderläufe mit den harten Schalen stellen aber auch eine äußerst gefährliche Waffe dieses WUdes dar. So war es selbst in den Zeiten, als starkes Raub- wild unsere heimatlichen Wälder noch bevölkerte, diesem gegenüber durchaus nicht wehrlos. Bär und Luchs ließen sich nicht gern mit ihm ein. lind manch Isegrim mußte seine Gier mit dem Tode büßen. Ein einziger Schlag streckte den Angreifer nieder, machte ihn unschädlich. Ein Wolf allein kann dem Elch nichts anhaben. Rur ein Rudel von Wölfen kann ihm gefährlich werden, namentlich wenn Glatteis ihn in feiner Bewegungsfreiheit behindert. Glatteis — Blankeis — das ist ein gefährlicher Feind unseres Wildes. Alljährlich fordert es in dem großen Stromgebiet am Kurischen Haff Opfer. Auch Ueberschwcmmungen können dem Elch verhängnisvoll werden. In der Tierwelt hat er heute nur noch unter den Kleinen einen heimtückischen Feind, gegen den es keine Abwehrmaßnahmen gibt. Da schwärmt zur Hochsommerzeit ein winziges Insekt von der Grötze einer Hummel an hochgelegenen Stellen, meist unbeachtet von Mensch und Tier, die Elchrachenbremse. Sie legt ihre Eier in die Rasenlöcher des WUdes. Von hier aus gelangen sie in die Rachenhöhle und in den Kehlkopf. Manchmal glückt es dem Elch, die reifen Larven durch Husten auszustotzen. Bei starkem Befall aber geht das von diesen Schmarohem heimgesuchte Wild unter den Qualen eines grätz- lichen Erstickungstodes ein. — Auch der Milzbrand kann in trockenen Sommern den Elchstand empfindlich lichten. Und schließlich darf auch der Mensch bei Aufreihung der Feinde des Elchwildes nicht vergessen werden. Sein frevelhaftes Treiben fügte ihm zu gewissen Zeiten die bösesten Verluste zu, Verluste, von denen es sich manchmal nur schwer erholen konnte. Besonders übel wurde ihm nach dem Ausgang des Krjegcs in der Zeit der allgemeinen Zügellosigkeit von Wilderern mitgespielt. Damals schmolz sein Bestand so zusammen, daß der Raturfreund ernste Besorgnisse um die Erhaltung dieses gefeinten Wildes hegen mußte. Fast schien es, als sei es bestimmt, das Schicksal des Wisents zu tellen, da gelang es auf Grund des Gesetzes über den Schutz von Ratur- denkmälem eine Verordnung des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen herauszubringen, die eine völlige Schonzeit des Elchwildes von dreijähriger Dauer ermöglichte, nach deren Ablauf eine Verlängerung dieser Schonung ausgesprochen wurde. Die Erfolge blieben nicht aus. Das Elchwild mehrte sich nach Zahl und Stärke zusehends, und heute hat cs sich sogar über Gebiete ausgedehnt, aus denen es längst vertrieben war. Jetzt ist es dizrch die „Verordnung zum Schuhe von Tier- und Pflanzenarten in Preußen" vom 16 Dezember 1929 weiterhin unter Schutz gestellt. Die ziclbewutzte unermüdliche Hege, die ihm von feiten wildkundiger Clchheger zuteil wird, hat auch feine Geweihbildung günstig beeinflußt. Als Kopfschmuck des Hirsches ist das Schaufelgeweih anzusehen. Schlecht veranlagte Stucke werden ausgemerzt. Dazu gehören vornehmlich Stangenelche, als solche Tiere, die, trotzdem sie bereits aus dem Stangenhirschalter heraus sind, kein Schaufelgeweih zeigen. Und wer die stattlichen Elchtrophäen der letzten Jahre gesehen hat, der Weitz, daß die Hege in guten Händen ist. Jeder Raturfreund wird sich der Erhaltung dieses kraftvollen Wildes freuen, das in seiner urwüchsigen ostpreuhischen Moor- und Wasserwildnis anmutet wie ein Gruh aus grauer Vorzeit. Kuriosa vom Heiratsmarkt. Trotz aller schwierigen Verhältnisse und der „Ehemüdigkeit", die man unserem Geschlechte nachsagt, wird heute mehr geheiratet denn je, aber es ist auch schwieriger als früher, den rechten Lebensgefährten kennenzulernen, denn man macht größere Ansprüche an die einzelne Persönlichkeit. Daher bedient man sich vielfach der Zeitungs- aiizeige und der geschäftlichen Vermittlung. Allerlei Kurioses auf diesem Gebiet bringt ein Aufsatz von Dr. Thoma in „Scherls Magazin" bei. Als die erste Heiratsanzeige in einer Berliner Zeitung am 5. Oktober 1838 erschien, machte sie großes Aufsehen: heute gehören solche Anzeigen zu den alltäglichen Erscheinungen: nur ihr Inhalt bringt manches Außergewöhnliche. So suchte z. D. kürzlich ein Verheirateter eine neue Lebensgefährtin, die erst seine bisherige Gattin von der Rotwendigkeit einer SchÄdung überzeugen sollte. Ein Studienrat, der eine „Jdealehe" wünscht, erbittet „auch genaueste Angabe von Geburtsstunde, -Tag und -Ort, um ein Horoskop zu errechnen: denn nicht Versprechen unb Vorsätze, sondern angeborene Eigenschaften garantieren dauerndes Glück." Ein „Steuerspezialist" möchte „liebes, wirtschaftlich veranlagtes Mädchen kennen lernen. Modedamen scheiden von vornherein aus". Ein stark hinkender Holländer will nur eine Frau heiraten, die ebenfalls hinkt oder ein anderes „gleich starkes Gebrechen hat". In den Anzeigenseiten finden sich heute sämtliche 'Ältcrsllassen, und Kameradschaftsehen, die von Sechzigern gesucht werden, sind durchaus keine Seltenheit. Weniger ernsthaft ist schon die Anzeige: „Charleys Tante sucht für die Maskenbälle in der Faschingszeit seriösen Anschluß." Die Heiratsvermittlung wird heute von manchen „Eheanbahnungsinstituten" in großem Maßstabe betrieben. Es sind meistens Frauen, die auf diese Weise viel verdienen. Die Kunden bestehen in der Mehrzahl aus Frauen, und diese legen in der Regel weniger Wert auf das Aeutzere als der Mann. „Fast alle heiratslustigen Damen," so erklärte eine Vermittlerin, „pflegen mir, ohne daß ich sie frage, sofort zu sagen: „Der Mann muß nicht hübsch sein." Die Herren der Schöpfung hingegen verlangen alle unbedingt zunächst ein Bild der „ guten Partie" und ich muß zur Ehre der Männer bemerken, daß sich sehr viele trotz vorhandenen Vermögens zurückziehen, wenn das Mädel ihren Wünschen nicht entspricht. Herren, die eine Frau nur des Geldes wegen heiraten, habe ich übrigens gar nicht unter meiner Klientel." Sine andere Eheberaterin teilt mit, daß der Mann meist eine bestimmte Haarfarbe, namentlich Blond, verlangt, während die Frau nichts auf die Haarfarbe gibt. Anderseits sind aber die Frauen in ihren Ansprüchen viel nüchterner. „Heute wollen fast alle Frauen nur einen Kaufmann heiraten," erfahren wir, „denn er hat die größte Chance, Geld zu verdienen, und die Frau ist viel materieller eingestellt als der Wann. Wenn ein Mann einmal verliebt ist, gerät er ganz aus dem Häuschen, und ich kenne viele Fälle, wo Männer auf Geld und Gut verzichten, nur um einer Frau willen. Die Frau aber entbehrt viel weniger leicht, wenn sie verliebt ist. Cie rechnet mehr als der verliebte Mann." Rach den Erfahrungen spielt Liebe auf den ersten Blick eine große Rolle. „Der erste Eindruck ist der entscheidende," sagt die eine und die andere: „Unter allen Ehen, die unter meiner Mitwirkung zustande gekommen sind, sind die häufigsten und besten die, bei denen mir schon nach der ersten Bekanntschaft zugeflüstert wird: „Entzückend! Ganz mein Typ!" Als das beste Alter wird bei der Frau die Zeit zwischen dem 23. und 26.. beim Mann zwischen dem 33. und 36. Jahr bezeichnet : „Die Herren müssen vor 40 fein, sonst haben sie nicht mehr den richtigen Mut, und vor allem sind sie dann schon zu bequem zur Ehe. Wenn ein Mann von über 40 sich an mich wendet,. so kommt er oft vier- bis fünfmal, bis er sich wirklich und ernstlich entschließt, zu heiraten." Doch gibt es 70jährige Damen und Herren, die sich noch an ein Vermittlungsbureau wenden. 12 d. H. auf die fünf yrößeren Städte, über 5 v. S). auf Lindenfels und je über 3 v. H. auf Bad- Salzhaufen und Bingen. Da es sich bei den Fremden in Bingen fast ausnahmslos um Passanten handelt, steht dieser Ort hinsichtlich der Zahl der angekommenen Fremden mit fast 40 000 nur hinter Mainz (57 000) zurück. Oberheffen. Landkreis Gietzen. W iefeck, 12. März. Seit einigen Lagen sind die Störche wieder da. Das Rest wurde von ihnen gemustert, um etwaige Ausbesserungen vorzunehmen. Es ist dies ein gutes Zeichen, daß ein günstiges Frühjahr zu erwarten ist, sonst wäre wahrscheinlich Freund Adebar noch im Süden verblieben. Wieseck, 13. März. Gestern ist der ä l t e st e Einwohner unseres Dorses, der Landwirt Wilhelm Loh, im Alter von 93 Jahren gehör b e n. H Lollar, 12. März. Eine öffentliche Ge- meinderatssihung fand dieser Tage statt. Die im Dorjahre grundsätzlich beschlossene Kanalisation soll nunmehr, nachdem die Be- zirkssparkasse Gießen ihre Dereitwilligleit zur Gewährung eines Darlehens von 150 000 Mk. gegeben hat. zur Ausführung kommen. Das Kulturbauamt Gießen soll mit der Ausschreibung und Durchführung der Arbeiten beauftragt werden. Baugesuch der Wohnungsfürsorgegesellschaft f ü essen in Darmstadt: Diese will die jetzige LZestwiese. die als Festplah in Zukunft nicht mehrjin Betracht kommt, kaufen, um darauf sechs Doppelhäuser zu erstellen, drei entlang der Hauptstraße und drei entlang des Feldweges, der gleichlaufend zur Hauptstraße die hintere Wiesenseite begrenzt. Als erster Bauabschnitt will die Gesellschaft die drei Doppelhäuser an der Hauptstraße errichten lassen. Der Gemeinderat hat dazu beschlossen, die gesamte sog. Festwiese dem Antragsteller zu verkaufen, und zwar den Quadratmeter zum Preise von 2,50 Mk. unter der Bedingung, daß auf dem Grundstück nur drei Doppelhäuser entlang der Hauptstraße erbaut werden und daß die Gesellschaft zuvor die Damen der Interessenten für diese Häuser der Gemeinde bekanntgibt. — Am Samstag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (G. D. A.) einen „bunten Abend" im Saale „Zur Traube". Der Grundgedanke der Veranstaltung: Stärkung der Verbundenheit der Angestellten mit der deutschen Bolkswirtschaft, bewußte Doranstellung der sreiheitlich-nationalen Betätigung und Werbung für diese Ziele fand Ausdruck in einer Ansprache des Herrn Fr. Mack. Gießen. Der Abend war sehr gut besucht. s. Aus dem mittleren H o r l o f f t a l, 11. März. Infolge der gelinden Witterung beginnt man bereits mit der Aussaat von Ger st e und Hafer. Wie gewaltig der Unterschied gegen die vorjährigen Witterungsverhältnisse ist, geht daraus hervor, daß in unserem Tal im vergangenen Jahr die Ausstellungsarbeiten erst in der Zeit vom 15. bis 20. April auf genommen werden konnten. Der Ackerboden krümelt sehr gut, jedoch fehlt es dem Land an der so wichtigen Winterfeuchtigkeit, da wenig Schnee fiel. Durchdringender Regen wäre daher vonnöten. Die Winterfrucht, Roggen sowohl wie Weizen, ist ohne nennenswerte Schädigung durch Frost durch den Winter gekommen und macht einen vorzüglichen Eindruck. Ebenso haben die Kleebestände gut überwintert. Auch Wasserschäden sind selbst in Muldenlagen nicht eingetreten. Die infolge der vorjährigen Erfahrungen besonders vorsichtig eingemieteten W i n t e r v o r r ä t e an Kartoffeln und D i ck w u r z haben unter den kaum nennens- Protestkundgebung der hessischen Beamtenschaft. WSR. Darmstadt, 12. März. Im über- füllten Saal des Rummelbräus hatten sich heute nachmittag die Vertreter sämtlicher hessischen Beamten gruppen im Hess. Beamtenbund, sowie die Vertreter der hessischen Gemeindebeamten eingefunden, um zu den aktuellen politischen Beamtenfragen Stellung zu nehmen. Sämtliche Ministerien waren durch Abgesandte vertreten. Rach einer Begrüßung durch den Bundes» Vorsitzenden Dr. CI aß erklärte Staatsrat Karcher im Auftrage des Gesamtministeriums, daß die hessische Regierung auf keinen Fall gegenüber den Beamten ein Unrecht begehen wolle. Rach einer Darlegung des Bundesvorsitzenden zu den einzelnen vorliegenden Anträgen der Parteien bei der Ctatsberatung, und nach Ausführungen der Abgeordneten Dr. B e st (Volksrechtpartei), Regierungsrat Zinn kann (Soz.), Ha mm ann (Kowm.), Dr. Keller (D. Vpt.), Studienrat H a i n st a d t (Zentr.) und Reiber (Sem.) nahmen noch der Vorsitzende des Hessischen Polizeibeamtenverbandes. der zweite Vorsitzende des Hessischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes. Kaufmann. Gießen, sowie Rechnungsrat K o ch. der zweite Vorsitzende des Bundes. und als Vertreter der Beamtenanwärter Melchior das Wort. Die Ausführungen der Deamtenvertreter gipfelten in folgender, einstimmig angenommener Entschließung: „Der Hessische Veamtenbund erkennt die Notlage im Staatshaushalt und in weiten Kreisen unseres Volkes an und hat in Wort und Tat seine Bereitschaft kundgetan, an der Gesundung mitzuarbeiten und in sou'alen Nöten zu l-elfen. Die Beamten wollen sich keineswegs ausschließen, wenn die Schicksals- und Notgeineinschaft des Vaterlandes Opfer verlangt. Aber sie wehren sich dagegen, daß man in krankhafter Hetze vergißt, was sie in Krieg und Staatsunuvälzung, in Währungsverfall und Währungsaufbau, In Besatzung und Ruhrkampf geleistet haben. Sie wehren sich dagegen, daß man ungerecht und unsozial vorgeht, daß man den Beamten zu gleicher Zeit Vergrößerung der Arbeitslast, Verringerung des Einkommens und erhöhte Besteuerung auferlegen will, daß man die wirtschaftlich und rechtlich schwächsten Schichten, Anwärter und kinderreiche Familien, am meisten belastet. Sie wehren sich aber mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln gegen den Abbau von verfassungsmäßig garantierten Rechten. Der hessische Veamtenbund ist nach wie vor bereit zu einem Rotopfer, wenn es nötig ist, und wenn alle andern kreise im ganzen Reich, denen es mindestens ebenso gut und noch viel bester geht als den Beamten, ebenfalls herangezogen werden. Er weist aber jeden versuch, ein Rotopfer nur von den Festbefoldeken zu erheben, mit Entschiedenheit zurück. Er ist nach wie vor bereit, bei einer Verwaltungsreform an einer planmäßigen Verringerung von Staatsausgaben und einer Verbilligung der Verwaltung mitzuarbeiten, aber er lehnt aufs schärfste ab jede Kürzung des Gehalts und des Wohnungsgeldzuschusses, jegliche Beschneidung der Kinderzuschläge, die Heraufsetzung der Altersgrenze über das 65. Lebensjahr, den Ersah von Beamten durch Angestellte und den schematischen Stellen- und Anwärterabbau. Diese Forderungen sind nach einem Rechtsgutachten, das der Staatsrechtslehrer an der Frankfurter Universität Professor Dr. Giese auf Veranlassung des Hessischen Beamtenbundes erstattet hat, auch verfassungs- und beamten rechtlich fest begründet. Der Bund, der die überwältigende Mehrheit der hessischen Beamtenschaft vertritt, bittet in voller Übereinstimmung mit den verantwortlichen Führern aller Fachvereine die hessische Regierung und den Landtag dringend, nicht rütteln zu lassen an den Grundlagen des für den Volisstaat ganz besonders lebenswichtigen Berufsbeamten- t u m s." werten Frösten überhaupt nicht gelitten. Auch in den Gärten beginnt man mit dem Säen der Frühgemüse. Während Schreiber dieser Zeilen im Vorjahre die ersten Schneeglöckchen am 16. April aufbrechen sah, konnte er dies heuer bereits in der letzten Februarwoche feststellen. Schon beginnen auch die Stachelbeersträucher zu grünen. Wintersalat, in Rillen gepflanzt, steht gut. Winterspinat beginnt bereits zu wachsen. Jedoch müssen die Wintergemüse noch durch Abbecken gegen grelle Sonne und Rachtfröste geschützt werden. # Trais-Horloff, 12. März. Gegenwärtig ist man auf bet still geleg ten Grube „Friedrich" mit dem Abbruch der wichtigsten Einrichtungen beschäftigt. Von den vier Schwelösen wurden zwei bereits abmontiert; sie werden nach Wölfersheim gebracht. Auch die Kettenbahn ist abgebrochen worden, mit dem Abbruch der „schiefen Ebene" wurde begonnen. Wie man hört, soll der Riesenbagger, der seinerzeit als Reuheit auf dem Gebiete ber Erdaushubmaschinen erstand, ebenfalls abgebaut und auf ben Grubenfeldern in Wölfersheim Verwendung finden. Durch diese Arbeiten sind in letzter Zeit wieder eine Anzahl Arbeitskräfte eingestellt worden. Auch auf dem vergrößerten Betrieb in Wölfersheim haben einige Erwerbslose neuen Verdienst gefunden. F Steinheim, 12. März. Der vor Jahresfrist dahier gegründete Obst- und Gartenbau v e r c i n hat in diesem Frühjahr das Spritzen der Obstbäume mit Oostbaumkarboli- ncum durch geführt und damit ein beachtliches Stück planmäßiger Schädlingsbekämpfungsarbeit geleistet. Heber 400 Apfel-, Birn- und Zwetschen- bäume wurden mit einer zehnprozentigen. Lösung mittels der in Bellersheim stationierten Motor- baumsprihe behandelt. Sämtliche Rebenarbeiteir, wie Wasseranfuhr und Fortbewegung der Spritze in den CB aum an la gen, wurden unentgeltlich aus- gesührt, wodurch sich die Durchführung der Spritzaktion wesentlich verbilligte. In der letzten Mo- natsversammlung wurde beschlossen, sich an der mit Zuschuß aus Reichsmitteln vorgesehenen U m- pfropfaktion zu beteiligen. Kreis Schotten. ■■ Schotten, 12. März. Der heutige Frühjahrsmarkt war von Käufern gut besucht. Es waren etwa 450 Schweine zum Verkauf aufgetrieben. Der Handel entwickelte sich gut. c. Breungeshain, 12. März, ihrfer Dorf wurde gestern und heute nacht in große Aufregung versetzt. ZweiKinder eines Landwirts im Alter von 4 und 12 Jahren hatten sich i m Oberwald verirrt und fanden den Heimweg nicht zurück. Als die Kinder nicht zurückkehrten, wurden die Feuerwehren von Breungeshain und Rudingshain alarmiert, die den Abend und die Rächt das ganze große Gebiet absuchten, indes ohne Erfolg. Die Kinder wurden dann heute in dem weit entlegenen Ilbeshausen und einem Rachbardorf wieder aufgefunden und den in begreifliche Erregung gebrachten Eltern wieder zugeführt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen. Gewinnauszug 5. Kloße 34. Preußisch-Süddeutsche (260. Preiktz.) Klossen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 28. Ziehungstag !L.März 1930 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Cetoinne zu 10000 M. 151977 206812 105118 154634 230068 65753 111552 129442 293278 193170 231201 293277 339168 391737 116358 143730 166785 219972 230822 257138 284626 303094 326914 338255 348882 352608 366917 381250 195400 244690 315587 373806 394813 219841 268472 334230 388992 110269 142002 164688 219044 227104 254578 275699 302522 326309 334488 346339 351563 366503 376745 193374 237337 301981 351525 393085 125693 146358 173994 221922 233645 265178 284645 314416 329047 339090 349530 354340 370422 381964 137385 151589 183475 224016 237320 268797 290692 317266 331541 340809 319554 355249 370767 389137 210770 246065 319077 380631 104761 139877 156732 216615 225095 243972 274914 298994 324858 334265 343517 350680 361912 374465 398473 119319 213909 253418 33266g 384604 101936 138941 152454 204212 224802 237859 274219 293738 317932 333915 340973 350327 365254 371977 396489 42 »etoinne *u 1000 M. 16655 41276 57874 71718 93503 103109 126892 142467 161238 183312 229896 235093 261123 269134 285345 294761 296684 327545 368681 372639 383444 10 Gewinn« iu 3000 M. 375432 394984 20 Gewinne >u 2000 M. 78 Gewinns »u 500 M. 14210 16737 17464 22202 26819 35789 40696 58897 62803 73128 ------ 139638 ■*'*“— ------ ------ ------ 160023 168005 214046 224059 243930 306341 234 G-ewinn« 300 M. 624 5365 5467 5927 8144 17830 18939 22462 24055 25267 33199 3530? 41814 42803 45301 45921 47527 52406 58 12 64396 65649 69892 72359 78226 79705 82028 82069 87406 93912 94690 101637 ’ ------ Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne au 10000 M. 100256 261306 2 Gewinne zu 5000 M. 170029 2 e «Winne ju 3000 M. 103912 12 Gewinne »n 2000 M. 60444 72738 297820 313812 368568 369547 16 Gewinne zu 1000 M. 20597 33434 124400 138814 143199 172789 264735 284231 66 Gewinn, ,u 500 M. 26929 31303 63647 72990 89492 99552 110820 119972 122242 159576 181919 186936 194994 205826 245992 246119 297913 299983 333582 334475 338701 339428 344*144 345186 351109 352370 359306 377512 ‘382717 385381 386379 388896 396192 200 Gewinne,a 300 AI. 291 1 7179 11146 18923 29508 30567 32784 32855 35282 37203 47515 48285 54309 35084 57758 59562 65142 67698 75308 83327 83342 86480 87762 91176 101235 102768 107194 109781 112811 123565 124835 124916 127485 128218 130807 141982 142871 145586 149078 158466 159090 159860 166554 170084 170773 173968 175132 178722 180160 187219 190086 191723 192772 193674 195683 196829 210555 210841 214164 222802 230308 243028 245601 248774 253104 253506 254696 268326 277600 282438 284669 2933-18 294718 307106 308372 310898 312405 312578 315942 332101 346149 348488 349309 349792 350383 351346 351495 356807 359875 364754 369582 371848 380290 382267 382979 383697 386692 392604 394100 396333 Im Gewtnnrade verblieben: 2 Prämien zu f« 500000, 2 Gewinne zu je 25000, 4 zu je 5000t 18 zu je 8000, 32 zu je 2000, 72 zu fe 1000, 112 zu je 500, 868 zu je 800 M. Die blonde Sklavin. Vornan von Hermann Detck. 29 Fortsetzung Nachdruck verboten „Jetzt ist mir alles egal!“ schrie er. ..Jetzt soll auch e r zugrunde gehen! ... Ja, Honnecker hat den anderen erschossen! Der Schuh ging durch die linke Körperseite! Und wenn auch dieser Beweis damals für mich nicht überzeugend genug gewesen wäre: Ich habe das Geschoß aus der Wunde herausgeholt. ... Wittes Revolver, mit dem feine Frau geschossen haben sollte, lag noch auf dem Boden, als ich kam .... in einem unbeobachteten Augenblick verglich ich das Geschoß mit dem Revolver ... das Geschoß stammte aus einer Waffe größeren Kalibers. ..." Er eilte auf eine altertümliche Kommode zu und entnahm ihr eine kleine Schachtel. Seine Stimme überschlug sich: „Hier habe ich das Geschoß! ... Ich konnte mich damals nicht davon trennen .... es war, als zwinge mich eine unheimliche Macht, es mitzunehmen .... feltbem liegt es da drinnen ..., und immer wieder trieb es mich, es anzufehen... und mich an mein Vergehen zu erinnern ...“ Er war wie im Fieber. Die Augen eine- Irren glühten in dem fahlen Gesicht. „Hier nehmen Sie es mit! Machen Sie damit, was Sie wollen! Jetzt ist ja doch alles verloren. ...“ Wie vom Blitz gefällt, brach er zusammen. Schulhofs trat zu ihm hin und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen, Herr Doktor! Sie haben Frau Witte, die seit Jahren unter diesem gräßlichen Verdacht gelitten Und durch Honnecker Unsagbares durchgemacht hat, von ihrem Martyrium befreit. Was ich tun kann, um von Ihrem Sohne das Schwere, das ihm droht, abzuwenden, werde ich tun! Darauf können Sie sich verlassen!" Als sei kein Leben mehr in ihm, saß Dr. Rönneberg da. Er gab keine Antwort. XXVI. „Willst du wirklich zu ihm gehen. Felix?" fragte Eva Witte angstvoll. „Die Sache muß ins Reine kommen! Er muh erfahren, daß wir fein Verbrechen kennen! Wenn er weiß, daß er ganz in unserer Hand ist, wird er auch die Machenschaften unterlassen, die er, schon von seinem Krankenlager aus, wieder gegen unsere Firma unternommen hat, um unsere neu gekräftigte Situation zu unter- höhlen!" „Ich fürchte, daß er dir etwas zuleide tun wird!" Schulhoff nahm Eva in seine Arme »ein Gesicht zeigte den Ausdruck der Entschlossenheit. „Ich werde auf meiner Hut fein! Im übrigen sind Leute seines Schlages, sobald sie merken, daß sie verlorenes Spiel haben, feige! Und sein Spiel gegen uns i st verloren! Ein Wort von mir, und er wandert ins Zuchthaus! Diese Drohung wird ihre Wirkung auf ihn nicht verfehlen!" „Wird er dich überhaupt empfangen?" fragte Eva darauf. „Ich bin schon einmal gegen seinen Willen bis zu ihm vorgedrungen. Wenn es fein muh, erzwinge ich mir auch heute wieder den Zutritt zu ihm!" „Wenn du nur schon wieder zurück wärest, Felix! Ich werde in Sorge um dich vergehen!" „Angsthase!" sagte Schulhofs zärtlich und lachte unbekümmert auf. Als er aber nachher vor dem Hause in der Friedrichstraße stand, in dem sich Peter Hon- neckers Bureaus befanden, schlug sein Herz doch schneller. Er war auf einen harten Strauß mit dem Feind gefaßt! Und mit Überraschungen war bei einem Menschen seines Schlages immer zu rechnen. Run, e r war für alle Fälle gewappnet. Ein jüngerer Angestellter empfing ihn. „Ich möchte Herrn Honnecker sprechen!" „Herr Honnecker empfängt niemand. Er ist noch krank." „Er ist aber doch hier auf dem Bureau!" „Gewiß!" „Sagen Sie ihm. es handle sich um eine Unterredung, die sich nicht aufschieben lasse!" „Ich kann es ja -einmal versuchen. ... Wie ist ihr (Harne, bitte?“ „Schulhofs." Ein anderer Angestellter, ein weißhaariger Mann, hob. als Schulhoff feinen (Hamen nannte, rasch den Kops von dem Pult, über das er gebeugt saß, und blickte verstohlen herüber. In Schulhofs toar die Spannung gewachsen. Er rechnete damit, daß Honnecker seinen Besuch abweisen würde, dann blieb ihm eben nichts anderes übrig, als ohne Erlaubnis in sein Zimmer einzudringen. Zu seiner Ueberraschung sagte aber der Angestellte, als er gleich darauf zurückkam: „Herr Honnecker läßt bitten!“ Gr öffnete die Doppeltüre, die zu Honneckers Bureau führte, und lieh Schulhofs eintreten. Peter Honnecker saß am Schreibtisch. Lauernd sah er dem Ankömmling entgegen. Sogleich beim ersten Anblick fiel Schulhoff eine Veränderung in Honneckers Aussehen auf. Um die Stirne trug er einen weihen Verband; darunter sah das ehemals so feiste, gesunde Gesicht nun seltsam fahl und verfallen aus. Auch die Gestalt schien ihm nicht mehr so breit und wuchtig wie früher. Kein Wort deS Grußes fiel. Schweigend mähen sich die beiden Manner mit den Blicken. Dann sagte Honnecker, der sihengeblieben war, triumphierend: „Sie kommen also doch! Ich habe es gewußt!" „Ich komme, um mit Ihnen zu sprechen!" antwortete Schulhoff ruhig. „Ich kann mir schon denken, was Sie wollen! Haben Sie jetzt gespürt, was es heißt, mich zum Feind zu haben?" Schulhoff zuckte mit den Schultern. „Ich habe es gespürt ... aber heute habe ich es überwunden! Heute reicht Ihre Macht nicht mehr an mich heran!" Aus dem Mund Honneckers kam höhnisches Lachen. „Sie meinen, weil Sie aus dem Rheinland Geld bekommen haben, um Ihre Sache draußen weiterzubauen? Ich werde Ihren kühnen Plänen aber einen Riegel vorschieben! Verstehen Sie! Ich habe es schon getan!“ „Das ist mir nicht entgangen." „Und nun kommen Sie, um bei mir um gutes Wetter zu bitten, nicht wahr? Aber da sind Sie auf dem Holzweg, lieber Herr! Ich habe Ihnen damals gesagt, dah ich Sie vernichten will, und auf mein Wort können Sie sich verlassen!" Er hatte immer lauter gesprochen. Die kalte Ruhe und Besonnenheit, die ihn vordem niemals verlassen hatte, war verschwunden. Erregt, fiebrige Flecken auf den eingefallenen Wangen, sah er Schulhoff an. Dieser fühlte instinktiv, daß Honnecker heute seiner Sache nicht mehr so sicher war wie früher. Was hatte diesen herrischen, brutalen Willensmenschen verändert? Die schwere Verletzung allein? ... Oder hatten all die Vorgänge der letzten Zeit ihm seine Sicherheit geraubt? ... Schulhoff ging auf Honnecker zu. „Sie irren! Ich komme nicht als Bittender zu Ihnen!" Erstaunen zeigte sich auf Honneckers Antlitz. „Wozu halten Sie mich dann hier auf?“ stieß er wütend hervor. „Ich habe Forderungen an Sie, Herr Honnecker!" Honnecker sprang auf. „Forderungen? ... Sie wollen etwas von mir fordern? ... Sie, den ich wie eine Fliege zerdrücken kann, wenn ich will! ... Sind Sie verrückt geworden? ..." „Ich weiß genau, was ich sage!" „So ... und was wollen Sie von mir fordern?" „Ich verlange von Ihnen, daß Sie von jetzt ab jeden, aber auch jeden Versuch, mir geschäftlich oder sonstwie zu schaden, unterlassen!" Aus Honneckers Augen schossen haßerfüllte Blicke zu Schulhoff. „Das ist köstlich! WaS ich mir auS Ihrem Verlangen mache!" Auch in Schulhoff war die Erregung gestiegen, doch zwang er sich gewaltsam zur Ruhe. „Wenn Eie nicht tun. was ich fordere, werde ich Sie zwingen! Ich habe die Mittel dazu in der Hand!" „Wie wollen Sie denn das anfangen?“ Der beißende Hohn in Honneckers letzten Worten trieb Schulhoff die Röte ins Gesicht. Der wilde, verzehrende Haß gegen Honnecker loderte wieder in ihm hoch. Jetzt war der Augenblick der Abrechnung gekommen! In schneidender Schärfe faßte er: „Ich werde Sie beim Gericht anzeigen! Denn nicht Eva Witte hat ihren Mann erschossen; Sie sind es gewesen!" Maßloser Schreck jagte über Honneckers Gesicht. Etwas Sprungbereites kam in seine Gestalt, als wolle er sich im nächsten Augenblick auf seinen Feind werfen. Schulhoff war einen Schritt zurückgetreten; er war auf das Aeußerste gefaßt. Da aber brach Honnecker in ein frenetisches Lachen aus „Das haben Sie sich ja schön ausgedachtI" stieß er hervor; aber durch seine Worte zitterte unverkennbar Angst. „Solche Mittelchen verfangen bei mir nicht I" Unbeirrt durch diese Einwürfe fuhr Schulhoff fort: „Ich habe einen Zeugen für Ihr Verbrechen!* „Wen beim? ... Eva vielleicht? ..." Schulhoff zögerte; dann sagte er schnell, scharst „Dr. Rönneberg!" ' Als habe er ein Gespenst erblickt, fuhr Honnecker bei diesem Rainen zurück. Gr verlor alle Beherrschung. Furcht und ohnmächtige Wut spiegelten sich in feinen Zügen. Erkannte er die Gefahr, die ihm drohte? ... Wußte er, dah sein Spiel verloren war? ... „Dr. Rönneberg? ..." sagte er heiser. „Ja! Dr. Rönneberg ist jederzeit bereit, vor Gericht zu bekunden, daß der Schauspieler Witte von Ihnen erschossen worden ist!" Honneckers Blicke jagten umher. 7 396489 398419 g tDUtbtn 284231 31303 63647 72090 1242 169576181919 92 246119 297913 91 339428 344444 06 377512-382717 92 7179 11148 18923 $5282 37203 47515 2 65142 8769875308 176 101236 102768 565 124835 124915 382 142871 145586 360 166554 170034 '22 180165 187219 74 195693 19682» 92 230308 243028 16 254696 263326 S 294718 307106 8 315942 332101 2 350383 351348 >4 369582 371848 7 386692 392604 ia5 Anfängen?“ nnedeti letzten M- ifc ins GeM M en Aonnedet loser war der Äugend» ; 2 PM« jv N >000, 4 ju le M W, 72 zu |e M gt it au § ^eiMl Seo n Dann erschollen, t m ein ftenetild^ jr** i» ** j( 3fr»»««»" * .ft S-? »* &»***' ,6«i l»* , in ein»'' Äönneberg «r 1-* L«S ta-B ««*•' ilgtl bei Homeders i lam in 'em M ten Schulhofs war em® das Aeuherfie Wirtschaft. Stillstand der Arbeitslosigkeit. Das Anwachsen der Arbeitslosigkeit kam in der Woche vom 3. bis 8. März nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitslosen- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung zum Stillstand. Die Zugänge von neuen Arbeitsuchenden tonnten erstmals durch die Abgänge 1u6«i 1»u6r» lur# | flur< Berlin Schluß-1 Ansans- hirtf | Rur» Hrontturi a. M. | Schluß«! t-Uhr- lure | Kur> Berlin (Schluß-1 iUnlo g» lur- 1 Kurs Hranksun a. S1. Sch uß-i 1-Uhr- fur< | fl xi Berlin Schluß-! Anlang- funt | Kur« Bantno Berlin. 12. MLiz len. Seid Aries ittmeritantidie Noten..... 2'elgtschc Noten...... . Tonische Noten........ Englische Noten........ Französische Noten...... -vollkindische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch Qcstcrr .Lwo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Lcüiftnmarfl Berlin 4,179 58.23 111,78 20.33 16,382 167,58 22.02 111.78 58,88 2,469 112,13 81,11 51,45 12.36 72.95 — Aranksur 4.199 58,47 112,22 20,41 16,442 168,26 22.10 112,22 59,12 2,489 112,57 81,43 51,65 12,42 73,25 O. 211. Ootam 12. 3. 13- 3. 12. d. 13. 3. Oaium 12- 4- \ 13 d. 12- 3. 13. d. Datum 12. 3. 13 8. 12. 3- 13. 3- b% Deutsche 8ieüJ)MiUtlfie von 1027 ........ 7% Deutiche Reichsanlecht von 1029 . . ....... Deutiche ?Itt!..«blü1.-LchuId mit äuclo|,.9ied)tcii ...... leegt. ohne Auitlol.-Rechle . . . 8% Helt. volNNooi von 1929 Tranorablo ........ Üiihmenct 8 15p.......lf .................& Teuljche Eido, ....... Offener Steinkohle......b 0'eUenklrchener.......11 4>oe|d) ............. . b 2 n>|e Bergbau.......1J,' Klöcknerwerke...... • • IHanneemann-Sidbren . . . . 1 ManSielder Bergbau .... 7 Cberldilef. (Siienbcbatl . . . . o Cberidilel. flotßroerle.....< Pbonir Bergbau . . . b'i füheinildie Araunkohleu . . 10 Nhein stahl b Sitbed SSonian...... 105 75 108 120,5 28,5 179,5 IS4.5 229.5 145.75 146.5 284,5 163,5 168 126,5 172 250 - 39 132 104,5 107,5 >02 234 107,25 128.5 154.5 145 146 281,5 161 - 75.25 100 2 105J> 2 106 145 108,25 121 128,5 179,25 156 230 145.5 146.5 283.5 154.25 2M 164 167.5 126.5 172 4 131.25 144 165.5 187 251 130.25 164,9 76.5 101 142 139.13 132.S 110 251 i04,5 106,75 107,5 104.5 68 100 102.13 233.1- 115,25 97,25 105 107.75 121 128.5 179-9 154.5 229 145 146 — 163 200 166 171,5 131 164.9 185 249 76 101 141.75 138.4 m 251 103 106 104.25 100.25 100.75 231.25 113,75 96 Bereinigte StaHlwerle .... Olavi Dllnen......16’/, Kaliwerke SlftherUcben ... IC Maliroerie Westeregeln ... 10 Kaliwerke Eaüdeikurib ... 15 0.