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Derantworilich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Eriche ini löglich,sicher Sonntags und FeieNag». Beilagen: Die Illustrierte Eichener Familienblätter Heimat >m Bild Die Scholle Monat,-Bezug,preis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerBiimmern infolge höherer Gewalt. 5ernfvrechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. poitscheckfonto: fsranlfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Bn'tf en» Derlog: vrOHI'sche UnIvcrptStr-vuch- und Stelnörutfcrei B. Cange in ffiieften. Schrifilelwn, und SeschiftrNtNe: S^uTHra^e 7. Die Parteien zu dem Haager Abkommen. Oie youngplan- Debatte im Reichstag. - Opposition und Regierung über die Krage der Sanktionen. Berlin, 12. Febr. (B.D. Z.) Die erste Beratung der mit dem Boung-Plan zusammenhängenden Gesetzentwürfe wird fortgesetzt. Abg. Dr. Dernbuig (Dem.) weist darauf hin, daß der Poung-Plan nicht nur einen großen Fortschritt gegenüber der Dawesregelung, sondern auch gegenüber allen vorhergehenden Abkommen bedeute. Die Gläubiger seien jetzt lebhaft an einem weiten Markt für deutsche Ausländsanleihen und an billigen Zinsbedingungen für Deutschland interessiert. Eine Daweskrise würde mindestens fünf Jahre dauern und mit entsetzlicher Wucht das Wirtschaftsleben vernichten, ohne daß irgendein Dauererfolg erzielt werde. Wenn Deut,chland dann zusammenbreche, habe es vielleicht weniger zu bezahlen, aber es sei auch unverhältnismäßig ärmer. Am Ende stehe dann vielleicht wieder ein Voung-Ptan, aber mit Kontrollen uyd Sanktionen. Der Voung-Plan ist weder eine vollständige noch endgültige Lösung. Mit diesen in ihm selbst enthaltenen Einschränkungen kann Deutschland, ohne an seiner Ehrbarkeit Einbuße zu erleiden, den Plan unterschreiben. Der Redner stimmt der Auffassung des Zentrums zu, daß mindestens gleicyzei- tig mit dem Plan eine Ordnung der deutschen Finanzen vorgenommen werden muß. Abg. Dr. Soehsch (Shr.-Aal.-Arb.-Gem.): Die Entscheidung, vor der die Volksvertretung jetzt steht, ist so schwer, daß jeder Abgeordnete ernst sein Gewissen prüfen muß. Ich lehne es ab, den als antinational zu bezeichnen, der anders denkt als ich. (Beifall.) Durch die jetzige Regelung werden wir indirekte Schuldner der Vereinigten Staaten von Aordamerika. Daß die im Poung-Plan Deutschland ausgebürdele Last zu schwer ist, darüber besteht keine Meinungsverschiedenheit. Die Berechnung ist im Gegensatz zum Dawesplan nicht erfolgt auf Grund einer Untersuchung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands, sondern mit Rücksicht auf die Verbindung von Reparationszahlung und interalliierten Schulden. Weil dazu noch die Revisionsmöglichkeit gegenüber dem Dawesplan sehr vermindert ist, darum lehnen wir den Voung-Plan ab. S a n k t i o n s Möglichkeiten enthält dieser Plan nicht. Wenn der französische Ministerpräsident sich in dieser Frage in Meinungsverschiedenheiten mit Deutschland befindet, dann nehme ich die Partei meines Vaterlandes. (Beifall.) Gegen das deutsch-polnische Abkommen sprechen die Erfahrungen, die bisher mit den feierlichen Zusagen der polnischen Regierung gemacht worden sind. In die'em Hause befindet sich niemand, der sich mit der polnischen Grenze abfinden würde. Von cL.v.d O st-Locarno ist auch im Voung-Plan nicht die Rede. Wer den Plan so auslegt, der versperrt einer guten deutschen Ostpolitik den Weg. Wir wollen vielmehr mit friedlichen Mitteln den Kampf um den Artikel 19 auf nehmen. Die besten politischen Köpfe sollten sich zusammensehen und prüfen, wie wir zu einem guten Zusammenleben mit Polen kommen könnten. Wir können nicht ein- sehen, warum das Dolenabkommen mit dem Voung-Plan untrennbar verknüpft sein soll. Wenn der Boung-Plan angenommen ist, dann wird die erste Sorge der deutschen Außenpolitik seine Revision sein. Wir müssen daran denken, daß schon jetzt zwei Drittel der deutschen Bevölkerung Lohn- und Gehaltsempfänger, also begrifflich Proletarier sind. Da richte ich die Aufforderung an den Reichsbankpräsidenten, der berufen ist, in dem großen weltkapitalistschen Konzern Deutschland zu vertreten, daß er dort nicht nur der Anwalt einer kapitalistischen Ordnung sein möge, sondern sich bewußt sein möge, daß er zugleich auch Anwalt zu sein hat der ganzen deutschen proletarischen Welt. Minister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth: Die Machthaber unserer ehemaligen Gegner haben sich bei den ersten Reparationsforderungen in keiner Weise von ökonomischen Gesichtspunkten leiten lassen. Roch im Londoner Ultimatum wurde die ganz unmögliche Summe von 132 Milliarden verlangt. Darrn ist eine gewisse Besserung im Laufe der Jahre unverkennbar eingetreten. Abg. Dr. Hoehsch hat in sachlicher Weise auseinandergeseht, wie der staatskonservative Mensch dem internationalen Weltkapitalismus gegenüber eine kritische Haltung einzunehmen hat. Seine Polemik könnte man in gewissem Sinne auch marxistisch nennen. Der größte Schrittmacher antikapitalistischer Denkweise waren die Tributverpflichtungen des Versailler Vertrags und des Londoner Ultimatums. Das gilt in gewissem Umfange auch vom Poung- Plan, wie er vorliegt. Dieser Plan ist aber nach feinem ganzen Sinn nicht so starr, wie Dr. Hoehsch meint, er bedeutet auch ein elastisches System. Rach diesem Plan muß die ökonomische Einsicht triumphieren über juristische Formalien. Rach dem Gang der Verhandlungen und nach dem Wortlaut des Schriftwechsels im Haag kann ein Richt können Deutschlands niemals gedeutet werden al 3 ein Richtwol - l e n. Der deutschnationale Abgeordnete v o n Freytagh-Loring Hoven sollte stutzig werden, wenn er sieht, mit welcher Gier sich die französischen Chauvinisten auf seine Auslegung des Voung-Plans stürzen, auf die Auslegung, nach der angeblich die S a n k t i o n s - Möglichkeit noch besteht. Unser Botschafter berichtet uns aus Paris, daß die französische nationalistische Presse den Artikel abdruckt mit dem Hinweis darauf, daß v. Freytagh-Loring- Hoven deutscher Dölkerrechtslehrcr sei. (Hört! Hörll bei den Regierungsvarteien.) Dieser deutschnat cnrle Abge r^n.'te sollte so'che Auslegungen l.eber als Pr.oatdozent des Völkerrechts in Paris lehren und nicht in Deutschland. (Abg. von Freytagh-Loringhoven protestiert erregt, Zurufe links, Gegenrufe rechts, Lärm.) Wenn der Boung-Plan wirklich eine Sanktionsmöglichkeit enthielte, dann würde ich meinen Freunden vom Zentrum die Ablehnung empfehlen. Wir bitten die Parteien und beson- Die Konununisten fangen wieder an, im ganzen Lande zu wühlen und zu Hetzen. Wohin man blickt, werden für den aufgelösten Rotsront- kämpserbund Ecsahsormationen geschaffen, die meist den Ramen „Antifaschistische Arbeiterwehren" führen. In einem Berliner Stadttell ist jetzt auch noch eine Erwerbslos e n w e h r gegründet worden, die Wohl sehr bald Schule machen wird und deren einziger Zweck natürlich darin besteht, die Rotlage der Arbeitslosen agitatorisch auszunuhen, um dann die von Urnen verhetzten brotlos gewordenen Arbeiter um so leichter zu Ruhestörungen veranlassen zu können. Recht rege ist zur Zeit die Tätigkeit der Kommunisten im Ruhrgebiet. Manches deutet darauf hin, daß man Unruhen vorbereitet. Auffallend ist in diesem Zusammenhang die ständig wachsende Zahl von Einbrüchen in Waffengeschäfte. Wie ernst die Situation wieder einmal ist. zeigt ein bezeichnender Vorgang bei den Opel- werken in Rüsselsheim, die sich plötzlich einer kommunistischen Invasion ausgesetzt sahen und polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Hier sollte offenbar dasselbe geschehen wie in dem unter dem Zwang der Besatzungensmächte von Polizeikräften entblößten Worms. Damals konnten die kommunistischen Aufrührer erst vertrieben werden, nachdem ausreichende Polizei- kräfte aus Darmstadt eingetroffen waren. In Rüsselsheim, dem Sih der Opelwerke, liegen die Dinge ähnlich. Der Erfolg von Worms dürfte die Kommunisten angespornt haben, einen zweiten Versuch in dem polizeiarmen rheinischen Gebiet zu unternehmen. Wir fürchten, daß sehr bald wieder irgendwo die Flammen des kommunistischen Aufruhrs hochschlagen werden. Man darf wohl annehmen, daß die Innenminister der Länder und des Reiches über die Pläne der Kommunisten sehr gut informiert sind: gerade deswegen aber ist es unbegreiflich, warum ihnen nicht »echtzeitig das Handwerk gelegt wird. Ist es jetzt nicht für jedermann erkenntlich, welche ungeheure Gefahr durch das Ge- währenlassen der staatlichen Behörden hier her- aufbeschworen worden ist. Das Vorgehen der Kommunisten zeugt davon, daß sie jede Besorgnis vor einem wirksamen Eingreifen der Staatsgewalt verloren haben. Hier handelt es sich um qualifizierten Landfriedensbruch und Aufruhr. Die Vorgänge in Rüsselsheim. Rüsselsheim, 12.Febr. (Wolff.) 3ndenOpel- wrrken waren gestern drei kommunistische Mitglieder des Betriebsrates entlassen worden, da sie während der Arbeitszeit die Arbeiterschaft durch Versammlungen zur 77 i e - Verlegung der Tätigkeit ouszuput- s ch e n versuchten, heute vormittag erschienen auf Lostautomobilen, Motorrädern und zu Fuß etwa 2 00 auswärtige Kommunisten, hauptsächlich aus Frankfurt und Offenbach in der Opelstadt, denen sich, als sie in die Opelwerke eindrangen und die Arbeiter zur Arbeitseinstellung ausforderten, etwa 4 0 0 kommunistische Arbeiter anschlossen. Unter den Eindringlingen befand sich der preußische Land- tagsabgeordaete Oskar Müller und der hessische La nd tagsa bgeo r d ne te Sumpf. Die Arbeiter wurden unter Gewaltanwendung von der Arbeit abgehalten, teilweise wurden sie von den Maschinen weggerlssen und mißhandelt. Die Eindringlinge versuch- ders die Juristen, den Vertrag im Ausschuß mit der Lupe zu prüfen. Wir haben ihn sehr kritisch geprüft und meinen, daß er Sanktionsmöglichkeiten nicht enthält. Abg. Dr. Quaatz (Dnl): Minister Dr. Wirth hat versucht, die Schuld an der katastrophalen Riederlage der deutschen Delegation im Haag auf die Opposition abzuwälzen. Cs Ist ja nicht wahr, daß erst Dr. von Freytagh-Loringhoven die Franzosen llug gemacht hätte, es war vielmehr der französische Ministerpräsident T a r d i e u , der in Paris gesagt hat, der Vertrag gebe Frankreich das Recht zum bewaffneten Einmarsch in Deutschland bei Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Es nutzt doch nichts, wenn Dr. Wirth hier im Reichs- tag den Sanktionsbegriff wegwischt', das hätte er im Haag tun sollen. Cs ist ein Akt der Demagogie und ein Akt des Leichtsinns, wenn man durch nachträgliche Auslegungskünste versucht, eine Riederlage zu verschleiern und denjenigen die Schuld daran zuzuschieben, die vor dem Abschluß eines derartigen Vertrages hier warnen. Wir können in weitem Umfange die Kritik unter- ten die Dampskefsel und Maschinenanlagen still- z u l e g e n. Der gesamte Betriebsrat wurde tätlich bedroht. Der nichtkommunistische Betrlebsratsvor- sihende. dessen Absetzung von den Demonstranten verlangt wurde, wurde von einem Kommunisten mit einem Dolchmesser angegriffen. Auf Verlangen des zuständigen Kreisdirektors trafen 2 0 0 Mann Schutzpolizei aus Darmstadt ein, die die Fabrik umstellten und bisher acht Rädelsführer der Putschisten verhafteten, darunter die beiden Landlagsabgeordneten Sumpf und Müller. Müller war zunächst unauffindbar, konnte aber gerade noch bei der Flucht über eine Mauer gefaßt werden. Die Verhafteten wurden ablransportiert. Die preußische Polizei sperrte die preußische Grenze in der Richtung Wiesbaden—Frankfurt a.M. ab. Wie am Donnerstagfrüh das Opelwerk auf Anfrage millellt, ist die Arbeit in aller Ruhe und in vollem Umfange wieder ausgenommen worden, nachdem schon Mittwoch abend bei Betriebsschluß In den Opetwerken wieder völlige Ruhe elngetreten war. Die Arbeiter verließen In voller Ordnung die Fabrik. Die eingesetzten Polizeikräste wurden zurückgezogen. Die allgemeine Empörung der Rüsselsheimer Bevölkerung über den frivolen Versuch auswärtiger Elemente, die Rüsselsheimer Arbeiterschaft durch die Stillegung der Opelwerke um Arbeit und Brot zu bringen, kam auf den Straßen in zahlreichen Diskussionen offen zum Ausdruck. Llnruhen in Offenbach. Schwere Zusammenstöße zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten . Offenbach a.M., 13. Febr. (WTB.) Zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten ist es gestern abend zu ziemlich schweren Zusammen- st ö ß e n gekommen. Die Nationalsozialisten hielten in der Herrnstraße eine Versammlung ab, zu der auch ungefähr 100 Frankfurter Nationalsozialisten in Uniform erschienen waren. Die Kommu- n i ste n hielten zu gleicher Zeit auf dem naheliegenden Alice-Plotz eine Protestkundgebung ab, und zogen dann in Gruppenkolonnen durch die Straßen der Stadt, und schließlich auch durch die Herrnstraße. Dabei kam es, wie es vorauszusehen war, zu Zu- sammenstößen mit den Nationalsozialisten, die i n eine schwere Schlägerei ausarteten. Die Nationalsozialisten, die in der Minderheit waren, ergriffen die Flucht, wurden jedoch bald von den Kommunisten eingeholt. Bei der Schlägerei wurden 6 Personen verletzt. Eine Person wurde ins Krankenhaus geschafft, da ihre Verletzungen ziemlich schwerer Natur waren. Von der Polizei konnte ein Täter, anscheinend der Haupträdelsfuh- rer, fe st genommen werden. Die herbeigerusene Polizeiverstärkung säuberte dann die umliegenden Straßen und konnte es verhindern, daß sich immer wieder in der Nähe des Dersammlungslokales Ansammlungen bildeten, die auf das Ende der nationalsozialistischen Versammlung warteten. Inzwischen hatte sich auch ein starker Trupp Kommunisten nach der Landesgrenze begeben, um dort die nach Frankfurt zurückkehrenden Nationalsozialisten abzufangen. Die Polizei mußte wiederholt vom Gummiknüppel Gebrauch machen, um die Straßen erneut zu fäubern. Die Frankfurter Nationalsozialisten mußten von der Polizei über die Fechenheimer Brücke eskortiert werden, damit weitere Zusammenstöße verhindert wurden. In Offenbach selbst trat erst gegen 1 Uhr wieder Ruhe ein. Immer wieder hatten sich kleinere Gruppen Kommunisten zusammengefunden, die heimkehrende Nationalsozialisten angriffen. streichen, die Dr. Brüning sowohl an dem Ergebnis wie an den Methoden ter Haager Verhandlungen geübt bat. Großes Vertrauen setze ich nicht in die UeberzeugungStreue des Zentrums. Dr. Brüning versteht unter nationaler Opposition offenbar nur eine, die mit dem Zentrum steht und umfällt. (Heiterkeit.) Abg Heinig (£>.): Wir sind keineswegs begeistert vom Voung- plan: aber es ist gar nicht zu verkennen, daß er dem bestehenden Zustand gegenüber Verbesserungen bringt. Solche Verbesserungen sehen wir freilich nicht in den Bestimmungen, die Herr Dr. Schacht zugunsten des Privatkapitals in das neue Reichsbankgesetz hinein- gcarbeitet hat. Gr hat das angeblich im Interesse der ausländischen Anteilseigner getan. Dahinter verstecken sich aber zum großen Teil Deutsche, die ihr Kapital auf dem Umweg über holländische Banken in dieser Welse angelegt haben Zugunsten dieser Leute werden Dividenden ausgeschüttet, die dem Reich verlorengehen. Wir wollen doch verhindern, daß als neuer Typ die Voungplangewlnnler entstehen. Abg. Mollath (Wirtsch. P ): Richts war so unrecht und auch politisch fo falsch wie die ungeheuerliche Hetze gegen Schacht. Seine Ausführungen sind im Ausland besser verstanden worden als in einem großen Teil der deutschen Presse. Dem Hüter der Stabilität der deutschen Währung muh ein offenes Wort erlaubt fein. Einen zweiten Zerfall unterer Währung könnte das deutsche Volk nicht ertragen. Das Finanzprogramm der Regierung enthielt als Kernstück die Verheißung von Steuersenkung en. Diese Verheißung ist aber von führenden Sozialdemokraten selbst als unerfüllbar bei dec gegenwärtigen Finanznot bezeichnet worden. Wenn aber beim Ausgleich des Kassendefizit» nach sozialdemo- frati|d)cr Auffassung keine Rede sein soll von Lohnabbau oder Abbau der Sozial- l a ft e n , dann würde die Hauptlast wieder auf den werktätigenMlttelstand gelegt werden. Wenn die Wirtschaft nicht rentabel ist, kann sie keine Löhne zahlen. Der Voungplan kann erst nach Erledigung der Fi- nanzresorm verabschiedet werden. Abg. Dr. Klönne (6hr. 71.) erklärt, der neue Plan ist als Desinitivum gedacht, das unseren Gläubigern die Möglichkeit sicherstellen soll, sich aus der deutschen Substanz bezahlt zu machen. Unter diesen älmständen ist es unmöglich, den Plan an- zunehmen gegen den Preis einer vorgetäuschten Llauidation des Krieges. Solange uns Der Wetch- felforribor nicht zurückgegeben ist, gibt es keinen wahren Frieden in Europa. Lehnt Deutschland den Vertrag ab, dann wird die Welt dem entschlossenen und ehrlichen Deutschland einen günstigeren Vertrag einräumen. Wir müssen aber auch den Deutschnationalen gegenüber betonen, daß der Befreiungskampf nicht in der Weise geführt werden kann, daß man ungeschickte Volksbegehren macht und alle Politik auf eine einseitige Front gegen den Mar- x i s m u s beschränkt. Auch ich bin ein Gegner des Marxismus, aber ich weiß, daß hinter dem Schleier dieses Wortes Millionen Deutsche stehen, die ich nicht als Feinde des Vaterlandes betrachten kann, und mit denen ich gemeinsam als Deutscher fühle. Aeich'.sinanzmiuister Dr. Mkdenhauer erläutert dieMoratoriumsbestimmungen des Poungplanes und bezeichnet die daran geknüpften Befürchtungen als weit übertrieben. Wir wissen, daß der Voungplan uns nicht über alle Schwierig leiten der Gegenwart hinweghilft. Darum wollen wir ja mit Unterstützung der Parteien an der Sa nicrunß unserer Finanzen arbeiten. Bei Ablehnung dieses Planes aber wären wir in weit schlimmerer Lage. Dann müßten mir selbstverständlich die höheren Beträge des Dawesplanes zahlen. Der Voungplan bringt uns einmal eine Minderung der Lasten, weiter eine Befreiung von den Kontrollinstanzen und schließlich die Befreiung des Rheinlandes. Er führt uns einen Schrill weiter auf dem Wege zur Freiheit und wirtschaftlichen Erstarkung des deutschen Vaterlandes. Weiterberatung Donnerstag. Frankreich und das Haager Abkommen. Warum noch kcineÄammcrverhandlungen? Paris, 13. Febr. (ENB. Funkspruch.) „3n Berlin diskutiert der Reichstag über die Haager Vereinbarungen; der Kammer den Text dieser Abkommen zuzuleiten, hat die französische Regierung bisher nicht für nötig befunden." Mit dieser Beschwerde eröffnet die „Rsvublique", das Organ Daladlers, des Führers der Radikalen, einen bemerkenswerten Artikel, der sich mit der kommenden Debatte über die Notifikation des Poungplanes bekräftigt: „3m Mittelpunkt dieser (Erörterungen werden naturgemäß nochmals die Frage der Rhein- lanbräumung und das Problem der Sank- KvnuuuuisWn Putschversuch in den Opelwerken Auswärtige Kommunisten unter Führung zweier Landtagsabgeordneten bedrohen die arbeitswillige Arbeiterschaft. - Darmstädter Schutzpolizei greift em. Am Donnerstagfrüh wieder Ruhe. Honen stehen. Dafür ist ein Anzeichen, daß unmittelbar nach der Verlesung eines Berichtes über die Rheinlandräumung in einem vor der Haager Konferenz eingesetzten Unterausschuß die Abgeordneten Franklin Bouillon und Mandel sich mit ihren . Bedenken gegen die Rheinlandräumung und gegen Tardieus Stellungnahme zur Sanktionsfrage im Haag zu Wort melden." Aus dem von der „Re- publique" gekennzeichneten Grunde bewegt sich die Erörterung des Haager Ergebnisses zunächst auf einer sehr schwankenden Grundlage. So erklärt es sich auch, wenn das Blatt die Befürchtung ausspricht, ob die französische Regierung etwa eine plötzliche Erörterung der Haager Abkommen herbeiführen und eine Ueberraschungsab- stimmung provozieren wolle. Das Blatt scheint anzunehmen, daß diese Methode eingeschlagen werden soll, weil man der Oeffentlichieit hinsichtlich der Maßnahmen, die bei einer Nichterfüllung Deutschlands ergriffen werden können, mehr versprochen habe, als man nach dem Wortlaut der Abkommen holten könne. Oie Eiatbesprechungen der Parteien. Tas Defizit der Arbeitslosenversicherung Berlin, 12. Febr. (Priv.-Tel.) Die Der- Handlungen des Reichsfinanzministers mit den Etatsfachverständigen der Fraktionen wurden fortgesetzt. Man beschä'tigte sich erneut mit der Arbei ts lösend rrsicherung. wöbe cs ich immer noch darum handelt, ob die Sozialdemo- kralle bereit ist, einer Heranziehung überschüssiger Mittel der Jnvaliden- und der Angestelltenversicherung zuzustimmen. Es ist nun vereinbart, daß die Fraktionen bis morgen ihre Stellungnahme bekanntgeben. Die Sozialdemokratie hat bereits Besprechungen mit den ihr nah:stehrn:en Gewerkschaften ausgenommen. Weiter wurde ein interfraktioneller Ausschuß eingesetzt, der die Ausgabe hat, die einzelnen Posten des Etats durchzuprüfen, um fesizustellen, ob sich in dem Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben nicht doch noch Möglichkeiten einer leichteren Etatsgestaltung finden. Schließlich beschäst gte man sich noch mit der Frage der Steuervorlagen. Die Fraktionen sollen auch in diesem Punkte eine Klärung ihres Standpunktes herbei- 'führen, nämlich darüber, ob sie für die sog. firoße oder kleine Deckungsvorlage ind, d. h., ob sie die Di er st euer um 180 oder 360 Millionen erhöhen und welche andern der vorgeschlagenen Steuer- und Zollarten sie eventuell zur Ergänzung heranziehen wollen. Gegen die Religions- Verfolgungen in Rußland. Ein Protest der englischen Kirchcnsiirsten. London. 12. Febr. (WB.) Aach zwei flammenden A kl gereden d s Crzbisch.fs von Canterbury und des Bischofs von Lonoon nahmen die versammelten Bischöfe der anglikanischen Kirche einstimmig eine Entschließung an, in der sie ihre Empörung über die Religionsverfolgungen inRuhland und ihre Sympathie mit den verfolgten Personen auL- fprechen und bitten, für sie zu beten. Die Entschließung sagt weiter, daß die Sowjet- regierung, wenn sie gute Beziehungen $u Großbritannien aufrecht zu erhalten wünsche, d i e Grundsätze der Zivilisation und der menschlichen Gerechtigkeit beobachten müsse. Der Erzbischof von Canterbury brandmarkte die Religionsverfolgungen in der Sowjetunion als grausame und barbarische Politik. Wenn keine wirkliche Besserung einträte, werde er sich für verpflichtet halten, die Sache im Parlament zur Sprache zu bringen, wenn auch nicht als politische Angelegenheit, so doch als eine Frage, bei der die Ehre eines christlichen Volkes und die Interessen der gemeinsamen Zivilisation auf dem Spiele ständen. Der Erzbischof von Bork befaßte sich vor der Konvokation der Erzdiözese Bork mit demselben Thema und sprach sich für ein entschiedenes Vorgehen zur Verminderung der Leiden der von der Sowjetregierung verfolgten Gläubigen aus. Für die Katholiken Großbritanniens erklärte Kardinal D o u r n e. Erzbischof von Westminster, in Hatfield, daß die Fortsetzung der Re- ligionsverfo^gungen in Sowjetrußland nicht nur für Rußland, sondern für die ganze Welt zu vernichtenden Ergebnissen führen mühten und daher alle Anstrengungen für die schleunige Einstellung dieser Verfolgungen gemacht werden mühten. Der Kamps um die Prohibition. Washington, 12. Febr. (WTD.) Eine öffentliche Aussprache im Rechtsausschuh des Repräsentantenhauses über die Prohibition begann mit einer Verurteilung des Prohibitions- gesehes durch den Vorsitzenden des Ausschusses, G r a b a in, und einer Reihe sensationeller Beschuldigungen und Behauptungen über die in zahlreichen Großstädten herrschenden Verhältnisse bei der Durchsührung des Gesetzes. Graham erklärte, das Prohibitionsgesetz werde seit 10 Jahren ohne befriedigende Ergebnisse durchgeführt. Der Washingtoner Mitarbeiter einer Zeitschrift namens Liggett erklärte. im ganzen Lande werde jetzt mehr Alkohol getrunken und unter schlimmeren Verhältnissen als vor der Prohibition. Er sprach u. a. von Bierfarmen in Minnesota. Auf einer dieser Formen hätten Schulkinder aus Minneapolis ein Trinkgelage veranstaltet. Lig- gctt schätzt, doh im Distrikt Columbia allein etwa 7164 Liter Alkohol jährlich verbraucht würden. Er erzählte von einer nächtlichen Gesellschaft in Detroit im vorigen Jahre, an der angeblich der Gouverneur von Michigan, der Polizeichef und vier Richter, teilgenommen hatten. Liagett wies zum Schluß darauf hin, daß er anfänglich das Prohibitionsgesetz unterstützt habe. Wahlstimmung in USA. Springfield (Massachusetts). 12. Febr. (WB^) Zum ersten Male wurde in dem hiesigen seityer republikanischen Wahlkreis, in dem der frühere Präsident C o o l i d g e seinen Wohnsitz hat, bei der Ersatzwahl zum Kongreß an Stelle des verstorbenen republikanischen Abgeordneten mit großer Mehrheit der Demokrat William Granfieldgewählt. Der Stimmungsumschwung wird zum Teil der dar« Der Abbau der Volksschule im hessischen Sparprogramm. Darmstadt. 12. Febr. (WTD.) Von der Pressestelle des „Hessischen Landesle hrervereins" wird u. a. geschrieben: An der hessischen Volksschule wurden in der Aachkriegs- zeit bis heute 517 L e h re r ste l le n abgebaut. Glücklicherweise bedeutete das nicht zugleich der Abbau von 517 Klassen, weil manche Stellen nicht mehr beseht waren, also nur auf dem Papier standen. Das Sparprogramm der Regierung sieht nun den weiteren Abbau von 205 Lehrerstellen vor. Dieser Stellenabbau wirkt sich heute restlos auf die Klassen aus. Er bedeutet auch die Aufhebung von 205 Schulklassen. Run konnte man in verschiedenen halbamtlichen und nichtamtlichen Veröffentlichungen lesen, daß dieser neue Abbau durchaus nicht von großer Bedeutung sei. So ist es aber leider nicht. Die hessischen Volksschulen wurden im Schuljahre 1929/30 von 151 426 Schülern besucht, die in 3826 Schulklassen unterrichtet wurden. Die Durchschnittsklassenziffer beträgt also heute 39,5, nicht 35,7, wie behauptet wurde. Es darf nicht übersehen werden, daß bei den 4093 Lehrkräften auch diejenigen mitgezählt sind, die keine Klasse führen, sondern in verschiedenen Klassen ülnterricht erteilen. Das sind die Handarbeitslehrerinnen, die technischen Lehrerinnen und die Zeichenlehrer. Nach dem Abbau von 205 Stellen bzw. 205 Klassen sind noch 3621 Schulklassen vorhanden. Die Durchschnittsktassenziffer beträgt rund 42, nicht 37,7. Und nun kommt noch die Tatsache hinzu, daß wir in den nächsten drei Jahren je 10 000 Schüler mehr haben werden als seither. Für das Schuljahr 1930 31, das an Cftern 1930 beginnt, sind es also rund 160 000 Schüler in 3621 Klassen. Die Durchschnittsziffer schnellt auf 44 hinauf. 2m Schuljahr 1931 32 beträgt die Durch sch nittsziffer 47. Im Schuljahr 1932 33 wird die durchschnittliche Besetzungsziffer einer Schulklasse sogar a uf annähernd 5 0, genau 49,7 angewachsen sein. Das ist in nackten Zahlen die Wirkung des Abbaues von 205 Stellen in Verbindung mit dem Anwachsen der Schülerzahl. Sehr viele kleinere Schulen, insbesondere die ein- und zweiklassigen an kleineren Orten, können mit diesen Durchschnittsziffern nicht bedacht werden, da eben die Zahl der Kinder kleiner ist. Man kann diese Schulen aber auch nicht aufheben und mit anderen Klassen Zusammenlegen. Dieser Umstand bewirkt ein weiteres Hinauf,chnellen der durchschnittlichen Besetzungsziffer, besonders gn Orten mit großen Schulsystemen. Wir haben vielfach jetzt schon Klassen, besonders Grundschulklassen, deren Besetzungsziffer zwischen 5 0 und 60 liegt, obwohl der Landesdurchschnitt „nur" 39,5 beträgt. In Zukunft wird die Zahl 60 wohl nicht nur in Einzelfällen überschritten werden. SerSfreii um dieTvnnage auf ber3lo(lenfonferen$ London, 12. Febr. (WTD.) 3m Verlaufe der heutigen Erörterung im Ersten Ausschuß der Londoner Flottenkonferenz ergab sich, daß Fortschritte nur erzielt werden können, wenn d i e Ziffern jeder Delegation unterbreitet werden. Der Erste Lord der Admiralität, Alexander, der den Vorsitz führte, bezeichnete es als wünschenswert, daß alle Kategorien, nicht nur die Kreuzer, nach Verdrängung und nach Geschützkaliber bezeichnet werden. Die Japaner unterstützten diese Auffassung, während die Vereinigten Staaten nur mit Dezug auf die Hauptkategorien, nicht bezüglich der Kreuzer, zustimmten. Die Franzosen behielten sich ihre Ansicht vor, und die Italiener erklärten, daß sie gegen eine starre Festsetzung individueller Schis,sorrdrängungen seien. T a r d i e u , der an einer starken Erkältung leidet, suchte heute nachmittag Mac Donald im Unterhaus auf. Er erklärte, die De- sprechung sei sehr befriedigend verlau- f e n und werde morgen fortgesetzt werden. Auf die Frage, ob die französische Gesamttonnage auf 724 000 Tonnen festgesetzt worden sei, antwortete Tardieu, die Gesamttonnage sei noch nicht endgültig festgesetzt worden. Havas will über die von Frankreich geforderte Tonnageaesamtzifser ungefähre Angaben machen können. Frankreich habe infolge der Kriegsnot- wend'.gkeiten sein Flottenprogramm von 1912, das ihm eine Flotte von etwa 1 150 000 Tonnen gegeben hätte, aufgegeben. Aach dem gegenwärtigen Flottenbauprogramm werde der Wiederaufbau der französischen Flotte erst 1943 a u f der ungefähren Grundlage von 800 000 Tonnen vollendet sein. Frankreich habe also, praktisch gesehen, bereits eine beträchtliche Herabsetzung seiner Flotte vorgenommen. Aach dem vorgesehenen Bauprearamm (40 000 Tonnen jährlich) würde die französische Flotte 1937 etwa 725 000 Tonnen betragen. Diese Ziffer scheine die Mindest grenze der Bedürfnisse Frankreichs darzustellen, wenn man berücksichtige, daß die französische Flotte ebenso stark sein müsse, wie die italienische Mittelmeerflotte (400 000 Tonnen) und der Deutschland nach dem Versailler Vertrag erlaubten Aordseeflotte (144 000 Tonnen) und daß die französische Flotte gleichzeitig den Schutz der Verbindungswege mit den französischen Kolonien sichern müsse. Die Philippinen als Tauschobjett. Amerika und die Flottenansprüche Japans. London, 13. Febr. (WTD. Funkspruch) Der diplomatische Korrespondent des »Daily Telegraph" will wissen, daß die amerikanische Delegation in den letzten Tagen die Möglichkeit erwogen habe, den Philippinen in absehbarer Zeit die Unabhängigkeit zu gewähren. Cs werd? gehosft, daß Japan hierdurch zu einer Herabsetzung seiner Ansprüche, die sich bekanntlich auf 70 Prozent der Tonnage Amerikas belaufen, veranlaßt werden würde. Verschiedene Dlätllr berichten, daß am morgigen Freitag oder QI'.fang nächster Woche eine weitere Vollkonferenz abgrhalten werden soll. Das Datum der japanischen Parlamentswahlen, der 20. Februar, hat einen wichtigen Einfluß auf die Verhandlungen der Londoner Flottrnkonferenz. Selbst wenn die japanische Regierung geneigt fein sollte, Zugeständnisse zu machen, so würde die Drkanntgabe dieser Zugeständnisse im gegenwärt'gm Auginblick zu einer Aiederlage der Regierung bei den Wahlen führen. Briand hinter den Kulissen. Ausbau des Ketloggpakts. Paris, 13. Febr. (CAD. Funkspruch.) Die Rolle D r i a n d s , der in den letzten Wochen von Tardieu derart in den Schatten gestellt wurde, daß man feine Anwesenheit bei den internationalen Verhandlungen fast vergessen hatte, scheint, nach Londoner Berichten, wieder aktiver zu werden. Das Hauptziel der französischen Außenpolitik, die Aufrechterhaltung des Status quo durch Schaffung von Sanktionsmöglichkeiten gegen widerspenstige Staaten, hat Driand auch wahrend der Flottenkonferenz nicht aus dem Auge verloren. Wie das „Oeuvre" meldet, hat er gestern mit Henderson und Stimson „gewisse Maßnahmen zum Ausbau des Kelloggpaktes" erörtert. Aachdem der Gedanke eines Mittelmeer- Paktes, wie ihn Frankreich in seinem Memorandum vom 20. Dezember angeregt hatte, nicht das erwartete Echo gefunden hat, so gehen die französischen Demühungen dahin, eine Verpflichtung der Unterzeichner des Kelloggpaktes zu erreichen, sich im Falle einer Kriegsdrohung zu oerständigen, eine Verpflichtung, wie sie Frankreich, Amerika, Japan und England hinsichtlich des Abkommens über den Stillen Ozean vom Dezember 1921 übernommen haben. Damit würden die Einwendungen, die zum Bei- spiel Rußland gegen die amerikanischen Vorstellungen im Chinakonflikt erhoben hat, künftig unmöglich. Außerdem soll die Versorgung eines Landes, das den Kelloggpakt verletzt, mit Waffen, Munition und Lebensmitteln unterbunden werden. Hierbei würde sich Frankreich allerdings mit den angelsächsischen Mächten über das grundlegende Problem der Freiheit der Meere auseinander- zusehen haben, und man weiß, daß gerade der Präsident der Vereinigten Staaten die Ander- lehlichkeit von Lebensmittelfchif- fen im Kriegsfälle befürwortet. niederliegenden Geschäftslage, zum Teil der Gegnerschaft gegen die Prohibition zugeschrieben. Krönungsfeier des Papstes. Stadt des Vatikans, 12.Febr. (WB.) Aus Anlaß der achten Wiederkehr der Krönung des Papstes fand in der Sixtinischen Kapelle eine feierliche Zeremonie statt, an welcher der König von Schweden, das beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomatische Korps, der römische Adel, die Schwester und der Neffe des Papstes und zahlreiche geladene Gäste teilnahmen. Der P a p st trug einen weißen Mantel und das Messegewand, das ihm von der italienischen Regierung zürn Geschenk gemacht worden ist. Ihm gingen 23 Kardi- näle voraus. Nach seinem Einzug in die Sirtinifche Kapelle verrichtete der Papst ein kurzes Gebet und nahm dann an dem Thron Platz, wobei Kardinal S i n o e r o die Messe zelebrierte. Sodann erteilte der Papst den apostolischen Segen. Im Parlamen- ten-Saal drückte Kardinal-Dekan Vanutelli dem Papst die Glückwünsche des Heiligen Kollegiums aus. In Berlin zelebrierte in der Hedwigsbasilika Bischof Dr. Schreiber ein Pontifikalamt. Als Vertreter des Herrn Reichspräsidenten nahm an erster Stelle im Presbyterium Der Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth teil. Als Vertreter des Reichskanzlers war Staatssekretär Dr. Pünder erschienen. Ferner nahmen unter der Führung des Vizepräsidenten des Reichstags Dr. Esser zahlreiche Vertreter des Reichstags teil. Weiter waren die Reichsminister Dr. ® r o e n e r, Schätze! und Dr. Stegerwald und in Vertretung des Reichsaußenministers Staatssekretär von Schubert erschienen. Das Diplomatische Korps war u. a. durch die Botschafter von Frankreich und Spanien sowie durch die Gesandten von Oesterreich, Rumänien und Ungarn vertreten. Aus aller Wett. Das Koblenzer Stadttheater vor der Schließung. Der Fehlbetrag im städtischen Gesamthaushalt hat sich für das neue Rechnungsjahv wiederum wesentlich erhöht und wird in einem Voranschlag der Stadtverwaltung a u 1 800000 Mark geschätzt. Hierdurch ist die Frage von Einsparungen und leider auch wieder die der Schließung des Theaters akut geworden. Das Theater beansprucht einen Zuschuß von jährlich 300 000 Mark, d. h. an diesem Zuschuß ist das städtische Orchester durch ganzjährige Verpflichtung (das Künstlerpersonal ist nur acht Monate tätig) und das über 100 Jahre besteh, nde Musikinstitut (Sinfoniekonzerte) wesentlich beteiligt. Eine Aufgabe der Etatsposition bedeutet nicht allein eine Aufgabe des Theaters, sondern auch die Auslösung des Orchesters und die Einstellung der Sinfoniekonzerte, also eine Lahmlegung jedweder künstlerischer und musikalischer Veranstaltungen in Koblenz. Dem Orchester ist zum 1. April bereits gekündigt. Zur Zeit wird noch die Frage der Fortfichrung des Schauspiels geprüft. Sogar hierfür bestehen in Anbetracht der allgemeinen Finanzlage große Dedenken. Schweres Bauunglück in Berlin. Auf dem Karstadt-Aeubau in der Charlottenburger Straße in Weißensee trug sich ein schwerer Bauunfall zu. Während der Frühstückspause, als sich die Arbeiter auf einem Platz versammelt hatten, stürzte plötzlich die über ihnen befindliche Decke ein und begrub alle Personen unter sich. Drei wurden durch die Trümmer auf der Stelle getötet, während zwei schwer und einer leicht verletzt wurde. Die Feuerwehr war mit entsprechenden Rettungsgeräten sofort zur Stelle und machte sich an die Bergung der Verunglückten. Es handelt sich hauptsächlich um Rohrleger und Zimmerleute, die in den Kellerräumen des Reubaues beschäftigt waren, als plötzlich gegen neun Ahr die Keller- decke infolge äleberlastung mit gefüllten Zementsäcken in einer Ausdehnung von etwa 16 Quadratmetern einstürzte. Der Polier Kracht ist von der Polizei vorläufig fest genommen worden. Er hatte Anweisung gegeben, in den Parterreraum des Aeubaues, in welchem bereits 75 Zentner Zement lagerten, von denen erst wenige verbraucht waren, eine neue Ladung Zement von abermals 75 Sack hiw- zustapeln. Somit war der Fußboden mit etwa 130 Zentner Zement belastet. Kracht gibt zu, es verabsäumt zu haben, sich über die noch vorhandene Wenge Zement hinreichend zu unterrichten, bevor er die Anweisung gab, die neue Sendung zu der alten zu packen. Die Lage bet „München". Der Aeuhorler Qkrtretcr des Dorddeutschrn Lloyd erklärte, daß der Lloyddampser „München" sicherlich stark beschädigt sei. jedoch könne von einem völligen Verlust nicht die Rede ein. Die „München" sei infolge der von der Feuerwehr Hinringepump ten Wassermengen vom Heck bis zum Mittschisf auf den Fluhboden gesunken. Ter Bug des Schisses schwimmt bei Hochwasser, während das Heck unter Wasser steht. Der 'Vertreter d:s Lloyd betonte ausdrücklich, daß sich an Bord eine absolut einwandfreie nicht euergrfährliche Ladung besu d.nha.e. Man will versuchen, nach der Untersuchung durch Taucher das Schiff abzudichten und auszppumpen. Es wird erst später scst- gestellt werden tonnen, ob die „Münch n" mit eigener Kraft ober im Schlepp nach Bremen zurückgebracht wird. Der Untergrundbahn* verkehr von Aeuhork nach Hobo'en und Äew Jersey, der eingestellt wurde, weil das Wrack der „München" direkt über dem Dahntunnel gesunken war, ist wieder ausgenommen worden. Die leitenden Ingenieure sind nach einet genauen Untersuchung zu der Ansicht gekommen, daß der auf dem Tunnel lastende Druck nicht so groß fei, um einen Bruch der Decke herbeizuführen. Das Heck der „München", das sich an einer von dem Tunnel entfernten Stelle auf den Fluhgrund aufstüht, nimmt nach Ansicht der Fachleute den größten Teil der gesamten Last des gesunkenen Schiffes auf. Gasfernversorgung in der Schwei;. 3n einem der wasserreichsten Gebiete bet Schweiz, bem Kanton Wallis, ist soeben mit 6-4 gegen 99 Stimmen ber Bau eines neuen Gaswerks in Sitten bewilligt. C3 wurden fernen Kredite für die Gasfernverf orgung von Cknppes und dem Kurort Montana bereit gestellt (Francs 1 400 000). Oie Detierlaae. Ä ~La Coruna 5 : Hoi Vah*< K 3 Mittv/ochr E 12.Feoruar. 1930,7h aDds. OVOöt #FranKt^ ! eenf r 02 ----—— ©wonttmos. ($nenn. o naro oeoecKt® worxig • o#dcc*t «Rtflen w Schnee aöfauoeia e "cDei R Gewitter (g)uiMMiiit-O «V «tote- Osi eissige- Südsüdwest sturmijcnei nordwest Oie »Jene niegen mit dem wmde Sie oerden Stationen stenenaen Zahlen geben die Temperatur an Die Urnen verbinden Ort» mit gicicttu* «ar euerumveau umaer#ci>oeten Uiitdruco Wettervoraussage. Der hohe Druck wird durch das weiter südliche Vorgreifen der nördlichen Störung langsam abge- schwächt. Im nördlichen Deutschland hat ozeanische Luft bereits wieder geringen Temperaturanstieg verursacht, während in Mittel- und Süddeutschland die Temperaturen noch unter Null liegen. Bayern, das mit im Hochdruckkern liegt, hat durch die stellenweise vorhandene Schneedecke weiter starken Frost. München meldete heute morgen noch minus 16 Grad. Die Wetterlage erfährt eine langsame Umgestaltung, und auch die Temperaturen kommen all- mählich zum Anstieg. Nebelbildung und Bewölkung herrschen vor, bei später zunehmender Niederschlagsneigung. Wettervoraussage für Freitag, Rebclig-wclliges Wetter, allmählich etwas mil» ber, auskommenbe Aiederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 12. Februar: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 0,3 Grad, am 13. Februar.- morgens — 1 Grad. Maximum 5,7 Grad, Minimum —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Februar: abends —0,2 Grad; am 13. Februar: morgens 0 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7K Stunden. Amtliche Dintersportnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Heiter, — 3 Grad, 13 cm Schnee, teils Pulverschnee, teils verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut bis sehr gut. — Herchenhainer Höher Heiter, — 2 Grad, 10 bis 15 cm Schnee, etwas verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Taunus. Kleiner gelb berg: Heiter, minus 3 Grab, 12 cm Schnee, etwas verharscht, Sportmöglichkeit für Ski möglich, für Rotel gut Schwarzwal b. gelb berg: Heiter, minus 3 Grab, 98 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski unb Rodel sehr gut Alpen. Garmisch - Partenkirchen; Heiter, minus 9 Grab, 10 an Pulverschnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. (21) 12 (623) 9 (4) (113) 4 168 Jahre in diesem Zum erstenmal konnte man Kammer der Gießener der Ar- Freiheitliche Liste Republikanischen beitsgemeinschaft auch bei der Wahl zur Studentenschaft von einem Wahlkampf sprechen. BiS zum Wintersemester 1928,29 gab es nur eine Liste, nämlich die der Korporativ ns- studenten, die allein Kandidaten für die 25 Sitze der Kammer aufstellten. EZ hätte also damals gar nicht gewählt zu werden brauchen. In dem vergangenen Wintersemester bildete sich nun eine frei studentische Liste heraus, an der auch die gerade gegründete republikanische Studentengruppe beteiligt war. Diese Liste brachte mit 113 Stimmen vier Sitze für die Kammer des 2. Ein einwandfreier Nachweis darüber, wann die letzten Dreijährigen entlassen wurden, ist mit den hier zur Verfügung stehenden Mitteln nicht gelungen. Unfer Gewährsmann glaubt jedoch, dah die letzten Dreijährigen nach Einführung des Gesetzes im Iahre 1893 zur Entlassung kamen. 3. Gemäß Exerzier-Reglement für die Infanterie konnte zur Erleichterung auf dem Marsch „baä Gewehr auf die rechte Schulter!" kommandiert werden. Der Zeitpunkt dieses Wechsels ist reglementarisch nicht festgelegt, er war in das Ermessen des Führers gelegt. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Gießener Konzertverein: 2. Symphonie.onzert, 20 Uhr, im Stadtthea er. — Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: Rechtswissenschaftlicher Kursus (Thema: Die für den Kaufmann und Gewerbetreibenden wichtigen Teile des Bürgerlichen Gesetzbuchs; Dortragen- d.'r: Univ.-Prof. Dr. Rosenoerg), 20.15 Uhr. — Oberhesjischer Cefchichtsverein: Vortrag mit Lichtbildern „Sie geopolitischen Grundlagen der Solmser Geschichte und ihre Auswirkung im Mittelalter", 20.15 Uhr, im Hürsäal des Kunstwissenschaftlichen Instituts. - Deutscher De- amtenbund: Hauptversammlung, 20 Uhr, im Saale des „Aquariums". — Lichtfp'.e.haus, Vahn- hofstraße: „Das Mädel von der Operette" und „Ruhiges Heim mit Küchenbenuhung". — Asto- ria-Lichtspiele: „Sein bester Freund" (mit Harry Piel). — Aus dem Stadttheaterbureau w'.rd uns geschrieben: Morgen abend, Freitag, 14. Februar, wird im Stadtthcater das Kriegsstück von Sheriff „Die andere Seite' („Iour- neys End") in der Inszenierung und Spielleitung des Intendanten Dr. P r a s ch wiederholt. „Die andere Seite" ist wohl das Stück, das bis jetzt den stärksten und auf jeden Theaterbesucher persönlich am meisten wirkenden Eindruck in der vergangenen Spielzeit gemacht hat. Das Stück wird sich noch lange des regsten Interesses und ehrlichen Beifalls, den es bisher gefunden hat, erfreuen. — Am Sonntag, 16. Februar, wird als Fremdenvorstellung das Lustspiel „Du wirst mich heiraten" von Louis Der- neuil zum letztenmal gegeben. — Die Proben zu der Reueinstudierung des Shakespeare-Lustspiels „Wie es euch gefällt" haben begonnen. — Bund,aus und Schule". Freitag, den 14. Februar, 8.20 Uhr, wird Pfarrer K n a b-Mainz. Gustaosburg im Johannessaal einen Dortrag mit Lichtbildern halten über: „Eine Diasporafahrt durch Jugoslawien". Siehe gestrige Anzeige. * C.U. Don der Landes-Universität G i« st e n. Zu den schönen Erfolgen der Gießener Studentenschaft bei den Turn- und Sportwettkämpfen in Heidelberg hat Staatspräsident Dr. Adelung folgendes Telegramm an den Rektor der Universität gerichtet: „Der Landes-Universität herzlichen Glückwunsch zum schönen Erfolg ihrer Sportjugend in Heidelberg". L. U. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 16. Februar, vormittags 11,15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Universitäts- Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor S. S. 29 und des W. S. 1929,30 durch. Die Politisierung der Studentenschaft blieb auch in Gießen nicht aus, und so entstanden zu Beginn dieses Wintersemesters an der Landesuniversität neben der bereits bestehenden Republikanischen und der Stahlhelm-Studentengruppe eine nationalsozialistische, demokratische, sozialistische und Zentrumsstudentengruppe, die alle eine verhältnismäßig hohe Mitgliederzahl aufweisen konnten. Die Republikaner, Demokraten, Sozialisten und Zentrumsstudenten schlossen sich bald in einer auf dem Boden des Deutschen Stu- dentenverbandes stehenden republikanischen Arbeitsgemeinschaft zusammen, die jetzt eine Liste (Spitzenkandidat: stud. jur. Hans Adelung) für die Astawahlen aufstellte. Ebenso nominierten die Rationalsozialisten Kandidaten (Spitzenkandidat: stud. jur. Ludwig Fritz). Die dritte Liste, die der Großdeutschen Arbeitsgemeinschaft (Spitzenkandidat: stud. jur. Ludwig Iung), die den unpolitischen Standpunkt der Deutschen Studentenschaft vertritt, war diesmal paritätisch aus Korporations- und Freistudenten zusammengesetzt. Die Wahlbeteiligung ist von 42,3 Proz. im vergangenen Iahr auf 61,4 Proz. gestiegen. Trotzdem bleibt Gießen in dec Wahlbeteiligung noch erheblich hinter Darmstadt mit 71 Proz., Iena mit 78 Proz. und München mit 89 Prozent zurück. Der Hauptleidtragende bei dieser Wahl ist die Großdeutsche Arbeitsgemeinschaft, die neun Sitze an die Rationalsozialisten abgeben muhte, mit denen sie eine Listenverbindung eingegangen war. Die Freiheitliche Liste der Republikanischen Arbeitsgemeinschaft — die einzige Liste übrigens, die eine Studentin stud. jur. Anita Rosenberg aufgestellt hatte — konnte ihre vier Sitze erhalten. Werden Uhren mit elektrischem Aufzug gewünscht, so kommen bei Uhren mit Selbstaunug zum Anschluß an die Lichtleitung weder kostspielige Anla- gen, noch hohe jährliche Gebühren in Frage. •• Eine Automobil-Sonderschau. In der Gießener Vertretung der Mercedes-Benz- Werke findet, wie vor einigen Tagen im Anzeigenteil bekanntgegeben, zur Zeit eine Auto- mobil-Sonderschau statt, die den Interessenten bis zum 20. Februar zugänglich sein wird. Es handelt sich dabei um die Vorführung des neuesten Personenauto-Tips der Mercedes-Venz-Werke. Sozialdemokratie und ihren Führern auseinander und vertrat in diesem Zu, ammenhang die Auffassung, daß das parlamentarische System seine Daseinsberechtigung verloren baoc._ Er schilderte die Rot der einzelnen Deru.sstände und bedauerte, daß die Verbesserung der eigenen Lebenslage heute zu sehr in den Vordergrund gerückt werde. In bezug auf die außenpolitischen Verhältnisse kritisierte der Redner die Haltung unserer Delegation bei den letzten Verhandlungen im Haag. In seinen weiteren Ausführungen bemängelte er die Besetzung höherer Stellen nach politischen Gesichtspunkten und übte durch Erläuterung praktischer Beispiele an der heutigen Rechtsprechung Kritik. Bei dec Besprechung der Frage der politischen Betätigung der Iugend vertrat er die Auffassung, daß die Iugend die Pflicht habe, mitzuarbeiten, wenn es gelte, ein neues Deutschland aufzubauen. Die studierende Iugend habe sich von jeher begeistert betätigt, wenn es galt, Deutschland wieder auf-.ur.ch en. 2ln die Ausführungen schloß sich eine Aussprache an, nach deren Verlauf der Referent noch in längeren Ausführungen den von ihm als richtig angesehenen Weg zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes sk'zzrerte. ** V. H. C. Bei überaus günstigem Wetter veranstaltete der V. ch. C. Gießen am vergangenen Sonntag seine zweite diesjährige Vereinswanderung. Der Weg führte durch den Philosophenwald und Stolzenrnorgen über Trohe zur ersten Rast nach Alten-Buseck. Da die rund 100 Teilnehmer nicht alle an einem Platze Unterkommen konnten, verteilte man sich in drei Gasthäusern. Der Weitermarsch führte zum Dauvringer Paß, wo man bei klarer Lust eine weite Fernsicht genoß. Namentlich fesselte der Blick nach den verschrie ten chängen des chohe- rodskopfs und der cherchenhainer chohe, während nordwestlich das Lumda- und Lahntal mit dem lotenberg zur Rechten, den Marburger und chintcr- länber Bergen im Hintergrund und dem truglgen Staufenberg im Mittelpunkt ein ungemein Leb- liches Bild boten. Einen traurigen Anblick bot un Gegensatz hierzu die Kehrseite des Lollarer Kopfs, der durch den immer größer werdenden Steinbruch wohl als sterbender Berg bezeichnet werden kann. Durch Daubringen und Mainzlar, letzteres mit vielen schönen Fachwerksbauten, ging es b nauf zur Feste Staufenberg, wo im neuen Saal der Burgwirt- schasl der Kaffee eingenommen wurde. Auch hier oben entzückte wiederum eine prächtige Rundschau. Nach einer längeren Erholungspause ging der größere Teil nach dem Endziel Lollar, während die Unentwegten es vorzogen, den Heimweg nach Gießen auf Schusters Rappen zurückzulegen. Der Landesverband Hessen int I Bund „Königin Luise" hielt, wie man I uns berichtet, vor kurzem einen zweitägigen Führerinnenlchrgang in Vad-Rauheim ab, an Ö€rt sich ein Werbeabend anschloß. Zahlreiche Gäste und die verschiedenen Ortsgruppensüh- rerinnen versammelten sich in den Räumen des „Reichshofes", wo die ganze Tagung stattfand. Die Landesverbandsführerin Frau von Ulrich, Kassel, hielt die Begrüßungsansprache und berichtete über den Zweck der Tagung, der em Führerinnenlehrgang zugrunde lag. Sie dankte den Gastgebern für die liebenswürdige Aufnahme. Eine Kameradin trug das Luisengedicht mit großer Wärme vor. Frau Sennewald, Halle, stellv. Bundesführerin, hielt einen em- I drucksvollen Vortrag über Zwecke und Ziele des Bundes. Sie- wirkte erschütternd durch die ergreifende Schilderung der sozialen Röte unseres tief gesunkenen Vaterlandes. Sie feuerte die Führerinnen zu immer größerer Vertiefung in ihre Arbeit an. Sie ermahnte die Zuhörerinnen, daß es auf die deutsche Frau ankäme, wenn Deutschland wieder das werden sollte, was es früher war. Der Vortrag gipfelte in den Worten Fichtes: „Ein Volk ist immer das, was seine Frauen wert sind." Hierauf fang man gemeinsam das Dundeslied. Erfreut wurde man noch durch ein Gedicht von Hünefeld und ein Gedicht „Erwachen". Die Maingauführerin Frau Spieß, Frankfurt, sprach zum Schluß allen I Rednerinnen und Mitwirkenden, die in uneigennütziger Weise der guten Sache gedient hatten, I ihren Dank aus. Aus der Provinzialhauptstadl. , Gießen, den 13. Februar 1930. Dor dem Examen. Rur noch kurze -Zeit trennt uns von den Versehungs- undReiseprüfungenin den Schulen, zum Teil haben diese ^amen schon begonnen. Es gilt nun zu zeigen daß all die Mühen der Lehrer nicht vergeblich waren, sondern daß der Lehrstoff auf guten Doden gefallen ist, und dah ernst das Wissen Stufte tragen wird zu Rutz und Frommen der Mitmenschen. Da gibt es viele heiße Kopfe unter den Schülern, ein emsiges Rachholen Don wr< säumten und vergessenen Lehrsätzen. Ieoer wünscht, dah „der Tag" bald vorüber fern Hintergrund aber stehen die Eltern und erwarten das Ergebnis der Prüfung. Aber wie sie eS erwarten, das ist ein Kapitel für sich. Leider sind die wenigsten imstande, mit dem Kinde zu fühlen; die meisten legen den Mähstab der eigenen Reife an die kindliche Psyche. Dieser Fehler wird in allen Volksschichten begangen. Oft ist es den Eltern selbst nicht gelungen geistig rasch zu erfassen, oft sind sie f u m a n n. D i e n stj ub i l ä um. Der Geschäftsreisende Gustav Schad hierselbst kann am 15. d. M. auf eine 50jährige Reifetätigkeit im Hause Gebt. Görlach, Limburg, zurückblicken. Der Iubilar, der in den weitesten Kreisen der hiesigen Geschäftswelt bekannt ist, erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Reben der Ausübung seines Berufes als Reisender hat er auch stets für die Interessen der reisenden Kaufleute gearbeitet. ** Vorbildlich! Der Schützenverein Gießen beabsichtigt auf seinem sonnig gelegenen, von hohen Mauern und Planken geschützten Schießgelände am Schützenhause in diesem Frühjahr eine umfangreiche Obstbaumpflanzung anzulegen. In Betracht kommen Apfel- und Süßkirfchenhochstämme, außerdem Schattenmorellen- und Pfirsichbuschbäume. Ein größerer Teil der Bäume ist von Mitgliedern bereits gestiftet worden. Dieses lobenswerte Vorgehen des Vereins sei zur Nachahmung empfohlen. *• Hundevergiftungen. Seit einigen Tagen werden hier in steigendem Maße Fälle von Hundevcrgiftungen beobachtet. Rach Lage der Dinge handelt es sich dabei um das Sterben eines gefühlsrohen Menschen, der den Hunden in irgendeiner Form Gift beibringt. Allein un südlichen Stadtteil sind neuerdings kurz hintereinander mehrere Hunde an Dergiftungserschri- nungen plötzlich eingegangen, ebenso hat man auch in anderen Stadtvierteln Fälle dieser Art bemerkt. Alle Mitbürger, die auch für den Hund ein warmes Herz haben, mögen ihr Augenmerk auf verdächtige Erscheinungen richten und gegebenenfalls dafür Sorge tragen, dah dem gemeinen Treiben des Hundefeindes durch Feststellung seiner Personalien und Anzeige bei der Polizei ein Ende bereitet wird. ** Vom Uhrmacher-Verein Gießen und Umgegend wird uns geschrieben: Die Veröffentlichungen über die Zentraluhrenanlage der Stadt Gießen erwecken fast den Eindruck, als ob es sonst keine genau gehenden Uhren mehr gäbe und für Handel und Industrie die Notwendigkeit bestände, sich der Zentraluhrenanlage anzuschließen, um genaue Zeit zu bekommen. Die Uhrmacher von Gießen möchten daraus Hinweisen, daß gute Uhren mit mechanischem Werk (Feder oder Gewichtzu^ nach wie vor sowohl in der Anschaffung, wie auch im Betrieb die billigsten und zuverlässigsten sind. Großdeutsche Arbeitsgemeinschaft 520 Nationalsozialistisd)er deutsch. Studentenbund 403 ** Der Missionsfilm „Das Licht scheinet in der Finsternis" wurde am Sonntagabend in der Stadtkirchr einer außerordentlich großen Defucherschar vorgeführt. Der Film der Baseler Mission führte nach dem Wunderland Indien mit feiner uralten Kultur und feinen eigentümlichen Sitten und Gebräuchen. Diesmal soUte etwas non_ den unsagbaren Schwierigkeiten vor Augen geführt werden, die von denen überwunden werden müssen, die den Entschluß gefaßt haben, zum Christentum überzutreten. An den Erlebnissen der Kalyani, eines Hindumädchens aus vornehmer Famil.e, werden diese Schwierigkeiten recht deutlich. Rachdem im ersten Teil des Films die wunderbare Pracht des Landes gezeigt wurde und man etwas schauen konnte von den uralten Tempelstätten, heiligen Hainen, Quellen und Teichm, an denen die Indier ihre Waschungen und Andachten verrichten, von den älmjügen mit den heiligen Tempelelefanten und den graufig'n Op ethand- hingen bei den Gö^enfst n, fuhrt? d:r zw::t? Teil in das H'im der Kal.)ani, der eigentlichen Heldin. Das Familienob'rhaupt ist nicht der Vater, sondern dessen ält?rcr Bruder. Er ist der Vermögensverwalter der ganzen Verwandt- schast und hat in allen wichtigen Fragen das entscheidende Wort zu sprechen. Kalyanis Vater, ein eingeborener Arzt, ist von der Wahrheit des Christentums überzeugt und deshalb auch fest entschlossen, Christ zu werden. Rachdem ihm von dem älteren Bruder und der eigenen Frau eine böse Szene gemacht wurde, muß er fein Heim verlassen. Auf der Missionsstat.on w.rd er auch nicht so ohne weiteres ausgenommen, sondern muh vorher die Probe der Echtheit seines Entschlusses ablegen dadurch, daß er mit der Hacke ein Stück Feld ümrodet, was nach der landläufigen Auffassung für ihn die größte Entehrung ist. Doch er legt die Probe ab und tritt dann als Prediger in den Dienst der Mission. Das übcrzeuguvgstreue Verhalten des Vaters macht auch auf die Tochter tiefen Eindruck. Auch sie entschließt sich zum ilebertritt. Mit Hilfe einer christlichen Rachbarin muß sie aus der Heimat fliehen, kommt auf die M.s.ions- ftation und trifft dort wieder mit ihrem Vater zusammen. Die heidnischen Verwandten haben ihren Aufenthaltsort auitgekundschaftet und versuchen nun mit allen Mitteln, sie toieöer in ihre Gewalt zu bringen. Der Advokat erscheint, um nachzuweifen, daß sie noch minderjährig ist; eine überaus günstige Heirat wird ihr angeboten, die sie entrüstet abweist. Die Mutter erscheint und umschlingt weinend ihre Knie, mit List und Gewalt versucht man sie wieder in das alte Leben zurückzuführen. Als alles nicht; helfen will, wird der Zauberer aufgeboten, der nun feine Praktiken ausführt, um auf diese Weise wieder Einfluß auf sie zu getoinnen. Alles umsonst, ihr Entschluß ist gefaßt. Die frohe Botschaft vom Heil in Iefus Christus hat in ihrem Herzen Glauben gefunden. Dadurch ist es licht und helle in ihrem Herzen geworden. Das Licht scheinet nun in der Finsternis und gewinnt den Sieg. Das ist Gottes Werk, an dem auch wir teilhaben dürfen, wenn wir mü- h?lfen am Werk der Mission. Missionar L a u f (Frankfurt) sprach die erklärenden Worte, Pfarrer Mahr widmete ifjm herzliche Worte der Begrüßung und des Dankes, in denen er auf die jahrzehntealten Beziehungen der Freundschaft zwischen der Gemeinde Gießen und der Baseler Mission hinwies und die Hoffnung aussprach, daß diese auch durch die gegenwärtige Rotzeit nicht gelockert, sondern um so fester geknüpft werden möchten. b^ch.lt seVkWbcr Lad-Nauheim im Staai-voransch'ag Vorträge von ßic. Rober t Goebel befaßte für 1930. sich mit dem Durchbruch in die Welt der Offen- I Bad-Raubei m 12 Febr Wie die K °m°n Hymnen an WML «ich d-r inn-rlich.g°iMg bic Macht M tMfettem»*. ® VuVÄm) wie fptegcfUlkn:& finöet den ^gang zum Bereich Ausgabesähe belaufen sich auf 3 265 000 gMyj «S &02006ern 200 000 Mk. aus dem Erneuerungssonds Zc,t kommen wird und daß dabei Deutschland ' üg(i$ 330 000 Mk. (um 103 000 Mk. erhöhte eme toubtige Qlufgabe $u ^Ml^Jjat f 2Ib,ührungsfumme), insgesamt demnach 550 000 erstehungstat hat indessen für Rovalis die Be- v y dcutung einer „W e l t Verjüngung"; sie hat eine I __ Bedeutung für die Raturreiche und die Erde, •o-x-MJ-h die mit in den Vorgang der Erlösung einbezogen I <5nCTiü|iCn vCF jiCPOitWtl. sind. Als Ziel steht es vor seiner Seele im (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Sinne eines Zukunftsbildes. Indessen vermag Schriftleitung.) jetzt schon der Mensch an dieser Zukunft teil- Stammtisch Stadt Kassel. 1. Die zweijährig» zirnehmen, wenn er die Feier des he.l gen Mah- I Dienstpflicht bet der Infanterie und Feld- les begeht, in der Brot und Wein als Trager artillerie ist durch Gefeh vorn 3.8.1893 verfuchs- des Heiligen auserwählt werden (Abendmahls- tocife eingeführt worden. Der Versuch wurde „Hymne"). Die vier Vorträge wurden mit Auf- längere Jahre beibehalten und wurde durch merNamkeit und Interesse ausgenommen. | Gesetz vom 15.4.1905 für dauernd eingeführt. •• Der Rationalsozialistische Deutsche Studentenbund, Hochschulgruppe Gießen, veranstaltete Dienstagabend im „Postkeller" eine gutbesuchte öffentlich? Versammlung. in der Dr. R. 5 r c i 8 l e r iKassel) über das Thema „iln rr gerne n'ame Rot" sprach. In seiner Einleitung betonte der Reuner, daß die Rotzeit unseres Volkes seit fünfzehn Iahren vorhanden sei. Sie sei auch durch die Revolution nicht zu Ende gegangen, sondern habe im Iahre 1918 erst richtig begonnen und zugenommen. Heute gelte es, zu erkennen, daß man sich hingeben müsse, um das Ganze zu retten. Der Redner besprach sodann die äußere und innere Rot unseres Volkes, schUderte die Entwicklung der Verhältnisse nach dem Kriege und die Auswirkung derselben und kritisierte in' längeren Ausführungen die Tätigkeit der Staatsmänner und der politischen Organisationen seit Beginn der Revolution. Besonders setzte er sich mit der Schweis. Drbirie bet ioeben mit SA 6 neuen Wben ferner forgung Don Montana bereit W W N>6o8?. Runter- 1Qb| de neue * M. mA Kd-eAer? 0 r von öcr «Uermen. de; toabrenb bQj Atreter H cm Dnd nicht Untersuchung 'Men und kft- !Mn“ mit > Aromen z> jundbahn- -en und Detv das Druck iahntmnrl ge« cunrnen wo» md nach einer Aty gekommen, de Druck nicht c Decke herbei« fcn", das sich tfemlcn Stelle nt nach Ansicht öor gesamten ffiSSS Issssx sage- das weiter M SLs fettes org« ’if um. einemen all' ltUrmb0!Be®öllun9 iS. - v skoPleils oer‘; llver^"5'zior>el Ski n jftobet fl1! ; 2 2 5,20 44,99 8 113 62 25 7 3 2 1 7,36 tm 3,98 „ 13,68 fm 24,06 „ 28,41 „ 0,36 „ 5,19 „ 48,00 rm la 1b 2a 2b 3a 3b 4a Neue DamenlaGkschuhe Nr.40. flacher Absatz, billig obAttgeb. Su erir. i. d. Geschäftssi. des Lieb. Anz. 01026 Wäldiemooiel verk surSOMk. Frei- tag 5—7. Briednski, Wiitenlege 66. [0W1 16,68 12,39 6,09 3,93 3,23 1,91 Reis II/III. Am Mittwoch, dem 26. Februar 1930, von 10 Uhr ab, bei Gastwirt Freund Großen-Buseck, den 12. .Februar 1930. Beerdigung am Freitag, dem 14. Februar, nachmittags um 2 Uhr, vom Trauerhause, Kaiserstraße 26 aus. 12700 nung erfolgt. Verkaufsbedingungen können vorher eingesehen werden, und werden im Termin bekanntgegeben. 1271V Ober-Bessingen, den 11. Februar 1930. Hess. Bürgermeisterei Ober-Bessingen: Keil. _____ • SchneidermeisterO n. sonstige Reflektanten, die mit Herren- u. Knaben-Klcidcrsabrik Verbind, suchen (Einführung fertiger Konsekt.i wollen imtt Angabe ihrer Verhältnisse, fdneibcn an: B.N.8.239, Ala-Ann.-Enp., Berlin W 35 12W9V Stadttheater Freitag, U.^cbu avn 19bis 23 Udr 20. Zre.iog-M.-vorN. Sie onoete Stile (3ourneo9 ßnO) Drama in 3 Akte» von 8t L Sherid Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank. Familie Job. Schmidt. Gießen (Löberstraße 10), den 13. Februar 1930. C 1'124 Funges Eben, sucht Z-hlsi-Simmer- MlWg mit Studie u. mögt, nut v ad, im Zentrum der Stadi. Sdirislltche Angeb. unter 127/D an den Metz. An;, erbeten Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir hieimit unseren herzlichen Dank. Familie H. Lindenstruth Familie K. Jung G. Hammel. Holzsubmission. Die Gemeinde Ober-Bessingen verkauft 4 1 10. 11. 2. Kl. 1 St.; Reisslängen: Esche 4. Kl. 3 St.; zeichneten Bürgermeisterei verschlossen ein- 5 Kl. 19 St.; 7. Kl. 35 St.; Fichte 5. Kl., zureichen, woselbst alsdann die Eröff- 100 St; 6. Kl. 800 St; 7. Kl. 740 St; ----.................—— Ruhrollen (2 m lang): rm: Eiche 9; Esche 21; Lärche 13; Ruhküppel (1,80 m lang): rm: Eiche 47,5; Esche 4 (2 m lang); Lärche 16,5 (1,80 m lang); Fichte 16 (3 m lang, MSken- kofliime au verleiben. 01007 J. Mand Ging. Wetdeng. 1II» CasH Krämer. Heute morgen 3 Uhr wurde mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Christoph Bonarius Schlofogärtner i. R. im fast vollendeten 79. Jahre seines arbeitsreichen Lebens nach kurzem Krankenlager durch einen sanften Tod in die Ewigkeit abberufen. In tiefer Trauer: Friederike Bonarius Wilhelm Rühl und Frau geb. Bonarius und 3 Enkel. 2. 3. 3000 Mk. als I.Hyvoihekfotort aus WobnbauS ae« sucht. Echristl. tl'• geböte unt. ■ 1020 an den (Hicu. Anzeiger. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute mittag meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Schwiegervater und Großvater Johann Konrad Kehr IX. Landwirt und Kirchenvorsteher nach kurzem, schwerem Leiden unerwartet und plötzlich in seinem 70. Lebensjahre aus diesem Leben abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Treis a. d. Lda., den 11. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 14. Februar, nachmittags 2 Uhr statt. Nur beste Kräfte mit langjähriger Praxis können Äe- rückfichtigung finden. — Bewerbungen nebst Zeugnisabschriften, Lichtbild und Gehaltsansprüchen erbeten an Wauwaus Sans« Gießen, GelterSweg 28 Vertretung für (fliehen au vergeben. In Frage (oinmen nur beitelnneiülnte Herren, welche bhcBen neun näherer Umgebung regeliuäsjig eingehend bearbeiten. Angebote mit Aufgabe von Referenden unt. F. 11. 255 an Als Haaienstein L Bögler. Frankfurt a. M. eeeeeeeoeeee In GrünberR Bahnhosurane, etn 3x3-3immer-f)ou9 m.Anbau n.gr.Gart., alles beichlagnabtne- fr.Wohn.b.lOvOOMk. Anz. d. mich z. ueit 1 Wohn, am 1. Marz beziehbar. 101012 Heinr. Damm, Bleien, Gnaithitiatze 38. V.f.B.08 Samstag, IB.Febrnar •'/, Uhr abends Monatsversammlung (Vereinshelm) Der Vorstand. Staatsoberförsierei Krofdorf. Brennholzversteigerung A. Am Montag, dem 24. Februar 1930, von 10 Uhr ab, bei Gastwirt Klinket zu Odenhausen a. d. Lahn. 1286D Försterei Salzböden, Distr. 61b. 62a, 67. 72, 73b, 75, 77a, 77c, 77b, 81, und Försterei Waldhaus, Distr. 56 Ruhholzversteigerung. Die Gemeinde Riederweidbach, Kreis Biedenkopf, verkauft an nachgenannten Terminen in dem Saale der Gastwirtschaft Rentsch, Riederweidbach, öffentlich meistbietend nachstehendes Nutzholz: 8880 Am Montag, dem 17. Februar, von vor- mittags 10 Uhr ab: Lichen: Güteklasse A, 3. Kl. 1 Stck. = 0,88 fm, 4. Kl. 2 Stck. - 1,95 fm, 5. Kl. 4 Stck. = 5,75 fm, 6. Kl. 2 Stck. = 3,45 fm, 7. Kl. 3 Stck. = 4,99 fm. Güteklasse N, 1. Kl. 7 Stck. = 1,64 fm, 2. Kl. 121 Stck. = 47,53 fm„ 3. Kl. 62 Stck. = 38,69 fm, 4. Kl. 53 Stck. = 51,84 fm, 5. Kl. 46 Stck. = 62,69 fm, 6. Kl. 17 Stck. = 24,98 fm, 7. Kl. 7 Stck. = 10,48 fm. 15 Stck. Stg. 1. Kl., 117 rm Nutzscht. 2. Kl. (2,4 m (.), 42 rm Nutzknppl. (2,4 m L). Buchen: Güteklasse N, 3. Kl. 6 Stck. = 5,38 fm, 4. Kl. 6 Stck. - 5,56 fm., 5. Kl. 2 Stck. = 3,00 fm. Am Dienstag, dem 18. Februar, von vormittags 10 Uhr ab: Fichten: Güteklasse N, Kl. la 114 Stck. = 20,58 fm, Kl. 1b 384 Stck. = 137,87 fm. Kl. 2a 305 Stck. = 185,90 fm Kl. 2b 129 Stck. = 116,77 fm, Kl. 3a 17 Stck. - 19,23 fm, Kl. 3b 4 Stck. = 4,99 fm, Kl. 4 3 Stck. - 4,70 fm, Kl. 5 1 Stck. = 1,18 fm, 120 Stg. 1 Kl., 140 Stg. 2. Kl. und 70 Stg. 3. Kl. Aufmaßlisten können bei rechtzeitiger Bestellung von Herrn Förster Pfeiffer, Niederweidbad), bezogen werden. Niederweidbach, den 28. Januar 1930. Der Bürgermeister. Frink.. Mill Sektion Gießen Bäckerlehrling für sofort gesucht. Su erfragen in der Gefchattsitelle des Gien. Anz. 1297D auf dem Wege des schriftlichen Angebots: Fichlenstämme. 1930, nachmittags 1 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei verschlossen ein und 58: Liche: 93 rm Sch. u. Kn., 1900 Reis II/III. Buche: 130 rm Sch. u. Kn., 1800 Reis II/III. Radelh.: 30 rm Sch. u. Kn., 150 dauert unser AUSVERKAUF zu Spottpreisen I ICT2D Hildebrandt & Cie. wir suchen Abteilungen: Damen- und Herren-Konfekiion Kurzwaren Strumpfwaren Trtkotagen und Handarbeiten erMWtWMM Abschnitte: Liche A. Los 7. Klasse 3 5 Stck. 2,44 fm Ruh- und Brennholzversteigerung Am 18. Februar 1930, vormittags 10A Uhr, werden im Gasthaus „Zur Krone" in Schotten versteigert aus Kohlhag 5 bis 8; Schotter Spieß 4 und verschiedene der Försterei Kiliansherberge Nutz- u. Brennholz, aus Steinswiesenkopf 7 der Försterei Ulfa und Borkhards 3 der Försterei Storn- fels nur Nutzholz: 1288D A. Nutzholz: Langholz: Eiche Kl. 2 14 St. = 5,54 fm; Kl. 3 1 St. = 0,85 fm; Kl. 3 N 22 St. = 13,45 fm; Kl. 4 N 17 St. = 14,82 fm; Kl. 5 N 4 St. = 4,99 fm, Esche Kl. 1 N 25 6L = 2,74 fm; £1.2 N 66t. = 2,34 fm; Kl. 3 N 1 St. = 0,58 fm; Ahorn Kl. 2 N 1 6t. = 0,27 fm; Elsbeere ÄL 2 N 1 6L = 0,09 fm; Kiefer Kl. 1b 2 6t. - 0,72 fm; Kl. 2a 13 6t. = 6,36 fm; Kl. 2b 12 6t. - 8,42 fm; Lärche Kl. la 3 St. = 0,54 fm; Kl 2a 17 St. = 12,50 fm; Kl. 2b 5 St. = 5,09 fm; Kl. 3a 2 St. = 3,00 fm; Kl. 3b 1 St. = 2,78 fm; Fichte Kl. la 21 6t. = 3,08 fm; Kl. 1b 19 6t. = 5,97 fm; Derbstangen: Hainbuche 3. Kl. 2 St.; Esche 1. Kl. 1 St.; 2. Kl. Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod (Abt. 2c, 7a, 8a und 14a und b) soll folgendes Nutzholz auf dem Wege schriftlichen Angebots verkauft werden: Stammholz: Liche N. ------ 64 Stck. 12,80 fm Bekanntmachung. Die am 5. Februar l.J. im Gemeinde- wald Mainzlar ftattgefundene Nutzholz- Versteigerung ist genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 25. d. 2H. ab nach Bürgschaftsleistung auf unterzeichneter Bürgermeisterei in Empfang genommen weioen. 1287D Mainzlar, den 12. Februar 1930. Bürgermeisterei Mainzlar. io o g e l. Los 12. Klasse „ 13- „ „ 14. „ „ 15. „ „ 16. „ „ 17. „ „ 18. „ zu Krofdorf. Försterei Waldhaus, Distr. 41a, 51, 52b, 53a, 54a, und Försterei Krofdorf, Distr. 12 und 14a: Liche: 59 rm Sch. u. Kn., 450 rm Reis II/III. Buche: 1090 rm Sch. il Kn., 2470 rm Reis II/III. $Beid)laguajmeireie r-8Ziuinier-!volW .nut Bad. Xe\u zentral und frei gelen- aegen Renov.- und Uiuzugskonen abzu- geben. (füll, können etnine Aiöbet billig übernommen werd. Schi. Ang. unt. 010u6 an den Metz. 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Das gesamte Holz lagert an guten Absuhrwcgen in der Nähe der Grünberger Straße bzw. direkt an solcher. Es wird empfohlen, das Holz zu besichtigen, da spätere Einwendungen wegen der Vermessung und der Güte des Holzes nicht berücksichtigt werden. 1274D Annerod, den 12. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Horn. „ 4. „ 3 22 „ 17,11 „ (hierunter 1 F-Stamm mit 0,82 fm) ----- ---- 6,89 fm Junger Bursche schulfrei, wird angenommen 01028 Marktplatz 21. Gewandte jüngere Hplin von angesehenem Hause Gietzenö sofort. spätestens »um 1. Avril, gesucht. Schriftliche Angebote unter 1253D an den Gien. Anz. erb aiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiD Gesucht für kleinen Haushalt (010i3 öraoes Hlöööien das alle Hansarb. verrichten kann, von FrauFabrikdtreltür Bernardeau in Tieben ofcu. Reise w. verg. tVielöunaen b »vrau Bro>.Geyer. Gtetzen, Ftkf. Str. 3 Junges Mädchen (öberiefunbareue). A. 3- höhere Handelsschule. sucht zum l. Avril Antangs- stellung als Kontoristin Schr. Angeb. u. OldlO an d. G eit. 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Kl.; Hainbuche 8; , Esche 22; Akazie 1; Ahorn 2; Birke 1,5; Elsbeere 2,3; Rollen (Rundscheit): rm: Hainbuche 6,5; Eiche 11; Esche 3; Ahorn 2; Akazie 2; Aspe 11,5; Erle 17; Fichte 6; Weymouthskiefer 1; Knüppel: rm: Buche 44 1. Kl.; 257 2. Kl.; Eiche 161 I.Kl.; 36 2. Kl.; Esche 54; Ahorn 16; Feldahorn 1; Birke 3,6; Akazie 2; Ulme 1; Aspe 6; Kirschbaum 4; Erle 2. Kl. 15; Lärche 3; Kiefer 7; Fichte 2. Kl. 8; Reisig 1. kl. (Knüppelreisig): rm: Buche 110; E^che 75; Esche 11; Ahorn 3; Birke 2F; Erle 4; Aspe 7; Kiefer 1; Fichte 22; Reisig 2.61. rm (Stammreisig): Eiche 355 (aus Rainröder Spieß 3); Relsig 3. fit (Astreisig): rm: Buche 254; Stocke: rm: Buche 45. Das Eschenstammholz und Derbstangen lagern in Kohlhag an der Schollen—Hungener Straße, Schlangenweg und Spieß 4, daselbst auch Eichenstammholz, Eschen-Reis- stangen in Rainröder Spieß 5. Eschenholz in dieser Menge kommt in den nächsten Jahren nicht zur Fällung. Fichten la- und lb-Klasse in Schotter Spieß 4; in Steinswiesenkopf 7 (Ulfa), Feldbereinigungsabtrieb an der Kreisstraße Ulfa—Stornfels wird versteigert E.chen-, Lärchen- und Fichtenstarkholz, aus Borkhards 3 (Stornfels) Eiche-Langholz Kl. 4 N. Die Eichen- rollen eignen sich zu Gartenpfosten, die Eichen- und Lärchen-Nutzknüppel zu Hutweidepfosten, die Eschenrollen zu Skiern, Rechen und Sensenwürfen, einige Hainbuchen-, Aspen- und Erlenrollen und Buchenscheit 1. Kl. sind Werkholz. Von Brennholz kommt in den Dürrholzschlägen Kohlhag 3 — 5.9 — 11; Hirzenber 3; Rüdewald 4 und 6 alles zur Versteigerung, in den übrigen (Losholz) Schlägen ist das Versteigerungsholz V geschlagen, das Brennholz in Schotter Spieß 4 ist versteigert. Das Holz lagert fast durchweg an versteinten Abfuhrwegen, vom unteren Niddatal gut zu erreichen. Das Nutzholz wird zuerst, Brennholz etwa von 12$ Uhr versteigert. Vorherige Besichtigung wird empfohlen, spätere Beanstandungen werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskunft durck) Herrn Förster Bechtold zu Kiliansherberge und die unterzeichnete Stelle. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Holzversteigerung aus den Forstorten Hainstruth, Sickler- geheeg, Hundsiegstannen, Katzengeheeg, Kahleberg, Rinnwege 21, am Sickergraben und Kirchgeheeg der Freiherren von Rordeck zur Rabenau, Montag, den 17. Februar 1930, 10 Uhr vormittags, im Saale von L. Lich, Londorf. Es werden versteigert: Stämme: fm: Eichen 5,08 Kl. 2; 3,51 Kl. 3; 7,84 Kl. 4; 3,33 Kl. 5; 3,41 Kl. 6 ; Derbflangen: Stück: Fichte 114 1. Kl. 100 2. Kl.; 53 3. Kl.; Ruhreisig: rm: Fichte 15; Ruhscheiter: rm: Eiche und Erle 4,8 (2 m lang); Ruhknüppel: rm: Fichte 5; Brennholz: rm: Scheiter: Buche 250, Eiche 21, Fichte 47; Knüppel: Buche 440; Eiche 80, Aspe und Erle 5; Kiefern 41; Fichte 104; knüppelrelsig: Eiche 21; Kiefern 31; Fichte 26; Reisig: Buche 650; Eiche 53; Stöcke: Buche 36, Eiche 16, Kiefern und Fichte 4. Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. 1285D Londorf, den 12. Februar 1930. Hessisches Forstamt Rabenau. Moderne Ställe Geräte für rentable Geflügelzucht. Leghorn hüfintr. Geflügelhof in TitrgentlKim F5. Katatoq kostenfrei. | Kaufge&uche Gebrauchtes Piano gegen bar au kaufen gesucht. Schr. Ang m. Preisangabe unt. 1289D a.d.Gteh.Anz. Saus 4X3 Zimmer. Küche, Garten, Südvteriel. btll. z. verk. 2 Wolm. io. b. Kauf frei. 9iöb. J.Baer, Oi anlape 29. 2 Bauplätze mit Profit Aum Nah- rungöberg und zur Gutenbergstratze au verkaufen. Anträgen sind au richten an Prol. Moos, Aachen, Bongraben 123. Zu verkaufen wegen Auflösung des HauShaltö: weihe Küche, tont- vielt, pol. Tifch, Sofa m. poliertem Umbau, Bettstelle mit Matratze. A>> erfragen 01009 tinnuthstr. 22 r. |Verschiedenes| Heimstätten- Kredite au 5Ü'O auf 33 Jabre einfchlietzl. 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Bald verging aber dem Direktor sein überlegenes Lächeln: der Leibarzt des Königs, ein Europäer noch dazu, erklärte nach gründlicher Untersuchung des Kronprinzen, daß von einer Blinddarmentzündung in der Tat nicht die Rede sein können. Der Junge hätte wohl — Halsentzündung, sei aber sonst vollkommen gesund. Und als dann der erste Blinddarmspezialist von Paris dieselbe Meinung äußerte, dachte der Direktor nicht mehr daran, Dfort Atta auszulachen. Im Gegenteil: er versuchte krampfhaft, den erbosten König zu beschwichtigen. Was ihm aber nicht gelang. Osort Atta schlug abermals Krach. Mit einem kaum erwarteten Erfolg. Man konnte einwandfrei feststellen, daß der französische Arzt des Knabeninternats im Verlauf eines einzigen Jahres nicht weniger als siebzehn Zöglinge einer Operation unterzogen batte. Siebzehn — gesunde Jungens Und daß der Direktor genau fünfzig Prozent der gepfefferten Aerzte- rechnungen in die Tasche steckte. Er wanderte mitsamt dem gewissenlosen Mediziner ins Kittchen. Und Sir Dfort Atta, der die Blinddarmepidcmie io „brutal" entlarvte, hat seinen Glauben an die Zivilisation (zumindest an die der französischen Pädagogen!) ein für allemal verloren ... Aus dem Amtsverkündigunqsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt 71 r. 11 vom 11. Februar enthält: Das Feuer- löschw.'sen im Kreise Gießen. — Wiesenrundgänge im Frühjahr 1933. — Das Beschneiden der Hecken. — Dienstnachrichten. Der Zwergneqerköniy. In Zentralofrika, zwischen dem Repoko und dem Oberlauf des Aruwimi, lebt ein schwarzes Zwergvolk. Es heißt „Akka Wambutti" Die durchschnittliche Körperhöhe beträgt 135 Zentimeter. Die Leute sind eben klein. Klein, aber — oho! Zumindest ihr Herrscher, Seine Majestät Sir Osort Atta. So grotesk es auch klingen mag: der kleine König hat erreicht, von seinem großen Kollegen Georg von England zum Ritter geschlagen zu werden Anläßlich seines vor einigen Jahren erfolgten Besuches in Lon- Dben: Lloyddampfer „München" (13 483 Tonnen). Unten: Zier JtaudHalon bei- „München". Der (fcfetlfdmfisraum ber „München-, blieb: der Ouaderbau auf achteckigem Riß. Das, was die stärkste Seele ihrer Zeit ersann. Das Gleichnis ewigen Willens .. Und daß er diese Höhe wählte! Unendlich ist der Umblick .. Und uferlos, wo er das Meer erreicht .. Flut — Küste — Städte — Oelbaumwälder — Weidetriften, anschwellend an die Grundmauern. Abschwellend: Weidetriften — Oelbaumwälder — Dörfer — Gehöfte — Talmulde. Und dann die Berge, steiler und steiler hinan gegen die ferne Basilikata, gegen das ferne Kampanien. Plötzliche Vision, indeß ich atme, schaue, schaue, Ströme dieser Bergluft trinke: dies ganze Land in Mandelblüte unter den Augen des Kaisers . An einem Märzabend .. Am Fenster er, dort, über dem Eingangstor, am Fenster des oberen Geschosses: vergessend, eine Minute lang, die Lost der Welt, die auf ihm lag, im Duften seiner Mandelblüten . Rach Stunden Rast nun heimwärts. Durch sonnigen Rachmitag nach A n d r i a. Rach Canosa hinüber, dem hellenischen Kanysion hieß es: eine gewaltige Siedlung. Apuliens größte Stadt im dritten und zweiten Jahrhundert. Berühmt durch seine Vasen .. Auch sie wird uns Tarent noch zeigen. Was uns hier lockt, ist ein vergessener Heldenname: der Name Boemunds, der des großen Guiskard Sohn war. Seitlich vom Kuppelturm ist ihm ein Grabmal errichtet. Auch hier, was bannt: nur der geformte Raum. Eine schöne Bronzetür mit feiner Ziselierung führt in das schlichte Rund. Boemunds Blut fließt in den Adern Friedrichs, dessen Mutter dein Geschlechte Guiskards entstammte. Schatten weht zu Schatten, der Sarazenenbekämpfer der Kreuzzüge zu dem Sarazenenfreund, der mit dem Papst auf Tod und Leben rang .. O Wahn der Ziele! Wie einer sich erfüllt, ist seine Größe. Daß er sich selbst getreu sei, Vorbedingung. Im Westen blutete das letzte Abendrot. Wir schieden aus dem Dämmer des Domes, aus dem strengen Zauber der Marmorkanzel und des Bischofs- stuhles. Und kehrten schweigend über Barletta in rascher Fahrt nach Trani heim Raffe, für deren Fühlen und Denken Paris den Mittelpunkt der Welt bedeutet. In dem Maße jedoch, wie die kolonisatorischen Aufgaben Frankreichs es mit sich bringen, die viel fremdartigeren Devölkerungsmassen Mittel- und Westafrikas für Wehr- und öffentliche Arbeitszwecke in Anspruch zu nehmen, muß die Gefahr wachsen, daß im „Größeren Frankreich' schließlich viel mehr Franzosen Verne gern, als Reger zu Franzosen wer den. Diese Gefahr wird gesteigert dicrch die unwiderstehliche Ausbrcituna s c 8 Islams über die ganze Rordhalfte Afrikcs der die verschiedenen einheimischen Stämme immer mehr zu einer Einheitsfront gegen jeglichen Imperialismus europäischer Kolonialmächte zusammenschweißt. Das erfordert wieder die Ausbildung technischer Hilfskräfte aus den Kreisen der Einheimischen. Man kann auch die jetzt öden Gegenden im Umkreise von Timbuktu nicht m ein „Aegypten" verwandeln, ohne die Eingeborenen zu nötigen und dazu zu erziehen, den Boden sorgfältig zu bebauen. Für die französische Verwaltungspraxis in diesem Teile Afrikas ist es bezeichnend, daß die Kinder ai£ wilden Ehen zwischen Weißen und Farbigen vom Staate übernommen und auf einer dafür errichteten Anstalt in Bamako erzogen werden. Aus den Knaben macht man Beamte, aus den Mädchen in der Regel Hebammen. Zweifellos befindet sich die Entwicklung m Tunis, Algier und zum Teil auch in Marokko auf dem besten Wege, dem Ideal eines „Größeren Frankreichs" zu entsprechen. Freilich hat der französische Staat bis 1925 in Marokko allein für Eisenbahn-, Straßen- und Hafenbauten Summen aufgewandt, die etwa einem Aufwande von zweieinhalber Milliarde Mark entsprechen. Die fortwährende Zufuhr neuen französischen Blutes fördert die Entwicklung einer ein - heitlichen französisch-afrikanischen dvn Wobei er große Geschäfts mit England tätigte. Nun ist Herr Dfort Atta nicht nur der einzige in Mitteleuropa geadelte afrikanische König, sondern gleichzeitig der Generaldirektor der „Akka Limited", der von ihm ins Leben gerufenen Diarnantenver- wertungsgesellschaft, die für den Leiter und Chef des Aufsichtsrates nicht zu unterschätzende Dividenden abwirft. Der geschäftstüchtige und durchaus „westlich" denkende Zwergnegerhäuptling leistet sich und seinen Familienangehörigen natürlich jeden Luxus der sogenannten Zivilisation und sorgt großzügig dafür, daß sein Erstgeborener sich rechtzeitig die kulturelle Ueberlegenheit aneigne, die zur Regierung der Zwergneger in Zentralafrika wohl unerläßlich ist. Der kleine schwarze Kronprinz wird in einem Pariser Feudalinstitut für die Söhne der besten Gesellschaft vorbildlich erzogen, und soll dereinst das Volk des Sir Dfort Atta radikal „modernisieren". Bis dahin ist aber noch lange Zeit. Vorläufig sollte der Jüngling einer Blinddarmoperation unterzogen werden. "Der Tag des ärztlichen Eingriffs war bereits festgesetzt, als der Vater urplötzlich in Paris auftauchte. Er besuchte natürlich den Sohn. Er wollte einfach nicht glauben, daß dieser an einer Blinddarmentzündung erkrankt sei und schlug mächtig Krach: „Diese Krankheit ist in unserem Lande unbekannt. Kommt gar nicht in Frage, der Arzt der An- ...... ' Der Herr Direktor Die Vorverhandlungen für die große Flot- lenkonferenz in London haben bewiesen, daß das Maß der französischen Seerüstungen in «rster Linie bestimmt wird durch die Sorge um die Sicherung ungestörten Verkehrs zwischen dein eigentlichen Frankreich und seinen nordafrikanischen Kolonien, die man in Paris nicht als solche, sondern als Pro, rinzen des „Größeren Frankreich" «ufgefaßt wissen will. Als Sdeal schwebte eine solche Erweiterung des Begriffes Frankreich vielen Franzosen schon vor dem großen Kriege vor, aber erst seit dem Frieden von Versailles ist die praktische Politik der Pariser Regierung mit größtem Rachdruck unmittelbar auf vollständige Eingliederung der nordafrikanischen Besitzungen in den französischen Staatsorganis- vius gerichtet. „Deutschland", erklärte Poin- < a r c im Sinne dieses Strebens am 16. Septem- fccr 1923 in Breuilles, „sucht unsere wertvollen, treuen, schwarzen Truppen vor der Welt zu diskreditieren, weil es nicht wünscht, daß wir eine Ration von 100 Millionen sind." Fran- zösisch-Rordafrika soll ebenso einen Teil Frank- leichs bilden wie Korsika. Wenn von den übrigen Kolonien nicht das gleiche gelten soll, so nicht deswegen, weil man ihre Bevölkerung nicht für fähig hielte, französische Vollbürger abzugeben, sondern weil sie zu entlegen sind. Man rechnet eben damit, daß Frankreichs Seegeltung auch in Kriegszeiten gestatten wird, mit den nordafrikanischen „Provinzen" so zu verkehren, als wenn man nicht durch das Mittelländische Meer von ihnen getrennt wäre. Rasfenunterfchiede haben für die französische Politik nie eine besondere Rolle gespielt. Seine geographische Lage zwischen den Alpen und den Pyrenäen machte Frankreich zu einem Sammelbecken für Angehörige der nordischen vnd der Mittelmeerrassen, deren Pigmentierung in vielen Ruancen zu der der auch noch ziemlich Hellhäutigen Rordafrikaner sanft überleitet. Es ist bezeichnend genug, daß die französische Sprache jjar keinen treffenden Ausdruck für den Begriff des „Farben-Problems" kennt, sondern ihn nur umschreiben kann. Die französischen Kolonisten in Marokko, das dicht vor den Toren des eigentlichen Frankreich liegt, kamen mit „Eingeborenen" in Berührung, die eher der weihen als der schwarzen Rasse zugerechnet werden können. Das ganze Derwaltungssystem. in den französischen Besitzungen in Rordafrika ist darauf eingestellt, keinerlei Rassengegensah gelten zu lassen und die Einheimischen zu französischen Patrioten zu erziehen. Durch Dorschiebung von Pionieren sucht man die französische Kultur von der Küste aus immer weiter nach Süden vorzutragen, um auch die Bevölkerung Aeguatorialafrikas für sie zu gewinnen. Seit der Zeit, wo Lord Salisbury gegenüber Landsleuten, die sich durch die französische Ausbreitung in der Sahara beunruhigt fühlten, bc- Ichwichtigend meinft, England könne den gallischen Hahn dort getrost „im Sande scharren" lassen, Imt die moderne Verkehrstechnik auch die afrika- inschen Raumverhältnisse grundstürzend geändert. Ochon führen Autostraßen sowohl in der Richtung von Rorden nach Süden, wie nach Osten und Westen, quer durch das große Sandmeer, und bald genug wird die Trans-Saharabahn die zukunftsreichen Besitzungen in Zentralem!) Westafrika für die französische Wirtschaftspolitik in Rordafrika erschließen. Auf dem Luft- wege ist es heute schon möglich, Dakkar von Frankreich aus in 48 Stunden zu erreichen. Um so größere Beachtung verdient der gigantische Plan, am Riger durch Damm- und Kanalbauten eine Art französischen Aegyptens zu entwickeln. In Ergänzung zu dem bei Sutaba in der Rähe von Bamako schon bestehenden Damm soll nicht weit von Moptt statt muß sich geirrt haben! lächelte nur mitleidig über bi . , . ren". Was der schon von der modernen ärztlichen Herbst in Apulien. Von Albert H. tausch. VI. Lastet del Monte. Früher Aufbruch. Halbbedeckter Himmel. Süße, warme Luft. Streichend, manchmal zum Wind verdichtet, der die Wolken treibt Der Wagen wartet. Die Gewitterregen der letzten Tage haben eine Straße zerstört. Man hat es uns rechtzeitig mttge- teilt. Wir beraten über die Umwege Wir wollen um die Mittagsstunde in E a st e l d e l Monte fein, dem apulischen Bergschloß Friedrichs II., das er nach eignen Wünschen im Jahre 1240 bauen liefe. Dieser Tag ist dem Gedächtnis des grofeen Staufers qeweiht. Was immer wir an Schönem sehen mögen, feat in (Saftei del Monte zu münden, was wir nach unserem Abschied von der Burg, noch sehen hat sich darauf zurückzubeziehen. Dem «chatten dieses größten Menschen, der jemals auf apulischer Erde lebte, sollen alle Dinge dienen, die sie birgt: soll unser Erinnern sich neigen, unser Dank für das gewaltige Beispiel der Treue eines Menschen gegen sein Gesetz, wie er es uns als kostbarstes Vermächtnis hinterließ. Da keine andere Wahl bleibt: vorwärts auf die Straße nach B i f c e g l i c , am Meer entlang. Matte Sonne über den Olivenhainen. Hellgrünes Sprossen unter dem silbergrauen Gezweig. Frühling Ueppige Gemüsefelder. Blaugrüne Artischoken. Spinat. Immer wieder Artischoken. Broccoli, eine Art Blumenkohl. Gänseblumen. Der Wagen fliegt durch all dies Grüne, leicht Durchgoldete. Links, hinter den gleichen Feldern, das Meer. Sehr blau. Am Horizont Wolken, weich, weiß. Manchmal mit Gold gefüttert Bisceglie (Ein staubiger, glühender Sonn- tagnachmittag steigt mir auf, den ich hier einmal verträumte.) Ein Knabe steht auf dem Trittbrett und führt nach Santa Margherita, der versteckten romanisch apulischen Grabkirche des Geschlechts der Falcone Ende des 12 Jahrhunderts, unverfälschte, ergreifend schlichte Formen über dem Grundriß des griechischen Kreuzes. Edle, stille Kuppel Nichts als die Sprache be« gebändigten Raumes Unvergeßlich Nur das Schlichteste hastet. Ornamente verwirren und vergessen sich. — Zurück in den Wagen Kein Halt an der Kathedrale. Die Sinne sind auf anderes gerichtet Keine Portale, keine Verzierungen. Jetzt nicht. Auf die Straße nach Corato, ins Innere des Landes, den Höhen der M u r g e entgegen, die drüben blauen, unter halb geöffnetem Himmel, dessen Wolken höher und höher steigen Oliven, Oliven. Gewattige Bäume. Und immer die sattgrünen Ge- und Sansanding oberhalb der Krümmung des Rigers ein großer Damm entstehen und das Wasser durch einen Kanal in einen alten Arm des Flusses nordwärts gegen Dokolo und Mene geleitet werden. Südlich des Kanals und ziemlich parallel zum gegenwärtigen Lauf des Rigers wird ein Schuhdeich gegen Lieberflutungen gebaut werden. Weitere Damm- und Kanalbauten sind bei den Tosaye-Schnetten geplant, wo der Rigger zugleich überbrückt werden soll. Tosaye aber wird einer der Endpunkte der Trcrns- Saharabahn bilden, die von Beni Abbas in Algerien ausgehen soll. Die Trans-Saharabahn wird durch eine Linie von Tosaye in das Wagadugu-Gebiet fortgesetzt werden, wo der Anschluß an die nach Dakkar führsende Linie erreicht wäre, die ihrerseits bis Bamako und Segu verlängert werden soll. , _ . „ Die Durchführung aller dieser Proiekte erfordert zugleich eine gewalttge erzieherische Arbeit unter der einheimischen Bevölkerung. Weder die Trans-Saharabahn noch die geplanten Damm- und Kanalbauten können verwirllicht werden, ohne daß die Bevölkerung in großem Umfange z u Zwangsarbe iten ausgehob e nwird. müfcfelber. Junges Gras, zart wie Frauenhaar. Goldnes Züngeln in dünnen Halmen. Manchmal Regentropfen. Voll Gold auf den Blättern. Fette, rotbraune Erde. Heimaterde des Staufers. Er liebte Apulien. Mehr vielleicht als Sizilien. Wir fahren durch sein Land. Die Wälder von damals fehlen. Corato. Ohne Aufenthalt weiter nach R u v o, in großgriechische Luft. Vielleicht, dafe wir bie wundervolle Dasensammlung im Palazzo Jatta zu sehen bekommen: attische Vasen aus dem sechsten, fünften, vierten Jahrhundert, über Tarent in das Land eingeführt — und Erzeugnisse der Töpfereien von Ruvo selbst, beide in den vielen Grabkammern gefunden. Vor allem die berühmte Opfervase. Ach ll am Grabe des Patroklos. Vergebene Hoffnung. Der Besitzer ist abwesend, der Haushofmeister kann uns nicht einlassen .. Schmerzlicher Bescheid. Aber es warten unser ja die unvergleichlichen Vasen in Tarent . O Duft hellenischer Welten, einen Augenblick lang oorgewittert in dieser kleinen Landstadt . Einen Blick auf die breitorige Fassade der Kathedrale — herrliche Einzelheiten an Rankwerk und Bogenfüllung — und weiter. Zurück nach Corato. Von dort neue Wendung in das Landinnere. Südwestlich. Gerade auf C a st e I bei Monte zu. Steigende Straße. Die Wipfelfläche des Oelbaunv waldes hinter uns gegen das Meer gesenkt Sehr ferne schon, dieses Meer. Steigende Straße. Immer freier wird der Rundblick Berge vor • uns, die Murge. Talmulden, immer wieder gefüllt mit Olivenwald. Warme, pfauenblaue Lichter über den Tiefen. Goldbrüche im zerdehnten Gewölk. Silberbrüche. Aguamarinblaue Himmelsstreifen über violetten Hügeln Frühling Welche Luft plötzlich wie von Alpentriften. Welche Würze .. Krauterhauch, dem feuchten Erdreich der Höhen entstiegen Wir sind fünfhundert Meter hoch Da ist Castel del Monte. Da, vor uns, zum Greifen auf feiner einsamen baumlosen Kuppe. Ein Schrecken fast: Brs in den letzten seiner Steine ein Ereignis ' Das Reich des Hohenstaufers ist uns plötzlich aufgeschlossen. Wir stehn in seiner Mitte. Vor uns: sein Sinnbild Dieses Schloß war zwölf Jahre lang der Brennpunkt der Welt In ebensolche Einheit wie er dieses Haus zu bannen wußte, wollte er widerstrebende Mächte bannen: er vergaß, baß Menschen, Völker, Rassen keine Steine sind, die sich in heroische Schönheit fügen lassen. Er maß bie Gegenkräfte nicht genug, maß nur bie eignen. Was biefe waren, sein Geist, sein Herrschertum: zeigt dieses ungeheure Werk. Nichts als schöner Raum Und kaum ein Hauch von Schmuck in wenigen zarten Fensterbögen Innen: ein Traum von allen Kostbarkeiten ber Levante Beiwerk. In alle Winde aufgelöst. Der Sinne Angelegenheit. Das Aeufeere aber Oberhessen. Landkreis Gienen. $ Lollar. 10. Febr. Gestern nachmittag fand die gut besuchte Jahreshauptversammlung des-Deteranen - und Krieger Vereins Lollar statt. Aach dem von dem 1. Vorsitzenden Martin Laudert erstatteten Jahresbericht hatte der Verein im abgelaufenen Jahre vier Sterbefälle zu verzeichnen: Ehrenmitglied Johannes Simon. Mitglieder Ludwig Schreiner, Ludwig Wagner III. und Ludwig Frey 11., deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Neueintritte erfolgten drei. Der Mitgliederstand beläuft sich am Jahresschluss> auf 117 aktive, 8 passive und 6 Ehrenmitgtie-er. Dem Verein angegliedert sind eine Ortsgruppe des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen der Kriegerkameradschaft „Has.ia und eine „Hast ia"-Jugendgruppe- Dem Derern gehören noch zwei Altve.eranen an, nämlich Friedrich Heibertshausen und Christian Viehl. Für 40jährige Mitgliedschaft konnte Talthasar Nuhn, für 25jährige Mitgliedschaft die Kameraden Karl Erdmann, Ludwig N i e- derhöfer, Wilhelm Seipp, Josef Uhr- berg, Robert Ewald und Friedrich R i n g - l e b durch Lieberreichung der entsprechenden Hassiaehrenzcichen ausgezeichnet werden. Die Rechnungsablage zeigte ein günstiges Bild: dem Rechner konnte nach Prüfung der Jahres echnung Entlastung erteilt werden. Von den ge ahten Beschlüssen verdienen Erwähnung die Beteiligung des Vereins am Volkstrauertag am 16. März, die Bestellung des kriegsbeschädigten Lustschifsers Hahn aus Beltershain zu einem Vortrag mit Lichtbildern über seine Erlebni se auf den Fahrten mit verschiedenen deutschen Kriegsluf^schissen während des Weltkrieges, insbesondere über die Fahrt mit dem Zeppelin „2.59“ von Bulgarien nach Deutsch-Ostasrika für den 16. März und die Abhaltung mehrerer Schießtage. Im übrigen beschäftigte sich die Versammlung in reger Aussprache mit einer Reihe interner Dereinsange- heiten, die dem Vorstand zur weiteren Bearbeitung überwiesen wurden. > Daubringen, 11. Febr. Dieser Tage fand in der Wirtschaft 2. Weimer die 2 a h - resschluhversammlung des Gesangvereins Daubringen statt. Der Vorsitzende, Herr W. Roth, begrüßte die Mitglieder und gab einen kurzen Rückblick und Tätigkeitsbericht über das verflossene Vereinsjahr. Kassierer H. 2 a t s ch erstattete alsdann die Rechnungsablage: An Einnahmen sind zu verzeichnen 850,05 Mk., denen 761,37 Mk. Ausgaben gegcnüberstehcn, so daß ein Lieberschuß von 88,68 Mk. verbleibt. Rach Prüfung der Rechnung wurde dem Kassierer Dank und Entlastung erteilt Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Will). Roth: Kassierer Hch. Latsch: 1. Schriftführer 2. Klingel- Höfer: 2. Vorsitzender Johs. Reif: 2. Sa-rist- führer Wilh. Dort: Stimmcnrertre'.er: erster Tenor K. Weim er I., 2. Tenor K. Weimer II., 1. Baß Aug. Kümmel. 2. Bah W. Vogel: Beisitzer 2. Kraushaar: Zeugwart K. Grölz: Vereinsdiener Hch. Weimer HL; Fahnenträger W. Vogel. Das Wertungssingen des Lumdatalsängerbundes, an dem der Verein all'ährlich teilnimmt, findet dieses Jahr am 15. Juni in Vordeck statt. Infolge der günstigen finanziellen Lage wurde beschlossen, von den Arbeitslosen nur den halben Beitrag zu heben. Der Einladung des Gesangvereins Ruttershausen zu seinem Sängerfest soll nicht stattgegeben werden, dagegen wird der Verein einen Ausflug nach Braunfels unternehmen. Hm den Eifer und die Regelmäßigkeit beim Besuch der Gesangsstunden mehr zu fördern, wurde ein Antrag des Mitgliedes Latsch, jedem Sänger, der sämtliche Gesangsstunden des Vereins ahres besucht hat, bei der Generalversammlung eine Ehrennadel zu überreichen, angenommen. — Der Erhaltung und Weiterführung der 1929 gegründeten Reisekasse wurde zugestimmt. 4- Grünberg, 11. Febr. Am Sonntag hielt der Ortsgewerbeverein seine Haupt- Versammlung im „Hesiischen Hof" ab. Der Vorsitzende, Schlosscrmcister Hrch. Schmidt II., erstattete einen kurzen Jabresbericht. Die Rechnung schloß mit einem kleinen Llebcrschuß ab, außerdem besteht beim hiesigen Vorschutzverein ein Guthaben von über 103 Mk. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Schuhmach r neistrr A. Grohhaus, Zimmcrmeister Gg. 2. Haas und Architekt Jäger, Queckborn, wurden w'.e- dergewählt. Für den 23. Februar ist eine größere De^ammlung geplant, in der Schreinermeister Lautenbacher, Dieburg, früher Mitglied ces Landtages, sprechen wird. Weiter ist beabsichtigt, den im Herbst in Alsfeld stattfindenden Handwerkertag gemeinsam zu besuchen und die Reisekosten aus Dereinsm'tteln zu bestreiten. Weiterhin beschäftigte man sich mit der Abhal- tung und Ausgestaltung der Gesellenprüfung, sowie mit der Lehrlingsausbildung. Der Vorsitzende berichtete noch über die von der Handwerkskammer geschaffene Altersversicherung, die an bedürftige, über 65 Jahre alte Handwerker Renten im Hochstbctrage von monatlich 30 Mk. zahlt. Da er Mitglied des Ausschusses ist, dem die Prüfung der einlaufenden Gesuche obliegt, konnte er hierüber eingehende Auskunft erteilen. - Dieser Tage fand frier die Gründung eines Tennisklubs statt. Erster Vorsitzender ist Fabrikant O. Allmendinger, Stellvertreter Landwirtschat As s or Dc. Bö- cher, Rechner Walter Jockel jun., Schri,t- sührer Walter Schmidt jun., 1. Bescher und Spiclwart Kaufmann Heinrich K a p P e s. 2. Beisitzer Frau Studienrat W e i n e l, 3. Beisitzer Apotheker Probst. Als T nnisplatz wurde ein Geländestück bei der .Villa Emilia“, das von der Besitzerin gestellt wird, in Aussicht genommen. Die Herrichtung des Grundstückes a.s Spielplatz ist mit zirka 1900 Mk. veranschlagt. Die Geld- beschalfung soll durch Pslichtanteilscheine der Mit- glieder, sowie durch Aufnahme einer Schuldsumme ermöglicht werden, aus welchem Grunde der neugcgründete Klub die Eintragung ins Dereins- register beschloß. Tie M'tgliedrrzahl des jungen Vereins beträgt schon über 25. * Grünberg, 12. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des Bauernbundes hatte am Montagabend ihre Mitglieder zu einem Vortrage des Veterinärarztes Schmitz über „Llnfrucht- barkeit der Rinder und Kühe, ihre Llrsache und Bekämpfung" zusammengerusen. Der Saal im »Rappen" war von etwa 70 Personen beseht, die den interessanten Ausführungen, die durch zahlreiche Lichtbilder und Tafeln anschaulich unterstützt waren, aufmerksam lauschten. Landwirt Frank dankte dem Vortragenden für seine mit großem Beifall ausgenommenen Ausführungen, ferner dankte er den Herren des Landwirtschaftsamtes für ihre Anwesenheit und die dadurch bekundete Zusammenarbeit. In der anschließenden regen Aussprache wurde wegen der starken Verseuchung der Viehbestände der ganzen Umgebung mit Scheidenkatarrh dem Gedanken der gemeinsamen Tekämpfung durch Tierarzt Schmitz nähergetreten. s. T r a i s ° H o r l o f f. 12. Febr. Der Alt- bürgcrmcister Friedrich Dorn mann konnte in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 8 0. Geburtstag feiern. Er ist noch bei allen landw.r schäft ichen Arbeiten beh'lf ich, und niemand wird ihm sein Alter ansehen. Kreis Friedberg. WSV. Friedberg, 12. Febr. Ein Motorradfahrer aus Bad Soden fuhr gestern nachmittag an der Blockstelle Obermörlen gegen einen Baum und blieb bewußtlos liegen. Der Bedauernswerte ist später im Bad- Vauheirner Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Die blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. 5 Fortsetzung. Na./druck verboten Ein froher Atemzug weitete Schulhofs „ die Brust. Wie Musik erklang ihm der Arbeitslärm, der allenthalben herrschte, in den Ohren. Als er sich wieder der Fahrstraße näherte, gewahrte er plötzlich, daß neben seinem Wagen noch ein anderes Auto stand. Er erkannte Lu Horwitz' graues Kabriolett. Sein Fuß stockte. Lu war wieder in Berlin!... Er hatte sie noch nicht zurückerwartet. Eine Verstimmung kroch in ihm empor. Die frohe Gehobenheit, in der er sich vorher befunden hatte, war verweht. Lu stand bei chrem Wagen und sah ihm lächelnd entgegen. Felix Schulhofs küßte ihr die Hand. „Wann bist du zurückgekommen?" fragte er nach den ersten Worten der Begrüßung. „Heute früh." „Ich dachte, du wolltest noch einige Wochen bei deiner Freundin In Köln bleiben." „Marion hat sich, seitdem sie verheiratet ist, sehr zu ihrem Vachteil verändert! Da war ich froh, als ich unter einem Vorwand wieder weg- kam!" „Warum hast du mir keine Nachricht gegeben? Ich hätte dich gern an der Dahn abgeholt!" Lu zuckte mit den Schultern. „Die Abreise kain sehr überraschend..., dann wollte ich dich auch nicht in deiner Arbeit stören!" Sie wies mit der Hand auf das Baugelände. „Daran scheint es dir ja nicht zu fehlen: man sieht es deinem zufriedenen Gesicht an!“ Schulhofs ärgerte sich über den leisen Spott, der durch ihre letzten Worte geklungen hatte. Lu hing sich an seinen Arm und ging plaudernd an seiner Seite hin und her. „Wie geht es eigentlich deinem Vater?" fragte sie dann. „Als ich vorhin bei dir zu Hause anrief, gab man mir etwas unklare Antwort." Schulhoffs Gesicht wurde ernst. „Es geht ihm nicht gut. Der Arzt ist in großer Sorge um ihn." «Ich werde ihn an einem der nächsten Tage besuchen", erwiderte sie darauf obenhin und wandte sich einem anderen Gesprächsstoff zu. Sie war voller sportliche,» Pläne für die kommende Zeit. Mehrere Turniere, an denen sie teilnehmen wollte, standen bevor. „Im Herbst werde ich wieder mit Madame Caillaux zusammentreffen. Dann muß ich sie besiegen! Es ist mir heute noch unerklärlich, wie sie die Partie gewinnen konnte! Mr. Loudon behauptete nachher, ich habe besser gespielt als sie, nur sei ich seltsamerweise etwas nervös und dadurch der Französin unterlegen gewesen." Felix Schulhofs hatte kaum mehr auf Lus Worte geachtet. Was lag ihm daran, ob Lu Horwitz die Europameisterschaft im Tennis besaß oder eine andere! Seine Blicke waren wieder von dem Bild der Arbeit, das sich vor ihm ausbrei- tete, gefesselt, und in Gedanken sah er die Häuser erstehen... Gebilde, die lebten und wuchsen... Sie standen wieder bei ihrem Wagen. „Ich will jetzt nach Hause fahren', sagte Lu. „Heute abend kommst du doch zu mir, nicht wahr?" In Felix Schulhofs lehnte sich etwas auf. Wie kam Lu dazu, einfach wieder über ihn $u verfügen ... wie früher?... Lagen da nicht die Tage von Vizza dazwischen... jene beiden Tage, in denen er sich von ihr gelöst hatte... und freigeworden war von der Macht, die sie vorher auf ihn ousgeübt hatte?... Er zwang sich zu einem freundlichen Lächeln. „Ich werde kommen." Aber die Verstimmung wich nicht von ihm. Auch nachher, während er heimwärts fuhr, grübelte er über Lus Verhalten, das ihm unverständlich war. Tat sie nicht das ernsthafte Zerwürfnis, das in Nizza zwischen ihnen entstanden war und zu einem mehr als kühlen Abschied geführt hatte, als Bagatelle ab?... wie wenn es nicht gewesen wäre... Sie mußte doch damals bemerkt haben, daß fein Gefühl ihr gegenüber erkaltet war... Er hatte, wenn er in der Zwischenzeit an Lu dachte, nichts anderes erwartet, als daß sie sich, in ihrem Stolz und Ehrgeiz verletzt, von ihm ju» rückziehen... das Verlöbnis lösen würde... ja, insgeheim hatte er dies gewünscht... Lind nun gebärdete sie sich, als sei nichts vorgefallen! Der Gedanke, wieder täglich mit Lu zusammenfein, seine wenigen freien Stunden mit ihr verbringen, ihre Interessen, die den seinen so entgegengesetzt waren, teilen zu müssen, hatte etwas Quälendes für ihn. In einem Widerstreit der Empfindungen kam Felix Schulhofs daheim an. „Ihr Vater hat schon mehrmals nach Ihnen gefragt", sagte die Haushälterin, die ihm im Gang entgegenkam. Felix Schulhofs ging eilends in daS Krankenzimmer. In Max Schulhoffs Befinden war in den letzten Tagen eine Verschlechterung eingetreten. Die Augen in dem von der fchtveren Krankheit zerstörten Gesicht geschlossen, lag er in den Kissen. Selten kam ein Wort über seine Lippen: für seine Llmwelt schien er kein Interesse mehr zu haben. WSN. Heldenbergen, 12. Febr. Gestern nachmittag fuhr ein Motorradfahrer, der genötigt war, einem Fuhrwerk auszuweichen, einen sechsjährigen Knaben, der gerade aus der Kinderschule kam, an. Der Junge erlitt einen doppelten Schädelbruch und wurde in das Friedberger Krankenhaus eingeliefert. Der Motorradfahrer kam mit einem Armbruch und leichten Verletzungen davon. Kreis Büdingen. △ Nidda, 12. Febr. Heute wurde hier der Petrimarkt abgehalter». Vormittags sand auf der Gänsw'.ese Schweinemar kt statt. Es waren fast 403 Ferlrl und Läufer aufgetrieben. Infolge des starken Besuchs von Kauflustigen entwickelte sich lebhafter Handel bei hohen und festen Preifen. Für Ferkel, sechs Wochn» alt, wurden 38 bis 40 Mk., für acht Wochen alte 45 bis 48 Mk. und für Läufer 55 Mk. je Stück bezahlt Fast alle Tiere wurden abgesetzt. Für fette Schweine werden gegenwärtig 75 Pf. für das Pfund Lebendgewicht bezahlt. Nachmittags war der K r ä m e r m a r f t auf dem Marktplatz in der Stadt nur mäßig besucht. Kreis Alsfeld. S-ch Alsfeld, 10. Febr. Die am Sonntagabend im großen Saale des „Deutschen Hauses" im Rahmen der regelmäßigen Vorstellungen der Winterspielzeit vom Gießener Stadttheater gebrachte Aufführung des Stückes „Der G ei st er zu g" war in schauspielerischer Beziehung wieder ein voller Erfolg. Die außerordentlich spannende und sehr gefchickt aufgebaute Handlung sand bei dem Publikum starkes Interesse, wie dies in der Regel bei allen Detektivstücken der Fall ist. Infolge der guten Dühnen- einrichlung der modern ausgebauten Bühne war es möglich, auch die zur Wirksamkeit des Stückes erforderlichen szenischen Effekte herauszubringen. Alle Darsteller boten vorzügliche Leistungen, und hierauf ist auch das ständig wachsende Interesse für das Gießener Stadttheater in unserer Stadt zurückzuführen. Das gut besetzte Haus war sehr angeregt und spendete lebhaften Beifall, der wohl in erster Linie den Darstellern galt, die es ausgezeichnet verstanden, die stets umspringende Stimmung dieses eigenarfgm Stückes auf die Zuhörer zu übertragen. — Am Samstagabend trat nach längerer Pause das beliebte Alsf c lder Jugendorehester w eder mit einem Konzert im „Deutschen Haus" unter Leitung seines Dirigenten, Oberreallehrer Dotter, Alsfeld, in die Oeffentlichkeit. Die junge Künstlerschar zeigte auch diesmal Proben ihrer guten musikalischen Durchbi.dung, die ihnen alle Ehre machten und neben einer beachtenswerten technischen Fertigkeit auch ein exakt's, von feinem Verständnis getragenes Zusammenspiel verrieten. Als Solist werkte der gegenwärtig in Alsfeld sich aufhaltcnde Herr Georg Haber ('el'o) mit, dessen klangschönes reines Spiel entzückte. Auch mehrere von den Herren Fuchs (Violine), D ö l s i n g (Klavier) und Haber (Cello) zu Gehör gebrachte Trios fanden lebhaften und verdienten Beifall. Da dem hiesigen Publikum wegen der hohen Kosten wenig Gelegenheit zu guter Musik und Konzerten gegeben ist, darf man das von Ober-Reallehrer Dotter in uneigennützigster We.se ins Leben gerufene Unternehmen nur dankbar begrüßen, was auch in dem jedesmaligen recht guten D such der Konzerte des Jugendorchesters zum Ausdruck kommt. uer. Homberg a. d. Ohm, 10. Febr. Die Generalversammlung des Verschönerungs- und Verkehrsvereins fand dieser Tage in der Wirtschaft von Ph. Pfalzgraf Wwe. statt. Der Vorsitzende gedachte zunächst der verstorbenen Dereinsmitglieder. Aus dem von ihm vorgetragenen Jahresrückblick ging hervor, daß 10 Vorstandssitzunaen abgchalten worden waren, Wege verb sf-ert, Markierung n angelegt, Ruhebänke ausgestellt und ausgeb.ssert wurden. Durch die Anlage einer Eisbahn wollte man die Aus- Nur wenn Felix an das Bett trat, belebten sich die bleichen Züge. Es war, als verleihe die Gegenwart des Sohnes dem todkranken Körper neue Kräfte. „Du hast nach mir verlangt, Vater?" sprach Felix Schulhofs und setzte sich an das Bett. Der Kranke richtete sich mühsam auf. Groß, fragend waren feine Augen auf den Jüngeren gerichtet. „Wie geht es ... draußen? ...“ Es war dieselbe Frage jeden Tag. Das große Bauwerk ließ ihn nicht mehr los. Sein ganzes Wesen, von Todesnähe befangen, flammte in dem Gedanken an das, was draußen im Westen Berlins erstand, immer wieder auf. Es schien, als lebe er nur noch für die paar Nachmittagsstunden, in denen der Sohn ihm von dem täglichen Fortgang der Arbeiten berichtete. Auch jetzt hörte er, die hageren Züge fiebrig gespannt, den Worten Felix Schulhoffs zu. Hin und wieder stellte er Fragen ... nur schwer, bruchstückweise kamen die Worte über seine blutleeren Lippen ... mit der abgemagerten Linken machte er abgerissene Bewegungen, als ziehe er die Fronten der Gebäude, die erstehen sollten, nach ... Ja, ja ... er sah das weite Baugelände vor sich ... die vielen Arbeiter ... niemals zuvor hatte er eine solche Schar von Arbeitskräften auf einmal beschäftigt ... diesmal aber handelte es sich um etwas ganz Großes, Gewaltiges!... Nun regten sich zahllose Hände von früh bis spät ... bald würden die Häuser aus der Erde herauswachsen ... größer werden mit jedem Tag ... Ein Zittern ging durch die Gestalt des Kranken. Seine Hand hatte sich zur Faust geballt. Seine Lippen schlugen aufeinander: dann brach es hervor: „Nur ein einziges Mal... möchte ich draußen fein! ..." Es klang wie ein Schrei ohnmächtiger Verzweiflung. Felix Schulhofs sprang auf. Er fühlte, was -m der Seele seines Vaters vorging. Sorgsam legte er den Arm um ihn. „Wenn es dir nun bald wieder besser geht, fahren wir mit dem Wagen hinaus," sagte er und mühte sich, dem Kranken ein zuversichtliches Gesicht zu zeigen. „Du wirst deine Freude haben, wenn du den Bauplatz siehst!" Mit einem tiefen, leidvollen Aufseufzen legte sich der Kranke wieder zurück. Er schloß die Augen. 3n hastigen Stoßen ging seine Brust auf und nieder. Noch eine Weile sah Felix Schulhofs bei ihm, dann verlieh er, es begann schon zu dunkeln, das Krankenzimmer. Als er auf die Llhr sah, stellte er fest, dah eL höchste Zeit war, sich zum Besuche Lus umübung des Eissports von der gefahrbringende« Ohm ablenken. Dankbar gedachte der Redner des Gemeinderats, der die Mittel zur Eisbahnanlage bereitwilligst und zinslos g gen ratenweise Rückzahlung hergab. Bei dem vorjährigen warmen Sommer konnte das Baden in der Ohm längere Zeit gepflegt und durch Ausgabe von Dadekarten Einnahmen erzielt werden. Ais Verkehrsverein erreichte man eine Ausdehnung der Schalterdienststunden am Postamte bis 12 Llhr mittags. Die Fahrplanwünsche, die bei der Aufstellung des So.mmerfahrplans Berück,ichtigung finden sollen, wurden rechtzeitig dem Verkehrö- bund Oberhcssen unterbreitet. Die im Wander- plan vorgesehenen Wanderungen wurden sämtlich ausgeführt und eine Steigerung der Detelli- gungsziffer festgestellt. Die am 23. Juni hier tagende Hauptversammlung des O. H. G. D. bedeutete einen Markstein in der Vereinsgeschichte; Frauen und Jungfrauen hatien 0 1000 M. 5000<«ü. 2 Gewinne ,u ,e 5«0000. 2 vm vManÄschm eutschenAolkS' ix Saal war gut it> n den Darbietungen ittereintgte Slahl» Clan 9)1'nen . . Ra taerfe Äicherslebeu . . Ra werte /Sederegein . . RaJiwei e SaUOeriurtb . . ;1. Ö Narben-gnouftrte . . Dvnamii Nobel . er> >m” 4 fädln, dah er ieber daheim (F Sen Md W- Ach Md Mn Arbeitskollegen gesessen hatte. Er muhte sich sagen, dah dasselbe einem der letzteren gehöre. Durch verdächtige Redensarten, die er namentlich mit demjenigen, der das Portemonnaie verloren hatte und danach suchte, führte, fiel er auf. Er wurde festgenommen und durchsucht. Das Portemonnaie fand sich bei ihm vor. Don dem Fund hatte er niemanden gegenüber etwas verlauten lassen. Seine Angaben, es habe sich nur um einen Scherz gehandelt, wurde Glauben nicht geschenkt. Die Strafe des noch unbestraften Angeklagten lautet auf eine nicht unerhebliche G e l d st r a f e, die an Stelle einer in erster Linie verhängten Gefängnisstrafe trat. Straferschwerend kam in Betracht, dah es sich um den Diebstahl an einem Arbeitskollegen drehte, der das gestohlene Geld — in dem Portemonnaie befand sich seine Lohntüte — sehr benötigte. 253042 264999 278980 280738 354938 361879 366398 373091 388889 Frankfurter «chlachtvielimarkt. Frankfurt a. M., 13. Febr. Auftrieb: 143 Rinder. 1109 Kälber. 424 Schafe. 416 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 68 bis 73 ant, mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 67, geringe Kälber 54 bis 61; Sch a f«: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 48 bis 52. mittlere Mastlämmer, allere Wasthämmcl und gut genährte Schaf« 40 bis 47; Schweine: vollfleUchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 77 bis 79, von etwa 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 78 bis 80, von etwa 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 77 bis 79, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 78. — Markt- verlcuf: Kä.b.r schleppen), Schafe ruhig, geräumt. Schweine ruhig, ausverlauft. Kircttlicbe Nachrichten Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 15. Februar. Vorabend: 5.30 Uhr; morgens: 9; abends: 5.50 und 6.30 Uhr. Israelitische Religion-gesellschaft. Sabbatfeier den 15. Februar. Freitag abend 5.15 Uhr: Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 6.30 Uhr. — Wochengotiesdienst: morgens 7 und abends 5 Uhr. • Letzte Tagung der Raiffeisengenossenschaften. Der G:neralserba.D der Deutschen Raiffeisengenossenschaften e. D. hielt seine letzte Tagung vor der am 13. Februar stattfindenden Einigung des gesamten deutschen ländlichen Genofsenscha^tswefens gestern in Berlin ab. Der Dorsihende, Regierungspräsident z. D. Freiherr von Braun, führte u. a. aus, die genossenschaftlichen Derbände würden jetzt aufgelöst und träten zu einer neuen Organisation, dem „Reichsverband der Deutschen Landwirtschaftliche Genossenschaften — Raiffeisen E. D.", zusammen. Gleichzeitig sei jetzt die Dcrschmelzung der Provinzial- und Landesverbände, ler Waren- und Geldanstalten zum größten Teile durchgeführt, nur ein kleiner Teil harre noch des Zusammenschlusses. Der E'.n'gung muhle eine finanzielle Bereinigung aller beteiligten Stellen vor» ausgchen. Direktor Schmidt erstattete den Geschäftsbericht und gab ein Bild von der Wieder- aufbauar jeit und den Leistungen der Raiffeisengenossenschaften. • Urteil des Reichsaufsichtsamts f ü r P r i v a t v e r s i ch e r u n g in der Aufwertungsfrage amerikanischer /Versicherungen. Der Senat des Reichsau! sich.s- amts für Privatversicherung hat gestern in einer Entscheidung ter Reu.)orker Le.ensver.icherungs- gesellschast auserlegt, einen Beitrag aus ihrem Dermcgen in solcher Höhe zu leisten, das) eine Aufwertung von 15 Prozent des Golümark- wertes der einzelnen Versicherungen für den l.Zonuar 1930 ermöglicht wird. Die Gesellschaft und der Treuhänder haben auf das Rechtsmittel des Rekurses verzichtet. * Darmstädter Dolksbank e. G. m. b. H, Darmstadt. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß mit 10 v. H. Dividende. 99 03^ CQia. t wer.en vem Reserve, o.r. s üborw.esen und 25 000 Mark für die Dorkricgsspareinleger vorgesehen. Der Reingewinn hat sich auf 211 730 (139 750) Mark erhöht. Der Umsatz hat die Rekordhöhe von 222 Millionen Mark (gegen 62,5 Mill. Mark im Jahre 1913) erreicht. * Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt a. M. Die Verwaltung der Frankfurter Hypothekenbank hat in ihrer gestrigen Bilanzsitzung beschlossen, der G.-D.. die voraussichtlich am 11. März stattfindet, die Verteilung einer Dividende von wieöer 10 Prozent auf die Stammaktien vorzuschlagen. Hierbei ist neben sonstigen Rückstellungen eine Erhöhung der gesetzlichen und außerordentlichen Re'erven um 500 000 QL art auf 6 Mill. Mark gleich 60 Prozent des Stammaktienkapitals vorgesehen. Der Pe.rsions- anstalt der Bank sollen wieder 100 000 Mark überwiesen werden. Der bilanzmäßige Reingewinn des Jahres 1929 beträgt 1 833 432 (L D. 1513 217) Mark. Die Entwicklung des Geschäftes im neuen Iahre muß als durchaus befriedigend bezeichnet werden; insle'ondere hat der Pfandbriefabsatz einen erfreulichen Ausstieg genommen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Febr. Tendenz: et- was freundlicher. — Nachdem an der gestrigen Abenbbörse, vom Siemensmarkt ausgehend, eine Verstimmung und Abschwächung eingetreten toar — man sprach von holländischen Käufen im Zusammenhang mit Tauschoperationen gegen De- bentures — konnte sich wider Erwarten zu De- ginn der heutigen Börse eine geringfügige Besserung durchsetzen. Die Derkäufe haben ausgehört und man konnte sogar beobachten, daß in Siemensaktien Rückoeckungen vorgenommen wurden. Veranlassung hierzu bot ein Abkommen mit der englischen Radio Disor, wonach der Siemens & Halske 21.-®. teilweise ein ausschließliches Recht zur Verwertung ihrer Patente eingeräumt wird. Zur Vesserung der Situation trugen auch der günstige Geldmarkt und die zumeist höheren Aullandbörsen bei. Das Geschäft lag wieder in minimalen Grenzen, da von Publikumsseite leine Aufträge vorgelegen haben sollen. Gegenüber der gestrigen 192604 273528 ------ ------ 66 »ftr nne . Loew . . • 98at «utotnob4 - . . • • Crrnftem * RopDd ... v onb-ira Ziel ..... Lvenkko • • • • ftranfi. Dlcntf.rtea • • • • ®nöner ..... heollgenktoeor ..... junflbaru. .... Leckwerte. Diaintuitoftt HiLÜ a. fJL Ma«. «edr. Roeder...... Cotfli 4 paettaa . • . » . feÄM-äuda ....... 4% Ceftertddrtldie ®olbtte. - 4.20% Crficn. Silbern- 4% Orterteldilldie Siflhettllcke biente.......... 4% UnnariW ©olbrte.. . . 4% Ungartldie Liaaltr. o. 1910 4V:% non 1913 . . - 4% Unaariidie Rronenrte.. . 4% lürL AobanlcitK o. 1911 . 4% LürtÜche Vandadbaha-Lfl Seite I..... 4% bHfli. i, 6% Sumintkbf vereint». Renn von 1003 . . . . W imSntltbf oerrtnb Renle Ben 1913 ....... Ä Wumaat* eetetnä. ihaue ■ Abendbörse traten zumeist kleine Besserungen ein, doch blieb die Stimmung nach wie vor von einer großen Zurückhaltung beherrscht. Am Elektromarkt konnten Siemens gegen den Echluhkurs von gestern — nach Beginn lag der Kurs nochmals niedriger — 1 Prozent gewinnen. Licht & Kraft und AEG- gewannen bis zu 0,75 Prozent. Chadeaktien eröffneten 1 Mk. fester, nachdem dieses Papier an der gestrigen Abendbörse 9 Mk. einbüßte. Am Chemiemarkt konnten auch Z.-G. Farben einiges Lnteresse auf sich lenken und 1 Proz. gewinnen. Der gesteigerte Slickstoffabsatz soll im wesentlichen hierzu Veranlassung gewesen sein. Am Montanmarkt war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Klöcknerwerke lagen gut behauptet. Rheinstahl konnten leicht anziehen. Mansfelder Bergbau lagen stärker unter Druck und verloren 3,75 Proz. Eine Meldung, wonach eine Dividendereduzierung vorgenommen werden mü;fc, um die teure Stollberg-Deleiligung abschreiben zu können, gab Veranlassung zu diesem Angebot. Kaliwerte tagen wenig verändert. Die Mehrzahl der Tankwerte lag leicht erholt, nur Adca mußten weiter etwas nachgeben. Am Rentenmarkt waren Deutsche Anleihen gehalten. Don Ausländern gaben Türken weiterhin eine Kleinigkeit nach. 3m Derlause wurden erneut Abgaben in Siemensaktien vorgenommen, und ein Derlust von 2 Proz. trat gegen den Anfang ein. Die Llmsahtätigkeit war minimal. Farben verloren 1 Proz. Auch die übrigen Werte wurden hiervon ausgehend beeinflußt und waren zumeist etwas schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 Proz. leicht. Am Devisenmarkt lonn'e sich die Mark gegen Devisen wieder etwas erhöhen, dagegen lag das Pfund international überwiegend etwas schwächer; sehr schwach lag Madrid. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1813, gegen Psund 22.367, London gegen Kabel 4.8615, gegen Paris 124.14, gegen Mailand 92.93, gegen Madrid etwa 38.40, gegen Holland 12.20. Berliner Börse. Berlin, 13. Febr. Rach einem sehr ruhigen Dermittagsverkehr erkannte man schon an der Dorbörse, daß sich die gestern abend etwas abgeschwachten Hauptwerte, wie Siemens und Farben, zu Beginn des offiziellen Derkehrs würden erholen können.' Die Beratung der Voung-Gesehe im 2leichstage hatte etwas ruhigere Form angenommen, und so beurteilte auch die Börse die gesamtpolitischeLage wesentlich ruhiger. Hinzu kam, daß rein börsentechnisch der Eingang von Kau,limite stärkeres Deckung, bedür.nis auslösen muhte. Die ersten Dotierungen waren dann auch nur vereinzelt stärker als 1 v. H. gegen den gestrigen Schlußkurs verändert. Bis zu 2,5 v. H. niedriger eröffneten Allgemeine Deutsche Creditanstalt, Siemens, Bergmann und Otavi. Chadeaktien verloren 7 Mark. Auf der anderen Seite konnten sich Chemische Heyden auf die erwartete höhere Dividende um 1,5 v. H. bessern, und Hackelhal Draht gewannen 2 v. H. Etwas Rachsrage war ferner für Karstadt, Hotelbotr.eb, Ascha senburger Zellstoff, Bayrische Motoren, die bis zu 2,5 v. H. gewannen, zu bemerken. Deutsche Anleihen behauptet. Don Ausländern Ungarn nachgebend. Pfandbriefe sehr ruhig und vorläufig kaum verändert. Der Geldmarkt war sehr leicht. 2ag<.d- grld 4 bis 6 v. H, vereinzelt 3,75 v. H. Monats- gcld 6,75 bis 8,5 v. H, Warenwechsel zirka 6 v. H. 3m weiteren Verlaufe hielt die freundlichere Stimmung an, und bei kleinem Geschift besserten sich die Hauptwerke um Bruchteile v. H. Angeboten und schwächer lagen Adca und Mansfelder; auch bei letzteren wurden Dividende^efürchtungen laut. Barmer Bankverein waren auf die Ankündigung einer unveränderten Dividende gegen gestern 0,75 v. H. erholt. Bei Polyphon hatte das Dementi auf die Äur'geftaltung keinen Einfluß. Später stellte es sich heraus, daß der schwache Kurs durch neuerliche älmtauschaktionen verursacht wurde und ein Rachgeben des Kurses um 2 v. H. zur Folge hatte. !.LS ?.Qnn trug öc. Qlnflanb stellt toerjfn für Atz, Sn ton. 7'^vvchl der A,* Dit. 11 lots Vorführung ^Mhmg eine« ’ M Aachdevi Vereinrange. 1 Vorsitzende Me- d-ch die der in un- gMichrst dient, Der Trmeinde> ;n9i1^ Titzung mit tnzuianziichkeit der “n8 im Lahre 1914 hatten. In diesen ten aedachl worden, wasseroerbrauchen. daß die Gemeinde t mit ben Mr. er Mönaes wird i demenlsprechend wnbt zu werden. de; neuen Te. der KommMou, deren Aufzabir. nd besonderer SBoi. Bedeutung ist da. elviehkommission in Dadurch erjährt in Hektar große Land- Bertretung, die ihm g des Teineindevor- tende Bürgemeistcr ide unterbrechen, da gegenteiliger Ansicht chiußunsähigkeit her- Bierteistunde wurde i weiterberaten, wo- n der Lürgerlichen “i Ä?" i« m * s« -»di- nSn** süße nachts § Schlafwagens j° inaner 2 Al» «'»* en. 111 i«. „artet »»& ft- tte6ern , WaW lub- 244 ♦»B'it'n» ,v 300 TO 'ranlfurt a IBfrlir - 4> uv- Ul Sd).ub i timanfl- 4ure j ff > > r Rin 1 #ur 12 t 13 / 12 / 13 2 103,5 —— 103.64 103,5 — 59 8 58.75 213,5 — 215 215 216,5 — 215 — 360 360 361,5 361,5 'ranthiri a Berllr 'ranthin a >' Werltr 0) ufr Ui tiniang- .-aj.ufr «Lire ,
uB t tintanfr Rur# ff nr ft-ir I Rur-. «nr nur ; nur Saturn 12 v 13 7 12 2 13 2 Daum 12 i 13 7 12 r 13 2 1 tu |d)t .i imeameii* ron ii -z7 87,5 87,4 — Hambuia-Amerila Palet Hamb eübam. Dampflch. . - 103,5 103.5 192,75 102,5 168 7% teuffdjf RetÄfanldte 97,1 97,5 —— Äania T)amifli)i|l..... Rorvbeuilcher Lloyd .... »Hg Deutiche SrebiumL. . . Barmer «anloerein . - • 1< i 4,4 104 104,5 149 105 Du Bn,.-abi6|.-6d)ulo mit 0u _ 52,3 52,6 1‘ 1' 122,25 129,25 122 130 122.5 129,75 121,6 13' Lc nl rhnz tiuilo' Rechte 8,5 8,5 8,5 8,5 Berliner HanorlsgeieUlch. - - 1. 190 — 190,25 190 6% Hetz. Poltenaat von 1929 Kommerz, uno Privai-Baru . 159,65 159,6 159,65 159.6 (rudj-ifjlb. 102%) 87,75 — — —— $atmfl u. 91atwnalbaut . 1 239.25 — 238,5 238,5 Cbcrbcllcn Provlnz -Lnleihr mit lNuelol-'Rechicei . . 50 * Deuftche San! ...... Dikcc"No-. f Belti. Untern.. . . . 11 172 —— 173 171,5 itfanbbrkfr Si 17 - - - 6% Pr. firtttbccplanbbrltlaitfialt 96,5 — 97 Hamb 6le!tt »tiede .... 1 — — — Rhein Clefn....... —- — 142,5 142 Romm.-Obl. R 16 . . . . . 7% Pr. Lanbc«vlanbbn«iLnaali 94 — 93,5 — Schlei Sie'' ...... 1' — — 170 169 88,5 €d)uden 4 So. . • • • • 11 88.25 — 189.25 189 $|anbbricfe R. 10 — 89 — Siemens e vaüte..... 16 269 270 273 270,5 Cl.e N eiung »eit Br, , Amu.. Non 167,77 168,11 167,76 163,10 Bu ti.>Atrec 1,597 1,601 1,606 1,610 BriL-Antw 53,31 58,43 58.295 58,415 (Ebrifttanta 111,74 111,96 111,77 111,99 Roixnbaarn 111,99 112,21 112,03 112,25 Stockbolm 112,25 112,47 112,22 112,44 HelhnatorS 10,523 10,543 10.523 10,543 Italien - 21,91 21,95 21,91 21,95 London. . . 20,35 20,39 20,347 20,387 Neunork . . 4,1865 4,1945 4,1845 4,1925 Paris. . 16,385 16,425 16.39 16,43 Schwei, . . 80,75 80.91 80.74 80,90 Sva len 53,3. 53.40 52.80 52,90 Iavan 2,054 2,058 2,056 2,060 »io de Ian 0,466 0.468 0,468 0,470 Wien in D-» Ceft. abaeft 58,935 59,055 58,415 59,035 Prag 12,388 12,408 12,385 12,405 Beltrad 7,370 7.384 7,370 7.384 Budaprit - 73,14 73,28 73,12 73,20 Bul arten 3,027 3,033 3,027 3,033 Lissabon 18,78 18,82 18,78 18,82 Dansta 81,32 81,48 81,33 81.49 Sanft nliu 1.903 1,907 1,893 1.897 Sitten 5,415 5,425 5.42 5,43 Lanada 4,152 4,160 4.151 4,159 ttru uab 3,646 3.654 3.646 3,654 20,87 20,81 20,865 20,905 1279D OlOli Sonntag. Schulstrahe und Seltersweg. I166D betriebe und der Äerufsfeuenoehr. 1276b Herborn Giessen 1035A Telephon 2417. Marktstr. 14 Schloß Das Wanderland Der König des Märchenlandes Konserven Backobst Nudeln n n u w 129 >C Thams & Garfs Telephon 2829 Mäusburg 3 5% Rückvergütung Riesen-Bohnen Bohnen, weih.. 52 56 52 42 44 46 Voll-Reis la Tafel-Reis... 64 42 62 72 88 64 Pfund nur 46 74 94 78 116 106 136 Erbsen grün, mit Schale Erbsen gelb, mit Schale. Viktoria-Erbsen gelb, ohne Schale, Ptd. 0.50 Delikateis-Erbsen grün,ohne Schale, Pfd. 0.55 Plund 0.30 Ptund 034 Dai Märchenreich Märcbenstein — aufnahmen und von großer Wirkung. Riesen-Linsen Linsen Für die mir anläßlich meines ss. Geburtstages zugegangenen Glückwünsche und Geschenke danke ich auf diesem Wege Herzlichst. ogtsche P riv at-Handelslehranstalten Pfund 0.75 Pfund 0.58, 0.42 Ptund 0.36 Pfund 0.50, 0.40 Kostenlose Röntgen-Fuh-Durchleuchtung . 8J7* 4 bis L-Iimmev LVoHmrns per alsbald gesmbi Stbviftlkche Angebote unter 1S200D an de« GieKenev Anzeiger erbeten. 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Berlin-Schöneberg Pro gram m: Girgenti u. seine berühmten Tempel Ein Lehrfilm mit wunderbaren Naturaufnahmen aus vorchristlicher Zeit. Die goldene Mürchenwe.t im Elim: Das goldene Krönlein! Ein Märchen - Großfilm mit wunderbaren Natur- » Figuren... » Körbchen . n Makkaroni Slfltietei: ßDtmonlöins werd, taciigemäk u. preiswert gestimmt u. revar. 6.60811» Gletzen,ViolMLli Lelevdon 2403 Verkaa! v. neuen it fleht. Klau Pflaumen » (Riesen).. Mischobst I M II.... Pfirsiche ...... Birnen Aprikosen Zreibam Freitag, den 14. Nebr 1930 ü.x-HUbr [ 12941) Jleischvettaus. VetetUsnng still oder tätig bietet sich ^errn nut Aik 15000.— an gtitgebend. StnrA» waren-(Ärokb'ndliing. Schritiiiche eiiißcb. unt. 12911) an den Gieh. 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