Nr. 10 Erstes Blatt 180. Zahrgang Montag, 13. Zanuar 1930 Ericheint lüg tich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Eiebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats--Be$ug$prets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüste enterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen. postscherttonto: zranlfnrt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick «nd Verlag: vrühl'sche Unlverfitätt-Vuch- and Steindruckerei B. Langt in Sietzen. Schristleitung und Seschästsitelle: Schuvtratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 .um Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Viehen. Kritische Tage im Haag. Zusammenstoß zwischen Eurtius und Gnowden. — Oer deutsche Außenminister bleibt im Haag. -Oie finanziellen Restpunkte. Anscheinend keine Einigung in der Sanktionsfrage. Haag, 12. San. (WTB.) Reichsauhenminister 5>r. Eurtius stattete am Sarnstagvormittag gegen 9 Uhr dem französischen Ministerpräsi- Leuten Tardieu einen Besuch ab. Gleichzeitig hatte Reichsfinanzminister Dr. Mold e n - Hauer eine Unterteilmmg mit feinem franzöfi- ßchen Ministerkollegen C h 6 r o n. 3m Anschluß naiD otdtcKt. e -oimg. G otdfcn • Regen w Sehnet a Graupeln s Neoei K Gewitter© Windstille. «Q-. seht tirnte* O$i ^5 itassige» todsudwtst q ilmmarn» Norawesl oit Pleite fliegen mit dem wmdt Sie Coden Stationen bienenden Zafi» els htihu °ten. w!» ÄÄ8-. 'gottgang nefw iu J’Wtt HIlsrvereln, 8s??? galtet« nahmen, darunter der un5 Streichen 3rmv oft Dammsdende 'ras'dent v.Hln» "mann, Thoma- tein, $r.ßrf«net; S. Gmeralobetst von rchdmt Dr.Lchacht ür bie TäftMt des t bnngrn. Man rechnet J über 75003 Franken HllsbVMlNs. ^UwtwMT. n ^AA^*2Dtrvn*y v-oAl rW o ijr.l fern* T Cr\ V,S' S,.,,nfn jtcoi"«’ I*> M!»i» ranssage. d stürmischer nb i durchs asÄ*,*** ®**U* 7L"°A *■ tut«»* M "" n in 113 Januar: mon NiederfWS den. sporwachrichie^^^ > e r o d °' »no'rtmöglich' SW '3£r'51<.^ K-S-" HB Aus der Provinzialhaupistadt. Gießen, den 13. Januar 1930. Hochstimmung. Splitterrichter und Nörgler von Beruf, trockene Gesellen, die das Leben grau in grau sehen und sich wohlfühlen dabei, wenn des Daseins Einerlei nicht durchbrochen wird, sind von vornherein dagegen, eine Hochstimmung aufkommen, aber auch dagegen, sie gelten zu lassen. Das Hochgefühl des aus Areigenem Schaffenden, das Sich-Berlie- ten an die Arbeit, die aus der Fülle innerer Gesichte strömt, wird ihnen fremd bleiben. Sie werden nur die solide Mittelmäßigkeit verstehen, die nie den Boden unter den Füßen verliert, nie das Brausen des Blutes vernimmt, nie Höhensehnsucht empfindet. Und es ist gewiß, daß man auf solch gefestigter Bahn sicher dahin- wandelt, weniger angefochten von seinem eigenen Ich, das oft genug unser Feind ist, weniger der Gefahr ausgesetzt, sein Schifflein an Klippen scheitern zu sehen. Nur ist nicht zu vergessen, daß wir die großen Schöpfungen der Kunst, die uns Weihestunden, Stunden der Entrücktheit schenken, ost den Stunden derer verdanken, die durch diese Gefahren segelten und vielleicht scheiterten. Anders ist es aber, wenn man sich künstlich Hochstimmung schasst, wie es Festtage o^r Vergnügungen mit sich bringen. Wo sonst B^nunft und Einsicht, Bedenken und Folgen, Rücksicht und Takt walteten, herrscht dann nicht selten auch Rücksichtslosigkeit. Man schlägt über die Strange, die Sitte und Gesetz gezogen haben, alle War- aungen, die sonst das bessere Ich gibt, schweigen. Ls ist, als ob man den Boden unter sich verloren hätte, als ob man ein ganz anderer sei. Einem Impuls, einer raschen Eingebung folgt man, denen man sonst niemals Gefolgschaft geleistet hätte. Die Folgen sind so gut wie vergeßen, und sie stellen sich doch ein; denn nichts blewt ohne Folge. Ist es schon bei klarer Einsicht und bei aller Aeberlegung schwer, die Folgen genau zu übersehen, wie gar erst, wenn diese Einsicht getrübt ist, wenn die Gedanken nur dem Nächstliegenden zugewandt sind und dem Wunsche auch schon die Tat folgt I Es ist nicht zu verwundern^ Venn es zu mancherlei Folgen kommt, die sich als recht unangenehm Herausstellen. Allerdings — wenn auch nicht zu verwundern, Io doch zu bedauern. Denn das ist eben notwendig, "bnÜ man trotz der Hingabe an ein Hochgefühl bemüht ist, den Boden unter sich nicht zu verlieren. Wir alle brauchen zuweilen Stunden, die sich durch ihren Klang, durch ihren Gefühls- nnhalt, durch ihren besonderen Glanz über den Durchschnitt der Stunden erheben. Aber es ist dich zufrieden und sei stille" von Frau Anny Q u i st o r p , in geistiger Durchdringung des stofflichen Materials vorgetragen, lag die Auswirkung der Grundformel der zeitigen Bestrebungen. Der Straubeschüler Otto W i s» s i g spielte besonders in dem Pastorale den zweiten Sah in eirheutig klarer Registri rung. ** Die Gast wirteinnung Gießen und Umgegend veranstaltete am Donnerstagabend im Saale des Katb. Vereinshauses ein Winterfest, das außerordentlich gut besucht war. Das Programm brachte Darbietungen des Musikkorps des hiesigen Bataillons, und zwar im ersten Teil Streichmusik, im zweiten Teil Blasmusik. Obermusikmeister L ö b e r zeigte in der Auswahl der Musikstücke §uten Geschmack. Es kamen zum Vortrag Werke von älmän, Lehär, Supp6, Offenbach, Weber usw., die sämtlich mit starkem Beifall ausgenommen wurden, so daß sich die Kapelle wiederholt zu Zugaben entschließen mußte. 3m übrigen brachte das Programm eine Reihe von Ansprachen. Zunächst begrüßte der Vorsitzende der Innung, Hans Schmitz, die Er- chienenen, besonders die Vertreter der Bäcker- und Metzgerinnung, die Mitglieder des Gastwirtevereins Offenbach, die Vertreter des Derkehrsvereins, der beiden Kellneroereine, des Selbsthilfewerkes Sprudel Augusta Viktoria, die Vertreter des Brauerei- und Weinhandelgewerbes, sowie das Ehrenmitglied Jalkowfky (Offenbach), der als Vertreter des' Gaftwirteoerbandes erschienen war. Er wies weiter darauf hin, daß das abgelaufene Jahr für bau Gast- wirtegewerbe ein Jahr des Kampfes war, und auch das kommende Jahr bei den derzeitigen Verhältnissen nicht rosig werden dürfte. Es gelte auch für die Zukunft treues Zufammenstehen in der Volksgemeinschaft im Interesse unseres Vaterlandes, auf das er ein Hoch ausbrachte, worauf das Deutschlandlied gesungen wurde. Gastwirt I a s k o w s k y (Offenbach) übermittelte die Grüße des Verbandes und gab feiner Freude über das Aufblühen der hiesigen Gastwirteinnung Ausdruck. Er denke gerne an die Zeit seines Aufenthaltes in Gießen zurück, wo er sich wohlgefühlt habe. Er betonte ferner, daß das Gastwirtsgewerbe einer trüben Zukunft entgegen- gehe. Eine Besserung sei nur möglich, wenn das Zusammengehörigkeitsgefühl gepflegt werde und die Kollegen sich nicht gegenseitig als Konkurrenten, sondern als Freunde betrachten, die Schulter an Schulter für eine Besserung der Verhältnisse eintreten. Sein Hoch galt der hiesigen Gastwirteinnung. Namens der verwandten Gewerbe (Bäcker- und Metzgerinnung) sprach Bäckerobermeister L o e b e r über die Not des Handwerks und die Bedeutung des Gastwirtsgewerbes. Er gedachte dabei auch der aufopfernden Tätigkeit der Gastwirtsfrauen. Stadtratsmitglied S ch w i e d e r wies auf die Bedeutung der Hebung des Verkehrs in Gießen hin, die auch dem Gaftwirtsgewerbe zugute komme. Er betonte weiter die seitherige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Oaftroirtcinnung und hofft auf weitere Erfolge in der Derkehrswerbung. Gastwirt Schmitz (Gießen) dankte den Rednern und erinnerte daran, daß der Gastwirteverein der Vater des Verkehrsvereins'sei. Er lobte weiter die schöne Umgebung von Gießen und bedauerte, daß dies seither von den Fremden noch nicht in vollem Maße ausgenutzt worden sei. Der Redner wies dann noch auf die drückenden Steuerlasten des Gastwirtegewerbes und auf den vom Publikum vielfach verlangten Luxus hin, und bat mit dazu beizutragen, daß die auch bei einfachen Verhältnissen mögliche frühere Gemütlichkeit wieder 311 ihrem Rechte komme. Zum Schluß äußert sich Pächter Lynker (Schiffenberg) noch zu einigen Bemerkungen von Stadtrat Sch wie der bezüglich öfteren Hinweises auf die Schönheiten des Schif- fenbergs. Nach dem Abschluß des offiziellen Teiles fand Ball statt. " Allgem.Deutscher Frauenverein. Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: In der Versammlung des Allgem. Deutschen Frauenvereins am Montag hielt Stadtschulrat Fischer einen äußerst interessanten Vortrag: „100 Iahre deutsche Verfassungsge- schichte". Nach einer Betrachtung der verschiedenen Auffassungen vom Staat bis zum Zeitalter der Aufklärung wandte sich der Redner den hauptsächlichen philosophischen Strömungen deS 18. IahrhundertS zu, die die französische Revolution geistig vorbereitet und ihr im wesentlichen ihren Ideengehalt geliefert haben. In dem Ablauf der gewaltigen Llmwälzung. die 1789 einsetzt und das autokratische Regierungsshstem des ancien r6gime unter sich begräbt, treten dann, einander ablösend, alle Forderungen und Ziele auf, die vorher im geistigen Kampfe gegen den absoluten Staat lebendig geworden waren, und die von nun an bis auf unsere Tage wirksam geblieben sind. In Deutschland setzen die geistigen und politischen Kämpfe um eine zeitgemäße Regierungsform — abgesehen von dem Reformwerk des Freiherrn vom Stein — erst mit dem Sturz Napoleons und dem Versprechen der Wiener Dundesakte auf Einführung von Verfassungen in den Staaten des Deutschen Bundes ein (1815). Die ständigen inneren Beziehungen zu den Geschehnissen in Frankreich werden aufgezeigt (1830, 1848). Der große Versuch des deutschen Volkes, die Verfafsungsfrage „von unten her" zu lösen, mißlingt (1848), aber die gewaltige Gedankenarbeit der Männer der Paulskirche ist doch nicht vergeblich gewesen. Es gibt in der Weltgeschichte Ereignisse, die man sich aus dem späteren Geschehen nicht wegdenken kann. Das gilt auch von der „deutschen Revolution" und der Verfassung von 1849. Die Aufrichtung deS Reiches ist dann durch die Staatskunst Bismarcks erfolgt, allerdings auf einem anderen Wege, als die Männer von 1849 sich gedacht hatten. Die Verfassung deS Dismarckschen Reiches zeigt einen anderen Aufbau und einen anderen Geist als die Verfassung von 1849, aber gewisse wichtige Züge hat doch auch der große Begründer des Reiches dem Gedankengut der Paulskirche entnommen (Wahlrecht). Viel stärker greift die Verfassung vom 11. August 1919 auf die Gedanken von 1849 zurück. Sie ist getragen von dem Gedanken der Volkssouveränität, den die Paulskirche so kraftvoll hatte vorwärts treiben wollen und den sie doch nicht zum Siege hatte führen können, dem Gedanken, den Bismarck, der Preuße, der in allem bedacht ist auf die Machtstellung der preußischen Krone, nie hätte anerkennen können (Konfliktszeit). Auch ein zweiter Gedanke, der/die Männer der Paulskirche beschäftigt hat, die Stärkung des Reichs gegenüber den Ländern, ist weitgehend durchgedrungen. In dem Prozeß der „Derreich- lichung der Länder" erleben wir gerade in unseren Tagen ernste Auseinandersetzungen (Steuerhoheit). Die Entwicklung ist gerade in dieser Frage noch keineswegs abgeschlossen. Der all- seitige Beifall zeigte, daß die Anwesenden aufmerksam und nut großem Interesse der geschichtlichen Betrachtung gefolgt waren. Die Vorsitzende dankte dem Redner für den ebenso anregenden, wie instruktiven Vortrag und brachte zum Ausdruck, dah das Thema in den Aufgabenkreis des Vereins, als Staatsbürgerinnenverband hineingehöre. Strafkammer Gießen. • Gießen, 10. Ian. Der Betriebsleiter eines Kraftwagenunternehmens, der sich auf einer Kontrollsahrt befand, war durch das hiesige Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt worden. Als Führer eines Kraftwagens hatte er in der Schulstraße einen städtischen Arbeiter, als dieser einen mit heißem Teer gefüllten Handwagen gegen einen leeren Wagen auswechselte, derart angefahren, daß er nicht unerheblich verletzt wurde. In der heutigen De- rufungsverhandlung bestritt der Angellagte jegliche Schuld an dem Anfall und behauptete, daß der Verletzte, der nach Aebernahme des leeren Wagens auf der falschen Straßenseite habe zurückfahren wollen, ihm plötzlich in den Wagen gelaufen sei. Das Gericht sah einen Schuldbeweis nicht für erbracht und sprach die Angellagten unter Aushebung des erstinstanzlichen Ar teils frei. Durch das Amtsgericht Düdingen war ein Kraftwagenführer, der beschuldigt war, zwischen zwei Ortschaften einen öffentlichen Kraftwagen- betrieb ohne behördliche Genehmigung eingerichtet zu haben, mangels Deweises freigefprochen worden. Damals konnte seine Schuhbehauptung, die De- nuhung des Kraftwagens beschränke sich auf einen im voraus bestimmten Kreis von Personen, nicht hinreichend widerlegt werden. Infolge Derufung i>er Staatsanwal.schaft wurden nochmals Ermittlungen angcstellt. Dabei stellte sich nun heraus, daß der Angeklagte seinerzeit auf seinen Fahrten wahllos jeden Interessenten beförderte. Somit galt er als Anternehmer einer Krastfahrlinie, zu >ercn Inbetriebsetzung er der ministeriellen Genehmigung bedurfte, die ihm längere Zeit fehlte. Da ihm nun vor kurzem die Konzession erteilt worden ist, wurde er mit Rücksicht hierauf wegen Vergehens gegen das Krastfahrliniengeseh zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Wegen Entziehung der Anterhaltlpflicht seinem unehelichen Kinde gegenüber wurde ein auswärtiger Provisionsreisender durch das hiesige Amtsgericht zu zwei Wochen Haft verurteilt. Seine gegen dieses Urteil eingelegte ‘Berufung wurde jetzt wegen unentschuldigten Ausbleibens kostenfällig verworfen. Kein Abbau des Mainzer pädagogischen Instituts. WSR. Darmstadt, 11. Ian. In einem Mainzer Dlatt war behauptet worden, „daß das Mainzer Pädagogische Institut anscheinend zugunsten der Darmstädter Technischen Hochschule und der Gießener Aniversität auf die Abbauseite gelegt werden solle". Von zuständiger Seite erfahren wir, daß solche Absichten bei der Regierung niemals erwogen worden sind. Berliner Börse. Berlin, 13. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die neue Woche eröffnete in ruhiger, aber weiter freundlicher Haltung. Nachdem für heute vormittag 11 Ahr der Zentralausschuh der Reichsbank eingeladen ist, erwartet man in dieser Sitzung eine 0,5°v. H.-Diskontermäßigung. Auch die Nachrichten aus dem Haag lauten im Gegensatz zu gestern wieder günstiger. Vorläufig hört man nur Farben mit 181 Geld. Am Devisenmarkt war die Lage infolge der bevorstehenden Diskontsenkung noch recht undurchsichtig. Man taxiert vorläufig London gegen Paris 123,9250; London gegen Mailand 93,05; London gegen Spanien 37; London gegen Kabel 4,87; London gegen Berlin 20,3925; Kabel gegen Berlin 4,1880 zu 4,1890. ©ctofnndiwng 4. Klasse 34 Prellßiscd-Egddeusiche (260. Prrub ) Klassen-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verdvke» Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gcsallea, und -war je einer aof die Lose gleicher Nummer ht den Heiden Abteilungen I und II 8. Ziehungstog II. Januar 1930 In der heutigen Vormittags-lehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®etDinne in 2000 M. 246610 6 »«rinne (u 1OOO QU 81146 206376 360661 6 »«rinne ju 800 W. 16248 23718 398169 34 »etninne >u 600 M. 70808 70833 107954 143166 192015 259824 270602 275953 304080 309020 316423 339140 349649 387829 377932 396936 398162 110 Gewinne in 400 M. 3621 22421 41763 43066 46362 62768 60649 79721 87007 93270 99263 100132 101386 108740 112393 113457 117387 122383 126970 136300 144180 146101 151537 165422 155924 160343 190763 208477 223692 224746 227990 234923 264666 267475 271760 276278 277571 278604 281353 283260 287674 288161 288278 311730 326749 328573 349338 360961 361055 363147 367808 374466 378047 383893 388415 268 »etoinne iu 300 M. 1044 2312 3850 10260 14917 16402 17662 17923 19697 22876 24241 27539 27889 28878 30019 37930 38013 42116 42390 43718 46230 47997 48338 67179 68308 68342 64948 67352 68724 69018 69085 69462 74179 90259 103104 104230 109384 114649 116494 116983 120407 120743 121750 124645 126747 127659 128619 129104 130082 130230 131102 137727 148262 151836 152014 162071 153533 157230 166760 172863 179970 180446 183536 185557 186963 187008 187751 189354 190420 190965 192132 193816 204729 206354 209019 212320 213318 213438 223452 223745 232313 234203 235120 237110 239143 239738 249869 254629 261907 271201 273000 275878 276654 281422 283266 288570 289863 290221 294545 299332 307385 311813 312281 314484 314978 315491 316782 317573 318795 320903 322651 331265 331396 332287 334468 334981 335013 337624 338813 343532 347478 347500 352210 352595 361320 372044 379865 380171 385207 385821 389905 394387 398720 üa der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über 150 M. gezogen 2 Cetrrinne in 100000 M. 35885 2 Gewinne zu 10000 M. 189394 2 Gewinne xu 3000 M. 196447 10 Gewinns »n 1000 M. 232462 291370 299658 356034 382354 12 Gewinn. >u 800 M. 87190 113151 185649 187251 304846 387418 28 •«» nne iti 500 9P. 2234 9455 68401 71104 73389 145966 165785 165072 193736 202387 217135 229697 231634 294510 96 Gewinn, zu 400 M. 15001 16016 37018 60948 66434 59169 65983 70380 76149 78645 102505 104000 133819 138528 139710 151331 184069 184158 189481 193595 193752 209104 216299 217960 225327 245689 255231 255858 263250 285123 290715 293681 293799 303098 312238 312708 319587 323209 327565 333582 344396 348992 362845 367875 368756 388873 395128 397674 256 Gewinne iu 300 M. 1238 3404 3491 11884 13349 17108 19347 19349 23016 27920 30049 30826 33893 33705 38530 43210 44660 45402 48105 51680 52222 62481 59681 61946 63123 33129 83672 63744 67323 67772 68928 69807 71387 72500 76356 78665 81430 82738 83838 37264 91169 91676 92715 92939 94599 96871 104173 107605 115275 115848 120477 121798 125730 125843 126134 126906 127860 135760 137114 143822 146690 160979 151108 161950 151982 159174 160766 164)62 166808 168717 168739 176783 177169 178084 181602 187888 188874 191609 196076 198135 200046 204109 207616 216704 227612 232646 232693 237541 240366 244624 245624 248546 252848 256322 257474 26'771 262342 263142 26605' 266205 274662 275241 277383 286050 287971 299838 301337 307413 317591 337191 341684 347498 348003 349’15 353986 359398 359553 359796 360579 3K689' 372973 373)45 373696 384391 386698 396066 396289 396571 Dir m öci heutigen NachmittagSziehung ae» zogenen beiden Houvigewmne von je lOOlXl' M. 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III. Betriebswirtschaftlicher Kursus Thema: Das Selbstkostenproblem. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Auler. Vorlesungstage: 6., 13. und 20. März. IV. Lichtbildervortrag Thema: Südamerikanische Landschafts- und Wirtschaftsbilder. Vortragender: Herr Universitätsprofessor Dr. Klute. Vorlesungstag: 27. Februar. Sämtliche Vorträge finden im Großen HÖrsaale des Vorlesungsgebäudes der Universität in der Zeit von 8% bis 10 Uhr abends mit stündiger Pause statt. Die Vorlesungsgebühr beträgt für sämtliche Kurse einschließlich Lichtbilder* vortrag 5 RM., für einen Teilkursus 3 RM. und für den Lichtbildervortrag 1 RM, Eintrittskarten sind erhältlich: auf dem Sekretariat der Handelskammer, bei der Commerz- und Privat-Bank, Darmstädter und Nationalbank, Deutsche Bank und Discontogesellschaft, Handels- und Gewerbebank sowie am Eingang zum Hörsaal. Die Teilnahme an den Kursen ist nicht auf selbständige und angestellte Kaufleute und Gewerbetreibende beschränkt, sondern jedermann ist hierzu freundlichst Gummi-Gantenberg Frankf. Str. 86 =*=• Gießen. U 40 iD mmrood). 0.15.3nn, abend» 8'/, Uhr Hindenburg Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß Frau Erna Nierstlieinier geb.saerer am 9 Januar nachmitt, im Alter von 67 Jahren unerwartet nach kurzem Leiden verstorben ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Karl Nierstheimer Vermessungs-Inspektor i. R. Gießen (Mäusburg 1H), den 13. Januar 1930. Die Beerdigung fand in der Stille statt 397D MA für da» Bureau einer hiesig. Großhandlung per Oüern gejucht. Selbstgeschriebene Angebote unt. 370D an den (Sieh. Anz. Sichere», selbständ. Mädchen für kleinen Haushalt soiori gesucht. Zu ersr. in der Gcfchst. d. (Sieb. Anz. 0264 s-Zimmer- Wohnung mit Küche, Bad und Zubehör für bald od. später zu mieten gesucht. Angeboie an Wllh.Böjel, Möbeltransport. 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Abends 8X «Uhr werden Evangelisations-Vortiäge von Gott dem Allmächtigen bat cs gefallen, meine innigstgellebte Frau, unsere herzensgute, treubesorgte Mutter, Schwester, Schwägerin undTante Frau Marine Wagner geb. Zimmermann nach kurzem, schwerem Leiden im 43. Lebensjahre zu sich zu nehmen. In tiefem Schmerz: Reinhard Wagner und Kinder. Klein-Linden, Lützellinden, Lang-Göns, Großen- ßuseck, den 11. Januar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14januar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Frankfurter Strafie 121 aus statt. Auf vielfachen Wunsch wiederholt! OeffentlicherVortrag überdas aktuellsteThema der gesamten Kulturwelf- UM« MW Männer und Frauen, versäumen Sie diesen hochwichtigen Vortrag nient, der Kranken den sichersten Weg zur Gesundheit und Lebensfreude, Gesunden - das Mittel zur Erhaltung ihrer Arbeitskraft zeigt HodrinteressanteDemonstrationen Das Wunder der Neon-Stab-Diagnose Der Vortrag findet statt: Dienstag, 14. Januar, aoends 8 Uhr, Im Restaurant „Stadt Lieh", Lieber Straße. Referent: Apotheker W. Ballast. _____ 399D Einladung In der Zeit vom 16. Januar bis zum 20. März 1930 finden die folgenden Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende LichtspieBhausm Heute bis einschließlich Mittwoch: Der große Lustspiel • Schlager Links der Isar- Jongs dunkelbraune WM (9taubbaarH°°D Narbe am Bauch, aus den Namen Mira hörend, in Duten- ho'en entlaufen. Zu« letzt in LanggönS beobachtet. Wteder- brlnger Belohnung. Friedrich Würner, Gießen, Schüyen- slratze 12. Tel. 3487. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHÜÜn AlbertPaulig Hella Helios! Ferner: Kamerad Slag Ein Sensations-Schauspiel mit Junior Coffhlan und Louie Wolheim. Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt. | Mietgesuche Kleine Wohnung m WieseL He chel« beim, lein'finden, Lollar oder Daub- ringen gegen 30 Mk. monail. Miete gesucht. Schr. Angeb. u. 0258 a. d. Gtz. An». Verschiedenes) Brille kn Etui verloren Bitte abgeben. 0263 Südanlage 7p. 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Wir haben den Verfasser der folgenden Ausführungen, der während dieser 10 Jahre ununterbrochen die Senatsabteilung für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung geleitet hat, um eine Rückschau über die kulturvolitischen Leistungen Danzigs gebeten, in denen sich die geistige Verbundenheit mit Deutschland am sinnfälligsten ausdrückt. Kulturpolitik und allgemeine Staatspolitik sind eng verbunden. Der moderne Staat mühte, wie Professor Schreiber einmal richtig bemerkt hat, vor anderen Forderungen des politischen Lebens der staatlichen Kulturpolitik einen gewissen Primat zuerkennen, da nicht nur die Rechts- und Sozialpolitik von kulturellen Grund- vorstellungcn beherrscht wird, sondern bei der zunehmenden Dersitll chung der StaatZidee auch andere Zweige der Staatspolitik kulturelle Arbeitsmotive in sich bergen. Diese Forderung gilt im besonderen für die Freie Stadt Danzig, die als ein kleines deutsches Staatswesen außerhalb der Geborgenheit und Sicher- heitder deutschenRepublit dafür Sorge tragen muh. dah die Kulturpolitik, dieser Wesensausdruck eines deutschen Kulturstaates, dauernd im Einklang mit der allgemeinen Politik stehen muh. Ja, die «Erfolge der Danziger Kulturpolitik erhalten erst und festigen die Grundlagen des Daseins der Freien Stadt Danzig, die nach der im Jahre 1919 abgegebenen Erklärung der alliierten und assoziierten Mächte darum nicht der neuen polnischen Republik zugeteilt, sondern mit staatlicher E'genexistenz bedacht wurde, weil die große Mehrheit der Bevölkerung deutsch war und ist. Dah sie dies auch in Zukunft sein kann, muß die Kulturpolitik verbürgen. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich von selbst die große einheitliche kulturpolitische Linie, die in den 10 Jahren des Bestehens des Freistaats innegehalten worden ist: Erhaltung und Stärkung des deutschen Charakters dadurch, dah die deutschen Danziger mit allen anderen Deutschen öie große Einheit des deutschen Geistes, die über die staatlichen Grenzen hinausgehende Gemeinschaft der deutschen Kulturnation bilden. Geistige Vereinzelung, geistige Abtrennung würde die große Gefahr einer Abseitsentwicklung Danzigs mit sich bringen: dies kann nur durch Austausch, Verkehr, Zusammenschluß verhindert werden. Gröhe Politik braucht als Hintergrund und Reserve große Kultur. Für sie zu wirken unb zu schaffen, ist die Pflicht der Danziger Kulturpolitik. Das Grenzland müßte auch kulturell reicher gerüstet sein als das Dinnenvolk, um feine schwierige Aufgabe als deutsches Vorfeld erfüllen zu können. Heutzutage besteht hier ein bedauerliches Mißverhältnis, das bald ausgeglichen werden mußte. Wie ost muß notgedrungen wichtigen kulturellen Anforderungen ein Rein entgegengesetzt werden, weil die Finanz- krast des Freistaates zu schwach ist, um sie zu erfüllen. Danzigs Kulturpolitik und Kulturleistung iönncn nicht bloß vom Danziger Standpunkt aus betrachtet werden, denn sie wirken über die Danziger Staatsgrenzen hinaus in den Danziger Umkreis und in öie Staaten des Ostens als ein Sprachrohr der gesamtdeutschen Kulturströmung, als ein geistiger Fackelträger. Die kulturellen Gegensätze, die hier an dem Schnittpunkt widerstreitender Interessen seit Jahrhunderten immer von neuem mehr oder weniger heftig zusammenstohen, sind nicht Streitigkeiten kleineren ilmfangd und Wesens, durch die das deutsche Dinnenvolk häufig schon in Erregung verseht wird, sondern sind Kämpfe verschiedener Kulturen um Macht, Geltung und Ansehen. Für den gesamten deutschen Rordosten diesseits der Grenzen der Republik Polen ist das hervorstechendste kulturpolitische Charakteristikum der letzten 10 Jahre ein lebhaftes und ernstes Bemühen, mit der großen Kulturbewegung in älebereinstimmung zu bleiben. Die räumliche Trennung, die staatspolitische Reuordnung, der Verlust mancher Verbindungen und Zusammenhänge sind schließlich doch keine geistige Scheidewand, sie haben die Dynamik der kulturellen Einheitsbewegung nicht gemindert, sondern eher gestärkt. Cs ist bei allem Unglück, das über uns gekommen ist, als ein Glück zu betrachten, daß eine strenge Rotwendigkeit allen Deutschen in der Freien Stadt Danzig diesen erhabenen kulturpolitischen Gedanken auferlegte, der auch dem einfachsten Mann verständlich war und ist. Cs leuchtet hier jedem ein, daß der Glaube an eine glücklichere Zukunft Danzigs die Forderung an alle einschlieht, mit allen Kräften für Danzigs Deutschtum zu wirken. Und wie auch die freistaatlichen Regierungen zusammengesetzt waren, wie verschieden auch die Kulturprogramme der politischen Parteien sind, wie unterschiedlich auch die praktischen Möglichkeiten zur Verwirklichung der kulturpolitischen Ziele waren, in der Kulturpolitik fand man eine Gelegenheit der Zusammenarbeit, ein gemeinsames Ideal: Wenn Danzig auch nicht mehr ein Teil des Deutschen Reiches ist, so bleibt es doch ein Glied des deutschen Volkskörvers, es gibt zwar eine Danziger Staatsangehörigkeit, aber e s gibt keine Danziger Rationalität. Von diesem Gedanken aus geleitet, wurde die Kulturpolitik mit folgerichtiger Strenge stets als etwas Ganzes aufgefaßt, so daß sie nicht in verschiedenartige Schul-, Hochschul-, Kirchen- oder Kunstpolitik auseinanderfiel. Dazu kommt die freie Dildungsarbeit der Vereine, von denen sich mehrere mit Erfolg der Pflege deutschen Volkstums in Sitte und Brauch, Mundart und Tracht, Kunst und Arbeit widmeten. Da sich als Ergebnis einer solchen Kulturpolitik bis heute ergab, daß die kulturelle Lage im allgemeinen gesund und hosfnungsfreudig war, konnten Senat und Volkstag sich auch zu einer gerechten und loyalen Kulturpolitik gegenüber der polnischen Minderheit bekennen, der durch die Danziger Verfassung und den Vertrag von Versailles und seine Ausführungsverträge eine freie Entfaltung ihrer volkstümlichen Kräfte verbürgt worden war. Allmählich bauten die Polen neben dem deutschen Kulturlager ein neues polnisches Kultur- lager auf, das sich im großen und ganzen auf die polnische Regierung und auf die in Danzig weilenden zahlreichen Auslandpolen stützte. Diese Tatsachen, die für die Zukunft große Gefahren in sich bergen, verschlechtern die Danziger Kulturbilanz. Die Freie Stadt Danzig beteiligte sich in vielfacher Hinsicht gern an den Bestrebungen, die eine geistige Zusammenarbeit und eine bessere Verständigung aller Völker bezwecken und fügte dadurch zu ihrer Kulturpolitik nationaler Art eine solche universalistischer Art, die belebt wurde durch den Besuch zahlreicher Ausländer und mehrere nationale Kongresse in Danzig. Eine solche Haltung entspricht auch der tief verankerten Stellung Deutschlands zur Weltkultur. Gelähmt wurde die freie Entfaltung der kulturellen Bewegung häufig dadurch, daß der Freistaat mehrere finanzielle Krisen (Hoch- inflation, Sturz der Zolleinnahmen, Dölker- bundsanleihe) durchmachen mußte, die sich erklärlicherweise ungünstig auf die Kulturetats des Staates und der Gemeinden auswirkte. Mancher Gedanke wurde durch die Rot der Zeit schon im Keim erstickt, manche hoffnungsvoll begonnene Entwicklung mußte jäh abgebrochen werden. Die Last, die der Freien Stadt Danzig in kultureller Hinsicht zu tragen auferlegt worden ist, ist so schwer, dah sie auf die Dauer kaum wird getragen werden können: ich verweise beispielsweise nur auf den großen Zuschuß, den die 400 000 Einwohner des Staates zur Erhaltung und Weiterentwicklung unserer vor 25 Jahren durch den preußischen Staat gegründeten Technischen Hochschule auszubringen haben. Dieser finanzpolitische Vorbehalt, den ich notgedrungen bei der sonst optimistischen Darstellung der Danziger Kulturpolitik zu machen habe, hängt eng mit der seit einigen Jahren immer ungünstiger werdenden wirtschaftlichen und politischen Lage des Freistaates zusammen und darf darum bei der Beurteilung der gesamten Lage nicht außer acht gelassen werden. Aber mit Genugtuung und Stolz haben sich trotz allem alle deutschen Danziger das Wort zu eigen gemacht, das kürzlich der Präsident des Danziger Volkstages bei einem Gedenktage aussprach: „Wir öürfen zweifelsfrei feststellen, daß die deutschen Danziger in voller Kulturverbundenheit mit De utsch- land geblieben sind." Eine Kulturpolitik, die dieses Ergebnis gehabt hat, ist es wert, über das nun abgelaufene Dezennium hinaus kraftvoll weitergeführt zu werden. Oberheffen. Friedberger Kreistag. tz Friedberg, 11.Jan. Zur heutigen ersten Sitzung des neuen Kreistages waren die 30 Kreistagsmitglieder vollzählig erschienen. Kreisdirektor Rechthien hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, dah der abgelaufene Kreistag außerordentlich sachliche Arbeit geleistet habe, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bei allen Meinungsverschiedenheiten auch weiterhin im Interesse des Kreises und seiner Bevölkerung nach denselben Gesichtspunkten gearbeitet werde. Der Kreisdirektor konnte ferner mitteilen, dah die finanzielle Lage des Kreises gesund sei und dah keinerlei kurzfristige Verpflichtungen beständen. Der Redner zeichnete kurz die Aufgaben des neuen Kreistags, die vorwiegend auf dem Gebiete der Sozialfürsorge liegen. Die Aufwertungen seien auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zurückgestellt bis zur endgültigen Regelung durch das Reich. Rachdem acht Mitglieder des Kreistags neu verpflichtet waren, erfolgte die Wahl des Kreisausschusses. Der Kreistag setzt sich zusammen aus 13 Sozialdemokraten, 1 Kommunist, 4 Zentrum, 1 Demokraten, 2 Deutsche Volkspartei, 1 Evang. Volksgemeinschaft, 1 Mittelstandspartei und I Deutschnationale und Hessischer Landbund. Für die Wahl des Kreisaus- schusses waren drei Giften eingereicht. Davon erhielten Stimmen: Sozialdemokraten 13, Zentrum 5 und Vereinigten Vorschlag des Landbundes, der Volkspartei und der Evang. Volksge- meinschast 11, ungültig war 1 Stimme. Die Sitze im neuen Kreisausschuh verteilen sich wie folgt: 3 Sozialdemokraten. 1 Zentrum. 2 Landbund. Der Kreistag erklärte die Wahl des Kreisausschusses gegen die kommunistische Stimme für gültig. Landkreis Gießen. U Großen-Linden. 10. Jan. ©eitöeth im vergangenen Herbst noch der östliche Flügel unseres neuen Schulhauses errichtet wurde, ist der große, stattliche Bau recht in Erscheinung getreten. Die Inneneinrichtung soll in jeder Hinsicht einem zeitgemäßen Schulbetrieb gerecht werden und insbesondere die modernen Anforderungen auf hygienischem Gebiet berücksichtigen. Im Kellergeschoß ist neben der Heizkesselanlage eine Küche und ein Raum für den Kochunterricht der weiblichen Fortbildungsschüler vorgesehen. Außerdem wird hier eine Badeeinrichtung mit Drause- und Wannenbädern und Kleiderraumen erstehen. Ferner werden hier die Bedürfnisanstalten eingerichtet. Im Crdgeschoh und tn den anderen Stockwerken befinden sich zehn geräumige, gut belichtete Lehrsäle, das Konserenz-, Rektor-, Arzt-, Lehrmittel-, Diener- und sonstige Zimmer. Die Bodenräume sind für den Turnunterricht und andere Zwecke benutzbar. In dem aus der Mitte des Baues hoch herausragenden Turm ist eine Ahr eingebaut, die schon im Betrieb ist und hier als angenehme Reuerung empfunden wird. Hieran ist nicht nur von allen Richtungen die Zeit — auch bei Dunkelheit — gut sichtbar, sondern diese wird auch in halbstündigen Abständen durch weithin hörbaren Glockenschlag verkündet. Zur Zeit wird an der Kanalisation, die erhebliche Erdbewegungen erfordert, gearbeitet; die übrigen Arbeiten werden, soweit dies noch nicht geschehen, in nächster Zeit vergeben. Die Finanzierung des auf rund 250 000 Mark sich belaufenden Baues ist sichergestellt, und man hofft, die endgültige Fertigsteilung bis zum September d. I. zu ermöglichen. Während die gesamten Maurerarbeiten, von dem Baugeschäst Weiß und die Zimmerarbeiten von dem Zimmermeister Watz, beide von hier, ausgeführt worden sind, hatte man die Beton- und Dachdeckerarbeiten Gießener Firmen übertragen. Die Pläne für den Dau sind von dem von hier stammenden Gießener Architekten Heinrich Fischer gefertigt, dem auch die Leitung obliegt. H. Lollar, 10. Jan. Mit dem 1. Januar 1930 trat Rektor Saab nach vieljähriger, segensreicher Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Aus diesem Anlaß waren am Donnerstagabend Lehrerschaft, Schulvorstand und Gemeinderat zu einer schlichten Abschiedsfeier im Saale der Fortbildungsschule versammelt. Schulrat Fischer (Gießen) war auf besondere Einladung hin erschienen und sprach dem aus dem Amte scheidenden Rektor Saab den Sank der Behörde für seine treue, erfolgreiche Arbeit an der ihm anvertrauten Jugend und für die gewissenhafte Amtsführung als Schulleiter aus. Er betonte, dah das vollzählige Erscheinen der geladenen Gäste mehr als alle Worte für die Anerkennung der Arbeit und die Wertschätzung der Persönlichkeit des Rektors Saab spreche. Gleichzeitig nahm er die Gelegenheit wahr, den mit Beginn des Kalenderjahres nach Lollar gekommenen Lehrer Schiefer st ein zu begrüßen und der Gemeinde vorzustellen. Bürgermeister Schmidt kennzeichnete das gute Verhältnis zwischen Gemeindeverwaltung und Schule, das Rektor Saab stets gefördert habe. Er dankte ihm für die Arbeit, die er auch außerhalb der Schule in der Gemeinde geleistet und besonders für die Anterstützung, die er in der Kriegszeit bei ihm gefunden hat. Ser jetzige Schulleiter, Herr Keller, sprach im Rainen der Lehrerschaft. Er bezeichnete das Verhältnis, das zwischen Schulleiter und Lehrerkollegium bestand, als fast familiär. Meinungsverschiedenheiten wurden durch Herrn Saab in entgegenkommender Weise in kurzer Zeit ausgeglichen. Sefan Guh - mann anerkannte lobend öie Arbeit Öes Herrn Rektor Saab als Organist und für das kirchliche Geben überhaupt und erklärte, daß er für dieses Amt noch lange nicht in Öen Ruhestand versetzt sei. Seine Wünsche für ferneres Wohlergehen und einen langen, sonnigen Lebensabend waren aus den Herzen der Anwesenden gesprochen. Rektor Saab dankte allen in warmen Worten für die Anerkennung und die Herzlichkeit, die den ©rundton aller Ansprachen bildete und gelobte, soweit es sein Gesundheitszustand zulasse, auch weiterhin seine Kräfte in Öen Sienft von Gemeinde, Kirche und Schule zu stellen. Für das leibliche Wohl der Gäste hatte in anerkennenswerter, ja man kann fast sagen aufopferungsvoller Weise Fräulein Säubert mit ihrer jugendlichen Mädchenschar gesorgt. Sowohl Schulrat Fischer als auch der scheidende Rektor dankten dafür mit lobenden Wörtern Ersterer sprach sich noch in eindrucksvoller, mit Humor gewürzter Weise über Zweck und Bedeutung der Mädchenfortbildungsschule aus. Samit war der Auftakt gegeben zu weiterem gemütlichen Beisammensein, bei welchem noch manche heitere Reden, volkstümliche Gesänge der Gießener StaSttheater. „Gräfin Mariza." Operette in drei Akten von Brammer unb Grünwald, Musik von Emmerich Kalmän, erschien zuerst vor sechs Jahren in Wien und wurde schon einmal hier in Gießen mit gutem Erfolg gegeben. Die Librettisten und der ftomponift haben insofern eine nicht unglückliche Wahl getroffen, als sie mit der „Gräfin Mariza" eine zugkräftige Mischung zwischen der Walzeroperette alten Stils und der modernen Reoueoperette geschaffen haben, die ihre Publikumswirkung bereits in mancher Aufführung bewähren konnte. Die Handlung, auf dem sozusagen klassisch gewordenen Operettenschauplatz, in Ungarn spielend, ist durchaus konventionell und großenteils so unwahrscheinlich, wie man es in Operetten gewohnt ist; verrät aber in manchen Einzelheiten, etwa im Aufbau des Mittelaktes, Geschick und Verständnis für theatralische Möglichkeiten. Die Partitur nimmt unter den zahllosen modernen Operetten eine gewisse Sonderstellung ein, da man zwanglos zugeben kann, daß ihrem Schöpfer immerhin etliches eingefallen ist. Originalitäten ersten Ranges wird man ja kaum verlangen; aber die durch den Schauplatz der Vorgänge gewissermaßen schon festgelegten musikalischen Grundelemente — Walzer, Csardas und Donaulieder — geben einem talentierten Komponisten von vornherein gute Chancen zum Erfolg, die Kalman hier entschieden auszu- autzen verstanden hat: der Csardas .Komm mit nach Barusdin" ist ein ausgesprochener Schlager geworden, das Duett vom Schwesterlein, der Kindertanz und das Finale des ersten Aktes („Komm, Csigan") Find ausgesprochene Schmuckstücke der Partitur und haben zum Erfolg wesentlich beigetragen. — Die Aufführung (Spielleitung: Fritz Beyer; musikalische Leitung: Max Klier) wirkte diesmal im Ganzen etwas gepflegter als bei den letzten Gastspielen. Das Orchester brachte die dankbare Partitur im allgemeinen nicht schlecht zum Vortrag; einige Anausgeglichenheiten (vor allem dynamischer Art) weben bei ber Wiederholung zu vermeiden sein. Lu Ottmar, die sich der Hauptrolle in routiniertem Stil annahm, wurde stellenweise vom Orchester stimmlich verdeckt. Den Grasen Tassilo gab Hans Schneider: darstellerisch recht ansprechend; organisch blieb wiederum einiges zu wünschen übrig. Das Parallelpärchen wurde von zwei neuen Kräften — Fritz Beyer (Koloman) und Sanny Heil- mann (Lisa) — sehr munter gesungen. Menar (Po° pulescu) brachte die komischen Pointen auf ungarisch; Anneliese Küstner fang die Zigeunerin Manja; Dely d' A r o f tanzte einige Soloemlagen. Das Publikum schien sehr angeregt, klatschte heftig unb verlangte anbauemb Wieberholungen. Dr. Th. Oberhessischer Kunstverein. In der gestern eröffneten ersten Ausstellung des Kunstvereins im neuen Jahre sind Werke — Oelgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Holzschnitte — von Clara Herzog, Stuttgart, Fritz Bender, Herborn, Walter Sctermann, Weimar, und E. Ackermann, München, vereinigt. Sie drei zuletzt genannten Künstler waren hier bisher unbekannt und werden jetzt zum ersten Male im Kunstverein vorgestellt. Don Bender interessieren in erster Linie seine südlichen Landschaften; die dalmatinischen Motive aus der Gegend von Ragusa und Spa- lato sind von jeher für den Freilichtmaler überaus fruchtbar und vielfach anregend gewesen. Hoher Himmel, viel „Luft", helle Architekturen, dunkelblaue Wasserflächen, großzügige Raumverhältnisse mit reicher Bewegung und Gliederung der Kulisse ergeben die wichtigsten Dild- elemente für den Landschafter und sind in überzeugender Gesamtwirkung miteinander verbunden. Auch die leichtere, fließende Aquarellmanier findet vor diesen Motiven, wie mehrere Beispiele erweisen, lohnende Aufgaben. — Bender zeigt ferner ein tüchtiges, realistisches Porträt „Wein Vater": daneben, weniger bestechend, ein Mäd- chenbildnis, das in der Haltung ziemlich starr und ungelöst bleibt, obwohl es mit koloristischem Feingefühl behandelt ist. .Unter den Bildnissen erscheint uns am reifsten das Porträt einer alten Frau: minutiöse Momentaufnahme mit sprechendem Gesichtsausdruck. — Unter Öen Freilichtmalereien heimatlicher Herkunft seien noch ber „Martinimarkt in Herborn", eine frische Dvr- frühlingslanöschaft unö vor allem die „Dor- staöthäuser" erwähnt. Außeröern: eine Reche von Bleistift- unö Federzeichnungen in ber Vitrine. — Reben Bender wirkt der Maler Sc ter * mann, Weimar, schwerer und gedrungener in Haltung und Kolorit seiner Landschaften und Figuren. Motivisch berührt er sich mit Bender in zwei südlichen Landschaften, die ebenfalls den Reiz und den eigenartigen Charakter jenes Himmelsstrichs im Wesentlichen erfassen, in Vortrag und Technik aber moderner anmuten. Im ganzen machen SetermannS Arbeiten einen gemäßigteren Eindruck, als man etwa erwarten konnte, wenn man weiß, daß der Maler dem Weimarer Bauhaus und seinen Tendenzen nahesteht oder ge- gestanden hat. Jedenfalls findet man bei ihm weder thematische Abstraktionen noch formale Experimente: im Gegenteil: seine Vorwürfe — ob Landschaft, Figur ober Stilleben — zeigen sich allesamt von einer gewissen gesunden Bodenständigkeit: und seine Technik verrät durchaus die gediegene Handwerklichkeit einer gepflegten Tradition. Für unser Gefühl gehen die stärksten Eindrücke ber Kollektion weder vom Figürlichen noch vom Landschaftlichen aus, sondern — merkwürdigerweise — von der konventionellsten und unpersönlichsten Dildgattung: vom Stilleben. Besonders von ber „Clivia", einem Gemälde, das mit Aecht an eine repräsentative Stelle gehängt wurde; hier bewährt sich ein kultiviertes Farbgefühl, die Freude an Aufbau und Kontrast, am Anschwellen und Abklingen einer Koloritskala von tiefem Olivgrün über sattes Gelb bis zu leuchtendem Rotorange: das Ganze, unkonventionell und apart vor einen sehr dunkeln Grund gestellt, ergibt eine ausgezeichnete Wirkung. In die gleiche Linie, obwohl weniger gestuft im Kolorit, gehört ein Stilleben mit Aepfeln. Don öen Landschaften fei noch ein Motiv aus der Rhön erwähnt: von den figürlichen Themen ein weiblicher Akt im Freien unö etwa Öie Porträtgruppe „Mutter unö Kind", während die große Mädchenfigur (mit rotem Rock) zwar korrekt gemalt ist, aber wenig belebt erscheint. — Sie Ausstellung bringt ferner eine Reihe von Blumenstöcken von CI. Herzog, Stuttgart: farbenfreudig, dekorativ, fauber gemalt; wir nennen besonders die Rosen (Hochformat unö oval gerahmt) unö öen „Herbststrauß". — - E. Ackermann, München, stellt Aquarelle, Holzschnitte, Federzeichnungen aus: Tierstücke, Landschaften und Architekturgruppen. Alles in exakter Technik gearbeitet und vielfach von angenehm ornamentaler Wirkung. Wir notieren den „Kakadu" und die „Krähengruppe"; auch die Kleintierbilder fürs Kinderziinmer feien erwähnt; em hübsches malerisches Stück ist endlich der „Torbogen'' mit dem Durchblick auf eine stille Straße aus der Spielzeugschachtel. — _ Die Ausstellung ist zu den üblichen Zeiten geöffnet. Der Besuch sei jedermann empfohlen. — y — Das Schaukelpferd. Von Siegfried von Vegesack. Mein Vetter Leopold ist der größte Kinder- freund, den man sich denken kann. Wohin er kommt, erobert er die kleinen Kinderherzen im Sturm, und nichts macht ihm größere Freude, als Kindern eine lustige Aeberraschung zu bereiten. Mein Vetter ist sehr dünn und sehr lang, so daß es für die Kinder ein besonderes Vergnügen ist. auf seinem Rücken durchs Zimmer zu reiten oder sich wie Kletten an seine langen Deine zu hängen und so durch öie Luft zu sausen. Am schönsten ist es aber, wenn mein Vetter sich irgendeinen Spaß ausöenkt unö öie Kinöer damit überrascht. So wollte er einmal einen guten Freund besuchen, dessen Kinder ganz besonders für ihn schwärmen. Das Mädchen öffnet ihm, da sieht er im halbdunklen Vorzimmer ein kleines Schaukelpferd stehen, fetzt sich darauf, gibt dem Mädchen ein Zeichen, sie mochte die Saaltür öffnen — verwundert öffnet das Mädchen die Flügeltür — und mein baumlanger Vetter kommt, sein Hütchen neckisch schwingend, mit „Hallo! Hallo!" auf dem kleinen Schaukelpferd in den hellerleuchteten Saal munter hineingeritten. Totenstille schlägt ihm entgegen. Völlig entgeisterte, wildfremde Gesichter einer feierlichen Abendgesellschaft starren den vergnügten baumlangen Reitersmann von allen Seiten mit eisigem Befremden an, und entsetzt bemerkt mein Vetter, daß er sich in der Treppe versehen und in eine ganz unbekannte Wohnung geraten war. Verstört dreht er sein Roh um und verschwindet im Dunkel. Es wurde ihm nicht wohlcr zumute, als er später erfuhr, daß er eine nach dem Begräbnis versammelte Trauergesellschaft mit seinem Ritt so befremdet hatte. Mein Detter Leopold betritt nur noch mit Herzklopfen jenes Haus, unö auf Schaukelpferds Pflegt et sich nur noch ungern zu fetzen. Mädchen (Leitung Herr Eberle) und gemeinsame Lieder abwechselten, die die Feier harmonisch ausklingcn ließen. chGrünberg.11. Jan. Vor einigen Tagen hielt der hiesige Ob st- uno Gartenoauverein einen Rundgang zwecks Besichtigung der Obstanlagen unter Sei hing von Obstbau: f.-cito: Enk- ler (Gießen) ab, an dem etwa 40 Personen teilnahmen. Der Leiter des Rundganges verstand es in ausgezeichneter Weise, den Interessenten alles praktisch vor Augen zu fuhren, so daß es für jeden Teilnehmer ohne weiteres verständlich war. 3m einzelnen konnte festgestellt werden, daß die Böden unserer Gärten, in denen schon seit Jahrzehnten und noch länger Obstbäume stehen, meistens für Kernobst bäummüde sind und hier in erster Linie das Anpflanzen von Steinobst (Kirschen. Zwetschen und Pflaumen), allenfalls auch Dirnen erfolgen sollte. Eine durchgreifende Kalkung sollte unter allen Umständen für die zur Zeit stehenden Bäume durchgeführt werden. Ferner wurde die Rotwendigkeit der Düngung für Obstbäume betont und Richtlinien für die Anwendung und das ^lnterbringen der Dünger gegeben. Es wurden weiter an einzelnen . Bäumen das Verjüngen, Llmpfropfen, Schneiden, wie es falsch und richtig ist, gezeigt, Aufklärungen über die Möglichkeit einer Ilmveredelung und die aufzupfropfenden Sorten usw. gegeben. Sehr häufig konnten auch die mannigfaltigsten Schädlinge pilzlicher und tierischer Art festgestellt werden, so Apfelsauger, Schildläuse, Frostspanner, Borkenkäfer, Monilia, Krebs, Gummifluß usw., wobei jeweils die entsprechenden Bekämpfungs- mahnahmen angegeben wurden. Der Rundgang kann als wohlgelungen bezeichnet werden. Rach einer kleinen Kostprobe von Dirnen, die im 3ahre 1929 zum erstenmal ihre wirkliche Güte verraten haben, gereicht durch Forstrat Eckstein, dankte der Vorsitzende Obstbauinspektor E n k l e r für die ausgezeichnete und außerordentlich lehrreiche Führung. f Obbornhofen, 11. 3an. Die Landwirtschaftskammer für Hessen verlieh dem Taglöhner Hermann Reitz II., der 26 3ahre ununterbrochen im Dienste bei Oberamtmann Bornemann und Gutspächter Hans Seifert gestanden hat, eine Urkunde für treue Dien st e nebst einer Dronzemedaille. Eine Ehrenurkunde für 21jährige treue Dienstzeit erhielt der Kutscher und Hofmeister Adolf Kammer, ebenfalls auf dem hiesigen Hofgut beschäftigt. Ein so langes Arbeitsverhältnis gereicht sowohl dem Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmern zur Ehre. Kreis Friedberg. WER. A s s e n h e i m bei Friedberg, 11. 3an. Während die Mutter eines zehnTage alten Kindes häusliche Arbeiten verrichtete, geriet ein Korb, in dem der Säugling lag, und der in der Rahe des Herdes stand, i n B r a n d. Als die Mutter zurückkehrte, stand der Korb in Hellen Flammen. Das Kind erlitt furchtbare Brandwunden und ist nach seiner Einlieferung in das Friedberger Krankenhaus ge- st o r b e n. s. Wohnbach , 12. 3an. Einen bedauerlichen 11 nglücksfall erlitt der 44jährige Bergarbeiter Wilhelm Eichenauer von hier, der auf der Grube „Friedrich" beschäftigt ist. Er wollte bei Beginn der Tagschicht einen während der Rachtschicht stehengebliebenen Kohlenwagen durch die Maschine, die bereits auf einem neuen Gleis stand, vorziehen lassen, und zwar mittels eines um eine eiserne Rolle gelegten Seiles. Beim Anziehen der Lokomotive riß die Rolle los und schlug dem Arbeiter den Unterschenkel eines Beines durch. Der bedauernswerte Mann wurde sofort mit dem Gießener Sanitätsauto in die chirurgische Klinik verbracht. Kreis Büdingen. ]:[ Hirzenhain, 12. 3on. Durch die gegenwärtige ungünstige Wirtschaftslage veranlaßt, sind auch im hiesigen Duderusschen Eisen- Der Tram vom W. Roman von E. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 9. Fortsetzung. Raddruck verboten. Halb amüsiert, halb verwundert erhob sich Doris vom Sofa, das ihre Gefährtin während des Gesprächs mit Hagenau bereits verlassen hatte, um seinem Wunsche zu willfahren. Als beide nebeneinander durch den Salon schritten, gab er ihr die Erklärung für seine Bitte. „3ch habe mit 3hnen zu reden," begann er, sobald sie das Musikzimmer betreten hatten. „Bitte, spielen Sie etwas gedämpft, so daß ich inzwischen zu>3hnen sprechen kann, ohne daß uns ein Dritter hört!" äleberrascht und mit geröteten Wangen trat Doris an das Klavier, öffnete es und ließ sich ohne Zögern nieder. Hagenau zog einen Sessel herbei und nahm an ihrer Seite Platz. „Brauchen Sie keine Roten?" „Rein, ich spiele immer auswendig!" antwortete sie und lieh dabei chre Finger leicht über die Tasten gleiten. „Sind Sie denn ein Musikfreund, Herr Rechtsanwalt?" fragte sie hierauf in scherzendem Ton, da sie seine Antwort auf ihre Frage im voraus zu wissen glaubte. „Richt im mindesten!" bestätigte er chre Vermutung. „3ch fliehe die Musik sogar; aber zuweilen finde ich sie doch ganz nützlich, denn ohne ihre Hilfe wüßte ich zum Beispiel nicht, wie ich Sie von jenem Sofa im Salon hätte entführen können. 3hre Nachbarin hätte Sie ohne meine Dazwischenkunft wahrscheinlich den ganzen Abend nicht freigegeben." Doris schwieg und begann in gedämpften Tönen die Träumerei von Schumann zu spielen. Sie war keine brillante Spielerin; doch ihre musikalischen Leistungen wurden ja auch nur verlangt, wenn keine Gäste im Hause waren und ihr Onkel eine sanfte Melodie als Mittagsschlummerlied wünschte. 3hr heutiger Vortrag schien indessen das Gegenteil zu bewirken; denn das zuerst nur schwache Stimmengewirr schwoll mehr und mehr an und ging in eine allgemeine, laute Unterhaltung über. „Das ist recht; bringen Sie die Gesellschaft durch 3hr Spiel nur tüchtig zum Schwatzen!" hörte sie Hagenau sagen. „Wissen Sie auch, daß Sie nicht besonders artig mit mir find, Herr Rechtsanwalt?" „Rein, das bin ich nicht; ich denke auch nicht an Artigkeiten, sondern nur daran, mir 3hre Hilfe zu sichern." Deutsche Volkspartei und HeWhes Landescheater WSN. Darmstadt, 11.Ian. In einer Mit- gliedcrvcrsammluna der Deutschen Volkspa r> t e i befaßte man sich gestern abend mit dem Hessischen Landestheater und den Gerüchten über eine Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Mainz. Das Referat hielt Landtagsabgeordneter Dr. Keller (Büdingen), der dem Theaterausschuß des Hessischen Landtags angehört. Dr. Keller erklärte, der Abgeordnete habe die Pflicht, seine Zustimmung zur Verausgabung von Staatsmitteln abhängig zu madjen von seiner Einschätzung der künstlerischen Tätigkeit des Theaters. Der von der Verwaltungskommission des Landestheaters zuge- gcbene Fehlbetrag von 1,6 Millionen M k. sei eine außerordentlich« Etatsüberschreitung, wenn auch zwangsläufige Ausgabensteigerungen zugegeben werden müßten. Untragbar sei aber, daß der Fehlbetrag mehr als doppelt so groß sei, wie die gesamten Einnahmen. Unter der Regie des jetzigen Intendanten sei die Absicht des Dichters vollkommen umgebogen worden, und man habe die Kunst zur Dirne der Politik gemacht. Justizrat Dr. Bender (Darmstadt) erklärte, er könne an der Art der Aufführungen nichts beanstanden. Mißgriffe kämen überall vor, und es seien anderseits auch ganz ausgezeichnete Stücke heraus- gekommen. Daß der Generalintendant Professor Ebert der Sozialdemokratie angehöre, sei bekannt; er habe aber versprochen, seine politische Anschauung nicht durch sein Amt zu propagieren. Der Redner warnte dringend vor einem Sturm auf den Intendanten. Ausschlaggebend fei allein, wie das Defizit verringert werden könne. Dieses Defizit beruhe nicht auf persönlichen Gründen, sondern liege in den Zeitläuften, wie an allen Theatern. Man möge di« Verhandlungen mit der Stadt Mainz abwarten. Für bie jungen Volksparteiler erklärte Rechtsanwalt Dr. Mattern das Abrücken von der derzeitigen Theaterleitung wegen ihrer politischen Tendenz in der Spielplangestaltung und Aufführung. Rach einer längeren und lebhaften Aussprache fand die nachstehende Entschließung Annahme: „Die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Darmstadt der Deutschen Volkspartei ist der Auffassung, daß das Landestheater als vornehmstes KunstinftUut des Landes Hessen in der Stadt Darmstadt unbedingt zu erhalten ist. Die Versammlung ist der Ueberzeuaung, daß die jetzige Theaterleitung sich nicht von einseitigen künst- lerischen und sonstigen Tendenzen frei hält, die mit dem Charakter eines mit öffentlichen Mitteln unterhaltenen Landestheaters unvereinbar find. Die Versammlung ersucht deshalb di« Landtagsfraktion und die Darmstädter Stadtratsfraktion der Deutschen Volkspartei, bei den kommenden Etatsverhandlungen ihre Zustimmung zum Haushalt des Landestheaters nur dann zu geben, wenn der Fortbestand des Landestheaters ohne eine Verbindung mit auswärtigen Theatern und unter einer Leitung gesichert ist, deren künstlerische und kulturelle Einstellung der Mehrheit des hessischen Volkes mehr als bisher entspricht." werk gewisse Detriebseinschränkungen erforderlich geworden. Die zur Zeit der Hoch- saison für Oefen eingestellten; etwa 50 Zeitarbeiter (bei einer Gesamtbelegschaft von über 1000 Mann) sind, wie alljährlich, jetzt wieder entlassen worden. 3n einer Abteilung des Werkes ist Kurzarbeit eingeführt, dagegen wird in den übrigen Abteilungen zunächst noch voll gearbeitet. Kreis Schotten. V Gedern, 10. 3an. 3n Würdigung und Anerkennung ihrer 12jährigen treuen Pflichterfüllung erhielt Lina Ort wein, die bei Gastwirt Seipel dahier in Stellung ist, von der Landwirtschaftskammer ein schönes Diplom als Auszeichnung übersandt. Kreis Alsfeld. WSR. Alsfeld, 12. 3an. Ein junger Arbeiter aus Schadenbach war in dem Ar- beiteraufenthaltsraum des Bergwerks Bleidenrod damit beschäftigt, in dem Ofen Feuer anzumachen. Hierbei schlugen plötzlich die Flammen der Feuerung zurück und setzten die Denzolkanne, mit deren Hilfe das Feuer entfacht worden war, in Brand. Die Flammen ergriffen im Augenblick auch die Kleider des Arbeiters, der im Ru lichterloh brannte. Rur dadurch, daß er sich geistesgegenwärtig auf dem Boden wälzte, konnten die Flammen 5um Erloschen gebracht werden. 3mmerhin hat er erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen davongetragen. preuhen. Kreis Wetzlar. <5 Krofdorf, 10. Jan. Am Mittwoch fand hier die erste Sitzung der neugewählten Amtsvertretung des Amtes Atzbach statt. Die Amtsvertretung besteht unter dem Vorsitz des Bürgermeisters aus 13 Verordneten und 7 Gemeindevorstehern, wovon 6 Verordnete und 5G-e- meindevorsteher wiedergewählt sind. Zu der Sitzung waren sämtliche Mitglieder erschienen. Der Vorsitzende, Bürgermeister Drockmeie r, eröffnete die Sitzung, begrüßte die Abgeordneten und wünschte ihnen aus Anlaß des 3ahres- wechsels Glück. Er wies darauf hin, daß rund zwei Drittel der Mitglieder der alten Amtsvertretung auch in die neue A,ntlv:rtr?tung gewählt feien. Es fei dies ein großes Maß von Vertrauen, welches die Bürgerschaft den Gewählten entgegengebracht habe und auf das diese stolz sein könnten. Der Bürgermeister begrüßte sodann Landrat Miß aus Wetzlar, der mit Krcisbaurat Veit gekommen fei, weil ihn besonders der Erlaß einer neuen Baupolizei- Gebührenordnung interessiere, hoffend, daß sich eine befriedigende Lösung dieses Gegenstandes finden ließe. Hierauf folgte die Einführung der neuen Amtsvertretung. Der Vorsitzende führte dazu u. a. aus, es sei ihm ein Bedürfnis, der allen Amts- vertrelung für ihre Mitarbeit zu danken. Läge die Tätigkeit des Amtes auch mehr in dem Bereich der staatlichen Auftragsangelegenheiten, so feien doch die Gemeinden unter der Mitwirkung des Amtes weiter gefördert worden, soweit die schwierigen Zeit- und Geldverhältnisse dies zugelassen hätten. Kurz zu erwähnen fei die Verbesserung des Wegewesens, der Schulen, einiger Kirchen, der Elektrizitätsversorgung, die Anlage neuer Wasserleitungen usw., ferner die Maßnahmen zur Behebung der Wohnungsnot. 3m 3ahre 1927 seien im Amtsbezirk 66, im 3ahre 1928 = 90 und im 3ahre 1929 — 61 neue Wohnungen besagen worden, während 35 neue Häuser noch im Rohbau ständen. Anzuerkennen sei die Tätigkeit der Rheinischen Weh ungsfürsorgegesellschaft und die finanzielle Mithilfe des Kreises auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge. Der Vorsitzende bat schließlich die neuen Verordneten um ihre ersprießliche Mitarbeit und führte sie durch Handschlag ein. Als Beigeordnete wurden einstimmig gewählt: Landwirt und Maurer Wilhelm Mandler zu Krofdorf, Landwirt Wilh. Leib zu Krofdorf und Schreinermeister Ludwig Fiedler zu Dorlar. Es wurde dann eine gemeinsame Finanz- und Baukommission, bestehend aus sechs Mitgliedern, gebildet und in diese Korn- „Meine Hilfe?" wiederholte sie verwundert und zugleich ein wenig geschmeichelt. „3nwiefem könnte ich 3hnen helfen?" „Doch, doch, Sie könnten mir sehr helfen, wenn Sie einwllligten, meine Verbündete zu fein.“ „3ch weiß nicht, Herr Rechtsanwalt, ob 3hnen meine Stellung hier im Hause bekannt ist. 3ch bin keine direkte Richte von Herrn und Frau von Wildhofen, sondern nur die Tochter eines sehr entfernten Verwandten und aus Mitleid aufgenommen worden; daher ist meine Stellung eine bescheidene und abhängige. 3ch bin eigentlich nur Gesellschafterin und erscheine in größerem Kreise nur ausnahmsweise an der Tafel. Was könnte ich also tun?“ „Aber reden Sie doch nicht so töricht!" unterbrach er sie ungeduldig. „Was in aller Welt denken Sie, daß ich mich um 3hre Stellung kümmere? 3ch sehe, daß Sie eine sehr verständige, junge Dame sind, und das genügt mir vollständig. Aber bitte, halten Sie nicht im Spiel inne,“ fuhr er fort, „da ich jetzt zu dem eigentlichen Zweck unseres Gesprächs übergehe: Ob Kurt 3hr richtiger Vetter ist oder nicht, ich setze doch voraus, daß Sie ein gewisses 3ntereffe an ihm nehmen." „Sicherlich!" entgegnete Doris, die, bei feinen letzten Worten etwas verlegen geworden, jetzt aber sehr ernst war. „Run, Kurt ist einer meiner ältesten Freunde und ein sehr lieber Mensch, für den ich aufrichtige Zuneigung hege. 3ch kann deshalb nicht schweigen und ruhig zusehen, wie man ihn in unerhörtester Weise betrügt.“ Sie nickte verständnisvoll. „3ch täusche mich wohl kaum, wenn ich annehme, daß Sie recht gut wissen, was ich meine," fügte er hinzu, „daß nämlich jene beiden 5rau.cn, die sich von Rechten nennen, nicht das sind, wofür sie sich ausgeben." „3ch weiß es," sagte Doris mit fester Stimme. „Gut! Dann werden Sie mir auch helfen wollen, meinen Freund aus den Retzen jener Frauen zu befreien.“ Sie vermochte nicht gleich etwas zu erwidern; chre Finger flogen erregter wie zuvor über die saften. Sie spielte eine bekannte Operettenmelodie. Rach einer Weile sagte sie: „Sie glauben, daß er in Gefahr ist?" „3a, ich merkte sofort, daß er sich in höchstem Grade für die Tochter begeistert hat. Er hat mir sogar anvertraut, daß er die feste Absicht habe, sie um ihre Hand zu bitten.“ »Sie meinen also — ?" stammelte Doris „3ch meine, daß hier keine Zeit zu verlieren ist; denn diese Heirat darf nie und nimmer zu- Nande kommen. Hören Sie mich an, Fräulein Harter! Vor zehn 3ahren — ich war damals noch ein ganz junger Assessor — hatte ich jene Dame, die sich heute Frau von Rechten nennt, gerichtlich zu verhören. Es handelte sich um eine bedeutende Banknotenfälschung, die von zwei Schurken verübt worden war. Einer davon war der Gatte jener Frau, der andere hieß Lankwitz; beide waren Bankbeamte. Auf Veranlassung eines Verteidigers wurde diese Frau von Rechten ebenfalls gerichtlich vorgeladen, und mir fiel es zu, fie und ihr Dienstmädchen, das auch in die Sache verwickelt fein sollte, zu vernehmen. Beide vermochten ihr Alibi nachzuweisen, und Lankwitz, der augenscheinlich ein intimer Freund der Gattin seines Kollegen war, verdankte es hauptsächlich ihrer Aussage, daß er besser, als er es verdiente, davonkam — nämlich mit zwei 3ahren Gefängnis, während ihr Mann, als der Hauptschuldige, zu zehn 3ahren verurteilt wurde. Obwohl es damals an Beweisen mangelte, nahm man allgemein an, daß sowohl Frau Klimar — das ist der wahre Rame jener Frau — als auch ihr Dienstmädchen bei der unsauberen Geschichte ihreHände im Spiele gehabt hatten. So viel aber steht fest, daß Frau Klimar die Gattin eines schwerbestraften Fälschers ist, der wahrscheinlich noch lebt und vor dem sie keinen Augenblick sicher ist. Fräulein Klimar ist die Tochter dieses Verbrechers und deshalb als Gattin meines Freundes unmöglich." „Warum sagen Sie ihm das alles nicht selbst?" forschte Doris nach einer kurzen Pause. ..Aus verschiedenen Gründen! Erstens ist es kaum zulässig, daß ich, der ich soeben erst als Gast hier aufgenommen bin, sofort andere, schon anwesende Gäste verdächtige. Sie weilen mit mir hier unter einem Dach und besitzen die Freundschaft und das Vertrauen unserer Gastgeber. Zweitens würde es mir kaum gelingen, Kurt zu überzeugen; denn er ist bereits viel zu tief in die Retze dieser Circe verstrickt." Hagenaus graue Augen hatten mit ernstem Ausdruck auf dem Gesicht des jungen Mädchens geruht, und dem geschickten Beobachter und Menschenkenner konnte es nicht entgehen, wie bei seinen letzten Worten ein trüber Schatten über die klaren Züge flog. „3a, glauben Sie mir das,“ bekräftigte er noch einmal das Gesagte, „mit einem verliebten Menschen ist nichts anzufangen, und es wäre unklug, einem solchen gegenüber ein Rachteiliges über sein 3deal zu äußern." „Run aber, wie könnte ich da —" „Rein, Sie können es nicht! 3ch stelle 3hnen keine so hoffnungslose Aufgabe, sondern bitte tne, sich an das junge Mädchen, dieses sogenannte Fräulein von Rechten, selbst zu wenden." — „Oh, Herr Rechtsanwalt!" „Warum erschrecken Sie so? 3ch hoffe, eS werden schon wenige Worte genügen. Sie müßten ihr einmal so. daß es niemand merkt, mitteilen, Mission gewählt: Karl Bepler, Gemelndevor- steh:r, Klnzerbach; Ob^rbauau jeher Ehr. Becker zu Atzbach; Anstreichermeister Herrn. Schleenbecker zu Krofdorf; Lehrer Fritz Gaß zu Dutenhofen; Schlosser Heinrich Säumer zu Garbenheim und Gewerkschaftsangestellter Karl Kuhn zu Atzbach. Eine neue Baupolizei- Gebührenordnung wurde nach eingehender Aussprache angenommen. Die Gebührensätze der bisherigen Gebührenordnung sind sehr niedrig, die neuen Sätze sehen zwar eine Erhöhung vor. sind jedoch im Verhältnis zu den auf dem Gebiete der Bauverwaltung entstehenden Ausgaben und im Vergleich zu den Gebührensätzen benachbarter Kreise und Städte immer noch mäßig gehalten. Bei der Gemeindekasse wird, dem Bedürfnis entsprechend, ein abgebauter Gehilfe einstweilen wieder eingestellt. Bei einer in absehbarer Zeit auf der Kasse zu erwartenden Vakanz einer ” anderen Gehilsenstelle behält die Vertretung sich erneute Te'chlußsaffung v?r. Amtssekretär G o p - Pelt erhält die Amtsbezeichnung Amtsober- sekretär. Die alljährlichen Sammlungen für den Eefan^enensürforgevevein, das Rote Kreuz, den Blindenfürforgeverein und für den Hilfsverein für Geisteskranke wurden durch eine auf die Amtskasse übernommene, alljährliche Zahlung abgelöst. Für die Förderung des Büchereiwesens wurde ein einmaliger Betrag bewilligt. Kirche und Schule. = ©rünberg, 11.3an. Wie alljährlich, fand auch dieses 3ahr in den letzten Tagen die Reu- jahrskonferenz des DekanatesGrün- berg hier statt. Alle Pfarrer mit einer Ausnahme hatten sich eingefunden, der Superintendent war anwesend. Pfarrer Diehl (Freienseen) hatte die Eröffnung, darauf begrüßte der Dekan die Erschienenen und den Oberkirchenrat. Die geschäftlichen Verhandlungen waren so ausgedehnt, daß der Vortrag von Pfarrer König (Groß-Eichen) auf die nächste Konferenz verschoben werden mußte. J- Vidda, 8. 3an. Am Montag fand hier dis Reujahrskonferenz der Geistlichen des Dekanats Ridda in Anwesenheit des Superintendenten für Oberhessen statt. Dekan S c r i b a wies in einer kurzen Ansprache im Anschluß an Apostelgeschichte 6,7 auf die schwierigen Aufgaben des Pfarramts in der gegenwärtigen Zeit hin. Rach Begrüßung der nahezu vollzählig erschienenen Amtsbrüder behandelte die Kon- ferenz zunächst geschäftliche Dinge. 11. a. konnte der Vorsitzende die erfreuliche Mitteilung machen, daß die neue Dekanatsschwester Lotte Daum die Arbeit aufgenommen hat und allen Dekanatsgemeinden, insbesondere bei schweren Krankheitsfällen zur Verfügung steht. Bei dem Reise- plam, der im Dekanat für Missionar Lauk- Frankfurt für den Monat Februar aufgestellt ist. wurde auch auf die llnterstühung der Deutschen Orient-Mi.sion hingewiesen, die seit vorigem 3ahr auch in das Dekanat Ridda ihren Einzug gehalten hat. Das fdjeinbar jetzt zur Regel gewordene Anfahren des Bieres durch die Lastautos gerade an Sonntag- Vormittagen gab der Versammlung Veranlassung, durch das Dekanat Schritte zu einer Beseitigung dieses Uebelstandes in die Wege zu leiten. Sehr lehrreiche Aufklärungen über bil Verhandlungen zwischen Staat und Kirche wegen des Staatszuschusses und über den Schiedsgerichtsvertrag gab Oberkirchenrat Wagner- Gießen. Aus seinen Darlegungen ergab sich, daß nod) viele Schwierigkeiten in diese für die evangelische Kirche in Hessen so wichtige Frage zu überwinden sind. Die geschäftlichen Dinge und die Aussprache über andere zeitgemäße Fragen hatten so lange Zeit in Anspruch genommen, daß her vorgesehene Vortrag von Pfarrer S i e b e ck- Cchzell (Lebensbild des früheren Pfarrers Friedrich Heinrich Christian Schwarz zu Echzell) auf eine spätere Tagung verschoben werden muhte. daß einer im Hause anwesenden Person etwas über ihren Vater bekannt sei. Sollte dem Fräulein nun daran liegen, das Angedeutete als Geheimnis bewahrt zu wissen, so stellen Sie ihr die Bedingung, Kurt von Wildhofens Hand zurückzuweisen, sobald er sie ihr anbietet. Wenn fie sich dazu bereit erklärt und mit ihrer Mutter sobald als tunlich das Schloß verläßt, mögen beide in Frieden ihres Weges ziehen — wenigstens von meiner Seite soll ihnen kein Hindernis erwachsen. Sie werden einsehen, Fräulein Horter, daß diese Angelegenheit sich besser für weibliche als für männliche Hände eignet.“ „Es ist für mich eine zu schwere Aufgabe, Herr Rechtsanwalt!“ antwortete Doris in entschlossenem Ton. ,,3d) sehe keinen Grund, warum Sie sie nicht übernehmen sollten," beharrte er. „3ch meine sogar, Sie sind dies 3hren Verwandten schuldig!" Doris setzte ihr Spiel noch einige Minuten fort, während die widerstrebendsten Gefühle durch ihre Seele zogen. Dann nahm fie die Hände von den Tasten und sagte leise: „3ch kann 3hnen nicht so ganz beistimmen. Herr Rechtsanwalt. Erstens finde ich es sehr ungerecht gegen Sabine von Rechten, fie für ihres Vaters Schuld und ihrer Mutter Schwindeleien büßen zu lassen. Sie war damals noch ein Kind und mag genügend darunter gelitten haben. Ein Mädchen von zwanzig 3ahren kann unmöglich eine verhärtete Sünderin fein, und wenn Sabine meinen Vetter ebenso heiß liebt wie er sie, dann — ich schwöre Ihnen, Herr Rechtsanwalt, daß ich dann auch nicht das geringste tun werde, um ihr Glück zu zerstören." Der Rechtsanwalt blickte Doris sonderbar prüfend an. Sie besaß nicht nur Verstand, sondern auch Gemüt. „Sie würden es also lieber sehen, daß sich 3hr Vetter mit einet Abenteuerin vermählt, die unter falschem *21 amen lebt und ihn wahrscheinlich nur um seines Reichtums willen heiraten wurde?" Er erwartete ihre Antwort mit Spannung. „©ie halten mich für feige, weil ich 3hren Auftrag zurückweise," sagte sie leise und sinnend, 11)16 Zu sich selbst. „Aber ich kann einmal dem jun* gen Mädchen keine schlechten Motive zutrauen; lonft — ja, sonst würde ich nicht zaudern, 3hre Wunsche zu erfüllen. Aber so sehr ich auch der Mutter mißtraue, mit der Tochter ist es anders, und Sie wissen aus meines Vetters eigenem 2Kunöe, wie er über sie denkt. Warum soll nun um der Sünde der Eltern willen das Glück zweier Menschen zerstört werden? Rein, Herr Rechtsanwalt, gerade well mir das Glück meines Vetters am Herzen liegt, übernehme ich 3£ren Auftrag nicht." (Fortsetzung fnlgt.) Ermäßigung des Mchsbankdiskonts 4 Dauer abhängig ist. Serlth Darum Saturn 2H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 174,5 132 .5 7 16' 10 , t* IC 168 166 1471 162/ 1 11 16 8 K . 7 W1 10 V 11.25 75,76 , 101.9 106,75 255 113,75 107,75 1 1/9-75 236 , 104.9 15 12 18 14 18% . 8 . e o u 1< 0 6 10 . 5 . 6 . 8 . 8 . 0 6% 10 IV, 10 lf'«u D r Notenumlauf hat sich von 4550 Millionen 2] art (am 7. November 1929) auf 5044 Millionen N ark am 31. Dezember 1929 erhöht, um dann wdder auf 4605 Millionen Mk. am 7. Januar 19 0 und auf 4375 Millionen Mk. am 11. Januar 19SO zu fallen. Der gesamte Zahlung smit- t < l u m l a u f stellt sich auf 6093 Millionen Mk. ar 7. November 1929, auf 6622 Millionen Mk. ai 31. Dezember 1929, auf rund 6125 Millionen N irf am 7. Januar 1930 und auf rund 5837 Mill. bleibt ausreichend offeriert, der Konsum zeigt am Wochenschluß,' ebenso wie für Gerste nur geringe Aufnahmeneigung. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mark., 245 bis 248,50 (fester). März 265 bis 266 (Geld), Mai 276,50 bis 277,50; Roggen, mark., 161 bis 163 (ruhig), März 182 bis 181 bis 181,75, Mai 193,50 bis 193,75; Braugerste 184 bis 200 (matter); Futtergerste 165 bis 172 (matter); Hafer, mark., 140 bis 151 (ruhig), Marz 159, Mai 167 (Brief); Mais. 2a Plata, ab Berlin 173 bis 174 (ruhig); Mais. Mix., ab Hamburg 155 (ruhig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 30 bis 35,50 (ruhig); Noggenmehl 22,25 bis 25,75 (ruhig); Weizenkleie 10,50 bis 11 l 70 ial,i3 138.5 I 139 Lebendgewicht 83 bis 85, von etwa 200 bis 240 — ' " " " ' ',t 84 bis 86, von etwa 160 Bark am 11. Januar 1930. Der Bestand an G >ld und deckungsfähigen Wechseln hc: sich in der Zeit vom 27. November 1929 bis zu n 7. Januar 1930 um annähernd 100 Millionen N art, nämlich von 2596 Millionen Mk. auf 26 >8 Millionen Mk. erhöht, so daß sich die Dickung der Noten durch Gold und Divisen von 57 auf 58,4 v.H. besserte. Jn- zt ischcn ist sie weiter auf etwas über 30 v. H. gi liegen. 4 0 7 25 25 92 .5 25 171 Kunst und Wissenschaft. Die Berliner Intendanlenkrife. Berlin, 11. Jan. (WB.) Der laufende Vertrag mit dem Generalintendanten Professor Jeßner ist im Wege gütlicher Vereinbarung in einen Re» gievertrag umgewandelt worden, der sofort in Kraft tritt. Mit der Leitung der Berliner Staatlichen Schauspielhäuser hot der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung den Direktor der Optzr am Platze der Republik Ernst Legal (früher in Darmstadt) unter Beibehaltung seiner bisherigen Geschäfte kommissarisch beauftragt. noch nicht auswirken. Später wurde es auf Schweizer Käufe am Elektromarkt und angeblich auf französische Käufe am Kalimarkt wieder fester. Die Spekulation schritt auf einige Zeitungsmeldungen, wonach die große Morgan- anleche für das Reich gesichert sein soll, zu neuen Käufen, und das Kursniveau hob sich um zirka 2 v. H. Später wurde es hier jedoch wieder ruhiger, so daß sich das Kursniveau nur noch bis zirka 1 v. H. über Anfang bewegte. Im Verlaufe konnten sich Kanada- und Schon» tungbahn um 5 v. H. bessern. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Jan. Zu Beginn der neuen Woche war die Haltung am Produktenmarkt allgemein etwas schwächer. Am Drotge- treidemarkt hat sich das Angebot etwas verstärkt, so daß hier ein Preisrückgang eintrat, da die Nachfrage gering blieb. Schwächer war die Haltung auch am Mehlmarkt, an dem Weizen- und Noggenmehl bis 0,50 Mark nachgaben. Futtermittel waren vernachlässigt bei nachgebenden Preisen. Es wurden notiert: Weizen 26,50 bis . 6 . u . 6 . 8 8 io in . 9 10 A.tz.T........ Bergmann . . Elcktr. Lieserungegelellschait Licht unv fitafl gellen & ©ulllemime . . . Bei. f mellt. Untern.. . . Hamb. Gieftt «®erte . . . Rhein. (Helft....... Schlei. Gic’r Gebilden L Co Siemens 4 Hal»le ...» SranoraDlo Ladmeyee 4 Co. .... Buderus...... Deutiche Grböl . . . Essener Steinkohle . • Gelsenkirchener . . • Harvener Hoeich Eilen. .... älle Bergbau .... filödncriDede ... flöin-9icue1len Mannesman- -81 ihren Mansselber Bergbau . CbcridVei. (Sneiueoarf Obedthlei. fiotsroede. Bbünir Bergbau . . . Rbe nitche Braunkohlen Sideiuslahl..... Stebed Montan . . . Hamburg-Amerika Palei Hamb.-Güvam. DampUch. Santo Storni.... Nvrvveurjcher Lloyd . . . Alig. Deutsche Cieditanst. . Barmer Banlverein . . Berliner HanvclSgct.'Illch. . (Sommerj. und Privat-Lank Tarmii, u. Bafionalbaul . ®eut:d)e Bank Lieconto-GejeUschast, 8nL Dresdner Bank..... SieichSbant....... Schon die niedrige Gefamtbeanfpruchung des Nrldmarktes um die Jahreswende deutete darauf h n daß die normalerweise zu Beginn des Jahres cintretende Verflüssigung des Geld- inarktes in diesem Jahre besonders rasche f-ortschritte machen werde. Dem gestiegenen Geld- ! darf der Privatwirtschaft gegenüber, unb_ nach- tem es gelungen ist, den Geldbedarf der öffent- iiben Wirtschaft zu decken, ohne daß die gesamte i?eldmarktanspannung zur Jahreswende ihre nor« i:-aten Grenzen verlassen hat, ist der Geldmarkt iir. der Berichtswoche unter den Einfluß der überreichlichen Versorgung gekommen, die mit den v rrsichtigen Voreindeckungen zum Jahresultimo ur. Zusammenhang steht. Der Sah für Tagesg^^ Hut bis auf 5 Prozent nachgegeben, und selbst bei be.cfcm niedrigen Satze überwog immer noch das Angebot. Selbst der Steuertermin vom 10. Januar hat diese Entwicklung nicht aufhalten können. Selbstverständlich kann die Tatsache, daß die Steuerschccks erst in einigen Tagen von den Fi- imnzämtern zur Zahlung präsentiert werden, zu < ner vorübergehenden älnterbrechung der Er- I sttichteruna am Tagesgeldmarkt führen. 2lbbr itran erwartet selbst trotz des bevorstehenden Mcdiotermins kein bemerkenswertes Anziehen der ! CDcIöjähe. Die in der Berichtswoche eingetretene Erleichterung hat sich aber nicht nur auf den I rrzfristigen Geldmarkt erstreckt, sondern ist Mich auf den Terminmarkt übergegangen. Be- ! s.mders Monatsgeld ist im Preise zurückgegangen. Sie Verflüssigung am Privatdiskontmarkt führte /1 einer zweimaligen Herabsetzung des Satzes, I Mer sich jetzt auf 6,6 Prozent stellt. Auf die I (aber das normale Maß hinausgehende Ent- s listung der Reichsbank ist bereits bei Detrach- t-rng des letzten Reichsbankausweises hingewiesen tuorden, insbesondere aber auch darauf, daß die Ermäßigung des Diskontsatzes der Reichsbank lummen muß, wenn auch zunächst um nur 0,5 Pro- ■t ent, sobald die politische Lage durch den Ab- s.chluß der Haager Konferenz bereinigt ist. Die internationalen Geldmärkte stehen mach weiter im Zeichen der Verflüssigung. Sas Ausbleiben der Londoner Diskontsenkung in der Berichtswoche schließt, wenn man die Ent- teidtung am offenen Londoner Geldmarkt berück- fSHtigt. durchaus nicht die Möglichkeit einer Senkung in dieser Woche aus. Jedenfalls ist für fern deutschen Geldmarkt, falls nicht Zwischenfälle bei den Reparationsverhandlungen neue Störun- WN bedingen, eine allmähliche Erleichterung zu ertoarten. Eine Steigerung des Geldbedarfs der Wirtschaft ist vorerst unwahrscheinlich. Anderseits darf bei anhaltender Verflüssigung der ausländi- s-chen Geldmärkte mit einer Zunahme des Angebots auf dem deutschen Geldmarkt gerechnet »erden, so daß die Kapitalmärkte des Auslandes wieder für den deutschen Kapitalbedarf aufnahme- f chig werden, von welcher Aufnahmefähigkeit die Ermäßigung des deutschen Zinsfußes auf die Mrischafi. Sünstige Entwicklung am Geldmarkt. ftur-? | 111. Schauer Daimler Molaren . . • • . Deutiche Linoleum . . . . Moichinenbau A.-D, . . . • d rro ne 111 0 t .... vuoto. Loew . . . • • Not automobh ..... Crenftem 4 Koppel . » . . VonbatD Die» SvenSlo ■•••«• Krank. Mmchmca .. .. . Btttzner Heyligrnkaedi ...... gungdanl........ Leckwerle. iRointrartweu.’ 06d)fi a. SL Mag. - - gebt. Roeder....... «otgl 4 Haessna ..... Gfibb. Lucker ...... ivetetnigle Stohlw Olav, Minen . Pa, werte Ascher-lebrn fta roerte tiefteregeln kal.we. e SaUveliaNH ?. 0 fratbcn.gneulhte Dynamit Nobel . . . ScbettK'anftaU .... Golbichmivl .... SQigctdroerfe .... Meiallgeiellichast. . . Phlltpp ftonmamt fernen roert tzetoelberg Cemeniwerl 'lartjtaot tBcoe on Pfarrer Sieben- ihnen Pfarrers Fried- hwarz zu Echzell» M choben werden muhte. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die auf den Stichtag des 8. Jan. berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Rcichsamtes ist gegenüber der Vorwoche non 133,7 auf 133,1 oder um 0,4 v. H. gesunken. Cßon den Hauptgruppen ist die Indexziffer für C2grarftoffc um 1,1 auf 123,9 (Vorwoche 125,3) unb die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 v. H. auf 128,6 (128,8) Firüdgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat mit 156,0 (156,1) weiter leicht uachgegeben. • Zahlungseinstellung bei der Ma- ffihinenbaugesellschaft Karlsruhe. Wie Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe teilt in einem Rundschreiben ihren Gläubigern mit, daß |ie nach ihrem bald hundertjährigen Bestehen sich gezwungen sehe, ihre Zahlungen einzustellen und ►ein außergerichtliches Arrangement mit ihren »Gläubigern anzustreben. Cs darf, wie es in dem "Rundschreiben heißt, nach vorsichtiger Bewertung Hier Aktiven die volle Befriedigung der Gläubiger erwartet werden. Nach dem Status vom 8. 3a» ruar d. I. stehen einer Aktivsumme von 3 214 000 Mark Gesamtverbindlichkeit in einer Höhe von 2750 000 Mark gegenüber. Am Mittwoch, dem 22. d. M., 15 Uhr, soll eine Gläubigerversamm- Ilung stattfinden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Jan. Tendenz: fest. — -Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz wieder ausgesprochen fest. Vor allem stimulierte die internationale Geldmarkterleichterung, dann die Ermäßigung des Reichsbankdiskontes um 0,5 Prozent auf 6,5 Prozent. Aber auch der Stand der Haager Verhandlungen wird weiter günstig beurteilt, obwohl die Verhandlungen langsamer fortschreiten und sich vereinzelte Streitpunkte gebildet haben. Der jetzt schon über eine Woche anhaltende Optimismus verstärkte sich, und die auch zu diesem Zeitpunkt eingetretene Haussebewegung hielt an. Das Geschäft war, da sich der Auftragseingang immer mehr vergrößert, zufriedenstellend. Auch die Spekulation schritt wieder zu Meinungskäufen, so daß sich gegenüber den Schluhkursen vom Samstag in Spezialwerten ganz erhebliche Besserungen ergaben. Die zum Schluß schwache Neuhorker Börse konnte keinen Eindruck ausüben. Im Vordergründe des Interesses standen Bankaktien. Berliner Handelsgesellschaft eröffneten 5,5, Commerzbank 6 und Reichsbank 4 Prozent fester. Lebhafter gehandelt wurden noch Deutsche Linoleum plus 5 Proz., Karstadt plus 4 Proz., Holzmann mit plus 5 Proz., Wayß & Freitag mit plus 4,5 Proz. und Kaliwerte, die bis zu 5 Proz. auf angeblich französische Käufe anziehen konnten. Das Geschäft war überhaupt heute auf der ganzen Linie recht lebhaft. Am Elektromarkt ergaben sich auf angebliche amerikanische Käufe Gewinne bis zu 4 Proz. Am Farbenmarkt traten Gewinne bis zu 3,5 Prozent ein. Montanwerke standen heute wieder etwas im Hintergrund. Die eingelegten Feierschichten im Ruhrbergbau veranlaßten eine gewisse Zurückhaltung. Aber dessenungeachtet traten auch hier Besserungen bis zu 2 Proz. ein. Hapag und Norddeutscher Lloyd zogen bis 2 Proz. und 21.»©. für Verkehrswesen bis zu 3 Proz. an. Renten freundlich. Im Verlaufe traten auf Gewinnmitnahmen vereinzelte Schwankungen ein, doch wurden erneut Käufe vor- genommen, so daß die Kurse gegen Anfang 1 Proz. höher lagen. Am Geldmarlt war Tages- gelb mit 6 Proz. wieder leichter. Am Devisenmarkt war Spanien weiter etwas fester, die Mark lag dagegen etwas schwächer. Mmi nannte Mark gegen Dollar 4,1900. gegen Pfund 20,404, London gegen Kabel 4.8395, gegen Paris 123,91, gegen Mailand 93,06, gegen Madrid 36,25, gegen Schweiz 25,18, gegen Holland 12,10. Berliner Börse Berlin, 13. Ian. Die schon während b?s Vormittags ziemlich sicher feststehende R e i ch s b a !'k- diskontermäßiguna ist Tatsache geworden. Man hatte zwar diese Maßnahme schon ziemlich 1 tiniOJifl- 1 Kurs 131. ■ 1Ö6 ’ 178 5 158 1 106.5 123 123.75 190.5 160 241.25. 149 f» 149.!, 150 294,75 efenben Person etoa8 sei. Sollte tau Frau- Angedeutete als Gr- n, so stellen Gte # n Mdhofens Har e ihr anbietet. Dc und mit ihrer Wu^ chfoh verläht, MS' raes ziehen - « ichnmi kein chen, Fraulein Hock Z besser für W* eignet schwere Aufgabe. Zn e Doris in v--rM ^emn^ ä einige Minuten ck damals noH ßin ahren kack 6abuie ein. und ^ni . w I* auI ” <■> '7so fln^ OB j Arn Frankfurter Markt hat die Gelange erwartet, aber man war überrascht, daß die schäftstätigkeit durch die weiter sehr schwache Ent- Lenkung des Reichsbankdiskontes vor dem Abschluß nähme seitens der Verbraucherschaft eine weitere |er Haager Verhandlungen erfolgte. Man sprach Verschlechterung erfahren, so daß die PreisS lie Kurse teilweise recht erheblich her- durchschnittlich um einen halben Pfennig nach- i u f, wobei die heute wieder günstiger lautenden gaben. — (Auslandeier unverzollt ab GrenK- Iiger Meldungen, die ohnehin recht feste Grund- ftation, Jnlandeier ab Station.) Preise m imung unterstützten. Zu den offiziellen ersten Pfennig per Stück: bulgarische 11 bis 11,25, tierungen lagen die meisten Werte zwar durch- holländische 10,5 bis 14,5, jugoslawische 10,25 üttlich bis 2 d.$). über dem Samstagschluß- ! bis 10,5, polnische 8.75 bis 9, dänische 10,5 bis 14,5, eau, doch entsprachen die Kurse nicht mehr ganz I belg.-flandr. 12,5 bis 13, rumänische 10,75 bis . vorbörslich gehegten Erwartungen, da die Börse n, norddeutsche 13 bis 13,5, bayerische 11,5 ist zu Glattstellungen neigte und das Publikum bis 12. — Tendenz: schwächer. «erliche Gewinne, die es nach langer Zeit erst- lig wieder sah, mitnehmen wollte. Es waren B. .llNSr ProSUktLNvo^e. ige weitere günstige Momente zu verzeichnen. Der l i n, 11. Jan. Die Produktenbörse beschloß So regte am Kalimarkt die Meldung von der ge- den Derichtsabschnitt in ruhiger Haltung. Die planten Steinsalzanlage an und führte zu Steige- flauen Meldungen von den nordamerikanischen rangen, von denen hauptsächlich Westeregeln 2,5 Terminmärkten vermochten hier keinen größeren usid Aschersleben 4 v. H. profitieren konnten. Auch Eindruck zu machen, da das Jnlandangebot von Polyphon plus 5 v. ch. und Zellstoff Walühof plus Drotgetreil>e sich nach den gestrigen Hreisrück- 175 v. H. Ferner Schubert & Salzer plus 2,5 v. H., gängen wieder verringert hat. Bei kleinen Lim- Deutsche Atlantische plus 5 v. $)., Allgemeine Elek- sähen wurden für Weizen und Roggen bis 1 Mk. tnzitäts-Gesellschaft plus 4,5 v. Sj., Siemens plus 3, niedrigere Preise bezahlt, am Lieferungsmartt Berger plus 3,5, Sarotti plus 4. Sprengstoff ) zeigten die Märzfichten ähnliche Preisgestaltung, plus 3, Farben plus 2,90 und Reichsbank plus während Mailieserung unverändert einsetzte. Wei- 3,75 v. H. Bei letzteren' regten die nach langem zen- und Roggenmehle sind in den Mühlenoffer- Cfflarten erfolgten Veröffentlichungen des Statuts | ten kaum verändert, bei ruhigem Geschäft. Hafer an. Nach den ersten Kursen wurde es vorübergehend etwas schwächer. Deutsche Anleihen weiter freundlich. Ausländer ruhig. Pfandbriefe unter dem Eindruck der Diskontsenkung fest. Am Geldmarkt konnte sich die Ermäßigung heute 26,75; Roggen 18,50; Sommergerste für Drau« zwecke 20; Hafer, inländischer, 17,50 bis 17,75) Mais (gelb) für Futterzwecke 17,25 bis 17,50) Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 39,25 bis 40; Roggenmehl 26,50 bis 27,75; Weizenkleie 8,75 bis 8,90; Roggenkleie 9,25 bis 9,50; Erbsen 31 bis 44; Linsen 55 bis 100; Heu, süddeutsches. 10,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt oder gebündelt 5.50 bis 5,80; Treber, getrocknet 14,25 bis 14,50. Tendenz: Schwach. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Kurszettel der Berliner und FrankfurLer Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H. Berlin, 13. Ian. (MTB. Funkfpnich.) Die Reichsbank hat den lvechfeldiskont von 7 o. h. auf 6,5 v. h. und den combardzins- u ß von 8 v. h. auf 7,5 v. h. herabgesetzt. Oie Begründung. Der Vorsitzende begründete die vom Reichsbankdirektorium mit Wirkung vom 14. Januar beschlossene Herabsetzung des Reichsbankdiskontes von 7 auf 6,5 und des Lombardsahes von 8 auf 7,5 Prozent wie folgt: Die Besserung ihres Status hat es der Reichsbank am 2. November 1929 ermöglicht, ihren Diskontsatz von 7,5 auf 7 Proz. heraozusehen. Trotz fortschreitender Erleichterung an den internationalen Geldmärkten ließen die besonderen Verhältnisse des deutschen Kreditmarktes, namentlich der zum Jahresschluß zu erwartende Mehrbedarf, und die fortdauernde äüeberbeanspruchung des Marktes durch die öffentliche Hand eine weitere Senkung des Diskantes zunächst nicht zu. In der Zwischenzeit haben sich die Rückflüsse zur Reichsbank nach äleberwindung des Iah esultimo? durchausbefriedigend s.e- staltet. Die gesamte Kapitalanlage Der Reichsbank, d. h. die Bestände an Wechseln, ein- schließlich Reichsschahwechseln, an Lombardforderungen und an Effekten, die am 7. November 1929 zur Zeit der letzten Diskontermäßigung 2494 Millionen Mk. betragen hatte und am 31. Dezember 1929 auf 3191 Millionen Mk. angewachsen war, hat sich bis zum 7. Januar 1930 auf 2538 Millionen Mk. und bis zum 11. Januar 1930 weiter auf 2280 Millionen Mk. ermäßigt. Einen entsprechenden Rückgang zeigt auch der Sloten um lauf der Reichsbank, wie der gesamte Zahlungsmittelumlauf überhaupt granff urt a. SH., 13. Jan. Auftrieb Rinden 1656 Stück; darunter 331 Ochsen, 110 Bullen, 667 Kühe, 470 Färsen; Kälber 612; Schafe 258; Schweine 4811. Rinder. Ochsen: vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jünacre 56 bis 58, ältere 50 bis 54, sonstige vollfleischige jüngere 45 bis 49; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 56, sonstige voll- fleischige ober ausgemästete 50 bis 53; Kühe: jüngere, vollsleischige, höchsten Schlachtwerts 44 bis 47, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 43. fleischige 35 bis 39, gering genährte " Das allgemeine Zinsniveau in den I 28 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder)r a deren wichtigen Ländern zeigte im neuen Jahr a 1=§19k’nrY‘Ain?4?bifl vnoiior f in fon o n b c n ä Die Zins- 57 bis 59, vollsleischige 53 bis 56, fleischige 48 vis ft inne gegenüber dem Auslande bleibt daher auch 52. Kälber. Beste u^Saugkalb^ 78 n ch Ermäßigung des Reichsbankdiskontes noch bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 7. g oß genug, um bei normaler Weiterentwicklung geringe Kalber 6o bis 73. ch a f e. Mastlammer b 6 internationalen Geldmarktes Abflüsse toon unb jüngere OTaWammet (5’lbcrn aus Zinsgründen zu verhindern. Es ^^llmast) 40 bis 47^Schweine. ^ttschl^ne -kcnn kein Zweifel bestehen daß die Diskont- über 300 Pfund Lebendgewicht 82 ms A. voll-- n-mhftiniinrt für hi? in der Depression schwer fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund e .maßigung für bie in Der ^eprenton i^rocr kc mpfende deutsche Wirtschaft eine dringend - - , gT unb3Äorn ÄfeJ. ’m. etwa BO M 160 Wunt, kdntermäßigung im vorgesehenen Ausmaße sofort pend, Lieber st and. Kalber und Schafe ruhig, aus- zli wagen. vertaufl. ------- Frankfurter Eiermarkt. 'ranHurt a W Berlin Banknoten. u. £d)iub Üniang, Berlin, 10- Januar ße!6 Bries flute ! fiur flur: ämerilanildje 91 oten .... 4,166 4,186 Belflifdie Noten 58,13 58,42 11. 1 13 1. 11. 1. 13- 1. SDämidie Noten ........ 111.78 112,22 Engtijctie Noten . ••••••• 20,36 20,44 1U6-5I — 106,2= 106.5 RranjoHidie Noten ••••••• 16,44 16,50 58 58.5 58 t8 Holländisdie Noten ...... 168.21 168,89 1< 198 203,75 197,1 201.5 21.91 21.99 1U 207 — 208 210.5 Norwegudie Noten....... 111.58 112,02 15 337 — 338 340 Deutidt»Oesterreick, A 100 Schilling 58,60 58,90 tRuntorilirfif Noten....... 2.477 2,497 18 180 182.5 179.5 182.4 Sckweviicke Noten....... 111,98 112,42 6 85.13 86.75 Schweizer Noten ...... 81,18 81,50 149 — —> Spanücke Noten ........ 54.02 54,24 5 63 — 70.5 70.5 l'ckeckoilowakilche Noten..... 12,33 12.39 6 77 79.5 77.25 79 Unflariicbr Noten ...... 73,07 73.37 f 120,5 121,5 119.75 121,25 'ranlfurt a VI Berlin idjiuto Rur» ■Ul' ffnr Sch-uh Rur. Ansann- flut Saturn 11. 1- 13. 1 11. 1 13. 1 • l"j Len,chc ;> tojeametoc 7,4 87,5 ron 1PZ7 ....... — — *'% Scutfdje Reid>kanleihe 96,7 97 von 1029 ......... — • K vnl..ESs.-Schuld mit Au- 50,1 tot -Neckten..... . 50 — — teert, ehne Au?!o' SRcdjtc 8,1 8.3 8.1 8,4 1% Hess. BolMaal von 1929 (rödzal,1b. 102%) .... 87 — 87 — Oberhclfcn Provinz - Anleihe ml! eiUv'loi.»3icd)tcn..... 47 — — — deutsche ft um in. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 47,5 — 47,4 — !% Franlf. Hvv -Banl Goldpse XIII unkünvbnr bi-r 1934 . 1% Franks. Hnp.-Aank Äoldpse unkündbar bis 1932 ..... iy,% Riicinijche Hyp.-Bank 96,5 82 — — 82 — - — tiiqu. Gvldvse........ :(% Pr. Landcspsandbriesanslalt 82 — — Psnndbrlrse 91. 17..... 97 — 97 —» #% Pr. Landcopsandbrlcsansialt Komm.-Obi. R. 16..... Pr. Landcöpsandbricsanllail, 94,5 — 94.5 — Psandbriese R. 10 88,5 — 88,5 — | Unnaiiicke fironentte.. . • 2.2 — 2,2 2,2 «*/o Türk. Zoltantoihe v. 1911 .. 7,5 — 7.6 — dX, Türlilche Bagvadbahn-2ln Sette 1...... 7.5 — 7.65 — d o desgi S^tte II 7,5 — 7,55 — 5*4 Numünilche verrinh. Rente von 1903 . . . - Numaniiche verrinh. - 7.65 — 7,75 — Tranfhirt a M ^chlutz. brücken ein anerkennenswertes 3:0. Auch Notwest Frankfurt kehrte aus Ludwigshafen mit einen rühmlichen 0:0 zurück. Nur der V.f.L. Neu-Jsct- bürg trat den Sieg mit 1:2 Toren an den S.3. Wiesbaden ab. Fußball in Hessen-Hannover. Die gestrigen Fußball-VerbandSspiele im B> zirk Hessen-Hannover ergaben folgende Resultat: Göttingen 05 — Borussia Fulda 2:2. Hessen 69 Kassel - SE. 63 Kassel 2:4. Herrn. Kassel — Kurh. Marburg 1:2. Zwischenrunde um den pökel -esOeutfchenFußball-Bundes Am gestrigen Sonntag wurde die Zwischei- runde um den Pokal des Deutschen Fuhballbur- des in zwei Kämpfen ausgetragen. In Stettin trafen sich der Daltenverbard und der Verband Brandenburger Ballspielver- eine. Erwartungsgemäß siegten die Berliner garz überlegen mit 5:1 Toren, obwohl sie nur mt einer zweiten Garnitur antraten. In Hamburg qualifizierte sich der Rork- deutsche Verband für das Endspiel gegen Berlir, da die Norddeutschen die Mitteldeutschen 3d aus dem Felde schlagen konnten. Die Mitteldeutschen enttäuschten trotz der bekannten Römer., die man in ihrer Mannschaft fand. Sie verlorer völlig einwandfrei und verdient gegen eine Eb mit wesentlich besserem Sturm und Hintermannschaft. Akademische Welt-Winterspiele in Davos. In Davos wurde am Samstag bei den Akademischen Weltwinterspielen die Wettkämpfe im Eisschnelläufen fortgesetzt. Heber 1000 Meter schlug Claes Thunberg seinen alten Rivalen Ballangrud in 1: 28,4 Minuten und verbesserte damit den von Ballangrud gehaltenen Weltrekord. Das Schncllaufen über 5000 Meter holte sich dagegen Ballangrud in der neuen Weltrckordzcit von 8:21,6 Minuten. Ium Ski-Staffellauf über 30 Kilometer hatten sich alle gemeldeten 13 Mannschaften ein- gefunden. Rach gemeinsamem Start übernahm, sofort Kaufmann als erster Mann die Führung. Buck und Rommel verloren dann etwas Verkäufe | 10 30er Opel-Chassis geeignet zum Ausbau als Lieierwogen billig obAug. 370D Braugasse 6. Telephon 3625. Philosophenwald morsen, ßlensfog Terrain, jedoch konnten die scharf aufkommenden Tschechen den Deutschen die Führung nicht mehr entreißen. Ostermayer und Zachäus verteidigten zähe den Vorsprung und mit einer über eine Minute besseren Zeit kam die deutsche Mannschaft vor den Tschechen an Ziel an. Die favorisierten Oesterreicher mußten sich vor den Italienern mit dem vierten Platz be- I gnügen. Die zweite deutsche Mannschaft belegte Morgens um 10 Uhr: [0256 Tchwcinskopj mit Kraut. Abends von 6 Ubr ab: Melzelruvve, SlllislMlings- und Sorlöilöungsfdjiile SlirlsrMv.. örto-SGOjs-str. 5, Elke matöoffr. Internat. Gründ!. Unterwetfung in der Hauswirtschaft. int Kochen sowie in Handarbeucn IBorstuie zur häuslich. Berufsausbildung», Weiterbildung in Schultächern, HandelS- frfniliintcrncbt, IahreSkurie in 2 Zilassen. Klasse A für 14—Iviäbrtqe, Klasse B für iunne Mädchen über 17 Jahre. Die Schülerinnen sind vom Besuch der allgemeinen Fortbildungsschule befreit. Beginn des neuen Schuljahres Anfang Mat 1930. Satzungen und Auskunft aegenEmsenduna von 30 Pf. durch die Anstalt. [379v BaölfHet Stoiienoernn aom Roten kreuz fiarlsmöe (tnnöesDoiimnO). DAIMLER-BEN Z Aktiengesellschaft Verkaufsstelle Frankfurt^$f an Runoncen-Maver, (tz.m.b.H., Stntt- gart, Nänigstrahe ____________383V Brennholzversteigerung Wontag, den 20. Januar 1930, vormittags 8 Ahr, kommt in der Zoll'schen wirt- schäft zu Elpenrod nachstehendes Holz aus den Forstorten Brückerwald 1, 4a, b 5 6 11, Eisenmannsberg 3, 13, Kahlofe'n 7b' 10a !7a, 21, Hainzenberg 11a und 14b Zur Versteigerung: 3890 Scheiter rm: 442 Buche, 71 Hainbuche (rund), 6 Eiche, 2 Kirschbaum (rund), 12 Kiefer, 74 Fichte. Knüppel rm: 405 Buche, 42 Hainbuche, 64 Eid-e, 5 Esche o»Ä£ld)boum' 3 Aspe, 37 Kiefer, 11 Lärche 89 Fichte. Reiser 1. Kl. rm; 20 Eiche 72 Achte. Reiter 2. Kl. rm; 604 Buche,' 16 Ache, o2 Aspe. Reiser 3. fit rm; 348 Suche, 86 Hainbuche, 8 Eiche. Stöcke rm- 72 Buche. Das 3ur Versteigerung kommende Holz Die Kiefern- und üklchten.Scheiter ftaö zum Teil 1 m lang, öie Kiefer,v- und Fichten-Knüppel sind m rJ:. rn lang aufgearbeitet. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, "»^ch^ogliche Beanstandungen nicht be- rucksichtigt werden. Nähere Auskunft er» teilt Herr Forster Simon, Elpenrod (Post Nieder-Gemünden), Fernsprecher 34, sowie die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 10. Januar 1930. Höllisches Forstamt Nieder Ohmen.