Nr. 291 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 12. Dezember 1950 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Annahme von Anzeigen für die Tagtsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Tkyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in (Liehen. richten: Anzeiger Oietze». Postscheckkonto: Zra^tfurtam Main iis8«. knick und Verlag: vrühl'sche Univerfiiätr-Vuch- und Steindruckerei B. Lange in Sießea. Schriftleitung und Seschastsftelle: Schulftrahe 7. Erich«int täglich,nutzer sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustriert« Giehener Familien bl Liter Hermat im Bild Die Scholle ®onats*Beiug$prels: 2.20 Reichsmard und 80 Neichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter» Keinen einzelnerRummern folg« höherer Gewalt. Hernfprechanschlüfie ■nterSammelnummer2251. Anschrift für Drohtnach» Sie Aufführung des Films „3m Westen nichts Neues" für Seuifchland verboten. Das Verbot. (Don unserer Berliner Redaktion.) Die Filmoberprüfstelle hat mit dem öffentlichen Skandal ein Ende gemacht, bcn sich ein reichshauptstädtisches Äino durch Vorführung des üblen HetzfilmS .3 m Westen nichts Reues" geleistet hat. Was immer zur Beschönigung dieses Skandals gesagt worden ist, teils wohlmeinend, aber mit wenig Fingerspitzengefühl, teils aus dem Bedürfnis parteipolitischer Verhetzung heraus, wird glatt widerlegt durch eine einzige Erwägung. Diese Erwägung besteht darin, daß cS keine Filmgesellschast auf der ganzen Erde wagen würde, einen Kriegsfilm herzustcllen, in dem englische oder französlsche Soldaten, amerikanische oder japanische Truppen in der Aufmachung gezeigt würden wie die deutschen Kriegsfreiwilligen in dem Hctzfilm „3m Westen nichts Reues". Das ist ja gerade das Skandalöse an diesem Hehfilm, daß er den Krieg in seiner abschreckenden Erscheinung durch deutsche Soldaten wieder- gcben läßt, während die Soldaten, die in englischen oder französischen Uniformen auftreten, förmlich von Heldenmut und älebermenschentum triefen. Was auch erklärt, das; englische und französische Staatsmänner oder Politiker den Film für gut und wahrheitsgetreu halten, wobei sich aber noch lange nicht die Rutzanwen- dung ergibt, dah nur die Deutschen die Wahr- heil über den Krieg nicht vertragen können. /Umgekehrt wird ein Schuh daraus, denn in Deutschland hat jeder schon durch die Hungerblockade den Krieg in irgendeiner Weise miterlebt. Dio Filmoberprüfstelle hat den Hetzfilm mit der Begründung verboten, dah er geeignet sei, das deutsche Ansehen zu gefährden. Damit hat sic auch den Nagel auf den Kopf getroffen; denn es ist nicht nur eine Gefährdung des deutschen Ansehens, wenn die Durchschnittssoldoten im Schützengraben als jämmerliche Feiglinge oder Muttersöhnchen hingestellt werden. Es ist auch eine bewußte Schändung der Jünglinge und Männer, die nicht nur bei Langemarck dem Schlachtentod um des Vaterlandes willen mit dem Deutschland-Lied auf den Lippen entgegcngestürmt sind. Es ist ganz sicher, daß die Empörung über diesen Hetzfilm nicht auf die Reichshauptstadt beschränkt geblieben wäre, sondern sich in jeder deutschen Stadt wiederholt haben würde, in der Hersteller und Verleiher dieses Machwerk vorgcsührt hätten. Wenn die Urheber und Hintermänner dieses Films den Krieg verabsä-euen, wenn sie sich dazu der gewaltigen Wcrbekraft des Tonfilms bedienen, so bleibt cs ihnen unbenommen, einmal die Meutereien der französischen Truppen im Frühjahr 1917 darzustellen oder die hinterlistige Art, mit der die Engländer auf die deutschen U-Boote Jagd machten. In dem Machwerk „Im Westen nichts Neues" wird ja nicht nur die Ehre der deutschen Soldaten besudelt, es wird auch mittelbar die Auffassung gestützt, daß Deutschland die Schuld am Kriege trage, was sich schon im Schützengraben an den jungen Freiwilligen gerächt habe. Es ist eine Groteske, wenn die Linkspresse so tut, als ob die Filmoberprüfstelle dem Druck der Straße gewichen sei, damit aber auch der Staatsgewall einen Schaden zugefügt habe, der sich nicht wieder gutmachen ließe. Es gibt Unwägbar leiten, die "nur gefühlt und empfunden, aber nicht erjagt werden können. Zu diesen Unwägbarkeiten gehört cs, die Staatsgewalt, die ganz unabhängig vom Partciregiment ist und sein inuß, nicht unnötig b l o ßz u st e l l c n. Daß der Film „Im Westen nichts Neues" dem einen oder anderen Zeitgenossen nicht mißfallen hat, bedeutet noch lange nicht, daß er sich nun auch für ein ganzes Volk eignet. Die Wirkungen können sehr vcrschicocn sein, was zu beurteilen eben die Sache der Staatsgewalt und ihrer Organe sein muß. Das deutsche Volk ist geistig und seelisch noch nicht so heruntergekommen, um sich die Schicksalswelle von 1914 bis 1918 in einem Zerrspiegel zeigen zu lassen, der dem Deutschen die menschliche Minderwertigkeit bescheinigt. Wer sich dagegen auflehnt, ist weder Militarist oder Nationalist, noch beides zusammen, sondern handell nur aus dem gesunden Gefühl heraus, daß es für ein Volk nichts Höheres gibt und geben kann, als seine Ehre. Vor der Filmoberprüfstelle. Der kirr. 11. Dez. (TU.) Vor der Filmoberprüfstelle begann im Reichsinnenministerium die Prüfung des Films „3m Westen nichts Neues" mit einer Vorführung des in Deutschland zugelassenen Bildstreifens. Rach der Vorführung wies der Vorsitzende der Oberprüfstelle darauf hin, daß die Verhandlungen von der Fassung auszugehen hätten, in der der Bildstreifen gezeigt worden sei. Sodann gab er den beiden Sachverständigen das Wort. Als erster äußerte sich -er Vertreter des Reichswehnniniste- nums, Kapitänleutnant v. Baumbach, er führte u. a. aus: Das Reichswehrministerium ist über die Entstehungsgeschichte dieses Films von der ersten Vorbesichtigung in Hollywood an durch amtliche und private Berichte aufs genaueste unterrichtet. Es ist ihm bekannt, daß bereits im April d. 3. der deutsche Generalkonsul in San Franzisco Protest- schritte bei den Herstellern des Films unternommen hat, denen ähnliche Schritte des Berlages Allstein folgten. 3n dem verflossenen Jahrzehnt sind freundschaftliche Bande jeder Art zwischen den Rationen angeknüpft worden. Auf einem Gebiet aber hat sich der Locarno-Geist nicht durchsetzen können: auf dem Gebiete des Films! Der Typus des primitiven Kriegshetzfilms ist zwar ausge- storben, an seine Stelle ist eine andere Art von Film getreten, in denen der Deutsche verhüllt oder auch unverhüllt unauffällig und scheinbar unbeabsichtigt als lächerlich, brutal und feige skizziert wird. Das Interesse der Wehrmacht rührt daher und wird immer wieder dadurch neu angefacht, daß in diesen ausländischen Filmen der größte Teil den Kr ieg und die deutsche Wehrmacht behandelt, d. h. karikiert, Herabseht und verächtlich! macht. Auf Grund der in den letzten drei Jahren cingegangenen amtlichen und privaten Berichte hat das Reichswehrministerium eine Liste antideutscher Filme zusammengestellt, dir 40 bis 45 Bildstreifen zählt. Ebenso wie die deutschen Offiziere werden in diesen Filmen die einfachen Soldaten geschmäht. Man läßt sie in Feindesland Schlösser plündern, Zivilpersonen mißhandeln, Frauen vergewaltigen. Die die Tiere fressen und sausen unsere Soldaten. Nur, wenn sie Ratten totschlagen können, werden sie munter und vergnügt. Man läßt Hunde die deutsche Fahne zerreißen, man läßt Offiziere ihre Untergebenen mißhandeln und mit Ohrfeigen zu niedrigen Diensten zwingen. Das Eiserne Kreuz wird Hunden umgehängt. In anderen Filmen wieder arbeitet man die Physiognomie der deutschen Soldaten unsympathisch und abstoßend heraus. Man läßt sie in zerrissenen Uniformen mit verwahrlosten Gesichtern auftreten. Mit Reitpeitschen fuchteln Ostizlere Zivilpersonen im Gesicht herum. Der Film „3 m Weste n nichts Neue s" lebt sich mehr stofflich Irlt antideutschen Sinne aus. In der Linie der Abkehr von der primitiven Hetze des Krieges zur unauffälligen und vorsichtigen Verunglimpfung, liegt es auch, einige günstige Typen hcrauszuarbeiten, mit denen man erforderlichenfalls den Vorwurf der bösen Absicht widerlegen kann. Weshalb wird der deutsche Soldat in diesem Film nicht mit der Würde geschildert, die er nach seinen unvergleichlichen Kriegsleistungen verdient? Warum muß dieser Film mit allen seinen häßlichen Szenen durchaus in der deutschen Wehrmacht spielen? Weshalb muß überhaupt immer, wenn etwas Militärisches verunglimpft, wenn im antimilitaristischen Sinne agitiert, wenn für den Pazifismus geworben werden soll, weshalb müssen derartige Werke stets in der deutschen Armee spielen? Den Filmproduzenten aller Länder steht es frei, den Schauplatz ihrer Darstellung in das eigene Land und in d i c eigene Armee zu verlegen. Die Tatsache, daß dieser Film ans einem deutschen Kriegsbuch gemacht ist, dürfte kein Präjudiz für seine Beurteilung schaffen. Zwischen dem Film und dem Buch bestehen ganz wesentliche Unterschiede. Wie sieht cs nun in Kriegsfilmen aus, die i n der amerikanischen oder englischen Armee spielen? Gewiß, auch da gibt es Schreckens- 1 szenen, aber stets behält der amerikanische Soldat, selbst in der größten Gefahr eine gewisse ruhige Ueberlcgenheit, ein vergnügtes Lächeln, das ihn schließlich zum Vorbild des tapferen kaltblütigen Soldaten stempelt. In einer Herabsetzung des Ansehens der Wehrmacht liegt eine Schädigung des gesamten deutschen Ansehens. Aus diesem Grunde tritt das Reichswehrministerium, wie bei der ersten Prüfung, wiederum dafür ein, daß der Film in seiner Gesamtheit für Deutschland zu verbieten ist. Oer Vertreter des Reichsinnen- ministeriums, Ministerialrat Hoche, führte in seinem Gutachten u. a. aus: Der Film wird zu einer einseitigen Darstellung des allen gemeinsamen Kriegserlebnisses. 3n der Hauptsache zeigt er das deutsche Volk ausgehungert, erschöpft und das Heer ergänzt durch die allerjüngsten Jahrgänge. 3n dein letzten Aufgebot knabenhafter Gestalten wird die Riederlage nicht nur vor Augen geführt, sondern auch als schicksalsnotwendig dargestellt. Der Film ist nicht eine Darstellung des deutschen Krieges, sondern eine Darstellung der deutschen Niederlage und wirkt daher auf den deutschen Beschauer qualvoll und niederdrückend. Das allzu Menschliche tritt infolge seiner einseitigen Darstellung für den Beschauer in tief deprimierender Weise in den Vordergrund. Das deutsche Volk ist in diesem Winter in einem Zustand so tiefer, seelischer Rot und innerer Zerrissenheit, daß alles abzulehnen ist, was geeignet ist, deninnerenZwie- spalt noch zu vertiefen. Ueberdies steht die deutsche Politik seit 3ahren unter dem Schatten eines verderblichen und beklagenswerten Ge- sinnungskampfes. Die schon hervorgehobenen Eigenschaften des Films müssen zu einer Steigerung der seelischen Depression und zu einer Verschärfung der Gegensätze führen. Dies gilt um so mehr in einer Zeit, in der durch unser Volk, besonders durch unsere Fügend eine Welle des ungeordneten Aufbegehrens geht, die durch den Druck der Kriegslasten and der schweren wirtschaftlichen Röte noch gesteigert wird. Es hat sich vielmehr weiter Kreise des Volkes und verantwortlichen Regierungsstellen die Besorgnis bemächtigt, daß eine weitere Vorführung deS Filmes zu einer nicht mehr tragbaren seelischen Belastung und zu immer stärkeren leidenschaftlichen Auseinandersetzungen führen muß, die eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Ordnung bedeutet. Der Reichsminister des Innern bejaht unter diesen Umständen die Frage, ob die Vorführung des Films geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden. Für Sachsen wies Ministerialrat P o e h s ch auf die starke Spannung im ganzen Lande hin. deren Ursache gerade in dem Kriegserlebnis liege, das in dem Film gezeigt werde. Der Deutsche habe in einer solchen Situation, in der Deutschland sei, nicht das Gefühl, vom Auslande überhaupt verstanden zu werden. Kein Wunder, dah solche Entladungen, wie die Proteste gegen den Film an der Tagesordnung wären. Bereits das Buch Remarques enthalte peinliche Einseitigkeiten, die im Film noch viel schärfer hervortreten. Der Vertreter Sachsens schloß sich vollinhaltlich dem Standpunkt des Reichswehrministeriums und des Reichsinnenministeriums an. Den gleichen Standpunkt nahm für Thüringen Oberregierungsrat Peipelmann ein. Auch der Vertreler für Braunschweig, Exzellenz Bode, schloß sich den Ausführungen der Ländervertreter an. Recht temperamentvoll gestalteten sich die Ausführungen des Vertreters Bayerns. Exzellenz vom 3 m h o f f, der von dem Film auch eine entsittlichende, ja sogar verrohende Wirkung auf das Volk uitd auf die 3 u g e n d befürchtete. Die wirklich erbebenden Momente des Opfermutes und des mutigen Aus- Harrens kämen in dem Film überhaupt nicht zum Ausdruck. Für die Universal Pidures Corporation erklärte Rechtsanwalt Dr. Frankfurter in einem mehrstündigen Plädoyer, daß die amerikanische Firma den Film für Deutschland zu - rückg c z o gen habe. Er verlas ein Telegramm des Präsidenten der Universal Pidures Corporation. des alten Lämmele, der auch heute noch ein großer Wohltäter feiner württembergischen Heimat sei und der erklärte, das Buch Remarques habe so sehr für seine alte deutsche Heimat in den Vereinigten Staaten gewirkt, daß er gerade deswegen und aus diesem Geiste der Verständigung der Völker heraus für diesen Film begeistert die Herstellung übernommen habe. Abschließend stellte der Verteidiger fest, daß der Film entsittlichend und verrohend in keiner Weise sein könne, im Gegenteil. noch eher geeignet sei, die Sittlichkeit zu heben. Es handele sich hier um Weltanschauungen. Die Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung komme nicht mehr in Frage, nachdeni der Film zurückgezogen fei. Auch das Ansehen Deutschlands gegenüber dein AuSlande sei in keiner Weise geschädigt, im Gegenteil, gerade dieser Film sei nur geeignet, das deutsche Volk so, wie es gelitten und gerungen habe, in den 3ahren der Rot wahrhaft und für das deutsche Volk ehrend zu schildern. Das Urteil der Filmoberprüfstelle. Um 15.40 Uhr gab der Vorsitzende der Film- obcrprüfftcöc, Ministerialrat Seeger, die (Enf- fcheldung bekannt. Danach hat die Filmober- prüfftelle die Gefährdung des deutschen Ansehens durch den Film als gegeben erachtet und die weitere Aufführung des Films für Deutschland verboten. Zur Begründung des Spruches führte Ministerialrat Seeger mündlich etwa folgendes aus: Die Filmoberprüfstelle hat sich auf den Standpunkt des Rechtsanwaltes Frankfurter gestellt, daß der Film eine p a z i f i st i s ch e Weltanschauung verkörpere. Dann könnte er aber nicht, wie der Verteidiger behauptet habe, das Schicksal von neun Freiwilligen allein kennzeichnen. Handele es sich aber um Weltanschauungsfragen, dann seien die im Film spielenden Personen Typen. Diese bärge stellten Typen haben das Ansehen der Kriegsteilnehmer auf das Empfindlichste verletzt. Es ist unbestritten, daß in diesem Film nur deutsche Soldaten in den Unterständen jammern und schreien , daß ober die gegen den Stacheldraht anrennenden Franzosen schweigend st e r b e n. Die Filmoberprüfstelle ist der Ansicht, daß dieser Film der Gemütsverfassung der Teilnehmer an dem Weltkriege in keiner Weise gerecht wird. Sic schließt sich ferner dem Standpunkt des Reichsinnen ministeriums an, daß der Film ein Film nicht des Krieges, sondern der deutschen Niederlage ist, und ich möchte das Volk sehen, das sich die Darstellung der eigenen Niederlage gefallen läßt. Die Entscheidung der Filmoberprüfstelle ist nicht, dies möchck ich besonders noch betonen, unter dem Druck der Straße^ erfolgt. Auch die Drohung des Rechts« anwaltes Frankfurter, daß die amerikanische Firma ihre Produktion aus Deutschland zurückzichen würde, hat das Urteil der Filmoberprüfstelle nicht beeinflußt. Berliner Blätter zum Filmverbot Berlin, 12. Dez. (TU.) Zum Verbot des Films „Im Westen nichts Neues" für Deutschland nehmen die Berliner Blätter ausführlich Stellung. Die „Germania" teilt die sachlichen Gründe, die die Oberprüfstelle zum Verbot des Films veranlaßt haben und weift darauf hin, es fei keineswegs so, daß die Nationalsozialisten durch ihre Demonstra- tic-nen das Verbot erzwungen hätten. Die „V o s ° fische Zeitung" meint, das Urteil der Oberprüfstelle beseitige nicht den Kampf der Meinungen und könne nicht als objektive Feststellung hingenommen werden. Es sei unter politischem Druck entstanden, von einem Gremium gefaßt, das auch beim besten Willen zu einer rein sachlichen Entscheidung doch von vornherein überwiegend zuungunsten des Films eingestellt gewesen sei. Das „Berliner Tageblatt" bezeichnet das Verbot als eine Kapitulation vor der Straße. Der „L o l a k a n z e i g e r" stellt fest, daß der Spruch der Filmoberprüfstelle so ausgefallen sei, wie er habe ausfallen müssen. So sei wenigstens künftiger Schaden einigermaßen verhütet, der angerichtete allerdings nicht wiedergutgemacht. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" begrüßt es, daß die gerechten Argumente der Ueberlegung und der gerechte Zorn der beleidigten Bevölkerung zusammen ausgereicht hätten, in dem Streit um den Film die Oberhand zu behalten. Eine Reinigung der Atmosphäre des öffentlichen Lebens werde die Folge fein. Der „Vorwärts" schreibt, die Mitglieder der Oberprüfstelle, die das Verbot beschlossen hätten und die amtlichen Stellen, die hinter ihnen ständen, hätten aus nationalifti- scher Parteiverblendung oder aus beklagenswerter Schwäche dem deutschen Volk einen . verhängnisvollen schlechten Dienst geleistet. Die Sozialdemolro tische Partei sei entschlossen, den Kampf gegen die faschistische Straße und den wicderauflebenden Kriegsgeist durchzukämpfen, Der „Tag" bezeichnet die Entscheidung der Filmoberprüfstelle als ein ver nichtendes Urteil für alle die Kreise, die für das deutsch-amerikanische Tendenzwcrk gefochten hätten. Nationale Beharrlichkeit habe einen Erfolg erftrit ttn Die „Deutsche Zeitung" bezeichnet die Entscheidung als eine erste Niederlage der Novcm bergeifter und schreibt, die Schmach der Vorführung des gemilderten Hetzftlms fei beseitigt, aber die Schmähung des deutschen Frontsoldaten durch die Vorführung der Originalfassung in allen Ländern der Welt gehe dank dem Versagen des Auswärtigen Amtes weiter. Keine Verärgerungspolilik gegen die Beamten. Erklärungen bee Neichsfinanzininistcrs. Berlin, 12. Dez. (CNB.) In einer Besprechung des Reichssiiianzministers Dietrich mit den B c - amtcnfüljrcrn der Deutschen Staats- partci erklärte der Minister, daß seine Politik im Hinblick aus die Beamtenschaft von den Staatsnot Wendigkeiten diktiert worden sei. Er lehne jedoch Maßnahmen ab, die nur geeignet seien, Verarge tung zu schaffen, ohne von größerer finanzieller Bedeutung zu fein. Es sei daher nicht dcabsich tigt, den Urlaub der Beamten z u ver kürzen. Es sei weiter darauf verzichtet worden, das Pensionsalter von 65 auf 68 Jahre heraufzusetzen. Es wurden Richt linien geschaffen, die Beförderungen in den Ministerien wieder möglich machten. In den Reichsministerien sei durch Kabincttsbeschluß eine Beförderungssperre vereinbart. Es sei jedoch jetzt in Aussicht genommen, in den Reichsministerien, die die vorgesehenen 10 v. H. ihrer Beamten abgebaut hätten, Beförderungen wieder vorzu nehmen, wenn dabei die Eingangsstellen der Laufbahn in Wegfall kämen. Oie Deutsche DollSpartei wünscht weitere Einsparungen im Etat. Berlin, 12. Dez. (WTB.) Die Reichslagsfraktion der Deutschen volksparlei hat beschlossen, im Reichstag einen Antrag einzubringen, „die Reichsregierung zu ersuchen, zur Sicherung gegen Schwankungen des Wirtschaftslebens dem Reichstag vor dem Eintritt in die Einzelbera- tung des Reichshaushalts für 1931 1. einen Er- gänzungshaushalt vorzulegen, der die Ein- sparung eines weiteren Betrages von mindestens 30 0 Millionen Mark an den ordentlichen Ausgaben herbeiführt. 2. die zu diesem Zwecke erforderlichen Gesetzentwürfe vorzulegen". Oer Schiedsspruch im Bankgewerbe. Berlin, 11. Dez. 3n dem Tarifstreck der Bankangestellten hat die vom Sonderschlichter gebildete Schlichterkammer einen Schiedsspruch gefällt, in dem es u. a. heißt: Der zum 31. Dezember 1930 ab laufende Reichs-Tarifvertrag wird mit Wirkung vom 1.3anuar 1931 ab mit folgenden Aenderun-- gen verlängert: 1. Die M i n d e st - W o na t s ein ko mm e n aller derjenigen Angestellten und Arbeiter (§ 21A und B), bei denen Aufrückungen nach Geburts-, Berufs- oder Dienstjahren für den 1. Januar 1931 vorgesehen sind, erfahren während der Dauer dieses -Larifvertrags die vorgesehene Ausrückung in die nächste Gehalts- stuse nicht. Die Gehälter der Angestellten und Arbeiter (§ 21A und B) und der im § 22 Zister 8 genannten Aushilfskräfte werden um 5 Prozent gekürzt. Die sozialen Zulagen bleiben in der bisherigen Hohe bestehen 2. In der Regel soll der Urlaub zwischen dem l. April und dem 31. Oktober liegen. Wird der Urlaub auf Verlangen des Arbeitgebers in vollem Umfang außerhalb dieser Zeit genommen, so erhöht er sich um drei Tage. Der Schlichter empfiehlt dem Reichsverband der Bankleitungen, bei Angestellten, deren Gehalt im Laufe des letzten Jahres durch Umgruppierungen gekürzt worden ist, bei den Kürzungen der Gehälter weitgehende Rücksicht zu nehmen. Oie Dauerkrise in Krankreich. Oer dritte Versuch. - Wird poincars der Letter aus der Not sein? Douinergue: „Der nächste Herr, bitte!" Es war bisher ungeschriebenes Gesetz des trau- I Mischen Parlamentarismus, daß eine Regie- J rungskrife innerhalb vierundzwanzig Stunden erledigt sein mühte. Das ist nicht immer gelungen. Aber die einzelnen Parteien waren doch so gut aufeinander eingespielt, dah Krisen von längerer Dauer in Frankreich eigentlich so gut wie unbekannt sind. Erst in den letzten Zähren hat sich das geändert, und heute ist Frankreich aus dem besten Wege, den Verhältnissen im Deutschen Reichstag nachzueisern: seit dem Sturze Tardieus ist mehr als eine Woche vergangen, und noch ist k e i n e m der Anwärter die Bildung einer neuen Regierung gelungen. Das ließt zum Teil natürlich an den besonderen Umstanden, unter denen diesmal der Szenenwechsel erfolgte. Der Fall Oustric hat weitere Kreise g zogen, als man ursprünglich ahnte. Die Zahl der Parlamentarier, die irgendwie einen Spritzer auf ihre weihe Weste bekommen haben, ist überraschend groh. Daher ein allgemeinesGefühlder^Insicherheit. daher auch das Bedürfnis, jetzt nur ein Ministerium aus die Deine zu stellen, dessen einzelne Mitglieder nachweislich mit Herrn Oustric nichts zu tun gehabt haben. Ader entscheidend für diese Dauerkrise ist doch, .ß sich die Quadratwurzel aus den Mehrheitsverhältnissen in der Kammer sehr schwer ziehen läßt. Theoretisch sind zwei Mehrheiten vorhanden, praktisch indessen keine, -weil die Gegensätze unter den einzelnen Gruppen _imb noch mehr unter ihren Führern so scharf 'geworden sind, dah es fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, soviele Fraktionen unter einen Hut zu bringen, wie zur Mehrheitsbildung notig sind- obwohl die Bindungen der einzelnen Abgeordneten an ihre Fraktionen keineswegs so eng sind wie bei uns in Deutschland. Herr Senator Steeg. T a r d i Lu hat sich die Lösung der Krise offenbar sehr viel einfacher gedacht. Er hat geglaubt, daß er als Minister dem neuen Kabinett an gehören könne, dah also hinter den Kulissen fein Einfluß in der gleichen Weise weiterliefe. Dazu aber haben sich die Radikalsozialisten nicht hergeben wollen. Sie haben deutlich genug erklärt, dah sie mit Herrn Tardieu und auch mit einem Mitglied der Marin-Gruppe nicht zusammen in einem Kabinett sitzen wollen, obwohl ihnen schließlich sogar vier Ministerien und zwei Änterstaatsselretaciate angeboten waren. An diesem Rein ist schließlich auch Laval gescheitert, und unmittelbar darauf ist sein Versuch, nun von rechts her die zahlenmäßig vorhandene Mehrheit mobil zu machen, mißglückt. Er hat letzt dem Radikalen Steeg Platz gemacht, der sich aber wahrscheinlich auch die Zähne an diesem Problem ausbeihen wird, so daß der Schatten P o i n c a r e s sich am Horizont der Regierungskrise stärker abzuzeichnen beginnt und zuletzt vielleicht doch Poincare der einzige Mann ist, der dem französischen Parlamentarismus über den toten Punkt hinwegzuhelfen vermag. Steegs Bemühungen. Paris. 11. Dez. (WTB.) Der Präsident der Republik hat heute vormittag den radikalen Senator Steeg ins Elyfee berufen, um ihm die Bildung des Kabinetts anzubieten. Sn den Wcmdelgängen der Kammer verlautet über die Absichten des Senators Steeg, dah er außer seiner Partei die Sozialrepublikaner, die Radikale L i nk e, die Linksrepublikaner und sogar die Fraktion M a g i n o t — von den kleineren Gruppen, die in der Mitte des Hauses sitzen, abgesehen — aufnehmen wolle. Cs scheine jedoch, daß Senator Steeg nicht aus die Fraktion Marin zurückgreifen wird. Hierin liegt allerdings eine Schwierigkeit, denn noch vor einigen Tagen hat Paul R e Y n a u d sowie gewisse seiner Frak- tionskollegen (Fraktion Maginot) erklärt, sie würden nur eine Koalition unter- stützen, in der auch die Fraktion Marin vertreten wäre. Es fragt sich nun, ob Paul Reynaud an dieser Auffassung festhalten wird. Es wird auch behauptet, daß Steeg, um Schwierigkeiten, die durch den Ausschluß der Maringruppe entstehen könnten, zu vermeiden, einen gemäßigten Politiker dieser Partei, wie etwa den ehemaligen Mitarbeiter von Millerand, Gelebte du Prey, in fein Kabinett aufnehmen würde. B r i a n d soll bereits heute vormittag Steeg ausdrücklich zugestimmt und ihm seine Hnterstützung versprochen haben. Wenn die Dinge wirklich so liegen, wie man sie heute nachmittag in den Wandelgängen der Kammer angesehen hat, wird die Aufgabe des Senators Steeg keine leichte fein. Die letzten Tage der Krise haben eben keine Entspannung, sondern eine Verschärfung der Parteigegensätze gebracht. So liegt von der Kammerfraktion der Links- republifaner, also der Fraktion, der Tardieu angehört, eine Entschließung vor, in der die Kampagne gegen Tardieu verurteilt und der Wunsch nach einer weitgehenden Einigung ohne irgendwelchen Ausschluß zum Ausdruck gebracht wird. Die Fraktion betont in der Entschließung außerdem ihre einmütige Solidarität, die keinem ihrer Mitglieder die Möglichkeit gibt, ohne Ermächtigung der Fraktion an einer Regierung teilzunehmen. Wirths Antwort an Frick. Der Antrag auf Reichsbannerverbot in Gera. Berlin. 11. Dez. (ERB.) Auf den Antrag der thüringischen Regierung, die Reichsbannergruppe in Gera wegen militärischer Hebungen auf Grund der Bestimmungen des Versailler Vertrages zu verbieten, hat Reichsinnenminister Dr. Wirth nunmehr dem thüringischen Staatsministerium folgendes geantwortet. Rach dem Bericht des Polizeiamts Gotha vom 6. Suni 1930 seien die Nationalsozialisten in Uniform, mit Tornistern, Lederzeug und Brotbeutel ausmarschiert, hätten auf dem ehemaligen Exerzierplatz des 1. Bataillons Infanterieregiments 95, Bewegungsübungen in Abteilungen durchgeführt und dann noch einen Appell abgehalten. Setzt werde berichtet, daß das Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold entsprechendes unternommen hätte. Das thüringische Staatsministerium habe damals den Standpunkt eingenommen, daß ein solcher in Bundeskleidung vorgenommener Ausmarsch und die damit verbundenen Bewegungsübungen, Appelle ufto. keinen An- lah zum Einschreiten aus Grund des Versailler Vertrages böten. Rach dem bisher vorliegenden Bericht müsse er den vorliegenden Fall als völlig gleichliegend ansehen. Bevor er in der Sache eine Entscheidung treffe, ersuche er daher zunächst um Angabe, ob und welche weiteren Tatsachen dafür vorlägen, daß es sich um ein Gefecht gehandelt habe. Schließlich ersuche er um Hebersendung der mit Hnterschrift versehenen Original berichte sowie um Angabe derjenigen Personen, die den vorliegenden Bericht auf Grund eigener Wahrnehmung erstattet hätten und bereit feien, diese Angaben nötigenfalls auch zeugeneidlich zu erhärten. Sn der Antwort des Reichsinnenministers heißt es zum Schluß: Sch kann nicht umhin, mein Befremden darüber auszudrücken, daß Sie es für angezeigt gehalten hatten, bevor ich in der Sache eine Entscheidung treffen konnte, die vorliegende Anzeige wegen Richterfüllung des Versailler Vertrags der Oeffenttich- keit und damit zugleich der Kenntnisnahme der ehemaligen Feindbundmächte zu unterbreiten. Ein derartiges Verhalten ist bisher von keinem deutschen Minister geüb t worden. Oer Ladenschluß Deutscher Reichstag. Berlin, 11. Dez. (DDZ.) Dor Eintritt in die Tagesordnung verliest Abg. Stöhr (Staff.) eine lungere Erklärung der Nationalsozialistische Arbeiterpartei. Darin wird ausgeehrt, die Na.io- nalsozialisten wollten sich nicht fälschlich als Skandalmacher hin st eilen laifen. Sie würden in Zukunft keine Reden von Marxisten mehr anhören und würden beim Beginn solcher Reden den Saal verlassen. Aus der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Ge^ehentwuries über den Ladenschluß am Weihnachts-Heiligabend. Abg. Stau Reitze (Soz.) wendet sich gegen den vom Ausschuß avge.ehnten Antrag der Wirtschastspartei, der die Aufhebung des Ladenschlußgesetzes vom 13. 12. 1929 verlangt. Aog. Dr. Schmidt-Westfalen (Ehr.-Soz.) bekämpft ebenfalls den Antrag der Wirtschaftspartei. Qlbg. Borrmann (WP.) lehnt die Ausschußvorlage ab und beantragt, mindestens die Bestimmung über den Schluß der Gastwirtschaften um 19 Hhr im Snteresse der Sunggefel(en und Witwer zu mildern. Abg. Dr. Pfeffer (DVP.) bekämpft die Vorlage. Diese Art der Gesehesmacherei spotte jeder Beschreibung. Man dürfe nicht leichtfertig über d i e Lebensinteressen des Gewerbes sich Hinwegsetzen. Der Redner beantragt Ausnahmebestimmungen für die Blumengeschäfte. Abg. S a e g e r - Celle (Dnl.) lehnt die Aus- schuhvorlage ab. Die bisherige Regelung genüge am Heiligabend. den Bedürfnissen auch der Angestellten. Eina Verschärfung sei nicht zu rechtfertigen. Abg. Stöhr (Nat.-Soz.) tritt für die Aus- schußvorlage ein. Am Vorabend des Christfestes müsse der arbeitenden Menschheit Gelegenheit zur Einkehr gegeben werden. Der Redner wendet sich dcmn gegen einen Artikel der »Germania" und erklärt dazu: Wir müssen die Behauptung zurückweisen, als ob die Nationalsozialisten Feinde der Religion oder der katholischen Kirche wären. Dr. F r a n k ist es nicht eingefallen, die katholische Kirche zu bezichtigen, als betriebe sie schmutzige politische Geschäfte. Er hat nur vom Zentrum gesprochen urrd dabei in erster Linie gedacht an Preußen und in zweiter Linie an den Zent rumsParteivorstand, der ja außerhalb dieses Hauses sitzt. Wir wissen sehr wohl, dah die Zentrumsfraktion des Reichstages oft genötigt ist, mit uns gemeinsam für den sozialen Fortschritt zu wirken. Der frühere Schluß der Gastwirtschaften am Heiligen Abend ist von uns beantragt workkm^.Wir stimmen aber dem Antrag Pfeffer zu, der den Ladenschluß für Blumengeschäfte eine Stunde später legen will. — Während der Rede des Abg. Stöhr hatten die Sozialdemokraten den Saal verlassen. Abg. Weiser (Zentr.) erklärt, der größte Teil seiner Freunde werde gegen die Ausschußvor- lage stimmen, weil die im Vorjahre beschlossene Regelung genüge. Der Antrag Dr. Pfeffer (DVP.), wonach die Blumengeschäfte eine Stunde länger als die übrigen Geschäfte geöffnet bleiben dürfen, wird mit 250 gegen 239 Stimmen angenommen. Sm übrigen wird Die Vorlage in der Ausschuhfassung endgültig angenommen. SerSlaatskommiffarslirdiehkssischenGemeindm Annahme der Reg erungSvorlage über die Sicherstellung der Gemeindehaushalte im Hessischen Landtag. Darmstadt, 11. Dez. (WHP.) Präsident Delp eröffnet bei schwach besetzten Bänken um 10.30 Uhr die Sitzung. Es beginnt die Beratung der kommunistischen und nationalsozialistischen Anträge aus Auflösung des Landtags. Abg. G a lm (Komm. Opp.) wirft dem Landbund vor, die verfassungswidrige Landtagsverlängerung ermöglicht zu haben. Die letzten Wahlen hätten der jetzigen Koalition den Boden entzogen. Abg. Dr. Werner (Rats.) hält den Sozialdemokraten vor, dah sie feit 1919 über 170 000 Stimmen verloren haben. Alle Beschlüsse, so sagt der Redner, widersprechen dem Volkswillen. Machen Sie Ihre Rechnung, meine Herren von der Koalition, Ihre Zeit ist längst abgelaufen. Gehen Sie nach Hause, dann kommen die anderen, die ein neues System bringen. Das Kind der Landtagsverlängerung wird feinen Vätern noch bitteren Schmerz bereiten, deshalb machen Sie ihm heute ein Ende. (Heiterkeit.) Abg. Dr. Müller (Lbd.) erklärt, der Landbund habe bie LandtagSauflösung nicht ermöglicht. Der Landbund habe nur die verfassungsmäßige Grundlage zur Selbstauflösung geschaffen. Und zwar zu- gesagt, daß die Verlängerung nicht für diesen Landtag gelten solle. Abg. Dr. Werner war der „Hebamrnerich" der Verlängerung. Wir stimmen dem Antrag zu. Abg. Kaul (Soz.) lehnt den Antrag ab. Die Nationalsozialisten würden ebenso zusammenschrump- fen, wie die Deutschnationalen. Ihr Erfolg beruhe auf dem Zulauf verärgerter Spießer. Abg. Böhm (Dnl.) stimmt dem Antrag zu. Die Linie der Deutschnationalen führe bereits wieder aufwärts. Abg. Dr. Keller (DVP.) erklärt, die Volkspartei mache sich nicht die Begründung der Anträge zu eigen, stimme ihnen aber zu. Die Landtagsoerlange- rung widerspreche dem Sinn jeder Demokratie. Nach weiteren Erklärungen von Abgeordneten der verschiedenen Parteien kommt es zu einem scharfen Rededuell zwischen Abg. Kaul und Abg. Galm (Kom. Opp.). Die Abgeordneten Dr. Müller. Galm, Schäfer und Lux werden zur Ordnung gerufen. Die beiden Anträge werden von Sozialdemokraten Demokraten, Zentrum und Volksrechtpartei a o gelehnt. Der Antrag des Abg. Dr. Werner (916.) auf Durchführung der vom Internationalen Tierschutz- kongreß in Wien gestellten sittlichen Forderungen des Tierschutzes ist im Ausschuß gemildert worden. Abg. Dr Werner (NS.) begrüßt die Entschließung des Ausschusses, die mit anderen Worten zum größten Teil den Forderungen nachkomme. Das betäubungslose Schächten solle nach Auffassung sämtlicher deutscher Schlachthoftierärzte aufgehoben werden. Religiöse Bedenken könnten gegen die heutigen Betäubungsmethoden nicht mehr geltend gemacht werden. — Die Ausschußfassung der Tierschutzforde- rungen wird gebilligt. Das Ausführungsgesetz zur Notverordnung der ReichSregierung setzt die Landessätze der Bürger st euer nach den Reichsmindestjätzen fest, regelt die Einführung der Burgersteuer und der Gemeindebiersteuer und sieht bereu behördliche Zwangfestsetzung vor. Verbunden damit ist der Gesetzentwurf zur Sicherung der Haushaltsführung der Gemeinden durchErnennung oonStaats- k o m m i f f a r e n. Innenminister Leuschner erklärt, als Anhänger der Selbstverwaltung habe er diesen seit hundert Jahren schwersten Eingriff i n bie 6 e I b ft« Verwaltung nur schweren Herzens vorgelegt. „Ich hoffe, daß die Selbstverantwortung der Gemeinden so groß bleiben möge, daß nie ein Staats« t o m m i f | a r in Hessen amtieren muß. Allerdings find in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Gemeinden mit Hilferufen an mich her- angetreten. Die Vorlage ist aus die Jahre 1 9 3 0 und 1931 begrenz t." Abg. B e st (VRP.) wünscht, in der Regel den zuständigen Sirelsbirettor als Staats- kommissar zu bestellen. Qlbg. Dr. Aiepoth (DVP.) sieht in der Sraatskommissarvorlage den Bankrott eines Systems, dessen Gesetzgebung die Selbstverantwortung und Selbstverwaltung untergraben habe. Daher fei die Vorlage zwangsläufig gekommen. Die Selbstverantwortung müsse gestärkt werden. Wir wollen das Gesetz probeweise nur auf ein Jahr zugestehen. Wir protestieren dagegen, daß uns die Regierung so wichtige Vorlagen eine Viertelstunde vor der Beratung in die Hand drückt und so alle verantwortungsbereiten Politiker der Oppositionsparteien ausschallet. Wir lehnen diese Vorlage ab. Qlbg. Dr. Werner (Nat.-Soz.) lehnt di« Vorlagen ab. Die Vorlagen werben mit den Stimmen der Koalitionsparteien verabschiedet. Eine Reihe kleinerer Vorlagen und Qlnträge wird ohne wesentliche Debatte erledigt. Mit Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest und Glück zum Neuen Sahr entläßt Präsident Delp die Abgeordneten. Die Etatberatung dürfte frühestens Mitte Sanuar 19 31 möglich fein. Oie Wetterlage. !» w u all 0 Par' TT jww ( >2, iMaornt V" .\ — ff -\— ~ — ThorshM" uir,t Owoixenios. 9neuer, jnait> oedeent.» woikiq. O oeuecn eRcoe» w Schnee a Graupeln. - Nebel K Gewittfr.(§)Winö$tilie.O> sef» «cicnter 0$i ^5 nassiger Südsüdwest ’S stürmische« Nordwesi oie Pfene fliegen mit dem wmoe. Die neiden Stationen stenenoen Za> «en geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gltidiu> auf Meeresniveau umgerrchnele* Luftdruck Wettervoraussage. Langsam macht der Witterungsumschlag von Westen her weitere Fortschritte. Wohl gingen in unserem Bezirk durch bas anfänglich nächtliche Aus- klaren bie Temperaturen bis 3 Grad unter Null zurück, aber bereits in den Morgenstunden stellte sich Temperaturanstieg ein. An der Südseite der ausgeprägten Jslandstorung herrschen über den britischen Inseln hohe Temperaturen bei meist west- lichen Winden. Auch bei uns wird sich bie westliche Wetterlage durchsetzen und unter dem Herantrans- port ozeanischer Warmluftmasfen milderes Wetter mit einzelnen Niederschlägen herbeiführen. Aussichten für Samstag: Wechselnde Bewölkung, milder, zeitweise noch Niederschläge. Aussichten für Sonntag: Weiterhin wechselhaftes Wetter, im ganzen noch kühl, vereinzelte Niederschläge. Lufttemperaturen am 11. Dezember: mittags 1,8 Grad Celsius, abends — 1,7 Grad; am 12. Dezember: morgens — 0,6 Grad. Maximum 1,9 Grad. Minimum — 3,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Dezember: abends 0,5 Grad; am 12. De. zember: morgens 0,6 Grad Celsius. Amtliche Winterfportnachrichten. Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, —4 Grad, 10 cm Schnee, 6 bis 10 an Neuschnee, Pulverschnee; nur Rodeln möglich. Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Hei- ter, — 9 Grad, 11 cm Schnee, Pulverschnee; Ski gut, Rodeln mäßig. ThÜringer Wald, Infelsberg: Nebeh — 4 Grad, 5 cm Schnee, Schneedecke vereist; nur Rodeln möglich. w S> Lichtspi SeS 05% allc w tndigcn Fj. ML 3a6rNicrt Sie W, 1»? LÄZ jfam eine W fuhren die SM' steuern ebenfalls fast unbegrenzte Dirger toat 0“| MM hn b und er sollte st dah jeder Delo Md) übertroffen zu stärken, tour eingesetzt, doch d zu finden? Dan Sju bald sah mc der unbegrenzten Neuerung zustan zehnte hinausI jui verpflichtete. Ein es, j-glich. Ltnm trnü dem Labyrin riger, doch eines .Steuerpflicht is pflichten find Ehi weitere Schlüsse Nohlmp, DomKrelsai Im Auftrag des Wirtschaft haben des Kohlenhandel- setzung der Kc Koylenhöndlervere seither bestehenden bestens in hohe I Kohlensortcn zu e sich weiter durch bei Sonderabmochu neu Bei Fettnuß 1 Samstag, den nacf Sonntag, den Kindl M finde« Die k>ie übri- VIrd mit 1 übrig«, RJ end- * K le H Metzes lHe>t illt ^er. Ksia- Nr .und in »ortti. ^rottton 8,toi«n. D>r ftim. Loden- a ,Wl« W etobt >Aosstn. Ate Teil VRM» Wene >le Aegie. Mettel- ie Hand selten Po« schaltet. lehnt N< immen btt Sine Leih« ohne tot- .nschen für M Aeuen geordneten, ns 2l i t t e ,0 (♦i M 5^1 z.tcn «-«*2 -SS unM" 1**2, SA«» 1b« w bS l m-P Z, , hie aestlily' i üciflÄ lderes [icberl^ö^. . WitclW ,» I* * ,. mitws8.^ ren fr ab; o"1121 chtea. i irch^'i§ .. fjltto Aus der pwvinziafhaupistadt. Sieben, den 12. D.zrmber 1930. Steuern, Steuern, Steuern! Der Klang dieses Wortes berührt uns nicht angenehm. Doch wir kennen diesen Begriff leider mit Scheinbar aber immer noch nicht gut genug, denn wir sollen erfahren, dah sich vor dieses Wort .Steuern" eine immer gröbere Anzahl von Attributen setzen läßt, dah eS immer neue Möglichkeiten gibt, die unS vorher gar unglaublich erschienen. Dieser Begriff der Steuern läht sich wohl nach allen Dimensionen ausdehnen, für alles, was den Prozeß des Geldle i.^eS oder Geldumsatzes darstellt anwenden. 3n welche Verlegenheit käme wohl heute $>nr Montesquieu, wenn er aus Grund seiner Asiekuranztheorie die Be- vechtigung deS Staates zur Hndcgung von .Schankverzehrsteuern" aus die Bürger zu verteidigen hätte! Die Anhänger der sogenannten .Genuhtheorie" muhten wohl die Ledigensteuer im Stillen bejahen! Hätte Herr Karl Rau ein Jahrhundert später gelebt, wo nut würde er heute die Grenzen zwischen den .Schatzungs- und Ausschlagsteucrn" ziehen?! Doch: ,Steuerpf licht ist allgemeine Bürgerpflicht I" und als Repräsentant deS Gesamtwillens der Ration hat der Staat schon lange das Recht, den Einzelnen zu den erforderlichen Lasten zu zwingen. Ob die ursprünglichen Grundsätze für die Ausgestaltung der Besteuerung — an deren oberster Spitze die Gerechtigkeit zu stehen hat — bei der heutigen Steuerpolitik noch befolgt werden... ach, daran, liebe Leser, wagen wir gar nicht zu zweifeln! Kam eine Erhöhung der Kopfsteuer, der Einkommensteuer, oder der Vermögenssteuer, so erfuhren die Ertrags-, Luxus- und BerbrauchS- steuern ebenfalls eine automatische — manchmal fast unbegrenzte — Erweiterung. Der passive Burger war Zuschauer bei dem edlen Wettkampf zwischen den direkten und indirekten Steuern, und er sollte stets von neuem gewahr werden, dah jeder Rekord, jede geglaubte Höchstleistung noch übertroffen werden rann! Um die Parteien zu stärken, wurden neue Kräfte (=... steuern) eingesetzt, doch der Retz der Reuheit, wo war er zu finden? Wan hatte keine Zeit, ihn zu suchen, allzu bald sah man sich Inmitlen einer Atmosphäre der unbegrenzten Möglichkeiten. Es kam da eine Neuerung zustande, die Menschen über Jahrzehnte hinaus zur Zahlung unheimlicher Summen verpflichtete. Ein gewisser Paragraph ermöglichte e-, jegliche Struerzah ung zu erzwi gen. Den Weg aus dem Labyrinth zu finden, wird immer schwieriger, doch eines muh man stets im Auge halten: .Steuerpfsicht ist Bürgerpflicht" und Bürgerpflichten sind Ehrenpflichten, und Ehrenpflichten.. weitere Schlüsse riskiere ich doch nicht zu ziehen. Kohlenpreisabbau in Gießen. Dom Kreisamt Gießen wird uns mitgeteilt: Qm Auftrag des Herrn Ministers für Arbeit und Wirtschaft haben am 11. b. TI. mit den Vertretern des Kohlenhandels Besprechungen wegen Herabsetzung derKohlenpreise stattgefunden. Die Koylenhöndlervereinigung hat sich bereit erklärt, die seither bestehenden Preise ab 1. Dezember 1930 mindestens in Höhe der Syndikatspreise fast bei allen Kohlensorteu zu ermäßigen. Die Preise ermäßigen sich weiter durch Mengen- und Bar-Rabattc und bei Sonderabmachungen mit Derbraucherorganisatlo. nen. Bei Fettnuß I und II stellen sich die Preise i n Säcken frei Keller auf 2,26 RM., gegen seither 2,35 RM., bei Anthrazit Eiformbrikett» auf 2,35 RM gegen seither 2,45 RM. Bei Braunkohlenbriketts betragen die Preise 1,80 RM., gegenüber 1,85 RM. seither. Stahlhelm-Kundgebung in Gießen. Am morgigen Samstag. 20.30 Uhr. wird, wie auS dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, in der Turnhalle am OSwaldSgarten eine öffentliche Kundgebung des Stahlhelms stattfinden. 3n dieser Versammlung wird der 2. Bundesführer deS Stahlhelm-, Bund der Frontsoldaten, Oberstleutnants a. D. Sue ft erborg, sprechen. Zum Empfang des Bundessührers wird eine Ehrenkompanie bed Stahlhelm- mit Spielmannszug und Musik antreten, die vom Wetzlarer 'Weg au- im Fackelzug (bie Abmarfchzesi ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich) nachOs- waldsgarten marschieren wird. Der Marsch der Stahlhelmkompanie wird vorn Wetzlarer Weg aus durch die Frankfurter Straße,- Wilhelmstraße, Ludwigstrahe, Gartenstraße, Reuen Däue, Reuen - weg, EelterSweg, Westanlage, Bahnhofstraße, Rcustadt nach Oswaldsgarten führen, wo die Fackeln zusammengeworsen werden, Oberstleutnant D u e st e r b e r g die Front der Kompanie ab- schreiten und anschließend ein Borbeimarsch der Kompanie vor dem Bundesführer stattsinden wird. Die Kundgebung des Stahlhelms wird durch die Rede deS 2. Bundesführers, also einer der maßgeblichsten Personen des Stahlhelms, sicherlich weit über Gießen hinaus lebhaftem 3ntereffe begegnen. (Siehe heutige Anzeige.) Bornotizen. — Xagestalenber für Freitag. Stabt- theater: „Rose Bernd" 19.30 bis 22.30 Uhr. — Oeffentlichcr Dortrag, Thema: „Apostel bes Welt- endes", 20.15 Uhr, im Realgymnasium. — Laub- wirtschaftliches Institut ber Landesunioersität: Eröffnung bes 4. Kursus über lanbwirtschaftliches Genossenschaftswesen, 20 30 Uhr, in ber Reuen Aula. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Delikatesten" und .Junstschützen". — Astoria-Lichtspiele: „Schneeschuh- Banditen". — Au s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Rose Bernb" mit Hilde Schwend als Rose Bernd. Beginn ber Dorstellung 19.30 Uhr. — Morgen Erstaufführung bes diesjährigen Weihnachtsmärchens „Golbmarie unb Pechmarie" von Aloys Prasch unter ber Spielleitung von Karl Dolck. Musik von Steffens. Es geht ein den meisten Äinbern von ben Märchenbüchern her wohlbekanntes Märchen in Szene, bas für bas empfängliche Kinbergemüt geeignet ist. Beginn ber Darstellung 15.30 Uhr. Ermäßigte Preise. — Dom Englischen Seminar der Uni- d e r f i t ä t wirb uns geschrieben: Am Montag, bem 15. Dezember^ 20 Uhr pünktlich, wirb die englische Rezitatorin Miß Sybil Warb aus Lonbon auf Ginlabung ber Höheren Schulen Gießens unb bes Eng- lischen Seminars der Universität in ber Turnhalle des Realgymnasiums ein ausgewähltes Programm zum Vortrag bringen. Die Vortragsfolge umfaßt bie Gerichtsszene aus bem „Kaufmann von Denebig", Bob Eraichits Weihnachtsschmaus aus „Christinas Carol“, ein Stück aus I- K. Jeromes humoristischer Erzählung „Drei Leute in einem Boot" sowie lyrische Gedichte unb Balladen von Browning, Shelley unb Tennyson. Miß Ward, die schon im vorigen Jahre erfolgreiche Vortragsabende in Deutschland veranstaltet hat, geht der Rus einer wandlungsfähigen, intelligenten Rezitationstunst voraus. Näheres ist aus der morgigen Anzeige ersichtlich. — Micky-Maus im Lichtspielhaus. Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, finden am Samstag- nachmittag unb Sonntagvormittag Jugenbvorstel- langen statt, in denen einige Filme zur Aufführung gelangen, bie die Micky-Maus in den verschiedensten Rollen zeigen. Außerdem werden noch Märchenfilme vorgeführt, die den Kindern sicherlich wieder viel Freude bereiten werben. e •• Iustizpersonalien. Ernannt wurde der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Pfeddersheim, Dr. Wilhelm Weiffenbach, zum dienstaussichtfühvenden Richter bei dem Amtsgericht in Dad-Rauheim mit der Amtsbezeichnung Amtsgerlchtsdirek.or. — 3n den Ruhestand verletzt wurde der 3ustizlekretär bei der Staatsanwaltschaft in Gießen, Friedrich Ferdinand Stotz, mit Wirkung vvm 1. April 1931 an. * Fremdenoor st ellung im Gießener Stabttheater. Man schreibt uns: Am Sonntag, 14 Dezember, bringt bie Jentenbanz eine ber zugkräftigsten, musikalischen Neuheiten als Fremdenoorstellung, die mit großem Beifall aufgenommene Jazz- Operette „Meine Schwester unb ich" mit eigenen Kräften. Dieses musikalische Lustspiel hatte in letzter Zeit an allen Theatern vielleicht ben größten Kassen- unb Serienerfolg zu verzeichnen. Zu bie,cm Lust- spiel von Derr unb Derneuil hat Ralph Benatzky Gesangstexte unb eine Musik geschrieben. Die Spielleitung hat Intendant Dr. Prasch. Kapellmeister Fritz E u j s hat bie musikalische Leitung, während Ewalb D ä u l k e bie Einstubierung ber TÄnze übernommen hat. Beginn ber Vorstellung 18 Uhr, Enbe gegen 21 Uhr. . •* Einrichtung einer Poststelle tn LaunSbach. Am 15. Dezember wird in LaunS- bach (Kreis Wetzlar) eine Poststelle eingerichtet. Mit der Poststelle ist eine öffentliche Fernsprech- stelle verbunden. Die Postftesie hat die Eigenschaft einer Pvstanstalt und einer Telegraphenanstalt mit der Befugnis zur Antzahme und Ausgabe von Postfendungen aller Art und von Telegrammen, sowie zur Vermittlung von Gesprächen. Sie nimmt ferner Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlt für ihren Zustellbereich die Renten aus. 3m Briefverkehr gilt die Ortsgebühr nur innerhalb von LaunSbach. 3n allen übrigen Fällen gilt die Ferngcbühr. Die Poststelle wird dem Postamt Gießen, das als Leitpostamt gilt, unterstellt und führt die amtliche Bezeichnung: .LaunSbach Gießen-Land." •• Deutsch-Oesterreichischer Alpen- verein. Die Sektion Oberhessen des Deutsch- Oesterreichischen Alpenvereins vereinigte am Mittwochabend Mitglieder und Gäste im Sing- saal des Realgymnasiums zu einem Vortragsabend, der starken Zuspruch fand. Landgerichtsdirektor Kramer begrüßte die Zuhörer und den Redner des Abends, Dr. Helmuth Lotz. Der Vortragende führte in lebhaften und interessanten Ausführungen im Geiste seine Zuhörer nach Island. 3n umfassender Weise schilderte er daS Land, feine eigenartigen Verhältnisse in geologischer Hinsicht, die Kultur und das Wirtschaftsleben, die StaatSsorm und die Lebensverhältnisse der Bewohner. Er erzählte von Vulkanen und Geysiren, von riesenhaften Gletschern, rasenden Gießbächen und Wasserfallen, vorn unwirtlichen, schier unbewohnten 3nIanB, von sanften Tälern und Weiüehangen. Wil 3n- teresfe folgte man den Schilderungen der isländischen Städte und der Menschen, hörte von ihrem Kampf um das Dasein und — von dem modernen Leben in Ret)kjavik, der Hauptstadt deS LandaS. Eine Reihe gelungener Aufnahmen aus allen Tellen der 3nsel, auS den Fllcher- dörfcm, den Städten, den Fjorden, vom Meer und ben pittoresken FclSgcöUden des vulkanischen Gebietes, erhebende Bilder von der Mitternachtssonne über den Wassern, machten auf bie Besucher des Vortragsabends einen tiefen Eindruck. Dem Redner wurde lebhafter Beifall zuteil. ** Der Druckfehlerteufel Einen sehr losen Streich spielte der Druckfehlerteufel einer in Frank.urt erscheinenden Zeitung. Es hieß da in einem Festberich., dem Turnverein sei vom Bürgermeister eine wunder ch ne Zahnbürste überreicht worden. GS war aber in Wirklichkeit eine — 3ahnbüste. Wettere Cofalnad)rtd)ten im 2 Blatt Sneftaften der HeOaftion. (Rechtsgutachten sind ohne Derblndlichkell der Schriftleitung.) Rr. 999. Nach bem Hessischen Gesetz vom 14. Dezember 1928 über bas Besleuerungsrecht ber Rett- gionskörperschaften kann bie besteuernde Religions- gemeinde nur Verzugszinsen im Rahmen der für die Landessteuern gellenden Vorschriften verlangen, wenn die Steuer nicht rechtzeitig entrichtet worden ist. Die Verpflichtung zur Zahlung eines Mahnzettels, der Ihnen theoretisch am Tage nach der Fälligkeit ausgefertigt werden könnte, besteht aber für den Pflichtigen nur bann, wenn bie Steuerhebungsorgane tatsächlich einen Mahnzettel ausgefertigt haben. Dieser hätte Ihnen, zum min- besten als eie schon fünf Tage nach der Fälligkeit des Steuerzieles Ihre Steuerschuld entrJAtcten, vor« gelegt werden müssen. Eine andere Praxis Derfticfce gegen den Grundsatz von Treu und Glauben im Verkehr. Der Mahnzettel ist eine besondere Leistung. Sie kann nicht in Rechnung gestellt werden, wenn sie nicht erfolgt Ist. Wenden Sie sich erforderlichen Falles an das für Sie zuständige Finanzamt Grünberg und, da es sich um einen Fall von grundsätzlicher Bedeutung handelt, für ben Fall, baß Sie hier mit ber oben niebergelegten Auffassung nicht durchbringen, an bas Landessinanz- amt Darmstadt. Straßenbau. Di« neue Straße steht nach Ihren Darlegungen in keiner Rechtsbeziehung zu ber bereits seit zwei 3ahren beendeten Felbbereini- gung. Wenden Sie sich beschwerdeführend gleichzeitig an die Gemeinde und an die Provinz albte Straßen Hersteller. Rach § 937 Bürger!. Gesetzbuchs sind Sie als der geschädigte Eigentümer fchadenSersatzberechtigt. Verlangen Sie Abstellung deS Mißstandes. 3m Falle der Ablehnung nehmen Sie bie Hilfe eines Anwalts in Anspruch. Berliner Börse. Berlin, 12. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Be- ruhigung, die sich zum Schluß des gestrigen Mittagsverkehrs auf Grund des Verbotes des Remarque- Films durchsetzen konnte, ging abends wieder verloren. Es waren, wenn auch nur kleine, Äursab- schwächungen festzustellen. Heute früh ist nun eine Tendenz noch nicht zu erkennen, allerdings hat Neu- york inzwischen eine Erholung gemeldet. Lichtspielhaus Gießen Micky-Maus 2 göttliche Unterhaltungsstunden für jung und alt Reinehüro Loeb. Selter*wea. S243C JedeslO. Kind erhält von der Micky-Maus eine Micky-Anstecknadel als Beschenk Wer »einen Kindern eiue besondere Freude bereiten will, der lasse sie diese heiteren Sondervorstellungen besuchen! Wer sich an der Freude und dem Jubel der Jtrnend ergötzen, wer sich für 2 Stunden die Forcen des Alltags vertreiben will, der komme sehe und höre' ■ Icky-Mau» als fahrender Sänger Hlcky-Mane bet der t- euerwehr Hlcky-Maue: Wie lernt man fliegen? nickj-Haoa: Ein Schiff streicht durch die Wellen Zinnsoldaten Märchen Der verzauberte Wald Märchen Samstag, den 13. Dezember nachmittags 2.30 Uhr, und Sonntag, den 14. Dezember, vorm. 1J.15 Uhr: 2 Vorstellungen für die Gießener Jugend! Ein Tag bei Familien-Drucksachen VerioDungsanzeigen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Der Liebling für jung und alt und andere lustige und entrückende Märchenfilme bringen wir in einer großen Sonder-Tonfilm-Vorstellung! ElntrltlepreiNe lür trroü und klein: Mk. 0.30,0.50 0.75. 1.00. 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Schneidermeister in Gießen, Bahnhofstraße 63. 1. Der in dem Vergleichstermin vom 27. November 1930 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Jnfolae der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. Gießen, den 4. Dezember 1930. hessisches Amtsgericht. 8378D Modebaas Salomon st k 8268A Haus- schlachtung empfiehlt sich 07639 Adols Glieder, -iriedensstraße 4 p. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Brlefblätler Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bet Brühl, SchulstraDe 7 3a Minmen 1 Obstpresse. 1 Fleischmaschine 1 Gardineit spauncr au verkaus. Jordan. 07841 Alicenitraße 14 i. Gut erhaltener Füllofen prelsw. nbAuneb.„:42a.d.G.A. Auto-Gelegenheitskauf 2 Opel l.|40 PS-Sechssitzer neueren überholt, neu lackten u. neu bereist, sehr preis w. Alt verkaufen; um verbmdllche Probefahrt, .^ahlnngs- erteichteruna. Opel-Aaio, Gießen, Stutzflügel GrolrianSteinway tast neu, au verkauf. W. Suvvcrt, Bad Nanbeim. Barkitr. 50. 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Dezember (950 55 Oie Hintergründe des Moskauer Schädlingsprozeffes. Meister der Regie. — Oie (Schauspieler. — Oer Prozeß gegen Frankreich. Stalin als Angeklagter. Don unserem ^.-Berichterstatter. (Hochdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Moskau. Dezember 1930. Der große „Schädlingsprozeß". der am 25. November im Kolonnensaal des GewerkschaftshauseS eröffnet wurde, hat mit den fünf Todesurteilen am 7. Dezember feinen Abschluß erreicht. Einen Tag später hat daL Präsidium des Zentralvollzugskomitees von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch gemacht und allen Derur- teilten die Todesstrafe ineine zehnjährige Gefängnis st rase umgewandelt. Sie wurden in das an der Lubjanka, jetzt Dsershinski- Straße, gelegene Gefängnis der GPU. abgeführt. Das sind die nüchternen Tatsachen. Das Schauspiel ist beendet. Langsam fällt der Dorhang. Zur Dervvllständigung des Dildos dieser Dorstellung muh aber auch noch der fehlende Satz ergänzt werden: die Zuschauer klatschten rasend Beifall. In der Tat: als Wyschinski mit seinem Gerichtshof am Sonntagabend wkeder erschienen war, als er in atemloser Stille das Urteil verlas und der Dann sich gelöst hatte, setzte minutenlanger, stürmischer Beifall ein. Die Menge im Gerichtssaal tobte und raste vor Begeisterung. Den Forderungen der „kochenden Volksseele", die zehn Tage lang „Tötet sie. tötet sie!" geschrien hatte, die Blut sehen wollte, war Genüge getan. Es fragt sich nur. ob die Begründung der Degnadigungsinstanz, „die Organisation der Industriepartei sei ja ohnehin zu- fammengebrochen" und „die Sowjetmacht sei heute so fest begründet, daß sie es sich leisten könne, Dlilde zu zeigen", — ob dies ebenso stürmisch begrüßt und bejubelt wird? Die Verhandlung war auch äußerlich glänzend. Wieder einmal hat es sich gezeigt, daß die Russen Mei st er der Regie und der Organisation sind. Der große Kolonnensaal des „Dom sojusow", das Gebäude des ehemaligen Adelsklubs an der Dmitrowka, Ecke Ochotnyj, war zehn Tage lang der Anziehungspunkt für ungezählte Menschenmassen. Sie drängten sich vor dem Eingang und verlangten stürmisch Einlaßkarten, die streng rationiert und längst zuvor auf die Dertreter der großen Werke und Fabriken verteilt waren, die man aus politischen Gründen dabei haben wollte. Der Saal gehört zu den größten und schönsten Moskaus. Don den großen Kronleuchtern in ein Meer von Licht getaucht, erstreckt er sich durch zwei Stockwerke, und ist berühmt durch seine zwölf korinthischen Säulen aus wei- hem Marmor. Am Kopfende ist eine Provisor ischeBühnefür das Gericht errichtet — die Verhandlung erinnert auch durch diese Aeuherlichkeit an ein Schauspiel. Rechts steht der Tisch des Staatsanwalts, links die Bänke der Angeklagten, und zwei Drittel des Saales sind mit Stühlen und Bänken für die Zuschauer ausge^üllt. Dor dem Vorsitzenden Wyschinski. dem Anklagevertreter Kry len ko und dem Hauptangeklagten Ramsin stehen Mikrophone, und auf halber Höhe sind die riesigen I u p i t e r l a m p e n der Photographen und Kinomänner angebracht. Wyschinski, der Gerichtsvorsihende, ist ehemaliger Professor juris. Er zeigt ein intelligentes, gepflegtes Aussehen. Mit seinem gescheitelten Haar, den klug blickenden Augen und im schwarzen Anzug sieht er fast gewollt europäisch aus und sticht z. B. angenehm von dem Staatsanwalt ab. Dieser erscheint in Wickelgamaschen und grüner Lodenjoppe. Als Sportsmann, Iäger, Wanderer, Raturliebhaber. Seine Augen gehen prüfend über den Raum, bleiben an den Angeklagten haften ... Er verfolgt jedes Üjrer Worte. Findet aber nur selten Gelegenheit, sie zu unterbrechen, selbst eine Frage zu stellen. Es wickelt sich alles wie am Schnürchen ab. Im gleichen Saal fand der Schachty-Prozeh statt, in chm war auch Lenins Leiche vor ihrer endgültigen Beisetzung aufgebahrt. Das Ganze macht dennoch a»H heute noch keinen „sowjeti- stischen" Eindruck. Wer sind die Angeklagten? Sie gehören samt und sonders zur russischen Intelligenz. Schon zur Zarenzeit waren sie zum größten Teil anerkannte Wissenschaftler, von denen einige internationalen Ruf besitzen. Rach der bolschewistischen Revolution haben sie sich nicht, wie die meisten ihrer Gesinnungsgenossen, ins Ausland begeben und standen in der Folge vor der Frage, wie sie sich zu dem System stellen sollen. War für sie die mit dem Eintritt in den Sowjetdienst verbundene Berechtigung auf Bezug von Lebensmittelkarten usw. entscheidend, als sie ihre Dienste den neuen Machthabern zur Verfügung stellten? Mag sein, daß auch dies eine »Rolle gespielt hat. Aber ohne Zweifel hat für die meisten von ihnen das ideelle Motiv, Mithilfe am Aufbau des gemeinsamen Vaterlandes, den Ausschlag gegeben. Zudem wurden ihnen für diese Mitarbeit von den Räten auch die verlockendsten Versprechungen gemacht. Sie bewährten sich als sachverständige Kenner der Wirtschaft und rückten bald zu den höchsten Stellen auf. — — Da wurde eines Tages ein neues „Derschwörernest ausgehoben'', einer der üblichen Schädlingsprozesse war in Sicht. Erst später ergab es sich, daß geheimnisvolle, aber hochmögende Kräfte aus der Gegend des Kreml aus ihm einen neuen Monstreprozeh zu machen gewillt waren. Unzählige derartige Prozesse fanden schon und finden jetzt noch in der Sowjetunion statt. Unzählige werden infolge ihrer Schädlingsarbeit erschossen, ohne daß Zrtc Öffentlichkeit je etwas davon erführe. Warum hier der Lärm? Es gehört zu den Unbegreiflichkeiten dieses Prozesses, daß die Existenz der Industriepartei, wie die Anllageschrift behauptet, der GPU. schon seit Iahren bekannt sein soll. Warum hat man sie erst im August aufgedeckt? Und warum begann erst einen Monat später „die diplomatische Vorbereitung" des Prozesses? Der unbeteiligte Zuschauer konnte sich in seinem ganzen Verlauf eines Empfindens des Grauens nicht erwehren. Was veranlaßte den Hauptangeklagten Ramsin, einen Wissenschaftler von Weltruf, der auch der deutschen Oeifentlichkell durch seine Teilnahme an der Berliner Physikertagung 1929 bekannt ist, zu seiner hemmungslosen Of enyeit, zu jenen uferlosen ..Geständnisse n“, die in Wahrheit mit solchen nichts mehr zu tun hatten, sondern eine Anklage par excellence darstellten? Er hat die Hamen Ser 2000 Mitglieder der Partei preisgegeben, allen ihnen totrö jetzt der Prozeß gemacht, aber sie dürsten nicht so gut wegkommen wie er selbst — er hat in einer nahezu sadistischen Selbstzerfleischung Verbrechen „gestanden", die (im Laufe eines knappen halben Iahrzehnts!) niemals begangen werden konnten, wenn die Sowjets sich nicht selbst damit das größte Armutszeugnis auS ft eilen wollten. Er hat von sich und seinen Genossen wahre Schauermärchen diabolischer Verderbtheit und raffinierter, geradezu übermenschlich systematischer Schädlingsarbeit erzählt... Die Lokomotiven seien bewußt zu schwer gebaut worden, um die Eisenbahnen in Grund und Boden zu fahren: die Bahnen habe man mit unnützen Tausend^Tonnen-Lasten überladen, um die Bahn- Höfe zu verstopfen und den Verkehr zu desorganisieren: unter dem Firmenschild von Motor- 3emenifunDamcnten seien Beton stände für die künftige Artillerie und unter dem der Arbeiterbaracken in Wahrheit Luftschiff- hallen errichtet worden für die Interventionsarmee. — Lind das alles haben 2000 Menschen im Verlaufe eines halben Iahrzehnts systematisch betrieben, ohne daß die glänzende Organisation von Partei und Staat in Rußland etwas gemerkt hat? Lind erst der GPU., der politischen Polizei, die wenig wirtschaftliche Kenntnisse be- sitzt, soll es gelungen fein, dieses Teufelswerk aufzudecken? — — Es blieb ein Rätsel. Dis zum letzten Tage der Verhandlung blieb der eine Teil der Verhandlung, der Prozeß gegen Ramsin und Genossen, ein Rätsel. 2Iber auch der andere Teil, der Prozeß gegen Frankreich, war geheimnisvoll. Hamen tauchten hier auf — Deterding. Briand. Poincare, Vickers — Hamen, die stets genannt werden, wenn es angezeigt erscheint, eine neue Kriegstreiberei gegen die Union aufzudecken. Es regnete Dementis aus aller Welt, die Anllageschrift hat zwar nicht mit Beweisen auszuwarten — es ist kein einziger Beweis im europäischen Sinne darin enthalten — aber Hamfin hielt seine Geständnisse aufrecht. — Cs ist von hier aus schwer festzustellen, welcher Wert den französischen Dementis beizulegen ist. Es mag zu verschiedenen Zeitpunkten der Hach- kriegszeit dort Interventionsfreunde gegeben haben, — aber die wahren Hintergründe dieses Prozesses gegen Frankreich werden wohl ewig unaufgeklärt bleiben. Zumal Frankreich schweigt, beharrlich schweigt. Und Rußland zwar die schwersten Anklagen gegen Paris schleudert, aber ebenso wenig irgendwelche diplomatischen Folgerungen aus dieser angeblich so einwandfreien Lage zu ziehen wünscht, obwohl Botschafter Herbette hier ohnehin schon seit go- raumer Zeit nicht mehr ein gern gesehener Gast ist. Auch hier also ein Rätsel. Finden beide Rätsel ihre Aufklärung In dem Degnadtgungsakt? „Schaut her", sagt Kalinin, der Präsident, „es war ja alles gae nicht so ernst gemeint". Aus den ersten Blick: ein neues Rätsell Aber wenn einem geheimnisvoll ins Ohr geflüstert wird, daß die Angeklagten wohl gar nicht erst sitzen werden, wenn man erfährt, daß Ramsin sogar einen Privatsekretär gehabt haben soll, der die Ausarbeitung seiner Geständnisse (natürlich in engem Kontakt mit den berufenen Stellen) zu besorgen hatte, wenn man schließlich bedenkt, daß seine Selbstanklagen durchLautsprecher in die fernste Provinz verbreitet wurden und daß die bleichen, tränenbedeckten und reuezerfressenen Gesichter der Angeklagten jetzt in allen Kinos zu sehen sind, — wenn man das alles weih, dann versteht man allerdings, daß auch dieser Dienst, der dem Diktator erwiesen wurde, einen Lohnanspruch voraussetzt. Wenn der Iurist die Frage „Wer hat den Ruhen?" zum Ausgangspunkt seiner Untersuchung macht, so trifft er zweifellos den Kern. Und — c u i bono?, so muh man auch hier fragen. Die innere Lage des gesamten Landes und die bedrohliche Zunahme der Zersetzungserscheinungen in der Sowjetwirtschaft in den letzten Monaten lassen die Entlastungs- offensive, die Stalin mit dem Ramsin-Prozeh angetreten hat, begreiflich erscheinen. Denn in dem waldreichen Lande wird neuerdings sogar das Holz rationiert; die Preise sind im Laufe der letzten sechs Wochen etwa um daS Kommunisten-Krawalle in Hamburg. >u schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und demonstrierenden Kommunisten kam es in lamburg. Die Beamten mußten von der Schußwaffe Gebrauch machen, wobei eine Person getötet, ____________________________eine zweite Person schwer verletzt wurde. i r* /. r - M MW M MM 3m Kohienpott. Don Albert Daudistel. Ich bin in den Kneipen von Cardiff und Liver- Pool gewesen. Ich war im Laargebiet und oben in Hämmertest. Und inRotterdam.an der großenMaas- btüde, schaute ich oftmals den abgemagerten, blind und lahm gewordenen Gäulen nach, die aus dem Dunkel englischer Stollen herüberkamen und dann nach irgendeiner „Probukien-Verwertungsstelle" hin- ken mußten, woselbst ihr Körper aufgeteilt wird, und seine Details in die Gerberei, in die Roßhaarab- teilung, in die Leimkocherei und in die verschiedenen Laboratorien gelangen. Einmal fiel mir dort an der groben Mahbrücke auf, daß die Arbeiter, die jene Gäule so dahinführten, vor einem Leichenwagen, der ihnen entgegenkam, die Mützen abnahmen. Reulich bin ich ins westdeutsche Industriegebiet gefahren mit der Absicht, auch da mal herurnzu- schnüffeln, um zur Einsicht über das zu kommen, was die Menschen über die mannigfaltigen Verhält- niffe, unter denen sie so leben, eigentlich zu erreichen wünschen... So gedachte ich zuerst in Mühlheim, in Dortmund, in Essen, in Bochum, in Solingen und in den abseitsgelegenen Industrieortschaften mit Werkdireltoren Fühlung zu nehmen, bei ihnen nach dem,was ich eigentlich malwiffenwollle,zu„bohren". Dann hatte ich vor. mit verschiedenen Gewerkschafts» beamten darüber zu diskutieren AufGrünzeugmarkten plante ich, mit Frauen eine Unterhaltung darüber anzuzetteln.Und inDersammlungenund allenthalben, wo die Menschen sich mit ihren Sorgen zusammen- finden, wollte ich dem, was ich mal so wissen wollte, nachspüren. Aber all diele Pläne ließ ich außer Acht, da ich - ich weih nicht mehr, ob es in Mühlheim oder in Dortmund, in Essen oder in Bochum, in Solingen ober in irgendeiner der abseitsgelegenen Industrieortschaften war - über einen offenen, feldähnlichen Platz ging, den Kinder als Wieie benützten und auf dem zwei stramme Dalken ein großes Schild hoch- reckten, aut dem zu lesen war: .Fabrikgelände zu verkaufen. Räheres durch Hermann Dannenberg..." Ich geriet an eine hohe Mauer, die etwa achtzig Meter lang war unb keine Fenster hatte. An ihrem rechten Ende hauchte bas Munbstück eines Rohres einen Schwalm nach bet Wiese hin. ben man nicht sah, ber aber biß. An ihrem rechten Enbe lief, so in der Höhe der ersten Etage, eine Riemenscheibe. Erst verwunberle ich mich darüber, well die Scheibe so leer lie>. Ich schaute jedoch ihrer merkwürdigen De- triebsamkeit zu und lauschte dabei dem Lachen und Rufen ber spielenben Kinber. Dazwischen pfiffen von irgenbwoher Lokomotiven. Unb immer unb immer toieber ratterten Lastautos, belaben mit neuen Pro- tzukrionsmaschinen, an dem Platz vorbei. Zo. dachte ich, bald wird bet Platz nicht mehr existieren: unb bie Kinber werben in ber neuen Fabrik an ben neuen Maschinen altem. In bet Rähe von Dochum wurde ich in einen unterirdischen Gang Hinuntergelaffen. Und schweigend tappte ich meinen Dordermännem nach. Die leuchteten. Aus einmal sagte ber, ber neben mir ging, wir befänben uns hunbert Meter tief in ber Erbe. Unb wir gingen unb gingen. Mir würbe heiß. Die Grubenlampen verfärbten fich blaurot. Unb ber weiche Hoben schmatzte. Mein Hebenmann erklärte mir. wir seien schon eine Wegstunbe vom Förber- korb entfernt. Ich bückte mich unb folgte ben Bergleuten. Schließlich tarnen wir an eine Verzimmerung, bie ben Stollen versperrte. Die Vorbermännet schlugen mit Äxten unb Pickhaken bas tzinbernis niebet. Unb ber Führet sagte mir, inbem er in ben schwatzen Rachen beutete bet uns entgegengähnte, hier beginne bet „tote Stollen"... Wit tappten hinein unb gingen weiter, immer weiter. Unb ich hörte, baß vor etwa einem Jahr ein schlagenbes Wetter ben Stollen zerstört hatte. Unb aus dem Gequirl des Matsches vernahm ich bas Geröchel Verschütteter. Ich sagte zu bem Führer: .Aber die Halben oben sind doch praß- voll! Warum denn muh wiebet in biesen Stollen gearbeitet werben??"-Et erwibetie, ber Bebarf fei größer geworben als bie Halben; unb bet „tote Stollen" liefere am meisten unb am besten ... Rach einer geraumen Weile hielten wir; unb bie Bergleute bohrten hie unb ba bie schwarze Wanb an. Schwerer Staub wirbelte auf; unb glühenbe Fünkchen spritzten ab; unb manchmal zischte cs; unb als sie bem schwarzen Ungeheuer die Patronen in ben Leib gesteckt hatten, wichen wir zurück; unb ich schnüffelte, weil ich bachte, es rieche nach Gas. Da blitzte es; bie Luft stieß hart gegen mich; bet Stollen hüpfte mal; ich griff nach Halt; aber bie Detonation wat vorüber; unb bie Wanb dahinter erbrach nun tonnenweise das glänzende Gestein. Zwar blies bet Stollen feinen schwarzen Atem gegen bie Lampen; aber bet Führet sagte ruhig: „Los! Weitet..." Einige Tage würbe ich in einem anbeten Ott in ein Walzwerk geleitet. Aus weihglühenben Eisenblöcken guetschten riesige Walzen lange, bide unb dünne Profileiscn unb Rippel- unb Glattbleche. Es wat Rächt. Unb in bem Höllenlärm sahen bie Menschen, bie ben Walzen so arbeiten halfen, nicht aus wie Menschen aus Fleisch unb Blut. Ihre Gesichter waten von ber Anstrengung verzerrt; unb der Ruß schminkte sie grauenhaft; unb vor meinen Rißen kreisten große Schatten rumorender Zahn- räber; unb als ich glaubte, irgenbeine Wolke ver- finstere plötzlich bie Stelle, wo ich ftanb, ba schaute ich mal hoch unb sah ben Kran so bahlnschleichen Wit gingen weitet unb gerieten zwischen Hochöfen. KberaÜ brobdte unb fauchte weißglühender Eisen- I brel ; aus manchen Hochöfen flammte Gtoßfeuet zum | Firmament. Mein Begleiter schrie mir burch ben Lärm zu, hunbert Meter unter uns in ber Erbe herrsche jetzt auch wiebet Betrieb ... Gegen Morgen tarnen wir in eine große Halle, beten Wänbe unb Fußboben weiß getäfelt waren. Da liefen Maschinen, jebe so mit einigen 10C00 PS. Es waren Turbinen, bie Kraft lieferten, elektrische Kraft für bie Betriebe Ich bachte: „So sauber wie biese Maschinen Haufen, müßten ihre Kollegen, bie Arbeiter wohnen...“ Unb wir brangen weiter vor; unb gerieten burch eine gute Stunbe in Werkstätten. Da war alles in Unrast Die Riemenscheiben über den kultivierten Bearbeilungsmaschinen leiteten bie Eile burch Treibriemen überall hin. Blanke Stangen bewegten sich in einem fort auf unb ab; blanke Platten würben hin unb her geschoben, hin unb her; btüben griff ein großer Eisenarm immer so aus . . . h,et sauste ein Werkstück, bas auf einer Planscheibe fest- geschraubt war, immer runbum; unb aus seiner Mitte stieß eine Stande, auf ber vorne ein gekrümmter bläulicher Zahn war, immer mal vor unb zurück. Unb manchmal sah ich einen Menschenarm burch bas Gewimmel greifen unb mit ber langen Spitze eines Kännchens auf biete ober jene Stelle ber leben- btgen Maschinen beulen. Ja, bie arbeiteten, sie verarbeiteten das Rohmaterial so emsig, bah ihnen bas Schmieröl wie Schweiß am Körper herunterlief. Unb schließlich entbeckteich in Diesem hastenbenDurch- einanber Köpfe, Gesichter; bie schau, n so ernst auf bie Arbeit nieber. bah es aussah. als ob sie rechnen ober gar aufmerksam leien würden; unb ich sah ein, ihre Hänbe übermittelten an Kurbeln unb Hebeln ben Maschinen ganz i eines Gefühl, bamit bas Maß unb ber Zweck ber Arbeit nicht verfeylt werbe. Unb manchmal sah ich so einem Gesicht an, daß es mal seufzte. Aber bas hörte man ba nicht. An jenem Abenb ging ich nicht ins Theater. Ich besuchte vielmehr bie Lagerräume, die angefüllt waren mit allerlei Werkzeugen, Maschinen unb Maschinen- teilen. Dann ging ich zur Bahn. Unb ba begegneten mir bie.wachsreien"Menschen. Ich hörte sie sprechen; ich sah sie lesen; ich schaute ihnen zu. wie sie so fremd aneinander vorbeigingen.Unb als es dunkel geworben war, blieb ich mit einem Male auf so einer Straße stehen unb lauschte im Glauben, Verliebte sängen. Aber es war nur ein Senber. Ich reiste ab. In Köln jeboch beschaute ich ben Dorn. Ich hatte ihn zwar schon oft gesehen, aber nur so, wie etwa ein Zuschauer von ber letzten Reihe bes Parketts aus bie schwierigen unb dennoch graziösen Leistungen der Akrobaten sieyt. So ein Zuschauer betrachtet, ba er burch bie Entfernung nicht bas Arbeiten ber Muskeln unb Sinne funktionierenber Akrobaten wahrnehmen unb beobachten kann, bie sicheren unb schönen Ausführungen mehr aU Zauberei und nicht als bas Resultat genauer gefühls- unb verstanbesmä» higer Berechnungen. Ja, als ich so gebannt vor bem Dome ftanb, verwunberte ich mich mit einem Male über ben Fleiß, über die Kühnheit unb über ben Sinn für bas Schöne, mit bem bie Menschen bie Welt ausbauen. Unb meine Bewunderung wurde gesteigert, als ich sah, daß die Menschen, die da« Werk schufen, vor ihm so klein schienen. Und ich konnte mir es nicht verhalten, an daS geöffnete Dom- portal zu gehen unb hineinzulauschen. Unb ba vernahm ich, bah ba bannen in bem Halbbunkel bte Memchen aus Sehnsucht nach einer glücklichen Zukunst so ganz ergriffen vor sich hin Ulpelten... Mit dem Rohrstuhl in den Löwenkäfig. Der bekannte Zoologe Dr. Knottnerus- Meyer erzählt im Dezernberheft von Bel» Hagen LKlasings Monatsheften allerlei Erlebnisse mit Raubtieren. Er war lange Zeit Zoodirektor in Rom und ist von dem immer wieder bestätigten Glauben an die Güte jeglich.'r Kreatur, auch der sogenann en wilden Tiere erfüllt. Wenn sie uns Böses tun, so geschieht es. weil wir sie nicht verstehen ober reiz.'n. „Waren wir", fo schreibt Knoitnerus, „z.B. der Löwen noch nicht ganz sicher, so nahmen wir einen geflochtenen Rohrstuhl mit zu dem Kä ig. Die Deine dieser Stühle sind mit je zwei Qu.rh.lzern verbunden. So einen Stuhl konnten wir dann als regelrechte Kopffalle einem etwa ang eisenden Tiere üoer den Kopf stoßen. Das verduzte Tier brauchte Zett, sich von die.er sonderbaren und ganz unerwarteten Ko^be^eckung zu befreien, und der unwillkommene Be'ucher konnte sich inzw.schen unauffällig ent.ernen, wenn es nötig sein sollte. Tatsächlich war das kaum je der Fall. Mein liebster Löwe hieß Fass. Wie konnte er sich freu.m, wenn man zu ihm in seine De.-ausung kam! DaS Schmusen nahm kein Ende, und wenn ich bann hinauswollte, so kostete es jedesmal einen kleinen Kampf, denn Fafs pflegte sich wie ein Hund auf den Rücken zu werfen, g mau vor die Ausganas» tür. Heber ihn hinwegzut.elen wäre gefährlich gewesen, denn er würde io,ort mit seinen Pfoten meine Deine festgehalten haben. So mußte ich, wenn ich Fass verlassen wollte, immer seine Aufmerksamkeit von mir ab lenken, wä-rend ich selbst schnell verschwand. Fass mochte nie allein sein. Er maute mir klagend nach, und kam ich an ihm vorbei, so mußte ich wenigstens herankommen und ihn streicheln. So gut Fass sonst war, beim Fressen wurde er u gemütl ch Wahrscheinlich wi.d er als junges Tier Dabei viel geneckt worden sein." Fünffache gestiegen, die Geschäfte werden buchstäblich gestürmt, man hungert, man friert, man geht in Lumpen. UnJ ine zwei wich.igsten Punkte: die Unzufriedenheit hat mindestens teilweise auf die Armee übergegrif.en, während der Retter aus jeder russischen Hot in der ganzen tausendjährigen Geschieh.e dieses Reiches, d e r Dauer, nach wie vor nicht mitmacht. Aus allen Maßnahmen spricht die Furcht vordem Mißerfolg, davor, daß die Geldnot doch keine vorübergehende Erscheinung bleiben konnte, daß die Preise nicht heruntergingen, die Industrie auch weiter versagen und der Dauer in der Zukunft ebensowenig Anleihen zeichnen wie sein Drot für den Papierrubel verkaufen könnte, wie er es heute tut. Dor acht Wochen setzte über Rächt und für die meisten völlig überraschend ein Kommissarwechsel ein, wie ihn selbst Moskau bisher noch nicht gekannt hat. Alle Dehörden wurden ergriffen, fast alle Kommissariate. Unzählig sind die Ramen derer, die in die Wüste geschickt wurden. „Tschecharda" nennt man das im Russischen, Bockspringen. Stalin war wie ein Windgott dazwischengefahren, für jeden Fehler fand er einen Dock, einen Sündenbock. Aber erst jetzt erfährt man die Einzelheiten. Das Defizit im verflossenen Jahr hat danach die enorme Hohe von einer Viertel Milliarde erreicht, der Dauer hat nur einen verschwindenden Bruchteil seiner Steuern bezahlt — die finanziellen Grundlagen des Fünfjahresplanes wanken. Es fehlen Zahlungsmittel, die jeder hamstert, und schon wird dazu übergegangen, Rot gelb zu drucken — um die Inflation zu verschleiern. Wird sich die Entbehrungsgrenze des russischen Menschen noch weiter nach unten schieben lassen? — Woroschilow, der Kriegskommissar, hat neuerdings die Treue der Armee besonders unterstrichen. Aber — sollte es zutreffen, was Gerüchte behaupten, — daß er — dies auch nicht umsonst getan hat, daß er schon eine Art Kontrolle ausübt? Das ist der dritte Teil des Prozesses Ramsin, der Prozeß um den Fünfjahresplan, der Prozeß Stalin. Das Urteil mag hier noch fern fein, — wenn nicht alles trugt, ist man aber dabei, die Plädoyers zu halten. Aus der provmzialvauptstabt Gießen, den 12. Dezember 1930. Radio-Balladen. Achtung! — Mühlacker sendet! I. Was knattert so spät durch Nacht und Wind? Mühlacker sendet, mein liebes Kind. Es funkt mit kosmischer Energie. Es donnert und dröhnt die Batterie! ..Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?" „Hörst, Bater, du denn Mühlacker nicht? Das ungeheure Wellen-Phantom?"-- „Mein Sohn, es platzte nur ein Atom!" „Mein Vater, mein Vater, und hörst du denn nicht, wie Mühlacker wieder dazwischen spricht? Und spürst du nicht den gewaltigen Stoß?"-- „Dom Jupiter riß sich ein Teilchen los." Dem Vater grausets. Er föppelt zurück. Er hatte mit dem Empfang kein Glück. Der Lärm erstarb. Die Nacht war tief. Der Sohn schrieb einen Beschwerdebrief. II. Urahne, Großmutter, Mutter und Kind in London beim Radio vereinigt sind. Miß White singt, wonderful and sweet, von looe and spring ein pretty Lied. Da gibt es einen terrible Stoß. Urahne reißt es vom Sessel los. Großmutter rauft sich den Bubikopf. Die Mutter drückt auf den Starterknopf. Das Kind spricht: „That is Infamie! Mühlacker ist es, in Germany." Die Sache wurde in selbiger Nacht noch vor den Völkerbund gebracht. Puck. Bezirksausschuhiagung der Landwirischastskammer. Die Bezirksausschüsse Gießen, Grünberg-Lollar, Lich-Hungen und Laubach-Ulrichstein der Hess. Landwirt chaftskammer h:el!en im Gasthaus Hindenburg zu Gießen eine Versammlung unter dem Vorsitz von Landwirt G ö r l a ch ab. Als Vertreter der Landwirtschastskammer waren Präsident Hensel, ferner Dr. A n d r 6 und Dr. P e b l e r, für das Krcisamt Gießen Regierungsrat Dr. Braun und die Vertreter der Landwirtschaftlichen Schulen erschienen. Bei der Ersatzwahl der Bezirksausschuß-Vorsitzenden wurden gewählt: zum Vorsitzenden des Dezirlsausschu^ses Gießen Phil. Klein. Klein-Linden, für Grünberg-Lollar Hermann Reumeher, Winnerod, zu dessen Stellvertreter Bürgermeister Albert, Queckborn, zum stellvert elen en Bezirksausschuß^or itzenden des Wahlbezirkes Lich Hungen Gustav H u b l i tz, Treis a. d. Lda. Aach den Wahlen hielt Dr. A n d r 6 einen Vortrag über .Steuersragen". Der Redner behandelte die mißliche Lage der Landwirtschaft, bezeichnete ledeneueSteuererhöhung alsfür die Landwirtschaft völlig untragbar und wies^a auf hin, daß die ettch Landü ir.scha t bereits mit einer Last von 20 Milliarden verichaldet fei und dafür allein Ich Milliarden Mark an Zinsen aufbringen müsse. Der Beitrag der Landwirtschaftskammer betrage, so führte der Redner u. a. weiter aus, nur 1/40 aller anderen Steuern. Das sei ein Beweis für die sparsame Haush al- hing der Kammer. Die Zuhörer folg en dem Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. An der Aus- spräche beteiligten sich der Landtagsabgeordnete Fenchel, Ober Hörgern, und die Herren Wid- d e r s h e i m , Obbornhofen, und Münch, Harbach Ein längeres Referat hielt sodann Dr. P e b - ler über „Erzeugung und Absatz im Jahre 1930“. Infolge des ständigen Preisrückganges feien, so führte er u. a. aus, auch die Absatz- Verhältnisse in Hessen schlechter geworden. Der Derkaufswert des in Hessen erzeugten Weizens betrage e.wa 8,8 Millionen Mart. Es sei bedauerlich, daß vom Ausland Gerste eingeführt werde, während die Gerste des deutschen Bauern nicht verlauft werden könne: der deutsche Landwirt müßte durch den weiteren Ausbau der Zollge etze geschützt werden. Weiter sei der Milchpreis ständig gesunken, eine Tatsache, deren Wirkung nicht za urller.chähen sei. denn wenn dem Landwirt für seine Milch pro Liter auch nur stiW'äilglichkeiten auf den Nebenbahnen. Unbeleuchtete Lokomotiven als schwerste Gefahrenquelle. Dom Oberhessischen Automobil Club (A. v. D.s zu Gießen wird uns geschrieben: Dor wenigen Tagen tourje von einem Zuge der Kreisbahn Rau.oth—Lchcuerseld (bei Betzdorf! ein Postomnibus umgefahren und Personen- sowie Sachschaden angerichtet. Wer als Auto.ayrer Gelegenheit hatte, der Diebertalbahn oder ante.en Klein- und Rebcnbahnen bei Rächt und Reael auf der Landstraße zu begegnen, wird gewiß schon mit Schrecken seinen Wagen zusammengeris.en haben, um nicht mit der plötzlich aus der Dunkelheit aus- tauchrnden, mangelbait beleuch eten Lo.omo.ive 4U, ammeiuufobren. Eine sehr gefährlich.' Autofalle ist oeisptelsweise auch die ungeschützte Kreuzung der Bahnlinie Lollar- Londorf mit der stark befahrenen Hauptstraße durch Lollar. In Drandenburg kam dieser Tage einer jener nicht mehr seltenen Fälle zur gerichtlichen Entscheidung, in dem ein Auto von einem Kleinbahnzuge nachts überfahren worben war und ein dänischer Fliegerkapitän dabei den Tod fand. Der Prozeß war von außerordentlichem Interesse: Es wurue festgestellt, daß der Führer des Autos, ein Hauptmann z. D, als besonders vorsich' tiger Fayrer galt, daß er und die anderen Jn- sa.sen über geschulte Gesichts- und Höro.gane verfügten. Trotzdem hatten sie das Herannahen des Kleinbahnzuges nicht bemerkt, der plötzlich aus dem Dunkel der Rächt auf der schwer übersichtlichen Kreuzung der Straße mit der Bahn auftauchte, das Auto überfuhr und völlig zertrümmerte. Der Lokaltermin ergab, daß die Lampen der Lokomotive schon in z:hn Meter Entfernung nicht mehr zu erkennen waren, der Zug aber 60 Meter braucht, um bei Rotbremsung zum Stehen zu kommen. Weisungsgemäß hat.e iie LerLo.omo.ivführer der Drennsto^ersparnis wegen beso.rdrrs tief ge- sch.aubt. Trotzdem täglich 5oO Autos jene Unfall» stelle passierten, konnte es die Bahnverwaltung wagen, diesen starken Verkehr der Landstraße durch mangelhaft beleuchtete Züge zu gefährden. Ein sachverständiger der Außichtsbetz^r^e (if gab den Schtusfel zu dieser Anderständlich.eit. Er verlangte. daß der Autosührer vor jedem unbewachten Bahnübergang halten und me.jrere Minuten beobachten soll, bis er die aojolute Gewißheit hat, daß kein Zug kommt, sonst — mach, er sich strafbar. Der sachverständige gab damit der Bayn das Recht, den Verkehr von 1930 dadurch zu gefährden. daß sie ihre Lokomotiven mit Lich.^uellen aus der Technik unserer Großväter ausstattet. Gegen diesen technischen Anachronismus muß im Interesse der Allgemeinheit schärfster P r o t e st eingelegt werden. Heute, wo jedes Auto — ja sogar jedes Motorrad — sich durch Scheinwerfer an Wegkreuzungen bemerkbar machen kann, müßten auch Lokomotiven mit weit- strahlendem L-ch. äusser, st.t wer. en. D.r Scheinwerfer auf der Lokomotive muß obligatorisch werden. Er bewahrt den stark gesteigerten Verkehr unserer Landstraßen vor Zusammenstößen mit der Bahn und zeigt dem Lokomotivführer auf freier Strecke etwa auftauchende Hindernisse rechtzeitig an. Die elektrische Lichtquelle auf der Lokomotive könnte auch für die Fahrgäste im Zuge eine große Annehmlichkeit bedeuten, denn von ihr aus könnte der ganze Zug hell erleuchtet werden. — Die Kleinbahnen hagen über steigenden Rückgang des Personenverkehrs. Warum sorgen sie aber immer noch so wenig für ihre Fahrgäste, denen sie zumuten, stundenlang in Wagen zu fitzen, die durch Ocl- oder Gaslämpchen so schlecht erleuchtet find, daß selbst das Lesen eines Buches unmöglich wird? Licht lbckt Leute! Der hell erleuchtete Zug, dessen Licht auch die so oft im Düstern liegenden Bahnsteige erhellt, wird ein ausgezeichnetes Werbemittel für die Kleinbahnen sein und der gesteigerte Verkehr würde die Aufwendung für die elektrische Beleuchtung der Lokomotiven und Züge schnell ersehen. ein Pfennig weniger bezahlt werde, so bedeute das für die deutsche Landwirtschaft insgesamt einen Derlustbetrag von 2 Millionen Mark. Der Redner beschäftigte sich sodann mit dem Problem der Fleischversorgung und wies darauf hin, daß die hessische Landwirtschaft sehr gut in der Lage sei, den Fleischbedarf von 1,2 Mill. Einwohnern sicherzustellen. Die Versammlung beschloß, den nächsten Bezirkstag im Selgenhof bei Alrichstein abzuhalten. Beschäftigt Berufsmusiker! Vom Deutschen Musiker-Verband wird uns unter der vorstehenden Aeberschrift geschrieben: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise wirkt sich besonders stark im Musikerberuf aus. Tausende von Orchestermusikern sind infolge Auflösung, oder Verkleinerung der Kulturorchester abgebaut worden. Aus den Kinos sind nach Einführung des Tonfilms nahezu sämtliche in diesen Betrieben beschäftigt gewesenen Musiker — deren Zahl 12 000 bis 15 000 betrug! — zur Entlassung gekommen. Rundfunk und Schallplattenmusik mit Lautverstärker ersetzen die bisher von lebendigen Musikern ausgeführte Musik in Kaffeehäusern, Bier- und Tanzlokalen, soweit in diesen Betrieben nicht ausländische Musiker und Kapellen tätig sind. Bei Vereins- und Privatfestlichkeiten, soweit solche überhaupt noch stattfinden, werden nur ganz kleine Musikensembles, oder wird gar nur ein Pianist beschäftigt (und dann meist noch Dilettanten und andere die Musik nebenberuflich betreibende Personen!), so daß die Zahl der arbeitsuchenden und erwerbslosen De- rufsmusiker ins ungemessene gestiegen ist. Von den in Deutschland vorhandenen Berufsmusikern sind annähernd 70 Prozent ohne feste Beschäftigung! Das bevorstehende Weihnachtsfest und die kommende Zeit der Wintervergnügungen, aber auch Veranstaltungen der Chorvereine usw. bieten die Möglichkeit, den arbeitslosen Berufsmusikern einen kleinen Verdienst zukommen zu lassen. An die Musikveranstalter, Vereine, Privatpersonen usw. wird der dringende Ruf gerichtet: Beschäftigt keine Dilettanten und andere die Musik im Rebenberuf betreibende Personen, berücksichtigt bei allen musikalischen Veranstaltungen die arbeitslosen Berufsmusiker! Aufrechterhaltung der Anwartschaft in der Angestelltenversicherung. Für die Zeit vom 1. Januar 1926 an ist es zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft inderAngestelltenversicherung erforderlich, daß ieber Versicherte vom 2. bis 11. Kalende iah. e seiner Versicherung jährlich mindestens acht, vom 12. Kalenderjahre an jährlich mindestens vier Beitragsmonate nachweist, Die Anwartschaft erlischt zunächst, wenn viese Mindestzahl nicht erreicht wird. Sie lebt aber wieder auf. wenn der Deriiaierte so viel freiwillige Beiträge, als zur erforderlichen Mindestzahl von Deitraas- monaten fehlen, innerhalb der zwei Kalenderjahre nachentrichtet, die dem Kalenderjahre der Fälligkeit folgen. Es können also die etwa noch erforderlichen - e träge für ia3 Jahr 1923 nochbiszum 31. Dezember 19 30 n ache ntrichtet werden. Der dem damaligen Reichstage im Jahre 1929 vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Angestelltenversicherung sah allerdings vor, daß alle Anwartschaften bis zum 31. Dezember 1929 als aufrechterhalten gelten sollten, auch wenn in einzelnen Jahren zu wenig Beiträge oder keine Beiträge entrichtet wurden. Da es aber noch ungewiß ist, ob und in welcher Form dieser Entwurf dem jetzigen Reichstage wiedervorgelegt und Gesetz wird, empfiehlt es sich, die zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft erforderlichen Beiträge bis zum Schlüsse des Jahres 1930 nachzuentrichten, denn nach Eintritt des Versicherungöfalles ist die Rachentrichtung freiwilliger Beiträge regelmäßig unzulässig. Die freiwilligen Beiträge werden nicht zur^ckgezahlt, auch wenn sie wegen einer etwaigen späteren Gesetzesänderung nicht notwendig gewesen wären. Freiwlllige Beiträge sind in der dem jeweillgen Einkommen entsprechenden Gehaltsklasse, mindestens aber in Klasse B zu entrichten. In Klasse B können Beiträge nur von so.chen Versicherten geleistet werden, die ohne Einkommen find, oder deren Einkommen im Monat den Betrag von 100 Mk. nicht übersteigt. Taten für Samstag, 13 Dezember. 1769: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gestorben: — 1797: der Dichter Heinrich Heine in Düsseldorf geboren; — 1836: der Maler Franz von Lenbach zu Schrobenhausen in Oberbayern geboren; — 1863: der Dichter Friedrich Hebbel in Wien gestorben. » •• Abschreibungen für Einrichtungen in gemieteten Räumen. In den von Steuershndikus Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Rr. 23) lesen wir: Hat ein Kaufmann für feinen Geschäftsbetrieb Einrichtungen in gemieteten Räumen vorgenommen, fo kann er nach einer Entscheidung des Reichsfinanzhofs vom 24. September 1930 — VIA 729,30 — die Abschreibungen stets danach bemessen, wie lange er am Ende des SteueraLschnitts voraussichtlich noch die Einrichtungen für seinen Betrieb wird benutzen können. Reue Tatsachen, welche die Ruhungsdauer beeinflussen, kann er dabei berücksichtigen. Wenn beispielsweise erhebliche Spannungen zwischen ihm und seinem Vermieter eingetreten sind, so daß er als vorsichtiger Kaufmann befürchten muh der Vermieter werde ihm kündigen oder er werde selbst zur Kündigung ge- züuagen fein, dann kann er diese Befürchtungen bei der Bewertung der in die Mieträume eingebauten Einrichtungen berücksichtigen, indem er eine höhere Abschreibung vornimmt, als er vorgenommen hätte, wenn er noch mit einer langen Mietdauer rechnen könnte. *• Gesellschaftsreifen zum Wintersport. Wie uns vom Hapaa-Reiseburcau in Gießen, Seltersweg 93, mitgr teilt wird, finden in der Zeit vom 25. Dezember 1930 bis 10. Februar 1931 fünf billige Gesellschaftsreisen nach Engel- berg, Gossensaß, Kandersteg und Zermatt zum Wintersport statt. In diesen Gesellschaftsreisen ist die Eisenbabnfahrt 3. Klasse, Hotelunterkunft, Dedienungsgeld, Sporttaxe und Gepäckb.förde- rung eingeschlossen. Jeder Teilnehmer kann über seine Zeit beliebig verfugen; es besteht kein Zwang, an den von der Reiseleitung vorgesehenen Veranstaltungen teilzunehmen. Ferner ist das Reisebureau der Hamburg-Amcrila-Linie in der Lage, günstige Angebote für Einzelreisende für 10 volle Tage zu stellen. Rähercs im Hapag-Reisebureau. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiefen. •• Deutsche Angestellten-Kranken- lasse. Die Verwaltungsstelle Gießen der Deutschen Angestellten-Krankenkasse hielt im „Hessischen Hof" eine Mitgliederversammlung ab, die gut besucht war. Im Hinblick auf die einberufene außerordentliche Hauptversammlung der Kasse entspann sich — wie man uns berichtet — eine lebhafte Aussprache über die Notverordnung und die Reugestaltung der Satzung. Die Versammlung faßte folgende Entschließung: „Die Angestellten stellen mit Bedauern fest, daß die Rotverordnung zur Krankenversicherung neben starken Leistungseinschränkungen das Selbstverwaltungsrecht schmälert und im wesentlichen nicht der geforderten Reform entspricht. Die Mitgliederversammlung erwartet vom Gesetzgeber die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse des An gestelltenstandeS." Oppenheim ohne Stadtrat. Proteststreik. WSA. Oppenheim, 11. Dez. An die Fülle der traurigen Bilder aus dem Oppenheimer kommunalen Leben reiht sich jetzt wieder ein neues Dienstag flog die Stadtratssitzung auf, am Mittwoch kam es nicht einmal zur Verhandlung. Der Bürgermeister hatte zu einer nichtöffentlichen Sitzung eingelaten, in der u. a. die Frage der Winterbei hilf« und der Rotstandsarbeiten verhandelt werden sollte. Die fozialdemckratische Mehrheit beschloß die Oe f f e n t l i ch ke i t der Sitzung. Der Bürgermeister lehnte trotzdem eine Verhandlung vor der Oef f e n t l ich kei t ab. Daraus traten die sozialdemokratischen Mitglieder nicht in die Verhandlung ein. Anschließend an die nicht zustande gekommene Sitzung begab sich die sozial- oemokratische Fraktion zum Kreisdirektor auf das KreiSamt und erklärte» daß die fozialdemo» kratischen StadtratSmitalteder fo lange an keiner Sitzung mehr teilneh- men würden, bis die Aufsichtsbehörde hier einbegriffen bat Es ist also jetzt so weit gekommen, daß die bürgerlichen Vertreter nicht wegen den sozialdemokratischen, diese aber nicht wegen deS Bürgermeisters zu den Sitzungen erscheinen. Man darf gespannt fein, was jetzt die Aufsichtsbehörde unternimmt Erweitertes (Schöffengericht Gießen. * © i e 6 e n, 10. Dez. Vor einiger Z .it war durch das hiesige Schöffengericht ein junger Mann aus der Wetterau wegen fahrlässiger Tötung zu einer erheblichen Geldstrafe verurteilt worden. Gr hatte in der letzten Reu- jahrsnacht in dem unbeleuchteten Hof feiner Eltern scharf geschossen. Rach Abgabe des ersten Schusses entlud sich aus der ungesicherten Pistole in dem Augenblick, als er die Waffe dem hinter ihm stehenden Rachbar F. zurückgeben wollte, plötzlich ein zweiter Schutzs- d« diesem durch den linken Unterarm ging und einen andern jungen Mann in den Leib traf, wodurch letzterer fo erheblich verletzt wurde, daß er an den Folgen in der darauffolgenden Rächt verstarb. Rachdem sich nun herausgestellt hatte, daß der verletzte F. vorher die Pistole auf Bitten deS Schützen, der selbst von der Handhabung der Waffe nichts verstand, in Ordnung gebracht, geladen und entsichert hatte, wurde auch gegen F. unter dem Vorwurf, daß er die geladene und entsicherte Pistole, obwohl er deren Gefährlichkeit genau kannte, einem Schießunkundigen überlassen hatte, Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. In Anbetracht dessen, daß auch der Verstorbene, der in nächster Rähe dem Hantteren mit der Waffe zugesehen hatte, bis zum gewissen Grade unvorsichtig war, sah das Gericht von der Verhängung einer Freiheitsstrafe ab und verurteilte den Qlngetlagten F. an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten zu einer Geldstrafe von 200 Mk. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde ein wegen Diebstahls wiederholt vorbestrafter Arbeiter, der vor kurzem durch ein auswärtiges Gericht wegen räuberischen Diebstahls zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist und sich jetzt wegen einer Reihe von ihm in letzter Zeit begangener Diebstähle zu verantworten hatte. U. a. hatte er sich nicht gescheut, sogar seinen Arbeitskollegen ihr ganzes Hab und Gut mitzunehmen und in Geld umzusehen. Rur mit Rücksicht auf fein Geständnis und fein verhältnismäßig noch junges Alter wurden ihm nochmals mildernde Umftänbe zugebilligt und er zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren sechs Monaten Gefäng- n i s verurteilt. Wegen schwerer Urkundenfälschung stand ein anderer Arbeiter unter Anklage, der mit dem Ramen feines Schwiegervaters ohne dessen Wissen und Willen einen Wechsel akzeptiert und den so gefälschten Wechsel bei einer Sparkasse hatte diskontieren lassen. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde er zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrafe von einer Woche Gefängnis verurteilt. Kirche und Schule. Tagung des Evang strauenvereinS in Lang Göns. == Lang-Gons, 7. Dez. Zum erstenmal trat unser hiesiger Evang. Frauenverein, der über 100 Mitglieder zählt, mit einer größeren Tagung vor die Oefsentlichkeit. Arn Sonntagnachmittag fand in der Turnhalle, die kaum alle Gäste fassen konnte — man zählte über 500 Besucher —, eine Veranstaltung mit sehr reichhaltigem Programm statt. Auch zahlreiche Besucher aus der Umgegend hatten sich eingefunden. Die hiesigen Gesangvereine ^Frohsinn" und „©ermania", sowie der Gemischte Chor und der Posaunenchor halfen mit, daß die Feier abwechslungsvoll und würdig verlief. Rach kurzen Degrüßungsworten des Ortsg.istlichen, Klaviervorträgen usw. wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Den Höhepunkt des Tages bildete der Vortrag von D. Dr. Wilh. Diehl, Prälat der Hess. Evang. Landeskirche, über die Lang-Gönser Kirchengeschichte. In meisterhafter Weise verstand es der Vortragende, die Zuhörer durch seine Ausführungen zu fesseln. Er ging zunächst auf die Ereignisse der Reformation ein, zeigte hier deutlich, in welchen Richtungen sich die damaligeWelt- anschauung in unserer Heimat bildete, wie durch Priester und sogenannte Winkllprediger (Bauernführer) das Evangelium gepredigt wurde. Weiter führte er die hauptsächlichsten Begebenheiten aus der Kirchengeschichte der Gemeinde Lang-GönS und Umgegend an, ging auf die sogenannten Stipendiate ein und erläuterte an dem Einzelschicksal dieser Geistlichen die allgemeine kulturpolitische Lage vergangener Zeiten. Im Anschluß daran gab er ein Bild der unermeßlichen Rot, die damals nach der Reformatton im deutschen Vaterlande herrschte und zog die Parallele mit- der heutigen Zeit. Aber wie sich damals die Geistlichen und Lehrer nicht unterkriegen ließen im festen Vertrauen auf eine bessere Zukunft, ebenso sollten auch jetzt die evang. Christen hoffen und nicht verzweifeln an der Rot der Zeit. Der Orlspfarrer dankte dem Redner und gab noch einige Ergänzungen. Eine Verlosung von gestifteten Gegenständen schloß sich an. Der Reinertrag des Tages ist für das evang. Gemeindehaus bestimmt. — Am Abend fanden sich nochmals zahlreiche Besucher ein, die durch Theaterstücke der Jugendgruppen u. a. Darbi tungen aufs beste unterhalten wurden. Jedenfalls kann der Frauenverein auf diesen Tag mit Freude und Stolz zurückblicken. • eil Sellnrod, 8. Dez. Gestern fand hier durch den Superintendenten von Oberwellen, Ober- kirchenrat D. Wagner, eine ordent iche Kirchenvisitation statt. Im Gottesdienst predigte der Verwalter unserer Pfarrei, Pfarrer König (Groh Eichen). Alsdann hielt der Visitator eine Ansprache an die Gemeinde. Der Gottesdienst wurde ausgeschmückt durch zwei sehr schön vorgetragene Chore der Schulkinder unter Leitung von Lehrer Weimer. An den Gottesdienst schloß sich eine Sitzung der Kirchengemeinde Vertretung und des Kirchenvorstandes an. Im Rachmiitagsgoltesdienst fand eine Prüfung der Chrlstenlehrpflichtigen und der Schulkinder aus den Kirchspielgemeinden In der Kirche statt. Das Ergebnis war recht befriedigend. 9Jlxfpott bn A-ÄTaHt bei hiesigen Bezirke-. Obwohl daS 1 Karlsruher FD. spielt Ti t piel z e n ich &Qd) mit 9:1 Toren gewonnen | Paris. in Marseille. Nancy unb prominente des Eislaufs. in Der Sport im Reiche ^UIIi|Teflfleiduiiaf8rfieKleii|eii IflB I imfI WM zäL rM W; Kinder- Mäntel beginnend mit 5.90 M Kinder- Kleider beginnend mit 1.90 J. Pfeffer, Marktplatz 6 8337 A W Wunschzettel so sind bei uns die Preise gesenkri § Sch uh haus' 8091 A U/C D R CD RUCKSACHEN VlbiXD ■ Brühl'acho Druckerei NK 520 rffi - W CITRÖVANILLE Beachten Sie bitte bevor Sie kau'en unsere acht Weihnachtstenster Preis 70 Plg O s tourDe. loilte bie Mannschaft Vas 6pid doch nicht zu leicht nehmen, um vor äleberraschungen ge' chvrr zu fein. Slfricbc Sasseraths Schwimmrekord mit 1 26,2 über 100 Meter Rücken wurde setzt vom Deutschen Schwimmverband offiziell als deutscher Rekord anerkannt. Ullberrasd 3Hre ganze farnilie am Weihnadilfabend Oflsind. jM die sckoMiUM hundert- in allen modernen Farben und Stoffarten in jeder Größe und Preislage di® Ihnen durch plötjfidiei 1 Auftreten von Kopfschmerz, Migräne, Neuralgien oder rheumatischen Zahnschmerz verloren gehen. 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Io. 1860 Vad-Rauheim Bezirksmeister in der rNeiflerklasfe. In Wetzlar fand am Sonntag das Entscheidungsspiel zwischen den punktgleichen Tabellenführern des ersten Bezirks der Handballmeisterklasse des Gaues Hessen statt. To. 1860 Bad-Nauheim schlug To Großen-Buseck 4:2 (3:1) Im zweiten Bezirk ist To. Wetzlar-Niedergirmes Bezirksmeister, To. 1860 Dav» Nauheim und To. Wetzlor»Niedergirmes treffen sich nun am kommenden Sonntag in Bad Nauheim zum ersten Spiel um die Gaumeisterschaft. Io. Heuchelheim — Io. Münchholzhausen. Zum letzten Beroandsspiel tritt die erste Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim kommenden Sonntag in Münchholzhau'en an. Gewinnen die Heuchelheimer das Spiel, so sind sie mit einem Punkt Dorsprung vor Grotzen-Linden Meister das Resultat gestalten wird, wenn auch der Platz des DfD für die einheimischen Spieler einen Vorteil bedeutet Sollte Großen-Buseck weiter in der gegenwärtigen guten Form bleiben, so kann man bestimmt damit rechnen, daß die Mannschaf! einen guten Mittelplatz in der Tabelle behält. Die Iugendmann- schäft von Großen-Buseck tritt zum Pslichlspiel ™ Heuchelheim an. Großes Nußbaum poliertes Speisezimmer Mk. 860.- Eichen-Büfett und-Kredenz mitNußoaum pol. Front 460 Mk. Küchen, Schlafzimmer preiswert, auch Teilzahlung,alles schwere Qualitätsware. 8364d Louis Vetter, Kaiserallee 15 Stadion » Architekt 9. Seif f er t, der Miterbauer des Deutschen Stadions in Bcrlin-Grune» wald, ist in Berlin im Alter von 62 Jahren vcr» starben. von Heinrich Bochstätter Das tonische Kräftigungsmittel lur Körper, Nerven und Herz ist Kalophat-Wein Flasche Mk 4 50. Fabrik, Engelapotheke. In allen Apotheken zu haben. Die Iuaend trägt in Lützellinden ein Gesellschaftsspiel aus. Arbeiter-Tuni« und Spot-tbund. Die erste Mannschaft der Gießener wird am Sonntagvormittag auf dem Wie ecker Sportplatz e:n rückständiges Serienspiel g gen die Id-Mann- schäft des Platzbesi ers austrag.-n. Wenn auch die Gäste er atzgeschwücht anireten müssen, wird man ihnen auf Grund der größeren Spielerfahrung den Sieg zusprechen dürfen. Wiefeck I ha! sich für den kommenden Sonntag den Tezirksmeister des 6. Bezirkes, die 1. Mann- faft von Rieder-Florstadt, zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Die Gaste verfügen über eine flinke Mannschaft. Die Wiefecker tocri'en sic- fehr anstrengen müssen, wenn sie dem Meister des 6 Bezirkes eine gleichwertige Partie liefern wollen. Die erste Iugendmannschaft von Wieseck trägt ein Freundschaftsspiel gegen Treis in Treis aus. Handball Dor dem Spiel der Fußballmannscha'ten werden sich die ersten Mannschaften von Wiefeck und Dieder-Florstadt ein Freundschaftsspiel liefern. Da die Spielstarke der Gäste zu w^nig bekannt ist, kann man den Sieger kaum Voraussagen. Sonja Heute die jugendliche norwegische Weltmeisterin. Die Reichsl-eiterstafette in Allenstein. Die Große Reiterstafette war am Donnerstag- nochmittag nahezu beendet. Nachdem beim Grenzübertritt am polnischen Korridor durch Schwierigkeiten der polnischen Zollbehörden etwas von dem Zeitvorsprung verlorengegangen war, trafen die überall stürmisch begrüßten Reiter am Dvn- nerStagmorgen 6 älhr in Allenstein nahezu eine Stunde früher ein als ursprünglich erwartet. Amtliche Spieltermine für Sonntag, 14. Dezember. Bezirksliga: Herrnannia Kassel — VfB. Gießen, Hessen Hersfeld — Germania Fulda; FC. Ockershausen — Sport Kassel. 1. Bezirksklas'e: Frohnhausen — Germania Marburg: Wiesenbach — Breidenbach. Zußba lklub 1926 Großen-Buseck Jrank- surter str. 39. s,-3v Gesunden Schlai starke Nerven durch regelmäßigen Genuß' von Bremer- Schlüssel-Tee (JL parag.) Tausende ziehen ihn wegen seiner anreuenden.aber nie aufregenden Wirkung Kaffee u. chin. Tee vor. Ueberzeugen Sie sich aelbst! [SS8>v '\-P1d.-PaketRM. 0.95 ‘/.-Ptd.-PaketRM.1.80 Bestimmt zu haben Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersw. 79 a. Iu GOteudervrette«! Nene elegante Eerren-Ülster, mit und ohne RingSgurl, in modernen Farben, von Mk. 22.— an. Schwarze Paletots mit Samtkraaen und Gehrock-Paletots von Mk. 30.— an. Lodenmäntel von sDif. 1 tetnin hACn^i ieL"°Nihr der als Leute pNl aber tnQ[ W1 Mit viel Liebe und Sorgfalt habe ich meine Weihnachtsauswahl zusammengestellt. Es wird ihnen wirklich leicht fallen, das Richtige zu finden. Meine selten schöne Auswahl in nur guten Qualitäten zu wirklich niedrigen Preisen bietet Ihnen reiche Geschenkmöglichkeiten. 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Mersives 58.1 Iteupe -Wk 'N nr. 291 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 12. Dezember 1950 Oberheffen. Steuerprotest in Bad-Nauheim. — Bad-Rauheim. 11. Dez. In einer von kanuütsrat $)r. Hahn geleiteten, stark besuchten öf.entllchen, Qkrfamm.ung, zu der die Deutsche DolkLyartei eingelaßen hatte, sprachen die ßflycOtageabgeotbnelen Bürgermeister Dr. Rie - Z» o t h und Oberstudtcnd.rettor Dr. Keller unter Dem Motto: .Bis hierher und nicht weiter!" über ßie neuen Steuer- und Sparmaßnahmen in Hessen. Beide Redner legten Rechenschaft ab über die Tätigkeit der volkS- parteilichen Landtagsfraktion und fanden mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber den neuen Regierungs- und Koalitionsplanen lebhafte Zustimmung. Die Ursache der hessischen Zinanznot liege im System begründet. Sie Sanierung könne nur erfolgen nach grundlegender Reorganisation der Verwaltung und ileber- tragung überflüssiger Aufgaben von der Zentrale auf die lokalen Stellen. Die Begründung der Steuererhöhungen durch den Finanzminister wurde zurückgewiesen und immer wieder betont, daß die Gesamtsteuerbelastung in Hessen schon so hoch sei, daß von Dteuerreserven nicht mehr geredet werden könne. Rach längerer Aussprache wurde folgender Entschließung ohne Widerspruch zugestimmt: »Die von der Landtagsfraktion der Deutschen Dolkspartei nach Dad-Aauheim einberufene Pro- testvertommlung gegen die neuen Steuer- und »Spar'Maßnahmen der hessischen Regierung, die auch von vielen Einwohnern Friedbergs und Butzbachs besucht war, billigt die Ausführungen der beiden Redner, der Abgeordneten Dr. Keller und Dr. A i e p o t h. Sie stimmt zwar der Meinung des Herrn Finanzministers zu. daß ein Ausgleich des hessischen Etats so rasch wie möglich angestrebt werden muß. fann aber die Mittel, durch welche die hessische Regierung zu diesem Ziel gelangen will, nicht gutheißen, weil durch sie große Teile der hessischen Bevölkerung gegenüber der Einwohnerschaft der übrigen deutschen Länder zu Personen minderen Rechts herab- gedrückt werden. Dies gilt gleichzeitig für alle diejenigen, die in einer Zeit größter wirtschaftlicher Rotlage neue Steuern auf ihre nicht mehr tragfähigen Schultern nehmen sotten, wie für die Beamten und Staatsdienstanwärler, denen in einseitigster Weise Opfer über das Maß der Reichsrichtlinien hinaus zugemutet werden Die Versammlung betont nachdrücklich, daß die Interessen von Handwerk und Gewerbe einerseits, von den Festbesoldeten anderseits in dieser Frage sich nicht widersprechen und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen, sondern daß beide gemeinsam darauf bringen müssen, bah die Folgen alter Sünden der bisherigen hessischen Regierungen nicht durch eine neue unerträgliche Belastung schwer gedrückter Stände aus der Welt geschafft werden/ Gemeinderat in Lauterbach. & Lauterbach, 10. Dez. In der jüngsten G e • meinderatssitzung führte der erste Punkt der Tagesordnung »Vergebung der Bauarbeiten für die Transformatorenstation am B a hn h o f - R o r d" zu lebhaften Auseinandersetzungen wegen der Vergebung der Maurerarbeiten. Die Angebote der einheimischen Maurermeister waren um rund 900 Mark höher, als bas bes Maurermeisters Iohann Eurich aus Landenhausen Wenn auch mit Rücksicht auf bie schlechte Wirtschaftslage es wünschenswert gewesen wäre, bah ein Einheimischer bie Arbeiten übertragen bekommen hätte, so beschloß der Oemeinberat doch, bie Maurerarbeiten dem Maurermeister Joh. C u r i ch aus Landen- Hausen zum Angebotspreis von 2973,55 Mk. zu Das Gustav-Heyer-Oenkmaf. Einsam und kaum beachtet steht in den Anlagen bcS Allen Gießener Friedhofs — an dessen 2ttißen- maucr — das Denkmal bes grohenForst- manneS Gustav Heyer, des Sohnes einer alten Gießener Familie, zu dessen Fußen einst Scharen in- und ausländischer Forstleute sahen. Wan sagt, daß das. was ein Iustus Liebig den Chemikern war, Gustav Heyer den Forstleuten gewesen sei. Im nächsten Iahre feiert bas Forstinstitut unserer alma mater Ludoviciana fein hunbert- jähriges Bestehen und bie ebenso lange Zugehörigkeit zur Philosophischen Fakultät ber Landesuniversität Bei manchem ber jetzt lebenben Generation steht bie Erinnerungsfeier bes fünfzigsten Iubiläums im Iahre 1881 noch in schöner Erinnerung. Auch für das kommende Jahr ist, wie wir vernehmen, seitens der Männer der grünen Farbe eine in gleicher Weise gedachte Iubttäums- und Wiebersehensfeier in größerem Maßstab geplant. Während bis vor kurzem bas Forstinstitut unb bie forstliche Versuchsanstalt, ba unb dort verstreut, nur in unzulänglichen Räumen untergebracht waren, besitzt es jetzt dank verständnisvoller Einigung ber mafjgebenben Stellen im ehemaligen großen Militärlazarett in der Drau- gaffe ein schönes würdiges Heim, das den Vergleich mit großen, forstwirtschaftlichen Lehrzwecken dienenden Gebäuden anderer Universitäten und Akademien in keiner Weise zu scheuen braucht, älnd wenn im nächsten Jahre die Forstleute aus nah unb fern — bekanntlich hat sich seit etlichen Jahren auch bie Zahl ber Studierenden ber Forstwirtschaft an unserer alma mater außer- orbentlich gehoben — in Scharen nach Gießen kommen, werden sie auch nach dem Gustav- Heyer-Denkmal fragen. Eie würden dieses Mal, das „dankbare Schäler" ihrem Altmeister zu Ehren einst in München errichteten, wo es aus Gründen einer Straßenanlegung von seinem Standort entfernt werden mußte und dann feine Heimat in Gießen fand, an ber Außenseite ber Friebhofsmauer finden! Alö das Denkmal dort feine Wieberaufstellung fand, besaßen unsere Forstleute hier noch kein eigenes bleibenbes Heim, bas man bei der Aufstellung des Denkmals hätte berücksichtigen können. Jetzt aber ist ein solches vorhanden, und nichts liegt nun näher als der Gedanke, dem Gustav- Heyer-Denkmal nunmehr enbgültig den Platz zu geben, der für es einen Sinn besitzt, -u dem es in dauernder Beziehung bleibt und ber deshalb allein feiner tourbig ist, nämlich am Portal bes neuen Forstinstituts in ber Uraugaffe. Dort würde es täglich Lehrer unb Stubenten an bie einstige Zierbe Des Forstfaches an unterer Universität erinnern. Dei dieser Gelegenheit soll aber noch einS nicht unerwähnt bleiben. Der andere große Gießener Forstmann Hundeshagen. ber auf Dem hiesigen Friedhöfe ruht, besitzt außer seinem Grabe hier noch kein sichtbares Zeichen bauernder Erinnerung. Könnte nicht inS Auge gefaßt werben, ihm in späteren besseren Zeiten gleichfalls vor bem neuen Forstinstitut, unb zwar als Pendant zum Hever-Denkmal. ein Erinnerungsmai zu schaffen? Der Betrag, der für die Reuaufstellung beS Heyer-Denkmals benötigt wirb, kann nicht be- beutenb fein. Bei verstänbnisvollem Hanb-in- Hanb-Arbeiten ber Verehrer Gustav Heyers. Der Forstleute unb bet Stadt Gießen, die i:i Verein mit seinen Schülern und Verehrern auch im Jahre 1892 seinem Vater, Karl Heyer, bem Schöpfer bes Gießener Etabtwaldes, einen Gedenkstein in ber Rordanlage errichteten, wirb es keine befonberen Schwierigkeiten bieten, die erforderlichen Mittel aufzubringen. An Kunst- und Dauverständigen fehlt es in Gießen ebenfalls nicht, um bei der Reuaufstellung des Denkmals künstlerischen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen. Unter den heutigen veränberten Verhältnissen muh jebenfalls ber Gedanke, das Denkmal an der Friedhofsmauer zu belassen, als des bedeutenden Mannes nicht würdig bezeichnet werden. Deshalb darf man hofsen unb wünschen, daß bei der Säkularfeier unseres Forstinstituts das Denkmal des großen Lehrers der Forstwissenschaft schon an bet Stelle steht, an bie eS gehört unb daß es deshalb zur rechten Zeit von seinem derzeitigen Aschenbröbelplah entfernt und am Forst Institut in der Braugasse wieder aufgerichtet wird. Und sollte bei dieser Säkularfeier der Grund- stock für ein Hundeshagen-Denkmal gestiftet werden, ber im Laufe ber Zeit mit 3in$ unb Zinseszins zu einem hierfür ausreichende Kapital anwachsen würde, so möchte man auch damit eine schöne Pflicht ber Pietät erfüllen. F. ®. übertragen. Die weiteren Arbeiten zu bieser Transformatorenstation wurden wie folgt vergeben: Die Zimmerarbeiten an die Firma Johann Henkel XI. zum Angebotspreis von 131,30 Wk., bie Dachbeckerarbeiten an Jakob Zügler zum Preise von 410 Mk., die Spenglerarbeiten an Karl Köhler zu 94 Mk., die Verpuharbeiten an Die Firma Wenzel und Axthelm zu 876 Mark, und die Schlosserarbeiten an den Schlosser- meister Gustav W i e ch a r d zum Angebotspreis von 693 Mk. Dem Verein für Heimatgefchichte und Kunst wurde ein Jahresbeitrag von 50 Mk. und dem Ortsyerein für Invaliden eine Beihilfe zu einer Weihnachtsfeier in Höhe von 30 Mk. bewilligt. Dem Ortsausschuß für das Jugendherbergs- wesen sotten 1000 Ansichtskarten des Lauterbacher Schwimmbades überlassen werden, die der Ausschuß als Bausteine für die Inneneinrichtung der neuen Jugendherberge vertreiben will. Es wurde weiter beschlossen, die Bürgersteuer und die erhöhte Bier- und Getränk e st euer im Rechnungsjahr 1930 nicht mehr einzuführen. Die Gewährung einer Winte r b e i hi l f e an Unterstützungsempfänger fall entsprechend den staatlichen Richtlinien vorgenommen werden. Für die Kinder der Erwerbslosen bis zu 2 Jahren wird für die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 15. März 1931 eine tägliche Milchbeihilfe von 1 Liter gewährt. □Beiter wurde beschlossen, bie Verlängerung ber Kanalisierung in der Hainig- straße durchzuführen. Der hierfür erforderliche Betrag soll vom Rechnungsrest entnommen werden. Die Rohrgrabenherstettung und Rohrverlegung wurde an die Firma H. Hardt zum Angebotspreis von 1066 Mk. vergeben. Landkreis Gictzcn. r. K l e i n - L i n b e n, 11. Dez. Am Mittwoch- abend bot der Konzertorganist von der 21 u (Mainz) mit einer religiösen Orgelandacht unserer evangelischen Kirchengemeinde eine gottes- dienstliche Feierstunde seltener Art. Er ließ in einer „Tonpredigt" die berühmtesten deutschen Tonmeister, von den ältesten bis zu den neueren, ihre eigenste Sprache reden. Die stark besuchte Versammlung von säst 400 Gemeindemitgliedcrn lauschte mit großem Interesse. Auch die Liedcroorträge des Herrn von der Au, von ihm selbst auf der Orgel begleitet, hinterließen tiefen Eindruck bei allen Zuhörern. OO Klein-Linden, 11. Dez. Die Vieh» Zä hlung am 1. Dezember hatte in unserer Gemeinde folgendes Ergebnis: 20 Pferde, 329 Rindvieh, 366 «chweine, 194 Ziegen, 18 Gänse, 16 Unten, 3339 Hühner aller Art und 48 Bienenvölker. Während in den letzten drei Jahren die Rindviehzucht um rund 50 Stück und die Ziegenzucht um 60 Stück zurückgegangen sind, hat sich in derselben Zell die Zahl der Hühner um 600 Stück vermehrt. # Grünberg, 10. Dezember. Der im vorigen Jahre gegrünbete Provinzialverba ab Oberheffen ber ehemaligen hessischen Lanbwirtschaftsschüler, dem all« oberhessischen Vereine ehemaliger Lanbwirtschaftsschüler angeboren, hielt am Sonntag hiev in ber Turnhalle feine zweite Veranstaltung ab, bie ber 1. Dorfitzenbe des Verbandes, Lanb- tagSabgeorbneter Fenchel (Oberbörgcm) eröffnete. Insbesondre begrüßte er bie Vertreter ber Schulen. Der Vorsitzende des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler der Landwirtschaftlichen Schule Grünberg, Landwirt Heinrich Beyer (Freienseen) hieß im (Hamen seines Vereins alle Teilnehmer willkommen. Der Vorstand der Landwirtschaftlichen Schule Grünberg. Direktor Trvutmann begrüßte im (Hamen der Schule. Hierauf hielt Frl. Dr. Albrecht, Affistentin am Tierzuchtinstitut der Lanbesuni- txrfität Gießen, einen Vortrag über das Thema .Geflügelhaltung unb Lanbwirtschaft". Die interessanten unb leicht verstänblichen Aussührungen fanben lebhaften Beifall unb lösten eine sehr angeregte Aussprache aus. Auch ber darauf folgende Vortrag von Direktor Trautmann (Grünberg) über Betriebswirtschaft!. Verhältni so im Dienstbczirk deS LandwirtschaftSamtes Grünberg" wurde mit regem Interesse verso gt und mit reichem Beifall auf genommen. Der Rest des Tages galt dem kameradschaftlichen Beifammens'in. * Lich, 11. Dez. Das Ensemble des Gießener Stadt t Heaters gab am Montag abend hier ein Gastspiel, das zahlreich besucht mar immerhin aber doch noch stärkerem Interesse der Bürgerschaft hätte begegnen dürfen. Zur Aufführung kam unter der Spielleitung von Karl D o l ck das Lustspiel „Geschäft mit Amerikas Die Leistungen der Künstler sanden bei den Besuchern starken Anklang, der in lebhaftem Beifall zum Ausdruck kam. X Lich, 11. Dez. In seltener geistiger Frische feierte unser Mitbürger Heinrich Li st mann am Mittwoch feinen 8 7. Geburtstag. Der Posaunenchor unb ber Männergesangverein „(Sä- cilia“. Dem Listmann viele Jahre als aktives Mitglieb angehörte unb bem er auch jetzt noch als passives Mitglieb die Treue hält, brachten ihm am Abend ein Ständchen. ! Hungen, 10. Dez. Die Dirigenten des „Horlvff-Wettertal-Sänger- b u n b e 6,r hielten hier eine Konferenz ab. Gegen stanb der Beratungen war die_Auswahl des Pflichtchors für bas nächstjäh^e WertungS- fingen. Man einigte sich babei auf bas Lied ..Es geht bei gedämpfter Trommel Klang". Die Lieder „Drauß ist alles so prächtig" unb „Sie Sonn' erwacht" würben für den Massenchor beschlossen. s. Hungen, 10. Dez. Im „Solmser Hof" fand' eine KonferenzdeSDezirkslehrervereins Hungen statt. Im Mittelpunkt ber Tagung stanb ein Vortrag des Lehrers Roth, Klein- Linden, über „Kultur unb Bildung". In tiefgründiger Weise wurden bie gegenseitigen Beziehungen zwischen beiben auf gewiesen unb bargetan, welchen Einfluß bie Kultur eines Zeitalters auf bie jeweiligen Dilbungsziele hat. Es Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Bechthold Braunlchmetg 26 Fortsetzung Nachdruck verboten Eva fragte erstaunt: „Worüber ist denn Hans in Verzweiflung?" .Run, das ist wirklich eine merkwürdige Frage. Das mühtest du doch wissen, Eva, bu, die du eigentlich die Schuld daran trägst", klang es vorwurfsvoll zurück. Eva lächelte. „Mit der Verzweiflung ist Hans sehr schnell, fast beleidigend schnell für meine Eitelkeit, fertig geworden", stellte sie fest, .aber er dankt es nur meiner hübschen spanischen . Freundin. Gerade die Unterhaltungen mit ihr waren das Heilkraut für feinen Schmerz um mich. Der Übrigens nicht tief gesoffen haben kann, weil er so schnell heilbar war. Man sollte es ihm gönnen, bah ihm Paquita Casanovas gefällt" „Wie heißt fie?" fragte Frau Fetten mit runden Augen. „Ser (Harne hat ja birokt etwas Anstößiges. Casanovas, so hieß doch der Abenteurer mit Den gräßlichen Memoiren, nicht wahr?" Eva lachte. „Rein, der hieß Casanova. Da fehlt das s am Schluß. Uebrigens war er Italiener. Er ist bestimmt kein Ahne von Paquita." Sie wurde ernst. „Ich kann Paquita nicht fortschicken, sondern sie unb ich reifen kurz vor Weihnachten zusammen nach Barcelona. Wir worden bann wohl beide vorläufig nicht mehr hierherkommen Mein zukünftiger Mann holt uns ab.“ „Besteht Denn keine Möglichkeit, bah die junge Dame vorher abreist? Ich fürchte, Hans verrennt fich fönst in eine nicht gutzumachende Dummheit", beharrte Frau (Baurat Felsen auf ihrem Wunsch." „Rein, es besteht keine Möglichkeit", ertoiberte Eva fest, „ich habe keinen Grund, das arme Ding irgendwie zu kränken. Sie hat bisher so wenig von ihrem Leben gehabt, und diese Reise hierher mit allem, was damit zusammenhängt, ist Der Glanzpunkt ihres Daseins. Sie ist armer Leute Kind und längst elternlos, ich gönne ihr alles Gute." Frau Felsen seufzt wieder, aber noch betonter als das erstemal. „Ich bin wahrhaftig kein hartherziger Mensch, aber Hans würde sich doch lächerlich machen, wenn er nun, nachdem ihr beide auch schon vor der offiziellen Verlobung wieder getrennt habt, sich jetzt mit einer andern verloben würde." Es klopfte. Paquita trat ein. Bildhübsch sah sie aus in dem einfachen, aber schicken Blumenmusterkleid. Fremdartig und apart. Die Frau Baurat hob ihr Stielglas vor die Augen und betrachtete das fremde Vögelchen ein- gebenb. Paquita grüßte und wollte, weil sie bie Same nicht kannte, sofort toi ober das Zimmer verlassen. Eva hielt fie zurück, erklärte ihr auf spanisch, toer bie Besucherin war. Paquita lächelte entzückt. Ah, das also war Sennora Felsen. Sie erklärte: „Ich kenne Ihrer großer Kind, er fein meiner Freund" Frau Felsen ließ das Stielglas in den Schoß gleiten. DaS klang ja unglaublich komisch. Sie konnte nicht anders, sie mußte lachen. Sas gefiel Paquita. Sie hielt es für freundliches Entgegenkommen unb erklärte begeistert: „Ihrer großer Kinb, Sennora, ist viel klug." „Ich halte ihn eigentlich in letzter Zeit für viel dumm", brummte Frau Felsen vor sich hin, und dann stand fie auf, sie wollte sich doch lieber vorläufig in keine längere Unterhaltung mit ber Spanierin einlaffen. Sas war dann wohl so eine Art von Verpflichtung. Eie reichte Eva die Hand, unb als sie bie großen strahlenden Augen Paquitas wie in stummer Bitte auf sich gerichtet sah, konnte sie nicht anbers, sie reichte auch Paquita bie Hanb, die freudig ausricf: „Diele Grüßen für Ihrer großer Kind, Sennora." — Am gleichen Abend erschien Hans Felsen in Evas Haus, unb Paquita lehnte sich vor Schreck fest gegen die Wand. Litt denn der arme Mensch nicht furchtbar, wenn er in bie Rahe des Mädchens tarn, das er liebte unb das nun einen andern nahm? Weshalb tat er das nur? Wie konnte er denn auf diese Weise fein Leid vergessen? Sas war ja, als wenn er mit eigener Hand in frischen Wunden wühlte. Eie sah mit neuem Verwundern, wie Eva den Mann sreundlich lächelnd begrüßte unb ihm sogar Tee anbot. Ein Gedanke erwachte in ihr. Waren bie beiben vielleicht toieber miteinander einig geworden unb würden sie sich nun doch heiraten wollen? Sie blickte erregt von einem zum andern. Eva erklärte auf spanisch: „Wir sind wieder wie einst Freunde, Hans Felsen und ich. Ich glaube, er hat eingesehen, seine Liebe zu mir war auch nur Einbildung. Sa sind wir also beide zur alten Freundschaft zurückgekehrt." „Und er kann das. ohne daß es ihm wehtut?" fragte Paquita beklommen. .Ohne daß es ihm wehtut", bestätigte Eva. Paquita halte mit einem Male das me kwür- Dige Gefühl, als ob ihr auf dem Rücken Flügel wuchsen, mit denen sie geradenwegs in den Himmel hineinfliegen konnte, wenn sie wollte. Aber sie wollte noch nicht. Vorläufig schien es ihr hier auf Erden fast noch schöner zu sein wie im Himmel. 18. Eva wurde eines Vormittags von dem Mädchen der Rachbarvilla zu Frau Felsen gebeten unb fie folgte der Ditte sofort. Sie fand das Ehepaar beisammen, beide machten sehr ernste Gesichter. Es war vierzehn Tage vor bem Weih- nachtssest, und Eva, bie mit Primo Suero in eifrigem Briefwechsel stanb. erwartete ihn halb, um fie abzuholen nach Barcelona. Frau Felsen bot Eva Platz an unb begann Dann allerlei, was eigentlich herzlich unwichtig war. Baurat Felsen mischte sich ein: „Run aber Schluß mit ber Zeitvergeudung, wir wollen von Wichtigerem reden. Also Eva, ganz kurz unb gerabe heraus, es gefällt meiner Frau —Er hüstelte unb verbesserte sich: „Ich meine, es gefallt uns nicht, baß Hans seit ein paar Wochen so 'ne Art von Stammgast bei bir geworben ist, nur um bie fremdländische Puppe zu bewundern. Wir wissen kaum noch, ob wir einen Cohn haben. Wenn er mittags nach Hause kommt, schlingt er Das Essen hinunter, als bekäme er Akkordlohn Dafür, und nach dem letzten Bissen, den er noch nicht mal hinunter hat, stürzt er mit irgendein paar unartikulierten Lauten davon, die wohl eine Entschuldigung sein sollen. Dann muß er nämlich zur Audienz bei ber kleinen Spanierin an ben Lattenzaun Unb abends nach bem Essen eilt er sich noch ein bißchen mehr, aber es wirb Dafür nochmal rasch frisiert, rasiert, manikürt, parfümiert unb vielleicht auch noch massiert unb pedikürt Rur bamit bas kleine bräunliche Gewächs sich davon überzeugen kann, was er für 'n schöner Mensch ist. Wie ein geleckter Jüngling aus so 'nem Kitschfilm sieht er aus, wenn et abends 'rüberstürmt in dein Haus. Reden kann man überhaupt nicht mehr mit ihm, wenigstens nicht vernünftig Er guckt einen bann inn. als ob er vom Mond herunter gepurzelt wäre und keine Ahnung hätte, wer unb was wir eigentlich sind." Er holte tief Atem. „Das geht nicht so weiter. Du mußt uns helfen, Eva! Erst tut ber Dengel, als ob er ohne bich nicht leben kann unb kaum seid ihr auseinander, ist er schon Feuer und Flamme für eine andere. Der kleine braun- häutige Affe ba brühen bei bir ist doch keine Schwiegertochter für mich! Und nun haben wir bon Hans gehört in Kürze erwartest du deinen Bräutigam, er will dich und bie Spanierin ab» holen Da haben wir Angst, es könnte zwischen Hans und dem Mädel vorher noch alles ins Reine kommen DaS muh vermieden werden Ist die Spanierin erst mal glücklich wieder über bie Pyrenäen, ist wohl bie größte Gefahr vorbei. Dun bitten wir dich, unb bas kann dir doch nichts ausmachen, bepefchiere deinem Bräutigam, er soll dich nicht abholen Reise halb ab, ehe es zwischen ben zweien zu einer Aussprache kommt. Reise heimlich ab. Morgen, übermorgen! Was liegt dir an ein paar Tagen Trifs bich unterwegs mit deinem Bräutigam, aber reise ab mit Dem Mädel. Uns erweist du dadurch einen sehr wertvollen Dienst." Eva sah mit großen Augen von einem zum andern „6in Scherz ist eS leider nicht, ben man mir vorschlägt, scheint es, sondern bitterer Emst. Rein unb nochmals nein, ich gebe mich nicht zu solcher Intrige her. Hans unb ich kennen uns von Kind an, und ba bilbet sich Hans ein, mich zu lieben Ich nehme es ihm nicht übel, daß er sich so schnell über meinen Verlust getröstet hat. Aber ich mische mich nicht ein zwischen ihn und Paquita Casanovas. Sie ist ein liebes, herziges Geschöpf und fein kleiner brauner Affe. Sie hat etwas bunfie Haut, aber gerabe das macht ihr Aus- fehen besonders reizvoll. Sie ist ein armes, bescheidenes Ding, und ihr wehe zu hin, brächte ich nicht fertig. Sprechen Sie doch selbst mit Hans. Wenn er danach einsieht, Sie haben recht, ist's gut, bann muh sich Paquita damit abfinden. Aber Henker fein kann ich nicht. Ich warte hier ab. bis mein Bräutigam mich und Paquita abholt." Sie erhob sich. „Eins möchte ich noch sagen, und es ist vielleicht das Wichtigste. Ich selbst habe erkannt, bie wahre Liebe ist das Schönste und Wertvollste auf ber Welt, unb wenn sich zwei Menschen aus ganzem Herzen lieben, dann ist es Sünbe, sie trennen zu wollen Große Sünde!" Sie machte eine Bewegung nach ber Tür. Frau Felsen blickte ihren Mann an. „(Kein, Männe, ein kleiner brauner Affe ist bes Mäbchen wirklich nicht, bas darfst du wohl nicht sagen" „Der Ausdruck stammt aber von dir, verehrte Gattin", ver'.e.digte sich der Baurat cn rgisch. „Und all das andere stammt auch von bir. denn mir ift s schließlich schnuppe, meinetwegen kann Hans eine Chinesin heiraten ober eine Eskimodame. Sie Hauptsache ist. es muh ein anständiger Rlensch fein, unb fie muh unseren Jungen glücklich machen." Er warf kriegerisch ben Kopf zurück. -So. meine Liebe, bas haft du davon, dah bu tatest, als hätte ich bie Bezeichnung „brauner Affe" geprägt." Eva stand an ber Tür, unb sie konnte nicht anders, sie lachte hellauf. „Bravo, Herr Baurat, so gefällt es mir besser, wen stört es berat auch, wenn bie zwei Menschen glücklich werden!" Frau Felsen war ärgerlich. (Fortsetzung folgt) schloß sich eine ausgedehnte Aussprache an. Weiter wurde beschlossen, künftig die Tagungen der Arbeitsgemeinschaft Lich-Hungen mit denen des DezirkslehrervereinS zusammenfallen zu lassen. Kreis Büvingcn. A Aus der Wetterau, 9. Dez. Obgleich im letzten Jahre die Aepfelernte eine völlige Mißernte ergab, sind seit Kriegsende in keinem Herbste so viel junge Ob st bäume wieder gepflanzt worden wie diesmal. Das Deich hat zu dieser Erneuerung der Obstanlagen größere Mittel bewilligt und den Obst- und ©arten- bauvcrcinen zur Verfügung gestellt. Lieber 8000 Ob st bäume sind auf diese Weise den Mitgliedern des Kreisobstbauvercins Vüdingen zu mäßigen Preisen geliefert worden. Dazu kommen noch viele Einkäufe von Vaumzüchtern. Viele Gemeinden haben größere Dcuanlagen von Obstbäumen machen lassen. Dabei wurden auch viele Kirschbäume gepflanzt. Außer den Hochstammanlagen sollen auch Vusch-undDeerenobstanlagen unter Verwendung von Deichszuschüssen g.schaffen werden, sofern die einzelnen Reuanlagen mindestens einen halben Morgen umfassen. Kreis Schotten. § Feldkrücken. 11. Dez. Große Mengen von Chri st bäumen wurden in den letzten Wochen in unseren Waldungen geschlagen und nach Schotten gefahren, um von dort mit der Bahn weiterbefördert zu werden. Die Bäumchen werden fast sämtlich in Frankfurt auf den Markt gebracht. Kreis Alssclv. fr* Alsfeld. 10. Dez. Am Sonntag gastierte das Gießener Stadttheater mit dem Schauspiel „Deidhardt von Gneisenau" in Alsfeld. das trotz der großen bühnentechnischen Schwierigkeiten, w eiche die Aufführung des Stückes auf einer kleineren Bühne bereitet, ein voller Erfolg wurde. Die Aufführung unter der Spielleitung von Walter Bäuerle fand reichlichen und wohlverdienten Beifall, hätte jedoch noch einen besseren Besuch verdient gehabt. — Einen interessanten tulturgeschichtlichen Vortrag hielt Im Dahmen einer auf sechs Abende vorgesehenen Vortragsreihe Dr. Är Debet aus Weimar im Physiksaal der Ober-Realschule über „Der Renaissancemensch und fein Werk". An Hand sehr guter Lichtbilder zeigte der Vortragende In anschaulicher Weise den Gegensatz zwischen Gotik und Renaissance. nachdem er diesen in gemeinverständlicher Weise erläutert hatte. Die Werke der Baukunst gaben Stoff zu reichlichen Betrachtungen. Der im Januar stattsindende dritte Vortrag behandelt das Thema „Der Sinn der Kunst aus dem Bewußtsein des barocken Menschen". — Die Volkshochschule begann in Alsfeld ihre diesjährige Wintertätigkeit. Sie wurde eröffnet durch eine Ansprache von Kreisschulrat Rausch, Alsfeld, der darauf hinwies, daß die Volkshochschule nicht Sache einer Partei fein, sondern denkende Menschen für alle Parteien heranbilden wolle. Dann sprach Dr. Reumann, der in diesem Winter vier Vortrage halten wird über das Thema „Liebe und Charakter" in sehr wissenschaftlicher. aber doch fesselnder Weise. Außerdem sind noch Vorträge im kommenden Winter über Rechtsfragen des täglichen Lebens und über Kunstfragen vorgesehen. Aus vem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 90 vom 9. Dezember enthält: Straßensperre- Aufhebung. — Ladenschluß am 24. Dezember. — Aufstellung von Wandergewerbescheinen. — Ge- werbelegitimat'onskarten. — Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes. — Dienstnachrichten. Wirtschaft. Kapitalbildung als Rettung aus der Wirtschaftskrise. In Zeiten wie den gegenwärtigen, in denen über Arbeitslosigkeit und Absatzmangel geklagt wird, klingt es plausibel, wenn man von der Belebung des Binnenmarktes, also von der Verwendung eines möglichst großen Teils des Einkommens zum Kauf von Waren, alles Heil erwartet. Ein Industrieller hat diesen Gedanken so ausgedrückt: „Das in Deutschland zu knappe Kapital kann nur bei schnellem Umlauf nutzbringend arbeiten, der Weg über die Sparkassen aber verlangsamt den Umlauf.“ Der erste Satz ist richtig, der zweite dagegen falsch. Denn das bei den Sparkassen eingelegte Geld bleibt nicht einen Augenblick ungenutzt liegen (schon deswegen nicht, weil ja die Kasse es verzinsen muß), sondern fließt sofort als Kredit in die Wirtschaft. Insoweit besteht also keineswegs ein Unterschied zwischen der Spareinlage und dem Warenkauf. Sparen und Kaufen bedeuten, volkswirtschaftlich gesehen, gleich notwendige und wichtige Funktionen. Kaufen heißt Fertigwaren und -Produkte der letzten Etappe unseres Wirtschaftsprozesscs, nämlich dem Verbrauch, zuführen: Sparen wiederum ermöglicht durch Kapitalbereitstellung die Her- sbellung der späteren Verkaufsgüter, dient also der Zwischenetappe des Wirtschaftsprozesses. So ergänzen sich, richtig verstanden, beide Tätigkeiten. Was würde geschehen, wenn nichts gespart und «lles Geld zum Kaufen verwandt würde? Eine Zeitlang würde der Umsatz im Handel sich über- ckiahig stark heben, vor allem würden diejenigen Gewerbezweige, die Massenverkaufsartikel ber» stellen — ob sie immer volkswirtschaftlich nützlich sind, ist eine andere Frage —, eine zeitweise Hochkonjunktur erleben. Sehr bald aber müßte ein Rückschlag eintreten, aus zweierlei Gründen: einmal, weil infolge mangelnder Betriebskredite die Fabriken keine neuen Waren auf Vorrat Herstellen könnten und alle nicht unmittelbar für den Verbrauch arbeitenden Wirtschaftszweige unbeschäftigt blieben; zum anderen, weil über kurz oder lang die bisherigen Käufer Geld für immer eintretende unvorhergesehene Bedarfs- und Rotfälle benötigten, das sie früher vom Sparkonto ab- hoben, nunmehr aber vom laufenden Einkommen nehmen müssen. Es ist ja gegenwärtig tatsächlich so, daß viele Sparer von ihren Guthaben Abhebungen vornehmen und damit die notwendigen Einkäufe tätigen. Damit ist erwiesen, daß eine planmäßige Spartätigkeit auch dem Verbrauch zugute kommt; denn die Spareinlagen sind die Reserven zum Warenkauf in Krisenzeiten. Es ist darum kurzsichtig, Sparen als Gegensatz zum Kaufen hinzustellen. Rur ein Teil des Einkommens kann und wird gespart. Daß dies regelmäßig geschieht, ist nicht nur erwünscht, sondern unbedingt notwendig, weil andernfalls eine Stockung in der Wirtfchaftsent- wicklung einträte. Die Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise liegen auch nicht in einer zu starken Spartätigkeit, vielmehr müssen wir angesichts der Kapitalknappheit so viel Sparkapital wie möglich bilden, um damit Mittel zur Ankurbelung der Wirtschaft zu gewinnen. • 'Süddeutsche Zucker-A. -G., Mannheim. D. s am 31. Arg st abcelaufenc Geschästs- jatjr hat einen noch zufriedenstellenden Verlauf genommen. In der im Laufe dieses Monats stattfindenden Dilanzsitzung dürfte jedoch mit Rücksicht auf die unsichere Wirtschaftslage im neuen Geschäftsjahr eine geringe Ermäßigung des Dividendensatzes (i. 03. 12 Prozent) in Vorschlag gebracht werden. Frankfurter Börse. F r a n f f u r t. a. M., 12. Dez. Tendenz: schwächer. Auch an der heutigen Börse setzte sich die A b • bröckelung der K urse fort, da dem herauskommenden Material kaum nennenswerte Aufnahmelust gegenüberstand. Wenn auch die gestrige Neu- yorker Börse am Schluß etwas erholt war, so blieb doch immer noch eine starke Unsicherheit hin- sichtlich der Schwierigkeiten der Bank of United States bestehen. Das Verbot des Remarque-Films wurde zwar insofern günstig kommentiert, da man mit einer Beruhigung der politischen Leidenschaft rechnet. Da der Geschäftsumfang zunächst nur geringes Ausmaß annahm, waren auch die Kursoeränderungen zunächst nur von geringer Natur. Später schritt jedoch auch die Kulisse zu einigen Blankoabgaben, so daß die Kurse im Freiverkehr meist 1 v. H. unter der ersten amtlichen Notiz lagen. Die Umsätze hielten sich, wie schon angedeutet, allgemein in engen Grenzen, Süddeutsche Zucker lagen aus den bekann» ten Gründen 2 o.$). niedriger. Auch am Montan- markt waren Gelsenkirchen angeboten. Salzdetfurth und Aschersleben verloren bis 1,5 o. H. Von Bank- werten waren Danatbank und Dresdner Bank bis 1,25 d. H. niedriger. Reichsbank lagen etwa gehalten. Am Montanmarkt herrschte weiterhin Auftragsmangel, Rheinstahl büßten 1 v. H. ein. Von Bauunternehmungen setzten Zcment-Heidelbera ihre Abwärtsbewegung erneut um 2 o. H. fort. Bis zu 1 v. H. niedriger lagen noch Aku und Rütgerswerke. Am Chemiemarkte waren Farben gut behauptet. Elektrowerte konnten sich zumeist leicht erholen, nachdem diese noch an der gestrigen Abendbörse unter Kursdruck gestanden hatten. Auch in den übrigen Werten war das Geschäft sehr gering. Deutsche Renten lagen zumeist um 0,13 v. S). niedriger. Von fremden Werten lagen Türken behauptet, dagegen setzten Mexikaner etwas niedriger ein. Oesterreichische Staatsrente erschienen zunächst mit Plus-Plus- Zeichen. Auch im Verlaufe war das Geschäft still, doch kursMäßig konnte man auf kleine Interessen- käufe auf dem Farbenmarkt eine leichte Erholung feststellen. Die Stimmung war jedoch weiterhin recht unsicher. Von internationalen Werten lagen Chadeaktien 8 Mark und Svenska zirka 5 Mark abgeschwächt. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 o. H. stärker gesucht, am Devisenmarkt war die Mark etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1930 gegen Pfund 20,3660, London gegen Kabel 4,8573, gegen Paris 123,5950, gegen Mailand 92,76, gegen Madrid 45,40 weiter schwach, gegen Schweiz 25,0325 und gegen Holland 12,0590. Berliner Börse. Berlin, 12.Dez. Das Verbot des Remarque- Filmes hat zwar zu einer gewissen Entspannung der innerpolitischen Lage geführt, konnte jeooch nicht verhindern, daß die Tendenz an der gestrigen Abendbörse und heute vormittag eher weiter zur Schwäche neigte. Man verwies nämlich.auf die weitere Verschlechterung der finanziellen Lage Berlins, betrachtete die Vorgänge an der Bank of United States sehr zurückhaltend und wollte von neuen Bankschwierigkeiten in Paris wissen. Zu den ersten Kursen war dann auch wieder Auslandware an den Markt gekommen, so daß die ersten Notierungen bei den meisten Papieren 3 bis 6 v.^niedriger lagen. Chadeaktien lagen ebenfalls 6,50 Mark niedriger. Auch in Elektrowerten trat, wohl im Zusammenhang mit den Vorgängen bei der Bayrischen Elektrizitätslieferungs-AG., stärkeres Angebot hervor, und Siemens erreichten mit 151,75 einen neuen Tiefkurs. Auf die Gerüchte von einer Barabfindung der Golddiskontbankaktie lagen Reichsbankanteile 2,25 v. H. höher und ziemlich lebhaft. Sonst waren im allgemeinen die Umsätze sehr klein, und die Kurse wurden heute auf niedrigem Niveau festgesetzt. Deutsche Anleihen behauptet, Ausländer meist schwächer. 4,5-v. H.-Oesterreichische-Staatsrente von 1914 wurden mit Plus-Plus-Zeichen notiert und konnten sich auf 36 v. H., nach 32,5 gestern erholen. Der Pfandbriefmarkt lag still, Reichsschuldbuchforde- rungen waren vernachlässigt, der Geldmarkt war unverändert. Im Verlaufe war es zunächst, vom Reichsbankmarkt ausgehend, auf Deckungen eher freundlich. Später überwog aber wieder das Angebot, und die Kurse gingen vielfach unter Anfang zurück. Chadeaktien und Svenska verloren weitere 3 Mark, Salzdetfurth gingen um zirka 2 v. H. zurück. An den übrigen Märkten betrugen die Abschwächungen aller- dings im allgemeinen nur 1,5 v. H. Gemeldete schwächere Auslandkurse dürften die Hauptursache hierfür gewesen sein. Aus aller Welt. 143 Nationalsozialisten klagen gegen die Berliner Verkehrsgesellschaft. Vor der Verkehrskammer des Arbeitsgerichts Berlin fand Donnerstag die Verhandlung in der Klage statt, die 14 3 abgebaute Na- tionalsozialisten gegen die Berliner Verkehrsgesellschaft, die den ll-Bahn-, Autobus- und Straßenbahtzoerkehr umfaßt, angestrengt haben. Da sich auf der Straße eine ungeheure Menschenmenge angesammelt hat, befindet sich das Kriminalgericht unter verstärktem polizeilichen Schutz. Die Klage selbst stützt sich darauf, daß bei den- Entlastungen bei der BVG. politische Gesichtspunkte maßgebend gewesen seien. Man hätte nur diejenigen Angestellten auf die Straße gesetzt, die nicht den Freien Gewerkschaften an gehört en. Die 143 Kläger fordern daher Wiedereinstellung aller Entlassenen, Beseitigung des Direktors Brolat und zweier sozialdemokratischer Betriebsratsvorsitzender, sowie eine Schadenersatzsumme von 368 400 Mark. Abenteuerliche Rettung eines verschollenen Goldgräbers. Der Goldgräber Bob Marten aus Alaska und der deutsche Flugzeugmechaniker Emil Ka- ding, deren Flugzeug am 11. Oktober im Gebiet des Liard-River in Dritisch-Columbien zur Rotlandung gezwungen war und die seither als Verschollen galten, wurden jetzt in völlig erschöpftem Zu st and von dem Flieger Watson nach einem waghalsigen Fluge aufgesunden und nach White Horse gebracht. Flugkapitän Burke, der Führer des Watsonschen Flugzeuges hat die furchtbaren Strapazen n ich t überstanden und ist schon am 20. Rovember vor Erschöpfung geftorben. Richt weniger als drei Flieger büßten bei der vergeblichen Suche nach den Verschollenen ihr Leben ein, fo daß die Regierungen der Vereinigten Staaten und Kanadas weitere Rettungsexpebi- iionen untersagten. Keuchhustenepidemie auf den Salomonsinfetrt. Rach Berichten von den Salomonsinseln sollen dort etwa 500 Kinder an einer ernsten Keuchhustenepidemie gestorben sein. Büchertisch. — In der Sammlung Rordd.eutsche Laienspiele (Verlag Eduard Bloch, Der.in C 2) erschienen: Doktor Faust. Vollsschau- spiel von Erich Scharfs. Zur Aufführung zehn Einzelbücher je 1,60 Mk. Elf oder weniger männliche, drei oder weniger weibliche Spieler. — Aus dem Regen in die Traufe. Ein lustig Spiel von Georg Casperson. Zur Aufführung sieben Hefte je 1,50 Mk. Vier männliche, drei weibliche Spieler. — Hein Oi und ber Böse. Märchenspiel von Har.s Friedrich Dlur.ck. Zur Ausführung acht Cinzelbücher je 0,80 Mk. Sieben männliche, zwei weibliche Spieler und Volk. — Peter Regenklook. Ein Rüpelspiel von Bruno Voltmer. Zur Aufführung zehn Hefte je 1,40 Mk. Zehn männliche, zwei weibliche Spieler. (515) — Der Kalender der deutschen Jugend 19 31/32, Deutscher Pestalozzi-Kalender, bearbeitet von Professor Eismann, mit 12 zum Teil farbigen Tafeln und zirka 110 Abbildungen. (Pestalozzi - Verlags - Anstalt, Berlin-Grunewald. Ganzleinen, Preis 1,80 Mark — 472) — bringt auf feinen mehr als 320 Seiten wieder eine Fülle des Lehrreichen und Interessanten aus allen Gebieten der Wissenschaft, der Kunst. der Technik, der Natur. Er ist einer unserer besten Schülerkalender, dessen Vorzüge besonders darin bestehen, daß er den neuesten Fortschritt der Menschheit mit edler Pflege des Bleibenden verbindet. — Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Die Kenntnis der Verordnung ootft 15. Juli 1930, die einschneidende Vorschriften über die Führung der Kraftfahrzeuge, das Verhalten der Führer, Anweisung über die Prüfung, enthält, ist für jeden Automobilhalter und -Fahrer eine zwingende Notwendigkeit. In einer preiswerten Ausgabe zu 1,50 Mark ist im Verlag von I. Diemer in Mainz (433) in handlichem Format die „Neue Reichsverordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 15. Juli 1930 einschließlich der Bestimmungen über Kleinkrafträder, bearbeitet von Provinzialdirektor a. D. Dr. Fey, erschienen. Das Buch kann allen Interessenten bestens empfohlen werden. — Eugen Kühnemann: Deutschtum als Sendung. Rede an die Deutschen ü:er den Eimr deutscher Geschichte. K. F. Koehler. Leipzig 1930. Kartoniert 1 Mk. (647). — Spemanns Literatur-Kalender. 10. Jahrgang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Porträts bedeutender lebender und verstorbener Dichter und Schriftsteller, Schauspieler und Kino- größen, Bibliotheken, literarische Seltenheiten. Preis 2,40 Mk. (463) — Spemanns Musik-Kalender. 9. Jahrgang. Mit 16 Cxtra-Kunstbeilagen. Dilber berühmter lebender und verstorbener Musiker, Virtuosen, Komponisten, Geburts- und Wohnhäuser, Kunstpflegestätten. Preis 2,40 Mk. (462) — Spem anns Ratur-Kalenber. 1. Jahrgang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Ein Jahrweiser für Raturfreunbe mit Prachtaufnahmen aus Tier-, Pflanzen- und Gesteinswelt. Preis 2,40 Mk. (461) — Spemanns Wanber-Kalenber. 6. Jahrgang. Mit 16 Extra-Kunstbeilagen. Hervorragende Landschaftsaufnahmen aus Rorb-, Mittel- und Sübbeutschlanb, Flora und Fauna, Raturstimmungen. Preis 2,40 Mk. (460.) — Batterie Glahn. Eine Erzählung aus dem Weltkrieg von Hubert E. Gilbert. 160 Seiten 18° mit 32 Abbildungen und 4 Tafeln. Franckhsche Verlagshanblung, Stuttgart. Ganzleinen 4,80 Mark. (632) — Karl Kleemann: Muschkoten. Erlebnisse eines Frontsoldaten. 287 Seiten 8°. Brosch. 4, Ganzleinen 6 Mk. Phönix-Verlag Earl Siwinna, Berlin SW 11. (598.) Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v H., Lombardzinsfuß 6 v H. Frankfurt a. Ul. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin (Schluß« 1 hirt | l-ilhr- ffur* Schluß^ fure , 2lnsa g» Nurs Schluß»! tur< 1 l-ilhr- Kur- .-Rechte 8% Hell. Bollsstaat von 1929 (rüchahib 102%) CbondbrtesanNalt, Pfandbriefe R. >9 8% Pr VonDeerianobrtelanfialt, flomm.-CbU«. 20. 7% Br fianbfev'anDbttelanflalt, Pfandbriefe M 81 A.E.G abg, vor»neg«.ObIigaito. neu. rüdxflbfixn 1939 4% Oefterrerchlsche »oldren« . . <,2O% Oelterreichiiche SUberrente 4% Oellerreichtiche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente - ■ 4% Ungarische Staattrente V. 1910 von 1918 4% Unaarilche Kronenrente 4% türtlldjr Aollanleibe von 1911 <% Zürftidx Bagvadbadn-Anl Serie 1 «A» veogl Serie N • • • 6% Rumänische oeortüfr Rente von 1903 ■ Romanische oeretnh Rente von 1918 ... ..... 1% Rumäniiche verein». Rente - 86,5 98,5 52 5.7 88,25 49,5 50,2 98,25 92 86 100 97 97 94 26,25 1,4 21,9 1,45 2,8 6,5 . 1 11 1 1 1 1 1 1 1 1 1 l 11 >21111 is 1 11 CM Ct 86,65 98,5 52,1 5,65 88,25 50,75 100 97 97 2,5 22 18 1,45 2,8 1 ,9 8 12,25 6,45 ss 1 £1 £ 1 1 £1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 £•- 1 r bomburd-iHmertla Paket . . ©amburß-Sü&dtn. Dampsfchist Hama Dampfschiff . - . Norddeutscher Lloyd .... Allgemeine Deutsche Errdtlank. Barmer Bankverein . . . Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Privat-Bank . Darmsiüdter und Rarionalöank Deutsche Bant und DtScovto-Gesellschast,. . . Dresdner Bau!...... «eichsbanl........ S-S-G........... Bergmann........ Elektr. Liefenmg«gesellschaf1. Licht und ßiaft..... fffiten & Guilleaume . . . Lesellschast für Elektrische Unternehmungen .... Hamburger ElettrizitLiL-Derte Rheinische Elektrizität . . , Schlesische Elektrizität. ... Sdjuden & ü». . ..... Siemens & Halske ..... lranvradto ....... Vahmfoet &(£».. ..... Buderus Deutsche Erdöl .••••• Gelsenkirchener .«•••• Harpcner . .••••■ Hoelch Eilen. Ilse Bergbau .«••••. filddnrtroerle ..•••• KSln-Rcueifen . . . • • • Mannesmunn-Köbre» • • • Man-selder Bergbau ... Lderichles Eisen bedarf . . . O berichte! Kokoweri» . . . Pbvntr Bergbau . • • • Sidcliisch- Braunkohl« • • Riebe öaete» ...... 8 10 8 10 10 12 11 12 10 10 12 . 0 . 9 10 10 10 10 . 0 10 11 16 . 6 . 6 . 8 . 8 . 0 ey, 10 . 7 . 1 • i . 7 . 6 . 7 »V, 10 . 6 7.2 67 67,5 100,5 123,5 110,75 148 108,75 110,25 223 100 115 85 104 152 119 49 '-,75 76 153 60 65 59 149 67,13 100,2 110,5 147 109 223 100,5 152 119,5 83,75 69,5 66.25 156 124 67,4 98.5 100,75 124 110,9 147.75 109 110 222,75 100.5 119 102 115,75 86 104,13 100,25 105 116,25 154,5 124 118,25 49 60,5 84,25 75,65 68,5 156 59,25 76 65 65 37 65,75 58,25 149 70,5 65,75 123,4 66,25 97,75 100,5 122 110,5 147 108,5 109 225 100 118 100,25 116,25 84 103,2 99,5 104,75 116,25 151,75 117 59,9 84,5 75,4 156,5 59,25 76,25 64 36,73 65,13 58,25 148,25 69 Frankfurt a. M Serlin Sch.uß- hird t-Uhr- Ä>rt Schluß-i kurs | Anfang- Kurs Datum 11 12 12 12 11 12. 12 12 BereintgteStahlwerke . 61,5 — 61,25 61 Otavi Minen . . . . 16V» — — 31 31,13 Kaliwerke Aschersleben . e e 10 140,5 139 140 140 Kaliwerke Westeregeln . ■ e 10 142,5 143,5 143,5 Kaliwerke Salzdetfurth . • • 16 217,5 216,75 217,5 216,5 9. G. ffarben-Induslrt«. Dvnomii Nobel .... Ä * 12 129,4 129,5 129,5 129 . 6 — 62 60,75 . v 129 — . 6 14,13 —— 44 43,75 . 6 44 43 43,75 43,25 MetaUaelrUichaft. . . • . 8 81,5 81,5 81,5 Philip» Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. . * . . 1 70 A— 71 70,5 • • 10 10 70 Wavb & ff re vtag . • « ♦ . 8 — — 45,25 — ©(hultbeifl Patzen Hofer . • e 16 — A— 165,75 164,5 ONwcrke....... 12 — — 131 131 am ....... 18 >8,25 57,5 58,5 57,5 Bembcrg..... . 14 61 61 bl ,25 60,25 ZellNosl Waldhof . . . »'/. 97 95,5 75,5 Zellstoff Aschaffenburg . e e 12 75 — 76 Charlottenburger Wasser e e . 8 — —— 79,5 79,25 Dessauer ®aS . • A A . V — — 106 106,75 Daimler Motoren . . A A . O 23,5 23,25 23,75 23,6 Deutsche Linoleum . . a e A « 105,75 103,5 105,65 103,25 . 0 — — 30 — . 0 — — — •— Orenllein & Koppel • • A A . 6 — — 43,5 42,75 Leonbard Tietz . . • • A A 10 109,5 M— 110,5 169,25 — — 281 275 ffranyuner Maschine» . A A . 4 12,5 — 12,25 —1 . 6 —- — — HevligenNaedl . . . . ffunghan« ..... Lechwerte ..... . O — — — . — . 6 — —— 33,5 32,75 . 8 80 — — Maintroitwerke Höchü a. M.. . 8 3,5 — •— Miag . . . 10 — d — Aebr Roeder . . . » A e 10 — — — — lLoigt & Haesfner . . . . 0 150 .— 150 — Süddeutsche Zucker . . • e 10 135 133 135 — Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Zrankfurt a. M. Serlin, 11. Ozember fflefö Arle, Amerikanische Roten ..... 4,173 4,193 Belgische Roten. ....... 58,33 58,57 111,73 112,17 Endliche Roten ........ 20,323 20,403 ffränzöiische Roten . ...... 16,43 16,49 Holländische Roten ....... 168,41 169,09 Italienisch- Roten........ 21,88 21.96 Rorwegiicite Roten....... 111,73 112,17 Deutsch'OeOerretch, i 100 Schilling 58,78 59,02 Rumäniiche Roten....... 2,474 2,494 Schwedische Roten ....... 112,08 112,52 Schweizer Roten ........ 81,11 81,43 Spanische Roten ........ 44,81 44,99 Tschechoslowakische Roten..... 12,38 12,44 Ungarische Roten ..... 73,05 73,35 11 Oezemde, 12 Oezembn «amtlich. Geld "oierung Arte Amtlich, (Self Honeruna Sr>e Amlt.-Rott. 163,66 169,00 168,70 169,04 Buen.-SlireS 1,414 1,418 1,400 58,51 1,404 Brss.'Anlw. 58,495 59,015 58,63 Christiania. 111,98 112,20 112,01 112,23 Kopenhagen 112,00 112,22 112,03 112.25 Stockholm . 112,3, 112,56 112,38 112,60 HclsingforS. 10.535 10,555 10,538 10,553 • htalicn. . . 21,92 21,96 21,93 21,97 London. . . 20,339 20,379 20,344 20,484 Reunork . . 4,186 4,194 4,1890 4,1970 Pari«. . . . Schwei; .. 16,453 16,493 16,458 16,498 81,185 81,345 81,245 81,405 Svantea > 45,35 45,45 44,71 44.79 Fapmr . . . Rio de Jan. Wien in 2,078 2,082 2,067 2,081 0,406 0X08 0,396 0,398 Ceft abgest 68,93 59,05 58,965 59,085 Prag . ■ . 12,422 12,442 12,427 12,447 'Äcl irad . . 7,410 7,424 7,413 4,427 Budavell. . 73,21 73,35 73,26 73,46 Hui arieu 3,036 3,042 3,037 3,043 Lissabon . 18,805 18,845 18,805 18,845 Danzig. . Konst ntin. 81,345 81,505 81.35 81.51 1.784 1,789 1,784 1,789 Athen , 5,427 5.437 5,427 5.437 Conada 4,183 4,191 4,183 4,191 11 rn uav • . 3,177 3,183 3,097 3,103 Cairo - . • 20,86 20,90 20,86 20,90 Gr6ße 3*5 39 rr» 6.96 mit Filz- und Ledersobh Gr. 36 42 5 4",4 45,3 65,2 95,2 45, Gießen, Bahnhofstraße 58 • M)5A Kr*f»lwe Schuls'iefel mit ho!zeen*erltem Boden Wetzlar Eisenmarkt 2 Herr en-Agraffen etiefel •cböne Formen, rnteQaaütlt., tef!we1*e ZwIicLeasohle 14.50,12.50, 1t.50, Kamelhearstoff-niadertretep mit Fils- und Ledersohle Größe 38,42 4.45, 3.45, 2.95, 2.28, verschiedene moderne Ausführungen 12.50, 10.90, 0.95, *.rB, 8.95 Fulda Marktstraße 17 Hanau Krdmerstraße 21 Kemel heeritoff-Schn eilen- etlefel mit Fils-u.Ledereohle. enteQesL Gr. 86142 31 35_27/80 25/36 38/24 18/72 3.60,2.95,2.65,2.25,1.80 dlgj Elewente Herrenhalbsohohe II geflUige Formen, weiß redoppelt ■ 14.50,12.50,10.50,8.98, Billig durch Großeinkauf für 28 eigene Geschäfte. pringmann Kemelheeratof r-Umeohlea- — Qc LederbeeetzteSohnnllenetlefel eohuhe in den hehebtenOnginaldeeslM 13J Ledertohle und Absatzfleck nc Herren-Leok-Halbechuhe Agc modern* Formen, weiß gedoppelt K 16.50, 14.80, 12.50, 9.78, U 81/35 8.88 mkl Schuhe unser Prelsaööau ermöglicht es. 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