Mittwoch. 12. November 1930 180. Jahrgang Nr. 265 Erstes Blatt V Die Krankenkafsenbcitrag zwang! deS Grundlohnes: das stellt der f ung der Postgebühren eingetreten. Oer Reichsverband -er Deutschen Industrie fordert Ermäßigung Reichsverletzter Zeit denen die Härtcfall bekannt geworden. Infolge der Maßnahmen der Rotverordnung in ihrer Gesamtheit konnte in der Krankenversicherung der Beitragssatz um durchschnittlich 1 v. H. dcS Grundlohns ae- senkt und der Reallohn entsprechend erhöht werden: der durchschnitt ichc Jahresbeitrag gcht von 110 aus 90 Rlk. zurück. Aus der Gebühr entsteht für die Versicherten im Durchschnitt die IahresauSgabe von 3 6L8 4 Rlk. 3m Endergebnis hat also die Rotvcrordnung die Versicherten nicht belastet, sondern entlastet. Wird die Rotverordnung aufgehoben, dann st e l g t der Krankenkassenbcitrag zwanas äusig um 1 v. H. des Grundlcbnes! daS stellt eine neue Be- der Postgebühren. Berlin. H.Rov. (ERB.) Dem band der Deutschen Industrie sind in Die Städte zur Sanierungsaktion. Berlin, 11. Rov. Das Finanzprogramm Berlin. 11. Rov. Zu einem schweren Zerwürfnis zwischen Moskau und Paris scheint es aus Grund des neuesten Prozesses zu kommen, den di« Sowjetregierung gegen die f»genannte „I n d u ft r i e p a r t e i" jetzt durchführen wird, unter der sie eine gegenrevolutionäre Organisation versteht. Don acht Angeklagten wird vorgeworfen, daß sie Staats- Verrat begangen hätten. Sie hätten die Schädlingsorganisationen in einzelnen Industriezweigen unter st ützt, um Den Wirtschaftsaufbau der Sowjetunion unmöglich zu machen und die Wiederkehr einer Herrschaft der Bourgeoisie vorzubereiten. Nachdem sie erkannt hätten, daß die sozialistische Organisation des Industrieaufbaus zu großen Erfolgen führte, hätten sie den Sturz der Sowjetregie, rung mit bewaffneter Hand vorzubereiten gesucht. Die Anklage behauptet nun, dah für diese Zwecke der finanzielle Beistand des Auslandes in Anspruch genommen worden sei. Die Angeklagten seien in verbrecherische Beziehungen zu französischen Regierungskreisen getreten, die es sia- zur Aufgabe gesetzt hätten, einen Krieg gegen Sowjetruhland zu beginnen. Poincare und Dri- and, sowie ferner die drei französischen Generalstabsoffiziere Ioinville, Janin und Richard sollen für die Aufstellung eines militärischen An- grifssplanes gegen Sowjetruhland gesorgt haben. Zur Forderung der RSDAP. auf Verbot des Börsenhandels mit Effekten werden folgende Fragen gestellt: Wie soll bei einem Verbot des Dörsenhandels die Gründung neuer Aktiengesellschaften, die Auflegung neuer Aktien bei bestehenden Gesellschaften, d. h. die Geldbeschaffung für die Industrie in den rno- dcr.en Rechtssormen ermöglicht werden? Weiter heiht eS dann: Wie soll verhindert werden, dah die deutschen Sparer, die chr Vermögen in Aktien angelegt haben, durch Einstellung des Börsenhandels gezwungen wären, im Falle einer Rotlage ihren Aktienbesitz m i t grohem Verlust an Winkelspekulan- t e n a bzust ohen? Rach einem Hinweis auf die Gefahren, die ein solches Verbot des Handels mit Effekten für die deutsche Industrie bringen würde, schließt die Offene Anfrage: „Da wir nicht daran zweifeln, dah die Wirt- schasts- und Finanzsachverständigen der Ra- tionalsvzialistischen Par.ei in reiflicher Ueberlegung aller Konsequenzen ihrer Anträge auch die Mittel und Wege vor Augen haben, um diese u. E. notwendig eintretenden, lebensgefährdenden Schädigungen der gesamten Volkswirtschaft abzuwehren, würden wir es im Interesse der Oesfentlichkeit für sehr wünschenswert halten, wenn diese Fragen alsbald von den zuständigen Wortführern der nationalsozialistischen Partei geklärt würden." Unterzeichnet ist das Schreiben von den Professoren Herkner (Berlin), Alfred Weber (Heidelberg), Eckert (Köln). Drieh (Berlin). Die Arbeiten deSAachslabinetts Fragen der Preissenkung und der Arbettspolitik Berlin, 12.Rov. (IcL-lln.) Amtlich. Das rreichvkablnett deschästigte sich am Dienslag- abend unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. B r ü - hing und unter Beteiligung des Reichsbankpräfl- deuten vr. L u t h e r mit fragen der p r e i». u n d Arbeilspolitik. Die weitere energische Forderung der auf eine umfassende Preissenkung gerichteten Tendenzen wurde einem ü a b i - nettsausschuh anvertraut, der in dauernder engster Zusammenarbeit mit den beteiligten Wirtschaftskreisen stehen wird. Ferner wurden noch Fragen der A r b e i t s st r e ck u n g, eines weiteren Schuljahres und der Zulassung von ausländischen Wanderarbeitern erörtert, über die noch Verhandlungen mit den Ländern geführt werden. Die Preisgestaltung auf dem Kartoffelmarki. Erschein' lügl'ch.autz« Sonntags und Feierlag» Beilagen Die 3Du|triertt Viehene, Familienblättei Heimat im Bilb Dir Scholle Olonats Beiugsprets; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner‘.Hummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechonfchlüsse 4nterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten flnjelger Glefien. Postscheckkonto: xranlfurtam Main 11686. Die MrtsckasispMik der ASDAP Offene Anfragen na ionalökonomischer LlniversitätSprofefforen. AeuerHoOverratSprozeßmSowjelrußland Eine Schädigungsorganisation aufgedeckt. - Schwere Anschuldigungen gegen pariser Negierungskreise. Annahme von Hnjeiaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe tot Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedt. Wilh. Lange. Detantwortlich für Politik Dr Ft. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Emst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Zusammenfassung von kleinen Land« kreisen in Preußen. Berlin, 11. Rov. (ERD. Amtlich.) Im preu- hischen Ministerium des Innern sind Vorarbeiten im Gange, um im Interesse einer Verbilli- gung und Vereinfachung der Verwaltung eine Zusammenfassung einer Reihe von kleinen Landkreisen zu gröheren und leist ungsfähigcren Verwaltungsbezirken zu erzielen. Die Arbeiten sollen so beschleunigt werben, dah noch im Laufe der Leais- laturperiode des jetzigen Landtags die Reformen zum Abschluh gebracht werden können. la st ung von 300 Mill. Mark dar, wovon 200 Mill. Mark auf die Versicherten und 100 Mill. Mark auf die Betriebe fallen. Gegen eine weitere Verkürzung dcS Reallohnes wenden sich aber die Versicherten selbst. Reichsregierung hat auch den Dor st and des Deutschen Städtetags auf den Plan gerufen, der sich über die Mahnahmen ausgesprochen hat, welchen die neuen Gesetzesentwürfe hinsichtlich des Programms für die einzelnen Gemeinden erforderlich machen. Grundsätzlich hat sich, wie bekannt, der Vorstand mit den Zielen des Regierungsprogramms einverstanden erklärt. Seine praktische Durchführung läht sich natürlich nur von Fall zu Fall erledigen und eine für alle Gemeinden gültige Norm dafür nicht aufftellen. Besonders gllt das für Einsparungen durch Personalabbau, der im Gegensatz zu dem im Jahre 1923 durchgeführten schematischen Abbau, der viele Mängel und Unzulänglichkeiten mit sich brachte, diesmal eine mehr individuelle Rote erhalten und sich auf eine mögliche Zusammenlegung einzelner in naher Beziehung zueinander stehender Aemter und Tätigkeitsfelder beschränken wird. Öhre schematische Durchführung der Abbau- Dies steht alles In der Anklageschrift, die der Staatsanwalt der Sowjetunion, K r tz- len k o , ausgearaeitet hat. Bei der engen Beziehung, die in Ruhland zwischen allen Organen der Staatsgewalt, namentlich auch zwischen Regierung und Justiz besteht, kann eine solche ungeheuerliche Beschuldigung nur mit Dorwissen und Willen der Sowjetreaierung in die Anklage hineingekommen sein. Roch mehr: Die QIngeftagten sollen persönliche Verbindung mit dem französischen Generalstab gepflogen und Spionage- austräge des französischen Generalstabes aus- geführt haben. Der Ausgang des Prozesses steht schon von vornherein fest. Die Angeklagten haben schon in dem Augenblick ihr Leben verwirkt, in dem diese Anllage erhoben wurde, denn die Justiz ist in Ruhland eingestandenermahen ein Werkzeug der Politik. Diel wesenllicher aber ist die Frage, wie die französische Oesfentlichkeit auf diese ungeheuerlichen Beschuldigungen reagieren wird. Zur Festigung der Beziehungen zwischen beiden Ländern wird Krtzlenkos An- llageschrift in keinem Falle beitragen. Diel wahrscheinlicher ist es, dah die französische Regierung mit sehr groben Abwehrnntteln auf diese Unterstellungen antworten wird, wobei es von unserem Standpunkte aus dahingestellt bleiben kann, welche tatsächlichen Unterlagen Krhlenko für feine Beschuldigungen belbringen kann. Berlin, 12. Rov. (WTB. Funkspruch.) Verhandlungen über die Preisgestaltung auf dem Kartoffelmarkt, die gestern im Reichsernäh- rungsministerium mit Vertretern der Produzenten, des Groh- und Kleinhandels, der Konsumvereine, Warenhäuser und der Verbraucher (u. a. war die Zentrale der Hausfrauen-Dereine Groh-Berlins geladen) stattfanden, sind n o ch nicht abgeschlossen worden. In der Aussprache wurde von den Konsumentenvertretern besonders die Forderung begründet, vor allem die Kleinverkaufspreife (10 Psund-Derkauf) herab- zusehen. Es wurde ein kleinerer Ausschuh eingesetzt, mit dem die Verhandlungen heute im Reichsernährungsministerium fortgesetzt werden sollen. Man hofft, heute zu einem positiven zahlreiche Schreiben zugegangen, in Rotwendigkeit einer Senkung der Postgebühren hervorgehoben wird. Der Reichsverband ist infolgedessen beim ReichSpost- minifterium für eine beschleunigte ©en* zu erreichen, dah alle aus der Wirtschaftslage direkt entstehenden Be - lastungen des gemeindlichen Haushaltes, die aus Ur achen zurückge e i, die nicht vom Orte selbst abhängen, zu Lasten des Reiches gehen und deswegen wohl fca' z. D. auch der Preuhische 0tä tetag dem preußischen Staatsrat einige Aenderungswünsche hinsichtlich der Reichsnotverordnung ausge^proche i. 'Der Gesetzentwurf sieht u. a. vor, dah der Gemeindebe- schluh wegen Einführung der Bürger- steuerderZustimmungderStaatsauf- sichtsbehörde bedarf. Eine solche Zustimmung kann eine Abändem ig des Kommunalabgabengesetzes bedeuten, da d -seS nur für die i n d i r e k - ton Steuern eine b ordere Zustimmung fordert. Auch wird befürchtet, dah eine solche Genehmigung nur Derz gerungen in der Einführung dieser Steuer zur Folge haben kann. Entsprechende Ab- ändcrungswunsche betreffen die Kompetenz der Aussich soehörde in bezug auf Gemeindegetränkesteuer und -Bier st euer. Auch die Abtrennung von 400 Millionen Mark Haus- zinssteuermittel stieh aus den Widerspruch des Stäötetages, weil durch sie die Wohnungs- baubeträge gekürzt würden, waS sich schließlich aus dem Arbeilsmarlte auswirken würde und nur zu neuen Belastungen führte. Real steuern kennen nach Auffassung dcS Stäbtetages nur in den Gemeinden gesenkt werden, in denen sie jetzt zu hoch veranschlagt sind. Der Krankenschein. Die Notverordnung über die Krankenversicherung. Berlin, 11. Rov. (TU.) Zu Pressemeldungen, dah mehrere Personen gestorben seien, weil sie die 50 Pfennig für den Krankenschein nicht hatten zahlen können und daher nicht rüh genug behandelt worden seien, wird am tlich folgendes mitgeteilt: Rach der Rotverordnung beträgt die Gebühr ür einen Krankenschein 50 Pf., die Kasse kann ie aus 25 Pf. ermäßigen. Für die Anwendung >ieser Vorschrift hat das Reichsarbeitsministerium am 2. August und 24. September den Krankenkassen und Aufsichtsbehörden bindende Weisungen erteilt. Danach ist in dringenden Fällen ein Krankenschein nicht erforderlich, er kann nachgeholt werden. Wer die Gebühr im Augenblick nicht zahlen kann, dem wird sie gestundet: bei dauernder Zahlungsunfähigkeit ist die Gebühr niederzuschlagen. Dieses milde und bewegliche Verfahren gilt u. o. für Arbeitslose und für Kriegsbeschädigte mit Zusatzrente und sonstige Patienten, die von ihrer Fürsorge- oder Beratungsstelle eine entsprechende Bescheinigung beibringen. In der gleichen Weise wird bei der Erhebung der Gebühr für die Arzneiverordnung verfahren. Wenn die Krankenkassen die Vorschrift verständig anwenden, wird kein Fall von Härte vorkommen. Dem Rcichsarbeitsministcrium ist auch kein echter Der Meiattarbeiierverband zum Schiedsspruch. Berlin, 11. Rov. (ERB.) Der Engere Beirat des Deutschen Metallarbeiterverbandes, der sich aus dem Vorstand und den Bezirksleitern zusammensetzt, nahm Stellung zu dem Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie. Der Derbandsvorsihende Brandes betonte als Auffassung des Vorstandes, dah der Schiedsspruch alle Erwartungen enttäuscht und ein Gefühl der Empörung ausgelöst habe. Die Entscheidung der Schlichterkammer sei ein Verstoß gegen Treu und Glauben. Auch die Begründung sei durchaus unbefriedigend. Gegenüber dem Hinweis darauf, dah der Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie nicht schematisch auf andere Gebiete Deutschlands übertragen werden solle, sei die Stellung deS Verbandes unbeirrt dieselbe geblieben, dah gegen jeden Lohnabbau, zumal wenn er auch daS Realeinkommen der Arbeiter verschlechtere, jeder nur mögliche Widerstand geleistet werde. Daß es der Verbandsleitung mit dieser Auffassung ernst fei, beweise der inzwischen erfolgte Ausstand der Metallarbeiter in Bielefeld. Diese Auffassung des Vorstandes wurde in den Beratungen des Beirates unterstrichen, wobei die Enttäuschung darüber zum Ausdruck kam, dah ein solcher Schiedsspruch mit der Stimme des Professors Sinzheimer zustandekam, der vorn Metallarbeiterverband für oieses Schiedsgericht genannt war. Mittwoch tritt der Erweiterte Beirat deS Metallarbeiterverbandes zusammen. Franksurt a. M., 10. Rov. (Wolff.) Die nationalsozialistische Fraktion des Reichstages hat, wie bekannt, eine Anzahl weitgehender, in die gegenwärtige Wirtschaftsordnung tief einschneidender Anträge im Reichstag eingeoracht. Bekannte Professoren der Rationalökonomie haben nunmehr diese Anträge einer näheren wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtung unterzogen und daraufhin eine Offene Anfrage an diese Partei gerichtet. In dieser Anfrage heiht es hinsichtlich ihrer Forderung auf „Brechung der Zinsknechtschaft durch Einschränkung des Zinsfußes auf 4Prozent zuzüglich einer Amortisationsrate von 1 Prozent, Tilgung der Schuld nach spätestens 50 Jahren" u. a.: Die Begrenzung des Zinsfußes auf 4 Prozent würde die Sparkassen, Banken usw. zwingen, höchstens 5,5 Prozent auf Einlagen z u vergüten. Wodurch soll nun vermieden werden, daß die Einkommen der kleinen Sparer und der Rentner zugunsten der Schuldner konfisziert werden? Wodurch soll es verhindert werden, dah bei einer Begrenzung des Zinsfußes auf 4 Prozent die Lebensversicherungsanstalten genötigt werden, ihre Tarife zu ändern und die den Versicherten versprochenen Renten vielleicht bis zu 5 0 Prozent zu kürzen? Wie soll die Schmä- Icrung der Finanzkraft unserer Sozialver- sicherungsinstitute, soweit sie auf ZinSein- nahmen ruht, ausgeglichen werden? Soll der Zinssatz von 4 Prozent auch gegenüber Auslandanleihen gelten? We.che Mittel sind in Aussicht genommen, um die Abwanderung deutschen Kapitals ins Au8- land zum Zwecke der Erzielung einer höheren Verzinsung zu verhindern? und Cinsparungsmahnahmen kann schon deswegen nicht möglich fein, weil eine der Hauptbelastungen für die Gemeinden durch die langfristige Erwerbslosigkeit gegeben wird, die stets Schwankungen unterworfen ist, und durch die anhaltende schlechte Wirtschaftslage an Ausdehnung zunimmt. Den Städten mit mehr als 25 000 Einwohnern — es gibt etwa 1000 solche im Reiche — fielen nach der letzten Statistik m o - natlich etwa 4450 00 Unter ft ütjun as- bebü tf ti ge zur Last, davon 50 700 durch Zuweisung gemeindlicher Fürsorgearbeit. Das bedeutet allein gegenüber der vorletzten Zählung eine Zunahme von 9,9 Prozent, die angesichts der Lasten, die sie verursachen, um so schwerer ins Gewicht fallen, als in der gleichen Zeit die Anzahl der Empfänger von Erwerbs- losenunterstühung und Krisenfürforge.sonst im Reich sich nur um 2,4 Prozent erhöhte. Die genannten Städte unterstützen heute bereits mehr Wohlfahrtserwerbslose, als Empfänger der Krisenfürsorge dem Reich zur Last fallen. Dazu kommt noch, dah auher den Wohlfahrtserwerbs- losen die Städte mit mehr als 25 000 Einwohnern 49 000 Empfänger von Arbeitslosenversicherung und Krisenunterstühung laufend zu unterstützen haben. Auf den Kopf jedes Unterstützungsempfängers fallen in den Städten nach den gesetzlichen Bestimmungen monatlich 65r'z Mk„ also insgesamt rund 29V2 Millionen Mk. Tel einer solchen Belastung, die dazu ja noch nicht tauftaant bleibt, ver,uchen die Gemeinden Ergebnis zu gelangen. Arbeitsbeschaffung. Straßen- und Wegebau. - Meliorationen und Talsperren. Berlin, 11.Rov. (DB.) Die im Zusammenhang mit der neuen Arbeitsbeschaffungsaktion in Aussicht genommenen neuen Rotstandsarbeiten sollen nach besonderen Richtlinien durchgeführt werden. In erster Linie denkt man daran, durch Vermehrung der für den Straßenbau bisher aufgewandlen Mittel das Straßennetz vor dem Niedergang zu bewahren und zum Nutzen der GesamtwirFchajt den Verkehrsbedürsni >n anzupassen. Dabei soll es sich aber keineswegs nur um die Durchführung von Plänen rein örtlicher Bedeutung handeln, sondern um Pläne, die nach einem einheitlichen Programm und nach den großen wirtschaftlichen Gesichtspunkten ohne besondere Rücksichtnahme auf Wegehoheit und Unter- Haltungspflicht, und unter besonderer Preisgestaltung für die großen Lieferungen von Wegebau Materialien aufgestellt werden sollen. Es ist selbstverständlich, daß die hierzu notwendigen Materialien lediglich deutschen Betrieben zu entnehmen sind und daß die Auswahl der Straßendecken und die Detriebsführung der Straßenbauten so gestaltet wird, daß einemöglichst große Anzahl von Arbeitern beschäftigt wer- Den kann. Dies erfährt insofern eine Erleichterung, als die Ansetzung von Arbeitslosen keine Schwierigkeiten bereitet, weil im allgemeinen keine besonderen Einrichtungen für die Arbeitskräfte zu schaffen wären und Arbeitslose aus den verschiedensten Gebieten in nächster oder weiterer Umgebung der vielen Baustätten vermittelt werden konnten. Liegen keine Notwendigkeiten für Straßenbauten vor, so sollen andere wertschaffende Arbeiten, wie Meliorationen in Angriff genommen werden. Im Hinblick auf die schwere Hochwas eckataftrophe der Ostprovinzen hat man auch den Bau verschiedener T a l - sperren ins Auge gefaßt, wobei berücksichtigt werden soll, daß sich diefe Talsperren mit Elektrizitätswerken verbinden la In. ©ebener tintiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Untversttäis-Vuch. und Stehtöruderel 8. Lange tn Stehen. Zchrtttlettung und Geschäftsstelle: Schulltraste 7. Oie Wetterlaae. Wien ni Oe aro- ICtiWg Das Hochdruckgebiet hat sich weiter gekräftigt und . . - — ----- " - ' das Kaltowih, 12.Roo. (TU.) Die angekündiglen Mahnahmen der Aufständischen gegenüber dec deutschen P re sse, die das einzige Bindeglied der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien darstellt, nachdem die Deutschen nicht mehr wagen dürfen, Wahlversammlungen abzuhalten, werden seit Beginn der Mobilisation des Aufsiändifchenverbandes in brutaler weise durchgeführt. In Gruppen zogen die Aufständischen in Kaltowih von Lokal zu Lokal, zerrissen die dort ausliegenden Zeitungen und Zeitschriften, belästigten die Gäste, die deutsche Zeitungen lasen, verprügeltendie Verkäuferinnen der deutschen Zeitun- gen und übersielen schließlich die Zeitungsboten an den Straßenbahnhaltestellen und in den Zeitungskiosken. Rur heimlich dursten deutsche Zeitungen zum verkauf angeboten werden. In P s ch o p wurden einem Austräger des „Oberschlesischen Kuriers" nicht nur die Zeitungen entrissen und das Jahrrad zertrümmert, sondern er selbst wurde bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. In Laurahütte wurde ein Ehepaar, das eine deutsche Zeitung gekauft hatte, jämmerlich verprügelt und selbst das Kind, das mit den Eltern deutsch sprach, mit Fußtritten bearbeitet. Als Strahenpasianten zur Hilfe kommen wollten, wurden sie von den Strolchen ebenfalls angegriffen. In Königshütte wurde die große Schaufensterscheibe der Geschäftsstelle des „Oberschlesischen Wan- derer" elngeschlagen. In Lipine wurden erneut deutsche Zeitungsausträger überfallen und verprügelt. In den Landkreisen ist eine Zustellung der deutschen Zeitungen fast gar nicht mehr möglich. Einem Jorlbildungsschüler in Radlin wurde von seinem Lehrer bedeutet, daß er erst wieder in die Schule kommen dürse, wenn er keine deutschen Zeitungen mehr austrage. Selb st die Polizei Präsident Hoover über die Organisierung des Friedens. Amerika und die europäischen Probleme zwölf Jahre nach dem Waffenstillstand. Do X im Hafen von Southampton Oie Engländer bewundern das Jlugschiff. — Am WaffenstillstandSiage an Bord. - Gchauflüge werden vorbereitet. Werdrütliuig der Wahlsreiheit in OstobMlesien Brutaler Boykott der deutschen presse durch den polnischen Aufständischen-Verband. Aus aller Wett. Schwere Stürme an der Rordseeküsle. Seit Montagabend herrscht Im Elbgebiet und im Sttstengebiet der Nordsee schwerer Rord - w e st st u r m, begleitet von Regen unö„ Hagelschauern. Helgoland meldete eine Windstärke von 20 Eekundenmeter. Die Deutsche Seewarte spricht von der Gefahr neuen schweren Sturmes für die kommende Rächt. Sn der Unterelbe ist die Schifffahrt stark behindert. Sn der Elbe und ihrem Lebenslüsten stieg das Wasser nachts um mehrere Meter über Lormalhochwasser. Von dem englischen Dampfer „Sbuna“ traf in Wesermünde em Funkspruch ein, daß er vor Wesermünde einen Fischkutter mit sieben Mann Besatzung in Seenot angetroffen habe. Es ist anzunehmen, daß der Kutter gesunken ist und die Besatzung den Tod in den Wellen gesunden hat. Todesslur; in der Sächsischen Schweiz. In der Sächsischen Schweiz ist der Landgerichtsdirektor Ludwig Fuhrmann aus Leipzig bei einer Wanderung im Schrammsteingebiet tödlich verunglückt. Die Leiche wurde geborgen. Urteil im Spionageprozeh Adam. in der Zeit vom November 1928 bis zu seiner im s ch e n Nachrichten oien st zu komm e n lassen, i . , , . „, ... Juni 1930 auf dem Bahnhof in Minden erfolgten l Die fraglichen Schriftstücke und Befehle waren Adam Nachrichtenstelle in Mainz in Verbindung gesetzt Verhaftung Schriften und Befehle m i l i • türischer Art, die geheim zu halten waren, ^e gen Entgelt einem ausländi- Nachrichten Dien ft z u komm e n lassen. London, 11. Rov. (TA.) Während der Rächt zum Dienstaa blieb die Besatzung der „Do X“ an Bord, während Dornier nach London fuhr, wo er sich als Gast der Lady Swaithling aufhält. Besucher wurden am Ankunftstage noch nicht zu- gelassen außer einem kleinen Personenkreis, darunter Lady Swaithling, Vizeluftmarschall Lamp und Mitchell, der Konstrukteur des englischen Flugzeuges, das den Schneiderpokal gewann. Das Flugschiff wird in den Beriten der Presse allgemein bewundert. Einige nennen es die „Maure tania der Luft". Das Fah zeug mache, so sagen die „Times", einen außer- ordentlichseetüchtigenEindruck, trotzdem sein Tiefgang nur etwa 1,20 Meter betrage. Die Tragflächen lägen sehr hoch über der Wasserlinie, was die Seefähigkeit erhöhe. Es werden jedoch gewisse Zweifel ausgedrückt, wie die seitlichen Schwimmer unmittelbar am Rumpf des Fahrzeuges sich in schwerer See erhalten werden. Sachverständige besprechen ferner die Belastung der Tragflächen. Rach den bisherigen englischen Grundsätzen würde man a.t eine solche Konstruktion bei englischen Fahrzeugen nur mit größter Vorsicht Herangehen. Es sei natürlich, daß das Fahrzeug einen langen Anlauf zum Starten brauche, was bei dem vorhandenen offenen Meerraum an sich kein Rachteil sei, vorausgesetzt, daß die Stärke der Konstruktion auch bei etwas schwerer See ausreiche. Heber die wirtschaft iche Bedeutung ei e3 Großflugzeuges gehen die Ansichten augeinan'o-er. Smmerhin, so sagen die „Times", sei die „Do X“ ein außerordentlich interessantes Experiment, bei O wolkenlos 0 neiier <| naih Gedeckt, ® wolkig. # Gedeckt e Regel, * Schnee cs Graupeln ■ NeGel "R Oewit’/r.® windstille. seit leichte» Osi nassige» Südsüdwest q stürmische- tordwesl die »lene fliegen mit dem Winde. Die oeiaen Stationen stehenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiche* auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wcttcrvürciussage. Vor dem IV. Strafsenat des Reichsgerichts, unter Vorsitz von Reichsgerichtsrat Dr. Baumgarten wurde der Prozeß gegen Obermusikmeister Peter Adam vom Feldartillerieregiment 6 in Minden verhandell, der der Spionage beschuldigt wird. Nach dem in der Voruntersuchung ermittelten Tatbestand hat Adam gemeinschaftlich mit seiner Ehefrau in der Zeit vom November 1928 bis zu seiner im Aeuyork. 11. Rov. ($11.) Rus Anlaß des Waffenstillstandstages hielt Präsident Hoover vor einer Versammlung des Weltbundes für Sntcrnationale Freundschaft in Washington eine Rede, der angesichts der Genfer Abrüstungsberatungen besondere Bedeutung zulvmmt. Wenn man der Opfer des Weltkrieges gefronte, so führte H-oover aus, dann müßten die Lebenden immer wieder nach neuen, w e i ter - greifenden Möglichkeiten zur S i. - cherung des Friedens suchen. Wenn auch der Ausblick zur Zeit vielleicht ermutigender sei als vor 50 Sahren, so dürfe doch nicht übersehen werden, daß die Völker in Wirklichkeit ständig im Streit miteinander lebten. Er sei überzeugt, daß sich dieser Zustand nicht ändern werde. Hoover pries dann den Kelloggpakt als ein machtvo^es Fricdensinstru- ment. Dieser Pakt werde eines Tages vielleicht m einer Weise erweitert werden, daß zum mindesten die Mobilisierung der Weltmeinung gegen Vertragsbrüchige Völker gewährleistet sei. Sicherer jedoch wären zwischenstaatliche Verträge, die für den Streitfall die Anwendung alterprobter Verhandlungs- unfr Schlichtungsmethoden sicherstellten. Amerika werde den Grundsatz der Schiedsgerichtsverträge in seinen auswärtigen Beziehungen weiterentwickeln. Sicherlich würden ak.e Völker der Erde in wenigen Sahren durch derartige Abmachungen aneinandergekettet sein. Der Präsident verteidigte alsdann seine vorjährige Anregung, die Lebensmitteltransporte in Kriegszeiten f icher zustel - len. Als eine Ration, deren Unabhangigkell, Freiheit und Sicherheit aus Krieg geboren sei, unter starkem Luftdruckanstieg auch schon auf Festland ausgebreitet. Sein Kerngebiet mit B> Meterständen von über 780 mm lag heute morgen über Südengland, dem Kanal und Nordfrankreich, wird sich aber mit der Zeit ganz nach dem Kontinent verlagern, was an dem noch fortdauernden Luftdruckanstieg zu erkennen ist. Die Störungsreste wer- Oie Begrenzung -es Heeresmaterials. Keine Neigung im Abrüstungsausschuß. Genf. 11.Rov. (WTD.j Der vorbereitende Abrüstungsausschuß hat gegen den Einspruch Frankreichs, Sapans, der Türkei und dreier kl^ne- rer Staaten beschlossen, die Frage der Beschränkung des Heeresmaterials für die Landrü st ungen, die in dem Konven- tionsentwurf bisher völlig ausgelassen ist, erneut zu diskutieren und dabei auch die Methode der direkten Materialbegrenzung in die Diskussion einzuschließen. Graf D e r n st o r f f erinnerte vor der Abstimmung über diesen Vorschlag daran, daß die deutsche Delegation im vorigen Mai sich beim Programm des vorbereitenden Abrüstungsausschusses hauptsächlich deshalb distanziert habe, weil die Frage des Materials überhaupt nicht in den Konventions- enttourf auf genommen worden sei. Wenn man jetzt die Wiederaufnahme der Diskussion beschließe, so sei er damit einverstanden, und er werde sich auch daran beteiligen. Es sei im übrigen unverständlich wenn für die Seerüstungen die -Begrenzung des Materials zugelassen werde, wenn man sie aber für das Landheer nicht zu- lassen wolle. . _ . Sn der Debatte zeigte sich, daß die Reigung für eine direkte Materialbegrenzung im Ausschuß nur sehr gering ist. Vorbehaltlos sprach sich im Prinzip dafür nur der Vertreter frerDereinigten Staaten Gib- son aus, der das Prinzip der indirekten Materialherabsetzung auf dem Wege des Budgets kategorisch ablehnte. Lord Cecil sprach sich dagegen für die indirekte Methode aus. Der Vertreter Stattend, General de Marinis, unterstrich gleichfalls die Bedeutung der direkten Methode. Zum Schluß wies G r a f B e r n st o r f f darauf hin, daß die Methode der direkten Ma- Lerialbegrenzung Deutschland im Versailler Vertrag auf erlegt worden sei und daß es nur logisch sei, nunmehr diese Methode auch für die allgemeine Abrüstung anzuwenden. Der deutsche Delegierte betonte nochmals, daß eine Konvention ohne direkte Materialbegrenzung wertlosund für Deutschland unannehmbar sei. Die Frage, ob die deutsche Delegation Anträge zur Frage des Materials stellen werde, beantwortete Graf Bernstorfs mit dem Hinweis, daß man zuerst wissen müsse, ob der Ausschuß das Prinzip der direkten Herabsetzung des Materials annehme. könne Amerika nicht behaupten, daß niemals ein gerechter Grund für Kriege gegeben sei oder sein werde. Auch könne man nicht annehmen, daß das Rechts bewußt sein in der Welt sich bereits so entwickelt habe, daß man volles Vertrauen in die Anwendung friedlicher Mittel zur friedlichen Beilegung von Meinungsverschiedenheiten sehen könne. Das größere Problem liege darin, ob die bekannten Methoden vertragsgetreu angewendet würden und was die Welt tun werde, wenn diese Methoden einmal nicht befolgt würden. Seit der Erfahrung des Weltkrieges könne niemand die Gefahren leugnen, die durch Kriege an Amerikas Gestade getragen werden könnten. Daher sei Amerika am Frieden in aller Welt interessiert. Seine geographische Lage und überlieferungsmähige Unabhängigkeit von europäischen Verwicklungen gestatte aber Amerika, dem Frieden auf andere und In mancher Beziehung wirkungsvollere Weise zu dienen, als die übrigen Großmächte. Die europäischen Rationen, seit Menschenaltern von Gefahren umgeben, von altererbten Befürchtungen besessen, glaubten Methoden an- wenden zu müssen, die letzten Endes auf Gewalt hinausliefen. „Wir in unserem großen Lande der Sicherheit und Unabhängigkeit sollten ihre Schlußfolgerungen, die sich aus rhren Rotwendigkeiten ergeben, nicht kritisieren. Die amerikanische Regierung werde, ohne vorher den Charakter ihrer Maßnahmen verbindlich festzu- legen, vermittelnd ihre Hilfe anbieten, falls die Böller ihrer Verpflichtung, ausgebrochene Streitigkeiten friedlich zu regeln, nicht nachkommen sollten. beteilt gl sich an der Ausrottung der deutschen presse. Richt genug, daß täglich die deutschen Zeitungen wegen belangloser Artikel der Beschlag- nähme verfallen, werden die Zeitungsausträger von der Polizei angehallen und darüber vernommen, weshalb sie deutsche Zeitungen austragen. Den Leuten werden Versprechungen gemacht, für den Fall, daß sie ihre Tätigkeit einstellen. Aus diese Weise wird den deutschen politischen Parteien die letzte Möglichkeit der Wahlpropaganda durch die presse genommen. 3m Gefängnis von Vrest-Litowsk Bei den festgesetzten Abgeordneten der Opposition. Warschau, 11.Rov. (TA.) Der „Krakauer SIMtrierte Kurier" veröffentlicht einen Bericht seines Sonderberichterstatters über dessen Eindrücke während eines Besuches im Gefängnis xu Drest » Litowsk. Snfolge eines Mißverständnisses wurde der Sonderberichterstatter des Regierungsblattes nach einer rigoros durch geführten Leibesvisitation eine Stunde lang in einer Gefängniszelle untergebracht, bis frer Festungskommandant Oberst Bier- nadi das Mißverständnis aufklärte und den Berichterstatter befreite. Die Zelle, in der er sich befand, war fünf Schritte lang und drei Schritte breit. Sie hatte am Fenster außer einem Eisengitter auch noch einen Dlechborb. Sn einer Ecke befand sich ein eisernes Bett mit einem Strohsack uno einer Bettdecke. Der Berichterstatter sah vier der verhafteten Abgeordneten, die zu je zwei aus einer Zelle kamen, um ihren halbstündigen Spaziergang zu unternehmen. Die Abgeordneten hatten g e s ch o - reneKöpfe; sie waren ohne Kragen und ohneSchuhbänder. Als Lektüre erhallen die Gefangenen die Geschichte der polnischen Armee. den dadurch weggeräumt, und im Bereich hohen Druckes wird der Himmel außer vereinzelter Früh- nebelbilbung vielfach heiter und klar sein. Die Temperaturen, die nunmehr der Ein- und Ausstrahlung unterworfen sind, erfahren zwischen Tag und Nacht stärkere Gegensätze und gehen nachts unter den Gefrierpunkt zurück. Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, sonst meist heiter und llar, trocken mit Rachtfrost. Aussichten für Freitag: Vorerst noch Fortdauer der Hochdruckwetterlage. Lufttemperaturen am 11. November: mittags 6,5 Grad Celsius, abends 5,1 Grad, am 12. November: morgens 3,9 Grad Celsius. Maximum 8,1 Grad, Minimum 3,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 11. November: abends 5,6 Grad: am 12. November: morgens 4,8 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. Sonnenscheindauer drei Stunden. Oer Streit um die pobzeizuschüsse. Cme neue Erklärung Thüringens. Weimar, 11. Noo. (TU.) Sn der Streitsache des Landes Thüringen gegen das Reich wegen der Sperrung der Polizeizuschüsse erklärt letzt die Thüringer Regierung, daß nach dem bisherigen Unter- suchungsergebnis mit etwa 40 Zeugenvernehmungen durch den Berichterstatter und die beauftragten Richter des Staatsgerichtshofes die Haltlosigkeit der Anklagen des Reichsinnenminifters offensichtlich sei. Der Reichsinnenminister sei einem in der Thüringer Polizei bestehenden Spitzel, und Denun- ziantentum trübster Art zum Opfer gefallen. Zum Beweis für diese Auffassung veröffentlicht die Thüringer Regierung den Inhalt eines Briefes des Reichsbanner - Gaugeschäft sfü h r e r s Diezel-Weimar. Der Brief stelle in Zusammenhang mit einem 17 Punkte umfassenden Fragebogen den Versuch dar, durch einen im Thüringer Staatsdienst stehenden Verwaltungsobersekretär die Verhältnisse in der Thürinaer Po- lizeischule Sondershausen zu erkunden, um Material gegen angebliche nationalsozialisti- sche llmtriebe in dieser Schule zu erhalten. Die Regierung stellt weiter fest, daß eine bejahende Beantwortung dieser Fragen in verschiedenen Punkten schon jetzt als Fälschung des tatsächlichen Sachverhalts nachzuweisen sei. Der als Zuträger verwendete Obersekretär sei sofort seines Amtes ent- hoben worden. r , , Am Dienstag habe der mit der Voruntersuchung im Dienststrafverfahren gegen den Oberfekretar beauftragte Richter in den Räumen des Reichsbanners Weimar eine Haussuchung abgehalten, über deren Ergebnis noch Stillschweigen bewahrt wird. Die Verlautbarung schließt mit den Worten: „Es liegt auf der Hand, daß der Herr Reichsinnenmimster fern zum allergrößten Teil durchaus falsches Material vom Reichsbanner durch Vermittlung von ihm nahe- stehenden Beamten erhalten hat. Ob er den Auf- trag 3ur Beschaffung solchen Materials erteilt hat, wird sich freilich nie feststellen lassen. Es wäre aller- frings erwünscht, daß der Herr Reichsinnenminister selbst alsbald Auskunft gibt. Das Thüringische Staatsministerium gibt der Öffentlichkeit Kenntnis davon und erhebt gleichfalls feierlichen Protest gegen solche Methoden, die sich allein schon durch ihre Unmoral richten." £5 und ihr das ihm zugängliche Material angeboten. Das Urteil lautet: Wegen Landesverrats im Sinne der Anklageschrift gegen Adam zehn Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsoerlust, gegen die Ehefrau Maria Adam fünf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrenrechtsverlust. 12 000 Mk. empfangene Spionagegelder werden eingezogen. (Ein neuer Industriespionageprozeß. Vor bem Düsseldorfer Schöffengericht begann heute ein neuer Sndustrtespiv.iageprozeß. Den Angeklagten. Chemiker und Redakteur Dr. Arthur B u n d r o ck, früher Berlin, zuletzt in der Tschechoslowakei, jetzt in Untersuchungshaft In Düsseldorf, und zwei anderen Chemitern wird zur Last ge- legt.Fabrika tionsverf ähren der deutschen chemischen Sndustrie an daS Ausland verraten bzw. verkauft zu haben. Bereits im Februar 1923 waren vom Schöffengericht Düsseldorf der Chemiker Guido Meisel aus Portsmouth (USA.) und zwei andere Chemiker aus Deutschland wegen im Auftrage des Auslandes vorgenommener Erwerbung von Fabrikationsverfahren der deutschen chemischen Sndustrie bestraft worden. Sn dem Verfahren gegen Meisel und Genossen hatte "ftch-ergeben, daß auch Bundrock und seine beiden heutigen Mit- angeHagten dem Chemiker Meisel geheime Fabrikationsverfahren geliefert hatten. Bundrock hatte sich aber der Einleitung eines Strafverfahrens durch Flucht nach der Tschechoslowakei entzogen. Sm März dieses Sah res wurde er an der tschechoslowakischen Grenze verhaftet, so daß jetzt gegen ihn und seine Mittä.er verhandelt werden kann. Slahlhelmer in Hom. Eine auf einer Studienreise durch Stätten befindliche Gruppe von26Stah lhelmern, die seit Samstagabend in Rom weilt, legte am Dienstag am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Kranz mit schwarz-weiß°rvter Schleife und den Abzeichen des Stahlhelms nieder. Die Stahlhelmer marschierten vor dem Grab« in ihrer Uniform mit Orden und Ehrenzeichen auf. Eine Abteilung der faschistischen Universitätsmiliz bildete die Ehrenwache. Anschließend nahmen die Stahlhelmcr als Zuschauer an der P a * rade teil, die der König von Stallen anläßlich seines Geburtstages über 'die Truppen der römischen Garnison abnahm. Die Stahlhelmer, die zum größten Teil aus Pommern stammen, haben außer den Sehenswürdigkeiten Roms und der Umgebung die landwirtschaftlichen Meliorationsarbeiten bei Macarese besichtigt. Mord an einem Ehepaar. Der Altbesitzer Komorin und dessen Ehefrau aus Reblau bei Ortelsburg in Ostpreußen wurden am vergangenen Sonntag ermordet aufgefunden. Die Tat muß aber bereits am vergangenen Freitag verübt worden sein. Komorin hat zunächst mit einem Messer einen Stich in den Rücken erhalten: dann durchschnitt ihm der Mörder die Kehle. Die Ehefrau ist durch einen I Axthieb betäubt worden, während der Tod durch einen Stich in die Herzgegend eintrat. Das er» I mordete Ehepaar hatte früher im Dorfe einen Besitz, den es aber später dem Sohn unter den, Vorbehalt eines Ausgedinges überließ. Das anfänglich gute Verhältnis trübte sich indessen bald so, daß die Eltern sich wieder einen kleinen Besitz I pachteten. Dieser Sohn wurde verhaftet. Gleichzeitig wurde noch ein gewisser Kukawka I festgenommen. &ö, 7,Mvv sodann ein gutes Berufsbild des Autoschlossers, der die Aufgabe hat, sich mit der Reuherstellung unb Reparatur aller Kraftfahrzeuge zu beschäftigen. Der Referent schilderte die Arbeiten, die der Autoschlosser auszuführen hat, und betonte, daß neben guter Ausbildung möglichst weitgehende Spezialausbildung im Fache noitoenbig sei. De- sonoers in kleineren Betrieben werbe Vielseitigkeit verlangt. Einige aus der Praxis angeführte Fälle zeigten, wie groß das Arbeitsgebiet des Autoschlossers ist. Spengler- und Installateurmeister D ö d i g e r, Gießen, sprach über den Beruf des Spenglers unb Installateurs. Er oeqtanb es, die vielseitigen Arbeiten diese- Handwerks vor dem geistigen Auge der Zuhörer lebendig werden zu lassem Er wies besonders daraus hin, wie wichtig in diesem Beruf eine gute Lehrzeit ist, in der der junge Mann nicht anteilig, sondern möglichst vielseitig ausgebildet wird. Denn die Lehrzeit ist das Kapital, das die Eltern dem Jungen mit auf den Lebensweg geben. Als dritter Referent war für den Abend Herr Weimer jun., Gießen, gewonnen worden, der den Beruf des Maurers und seine Rebenberufe behandelte. o2n der geschichtlichen Entwicklung ausgehend wies der Redner nach, daß die De- triebsform des Mauyergewerbes auch heute noch eine handwerkliche itt. Der gute Maurer müsse heute auch ein guter Kaufmann fein. Guter Verstand unb kräftig^ Gefunbheit feien bie Haupt- erforberniffe im Maurerberuf. Ausgezeichnete Achtbilber ergänzten die Ausführungen bet drei Referenten. 'ßornottKh. — Tageskalender für Mittwoch. Katholischer deutscher Frauenbund: Dortrog von Unio.- Prof. Dr. Steinbüchel über: „Augustinus und seine Mutter", im Katholischen Dereinshaus. — Deutschnationale DolkÄpartei: Oeffentlicher Vortrag, 20.15 Uhr, im Postkeüer. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Komm zu mir zum Rendezvous". — Astoria-Licht- spiele: „Die Herrin der Luft" und „Das brennende Schiff". - — Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Am Freitag findet unter der Regie ton Walter Bäuerle die Erstaufführung von Schillers bürgerlichem Trauerspiel: „Kabale vnd Siebe“ statt. Die Aufführung kommt in völlig neuer Inszenierung heraus unb dürfte von allen Freunden llassischer Kunst lebhaft begrüßt werden. — Die Schule für höhere - Klavier- spielvonFrLMinnaKörner veranstaltet demnächst ein Schülerkvnzert. Dazu schreibt man unS: Das Konzert ist insofern in pädagogischer unb musikalischer Beziehung bedeutungsvoll, als es ausschließlich Werke ber Schule Rimsky-Korsa- kows enthält. 11. a. werden Stücke für Klavier von Glasunow, Gretschaninow u. a. unb Kammermusikwerke von Grodski unb Gretschaninow zu hören sein, dabei auch ein Trio für Flöte. Violine und Klavier von Cäsar Cui. (Siehe heutige An- jeigeJ * Dienstjubiläen bei ber Reichs- bah n. Auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn konnten in den letzten Tagen zurückblicken: Zugschaffner Friedr. Manbler (Dahn- ho-), bie Lokomotivführer Karl Schmidt IV. unb Eduarb Stille, ber Werkhelfer Ludwig Binz, die Maschinenputzer Wilhelm Sonne» b o r n unb Christian Hofmann (sämtlich beim Bahnbetriebswerk): der Labeschaffner Johannes W e h r u m und der Reichsbahnassistent Wilhelm M e l i o r (Güterabfertigung), unb ber technische Reichsbahninspektor Heinrich D r ü h l (Betriebsamt). Den Iubilaren wurden von der Reichsbahnverwaltung unb ben Dienststellen Ehrungen zuteil. •* Sitzung des Provinzialaus- s ch u s s e s. Am nächsten Samstag, 15. Rovbr., 8*/r llhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Geheimhaltung des Inhalts von Anklageschriften und Urteilen im Verfahren wegen Verrats militärischer Geheimnisse: hier: das Urteil des Oberlandesgerichts Darmstadt vom 10. Februar 1928 in der Strafsache gegen den belgischen Staatsangehörigen Gustav Ado f GerhardPied- boeuf. 2. Klage des Dezirkssürsorgeverbandes Stadt Offenbach a. M. gegen den Dezirkssür- sorgeverband des Kreises Friedberg auf Ersatz von llnterstützungskosten für Karl Hirschhäuser. 3. Die Schlosser- unb Schmiedezwangsinnung des Kreises Friedberg: hier: Beschwerde des Willy Winkler in Friedberg gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg vom 20. März 1930 wegen Heranziehung zur Mitgliedschaft. 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Dortmund gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Lauterbach wegen Erstattung von llnterstützungskosten für Kaspar Füllgraf. •• Artur Mahraun in Gießen. Am nächsten Sonntag spricht der Führer des Jungdeutschen Ordens, ArturMahraun.imRahmen einer Kundgebung des Ordens unb der Dolksnationalen Reichsvcrein.gung in der Turnhalle am Oswalbsgarten Am Vormittag findet ein Ordens ko nvent nur für Ordensmitglieber statt. Näheres in ber heutigen Anzeige. •• „Das schöne Riesengebirge''. Der Kaufmännische Verein unb ber Ortsgcwerbeverein veranstalteten am Montagabenb in der Reuen Aula der Universität ihren zweiten Vortragsabend. Die Aula war bis auf den letzten Platz besetzt. Herr A. W. Blau, Berlin-Zehlendorf ber sich als ein guter Kenner bes schlesischen Lanbes erwies, hielt einen Lichtbildervortrag über Schlesien und seine Eigenarten. Gr sprach von jenem Landstrich im Südvsten des Reiches als einem Lande der Gegensätze, in dem urwüchsigstes Bauerntum einer übersteigerten und konzentrierten Industrie gegenüberstehe. Gr erinnerte an die Dichter des Landes, an Karl und Gerhart Hauptmann, an Theodor Körner u. a., Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in de» Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle aut die in ihrem Schassen immer wieder die Kräfte aus der Heimat, Schlesien, gezogen haben. Der Redner gab weiterhin einen Ueberblick über die geographische Lage, über die geologische Struktur des Landes und seiner Gebirgszüge. In lebhaften Farben schilderte er die Schönheiten der Hauptstadt Breslau unb des Riesengebirges. Eine Reihe von Lichtbilbern, die durch Photographie in natürlichen Farben eine erhöhte Wirkung audübten, traten den Wahrheitsbeweis für die Ausführungen bes Rebners an. Dilb unb Wort ließen ben Besucher bas Riesengebirge in seiner schlichten unb doch so erhabenen Schönheit erleben, bessen Krönung bie Schneekoppe bar- stellt. die mit ihren über 1600 Metern Höhe einen Rundblick über deutsches und heute tschechisches Land gestattet. Bilder der Landschaft in? Kleide des Winters unb Aufnahmen ber Dauben im Zauber bes Rauhreifs beschlossen die Diiberserie. Der Vortrag fanb lebhaften Dei- fall. •• Karl-Ettlinger-Abenb. Karl Ctt- I in g er, ber weithin bekannte Schriftsteller, ist eigentlich kein „Karlchen" mehr. Er ist vielmehr ein angehender älterer Herr, brr einen würbigen EinbruckHu machen vermag, woran auch die Tat- ,ache nichts ändert, daß ihm der Schalk im Racken und in ben Augenwinkeln sitzt. Das alles erscheint vielleicht nebensächlich in Anbetracht bessen, bah er seine Zuhörer gestern Abenb in ber Reuen Aula sehr gut unterhielt. Schriftsteller unb Dichter sinb zwar nicht immer bie besten Interpreten ihrer Werke, bei „Karlchen" aber ist es so, bah seine kleinen Skizzen, Gedichte, Satyrrn aus seinem Munde lebendiger, unmittelbarer werben, als sie uns aus ben Düchern entgegentreten können. In einem leichten Plauberton, scheinbar hinge- worfen, erzählt er, Gebichte trägt er nicht vor, sondern erzählt sie auch, ber Erfolg bleibt nicht aus. So wie in seiner schriftstellerischen Arbeit hatte er auch in seiner Vortragsweise eine eigene Form gesunden. Was er bot, war sorgfältig aus- gewählt. Sein „Urteil über bas Urteil bes Salomo", die „Radiogeschichten", bas „Klagelied über bie Papas", bie Verlobung im zeitgenössischen Gedicht aus vier Jahrhunderten, seine Tierfabeln, bas Märchen „Schneewittchen" in Frankfurter Ausgabe, ber Familienpfingstausflug nach bem Starnberger See mit ber Fülle feiner an amerikanische Grotesken erinnemben Zufälligkeiten, lösten viel beifälliges Schmunzeln aus. Großen Erfolg erntete er mit einer Sathre, bie in fünfter Form an politische Unzulänalichkeiten erinnerte. War auch nicht alles gleich gut, war auch keine Gelegenheit gegeben, bas ganz große humoristische Erlebnis kennenzulernen, wie es vielleicht ein Marcell Salzer als Vortragskünstler zu vermitteln vermochte, fo unterhielt man sich boch außerordentlich gut unb klatschte herzlich und aus Ueberzeugung Beifall. Der GdA., Ortsgruppe Gießen, darf bas Verdienst für sich buchen, feinen Mitgliedern unb Gästen -einen sehr netten Abend bereitet zu haben. " V. H. C. G » e ß e n. Vom günstigsten QBettei unterstützt, unternahm am Sonntag ber V. H. C. Gießen seine elfte Dereinswanderung in bet Stärke von über 50 Teilnehmern. Der Jahreszeit entfprechenb hatte man bie nähere Umgebung Gießens gewählt, unb fo ging es denn die Leihgestemer Straße entlang bis zur gelben Punktmarkierung. die den Wanderern auf der größten Strecke das Geleite gab. Kurze Rast wurde bei der Thcodorsruhe gehalten, wo man sich an dem prächtigen Schifsenbergblick erfreute. Aus meist guten Walbpsaden ging es sobann zur Mittagspause auf ben Schiifenberg. Klare Lust ermöglichte schöne Fernblicke nach bet Wetterau unb ben Höhen bes Taunus', Wester- walbs unb ben Hinterländer Bergen. Der Weitermarsch führte über ben Qlnncberg, bie Lichet Straße überschreitenb, nach ber Hohen Warte, wo man auf ben gelben Strich stieß, ber bie Wanderer nach Annerod leitete. Bei der Schlußrast gedachte u. a. bet Dorsihenbe bes verdienstvollen Führers bes Frankfurter B. H. C., Vater D en- b c r, bes warmherigen Freunbes seiner ober- hessischen Heimat, ber am gleichen Tage seinen 70. Geburtstag beging. Rach Stärkung unb dem Absingen einiger Leider im Wechselgesang mit einer studentischen Korporation erfolgte bet ein- brechenber Dunkelheit ber Heimmarsch. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichfeif der Schriftleitung ) O. G. Sch. Die katholischen Geistlichen müssen vor ber Weihe zum Priester ein Gelübbe ablegen, das sie zur Ehelosigkeit verpflichtet. Dieses Gelübde gilt auf Lebenszeit. An dieser Sachlage hat sich auch neuerdings nichts geänbert A. F. H. An Staatsbeamte kann von der Regierung in gewissen Fällen eine staatliche Deb- hilse zum Dau von Eigenwohnhäusern in Form von Arbeitgeberbarlehen gewährt werben. Der Antrag ist über das zuständige Kreisamt — in Ihrem Falle bas Kreisamt Schotten — an bie Regierung zu richten. Rähere Aufklärung kann Ihnen bas Kreisamt Schotten geben. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Milchpreis in Grohen-Buseck. Großen-Duseck, 11. Rov. Seit einiger Zeit kostet bie Milch in ben Rachbarbörfern 20 Pf. pro Liter. 3a, in Gießen wirb sie für biesen Preis sogar frei ins Haus geliefert. Rur hier inGrotz en - Du s e ck müffen bie Verbraucher nach wie vor 28 Pf. bezahlen, unb zwar StallpreiS. Ein- fenber ftanb biefer Tage mit feiner Kanne neben dem Milchhänbler. Beide bekamen ihre Milch aus bemfelben Eimer. Ersterer mutzte 28 Pf. pro Liter bezahlen, währenb ber Milchhänbler nur 18 Pf. bezahlte. Dieser Unterschied von 10 Pf. ist entschieden zu groß: er ist durch nichts gerechtfertigt. ES soll hiermit nichts darüber gesagt fein, ob der Preis von 20 Pf. richtig ist: aber es ist boch ein Unding, batz wir als einzige Gemeinbe im Umkreis noch 28 Pf. als Stallpreis bezahlen müffen. Es wäre an der Zeit, daß bie Erzeuger von Grohen-Dufeck ihre Stallpreife den Preisen in ber Hingegen!) einigermaßen unpassen würben. Ein Verbraucher. (Schluh des redaktionellen Teils.) Mehr als drei Millionen Menschen waren in diesem Sommer in der Hygieneausstellung zu Dresden. Ergriffen standen sie vor dem durchsichtigen Menschen — den sinnreichen Aufbau des menschlichen Körpers bewundernd. Wir wissen ja viel zu wenig von uns felbft! Wer zum Beispiel weiß, wie es in seinem Magen aussieht! In Dresden sah man in gläsernen Mägen, wie die Milch, sobald sie in den Magen gelangt ist, aerinnt und zu Klümpchen verkleistert, die dann stundenlang im Magen liegen bleiben. Trinkt man aber die Milch mit Kathreiners Malzkaffee gemischt, so bildet sie ganz zarte kleine schneeige Flöckchen, die sehr leicht verdaut werden. Also — stets die Milch mit Kathreiner mischen! 4950v Die erste deutsche Straßen-Zapfstelle wurde am 14. April 1924 in Hamburg (in der Wagnerstraße) ausgestellt. Wenige Tage später erfolgte die Fertigstellung von 4 weiteren Dapolin-Pumpen, gleichfalls in Hamburg. Damals war der Bau dieser Zapfstellen ein großes Ereignis, und die Spitzen ber Behörden und die Vertreter der Presse beteiligten sich an einer Besuchsrundfahrt zu diesen Tankstellen. Auch in anderen Städten wurden bald darauf die ersten Straßen-Zapfstellen eröffnet. Wenn man diese ersten Zapfstellen, die lediglich aus der Zapfanlage bestanden, mit den heutigen allgemein bekannten neuzeitlichen Dapolin-Tankstellen vergleicht, so erkennt man bie gewaltige Arbeit, die auf diesem Gebiet in wenigen Jahren geleistet worden ist. 2525v führt ab, es wirkt sehr ' a milde, versuch es, und Du bist im Bilde uies Hebt ist der bestedtrbeltshetfen Kleine Buchstaben können Sie nur bei gutem und reichlichem Licht lesen. Darum sollte an jedem Arbeitsplatz gutes und reichliches Licht vorhanden sein. Sorgen Sie dafür, daß auch Ihr Schreibtisch richtig beleuchtet ist. 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Alle in dem gleichen Kostüm, alle vergnügt lachend unter der rv ig u d weißen Zaz?- maskc, Männer und Frauen, lauter feuerrote Clowns. Dor ein paar Iahren halte Iosc Duero einen kleinen Schmuckgegenstand herausgebracht als Reuheit, er nannte ihn Glücksaringer. Unb er schaffte ihm viel Geld, der niedliche rote Kerl. Die Damen trugen ihn in Platin mit Rubinen um ben Hals und am Armband. Er ward in Rings orrn gefaßt und für mindergefüllte Börsen in Silber mit Granatsteinchen hergestellt. Es gab größere Clowns in Silber mit rotem Email, die hängte man im Auto auf oder benutzte sie als Gürtelschnalle, und die Reklame der Firma am Rosenmontag galt ihrem Spezi alschrnuckstück, dem roten Clown. Unter Lachen und Scherzen bestieg man das geschmückte Auto. Die ältliche Portera des Hauses stand nahe von Iose Duero und winkte den Abfahrenden lachend nach, obwohl sie wirNich nicht wußte, wer unter den Masken steckte. Aber sie kannte ja alle Angestellten des Geschäftes. Das große Auto fuhr die Calle Fernando hinunter. bann ein Stückchen Rainbla und danach über die Plaza Catalunna Und nun ging es in langsamem Tempo den Paseo de Gracia hinauf, man mußte sich in andere Gefährte einschieben. Sin großes Schiff mit übermütigem Mcttrosen- volk hantelte voran. Es war der Rellamewagen für eine Likorsabrik, hinter den roten Clowns Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuyS Copyright 1929 by Verlag Bechthold, Braunschweig. Nachdruck verboten! 1. Rosenmontag! Unter dem blauen spanischen Himmel, der sich wie eine fast zu grell gefärbte große Glasglocke über der lebhaften Hafenstadt Barcelona am Mittelmeer wölb e, lachte und jauchzte Prinz Karneval. Aus dem Paseo deGracio, der breiten, eleganten Verkehrsstraße zwischen der Plaza Catalunna und dem Graciaviertel, sammelten |ich immer mehr Menschen an. Aus dem Erd- innem entquollen sie der Untergrundbahn und mit Tram und Autobus eilten Reugierige herbei, um etwas von dem Korso zu sehen, der nach einigen Iahren der Vernachlässigung und des Rieder- S sich wieder größerer 'Beachtung und Bent zu erfreuen begann. Besonders die Geschäftswelt stellte viele Wagen. Ratürlich aus Rekl ameg rünben. Rach vier Uhr würbe das Hauptleben und -treiben einsehen. Einzelne blumengeschmückte Autos mit ein paar Masken darin fuhren schon umher, zogen den Korsokreis, die eine Fahr,eite den Paseo hinauf, die andere Fahrseile hinunter. Und auf den beiden breiten Innenpromenaden drängten sich die Fuß- ?;änger. auf den Tribünen versammelten sich ge= abene unb zahlende Gäste, die Musiker holten ihre Instrumente hervor. Ein paar große Prunk- Wagen stellten sich am Ende des Paseo auf, unb von scharfen Hörnern charakteristisch in die eigenartige Melodie gerissen, klang eine Sardana auf, der eigenartige Rationaltanz Kataloniens. In der Calle Fernando, der schmalen, aber eleganten Geschä.tsstraße, dräng en sich müßige Zuschauer um ein großes, mit rotem Stoff unb weißen Rosen geschmücktes Lastauto, das vor dem Juwelengeschäft von Iose Duero hielt. Eine kleine kostümierte Schar stand davei, unterhielt sich, und einige davon verteilten schon an die Umstehenden ein paar der Reklamekarten, die sie nachher vom Wagen aus unter die Menge werfen sollten. Auf den Karten sah man einen feuerroten Clown und darunter ftafib: Ich bringe Glück! Dic kleine, wartende Schar vor dem Iuwelen- geschäft war genau so gekleidet wie der Clown auf dem Bild. Jeder davon trug einen feuerroten, losen Clownanzug mit weißer Halsrüsche und eine spitze, rote Mütze. Dazu eine weiß unb rosig bemalte dünne Maske mit asiatisch hochgezogenen dunklen Braueri. Diese Maske trug die Schuld, daß sich einige der Angestellten des Geschäftes von Iose Duero folgte ein Blumenauto mit schön gestickten Man- tones geschmückt, darin reizende Andalusierinnen, die wie wild Konfetti warfen. Rach rechts, nach links und nach vom auf die roten Clowns. So fuhr man den Korso hinauf und hinunter. Primo Duero, der Sohn des Iuweliers, fand es reichlich warm unter seiner Gazemaske. Er stieß den neben ihm stehenden, etwas kleineren Clown, freundlich an. „Haben Sie es auch so warm, Sennorita?" Etwas langsam und in fremden Akzent erwiderte eine Frauenstimme: „Rein, Sennor, ich finde es nicht so heiß, aber die Herren ziehen sich zu dick an. Und wer weih, was Sie alles unter dem Kostüm anhaben Wir Frauen sind darin praktischer." Primo Duero lachte und begann eine Unterhaltung mit Eva Hirtberg, die seit einem Iahre als Verkäuferin im Geich ist seines Vaters an- gestellt war. Er mochte das bescheidene blonde Mädchen sehr gern und manchmal hatte er schon ged ach , wenn seine Kuf ine Montserrat nicht getreten wäre, hätte er sich in Eva Hirtberg verliebt. Ihre rosige Blondheit gefiel ihm. Ab und zu Karten unter die Menge werfend, meinte Eva Hirtberg: „Man wird wie betrunken von dem Hin und Her in der lärmenten Umgebung. Ich zählte uns eben, die wir hier auf dem Wagen sind, und brach.e dreizehn heraus. Wir waren aber doch nur zwölf, als Sie in der Fernando zählten." ♦ „Ratürlich , lachte Primo Duero, „und zwölf können wir auch nur sein. Unser Chauffeur ist zum Beispiel schrecklich abergläubisch. Der fragte mich noch vorher, ob wir auch wirklich nur zwölf wären. Da zählte ich ihm vor. Erstens er, bann der Packer, vier Goldarbeiter, der Boy, zwei Verkäufer, zwei Derkäuserimren unb ich." „Ich weih", unterbrach sie ihn, „aber ich zählte eben nochmals, unb es ergibt sich sonderbarerweise wieder die Zahl dreizehn." Primo Duero nickte: „Sie haben sich also zum zweiten Ma.e geirrt. Doch wenn es Sie beruhigt, Sennorita, will ich nachzählen." Die anderen Clowns unterhielten lebhaftere Verbindung mit dem Publikum wie die beiden und befanden sich in übermütigster Stimmung. Keiner kümmerte sich viel um den anderen. Die goldene Sonne, die Musik versetzte alle in Ausgelassenheit. Der Tag der Freiheit, Maske unter Maske zu sein, gab jedem von ihnen etwas Beschwingtes unb Leichtes. Konfetti regen gaukelte nieder, bunte Papierschlangen wanden sich durch die Luft, schlossen dünne, leicht zerreihbare Bande zwischen Masken und Zuschauern. Die Musikkapellen füllten die Luft mit Tonwogen, auf denen man hinglitt in Ungebundenheit und Taumel des Rosenmontags. Primo Duero zählte mechanisch die lachenden übermütigen Clowns um sich herum. Ec verzählte sich anfangs, das rote tolle Pack hielt nicht still. Endlich gelang es ihm. Er war verdutzt. Unsinn, er halte sich verzählt. Die blonde Eva Hirtberg hatte ihn irritiert Er begann von neuem und diesmal gab er sich alle Mühe, gründlich und genau zu zä.-len. Und wieder war die Schlußzahl: Dreizehn! Er machte eine hilflose Schulterbewegung und zählte wieder die Clowns zum dritten Male. Es blieb bei der Dreizehn! „Run?" fragte Eva Hirtberg, „sind Sie zu demselben Ergebnis gelangt, wie ich? Oder irrte ich mich?" Der neben ihr Stehende schüttelte den Kopf. „Rein, Sennorita, Sie irrten nicht, ich habe dreimal Ihre Zahl herauszebracht. Aber es ist mir völlig unklar, wie die Rechnung ftimmen soll. Ich weiß genau, wir können nur zwölf sein." Scherzend fügte er hinzu: „Die Hitze hat unseren Zahlensinn verwirrt, ich werde dem Chauffeur Vorschlägen, eine kleine Trinkpause in unter Vergnügen, ober richtiger in unsere Arbeit, einzuschieben." Er ging nach der Vorderseite des Wagens und rief dort durch ein in der Wagen wand angebrachtes Loch Lern Chauffeur seinen Wunsch zu. Der war selbst schon halb verdurstet und verließ die Wagenkette bei der nächsten Rundfahrt, um in einer Seitenstraße vor einer kleinen Dar Halt zu machen. Während alle vergnügt schwatzend unb lachend den Wagen verl eßen, zählte Primo Duero noch einmal die Clowns mit sich und Eva Hirtberg. Sie waren alle zusammen dreizehn. Ein paar von den Masken nahmen vor der Bar Platz, ein paar gingen hinein, die Maske nahmen alle ab, Primo Duero sah nur bekannte Geeichter. Da war der Chauffeur, der Packer, vier Goldarbeiter, der Boy, zwei Verkäufer, zwei Verkäuferinnen und er, Primo Duero. Er sah weiter niemand. Also zählte er mit einer Art von Verbissenheit noch einmal und atmete trotzdem nicht befreit auf, als er nun feststellte, sie waren zusammen doch nur zwölf Personen. Er hä te darauf schwören mögen, es war vorhin ein roter Clown mehr gewesen. Eva Hirtberg trank fast gierig ihr GlaS Orangentimor ade leer und ihre großen Dlauaugen lächelten den Sohn des Chefs an. „Geht es Ihnen wie mir? Ich bringe jetzt nur noch zwölf zusammen." Primo Duero sagte gequält: „Unb vorhin waren wir doch dreizehn!" Eva Hirtberg fühlte einen ganz eigenen kühlen Schauer über ihren Körper gleiten, als sie ernst wiederholte: „3a, vorhin waren wir doch dreizehn!" (Fortsetzung folgt) Was geht in Finnland vor? Don unserem Dr. P. (^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Helsingfors, November 1930. Die innerpolitischen Verhältnisse Finnlands haben leit dem finnischen Freiheitskriege nur selten im Auslande Beachtung gefunden. Man versolate mit Interesse den zielbewußten wirtschaftlichen Aufbau des Landes, das plötzlich vor der Notwendigkeit einer grundlegenden Neuorientierung stand. Finnland, dessen Außenhandelsschwerpunkt früher in Rußland lag, verstand in wenigen Fahren, sich neue Absatzmärkte zu schaffen seine Zellstoffindustrie auszubauen und sich in jeder Beziehung von Ost nach West um zu st eilen. Das 3,5-MMionenvolk schuf sich eine wohldlszipli- nierte, schlagkräftige Armee und daneben das in seiner' Art und Bedeutung einzig dastehende frei- willige Schutzkorps. In beiden Fällen bildeten die finnischen Freiwilligen, die im preußischen Jäger, bataillon 27 ihre Ausbildung erhalten hatten, den Stamm des Offiziers- und Unteroffizierskorvs Obwohl Finnland nicht in die Falle des von Rußland vorgeschlagenen „Nonagressivvertrages" ging, schienen sich die Beziehungen zu dem östlichen Nachbar zu bessern. Bindungen mit den baltischen Ländern und Polen — wofür sich bekanntlich der frühere sinnische Außenminister cholsti mit Hochdruck einsetzte — wurden a b g e I e h n 1 und die ollen kulturellen Beziehungen zu Skandinavien aufrechterhalten. Die Aalandsfrage, die in den ersten Jahren nach dem Freiheitskriege das Verhältnis Schweden-Finnland getrübt hatte, steht nicht mehr zur Diskussion. .... Als Finnland vor zwei Jahren das zehnjährige Bestehen seiner Freiheit feierte, konnte kaum ein Zweifel darüber herrschen, daß dos frühere russische Großfürstentum innerlich und äußerlich zu den am besten gefestigten Staatenneubildungen Europas gehörte. Die frühzeitige Stabilisierung der Währung, die außerordentlich lebhafte Bautätigkeit und die industrielle Unternehmungslust waren die deullichst sichtbaren Symptome des Fortschritts. Die De ressionderWeltwirtschaft Heß auch Finnland nicht unberührt, zumal die Holz- und Holzveredlungsindustrie — die fast _ 90 v. H. der finnischen Ausfuhrprodukte liefert — Überall auf der Welt mit besonderen Schwierigkeiten kämpfen. K a • pitalmongel machte sich bemerkbar, und die Bautätigkeit ließ nach, naturgemäß wurde auch die Landwirtschaft betroffen, die in Finnland mit der Forstwirtschaft eng verbunden ist. Die Wirtschafts- depression nahm zwar keineswegs besorgniserregende Ausmaße an; sie trug jedoch mit dazu bei, daß die im Freiheitskriege nur mühsam zurückgedämmte kommunistische Welle sich wieder über das Land ergoß Die Ansichten darüber, wie weit die Bolschewisierung schon vorgedrungen war, sind ge- teilt. Zur Bekämpfung des Kommunismus entstand die Lappobewegung. Das kleine Kirchspiel Lappo in der nordfinnischen Provinz Oesterbotten isl in wenigen Wochen weltberühmt geworden. Der vaterländische Kampfruf der Lappobauern fand im ganzen Lande Widerhall. Der Großbauer Vihtori Kos o la organisierte den bekannten Marsch nach Helsingfors und setzte durch, daß eine neue Regie- rung gebildet und schließlich auch der Reichstag aufgelöst wurde, als die von der Lappoführung eingebrachten antikommunistischen Gesetze nicht die notwendige Mehrheit fanden. Die Wahlen brachten einenklarenbürgerlichenSieg. Nicht ein einziger Kommunist wurde wiedergewählt, und die bürgerlichen Parteien erhielten, wenn auch nur mit - einer Stimme Uebergewicht, die notwendige Zwei- -drittelmehrheit. Die Handhabe zur Durchdringung der Lappogesetze war gegeben; hatte sich doch auch die bürgerliche Linke auf den Boden der antikommunistischen Gesetze gestellt Um so größere Üeberraschung riefen die Alarmnachrichten der letzten Wochen hervor, im besonderen die Entführung des früheren Staatspräsidenten S ta h l b e r g und die Verhaftung einer Reihe hoher Offiziere, darunter des Generalstabschefs W a l l e n i u s. Diese beiden Vorgänge wurden, zum Teil in leicht durchsichtiger Absicht, mit einem Netz wilder Gerüchte umsponnen Die meisten dieser Nachrichten sind inzwischen dahin verwiesen worden, wo sie hingehören. Daß General Wallenius in Verbindung mit Lappokreisen und weißrussischen Emigranten beabsichtigt habe, den Helsingforser Sowjetgesandten gewaltsam au entfernen, um eine Kriegsursache zwischen Finnland und Rußland zu schaffen, gehört ins Reich der Fabel. Desgleichen das unsinnige Gerücht, daß Präsident Stahlberg ermordet und über die russische Grenze geschafft werden sollte, um den Anschein zu erwecken, er sei von Sowjetleuten beseitigt worden. Die Untersuchung hat keinerlei Anhalt dafür geboten, daß die verantwortlichen Lappoführer mit der Angelegenheit Stahlberg irgend etwas zu tun gehabt hatten. Aus welchen Gründen General Wallenius den Auftrag zur Entführung des Expräsidenten gegeben hat, konnte noch immer nicht geklärt werden. Daß die Lappoführung zusammen mit den Der- hafteten Generalstabsoffizieren einen Militärputsch plante, ist weder erwiesen, noch wahrscheinlich Ko- solas Kampf richtet sich ausschließlich gegen die kommuni st ischeWühlarbeit, durch die kein Land in der Welt so bedroht ist, wie das Tausendseenland mit seiner langen sowjetrussischen Grenzlinie. Im Kampf gegen die rote Gefahr schien zwar den Lappoleuten jedes Mittel heilig; der Abschub von Kommunisten über die Sowjetgrenze gehörte zur Tagesordnung. Die Entführung des früheren Staats- Präsidenten jedoch konnte der Bewegung nickts nützen, sondern wäre in jeder Beziehung eine Unklugheit ger-esen. lieber 1000 Lappoleute haben sich auf die Anord- nung ihrer Führer hin bei den Behörden s e l b st angezeigt — „wegen Gesetzesübertretungen aus vaterländischen Motiven" Eine ganze Anzahl von Geistlichen haben sich auf den Sammellisten unter- schrieben, wie überhaupt der religiöse Einschlag in der Lappobewegung sehr stark ist. Besonders in der Landschaft Oesterbotten, wo die Verspottung der Kirchgänger durch Kommunisten mit in erster Linie zum Zusammenschluß der Elemente führte, die an Vaterland und Väterglauben festhalten. Die finnische Regierung hat selbst erklärt, daß sie es nicht für angebracht hält, mit strengsten Maßnahmen gegen die Aktivisten vorzugehen, die Zweifel- los zu Unrecht als „Bauernfaschisten" bezeichnet werden. Bei Beurteilung der vorgekommenen Ausschreitungen muß außer der exponierten Lage Finnlands in Erwägung gezogen werden, daß man hier in den blutigen Kämpfen vom Januar bis Mai 1918 bie Schrecken der bolschewistischen Herrschaft am eigenen Leibe gespürt hat. Die kaum vernarbten Wunden von 1918 erklären die ungemeine Verbitterung, die im Kampf gegen den Kommunismus nur das eine Ziel kennt: bi e vollkommene Ausrottung. Nur so ist | bie Volksbewegung zu erklären, bie allem Anscheine nach ihrem vaterlänbischen Ziele sehr nahegekommen ist unb Finnlanbs Existenz gesichert hat. Oberbeffen. Bürgermeisterversammlung inSchotten c. Schotten, 10. Rov. 3m hiesigen Rathaus-- saal fand unter Leitung des Kreisdirektors Dr. 3 a n n, Schotten, eine amtliche Versammlung der Bürgermeister des Kreise s Schotten statt. Regierungsrat Frhr. v. Löw zu Steinfurth von der Hess, land- unb forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft hielt einen Vortrag über die Bedeutung, den Werl unb bie Vorteile der Lanbw. Berufsgenossenschaft. Er wies aus bie ungeheure Steigerung ber Ren- tenanträge hin. bie sich von 3558 im 3ahr 1913 auf 9702 im letzten 3ahre vermehrt hätten. Daraus erwachse für alle Beteiligten die Pflicht, alle Rentensachen eingehend zu prüfen und Mißbräuchen vorzubeugen. Das frühere Betriebskapital der Berufsgenossenschaft sei durch die 3n- flation verloren gegangen, die Ansprüche an die Genossenschaft seien sehr gestiegen, dadurch hätte sich eine Beitragserhöhung von früher 9,6 Prozent auf 17 bzw. 18 Prozent pro 100 Mk. Steuer- wert nicht umgehen lassen. Der Referent bat um Unterstützung aller Bürgermeistereien. Eine in- ReiKswebrSeneraiv.ZiombersinSanImnzisko ft U'E? K. M Bon links nach rechts: Generalleutnant Werner von Blomberg, Kommandeur der ersten amerikanischen Division M a l i n C r a i s; Oberst ErichKuhlenthal (Deutschland) und Oberst Wal t e r Kruger (USA.). — General von Blomberg, der Befehlshaber des Reichswehrkreises l, ist auf seiner Inspektionsreise durch Amerika nun in Kalifornien angelangt, wo ihm die amerikanischen Militärs die neuesten technischen Errungenschaften der amerikanischen Küstenverteidigung zeigten. Bahnhof. Äon Richard öuelfenberf. 2ln Regentagen gehe ich meinen besonderen Ver- gnügungcn nach. 3ch liebe die merkwürdige Traurigkeit der Straßen, von denen das Wasser ab- tropst wie von alten Regenschirmen. Die Haus- fassaden sind von schmutzigen Wasscrdändeim überzogen; an den Fensterbänken träuft es in langen qualligen Schmuhbächen. Bei Schmiedeles, im Schmutz des Balkons (in den Wohnungs- Prospekten heißt es Loggia) verwelkt die letzte Geranie Aus dem Sportplatz, wo letzten Sonntag noch die Steglitzer „Red Girls" gegen den Friedenauer Damenverband einen stupenden Fuß- ballsieg erfochten, steht die Flüssigkeit die der graue Himmel ausschüttete, in großen Pfützen. Die Kinder des Portiers lassen Papierschiffchen schwimmen; ich höre ihre Ruse. Wir sind nicht weit vom Flugplatz; am Himmel ist Brummen unb Rumoren; D 165 unb D 78 müssen um diese Zeit das Dtraßenviertel überfliegen. 3ch wollte von al.'en diesen Dingen und Menschen gar nicht erzählen. Es lag mir daran, von geheimer Leidenschaft zu berichten, die mich manchmal packt, wenn das Wetter schlecht ift und einem die Melancholie in den Knochen sitzt nicht weniger als das Rheuma, daß die Schützengrabenzeit hinterlieft. An solchen Tagen bin ich von wehmütiger Liebe zu einem toten Gegenstand, zu einer Einrichtung, zu einer öffentlichen Angelegenheit, bie mir persönlich von allen öffentlichen Angelegenheiten die einzig nützliche und die einzig mögliche zu sein scheint. 3ch meine den Bahnhof, einen Bahnhof, irgendeinen Bahnhof, also ein Gebäude, eine Halle, in die die Züge donnern. Aber es handelt sich gar nicht um bie Züge. 3ch werde das ausführlicher aus- einandersetzen. Die Züge sind es nicht, die mich reizen. Wenn ich sie sehe, bleibt mir nichts anderes als die nackte Vorstellung, daß es sich um eiserne De- hüller handelt, in die man sich setzt, um von einem zum anderen Ort verschoben zu werden. Die Züge sind bie Technik; bann unb bann erfunden, zwischen Nürnberg unb Fürth zum ersten- mal aufgestellt unb benutzt, später vre.sach verbessert vergrößert unb heute gewissermaßen neben Kino Radio unb Staubsauger zu ben QSunbern zu zahlen, die den Fortschrittsgeift mrt Stolz erfüllen. Die Plattform, von der aus die Reisenden abrollen, in diese unb jene Himmelsrichtung, interessiert mich nicht; meine Leibenschaft spielt sich vor ber Sperre ab. 3ch liebe ben Raum, in dem bie Billetts txr auft werden. Hier allein hat man bie Möglichkeit, seiner Phantasie freien Spielraum zu lassen. Hier allein kannst bu unentschlossen sein und davon träumen, wie dir zumute wäre, wenn du die Möglichkeit hättest, eine Erholungsreise nach Aegypten zu machen. Dabei wirst du am besten unterstützt durch Reklameplakate an den Wänden. Es gibt ein Plakat, das ich besonders liebe. Es ist sehr bunt; man sieht auf ihm eine Moschee ober etwas ' berartiges, jedenfalls einen ausländischen Tempel, einige Leute, die mit erotischen Burnussen herumlaufen, einen strahlend blauen Himmel und tropisches Pflanzengewirr. Mir schlägt das Herz, wenn ich bedenke, daß es Menschen gibt, die sich in Licht und Sonne frei bewegen können, ohne fürchten zu müssen, daß ihnen ein Wasserschmuh- badj über bie Hemdenbrust läuft. Die ausgesprochen fröhlichen Gesichter ber Menschen, die vor jener Moschee herumlausen, zeigen, wie sehr man dortzulande warmes Klima zu schätzen weiß. 3ch will den Leser nicht länger auf die Folter spannen. Es handelt sich um 3nbien. Das Plakat gibt einen Ausschnitt des indischen Straßenlebens, darunter steht: „3nd i en ruft d i ch!" 3ndien ruft mich, das ist es, was mich aufs tiefste bewegt unb weshalb ich in diesem naßkalten Raum mich länger aufhalte, als es meine empfindliche Gesundheit erlaubt. (Indien, das Land ber Sonne, der Moscheen, des tropischen Blättcrgewirrs ruft mich — mich, einen Mann, ber soeben für fünfundzwanzig Pfennige aus der Vorstadt hierhergefahren ist, um ein wenig Sehnsucht nach ber Ferne zu empfinden. Das ist doch eigentlich erstaunlich, baß 3nbien mich ruft, unb obwohl ich natürlich weiß, bah es eine Phrase ist unb nur wahr wirb, wenn man, bas schützende Bankkonto im Rücken, keck an den Billettschalter treten kann — obwohl ich das weih: ein klein wenig dieser Aufforderung gilt auch mir. Wie oft schon hat das Schicksal einen überraschenden Weg genommen. Wer heute arm ist, kann menge nunb übermorgen ein reicher Mann fein. 3ch sehe mir bie Leute vor ben Billett- 1 sch altern an. Wozu biefe Hast, dieser auf jedem Gesicht deutlich ausgeprägte Lebenswille, wenn nicht die Möglichkeit bestände, auch einmal ein Billett zu lösen nach 3ndien, das hier seinen Plakatrus ertönen läßt. Spart und arbeitet, hastet, kauft, lamentiert, sterbt und werdet geboren: 3ndien ruft euch; vielleicht eines Tages seht ihr euch wieder irn Sightseeing Car vor jenem Tadsch Mahal, das übrigens gar keine Moschee, sondern ein Grab ist, das ein reicher indischer Fürst seiner Geliebten errichten lieh. Es ist erstaunlich, was in dieser Bahnhofsvorhalle alles geschehen kann. Zwei Buchhändler haben ihre Stände dort und viele Leute, die im Begriff sind, die Treppe zur Zugabfahrt zu ersteigen, laufen sich schnell eine Zeitung. Den Koffer trägt man mit ber rechten Hand, unb bie Zeitung klemmt man unter den rechten Arm; nie nimmt man sie in bie linke Hanb. Man macht es sich möglichst schwer; man erklimmt bie Treppe schnaubend, unruhig, ob man einen angenehmen Platz erwischen werde, man ist im Grunde wütend und freut sich gar nicht. Man freut sich nicht im geringsten über bie bevorstehende Reise; die Gesichter aller Menschen haben die graue, gleichgültige Maske, die dem Alltag bestimmt ist. 3ch gäbe alles genau beobachtet. Die Kinder unb bie Hunbe finb bie einzig fröhlichen Wesen, bie es in der Bahnhofshalle gibt. Die Hunde insbesondere, die einzigen, die von 3ndien in keiner Weise gerufen werden, toben ihre Lebenslust aus. Wenn die Hunde schon reifen, werden sie in kleine Gefängnisse gesperrt, sie haben nichts zu lachen, Speisewagen kennen sie nicht, und als Erfrischung stellt ihnen der Zugführer, wenn es hoch kommt, einen Dlechnapf mit schmutzigem Wasser hin. Die Hunde sind dennoch fröhlich. Dieses dennoch gibt mir zu denken. 3n ber vorigen Woche hatte ber Duchhanbler mein Buch in seinem Fenster stehen. 3etzt ist es verschwunden. Es erhebt sich bie bange Frage: „Sollte es jemand gekauft haben?" Der Gedanke, ein Mensch, ein eiliger Mensch, jemand, der im Begriff stand, eine Reise zu unternehmen (wenn sie auch nur bis Potsdam ging) könnte sich mein Buch gekauft haben, rührt mick tief. So etwas ist also in dieser Zeit noch möglich. Es gibt Menschen, bie von Koffern, Sorgen unb Alltag beloben, ihre Brieftasche ziehen und kurzerhand mein Buch kaufen. Die lesen es vielleicht. Sie finben es vielleicht erträglich. Bon ber Stadtbahntreppe kommen die Mädchen in Hellen Wolken. Es scheint Samstag zu sein: tereflante Aussprache schloß sich an den Tort trag an, die auch das angrenzende Gebiet beö Haftpflichtversicherung der Landwirte gegen Schäden im Betrieb berührte. Auch die G eme in de h a f tp f l ich tVersicherung wurde näher besprochen. Man verständigte sich dahin, daß man einem Reuabschluh des Haftpflichtversicherungsvertrages nähertreten solle. Das Kreisamt will alsdann den Abschluft eines Kolleklivversicherungsvertrags veranlassen. Veterinärarzt Dr.Metz vom Kreisveterinär- amt Schotten sprach dann über Rotschlach- tungen und wies auf die außerordentliche Wichtigkeit der amtlichen Untersuchung aller Schlachtungen, auch der Hausschlachtungen, auf Tuberkulose, Trichinen usw. hin. Auch ber Maul- und Klauenseuche, der Ueberwachung aller von Märkten eingeführten Tiere soll größte Aufmerksam- keit geschenkt werben. Die Versammlung sprach sich bahrn aus, daß die vielen Feiern und Festlichkeiten bei ber Schwere ber Zeit möglichst eingeschränkt werden möchten. Herumziehende Musiker, private Sammlungen sollen möglichst ausgeschlossen werden. „ An bie Regierung soll herangetrKrn werden, damit bald bie Ausführungsbestimmungen über die neuen reichsrechtlichen Steuergesetze, Biersteuer, Bürgersteuer herauskommen. Oie Bewerber um den Grünberger Bürgermeisterposten. 4- Grünberg, 11. Rov. 3n der gestrigen: Sitzung des Gemeinderats berich-teie Beigeordneter Keller über bie Bewerbungen um die Stelle eines Derufsbürgermei- sters in unserer Stabt. Es haben sich, wie von uns schon kurz berichtet, 42 Bewerber gemelbet. Don biefen sinb sechs mittlere Derwal- tung8beamte (Stadtsekretäre unb (Inspektoren), vier andere Beamte, drei Staatsbeamte, drei Kaufleute, 15 Volkswirte und (Juristen, zwei Syndici, fünf Gerichtsr4erendate und -a ses oren, einer Bürgermeister, je einer Polizeihauptmann und -Wachtmeister a. D. und einer 3ngenieur. Das> Alter ber Bewerber schwankt zwischen 23 und 50 3ahren. 3n einer erneuten Sitzung des Gemeinde- rals Ende dieser Woche soll über die Bewerbungen näher beraten und möglichst schon eine Anzahl Kandidaten ausgeschieben werden. Landkreis ^Gießen. U Großen-Linden, 11.Rov. 3m Saale der Gastwirtschaft „zur Linde" fand am Samstag die Fünfziger- Feier der im 3 ah re 1880 geborenen Allerskameraden _ statt. Die Veranstaltung nahm einen sehr schönen Verlauf. Kaufmann Ludwig Weiß gedachte in einer Ansprache u. a. auch des im Weltkrieg gefallenen Alters- fameraben, dessen Andenken man in üblicher Wei e ehrte. Zur Freude aller Teilnehmer hatte sich auch ber in Lang-Göns im Ruhestanb lebende Lehrer D i e m e r , der einzige noch lebende Lehrer dieser Altersklasse, eingefunden. Allen Teilnehmern werden die schönen Stunden unvergeßlich bleiben. Am Sonntag nahmen die Alterskameraden gemeinsam am Gottesdienst teil. § Daudringen, 12. Rov. Bei einer Treib- j a g b in der hiesigen Feld- und Waldgemarkung wurden 60 Hasen, zwei Rehe und ein Fuchs erlegt. • Londorf, 11. Rov. Diplom-Landwirt Dr. Klingelhöfer, Gießen, hielt in unserer Gemeinde, sowie im benachbarten Kesselbach Vorträge über „Ernährung ber Pflanzen". Die Besucher folgten den Vorträgen mit großem 3nteresse. , v. Londorf, 11. Rov. Am Sonntagabend hielt Herr Kratz aus Freienseen im hiesigen Kriegerverein einen Vortrag über sei.e Kriegserlebnisse bei ber Marine unb im Unterseeboot. Seine klaren und gemeinverständlichen Ausführungen fanden bei der zahlreichen Zuhörerschaft lebhaften Beifall. 4- ©rünberg, 11.Rov. Hier sand jetzt die Herb st-Gesellenprüfung ihren Abschluß. Rachdem die Prüflinge vor einiger Zeit ihre Gesellenstücke angefertigt unb ihre Arbeitsproben geleistet hatten, wurde nun die theoretische Prü- fung in der Volksschule abgehalten. Gewerbelehrer Kröhle prüfte im Zeichnen unb Veranschlagen, Berufsschullehrer Gengnagel in Deutsch, Buchführung und Staatsbürgerkunde, die Prüfungsmeister über Berufskunde. Von den die Geschäfte haben geschlossen, die Rechtsanwaltsbureaus, die Verkaufsstände und was weiß ich. Die Mädchen sind jedenfalls da. Sie haben Helle Kleider an. Aber diese und jene hat eine Regenhaut übergezogen; viele tragen vorsorglich einen Schirm. Als ich am vorigen Samstag in dieser Bahnhofshalle stand, erblickte ich ein Mädchen, das Ä>erzeugend der Braut meines Freundes Sülte- meier glich, den ich jetzt feit zehn 3ahren nicht mehr gesehen habe. Damals, als Sültemeier die Braut hatte — sie hieß Lissy Wager — waren wir noch Schüler unb wohnten bei einem Mathematikprofessor in Burgsteinfurt, einem Rest in Westfalen. Um neun Uhr ging der Alte in feinen Verein, und um neun Uhr fünfzehn lieft fup Sültemeier an zwei zusammengeknüpften tüehern herunter. Er traf sich mit Lissy Wager im Stadtpark. 3ch war damals noch sehr jung, hatte keinerlei Braut und hätte auch nie gewagt, mich an Bettüchern herunterzulassen; aber Paul war ein Held. Leider hals ihm dieses Heldentum nicht Denn Examen. Er fiel durch. Er fiel, glaub ich, mehrmals durch, und als ich ihn vor zehn 3ahren sah, wagte ich nicht zu fragen, ob es ihm doch noch gelungen sei, das Examen zu bestehen. 3d) war sogleich entschlossen, Lisstz Mager oder ihren Astralleib, jenes Wesen, daä die Stadtbahntteppe herunterkam, anzusprechen, aber ich tat es doch nicht. 3ch wagte es nicht, und ich wollte auch keine alten Geschichten aufrühren. 3ch hätte anhören müssen, Sültemeier habe sein Examen nicht bestanden. Was gehen mich heute noch Examen an? Richts und gar nichts. Da sind andere Dinge zu erledigen. 3ch stampfte durch den Regen zur Straßenbahn 77, die zu mir hinausfährt. Sie ist mir lieb und vertraut. 1: S" Soti« ! SliMen’. Sen' I v. Schotte I Verein unserer I fiel gegründete | gen 3a';rcn sen 1 rMa'.i che Leb | recht. Er ist zu 1 Freiwilligen?? ' jungen unterhc j fein40.3ubi I der Leitung sei I brachte er eine I gezeichneter §o ß der Festrede J Säjo'.ten, über die m gtofcn die der Tereir da.-gebracht fx und langjährig nungsratIo- Musikverein 8 erschienen und läuinsvercin z mtorbentlid 0 Laubo> neinderat 2rächst mit dec Idalde vorzunef neinberat stinn N (bei einem A die Holzhai Msrrwerbslo Ne sind - «! Jetto€rfun S Egeschr Meistbiete fin -rüE -oN * >> glfll beto' üeberre'U % «gjelUn M Alt gende untc Dito Sauer, H Sichel em 3" Dhinen) und Lauter). . Lieder' diesjährigen Z llagdllubs' nS beim Lder'Dessinge )( 21 dj, ll- lebten am Sonnt DarienMskirch rxtv K az, ol Wirkung zur ® (op. 59, von « Organist gab ®! ft.Moll von 3. dergale sanden. Lieder von Dvc del. Die ftn Stimme und o auf die Zuhor Leistungen bot mit Lrgelbegtc hätte in Anbei besser sein bür] K nb. Didda, sprach am 6onrl müllet, Del Tübingen, in Weise über „2 Sie Mädchenve Lehrer Siet« Schichte vor. ftr den Evang i. &ag für das ■ Anna CeMos ■ ^athauSacüe1 I ^dichchas! 2; "Rationelle % ton und lehrt - za Dortram I Nd). 8 ^nöcn na, 5 Docker bü Junten. - Auhübu Erwehr ■ > «ch. s, Ä» 3rani Lochfchulnachrichten. Der ordentliche Professor an ber Technischen Hochschule in Darmstadt Dr.-3ng. Enno Heidebroek ist vom 1. April 1931 ab zum ordentlichen Professor in ber Mechanischen Abteilung bet Technischen Hochschule Dresben unter üebertragung des bisherigen Lehrstuhls für Hebe- Iunb Transportmaschinen, allgemeine Maschinenlehre Eisenbahnmaschinen und technisches Zeichnen ernannt worben. / CA >«gtt SJ.-fpori gute Hintermannschaft der Gäste zu und zu Treffern zu kommen. Den W> etzlarern blieb To. Krofdorf I — To. Trels I 3:1. des sein. Die Verelnsverlrelerlagung. 2228v ung- 7659V gend empfohlen werden. 1483V Fleisch vorzüglich. pA«b*-° em baß Am Sonntagoormittag tagten in Gießen die Vertreter der Bezirksoereine, um zu organisatorischen Fragen des Bezirkes Stellung zu nehmen. Von 35 Vereinen waren 82 Vertreter erschienen. Ein kurzer Rückblick des Bezirksoertrcters zeigte, daß die Be» wegung gute Fortschritte gemacht hatte. 3h der Aussprache ergab sich ein Wechsel in der Besetzung des Vorstandes, so daß als Bczirkskassierer Herr L u h - Wieseck und als Schriftführer 5)crr Spieß- Giehen gewählt wurde. Das Referat des Kreiskassierers Heiliger- Offenbach, zeigte die Auswirkung der wirtschaftlichen Rot auf die Vereine und er ermahnte die Vertreter, beim Erwerb von Sport- und Ucbungsplätzcn Vorsicht und Sparsamkeit walten zu lassen. Bei Beratung der cingelaufenen Anträge wurde beschlossen, daß künftig die Herbstvertretertagung aocgfallen. Dos Bezirksfest 1931 findet in Raunheim bei Wetzlar statt, ebenso der ordentliche Bezirkstag. Außerdem wurde ein Antrag angenommen, daß bei kommenden Wettkämpfen eine genauere Kontrolle der Altersklassen eingeführt wird. Rach einigen Mitteilungen des Vorstandes fand die Tagung ihr Ende. Schalke 04 endgültig ausgeschlossen? Heber den FE. Schalke 04 scheint nun endgültig der Stab gebrochen zu fein. Die Spruchkammer missen ließen, mußten alles hergeben, um die flinken Gäste niederzuhalten. Rur zweimal gelang cs, die gute Hintermannfchaft der Gäste zu Überwinden sm 6aalc m TamS- ZahreM Die Der- auf. Sauf* Ansprache n Mrs« cherDcie !e sich auch de Lehrer . )rer dieser intern toer« leiben. Am gemeinsam ;r Treib« Gemarkung uchs erlegt, tdfeirt Dr. nietet Geich Dor- jen". Die il grvfM nntagabenb n hiesige über feine im Unter« rsländlich'll reichen Zünd jetzt die in Abfchluß. Zeit chre beitsprodcn tische Pni- Selverbe- ich Deran- agel in iriunbe, die Aon den « bee ^a« tder. °Ndrr. 'blchluh "deten lbfchluh nlaffe^ terinür, tl ach, -Dich. >chlach. Tuber- *1" und Aärk. ittfam- daß hx bei rofeer- dritte kn fett, Verden, ]en über le. Vier- gestrigen eie Sei. ungen irmei* sich, feie 'erber Ikrtoal# rltvrenj. k, drei »reu. einer ann und ur. Sag ü unb 50 Semeinde- lefeerbun* eine An- 30 Gramm - 2 Pfund! Die Firma Knorr brinat jetzt Bratensoße in Würfeln heraus.— Ein Würfel Knorr. Bratensoße gibt so viel Soße wie 2 Pfund Braten. Die Hausfrau hat es nicht mehr nötig, bei den vielen Fleischgerichten, die wenig oder gar keine Soße geben, erst mühselig eine Tunke zuzubereiten. Knorr- Bratensoße enthält alles — von der Mehlschwitze bis zum feinsten Gewürz — und schmeckt auch ohne ,§ng. % *Ä W und Gemüse wurden gespendet. Auf drei schwer beladenen Wagen brachten hiesige Pserdebesiher die stattliche Gabe unentgeltlich nach der vier Stunden entfernten Station Ehringshausen. Dieser Opfersinn ehrt die Gemeinde und beweist trotz eigener 2lot daß hohe Verständnis unserer Einwohner für die Aermsten. •4- Ober-Schmitten, 11. Aov Die Unart der Kinder, sich an voruberf ährende Fuhrwerke zu hängen oder darauf zu klettern, um ein Stück Wegs mitzusähren, hatte hier schlimme Folgen. Ein neunjähriger Junge erflet- terte den Hinteren Teil der nach Ulfa zurückfahrenden Milchkutsche. Beim Abspringen blieb er an einem Haken hangen und zog sich eine erhebliche Fleischwunde am Oberschenkel zu, die vom Arzt vernäht werden mußte. Der Fuhrmann hatte den ganzen Vorgang nicht bemerkt. Kreis Alsfeld. < Ober-Ofleiden.11. Vov. Dem hiesigen Schäfer wurden vorige Woche 14 wertvolle Tiere gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen führten zur Verhaftung einer verdächtigen Person, die aber nach Sicherstellung einer Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Zu dem für den Sonntag angesetzten Derbands- spiel erschien der Schiedsrichter nicht und die Mannschaften entschlossen sich, lediglich Freundschaftsspiel zum Austrag zu bringen, die Butzbacher hoch verloren. von neunundzwanzig schönen Obstbäumchen, die der Kreisobstvauverein Schotten aus der Baumschule des Kreises zur Verfügung gestellt hatte. + Groß-Eichen, 10. Vov. Dieser Tage sand hier eine Besprechung deS Bürgermeisters, Pfarrers, und der Vorsitzenden der Vereine über eine Gefallenengedenkfeier am Totensonntag statt. Aach dem Gottesdienst soll eine schlichte Feier am Denkmal fein. Sämtliche Vereine sagten ihre Beteiligung zu. Man kam, wie auch im Vorjahre, überein, oie Gefallenengedenkfeier am Totenfest zu halten und nicht am Volkstrauertag, da der Volkstrauertag im Reiche nicht einheitlich gefeiert wird und nur eine Schöpfung des Bundes für Kriegsgräbersürsorge ist. Dagegen wird der Totensonntag von der gesamten evangelischen Bevölkerung als Totengedächt- nißtag gefeiert und ist ursprünglich alß Gefalle- nenaedächtnistag nach den Freiheitskriegen geschaffen ttrorben. LKöddingen, 11. Aov. 3m Laufe der letzten Woche fand in unserem Orte auf Anregung von Pfarrer Geißler eine freiwilligeSarnm- lung von Nahrungsmitteln aller Art für das Diakonissenhaus in Darmstadt statt. Das Ergebniß war, der reichen Ernte entsprechend, sehr gut. Aahezu 100 Zentner Kartoffeln, Kraut Büdo Beize gibt dom Boden sdiönen Farbglanz und tritt lieh nicht ab aune Partopria CARL LINDSTRÜAA • AG« BERLIN SO 36 Parlophon - Musikapparate und -Platten werden bereitwilligst ohne jede Kaufverpflichtung in allen guten Fachgeschäften vorgeführt zehn Prüflingen erhielten neun die Rote »Gut bestanden", einer die Rote „Bestanden". Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Lehrer Wenzel, betonte in seiner Ansprache bei der Ueberreichung der Gesellenbriese an die 3ung- gesellen die Wichtigkeit einer gründlichen praktischen, wie auch theoretischen Ausbildung des Heranwachsenden Handwerkergeschlechtes, da diese bei den heutigen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen eine unerläßliche Vorbedingung für bas spätere Fortkommen sei. 3n ähnlicher Weise richtete der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins, Schlossermeister Heinrich Schmidt II., beherzt- gende Worte an die Zunggcsellen. Dem Berufe nach waren unter den Prüflingen fünf Schreiner jKarl Eckhardt, Lauter-, Wilhelm Herrmann, Are- ter-Ohmen; Karl Lenz. Atzenhain; Wilhelm Mül- ler, Beltershain; Heinrich Müller, Weitershain); drei Schlosser (Hugo Aickel, Stockhauser Hof', Otto Sauer, Freienseen; Heinrich Weitzel, Groß- Eichen); ein Zimmermann (Albert Wurm, Bieder- Ohmen) und ein Weißbinder (Ernst Schäfer, Lauter). • Aieder-Dessingen, 11. Aov. Ber der diesjährigen Hubertusfeier des Hessischen Lagdklubs in Darmstadt erhielt der Gastwirt Wrl- hclm Loh von hier für zwei im Jagdrevier Rieder-Bessingen erlegte Sechser-Böcke die goldene und silberne Medaille. )( Lich, 11. Aov. Eine schöne Feierstunde erlebten am Sonntagnachmittag die Besucher unserer Marienstiftskirche bei einem Kirchenkonzert. Frl. Kaz, Frankfurt a.M. (Gesang), Lehrer Hinkel, Aieder-Dessingen (Geige), und stuck, pack. Erich L ö h l (Orgel) hatten sich zur Mitwirkung zur Verfügung gestellt. Ein Präludium (op. 59, von Reger) eröffnete das Konzert. Der Organist gab weiter zwei Fugen in O-Dur und O-Moll von 3. S. Bach, die eine prächtige Wiedergabe fanden. Frl. Kaz sang sehr ansprechend Lieder von Dvorak, von Schubert und von Händel. Die klare, technisch gut durch gebildete Stimme und die Kraft ihres Vortrags machten auf die Zuhörer tiefen Eindruck. Hervorragende Leistungen bot auch Lehrer Hinkel (Geige) mit Orgelbegleitung. Der Besuch des Konzerts hätte in Anbetracht der künstlerischen Leistungen bester fein dürfen. Krcis Viwingcri. nd. Aid da, 11. Aov. 3n der hiesigen Kirche sprach am Sonntagabend Stud enrat Lic. Eidenmüller, Religionslehrer am Gymnasium in Büdingen, in leichtfaßlicher und interessanter Weise über „Das Bekenntnis von Augsburg". Die Mädchenvcreinigung sang unter Leitung von Lehrer Dieter, einige Schulmädchen trugen Gedichte vor. Das Ergebnis der Kollekte war für den Evangelischen Bund bestimmt. Krei-f Schotten. Aus unserem November-Programm empfehlen wir; IVAR ANDRtSEN mlf grossem Opernorchester, Leitungi Dr. Weinmann P9534 ..Tristan und Isolde". „Tatest du'» wirklich" EMMY BETTENDORF mit Orchester P 9535 Hallelujah (Hummel) Caro mio ben EDITH LORAND-ORCHESTER P 9531 „Die Czardas Fürstin" (E. Kalman), Potpourri LIUAN HARVEY UND WILLY FRITSCH in dem Ufa-Tonfilm ,.D!e Drei von der Tankt teile“ B12 266 Liebling, mein Herz lässt dich grünen . , , , Ein Freund, ein guter Freund , . . . HARRY STEIER mit Orchester B12 294 Mondseheinwalzer Schunkelwalzer BARNABAS VON GtCZY und »ein Orchester spielt täglich im Hotel Esplanade B12 268 Keiner hat dich je so heiss geliebt wie ich ... .1 aus dem Tonfilm „Die grosse Sehnsucht" Weisst du, was das ist .... I Fußball in Daubringen. Sportklub Daubringen I — Alederweisel 7:1. Am Sonntag trafen sich die genannten Mannschaften in Daubringen zum fälligen Derbands- spiel. Während der ersten Halbzeit kam der Gast durch sein energisches Drängen -um Führungstreffer, dem indessen kurz vor dem Wechsel der Ausgleich entgegengesetzt wurde. 3n der zweiten Sptelhälste gab jedoch der Platzbesitzer den Ton an und schuf in gleichen Abständen das Schluß- crgebnis mit 7:1. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Spog. Leihgestern I — Spog. 1900 Gießen IV. Die beiden Mannschaften trugen am Sonntag ein Spiel in Leihgestern aus, in dem die Platz- besiher bereits nach 10 Minuten mit 3:0 führen konnten. Die Seiten wurden mit 4:0 n wechselt und in der zweiten Halbzeit fielen a-i beiden Seiten nach überlegenem Spiel der Platzbesitzer aber bei energischer Verteidigung der Gießener noch je zwei Dore. Arbeiter-Turn- und Sportbunb. Gießen i — Wetzlar I 2:0. 3m Serienspiel standen sich beide Mannsck-asten am Sonntag auf dem Trieb gegenüber. Die Gäste lieferten den Einheimischen ein schönes Spiel. Die Gießener, die viel von ihrem sonstigen Können vor- jeder Erfolg versagt. wieseck 1b — Kinzenbach I 4:0. Die Gegner kämpften im Wiederholungsspiel in Wieseck und zeigten einen flotten fairen Kamps. Durch eine schöne Vorlage kam Wieseck zum Führungstor. Kinzenbach konnte trotz aller Bemühungen nichts zählbares erreichen, während die Einheimischen das Ergebnis bis Halbzeit auf 2:0 stellten. Wenige Minuten nach Seitenwechsel erhöht Wieseck auf 3:0 und schließlich auf 4:0. Vorher hatte die erste Zugendmannschaft Wiesecks die erste Mannschaft von Hausen im Freundschafts, spiel zum Gegner. Trotz der körperlichen Ueberlegen- heil der Gäste gelang es den technisch besseren Wieseckern, mit 7:0 siegreich zu sein. Auch die zweite Fugend Wiesecks fertigte die Jugend von Hausen mit 2:0 ob. Handball wieseck I — Gießen I 1:1. Am Sonntagoormittag kämpften beide Mannschaften in Wieseck. Die mit Ersatz spielenden Einheimischen mußten sich mächtig strecken um die flotten Angriffe der Gäste abzuwehren. Beiden Parteien gelang es, nur je einmal erfolgreich zu Es ist eine Tatsache, daß nicht nur unser körperliches Wohlbefinden, sondern auch uvser Denkvermögen und unsere Stimmungen von unserer Verdauung beeinflußt werden. Man darf nicht von derartigen Dingen abhängig sein und braucht daher ein Mittel, um sich Tao Für Tag körperliches Wohlbehagen zu sichern. Heftig wirkende Abführmittel sind nicht angebracht. L a x i n ist ein milde wirkendes Mittel zur Regelung des Stuhlganges und zur Verhütung von Ver- Am 22. November findet die Ziehung der Hotcn- Kreuz-Lotlerie statt. Nicht nur tue täglichen Unfälle, welche der gesteigerte Verkehr mit sich brinat, sondern auch die großen Unglücksfälle der letzten Zeit haben die dringende Notwendigkeit der Einrichtungen des Roten Kreuzes für die Wohlfahrt des gesamten Volkes allen eindringlich vor Augen geführt. Da das Rote Kreuz auf den Erfolg dieser Lotterie in hohem Maße angewiesen ist, kann der Kauf dieser Lose im Interesse dieser gemeinnützigen Einrichtung nur drin- htßanttaltß- s Miß 'ch. haben W »ine W' cgli-h «in« *n. indes Suw Zahl« nicht iltemciet die vt - nem * [Ito in ^en hn Iti? ' M jung» gs» ich A ft* l aä 61«* »ft® ” 3y$ic i« des Westdeutschen Spiel-Verbandes hat wegen Aichtbeantwvrtung mehrerer Fragen jetzt den Verein aus dem Verbände und damit gleichzeitig aus den Reihen des Deutschen Fußball-Bundes ausgeschlofsen. Schalke sollte sich erlläre^ vb ev künftig die Satzung deS WSD. und des $£-0. beachten wolle. Die Schalker erbaten sich eine 14tägigc Dedcnksrist, die sie jedoch verstreichen ließen, woraufhin jetzt die Spruchkammer bis zur Abgabe der gewünschten Erklärung und Zahlung der Geldstrafe von 1400 Mk. zuzüglich 200 Mk. Kosten den Ausschluß von Schalke 04 verfügte. Wamung für Schiedsrichter — und Spieler. Der Ot mann des Verbands-Echiedsrichtcr-Aus^ schusses, der Frankfurter Unparteiische W e f p, erläßt den folgenden Aufruf an die Schiedsrichter: „Die Derbandsspiele sind in das entscheidende Stadium getreten. Wir haben die Wahrnehmung machen müsten, daß einzelne Schiedsrichter davor zurückschrcckcn, mit der notwendigen Strenge gegen absichtlich rohes Spiel und Tätlichkeit, besonders bei Platzvereinen, einzuschreiten. Wir werden in Zukunft die betreffenden Herren von der weiteren Leitung der Spiele ausschliehen und von der Ligallste abfetzen. Da. wo neutrale Linienrichter vorhanden find, hat der Schiedsrichter, bei einem Vorfall, den er nicht selbst gesehen bat, die Linienrichter zu befragen und dann seine Entscheidung zu treffen. Die unbedingte Unparteilichkeit muß jedem Schiedsrichter oberstes Gesetz bleiben." Neuer Erfolg deutscher weiter in Amerika. Bei dem 3ntcmationalen Reitturnier wurde die Military Trophy von den deutschen Reibern -gewonnen. An zweiter Stelle rangierten die Vereinigten Staaten, an dritter Ungarn, an vierter 3rland. Um den fünften Platz kämpften Kanada und Schweden unentschieden. Deutscher Schwimmsteg in Paris. Die Bonner Wasserfrcunde blieben in einem Klubkampf in Paris mit dem dortigen Schwimmklub im Gesamtergebnis mit 18:14 Punkten erfolgreich. D-e westdeutschen Schwimmer gewannen die 3xl00-Meterstaffel in 4:15, die 7 .50- Meterstafsel in 3:54 und auch das Wasserballspiel mit 3:2 (1:1). Aur in der 4X1OO-Meter- Kraulstaffel belegten die Pariser in 4:58,4 vor den Bonnern (5:07,8) den ersten Platz. 3m Rahmen dieser Veranstaltung unternahm Taris und Vdonne Godard zwei Rekordversuche über 200 Meter, die nicht glückten, wenn auch Sa riß mit 2:19 und Frl. Godard mit 2:51 immerhin beachtliche Zeiten erzielten. Deutscher Jechisieg in Prag. Auf der internationalen Fcchtveranstaltung des ESK. Riegel in Prag schlug der Dresdner Böhme den Tschechen 3ehlicka im Dcgenkampf mit 12:7 Treffern. 3m Florett siegte der Wiener Brünner über Maschka Dellmann (Prag) mit 12:10 und Frankreichs Degenmeister Dernard Schmetz blieb nach aufregendem Gefecht über 3ungmann (Prag) mit 15:12 Treffern erfolgreich. Suzanne Lenglen in Berlin. Suzanne Lenglen soll demnächst im Berliner Sportpalast bei einem Prosessional-Städtekampf Berlin—London ein Gastspiel geben. 3n Ermangelung einer Gegnerin soll die Französin am 23. Rovernber gegen Roman Hajuch oder Karel Kozuluk antreten. — Der Städtekampf der Amateure Berlin—London soll am 7. und 8. Dezember als erstes großes Ereignis in der neuen Tennis- Halle stattstnden. (Schluß des redaktionellen Teils.) v. Schotten, 11.Aov. Ein verdienstvoller Verein unserer Stadt ist der am 8. August 1890 hier gegründete Musikverein. 3n den langen 3a')reit seines Bestehens hat er sich um das mufifali che Leben unserer Sta t sehr verdient gemach!. Er ist zugleich auch die Kapelle der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, mit der er enge Beze- Hungen unterhält. Am Samstag hielt der Verein fein 4 0. 3ubiläuminder Turnhalle ab. Unter der Leitung seines bewahrten Dirigenten Groth brachte er eine Reihe wertvoller Stücke in ausgezeichneter Form und Schulung zu Gehör. 3n der Festrede sp'.ach Bürgermeister Mengel, Scho ten, übet die Geschich e des Vereins und die xa großem Dank verpflichtenden Leistungen, die Der Verein zum Testen der Stadt alle_ Zeit dargebrachi hat. Der in Gießen lebende Gründet und langjährige erste Sprecher des Vereins, Rech- nungßrat 3 ochim, hatte Grüße übermittelt. Der Mu.ikverein Echzell war in großer Zahl zur Feier erschienen und half das Fest verschönen. Der 3ubt- läumßöcrcin zählt etwa 25 aktive und übet 150 außerordentliche Mitglieder. □ Laubach, 10. Aov. 3n der jüngsten G c - rneinderatssitzung befaßte man sich- zunächst mit der im kommenden Winter im Stadt- walde vorzunehmenden Holzfällung. Der Ge- meinberai stimmte einer Hiebkürzung um 20 Prozent (bei einem Hieb atz von 5800 Frstmeterj ^u. Für die Holzhauerarbeiten werden auch die Wvtzl- sahrlsetwetbslosen — insofern sie hierzu in der Lage sind — eingestellt. Weiter wurde über bie Verwertung von Autzholz verhandelt. Das ausgeschriebene KilLHoc»-lL Tietöii. Toninoustria. ■ ■ erhalten Sie sich lllt* UQQr schön und voll bei llnfll tflgl. Gebrauch des 1111 lieewe Echten Brennnessel haarwassers nach Hofapo theker Schaefer. Haarausfall, Schuppen u. 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Ehe und Kinder, geistige und körperliche Kindererziehung, Erziehung der hauswirtschaftlichen Hilfskräfte im Lehrlingswefen, bewußte Hebung der Hauswirtschaft und ihre planvolle Leitung hat die Landfrau Wohl mit der Stadtfrau gemeinsam als Arbeitsfeld, aber für sie kommen noch die großen volkswirtschaftlichen Aufgaben in Gartenbau, Kleintierzucht, in Milchwirtschaft und Schweinezucht nebst dem weiten Gebiet des Absatzes und dev Verwertung hinzu. Darüber aber spannt sich im weiten Dogen die soziale Arbeit der Landfrau in der Fürsorge für den großen Kreis ihrer Mitarbeiter in Hof, Gut, Dors und Gemeinde. So will ich heute nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Landfrauenarbeit besprechen: ihre Arbeit für Absatz und Verwertung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Voraussetzung ist hierbei, daß sie den Charakter ihrer Hauswirtschaft umgestellt hat, daß sie aus einer nur verarbeitenden und erhaltenden eine erwerbende Hauswirtschaft gemacht hat. Daß sie also die Erzeugung in Garten und Geflügelhos über den eigenen Vedars hinaus für den Markt, für den Handel gesteigert hat. Dieses Erzeugen für den Handel erfordert Verbesserung der Ware, also Herstellung einer haltbaren Qualitätsware und Kenntnis der Absatzverhältnisse und gegebenenfalls sogar Schaffung von Absatzwegen. Die deutsche Landwirtschaft leidet heute ganz allgemein unter mangelndem Absatz, weil die Auslandware — gleich nach dem Kriege dem ausgehungerten Volke sehr willkonimen — heute unsere Märkte so überschwemmt, daß der deutsche Dauer in seiner Vereinzelung völlig von dem geschlossen auftretenden 3inporthandcl vom Markt verdrängt wird. So sehen wir überall in landwirtschaftlichen Kreisen und ihren behördlichen Vertretungen das Bemühen, durch genossenschast- lichen Zusammenschluß den eigenen Absatz zu fördern und die Auslandware zurückzudrängen. Der Einsichtige weiß, daß wir dazu einer entschlossenen nationalen Handelspolitik bedürfen, die nicht dem Trugbild 5er billigen Lebensmittel nachjagt. Die Landfrauen haben schon vor 30 3obren angefangen, den Absatz ihrer Qualitätsware in die eigene Hand zu nehmen, indem ihre Berufs- vrganisation — die Landwirtschaftlichen Haus- frauen-Dereine — sich eigene Verkaufsstellen schufen, die gemeinsam von ihren Mitgliedern aus Stadt und Land geleitet wurden. 3n Ostpreußen, dem Geburtslande der LHV, haben sich diese Verkaufsstellen so entwickelt, daß sie jetzt einen Jahresumsatz von 3 Millionen Mark haben. Sie nehmen an Zahl und Umsatz jährlich zu, weil sie sich völlig das Vertrauen der städtischen Hausfrauen erworben haben. Die Waren der Verkaufsstellen sind unter allen Umständen gut, frisch und preiswert. Für die Landfrauen aber ist es notwendig, bei ihrer Herstellungsarbeit mit festen Preisen rechnen zu können und nicht mit den schwankenden Ergebnissen eines guten oder schlechten Markttages oder mit der größeren oder geringeren Geschicklichkeit ihres zum Markt gehenden Verkäufers. So sehen wir denn, wie die Verkaufsstellen der LHV. den Landfrauen die Steigerung der Waren- erzeugung erleichtert haben und ihnen Mut und Kraft geben, ganz bewußt die Auslandware zurückzudrängen. Unter der Rückendeckung der eigenen Verkaufsstellen sind die Landfrauen dem Handel nähergetreten unD versuchen, ganze Kaufläden zu beliefern unter der Bedingung, daß letztere kein ausländisches Gemüse und Obst führen Mir ist ein Fall bekannt, wo eine Landfrau mit ihrer großen Gemüsezucht unter Glas diesen Weg erfolgreich beschritten hat und die Läden der RachbarstaDt so beliefert, wie sie eS notwendig haben. Mit den Kaufleuten zusammen ist auf diese Weise die Gemüseeinfuhr in diese Stadt verhindert worden. Die Werbung für Roggenbrot haben viele Landfrauen dadurch in die Hand genommen, daß sie gutes Roggenbrot zum Verkauf backen. Sie kaufen ihrem Wann den Roggen ab, lassen ihn beim nahen, kleinen Müller mahlen und backen nun ein hochwertiges reines Roggenbrot, was sehr viel besser schmeckt als daS Dockerbrot, weil das Mehl besser ist als das immer mit Weizen- absallmehl untermischte Roggenmehl, womit der Handel die Däcker beliefert. Der Erfolg zeigt, daß die Stadtbevölkerung solches .Landbrot" — sei es feines oder grobes Roggenbrot — sehr gerne kauft. Der Vorteil liegt auf beiden Seiten: ie Landfrau hat einen guten Verdienst und die Städter essen ein vollwertiges Drot, dem nicht durch die hohe Ausmahlung alle Vitamine entzogen sind. Würden unsere Kinder wieder mit grobem Drot und mit Mehl angerührter Milchsuppe. anstatt mit Kaffee und Weißbrot aus- gezogen, so würden sie auch toiever gesunde Zähne haben, die ihr Lebenlang vorhalten. Der deutsche Dauer aber würde seinen Roggen los- werden. DaS deutsche Klima läßt vielfach nur Roggen-, leinen Weizen anbau, zu, und wir würden unserer Volkswirtschaft die Ausgabe für amerikanischen Weizen ersparen. Die Werbung für deutschen Roggen, deutsches Obst, Gemüse. Eier, "Butter hat die Landfrauen hineingeführt in das Werben für deutsche Waren überhaupt, zum Schutz der deutschen Arbeit zwecks Minderung der Arbeitslosigkeit. Dazu ist Waren- kenntniS der Käufer notwendig, die ja oft gar nicht wissen, was deutscher Herkunft ist. Und so haben sich die LHV. in die Kampfesreihe für eine .Deutsche Woche" gestellt. Das ist eine alljährlich wiederkehrcnde Woche, in der überall nur deutsche Waren ausgestellt und verkauft werden. Das sind Anfänge für eine hoffentlich ganz Deutschland überziehende "Bewegung deutscher, vaterländischer Arbeit, ausgegangen von den Landfrauen und ihrem "Bestreben, Absatz und Der- Wertung deutscher Waren zu verbessern. Es ist ein trauriges, aber durchaus typisches Bild unserer Tage, in der ständig wachsenden Zahl der Arbeitslosen viele junge Frauen und Mädchen zu finden, die aus dem Wirtschaftsund Berufsleben notgedrungen ausgescha.tet wurden. 3ft es daher ein Wunder, wenn Eltern sich mit banger Sorge fragen, welchen Beruf denn nun ihre Tochter nach dem Verlassen der Schule ergreifen soll, und wenn die jungen Mädchen selbst einige Angst vor ihrer Berufswahl empfinden? Wenn ich im folgenden zum Thema der Berufsaussichten Stellung nehme, so kann ich im Rahmen dieses kurzen Zeitungsaussatzes lediglich einige allgemeine Hinweise geben; auch sollen sich meine sachlichen Ausführungen auf den Kreis der kaufmännischen, gewerblichen, handwerklichen und technisch-wissenschaftlichen Berufe beschränken. Ganz allgemein kann über die heutige Lage des Arbeitsmarktes gesagt werden, daß infolge der überaus starken Konkurrenz mehr denn je Spitzenlei st ungen auf allen Gebieten gefordert werden. Rur wenn die betreffende Stellungsuchende in der Lage ist, allen Ansprüchen der interessierten Firma ge.echt zu werden, wenn es ihr möglich ist, Den Besuch vollwertiger Lehranstalten nachzuweisen, kann sie hoffen, eine Anstellung zu finden. Deutschland ist infolge seiner schwierigen Wirtschaftslage, seiner Geld- und Rohstoffknappheit dazu gezwungen, das Hauptgewicht seiner 3ndustriepolitik auf die Material- und Verarbeitungsseite zu legen. Zur Herstellung von Qualitätserzeugnissen g Hörnsheim, 11. Rov. Einen eigenartigen Unfall erlitt der bei Strahenpflaste- rungsarbeiten in Hochelheim beschäftigte Kreis- straßenwärter 3ohannes Linker von hier. Er war mit dem Abladen von Materialien beschäftigt, als ihn ein mit einer Sprungstange spielender 3unge mit der Spitze der Stange in das linke Auge stieß. Der Verletzte mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Man hofft, daß das Auge erhalten bleibt. □ Groß-Rechtenbach, 11. Rov. Für den Dolksbund Deutsche Kriegsgräber- s Ü r s o r g e wurden in unserer Gemeinde 57 Mark gesammelt. WSR. Groh-Rechtenbach. 11. Rov. Aus einem Reubau in Groß-Rech enbach waren der Maurer Friedrich Reitz aus Groß-Rechfenbach und Friedrich B e ch t h o l d aus Klein-Rechtenbach mit de n Einlegen von Eisenträgern beschäftigt. Plötzlich brachdasGerü st zusammen und die beiden stürzten in die Tiefe. Dabei wurden sie s ch w e r v e r l e tz t und mußten Aufnahme im Wetzlarer Krankenhaus finden. <> Niederkleen, 11. Rov. Der Gemeinderat genehmigte die äleberschreitung dcs Haushaltsplanes durch die Ausgaben für Kulturarbeiten im Gemeindewald. Die Beratung über die Einführung der Bürgersteuer oder der Bier st euer wurde vorläufig zurückgestellt. Die Beschlußfassung hierüber soll jedoch in Kürze erfolgen, da die Finanzierung der Holzfällungsarbeiten wegen des schlechten Standes der Ge- meindekasse nicht möglich ist. Gtarkenburg. 500 Meter weit geschleift und getötet. WSR. Darmstadt, 11. Rov. Am Montag- abend wurde auf der Straße zwischen Arheilgen und Darmstadt der 15jährige Schreinerlehrling Georg Gebauer aus Arheilgen, der einen Handkarren drückte, von einem Frankfurter Lieferauto erfaßt, zwischen Kühler und Vorderrad eingeklemmt und etwa 500Meterweit bis vor das Rathaus in Arheilgen mitgeschleift. Der Chauffeur des Autos muh nach den bisherigen Feststellungen den Unfall sofort bemerkt haben. Trotzdem raste er mit seinem Auto weiter und konnte erst durch einen Dull- dogg, der sich ihm in den Weg stellte, zum Halten veranlaßt werden. Nachdem der Unglückliche aus seiner Lage befreit war, konnte der Arzt nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen. Während dir Untersuchung des Unglücks ist der Lenker des Autos verschwunden. Die Nachforschungen nach ihm waren bisher ergebnislos. Wi'rischast. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 = 100) stellt sich für die Woche vom 3. bis 8. November auf 94,4 gegenüber 95,7 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 90,1 (91,6), Gruppe verarbeitende 3n- dustrie auf 83,4 (84,7) und Gruppe Handel und Verkehr auf 117,2 (118,6). * Bezugserleichterung für Kali- düngesaIze. Das Deutsche Kalisyndikat hat, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, für die Belieferung der deutschen Landwirtschaft mit Kalidünge- salzen einen regionalen Frachtenauögleich ein- geführt. Hiernach wird eine neue einheitliche Frachtparität Sondershausen geschaffen. Das Kalishndikat wird in Zukunft Mindestfrachten von 50 Kilometer und Höchstfrachten von 270 Kilometer berechnen. Alle Frachten zwischen 50 Kilometer Mindestfracht und 270 Kilometer Höchstfracht werden um 10 Proz. ihrer bisherigen Höhe gesenkt. Darüber hinaus tritt eine Ermäßigung je nach Entfernung bis zu 37 Proz. ein. Dieser Frachtenausgleich bedeutet eine starke Entlastung für die weiter entfernten Bezieher. Die Neuregelung soll am 1. Dezember d. 3. in Kraft treten; jedoch hat sich das Kalisyndikat bereit erklärt, die Vergünstigungen aus dieser neuen Frachtenregelung den landwirtsthaftlichen Abnehmern schon jetzt zugute kommen zu lassen. * Stillegung eines Hochofenbetriebes. Der zum Konzern der Vereinigten Stahlwerke gehörende Hochofenbetrieb Alfredhütte bei Wissen a. d. Sieg soll stillgelegt werden. Zwei Hochöfen sind schon vor längerer Zeit crusgeblasen worden; jetzt soll der dritte und letzte Ofen außer Betrieb gesetzt werden. Etwa 200 Arbeiter wer- den durch diese Maßnahme zur Entlassung kommen. Berliner Börse. Berlin, 12. Nov. Nach einem sehr ruhigen Dormittagsverkehr erfuhr die Eröffnung der heutigen Börse eine unbedeutende Belebung bei klieinsten Hmfätjen konnten die ersten Kurse überwiegend etwas anziehen, und die Eröffnungstendenz war freundlicher. Man beurteilt die Regierungsaktion mit ihren Preisabbaubestrebungen eher günstig und wies darauf hin, daß durch die Rede Cassels wahrscheinlich wieder eine Reparationsdebatte in _ Fluh kommen würde, zumal auch der Auswärtige Ausschuß mit einer Ausarbeitung in dieser Frage nächstens herauskommen wolle. Besondere Beachtung sand die Kali-Frachtermähigung bis zu 37 Prozent, die sich in den Preisen mit einer zwei» bis dreiprozentigen Herabsetzung auswirken müßte. 3n der Tat war auch der Kali- marlt lebhafter und wies die stärksten Kursgewinne (bis zu 3,25 Prozent) auf. An allen übrigen Märkten betrugen die Kursgewinne selten mehr als 1 Prozent, vereinzelt bis 2 Prozent, wobei auch schon kleine Zufallsorders stärker wirkten. Etwas mehr 3nteresse bestand für Hoesch, die 1,75 Prozent gewannen. Die Deckungen der Spekulation hatten wieder wesentlich nachgelassen. Auffallend enttäuschend eröffneten Reichsbankanteile, die nach einer vorbörslichen Taxe von 229 nachher nur noch 226,5 Prozent notierten. 3m allgemeinen waren die Kurse um 2,5 Prozent erhöht, gaben aber später wieder Hach. Eyadeaktien konnten ihren gestrigen Gewinn nicht behaupten und eröffneten 2,75 Mark niedriger. Deutsche Anleihen geschäftsloS. Ausländer schwächer. Der Pfandbriefmarkt war sehr still. Reichsschuldbuchforderungen ohne große Veränderungen und eher freundlicher. Der Geldmarkt war leichter. Der Sah für Tagesgeld ermäßigte sich auf 3,5 bis 5,5 Prozent; die übrigen Sätze blieben unverändert. 3m Verlaufe brodelten die Kurse meist weiter etwas ab. Nachdem die Deckungen aufgehört haben, wirkten sich Auslandabgaben auf einigen Märkten stärker aus. Besonders Salzdetfurth, Rheinische Braunkohlen, Deutsche Linoleum und Siemens Warrn um 3 bis 5 Prozent im Kurse gedrückt. Aber auch 3.-G.- Farben um 1,5 Prozent schwächer. Die Baisse- Partei trat ebenfalls stärker in Aktion und versuchte das Kursniveau zu beeinflussen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Nov. Tendenz: zurückhaltend. — Auch heute stand die Börse unter dem Druck mangelnder Aufträge und Anregungen, so daß das Geschäft nicht über den üblichen Rahmen hinausgehen konnte. Als verstimmender Faktor wurde die gestrige schwankende und uneinheitliche Neuyorler Börse angeführt. 3m großen und ganzen fehlten der Börse in erster Linie Aufträge, die zu einer Belebung hätten führen können. Die Kulisse blieb zurückhaltend und schritt nur in einigen Spezialwerten zu Deckungen. Eine Stütze erfuhr die Börse durch die Frachtermäßigung für Kalifabrikate, wodurch die Möglichkeit gegeben wird, eine Absatzsteigerung für Kalisalze herbeizuführen. Das Publikum und das Ausland hatten sich fast vollkommen vorn Börsengeschäft zurückgezogen. Gegenüber der gestrigrn Abendbörse war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich; im Grundton der Börse war jedoch eine gewisse Freundlichkeit nicht zu verkennen. Etwas mehr hervortreten konnten aus dem schon erwähnten Grunde Kali Salzdetfurth, die 3 Prozent fester eröffneten. Am Chemiemarkt lagen Farben und Goldschmidt gesucht, während Deutsche Erdöl um Bruchteile eines Prozentes nachgaben. Am Elektromarkt waren meist kleine Kursrückgänge sest- zusteilen, wovon AEG. und Chade-Aktien betroffen wurden. Die Verluste gingen aber nicht über 1 Pzt. bzw. Mark hinaus. Siemens eröffneten gehalten. Auch am Montanmarkt war die ilm- satztätigkeit äußerst bescheiden. Nur in Buderus kam vorläufig eine Erstnotiz zustande. Danken lagen durchweg behauptet; Barmer Bank notierten jedoch 0,75 Prozent schwächer. Conti Gummi und Deutsche Linoleum verloren je 2 Prozent. Kunstseideaktien bröckelten etwas ab. Am variablen Markte konnten 3unghans mit einem Gewinn von zirka 1 Prozent einiges 3nteresse auf sich lenken; Zement Heidelberg gaben 1 Prozent nach. Schiffahrtspapiere waren vernachlässigt. Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen fast ohne Geschäft, jedoch behauptet. Don Ausländem Anatolier leicht erhöht. 3m Verlaufe wurde bie Tendenz schwächer, die Spekulation nahm Deckungen nicht mehr vor, schritt vielmehr unter dem Druck einiger Ausland- abgaben zu Glatt st ellungen. Stärker gedrückt waren Salzdetfurth und Rheinische Braunkohlen. 3m allgemeinen traten Abschläge bis zu 2 Prozent gegen Anfang ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 Prozent etwas entspannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 2,1970, gegen Pfund 20,3890, London gegen Kabel 4,8575, gegen Paris 123,68, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 42,20, gegen Schweiz 25,0350, gegen Holland 12,0660. Franks»rtc. Getreidebörse. Frans urt a. M., 12. Nov. Heute verkehrte der Pro'uktenrnarkt in sehr ruhiger Haltung. Obwohl dos Angebot in Weizen und Roggen gering war, ergaben sich, brsonde s für Weizen, Preisabschläge bis zu 5 Mark. Roggen lag bis zu 2,50 Mark niedriger. Sommergerste u.ib Hafer wurde bei kleinstem Geschäft unverändert notiert. Weizenmehl wurde um 0,25 Mark ermäßigt. Es wurden notiert (die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo): Weizen (Hessen und Provinz Hessen- Nassau) Hektolitergewicht von 76 Kilo 270 bis 271; Roggen (Hessen, Prov. Hessen-Nassau und älnterfranken) Hektolitergewicht von 70 Kilo 170; Sommergerste für Brauzwecke 200 b s 210; Hafer, inländischer, 152,50 bis 157,50; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 41,50 bis 42,50; Roggenmehl 26,25 bis 27,50; Weizenkleie 7; Roggenkleie 7,25. Tendenz: ruhig. Büchertisch. — Otto ©beit: Di e Grunüzüge der Welteislehre. 32 Seiten 8° mit 19 Abbildungen. R. Voigtländers Verlag, Leipzig C 1. eingebunden 0,75 Mk. (418.) — Die Welteis lehre Hörbigers erklärt die Phänomene der Wirbelstürme, des Hagels, der Meteorite, der hockenden, erfrorenen Mammute im sibirischen Eis, das Atlanllsproblem, die Natur des Mondes, der Sonnenflecken usw. Die vorliegende Heine Schrift ist eine klare und knappe für jedermann verständliche Einführung in die Gedankenwelt Hörbigers. — Die Forschung in den Sternen schien immer wie ein andächtigÄ Erkunden der letzten Harmonien der Schöpfung. Sv scheint auch Kepler nicht nur auf dem Wege der exakten Forschung, sondern auf den irrationalen Bahnen einer genialen Erkenntnis zu dem Werke gekommen zu sein, das seinen Namen für alle Zeit unsterblich machte und das der beobachtenden Astronomie die Bahn zur rechnenden ebnen sollte. Kepler hat seinen Gesetzen den Beweis für ihre Richtigkeit nicht folgen lassen können. Erst unser Geschlecht wurde wieder zur bewundernden Zeitgenossin einer neuen Erkenntnis, als es den Physikern gelang, die Keplersche 3ntuition vom Makrokosmos des ■ Planetensystems auf den Milrokosmus des Atoms zu übertragen und so den großen Kreis zu vollenden, der die Forschungsarbeit wieder zur grandiosen Synthese Keplers zurückführt. Es ist deshalb ein besonderes Verdienst der Süddeutschen Monatshefte (München), daß sie aus Anlaß des 300. Todestages von Kepler ihr neuestes Heft den „Fortschritten der Himmelskunde seit Kepler" Widmern — „Berliner Monatshefte für internationale Aufklärung" (November 1930, Quaderoerlag G.m.b.H, Berlin NW 6, Preis des Heftes 1,50 Mark.) — Da das Erscheinen des ersten Bandes der großen Aktenpublikation der Sowjetregie- rung in Aussicht steht, hat der Sowjethistoriker, Professor M. Prokowski, welcher der mit der Herausgabe der Dokumente betrauten Kommission angehört, einen einführenden Kommentar^ im Novemberheft der „Berliner Monatshefte für internationale Aufklärung" geschrieben. Professor Herre bringt eine ausführliche Kritik des ersten Bandes der Denkwürdigkeiten des Fürsten Bülow, lieber „Die deutschen Heeresverstärkungen von 1871 bis 1914" berichtet Freiherr Rüdt von Collenberg eingehend an Hand beweiskräftiger Zahlen und benutzt hierzu das kürzlich erschienene Material des Reichs- archios. Im Zusammenhang mit feiner im Oktoberheft der „Berliner Monatshefte" an Poincars gestellten Frage, ob der Quai d'Orsay den „Matin" vorn 1. August 1914 mit der richtigen Angabe über die zeitliche Reihenfolge der russischen und österreichischen Mobilmachung gelesen habe, richtet Alfred von Wegerer im neuen Heft zwei weitere Fragen an Herrn Poincars über die Fälschungen des Gelbbuches Nr. 118, auf deren Beantwortung man sehr gespannt sein darf. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H.» Lombardzinsfuß 6 v. f). Frankfurt a. M. Berlin Schluß« htr« Schluß!. Bbend« börse Schluß« turtf Schlußk. Mittag- bdrfc Z)atum 11. 11 | 12 H 11 II. 12 11. 6% Deutiche Reich« anleihe von 1627 .......... 7% Deutiche RelchSanleihe 87 — 86,7 — von 1929 ........ Deutiche Anl.-Ablöl^Schuld mit 98,5 — 98,5 — Auslol. Rechten ..... • — 53,4 53,6 53,5 DeSgl. ohne AuSloi.«Rechte . • 8% Helt. Bolisslaat von 1029 (rtdtablb. 102%)...... — 6,5 6,6 6,6 89 — 89 —— Oberhejlcn Provinz • Anleihe mi‘ Susiol-Rcchten....... Xeutfdx komm. Sammelabl. — — — Anleihe Serie 1 .... 8% firanff. Hlv.-Bank Goldpfe — ■ — 51,13 — XIII untünDbar 6h 1984 . . . 7% Rrantf. Hnv -Bank Dolbpfe 98,25 — — — untünDbar bi« 1982 ..... 4%% Rbeinllche Hvp.-Bant Lion. Eolvpse......... 93,25 85,825 1 1 1 — 8% ißt. eanbeWmibbrtefanflalt, Psonbbriele ER. i 9 8% Pr LanbeLplancbriefanstalt, 99,5 — 100 — ftomm.-Cbt. 8t. 20...... 97 97 7% Pr. Canbefi'ianbbriefanftalt, Psanbbrtefe Di 21...... A.tk.G abfl. VormegS-ObUgatto. 97 97 — nen, rüdiablbat 1932 ..... 95 — 4% Oesterretchilche ©olbrente . . 4,20% Oesterreichtlche Silberrente 26,5 26,7 4% Oelterrcichilche Einheitliche Rente 1.7 _ 4% Ungarstche Wolbrenle . . . . 23,25 93 < 4% Ungarstche Staatsrente v. 1910 18,5 18,5 4'/,% vesgi. von 1913 —— 19,5 4% Ungarstche Kronenrente . . 1,7 — 1,65 4% lürMfrhe gollanleihe von 1911 4% ZürfiitfK Bagdaddahn-Anl 4 4,25 — 4,1 3,9 Serie 1 .... — - - 4% beflfll. Serie N..... - 6% RumSnilche veieinh. Rente 4,25 — 4,15 — von i9O3 ... • MumLnstche vereinh Rente 14,05 — 8,5 8,6 von 1913 ......... —— 14.2 1 — t% Rumänische vereinh. Rente — 1 — 6,75 1 6,75 Sranffurt a-M. Berlin Schluß« kur« Schlußk. Abend« börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag« bSrlr Votum 11 11 12 II 11 H 12 11. Hamvurg-AmerUa Pale« . . < 71,75 71 71,75 71,6 Hainburg-Südam. Dampflchiff 8 Hania Dampflchiff..... 10 — — 123,5 223,5 Norbbeustcher Üloljb .... 8 71,9 — 71,25 71,9 Allgemeine Deutiche Crebiianst. 10 — —- 97 97,5 Barmer Bankverein .... 10 101,5 100,75 101,25 100,9 Berliner Hanbeligelelstchaft . 12 130,5 —• 131 130,5 Commerz- unb Privat-Bank. 11 114,25 114,25 114,25 114,25 Darmstäbter unb Nationalbank 12 151,25 — 151 152 Deutiche Bank unb Dieconio GefeUichaft, . . . 10 110,75 — 110,75 110,5 Dresbner Bant...... 10 111,25 111,25 111,25 111,25 Reichsbank........ 12 229 — 228 226,5 A.S.S........... 115 114.4 115 4 Bergmann........ 9 133,5 Lleltr. LieferungSgeleMchaft. 10 —— — 115,5 115,5 Licht unb Straft...... 10 122,5 — 122 122,25 Reiten & Guilleaume . . . W1 96 — 97 Gefelüchafl für Elektrstche Unternehmungen .... 10 119,5 — 119,5 120 Hamburger ElektrizitStL-Werke 10 —- 111 110,5 iHbcinifdje Elektrizität . . . . 9 —» — — Schlcstlche Elektrizität. . . . 10 — — 115 115,5 Schubert & (Jo. . ..... 11 — — 133,25 133 Siemens L Halsle ..... 16 179,5 179,5 179,75 130,75 Iranbrabto ........ . fc — — — L'abmeuet & Co....... 16 137 - - 137 _ Buberus..... . • • . 6 54 53,5 54 54 Deutiche Erb KI ...... . 6 66,5 66,6 67,5 67,25 Estener Steinkohle . • • . . . 8 — — Geilenkirchener ...... . 8 87,5 — 87,65 88 Harpcner ....... . 0 84 — 83,25 83,4 Hocich Eilen. ....... 6Vi — 75,75 77,5 flile Bergbau ....... 10 — 218,5 . — 70.5 71,5 KSIn-Ncuellen....... . 7 — _ 00 82,25 Manneömann-Röhren . . . . 1 71,75 — 71,5 71,5 Manelelber Bergbau ... • 7 39.5 Cbcrldilel. Eilende darf . . . . r _ 40,25 —— Cberfd)lc|. Kokswerke.... — — 76 75,75 Phönix Bergbau .... 6’/' 67 — 66,75 66 iRhcüiiidte Braunkohlen . . 1« 171 — 170,25 170 Rhciuliohl ...... . — 77,75 77,75 Riedeck Mont« ...... 7.1 \ — 1 — Frankfurt a. TJX Berlin Schluß« hir« Schlußk. Abend« börfe Schluß« furd ‘ Schlußk. Mittag« börfe Datum 11 II 12 II 11 II 12 II Bereinigte Stahlwerke . 68,25 — 68,5 69 Olavi Minen..... . 1 — — 33,75 34 Kaliwerke AicherSleben . • • 10 193 — 193,5 195,5 Kaliwerke Westeregeln . • • 10 195 — — 196 Kaliwerke Salzdetfurth . • - 16 265 268 265,75 269 I. ®. ffarben.Jnbustrle. ■ A 12 141,65 140,6 140,65 141,25 Dynamit Nobel .... e e . 6 — — —- 66 Scheibeanstalt..... . B — — —— — Golblchmibt ..... M e . 6 44 44 44 43,75 Rütgcrswerke ..... . 6 49,5 — 50 50 Melallgelelllchaft. . . . . 8 86,25 — 86,4 — Philipp Holzmann . . . . 7 77 — 76,75 Zementwerk Heibekberg • e 10 — 86,5 — Cementwerk Karlstaot. . e e 10 — — — — Wayb & Freylag . . . . 8 — — 53 — Echuirhew Patzenhofer . • « 16 —- 177,5 177 Ostwerke....... • e 12 — — 140,65 140 Dku......... 18 69 68,75 69,5 68.75 Bembcrg....... e e 14 70,5 —— 70 68 Aellstoff Waldhok . . . . 87. —— — 109,5 109 Zellstoff Alchafsenburg . • e 12 79 —— 78 77 Charlottenburger Waller • • . 8 — —— 83,5 83,5 Dejlauer »ab .... . 9 —— — 110 110,4 Daimler Motoren . . . . O 24,5 — 24,5 24,6 Deutiche Linoleum . , e • • . 122 120 121,75 122,25 Maschinenbau A.-<8. . • e • . 0 — — 35,5 36 Nat. Automobil . . • e • . 0 •— — —- — Orcnstein & Koppel . . e • . 6 — 47,75 47,5 Leonharb Tietz . . . . 10 — — 118 118 Svenska ...... — — 270 272 frankfurter Malchinen . « - . 4 — — 16 — . 6 28 —• 28,5 — Hctstigenstaedt . . . • . 0 — — Iutighans . . . . . . 6 27,25 —— 27,5 — Lechwerke....... . fc — —— — Mainlraflwerkc Höchst a. M.. . 73 —— — 1 — Mag . ..... IC 69 — 71 1 — Gebr. Roeder..... IC 90 1 — —— Boigt & Haeffner . . . 150 1 - 150 — Lllbbcutlche Zucker . . • » IC 132,5 134,25 1 — Banknoien. Äerlin, 11. November Geld lklmen'aniiche Noten...... 4,186 4,208 Belgische Noten. ....... 58,26 58,50 Tunliche Noten ........ 111,83 112,27 Engchche Noten ........ 20,346 20,426 firansuiildie Noten ....... 16,442 16,502 Hollänbtlche Noten..... . 168,41 169,09 Italienilche Noten........ 21,91 21,99 Norwegilche Noten....... 111,83 112,27 Deutich-Oesterreich, i 100 Schilling 58,88 59,12 Rumänische Noten....... 2,472 2,492 Schwebllche Noten....... 112,16 112,60 Schweizer Noten ...... 81,24 81,56 Spanllche Noten ........ 48,15 48,33 Dichechvllowakstche Noten..... 12,39 12,45 Ungarliche Seien ...... 73,18 73,48 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. 11 November 12 November ttiiniiidtr Geld lioderung rirle Amtliche -Notierung Geld Arte «mft.«:Hott. 168,77 169,11 1,444 168,76 169,10 Bu>'n.-AtreS 1,440 1,447 1,451 Brss.-Antw, 58,46 58,58 58,47 58,59 Ehristiania. 112,13 112,13 112,35 112,12 112,34 Kopenhag.'n 112,35 112,13 112,35 Stockholm . 112,41 112,63 112,42 112,64 HelsingforS. 10,551 10,571 10,551 10,571 Italien. . . 21,94 21,98 21,945 21,985 London. . . Wemiort .. 20,365 20,405 20,365 20,405 4,1930 4,2010 4,1925 4,2005 Boris. . . . Schwei» .. 16,469 16,509 16,466 16,505 81,335 81,495 81,34 81,50 Spanien. 48,35 48,45 48,57 48,67 Japan . . . '«io de Ran Wien in D.« 2,081 2,085 2,081 2,085 0,429 0,431 0,419 0,421 CefL abaeft 59,065 59,185 59,035 59,155 Prag • ■ . 12,437 12,457 12,432 12,452 Bel trab . . 7,428 7,442 7,426 7,440 Budapest. 73,355 73,495 73,345 73,485 Bul.arten 3,040 3,046 3,040 3,046 il'ssabon 18,80 18,84 18,80 18.84 T anüa - - Konst ntüt. 81,42 81.58 81,42 81,58 1,784 1,789 1,784 1,789 Wtbeu. . 5,13 5.44 5,435 5,445 Canada 4,196 4,204 4,196 4,204 Uru nah • 3,357 3,363 3,347 3,353 Cairo . • 20,885 20,925 20,885 20,925