Nr. 186 Erstes Blatt (80. Jahrgang Dienstag, 12. August 1950 Eriche »nl täglich, außer Sonntags und Feiertags Bcileaei: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezug,preis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen etnzelnerNummern infolge häherer Gewalt. Hernfprechanfchlüfle unterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger •iefjen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAiizeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'fche Univerfitütr-Vuch- und Steinöruderei H. Lange in Gießen. Zchristleitung und SefchSstrftrlle: Zchnlttrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ois zum Rachmcttag vorher. Preis für | mm HSHe für Anzeiaen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20' , mehr.' ThefredaKteur Dr. Jnebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen leit Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Sieben. Die Verfaffungsfeiern in der Reichshaupistadi. Der Anstatt vor dem Reichstag. Hindenburg begibt sich zurVeriaisungofeier Berlin, 11. Aug. (WTD.) DaS Wetter hatte sich soweit aufgeklärt, daß der Platz der Republik schon in den frühen Morgenstunden im Sonnenschein lag. Lange bevor im Reichstag die Feier ihren Anfang nahm, strömten bereit- viele Tausende zum Platz der Republik, so dah ihn gegen Mittag eine unübersehbare Menschenmenge füllte. D'.e Zugangsstraßen waren dicht beseht, wo die Polizei unter persönlicher Leitung de- Kommandeurs Oberst Heimann-- berg den Verkehr musterhaft regelte. Auch vor dem Palais des Reichspräsidenten hatte sich eine dichtgedrängte Menschenmenge eingefunden. um bei der Abfahrt des Reichspräsidenten ihm ihre Ovation darzubringen. Die Hauptstraßen waren besonders stark beflaggt. Reben allen öffentlichen Gebäuden hatten auch all« Botschaften und Gesandtschaften sowie viele Privathäuser Flaggenschmuck angelegt. Dom Brandenburger Tor wehten sechs riesige Fahnen in den Farben des Reiches und Preu» hens. Auf dem Platz vor dem Reichstag wehten im Hellen Glanz die Fahnen de- Reiches. Die große Rampe rechts und links von der Freitreppe war mit Tannengrün, Lorbeerbäumen und Blumen geschmückt. Pünktlich um 12 Uhr fuhr Reichspräsident vonHindenburg, begleitet von Staatssekretär Meißner und seinem Adjutanten, Oberstleutnant von Hindenburg, am Reichstag vor. Zur selben Minute marschierte die ^Kompanie des Infanterie-Regiments III aus Marienburg im Paradeschritt an und nahm vor dem Reichstag Aufstellung. Der Stadtkommandant Generalmajor Schreiber schritt die Front ab. Auf der Rampe hatten etwa 200 Mitglieder de- Deutschen Sängerbundes unter Leitung von Prof. Wiedemann Aufstellung genommen und trugen während der Feier im Reichstage einige Lieder vg«. Die Feier im Reichstag. Der Sitzungssaal des Reichstages ist für die Der- fassungsfeier einfacher als sonst, aber gerade in die- (er Einfachheit besonders würdig geschmückt. Ringsum hängen von der Empore Bonner und Belarien in Schwarzrotgold herab, lieber dem Präsidentenplatz ist der Reichsadler in schwarz und rot auf goldenem Hintergründe angebracht, zu beiden Seiten in grofeen Lettern die Präambel der Reichsoerfassung. Reben der Rednertribüne ragen hohe Sträuße von Gladiolen empor. Auch der Tisch des Hauses ist mit Blumen und Tannen geschmückt. Als besondere Zierde des Saalschmuckes hängt über dem Präsidentenplatz die ehrwürdige schwarzrotgoldene Fahne vom Hambacher Fest. Lorbeerbäume in den Ecken vervollständigen das festliche Bild. Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Festaktes begann Saal und Tribünen sich zu füllen. Auf einer der Tribünen erschienen etwa 25 Primaner und Primanerinnen aus verschiedenen Städten des Reiches, die van der Reichsregierung als Gäste zu der Feier geladen sind und während ihres Aufenthaltes in Berlin vom Prvvinzialscbulkvllegtum betreut werden. Punkt 12 Uhr erschien Reichspräsidentvvn Hindenburg in der großen Mittelloge an der Nordseite des Saales. Die Festoersammlung erhob sich beim Erscheinen des Reichspräsidenten. Der Reichspräsident war von Staatssekretär Meißner und seinem Sohne Dberftcutnant von Hindenburg begleitet. Das Rcichskabinett und die preußische Regierung sind vollzählig vertreten. Auch zahlreiche Vertreter der übrigen Länder und auslcindi- scher Staaten nehmen an der Feier teil. Im Parkett haben die geladenen Gäste, Abgeordnete, Vertreter der Behörden, hervorragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst Technik, Wirtschaft und Finanz Platz genommen. Nach einem einleitenden Vortrag des Staats- und Domchors unter Leitung von Prof. Hugo Rüdel sprach » Reichömiuister des Innern Dr. Wirth. Er ging davon aus, daß das deutsche Volk als modernes Kulturvolk besonders nach dem aufwühlenden Erlebnis des Weltkrieges eine andere Staatsverfassung als die demokratische nicht ertragen kann. Der Trieb des Deutschen, die eigenen Persönlichkeitsrechte und -werte zur Geltung zu bringen, sei so tief eingewurzelt, daß man den mannigfachen Anregungen, nach dem VorbUd gewisser auswärtiger Staaten auch bei uns das Diktatursh st em einzurichten, nur mit harten Abwehr begegnen könne. Aber das politische Leben, der politische GeltungswiUe hat die Einheitlichkeit und Geschlossenheit des Dolkswillens zur unbedingten Voraussetzung. Alle Freiheit in der Politik muß zweckmäßig organisiert sein, wenn die Politik selbst fruchtbar bleiben soll. In den demokratischen Republiken wird die politische Führung durch die Parteien gestellt. Wenn sie aber ihre Aufgabe erfüllen sollen, so müssen sie ihrer Ratur nach dafür geeignet sein, sie müssen innerlich auf Demokratie angelegt, regierungsfähig und regierungswillig sein. Der geistige und seelische Entwicklungsprozeß unseres Parteilebens macht es verständlich, daß in unserem Parlament Die Mehrheitsbildung s o ungemein schwer geworden ist. Es ist schon schwer, konkurrierende Kulturkreise zu politischen Arbeitsgemeinschaften zusammenzufinden, eine Sisy- phosarbeit aber muß es werden, wenn Koalitionen da gefunden werden sollen, wo sich Delt- ■jSurrr Die Serfaffungsfeier der Reichsregierung im Reichstag: Reichsinnenminister Dr. Wirth häll die Festrede. Reichspräsident von Hindenburg schreitet die Front der Ehrenkompanie vor dem Reichstogsgebäude ab. anschauungsgemeinschaft und Interessengemeinschaft zu einer einzigen zähen Masse verfilzen. Do wird nicht nur der einheilliche Staatswille unmöglich gemacht, sondern die nationale Geschlossenheit und das Volkstum selbst gefährdet. wir haben die Demokratie, wir haben die ver- fafsungvrechlliche Gleichberechtigung aller, wir sind innerpolitisch gesehen vielleicht das freieste Volk der Lrde, wir haben den freien Staatsbürger, aber eines ist bei uns noch nicht frei geworden, der polltifche Menfch. Er kann sich als solcher in dem alten, unelastischen Mechanismus unserer politischen Willensbildung noch nicht frei entfalten. Er uesiht keinerlei Schanzev- gleichheit mit den Personen, die von den 3n- teressenorganisationen, von den großen Berufs- Vereinigungen in den Vordergrund geschoben werden. Dr. Wirth erblickt in diesem Zustand einen wesentlichen Grund für die Zunahme des Radikalismus in der Jugend. Er bedauerte dos grollende Abseitsstehen insbesondere eines Teils der akademisch gebildeten Jugend und betonte, daß die demokratische Staatsform für ein Volk, das die Freiheit kennt und schätzt, einen hohen Wert auch an sich selbst Hobe, auch dann, wenn man den neuen Staat nicht für organisch genug gewachsen ansehe. Ich kann es begreifen, wenn man die Energie und die politische Intelligenz des neuen römischen Diktators bewundert, wenn man die Macht der Wirtschaftsherzöge in den- Vereinigten Staaten an- staunt, wenn man sich von dem persönlichen, revo- lutionäien antikapitalistischen Vorstoß Lenins bestechen läßt. Aber etwas anderes ist die Leistung des Diktators als politische Persönlichkeit; etwas anderes ist die Diktatur als System. Zum mindesten müßte sich hier Der p o l i t i s ch e Me n s ch im Innersten bedroht fühlen. Denn der Politikr ist berufener Führer des lebendigen Lebens, es gibt keinen größeren Widerspruch, als den zwischen dem Mechanismus einer auf sich selbst gestellten verbeamteten Diktatur und dem ewig sich erneuernden Leben. In unserer Freude über Die Befreiung Der rheinischen Sande übersehen wir aber nicht, daß Räumung nicht restlose Freiheit be- Deutet. Das LanD am Rhein ist auch fernerhin noch ein LanD mürberen Rechts. Die deutsche Souveränität ist erst zum Teil wiederhergestellt. Wahre Freiheit gewinnen wir erst Dann, wenn Der Weg vom minDcren Recht zum gleichen Recht zu EnDe gegangen ist. Wir wollen dankbar sein, indem wir weiter hoffen und weiter arbeiten. Diese Arbeit gilt jetzt ganz besonders der inneren Ausgestaltung unseres deutschen Staat s- gehäudes. Aber alle sollen mitarbeiten, alle sollen auch mitarbeiten können und darum der deutschen Jugend und Den politischen Köpfen in ihr enDlich freier Raum! Ich senDe Diesen Ruf befonDers an Die, Die Die Ehre haben werden, dem nächsten Reichstag anzugehören. Die demokratische Staatsform ist nicht unzeitgemäß geworden. Der Wllle des deutschen Staatsvolkes muß aber leichter zu finden sein und schneller und entschiedener zum Ausdruck kommen können, als das bisher Der Fall gcwejqg ist. Parlaments- unD Volkswille müssen zu^iner besseren ilebereinftimmung kommen können. Ihr jungen deutschen Männer und Frauen, stellt euch nicht abseits, macht den kommenden Reichstag nicht arbeitsunfähig mit eurem haß, mit eurem Radikalismus. Ihr selbst würdet keinen Gewinn davon haben, noch weniger bas deutsche Volk. Das Gebäude der deutschen Demokratie ist für alle da, alle haben Raum, die guten Willens sind. Und wo die (Eingangstore noch verschlossen scheinen oder allzuschwer beweglich sind, wo man sie öffnen mochte, da ist nochzuhelfen. Aber seid dabei, denn wir müffen endlich ein Volk, ein politisches Volk werden. 2m Anschluß an Wirths Festrede hielt der Reichskanzler eine kurze Ansprache: Die Stunde fordert Einsicht und Vertrauen in die Zukunft. Treten wir geschlossen und einig zusammen! Riemand sei von der Mitarbeit ausgeschlossen, der es ehrlich mit dem Aufbau unteres Staates meint. Geladen wir am heutigen Ter assungstage aufs neue, der Reichsverfassung lebensvollen Inhalt zu geben. Fühlen wir uns auch in diesen Tagen als Brüder und seien wir bestrebt, bei sachlichem Meinungsaustausch auch Dem politisch An- DerdDenlcnDen die ihm zukommende Achtung zuteil werden zu lassen. Sie, Herr Reichspräsident, und Sie. meine Damen und Herren, bitte ich. mit mir einzustimmen in den Rus: Das in der Republik geeinte deutsche Volk, es lebe hoch! Vor dem Hauptporial des Reichstags. Rach der Feier begab sich Reichspräsident von Hindenburg in Begleitung von Reichswehrminister G r o e n e r und Oberstleutnant von Hindenburg, den übrigen Mitgliedern des Kabinetts und zahlreicher Parlamentarier durch Die mit Wappen und Flaggen Der Länder geschmückte Kuppelhalle de- Reichstages über Die großeFreitrepve zum Platz der Republik. Von den vielen Tausenden von Zuschauern mit stürmischen Hochrufen begrüßt, unter den Klängen des Präsentiermarsches und des Deutschlandliedes schritt der Reichspräsident in Begleitung des Reichswehrministers und des Berliner Stadtkommandanten Generalmajor Schreiber d i e Front Der Ehrenkompanie ab. Rach Dem Abschreiten Der Front bestieg der ReichS- präsibent seinen Kraftwagen unD fuhr langsam unter erneuten Hochrufen, Tücher- unD Hüte- schwenken des Publikums Die Front entlang nach Dem ReichspräsidentenpalaiS zurück Die Heichsregierung, preußische Staatsregierung unD die Stadt Berlin veranstalteten am Montagabend eine gemeinsame Derfassungsfeier, in deren Mittelpunkt eine Rede des preußischen Kultusministers Grimme stand. Ter große Raum wies einen geschmackvollen Flaggen- und Blumenschmuck auf. Die Regierungen waren zahlreich vertreten. Man sah auch Den Rhein- landkommissar Freiherrn Langwerth v. Simmern, zahlreiche Vertreter Der Reichswehr unD Der Reichsmarine, AbgeorDnete unD zahlreiche Vertreter Des Diplomatischen Korps unter ihnen den päpstlichen Runtius. Die Feier begann mit dem Chorgesang »Halleluja" aus dem Oratorium »Der Messias" von Händel. Generalmusikdirektor Hermann Abendroth (Köln) vereinigte unter seinem Taktstock eine Reihe von Chören. Minister Grimme ging von dem einigenden Erlebnis der Rhein- lanDfetet aus. Das Einigkeitsgesühl sei im Leben des politischen Alltags schon wieder abgelöst durch Die Sorge um Den krisenhaften Zustand unseres öffentlichen Seins. Auch andere Länder mit alter parlamentarischer Kultur sehen sich in unterer Zeit vor Ausgaben gestellt, deren Lösung nicht gelingen will. Was mag also die Wurzel solcher übernationaler Krisenhaftigkeit sein? Sollte nicht eine dieser Wurzel die sein, dah allen Parlamenten Aufgaben zuae- wachsen sind, Deren Lösung über denRah - men Der einzelne n Rationen hinan s g r e i f t ? Die Weltnot Der Arbeitslosigkeit allein beweist Dies. Solchen Tatsachen gegenüber besagt Die Wendung von Der Iugenü des Parlamentarismus so wenig, wie das bloß« Hoffen auf eine neue Jugend im Parlament oder Das Spiel mit Dem Gedanken einer Diktatur. Ein Schuß j u g e n D l i d) er Aufgeschlossenheit und Beweglichkeit täte wohl unserem politischen Leben gut. Wir brauchen Menschen, Die einsehen unD bereit sind. Die Folgerungen Daraus zu ziehen, Daß jedes Volk in einem Doppelreich lebt: in einem übernationalen Reich der Wirtschaft und des Verkehr- und in einem geistig-seelischen Bezirk der Ration. Wir brauchen Menschen, Die national empfinden und zugleich Das übernationale Ziel verfolgen: Die von Der einzelnen Ration allein nicht zu leistende Durchorganisation der Weltwirtschaft. Die Feier Rang aus mit Der 9. Sinfonie Beethovens, Die Aocmdroth mit großem, mitreißendem Schwung Dirigierte. Reue Einigungsverhandlungen. Minister Treviranus ladi Volkspartei und Wirtschastöpariei zu Besprechungen ein. Berlin, 11. Aug. (ERB.) Wie die „Bör- sen-Zeitung" mitteüt, finden morgen abermals Verhandlungen statt, Deren Ziel die Zusammenfassung wichtiger Teile der bürgerlichen Front im Wahlkampf und nach den Reichstagswahlen im nächsten Reichstag ist. Es handelt sich Darum, Die Konservative Volkspartei, Die Deutsche Vollspur-- t e i und Die Wirtschaftspartei einander zu nähern. Für Die Konservativen wird Minister T r e v i r a n u s , für die Deutsche Volkspar- tei Dr. Scholz, für die Wirtschaftspartei der Abgeordnete Sachsenberg an dieser Besprechung, der man in Den beteiligten Kreisen mit Optimismus entgegensieht, teilnehmen. Wan wird über Die Möglichkeit einer FraktionS- gemeinschast im nächsten Reichstage, eventuell über einen gemeinf amen Aufruf für Den Wahlkampf verhandeln. Bon volksparteilicher Seite toirti hierzu der Tel.-An. erklärt, daß der Versuch, in diesen Besprechungen ein neues Parteigebilde zu gründen, aussichtslos fein mülle. Die Volkspartei ist entschlossen, selbständig und unbeschwert in Den Wahlkampf hineinzugehen, nach Dem ihre Demühungen am vergangenen Donnerstag negativ zum Abschluß gekommen sind. Rach allgemeiner Auf« fassung in polksparteilichen Kreisen kann es sich bei den neuen Besprechungen höchstens darum handeln, die bisherigen losen Vereinbarungen über einen Burgfrieden während des Wahlkampfes zu vertiefen. Grundsätzlich wird darauf hingcwicsen, daß alle Bemühungen auf stärkste Zusammenfassung der staatsbürgerlichen Kräfte nur dann von Erfolg begleitet fein können, wenn die Möglichkeit einer Einbeziehung der Deutschen Staatspartei auf gleichberechtigter Grundlage erhalten bleibt. Die Einladung von Treviranus ist übrigens an Dr. Scholz persönlich gerichtet, der also auch lediglich unter eigener persönlicher Verantwortung an diesen Verhandlungen teilneh- men wird. Treviranus fordert gemeinsame Verantwortung. Berlin, 10. Aug. (ERB.) ReichsministerT r e- v i r a n u s schreibt in der „D. A. Z." u. et: Christli ch-s ozialerDolksdienst Deutsches Landvolk und Konservative V o l k s p a r t e i gehen auch in diesen Wahl- kampf mit getrennten Listen, aber nicht im Kampf gegeneinander, sondern in einer Front, in der es unwesentlich ist, welchem Stoßtrupp die Mandate zufallen. Für die Parteien und Gruppen, die sich bei der entscheidenden Abstimmung über die Rotverordnung des Reichspräsidenten hinter die Regierung stellten, besteht in den Äugen der Öffentlichkeit eine gemeinschaftliche Haftung. Wer sich ihr entziehen wollte, würde von einem richtigen Instinkt des Volkes mit Verachtung gestraft werden. Darum ist der Gedanke einer größeren Zusammenfassung an sich getrennter Parteien eine selbstverständliche Forderung. Richt im Sinne eines wie üblich mißverständlichen Dürgerblocks, aber unter der Idee der gemeinschaftlichen Verantwortung auch für die künftige Regierungsarbeit während der Dauer des Rotstandes, aus dem allein die strittigen Verordnungen ihr Daseinsrecht nehmen. — Wir werden zu Beginn der nächsten Woche in einem kleinen Kreise erneut an die Arbeit gehen, um dem deutschen Volke und vor allem der großen Armee der Richtwähler klar zu machen, daß wir für unser Teil der Zersplitterung Einhalt gebieten wollen. Dabei werden wir uns an alle diejenigen wenden, die gleich uns erkannt haben, daß die Lleberwin- dung der kommenden Röte nur auf dem Wege möglich ist, den die heutige Reichsregierung eingeschlagen hat. Ein gutes Beispiel. Wahigcmcin.äaft zwischen Bottspartei und Ltaatspartci in Baden und Württemberg. Karlsruhe, 10.Aug. (IDIB.) 3n Anwesenheit des Reichsaußenminislers Dr. C u r t i u s fand eine stark besuchte vertretcrversammlung des Landesverbandes Vaden der Deutschen Volkspart e t statt. Linslimmig wurde unter lebhaftem Beifall der langjährige Spitzenkandidat, Relchsaußen- minister Dr. L u r t i u s, wiederum ausgestellt. Die Deutsche volksparlei teilt parteiamtlich solgendes mit: Zwischen der Deutschen Staatspartei und der Deutschen Volkspartei in Baden und Württemberg werden aussichtsreiche Verhandlungen über den Abschluß eines Wahl- obkommens geführt. Es handelt sich um die Aufstellung einheitlicher Listen. Veichs- minister Dietrich hat Reichsminister Dr. Cur* tius die Führung der Liste in Baden über- '• tragen, während die Einheitsliste in württem- -Vcrg durch Dr. heuß geführt werden soll. 3n Baden ist an zweiter Stelle der Einheitsliste Reichsminister Dietrich sStaatsparlei) und in Württemberg der Reichstagsabgeordnete Keinath (Deutsche volksparlei) vorgesehen. Die S e l b- st ä n d i g k e i t der beiden Parteien wird durch das Abkommen nicht berührt. Außerordentlicher parteifafl der Deutschen Volkspartei Hessens. FrankfurtaM.il. Aug. (WTB.) Die Deutsche Volkspartei Hessens hielt am Sonntag im Hand- werkerhaus einen aus allen Teilen Hessens gut besuchten außerordentlichen Parteitag ab, um zu der gegenwärtigen politischen Lage und zu den kommenden Reichstagswahlen Stellung zu nehmen. Reichstagsabg. Dingeldey (Darmstadt) berichtete über die Vorgänge bei der Auflösung des Reichstags Oer Georg-Büchner-Preis. Die Verleihung durch den hessischen Staatspräsidenten. Darmstadt, ll.Allg. Zum achtenmal wurde heute derDüchnerpreis, der Hessische Staatspreis für Kunst, in einer kleinen Feier im Staatsministerium dcm diesjährigen Preisträgern, dem Maler Johannes Lippmann und dem Schriftsteller Rikolaus Schwarzkopf, vom Staatspräsidenten, überreicht. Cs hatten sich dazu eingefunden neben den früheren Preisträgern und einigen höheren Beamten die Minister Kirn- berger und Korell. Staatspräsident Dr. Adeln n g leitete die Liebergabe mit einer kurzen Ansprache ein, in der er darauf hinwies, daß trotz der Rot der Zeit die geistigen Belange nicht vergessen werden dürften. Der Düchnerpreis stelle keinen erheblichen materiellen Wert dar, um so höher sei aber seine ideelle Bedeutung zu bemessen, die ständig im Wachsen begriffen sei. Es fei Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, daß die produktive Kraft auch auf geistigem Gebiet nicht erlahme und daß geistiges Brot geschaffen werde. Rach Verlesung der Stiftungsurkunde, nach der alljährlich am Verfas- sungstag zwei Staatspreise verliehen werden an die Würdigsten aus den Reihen der Schriftsteller, bildenden Künstler, Architekten, Kunstgewerbler, Musiker sowie darstellenden Künstler, die sich um das künstlerische und geistige Leben in Hessen verdient gemacht haben, übergab der Staatspräsident den Preisträgern ihre Der- leihungsurkunden unter Zitierung der Widmung, die für den Maler Johannes Lippmann lautet: „Dem Maler Johannes Lippmann, dem treuen und meisterlichen Schilderer Oden- wälder Menschen und Landschaften, verleiht das hessische Volk den Georg-Düchner- Prcis 1930", und für Rikolaus Schwarzkopf: und die politische Situation vor den Neuwahlen. Zur Behebung der gegenwärtigen Krise, die er im einzelnen eingehend schildert und der er die Schuld für die Radikalisierung der deutschen Jugend zuschiebt, erachtet Dingeldey durchgreifendeRe- formen für nötig: Reichsreform und in Verbindung damit.Reform des Finanzwesens, ferner Reform der Steuergesetzgebung, der Sozialversicherungsgesetzgebung, der öffentlichen Verwaltung, des Parlamentarismus und ebenfalls der deutschen Wirt- schaftspolitik. Das Ziel der Deutschen Volkspartei im kommenden Wahlkampf fei die Sammlung des Bürgertums und Bildung einer Hin - denburgfront zur Rettung des deutschen Volks. Auf der W a h l v o r f ch I a g s l i st e der Partei für Hessen steht der Reichstagsabgeordnete Rechtsanwalt Dingeldey (Darmstadt) wieder an der Spitze. Ihm folgen Landwirt Wolf (Albig in Rheinhelfen), Bürgermeister Dr. N i e p o t h (Schlitz), Frau Kloos (Darmstadt), Schmiedemeister Nothnagel (Griesheim, Freiherr von Heyl (Worms), Lehrer Jost, Gärtnereibesitzer Becker (Reichenbach an der Bergstraße) und Landtagsabg. Dr. Keller. Frankreich schwimmt im Golde. Parts, 11. Aug. (WTB.) Der „Matin" stellt fest, daß die französische Regierung in den letzten fünf Monaten 900 Millionen Franken zu m Rück- kauf hochverzinslicher französischer A uslandanleihen, besonders Anleihen in den Vereinigten Staaten (so eine 7prozentige, die erst 1949 fällig wurde), verwandt hat. Dieser Rückkauf sei mit Hilfe der ausländischen Devisen vorgenommen worden, die Frankreich durch die Poungan leihe zugeflossen sind, doch fei durch diese Operation kein Gold aus Frank- reich herausgegangen. Die Bilanz der Bank von Frankreich habe in der letzten Woche eine neue SteigerungderGoldvorräteum 778 Millionen zu verzeichnen. Der Goldvorrat Frankreichs belaufe sich somit auf 46 061 Milliarden Franken. Frankreich fei also nach den Vereinigten Staaten das Land, das über die größten Goldvorräte verfüge. Deutschlands Recht an der Ostmark. Minister Treviranus fordert Beseitigung der ungerechten Grenzziehung zwischen Deutschland und Polen. — Der Korridor eine europäische Gefahr. Oie Berliner Antwort. Reichsminister Treviranus Hai für Deutschland nur Selbstverständliches gesagt. faffung gegeben habe, sei nicht maßgebende Entweder teile das Reichskabinett die Ansicht Treviranus' oder nicht. Im ersten Falle sei Frankreich über die Ziele der öeutfdjen Politik unterrichtet und im zweiten hätten Brüning und die übrigen Mitglieder der Reichsregierung die Pflicht, sich offen gegen Trevi- ranus auszufprechen. Man werde es unter den gegenwärtigen Umständen in Frankreich nicht verstehen, wenn er dennoch Mitglied einer Regierung bleibe, die entschlossen sei, die Entspannungs- und Annäherungspolitik Stresemanns fortzusetzen. — Das „Journal des D 6 b a t s" wendet sich ebenfalls in scharfen Worten gegen die Ausführungen Treviranus', die es als einen Appell an den Krieg und die Macht hinsteUt. Treviranus habe eindeutig erklärt, daß er nur in einem Krieg die Verwirklichung seiner Wünsche sehe. — Das „Ech o de Paris" schreibt, man vergesse die Weimarer Verfassung, man spreche von der Revanche. Da Stresemann, der die Gefühle der Revancheluftigen teilte, aber eine vorsichtige Zurückhaltung erzwang, nicht mehr lebe, mache man sich nicht mehr die Mühe, die Absichten zu verschleiern. Das müsse man sagen unter dem Eindruck der gestrigen Rede von Treviranus. Für Driand habe ohne Zweifel die Stunde geschlagen, Deutschland daran zu erinnern, daß auf Grund der Locarno-Verträge oder der Interpretierung der Locarno-Abkommen, auf die er sich stets vor dem Parlament berief, derartige Worte nicht zulässig seien, weil sie eine halbe Drohung in sich schlössen. Aber cs würde erstaunlich sein, wenn Briand irgendeine Demarche wagen würde. Er würde Gefahr laufen, sich die gleiche Antwort zu holen, wie sie ihm ins Gesicht geschleudert worden sev, als er Botschafter de Margerie beauftragte, die Aufmerksamkeit auf die Ziele der Reise des Feld- marschalls v. Hindenburg nach Speyer, Mainz und Koblenz zu lenken. Die Zwecklosigkeit des ganzen Werkes von Briand lasse sich deutlich erkennen. Berlin, 10. Aug. (WTB.) Die im West aus- schuß für Rhein, Pfalz und Saar vereinigten landsmannschaftlichen Verbände veranstalteten im Reichstage eine Gedenkstunde an die Befreiung des Rheinlandes, in der die Redner in Dankbarkeit der Treue und Opferbereitschaft der rheini- schen Bevölkerung gedachten, und betonten, daß nur eine erste Etappe auf dem langen Wege zu einer wahren und vollen Liquidation des Krieges erreicht (ei. Die zweite Etappe mit der Rückgabe des seit über tausend Jahren zu Deutschland gehörenden Saargebietes werde folgen müssen. Im Anschluß an diese Gedenkstunde fand vor dem Reichstag eine Kundgebung der ostdeutschen verbände zur Erinnerung an die vor zehn Jahren in Ost- und Westgreußen erfolgte Volksabstimmung statt, bei der der ehemalige Abstimmungskommissar Graf B a u d i s s i n hervorhob, daß von dem großen deutschen Gebiet zwischen Ostsee und der tschechisch-polni- schen Grenze, das von jeher alter deutscher Kultur- besitz war, einzerfetz tesLand übrig geblieben sei, in dessen Gauen infolge der alle natürlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge zerreißenden Grenzziehung kulturelle und wirtschaftliche Not wohne. Reichsminister für die befehlen Gebiete Treviranus führte aus: Wir wollen die Rheinlande im Frieden halten wie es zu allen Zeiten deutsches Sehnen war. Aber wir müssen frei fein, wirklich frei, weil kein Gemeingefühl unter den Völkern der Welt gedeihen kann, wenn das Recht gebeugt, wenn das Gesetz des Raumes vergewaltigt, wenn „sittlich unbeherrschte Macht" ungleich verteilt ist. Drum arüßen wir gerade in dieser Stunde des Dankes in Wehmut, aber auch in unbeugsamer Hoffnung die Brüder an der Saar wie die Eifelwacht in Eupen und Mälmedy. Unser ganzes Volk atmet auf, daß die bittere Zeit des Zwanges^ der Anblick fremder Uniformen vorbei ist. Jedes Dorf, jede Stadt feiert feine Freude. Die Fahrt des Reichspräsidenten, der Oft- markfohn, des Rheines Betreuer, war ein Jubelzug bis zur Trauernacht von Koblenz, die zur neuen Besinnung mahnt. Nun fordert der Osten Einheit und Einsatz des ganzen.deut- schen Volkes, Willen, Zukunftshoffnung. Wir gedenken in der Tiefe unserer Seele des zerfchnit- tenen Reichslandes, der ungeheilten Wunde in d e r O st f l a n k e, dieses verkümmerten Lungen- flügels des Reiches. Wir denken daran, unter welch schnödem Druck Wilson zur unnatürlichen Abschneidung Ostpreußens gepreßt, zu welchem Zwitterzu- stand das deutsche Land verurteilt wurde. Die Zukunft des polnischen Rachbarn, der seine staatliche Wacht nicht zum geringsten Teil deutschen vlutopfern verdankt, kann nur gesichert fein, wenn Deutschland und Polen nicht durch ungerechte Grenzziehung in ewigerUnruhe gehalten werden. Ostdeutschlands Blutstockung bleibt eine europäische Sorge und Gefahr. Unsere inneren Augen schweifen über die deutschen Gaue in der Seligkeit wiedererworbenen Eigentums, aber auch im Sckmerz um die heute noch verlorenen, einst wieder zu gewinnenden deutschen Lande, die eine Fälschung des Willens deutscher Volksgenossen und rechtswidrige Grenzziehung unter fremde Staatshoheit stellte. Weg mit dem Gerede von der Katastrophe, her mit dem Mut, alle Nöte zu bannen! Wir spüren aus dem Zauber des Rheins, aus der Herbheit unseres Ostens gewachsene Kräfte, die uns zu hoffen heißen: Der Tag wird kommen, wo der Kampf für das Recht Deutschlands Europa befreit hat. Drum, Brüder, streckt die Hände, die Herzen himmelan! Unser unvergängliches geliebtes Vaterland, jetzt und immerdar hoch! Unnötige Aufregung in Paris Die Pariser Presse beschimpft Treviranus. Paris 11.Aug. (TU.) Die Rede des Reichsministers Treviranus hat in Paris wie eine Bombe eingeschlagen. Die Presse stellt die Ausführungen des Ministers als eine offene Drohung an die Adresse Frankreichs und Polens hin. Der „Temps" schreibt: Wenn Treviranus von der für das Reich notwendigen Freiheit gesprochen habe, so könne man dem nur gegenüberhalten, daß Deutschland schon jetzt frei fei, allerdings im Rahmen der Verträge. Die Auseinandersetzungen von Treviranus bedeuteten nicht mehr und nicht weniger als die Freiheit, für einen Krieg zu rüsten, das linke Rheinufer militärisch zu organisieren und sich der Tributzahlungen zu entziehen. die zu leisten sich Deutschland freiwillig durch die Unterzeichnung des Poungplanes verpflichtet habe. Ein deutscher Minister dürfe außerdem der letzte sein, von der Mißachtung des Reiches zu sprechen, denn das Deutsche Reich verdanke seine Stellung lediglich der offensichtlichen V e r g e w a 11 i - gungdesRechtes und der Unterdrückung nichtdeutscher Volks st ämme im Westen, Norden und Osten. Das imperialistische Deutschland sei nach vierjährigem Krieg vernichtet worden, einem Kriege, den es mit den barbarischsten Methoden und den verachtungswertesten Verletzungen sämtlicher Menschenrechte geführt habe. Als Antwort könne man dem deutschen Minister nur die Worte entgegenhalten, die P o i n c a r 6 am Sonntag gesprochen habe, als er erklärte, Frankreich fei es feinen Toten schuldig, von niemandem die bestehenden Verträge ändern zu lassen. Die Auslegung der deutschen Presse, wonach Treviranus nur seine persönliche Auf- ‘Berlin, 21. Aug. (ERD.) Die Berliner Zeitungen bleiben die Antwort nicht schuldig. Die „Germania" sagt: Irgendeine völkerrechtswidrige Aggressivität oder gar Revanchesucht aus den Worten des Ministers zu konstruieren, ist ein müßiges Beginnen. Für Deutschland gelten, unter welcher Regierung auch immer, die feierlichen Verpflichtungen des Völkerbundspaktes, und keine verantwortliche deutsche Regierung wird eine Grenzrevision mit anderen als friedlichen Mitteln erstreben. Man hat sich an der Seine und wahrscheinlich auch in Warschau umsonst aufgeregt. Die Treviranus-Rede bedeutet kein Llltirnatum und keine Kriegserklärung und wird nichts an der loyalen vertragsgemäßen Haltung der deutschen Außenpolitik ändern. — Im „B. T." heißt es: Der Minister Treviranus hat in seiner Rede auf die heute schon so ziemlich in ganz Europa anerkannte Tatsache hingewiesen. daß die ungelöste Korridorfrage eine europäische Sorge und Gefahr bleibt. Gr hätte sich dabei u. a. sogar auf ernsthafte französische Politiker berufen können, wie den Grafen d'Or- messon. Es muß den Pariser Blättern erwidert werden, daß der Minister kein Wort gesagt hat, das aus deutsche Absichten schließen lassen könnte, eine andere Lösung als im Rahmen des 19. Artikels des Völkerbundspaktes, des Devisionsartikels, zu suchen. Das Recht, eine solche anzustreben, kann und wird sich Deutschland allerdings nicht nehmen lassen. Die „Vossische Z t g." erklärt u. a.: Der Wortlaut der Rede gibt zu Beschwerden aus Paris, Warschau oder gar London nicht den geringsten Anlaß. Wir finden in der Treviranus-Rede nichts, was nicht vorher andere deutsche Politiker in verantwortlicher Stellung, was nicht auch Stresemann gesagt hätte. Auch der Sozialdemokrat Dr. Breit- scheid hat einmal ähnlich gesprochen. Kein Deutscher wird- jemals die Grenzziehung im Osten als gerecht und zweckmäßig anerkennen. Inhalt und Form der Treviranus-Rede ergeben sich aus ihrem Anlaß. Rur Sensationsbedürf- nis oder Liebelwollen können diese Sähe über das Ostproblem mißdeuten. Tatsächlich hat der Reichsminister kein Wort über das hinaus gesagt, was jedem Deutschen selbstverständlich und sogar außerhalb Deutschlands von jedem einsichtigen Europäer anerkannt wird. „Das hessische Volk verleiht dem Dichter Rikolaus Schwarzkopf den Georg-Büchner-Preis 1930 in dankbarer Würdigung seines kernhaften, um heimatliche Landschaft in Geschichte und Gegenwart verdienten Schaffens." Oie Preisträger Johannes Lippmann. Der Maler Prof. Johannes Lippmann in Lichtenberg im Odenwald, trotz seiner 72 Jahre mit ungebrochener Rüstigkeit schaffend, ist weit über die Grenzen seiner hessischen Heimat bekannt geworden durch die lebensvolle Darstellung der bäuerlichen Welt. Man wird der Leistung dieses eigenartigen, ehrlichen Künstlers nicht gerecht, wenn man ihn mit dem Ruhm eines Odenwaldmalers umkränzt. Die Odenwaldlandschaft, so oft sie in seinen Werken wiederkehrt, in jeder Jahreszeit, in Sonne und Gewitterdräuen, im Morgenglanze und Abendrot, ist nur der Llr- grund für das in erstaunlicher Mannigfaltigkeit behandelte Motiv des mit der Mutter Erde in Glück und Leid verbundenen ländlichen Arbeiters. Professor Lippmann darf zu den besten Bauernmalern gezählt werden. Zahlreiche Bilder von herber Schönheit und erschütterndem Ernst zeigen uns, wie nur dem mühsam Arbeitenden und zäh Beharrenden der gequälte Ackerboden Gaben spendet, wie Mann und Frau, Großmutter und Kind im Bund mit der Kraft des Pferdes und des Rindes ein schweres Tagewerk tun. Derselbe Ernst schreitet durch seine Waldbilder. Knorrige Vaumriesen und aufgetürmte Felsen fesselten ihn ebenso wie das truhige Schloß Lichtenberg mit feinen gewaltigen Mauern. Die ungewöhnliche Fruchtbarkeit des Künstlers hat zahlreiche öffentliche und private Sammlungen bereichert. Eine Lieberschau über den Llmfang seines Schaffens gab die Ausstellung seiner Werke, die der Kunst- verein Darmstadt anläßlich des 70. Geburtstags des Meisters 1928 in der hessischen Hauptstadt veranstaltete. Die erste Ausbildung erhielt Lippmann in der Kunstschule seiner Vaterstadt Offenbach und im Atelier Klimsch zu Frankfurt a. M.. 1875/77 arbeitete er in Dresden, es folgten 1878 Studien am Städelschen Institut in Frankfurt, zwei Sommer führten ihn nach München zu Paul Schulze-Raumburg: nach solchen Wander- jahren ließ sich Lippmann in Offenbach nieder. Seit 1908 wohnt er in Lichtenberg im Odenwald, mit Land und Leuten in engster Verbundenheit, ob seines graben, ehrlichen, mannhaften und schlichten Wesens beliebt und geehrt. Nikolaus Schwarzkopf. Dieser mit seinem Wesen so tief in seiner hessischen Heimat wurzelnde Dichter, der einst Lehrer war und heute, frei von beruflicher Bürde, in Darmstadt lebt, ist, in der Mitte der 40er Jahre stehend, für einen Schaffenden noch verhältnismäßig jung: eine Jugend, die sich in seinem Schaffen ebenso als ein beseligendes Klingen wie als unruhvolle Feurigkeit des Denkens und Fühlens ausdrückt. Schwarzkopf wurde am 27. März 1884 in Llrberach geboren, einem wegen feines uralten Töpferaewerbes bekannten Land- ort bei Dieburg. Er ist der Sohn eines Pflasterers und seine Mutter war Räherin. Ihrer unermüdlichen Arbeit an der Nähmaschine verdankte Schwarzkopf die Möglichkeit, Lehrer zu werden, und so half auch ihm die Opferwillig- keit der Mutter aus den ärmlich-proletarischen Verhältnissen des Elternhauses heraus. Er lernte im Bensheimer Seminar. Seine Lehrtätigkeit führte ihn später an Reckar und Rhein, nach ReckEjeinach, Mainz und Ockenheim. Eine besonders Begabung seiner Phantasie und seiner Sprachgestaltung zum Legendären vereinigt sich in Schwarzkopfs Dichtertum mit einem religiösforschenden Wesen, das manchmal geradezu mystisch erregt ist, wobei dieses an katholischem Kultgut genährte religiöse Moment eine ganz eigene Lebendigkeit bei Schwarzkopf erhält, eine Spannkraft/ zu der vielleicht die Tatsache einigen Aufschluß gibt, daß ein Vorfahre des Dichters zu den 1731 aus Salzburg vertriebenen Kalvinisten gehörte. Zum Religiösen kommt eine mit breiten Wurzeln ins Raturhafte der Scholle und ihres geschöpflichen Lebens hineingreifende Kraft, die oft von den Blinklichtern eines immer wieder mit neuer Wendigkeit erfreuenden Humors durchleuchtet ist. Köstlich in ihrer geschöpflichen Treuherzigkeit sind Schwarzkopfs Erzählungen „Flick dich" oder „Die rheinischen Spatzen" und „Riesele", das eine die halb ulkige, halb traurige Geschichte eines vorlauten Spatzenstrolchs, das andere der schicksalsreiche Roman eines kleinen Pferdes. Gestaltungen der Heimat und ihrer Menschen finden wir schon in Schwarzkopfs Frühroman „Greta Kunkel" und in seinem „Häfner aus dem Crbseneck". Großartig in ihrer legendären Kraft wie in ihrem religiös-mystischen Gehalt ist zum erstenmal die Erzählung „Maria vom Rheine". Einige Jahre später folgt mit dem „Schwarzen Rikolaus" ein Werk, dessen Stoff rheinisches Leben und rheinisches Volkstum bilden, dessen Fabel mit ihrem oft sarkastisch gefärbten Humor den Dichter im Kreuzfeuer seines religiösen Gewissens zeigt, das hier und in seinem letzten Werk, dem „Grünewaldroman". „Der Barbar", zugleich soziales Gewissen ist. Zuvor erschien „Amorsbronn", in das mystisch eine wundertätige Quelle hineinspielt und das von der lange ungestillten und endlich erfüllten Sehnsucht eines Mädchens nach Mutterschaft handelt. Ein dem höchsten christlichen Religionsgut gewidmetes Werk ganz eigener Art ist Schwarzkopfs „Judas Iskariot", ein interessanter Versuch, Judas' Verrat an Jesus zu klären. Schwarzkopf will später diesen „Judas Iskariot" in einem größeren Werk aufgehen lassen, das Christus und seine Zeit sozial gestaltet. Kriegsgefahr in Vor-erafien. Oer Kurdenausstand. — Erregter Notenwechsel zwischen Persien und der Türkei. Seit Wochen sind In Dorderasicn die Kurden im Auf st and Auch dieser Stamm, der ungefähr zwei Millionen Seelen zählt, ist insofern ein Opfer der KrisiS geworden, als seine Angehörigen heute in vier Staaten zu leben gezwungen sind. An der Grenze zwischen der Türkei und Persien ist der neue Kurdenausstand aufgeflammt, und türkische KASPISCHES cmuJ^-AND \ f •7- -J u**' T (j 0 *^2-V Jäbris Truppen haben bi« persischeGrenze bei det: Verfolgung der Aufständischen mehr- fach überschritten. Die Lage hat sich jetzt so stark zugcfeitzt, daß man unter Umständen mit dem Ausbruch bewaffneter Feindseligkeiten zwischen beiden Staaten rechnet. Ein Appell PersienS an den Völkerbund wäre insofern nicht von Bedeutung, als die Türkei bekanntlich der Genser Institution nicht angehört. Die Türken behaupten, dah die ausländischen Kurden von Persien auS unterstützt werden. Hieraus hat sich ein gereizter diplomatischer Notenwechsel ergeben, der jetzt offenbar bis unmittelbar vor eine bewaffnete Auseinandersetzung geführt hat. Im Augenblick bemüht sich der russische Botschafter in Angora um eine letzte Vermüllung, die darin bestehen soll, dah Persien der Türkei einen Streifen Gebiete- abtritt. Wir nähern unS dem Weltfrieden augenscheinlich mit groben SchrittenI Ein türkisches Ultimatum. Die persische Note unbefriedigend Angora. 11. Aug. (WTB.) Der türkische Minister deS Acuheren hatte gestern mit dem persischen Geschäftsträger und hierauf mit dem russischen Botschafter Unterredungen. Heute hielt das Kabinett eine Sitzung ab, an der der Generalstabschef teilnahm. Geaenstand der Erörterungen war die persische Note, in der der Vorschlag eine- gemeinsamen militärischen Vorgehens gegen die kurdischen Stämme auf persischem Gebiet für unannehmbar erklärt wird. Der Ministerrat befchlost. eine neue Aufforderung an die persische Negierung zu richten, geeignete Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Grenzüberschreitungen durch die Kurden zu treffen. Die neue türkische Note wird in außer- ordentlich deutlichen Worten abgefaßt sein und innerhalb 4 8 Stunden eine Antwort von Persien verlangen. Sie läuft praktisch auf ein Ultimatum hinaus. In politischen Kreisen Angoras verlautet noch nichts Näheres, ob und welche Maßnahmen der Ministerrat für den Fall beschlossen hat, dah Persien auch dieser Forderung nicht nachkommen sollte. Die letzten hier eingegangenen Nachrichten besagen, dah der bekannte kurdische Häuptling Hatscho, der mit 600 Reitern von Syrien auS über die Grenze gekommen war und 16 türkische Dörfer besetzt hatte, von den Franzosen gefangen genommen worden sei. Kampf um Grönland. Eine norwegische Gesellschaft „besetzt" Dcilc Lstgrönlands. Kopenhagen, S. Aug. (TU.) 2luS Oslo trifft die in Dänemark Aufsehen erregende Meldung ein, dah eine norwegische O st - Grönland-Fang-Expedition die drei Inseln vor der Ostgrönlandküste, Emersö, Geo- grasicat und Trallsö. in Besitz genommen habe. Auherdem habe diese Expedition auf dem Kap Stosch Kohlenvorkommen fest gelt eilt und sie ebenfalls für ihren Besitz erklärt. Bei dieser Expedition handelt eS sich um die norwegische ArktiSk-Naeringsdrift-Gefellschaft, die im vorigen Jahr mit einem Aktienkapital von 37 500 Kronen gegründet und von dänischer Seite häufig angegriffen worden ist. Die Expedition hat im letzten Winter Fuchsfang getrieben und an zwei Stellen Hütten errichtet. Sie wurde während deS Winter- mehrfach von Polarwölfen bedroht. Wie der dänische Direktor der Kolonie Grönland zu dieser Meldung mitbeilt, sei es ganz ausgeschlossen, daß Norweger Teile Oft* grönlandS in Besitz nehmen könnten. Dieses widerspräche den bestehenden Verträgen, wohl aber dürften Norweger in Teilen Ostgrönlands, wo bisher dänischerseits kein Fang getrieben worden sei, mit Erlaubnis des dänischen Staates Fang betreiben. Eine Besitzergreifung grönländischen Gebietes durch Norwegen fei jedoch völkerrechtlich ausgeschlossen. Aus aller Welt. Der Wellflieger Freiherr von König in Neuyork bei einem Aulounsall verletzt. Der bekannte deutsche Weltslieger Freiherr König von Warthausen ist bei einem Automobilzusammenstoß schwer verletzt worden. Der Wagen, in dem Warthausen mit noch mehreren Herren sah, stieß im unteren Stadtteile Neuyorks mit einem Milchwagen zusammen. Warthausen mußte bewußtlos ins Hospital übersührt werden. Gr hat eine Rip - penquetschung erlitten, die starke Schmerzen verursacht. Nach Ansicht der Aerzte ist der Verunglückte jedoch außer Gefahr. Warthausen hält sich hier auf, um über die Finanzierung eines größeren Ostasienfluges zu verhandeln. Er war seinerzeit Gewinner des Hindenburgpokals. hirth beabsichtigt Weiterflug nach Chikago. Der deutsche Flieger Hirth ist zu Schiff mit seinem Flugzeug von Reykjavik in Montreal (Kanadas eingetroffen. Er erklärte, er habe den Grönlandflug aufgeben müssen, da 10 000 dänische Kronen für b i c Erlaubnis S u r Landung verlangt worden feien. Außerdem sei seine Drennstofsversorgung ungenügend gewesen. Hirth hofft, den Flug nach Chicago fortfehen zu können, sowie die notwendigen Formalitäten durch das deutsche und daS amerikanische Konsulat geregelt seien. Dritter deutscher Schüler-Rcdewettbewerb. Am Sonntag, dem Vortage der Dersassungsfeier, wurde zum dritten Male der Deutsche Schüler-Rede- Wettbewerb in der Hochschule für Politik ausgewogen. Schon am 9. August hatten sich 21 Bewerber, Primaner im Alter von 16 bis 20 Jahren und eine Primanerin, dem Prcisrichterkollegium gestellt. Die diesjährigen Themata lauteten: ^Deutschlands Stellung in der Well" und „Was sagt uns Jungen die Geschichte?" Zehn Schüler kamen in die engere Wahl. Sie mußten einige Minuten über ein ihnen erst im Augenblick der Prüfung genanntes Thema freii sprechen, z. B. „Mein erster Eindruck von Berlin" oder „Warum nehme ich am Schüler-Redewettbe- werb teil?". Als Preise winkten wieder für den Besten eine sechswöchige Reise noch den Vereinigten Staaten zum Internationalen Schüler-Redewettbewerb in Washington, Geldpreise, die das Reichsministerium des Innern gestellt hat, für die fünf nächsten und wertvolle Bücher für die übrigen. Im Romen des Preisrichterkollegiums verkündete Prof. Hoetzfch dos Ergebnis: Erster wurde Heinz Bockhacker aus Elberfeld, der also die Reise nach Amerika macht und an dem Redewettbewerb in Washington teilnimmt. 2. Werner Schmitt (Leipzig)! 3. Hans Pitfch (Riederschlesien): 4. Gunther Do Iker (Pommern): 5. Rudolf Halfer (Schles- wig-Holstein): 6. Wilhelm Saal (Köln). Außerdem erhielt der junge Flied (Baden) einen Trostpreis. Prof. Hoctzsch gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß bei allen jugendlichen Bewerbern der Staat inmitten ihrer Ausführungen gestanden hätte, daß sich diese Jugend ihrer Verantwortung am Staate wohl bewußt sei. Aus der provinzialbauptfiadt. Gießen, den 12. Äugust 1930. „Graf Zeppelin" über Gießen. Nach unserer Mitteilung vom Samstag »war nicht unerwartet, aber dennoch unverhofft schnell stattete das Luftschiff »Graf Zeppelin" am Sonntag um die Mittagszeit nun auch unserer Stadt einen Besuch ab. Auf dem Fluge nach Dortmund mit der anschließenden Nachtfahrt über der Nordsee und zurück über Darmstadt nach Friedrichshafen, kam das Luftschiff am Sonntag gegen 13 15 Uhr aus südlicher Richtung nach Gießen. Durch das starke Motorengeräusch aufmerksam gemacht, konnten die Bewohner der höher gelegenen Straßenzüge im Südviertel und im östlichen Stadtteil den Anmarsch des Luftschiffes deutlich beobachten. Als sich dos Luftschiff etwa über dem Schisfenberger Wald befand, wurde die Sonne, die vorher von vorübergehenden Wolken verdeckt war, wieder frei, und in ihrem Strahlenschein erglänzte der gewaltige Luftriese in feiner vollen Pracht. Beim Annähern an das Weichbild der Stadt wurden mehrere Motoren abgestellt, so daß sich der »Graf Zeppelin" mit geringer Motorkraft langsam näherte und, als schließlich alle Motoren abgestellt wurden, in ganz langsamer Fahrt und weit ausholender Linie über alle Stadtteile dahin- schwebte, so dah die Bevölkerung in allen Straßen einen prächtigen Anblick des Luftschiffes hatte. Heber dem Schwarzlachgebiet im Nordosten der Stadt wurden nach eleganter Wendung des Luftschiffes die Motoren wieder in Gang gesetzt, und in eindrucksvoller Fahrt zog der während des ganzen Gießener Besuches sehr niedrig fliegende Luftriese seinen Weg weiter in nordwestticher Richtung über das Dünsberggebiet hinweg dem Fahrtziel Dortmund zu. Aus allen Hausern waren die Bewohner beim Herannahen des lange ersehnten Besuches auf die Straße geeilt, andere waren auf die Dächer gestiegen, um von dort aus die Fahrt des »Graf Zeppelin" zu beobachten. Aus aller Munde konnte man heimliche Worte der Freude über den nun endlich wahrgewordenen Besuch des Luftschiffes hören, die Verstimmung der letzten Zeit war durch diese Sonntagsüberraschung mit einem Schlage beseitigt. Am gestrigen Montagmorgen gegen 6.15 Uhr er- schien bas Luftschiff wiederum in nächster Nähe unserer Stadt. Es flog in der Richtung A Ibach— Steinbach nach Süden. Das Motorengeräusch war vor hier aus nur schwach wahrnehmbar. Die Fahrt ging nach Darmstadt, wo das Luftschiff um 8.20 Uhr landete und dann zu einer mehrstündigen Rundfahrt über der Bergstraße bis nach Mainz und das Main- tat aufwärts bis Frankfurt wieder aufftieg. Nach nochmaliger Landung in Darmstadt fetzte es dann die Heimreise nach Friedrichshafen fort. Nach dem Flugbesuch am Sonntag wäre cs sehr zu begrüßen, wenn das Luftschiff nun auch einmal einen Canbungsflug nach Gießen unternehmen würde. Der Verkehrs- und Derschonerungs- verein hat dahinzielende Verhandlungen mit dem Luftschiffbau Zeppelin zwar schon im Mai und Juni geführt, leider konnte er aber von der Lustschiftleitung für dieses Jahr feine bestimmte Zusage wegen einer Landung des Luftschiffes in Gießen erhalten. Seit einigen Tagen sind nunmehr neue Bemühungen von anderer Seite nach dieser Richtung hin im Gange. Hoffentlich wird cs gelingen, doch noch zu einem erfreulichen Ergebnis, d. h. zu einer Landungsfahrt des Luftschiffes nach Gießen in den nächsten Wochen zu kommen. Aller- bings sind hierfür geldliche Aufwendungen erforderlich die aber wohl zu bewältigen wären, wenn von vornherein eine gewisse Einnahmegarantie durch Kartenverkauf zum Betreten des Landungsplatzes geschaffen würde. Wenn der Preis dieser Karten nicht oll zuhoch bemessen würde, etwa auf 50 oder 60 Pf. pro Person, so dürfte wohl ein größerer Karten- absatz und damit eine größere Einnahme sicherzu- stellen sein. Daß unsere Gießener Bevölkerung und auch die Mitbürger auf dem Lande den Besuch des Lufischiffes in Gießen von Herzen willkommen heißen werden, steht natürlich außer Frage. Dom £iebigmufeum. Im analytischen Laboratorium deS Ciebigmu- seums ist feit einigen Tagen ein wchtiger neuer Apparat zur Aufstellung gelangt. Es ist gelungen, aus einzelnen Teilstücken, die im Besitz deS Museums waren, unter kachmäßiger Ergänzung bas Modell einer organischen Analyse, wie es im Liebigschen Laboratorium vor etwa 100 Jahren angetoanbt wurde, zu rekonstruieren. Man sieht einen mit Holzkohlen beheizten Verbrennungsofen in feiner damaligen primitiven Form, ein Gasometer, in welchem der zur Verbrennung erforderliche Sauerstoft vorrätig gehalten wurde, Glasröhrchen zum Reinigen und Auffangen der Gafe. Dabei kommt auch der von Liebig erfundene 5 Kugel- oder Kaliapparat zur Anwendung, der in diesem Jahre fein 100. Jubiläum feiern kann. Besonders interessant ist die Verbindung der einzelnen Glasteile mittels umgewickelter Guttaperchastreifen, die mit Schnur befestigt sind. Gummischläuche, wie wir sie heute als Verbindung benutzen, kannte man damals noch nicht. Noch im April 1849 ließ Liebig sich von A. W. Hofmann aus England die ersten Kauftchukröhren als etwas ganz Neues kommen. Der Zweck einer solchen Verbrennungsanlage war die Ermittlung der Zusammensetzung organischer Substanzen, insbesondere die Mengenermittlung des in den Substanzen enthaltenen Kohlenstoffe- und Wasserstoffes. Für die Durchführung der Verbrennung wurde der zu untersuchende organische Körper in dem Hvlzkohlen- ofen unter gewissen Bedingungen mittels ^geführtem Sauerstoft verbrannt, die dabei entstehenden Verbrennungsprodukte Wasser und Kohlensäure wurden gewogen unb burch Umrechnung die Prozente ermittelt. Abgesehen von apparativer Vervollkommnung wird die organische Analyse heute noch nach ben von Liebig angegebenen Methoden durchgeführt. Der Aufbau des Modells geschah durch Herrn Dr. Hildebrandt, Hannover, wiftenschaft- licher Mitarbeiter am Museum. Daten für Dienstag, 12 August. Sonnenaufgang 4.40 Uhr, Sonnenuntergang 19.30 Uhr. — Mondaufgang 20.48 Uhr, Monduntergang 7.34 Uhr. 1848: der Begründer des Eisenbahnwesens George Stephenson in Taptonhouse gestorben. Daten für Mittwoch 13 August Sonnenaufgang 4.41 Uhr, Sonnenuntergang 19.28 Uhr. — Mondaufgang 20.58 Uhr, Monduntergang 8.44 Uhr. 1802: der Dichter Nikolaus Lenau (Niembsch von Strehlenau) in Csatad geboren; — 1913: der Sozialist August Bebel in Passugg bei Chur gestorben. Gießener Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 130, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grüne 20 bis 25, gelbe 25 bis 30. Anter-Kohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln 5Vi (der Zentner 5 Mk.), Frühäpfel 15 bis 20, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Himbeeren 40 bis 45. Brombeeren 40 bis 45, Pfirsiche 50 bis 80, Pflaumen 15 bis 20, Zwetschen 25 bis 30, Mirabellen 25 bis 30, Reineclauden 20 bis 25, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund: Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 10 bis 15. * alat- gurfen 15 bis 30, Einmachgurken 2 bis 4. Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Skadtthealer: »Die Füllfeder", 20 bis 22.15 Ahr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm »Der Tiger". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute 20 Ahr Premiere. Es geht ein Lustspiel des auch in Gießen schon gespielten Autors Ladislaus Fodor, „Sie Füllfeder", in Szene. Das Lustspiel „Arm wie eine Kirchenmaus", das hier bei seiner Aufführung große Erfolge errang, ist von demselben Verfasser. Die vielen Aufführungen, die das Stück (außer Franfturt a. M. auch in München, Wiesbaden und Stuttgart) erlebt hat, fprechen für seine Bühnenwirksamkeit. — Spielleitung Peter Saffet. Mitwirkende Damen: Doering, Jahn, Koch, Mewes, Schwend; Herren: Bruck, Hauer, Hub. Wesener. Zingel. Fräulein Schwend und die Herren Druck und Hauer treten zum erstenmal in ihrem hiesigen neuen Engagement auf. ” Bureaudirektvr Albert Full» mann t. Am vergangenen Samstag ist hier der Dureaudirektor am Kulturbauamt Gießen, Albert Eullmann, nach längerem Leiden verstorben. Im Jahre 1867 zu Darmstadt geboren, besuchte er die vom Hess. Staat 1832 35 zu Darmstadt vorübergehend errichtete Wiesen- oauschule und hörte dabei Vorlesungen an der Technischen Hochschule. Rach Absolvierung der Wiesenbauschule war der Verstorbene rund vierzig Jahre lang im kulturtechnischen Dienst in Gießen tätig. Durch seine fast die ganze Zeit hindurch unverwüstliche Arbeitskraft, sein umfassendes Wissen und feine große Erfahrung in technischen und wasserrechtlichen Fragen, feinen gerechten und lauteren Eharakter war der Verstorbene nicht nur feinen Kollegen ein führender Kamerad, sondern stand auch bei den Verwaltung-- und Feldbereinigungsbehörden, bei den Vertretern der Gemeinden und einer großen Zahl Privaten in hohem Ansehen. Auch im Gießener Dereinslcben hat der Gnftchlafene verschiedentlich an führender Stelle gestanden. Im Weltkrieg mußte er zwei Söhne dem Vaterland opfern, den Schmerz darüber hat er nie recht verwunden. DaS Andenken an diesen ausgezeichneten Beamten und vorbildlichen Menschen wird bei seinen Kollegen und allen, die ihm dienstlich und persönlich nahegestanden haben, in Ehren fortlcben. •• Mit der Rettungsmedaille ausgezeichnet. Der Minister des Innern hat Herrn cand. ing. Willy ßiebau, Gießen. auS Anlaß der mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter Einsatz deS eigenen Lebens bewirkten vier Rettungstaten (vom Tode deS Ertrinkens) die Rettungsmedaille nebst Ehrenurkunde verliehen. •• Auszeichnung eines Gießener Schwimmers. Dem Badeverwalter I. Eduard Mertens vom Städt. Dolksbad wurde von der Deutschen Lebensvettungs-Gesellschast nach erfolgreicher Prüfung die goldene Nadel für den Lehrschein und die Arkunde überreicht. Berliner Börte. Berlin, 12. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach den Exekutionen und Abschwächungen der gestrigen Mittagsbörse konnte sich die Tendenz des Abendoerkchr» ziemlich behaupten. Heute früh war eine Tendenz dagegen noch nicht zu erkennen. Die Spekulation verhiett sich weiter abwartend. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,82, London gegen Mailand 93, London gegen Spanien 44,13 zu 44,25, London gegen Buenos 41,40, London gegen Kabel 4,8717 zu 4,8720. London gegen Berlin zirka 20,39, Kabel gegen Berlin 4,1855. Die Wetterlage "Ääytn ordoyi ©worttnloiö nenn. Qniro otatnrt ® vonng. e ordern eRtgtl # Schnee & Oreupem ■ neDei 1 Gteiitttr.(§)wiad$liac.eO-> xf* leichter Oil y «nissige-"SOdsOdwtJi \ sturmoche» «ordwes) Oie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeoen Stationen dienenden za* len geben die Temperatur an. Die Linien rertendco Ort» alt gleicht® huf rtcerunweau umgcrechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Die Warmluft an der Vorderseite des nördlichen Tiefs hat jetzt ganz Deutschland überflutet. Die Temperaturwerte lagen heute morgen durchweg über 15 Grad, in Süd- und Ostdeutschland annähernd an 20 Grad. Schon im Laufe des gestrigen Tages gingen allenthalben Ausgleichsregen nieder. Bei uns fielen in den gestrigen Abendstunden sehr starke Schauer, die innerhalb kurzer Zeit über 13 Millimeter Niederschlag ergaben. An der Rückseite des Tiefs folgt jetzt etwas kühlere Luft nach, die beim Zusammentreffen mit der nunmehr über dem Festlande lagernden Warmluft erneut zu unbeständigem Wetter führt. Stärkere Bewölkung wird mit Aufheiterung abwechseln, zeit weise treten Schauer auf, die teils von Gewitterstörungen begleitet sein können. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölkt und aufheiternd, etwas kühler, vereinzelte Regenschauer, teilweise gewitterhafter Art. Aussichten für Donnerstag: Etwas ruhigeres, jedoch immer noch unbeständiges Wetter. Lufttemperaturen am 11. August: mittags 22,4 Grad Celsius, abends 18,2 Grad: am 12. August: morgens 17,1 Grad. Maximum 23,4 Grad, Mini- mum 15,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 11. August, abends 20,2 Grad: am 12. August: morgens 17,4 Grad. — Niederschläge 14,1 mm. — Sonnenscheindauer eine Stunde. Reisewetterdienst. Garmisch-Partenkirchen: 14 Grad, Südwestwind, Witterung heute morgen heiter BüdoM Weiße Zähne: Chlorodont : | Lichtspielhaus Gießen im blühenden Alter von 27 Jahren. Gewöhnliche Preise I Lollar, den 10. August 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. August, nachmittags 2 Uhr statt. 5632D Cafe mimend 5618V Ledem fein 56 8D Gießen, den 9. August 1930. 04962 Modehaus Nowack-Srs Theater Cafe Ernft Ludwig ommer- Äm Aebhuth, ei,Tel.3206 Gestern abend 12 Uhr verschied sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Schwarze Mäntel Schwarze Kleider Schwarze Kleider-Stoffe Schwarze Seiden-Stoffe Für die fchem. Reinigung^ Waschbenzin (Sonderqualität) reinigt alle Stoffe l Drogerie y X Winterhoff y ßebild. Mädchen i30( snohtStellealsSiatxe ob. z. Kmb^ evtl, auch z. selbst. Jührg. eines Hauöb., da koch. L b. evtl. Fain.-Anschl. z. lö.Sevt.o. fvät.Schr. Ang.u.04990a.d.G.A. Heute abend 6W0D 3ufammentunft im Postkeller. Zablr. 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August, nachm. 37, Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. ______________5629D Alleinsteh, solides Mädchen 18 I., sucht für bald Stellung f. Bureau u.HauSb.,in beiden perfekt, bei freier Station, mit mäßig. Anspr. Gute Zeugn. vorh. Schr Ana. u. 04991 an b. Gft. Anz. V 5631D Morgen Mittwoch den 13. August 1930, Qbb8.8V3Ubr,Aadres. Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die Kranz- und Blumensnenden. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Predigers und der Gemeinde sagen wir hiermit unseren herzt Dank. Familie Julius Theis nebst Angehörigen. Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Kirschbaum, geb. Moll, und Kind. 48jähr. Fräulein s. Stelle als Haus' Halterin od.Köchin. Zu erfragen Neustadt 50 bei Frau Dülfer. [04999 Dr.Wilhelm Klein Neuen Bäue 29 Einen Wurf erstkiass. Ferkel 8 Wochen alt, gibt ab L.VogtLLich Hubertus Mittwock, 13.91u o. Schrotschießen. Sonntag, 17. Ang. Hauptschießen. 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Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon Nr. 3383 Bekanntmachung. Der von dem Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Saasen liegt vom 13. August 1930 bis 19. August 1930 auf dem Bürgermeistereibureau offen. Während dieser Zeit können Einwendun- gen gegen denselben schriftlich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei oorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Saasen, den 11. August 1930. 56160 Hessische Bürgermeisterei. Schmitt. | Vermietungen | |Stellengesuche| Verkäufe Nr. 186 Zweites Blatt die Contrawenzione: 11,10 Lire. Don Gustav W. Eberlein, Die contrawenzione ist eine multa und multa, um es auf Schweizerdeutsch zu sagen, eine Buhe, und die Buhe eine Polizei st rase, eine Geldstrafe, eine staatliche Einnahmequelle. Sempre in contrawenzione, das heißt: immer im -Zustande einer Gesetzesübertretung, befinden sich irn Schatten des Duce diejenigen Bürger, die, statt wie ehrbare Menschen zu Fuß zu gehen, die Anmaßung besitzen, sich an das Steuer eines Automobils zu setzen. Es sind dies meistens Menschen, die sich kein größeres Vergnügen wissen, als den Verkehr zu stören. Unter Verkehr versteht der brave Quirite alten Schlages eine Bewegung, die darauf abzielt, unter munterer Lektüre der Mittagszeitung, einem kräftigen Händedruck zur Linken und einem getonten Lächeln zur Rechten bei größtmöglicher Zcit- auSkostung schlangenförmig die andere Seite der Straße zu gewinnen. Solche Lebenskünstler heißt man pedoni, Fußgänger. Sie sind der Liebling der Gesetzgeber, und wenn gar ein bambmo, ein Kind, in ihrer Begleitung ist, dann werden sie ohne weiteres in eine, göttliche Verehrung genießende Kategorie eingereiht, denn jeder Bengel, der es zu hören bekommt, was er für ein Nichtsnutz ist, wird in dem Augenblick, wo ihn der Stoßfänger eines Automobils beinahe gestreift haben könnte, zu einem angelo, einem Engel. Soviel zum Verständnis der italienischen Um« gangsfprache. Daß die Automobilisten von den Zeitungen als Etrahenbanditen oder Mörder vom Volante bezeichnet roerben, brauche ich nicht besonders au betonen. Das ist überall so und geht immer io lange, bis der betreffende Kollege für Lokales und Verkehr auch ein Auto hat. Dann fängt er sein Morgenlied genau so an, wie ich den zweiten Satz dieses Feuilletons. Er stellt fest, daß Italien im allgemeinen und Vorn im besonderen noch weit zurück ist, gemessen an den Zahlen anderer Länder. So habe «um Beispiel Frankreich jetzt eine und eine viertel Million Automobile laufen, Italien dagegen bei gleicher Bevölkerungszahl nur den vierten oder fünften Teil. 3n ganz Sardinien gibt es nicht mehr als in der Lagunenstadt Venedig. Woher das kommt? Einmal von den schlechten Straßen, dann von den hohen Steuern — kostet doch zum Beispiel ein Hun- Das Saarproblem. Ein Saar Problem gibt es nur für Fr ankre ich, nicht für Deutschland. Wenn die Verhandlungen über das Saargebiet durch die Schuld Frankreichs gescheitert sind, so haben sie doch wenigstens den einen Vorteil gebracht, die Absichten Frankreichs einwandfrei klarzu- stellen. Nachdem schon Poincare vor einiger Zeit daS Stichwort gegeben hatte, daß das Saargebiet eigentlich zu Frankreich gehörte, fällt nun Die französische Presse im vollen ChoruS ein. WaS den Franzosen daS Saargebiet so wertvoll macht, ist nicht die Saarbevölkerung, ist euch nicht die Aussicht, hier französische Waren absetzen zu können, sondern nur der Zwang für die lothringische Schwerindustrie, sich die Saat* kohle zu sichern. Daß die Volksabstimmung im Januar 1935 die französischen Pläne nicht fördern kann und wird, darüber ist selbst Poincare nicht im Zweifel, zumal die Saarfranzosen nur in seiner Einbildung bestehen. Da auf Grund deS Saarstatutes an der Volksabstimmung nur teilnehmen kann, wer schon bei der Besetzung oder Liebertragung des Saarmandats an den Völkerbundsrat im Saargebiet heimatberechtigt war, hat Frankreich nicht die geringste Aussicht, sich nachträglich Saarsranzosen zu schassen. Allerdings setzt Frankreich alle Hebel in Bewegung, um namentlich im Wamdtgebiet die Städte und Dörfer mit Saarländern zu besehen, die bereit find, ihre Stimme für Frankreich ober für Aufrechterhaltung beS Mandatszustanbes abzugeben. Diese Saarländer werben sich nicht finden lassen, auch nicht, wenn Frankreich sich ebenso freigebig zeigt wie gegenüber dem separatistischen Lumpengesindel. Frankreich will vor allem das Warndtgebiet, weil es in seiner Erde die beste Saarkvhle birgt, jedenfalls eine Kohle, die sich ausgezeichnet für die Verhüttung eignet Wider alles Völkerrecht hat Frankreich mit dieser Besitzergreifung schon begonnen. Don Lothringen her sind Schächte unter der ® r enze durch auf das Saargebiet vorge- trieben worden, ohne daß die Saarregierung dagegen Einspruch erhoben hat. Frankreich hat bei den Saarverhandlungen eine deutschfranzösische Grubengemeinschaft angeboten als Ausdruck für den wachsenden Verständigungswillen der beiden Völker. Das ist nicht einmal ein geschickter Schachzug, denn diese Verständigung ließe sich viel besser zum Ausdruck bringen, wenn eine Arbeitsgemeinschaft für die ehemals deutsch-lothringische Eisenindustrie gebildet würde, zumal diese ganze Industrie von der deutschen Wirtschaft aufgebaut worden ist. Die deutsch - französische Gruben- gemeinschast würde nach französischer Auffassung allein geeignet sein, den Einbruch in das deutsche Wamdtgebiet nachträglich wieder gutzumachen, also den Franzosen erlauben, die beste Saarkohle weiter für sich zu fördern. Diese Arbeitsgemeinschaft ist von der gesamten Saarbevölkerung ab* gcleb n t worden, weil sie nur den einen Wunsch hat, die Franzosen so bald als möglich loSzuwerden. Allein was Frankreich als Ersah für diese ver- lorene Arbeitsgemeinschaft plant, ist nicht minder Sfährlich, denn es handelt sich nun um das -arnbtgcbict f e 16 ft Wir haben eS ja in Oberschlesien über uns ergehen lassen müssen, daß eine künstlich geschaffene Stimmenmehrheit für Polen in einzelnen Kreisen des Abstimmungsgebietes dazu rnrhbraucht wurde, die wertvollsten Teile loszureißen und Polen zu übereignen. Das soll sich im Eaargebiet wiederholen, sofern sich auch im Wamdtlande nur einige Dörfer finden, in denen einige Stimmen mehr für Frankreich als für Deutschland abgegeben werden. Frankreich ist auf dem besten Wege, sich diese Stimmen zu erlaufen, um, wenn dies nicht gelingt, mit der Peitsche zu drohen. Kein Destechungsversuch ist zu schofel, um nicht von Frankreich benutzt zu werden, fei es unter der Maske der kulturellen Duvchdringung oder durch Formen der wirtschaft- GiehenerAnzeiger (General-Anzriger für Gderhessen) lichen Abhängigkeit. Nun ist Tatsache, daß die wirtschaftliche Verbindung des Saargebietes mit dem Reiche so eng ist, daß die Durchschneidung die Saarwirtschaft in sich zusammenbrechen lassen würde. Auch das wird Frankreich nichts nützen, daß eS vorübergehend als Lockmittel die Erzeugnisse des Saargebiets aufkaufen und nach Frankreich ausführen läßt, weil dies kostspielige Verfahren aus alle Fälle nur so lange dauern wird, als bis Frankreich sein Ziel erreicht hat. Daß dies Ziel hartnäckig verfolgt wird, zeigt auch die Beibehaltung des sogenann- len Bahnschuyes, was nicht nur eine glatte Verletzung deS Saarstatutes ist, sondern auch ein Mißbrauch der Vereinbarungen, die nur so lange gelten sollten, als noch französische Truppen im Rheinland standen. Nachdem der lehte Franzose auS der dritten Zone für immer verschwunden ist, ist auch die Aufrechterhaltung des Bahnschuhes im Saargebiet überflüssig. Es sind keine Verbindungen .mit Frankreich militärisch zu sichern, ganz abgesehen davon, daß das Saarstatut ausdrücklich die Errichtung einer örtlichen Polizei vorsieht. Die neue Ausrede, daß der französisch- belgische Bahnschuh notwendig sei, um die Saar- sranzosen vor dem DolkSzom zu schützen, ist schon deshalb oberfaul, weil es erstens keine Saar- franzofen gibt und weil zweitens nach der Abstimmung kein Saarländer den VolkSsturm zu fürchten hat. Die Volksabstimmung wird nämlich hunderwrozentig für die Rückkehr zum Reich ausfallen, im Wamdtgebiet gerade so wie in allen übrigen Teilen des Saarlandes. Wenn Frankreich an einer Verständigung mit Deutsch- land liegt, so möge es einwilligen, die Rück- gliederung des Saargebietes ohne Verzug erfolgen zu lassen. Soweit Frankreich die Saarkohle für die lothringischen Hüttenwerke gebraucht. wird sie diese ohne jede Grubengemein- schäft erhalten können. Der törichte Hinweis Poincares auf die französische Vergangercheit des Eaargebietes schasst keine Ansprüche, zumal die Saarbevölkerung seit mehr als einem Iahrhun- dert wieder zu Deutschland gehört, von dem sie auch nur während der großen französischen Revolution für kurze Zeit gegen ihren Wil- l e n getrennt war. Wenn Poincares These richtig wäre, dann könnte beispielsweise England ganz Nordfrankreich auf Grund früherer Besihreedte zurückfordern. Lind Deutschland Elsaß-Lothringen! DerVerfassungstag4930inGießen Die offizielle Derfaffungsfeier. Zum zweiten Male war gestern der Berfas- sungstag in 5) essen gesetzlicher Feier- t a g. Allenthalben herrschte daher Sonntagsruhe. Zn den Straßen von Gießen wurde die Arbeitsruhe durch die geschlossenen Geschäfte und den verminder* ten Fuhrwerks* und Personenverkehr bemerkbar, im übrigen gaben die mit den Reichs- und Landesfar- bcn beflaggten behördlichen Gebäude und eine An* zahl fahnengeschmückter Prioathäuser dem besonderen Charakter des gestrigen Tages Ausdruck. Am Nachmittag versammelten sich mit den Vertretern der Behörden etwa 3000 Einwohner in der Bolkshalle zur offiziellen Verfaffungsfeier. Die Bolkshalle war mit schwarzrotgoldenen und mit weißroten Fahnen reich geschmückt, die Reichs-, Staats* und Kommunalbehörden waren durch ihre obersten Leiter vertreten, das Militär war in dem Kommandeur unseres Bataillons, einigen Offizieren und der Kapelle des Bataillons zugegen. Die Militärkapelle unter der Leitung von Ober- Musikmeister L ö b e r leitete die Feier mit dem „Aufzua der Meistersinger" aus Waaners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg" ein. Darauf begrüßte ObepregieruugSrai kitzel im Namen des auf Urlaub weilenden Provinzial- direktors und zugleich auch für den anwesenden Oberbürgermeister der Stadt Gießen die Festoersamm- lung. Sein besonderer Gruß galt dem hessischen Minister des Innern L e u s ch n e r, den Vertretern der Behörden, der Universität, der Reichswehr, der Schulen, sowie den mitwirkenden Vereinen. Die Versammlung habe sich vereinigt, um der Republik, ihrer Verfassung und ihren Symbolen Achtung und Treue zu bekunden. Mit froher Bewegung gedenke er der Tatsache, daß es in diesem Jahre zum ersten Male möglich sei, die Verfassungsfeier in einem von fremdländischer Besatzung befreiten Deutschland zu begehen. Alle wünschen und hofften, daß dem deutschen Volke, das gegenwärtig unter schwerer Wirt- schaftsnot leide, recht bald wieder glückliche Tage erblühen möchten unter der Fahne Schwarzrotgold im Sinne des Deutschland-Liedes „Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Vaterland!" Mit lebhaftem Beifall empfangen betrat nunmehr als Festredner der Minister des Innern Lenschner das Rednerpodium. Er sagte in seiner Rede u. a.: Es ist in der letzten Zeit bei uns sehr viel von einer Krise des parlamentarischen Systems. von einer Krise der Demokratie die Rede gewesen. Der bevorstehende Wahlkampf wird um die Grundlagen des Aufbaues unseres Staates gehen. Da tritt die Frage in den Vordergrund: Gibt es für Deutschland überhaupt eine andere Lösung, als die in der Weimarer Verfassung nicbergclegtc? Heute beschäftigt wieder der Gedanke an eine Diktatur die Gemüter. Hat die Demokratie wirklich versagt? Wir können unser Urteil ohne Besorgnis sagen: Der Aufbau unseres Staates als Demokratie hat die Einheit des Deutschen Reiches gerettet, und die Freiheit des deutschen Volkes nach außen und innen gesichert. Durch den demokratischen Volksstaat ist erwiesen worden, daß das deutsche Volk sein Schicksal selbst gestalten kann, ohne auseinanderzufallen. Die deutsche Arbeiterschaft hat in der klaren Erkenntnis, daß die Zukunft des ganzen Volkes von der Erhaltung der politischen und staatlichen Geschlossenheit abhängt, sich rückhaltlos zum Staate bekannt. Die werktätigen Massen sind davon überzeugt, daß dieser Staat ihr Staat ist. Auch die übrigen Volksgenossen, die heute noch abseits stehen, sollten den Aufbau dieses Staates fördern und damit seinen Bestand sichern helfen. Die junge deutsche Republik mußte dulden, daß im Westen fremde Truppen Fuß faßten — aber nur auf Zeit. Der deutschen Republik ist es gelungen, das Rheinland fünf Iahre früher frei zu machen. Das große Werk der Befreiung des Rheinlandes ist nun vollbracht. Hoffen wir, daß nun daS Saargebiet auch recht bald frei wird und zum Mutterlande zurückkehrt. Für die Weiterentwicklmrg unseres Staates kommt es auf Höchstleistungen an. Ein Volk, wie das deutsche, kann seinem ganzen Charakter nach keine Diktatur vertragen. Ieder Versuch der Vergewaltigung der persönlichen Recht eunb der Meinung des einzelnen Volksgenossen mühte zur Explosion führen. 60 Millionen deutsche Menschen können nicht anders existieren als unter einem System, das nicht auf Llnterdrückung, sondern auf Ausgleich eingestellt ist. Diesen Ausgleich der Interessen auf natürlichem Wege her- oeizuführen, ist Sinn und Ziel der demokratischen Verfassung von Weimar. Bei solcher Notlage und Arbeitslosigkeit wie jetzt wäre es fast ein Wunder, wenn wir keine politische Krise hätten. Wenn der deutsche Parlamentarismus noch nicht recht funktioniert, dann zeigt sich, daß er noch der technischen Durcharbeitung bedarf. Die bisherigen dertpferdiger jährlich so viel an Steuer, wie ein ganzer Wagen: über zwanzigtausend Lire! — und schließlich von der polizeilichen Verfolgung, die sich in contrawenzionen austobt. Als Unparteiischer darf ich dazu sagen, baff die Straßen anfangen, erheblich besser zu werden, und die Steuer für kleinere und mittlere Wagen hoch, aber nicht unerschwinglich ist. Die Polizeistrafen werden zwar reichlich und mit einem Eifer ausgeteilt, der einer besseren Sache würdig wäre, sind aber zum Beispiel gegen die schweizerischen Bußen geringfügig und flattern niemals unerwartet als Strafzettel ins Haus. Man zahlt sie gerne an Ort und Stelle, um endlose Gerichtsverhandlungen zu vermeiden. Plötzlich, man weiß fast nie, warum, geht ein Arm hoch wie ein Semaphor oder ein diskret uniformierter Radfahrer zischt heran ober eine Motorrabstreise überknattert den Motor und ber römische Refrain schmeichelt sich ins Ohr: Lei ö in contrawenzione! Frage nicht, sondern nicke nur wissend vor dich hin. Lind schon folgt das zweite Ritomello: Wollen wir uns gütlich einigen? Conciliazione, Signore? Aber ja, mit Vergnügen! Llnd schon zieht der Mann liebenswürdig seinen Block, der grün ist oder lila oder rosig, und reißt ein schon aus- gefülltes, numeriertes, datiertes, unterschriebenes und mit zwei Steuerwerken beklebtes Blatt ab: Ditte sehr! 11,10 Lire, wenn der Herr so freundlich fein wollen. Vielleicht Kleingeld zur Hand? Grazie. Man sollte immer Kleingeld bei sich haben. Es lohnt sich. Die Zeit, die man damit bei der täglichen Contrawenzionen-Äette spart, läppert sich zusammen, denn wie alle Geschäftsleute in Nom. können auch die poliziotti niemals Herausgebern 10 Lire Strafe, 10 Centesimi Steuer und 1 Lira für die Tuberkulosebekämpfung. Polizeistrafe mit Wohltätigkeit — kann man die Sache überhaupt einladender gestalten? Das rosige billet doux, das ich heute nacht um 1 Uhr ausgehändigt erhielt, trägt das historische Zeichen S. P. Q. R. und die Nummer 129 542, Serie M. 1, Abteilung Radsahrer. Es macht Spaß, so etwas mit 11,10 zu multiplizieren. Und wenn es war sein sollte, daß die guardie, die Wächter des Verkehrs, davon ihren Prozentsatz Provision bekommen, wie man sagt, dann könnte man ihre Liebenswürdigkeit verstehen. Aber ich glaube nicht recht daran. Denn warum sollten sie es dann bloß auf die Auto» sahrer abgesehen haben, wo doch bei anderen Vehikeln viel mehr zu holen wäre? Ich wurde contrawenzionato, weil ich nächtens einen völlig menschenleeren Platz nicht, wie es zur Regelung des Tagesverkehrs vorgeschrieben ist, umkreiste, sondern etwas „schnitt". Nun, da könnte man Don den Herren Ciclisti, den Radfahrern, Provisionen einstreichen, daß es nur so buttert Es ist zwar kürzlich wieder einmal gesagt worden, sie müßten mit Glocke, Bremse und Licht ausgerüstet fein, aber sie haben das nicht gehört. Sie überfahren genau so viel Leute, wie die Automobilisten, sie enthuschen fast immer unerkannt, nun, was ist da schon dabei. Auch die Straßenbahn darf ihrem Beispiel folgen. Diese Unglückszahlen kommen nicht in die Entrüstungsstatistik. Lind erst die Carrettieri, die privilegierten Erben der Biga, die „malerischen" Kärrner! Rom ist die lärmendste Stadt Europas, klagen die pedoni, die Fußgänger, man müßte die Hupen verbieten. Ist es nicht eine Frechheit, einem ahnungslosen Fußgänger in seine Träume hineinzubrüllen? Aber daß die Pferde oder Maulesel der zweiräderigen Karren mit einem anachronistischen Schellengeläute behängt sind wie die russischen Schlitten, das stört niemand. Diese knarzenden, krachenden, auf zwei unförmigen, ungefederten Rädern daherschwankenden Gebilde der Antike dürfen überhaupt alles tun, was ein Autofahrer nicht tun darf. Sie pfeifen auf Vorschriften, Verbotstafeln und Polizisten, sie pfeifen buchstäblich und fingen und schreien und knallen durch die vornehmsten Villenquartiere. Noch nie habe ich gesehen, daß einer in contrawenzione genommen worden wäre. Und ich habe reichlich Gelegenheit zur Beobachtung, denn ich wohne in einer „für Lastfuhrwerke verbotenen" Dillenstrahe. Eine mächtige Tafel verkündigt das am Eingang der Straße und die Kärrner sitzen mit der Peitsche darüber hinweg und halten sich den Bauch vor Lachen, wenn sich jemand in der Zeitung Darüber aufregt. Dicht- kann bezeichnender sein für die verschiedene Handhabung der Gesetze in Rom, unter Den Augen Mussolinis. Vorne die breite Via Nomentana, an der die Residenz des Duce liegt: Polizeistreifen rasen aus und ab, wehe dem Auto, das sich die geringste Verfehlung zuschulden kommen läßt. Hinten die schmale Via delle Isole: kein Polizist zu sehen. Die Kärmer rattern hindurch, daß die Grundmauern zittern, sie quetschen die Fußgänger rücksichtslos in die Abwasserrinnen, Denn Die Straße hat keine Gehsteige. Der mißbräuchliche Verkehr versetzt sts nach kurzer Zeit in einen ballarchaften ZuDienstag, 12. August 1950 Mängel erklären sich als D:e Krankheiten einet neuen Systems, die aber überwunden werden. Wir müssen nur Vertrauen zum Volksganzen haben. Denn alle bereit wären mitjuarbeiten, sei e« auch um den Preis von Opfern, dann hätten viele Mängel schon langst überwunden sein können. Wir sind hier auf dem Boden einer Universitätsstadt. Und da muß man rückblickend sagen, daß das Akademikertum der jungen deutschen Republik Abneigung entgegengebracht und ihr Schwierigkeiten bereitet hat. Inzwischen hat sich aber eine merkliche und erfreuliche Wandlung zur Verständigung vollzogen. Gerade von der akademischen Führer^chicht muß man erwarten, daß sie Einsicht in die zwangsläufigen Verhältnisse besitzt. Auch In der Flaggensrage sollte man Verständnis erwarten dürfen. Die alten Reichs- farben haben ihre- große Bedeutung gehabt, und sie werden von allen Menschen, Die ihr Vaterland lieben, geachtet werden. Aber die Farben der deutschen Republik sind heilige Farben, da fie schon unter Kaiser Otto II. Die Farben des Reichswappens und später die Der allen Reichesturm- sahne waren. Es war also kein Zufall, daß über 1848 wieder die Farben Schwarz-Rot-Gold flatterten, Die von einstiger Einheit und Größe kündeten. Im Bewußtsein Der großen Vergangenheit, die uns alle mit Stolz erfüllen muß. Durfte es keinen Flaggenstreit mehr geben. Schwarz- Rot-Gold ist für die deutsche Republik Der Ausdruck der deutschen Einheit und Gröhe. Wenn jetzt überall der Weimarer Verfassung sestlich gedacht wird, wollen wir aber auch nicht ihrer Führer vergessen. Wir gedenken zunächst des ersten Reichspräsidenten Ebert, der mit Weitblick und Voraussicht das Fundament von Weimar mit geschaffen hat. Wir wollen weiter des Mannes gedenken, Der heute an der Spitz« Der Republik steht, des Reichspräsidenten von Hindenburg, der in seinem hohen Verantwortungsgefühl ein Vorbild ist für Pflichterfüllung und Dienst am Volke. Unser Blick wendet sich heute auch nach vorwärts. Wir hoffen und erstreben Den Tag, wo auch der letzte deutsche Volksgenosse sein Mißtrauen abgelegt hat und im Weimarer Volks*« floate heimisch wird. In diesem Sinne widmen wir unsere aufrichtigen Wünsche dem jungen Volksstaat und der Weimarer Verfassung. Möge sie immer Streiter und Kämpfer finden, Die für Die Verwirklichung ihrer Ideale eintreten. Möge ihr Weg weiter aufwärts führen in eine lichtere, glückliche Zukunft. Daran immer mitzuarbeiten, wie es unsere Pflicht ist, wollen wir in dieser Stunde feierlich geloben. Zur Bekräftigung dessen fingen wir daS Lied: Deutschland, Deutschland über alles. Nach Dem gemeinsamen Gesang Der Drei Versa deS DeutschlanD-LiedeS tourDe Dem Redner lebhafter Beifall der großen Fest-Versammlung gespendet. Oer weitere Festverlauf. Nach der Rede deS Ministers folgte ein Massenchor der Gießener Gesangvereine, hierauf alS Abschluß deS ersten Teils DeS Programms noch eine Instrumentaldarbietung Der Militärkapelle. Im zweiten Teile des Programms erfreute die Militärkapelle unter Der Stabführung DeS Obermusikmeisters L ö b e r mit einer ganzen Reihe von musikalischen Gaben, Die Freie Turnerschaft und später Die Gießener Turnerschaft (T. V. 1846 und M. T. V.) bereicherten Die Feierstunden mit schneidigen und eindrucksvollen turnerischen Vorführungen, der Gemischte Chor des Arbeiter-GesangvereinS Eintracht-Gießen und ein weiterer Massenchor Der bereinigten Gießener Gesangvereine trugen durch prächtigen Chorgesang zum guten Gelingen der Feier bei, und der Radfahrerverein Fortuna erfreute durch einen famosen Reigen. Oie Feier in Oarmstadi. WSN. Darmstadt, 11. Aug. Im überfüllten und festlich geschmückten Saale des Städtischen stand — dann toenbe ich mich an den Herrn Gouverneur und er sorgt für schnelle Ausbesserung. Aber Ordnung kann er nicht schassen. Die Karren scheinen sich nicht als Lastfuhrwerke zu fühlen. Fünfzig Meter vor feiner Haustüre sieht cs aus, als ob der Machtbereich des Duce schon zu Ende wäre. Wir würden gerne jeden Tag eine Lira für die Tuberkulosebekämpfung zahlen, wenn Die Kärmer Dafür zu Den restlichen 10,10 Lira angehalten werden könnten. Jedermann 23. Folge. Don Hans JRiebau. Die Mühe. Federmann ist in der Sommerfrische. Federmann hat feine Mütze verloren, feine nagelneue graue Reifemütze. .Heute morgen habe ich sie noch gehabt" sagt er, „jetzt ist sie weg." Und er sucht in der Garderobe, in den Zimmern, in der Frühstückstube von Schennemann. Auch im Kurhausrestaurant ist sie nicht. Aber der Kellner gibt ihm den Spazierstock, den er hat stehen lassen. 3m Strandbad findet er den Feldstecher, den er dort vergessen hat und im Wartezimmer des Arztes seinen Regen, mantel. Aber die Mütze ist nicht da. „Da bleibt also nur eine Möglichkeit", schüttelt Federmann den Kopf, „die Antoniuskapelle." Und er geht in die Antoniuskapelle, die er am Morgen besichtigt hat und sucht und sucht. -Hören Sie", tippt ihm Da ein Mann in schwarzen Rock auf die Schulter, „hier müssen Sie aber die Mütze abnehmen." Scham. Ein übel beleumdeter Mann steht vor Gericht. Federmann ist als Zeuge geladen. "2st es wahr", fragt der Richter, „daß der An- geklagte einen zweifelhaften Lebenswandel geführt hat?" .Iawohl", sagt Federmann, „ich habe chn oft an Orten gesehen, wo ich mich geschämt haben würde, hmzugehen." ~ Dankbarkeit. 2luf der Fensterbank steht eine große Base. Feder- mann lehnt sich aip dem Fenster. Die Base wankt, kippt und fällt auf die Straße. Gerade auf den Kopf eines älteren Mannes. Der ältere Mann taumelt, flucht und guckt nach oben. Dann nimmt er die Scherben, stürzt die Treppe hinaus und läutet Sturm. Federmann öffnet. ,^)h", sagt er, als er die Scherben sieht, „vielen Dank, das war aber wirklich nicht nötig/ SaalbaueS fand heute mittag die 05 er« fassungSfeicr, veranstaltet von der hessischen Staatsregierung und der Stadt Darmstadt, statt. Aach der einleitenden Ouvertüre zu „Fidelio" trug dec Darmstäd^r Dolkschor „Wachet aus" aus den Meistersingern vor. Die Festrede hielt der Minister für Arbeit und Wirtschaft Korell. Mit einem Hoch auf die deutsche Republik und daS deutsche Volk und mit dem Gesang des Deutschland-Liedes nahm die Feier ihr Ende. Oberheffen. Schweres Unwetter über tllnchstein. § Ulrichstein, 9. Slug. Gestern ging über unserem Städtchen und großen Teilen unserer und der Helpershainer Gemarkung ein heftiges U n • weiter nieder. Slm Nachmittag setzte wölken- bruchartiger Regen ein, begleitet von ft a r • fern 5) agelschlag. Körner von der Größe eines Taubeneies prasselten längere Zeit unheimlich dicht nieder und richteten in Feld und Garten u n g e • heuren Schaden an. Die Leute, die gerade mit dem Vieh auf der Weide waren, wußten sich vor der Gewalt des Unwetters kaum zu retten, glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt. Nach dem Unwetter waren ganzeLandstricheweiß wie im Winter, die Hagelkörner lagen in großen Haufen geschichtet, an einzelnen besonders geschützten Stellen noch am nächsten Vormittag. Die Frucht, die unter den fortwährenden schweren Regengüssen der letzten Wochen ohnehin schwer gelitten hat, ist durch dieses Unwetter noch weiter aufs empfindlichste geschädigt worden. Landkreis Giesten. • Garbenteich. 12. Aug. Am Samstagabend wurde das 22 Jahre alte Dienstmädchen Else Schäfer aus Annerod, das bei einem hiesigen Landwirt in Stellung ist, beim Melken von einer Kuh geschlagen. Das bedauernswerte Mädchen erlitt durch den Tritt des Tieres innere Verletzungen und mußte nach erster ärztlicher Hilfeleistung noch in der Rächt zum Sonntag durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu Gießen der Chi- rurgischen Klinik zugeführt werden. (Heute früh war das Befinden des Mädchens, wie wir auf Anfrage in der Klinik erfahren, gut. D. Red.) Dg. Großen-Vuseck, 11. Aug. Ein bet der Dreschmaschine beschäftigter hiesiger junger Mann wurde von einem vom Rade abgeglittenen Riemen erfaßt und nach oben geschleudert. Glücklicherweise war die Maschine im Auslaufen und daher die Schwungkraft des Riemens nicht mehr so wuchtig. Trotzdem erlitt der Betroffene einen schweren Armbruch und mußte nach der Klinik in Gießen verbracht werden. Kreis Schotten. ^Groß-Eichcn,8. Slug. Heute vormittag ging ein heftiges Gewitter über unsere Gegend nieder, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Die Ehefrau des Georg Karl Fuchs, dahier, die mit Fruchtabmachen beschäftigt war, hatte sich mit ihrer hier zu Besuch weilenden Schwester aus Bochum vor dem Regen unter ein Weidengebüsch g e-.f lüchtet. Ein in das Gebüsch einschlagender Blitz tötete di e Ehefrau Fuchs sofort und verletzte ihre Schwester am Arme. Die sofort angestellten Wiederbelebungs- versuche des Arztes waren ohne Erfolg. Die be- dauernswerte Frau stand im 43. Lebensjahre und hinterläßt zwei Kinder im Alter von zehn und sechs Jahren. Kreis Lauterbach. £ Lauterb ach. 11.Aug. Am Sonntaanach- mittag ereignete fick auf der Straße zwischen Saute r b a d) und SchIitz ein folgenschwerer S1 u t o u n f a 11. Dr. Hövels aus Schlitz, der seinen Kraftwagen selbst steuerte, war im Begriff, zu feinen Verwandten nach Lauterbach zu fahren. Etwa 40 bis 50 Meter oberhalb des Weges, der von der Hauptstraße aus nach dem Gut Saßen führt, fauste der Wagen mit solcher Wucht gegen einen Chausseebaum, daß der Vorderwagen vollständig demoliert wurde. Der bedauernswerte Fahrer erlitt infolge des heftigen Aufpralls schwere innere und äußere Verletzungen, an denen er, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, kurz nach seiner Ueberführung ins Krankenhaus Lauterbach verstarb. — An der Ecke Markt- platz-Obergasse wurde am Samstagnachmittag eine Frau aus Sickendorf, die mit ihrem Fahrrad von der Obergasse nach dem Marktplatz einbiegen wollte, von einem Auto, das gerade die enge Einfahrt zum Marktplatz passierte, um gefahren. Durch den Sturz fiel die Frau so unglücklich auf die Lenkstange, daß [ie ins Krankenhaus üb erführt werden mußte. Den Unfall hat, wie die Feststellungen der Polizei ergaben, die Frau durch vorschriftswidriges Fahren selbst verschuldet. P Schlitz, 10. Aug. Nachdem hier erst vor etwa zehn Tagen ein Dreschschuppen auf bisher unaufgeklärte Weife mit viel unausgedrofchener Frucht, dem Drefchwagen und zwei Erntewagen an einem Nachmittag abgebrannt war, legte am Samstagmittag ein großes Schadenfeuer einen großen Teil des gräflichen Dreschschuppens mit viel Vorräten an Stroh unb ungedroschener Frucht in Schutt und Asche. Die Feuerwehr, die mit der Motor- spritze und anderen Spritzen tatkräftig eingriff, hatte alle Hände voll zu tun, um das Uebergreifen des Feuers auf einen angrenzenden Schuppen zu ver- hindern. Das Feuer soll durch Kurzschluß beim elektrischen Selbstlader entstanden sein. Der Schaden ist red)1 beträchtlich, durch Versicherung wohl aber ziemlich gedeckt. Wirtschaft. Internationale Stickstoffverständigung perfekt. Die in Ostende Mitte Juni begonnenen und in Paris fortgesetzten internationalen Stickstoffkon- serenzen haben, wie WTB.-Handelsdienst meldet, unter dem Vorsitz von Geheimrat Schmitz zu dem Abschluß der Convention Europäenne de 1’ Azote (CIA) und zu einer Einigung mit der chilenischen Stickstossindustrie geführt. Das Inkrafttreten hängt >wch von der Erledigung gewisser Formalitäten ab. Die Abkommen gelten für die ganze Welt mit Ausnahme der Vereinigten Staaten. Folgende Länder sind beteiligt: Belgien, Chile, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Italien, Äorwegen, Polen und bie Tschechoslowakei. *DieIndexziffer derGroßhandels- preise. Die auf den Stichtag des 6. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 125,2 gegenüber der Vorwoche (125,4) leicht zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrar- ftoffe um 0,6 Prozent auf 116,0 gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halb- Waren hat um 0,2 Prozent auf 119,2 angezogen, während diejenige für industrielle Fertigwaren um 0.3 Prozent auf 149,6 nachgegeben bat. • Von der Frankfurter Börse. Dom 12. August ab sind 40 Millionen Mark 7pro^. Goldmark-Psandbriefe Reihe XXI der Preußi- schen Landespfandbriefanstalt. Körperschaft des öffentlichen Rechts, Berlin — ZinStermine 1. April und 1. Oktober, Gesamtkündigung bis zum 1. Oktober 1935 ausgeschlossen — zum Handel und zur Rotierung zugelassen. * G i n de u t s ch- f r a nzösi sche s Film abkommen. Wie die Spitzenorganisation der Deutschen Filmindustrie mitteilt, haben in Paris Rechtsanwalt Dr. Flügge als Beauftragter der Spihenorganisation und Charles De lack als Präsident der Chambre Syndicale Fran^aise de la Cinömatographie ein Abkommen unterzeichnet, das den uneingeschränkten Austausch von Filmen vorsieht, die in Frankreich in deutscher Sprache, oder in Deutschland in französischer Sprache her- gestellt sind, und die Förderung engster Zusammenarbeit'zum Ziele hat. * Stillegung der Peters Union Werke. Die Continental Gummiwerke AG., Hannover, teilt dem WTB.-Handelsdienst auf Ansrage mit, daß sie sich infolge der ungünstigen Wirtfchaftslage entschlossen hat, das Frankfurter Werk „Peters Union" stillzulegen. Diese Stillegung wird sich wahrscheinlich zugunsten des Corbacher Werks auswirken, das sowohl nach der fabrikationstechnischen, als auch nach der verwaltungstechnischen Seite hin ausgebaut werden soll. Der größte Teil des Derkaufsappa- rates wird aber nach wie vor in Frankfurt verbleiben. Als Zeitpunkt der Stillegung kommt, wie die Frankfurter Verwaltung ergänzend mitteilt, etwa der 20. September in Frage. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 12. Aug. Tendenz: freundlich. — Die unsichere gestrige Reuyorker Börse und ungünstige Wirtschaftsnachrichten, die besonders nachteilig empfunden wurden, die pessimistischen Ausführungen der Dresdner Bank zur Wirtschaftslage verursachte im heutigen Vormittagsverkehr eine stärkere Zurückhaltung. Die Kurse wurden eher niedriger taxiert, doch wurde die Stimmung bei Festsetzung der ersten Kurse allgemein freundlicher. Die Kulisse schritt in einigen Werten in etwas stärkerem Ausmaße zu Deckungen. Auch interessierte sich das Ausland wieder für deutsche Aktienwerte, wodurch der Börse ein Halt und Anregungen gegeben wurden. Das Geschäft war nur in einzelnen Spitzenwerten etwas reger. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten im allgemeinen Kurserhöhungen bis zu 2Prozent ein. Mehr in den Vordergrund traten Elektrowerte plus 2,75 Prozent. Schuckert und AEG. lagen bis zu 2 Prozent fester. In Bergmann überwog jedoch das Angebot, und dieses Papier büßte 2 Prozent ein. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben 1,5 Prozent höher. Am Montanmarkt war die älmsahtätigkeit weiterhin sehr bescheiden, doch traten auch hier Besserungen bis zu 1,25 Prozent ein. Bankaktien durchweg etwas schwächer. Kunst- seidewerte konnten bis 1,5 Prozent an^ieben. Dau- unternehmungen waren uneinheitlich. Die Veränderungen nach beiden Seiten blieben minimal. Von Lokalaktien waren Metallgesellschaft knapp behauptet. Schiffahrtswerte unverändert. Am Rentenmarkt war die Hmfaßtätigteit gering, die Kurse blieben behauptet. Don Ausländern zogen Türken etwas an. Im Verlaufe schritt die Spekulation weiterhin zu Deckungen. Bei zuversichtlicher Tendenz ergaben sich gegen Anfang nochmalige Besserungen bis zu 3Proz. Im Vordergründe standen 3.-®.-Sorben, Siemens, Schuckert, Waldhof: auch Kaliwerte waren etwas gefragter. Tagesgeld war mit 2,5 Prozent unverändert leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,185 750, gegen Pfund 20,3913, gegen Paris 123,8150, gegen Mailand 92,90, gegen Schweiz 25,04, gegen Holland 12,0830. Berliner Börse. Berlin, 12. Aug. Während der Vormittagsverkehr bei minimalen Umsätzen eine gewisse Unsicherheit zeigte, war die Tendenz zu Beginn des offiziellen Verkehrs als widerstandsfähig zu bezeichnen. Es kam zwar an einigen Märkten noch Ware heraus, jedenfalls aber in wesentlich geringerem Maße, als vielfach befürchtet worden war. Da dieses Material glatt Aufnahme fand, waren die ersten Kurse nur vereinzelt stärker als 1,5 Prozent gedrückt. In verschiedenen Papieren bestand schon anfangs Deckungsbegehr. Anderseits waren auch Besserungen in gleichem Ausmaße zu beobachten. Die vorliegenden Momente konnten sich im allgemeinen kaum stärker auswirken, beeinflußten jedoch die Kursgestaltung an den entsprechenden Märkten. So verloren Klöckner 2,75 Prozent, da ein Berliner Mittagsblatt die Dividendenaussichten für das am 30. Juni ab- gelaufene Geschäftsjahr wenig günstig beurteilte und wissen wollte, daß nach der im Vorjahre erfolgten Dividendenerhöhung von 6 auf 7 Prozent diesmal mit einer Reduktion zu rechnen sei. Der neue Rekordtiefstand für Gummi, den man aus London meldete, wirkte sich für Conti Gummi, die 1,75 Prozent verloren, ungünstig aus. Außerdem fielen Hohenlohe mit minus 2 Prozent und Schubert & Salzer mit minus 2,5 Prozent durch stärkere Rückgänge auf. Deutsche Wolle erschienen mit Minus-Minus-Zeichen. Andererseits hatten Elektrische Licht & Kraft plus 3 Prozent, angeblich auf kleine Ausland- käufe und in Erwartung einer unveränderten Dividende von 10 Prozent, und Svenska plus 3 Mark stärkere Besserungen zu verzeichnen. iDeutsche Anleihen, besonders Altbesih, freundlich. Ausländer wenig und nicht einheitlich verändert. Mexikaner weiter gebessert. Der Psand- briesmarkt war noch uneinheitlich. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sähen weiter leicht. Im Verlaufe wurde es allgemein freundlicher, da sich die Spekulation, die gestern vielfach nach unten operiert hatte, zu Deckungen veranlaßt sah. I.-G.-Farben, die schon anfangs etwas freundlicher lagen, gewannen 1,13 Prozent. Auch andere Hauptwerte zogen bis 2 Prozent an. Spritwerte und Kaliaktien fielen durch Kursavancen bis zu 3 Prozent auf. Auch Schiff- fahrtswerte zeigten eine freundlichere Veranlagung. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Aug Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1578 Rindern, darunter 414 Ochsen, 181 Bullen, 495 Kühen, 442 Färsen, ferner 477 Kälbern, 41 Schafen und 4814 Schweinen. Vergliche,, mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes 172 Rinder und 66 Kälber mehr an- getrieben, während 9 Schafe und 69 Schweine weniger zum Verkauf standen. Marktverlauf: Rinder rege, später abflauend, geringer Ueberftnnb. Schweine rege, zum Schluß ruhig, ausoerkauft. Geringe, leichte Schweine schwer verkäuflich. Kälber unb Schafe ruhig, geräumt. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen Al 58 bis 61, II 54 bis 57, Bullen A 52 bis 56, B 48 bis 51, Kühe A 48 bis 51, B 44 bis 47, C 40 bis 43, D 35 bis 39, Färsen A 60 bis 62, B 56 bis 59, C 50 bis 55, Kälber B 76 dis 80, C 70 bis 75, D 62 bis 69, Schafe nicht notiert, Schweine B 70 bis 72, C 71 dis 73, D 71 bis 73, E 68 bis 70 Mark. Im Vergleich mit den Notierungen des letzten Hauptmarktes waren Rinder unverändert, während Schweine bis zu zwei Mark anzogen. Gegenüber den Preisen des letzten Nebenmarktes waren Kälber bis zu einer Mark teurer. Fleischgroßmarkt: Ochsenfleisch I 95 bis 102, II 85 bis 90, Bullenfleisch 90 bis 95, Kuhfleisch II 70 bis 75, III 55 bis 60, Kalbfleisch II 100 bis 115, Schweinefleisch I 92 bis 98, Gefrierfleisch, Rindfleisch Dorderoiertel 58 und Hinteroiertel 65. Frankfurter EierMarkt. Frankfurt a.M., 9. Aug. -Marktlage: Die Preise gaben gegen Ende der abgelaufenen Woche für Auslandeier wieder leicht nach. Deutsche Eier konnten dagegen ihren hohen Preisstand gut behaupten. Die allgemeine Tendenz ist jedoch etwas matter. Der Absatz ist infolge der schwachen Kaufkraft der Konsumenten nach wie vor schleppend. Es notierten in Pfennig per Stück: Bulgaren 8 bis 8,25, Jugoslawen 8 bis 8,25 Rumänen 7,75 bis 8, Polen 6,5 bis 7. Holländer 9 bis 11,5, Dänen 9,5 bis 11,5, Belgier 9,75 bis 10,25, Schlesier 8,5 bis 9, Bayern 8,25 bis 8,75, Norddeutsche 9 bis 10. Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Inlandeier ab Station. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen 8. Aug. Die Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Lauterbach, durch das ein Gutspächter von Rudlos freigesprochen worden war. Die Anklag. hatte ihm zur Last gelegt, eine ausländische Arbeiterin, die nicht im Besitze einer Legitimationskarte war, ohne Genehmigung des Landesamts für Arbeitsvermittlung beschäftigt zu haben. Er gab dies zu, suchte sich aber damit zu entschuldige», daß er beim Arbeitsamt Fulda telephonisch angefragt unb von diesem den Bescheid erhalten habe, es sei gegen die Ein- stellung der Polin nichts zu erinnern. Im Gegensatz zum Amtsgericht ließ die Strafkammer diese Ent- schuldigung nicht gelten und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 10 Mark. Auf seine Berufung freigesprochen wurde ein Autoführer, der vom Amtsgericht Gießen wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt worden. Als er an einem Sommerabend in der Dämmerung mit seinem bereits beleuchteten Auto von Klein-Linden noch Großen-Linden fuhr und am Ortseingang in die alte Heeresstraße einbog, stieß er mit einem in schneller Fahrt daherkommenden unbeleuchteten Motorrad zusammen, dessen Fahrer heruntergeschleu- dert und verletzt wurde. Das Amtsgericht hatte das Verschulden des Angeklagten darin gesehen, daß dieser beim Verlassen der Richtung nicht die Hand nach links ausgestreck hatte: die Strafkammer nahm jedoch an, daß diese Unterlassung für den Unfall nicht ursächlich gewesen sei, da der Motorfahrer bei den Beleuchtungsverhältnissen dieses Zeichen doch nicht hätte sehen können: dieser habe durch sein eigenes fahrlässiges Verhalten den Unfall selbst verursacht. Ein Teil des Welfenschahes verkauft. WSR. Frankfurt a. M., 11. Aug. Wie wir erfahren, hat das Museum in Cleveland eine Reihe von Stucken des Weifenschatz c s, der zur Zeit im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. ausgesteUt ist, gekauft. Es handelt sich um das Arrnreliquiar des Hl. Laurentius, das Olifant-Horn des St. Blasius und das Elfenbein-Relief mit der Hochzeit zu Kana. Entgegen anderslautenden Meldungen ist von einem weiteren Verkauf von Hauptstücken des Schatzes, z. B. des Kuppelreliquiars, noch nichts bekannt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bie 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samelag nachmittag geschloßen Anzeigenauftrage sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdtskont 4 0.5)., Lombardzinsfuß 5 o. H $ronl|url a. DL Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schluß» fur< t-ithr- flurd Schluß, furd Anfang. Kurs Schluß- kurS 1-Uhr- Ku rS Schluß- kure Anfang- KurS Votum 11. 8. | 12 8. 11. 8. 12. 8. Datum 11. 8. 12. b. 11. 8. 12. 8. 6% St'unax iheidjeameipe yamburg-Ainertka Patel . . 84,75 04,75 8T 85,25 von 1027 . . 87,5 — 88,4 — Hamburg-Südam. Dampfichiff 8 — — 144,75 145 7% Deutfche ReichSonlethe Hania Dampfichiff ..... 10 — —— 121,5 —- von 1029 .......... 101,75 — 102,2 Norddeuticher Llvhd .... 8 85,13 85,13 85,75 Drutlche Anl.-AblSi.-Echuld mit Allgemeine Deutsche Credttanst. 10 105,75 — 106 106 Au-loi.-Rechten....... 59,9 — 59,8 60,1 Barmer Bankverein .... 10 114,25 114 414,13 113,75 DeSgl. ohne BuSloi.-Rechte . . 7.6 7,6 7,6 7,7 Berliner Handelsgesellschaft . IS 139 — 139 138,25 8% Hell. VolkSstaal von 1929 trückiahlb. 102%)..... Commerz- und Prioat-Bank . 11 129 128 129 128 92,75. — — — Darmstädter und Rationalbank 12 177 —— 176,5 176,5 Qberhelien Provinz • Anleihe ml' Teutfche Bank und 123 122,75 122,75 122,75 SluSloi.-Rrchten...... 69 — — — TiSeonto Gesellschaft, . . . 10 Deutsche ßomm. (SammelabL Dresdner Bank ...... 10 122,5 — 123 122,75 Anleihe Serie 1...... 59,13 _ 59 —— Reichsbank ........ 18 236,5 —— 236,5 236,5 8% Rranll. Hvp.-Bank Koldpfe 133,5 134 134 134 XIII unkündbar bis 1984 . . . 101 _ — — AEG........... 8 7% Rianll. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar bi» 1982 ..... Bergmann........ 9 —— 163 165 165 96 — — — Elektr. LteferungSgeselllchast. 10 119 118,5 — 4Yi°/O Rheinilche Hnp.-Bank Licht und Kraft...... 10 —• — 126 129 Liqu. (SolbPlc......... 87 — — — tzcllen Ä Guilleaume . . . 1Y1 93,5 — 93,5 93 8% Pr. Landesptandbricsanstalt, Gesellschaft für Elektrische 129,5 130 Viandbriele 01. 17...... 101,25 — 101,25 — Unternehmungen .... 10 129 — 8% Pr. Vanbtevfnnbbrtclanflalt, Hamburger ElektrizttätS-Werk« Rhetnifche Elektrizität . . . Schlesische Elektrizität. . . . 1(1 — — 128 127,75 Komm.-Lbl. 01. 20...... 98 — 98 . 0 — — — — 7% Pr. Landespianddriefanstalt, 10 — — 122 123 Pfandbriefe R. 1«...... 97 — 97 Schuckert & do. . ..... 11 141,25 143,25 142,13 143 C.®.®. obfl. BorkriegS-Obligatto nen, rückzahlbar 1982 ..... Siemens & Halske . • • • • 16 180 182,75 181,5 181,75 92 — — _ TranSradto . . ..•••• . 8 — — 104 —— Lahmeyer & Co...... . 10 148 — 147 — 4% Oefterretchliche ©olötente 4,20% vefterrelchtfche Silberrente 26,4 — 26,4 3,4 — Buderus ...... Deutfche Erdöl . . • • • • . 6 . 6 54,5 _ 54,5 67,5 67,75 4% OrNerreichtichc Einheitliche Rente ........ Eiiener Steinkohle ..... . 8 — — — — —— 2,1 2,2 Geilenkirchener ...... . 8 101,5 1 ■ 101,75 102,25 •% Ungariiche choldrent« . . . 24,15 — 24,8 24,25 Zarpener ...»••••• . 0 93 — 92,5 93 4% Ungariiche Staattrent« v. 1910 19,5 — 19,6 Hoejch Eilen..... • • ey, — 79,25 79,5 4y,% delgl. von 1918..... — — 20,75 — Ilie Bergbau ....... 10 — _ 220 — 4% Ungariiche «ronenrente . 2,15 •— 2,15 2,15 Klücknerwerke ....... . 7 — 78,25 75,5 4% lürkiiche Zollanlcthe von 1011 4,9 5 4,9 5 Köln-Reucsten..... . . 7 — — 77,25 76,25 4% lürNfche Bagdadbahn-Anl 5,05 5,2 5,2 ManneSmann-Röhren . . . . 7 80,75 — 81 81 4,9 5,13 — 52,25 53 4% deSgi. Serie II . - - - - 5,05 4.95 5,1 Cber|d)le|. Etsenvedarf . . . . 6 — — 46 45,25 6% Rumäntiche vereinh. Rente 9,5 9,5 Oberschlei. KokSiverke.... 1 — —> 81,5 80,5 75 von 1903 ......... — 9,5 Phönix Bergbau...... 6 V, 74,65 75,75 74,9 4H% Rumänisch« vereinh. Rente 16,25 Rheinische Braunkohlen . • 1< 201,75 201,25 von 1918 ..... 4% Rumäntiche vereinh. Rente i1 16 Rheinftahl..... • • . h 82,5 62,5 82 83 7,3 — 7,4 7,45 Siiebeck Montan ...... 1,1 — Frankfurt a. M Berlin Banfno len ■rirIJ Schluß- lurS l-ichr- Kurs Schlug- kurS Anfong- KurS im, | I . uvyup Ameiikanilchc Roten . . Belgiiche Roten . . . Dänische Noten ..... Englische Roten . . • • 4,165 58,47 111,88 20,34 16,43 168,16 21,96 111,88 59,12 2,465 4,185 58,71 112,32 20,42 16,49 168,84 22,04 112,32 59,36 2,485 Datum 11. 8. 12. 8. 11. 8. 12. 8. • e e Bereinigte Stahlwerke . Olavi Minen...... Kaliwerke AfcherSleben . . Kaliwerke Westeregeln . . Kaliwerke Salzdetfurth . . 16'/. 10 10 16 75 173 292 75,75 75,25 39 175,5 183 294,75 75,6 38,6 176,5 184,5 294,5 Holländische Noten ....... Italienische Roten........ Norwegische Roten....... Deulfch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumäntiche Nottn....... Schwediiche Noten . . . . M M M 112,18 112,62 I. ®. flarden.Industrie . . 12 142,9 144 143 143,25 81,44 81,76 Hhnamit Rodel..... . 6 «— 67,25 67 Svaniiche Noten..... 46,11 46,29 Scheideanstalt...... . P 133 — — T'chechollowakilche Noten. • • • 12,39 12.45 Goldichmidl ...... . . b 53 —— 53,25 53,5 Ungariiche Noten . . . 73,15 73.45 MülgerSwcrke...... . . 6 46 46 45,5 45,13 Metallgelellichaft..... . 8 101,25 100 101 100,13 Dcoiß nmarfl Berlin — Arankfuri a. m. Philipp Holzmann .... . . 7 73,25 74,75 72,75 73,5 11 August 12 August Zementwerk Heidelberg . . 10 101 101 — — Qimillrtic Hoiicrumi Amtlich»- Notierung Cemen'werk Karlstadt. . . . 10 — — — — Geld 1 »rlr Geld Brie' Wavb S Drehtag .... 65,6 64,5 65 yinxft.« Non. 168,49 168,83 168,58 168,92 Schultheiß Pahenhofer . . . 16 — — 250 249 Buen-Airc« Brss.-Nntw 1,53) 58,52 1,535 58,64 1,541 58,485 1,545 58,605 . 12 — — 200 199 Christiania ■ 112,10 112,32 112,09 112,31 Mu.......... . 18 87 88,5 87,5 87,25 112 15 112,37 112,16 112,38 Bemberg......- . 18 87 —— 86,25 88 Stockholm - 112,48 112,70 112,43 112,65 Zellstoff Waldhof .... 18V. 113 114 113 114 HelnngsorS- 10,525 10,545 10,523 10,543 Zellstoff Aichaffenbura . . . 12 90 — 87.75 89,5 87,75 Italien - . ■ 21,905 21,945 21,90 21,95 Charlottenburger Waller . . . 8 — —— 90 öondon. . > 20,364 20,409 20,369 20,409 Dessauer Gas...... . . 0 — — 124,25 124 NetWork . . 4,181 4,190 4.1815 4,1895 Daimler Motoren . . . . . o 26 — 26 26 Pariü.... 16,455 16,495 16,45 81,345 16,49 Teutfche Linoleum . . . e e - 178 177,5 176,5 176,25 Schwei, .. 81,335 81,495 81,505 . . o — — 38,25 37,5 Spanien . 46,75 46.85 45,95 46,05 Rai. Automobil .... . . 0 — •— 10 9,6 Japan - - - 2,066 2,070 2,067 2,070 Orenstrin & Koppel ... . . 6 — —— 55,5 55,5 tito de Jan 0,422 0,434 0,431 0,432 Leonhard Tieg . . . • • . 10 128 — 128 294,5 129 297,5 Wien in D-- Oest. flbfleft. Prag . . . 59,12 12,402 59,24 12,422 59,105 12,404 59,225 12,424 frankfurter Maschinen . . Gripner........ Hehllgenstaedt..... Junghan«........ . . 4 21,5 31 22 31,75 _ Belgrad . . Budapest. . 7,426 73,33 7,440 73,47 7,428 73,315 7,442 73,455 . . 0 — — Bulgarien . 3,032 3,038 18,83 3,032 3,038 29 __ 28,5 — Lissabon . . 18,79 18,81 18,85 . . 8 94 — — Danzig . . Konstantm- | Athen. . 81,42 81,58 81,42 81,58 Mainkraftwerkr Höchst a. M Wag.......... Gebr. Roeder ...... Botgt & Haeffner • . . . Süddeutsche Zucker • • . . . 8 . 10 79.13 86 78,25 86 85 1,784 5,43 1,789 5,44 1,784 5,432 1,789 5,442 . 10 . . 0 . 10 98,5 153 146 —- 155 145,25 I Canada - . 1 UrnonaD. 1 Cairo . • 4,187 3,457 20,875 4,195 3,463 20,915 4,187 3,437 20,87 4,195 3,443 20,91 Sft ??e,ne z FL** nn9?, U"d SÄ .^ßebeii g'Mn Ässen ^sr CllS „’-äSi “«■JX en b« Ä 1 95 bis 102 i Äi,d) 11 L »bls ns, d)- KuWjch 1t ¥ltlaar gelaufenen le'cht nach. Jjen Snne Trn. ist in. «onlumenten ? Pfennig 'Matvrn 8 » V bii 7. «|5? Wer Mähern 8a . ^landein ab Station. Gießen, "valtjchast oer. eil des Amts, iuMter von mar. Die Ün. ne ausländische Legitimation;- ,9 der Lan. ittlung b». ju, suchte sich beim arbeite, nd von bitftm legen bit Hirt. 9m Tegensatz ner diese tat. eilte den Än- >n IVMarl. : och en würbe t Eichen wegen tzung zu einer worben. Al; er Dämmerung mit. on Rleiniynben Drlseingang in er mit einem in unbeleuchteten heruntergelchleu- zerichi halte ba; n gesehen, bah nicht die Hand iffammer nahm ür den Unfall BtotecW« btX is Zeichen doch habe durch lein Unfall selbst ver. vattion. jjhr Some'ofl lediglich an hk ;es vefkaust. . 2iua. Die wir i Sleveland es Welsen- ibelschen Runst- stellt ist, gelaust, liat M §1- 2flU' St-Miut und »u /ana. Düngen ist JJ art, noch nichts ilst-noI. ü.n nt« 20.« 16,« it»F i53 g,* i, 16,65 If 1 42 73,315 ä e,ii 3,637 165 ,47 ,88 i,34, .13 1,16 ,96 ,88 1,12 66$ Mi ,U ,11 S 15 3- 1,565 58,6-5 112.31 112.* 112Z 10.^ 4,1^ 16.69 11.5g 16,05 t070 0,632 59.225 12,626 7,662 fl,655 3,03 18-g 81.5k ,.7p 5.6* 4,1” 3.6* 20,91 Turnen, Sport und Spiet. 19. Deutsches Misterschastsmdern. Amicitia-Mannheim wieder dreifacher Meister. 3n Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden gestaltete sich die IS. Deutsche M e i st e r s ch a f t s • Reaatta im Sonntag auf dem Langen See in Berlin-Ärünau |u einem großen Erfolg. Tausende von Zuschauern verfolgten mit Spannung den Verlauf der Rennen. Die Veranstaltung war vom Wetter begünstigt, nur ein leichter, aber böiger Wind, gegen den die Mann« chasten zu fahren hatten, ließ die in früheren Iah- ree herausgeholten Zeiten nicht erreichen. Der er- iolgreichste Verein war wiederum Amicitia- Mannheim, der feine im Vorjahr errungenen Titel im Vierer mit und ohne Steuermann und im lichter siegreich verteidigte. Der Berliner Huber-Club gewann mit Boetzelen die Liner-Meisterschaft und mit feinen Zungmannen die oeiden Achterrennen. Im Meisterschafts-Achter be- egte der „Club" jedoch nur den vierten Platz. Die vorjährigen Meister im Doppelzweier, Buhtz - von Düsterloh, von Altwerder-Magdeburg zeigten sich Dieder in großer Form. Obwohl von Düsterloh unter einer schmerzhaften Furunkulose zu leiden hatte, !am das Meisterpaar zu einem sicheren Sieg. Im Riemenzweier kamen Einsel-Urbschat von Viktoria Berlin zu Meisterehren. Oer Verlauf der kennen. Im Achter übernahm Hellas-Berlin nach dem Start zunächst die Führung und wurde bei 400 Meter vom Berliner RE. abgelöst. Nach weiteren 100 Meter zog jedoch Amicitia mit 36er Schlag in Front. Die vier Boote lagen bis 1200 Meter fast in Linie, doch dann ruderten die Mannheimer un- «iderstehlich davon. Beim Einer erwischte der Titelverteidiger V o e tz e l e n den besten Start. Oesterreichs Meister L o s e r t verschenkte durck schlechtes Steuern viel ICcrtain. Im Kampf um den Zweiten Platz behielt der Gubener Dohrne über Paul-Frankfurt die Inappe Oberhand. Auch im Vierer ohne Steuer fetzte sich Amicitia-Mannheim vom Start weg in Führung, um sie bis ins Ziel nicht mehr abzugeben. Den zweiten Platz hielt der Berliner RE. gegen Ale- mannia Berlin. Der Vierer mit Steuermann sah anfangs den Berliner Ruder-Elub in Führung, doch schon nach 200 Meter setzte sich Amicitia-Mannheim an die Spitze und gewann sicher. 3m Doppelzweier ruderten Buhtz von D ü st e r l o h ihr Rennen, vom Start weg führend, sicher nach Hause. Ebenso sicher hielten Gebrüder Ahrens (Godesberg) den zweiten Dlatz. Einen sehr abwechslungsreichen Verlauf nahm der Nie men-Zweier. Hansa (Hamburg) führte biS 1300 Meter knapp vor Viktoria ('Berlin). Die Hamburger kamen durch schlechtes Steuern aus dem Rennen, so daß für die Berliner der Weg >um Sieg frei wurde. Heidelberg 1872 gab bei 1200 Meter auf. Oie Ergebnisse: Einer: 1. Gerhard Doehelen (Berliner Ruderclub) 8:53; 2. Dohmc (Gubener RE.) 8:55,2; 3. Paul (Frankfurter RG. Obcrrad) 8:55,4. Zweier ohne Steuer: 1. Erbschat-Einsel (Viktoria Berlin) 8:21,6; 2. Dürr-Kollwitz (Hansa Hamburg) 8:23,2; 3. Thielecke-Benz (Dranden- öurgia Berlin) 8:40,4; Heidelberger RK. auf gegeben. Doppelzweier: 1. von Düsterloh-Buhtz (Altwerder Dkagdeburg) 7:46,8; 2. Debr. ArenS (WSV. GodeSberg) 7:49,8; 3. Beckmann-Völker (Friedrichshagener RV.); 4. ASkania (Berlin) weit zurück. Vierer ohne St.: 1. Amicitia (Mann- Alemannia (Berlin) 7:54,8. heim 7:48,6; 2. Berliner Ruderclub 7:52,4; 3. Vierer mit S t. : 1. Amicitia (Mannheim) 7:43,8; 2. Berliner Ruderclub 7:48,8; 3. Friesen (Berlin) 8:00,6. Achter: 1. Amicitia (Mannheim) 6:51,6; 2. Mainz-KastelerRG. 6:53,4, 3. Hella« (Berlin) 6:57,6. Deutsche Strommeisterschast. Stemhauff und Fräulein Runzler (Vertin) Meister. In Wiesbaden tarn am Sonntag die deutsche ^trom-Meisterschast über 7,5 Kilometer im Rhein von 200 Meter unterhalb der Mainzer Straßenbrücke bis an die Hafenspihe Ton Schierstein zur Entscheidung. Trotz der sorg- faltigen Vorbereitungen versagte während deS Wettbewerbes die Organisation kläglich. In der P)auptklassc der Herren gab der Titel- »erteidiger Handschuhmacher (Dortmund) Vcreils auf halbem Wege auf und so war für Den deutschen Meeresmcister Steinhauff (Friesen-Berlin) der Weg zum Siege frei. Mit großem Vorsprung passierte er in 54:30 das -Ziel vor Wirtz (Reuwied) und Zrl. Runz - ler (Friesen-Berlin), die in der Hauptklasse bet tarnen keine ebenbürtige Gegnerin hatte und Hamit den Beweis erbrachte, daß sie als Lang- ftreckenschwimmerin in Deutschland auf einsamer chöhe steht. Die Ergebnisse: Herren (7,5 Kilometer): 1. Steinhauff (Berlin) 54 30 : 2. Wirtz (Reuwied) 56:18; 3. Wunderlich (Schöneberg) 56:50. Damen (7,5 Kilometer): 1. Frl. Runzler (Berlin) 56:50 ; 2. Frl. Ziehmann (München) 57:50 ; 3. Frl. Wenzel (Eam.statt) 58:58. Herren, Klasse Ha (7,5 Kilometer): I. Schlüter (Dortmund) 55:20,2. Klasse Hb: 1. Wernitz (Berlin) 55:40. Jugend (3,5 Kilometer): 1. Ott (Wiesbaden) 27:35. Damen, Klasse Ila: 1. Frau Pape-Eickert (Dortmund) 59:50. Klasse Hb: 1. Frl. Stein (Saarbrücken) 1:00,11. Jugend (3,5 Kilometer): 1. Frl. Raab (Saarbrücken) 30:01. Die Wellmeisterschafien der Studenten. Weitere deussche Erfolge am Samstag. Bei den Internationalen Weltmeisterschaften ter Studenten wurden am SarnStag verschiedene Leichtathletik-Wettkämpfe zum Abschluß gebracht. 2er Besuch war wieder ausgezeichnet, bei sehr Ibönem Wetter wurden die Konkurrenzen crle- tigt. Es gab wieder viele Erfolge für die deutlichen Studenten. Deutschland gewinnt die 4XlOO-ITIdcr-Staffri. Deutschland, Japan. Ungarn. Tschechoslowakei, Frankreich und Italien stellten sich zum End- Cauf über die 4 X 100-Meter-Staffel dem Star- Cer. Gleich nach dem Ablauf gelang es dem deutschen Salz die Führung zu übernehmen. Meyner, Eldracher und Körnig konnten den Dor- fprung halten, sie siegten in bet Gesamtzeit von -41.9 Sekunden. Das Ergebnis war: 1. Deutschland 41.9 Sek.: 2. Japan 42.2 Sek.; 3. Ungarn, 4. Tschechoslowakei, 5. Frankreich, 6. Italien. 400-Meter-hürden-vorläufe. Am Samstag wurde mit den Vorläufen über •400 Meter Hürden begonnen. Sie brachten sollende Ergebnisse: l.Vorlauf 1. Lornelius- Deutschland 60,3 Sek.; 2. D o r l a u f 1. Drown- England 57,6; 3. V o r l a u s : 1. Simpson-Eng- Danö 60,4; 4.03 erlauf: 1. de Regri-Italien <0,0. Zwei Deutsche im 200-2Ikfcr-Jinak. Die 200-Meter-Zwischenläufe brachten folgende Srgebnisse: 1. Zwischenlauf: 1. Körnig- -Deutschland 22,2; 2. Zwischenlauf: 1. El- bracher 22,3; 3. Zwischenlauf: 1. Raka- hama-Iapan 22,2. Entscheidung über 1500 Meter. lieber 1500 Meter konnten sich unsere Dertre- :1er leider nicht durchsetzen, sie muhten dem Eng- •Qänöcr Helps und drei weiteren Ausländem Sieg and Platze überlassen. Das Ergebnis war hier falzendes: 1. Helps-England 4:01,7 Min.; 2. 2c- -uc-Frankreich; 2. Dahlström-SchWeden; 4. Hell- Yapp-Deutschland; 5. Krause-Deutschland. 400-Meter-hürden-Zwischenläuse. In den Zwischenläufen über 400-Meter-Hürden «cualifizierten sich folgende Teilnehmer für den Endlauf: 1. Zwischenlauf: 1. Lincoln, USA., 35,8; 2. Drown. England; 3. Lornelius, Deutschland. 2. Zwischenlauf: 1. Simpson. USA.. 56,9; 2. de Regri. Italien; 3. Wegener, Deutschland. Reinikka (Finnland) gewinnt den Hochsprung. Eine Ueberraschung gab es im Hochsprung, da riebt — toie erwartet — der Japaner Kimura, sondern der Finne Reinikka in dieser Konkurrenz f egte. Das Ergebnis war: 1. Reinikka, Znnland. 1.90 Meter; 2. Kimura, Japan, 1,87 Meter; 3. Ladewig. Deutschland. Finnischer Sieg im Diskuswerfen. Der einzige deutsche Teilnehmer am Diskus- Wersen, Sievert, Halle, schied bereits in den Dor- läufen aus. Das Ende r ge bnis lautete: 1. Daalamo, Finnland, 45,07 Meter; 2. Feldmann, Estland; 3. Darany, Ungarn. Fußballkampf Italien — Frankreich 9:1 (3:0). Italien und Frankreich standen sich in Frankfurt zum letzten Fußballkampf gegenüber. Die Italiener zeigten sich ihrem Gegner in jeder Beziehung überlegen, sie siegten verdient mit 9:1 (3:0) Toren und wurden damit Tumiersieger. Deutscher Damen-hochsprungrekord 3. Braumüllers. Der Hochsprung für Damen brachte einen Sieg von Inge Draumüller. Sie siegte mit dem neuen deutschen Rekordergebnis von 1,559 Meter vor Frl. Singer, Oesterreich und Frl. Loewenherz. Deutschland. Entscheidung im Fünfkampf. Sieger im Fünfkampf wurde mit 690 Punkten der Finne Tolamo vor Drmsa, Lettland, und Ladewig, Deutschland. Oer letzte Tag. — feierlicher Abschluß. Neue deussche Siege. Der letzte Tag der Studenten-Weltmeisterschaf- ten gestaltete sich wiederum zu einem Höhepunkt. Roch einmal fand der Einmarsch der Rationen statt. Rach erfolgter Aufstellung stattete E l d r a ch e r (Frankfurt a. M.) der Stadt Darmstadt und dem Organisationskomitee den Dank der Aktiven ab, im Rarnen der ausländischen Gäste hielt der Franzose Sernpre eine längere, mehrfach vom Beifall unterbrochene Rede und brachte zum Ausdruck, daß sich alle ausländischen Rationen in Darmstadt außerordentlich wohl gefühlt hätten. Rach Erledigung dieser letzten Formalitäten marschierten die Vertreter der 33 Rationen wieder unter dem Beifall der Zuschauer ab. Die offizielle Schlußfeier ging am Sonntagabend in der Darmstädter Festhalle vor sich. Hier fand die offizielle Siegerehrung und Prcisverteilung statt, die durch den Vorsitzenden des Arbeitsausschusses, Professor Dr. Heide- b r o e k (Darmstadt), vorgenommen wurde. Oie letzten Kämpfe. waren die Entscheidungen im 400-Meter-Hürden- lauf in der 4x 400-Meter—Staffel, den Läufen über 200, 800 und 5000 Meter, dem Speerwerfen und dem Stabhochsprung. Heber 400 - Meter - Hürden muhten sich die beiden deutschen Vertreter Wegener und E o r n e l i u S mit dem vierten und fünften Platze begnügen. Sieger wurde der Engländer Simpson in 54,2 Sekunden vor dem Amerikaner Lincoln (55,2), dem Italiener de Regri (55,4), den beiden Deutschen Wegener und LomeliuS und Brown (England). Dafür gab es über 200 Meter zwei erste Plätze für Deutschland. Körnig siegte sicher in 21,5 und Eldracher wurde in 21,9 Zweiter. Knapp dahinter wurde der Japaner Rakashima in 22 6ct Dritter vor Engel (Tschechoslowakei), Glaser (Oesterreich) und Volhioka (Japan). Emen weiteren deutschen Sieg gab es über 800 Meter, die der deutsche Meister Fredy Müller in der allerdings nicht glän^cnbcn Zeit von 1:58,2 Min. an sich brachte. Galtier (Frankreich) wurde im Endkamps hinter Müller in 1:58 3 Zweiter vor dem Deutschen Danz, der 1:58,7 benötigte. Im Speerwerfen fielen die beiden ersten Plätze an Finnland. Suksi gewann mit 66,405 Meter vor seinem Landsmann Reinikka (65,11). Dritter wurde Weimann (Deutschland) mit 64,28 Meter vor Daalamo (Finnland) 63,23, ©umi- yoshi (Japan) 63,12 und Ito (Japan) mit 62,02 Meter. Heber 5000 Meter belegte Deutschland durch den Darmstädter Schi lgen in 15:27,7 den dritten Platz. Sieger wurde der Schwede Dahl« ström in 15:24,3 vor dem Finnen Puuko mit 15:27,5. Vierter wurde Eeratti (Italien) vor Stubb (England) und Denson (England). Einen japanischen Sieg gab eS ertnarhmfl** gemäh im Stabhochsprung, wo der Japaner Rishida mit 4,115 Meter überlegen Erster wurde. Auch der zweite Platz fiel mit 3,80 Meter an einen Japaner, Mochizuki. Kirsaly (Hngarn) wurde mit 3,70 Meter Dritter. Oda (Japan) und Stechemesser (Deutschland) nach einem Stich» kämpf mit je 3,60 Meter Vierter und Fünfter und der Oesterreicher Heller belegte den sechsten Platz. Die 4x400-Meter-Staffel gewannen die Franzosen in 3. 19,6 Minuten. Deutschland wurde hier Zweiter in 3:22,4 vor Italien, das 3:22,5 benötigte. England, Hngarn und die Schweiz belegten die drei weiteren Plätze. Ein Arbeiterländerspiel im Fußball. Deutschland — England 4:4 (1:0). Die Arbeitersportlcr lieferten sich am Sonntag in Stuttgart vor 8000 Zuschauern ein Fußball- Länderspiel zwischen den Vertretern von Deutschland und England. Der Slampf war sehr schon und brachte auf beiden Seiten gute fieiftun^tn. Die Begegnung verlies ziemlich ausgeglichen, sie endete mit einem Unentschieden von 4:4 (1:0). Mitte der ersten Halbzeit übernahm Deutschland die Führung, Eng- land kam nach dem Wechsel durch Tore in der 24. und 30. Minute zum Ausgleich. Im weiteren Verlauf des Spieles konnten die beiden Gegner noch zu je zwei Treffern kommen. Kreistag in Wetzlar. (Eigener Bericht deS „Diehener Anzeigers".) □ Wetzlar, 8. Aug. In der heutigen Sitzung deS Kreistages, die unter dem Vorsitz des LandratS M i h stattfand, stand der Haushaltsplan des Kreises Wetzlar für 1 9 30 erneut zur Beratung, nachdem in der letzten Kreistags-Sitzung Vertagung beschlossen worden war. In Verbindung hiermit beschloß der Kreistag: „Für die Errichtung einer Jugendherberge im Kreise Wetzlar wurde ein KreiSzuschuß von 500 Mk. bewilligt. Der Betrag soll als Zuschuh zum Erwerb eines für Iugendherbergszwecke geeigneten Hauses in Braunfels Verwendung finden." Weiter beschloh der Kreistag, den Gemeindeanteil an den Fürsorgekosten Minderjähriger in besonderen Fällen auf den Kreis zu übernehmen. Es handelt sich in der Hauptsache um solche Minderjährige, die aus erzieherischen Gründen anderweit untergebracht werden müssen. Aus Antrag der Stadt Wetzlar wurde für das Städtische Krankenhaus in Wetzlar ein Zuschuß von 5000 Mark und für die Gewerbliche Berufsschule und das Lyzeum (Lotteschule) ein solcher von 18 000 Mk. bewilligt. Die Stadtverwaltung von Wetzlar hat in Verbindung mit diesem Anträge zugesagt, dah die Pflegesätze des Städtischen Krankenhauses für Kranke aus der Stadt Wetzlar und aus dem übrigen Kreisgebiet von jetzt ab gleichmäßig festgesetzt werden sollen. Ein Antrag des KreiSverbandeS selbständiger Handwerker auf Bewilligung eines KreiszuschusseS von 300 Mk. wurde genehmigt. Ferner wurde der Erlaß einer neuenKreis- satzung für d i e Regelung des ländlichen Fortbildungsschulwefens beschlossen. Die Satzung bezweckt in der Hauptsache die Zusammenfassung verschiedener Gemeinden zu einer Fortbildungsschule, wobei einerseits die Gemeinden finanziell entlastet und anderseits durch Erhöhung der Schülerzahl ein ordnungsmäßiger Schulbetrieb und Unterricht gewährleistet werden soll. Es wird ferner erreicht, dah hierdurch der Staatszuschuh von einem Drittel zu den persönlichen Kosten nicht verloren geht. Für die Gemeinden tritt durch die Hebernahme der Fortbildungsschule auf den Kreis eine erhebliche Verbilligung ein. Zur Zeit bestehen im Kreise Wetzlar 41 ländliche Fortbildungsschulen und 4 Berufsschulen. 35 Gemeinden waren bisher ohne Fortbildungsschule. Die bestehenden Berufsschulen sind nicht auf den Kreis übernommen worden. Der Kreishaushaltsplan wurde nach längerer Aussprache in Einnahme und Ausgabe auf 3 164 700 Mk. festgestellt. Die Annahme fand mit 22 gegen 3 Stimmen bei einer Stimmenthaltung statt. Die Höhe der seit der letzten Sitzung gemachten Abstriche beträgt 32 400 Wk. An Kreissteuern werden je 75 Prozent auf die Real- steuem- und auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer-Heberweisungen erhoben. Ein Antrag des Abg. Dr. Kühn (Wetzlar), den bisherigen Kreissteuer-Derteilungsschlüssel (47 Prozent Zuschlag auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer-Heberweisungen und 105 Prozent Zuschlag auf die Realsteuern) auch weiterhin anzuwenden. wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Gegen diesen Antrag wandten sich besonders die ländlichen Abgeordneten, da er eine wesentlich stärkere Heranziehung der Landgemeinden zur Kreissteuer gegenüber der Stadt Wetzlar im Gefolge gehabt hätte. Eine längere Aussprache entspann sich über die Gew ährung einer Winterbeihilfe an d i e Erwerbslosen in Höhe von 20 000 Mk. Die Beihilfe wurde gegen die Stimmen der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft bewilligt. Abg. Langsdorf (Groß-Rcchtenbach) beantragte namens der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft. den im Haushaltsplan vorgesehenen Stammanteil des KreiseS als Gesellschafter der Kraftverkehrsgesellschaft Hessen zu Frankfurt a. M. in Höhe von 5000 Wk. abzulösen und diesen Betrag zur Verbesserung der Derkehrsverhältnisse im Hüttenberg zu verwenden. Schließlich wurde noch über einen Dringlich, keitsantrag der Sozialdemokratischen Partei beraten, nach dem zur Behebung der Arbeitslosigkeit einige Straßenbauprojekte sofort in Angriff genommen werden sollen. Der Kreistag beschloh einstimmig, von der im Jahre 1927 beschlossenen Anleihe von 1500 000 Mk., die bis jetzt nur mit 810 000 Mk. in Anspruch genommen ist, weitere 200 000 W k. für vtraßenbauzwecke zu verwenden, um auf diese Weise der großen Arbeitslosigkeit im Kreise zu steuern. Mit dem Anleihekapital sollen die Hmgehungsstraßen bei Rauborn und bei Biskirchen gebaut werden. Der Straßenbau vom Block Dorlar—Dutenhofen wurde zurück- gestellt. Die Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft für Stadt und Land machte ihre Zustimmung zu der Annahme des Dringlichkeitsantrages davon abhängig, daß bei den Straßenbauarbeiten nur Wohlfahrtserwerbslose beschästigt werden dürfen und daß die Lieferung des ©trafoenbauma- terials aus dem vom Kreise betriebenen Stein- bruch ,.Leunerburg" zu Konkurrenzpreisen ersol- fen müsse. Die HmgehungSstrahe bei Biskirchen oll nach ihrer Fertigstellung von der Provinz übernommen werden, wodurch der Kreis an Hn» terhaltungskosten jährlich 25 000 Mk. spart. Sewinnauszug 5. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Avteilungen I und II 2. Ziehungstag 9. August 1930 Sn der heutigen Vormittagszlebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®«trHnne «u 78000 M. 217578 2 flktolnne eu 25000 M. 284181 8 ®»nHnn* ju 3000 OB. 12895 126980 185667 828892 16 ffftoinne »u 2000 M. 16887 42170 80884 118278 116447 168788 238905 380222 28 »«Vinn, m 1000 an. 71531 72482 85071 100916 115478 131398 186163 216123 229479 266641 263725 337764 365107 399017 108 »ew'nn. ,o 500 M. 8679 9297 9412 17837 25710 35670 39698 41819 49896 84638 88889 65640 69044 73897 80311 93812 103240 105763 105984 109330 113073 118032 120695 133119 167604 160831 168210 174722 186384 202219 206668 223655 228114 236732 236957 248473 255843 268079 260582 268188 277497 287926 304093 307962 322898 325174 333564 342266 348983 356046 357977 368069 381990 399848 188 »«Vinn. ,u 300 M. 2987 6869 9068 17907 20301 21447 22244 22833 31264 35796 36914 38497 43660 45080 47310 54218 59695 60107 61103 73995 76839 77272 79167 82403 88599 90113 92366 96790 106010 107217 108553 109324 111601 116589 118018 120287 125140 131521 138254 138352 144880 152276 170394 170994 171701 172238 175012 181907 190998 192855 195151 195102 207729 209579 212282 226104 227437 232357 234002 238891 240130 240285 241561 246678 254423 257171 258964 265868 268871 271382 284959 287268 290489 296768 305205 305604 305954 313471 315360 320510 321343 323086 326134 330799 332630 360706 363077 363197 366464 366839 385691 389237 393739 398794 Sn der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 179127 6 »ttoinH« eu 5000 W. 151612 193102 390266 6 »«»inne eu 3000 M. 76251 260806 313069 8 »«»tun. eu 2000 W. 69183 84149 332837 167945 267324 141625 283491 339566 150334 287201 341637 150120 180485 200983 220240 246729 268626 289779 302983 322961 356265 382286 131072 204925 311688 352183 135359 239439 329469 335402 131794 174903 187426 210514 233827 262404 280387 299)75 310108 334666 364458 140326 244954 329841 362106 143870 178753 190792 213060 234285 260488 283505 301369 319880 341529 369908 148003 180246 192279 217373 234682 261629 283805 301518 322747 346088 370343 156446 183175 203704 223102 248387 275457 291122 305097 330856 360361 391030 131743 172294 186186 208657 226080 249766 275677 291965 307022 331681 360748 190188 302911 342213 28 Gewinn, eu 1000 W. 56753 113882 170188 171625 172655 185270 222627 259107 319282 337411 350389 360795 72 S«vinn. iu 500 W. 118 7057 18097 24292 38058 56336 57382 82764 83561 93531 93608 119697 128762 ------ ------ ------ ------ ------ ----- ------ ------ ------ 399064 399169 174 ®«totnn. >U 300 M. 1710 5496 6 347 8086 21438 34908 34949 42434 43507 44296 66288 66472 69132 92942 93859 95243 103826 103905 111223 115718 116092 ------ ------ ------ ------ : 2 Prämien zu je 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 800000, zu je 50000, 12 zu je 25000, 86 zu e 10000, 158 zu je 5000, 422 zu je 3000, 760 zu e 2000, 1990 zu je 1000, 4248 zu je 500, 11212 zu je 300 M. Im Gewinnrade verblieben: 5'7--—'—,,- 600000, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 800« 2 zu je 200000, 2 zu ie 100000, 2 Gewinne zu 75000, 4 zu je 50000, 12 zu je 25000, 86 zu Verantwortlich für das Feuilleton L53.: Dr. Fr. W. Lange. i&t yteich dateV. SchwarzkopfFlüssig jetzt auch mit Haarglanz &tordje: SKja/ndjte 91X TnmMz' Flasche 50j fiir mehrmaligen Gebrauch Wirble ins Leben! Roman von Anna Fink. Urheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau, Ö.-2L 18 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es begann zu dämmern, der neue Tag brach an. „Wir fahren jetzt durch die oberitalienische Ebene, Signora", sagte der Conte. „Schauen Sie um sich, vielleicht können Sie die Alpen ganz in der Ferne liegen sehen." Barbara wandte den Kopf und sah zurück. Der Regen hatte aufgehört. Ein leichter Wind war aufgekommen und schien die letzten Wolken zu vertreiben. Roch konnte man nicht weit sehen. Barbara sog tief die Luft ein. „Ein wunderbarer Duft ist hier", sagte sie leise, „berauschend und herb zugleich." „2a", sagte der Graf nachdenklich, „auch in Deutschland ist gute, frische Luft, aber nicht so wie hier." Barbara sah still da, hatte die Hände im Schoß gefaltet und konnte sich nicht satt sehen an dem wunderbaren Bild. Der Himmel war ganz klar geworden, bis auf ein paar schneeweiße, langgefiederte Windwölkchen von hauchfeiner Zartheit. Die Sonne ging allmählich auf und warf goldene Strahlen über die weite Ebene, die sich fast endlos dehnte. Grüne Birken mit weißen Stämmen säumten die Wege. Rur riesige Weinberge unterbrachen die Einförmigkeit. Barbara schaute zurück. Sie sah die mächtige Kette der Alpen, die sich in einem großen Dogen hinzog. Llnwahrscheinlich leuchtend lagen die Berge da, klar zu sehen und doch märchenhaft fern und entrückt. Barbara war so ergriffen, daß ihre Augen sich mit Tränen füllten. Sie vergaß in diesem Augenblick ihr ganzes Leid, ihre Flucht, alles, alles. Conte Malfieri bemerkte den tiefen Eindruck, den die Schönheit ringsum auf sie machte. Er störte sie nicht und lieh den Wagen langsamer laufen, um ihn endlich mit einem sanften Ruck anzuhalten. Barbara fuhr aus ihrer Versunkenheit auf. „Ich vergaß ganz, wo ich war", sagte sie, tief aufseufzend. Der Conte nickte. „Oh, la bella Italia", sagte er zärtlich, als spräche er den Ramen einer Geliebten aus. Sie konnte das jetzt begreifen. Rach einer kleinen Pause rief der Graf lebhaft: „Signora, lassen Sie und etwas genießenI Ich bin hungrig wie ein Wolf. Lind Sie werden, glaub ist, auch lange nichts zu sich genommen haben." Barbara nickte, denn sie verspürte tatsächlich großen Hunger. „Wir fahren bis zur nächsten Ortschaft", sagte der Graf vergnügt, „und dort werden wir gut Er ließ den Motor anspringen, und die Fahrt ging weiter. Es dauerte auch nicht lange, so tauchten Häuser in der Ferne auf, und endlich fuhren sie auf holperiger Straße in eines der wunderbaren oberitalienischen Städtchen ein und hielten dann auf dem Marktplatz vor einem Hause, auf dem in großen Buchstaben stand „Ristorante". „Kommen Sie", sagte der Graf, „hier wollen wir speisen." Er führte Barbara in die Gaststube. Jetzt erst merkte sie, wie müde und zerschlagen sie war. Sie konnte kaum noch einen Schritt machen. Der Conte merkte ihr mühsames Gehen und stützte sie vorsichtig. Schwer ließ sich Barbara auf einen Stuhl fallen. Die Aufregung und der Wille, fortzukommen, hatten sie aufrecht gehalten. Jetzt war's, als ob ihre Kräfte sie plötzlich im Stich ließen. Es wurde ihr schwarz vor den Augen, und in weiter Ferne hörte sie den Grafen nach einem Glas Wein rufen, dann wußte sie nichts mehr von sich. — „Geht es wieder ein wenig besser, Signora Barbara?" fragte der Conte und beugte sich über sie. Sie öffnete schwer die Augen und sah, wie er ein Glas Wein in der Hand hielt. „Trinken Sie unseren Wein", sagte der Graf aufmunternd, „er gibt neue Kraft." Eine freundliche Frau — es war die Wirtin — half ihr, sich etwas aufrichten, und Barbara trank von dem wunderbaren schweren Wein, der wie flüssiges Gold im Glase glänzte. Sie holte tief Atem und trank begierig. Es schien wirllich, als habe der Graf recht. Ihr war, als kämen mit jeder Minute die Kräfte mehr zurück. Sie sah, daß sie in einem Zimmer in einem breiten Bette lag. „Wo bin ich nur?" fragte sie ihren Begleiter erstaunt. Die Wirtin überschüttete sie mit einem Schwall von italienischen Worten und streichelte mitleidig an ihr herum. Barbara verstand keine Silbe. Der Conte machte den Dolmetscher. „Als Sie vorhin ohnmächtig wurden, Signora, bot die Wirtin sofort an, Sie auf ihr Bett zu legen, damit Sie ausruhen könnten." „Wie gut Sie sind", sagte Barbara gerührt und drückte der Frau die Hand. Die ^bhafte Italienerin sprudelte wieder allerhand heraus. „Sie sagt, es täte ihr leid, daß es der Signora so schlecht gegangen sei, und sie freue sich von Herzen, daß sie wieder aufgewacht wäre. Sie fei eine so gute und schöne blonde Signora", erllärte der Graf auf Barbaras fragenden Blick. Barbara errötete leicht und lächelte die Frau dann an. „Wenn Sie noch etwas ruhen wollen, so kocht uns die Padrona ein Mittagessen", sagte der Conte liebenswürdig. „Ich mache Ihnen so viel Llngelegenheiten", sagte Barbara und wunderte sich selbst über das, war sie sagte: denn ob sie jemanden Lln- gelegenheiten mache, danach hatte Barbara in den letzten Jahren wenig gefragt. „Aber (SignoraI" sagte Malfieri so vorwurfsvoll, daß sie beinahe lächeln mutzte. „Ich bin glücklich, wenn ich etwas für Sie tun kann." Er ließ sie für ein paar Minuten allein, und Barbara hatte Zeit, das Zimmer etwas zu betrachten. Es war so ganz anders eingerichtet als die Räume in Deutschland. In der Mitte des Zimmers stand das schneeweiße Doppelbett, auf dem Barbara lag. Der Raum war groß und hoch. Der Boden war mit viereckigen Kacheln belegt. In einer Ecke stand ein Waschtisch, an der anderen Wand ein doppeltüriger Kleiderschrank, zwei Stühle und ein Reiner Tisch bildeten die ganze Zimmerausstattung. Es war noch sehr viel Platz in dem Raum, doch wirkte er trotzdem nicht ungemütlich. Barbara fühlte sich so erholt, daß sie sich langsam erhob und vor dem Spiegel ihre Haare kämmte. Sie schickte sich gerade an, h^rauszu- gehen, als der Graf hereinkam. „Ich bin glücklich, Sie wieder so frisch zu sehen, Signora", sagte er herzlich. „Darf ich Sie zum Essen holen?" Er bot ihr den Arm. Sie nahm ihn und ließ sich in das Gastzimmer führen. Dort, war ein kleiner Tisch sauber gedeckt. In der Mitte stand eine Vase mit zwei duftenden! roten Rosen. , Der Graf füllte die Gläser, die auf dem Tisch standen. „Wir wollen auf Ihr Wohl trinken, Signora", sagte er. „Salutei" Lind er trank fein Glas in einem Zuge leer. Die Wirtin kam und brachte eine Schüssel. „Darf ich Ihnen unser Rationalgericht anbieten, Signora", sagt eihr ritterlicher Begleiter, „Spaghetti mit Tomatensoße und Olivenöl." „Oh, bei uns sagt man Makkaroni", rief Barbara. „Versuchen Sie, wie sie schmecken müssen. 3n Deutschland kennt man sie nicht so", war di« Antwort. Barbara ah mit Hingabe. Sie fand, daß ihrl ein Essen noch nie so vortrefflich geschmeckt hatte. Ein sehr feines Weißbrot erhöhte noch den Genuß. Danach kam noch ein gebratenes Huhn, eilt Gemüsegericht, Obst, Butter und Käse. Barbara war über sich selbst erstaunt, wie gut ihr alles schmeckte. Der Graf sah befriedigt zu ihr hinüber. „Wollen wir noch einen Caffe espvesso nehmen, Signora?" fragte er. „Was ist das?" war Barbaras Gegenfrage. „Ein sehr starker Kaffee", er Härte er, „der in besonderen Kaffeemaschinen hergestellt wird." Sie tranken noch den Kaffee und er tat feine Wirkung. Barbara fühlte sich wieder ganz frisch und wohl. Riemand war glücklicher als der junge Coitte, seinen Schützling wiederhergestellt zu sehen. ' Er erzählte so heitere kleine Geschichten aus! dem Leben seiner Landsleute, daß Barbara sogar einmal hellauf lachen mußte. , Besonders drollig war es,'" als die Wirtin versuchte, sich durch Gebärden verständlich zu machen, da sie zu gern mit Barbara geplaudert hätte. | Ein paar junge Burschen waren hereingekom- men und saßen an einem anderen Tisch. Sie hatten offenbar ebenfalls großes Interesse an der Fremdens denn sie staunten sie mit naiver» Bewunderung an. Der Graf war plötzlich aufgesprungen. Erk sagte etwas auf italienisch zu den jungen Männern. Einer von ihnen lief aus dem Zimmer, um gleich darauf mit einer Weinflasche wiederzukommen. Er stellte sie an dem einen Ende des Tisches auf. Barbara hatte mit erstaunten Augen zugesehen. Der Graf ging nun in die äußerste Gke de« Gaststube. Auf einmal krachte ein Schuh. Sie fuhr erschreckt zusammen. Der Conte hattq kunstgerecht den Korken von der Flasche abge- schosfen. „Bravo, bravo!" riefen alle bewundernd unä klatschten in die Hände. Er lächelte zufrieden. Barbara sagte gar nichts. Sie hatte nicht ein« mal bemerkt, daß der Schuh ihr zu Ehren ge< fallen war. „Wenn Sie sich wohl genug befinden, wollen wir weiterfahren, (Signora“, sagte der Cont- höflich. (Fortsetzung folgt.) ' wird immer größer wenn Sie ein schlechtsitzendes und lästiges Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das Leiden und kann zur Todesursache WCf p u ?ntStfbt Brucheinklemmung, die operiert werden muß und den Tod zur Folge haben kann.) Fragen Sie Ihren Arzt Hat dieser eine Bandage ver- ,eS. on lbrcm ,nteressc Keßen, sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche Spezial-Bandage anfertigen zu lassen. Durch Tag- und Nacht- tragen meiner Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende selbst geheilt Werkmstr. A. B. schreibt u. a.: .Mein schwerer Leistenbruch ist geheilt. Ich bZ* p c. “ u®m 661 Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch I“ Land- ve bt uaV * 0,1 ^he mich genötigt, Ihnen nach 2 Jahren meinen innigen Dank auszusprechen . . . wurde ich ganz befreit von meinem Leiden.“ Bandagen von RM. 15.- an. Für Bruch- und Vorfall-Leidende kostenlos zu Cn.<;to a ®ie?en’ August, von 2-6 Uhr. im Bahnhofshotel „Unz"; Nidda, 15 August, von 8—11 Uhr, m Hotel zur Traube, Friedberg/Oberh . 46. August, von 8-12 Uhr. im Hotel Deutsches Haus; Marburg, 18. August, ron 8—1 Uhr, im Hotel Waldecker Hof. 991V Außerdem I 8 ! Ü II I H ll ö II ^aö„inA garantiert laUIIIIIIIIIIUII unübertroff. Ausführung K. 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Nun bin ich so daran gewöhnt, daß ich es nicht mehr missen möchte. Dann litt ich auch an Schlaflosigkeit, Sodbrennen und hartem Stuhlgang. Seitdem ich Neo-Kruschen-Salz nehme, fühle ich mich sehr wohl, kann gut schlafen und werde es Überall weiter empfehlen. Fast alle meine Verwandten nehmen Neo-Kruschen-Salz..... gez. Unterschrift.” Frau Ch. S. ▼. A . . . . 5. Februar 1930 wie folgt: In Halle/8. schreibt am „Seit einem Jahre nehme Ich mit gutem Erfolg Neo-Kruschen-Salz. Seit längeren Jahren litt ich an körperlichen Beschwerden, heftigen Kopfschmerzen, Augenschmerzen und nervösen Erscheinungen. Man muß sich an Neo-Kruschen-Salz erst etwas gewöhnen, aber bald wird es einem unentbehrlich, da man sich befreit fühlt von den Beschwerden und dadurch froh und unternehmungslustig wird. Auch habe ich langsam abgenommen, was ich sehr begrüßt habe. Im November habe Ich ausgesetzt, bin aber Im Januar bereits wieder Abnehmerin von Neo-Kruschen-Salz. Bei meinen Bekannten und Freunden habe ich Neo- Kruschen-Salz überall bestens empfohlen .... gez. Unterschrift.” (Beide Originalschreiben liegen vor und können ein» gesehen werden.) In gleicher Welse urteilen Millionen Menschen rund um den Erdball und alle Kruschen-Freunde stimmen in dem einen Punkte völlig überein: Neo-Kruschen-Salz tut dem menschlichen Körper gut. entschlackt den Verdauungs-Apparat und macht die Därme frei zu regulärer normaler Arbeit. Hierin liegt die Vorbedingung zum guten Funktionieren der Organe. Deshalb beginnen auch Sie noch heute mit Kruschen Sie werden bald zu der gleichen Ansicht und Ueber- zeugung gelangen, die in den oben wiedergegebenen Anerkennungsschreiben zum Ausdruck gebracht ist. Ein Originalglas Neo-Kruschen-Salz kostet in Apotheken und Drogerien Mark 3.— und reicht für 100 Tage. Aber hüten Sie sich vor angepriesenen, oft minderwertigen Nachahmungen. Achten Sie auf den Namen .Jieo- Kruscben-Salz“ in der gelb/scbwarzen Einheitspackung, die in allen Ländern der Erde bekannt und eingeführt ist. Millionen nehmen täglich Kruschen, weshalb nicht auch Sie?