Nr. 161 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 12. Juli 1930 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vruck und Verlag : vrühl'sche Univerfilals-Vuch- und Steinöruderci R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Gefchäftrftelle: Schulfttahe 7. Erscheint 1ö glich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen -inzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüfle unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen, posischcckkonlo: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Tta$ Filler, sämtlich in Gießen. Das Ziel fest im Auge! Dunkle, schwere Wolken hängen über Deutschland. Schwarze Trauerwimpcl künden vom Untergang eines deutschen Flugboots auf hoher See, fünf Menschenleben fielen der Verkettung noch nicht restlos geklärter Umstände zum Opfer, die trotz der Hilfe herbeigeeilter Schiffe eine Rettung der in den Wellen der Ostsee Treibenden nicht ermöglichte. Eine ernste Mahnung an den deutschen Luftverkehr, mehr noch als bislang auf die Sicherheit seiner Fahrgäste, die Zuverlässigkeit von Apparat und Personal und den Ausbau des Rettungsdienstes bedacht zu sein. Schwarze Trauerfahnen flattern auch von den Zechen des Waldenburger Landes. Das ärmste deutsche Kohlenrevier dort unten in Oberschlesien hat ohnehin unter Raturkatastrophen und Wirt- schastsdepression seit Jahren hart zu leiden. Run ist über das unglückliche Gebiet und seine Bewohner von neuem Elend, Jammer und Rot hcreingebrochcn. 160 brave Bergleute sind die Opfer einer furchtbaren Grubenkatastrophe von feit Zähren nicht erlebtem Ausmaße geworden. Schwer traf ein ähnlich großes Unglück, die Kohlenstaubexplosion auf Zeche Radbod, im Jahre 1908 ein reiches, wirtschaftlich starkes Deutschland auf dem Höhepunkt seiner Macht und seines Ansehens. Wieviel schwerer in Tagen politischer Ohnmacht und bitterer wirtschaftlicher Rot empfinden wir den herben Schlag, dem unsere Brüder und Schwestern im Waldenburger Land sich beugen müssen. Tausendfältig sind uns heute die Hände.gebunden, aber helfen werden Staat und Volksgemeinschaft heute, wie damals in glücklicheren Tagen. Dabei ist besonders bitter der Gedanke, daß es kaum möglich sein wird, die ohnehin nur mäßig ergiebigen und dabei in besonderem Maße der Gefahr von Kohlensäure- ausbrüchen ausgesetzten Kohlenschächte des Reuroder Reviers ganz stillzulegen, weil man nicht weiß, wohin mit der schon jetzt unter der Wirt- schastsnot schwer um ihre Existenz ringenden Bevölkerung in einem industriellen Grenzgebiet, in dem die Arbeitslosigkeit ungeheuer anschwillt. So wird auch aus diesem Elementarereignis d i e Gesundung der deutschen Wirtschaft als dringendste Forderung des Tages lebendig. Wir kennen die Voraussetzung dazu; die Sanierung der öffentlichen Finanzwirtschaft aus der Basis eines ausgeglichenen Reichsetats und die Inangriffnahme der feit Iahren in Aussicht gestellten Finanz r e f o-r m, die ohne einen rigorosen Systemwcchsel undenkbar ist. Das Dectungsptogramm des neuen Reichsministers Dietrich haben wir deshalb nicht von vornherein unfreundlich begrüßt, obwohl es grundsätzlich auf der alten Methode der Ausschreibung neuer Steuern beharrt und sich auch in den gewählten Steuerarien von dem seines Amtsvorgängers Moldenhauer kaum unterscheidet. weil uns die von ihm vorgeschlagene Erhöhung der Abstriche am Etat auf 100 Millionen ein etwas weniger zaghaftes Bekenntnis zu dem Verlangen nach Finanzsanierung durch Ausgabensenkung zu sein schien, als die 25 Millionen Einsparungen Molde nhauers, die wie ein Hohn auf das Sparprogramm seiner eigenen Partei klangen. Wir begrüßen es deshalb auch, daß weder der Reichskanzler Dr. Brüning noch sein Finanzminister sich so stur jeder Abänderung oder „Ergänzung", wie schließlich die überbrückendeKompromißformel lautete, widersetzten, wie es bei der Verkündung ihres Programms den Anschein hatte. Die Deutsche Volkspartei, deren Widerstand den Reichsfinanzminister Moldenhauer seinerzeit in der Hauptsache zum Rücktritt zwang, hat drei dieser „Ergänzungen" vorgebracht und offenbar ihre Einbeziehung in das Deckungsprogramm erreicht. Sie liegen alle drei in der Richtung einer Beschränkung der Ausgaben und können Ansätze dafür werden, der Rückkehr zu der Zinanzmißwirtschast vergangener Zeiten einen starken Riegel vorzuschieben. Das gilt einmal von einer redaktionellen Aen- derung im Sparprogramm. Es sollen Streichungen amCtat in Höhe von mindestens 100 Millionen vorgenommen werden und Reichskanzler' wie Reichsfinanzminister werden ermächtigt werden, weitere und nachhaltige Cinspa- rungsmöglichkeiten ausfindig zu machen. Das klingt ölles noch recht ängstlich und zaghaft, wenn man bedenkt, daß mis das Wasser am Halse fre^t und daß es d atum geht, den Etatausgleich mit der denkbar geringsten Mehrbelastung der Wirtschaft, der Summe der ausgepumpten Steuerzahler, zu erreichen, wobei man in Kauf nehmen muh, daß alle Reichsressorts aus manch liebgewordene, aber nicht unumgänglich notwendige Gewohnheit und die Erfüllung mancher, in besseren Zeiten gewiß berechtigter Sonderwünsche an den' Geldsäckel des Reiches so lange werden verzichten müssen, bis Deutschland sich wieder grohgespart hat. Man braucht nicht einmal den Standpunkt des Hansabundes in allen Punkten zu teilen, der sich an Hand genauer Unterlagen, die auch Herr Dietrich nicht wegdisputieren konnte, anheischig macht, ganze achthundert Millionen einzusparen, aber das darf man in unserer Lage nun doch wohl erwarten, daß dem Widerstand der hohen Ministerial- bureaukratie gegen jede Einsparung sachlicher oder personeller Art nun endlich der Zahn gezogen und mit dem lächerlichen Argument der „Zwangsläufigkeiten" gründlich aufgeräumt wird. Gesetze, die in Zeiten gemacht wurden, wo es uns gut ging oder besser gesagt, wo wir wenigstens glaubten, daß es uns gut gehe, müssen eben geändert werden in Zeiten, die sich den bisherigen Aufwand einfach nicht mehr leisten Reue Gchwien'gkeiten für das Deckungsprogramm. Niederlagen des Reichskabinetts in den Ausschüssen. — Sott der Etatausgleich mit den Sozialdemokraten oder mit der Rechten gemacht werden? Ausdehnung des Notopfers auf pnvalangesteltte? Ein merkwürdiges Bündnis von Eozial- dcmokratcn, Kommunisten und WirtjchastSpartei. Berlin, ll.Iuli. (VdZ.) Irn Steuerausschuß des Reichstages wurde heute bei der Fortsetzung der Beratung des Reichshilsegesehes eine sehr wesentliche Aenderung beschlossen, die das in der Moldenhauerschen Vorlage enthaltene und vorn Minister Dietrich nicht übernommene Rot - opfer der Angestel I te n mit höheren Gehältern wieder Herst ellt. Mit den (Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten, der Bayrischen Volkspartei, der Wirtschaftspartei und des Zentrumsabgeordneten Dr. Föhr wurde ein Antrag der Bayrischen Volkspartei und der Wirtschaftspartei angeno m m en , wonach zur Reich sh ilfe auch herangezogen werden „sonstige Personen, denen Einnahmen im Sinne des Paragraph 36 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes zusließen, mit diesem Einnahmen, wenn sie den Betrag von 8 4 0 0 Mark jähr lieb über ft eigen und wenn es sich nicht um Personen handelt, die für den Fall der Arbeitslosigkeit pflichtversichert sind." Mit der gleichen Mehrheit wurde ein Antrag der Wirtschaftspartei und der Bayerischen Volkspartei angenommen, der in die Reichshilfe ein- bezieht T a ntiemen der Mitglieder des Aufsichtsrats (Verwaltungsrats) von Aktiengesellschaften und von sonstigen Kapitalgesellschaften und Personenvereinigungen des privaten und öffentlichen Rechts, bei denen der Beitragspflichtige nicht als Unternehmer (Mitunterneh- mer) anzusehen ist. Ein Antrag C v l o s s e r (WP.), auch die Gewerkschaftssekretäre und Syndici der Arbeitgeberorganisationen unter die Reichshilfe fallen zu lassen, wurde gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei ab» gelehnt. Ein sozialdemokrsatischer Antrag, den Zuschlag zur Einkommensteuer Don 5 a u f 1 0 Prozent z u erhöhen, wurde gegen die Stimmen Der Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten bei Stimmengleichheit ab* gelehnt. Zu dem Beschluß über die Einbeziehung der Privatange st eilten in die Reichs- Hilfe erfahren wir, daß wahrscheinlich schon bei der zweiten Lesung im Ausschuß dieser Beschluß wieder umge stoßen werden dürfte. Sollte dies jedoch nicht gelingen, so ist bestimmt damit zu rechnen, daß das Plenum den Beschluß nicht billigen wird. Auch die Reichsregierung wird sich für Auf- rechterhaltun gihrer Vorlage einsetzen, die die Privatangestellten von der Reichshilfe frei* läßt. Die Reform der Krankenversicherung. Wichtige Abänderungen der Regierungsvorlage Berlin, 11.3uli. (VDZ.) Der Sozialpolitische Ausschuß setzte die Beratung der Krankenversicherungsnovelle fort. Eine ausgedehnte Erörterung entspann sich über die Bestimmung des Gesetzentwurfs, wonach bei der Abgabe von Arznei, Heil- und Stärkungsmitteln den Versicherten eine Gebühr in Höhe von 50 Pfennig auferlegt werden soll. Der sozialdemokratische Antrag, nur 20 Pf. zu erheben, wurde mit Stimmengleichheit ab- gelehnt. Die Bestimmungen der Vorlage wurden mit einer Stimme Mehrheit angenommen. Die Bestimmungen über die Krankenhilfe erhielten folgende neue Fassung: Als Krankenhilfe wird gewährt: 1. Krankenpflege von Beginn der Krankheit an, 2. Krankengeld in Hohe des halben Grundlohnes für jeden Kalendertag. wenn die Krankheit den Versicherten arbeitsunfähig macht. Cs wird vom vierten Tage der Arbeitsunfähigkeit an Krankenversicherung gewährt. Als Warte tage werden die Tage gezählt, die für den Erkrankten Arbeitstage sein würden. Die Krankenpflege muß ausreichend und zweckmäßig sein, sie darf jedoch das Maß desRotwendigen nicht überschreiten. Hierauf wurde über die Frage der Kranken- scheingebühr abgestimmt. Mit einer Stimme Mehrheit beschloß der Ausschuß, die Gebühr für den Krankenschein auf 50 Pfennig fest- zusehen. Dieser Satz entspricht auch dem Vorschlag des Reichsrats, während die Regierungsvorlage 1 Mk. vorsah. Die Gebühr kann für Versicherte mit einem Grundlohn von nicht mehr als 4 Mk. bis auf die Hälfte ermäßigt und für Versicherte mit einem Grundlohn von mehr als 7 Mk. um ine Hälfte erhöht werden. § 189 der Reichsversicherungsordnung erhielt durch die Annahme eines Zentrumsantrages folgend« Fassung: Der Anspruch auf Kranken* und Hausgeld ruht, wenn der Versicherte während der Krankheit Arbeitsentgelt erhält. Für solche Versicherte hat die Satzung entweder die Beiträge entsprechend zu kürzen oder das Krankengeld nach Wegfall des Arbeitsentgelts auf 60 v. H. des Grundlohnes zu erhöhen. Weiter wird das Sterbegeld nach dem Grundlohn bemessen, der zuletzt für die Berechnung des Krankengeldes maßgebend gewesen ist; das gilt auch für Weiterversicherte. Versicherte, die innerhalb der letzten sechs Monate mindestens drei Monate versichert waren, erhalten für den Ehegatten und die unterhaltsberechtigten Kinder bis zur Dauer von 13 Wochen ärztliche Behandlung im gleichen Umfange wie Versicherte. Don den Kosten für Arznei und kleinere Heilmittel wird die Hälfte erstattet Mit den Stimmen der Sozialdemokraten. Kommunisten, Demokraten und des Abgeordneten Becker-Arnsberg (Ztr.) wurde die Bestimmung der Vorlage a b gelehnt, wonach derGrundlohn von lOMk. aufO Mk. herabgesetzt werden soll. Bei Aufrechterhaltung dieses Beschlusses würden die durch die Novelle beabsichtigten Ersparnisse um mehrere Millionen Mark verringert werden. DemokratischeAnträgezurDellungsvorlage Die Gemeindegeiränkesteuer. Derlin, 11. Iuli. ($11.) Die demokratische Reichstagskraktion hat im Reichstag einen Initiativgesetzentwurf eingebracht, der die Gemeinden verpflichtet, vor der Erhöhung irgendwelcher anderer Steuern eine Steuer auf den örtlichen Ausschank von Getränken mit Ausnahme von Milch zu erheben. Für einzelne Gemeinden, insbesondere für Kur- und Badeorte, sollen Ausnahmen zu- gelassen werden. Ferner soll den Gemeinden die Berechtigung gegeben werden, von allen im Gemeindebezirk wohnenden, über 20 Iahre alten Personen mit selbständiger auf eigene Rechnung geführten Lebenshaltung einen Ver - waltungskostenbeitrag zu erheben, der zwischen 6 und 36 Mark liegen soll. Eine Erhöhung der Gemeindezuschläge zu den Real- steuem, sowie die Erhöhung anderer oder die Einführung neuer Steuern soll in den Gemeinden unzulässig sein, solange die Verwaltungskostenabgabe nicht mit dem reichsgesetzlichen Höchstsatz erhoben wird. Die Fraktion wird Dafür eintreten, daß die Reichshilfe in ein R o t - Opfer aller Leistungsfähigen eingebaut wird. Das Notopfer der Beamten soll auch von allen übrigen Einkommen, die 8400 Mk. übersteigen und infolgedessen der Arbeitslosenvcrsicherungspflicht nicht unterliegen, erhoben werden. Was plant Brüning? Berlin, ll.Iuli. (TU.) Der Vorsloß des Zen- lrumsabgeordnelen Föhr im Steuerausschuß des Reichstags, von dem man in gewissen parlamentarischen Kreisen ursprünglich annahm, daß er ohne Folgen bleiben würde, scheint nun doch neue Schwierigkeiten für Brüning zu haben. (Es hat den Anschein, als ob von Föhr und einigen ihm nahestehenden Politikern der versuch gemacht wird, d i e SteuerpolilikmitderSozialdemokra- tie 3u machen bzw. hierfür die Voraussehungen zu schassen. 3n dieser Richtung zielen anscheinend die Versuche der Bayrischen Volkspartei und gewisser Kreise der Wirtschaftspartei. Auch der Beschluß der demokratischen Reichstagsfraktion, daß die Reichshilfe in ein Notopfer aller Leistungsfähigen umgewandell werden soll, wird dahin verstanden, versuche, den Reichskanzler Brüning für eine derartige Politik zu gewinnen, sind jedoch am Freitag gescheitert. Der ganzen Sachlage nach muß wohl auch angenommen werden, daß auf Grund der letzten Verhandlungen des Reichskanzlers eine Umgestaltung feines Programms im Sinne der SPD^ für Die es untragbar ist, wie überhaupt für Das Kabinett in seiner jetzigen Zusammensetzung eine Zusammenarbeit mit Der SozialDernokralie nicht in Frage ko nvm t. Die Anträge Der Demokraten, Der Wirtschaftspartei unD Der Bayrischen Volksportei müssen somit vorläufig lediglich als taktisches Manöver Dieser Parteien zur Durchsetzung von SonDerwünschen angesehen roerDen, um so mehr, als Die Deutsche Volks- Partei Darauf besteht. Daß Der Reichstag Die Regierungsvorlage in Der vom R e i ch s k a b ' n e l t beschlossenen Form mit den erforderlichen Ergänzungen annimmt. Allerdings wird man dabei nicht vergessen dürfen, daß Die Lage angesichts Der jur Zeit herrschenden Verwirrung im parlamentarischen Lager sehr leicht eine Derartige Verschärfung erfahren kann, daß es zu einer größeren Krise kommt. können. Dazu gehören aber, wie immer und immer wieder betont werden muh. der organische Umbau des Reichs und die Der Wal- tungsreform. Trotz aller bisherigen Erfahrungen haben wir nicht aufgehört zu hoffen, daß das Kabinett Brüning den heftigen bureau» kratischen und parteipolitischen Widerständen zum Trotz, die wir kennen und als schweres Hemmnis jeder Reform wohl einzuschätzen wissen, nicht in Der Behebung der akuten finanziellen Schwierigkeiten stecken bleiben wird, sondern frisch aufs Ganze geht, denn ohne die nachfolgende große organische Reform muß auch die Dietrichsche Finanzsanierung Flickwerk bleiben, das bestenfalls Den Karren für drei Monate mühsam weiterdrücken Hilst, bis er dann erneut und dann noch tiefer im Schlamm unverantwortlicher Ausgabenwirtschaft steckenbleibt. Die zweite „Ergänzung" betrifft die Einführung einer sogenannten Bürgerabgabe, die als „beweglicher Einnahmesaktor" für die Gemeinden schon im HiUerdingschen Finanzprogramm seligen Angedenkens eine Rolle gelpielt hat. Es ist deshalb unverständlich, warum sie nun, wo sie von der Dolkspartei empfohlen und von dem Demokraten Dietrich ausgenommen wird, von den Sozialdemokraten als unsozial und reaktionär verschrien wird. Die Bürgerabgabe soll von jedem wahlberechtigten Gemeinde- Mitglied, auch dem nicht Lohnsteuerpflichtigen, einen vom Reich bestimmten Mindestsatz erheben. Eine Staffelung, die den Charakter einer zusätzlichen (SinlommenbeSteuerung tragen würde, soll ausgeschlossen sein. Besondere Bedeutung hat dabei die Verbindung von Bürgerabgabe und ®ietoezbefteuer. Durch eine Verkoppelung beider will man einer — Heute leider längst vorhandenen Ueberspannung der Realsteuern Vorbeugen und auf ihre Senkung hinarbeiten. Man ist sich natürlich darüber klar, daß die (Bürger- abgabo mit ihren nichtigen Sätzen, Die kaum zu erhöhen finD, weil sie ja alle Gemeindemitglie- der ohne wesentliche Unterschiede umfaßt, für Die namentlich unter Den Aufwendungen für die ausgesteuerten Erwerbslosen notleidenden Gemeinden keine spürbare Einnahmequelle bedeuten wird. Man hat deshalb auch anscheinend davon abgesehen, die- ücbertoeifungen aus der Reichseinkommensteuer um die Höhe der neuen Bürgerabgabe zu kürzen, obwohl dieser Vorschlag gemacht worden ist. Aber Die Bürgerabgabe wirD Durch Die wenn auch geringfügige Heranziehung aller GemeinDeangehörigen zu den kommunalen Lasten eine breite Front von Steuerzahlern schassen, die an einer sparsamen Finanzverwaltung in den Gemeinden durch deren Rückwirkung aus den eigenen Geldbeutel brennend interessiert wird. Dieses und die zugleich geschaffene Relation zwischen der Höhe der Bürgerabgabe und der Höhe Der Aealsteuern finD namentlich von erzieherischer DeDeutung für Großstadt- und Industrie-Gemeinden, in denen damit endlich. in das unhaltbare, bisherige System ein Loch gebrochen wird, öaij dank der Einführung des politischen Wahlrechts in Den Kommunen auf Die Aufwendungen Der Gemeinden und die Aufbringung der Dazu benötigten Mittel Diejenigen Schichten der Gemeindemitglieder maßgebenden Einfluh gewannen, Die selber zu den Lasten nur indirekt durch die Belieferung aus kommunalen Werken oder Benutzung kommunaler Verkehrsmittel beitrugen. Hierher rührt der schlechte Ruf, in Den Städte wie Berlin und Frankfurt a. W. die Finanzwirtschaft der kommunalen Selbstverwaltung gebracht haben, zum Schaden manch anderer, namentlich unter Öen Mittelstädten, die auch unter schwierigen Verhältnissen ihre Finanzen leidlich in Ordnung zu halten vermochten. Schließlich hat das Reichskabinett auch dem weiteren Wunsch Der Dolkspartei, der die Zuschuhpflicht des Reiches für die Arbeitslosenversicherung ausschalten wollte, wenigstens so weit entsprochen, als in Zukunft der Höchstbetrag des der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zu gewährenden Darlehens im Haushaltsgeseh f e st g e l e g t werden muh. Die Dolkspartei wollte mit ihrem Antrag den gefährlichsten Unsicherheitskoeffizienten in der Rechnung eines jeden Reichsfinanzministers beseitigen, indem die Zuschuhpflicht des Reichs festgelegt werden sollte und damit die Reichsanstalt auf eigene Füße und eigene Verantwortung gestellt werde. Bei einer so, riesenhaften Zuspitzung der Erwerbslosigkeit, wie wir sie augenblicklich haben und voraussichtlich auch noch zumindest für das laufende Iahr behalten werden, ist es vielleicht nicht möglich, bei der Arbeitslosenversicherung den Dersiche- rungsgedanken mit dem Ausgleich von ßeiftung und Gegenleistung klar zum Ausdruck zu bringen, wenn dies auch angestrebt werden sollte. Aber man sollte sich darüber Rechenschaft ablegen, dah der Millionenzuschuh des Reiches für die Arbeitslosenversicherung nichts anderes ist, als ein gar zu gern vergessenes „Notopfer" der Steuerzahler, wie man sich anderseits natürlich auch nicht minder dessen stets bewußt bleiben w W H'»J 4 MW • 5 e.: ÄsWRWWR'^ <" !WMMK^ 1. *. Rtz H Sk... nis sollte, büß die Aufrechterhaltung der Arbeitslosenversicherung für die daran ja als Steuerzahler und Beitragspflichtige doppelt beteiligte Unternehmerschaft gleichsam eine bislang wirksame Rückversicherung gegen politische Unruhen ist, die für eine Erholung der Wirtschaft das schwerste Hindernis bedeuten würden. Wie schon in den anderen beiden Punkten hat sich die Volkspartei auch in diesem nur zur Hälfte durchsetzen können, denn wenn auch in Zukunft die der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung ge- währten Darlehen im Haushaltsgesetz festgelegt werden müssen, so steht es doch im Belieben des Reichsarbeitsministers, bei eintretendem weiteren Bedarf Rachforderungen im Rachtragsetat zu stellen. Die Schranke für eine Fortsetzung der uferlosen Zuschuhpolitik ist also nicht übermäßig hoch. Wesentlicher ist daher auch für die Sanierung der Arbeitslosenversicherung die Durchführung der von der Reichsanstalt selber vor- gcschlagenen und gewiß noch nach der einen oder anderen Seite hin zu ergänzenden Borschläge zu einer Reform, die offensichtliche Mißbräuche zum Schaden der öffentlichen Finanzen, nicht zuletzt aber auch der beitragleistenden Arbeiterschaft rücksichtslos beseitigen. Aber entscheidend für die Gesundung der Staatsfinanzen und der Arbeitslosenversicherung im besonderen bleibt, ob es gelingt, der Wirtschaft neue Impulse zu geben. Cs scheint, als ob die Reichsregierung auf ihre Preis - und Lohnsenkungsakt ivn noch nicht verzichtet habe, obwohl die ersten Ansätze nicht übermäßig glücklich ausgefallen waren und auch die Berhand- lungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften wenigstens vorläufig noch kein greifbares Ergebgebracht haben. Mit diesem Endziel erklärt der Reichskanzler das wenn auch in abgeschwächter Form beibehaltene, von uns seinerzeit als einseitige, halbe und unaufrichtige Maßnahme ab- gelehnte Rotopfer der Beamten. Aber schlecht dazu passen will die Zustimmung der Regierung zu den schon lange schwebenden Tarif- e r h 5 h u n g s p l ä ne n der Reichsbahn. Wie will man von Reichs wegen eine allge- Oie Auswertungshypotheken. Annahme der Regierungsvorlage im Reichstag. Berlin. 11.Juli. (WTB.) Zunächst wurden die zugunsten der Hinterbliebenen der Opfer der Grubenkatastrophe von Reurode eingebrachten Anträge beraten. Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald gedachte der Verunglückten und ihrer Hinterbliebenen. Danach wurde in zweiter Beratung das Gesetz über die Fälligkeit und Verzinsung der Aufwertungshypv- theken angenommen. Rach der Vorlage wird die Regierung ermächtigt, die Zinsen der Aufwertungshypotheken zu erhöhen, um so den Hypothekengläubigern einen Anreiz zu geben, die fälligen Hypotheken weiter stehen zu lassen. Der Ausschuß verlangt in Entschließungen, daß die Erhöhung der Hypothekenzinsen nicht, durch eine Erhöhung der gesetzlichen Miete, sondern durch eine Senkung der Hauszinssteuer ausgeglichen werde. Abg. Dr. Warum (So^.) erkennt in dem Gesetz den Grundgedanken als richtig an, daß die Rückzahlungen der Aufwertungshypotheken auf einen längeren Zeitraum verteilt werden, um eine plötzliche Erschütterung des Geldmarktes zu verhindern. Die aufgewertete persönliche Forderung dürfe aber nicht unter das Gesetz fallen, soweit ihr Betrag die Hypothek übersteigt oder wenn für sie überhaupt keine grundbuchmähige Sicherung besteht. Der Redner empfiehlt einen entsprechenden Antrag seiner Fraktion. Abg. Dr. Rademacher (Dnl.) betont, daß das Gesetz auch im Interesse der Gläubiger liege. Es müsse bezweifelt werden, ob der von ter entstehenden Mehrbelastung von 200 Millionen auf die Landwirtschaft entfallende Teil von dieser Betragen werten könne. Der größte Teil der andwirtschaftlichen Hypotheken seien sogenannte Amortisationshypotheken, für die der wirtschaftliche und rechtliche Zwang zu einer Erhöhung des Zinsfußes nicht bestehe. Der Redner beantragt deshalb, für diese Hypotheken den bisherigen Zinssatz bis zur normalen Tilgung zu belassen. Die in den Entschließungen aufgestellten Forderungen gegen eine Mietserhöhung und für einen Ausgleich durch Senkung der Hauszinssteuer beantragt ter Redner gesetzlich fest, zulegen. Abg. Dingeldey (DVP.): Der Zinsfuß der Aufwertungshypotheken muh ter allgemeinen Zinshöhe angepaht werten. Wir sind aber gegen das Verlangen ter Landwirtschaft, daß die noch recht lange laufenden Tilungshypotheken anders geregelt werten als die Aufwertungshypotheken. Im Zusammenhang mit den Auswertungsfragen können wir nicht landwirtschaftlich« Rotstände ^^Abg^^Hetzel (WP.) erklärt, der Hausbesitz sehe mit Sorge ter Zeit entgegen wo er die Hypotheken zurückzahlen müsse. Leider sei m 'Ausschuß wieder der Gedanke ausgetaucht, alle meine Senkung des Preis- und Lohnniveaus bewerkstelligen, wenn als Auftakt für den Herbst eine Erhöhung der Personentarife des, trotz ter zunehmenden und unter den gegebenen Umständen immer mehr berechtigten Konkurrenz des Autos, heute noch wichtigsten Verkehrsmittels verkündet wird? Ist sich das Reichskabinett über die psychologische Wirkung klar geworden, die ihre Tarifpolitik grade m diesem Augenblick auslösen muß? Stehen diese Psycho- Augenblick auslösen muh? Stehen diese psychologischen Folgen in irgendeinem vertretbaren Verhältnis zu den geringen Mehreinnahmen, die die Reichsbahnverwaltung zugestandenermaßen aus den von ihr beantragten Tariferhöhungen erwartet? Es scheint, dah die Zustimmung zu ter Tariferhöhung der Preis gewesen ist. für den die Reichsbahn ihre Mitwirkung beim Arbeitsbeschaffungsprogramm ter Regierung zugesagt hat. Aber wir glauben, daß der Preis zu hoch gewesen ist, den die Herren Stegerwald und Guörard hier gezahlt haben, und wir möchten der bestimmten Erwartung Ausdruck geben, dah künftige Maßnahmen des Reichskabinetts im Kampf gegen den Wirtschaftspessimismus von etwas mehr Verständnis für die psychologische Seite des Problems getragen sein werden. Rur wenn man bei allen Maßnahmen daS .Ziel fest im Auge behält, kann es gelingen, über eine Ankurbelung der Wirtschaft zu einer wirksamen und auch für die öffentlichen Finanzen heilsamen Behebung der Arbeitslosigkeit zu kommen, die heute als Damoklesschwert drohend und unberechenbar über allen finanzpolitischen Entschlüssen schwebt. neuen Lasten dem Hauswirt aufzubürden und die Hauszinssteuer zugunsten der Mieter zu ermäßigen. Abg. Dr. Ehlermann (Dem.) wendet sich dagegen, daß die Hypothekengläubiger stärkeren Beschränkungen unterworfen werten, als es im Interesse des Kapitalmarktes notwendig sei. Die Anträge, allgemein Zahlungsfristgewährung zuzulassen, mühten abtzelehnt werden. Der Zinsfuß sollte eher hoher als zu niedrig angeseht werden, um den Zweck des Gesetzes zu erreichen, nämlich den Anreiz zur Kündigung der Hypotheken zu nehmen. Das Gesetz wird in der Ausschuhfassung mit unwesentlichen Aenderungen angenommen, ebenso das Gesetz über die Bereinigung der Grundbücher. UeberrMende Schließung her parlamentssessn n in Frankreich. Paris, 11. Juli. (WTB.) In ter Kammer und im Senat wurde heute abend überraschend ein Dekret über die Schliehung der Parlamentssession verlesen. Die Kammer beriet den ganzen Rachmittag über die Reforni der Kommunal- und Departementsfinanzen, zu der zwei Tagesordnungen vorlagen. Ministerpräsident Tardieu sprach sich für die Tagesordnung des Demokraten Simon aus, die der Regierung das Vertrauen aussprach, dah sie die Reform der Kommunal- und Departementsfinanzen durchführen werte und den Niedergang zur Tagesordnung forderte. Gegen die andere Tagesordnung Bonnet. die die Regierung aufsorderte, einen Teil der Kommunal- und Departementsftnanzen auf das Staatsbudget zu übernehmen, beantragte Tardieu die Vertrauensfrage. Die Tagesordnung Bonnet wurde mit 316 gegen 268 Stimmen abgelehnt und hierauf die Vertrauenstagesordnung Simon widerspruchslos angenommen. Darauf verlangte ter sozialistische Abgeordnete Fevrier Beratung der sozialistischen Interpellation über den Po st beamte n- st r e i k. Kurzerhand erhob sich Tardieu und verlas ohne jede weitere Erklärung das Schluhdekret. Der Kammer bemächtigte sich eine große Erregung. Es wurden von den linksstehenden Parteien P r o t e st e laut unter Hinweis darauf, dah sämtliche Gesetzesvorlagen nicht mehr verabschiedet worden seien. Eine Debatte entspann sich auch über die Annahme des Schluhprotokolls. die schließ- lich mit 310 gegen 273 Stimmen erfolgte. Die Verlesung des Schluhdekrets im Senat ging ohne Opposition vor sich. »Gras Zeppelin" vom Horben zurück. Hamburg, 11. Juli. len gehen die Temperatur an. Oie Linien rerhmdeo Orte mH gleichet* «uf neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der unser Wetter beherrschende tiefe Druck hat sich noch weiter rückwärts nach Westen hin auS- gebreitet und ist in verschiedene Teile zerfallen. «So liegt ein Kerngebiet heute morgen über Holland und der Rvrdsee. Da an seiner «3üb- und später an seiner Rückseite bei westlichen bis nordwestlichen Winden dauernd Ozeanlust nach dem Festlande gelangt, so bleibt das Weter noch ziemlich unbeständig. Auch behalten die nach dem Festlande gelangt, so bleibt das Wetter und vereinzelt treten noch Regenschauer aus. Wettervoraussage für Sonntag. Wechselnde Bewölkung, vorübergehend aufhet- ternd, verhältnismäßig kühl, noch vereinzelte Regenschauer. Lufttemperaturen am ll.Iuli: mittags 16,7 Grad Celsius, abends 11,3 Grad: am 12. Iüli: morgens 11,9 Grad. Maximum 16,7 Grad, Minimum "9,6 Grad. — Erdtemperakuren in 10 Reiferoetteröienft. Westerland a. S y 11. 14 Grad, gestern: der Jahreszeit angemessen« Temperatur; heute morgen: halb bis ganz bedeckt; gestern teils heiter, teils wolkig. Garmisch-Partenkirchen. 9 Grad, gestern: der Jahreszeit angemessene Temperatur; heute morgen: Nordwind, halb bis ganz bedeckt; gestern: regnerisch. EINFACHSTE KONSTRUKTIONistsiimSTÄRKE Alles Überflüssige u. Komplizierte zu vermeiden, war von jeher Ford-Prinzip. Qualität, Schönheit u. Preiswürdigkeit haben den Ford- Wagen so beliebt gemacht. ROADSTER OHNE NOTSITZE •> A A K. AB WERK BERLIN. . MK. 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Roch heben sich die Konturen der Entwicklung nur schwach vom Hintergrund der Geschehnisse ab. Aber eines ist sicher: das Parieiwesen in der heutigen Form kann auf die Gefolgschaft der Jugend nicht rechnen. Wir baten deshalb politische Führer der jungen Generation, sich darüber auszusprechen, wie sich die Jugend das Reich von morgen, das das ihre sein soll, und die kommende Gliederung der Parteien denkt. Heraus aus der Erstarrung „ des Parteiwesens. Don Walter Lambach, M. d. ZR. «Wer das politische Problem unserer Tage nur in der Reugestaltung der Mitte sieht, sieht die Aufgabe, vor der wir stehen, zu eng. Cs geht um viel mehr. Es geht darum, das ganze Parteiwesen aus der Erstarrung zu lösen, in die es schon so wenige Iahre nach der Revolution hineingeraten ist. Diese Erstarrung hat ihre Ursache im Wahlsystem, das den Wähler zwingt, unveränderliche Listen zu wählen. Es unterbindet daher die Wirksamkeit jenes Elements der schöpferischen Llnruhe, das in der Verbindung des Wählers mit einer bestimmten Person liegt, der er seine Stimme gibt. Die Erstarrung hat außerdem ihre Ursache in der allzu opportunistischen Verwendung der 1919 geschaffenen Parteiprogramme. Ihre ideenmähige Weiterentwicklung ist unterblieben. Alle die Sünden, die gegen sie und gegen ihren Geist begangen worden sind, sind mit dem Hinweis auf die Abhängigkeit von anderen Koalittonsparteien bemäntelt worden. Aus diese Weise haben sich die gesamten Parteien dem Zwang, der aus der Spannung zwischen der Wirklichkeit und dem Wunschbild eines Parteiprogrammes schöpferische Kräfte entfesselt, entzogen. Die Reugestaltung unseres Parteiwesens hat nicht in der Mitte, sondern a u f der Rechten begonnen. Eie wird aber nicht auf die Rechte beschränkt bleiben, sondern in ihren Auswirkungen auch die Mitte ergreifen. Die Ablehnung jeglichen Fraktionszwanges und die Wiederherstellung der unbedingten Verantwortung des persönlichen Gewissens für politische Entscheidungen werden auch in anderen Parteien aufrüttelnd wirken. Die Zeit, in der mit, äußeren disziplinariichen Mitteln Mehrheiten geschaffen wurden, wird von einer Zeit abgelöst werden, in der die Einheit desHandelns wieder organisch aus der inneren Verbundenheit erwachsen wird. Auch die anderen volkskonservativen Absichten, die Rotwendigkeit des Hand-in-Hand-Arbeitens und der Aufgabenteilung mit wefensverwandten Parteien und Gruppen zu bejahen, d. h. parlamentarische Bündnisse nicht mehr als Rotbehelf, sondern als Ausdrucksform eines föderativen politischen Demeinschaftswillens herauszustellen, wird zu Folgerungen im nicht marxistischen Flügel des Parlaments führen. Daß Parteien einander nicht nur zu bekämpfen, sondern mit dem Vlick aufs Ganze auch zu ergänzen haben, bedeutet grundsätzliche Anerkennung der Daseinsberechtigung anderer Gruppen. Auch das muß zu einer neuen gegenseitigen Haltung im parlamentarischen Arbeiten führen. Mir scheint, daß erst aus solcher Erneuerung im Innern des Parteiwesens heraus sich die Voraussetzungen für größere neue Gruppierungen ergeben werden, deren vorzeitige organisatorische Durchführung uns aus der Erstarrung nicht herausbringen würde. Ferien mit einem Dackel. Don Harry Schreck. Die Insel, auf der ich jetzt lebe, ist ganz klein. Wenn man im Voot rund um ste herumgerudert ist, hat man nur gute lausend Meter zurückgelegt. Weit ringsum aber flirrt der spielende Glanz der breiten, gelaflenen Waflerscheibe. Hinten, bis zum Verschwimmen in die Ferne gerückt, stehen in großen, tiefgeschnittenen Mmriflen die schweigenden Verge mit senkrechten, graublauen Flachenwandlungen. * Ich bin ganz allein auf dieser Insel. Das heißt, Medardus ist natürlich auch da. Sein Dackelherz trennt sich nicht von mir. Es gehört sich eben einfach so, daß Medardus auch da ist. Es gehört sich, daß er, wenn ich zu ihm hinüberblinzle, ein wenig mit dem Schweif auf die Matte klopft und zurück- blinzelt. Ich wäre nicht glücklich, wenn er jetzt nicht bei mir wäre. Richt wahr, Medardus? Auch, wenn du nur gähnst, deinen schmiegsamen braunen Rücken mit gestreckten Vorderpfoten in der Prallwnne langziehst, hin und wieder einmal gnädig aufstehst, um mich mit deinen melancholischen Dackelaugen fragend anzuiehen. Außerdem gibt es noch einige andere Leute auf der Insel. Fischer mit verwaschenen struppigen Schnurrbärten. Fischerfrauen mit verarbeiteten gekrümmten Fingern. Fischerbuben mit fast nigger» braunem Körper; keiner ohne ein paar Schrammen und Riste, die aus den andauernden solennen Keilereien stammen. Kleine Fischermädchen, mit Flachsköpfen, die man sorgsam mit sehr viel Wafler glättet. Ein fetter, alter, pensionierter Dampferkapitän, der steifbeinig seinen Morgenfpaziergang macht. Alle diese Leute sind auch da. Aber Medardus und ich brauchen sie kaum. Wir haben nach niemand mehr als flüchtiges Verlangen. Wir sind durchaus mit unserer eigenen Gesellschaft zufrieden, auf uns gestellt, von niemand abhängig. Medardus und ich leben in vollem Einverständnis. Wir sind weise, haben viel Geduld für alle Dinge und vermögen in Wahrheit ein Dasein der beschaulichen Betrachtung zu führen. Medardus, und doch, ich habe noch manches von dir zu lernen- Denn du bist der Geruhigere von uns beiden ... • Der Morgen kommt. Kühl und glitzernd. Weit draußen gleiten fern die weißen und braungelben Segel der Fischerboote. Die kleinen Wellen des Mfer« gerölls plätschern kaum merklich ans Flachboot. Langsam treiben die bedächtigen Ruderschläge. Dann liegen wir still über noch durch die Flut herauf sichtbarem Der Deutsche neigt sehr dazu, ausländische Verhältnisse auf deutsche Zustände zu übertragen. So haben wir die Weimarer Verfassung bekommen, die noch einer sehr wirksamen Beeinflussung durch die organischen Kräfte unseres Volkes bedarf, bevor sie zu einer wirklich deutschen Verfassung werden fann. So ist uns das Wunschbild eines Zweiparteien- Systems vorgesetzt worden, das für die Anschauung und Beschreibung zwar sehr bequem ist, aber gegenüber dem lebendigen Leben in der deutschen Mitte und auf der deutschen Rechten zu einer Zwangsjacke werden müßte. Den deutschen Möglichkeiten entspricht viel mehr das lebendige Gruppenleben, wie es z.B. im französischen Parlament zu finden ist. Es kommt darauf an, diese Möglichkeiten auch tatsächlich zum Ausgangspunkte eines politischen Gestaltungswillens zu machen. Dann wird man zu der Auflockerung kommen, die Voraussetzung für eine Reugestaltung sowohl der Rechten wie der Mitte fein muß." Wille und Möglichkeit politischer Reugestaltung. Don Frih H. Herrmann, Vizekanzler des Iungdeutschen Ordens. „Zwischen Szylla und Charybdis taumelt die Kulturmenschheit ihren Weg. Betäubend und ertötend fiel der Meltau plutokratischen Machtwillens auf die lebendigen Organismen der Völker und machte den Menschen zur Rümmer, zum Handelsobjekt, zur Maschine. Mnö aus den Steppen Asiens flogen die ersten Funken des klassenkämpferischen Bolschewismus auf, um hier und ha schwelende Brände zu erzeugen. Szylla und Charybdis, — Bolschewismus und Pluto- fratie; — gibt es noch einen Weg, um das Menschhcitsschisf in den sicheren Hafen einer lebendigen Zukunft zu steuern? ''Wir Iungdeutschen glauben daran, Mnö der Glaube gibt uns Willen und Stärke, an der Reugestaltung der Dinge zu arbeiten. Dieser Glaube lehrt uns, daß Blut schwerer ist als das Gewicht des Geldes, lehrt uns, daß Liebe stärker ist als Reid und Haß. Wenn also eine politische Reugestaltung erfolgen soll, so muß sie ausgehen von Menschen, die chr Volk und Land lieben, von Menschen, die trotz des Kampfes um das tägliche Brot und über die Trennung von Stadt und Land, von Stand und Beruf, von Alter und Konfession hinweg, sich zusam- mensinden zur Gemeinschaftsarbeit denkender Staatsbürger. Die Gegen, sähe der Wirtschaft werden nicht ausgeschaltet werden, solange produziert und konsumiert wird, Aber über den Gegensätzen steht der Staat als Willensausdruck der Gesamtheit und geleitet von Führern, die nicht der Machtspruch des Geldes, nicht der Haß der Klassen und nicht die Demagogie eines korrupten Systems scheindemokratischer Parteicliquen auf den Schild gehoben haben, sondern der Wille des organisch gegliederten und darum verantwortungsbewußten Volkes. Wir erreichten im Iungdeutschen Orden, daß sich eine große Gemeinschaft von Menschen zu- fammenfügte, die sich aktiv einsetzt für den großen Kampf für die wahre Volksgemeinschaft. Mnö wir riesen mit der Bildung der Volksnationalen Reichsvereinigung aus zur Reugestaltung der politischen Fronten auf evolutionärem Wege. Reugestaltung der Mitte bedeutet nicht Kompromiß und Mnsicherheit, sondern die große Realität einer wahren und positiven nationalen Kiesgrund. Schau über Bord, Medardus, und wundere dich, daß es das gibt: Wafler, geheimnisvolle Schale, die das Entkörperte auf raumloser Fläche empfängt... Daß es das gibt: Gemeinsamkeit, an der Flut und Wolke, Baum und Mfergeröö teil- nehmen... Rein, Medardus, bisweilen verstehen wir uns doch nur halb. Denn sonst würdest du jetzt nicht mit der Hinterpfote an deinem Ohr kratzen. Aber das macht nichts, Medardus. Du hast ganz recht und bist ein gutes Tier. TS>ai geht dich auch Flut, Wolke, Baum und Mfergerött an?... Komm, mein Hund, wir baden jetzt. Raus mit dir aus dem Kahn! Ich weiß, daß du die allzu enge Berührung mit dem Wafler nicht liebst. Aber fluche nur ruhig in deinem Herzen auf mich. Wenn du ganz brav bist, ziehe ich dich nachher wieder ins Boot. Unö du darfst auf dem Sleuersih liegen und dich von der Sonne trocknen lasten. Siehst du, Medardus, ich bin jetzt dein Schicksal: ich kann dich ins Waster werfen und wieder herausziehen. Denn bis zum Inselufer schwimmst du ja doch nicht hin. Du bist ja so faul — so fauuuul... Mittag. Blauer Mittag. Keine Wolke sprenkelt das Blau. Es ist göttlich, nur mit Leinwandhose und Gürtel bekleidet zu fein, seine Knochen geruhsam in einen Liegestuhl zu legen und keinen Gedanken zu haben... Medardus, du, ich glaube, wir mästen anstandshalber noch ein bißchen Konversation machen. Medardus! Es ist taktlos, so schläfrig dazuliegen, wenn ich mit dir sprechen will. Ich kümmere mich doch auch um deine Angelegenheiten. Oder willst du etwa behaupten, ich hätte deine Hundesteuer nicht pünktlich auf Heller und Pfennig entrichtet?... Medardus! Medardus!! —Du, ich bin kein Rohling, aber ich hätte Lust, dir eins über deinen trägen Buckel zu ziehen, wenn du mich so mißachtest... Roch bin ich dein Herr. Und du wagst es dennoch, mir passiven Widerstand zu leisten? Ach Medardus, du hast schon wieder recht. Die Wege des winzigen Gartens sind brennend heiß. Laß also das Gehirn ruhig einrosten. Es kommt so schon alles auf eins heraus ... Medardus, was ficht dich an? Du stehst aus? Du verzichtest auf die Fortsetzung deiner Hundeträume? Medardus, sollte ich dich doch schnöde verkannt haben? Besitzest du etwa doch geistige Regsamkeit? Komm her, mein Freund, ich will dir eine Sondervorlesung über den Kulturwert der deutschen Schaubühne halten. ... Du bist nicht aufmerksam, du gutes Tier. Dimm dich gefälligst ein wenig zusammen. Es ist rücksichtslos gegen mich, meine geistreichen Sähe durch dummes Blaffen zu unterbrechen... Aber ja; MedarduS, Erhebung. Millionen von Menschen sehnen sich nach wahrhaft staatsbürgerlicher Arbeit. Mm ihnen Richtung, Halt und Führung zu geben, ist die Volksnationale Reichsvcreinigung geschaffen. Sie wird das ideenlose System dec gegenwärtigen Staatsbildung ersetzen durch wahrhaft demokratische Führung. Sie wird die Kräfte der jungen Generation in den Kamps führen gegen Erstarrung und Materialismus. Lunge Generation und Reichsreform. Don * , *. Der Begriff „Reichsreform" droht heute schon, obwohl er erst seit wenigen Iahren der politischen Terminologie angehört, zu versacken, weil man ihn zur politischen Tagesmünze auswertet, weil man schreibt und redet, anstatt endlich zu handeln. Die Folge ist eine weitgehende, bedauerliche, aber durchaus verständliche Gleichgültigkeit der Oefsentlichkeit und namentlich der Fugend gegenüber diesen Fragen, die doch für die Zukunft schicksalsbestimmend sein werden. Für ein derartiges Vorgehen hat die deutsche Fugend fein Verständnis. Sie fann und muß verlangen, daß man Dinge, die ihre Zukunft bedeuten, nicht verschleppt, nicht zum Spielball der Parteipolitik macht und, was das Wichtigste ist, nicht im Aktenstaub untergehen läßt. Ob man die Liquidierung dieser Frage nun „differenzierende Gesamtlösung" nennt oder sonst irgendwie, ist dabei völlig belanglos. Die Hauptsache wird sein, daß man ein lebensfähiges Deutschland mit wirklicher Reichs- g e to a 11 schafft, ein Deutschland, dessen Landkarte nicht wie ein geflicktes Bettlaken aussieht, weil man vergessen hat, mit jenen Mebcrrcften des Mittelalters den kleinen und kleinsten Ländern, sowie den Enklaven, aufzuräumen, von denen zu Preußen allein nicht weniger als 68 gehören. Also, „das ganze Deutschland soll es fei n!“ Schafft ein deutsches Reich mit klarer, organischer Gliederung, ein Reich, das da, wo es zum Wohle der deutschen Volksgesamtheit handeln muß, nicht gehemmt und gelähmt wird durch Widerstünde einzelner Glieder, die in der Eigenkompetenz das höchste Gut sehen. Dann wird die Iugend, die heute noch abseits steht, zu euch kommen, weil auch für sie noch das Wort Oültigfeit hat, das der große deutsche Staatsmann, Freiherr v. S t e i n, vor mehr als hundert Iahren ausgerufen hat: „Ich kenne nur ein Vaterland und das heißt Deutschland!" „Synthese vor neuem Wollen und erfahrenem Wesen". Don Rochus Frhr von Aheinbaben, Führer der „Front 1929". Die sich seit einigen Iahren vollziehenden Bildungen von Splitterparteien, Reugründungen und Ablösungen von alten Gebilden fuhren heute zu einer vollkommenen Auflösung, zu einer Atomisierung, während bis vor einiger Zeit die Risse, die sich in den wenigen größeren Parteien der Mitte zeigten, mit Besorgnis angesehen werden mußten, braucht man in der Atomisierung dann keine Gefahr zu sehen, wenn sich die Gruppen, Grüppchen und Einzelpersönlichkeiten, die sich aus den Parteien herauslösen und eigene Wege gehen, darüber klar sind, daß sie Gebäude, die zu Ruinen wurden, nunmehr in Bausteine auflösen, wenn diese Gruppen und Persönlichkeiten sich nur als diese Bausteine betrachten, jetzt weih ich, worum's dir zu tun ist. Du meinst, es ist Zeit zum Eflengehen. Dann müflen wir wohl eben Hunger haben ... Komm, du Tagedieb, ich bin dein gnädiger König, e Dämmerung, von letzten Lichtstrahlen gefurcht. In violette Streifen taucht die Sonne. Mit langhin nachdunkelndem Kielwafler kehren die Fischerboote heim.Auf den schmalen Pfaden zwischen den wettergrauen Häuschen und den runden Baumwipfeln wird es lebendig. Die Pumpenschwengel quitschen. Man muß sie hier lange auf und nieder schwingen, bis das Wasser hervorschieht. Beim Inselkrämer herrscht Hochbetrieb... Medardus, findest du nicht, daß wir soziale Verpflichtungen haben? Was würdest du sagen, wenn wir uns jetzt eine große Bonbontüte kauften, um damit unsere Insulanerkinder zu beglücken? Es ist schön von dir, daß du mir ausnahmsweise einmal zustimmst. So, nun wollen wir mal zeigen, wie leut- felig wir fein können. Vielleicht schenkt dir dafür jemand auch eine Wurstpelle. Mir hingegen schenkt sicher keiner etwas... Es wird dunkel. Bleiern und unbewegt ruht die vorhin noch so glitzernde Fläche, aus der die hellen Köpfe Badender tauchen. Arn Ufer verlaut liegen leise schaukelnd die Boote, in die sich die Schwimmen- öen lachend hineinschwingen. Dünn und ein wenig blechern flirren die Schläge der winzigen Inselglocke. Weißt du, Medardus, daß es Leute gibt, die einen kleinen Gedanken gehabt haben und nun darum herum ein großes philosophisches System schreiben? Ist dir des weiteren bekannt, daß wieder andere Leute eine schmächtige Empfindung verspüren und nun deshalb einen dickleibigen Roman schreiben müflen? Bist du davon unterrichtet, wieviel Mnfug die Menschen in ihrem bißchen Leben treiben?... Medardus, adligster aller Dackelhunde, da bist du doch ein anderer Kerl! Hä, nicht war? — Medardus, Medardus! Du bist doch ein Lump. Glaubst du, daß ich blind bin und nicht gemerkt habe, daß du ein Verhältnis mit jener Hundedame von undefinierbarer Rafle hast? Medardus, du hast keine Moral! Ich sollte dich tadeln und dir als väterlicher Freund ins Gewiflen reden. Aber zeuch hin, mein Hund, und laß deine Kavalierkünste spielen. Ich, für meinen Teil, ich gehe schlafen- Morgen ist wieder ein Tag. , Ich habe dir eine traurige Mitteilung zu machen, Medardus. Rimm sie gefaßt auf und zeige dich als Held. Aber es hilft wirklich nichts: wir müflen heute fort... 3a, so peinlich es für mich ist, ich muh dir gestehen, baß ich kein Geld mehr habe. Mnö daran aus denen ein neues Gebäude entstehen soll. Der neue Geist, der die Gruppen beseelt, besteht darin, daß die Begriffe von rechts und links, von demokratisch, liberal unö neukonservativ zu einem gemein,amen Staatswillen zusammengeschlossen werden sollen, und daß es sich immer mehr zeigt, daß die Wandlung, die jetzt formell angestrebt wird, sich geistig, wenigstens in den führenden Köpfen, schon vollzogen hat. Gewisse Schwierigkeiten sind wohl am ehesten zu suchen in den führenden Parteigremien aller Schattierungen in der Provinz. Abgesehen davon, daß öle Mcbertoinöung deS politischen Stammtisch ^ei st es gleichzeitig eine Meberwindung alter vtandesgegensätze bedeutet, wozu bei der in gesellschaftlicher Hinsicht reaktionären Einstellung sämtlicher Stammtiscl-e mehr Schwung gehört als gemeinhin vorhanden ist, macht sich im Lande viel stärker als m den Reichsführerschaften, die gelernt haben, über Parteigrenzen hinweg zu denken, die Verhetzung von Partei zu Partei geltend, die nicht, wie in den Parrlamenten, durch gemeinsame Arbeit zwischen den einzelnen Wahlkämpfen wieder ausgeglichen wird. Darüber muß man sich klar sein: Es nützt nichts, nur das Treibholz zu sammeln, die Leute, die mit keiner Partei zufrieden sind, und daraus etwa die fünfunddreißigste Partei zu bauen, neben der die alten Parteien bestehen bleiben. Das hieße, dem Staate keinen Gewinn bringen, sondern ihm schweren Schaden zufügen. Es muh vielmehr die Synthese gefunden werden von neuem Wollen und dem in alter Parteiarbeit gereiften und erfahrenen Wesen, soll nicht die Evolution scheitern." Driand wartet auf Antwort. Außenpolitische Umschau. Don Or. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, TR. d. ZR. In dieser Woche läuft der Termin ab, bis zu dem D r i a n d die Antworten auf fein Pan- euro pa-Memorandum erbeten hat. Roch find keineswegs alle Antworten bekannt, aber das steht heute wohl schon fest, daß zwar kein« Regierung ihre posittve Mitarbeit an diesem Plan ablehnt, aber jede ohne Ausnahme daran Vorbehalte und Bedingungen knüpft, die, je nach dem, vorsichtiger oder schärfer aus- gedrückt sind. Es zeigt sich, was schon die Lektüre der Driand- schen Denkschrift lehrte, daß der französische Minister den in Genf letztes Fahr ihm gewordenen Auftrag allzusehr im Sinne und zu Vorteil Frankreichs ausgedeutet und aus- gesührt hat. Zu sehr tritt als tragende Ide« hervor, daß dieses Paneuropa sein soll ein« politische Zusammenfassung von Staaten, die zur „Sicherheit" des Friedens noch einmal Öen öurch öie Friedensverträge geschaffenen Zustand der europäischen Staatenordnung garantiert und stabilisiert. An einer versteckten Stelle der Denkschrift wird von Driand (zwar in Klammem, am Ende von Punkt 3) ganz offen so ausgedrückt: „Ein solcher Plan würde als Folge einschließlich die allgemeine Entwicklung des Systems von Schiedsgericht und Sicherheit für Europa und die schrittweise Ausdehnung der Politik internationaler Garantien (!), wie sie in Locarno begonnen wurde, auf die ganze europäische Gemeinschaft bis zur Verschmelzung der besonderen Abkommen oder Ablommenreihe in ein allgemeineres System." Mit dürren Worten sagt damit Driand, daß sein Paneuropaplan im hast du übrigens auch ein gut Teil Schuld. Denn du frißt mir öie Haare vom Kopf. — Wir müflen eben fort, Meöardus, öagegen ist unS kein Kraut gewachsen. Sieh mich nicht so verwunöert an, weil ich öie Leinwandhvie unö Öen Gürtel in Öen Koffer packe. Du muht Öich auch toieöer öaran gewöhnen, Öah öein Herr feine Fähe mit Strümpfen unö Schuhen überzieht. Auch ihm wäre es lieber, wenn er weiterhin barfuß unö kragenlos über unö um Öie Insel strolchen könnte. Aber Öas schickt sich nicht in öer Staöt, Medardus Da muh man gesittet fein unö in jeöem Augenblick beweisen, was für eine gute Kinöerstube man genossen hat... Komm, mein Tier, wir wollen nicht sentimental sein. Komm, wir gehen zum Landungssteg. Der putzige kleine Binnenöampfer wirb gleich öa fein. Deine Hunöefreundin mag uns noch bis zuletzt begleiten. Du muht ihr klar machen, öah wir ernste, lebenstüchtige Leute sinö unö öarum in öie Slaöt zurückkehren, weil wir gemeinnützliche Ansichten haben unö toieöer arbeiten wollen. Vielleicht glaubt's öir deine Freundin. Ter Droschkenkutscher als Lherlock Holmes. Die Lieblingsgeschichte des verstorbenen Conan Doyle, die er gern erzählte, wenn von der Beliebtheit seiner Figur die Rede war, begegnete ihm bei einer Vortragsreise in Öen Vereinigten Staaten. Er war in Boston angekommen, hatte sich auf öem Bahnhof eine Droschke genommen unö war zu einem Hotel gefahren. Als er den Wagenlenker bezahlen wollte, lehnte Öiefer ab unö sagte: „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, Mister Dohle, so möchte ich statt Öes Fahr- gelöes lieber eine Eintrittskarte zu einer Vorlesung haben. Es genügt schon, wenn Sie Ihren Ramen auf ein Stückchen Papier schreiben." Conan Dohle war erstaunt unö fragte, woher er ihn öenn kenne. Worauf öer anöere erwiderte: .Man lieft doch die Zeitungen unö öa stanö überall, öah öer berühmte Conan Doyle mit öem Zuge nach Boston kommen würöe.Run habe ich Ihre Geschichten gelesen, unö öa bemerkte ich gleich an Ihrem Mantel öieSpuren öer zudringlichen Griffe, die öie Reuyorker Journalisten hinterlassen hatten. Der Schnitt Ihres Haares zeigt deutlich an, öah eS nur in Philadelphia geschnitten sein kann, unö Ihr Hut muh aus Chicago stammen. Ihr rechter Stiefel zeigt etwas Schmutz, öer aus Buffalo stammt - na, unö öa hatte ich Ihre Reiseroute!" „Mnö sonst hatten Sie keine Merkmale, an öenen Sie mich erkennen konnten?" fragte Sir Arthur, entzückt über Öiese praktische Verwertung seiner Methode. .Eins doch noch," meinte der Kutscher pfiffig, .auf Ihrem Koffer steht nämlich in großen Buchstaben Ihr Rame." Anne von Locarno, wo die deutsche Westgrenze so international garantiert ist, die internationale Garantie des gegenseitigen Besitz st andes bedeuten soll. Dafür findet er Zustimmung nur bei feinen Vasallen, also Polen und den Staaten der Kleinen Entente, sonst nicht. Alle anderen Staaten sind dazu nicht geneigt. Am schärfsten hat das die italienische Antwort ausgesprochen. Aber auch die deutsche wird daran keinen Zweifel lassen. Lind die sog. neutralen Staaten sind selbstverständlich nicht dafür, mit solchen internationalen Garantien sich in Schwierigsten hineinziehen zu lassen. Es scheint, als wenn Driand, um eben den Plan ganz im französischen Interesse zu gestalten, damit selber so mit Schwierigkeiten bepackt hat, daß sie nicht zu überwinden sein werden. Gleichwohl nehmen wir den Plan durchaus in seinem Ernst und in seiner Gefahr für Deutschland. Man täusche sich nicht darüber, daß mit ihm eine Politik Frankreichs auf weite Sicht hin begonnen worden ist, mit der wir jetzt lange zu tun haben werden! Lind wir haben im letzten Jahrzehnt zur Genüge kennengelernt, wie zäh und konsequent und wie geschickt auch in der Benutzung allgemeiner Formeln die französische Politik sein kann. Der Plan kann sich eigentlich nicht aus der Schwierigkeit herausfinden, den Begriff Europa ausreichend zu bestimmen. Italien wie Deutschland müssen verlangen, daß er nicht nur auf die Völkerbundsgenossen beschränkt wird, und fordern, dah von vornherein sowohl die Türkei als auch Rußland zugezogen werden. Auf der anderen Seite: wie steht es mit England? England gehört zu Europa und gehört wieder nicht zu Europa. Seine Außenpolitik läßt nicht den geringsten Zweifel daran, daß sie über die Garantien von Locarno hinaus keinerlei irgendwie geartete weitere Verpflichtungen auf sich nehmen wird. Dann aber sieht man nicht, wie England in diesen Bund hereingehen soll. Dieser Zweifel wird auch durch das unbestreitbare Wachsen des englischen Reichsgedan- kens bestärkt, das wir gegenwärtig beobachten. Der Feldzug des Presse-Lords für einen Reichs- freihandel mit Abschluß nach außen ist bekannt. Er geht genau in der entgegengesetzten Richtung wie der Vorschlag Driands. 3n England sagt man, dah dieser Vorschlag England vor die Frage stelle: Vereinigte Staaten von Europa oder vereinigtes Empire? Lind bei dieser Wahl würde ein immer größerer Teil des englischen Volkes sich für das zweite entscheiden. 3n diesem Sinne hat nun ein sehr wichtiger Faktor bemerkenswert eingegriffen, nämlich die Bankiers der City mit ihrer Erklärung vom 4. Juli, die sich uneingeschränkt auf die Seite des „Reichsfreihandels" stellt, dah „England seinen Markt allen Reichserzeugnissen weiterhin offen läßt, sich aber anschickt, sämtliche Waren, die aus anderen Ländern ringe» führt werden, mit Zöllen zu belegen". Wohl gemerkt: diese Erklärung kommt aus den Dankkreisen von London, die durchaus und über- lieferungsgemäh freihändlerisch sind. Man darf dabei nicht übersehen, dah nicht allzu viel wirklich maßgebende Bankiers darunter stehen, aber ebensowenig, daß, was hier die Bankiers erklären, neulich die britischen Handelskammern und der Wirtschaftsausschuß der Union der Ge- ; Werkschaften auch erklärten. Es geht ein gewaltiger Zug zur umwälzenden Revision der Handelspolitik durch das englische Reich. Das bedeutet für die Briand- schen Paneuropapläne, soweit sie wirtschaftlich gefaßt werden, an sich eine Bestätigung und einen neuen Ansporn und stellt wieder Deutschland vor eine besondere Aufgabe, weil wir unter keinen Umständen einen Zusammenschluß Europas mit der Spitze gegen das englische Reich wünschen. Dieser Eintritt der Bankiers in die Front des britischen Reichszollvereins hat weiter eine große Bedeutung für die englische innere Politik, f ü r die Konservative Partei. Es wird B a I b to i n, dem bisherigen Führer, immer schwerer, die Führung in feinem Sinne zu behaupten, gegenüber Lord Deaverbrook, der die Führung der Konservativen mit der Forderung an sich reißen will, die britische Handelspolitik müsse unbedingt umgestaltet werden. Auf diese Weise wird es Baldwin immer schwerer gemacht, an seiner Idee festzuhalten, nämlich dem Plan, die Wähler direkt zu befragen, ob sie das wollen, genauer gesagt, ob sie die damit notwendigerweise verbundene Erhöhung der Lebensmittelzölle, die Verteuerung des täglichen Lebens selber wünschen. Darüber ist nun freilich das letzte Wort nicht gesprochen. Als einmal, 1905, das Volk so befragt wurde, trug der, der es dafür gewinnen wollte — es war der alte Chamberlain — eine vernichtende Riederlage davon. Es ist doch fraglich, ob trotz des mächtigen Zuges auf Reichs- schuhzoll schließlich die städtische Masse für die Verteuerung der täglichen Lebensmittel, Brot und Fleisch vor allem, stimmen wird. Anderseits hören wir bisher zu diesen weitgreifenden Gedanken nur die Stimme aus England und Schottland. Zu einem solchen Abschluß gehören aber auch die anderen, in erster Linie die Selbstverwaltungskolonien. Das britische Weltreich ist noch weit davon entfernt, eine Wirtschaftseinheit zu sein, und es steht durchaus nicht fest, ob die großen Kolonien ohne weiteres ihren Vorteil durchaus in dem Anschluß an einen Reichszollverein sehen: am ehesten natürlich Kanada, weniger schon Südafrika oder gar Australien. Je nun, für den Augenblick ist die Hauptsache, dah durch diese Bewegung noch weniger auf eine Zustimmung Englands zu Driands Plan zu rechnen ist. Er wird voraussichtlich im Sep* tember in Genf einen sehr wesentlichen Punkt der Erörterungen bilden, und je mehr man ihn überlegt und von der gegenwärtigen Lage aus prüft um so komplizierter und heikler wird er. Die Aufgabe ist nicht leicht, die damit der deutschen Außenpolitik gestellt ist. Sie droht mit mancherlei Gefahren, aber sie stellt auch mancherlei nicht geringe Chancen in Aussicht. Denn ohne es zu wollen, hat Briand ja doch um die Sicherbeit im französischen Sinne recht zu unterbauen, in Europa gerade die Erörterung darüber aufgerührt, ob denn die Ordnung der Pariser Friedensverträge überhaupt eine geeigneteGrund- tage für einen engeren Zusammenschluß der europäischen Staaten bedeute. So gerät diese Frage gegen den Willen dessen, der sie angeführt hat, doch stärker in Fluh. Der seltsame Tod des Präsidenten Holding Äon Or. Walter Fischer, ord. Professor an der Universität Gießen. Amerika ist um einen politischen Skandal reicher. Aber diesmal hat er nichts mit den zahlreichen beamteten und nichtbeamteten „Schmutz- auswirblern", den muck-rakers, zu tun, die in der großen Presse so ost Llntcrstützung finden, sondern man flüstert ihn sich von Munde zu Munde zu, liest von ihm in kleinen Oppositionsblättern oder auch in einem sensationellen, schlecht geschriebenen Buch, das von der amtlichen und von der „guten“ Presse so gut wie totgeschwiegen wird. Worum handelt es sich bei dieser neuen Affäre? Als die Vereinigten Staaten, kriegs- und Wilscnrnüde. im November 1920 zu einer Neuwahl schritten, fiel der Siegespreis ohne erhebliche Anstrengungen dem Republikaner W. G. Harding zu, einem geschickten Lokalpolitiker und wortgewandten, jovialen Senator, der in seinem Heimatstaate Ohio großes Ansehen genoh. Er verstand es aber nicht, sich mit Ratgebern zu umgeben, deren Persönlichkeit der öffentlichen Meinung Achtung einflöhen konnte (mit wenigen Ausnahmen, wie Staatssekretär C. E. Hughes und Handelsminister H. C. Hoover). Bald wurde die Regierung berüchtigt für jede Art von Durchstecherei und Korruption, die auch in die allerhöchsten Verwaltungsstellen Übergriff. Da gab es Skandale in der Kriegerversorgung, in dunklen Petroleumgeschäften, im Alkoyolschmugael größten Stiles, in den Prozessen um das beschlagnahmte Eigentum von Ausländern. Lind die Lebensführung mancher dieser hohen Würdenträger entsprach durchaus ihren Grundsätzen in der Verwaltung der öffentlichen Aemter. Die Person des Präsidenten war bei all diesen Skandalen noch immer ziemlich unversehrt davon» gekommen. Aber die seelischen Erschütterungen, denen er inmitten dieser allgemeinen Llnehr- lichkeit ausgesetzt war, griffen an feinen Lebensnerv. Um die Beliebtheit seiner Person und seiner Regierung zu erhöhen, machte er im Sommer 1923 eine Rundreise durch die Vereinigten Staaten. Sein geschwächter Körper hielt jedoch den Strapazen nicht mehr stand, und am 2. August 1923 starb er unerwartet, nachdem er zu San Franzisko an einer Lungenentzündung erkrankt war. Dieses ganze Gewebe von politischer Korruption, an dem früher schon zahlreiche Skandalprozesse so manche Masche zerrissen hatten, erhält nun neuerdings einen krachenden Riß durch die Enthüllungen eines ziemlich übel beleumundeten Organs der Justizverwaltung während der Har- dingzeit. Dieser Mann, Gaston B. Means, den seine guten Freunde ins Gefängnis brachten, führte über alle politischen Vorkommnisse und dunklen Geschäfte, in die er verwickelt war, ein genaues Tagebuch, und aus diesen Aufzeichnungen schöpfte May Dixon Thacker das Material zu ihrem aufsehenerregendem, literarisch freilich unbefriedigendem Buche „Der seltsame Tod des Präsidenten Harding („The Strange Death ot President Harding“,, 1930). Da wird das außereheliche Leben des Präsidenten einer peinlichen Kritik unterzogen, seine Rolle in den verschiedenen politischen Skandalen wird aufs neue untersucht, und schließlich sogar die Frage auf- geworfen, ob er eines natürlichen Todes gestor- Mainzer Tagung des Hessischen Landesiehrervereins bereits verfügt und es erscheint uns deshalb als Härte, wenn die ausgezahlten Beträge wieder eingezogen werden sollen. Wir bitten deshalb das Gesamtministerium, die für Juli ausgezahlten Kinderzuschläge in Ausgabe zu belassen. Wir wiederholen bei dieser Gelegenheit unsere grundsätzliche Auffassung, wonach der Abbau der Kinderzuschläge in Hessen einen Eingriff in die wohlerworbenenRech te der Beamten bedeutet. An die Arbeitstagung der Vertreter schloß sich ein rheinischer Abend in der Stadthalle zu Mainz an, der den Gästen aus Hessen ur* allen Teilen Deutschlands eine schöne Probe vom Mainzer Humor gab. Die Hauptversammlung, zu der sich 2000 Teilnehmer in der Stadthalle zu Mainz eingefunden hatten, wurde vom stellvertretenden Obmann, Rektor Kaufmann, Gießen, eröffnet. Nach Absingung des Dundes- liedes begrüßte er den Vertreter des Hessischen Kultusministeriums, Oberschulrat Friedrich, Darmstadt, den Vertreter der Stadt Mainz, Bürgermeister Dr. Ehrhardt, und andere Gäste, besonders herzlich die Mitglieder des geschäftsführenden Ausschusses des Deutschen Lehrervereins. Dem Andenken aller Männer und Frauen, die für die Befreiung der Rheinlande gekämpft haben, besonders aber Dr. ©trete» mann, widmete der Redner Worte des Gedenkens. Von dem stolzen Zusammenhalten der Rheinländer sollten nun alle Deutschen lernen. Dieser Gedanke der Einigkeit soll auch hinüberfluten in unsere Schularbeit.... Mit dem Deutschlandlied schlossen die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Oberschulrat Friedrich erklärte im Namen des Ministers für Kultus und Bildungswesen, daß sich die rheinhessische Lehrerschaft, besonders aber die von Mainz, hervorragend am Abwehrkamps gegen fremde Llnterdrückung beteiligt habe. Er erinnerte an die Jahre 1919 und 1923, in denen zahlreiche Lehrer ausgewiesen, mit Gefängnis und hohen Geldstrafen belegt wurden. Für baä treue Aushalten sprach er den Dank der Negierung aus. Bürgermeister Dr. Ehrhardt brachte den Gruß der Stadt Mainz, Schulrat Wolfs, Berlin, der erste Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins, erklärte, es dürfte in der Geschichte des Deutschen Lehrervereins das erstemal sein, dah die gesamte Leitung des Vereins mit allen ihren Gliedern an einer solchen Versammlung teilnimmt. Das Wappen von Mainz zeigt ein Rad, und ich deute _ es so, daß das Rad den Fortschritt bringt: Darum vorwärts! Nach einer feierlichen Ehrung der Aus- getoiefenen durch den Vorsitzenden hielt der erste Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins, Schulrat Wolfs, Berlin, einen Vortrag über deutsche Kutturpolitif, in dorn er nach kurzem Rückblick auf das Werden des deutschen Staates daran erinnerte, daß 1919 der Traum vieler Deutschen, der Einheitsstaat, nicht in Erfüllung gegangen sei. Aber solch merkwürdige Fälle, wie sie zur Zeit vor- tammen, dah in einem Staate die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Partei verboten werde, in einem andern Staat aber ein Minister dieser Partei angehöre, scheine dazu beizutragen, daß der Gedanke des Einheitsstaates weiterschreite. Der Deutsche Lehrerverein habe mit Freuden begrüht, daß die Verfassung wenigstens dem Reich grundsätzlich das Recht auf die Schule gibt. Nach kurzen Anläufen habe das Reich freilich versagt, aber vom Deutschen Lehrerverein wird immer aufs neue gefordert, dah die Gesetzgebung für die Schule auf das Reich übergehe. Die weltverbindende Technik, Schülerbesuche und Austauschlehrer, helfen mit, dah sich die Völker immer mehr verstehen. Hier liegen die stärksten Aufgaben der Schule, die die Völkergemeinschaft bejahen muh, um neue Wege eines Ausgleichs der internationalen Verhältnisse herbeizuführen. Das Gemeinsame muh betont werden, die Kultur macht nicht an den Grenzen Halt, wenn auch jedes Volk seine eigene nationale Kultur hat. Dem gedankenreichen Vortrag folgte lebhafter Beifall; Rektor Kaufmann betonte in seiner Schluhansprache, daß dieser Vortrag das Bekenntnis des Deutschen Lehrer- vereins sei. Die Lehrer sollten wirken im Geiste der heutigen Versammlung in unermüdlicher Kleinarbeit als Diener des Volkes. — Der Nachmittag war einer Rheinsahrt gewidmet. WSN. Mainz, 10.3ulL Der Hessische Landeslehrerverein, die größte Lehrer- organifation Hessens, hielt am 10. und 11.3uli in Mainz seine Vertret er-und Hauptversammlung ab, die mit einer (Befreiung 8- kundgebung für die beseht gewesenen Gebiete verbunden war. 3n einer Vorstandssihung überreichte Eisenbahn-Obersekretär Apel aus Mainz dem Obmann Reiber und dem Vertreter des Deutschen Lehrervereins Rektor L ü p k e (Berlin) die Befreiungsplakette in Gold, die das Ortskartell Mainz aus Anlaß der hier stattfindenden Befreiungstagung der Beamtenschaft hat schlagen lassen. Die Vertreterversammlung Die (Bertreteroerfammlung eröffnete Obmann Reiber mit einem herzlichen Willkommens grüß. Sein besonderer Gruß galt dem freien Rhein, der toicberbefreiten Stadt Mainz und dem freien Rheinhessen. Der Vorsitzende des Mainzer Lehrervereins, Schröder, wünschte der Tagung besten Verlauf. Durch die Anwesenheit west- preußischer Vertreter unb telegraphische Grüße aus Ostpreußen kam die Verbunbenheit des deutschen Ostens mit dem befreiten Westen zum Ausdruck. Vorsitzender Schröder gedachte besonders der schweren Opfer, die die hessische Lehrerschaft während der Besetzung durch Einkerkerung, Ausweisung usw. gebracht hat und wies in diesem Zusammenhang besonders auf die beiden Führer des Hessischen Landeslehrervereins, Ehrenobmann Bach unb Obmann Reiber hin. Der Geschäftsbericht des Obmannes zeichnete ein Bild der schwierigen beamten» unb schulpolitischen Kämpfe de 8 letzten 3ahres unb ging besonbers auf die heftigen Auseinandersetzungen ein, die um die hessische Volksschule ftattgefunben haben. Er ließ keinen Zweifel darüber, dah der Verein die getroffenen Maßnahmen um der Schule und der Kinder willen auf das schärfste ab lehnen muh. Der Vertreter des Deutschen Lehrervereins Lüpke dankte dem Landeslehrerverein für seine langjährige treue Mitarbeit, besonders in den schweren Zeiten der Besahungsnot. Dah es nicht gelungen ist, den deutsch-kulturellen Boden am Rhein zu unterhöhlen, ist nicht zuletzt ein Verdienst der rheinischen Beßrer unb ihrer volkserzieherischen Tätigkeit. Die nachstehenden Entschließungen wurden dann von der Vertreterversammlung einstimmig angenommen: 1. Der Abbau an der Volksschule ist gegen den Willen des Hessischen Landesiehrervereins zur Wirklichkeit geworben. Der Hessische Landeslehrerverein bedauert, dah wiederum wie im 3ahre 1926 die3unglehrerschaft durch den Abbau stark betroffen wurde. Er ist der Ansicht, dah die Maßnahmen, durch die eine sehr große Zahl von Junglehrer und Sunglefrrerinnen in ihrer Arbeitsleistung und in ihren Bezügen um die Hälfte oder ein Drittel gekürzt werden, nur v v rüber gehend sein können und deshalb so bald als möglich rückgängig zu machen sind. Er steht auf dem Standpunkt, daß all diese Maßnahmen nicht zu einem Gehaltsabbau der nichtangestellten Lehrer führen dürfen. 2. Die Vertreterversammlung sieht die schwierige finanzielle Lage von Reich, Länder und Gemeinden. Die Lehrerschaft ist an ihrem Teil bereit. mit zur Behebung der Notlage beizutragen. Sie fordert jedoch, dah die Lasten gerecht verteilt und alle Volksschichten nach Maßgabe ihrer wirtschaftlichen Kraft herangezogen werden. Jede Reichshilfe, die diesem Grundsatz widerspricht, lehnen wir als ungerecht und unsozial ab. Die hessische Lehrerschaft ist durch den dreimaligen Abbau, durch die Deförde- rungs- und Besoldungssperre und durch die Kür» Äber Kinderzuschläge seither schon in er- em Maße «ur Sanierung der hessischen Finanzen herangezogen worden. Aus diesem Grunde kann ihr ein allgemeines Notopfer, selbst in der oben gekennzeichneten Form, nur bann zugemutet werden, wenn die hessischen Sonderbelastungen (Desoldungs- und Beförderungssperre und Abbau der Kinderzuschläge) aufgehoben werden. 3. Nach einer Verfügung des Ministeriums sollen die am 1. 3uli ausgezahlten Beträge für Kinderzuschläge an dem am 1. August zur Auszahlung kommenden Gehalt abgezogen I Derben. Hiervon werden gerade die Familien» I Väter betroffen, die ihr Einkommen genau rin» \ teilen müssen, um bannt auszukommen. Sie haben über das empfangene Gehalt zum größten Teil Ben sei, ob man den fronten Mann nicht barmherzig von weiteren beschämenden Enthüllungen schützen wollte. Zweifellos haben Rachsucht und Skandalsucht bei diesem Buche Pate gestanden, und die schwarzen 3nfinuationen am Ende gehören ins Bereich des Kolportageromans. Aber als Dokument des berüchtigten politischen Grundsatzes „The spoils to the victor,, („Dem Sieger die Beate"), der im großen Kehraus der entmoralisierten Nach» kricgsjahre eine beschämende Auferstehung gefeiert hat, wird dieses Buch feine Bedeutung behalten, als bleibendes Zeugnis für die Verheerungen, die gewissenlose Politiker, die der starken Führung entbehren, auch in einem gesunden, reichen Lande anrichten können. Oberheffen. Stadtverordnetensihnng in Lauterbach. ■C Lauterbach, 11. Juli. In der letzten Stadtvorstandssihung stand als erster Punkt ein Gesuch des Milchhändlers Trapp um käufliche Lleberlassung eines Bauplatzes für eine Autogarage auf der Tagesordnung. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters wünscht Trapp einen Platz gegenüber der Metzgerei Dietz ober im Seebrückengarten, evtl, auch auf dem jetzigen Schweinemarktplah. Die von dem Gefuchsteller vorgeschlagenen Plätze können nach Ansicht des Stadtvorstandes für die Errichtung einer Garage nicht in Frage kommen, und man beschließt, dem Trapp einen Platz auf dem städtischen Gelände hinter der Mühle Llngernach zum Quadratmeter-Preis von 1 Mk. zum Kauf anzubieten. Der Lackierermeister Heinrich Weitzel I. hat fein Häuschen in der Rockelsgasse zum Kauf angeboten. Die Baukommission hat dasselbe besichtigt unb empfiehlt einen Kauf abzulehnen. Der Stadtvorstand beschließt demgemäß. Der Hutarbeiter Ludwig Bing beabsichtigt sein Wohnhaus am See umzubauen und will das hierfür erforderliche Kapital beim Hessischen Staat aufnehmen. Er ersucht die Stadt, die in derartigen Fällen vorgeschriebene Bürgschaft zu übernehmen. Der Stadtvorstand beschließt, im vorliegenden Falle die Bürgschaft in Höhe von 2000 Mk. ausnahmsweise zu übernehmen, da dem fraglichen Hause bereits die Einsturzgefahr droht. Die Bezirks-Sparkasfe Lauterbach hat im Müllersweg anläßlich der Errichtung des neuen Spar- kassengebäudes eine neue Kanalanlage gebaut unb ersucht nun die Stadt, sich an den entstandenen Kosten mit einem gewissen Betrag zu beteiligen. Das Gesuch der Sparkasse wird abgelehnt, da der Anschluß der Sparkasse an das bestehende Kanalnetz in der Bahnhofstraße erfolgen kann. Der Bürgermeister gab dann von dem Arbeitsbeschaffungsprogramm des hessischen Staates Kenntnis, wonach J>er Staat für Kapitalaufnahmen, mit denen größere Arbeiten ausgeführt werden, Zinsverbilligungen gewährt. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde beschlossen, eine neue Wasserleitung, sowie die Straße nach dem Schwimmbad auszubauen und die entsprechenden Zinsverbilligungen für beide Projekte, die auf rund 100 000 Mk. geschätzt werden, zu beantragen. Die Erbauung der Wasserleitung wird etwa 50 000 Mk., der Straßenbau etwa 45—50 000 Mk. kosten. Durch die Ausführung dieser Arbeiten würde die Wasserkalamität der Stadt behoben _ unb den ständig zunehmenden Ausgesteuerten für längere Zeit Arbeitsgelegenheit beschafft. Der vom Bürgermeister vorgetragene Wirt- fchaftsplan des Waldes für 1931 wurde genehmigt. Der Einspruch der Anlieger in der Adolf- Spieß-Straße zur Heranziehung von Fuhsteig- toftenbeiträgen wurde abgelehnt, da sich die Begründung nicht mit dem Z 6 der Ortsbausahung deckt. Lieber die Heranziehung der Anlieger der in den letzten 3ahren neuerbauten, Straßen zu Straßenkostenbeiträgen entspann sich eine längere Aussprache. Die Finanz- und Daukorn- mission hat sich bereits mit dieser Frage be- schästigt und empfahl nur 50 Proz. der ausgeschlagenen Kostenbeiträge nach § 14 der Ortsbausahung zu erheben. Einige Gemeinderäte sprachen für gänzlichen Erlaß dieser Beiträge. Nach allgemeiner Aussprache wird ein Antrag auf restlosen Erlaß der Straßenkostenbeiträge gegen drei Stimmen abgelehnt und die Angelegenheit zur weiteren Klärung vertagt. Bezüglich der Abgabe von Familiengräbern wurde sodann beschlossen, daß ab 1. 3uli 1930 für jedes Grab, welches erworben wird, bevor ein Angehöriger der betreffenden Familie verstorben ist, 250 Mk. zu entrichten sind. Weiterhin wurde bei diesem Punkt der Tagesordnung beschlossen, daß die Kinder in Zukunft ebenfalls auf dem neuen Quartier, und zwar auf dem nordöstlichen Teil beerdigt werden sollen. Am Schluß der öffentlichen Sitzung beschäftigte sich der Stadtvorstand noch mit einem Gesuch des früheren Werkmeisters Bruno Lack um pachtweise Lleberlassung von Gelände in den sog. Eisenkauten zur Errichtung einer Hühnerfarm. Dem Gesuch wird zugestimmt und die jährliche Pacht auf 5 Mk. festgesetzt. 3n der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung wurde unter Hinzuziehung des Sachverständigen Reg.-Daurats Gudernatsch üier die Verstärkung des Ortsnetzes im Stadtteil Bahnhof Nord verhandelt. Landkreis Gießen. -5- Großen - Linden, 10. 3uli. 3n früheren Zeiten war es auf dem Lande allgemein üblich, daß Haus- und Grundbesitzer zu öffentlichen Fronarbeiten — Wegebauten, Fuhrleistungen usw. —, die an bestimmten Wochentagen gemeinsam verrichtet werden mußten, herangezogen wurden. Wohl als letzter Brauch dieser Art hat sich hier das sog. „Mühlgrabenräumen" erhalten, welches in jedem 3ahre einmal vorgenommen wird. Bekanntlich ist die an unserer westlichen Gemarkungsgrenze gelegene Luhmühle eine Gesellschaftsmühle, die sich im Besitz einer Genossenschaft befindet, welche sich aus Landwirten von hier, aus Lützellinden und Allendorf (Lahn) zusammenseht. Der in unserer Stadt vom Kleebach abzweigende Mühlgraben wird alljährlich im Monat 3uli von den Teilhabern der Mühle gemeinsam von Schlamm, Gebüsch usw. gesäubert. Wer an dieser, mehrere Stunden dauernden Arbeit nicht teilnimmt, muß eine entsprechende Geldstrafe entrichten. Die ordnungsmäßige Ausführung der Reinigungsarbeiten wird einige Tage später durch eine GemeinderatS- kommission nachgeprüft. OO Klein-Linden, 11. Juli. Am Hellen läge wurde i« die hiesige Kleinkinderschule ein Siu- bruch verübt. Während der kurzen Abwesenheit der Schwester drang der Dieb durch ein offen- stehendes Fenster und stahl in der Wohnung der Schwester einen Teil des Schulgeldes im Betrag von etwa 25 Mk. Ferner erbrach der Dieb noch Sine Opferbüchse des Frauenvereins, die etwa 12 Alk. enthielt, die für den Gustav-Adolf- Derein bestimmt waren. $ Alten-Buseck, 12. Suli. 3n der Aacht zum Samstag brach hier auf big jetzt unaufgeklärte Weise ein Brand aus. Kurz nach 23 Uhr ertönte der Feueralarm; wenig« Minuten später traf die Feuerwehr am Brandorte ein: die Scheune der Joh. Körber Wwe. stand bereits in Hellen Flammen, welche in dem Heuvorrat eine reiche Aahrung fanden. Die Feuerwehr muhte sich daraus beschränken, die dicht angrenzenden Aachbarscheunen zu schützen. Bei den Loscharbeiten stürzte ein junger Mann in der Rachvarscheune von oben bis unten herab, glücklicherweise ohne sich ernstlich zu verletzen. Durch die eifrige Tätigkeit der von det Einwohnerschaft unterstützten Wehr gelang es, das Gebäude zum Ginsturz zu bringen, und so die Hauptgesahr für die Rachbarschaft zu beseitigen. Das Dieh ist gerettet, und dec übrige Schaden in der Hauptsache durch Versicherung gedeckt. 0 Grünberg, 11.3uti. Hier sand dieser Tage die alljährlich hier tagende lutherische Konferenz für Oberhessen statt. Sie wurde im Gasthaus „Zum Hirsch" von Pfarrer D. Fritsch, Ruppertsburg, eröffnet, dec zuerst der im letzten 3ahre verstorbenen vier Mit- ?(lieber der Konferenz gedachte. Unter diesen be- indet sich auch der langjährige treue Vorsitzende Pfarrer i. R. Rebel, Laubach. Dann sprach der Referent des ersten Tages, Pfarrer Ausfeld, Gießen, in tiefgründigen Ausführungen über Zweck, Ziel, Aufgaben und 3nhalt des Konfirmandenunterrichtes; eine lebhafte Aussprache lohnte die Ausführungen. Am Abend war die Ersatzwahl zum Vorstand und die Reuwahl des Vorsitzenden. Vorsitzender wurde Pfarrer D. Fritsch und als neues Mitglied des Vorstandes wurde Pfarrer Glotz, Frischborn, gewählt. 3n einer einstimmig angenommenen Resolution setzte sich die Konferenz lebhaft für die Ginigungsbeftrebungen der hessischen Landeskirchen ein. Am nächsten Morgen sprach Pfarrer Schmidt, Wiesbaden, über „Rechtfertigung und Huldigung". 3n diesem Referat zwang der Redner in packender Weise die Zuhörer dazu, sich mit den ernsten religiösen Problemen der Gegenwart auscinanderzusetzen. Auch diesem Vortrag ward der Dank einer langen und ernsten Aussprache. 0 Rieder-Bessingen, 11.3uli. Auf ein wirklich schön verlaufenes 3ugendfest kann unsere Gemeinde zurückblicken. Dom schönsten Festwetter begünstigt, einte sich am vergangenen Sonntag alt und jung zu gemeinsamem Froh- fein und Feiern. Der einleitende Gottesdienst! wurde durch eine Taufe zu einem rechten Zugendgottesdienst. Dann bewegte sich ein blumenreicher Festzug durch den Ort. Auf dem Festplah wurden Gedichte und Lieder von den Kindern vorgetragen. Großen Beifall fanden die von Frau Lehrer Hinkel eingeübten Reigen, die die reichliche Mühe des Einübens durch ihr gutes Gelingen lohnten. Die Festrede hielt der Veranstalter des Festes, Lehrer Hinkel, der auf die Bedeutung des 3ugendfestes, auf die Verantwortung b:r Eltern der Kindesseele gegenüber und auf das deutsche Lied, als den Ausdruck des deutschen Gemütes hinwies. Auch gedachte er des befreiten Rheinlandes und schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland; die Anwesenden sangen das Deutschlandlied. Sehr zum Gelingen des Festes trugen auch die Lieder des gemisch en Chores bei, den ebenfalls Lehrer Hinkel leitete. Der zweite Teil des Festes war dem Svort gewidmet. Den Dank der Anwesenden brachten dann in herzlichen Morten Bürgermeister Steuernagel unt>©c- meindcrat Keblowski zum Ausdruck. Roch lang« wird dieser sch m« 3ugendtag in der Erinnerung aller Teilnehmer lebendig sein. LJ Aus dem mittleren Horlofftal, 11.3uH_ Die Fruchtcrnte ist in vollem Gange. Auf den Schnitt der Wintergerste, der fast allerorts beendet ist folgt gegenwärtig das Abernten der Sommergerste und des Roggens. Wenn auch hie und da über Lagerung des Getreides geklagt wird, so ist diese doch nicht so schlimm wie in der benachbarten Wetterau, wo man mit Maschinen und Bindern nicht viel ausrichten, kann. Das G r ü n f u t t e r zeigt trotz der großen Trockenhet einen befriedigenden Stand. Auch die Kartoffeln, bei denen bis jetzt keine Krankheiten auftreten, stehen gut. Einen Ertrag an A e p f e l n wird man vergeblich erwarten. Die Trockenheit und die in großer Zahl auftretenden Schädlinge vernichten die wenigen Früchte vollends. Der Fruchtansatz von Birnen und S t e i n o b st ist besser. Die Kirsch c n e r n t e ist in TNenge und Güte vorzüglich. Die Beeren des Gartens zeigen ebenfalls einen sehr starken Behang. Auch die Waldbeeven, besonders die Himbeeren, werden in großen Mengen eingesammelt. 3m Garten treten infolge der Trockenheit massenhaft Erdflöhe, Grdraupen und Drahtwürmer auf und richten großen Schaden an. Am besten könnte ihnen ein durchweichender Regen entgegenwirken. f Steinheim, 10.3uK. Wie in vielen Dörfern, so ist auch hier die Schafzucht, die in den letzten Kriegs- und den Rachkriegsjahren sehr aufgeblüht war, erheblich zurückgegangen. Der Bestand der hiesigen Gemeindeschäferei betrug in der Zeit, als es galt, die Dorfbewohner mit Wolle zu versorgen, über 300 Stück. Jetzt sind es nur noch etwa 200 Tiere. 3n letzter Zeit ist die Zahl wieder etwas gestiegen, da der richtig wirtschaftende Schafhalter immer noch einen schönen Reingewinn erzielt. Die Rachfrage nach dem früher so begehrten Psecch hat nachgelassen, da man glaubt, mit den künstlichen Düngemitteln weiterzukommen. Deshalb liegt der Preis für eine Pferchnacht unter dem Vorkriegspreis und beträgt je nach 3ahresz«it und Witterung 0,50 bis 3,50 Mark. Dazu kommt dann noch ein Raturallohn von zehn Pfund Brotgetreide, der an den Schäfer zur Fütterung der Hünde zu entrichten ist, während der Darlohn in die Gemeindekasse fließt. Kreis Friedberg. Bad-R auheim , 11.3ult. Der Stadt- r a t beschloß in seiner heutigen Sitzung, in gleicher Weise, wie vom Staat vorgesehen, auch von der städtischen Grundsteuer Befreiung für die im Kalenderjahr 1930 begonnenen Wohnungsbauten eintreten zu lassen. Einem Antrag des Bauausschusses, an Sonn» und Feiertagen keine Beerdigungen auf dem städtischen Friedhof stattfinden zu lassen, wurde nicht zugestimmt. Für Herstellung von Straßen wurden 70 000 Mk. bewilligt. Angenommen wurde ein Rachtrag zur Ortsbausatzung, wonach Autogaragen im Kurviertel grundsätzlich nicht mehr errichtet werden dürfen. Der Derkehrsverein beabsichtigt, am 27.Juli einen großen Rosenkorso zu veranstalten. Er hat sich dazu einen städtischen Zuschuß in Höhe von 2000 Mk. erbeten. 3n längerer Aussprache wurde zu dem Gesuch Stellung genommen. Für die 2000 Mk. setzten sich nur wenige Stadtratsmitglieder ein. Die Linke lehnte einen Zuschuß jedweder Art ab. Annahme fand schließlich dec Antrag des Finanzausschusses auf Bewilligung von 500 Mk. für den Zweck. Kreis Büdingen. # Blofeld, 10.3uli. Wie an dieser Stelle berichtet wurde, ist an verschiedenen Orten in diesem 3ahre die R a ch t i g a l l aufgetreten. Auch in unserer Gemarkung vernimmt man in den an den Wald angrenzenden Baumanlagen seit diesem Frühjahr den herrlichen Gesang. Kenner wollen sogar hccausgefunhen haben, daß es sich um drei Paare handelte. Dor mehr als zehn Jahren nistete hier auf dem alten Friedhof das letzte Pärchen. Auch in dem benachbarten Stammheim hat sich seit vorigem Jahr ein Rachtigallenpaar heimisch gemacht. Um dem schmelzenden Gesang hier abendlich zu lauschen, kommen Besucher von nah und fern, zum Teil auch mit Kraftwagen aus größerer Entfernung. • Aus dem mittleren Riddatal, 10. 3uli. 3n unserem Tale von Dauemheim bis Schotten hat es seit fünf Wochen nicht geregnet. Obwohl in der letzten Zeit öfters Gewitter in der weiteren Umgebung ergiebige Riederschläge brachten, fielen hier nur ganz vereinzelt einige Regentropfen. 3n den Gärten und Feldern ist daher die Trockenheit sehr groß. Das Wachstum steht still. Sommergerste und Winterroggen sind reif und von den an Abhängen liegenden Aeckern bereits geschnitten und heimgefahrcn. Schwer macht sich der Wassermangel bei den meisten Gemeindewasserleitungen fühlbar. Manche können täglich nur wenige Stunden in Betrieb gesetzt werden. Kreis AlSseld Z Homberg, 11.Juli. Hier hielt dieser Tage der 7. Kreisverband Gießen der Kaninchenzüchtervereine eine gut besuchte Dersammlung ab; es waren die Vereine Gießen, Ettingshausen, Daubringen, Klein-Linden, Alsfeld und Homberg vertreten. Der 1. Vorsitzende L. Kreiling, Gießen, eröffnete die Versammlung und begrüßte die erschienenen Vertreter der Vereine. Durch den 2. Schriftführer, Wilh. U l - rich, Gießen, wurde das Protokoll der letzten Versammlung, die in Daubringen stattfand, verlesen. Hierauf machte der 1. Vorsitzende Mitteilungen über die mit der 25jährigen 3ubi- läurnsseier verbundene Derbandstagung zu Dieburg. Die Kreisaussiellung 1930 soll am 21. und 22. Dezember hier in der Stadthalle erfolgen. — Ober-Ohmen, 10.3uli. Vermutlich infolge der anhaltenden Trockenheit irrt oberen Ohmtal machte sich hier tn den letzten Wochen empfindlicher Wassermangel bemerkbar. Di« Gemeindebehörde sah sich zur Beseitigung des Uebelstandes genötigt, das Besprengen von Feld und Gärten zu verbieten. Als dce,e Maßnahme nicht mehr genügte, wurde an verschiedenen Tageszeiten das Wasser abgestellt, ohne jedoch auch den gewünschten Erfolg zu zeitigen. Untersuchungen eines von hier angesorderten Beamten der Kulturinspektion ergaben eine ausgiebige Luftzusammenballung in der Strecke Quellen- fassung—Hochbehälter. Rach Behebung des Fehlers spendet die Anlage wiederum unvermindert Wasser. ch Nieder-Gemünden, 9.Juli. Unser Gesangverein „Eintracht" veranstaltete dieser Tage ein Eängcrsest. 3m Mittelpunkt stand die Weihe der neuen Fahne. 3n der Kirche versammelte man sich morgens zum Festgottesdienst. Pfarrer Reichert leitete den Festtag würdig ein und gedachte der im Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Vereins. Mittags marschierte der Festzug nach Homberg. Auf dem Festplatz fang der sestgebendc Verein den Sänger- gruß „Grüß Gott mit hellem Klang". Dann trug Frl. Lina Karl einen von Lehrer Lotz verfaßten Prolog vor. Gs folgte der schön vorgetragene DegrühungSchor des Vereins. Dec Vorsitzende, Konrad Karl, hieß Sänger und Sangesfreunde willkommen. Aus der Geschichte des Vereins sei erwähnt, daß der Verein vor 21 3ahcen mit über 40 aktiven Mitgliedern gegründet wurde. Man hegt die Hoffnung, daß das Sängerfest manchem den Ansporn zur Mitarbeit im Gesangverein geben werde. Bürgermeister Becker hieß im Ramen der Gemeinde die Gäste willkommen. Ein Gedicht „Das deutsche Lied", wurde von Frl. H. Feldmann borgetragen. Pfarrer Reichert nahm dann die Weihe der Fahne vor. Rachdem die Hülle gefallen war, übergab Frl. G o n t e r die geweihte Fahne an den Vorsitzenden. Frl. Linker überbrachte im Ramen der Frauen und Jungfrauen eine Fahnenschleife. Der Vorsitzende übergab die Fahne an den Fahnenträger August Karl, der versprach, sie stets in Ehren zu tragen. Der Dorsitzende des „Schützen- und Sportvereins" überreichte einen Fahnennagel. Dann fang die Festversammlung das Deutschlandlied. Der zweite Dorsitzende des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes, Lehrer Schäfer, Rieder-Ohmen, überbrachte die Grüße des Bundes. Den Schluß der 'Weihefeier bildeten zwei von den anwesenden Bundes- Vereinen unter Stabführung von Lehrer Loh borgetragene Massenchöre. Dann folgten die beifällig aufgenommenen Einzelchöre der zahlreich erschienenen ©efangbereine. Am zweiten Tag hielt Lehrer Lotz die Festrede, in der er der Befreiung der Rheinlande gedachte. Mit Kinderspielen, Gesang und Tanz wurde das harmonisch berlaufen« Fest beschlossen. Z Dannenrod, 11. Juli. In unserem Orte treten gegenwärtig epidemisch unter den Kindern die Masern, hier Röteln genannt, auf. Waren es in den letzten zwei Wochen meist Schulkinder, die daran erkrankten, so sind zur Zeit die jüngeren Kinder davon betroffen. Im allgemeinen ist die Krankheit leicht verlaufen Preußen. Zlaqgen auf Halbmast. Das preußische Staatsministerium hat dem amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge an- geordnet, daß am Sonntag, 13.3uli, dem Tage der Beisetzung der Opfer des Gruben- unglücks in Reurode in Schlesien, all« staatlichen und kommunalen Dienstgebäude, die Gebäude der übrigen Körperschaften sowie die Gebäude der öffentlichen Schulen nach der De» fümmung der "Verordnung vom 29.3uni 1929 halbmast z u beflaggen sind. e Anläßlich der Grubenkatastrophe im Reuroder Steinkohlenbezirk nimmt die Reichsgeschästsstelle der Deutschen Rothilse, "Berlin W 8, Wilhelrn- ftrafje 62, im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden für die Hinterbliebenen der ums Leben gekommenen Bergleute und für die Verletzten Geldspenden entgegen. Die Einzahlung von Spenden wird erbeten auf das Postscheckkonto Berlin 156 000 oder auf Konto „Deutsche Rot- Hilf«, Grubenunglück Reuroder Steinkohlenbezirk" bei der Zentrale dec Deutschen Bank und Dis- conto-Gesellschaft in Berlin. Kreis Wetzlar. 0 Krofdorf, 10. 3uli. Das Gebläse der Orgel in der hiesigen Kirche befindet sich in mangelhaftem Zustand, der durch eine Reparatur nicht behoben werden kann. Als im 3ahre 1854 die Orgel aufgestellt wurde, hat man, wahrscheinlich aus Sparsamkeitsgründen, den Blasebalg der früheren alten Orgel mitverwandt. Hm dem liebel nun endgültig abzuhelfen, soll das Gebläse mit elektrischem Motorantrieb versehen werden. Die Gemeindevertretung hat für diesen Zweck 200 Mk. bewilligL Die notwendigen restlichen Mittel müssen anderweitig flüssig gemacht werden. Die im Krieg« abgelieferten Pro- spektpfeifen sind vor einigen 3obren durch Holz- imitation erseht worden, wodurch leider da- Prinzipalcegister der Orgel nicht zu gebrauchen ist. > W i h m a r, 9. 3uIL Au» der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ist zu berichten: Den Zuschlag für die Herstellung von WasserleitungS st rängen im Reubau- gelände „Auf dem Ditzen" erhielt der Wenigsbfordernde Schmiedemeister Heinrich Wagner, Wißmar, für sein Angebot von 672,96 Mk. — An die Reichsbahndirektion und die Regierung soll ein Antrag gerichtet werden, bei dem Umbau der Eisenbahnbrücke eine Verbreiterung de» Fuhgängersteges zu einer Fahrbrücke nach Lollar vorzusehen. — Bei gemeinsamen Hebungen von Pflicht- und Freiwilliger Feuerwehr erhält auch die Freiwillige Feuerwehr die bisher der Pflichtfeuerwehr gezahlte Entschädigung. — Die Wasserknappheit zwang zum Verbot, aus der Wasserleitung Wasser -um "Besprengen der Gärten zu entnehmen. — Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Beratung und Beschlußfassung über den Hau- ungs- und Kulturplan, sowie die Rut- zungsnachweisung für das Wirtschaftsjahr 1931. Man sieht einen Gesamteinschlag von 2185 Fstm. bei einer Durchforstung von 84,1 Hektar vor. Für Kulturen und Unterhaltung der Holzabfuhrwege waren 5000 Mk. vorgesehen, hier werden auf Beschluß der Vertretung bei einem Posten statt ' 1800 Mk. 1300 Mk. eingesetzt. Für den Fall, daß die Hobpreise steigen sollen, sollen 300 Festmeter mehr gefällt werden. — Die Sommerferien der hiesigen Schul« beginnen am 12.3uli und dauern bis zum 10. August. -5- Hochelheim, 11.Juli. Die ausgedehn- ten Kirschbaumanlagen in unserer Gemarkung bringen in diesem Jahre eine durchschnittlich gute Ernte. In besonderem Maße zeigen oft junge Bäume einen reichen Behang. Während die ersten Frühkirschen noch mit 40 Pf. pro Pfund verkauft werden konnten, beträgt jetzt dec Preis für Heczkicschen im Durchschnitt 20 Pf. je Pfund. Von den zahlreichen hiesigen Händlern werden die Kirschen meist direkt im Kleinhandel abgeseht oder in die Jndustrieorte verschickt. Auch in der Rachbargemeinde Klein- Rechtenbach hört man von befriedigenden Erträgen der Kirschenernte. -5- Aus de m Kleebachtal, 11. Juli. 3n den höher gelegenen Gemarkungsteilen des Kleebachtales hat man in diesen Tagen mit dem Schnitt des Roggens begonnen. Di« säst ohne Ausnahme stark lagernde Frucht wird die Erntearbeiten in diesem Jahre sehr mühsam gestalten und in die Länge ziehen. Die Verwendung von Erntemaschinen ist nur in ganz beschränktem Umfange möglich, da das Getreide vielfach in Wirbeln liegt, durch welche Winden und Dogeiwicken hindurch gewachsen sind, so daß hier nur mit der Grassense und der Sichel gearbeitet werden kann. Bei der Sommerfrucht, die ebenfalls zum größten Teile am Boden liegt, sind die Klee-Einsaaten sehr gefährdet, da die wie eine Decke über ihnen liegenden Halme ihnen jede Wachstumsmöglichkeit nehmen. Dickwurz und Kartoffeln haben, soweit sie rechtzeitig vom Unkraut gesäubert wurden, einen befriedigenden Stand aufzuweisen. Krcis Marburg. ] [ Marburg, 10. Juli. Dem heutigen Schweinemarkt waren 605 Ferkel und 12 Läufer zugefahren. Bei gutem Geschäft wurden für 6 Wochen alte Ferkel 23—25 Mk., für bis 8 Wochen alte bis 30 Mk., für bis 13 Wochen alte bis 36 Mk. und für Läufer 50—70 Mk. bezahlt. Fohlen waren nur 5 Stück ausgestellt, die für 250—300 Mk. zum Derkauf standen. Hier fehlte die Rachfrage. Spiclplan Der frankfurter Theater. Frankfurter Opernhaus. Don Sonntag, 13. Juli, bis Montag, 21. Juli, täglich von 20 bis gegen 23 Uhr: „Das Frühlingsmädel", Operette in drei Akten von Rudolf Eger, Musik von Franz Lehar, Inszenierung: Theo Lucas, musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Otto Urack. Gastspiel der Berliner Rotterbühnen zu Franz Lehärs 60. Geburtstag. Frankfurter Schauspielhaus. Sonntag, 13. Juli, 20 bis gegen 22.15 Uhr: „Wiederaufnahme beantragt“. — Montag, 14., 20 bis nach 22.30: „Die Bekehrung des Ferdhs Pistora". — Dienstag, 15., und Mittwoch, 16., jeweils von 20 bis gegen 22.15: „Wiederaufnahme beantragt“. — Donnerstag, 17., 20 bis nach 22.30: „Die Bekehrung des Ferdhs Pistora". — Freitag, 18., bis Montag, 21., jeweils von 20 bis gegen 22.15: „Charleys Tante". (Reu inszeniert.) vetwpfecfywt, tuuu, sondern dafiw; x \ «n^Lu ! J » * -. e /FUUfUki jg daß wir ausschließlich echte Orienttabake, insbesondere hochwertige, mazedonische Sorten verarbeiten. Damit ist die einfachste Erklärung für den reinen, mild - würzigen Geschmack dieser vorzüglichen 5- Pfennig- Zigarette gegeben. 3 MI G MI G kOllDVl G R E G A Doir Aus mal Statte ai nngenehi Mbkr. N. Ltc '®elnbiu dal}'iß •ittdjin. t W Mn idyllisch f jerrlicher Angenehi RMom w.’Baiec «Mm Nh vrrklich^ SL SL Moden Bii Ferns| Schönei Ätal 5$höne ijuteVt Nsti plante int? "Ol L eressa frrenh 5hrs. n n Heb worde Alpen und O zu Han lotnden gW. tpurbe । ZgspiV ander« Seldbes- das bah für die diesmal zeit folll durfte, e - der i deutscher zu kann fchlechtei gönnen, svh an1 wurde, erste Zn Hrdjei Salftr noch ar! in drei ( Hof Sch Höhe fei die 2tei die Dch gewohnt auf die vor gen die öfter der öfter hmaussL werden, Bahnen Sifetfüd lch Wti 2n 1 misch-? lange fünfzig auf du mit ei der L die du betrag Zahn Läng Hof Ei Liff« alsdan langen der Bei Meter ftreätz' von m Dahn mit 3i [tarfen guten Damen- und Kinderwäsche Herren-Sporthemden und Nachthemden Frottierwäsche Bettwäsche Küchenwäsche Betten Gardinen Die vorteilhafte Kaufgelegenheit unseres Inventur-Ausverkaufes ermöglicht den günstigen Einkauf unserer Röhr&Co. 4800 A 3481) 5006D über; 5013D Während der Reisezeit Auf zum freien, deutschen Rhein! 5014D Sonntag, den 27. Juli 1930 Bezirkssparkasse Gießen 4545V Der Vortrag beginnt um 20 Uhr c. t. im Hörsaal des Kunstwissenschafti. Instituts, Ludwigstraße 34. Eintritt 30 Pfennig Studierende frei ES labet dazu recht herzlich ein Lmmvevel« GteinbaG Die ReiMonn and Hessen mit besonderer BermsicWung der historischen Voraussetzungen Sonderzug und Sondersalondampfer / 2 Musikkapellen mit Tanz an Bord Gießen, Mainz, Rüdesheim, Niederwald, Aßmannshausen, Koblenz,Gießen Gesamtpreis Mk. 12,50, Anzahlg. Mk. 6.00/Auskunft u. Anmeldg. durch: Hapag-Reisebüro Loeb, Gießen, Seltersweg 93, Telephon 4197 5ÖWWWti™WM19. 3. Verbandssest in Steinbach b. Gietzen oettjunöen mit dem 25. Stlfiungsfrit des lutno. SlelubO am 19., 20. und 21.3nli 1630 empfiehlt sich die Aufbewahrung von Wertpaketen im feuersicheren Panzerraum der Volkshalle Giefeen Am Donnerstag, dem 17. Juli 1930, 20 Uhr Militär-Groli-Konzert zu volkstümlichen Eintrittspreisen, ausgeführt von den Gießener und Marburger Militärkapellen unter Leitung von Obermusikmeister Löber, Gießen, Musikmeister Grosse, Marburg Restauration Eintrittspreise: I. Platz (numeriert) RM. 1,20. IL Platz RM. 0,80. Vorverkauf: 4855D Challier, Neuen weg. Loeb, Bahnhofstraße und Verkehrsverein. Die Historische Fachschall an her Landes-Universität lädt ein zu dem am Mittwoch, dem 16. Juli 1930, stattßndenden Vortrag von Archiv-Direktor a. D. Universitätsprofessor Dr. J. R. Dieterich Dritter Gießener Ferienlmrsl für Deutsche und Ausländer veranstaltet von der Hessischen Landesuniversität 21. Juli bis 2. August Auszug aus dem Stundenplan der ersten Woche: Montag, 21. Juli, 10 Uhr: Eröffnung durch den Rektor der Universität, Prof. Dr. Brüggemann. — Kleine Aula. 11—13 Uhr: Prof. Götze, Das Schicksal der deutschen Sprache in der Gegenwart. — Hörsaal 44. 16—18 Uhr: Prof. Schumann, Probleme und Wandlungen im Protestantismus der Gegenwart. — Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34. Dienstag, 22. Juli, 9—10 Uhr: Prof. Gmelin, Die Weiterentwicklung der Weimarer Verfassung, 1. Vortrag. — Hörsaal 45. . 10—11 Uhr: Prof. Mombert, Kultur und Wirtschaft im neuen Deutschland. — Hörsaal 53. 17—18 Uhr: Prof. v. Aster, Deutsche Philosophen der Gegenwart, 1. Vortrag. — Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwigstraße 34. 20—22 Uhr: Dr. Gustav Frey tag, Rezitation moderner deutscher Lyrik. — Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwigstraße 34. Mittwoch, 23. Juli, 9—10 Uhr: Prof. Gmelin, 2. Vortrag. — Hörsaal 45. 10—11 Uhr: Prof. Mombert, 2. Vortrag. — Hörsaal 41. Donnerstag, 24. Juli, 9—10 Uhr: Prof. Messer, Pädagogische Probleme der Gegenwart, 1. Vortrag. — Hörsaal 45. 10—11 Uhr: Prof. Mombert, 3. Vortrag. — Hörsaal 53. 16—17 Uhr: Prof. v. Aster, 2. Vortrag. — Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwigstraße 34. 17.15—18.45 Uhr: Dr. Gerber, Die Wege der neuen Tonkunst. — Großer Hörsaal. 20.15 Uhr: Beigeordneter Dr. Hamm, Der moderne Städtebau (mit Filmvorführung). — Hörsaal des Physikalischen Instituts, Stephanstraße 24. Freitag, 25. Juli, 9—11 Uhr: Prof. Messer, 2. und 3. Vortrag. — Hörsaal 45. 17—18 Uhr: Prof. v. Aster, 3. Vortrag. — Kunstwissenschaftliches Institut, Ludwigstraße 34. Samstag, 26. Juli, 10—11 Uhr: Prof. Gundel, Sterndeutung und Sternglauben in der Gegenwart, 1. Vortrag. — Hörsaal 44. Teilnehmerkarten für den ganzen Kurs 25 RM., für frühere Teilnehmer und Mitglieder des Goethebundes 20 RM., für Studenten 10 RM. Einzelkarten für einen zweistündigen Vortrag 2 RM., für einen dreistündigen Vortrag 3 RM. (Studenten die Hälfte, für Mitglieder des Goethebundes 1,50 bzw. 2 RM.). — Karten bei der Geschäftsstelle des Ferienkurses (Bismarckstraße 22, Sekretariat der Universität) und im Englischen Seminar, Ludwigstraße 1911. — Die Filmvorführung am Donnerstagabend ist allgemein zugänglich; zur Deckung der Unkosten wird von Nichtkursteilnehmern der Betrag von 50 Pf. erhoben.__ 5008D V * Vx6\® Ihre Vermahlung geben bekannt Ferdi Nennstiel jun. Gertrud Nennstiel/ geb. Schupp Gießen, den 12. Juli 1930 5025V Statt Karten! Ihre heute vollzogene Vermählung geben bekannt Wilhelm Wnn und Frau Thea, geb. Faber Gießen, den 12. Iuli 1930 _________043-5 Kunstmaler Heinrich Will und Frau Elisabeth Will, geb. Klein zeigen ihre Vermählung an Dien Gießen, Moltkestraße 4 12. Iull 1930 ' 5020V ..... " ............ *.......IIIIIIIHIIIIIIIIIHI' Für die anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Karl Grüger und Frau Minna, geb. Otterbein Gießen, im Iuli 1930 04394 Statt Karten! Für die uns zu unserer Vermählung in so reichem Maße dargebrachten Auf« merksamkeiten danken wir herzlichst Alfred Hahn und Frau Margarete, geb. Schwalb Großen'Äuseck, den 5. Iuli 1930 -895v ,,,,,, ..........................*................................ $ür die uns anläßlich unserer Vermählung in so überaus reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Friedrich Stein, Sattlermeister und Frau Lina, geb. Klos Großen-Äuseck, den 12. Iuli 1930 04390 ----> ßi//igstep und bequemster ßpennsfoff^j^X 5021D ■■■■ Achtung! im । Infolge des regen Besuches und Interesses wird die Sonder-Ausstellung in chinesischen und deutschen Handarbeiten in meinen Räumen Am Kugelberg 7 bis einschließlich den 19. Juli verfB tigert! Den ganzen Tag geöffnet — Um unverbindlichen Besuch bittet Frau H. Dietz, Gießen, Tel. 4184 04396 n?nhniknmlane Inbem/eur-Schule MaichinenoanEieftro- TonlnOUSfrit SetreeeM SSBETflHflfllUUliQUi Wir erneute#-* »teile« es e Kwilartrpl&HfreL Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Mariha Höxtermann Ludwig Firnhaber Heuchelheimer Mühlchen Gießen, Schottsir. 3 . b. Gießen (Homberg, Oberh.) 12. Iuli 1930 Cale Asloria Heute Tanz-Abend 04422 Sonntag, den 13. Iuli und Montag, den 14. Iuli 1930 Kirmes im Vurggarten zu Mohe (§s laden herzlich ein 04384 Die Vurschen Karl Schwarz Wwe. Nr. 161 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 12. Juli 1930 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Oer Hochtourist aufSchienen Don Or. Siegfried Kurth. Am 8.3uli ist die bayerische Zugspitzbahn feierlich eröffnet worden. tieberraschend schnell ist die Dahn vollendet worden, die die Besucher der oberbayerischcn Alpen auf den höchsten deutschen Berg führt und auch Menschen, die nicht mit dem Pickel zu hantieren, Kamjne und Felsschroffen zu über, winden verstehen, in die Wunderwelt des Hochgebirges hinaufbringt. Schon im Iahre 1899 wurde dem Prinzregenten Luitpold das erste Zugspitzbahnprojekt vorgelcgt. 1909 schotterte ein anderer ^Entwurf an den Schwierigkeiten der Geldbeschaffung. Mitte April 1928 erteilte dann das bayerische Handelsministerium die Konzession für die Zugspitzbahn, nachdem die Finanzierung diesmal bis ins kleinste gesichert war. Die Bauzeit sollte drei 3ahrc betragen, so daß man hofsen Durfte, endlich im Jahre 1931 im Aussichtswaaen — der im Winter heizbar ist — auch von der deutschen Seite her aus die Zugspitze hinaussahren zu können. 3m Herbst 1928 wurde trotz den schlechten Wetterverhältnissen mit dem Dau begonnen, der auch in der sibirischen Kälte des sich anschließenden Winters nicht unterbrochen wurde. Am 19. Dezember 1929 verliest dann der erste Zug den Dahnhos Garmisch-Partenkirchen, der den Derkehr auf der sogenannten Talstrecke nach Cibsee aufnahm. Aber noch arbeiteten 500 Menschen Tag und Dacht in drei Schichten, um die Strecke bis zum Dahn- hof Schneeferner-Haus in 2650 Meter Höhe fertigzustellen. An manchen Teilen beträgt die Steigung bis zu 70 Prozent! Nachdem jetzt die Behörden feierlich der Einweihung beigewohnt haben, befindet sich die zweite Dahn auf die Zugspitze in vollem Detrieb. Doch schon vor genau vier 3ahren, im 3uli 1926, wurde die österreichische Zugspitzbahn eröffnet, die von der österreichischen Seite aus auf den Grcnzberg hinaufführt. Cs soll dabei nicht verschwiegen werden, das; es wegen des Baues der beiden Dahnen zwischen Oesterreich uitö Dayern manche Eifersüchteleien gegeben hat, die nun hoffentlich vergessen werden. 3n 700 Meter Höhe liegt der Dahnhof Garmisch-Partenkirchen, von dem eine 7,5 Kilometer lange Bahn nach Grainau führt, das nur fünfzig Meter höher liegt. Da das Gelände auf diesem Weg nahezu eben ist, kann der Zug mit einer Geschwindigkeit von 40 Kilometer in der Stunde fahren. Die Höchstgeschwindigkeit, die die Lokomotiven dort zu erreichen vermögen, beträgt 50 Kilometer. Dann schließt sich eine Zahnradbahn von elf Kilometer Länge an. Zunächst gelangt man zum Bahnhof Cibsee in 1000 Meter Höhe und dann nach Riffel riß, das schon 1650 Meter hoch liegt; alsdann biegt der Zug In einen 4,5 Kilometer langen Tunnel, und im 3nnem des Berges wird der Reisende auf dieser Strecke um mehr als 1000 Meter in die Höhe gehoben. Aus der Zahnradstrecke kann der Zug nur mit einer Geschwindigkeit von neun Kilometer in der Stunde fahren. Die i Dahn verfügt über acht zweiachsige Lokomotiven mit Zahnradgestänge. Da man mit einem sehr starken Derkehr rechnet, mußten die Brems- | Vorrichtungen für die Talfahrt besonders sorg- sältig ousgewählt werden, tim die Sicherheit zu erhöhen, entschied man sich für einen Rad- stand von 3,5 Meter. Andererseits erschwert eine so große Entfernung der Laufachsen die Arbeit der Zahnräder bei den zahlreichen Krümmungen der Bahn, wodurch wieder große technische Schwierigkeiten entstanden, die aber sehr glücklich gelöst worden sind. Wenn die Lokomotive abwärts fährt, verwendet man ausschließlich die elektrische Bremse, die aber nur zur Regelung der Fahrgeschwindigkeit dient. Daneben besitzt die Lokomotive noch zwei voneinander vollständig unabhängige, getrennt zu bedienende Handbremsen, die von beiden Seiten auf die Wellen des Triebzahnrades einwirlen. Ferner ist eine Dakuumdremse eingebaut, die ähnlich wie die Handbrem en die Zahnradwellen angreifen. Selbsttätig arbeitet eine Geschwindigke tsbremfe, die auf die Dremsscheiben der Motorwellen hört. Schließlich kann der Lokomotivführer mit einer Handbremse noch die Räder zum Stoppen bringen. Reben diesen fünf verschiedenen Bremsvorrichtungen ist die Lokomotive noch mit einer S i - cherheitssahr'chaltung ausgerüstet. Allein die Datuumbremse genügt, um den mit voller Krast abwärts!ährenden Zug nach 12 bis 15 Meter zum Stehen zu bringen. Sie soll eigentlich nur vom Lokomotivführer bedient werden; doch ist sie so eingerichtet, daß sie auch in den Schassnerabteilen der Personenwagen als Rotbremse eingeschaltet werden kann. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, daß einmal die Kupp- lung zwischen den Wagen reißt, ist vorgesorgt: dann bleibt jeder Wagen sofort stehen, da wiederum die Dakuumbremse selbständig in Tätigkeit tritt. Man hat demnach alles, was in Menschen- krast steht, getan, um zukünftige tinglücksfälle unmöglich zu machen Die Reisenden können sich mit dem Gefühl unbedingter Sicherheit in wenigen Minuten 2000 Meter über ihren Ausgangspunkt erheben lassen und Blicke in die Gletscherwelt tun, die sonst nur kühnen Hochtouristen Vorbehalten waren. Kurioses aus einem allen Baedeker. Wohl in nichts anderem tritt der Fortschritt unserer Tage so deutlich hervor wie beim Reisen, und wie auf die fernste und graueste Borzeit blickt der Mensch von heute, der seine Ausflüge im Kraftwagen oder im Flugzeug unternimmt, auf das Zeitalter der Postkutsche zurück, das doch noch nicht einmal 100 Jahre vergangen ist. So ist es ein kurioses Gefühl, sich jene Formen des Reisens zu vergegenwärtigen, die doch noch unsere Urgroßväter benutzten, und wenn man in einem alten Reiseführer der Biedermeierzeit blättert, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Das beliebteste und verbreitetste Reisehandbuch jener Tage war „D e r Passagier aus der Reise" des Geheimen Kriegsrats Reichard, der eine im damaligen Europa allgemein anerkannte Autorität auf diesem Gebiet war. Hören wir etwas von dem, was er seinen Lesern anempfahl. Eins werden wir auch noch heute unterschreiben können, womit er sein Du.ch beginnt: „Geld und Zeit sind die Hauptrequisiten zu einer Reise. Gesundheit könnte für ein drittes Requisit gelten; allein, wer sie nicht hat. erlangt sie oft durch Reisen. Das Durchfliegen ist die gewöhnlichste, teuerste und unnützeste Art zu reifen. Cs hat kein anderes Der- dienst, als viel Post gefahren zu fein.“ Freilich dieses „Durchfliegen" vor 100 Jahren ging im Schneckentempo vor sich Für die Kleidung wird als Regel aufgestellt, daß man sich „nach der Landesart, aber nie zu kräftig" anziehe. Daß man im Schößesrack oder langem Rock, mit hellen weiten Beinkleidern und Datermördem seine Wanderungen zurücklegte, erscheint als ganz selbstverständlich Gute Laune wird als der beste Reisebegleiter genannt: „3st man in einem Wirtshaus, wo man nicht alles nach seinem Sinn findet, so tut man sehr übel, wenn man mit tingestüm es anders fordert." Man muß auf der Reise die Menschen nehmen wie. sie sind, aber man soll gegen unbekannte Reis geführten sehr vorsichtig sein: „Rie werde man zu treuherzig gegen solche Reisegefährten, die man zufällig antrifft. Auch frage man nie nach der Absicht ihrer Reise und lasse sich ebensowenig auf bestimmte Antworten ein, wenn solche Fragen an uns gerichtet werden. Unbekannten oder Fußgängern, die man unterwegs antrifft, auf feinem Wagen einen Platz einzuräumen, ist das beste Mittel, beraubt oder ermordet zu werden." Sicherheitsmaßregeln waren in jener Zeit sehr viel notwendiger als heute, und so soll man denn, wenn man keinen Bedienten mitnehmen kann, wenigstens stets Pistolen mit doppelten Läufen bei sich führen, die man aber nur im äußersten Fall benutzen darf. Das Reisegepäck jener Tage war sehr viel umfangreicher als jetzt, da man sozusagen sein ganzes Heim auf den langen Fahrten und Wegen mit sich führen mußte. 3n sogenannten „Bett- säcken" hatte man ein vollständiges Reisebe11 mit Matratze, Decke, Kissen, Bettlaken und Bettgestell bei sich Eine Engländerin, Lady C raven, hatte eine „artige Erfindung" gemacht, um sich vor dem Ungeziefer zu sichern. „Sie ließ nämlich die Füße ihres eisernen Bettgestells in kleine, blecherne, mit Wasser gefüllte Cimerchen sehen, wodurch dem Ungeziefer alle Kommunikation abgeschnitten wurde " Kurze und hohe Koffer werden mehr empfohlen als lange und flache, weil sie auf alle Wagen passen; außerdem besaß man sog. „Dachen", mit Leder überzogene Behälter, die auf den Kutschendeckel aufgeschnallt wurden. Das waren leicht gebaute Körbe, in denen die leichten Sachen, besonders „Frauenzimmerpuh", untergebracht waren. 3n dem „Rächt- oder Mantelsack" verwahrte man die Kleidungsstücke, die man zum Schlafen brauchte und die man des Rachts im Wanen oder auch in der Postkutsche anlegte. Die Kostbarkeiten wurden der „Reiseschatulle^' anvertraut, in der man auch Schreibzeug und Disitenkarten mitführte. Cs wird auch schon eine „tragbare Feder mit Tinte", also ein tirsüllsederhalter, erwähnt, denn in jener schreibseligen und gefühlvollen Zeit spielte das „R c i s e j o u r n a l' eine große Rolle. Schon Leibniz hat gesagt „Rehmen Sie auf ihrer Reise ein Buch Papier mit so werden Sie bald eine ganze Bibliothek haben ', und auch Reichard meint, daß das Reisen durch die Führung eines Tagebuches sehr an Wert gewinne: „Rur hüte man sich, schon neunmal gedruckte Dinge zum zehnten Male abzuschreiben, und man lasse niemanden merken, daß man mit der Feder in der Hand reise, weil man durch so viele indiskrete Reisende in jedem Tagebuchschreiber einen Anekdotenhascher lottert, vor dem man Mund und Tür verschließt." Gin „Reiserouleau" wird für die Wagenfahrten genannt, nämlich eine „sechs oder mehr Zoll dicke, drei Fuß lange Wulst von feinem Schasleder und ungc- fchloffenen Gänsefedern, die sich bequem auf den Achseln um den Hals herumlegen und vorn durch Riemen an beiden Seiten zusammen knüpfen läßt." Man soll nicht zuviel des Rachts reifen, wegen des Schlafmangels und der „ungesunden Rachtluft". Ausführlich wird der • Inhalt der Reiseapotheke, in der eine „qntc Klystier» spritze' nicht fehlen darf, angegeben, überhaupt sind die Dorschriften, „wie man sich in Rücksicht der Gesundheit zu verhalten hat", überaus eingehend und erstrecken sich bis auf die „Prüfung verdächtiger Weine", für die nicht weniger als fünfzehn Methoden besprochen werden. Bei dem tieberschlag über die Kosten wird der eigne Wagen für „langweilig und kostspielig" erklärt und auch den feinen Reisenden Benutzung der Extrapost empfohlen. Rach den Engländern waren damals, wie Reichard mitteilt, die Deutschen und die Russen die größten Reisenden. Wanderfahrten. Gießen — Hangelstein — Treis — Hassenhaufen — Fronhaufen. Wir gehen über Wiefeck zum Hangelstein, berühren seine bemerkenswertesten Punkte, wie Schöne Aussicht, Felsen- und Teufelskanzel, und folgen jetzt dem blauen Strich, der uns durch einsame Waldungen führt. Rach geraumer Zeit kommen wir an einen Fahrweg, der zu Tal führt. Hier bietet sich uns ein prächtiger Blick auf Treis mit dem Lumdatal und auf den Totenberg. Wir gehen jetzt den Fahrweg hinab nach Treis (gute Einkehr). Der Weitermarsch führt schwarzen Kreuzen nach durch schönen Wald, unterwegs die blaue und rote Punktmarkierung überschreitend, nach Hassenhausen. Don hier leiten uns rote Striche, nunmehr über freies Gelände, durch Bellnhausen nach unserem Endziel Fronhausen. Wanderzeit etwa 6 Stunden. Station Friedelhausen — Schmelz — Lohra — Mornshausen — Gladenbach. Don der Station Friedelhausen, bis wohin wir die Dahn benutzen, gehen wir über die Lahn- brücke, durchschreiten das hübsch gelegene Dors Odenhausen und kommen, den kahlen Altenberg zur Linken lassend, in das liebliche Salzbödetal. Rachdem wir das schmucke Dorf Salzböden passiert haben, wird das vorher breite Tal enger, und schön bewaldete Berge schließen es ein. Rach einstündiger Wanderung gelangen wir zur Schmelz, einem anmutig gelegenen stillen Weiler, Domäne Schiffenberg Auf waldiger Höhe flelenene historische Stätte auö 1129, mit herrlicher Fernsicht. Angenehmer Ausflugs- und Erholungsort. Staubsr. Waldsußweg: 81U. ©duffenberget Weg. Station: Schiß'enbg^ Strecke Gienen -Gelnhausen. Autobus täglichabLudwigS- vlatz 3.45 nachm., SonniagS 3.00 u. 3.45 Uhr nachin. Telephon Gienen 2283. [3500D Waldresiauranl u. Sommerfrische „Hubertus" Beuern (Kr. Hieben) idyllisch gelegener Ausflugsort inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Familienaufenthalt.Wochenend. Solide Preise. Von der Bahnstation Gr.-Buseck in SO.Min. erreich bar. Aul olinie in 10 Minuten. Inh.: Heinrich Baier. Vuvg Staufenbevg Herrlicher Rundblick auf Lahn- und Vutnbatal — Vogelsberg. Bahnanschlüsse. I-rtedelhaufen. Lollar, DlalnAlar, Daubtingen. Fernsprecher Amt Lollar 21. Moderner Saalbau, Gesellschasszimmer, Fremdenzimmer. Gute Vervstegung. 4546V Bef. 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Die landschaftlich reizvolle Lage des Bades Salzschlirf kristallisiert sich in einem besonders kultivierten Kurpark, der in diesem Jahr« wiederum eine Verschönerung erfahren hat: eine Pergola aus schlanken Muschelkalk-Säulen, an denen Rosen sich zu einem Dach zusammenschließen, emporranken, zieht sich durch den neuangelegten Teil des Parkes. Die gar» tenarchitektonifct^ Gliederung und die Einbeziehung üppiger Blumenfelder gestalten diese Anlage zu einem besonders anziehenden Fleckchen Erde, zu einem wohltuenden Aufenthaltsort für den in Bad Salzschlirf Heilung- und Erholungsuchenden. Bad Käsen hat Geburtstag. Das landschaftlich reizvoll im Saaletal an der Thüringischen Pforte gelegene Solbad Kösen feiert mit einer Festwoche vom 13. bis 20. Juli das 200jährlge Bestehen seiner Quellen. Die Kösener Solquellen wurden Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckt, aber erst 1730 begann man mit der svstematischen Ausnutzung der Sole zunächst zur Salzgewinnung. Die Kösener Sole liefert durchschnittlich 6 Prozent Salz und enthält nach dem Durchlaufen des Gradierwerkes, das sich hoch über dem Ort erhebt. 26 Prozent. Höhenwanderungcn im Schwarzwald. Die für längere Wanderungen bevorzugten Höhenwege des Schwarzwaldes bieten bei einer durchschnittlichen Höhenlage von 1000 Meter über dem Meeresspiegel Gelegenheit, die Ferien in nervenstärkender Höhenluft und heilkräftiger natürlicher Höhensonne zu verbringen. Drei verschiedene gutmarkierte staubfreie Höhenwege führen über die vielgestaltige Bergwclt des Schwarzwaldes bis zum Oberrhein. Der Höhenweg I hat eine Länge von 322 Kilometer und berührt die höchsten Erhebungen des bis zu 1500 Meter ansteigenden schönen südwestdeutschen Waldgebirges. Wunderbare Fcrnsichten erschließen sich dem Wanderer. Wer Steigungen vermeiden will, kann die aussichtsreichen Hochtäler bequem mit den hochinteressanten Gebirgsbahnen oder den zahlreichen Postkraftwagenlinien mühelos erreichen. Eine Auswahl der beliebtesten Wanderpläne mit Tageseinteilung und Marschzeit nebst Skizze der Höhenwege ist in einem Faltprospekt „Höhenwanderungen .im Schwarzwald" enthalten, der durch den Badischen Verkehrsverband Karlsruhe erhältlich ist. Secbäderdicnst des Norddeutschen Lloyd. Der Secbäderdienst des Norddeutschen Lloyd hat seit Mitte Juni in vollem Amfange eingesetzt. Täglich werden betrieben: die Linien Bremerhaven—Helgoland und zurück mit Damp- • fer ^Roland", sowie Bremerhaven—Wangerooge und zurück mit Dampfer "Delphin". Zweimal wöchentlich. Mittwochs und Sonntags, verkehrt , Dampfer "Grühgott" von Wilhelmshaven nach Helgoland und zurück. Ferner fährt Dampfer "Grühgott" an einigen Tagen der Woche von Wilhelmshaven über Helgoland nach Norderney und umgekehrt. Alle Fahrten werden bis Mitte bzw. Ende September durchgeführt. Reiseliteratur. — Meyers Reisebücher: Ost alpen. Vierter Teil, Salzburg und südliches Salzkammergut. Ober- und Niederösterreichische Voralpen. Wien, Steiermark, Kärnten, Bachrrge- birge, Steiner Alpen, Karawanken, Julische Alpen. Mit 19 Karten, 7 Plänen und 5 Rundsichten. 8. Auflage. 1930. Leinen 7,50. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig (264). — Dieser Führer erscheint erstmalig nach dem Kriege in vollkommen neuer Bearbeitung, womit das große Führerwerk für die Ostalpen wieder geschlossen vorliegt. Der 4. Band umfaßt das gesamte Alpengebiet östlich der Tauernbahn: das südliche Salzkammergut, die alpinen Teile von Ober- und Niederösterreich, ganz Steiermark und Kärnten und die jetzt jugoslawischen und italienischen Grenzgebiete. Der Erholungsuchende, der Wanderer, der Bergsteiger und der Automobilist findet hier zuverlässigste Beratung. Der Führer gibt Auskunft über Zollbestimmungen, Vorschriften für Kraftfahrzeuge, die wichtigsten slawischen und italienischen Worte und Phrasen, Verkehrsmittel, älntertunft und Verpflegung, Schuhhütten, Jugendherbergen, Vorschläge für Rundreisen und Standorte, Tabelle der Wintersportplätze, Ratschläge für Faltbootfahrtcn usw. Die einzelnen Reiserouten selbst sind mit Äebersichtlichkeit und Exaktheit dargestellt. Die Angaben über Hotelpreise, Verpflegung, Verkehrsmittel usw. entsprechen den neuesten Verhältnissen. Die kartographische Ausstattung ist gründlich erneuert, auch durch neue Karten und Pläne ergänzt worden. Reisebriefkasten. 21. in L. Wir empfehlen Friedrichsroda, welches in geschützter Lage, von bewaldeten Bergen umgeben, liegt. Von Friedrichsroda kann man viele Ausflüge unternehmen: außerdem ist ein Schwimm-, Luft- und Lichtbad vorhanden. — Ferner empfehlen wir noch Tabarz: vielbesuchte Sommerfrische, klimatischer Kurort am Fuße des Jnselberges gelegen, ebenfalls mit einem neuen Schwimmbad versehen. Tabarz ist bequem mit der elektrischen Thüringer Waldbahn von Gotha aus zu erreichen. Tabarz ist der Ausgangspunkt vieler lohnender Wanderungen im no.rd- westlichen Teil des Thüringer Waldes. (Hamburg-Amerika-Linie, Agentur Gießen.) Statistisches aus Hessen. lieber die Entwicklung der Verkehrsverhältnisse in Hessen geben die neuesten Mitteilungen des Landesstatistischen Amis interessante Aufschlüsse. Die bedeutenderen Bahnhöfe in Hessen (Direktionen Mainz und Frankfurt am Main), verzeichneten im Jahre 1929 einen Rückgang der Anzahl der verkauften Karten wie der abgefahrenen Personen gegenüber dem Vorjahre. Eine leichte Zunahme zeigte sich im Exprehgutver» kehr, was aber nicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse schließen läßt, sondern vielmehr auf den Rückgang des Frachtgut-Stückverkehrs und des Wagenladungsverkehrs als einer Folge der sich auch in Hessen auswirkenden schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse zurückzuführen ist. Einen ganz erheblichen Rückgang zeigt die Zahl der Todesfälle im ersten Vierteljahr 1929. Die Zahl der Eheschließungen ging im ersten Viertel 1930 gegen die gleiche Zeit des Vorjahres um mehr als 4 Prozent zurück. Die schlechte Lage auf dem B a u m a r k t, eine Folge der Kreditnot, zeigt sich in einem starken Zurückbleiben der Anzahl der erstellten Bauten gegen das Vorjahr, besonders in den größeren Städten. Der Gedanke der F e u e r b e st a t t u n g gewann in Hessen erheblich an Anhang, was sich auch in einer starken Zunahme der Einäscherungsfälle ausdrückt. Die schlechten Cinkommensverhält- n i s s e erhellen aus der Angabe, daß etwa 40 Prozent der an und für sich Lohnsteuerpflichtigen wegen eines Einkommens unter 1200 Mark jährlich unbesteuert bleiben mußten. In Hessen waren im Jahre 1929 in Betrieb: 19 Bergwerke, und zwar 7 Braunkohlenbergwerke und 12 Eisenerzbergwerke, 8 Brüche und Gruben unter baubehördlicher Aufsicht, und zwar fünf Bauxitgruben, eine Marmvrgrube, drei Kieselgurgruben und eine Schwerspatgrube, fünf Anlagen zur Verarbeitung von Kohlen, und zwar eine Braunprehkohlen- und Naßpreßsteinfabrik, drei Draunkohlenschwelereien und ein Steinprehkohlentverk, zwei Salinen, 28 Eisengießereien und ein Schwefelsäurebetrieb. Die Prv- duktionswerte stellen sich "auf: Robbraunkohlen 2 303 949 Mark, Eisenerz 2 153 535 Mk., Bauxit 33 670 Mark, sonstige Mineralien 341 935 Mark, Schwelereicrzeugnisse 3 697 863 Mark, Salinen- erzcugnisse 703 122 Mk., Cisengußwaren 30 206 185 Mark, Braunprehkohlen, Steinpreßkohlen und Schwefelsäure 3 700 122 Mark. Der gesamte Produktionswert beläuft sich auf 41 460 855 Mark. Oie Bekämpfung der Heuschrecken bei Darmstadt. WSN. D a r m st a d t, 10. Juli. Das massenweise Auftreten von Heuschrecken am Westrand des Griesheimer Sandes, das schon einmal, und zwar im Jahre 1921, beobachtet worden ist, scheint durch die Kühle der beiden letzten Nächte zum Stehen gekommen zu sein. Die Insekten sind nicht mehr so wanderlustig wie früher. Offenbar wird ihr Zug nach Westen auch durch den Wind behindert. Einige Kohlrabifelder sind völlig ausgefressen, auch an Kartoffeläckern macht sich der Fraß bemerkbar. Die vom Landwirtschaftsamt Darmstadt angeFrau Dr. Marx Aerztin verreist vom 15 Juli ab für 3 Wochen Vertretung in der Wohnung zu erfragen Q S Praktiziere wieder Dr. mei. H. Schmidt Nervenarzt GIESSEN Tel. 2582 Westanlage 10 __5015V Bullenverkauf. Die Gemeinde Allertshausen verkauft einen dienstuntauglichen 5042D Simmentaler Balten. Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 16. 3uli, nachmittags VA Uhr, bei uns einzureichen. Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhard. r t "iinnwvv ■■ FUH SPBINGta I'HP MkILXSMPskz Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 für Oberhessen 5032 D 8H8SHtnt STflHLPlwnf RMK SILBtRSTOHL-OORNCN Dassler Rennschuhe Von der D.S B. und D.T. empfohlen Modell Wirer In Amsterdam (Olympiade) und Tokio bestens bewährt Bekanntmachung. Im städtischen Anwesen Lindenplatz 1 sind die seither von der Firma Hausrat gemieteten Ladenräume sofort zu vermieten. Angebote sind im Städtischen Wohnungsamt, Lonystraße 2 I, abzugeben. Gießen, den 11. Juli 1930. 4854C Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Hamm. 10* Olympla- Aaslührnnß 1275 Bekanntmachung. Der nächste Vlehmarkl in Gießen findet statt: 5009C Dienstag, den 15. Juli 1930, Rindvieh- (Rutzvieh-) Markt; Mittwoch, den 16. Juli 1930, Schweine- markt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von 7 bis 8% Uhr vormittag. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den 12. Juli 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Schafbock-, Eber-und Hullen-Versteigerung in Lich am Mittwoch, dem 23. Juli, vormittags 10 Llhr. Zur Versteigerung kommen 13 Jähr- lingsböcke und'30 Locklämmer beS deutschen schwarzköpfigen Fleischschafes, 7 Eber des veredelten Landschweins und 16 Fleckviehbullen. LandwNschaftSkammer-AuSschuß 4972 A Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten UHTtMElESTE HRLBSOHtg Ihre Voriügei 1. Breite Form, damit steh die Zehen entfalten können Intrrie 2. Festsitzende Domen, kein Durch drücken Auluri». 3. Kein Lostrennen der Halbsohle HlloinDürkanf 4- stündig guter Sitz nach Band nUBlUVBinaUI 5 Dle biegsame Vorderpartie der Schuhe 6. Schutz des Oberleders an der Ferse durch federnden Kreppgummi-Kell §r to. ging er gegen 2 am Hin Wie f war w< hafte t betrag Wo । Mach, lese > L"- MeiNl Nile» ‘hbbg. Ä 3d) tai Ms 11 Und Sie auchve fei in brachen schied ' selbst. ' ohne Du Olein! Mal vollen 2 grWj Sie 6 booneni Seele. 2 Ml ÄeiM milder. und dec Sans N dal ös ist Verben, dienen 1 gen ... Ihr Dückkeh kündige der Jh Mir ist man ni Hut er Grinsei Gute Ich werden Liede ordnete Bekämpfung der Schädlinge durch Forestit, ein Mittel, das bisher gegen den Kiefernspanner angewandt wurde, hat bisher gute Dienste geleistet. Die eigentliche Brutstätte liegt im Gebiet des Griesheimer Exerzierplatzes, und gegen das Abbrennen der dürren Grasplätze, wo sich die Schädlinge aufhalten, spricht die Gefahr explodierender Blindgänger. Bei den in Frage kommenden Insekten handelt es sich nicht um die Wanderheuschrecken, sondern um eine bekannte europäische Art, die zwei bis drei Zentimeter groß wird und nur sehr beschränktes Flugvermögen hat. Heidenmissionsfest in Holzheim. Q Holzheim, 11. Juli. Dieser Tage feierte unser Kirchspiel sein Missionsfest, dessen Ruf weit über die Grenzen unseres Hessenlandes bekannt ist. Es findet alljährlich abwechselnd in Dorf- Güll und in Holzheim statt. Dieses Jahr waren wir an der Reihe. Der ruhig gelegene, sehr ausgedehnte Kirchenplatz war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Schätzt man doch di« Zahl der Festteilnehmer auf 1900 bis 2000, bis jetzt die Höchftzahl. Biele Hunderte waren, obwohl es ein Werktag war, auf allen möglichen Fahrzeugen oder zu Fuß von auswärts ge- komen; u. a. war das entfernte Rieder-Weisel sehr stark vertreten. Rach einleitendem Posaunenvortrag, Schriftverlesung und Gebet durch den Ortsgeistlichen, der das Fest leitete, sprach als erster Redner Pfarrer Beller (Mainz-Bretzenheim) über I.Joh.3,8. Durch seine Predigt, die sehr volkstümlich war, klang der Gedanke: Heimat — hat er doch hier als Pfarrerssohn einen großen Teil seiner Jugend zu- gebracht. Dann erzählte Missionar Sartor (Barmen) auf Grund des Bibelwortes: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten" aus seinen reichen Erlebnissen auf dem Missionsgebiet. Er kam gerade von Rias, dem „Land der Erweckungen". Rach der Kaffeepause, in der die hiesigen Einwohner alles aufboten, ihre Gäste zu bewirten, predigte Pfarrer C h r i st l i e b (Friedberg) in seiner gewinnenden Weise über 2. Mos. 15,22. Die letzte Festansprache hielt Missionsinspektor Hofmann (Barmen), der 1929 zum letztenmal „draußen" war, in beredten Worten über Chronika 2,15,7 und forderte zur Mithilfe an der Ausbreitung des Missionswsrkes auf. Pfarrer Weber (Holzheim) dankte herzlich allen Mitwirkenden und schloß die erhebende Feier mit Gebet. Der Gemischte Chor und der Posaunenchor, beide unter der bewährten Leitung des Wilhelm Engel, halfen die Feier in dankenswerter Weise verschönern. Das groß angelegte Fest hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Die für die jetzige Wirtschaftslage sehr beträchtliche Geldsammlung — einschließlich der Missionsbüchsen: 1035 Mark, auch ein Höchstbetrag — kommt der Rheinischen Mission zugute. Auch wurden noch entsprechende Schriften und Karten verkauft. Strafkammer Gießen. Gießen, 11. Juli. Zwei Arbeiter aus Hanau waren im November 1929 nach Kaichen gegangen, hatten dort nachts eine verschlossene Scheuer erbrochen und aus ihr Kartoffeln im Werte von etwa 40 Mark gestohlen. Das Amtsgericht Friedberg hatte den einen der Diebe, der rückfällig war, zu 1 Jahr Gefäng - n i s und den anderen zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Letzterer verfolgte Berufung zum Zwecke der Herabsetzung der Strafe. Di« Strafkammer bestätigte jedoch das Urteil, da der Angeklagte schon zweimal wegen Diebstahls vorbestraft ist. Das Amtsgericht Bad-Nauheim hatte einen Versicherungsagenten aus Mainz wegen Betrugs in zwei Fälle zu insgesamt 2 Monaten 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Es hatte für festgestellt erachtet, daß er seinen Vermieter In Bad-Nauheim und eine auswärtige Firma dadurch um größere Geldbeträge geschädigt hatte, daß er ihnen vortäuschte, er sei pensionsberechtigter Versicherungs- beamter ohne Schulden und Eigentümer der ein- gebrachten Möbel. Der Angeklagte bestritt heute jegliche Schuld. Die Verhandlung mußte zwecks Ladung von Zeugen vertagt werden. Turnen, Sport und Spiel. Arbeiier-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag wird Großen-Linden in Wieseck zu Gast sein, um ein rückständiges Serienspiel auszutragen. Wieseck dürfte es nicht schwer fallen, wenn es komplett antritt, die Gäste mit einer Niederlage abzufertigen und Sieg und Punkte für sich zu behalten. Vorher spielt die Jugend Großen-Lindens gegen die dritte Jugend Wiesecks, und die Jugend Daubrin- gens gegen die zweite Jugend Wiesecks. In beiden Spielen werden wohl die Gäste die Besseren sein und den Sieg mit nach Hause nehmen. Gießens Jugend empfängt auf dem Trieb zu einem Freundschaftsspiel die erste Jugend Wiesecks. Beide Mannschaften als Spitzenführer der Jugendklasse haben sich schon immer schöne Spiele geliefert. Auch das Spiel am kommenden Sonntag dürfte feine Anziehungskraft nicht verfehlen. Die erste Mannschaft Lollars fährt zu einer Rück- spielverpflichtung nach Wallau. Das Vorspiel gewann Lollar auf eigenem Platze mit 5:1, und es dürfte ihm nicht schwer fallen, auch im Rückspiel den Sieg nach Hause zu bringen. Handball. Zum fälligen Serienspiel hat Krofdorf die erste Mannschaft Herborns zum Gegner. Krofdorf dürfte, da Herborn zur Zeit geschwächt ist, mit einem hohen Resultat Sieg und Punkte für sich behalten. Büchertisch. — Emil Ludwig: Lincoln mit zwölf Lincolnbildnissen und einer Karte, geh. 12 Mark. Verlag Ernst Rowohlt, Berlin W 50. — (90) — Die gute Konjunktur für historische Biographien hat Emil Ludwig verleitet, nachdem in der frühen und späten Geschichte des alten Kontinents kaum noch etwas Brauchbares zu finden war, mit kühner Hand über den Ozean zu greifen. Amerikanische Geschichte ist uns, für die der Geschichtsunterricht kaum über die deutschen Grenzpfähle hinaustrat, auch nach dem Weltkriege zumeist noch ein Buch mit sieben Siegeln geblieben. Gin paar Namen aus der großen Zeit des amerikanischen Befreiungskrieges und der Sezession hat man wohl im Ohr, aber die großen Beziehungen fehlen. So schlägt man mit einem gewissen Heißhunger dieses Buch auf, um nach der Flut von Schilderungen und Analysen des gegenwärtigen Amerikas nun an Hand des berühmten Essayisten die Vergangenheit dieses immer noch rätselhaften, für uns in mancher Beziehung Schicksal gewordenen Volkes zu dringen. Die Lektüre des fast 600 Seiten starken Buches ist überwiegend eine Enttäuschrprg. Ludwig gibt ein durch breite und häufige Wiederholungen im ganzen ermüdendes Bild von Persönlichkeit und Werdegang des größten Präsidenten, der seit Washington und bis Hoover an der Spitze der Vereinigten Staaten gestanden hat. Es kommt ihm ausschließlich auf das Seelische, auf das Werden dieses merkwürdigen Charakters an. Aber, er unterliegt der Gefahr, nur seinen Helden zu sehen, ohne die großartige Entwicklung dieses Mannes vom einfachen Tagelöhner und Holzfäller zum überragenden Staatsmann, gemessen an Zeit und Milieu begreiflich zu machen. Man versteht es, daß das Buch in Amerika selber keineswegs den Beifall gefunden haben soll, den der drüben einst sehr gefeierte Autor erwartet hatte. — Wilhelm Michel: Das Leiden am I ch. Anweisungen und Betrachtungen zur praktischen Geistesführung. 296 Seiten 8°. Ganzleinen 7,50 Mark. Buchausstattung Professor Steiner- Prag. Bremen, Carl Schünemann Verlag. (127) — Das bedeutsame Werk zerfällt in drei Abschnitte, „Aus eigener Erfahrung", „Betrachtungen", „Ge- kalten", es rührt an die wichtigsten Menschheitsfragen, zeigt auf, wie man inmitten des modernen Weltbildes sein Leben, heiliger Pflicht folgend, sinnvoll zu gestalten vermag. Wilhelm Michel, einer der feinsten Köpfe unseres neuzeitlichen Schrifttums, findet die Formeln, in der Flut des Vergänglichen Ewigkeitswerte zu statuieren, er ist Künstler, ist Philosoph, ist von tiefer Gottesbegeisterung erfüllt, er gehört zu den Auserwählten, die das Fundamentale ihres Lebens immerfort mit den Metaphysischen verknüpfen. Ein Strom der Beruhigung quillt aus diesem Buch. Wer sich in die Gedanken des Autors versenkt, fühlt Erkenntnisse, Jdealkräfte lebendia werden, die ihn einer wundersamen geistigen Atmosphäre nahebringen. A. B. — Elisabeth von Langen: Aus meiner Stille. Gedichte. I. G. Cottasche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart. (84.) — Elisabeth von Langen ist keine Dichterin von schöpferischer Eigenart und doch tritt in dem Erstlingswerk, das sie der Oeffentlichkeit übergibt, eine beträchtliche Begabung hervor. Auf dem Wege der Sensibilität gelangt Elisabeth von Langen zum poetischen Ausdruck. Im Flug ihrer Gedanken vermißt man die Meisterhaftigkeit der Verbildlichung, die bei Rilke und Stefan George ihre Zauberkreise zieht. Die Dichterin lebt in der Welt des Wunderbaren, die die Kausalität der Wirklichkeit aufhebt. Aus musikalischen Rhythmen leuchtet ein Schein des Ewigen, das älebersinnliche wird als Erlösung von allen Schranken der Zeitlichkeit empfunden. Man darf dem Entwicklungsgang der Dichterin mit berechtigter Erwartung entgegensetzen. A. B. K?.r A'A." >1 < au* u.Unj_« gen. t>ln,mit Zwölf «1??^ IJj frühen ,^nents laum 2*?. war, mit 1* Amen. derGeschichts. 3« Zumeist Lp ein Ww hat * Nm. t e'nm MN m nach der Kl n des oegenwär« des berühmten Zes immer noch Niehung Schick, gem Die Lektüre Luches ist über, udwig gibt ein Erholungen im Persönlichkeit und denken, der leit 1 der Spitze der Hot. Es kommt elische, auf das 1 rakters an. Aber einen Helden zu itoidlung dieses hner und Holz, smam, Mchm. zu machen. Dan 1 Amerika selber m haben soll, den ! Autor erwartet 15 Leiden am jtungen zur prat- ‘ ten 8°. Ganzleinen oseßor Steiner- in Verlag. (121) - in drei Abschnitte, tradjtunaen*, „0e< igften MenlchheitS' tten des modernen W folgenb, finn> Michel, einer der i TchMuM, \\n> des KrtzünMn >r ist Künstler, ist begeisterung erfnUi, die las FundamkN- nit den Metaphysi- r (Beruhigung quillt die Gedanken des rtnisse, Kolkl°fle wundersamen gei« A.B. gen: 2lu8mei< hol* * v Frankfurt a.M. Gr. Kornmarkt 18 I. 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Die Reichs - Kredit - Gesellschaft A G. legt auch in diesem Jahre mit gewohnter Pünktlichkeit ihren Konjunkturbericht über das erste Halbjahr 1 9 3 0 vor. Der Bericht enchält umfassendes statistisches Material und bringt im einzelnen ausführliche Zahlenangaben nebst textlichen Erläuterungen über die Produktion auf den wichtigsten Gebieten, Absatz und Verbrauch, über Preise, Beschäftigung, Löhne, Geld- und Kapitalmarkt, wobei auch die Wirtschaftslage in den wichtigsten Ländern der Welt eingehend geschildert wird. Die Arbeit der Reichs-Kredit-Gesellschast, di« in ihrem letzten Halbjahrsbericht, also Ansang Januar, einen nicht gerade ungünstigen Ausblick gegeben hatte, war ganz und gar darauf abgestellt, die Gründe der gegenwärtigen Konjunkturdepression bzw. Wirtschaftskrise festzustellen. Sie sieht in der gegenwärtigen Krise im wesentlichen eine. Der- trauenskrise, die durch den Sturz mancher $um Teil angesehener Unternehmungen noch verstärkt worden ift Hinzu kommt, daß die Wirtschaft, die in früheren Zeiten des Konjunkturrückganges wichtige Stütze, die ihr die Unversehrtheit des öffentlichen Ansehens und des öffentlichen Kredits gewährt hatte, verloren hat. Zu dieser Sonderlage Deutschlands sind die weltwirtschaftlichen Erschütterungen hinzugetreten, die nach dem Bericht der Reichs - Kredit - Gesellschaft im wesentlichen auf veränderten Produktionsverhältnissen beruhen Di« industrielle Pro- uktion geht schneller zurück als der Lebens- iltungsaufwand, der Ausfall an Kaufkraft. -t dadurch entsteht, hat zur Folge, daß entfpre- Anleihe mi Luslol.-Rechten...... Deutsch« Komm. SammclabL Anleihe Serie 1...... 6% Franks. Hyp.-Vank «oldpse XIII unkündbar dir 1934 . . 7% Franks. Hvv -Bank Soldpse unkündbar bi« 1932 .... Rbelnische Hop.-v-nk Liau. Solhplc........ 8% Pr. LandeSpfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 17 .... 7 . 8% Pr. LandeSpiandbriefanstall. ffomm^Cbl.«. 20...... 7% Pr. LandeSpsandbriefanstalt, Pfandbriesr R. 10...... 8.6®. abfl. BorkriegS-Obllgatto »en, rückzahlbar 1932 ..... 4% Oesterretcht.che Soldrenke . . 4,20% Oefterreichische Silberrentr 4% Leiterrrichiichc Einheitliche Rente........... <% Ungarische Soldrente .... 4% Ungarische StaatSrenke v. 1910 4V,% deSgl. von 1913..... 4% Ungarische kronenrrntr . . . 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie 1........... 4% de«gl. Serie II....... 6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ......... *%% Rumänische Verein-. Rente von 1913 ......... t% Rumänische vereinh. Rente 88.25 103,5 60 8.9 96.75 57 59 101.75 96.25 90,3 101 97,5 96.5 94 26,75 2.9 1,9 23,2 1,8 5 5 5 9,5 16 7.65 88,25 103,5 60 8,75 97 57,5 59 102 96,75 90,3 101,5 96,5 94 26,5 2,8 1.8 1.8 5,25 5,2 5,2 9,6 7,65 88,5 60 8,9 97 58.75 101,5 37,5 96,5 26,9 2.95 23,3 20,25 20,9 1,8 1.95 5,13 5,05 9,7 16,1 7.65 88,5 103,5 60 8,8 97 59,5 101,5 96,5 26,8 2,9 1,8 5,2 5,2 16,25 7,65 pamhurg-flmentü Patei . k-amburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein ... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 kommen- und Privot-Bank . 11 Darmstädter uno Rationalbank 12 Deutsche Bank und TiSconto-Gesellschast, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbank........12 S.S.S...........6 Bergmann.........9 Slektr. LieferungSgelellschast. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume ...7)4 «esellschast für Elektrische Ünternehmungen .... 10 Hamburger Elektrizität»-Werke 10 Rheiniicke Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schurken L Co.......H Siemens & HalSke.....ie Dransradio . . ....... 8 LahmeyerLEo.......io Buderus........ . t Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener.......5 Harpen er..... 0 Hocick Eisen........6% Fise Bergbau.......10 «löcknerwerke........7 Köin-Neuessen ....... 7 Mannesmann-Röhren .... 7 Mansselder Bergbau.....7 O be rschles. Eisende darf .... 6 Lberschles. Äolstwrfe.....7 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinstahl.........6 Riebeck Montan......7,2 98.25 98 111 120,5 156,5 139,75 201,25 132 132 257,5 151,5 140 149,25 109,5 149,5 133 172,75 216 160,5 72,5 125,25 119 94 36,25 101,5 97.25 97,75 111 120 157 138 200,5 131,25 131,5 255,75 150,5 179 147 - - — Z 160 125 119 94,75 94,5 86 101,75 98.75 58,75 111 120 156,5 139.75 202,25 131,5 131,5 257,5 151,4 180 140,5 148.5 110 149 133,75 133 146 172 214,5 — 160,13 72,5 85.5 127,5 125.65 119,4 95 240 96 92,25 94 65,5 93,25 86,5 221,75 101,5 97,25 97,9 111,5 120 157.25 138 200 131 131,5 256 150,75 179 150,5 146.75 107,65 146,5 134 132,5 143.75 170,5 215,4 116 160 73,25 85,25 125 119 95,5 96,25 93 95 65,5 93 86 220,5 101,75 Bereinig le Stahlwerke . L tavi Minen...... Kaliwerke ÄscherSleben . . Kaliwerke Westeregeln . . Kaliwerke Salzdetfurth . . F. ®. Farben-Industrie . . Tonamit Nobel..... Scheide anstatt...... (Goldschmidt ...... RsttgerSwerke...... Metallgeielllchaft..... Philipp Hol,mann .... Zementwerk Heidelberg . Lernennverk Karlstadt. . . Wahh ä Freutag .... SchulcheiL Patzenhofer . . Lstwerke...... . 3 tu.......... Bemberg........ Zellstoff Datdbof . . . . Zellstoss Aschaffenburg . . Charlottenburger Wasser . Dessauer ®@. ... Rat. Automobil ..... Lrenftein« Koppel . . . Leonhard Tieg..... Svens ka........ Frankfurter Maschine» . . Griyner........ Hevllgenstaedt ..... FunghanS. ....... Lechwerke........ Mainkrafttverke Höchst a. M. Mag.......... Gebt. Roeder ...... Voigt S Haeffner .... Süddeutsche Zucker . . . 167. 1( r 15 12 . 6 . v . 5 . 6 . 8 . 7 10 10 . 8 15 12 18 14 37. 12 . 8 . 9 . o . 0 . 0 . 6 10 . 4 . 6 . 0 . 6 . 8 . 8 10 10 . 9 10 203,5 207 363 160.25 59,5 58,25 113 86 109 125 76 100 100 144.5 107,5 <2,9 201 - 25 37 93 80 96 103 148 157 85.5 42 202.5 207,5 360 159,5 144 59,75 57,65 113,5 86,5 109 125 77,5 105 104 146 108 31,5 198,5 139 - 25 31,13 92,25 94 103 148 157 86.25 «2,75 204 207.5 362.5 160.25 60,5 58.5 114,25 76.5 288,5 237 99,5 100 145 108,5 100,75 148.4 32 199.5 46.75 68,5 150,13 308 22,25 30,5 16,25 z 96 147,5 156,5 85.5 42.25 202 208.25 360,25 159.5 75,25 59.25 57,9 114,75 86 77,75 285,75 234.25 104,13 104,75 146 108,75 100 147 31,75 198,3 13,25 68,5 139,5 310,5 23,75 - 36,13 z 93,25 147,5 156 Banknoten Serlin, 11. Juli Seid -2)rW " Amerikanische Noteu ...... 4,17 4,19 Belgische Noten ...... 58,50 58,74 Dänische Noten ....... 111,95 112,39 Englische Noten ........ 20,33 20,41 Französische Noten....... 16,455 16.515 Holländische Noten ....... 168,02 168,70 Italienische Noten........ 22,00 22,08 9?orwegische Noten....... 111,93 112,37 Deutsch-cesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten ...... 59,20 2,475 59.44 ) '95 Schwedische Noten ....... 112,23 112.67 Schweizer Noten ....... 81,33 81 65 Spanische Noten ........ 48.97 Tschechoslowakische Noten..... 12,4 2 19 48 llngariiche Roten ...... 73,10 73^40 Deoistcimarll Berlin — Frankfurt a. Hl. 10. 3uli 1L3uh Amtliche llouerung Selb ! »rtt Amtliche Notierung «elv »rie «mit.« Rott. 168,37 163,71 168,37 168.71 Buen.-AireS 1,505 1,509 1,507 1,511 Brff-'Antw- 58,465 58,585 58,46 58,58 ffbrifrianta. 112,17 112,31 112,14 112,33 Kopenhagen 112,19 112,41 112,15 112,37 Stockholm - 112,51 112,73 112,41 112,71 HelstngforS. 10,54 10,56 10,536 10,556 Italien. . . 21,935 21,975 21,93 21,97 London. . . 20,37 20,41 20,365 20,405 Nennork . . 4,188 4,196 4,186 4,196 Paris. . . . 16,465 16,505 16,465 16,505 Schweiz . . 81,32 81,48 81,32 81.48 Spanien . 49,25 49,35 49,10 49.20 Japan . . . «io d: Jan- 2,071 2,075 2,071 2,075 0.454 0,456 0,454 0,456 Wien in T-» Ceft abgest 59,16 59,28 59,14 59,29 12,441 Prag . . . . Belgrad . . 12,426 12,446 12,421 7,423 7,437 7,423 7,442 Budapest. . 73,32 73,46 73,30 73,44 Bulaariert. 3,037 3,043 3,029 3,035 Lissabon . 18,78 18,82 18,80 18,84 Tanzig. . . 81,42 81,58 81,42 81,58 Konstantin. 1,784 1,789 1,784 1,739 Athen. . . 5,425 5,435 5,425 5,435 Tanada 4.186 4,194 4,186 4,194 UrncnaD. . 3,576 3,584 4,576 3,584 latio . . . 20,82 20,89 20,88 20,92 Nunofunkprogramm. Sie i L Frankftrrt), (Prof. Dr. v. 21 st e r, Rahmen des Kurses 3 Rennen Cie schon dos jüngfle <$rxeogni» Oer persilwerte: (D Lenkels Aufwasch«, Spül« und Reinigongsmiiiet? HamV/x Henkers IPasch- 1 IvflKv und Bleich-Seda Messer. ,.K ü n ft • bi bl bl E $ ge CT Kurses durch den Rektor ’ Dr. Brüggemann, 21.3uli, um 10 Uhr, in Universität statt. Außerdem werden im § a D 3 i t ti d 9 Sri $or Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 52 vom 11. Juli enthält: Die Ferien des Kreisaus« schusses. — Der Geschäftsgang beim Kreisamt Gie« hen. — Wanderschafherden. ist Henko für Sie tätig. Behutsam lockert es Schmutz und Flecke in der Wäsche und nimmt Ihnen die harte und umständliche Arbeit des Borwaschens ab. Für wenige Pfennige haben Sie die Annehmlichkeit, über- stüfsige Wascharbeit zu vermeiden und sich das Waschen so angenehm wie möglich zu machen. Keine Wäsche ohne Henko! 2.- lN lo und der den gen ges FL pet l«r l*i Ä l)(l findet am Montag, der Kleinen 2lula der korps sprach Oberstleutnant Wagner. Ein Tanzkränzchen auf dem Hause beschloß am Montag das in allen Teilen wohlgelungene Fest. Durch den Erwerb des Eigenheims hat nun eine Korporation, die auf eine ehrwürdige Tradition zurückblicken kann, in Gießen endgültig festen Fuß gefaßt. Damit sind zahlreiche Fäden, die zwischen der neuen Musenstadt und den Angehörigen des Corps innerhalb eines Jahrzehnts geknüpft wurden, aufs neue gefestigt worden. Gieftener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben (Bund) 8 bis 10, rote Rüben (Bund) 8 bis 10, Römischkohl 8 bis 10, grüne Bohnen 20 bis 25, gelbe Bohnen 25 bis 30, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 60, Zwiebeln 10 bis 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln, alte 4Vr bis 5 (Zentner 3,80 bis 4 Mk.), neue 6 bis 7, Birnen 30 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 20 bis 30, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 50 bis 80, Himbeeren 45 bis 50, Aprikosen 50 bis 55, Pfirsiche 55 bis 60, Pflaumen 35 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund; Tauben (Stück) 70 bis 80, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Salatgurken 20 bis 40, Einmachgurken 2 bis 5, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück, Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. * ** Neue Po st Wertzeichen. Aus Anlaß der Internationalen Postwertzeichenausstellung, die vom 12. bis 21. September 1930 in Berlin stattsindet, läßt die Deutsche Reichspost auf besonderen» Wasserzeichenpapier ein Blatt mit 4 Wohlfahrtsmarken des Jahres 1930 herstellen. Die Marken zeigen folgende Städteansichten: 8 Rpf. Aachen, 15 Rpf. Berlin, 25 Rpf. Marienwerder, 50 Rpf. Würzburg. Das Biererblatt wird in begrenzter Auflage hergestellt. Etwaige Restbestände werden nach Schluß der Ausstellung vernichtet. Die Marken des Diererblatts können zum Freimachen von Postsendungen nach dem In- und Auslande verwendet werden. Ihre Gültigkeit läuft erst am 30. Juni 1931 ab. Die au gewöhnlichem Wasserzeichenpapier gedruckten Wohl- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12. Juli 1930. Gießener Ferienkurse. Wie schon kurz berichtet, veranstaltet die Landes-Universität in diesem Jahre vom 21.3uli bis 2. August den dritten Ferienkurs für Deutsche und Ausländer, für den schon zahlreiche Anmeldungen eingetroffen sind, und für den auch in weiten Kreisen der Stadt großes 3nteresse besteht. Der Kurs behandelt in einer Reihe von zwei- bis dreistündigen Vorträgen das gemeinsame Thema „Das Reue Deutschland — Geistige Strömungen der Gegenwart" und gliedert sich in folgende Sachgruppen: „Staat und Volk" (Vortragende: Oberbibliothekar Prof. Dr. Fritzsche, Prof. Dr. G m e l i n und Mombert), „Religion und Volk" (Prof. Dr. Schumann und Steinbüchel. Provinzialrabbiner Dr. bei F v< de ft« 2 a %t bei öa trie gr Not! 3 Doc tier» (Vei nvm M Arti hn, ich N 3 N Ma 'hre leu frQnt leris che Entwicklungen" (Prof. Dr. Rauch, Privatdozenten Dr. Gerber und Z e h, l u n g e n' Gundel, Privatdozent Storch), Sander), „Sprache und Literatur" (Prof. Dr. G o e tz e und V i e t o r, Geheimrat W a l z e l, Bonn, Schriftsteller W. Deubel, .Philosophische Entwick- M sahrtsmarken des Jahres 1930 werden erst vom 1. November ob bei den Postanstalten erhältlich sein, von diesen Marken werden keine Diererblätter her- gestellt. ** Das Militär-Grohkonzert am nächsten Donnerstag, 17. d. M., in der Volkshalle dürfte, wie man uns schreibt, für die Besucher ein besonderer Genuß werden. Der erste Teil des Programms steht unter der Leitung des Musikmeisters Große vom Ausbildungsbataillon in Marburg und bringt Musikstücke von Richard und 3ohannes Strauß, Richard Wagner und G. 2krt>i. Der zweite Teil, von Obermusik- meister Löber (Gießen) dirigiert, sieht Märsche von 21. Müller, R. Henrion und M. Kämpfert owie Werke von C. M. v. Weber und E. Grieg und ein großes chronologisches Potpourri von Kaiser-Hackenberger vor. Die Eintrittspreise, die absichtlich niedrig gehalten sind, sollÄ» es der Allgemeinheit ermöglichen, das Konzert zu beuchen. Die Plätze des ersten Platzes sind numeriert, so daß jeder seinen Platz auch bestimmt vorfindet. Vielfachen Wünschen entsprechend ist Restauration vorgesehen. Der Vorverkauf hat bereits gut eingesetzt; es dürfte sich empfehlen, sich rechtzeitig Karten zu besorgen, da deren Zahl eine beschränkte ist. (Räheres ist aus dem Inseratenteil der heutigen Rümmer zu ersehen.) ** Diehmärkte in Gießen. Am Dienstag, 15. Juli, findet in Gießen Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt; am Mittwoch, 16. Juli, ist Schweinemarkt. Auf de»n Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. (Näheres in der heutigen Bekanntmachung.) ** Bon der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft wird mitgeteilt, daß sich Leutnant Hans Dreher von der 3. Kompanie 15. Jnf.-Regts. mit Erfolg der Prüfung zur Er« langung des Lehrscheins der DLRG. unterzogen hat. Beigeordneter Dr. Hamm). Die Eröffnung des ..... “ der Universität, Prof. und Detriebsmaterialien, 21,37 Holz und 0,94 Millionen Mark Waldungen. Unter den Debi toren von 45,21 Mill. Mk. befinden sich 11,30 Bankguthaben und 2,06 Mill. Mk. Guthaben bei Tochtergesellschaften, während von den Kreditoren von 32,51 Mill. Mk. 2,67 aus Bankschulden und 81,12 Mill. Mk. auf Schulden an Tochtergesellschaften entfallen, unter letzteren 15,95 Mill. Mk. an die finnische Tochtergesellschaft in Kexholm. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird dahin ergänzt, daß die Aufsichtsratstantiemen mit 445 579 Mk. und laufende und aus dem Vorjahre rückständige Steuern mit 4,17 Mill. Mk. angegeben werden. Der Ertrag aus Effekten und Beteiligungen stellte sich auf 448 425 Mk. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 11. Juli. Tendenz: geschäfts- los. — An der Abendbörse herrschte zwar fast voll- kommene Geschäftsstille, doch konnten sich die Kurse im allgemeinen gut behaupten. Vereinzelt wurden kleine Deckungen oorgenommen. Aku lagen 1 v. H. höher. Außerdem bestand für Reichsbahnvorzüge wieder einiges Interesse, ohne daß der Kurs weiter anziehen konnte. Auch J.-G.-Farben blieben unver- ändert. Renten still. Neubesitzanleihe 8,75, Adca 111, Commerzbank 138, Danatbank 200,50, Dresdner Bank 131,50, Reichsbank 255,75, Gelsenkirchen 125, Aschersleben 202,50, Mannesmann 94,50, Otcwi Minen 42, Phönix 86, Rheinstahl 101,75, Aku 105, AEG. 150,50, Chade 323, Scheideanstalt 144, Dt. Linoleum 198,50, Licht & Kraft 147, J.-G.-Farben 159,50, Holzmann 86,50, Miag 93 bis 94, Rütgers- werke 578, Zellstoff Aschaffenburg 108, Waldhof 146, Reichsbahn-Vorzug 96,45. verschiedene künstlerische Veranstaltungen geboten. Am Sienstag, 22. 3uli, trägt Prof. G u st a v Frey tag, München, der durch seine Faustrezitation vom Vorjahr her noch rühmlichst bekannt ist, eine Auswahl deutscher Lyrik des 20. Jahrhunderts vor. Am Donnerstag, 24. 3uli. findet im Physikalischen 3nstitut der Universität eine Filmvorführung „Die Stadt von morgen" statt, zu deren Erläuterung Beigeordneter Dr. Hamm einen Vortrag über modern-n Städtebau hält. Am Donnerstag, 31.3uli, liest die Schriftstellerin 3solde Kurz aus eigenen Werken. Für die am Dienstag, 29.3uli, stattfindende Theatervorstellung hat die 3ntendanz in entgegenkommender Weise den großen Erfolg der vergangenen Spielzeit, die Komödie „3n der Iotzannisnacht" mit Frau 21. Prasch-Gre- venberg als Gast auf den Spielplan gesetzt. Außer Teilnehmerkarten für den ganzen Kurs werden für den Besuch von Einzelvorträgen besondere Karten ausgegeben. Die Mitglieder des Goethebundes erhalten auch auf alle Karten Ermäßigung. Das genaue Programm nebst Stundenplan ist in den hiesigen Buchhandlungen, in der Musikalienhandlung Challier, sowie bei der Geschäftsstelle des Ferienkurses, Bismarckstr. 22, Sekretariat der Universität, einzusehen. Ein Auszug aus dem Programm der ersten Woche ist in der Anzeige der heutigen Rümmer enthalten. Daten für Sonntag. 13. Juli. 1816: der Dichter Gustav Freytag zu Kreuzberg in Schlesien geboren; — 1870: Unterredung zwischen König Wilhelm von Preußen und Bene- oetti in Bad Ems; — 1874: Attentat Kullmanns auf Bismarck in Kissingen; — 1878: Ende des Berliner Kongresses; — 1889: der österreichische Dichter Robert Hamerling in Graz gestorben; — 1896: der Chemiker Friedrich August Kekulö von Stradonih gestorben. Daten für Montag, 14. Juli. Sonnenaufgang 3.58 Uhr, Mondaufgang 22.17 Uhr. — Sonnenuntergang 20.12 Uhr, Monduntergang 7.22 Uhr. 1789: Sturm auf die Tuilerien (Französischer Rationalfeiertag); — 1816: der Kulturhistoriker Graf Gobineau geboren; — 1929: der Historiker Hans Delbrück in Berlin gestorben. 80. Stiftungsfest und Hausweihe des Corps Silvania. 3n den letzten Tagen konnte, wie man uns schreibt, das. Corps Silvania sein 8 0. Stiftungsfest feiern. Am 3. 3uli 1850, an der ehemaligen forstlichen Hochschule zu Eisenach, gegründet, bestand das Corps dort bis-zum Ausbruch des Weltkrieges. Als nach dessen Beendigung die Forstakademie aufgehoben wurde, sah es sich genötigt, an eine andere Hochschulstadt mit forstlicher Fakultät überzusiedeln, um seinen forstlichen Charakter, seiner Ueberlieferung gemäß, auch weiterhin beibehalten zu können, obwohl ein Fachprinzip nie bestand. Die Uebersiedelung nach Gießen erfolgte im Wintersemester 1920/21, wo das Corps trotz Rachkricgsnöten und 3n- flation neue Wurzeln schlug. Dank der großen Opferwilligkeit seiner starken Altherrenschaft konnte das Anwesen Kaiserallee 81 im Wintersemester 1929/30 erworben werden. Rach gründlicher Renovierung wurde zu Beginn des Sommersemesters der Aktivitas ein Heim übergeben, das, liebevoll und ztveckentsprechend ausgestattet, dieser eine Stätte der Arbeit und Erholung sein soll. 3n Verbindung mit dem 80. Stiftungsfest fand jetzt die feierliche Hausweihe statt. Aus allen Gauen Deutschlands, selbst aus dem Auslande, waren die Alten Herren in großer Zahl erschienen. Dem Begrühungsabend schloß sich ein Festball in den Räumen des Klubs an. Zur Hausweihe mit anschließendem Festkommers überbrachte im Auftrage seiner Magnifizenz des Rektors der Leiter des Forstinstituts, Prof. Dr. Borgmann, die herzlichsten Glückwünsche der Landesuniversität. 3m Ramen des OffizierSonntag, 13. Juli. 7.15 bis 8.15: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier. 10: 3m Altersheim: Mikrophonreportage. 10.30: Pädagogischer Rundfunk. 11: Stunde des Chorgesangs. 12: Zitherkonzert. 12.40: Solitude-Rennen 1930 (A. D. 21. C.). 13: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskommer Wiesbaden. 13.10: Blas-Konzert. 14: Stunde der Jugend. 15: 600-3ahrfeier der Stadt Simmern. 15.30: Stunde des Landes. 16: Konzert. 17.40: „Die Idee des faschistischen Staates", Vortrag von Dr. Hartmann. 18.40: Berühmte Reden. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Kabarett auf Schallplattcn. 20: Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22: Komponisten über Komponisten. 23: Tanzmusik. Montag, 14. Juli. 5.55: Wettermeldung. 6: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 8.15—9.15: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericyt. 12.15: Wetterbericht: 12.20: Konzert. 12.55: Rauener Zeitzeichen. 13: Schallvlattenkonzert. 14: Werbekonzert. 15.50: Wirtschaftsmeldungen. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16 bis 17.45: Konzert. 18.05: „Der Wettbewerb zwischen Eisenbahn und Kraftwagen", Vortrag von Syndikus Flach. 18.35: „Ein Besuch bei Mussolini und seinen Mitarbeitern", Vortrag von Dr. Hartmann. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Liederstunde Ture Ara. 20.15: Literarische Stunde. 20.45: Konzert. 22.30 bis 23: Briefkasten. Dienstag, 15. Juli. 5.55: Wettermeldung. 6: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldung. 8.15 bis 9.15: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Wcrbekonzert. 15: Haus- frauen-Rachmittag. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: „Holland und seine Kolonien im fernen Osten". 18.35: Vortrag. 19.05: „Deutsche und europäische Kolonialprobleme". 19.30: Sarophon-Konzert. 20.30: Fahrendes Volk, eine Hörfolge. 21.30: 2000 3ahre auf der Schall- vlatte. 22.30: Lukian, vorgetragen vonDr.Albert Ehrenstein. Mittwoch, 16. Juli. 5.55: Wettermeldung. 6: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.30 bis 8.30: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde der Jugend. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: „Die Geschichte der Fremdenlegion". 18.35: Wiederentdeckte Schwabendörfer in Ungarn. 19.05: „Auf unbetretenen Pfaden durch Borneo", Vortrag von Dr. Erath. 19.30: Dialektabend: Frankfurt a. M.—Stuttgart. 20.35: Englisches Konzert. 22: Schallplattenplauderei. Donnerstag, 17. Juli. 5.55: Wettermeldung. 6: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.30 bis 8,30: Konzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde der 3ugend. 15.55: Wirtschaftsmeldungen. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Rachmittagskonzert. 17.55: Zehn Minuten Wanderratschläge des Taunusclubs. 18.05: Zeitfragen. 18.35: Geschichten. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Menschen auf Reisen. 22.15: Moderne Musik. Jrellag, 18. Juli. 5.55: Wettermeldung. 6: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wetterbericht. 7.30 bis 8.30: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Promenadenkonzert. 13: Schallplattenkonzert. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Rachmittagskonzert. 18.05: „Buch und Film". 18.35: „Leuchtende und dunkle Rebel im Weltraum". 19.05: „Der moderne europäische Roman: Italien", Vortrag von Dr. Gutkind. 19.30: Unterhaltungskonzert. 20: Gespräche im Weltenraum. 20.30: Anläßlich der Rheinlandbefreiung: „Wilhelm Tell", Schauspiel von Schiller, begleitende Musik von Beethoven. 23.20: Tanzmusik. Samstag, 19. Juli. 5.55: Wettermeldung. 6: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wetterbericht. 7.30: bis 8.30: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Schallplattenkonzert. 13.20: Leichte Musik. 14.30: Stunde der Jugend. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: „Das alte und das neue Moskau". 18.35: Stunde der Arbeit. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Handharm onika- Konzert. 20.30: Gericht in Ost und West. 21.30: Bunte Stunde. 22.30: Unterhaltungskonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 13. Juli. 4. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Repetent Mag. Falk; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Becker.— Johannes- kirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfarrvikar Müller; 11: Kinderkirche für die Lukas« gemeinde; Pfarrvikar Müller; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrer Lenz. — Petrusgemeinde. 9.45: Waldgottesdienst im Bergwerkswald; Pfarrer Lic. üßaas. — Neue Aula der Landesunioersität. 11.15: Universitätsgottesdienst; Professor Dr. Rudolph. — Klein- Linden. 9: Hauptgottesdienst mit Christenlehre der männlichen Jugend; 10: Kindergottesdienst.— Alten- Buseck. 10; 1. — Hausen-Garbentelch. 10: Hausen; Christenlehre; 13: Garbenteich. — wahenborn-Stein- berg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.50: Festgottesdienst anläßlich des städtischen Jugendfestes; Pfarrvikar Draudt. In beiden Gottesdiensten Kollekte für das Elisabethen- stift. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die männliche Jugend; 13.30: Mainzlar. Katholische Gemeinden. Samstag, den 12. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 13. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 14. Juli. Cau6ad). Jahrgedächtnis für Margarete Lamm. Mittwoch, den 16. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: kleine Messe. Verantwortlich für Lokales: 3.23.: Dr. Thyriot. Sonntagsdienst d.Äerzte u.A"otvekcn am 13.7.30 Dr Neumann-Spengel. Dr.Schaffer. Engelapolheke. Ialmarzt: Dr. Schlittler.__________ Die Feuerwehrgerälefabrik Carl Meß, Karlsruhe (Baden) hat für die Stadt Lissabon 29 Feuerwehr- automobile auf Mercedes-Benz-Chassis und 15 Kleinmotorspritzen zu liefern. Ausschlaggebend für die Auftragserteilung war die ausgezeichnete Konstruktion und die erstklassige Qualität der Fabrikate.^ v