w ß RI 466* «.V /466JV / Z Kah tiger r^Ki/iügir xneinan- *”5 «aert des llaal der it-2ll>tn6 r QMh. Kabarett. Wloto* m hm ist. Dar Mittel brr leichter und e vor allem euch nimmt, hwasier bei -1 Eimer «n Krusten, in Dreeden e-Stand nur '■ Konzert 0 bi« 10 : Schall- imlich. H; Stuttgart: IM. 18.05: Will von Dr. eit: ,®o8 ton 6t)n« in Dies- icht. 19.30 stnS. 21: 123: Hei- dnabend' Vrchefin. ehenS der 22; 3on M»S 1 Sie br£ ffl. t tmrfy AlÜMd Lvlennech jttüafltm» besuch der om, Wl it Sijillen. Äoiuerl ^Schall- n. IS bis schct An- rS. 18.05: r«tlen «tdes •Hon )n und °chtunz ; Hm! 4!tuxu 'Statt-' Wr*. Ma- «biä .Äonjttt Hi 14.30-, Werken. der n. 16 bis Mtdrs • 18.35: ■ indische QEr)d)etnt iSgl'ch.autzer Sonntags und Feiertag». Setlaaen. Dee Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatsxBeiogsprtls: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- toeinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüsie unterSammelnummer225l Sn|d)rift für Drahtnach- richten »njeiger Stehen. poßfchecNonto: firanffurt am Main 11686. Annahme von Bnjetacn für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher. prelr für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Ur HO Erstes Blatt ISO. Fahrgang IHontag, 12. Illai 1950 GieMer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drnd und Verlag: Vrühl'fche Univerfilülr-vuch- und 51e!ndruckerei R. Lange in Giehen. Zchnflleitung und Gefchäftzftelle: Zchulfttahe 7. Zenirumspoliiik in Preußen. Ein befriedigendes Factt. - Warnung an die Sozialdemokratie im Reich. - Krisis der Weimarer Koalition. 1. Juli an verdoppelt werden. Aus sozialen Gründen werden aber den Wünschen des Zentrums entsprechend für den leistungsschwachen Hausbesitz Milderungen eingefügt werden Diese sollen denjenigen Hausbesitzern zugute kommen, die in ihrem eigenen Hause Wohnoder gewerbliche Räume benutzen. Auch für Wohnungen, die ohne Schuld des Hausbesitzers Berlin, 11. Mai. (CAB.) Der »Sozial- , demokratische Pressedienst" brachte am 2. d. M. eine Rotiz aus der Feder »eines Zentrumsmannes". Darin hieh es u. a., dah »kaum ein Tag vergehe, ohne dah der von einem Privatmann herausgegebene sogenannte »Pressedienst der Zentrumspartei" nicht unter irgendeinem Vorwande einen Angriff gegen das Reichsbanner richte, dah diese Aeuherungen »unmahgebliche Auslassungen eines kleinen Zeitungsschreibers wären' usw. Wörtlich hieh es dann weiter: »Es kläfft nun schon seit Wochen, ohne dah sich auch nur eine mahgebende Instanz des Zentrums um sein Geschrei gekümmert oder gar danach gehandelt hätte. Tatsächlich denkt man im Zentrum gar nicht daran, den Zentrumsmitgliedern den Austritt aus dieser Organisation zu empfehlen, weil dieser Empfehlung niemand Folge leisten und man nur tauben Ohren predigen würde." _ _ Zu diesen Auslassungen erhält die »Derrn a n i a" aus Kreisen des g e s ch ä f t s s ü h r e n- den Reichsparteivorstandes der Deutschen Zentrumspartei nachstehende Erklärung: „Die Reichsparteileitung der Deutschen Zentrums- Partei legt Wert darauf, zu bekunden, dah dieser „Zentrumsmann" des Sozialdem. Pressedienstes keinerlei Mandat hat und haben kann, im Ramen der Reichsparteileitung oder irgendwelcher sonstiger Instanzen der Zentrumspartei zu sprechen oder deren Meinung zu interpretieren. wenn der „Pressedienst der Deutschen Zentrumspartei" in der letzten Zeit verschiedentlich, und zwar nicht etwa unter irgendeinem Vorwand, sondern auf Grund besonderer Vorfälle, ernste und dringliche Mah - leer stehen, sollen diese Milderungen eintreten. Der Umfang der Erleichterungen wird nach Ortsklassen gestaffelt. Die Regierungsparteien werden ein Initiativgesetz beantragen, das sofort nach Wiederzusam. mentritt des Landtages am 19.Mai dem Haupt- ausschuh überwiesen werden soll. Die Neuregelung wird sich in einer 4 - o.h.- Erhöhung der gesetzlichen Miete auswirken. Zentrum und Reichsbanner. Die Grubenkatastrophe bei Bienenburg. Schienenstränge bei Vienenburg, wie zu einer Berg- und Talbahn verzerrt. n u n g c n an die Leitung des Reichsbanners hat ergehen lassen, so entsprach dieses Vorgehen den Intensionen der Parteileitung. Auch sie stellt mit grohem Bedauern fest, dah örtliche Reichsbannerorgani- sationen oder Redner in Reichsbannerversamm- lungcn, namentlich feit der Umbildung der Reichsregierung, ein Verhalten an den lag legen, das m i t einem überparteilichen Charakter in fchrof- fem widerfpruch stehl. Die Reichsparteileitung der Deutschen Zentrumspartei hat bislang ihren Anhängern die Zugehörigkeit zur Organisation des Reichsbanners f r e i g e st e l l t. Sie hat von sich aus weder den Beitritt empfohlen noch von ihm abgeraten. Bei einer weiteren Entwicklung des Reichsbanners im Sinne einer ausgesprochen sozialdemokratischen Organisation würde sie allerdings diejenigen Folgerungen ziehen müssen und es auch tun, die sich nach gewissenhafter Prüfung der Sachlage für sie ergeben. Ob sie dann „tauben Ohren predigen" und „niemand" ihrem Rufe Folge leisten würde, das würde sich bann ja zeigen. Einstweilen wird es Sach- der Leitung des Reichsbanners sein, das Rotwendige zu tun, um den statutarisch vorgeschriebenen Charakter der Organisation allerorts auch dann sicherzustellen, wenn die Sozialdemokratie nicht mit den anderen im Reichsbanner heute noch vertretenen Parteien in einer Regierung ist. Irn Hinblick hierauf bestehen die Mahnungen und Warnungen des „Pressedienstes der Deutschen Zentrumspartei" zu Recht und sind keineswegs .ein Spiel auf eigene Fau st." Berlin, 11. Mai. (WTB.) Das preuhische Zentrum trat heute im ehemaligen Herrenhaus zum 4. preuhischen Parteitag zusammen, auf dem Dr Heh als Vorsitzender der Landtagsfraktion den Bericht über die politische Lage in Preußen erstattete. Die sogenannte Länderkonferenz habe Klarheit darüber geschaffen, daß für eine Reuaufteilung des Reiches und Z ersch lag ung Preußens eine parlamentarische Mehrheit nirgends zu haben ist. Die Zentrumssraktion de« Landtages bleibe bei ihrer Ueberzeugung, daß es für Deutschland kein Segen wäre, wenn man versuchen wollte, an feiner Struktur etwas Wefentliches zu ändern. Der staatspolitische Aulbau der jungen preußischen Republik habe sich ruhig und stetig vollzogen. Bei der ewigen Un- ruhe im Reich sei es von unberechenbarer politischer Tragweite gewesen, dah die Kurve der politischen Linienführung in Preußen von Fieber- schwankungen so gut wie freigeblieben sei. Die preußische Zentrumssraktion orientiert sich grundsätzlich natürlich zunächst an den Verhältnis! en in Preußen selbst. Anderseits möchte ich allerdings auch keinen Zweisel darüber lassen, dah die Orientierung unserer Politik in Preußen ebenso gut durch andere Umstände beeinflußt werden kann. 3n weiten streifen der Zentrumspartei wird augenblirflid) die Frage erörtert, wie die preu- hifche Zentrumsfraktion sich zu der Oppofi- lion der Sozialdemokratie im Reich gegen das Kabinett Brüning zu stellen gedenke. Cs wird wohl nicht verkannt werden können, dah fowoht der Mangel an Verantwortungsgefühl bei der Sozialdemokratie im Reich, wie auch die rürf- fich« »lofe Form der Opposition, die seit Wochen in der ganzen sozialdemokratischen Presse getrieben wird, für das staatspolitische Zusammenarbeiten der jetzigen Koalition in Preuhen zum mindesten nicht förderlich ist. Es muh durchaus anerkannt werden, dah der preuhische Ministerpräsident für die von uns erhobenen Beschwerden alsbald volles Verständnis bekundet hat. Ob seine Einsluhnohme nach dem Reich hin von Erfolg begleitet fein wird, bleibt abzuwarten. Der große Erfolg des Zentrums war das Konkordat. Der Zentrumspartei ist es hier zum ersten Male in ihrer stolzen Geschichte vergönnt gewesen, eine große parlamentarische Aktion in unmittelbarer Verbindung und in engster Gemeinsamkeit mit dem Heiligen Stuhl durchzukämpsen. Der sozialdemokratische Kultusminister in Preußen ist ein unbequemes Minus, wenn dies auch gegen das überragende Plus des Konkordates in den Hintergrund zu treten hat. Solange der deutsche Katholizismus sich eine starke politische Vertretung zu wahren versteht, dürste es ausgeschlossen erscheinen, daß man über die Respektierung berechtigter Ansprüche der katholischen Kirche zur Tagesordnung überzugehen versucht. Die Dolkspartei habe es sich selbst zuzuschreiben, wenn die bestehende Koalition förmlich zusammengeschweißt wurde gegen eine ziffernmäßig fast gleich starke Opposition. Zu stürzen sei sie nicht, es sei denn durch sie selbst. Andererseits könne sie auch nicht als ein vollbefriedigender Zu st and an- gesprochen werden. So wie die politischen Macht- Verhältnisse in Deutschland gelagert sind, wäre im allgemeinen die Form der Großen Koalition das Vernünftigste. Zum Schluß kam der Abgeordnete Heh noch einmal auf die systematische Agitation der Sozialdemokraten gegen das Kabinett Brüning und aegen die Person des Reichskanzlers zu sprechen. Auch der preuhische Ministerpräsident Braun, gcwih ein Staatsmann von Format, habe sich mit Ernst aegen diese unpolitische Hetze gewandt, aber der Appell Brauns, der offenbar in erster Linie an die f031 al- demokratische Presse gerichtet worden sei, sei von dieser in keiner Weise befolgt worden. Auch unsere Gutmütigkeit hat ihre Grenze. Wenn es der sozialdemokratischen Parteileitung nicht gelingt, ihre Presie auf eine einheitliche und gesunde Staatspoliiik umzu- flellen, bann können wir letzten Endes auch nicht mehr mitmachen. Es muh an dieser Stelle allen Ernstes betont werden, dah wir das Gefühl haben, als wenn die Koalition in Preuhen durch bie fozialbemokra- tifche Preffe auseinandergetrie- b e n werben folle. Oie Deckung des Defizits in Preußen. Bierprozentige Mietsteigerung. Berlin, 10. Mai. Die interfraktionelle Sitzung der Regierungsparteien im Preußischen Landtag führte zu dem Ergebnis, daß der Vorschlag des Finanzministers zur Deckung des Etatsdefizits grundsätzlich Annahme fand. Die ®rUnvermögens ft euer wird also wahrscheinlich vom Kann Vienenburg gereitet werben? Berlin , 11. Mai. (CRB.) Zwischen der Preußischen Bergwerks- und Hütter-AG., der das durch ' den Wassereinbruch schwer beschädigte Kalibergwerk Vienenburg gehört, und dem zuständigen Ministerium finden eingehende Verhandlungen über das weitere Schicksal des Bergwerks statt. Auf die Rachricht von dem Unglück war der Generaldirektor der »Preussag , Geh Rat Röhrig, mit seinen technischen Mitarbeitern sofort nach Vienenburg gefahren und hat unter Hinzuziehung von Vertretern des Oberbergamts und der Geologischen Landesanstalt persönlich die Verhältnisse untersucht. Rach seinen Berichten besteht die Hoffnung, wenigstens den Schacht!!! zu retten, eventuell auch Schacht II wieder in Betrieb zu setzen, da zunächst kein weiterer Einbruch von Wasser mehr festzustellen war Das Schicksal des Schachtes! ist weniger wichtig, da dieser Schacht schon seit längerer Zeit stillgelegt war^ Für den preußischen Staat, der Besitzer der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG. ist, stehen Mtllto- nenwer te aus dem Spiel. Das Werk Vienenburg dürste in der Preussag-Bllanz nut etwa 15 Millionen Mark zu Buche stehen. Von den Ingenieuren der Preussag sind Messungen und Untersuchungen der weiteren Umgebung Vienenburgs vorgenommen worden. Dabei hat sich herausgestellt, dah der Wasser- einbruch durch den Okerfluß verursacht worden ist, der in der Rähe des brockens entspringt, und der bei der Ortschast Wiedelah seit einigen Tagen versiegt ist. Offenbar hat Querschnitt durch ein Kalibergwerk. (Ganze Schachte eines solchen Bergwerks bei Dienen, bürg wurden durch den Erdrutsch völlig unter Wasser gesetzt.) das Flüßchen eine unterirdisch« Höhlung in der Rähe der Gruben ungefüllt, so daß das Wasser von dort sich einen Durchbruch nach dem Schacht I gesucht hat. Die Frage ist nun, ob es gelingen wird, eine Umleitung der Oker herzustellen oder die Ein- bruchssteue derartig nach unten hin abzudämmen, dah in Zukunft weitere Durchbrüche des Flusses vermieden werden können. Die Grubenleitung soll entschlossen sein, die Rettung der Schächte unter allen Umständen zu versuchen. Ob der Betrieb eingestellt werden muh oder aufrechterhalten werden kann, wird davon ab» hängen, ob die Riesenzuflüsse von Wasser sich sortsehen oder sich von selbst verstopfen. Die Veränderungen werden fortlaufend untersucht. Daß ein Wassereinbruch in solcher Form auftreten'tonnte, kommt daher daß von den Anlegern des Bergwerks seinerzeit Fehler gemacht worden sind. Die Gesellschaft ist erst 1906 vom preußischen Staat übernommen worden. Heute würde man die Schächte ganz anders anlegen, als si« damals angelegt worden find. Die Preussag hat versucht, die Schächte gegen eventuelle Wassereinbrüche abzudichten. Der Wassereinbruch ist darauf zurückzuführen, daß der S a n d st e i n , der an sich die Wasserzuflüsse regelt und nicht mehr als höchstens fünf bis zehn Liter pro Minute durchlößt, von den Anlegern der Grube an mehreren Stellen verletzt worden war, so daß er nicht mehr genügend Schutz bot. Das Wasser drang bis in die tiefste Sohle durch und erreichte so nach Der- nichtung des Schachtes I auch die Schächte II und III. Der heutige Befund spricht dafür, daß sich die Wasserzugänge verstopft haben, daß es also gelingen wird, die Schächte II und III zu retten. Die Gefährdung des Eisenbahnbetriebes, die infolge des Unglücks herbeigeführt ist, kam daher, daß Erdfälle besonders im Bereich des Schachtes I eingetreten sind, die zu einer teilweisen Zerstörung der Güterbahnstrecke bei Vienenburg geführt haben. Man wird dazu Übergehen, die Strecken wieder freizugeben mit Ausnahme der Güterstrecke, die erst instandgesetzt werden muß. Die Belegschaft des Bergwerks wird in einer erheblichen Zahl bei den Abdichtungsarbeiten von Schacht III zu Schacht II, bei den Aufräumungsarbeiten und auf den benachbarten Werken der Preussag beschäftigt werden, so daß eine allgemeine Arbeitslosigkeit nicht befürchtet zu werden braucht. Neuer Wafferembruch. Berlin, 12. Mai. (CRB.) Die der „Montag" aus Bienenburg berichtet, ist nach den neuesten Feststellungen das Dasser in Schacht II des Kalibergwerkes wieder um etwa 80 cm gediegen. Auch ist auf der großen Einbruchstelle am Schacht I ein Nachschub von etwa 100 c b m Erde erfolgt. Man hat begonnen, an bet Einbruchstelle bas Erdreich durch Sprengfdjüffe zu lösen und in die liefe zu senken, um seslzuslellen, ob roei- tere Senkungen erfolgen. Die Brunnen im ganzen Kreise Bienenburg sind versiegt. Der Haupt- trichter an der Schachtstraße hat sich nach unten geöffnet Bon dem hineingestutzten Kraftwagen ist nicht mehr viel zu sehen. Am „Finkenherd" ist ein neuer Lrdstur; erfolgt Das ösL, liche Gleis am Rangierbahnhof hak sich gesenkt. Der gesamte Vcchnverkehr über Vienenburg ist seit Sonntagnachmittag um 5 Uhr von der Reichsbahndirektion wieder freigegeben worden, mit Ausnahme der zerstörten Gütsrverkehrsstrecke Vienenburg—Grauhof. ____________ Erhöhung der Gütertarife bei -er Reichsbahn. Das Schicksal der Personentarife noch unbestimmt Berlin, 10. Mal. (MTB.) Das Reichskabinett stimmte in seiner heutigen Sitzung der Vorlage der Reichsbahnverwaltung aus Aende- rung des Stückgut- sowie des Expreß- gut- und Gepäcklarifs zu Die beantragte Erhöhung der Wagenladungstarife und der Zeitkarten des Personenverkehrs wurde abgelehnt. Zu dec vom Reichseisenbahnrat angeregten orga- nischen Erhöhung der personenlarife des allgemeinen Verkehrs wartet dos Reichskabinett das Ergebnis der Prüfung durch die Reichsbahn ab. Also die Befürchtung, daß noch vor Anbruch des Sommers eine allgemeine Erhöhung der Personentarife der Reichsbahn in die Erscheinung treten könnte, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr hat das Neichskabinett zunächst nur eine Aenderung der Tarife im Stückgut-, Expreßgut- und Gepäckverkehr genehmigt, es will dagegen den neuen Personentarif, der zur Zeit durch den Tarifausschuß der Reichsbahn ausgearbeitet wird, abwarten und dann e r ft zu der Frage Stellung nehmen, ob auch diese Tariferhöhungen genehmigt werden sollen. Die Reichsbahn selbst ist für eine Hinauf- setzung der Fahrpreise im Personenverkehr bisher nicht zu haben gewesen, weil sie sich davon keine Vorteile verspricht. Der Reichseisenbahnrat hat aber eine andere Stellung eingenommen und auch die Unterstützung des Reichsverkehrsministers gefunden. Für die Reichsbahn bedeutet der Beschluß des Reichskabinetts zunächst nur eine Einnahme- erhöhungum50bis60Millionen Mark. Es müssen aber noch Mehreinnahmen in Höhe von 90 bis 100 Millionen erzielt werden, um das Defizit der Reichsbahngefellschaft aus der Welt zu schaffen. Die Lösung des Roggenproblems Minister Schieles Programm Berlin, 10. Mai. (ERB.) Reichsminister Schiele schreibt in der „Deutschen Tageszeitung" über die „Lösung des Roggenproblems". Bisher hat Deutschland selbst bei günstigem Ernteausfall noch eine Zufuhr an ausländischem Futter- get reibe von 2% Millionen Tonnen gehabt. Der Roggenüberschuß hat bisher höchstens 1,5 Millionen Tonnen betragen. Hieraus ergibt sich die Schlußfolgerung: Steigerung des Roggenoerbrauches zur Viehfütterung unter Fernhaltung überflüssigen Export- ge t r e i b e s. Die Roggenfütterung bietet große Möglichkeiten. Der Motor für die Verwendung des Roggens darf nicht staatlicher Zwang, sondern braucht nur ausreichender Verfütterungsanreiz zu sein. Dieser liegt in einem zweckmäßigen Preisverhältnis von Roggen zu den anderen Futtergetreidearten, insbesondere Gerste und dem Mais. Dieses Preisoerhältnis ist inzwischen schon wesentlich zugunsten des Roggens beeinflußt worden. Außerdem kann durch das Brotgesetz ein Mehrverbrauch von Roggen für Nahrungszwecke gesichert werden. Eine günstige Ernte darf nicht wieder wie im verflossenen Jahr zum Verhängnis der Landwirtschaft werden. Die Regierung ist entschlossen, dieses Unheil abzuwehren, und scheut hierbei selbst vor dem Einsatz außergewöhnlicher Mittel nicht zurück Oie Befreiung der W rifchast Moldcnhaner über die Reform der öffentlichen Verwaltung. F o r st (Lausitz), 11. Mai. (ERB.) In Forst sprach Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer über finanztechnische Fragen. Die Realsteuern, insbesondere die Gewerbesteuern, drohen den Mittelstand zu erdrücken, dazu kommt die übermäßige Höhe der sozialen La st en. Erstes Ziel der Finanzpolitik muß es sein, den unerträglichen Steuerdruck zu mildern. Vorbedingung dafür ist eine bereinigte Kassenlage des Reiches. Neue Steuern sind zu diesem Zwecke unerläßlich. Durch Erhöhung der indirekten Steuern werden die erforderlichen Mittel be- schafft. Die von der Sozialdemokratie lange Jahre verfochtene Theorie von der unsozialen Wirkung indirekter Steuern hat sich überlebt. Für das Jahr 1931 liegt ein a u f 6 0 0 Millionen genau beziffertes Versprechen für eine Steuersenkung vor. Dieses Versprechen kann eingelöst werden und stärkt die Position des Reichs- finanzministeriums gegenüber unberechtigten erhöhten Anforderungen des Reichstages. Notwendig ist ferner eine Beschränkung des Etats- bewilligungsrechtes des Reichstages in dem Sinne, daß ein Ueberfchreiten der Regierungsoorfchläge unzulässig ist, wie es praktisch schon im Reichskabinett geübt wird. Für dieses Recht sowie für das Vetorecht des Reichsfinanzministers wird die Regierung mit aller Energie und Konsequenz eintreten. Hand in Hand mit diesen Maßnahmen muß eine vernünftige Sozialpol i- t i k gehen. Das Problem der Erwerbslosigkeit muß an der Wurzel gefaßt werden. Man muß die Wirtschaft beleben und Arbeit schaffen. Dazu soll das von Der Sozialdemokratie als reaktionär bekämpfte Ost Programm helfen. Mit der allgemeinen Ausgabensenkung des Reiches muß parallel eine solche in den Ländern und Kommunen gehen. Angestrebt wird eine Aus- gabenoemunberung, Zusammenlegung von Behörden, Beseitigung überflüssiger Dienststellen. Eine Rationalisierung ber Verwaltung muß sich aber auch auf die Länder und Kommunen er st recken. Geplant ist ferner die Erhebung einer bürgerlichen Abgabe im prozentualen Verhältnis zur Ge- werdesteuer. Damit ist man bei dem letzten großen Ziel ber Reichsreform angelangt. Der Dualismus Preußen —Reich muß bahin eine Lösung finden, daß Deutschland ein einheitlich regiertes Land wirb. Eine Audienz bei Mussolini. Oer Ouce über das deuisch-iialienische Verhältnis. - Das faschistische System eine autoritäre Demokratie. — Auer der Faschismus kein Exportartikel. Berlin, 10. Mai. (ERB.) Das „B.T." veröffentlicht eine Schilderung feines Chefredakteurs über eine Audienzbei Mussolini in dessen Arbeitszimmer im Palazzo Venezia. Mussolini sprach realpolitisch, gar nicht phantastisch, gar nicht renornmistisch, gar nicht herausfordernd, gar nicht durch nationalistische Eitelkeit verblendet, mit sehr klarer Erkenntnis der gegenwärtigen Tatsachen. Der Volksführer konnte die anfeuernde Fanfare für nötig halten, der Staatsmann erwägt, prüft und überlegt sehr genau. Er beurteilte auch bie Beziehungen, die zwischen Italien und Deutschland bestehen können, mit ruhiger Nüchternheit. Er sagte, er wünsche freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland, aber das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien sei im Grunde gekennzeichnet durch eine „politische Indifferen z". Die Meinung herrsche vor, man könne eigentlich nur wenig gemeinsam tun. „Ich wünsche, wie ich schon gesagt habe, gute Beziehungen zu Deutschland, und gewiß gibt es Fragen, in denen wir zusammengehen können. In derAbrüstungsfrage beispielsweise — auch in der Frage der ft o l o - nialmanbate mühte wenigstens der prinzipielle Standpunkt der gleiche fein. Dann auf dem Gebiete des Güteraustausche», im Handelsverkehr. Italien ist vorwiegend ein landwirtschaftlicher Produzent, Deutschland hat seine große Industrie." Ich bemerkte: „Unsere Agrarier würden da vielleicht nicht mitmachen wollen." Er für seinen Teil hielt es anscheinend nicht für unmöglich, über solche widerstände Hinwegzukommen. Auf innerpolitische Fragen übergehend, meinte Mussolini: „Ich bin auch Demokrat — allerdings ein autoritärer Demokrat." Was hat man nicht alles über mich erzählt! Eigentlich kann es uns ganz gleichgültig sein, was man über uns sagt und schreibt. Man schafft die Tatsachen, das, was wir tun, d i e Leistungen, die wir vollbringen, nicht durch Wegleugnen aus der Welt Was wollen wir denn? Wir schaffen die moralische Ordnung, nicht eine Po- lizeiordnung, und es ist unsere Aufgabe, das ganze Volk damit zu durchdringen. Gewiß, wir können die Aufgabe in dieser Periode nur mit einer gewissen Strenge durchführen, aber auch das stellt man sehr übertrieben dar, und es ist auch bereits eine Milderung erfolgt. Mit Polizei und Maschinengewehren zu regieren, das bedeutet nicht viel. Wir schaffen den Staat, das italienische Gefühl für den Staat. Früher gab es doch kein einheitliches Staatsgefühl. Jede Provinz, jede Gemeinde lebte im Grunde für sich Der Faschismus faßt das alles zusammen. Er schasst die Einheit, indem er das Volk mit dem faschistischen Staatsbewuht- sein erfüllt. Aber wir sind nicht, wie man behauptet, reaktionär. 3m Gegenteil. Man sehe sich unsere syndikalistische Gesetzgebung an, mit der die Zusammenfassung von Arbeit und Kapital verwirklicht wird. Sehr linksstehende Leute, die aus Deutschland zu uns kamen, sind erstaunt gewesen über das, was hier geschaffen worden ist." Er wiederholte auch in diesem Zusammenhang das Wort von der „autoritären Demokratie" und gebrauchte mehrfach den Ausdruck „Ordre Moral“, im Gegensatz zu einem ungeistigen Polizeiregime. Hervorgehoben wird von Theodor Wolff, daß Mussolini jede Gemeinschaft mit seinen Nachahmern im Auslande ablehnt. Ich kenne, so erklärte Mussolini, keinen Faschisten außerhalb Italiens, es gibt gar keinen — ber italienische Faschismus ist etwas ganz anderes, er ist, ich wiederhole es immer wieder, nicht reaktionär, er ist eine Demokratie, eine aulo- ritäre Demokratie. Ich habe einmal in einer Rede gesagt, daß der italienische Faschismus kein Exportartikel ist. Heber die Freiheit der Presse, die Freiheit der Kritik befragt, sagte Mussolini: „Es ist nicht richtig, wenn man sagt, eine Kritik dürfe es bei uns nicht geben und gebe es nicht. Allerdings, eine Kritik, bie sich gegen den Bestaub bes faschistischen Staates, gegen bas Regime bes Faschismus richtet, zu einem Umsturz aufreizen soll, erlaube ich nicht, unb sie wirb rücksichtslos unterdrückt. Wenn man bas faschistische Regime beseitigen will, ben Staat, wie wir ihn aufbauen, bekämpft — das zu dulden, lehnen wir ab. Aber davon abgesehen, akzeptieren wir bie Kritik, unb befonbers auf dem ökonomischen Gebiet, in wirtschaftlichen Fragen äußert sie sich frei. Neulich bei ber Eröffnung bes Parlaments habe ich in meiner Rebe gesagt: „Wir wollen gesetzgeberische Arbeit, keine Beweihräucherung. Das ist boch beutlich genug." Deutsche Wahlerfolge in Schlesien. Sechzehn deutsche Abgeordnete für den schle.ischen Sejm. Kattowih, 12. Mai. (WTD. Funkspruch.) Bei ben gestrigen Wahlen zum schlesischen Sejm war die Wahlbeteiligung wesentlich stärker, als bei den im Herbste des Vorjahres und des Frühjahrs dieses Jahres durchgesührten Kommunalwahlen. Sie betrug fast durchweg 95 Prozent, obwohl kein Wahlzwang für die Sejmwahlen besteht. Trotz des Terrors konnte die Deutsche Wahlgemeinschaft nicht nur ihre Stimmenzahl behaupten, sondern vielfach sogar steigern. 3n Kattowih waren um 2 Tlhr nachts 24 784 deutsche Stimmen gezählt gegenüber 24 424 im 3ahre 1928, obwohl noch fünf Wahlbezirke ausstanden. Die ländlichen Bezirke wiesen 50 Prozent Stimmengewinn, ja in einem außerordentlichen Falle sogar einen Stimmenzuwachs von 500 Prozent auf. Aach einer Meldung der „Polska Zachodnia" sind im Wahlkreis! (Teschen, Bielitz, Pleh und Ryantt) vier Äanbijäten der deutschen Wahlgemeinschaft und ein deutscher Sozialist, im Wahlkreis ll (Kattowih) fünf Kandidaten der Deutschen Wahlge- meinschast, und im Wahlkreis 1 11 (Königshütte) sechs Kandidaten der deutschen Wahlgemeinschaft als gewählt zu betrachten. Aach dieser Meldung würden 16 deutsche Abgeordnete in den schlesischen Sejm einziehen, in dem bisher 14 deutsche Abgeordnete waren. Die polnischen Parteien haben nach bisher vorliegenden Ergebnissen nicht besonders gut abgeschnitten. Die polnische Oppofttionsgruppe (Korfanth) konnte im großen unb ganzen ihren Stimmenstand bewahren. Bemerkenswert ist, daß die deutschen Sozialisten ebenfalls beträchtlichen Stimmenverlust zu verzeichnen haben, die wohc zu einem guten Teile den Kommunisten zugute gekommen sind, die auch in Oftoberschle- sien eine Stimmenzunahme buchen können. Die Splitterpartei der Hausbesitzer hat kläg- lia- Schiffbruch erlitten und wird wohl keinen Kandidaten durchbekommen, da ein Aufrechnen der Aeststimmen über den Wahlkreis hinaus (insgesamt 3) nicht möglich ist. Die Mittelmeereise deutscher Kriegsschiffe. Mailand, 10. Mai. Popolo d'Italia schreibt unter ber Heberschrist „Die wahre Entwaffnung" u. a.: Der herzliche unb festliche Empfang, ber in ben sizilianischen Häsen den Mannschaften bes im Mittelmeer auf einer Runbfahrt befinblichen beuts chen Geschwabers seitens ber Behörden unb ber Bevölkerung zuteil würbe, hat in einigen europäischen Hauptstäblen Mißtrauen unb Befürchtungen ausgelöst. Die Presse eines Mittelmeerstaates wollte baraus einige Schlußfolgerungen für bie Zukunft ziehen. Niemanb aber hat baran gebucht, ben moralischen Wert dieser Empfänge zu unterstreichen. Italien war bie e r ft e Macht in Europa, bie bie Kriegsmentalität abgestreift hat, bie erste Macht, bie bie Geister entwaffnet unb bie erste Macht, bie ben Haß vergessen hat. Wenn bie Kundgebungen zu Ehren bes Besuches eines beutschen Schiffes in einigen italienischen Häfen außerhalb Italiens nicht in ihrer wahren Trag- weite gewertet worden sind, so bedeutet dies, daß anderswo die Kriegsmentalität aktiv und lebendig blieb. Darin unterscheiden wir uns von anderen Siegerstaaten. Wir fino die ersten, bie mit unseren ehemaligen Feinben normale Beziehungen unb freundschaftliche Verbinbungen ausgenommen haben, bie ber Friedenszustand für alle als natürlich unb logisch hätte erscheinen lassen müssen. Mit Ungarn, mit Oe st erreich, mit den Bulgaren unb mit ben Türken war es so, was beshalb auch ganz lo- gisch erscheint, baß bie Bevölkerung unb Behörden italienischer Städte die Besatzung deutscher Kriegsschiffe mit herzlichen Sympathiekundgebungen empfingen, die im lateinischen Meere jahrhundertelange Beziehungen zwischen zwei großen Zivilisationen wieder anbahnten und Zeugnis dafür ablegten, daß ber Krieg zwischen Italien unb Deutschland feit zwölf Jahren bcenbet ist. * 3n Athen gaben aus Anlaß des Besuches des deutschen Geschwaders die deutsche Kolonie und der Deutsche Klub „Philadelphia" im Kasino Glyfada am Meer ein Bankett zu 800 Gedecken, an dem die deutschen Offiziere und zahlreiche angesehene Persönlichkeiten teilnahmen. — 3n Venedig veranstaltete das Präsidium der Internationalen Kunstausstellung einen großen Empfang zu Ehren des Konteradmirals Förster und der anderen Offiziere der in Venedig ankernden deutschen Kriegsschiffe „Schlesien" und „Hessen". Die Lynchjustiz in Texas. Der Sturm aus das Gefängnis von Sherman. London, 10. Mai. (TLl.) Der Gouverneur von Texas gab dem „Evening Standard" Einzelheiten, über die bereits gemeldete Lynchjustiz an einem Aeger bekannt. Der Gouverneur bestätigte, daß er der Ratio- nalgarbe Anweisung gegeben habe, den Aeger, wenn irgend möglich, vor der Lynchjustiz zu bewahren, bei der Abwehr der Menge aber nur Tränengasbomben und Gummiknüppel zu benutzen, keinesfalls jedoch von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. In Texas gelte das Recht, daß jeder Aeger, der der Beleidigung einer weihen Frau beschuldigt werde, der Lynchjustiz verfallen sei. Die Menge sei nach der ersten Abwehr durch die Truppen immer erregter geworden. Von Frauen sei Sprengstoff herbeigeschafft worden und eine Anzahl Männer habe sich darauf zum Gerichtsgebäude begeben, um die Tore in die Luft zu sprengen. Den Truppen fei es gelungen, die Menge mehrmals zurückzutreiben, aber nach einer Stunde sei sie zurückgekehrt und habe verstärkte Anstrengungen gemacht, den Aeger in ihre Gewalt zu bekommen. Don der Aationalgarde sei daraus eine blinde Salve abgegeben worden. Trotzdem sei es einem Teil der Menge gelungen, in das Gefängnis einzudringen. Der Aeger war bei dem Angriff auf das Gerichtsgebäude, um ihn zu schützen, in dem gepanzerten Tresor untergebracht worden, wo er vermutlich während des Brandes erstickte. Gegen Mitternacht drang die Menge in die Ruine des niedergebrannten Gebäudes ein. Die Tresortür wurde unter Zuhilfenahme von Dynamit und Azetylenschneidbrennern erbrochen und die Leiche aus dem zweiten Stockwerk des Gerichtsgebäudes in den Hof hinabgeworfen, was die Versammelten, zu denen auch viele Frauen gehörten, mit Iubelrusen und Händeklatschen begrüßten. Damit noch nicht genug, fesselte man die Leiche mit einer Kette an ein Auto, das sie durch die Straßen der Stadt schleifte. Die Leiche wurde dann auf einem öffentlichen Platz auf ein Kreuz gelegt, darüber mitPetroleumgetränkteKleiderge- Ieg t und angezündet. Der Gouverneur gab zu, daß es sich hier um eine der schlimmsten Lynchjustizfälle handele, die seit vielen Jahren zu verzeichnen gewesen seien. Die Aationalgarde hatte vier Verletzte zu verzeichnen. Auch der Befehlshaber der Truppen wurde ernstlich verletzt. Inzwischen sind Vcr-i stärkungen eingetroffen. Die A e g e r b e v ö l k e * rung von Sherman beginnt zu fliehen, da die Lage im Ort immer bedrohlicher wird. Die Straßen werden von den tobenden Pöbelmassen beherrscht, die mit der E i n ä s ch e r u n g bergan*, zen Stadt drohen. Als Vorspiel wurde das Geschäft eines Aegers in Brand gesteckt, um als Scheiterhaufen für den Ermordeten zu dienen. Während der Aacht ist es zu verschiedenen Zusammenstößen zwischen der Aationalgarde und der Masse gekommen. Die Truppen gaben schließlich Feuer, wobei zwei Personen verwundet wurden. Gandhis Nachfolger verhaftet. Bombay, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Gandhis Nachfolger, der 80jährige Abbas Tyabji und alle seine 59 Freiwilligen wurden chLUte früh in Navsari verhaftet, als sie ihren Marsch nach Dharsana angetreten hatten, wo sie bekanntlich das unter Staatskontrolle arbeitende Salzdepot „in friedlicher Weise" stürmen wollten. Der Marsch nahm bei dem Dorf Karadi seinen Anfang, wo die Freiwilligen gelagert hatten, nachdem zuvor die üblichen Gebete verrichtet worden waren. Viele Einwohner der umliegenden Dörfer hatten sich ebenfalls bei Karadi gelagert und während der Nacht Wache gehalten in der Erwartung, daß Polizei kommen werde. Während der Nacht geschah dies nicht, aber heute früh erschienen 300 bewaffnete Polizisten unter Führung des Vorstehers der Bezirkspolizei mit ungefähr sieben Autobussen und bezogen eine Stellung unweit Karadis. Der Ausbruch der 60 Freiwilligen zu ihrem kurzen Marsch gestaltete sich folgendermaßen: Abbas Tyabji und die Freiwilligen sangen Gandhis Lieblings- Hymne „Ein Jünger des Gottes Vischnu ist, wer die Leiden der andern kennt" unb Frau Gandhi unb andere bemalten die Stirnen Tyabjis und seiner Freiwilligen mit Safranzeichen. Frau Gandhi feg, nete sie mit den Worten: „Möge Gott euch Kraft geben, um die Regierung zu bekämpfen." Dann setzte sich Abbas Tyabji, begleitet von Frau Gandhi, um 6.15 Uhr in Bewegung, gefolgt von den Frei» willigen. Die Dorfbewohner schlossen sich an. Aus aller Wett. Strömender Regen am ersten Hauptspieltag in Oberammergau. Der erste Hauptspieltag in Oberammergau hatte ähnlich wie bie Generalprobe am Donnerstag: unter schlechtem Wetter zu leiden. Den ganzen Sonntag über regnete es, zeitweise goß es in Strömen. Trotz ber wenig ermutigenden Witterung gestaltete sich die Aufführung des Passionsspieles zu eipem vollen Erfolg. Das HauS war bis auf ben letzten Platz besetzt. Die über* toiegenbe Mehrzahl der Besucher waren Aus* l ä n b e r. Die deutsche Sprache trat auf ben Straßen vollkommen in ben Hintergrund, man hörte f a st ausschließlich englisch. Neuer Gemäldeskandal in Paris. Nach der großen Bilderfälschungsangelegenheit Millet ist ein neuer Gemäldeskandal bekanntgeworden. Es handelt sich um eine schwere Gaunerei, der der seit drei Jahrzehnten in Paris ansässige spanische Maler Picasso zum Opfer gefallen ist. Dieser hatte seiner in Barcelona wohnhaften Mutter gegen 400 Jugendarbeiten, Zeichnungen, Malereien, Entwürfe — anoertraut. Vor einiger Zeit erschienen bei dieser ein angeblicher spanischer Maler mit einem amerikanischen Liebhaber, um gegen eine Kaution von 1500 Peseten für wissenschaftliche Zwecke bie Bilderzu leihen. Frau Picasso fiel auch auf den Schwindel herein. Die Schwindler begaben sich sofort nach Paris, wo sie die Bilder einer bekannten Gemäldegalerie verkauften. Sie erhielten dafür 200 000 Franken. Heldentat eines Reichswehrsoldaten. Am Sonntagfrüh kurz vor 5 Uhr fuhr ein mit drei Personen besetztes Magdeburger Personenauto, das von dem anscheinend angetrunkenen Besitzer gesteuert wurde, auf der sog. Holzbrücke auf den Bürgersteig, durchriß das Holz- gelänber der Brücke und stürzte, sich mehrfach überschlagend, 12 Meter tief in bie alte Elbe hin- a b. Dort blieb es auf einer Sandbank auf der Längsseite liegen und lief f o schnell voll Wasser, daß die Insassen sich nicht selbst befreien konnten. Der (Befreite Michael vom Pionierbataillon 4, ber sich gerade auf dem Weg zur Kaserne befand, lief, als er das Unglück bemerkte, die steile Uferböschung hinab und sprang ins Wasser, schwamm an das etwa 10 Meter vom Ufer liegende und vom Wasser überspülte Auto heran. Er öffnete mit vieler Mühe - die durch den Wasserdruck festgehaltene Tür und zog die drei In- fassen des Autos, die sich in Erstickungsgefahr befanden, heraus, die dann von der Feuerwehr ans Ufer gebracht wurden. Massenmorde in Ratibor. In Ratibor wurde am Sonntagfrüh auf dem Prälatenweg hinter einem Park ber verheiratete Zuschneider Joseph Danes ermorbet auf* gefunöen. Die Leiche befanb sich in sitzender Stellung in bie Ecke eines Gartenzaunes gelegt unb wies dicht unter dem Herzen eine etwa fünf Zentimeter breite Stichwunde auf. Don der Leiche führte eine Breite Blutspur ungefähr 300 Meter die Oderpromenade entlang in Richtung auf eine Mühle, wo vermutlich nach vorausgegangenem Kamps das Verbrechen begangen wurde. Da keine Schleifspuren festzustellen waren, ist anzunehmen, daß der Mörder sein Opfer bis zur Fundstelle getragen hat. Bei dem Toten fand man noch einen Geldbetrag in Höhe von zehn Mark vor. Die Hände des Ermordeten toa.en blutbefleckt Der von der Mordkommission angesetzte Polizeihund konnte eine sichere Spur nicht mehr aufnehmen. Der Mord muß bereits am Samstagabend gegen zehn iUjr ausgeführt worden sein. Um biefe Zeit wollen Leute aus dem Park Hilferufe gehört haben, denen sie jedoch feine weitere Bedeutung schenkten. Der Mord ähnelt in auffallender Weise einem anderen noch unaufgeklärten Vorfall, der sich am vergangenen Montag ereignet hat. Damals fand man in einem Weizenfeld unweit des Schühenhauses den 15jährigen Gymnasiasten Zeller gleichfalls mit einer tiefen S t ich* wunde unter dem Herzen in einer Blut* locfre tot auf. Eine breite Blutspur führte zu einem benachbarten Wege, wo sich ebenfalls eine Blutlache befand. Eine weitere schwere Bluttat wurde im Laufe der Aacht zum Sonntag in Niedane bei Ratibor verübt. Als ben bort ansässige verheiratete Kaufmann Alfred -R u s k e den Hof betrat, um aus einem Schup* Pen Kohlen zu holen, wurde er von einem unbekannten Mann angefallen und durch Aus der Provinzialhaupistadi Gießen, den 12. Mai 1930. Provinzialausschuh-Sihung. Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Dießen unter dem Dorsitz von Provlnzialdirek- tor Graes eine öffentliche Sitzung des Provin- ialausschusseS der Provinz Oberhessen statt, in «r verhandelt wurden: 1. Klage des Ferdinand Pfaff in Gießen, Kläranlage 98, gegen das Kreisamt Gießen wegen Dersagung des Wandergewerbescheins für 1930. . . v 2. Klag« der Regina Quenzer in Friedberg gegen das Kreisamt Friedberg wegen Dersagung des Wandergeloerbescheins für 1930. 3. Klage der Gemeinde Höingen gegen den Beschluß des Kreisamts Alsfeld vom 12. Ro- vember 1929 beit.: Aufnahme der Katharine Scholl aus Höingen in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Gießen. 4. Klage des Sächsischen Dezirksfürsorgeverban- des der Amtshauptmannschaft Döbeln gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreise« Lauterbach wegen Erstattung von Fursorgeaufwendun- gen für den Kleinrentner Wilhelm Sachse aus Raundors. 5. Gesuch des Bäckermeisters Matthäus Maier zu Bad-Rauheim um Erweiterung der Konzession für seinen Eafebetrieb in dem Hause Fürstenstrahe 19. 6. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Gießen gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Schotten wegen Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für Georgine Mai aus Frankfurt a. M. Der Provinzialausschuß erkannte in diesen Sacken durch Urteile für Recht: Zu 1. und 2. Die Klagen werden als unbegründet zurückgewiesen. Di« Kosten des Verfahrens fallen den Klägern zur Last. Streitwert je 500 Mark. Zu 3. Der Klage wird ft att gegeben und der angefochtene Beschluß aufgehoben. Die Kosten des Verfahrens, einschließlich der Kosten der anwaltlichen Vertretung der Klägerin, fallen der Staats- lasse zur Last Streitwert 1260,40 Mark. Zu 4. Der Klage wird stattgegeben und der Beklagte verurteilt, an den Kläger 870 Mark zu zahlen. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Beklagten zur Last. Zu 5. Dem Bäckermeister Mathäus Maier zu Bad^Nauheim wird die Erlaubnis erteilt, die konzessionierten Wirtschaftsräume in dem Hause Fürstenstraße 19 zu Bad-Nauheim über 19 Uhr hinaus bis zur gesetzlich festgesetzten Polizeistunde offen zu halten, unter folgender Bedingung: Der Eingang zu den Wirtschaftsräumen durch den Laden ist nach 19 Uhr verboten. Die Kosten des Verfahrens falletz dem Gesuchsteller zur Last. Streitwert 500 Mark. Zu 6. Die Klage gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Schotten wird als unbegründet zurückgewiesen und der Landesfürsorgever- band Hessen verurteilt: 1. an Kläger 600,72 Mark zu zahlen: 2. 4 Proz. Prozehzinsen aus 600,72 Mark vom Tage der Klageerhebung ab zu zahlen: 3. die Georgine Mai in eigene Fürsorge zu übernehmen. Die Kosten des Derfahrens fallen dem Kläger zur Last. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Bund „Haus und Schule": Familienabend, 20 ilfjr, im Iohannessaal. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Melodie des Herzens" (Ton- und Sprechfilm). — Dorträge über nordisches Geistesleben. Man schreibt uns: Zum Derständ- nis der modernen Zeitenlage ist es außerordentlich wertvoll, aus diejenige Art hinzuschauen, wie nicht bloß im deutschen, sondern wie im nordischen Geistesleben die Zeitenfragen empfunden und dargestellt worden sind. Zwei öffentliche Dorträge in dieser und in der kommenden Woche sollen darüber orientieren. Auf Einladung der Bewegung für religiöse Erneuerung, der Christen- aemeinfchaft, spricht über jenes Thema Frau Dr. Ingeborg Ierk aus Kopenhagen. Dienstag, 13. Mai, wird das Thema behandelt: „Götterdämmerung und Auferstehung im nordischen Geistesleben" (Ibsen, Strindberg, Kierkegaard, Grundtvig u. a.); am Freitag, 23. Mai: „Die Frauengestalten bei Ibsen und Strindberg. Ein Beitrag zur modernen Frauenfrage." Räheres in der heutigen Anzeige. - Dortrag im Englischen Seminar. Am Mittwoch, 14. Mai, 20 Llhr, veranstaltet das Englische Seminar der Landesuniversität im Hör- saal des Kunstwissenschaftlichen Instituts einen Vortragsabend, an dem Prof. O. S. Lessing, der Germanist des Williams College, Williamstown. Mass., in deutscher Sprache über „Ameri- konisch-deutsche Kulturbeziehungen" sprechen wird. Prof. Lessing, ein geborener Württemberger, lebt seit etwa 30 Jahren in den bereinigten Staaten und hat sich als Vermittler deutscher Kultur in Amerika große Verdienste erworben. Literarisch ist er als amerikanischer Be- richterstattcr des früheren „ßit. Echo", sowie als einen Messerstich In den Unterleib schwer verletzt. Da« Ueberfallkom- mando war rasch zur Stelle, konnte jedoch de« Täters nicht mehr habhaft werden. Der Kriminalpolizei scheint jedoch die Verhaftung des Ratiborcr Massenmörder« überraschend schnell geglückt zu sein. Am Sonntagabend wurde die Polizei von einem Gastwirt alarmiert, der angab. in dem Walde von Paulau ein verdächtige« Individuum bemerkt zu haben. Das Lieberfallkommando umzingelte den Wald. Man fand schließlich schlafend einen e t toa 40 jährigen Mann, den man verhaftete. Er trug einen Dolch und einen geladenen Revolver bei sich. Der Dolch scheint seinen Konturen nach in die Wunden der drei Opfer zu passen. Lieber die Person des Täters steht nnh nicht« fest. Die Vernehmung gestaltet sich sehr schwierig, da e« scheint, als ob der Mann der deutschen Sprache nicht mächtig ist. Man vermutet, daß es sich um einen Tschechen handelt, der über die Grenze nach Rgti- b o r gekommen ist. Lin durchgehendes Auto verletzt sechs INenscken. Eine an sich bedeutungslose Kleinigkeit führte auf dem sehr besuchten Kirmesplatz in Werl bei S 0-e st zu einem schweren Unfall Ein von dem Besitzer selbst gesteuertes Auto fuhr plötzlich mit großer Geschwindigkeit in die Menge. Dabei wurde eine größere Gruppe von dem Auto gegen einen Schaustellerwagen gequetscht. Insgesamt wurden neun Personen verletzt, davon sechs so schwer, daß sie ins Kran k enhaus gebracht werden mußten. Das Auto konnte erst nach längerer Zeit zum Halten gebracht werden. Der Fahrer wurde in Hast genommen. Wie er angibt, ist er beim Ausweichen mit dem Aer- mel hinter dem Gashebel hängen geblieben, so daß der Wagen unvermutet Vollgas bekam und ihm durchging. 700-3ahrfeier Walters von der Vogelweide in Würzburg. Die Stadt Würzburg steht im Zeichen der 700-Iahrfeier Walters von der Voaelweide. Auf dem Residcnzplatz vor dem mit dem Denkmal Wal- ters geschmückten Frankonia-Brunnen fand eine große öffentliche Feier statt, zu der sich außer einer tausendköpfigen Menschenmenae zahlreiche Ehrengäste eingesunden hatten. Reichsinnenminister Dr. Wirth, der bayerische Kultusminister Dr. Goldenberger, der österreichische Bundeskanzler a. D. S t r e e r u w i tz, Reichstagspräsident L ö b e und Landtagspräsident Stang legten Kränze nie- der. Nach der öffentlichen Feier fand im Äaiferfaal des Residenzschlosses eine Morgenfeier statt Furchtbarer Kampf zwischen Pilot und Betrunkenem im Flugzeug. In Amerika entspann sich in einem Flugzeug in 3000 Fuß Höhe ein wütender Kampf zwischen dem Piloten und einem Betrunkenen, der ihm die Steuerung entreißen wollte. Wahrend die übrigen fünf Passagier« der Maschine angesichts der Schwankungen des zeitweise unge- steuertcn Flugzeuges in Panik gerieten, gelang es dem Piloten, den Betrunkenen nieder- z u s ch l a g e n und das Flugzeug wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Notlandung auf einer Platane. Bei Chalons-für-Saone ereignete sich ein eigenartiger Flugunfall. Ein Flugzeug mußte infolge eines plötzlichen Geschwindigkeitsoerluftes niedergehen und schlug dabei auf eine Plata n e a u f. Beide Tragflächen des Flugzeuges wurden abgeriffen, doch blieb der Flugzeugkörper unbeschädigt in den Aesten hängen. Der Flugzeug- führet, der nur leicht im Gesicht verletzt wurde, kletterte mit Hilfe einer Leiter auf den Erdboden nieder. Das erste Abilurium am Berliner Abendgymnastum. Am Freitagabend hat die erste Reifeprüfunc: am Berliner Abendgymnasium ihren Abschluß gefunden. Von 26 „Oberprimanern" und „Ober- primanerinnen" — zur Hälfte Herren, zur Hälfte Samen — haben 23 die Prüfung be- standen, davon sieben mit gut, einer mit Auszeichnung. Drei Herren sind durchgefallen. Das Berliner Abendgyrnnasium hat zur Zeit 240 Schüler. Der Eintritt erfolgt vorn 18. Jahre an. Die Schüler und Schülerinnen sind alle tagsüber voll beruflich tätig. Der jüngste Abiturient war 20 Jahre, der älteste 35. Jeden Abend von 7 bis 10 Llhr ist Schulunterricht, mit Ausnahme des Samstags. 3m Verfolgungswahn zum Fenster hinausgesprungen. In Berlin fcai > ftellung besteht für die Besucher noch Gelegenheit zur Rückfahrt. Man beachte die morgige Anzeige, "Deutscher Liedertag. Im Hinblick auf den am 29. Juni stattfindenden Deutschen Liedertag sand am Freitagabend im Schipkapah eine Besprechung der Gießener Gesangvereine ftatt Ls wurde beschlossen, an diesem Tage zur Verherrlichung des deutschen Liedes eine Kundgebung auf dem Landgraf-Pbilipp-Platz zu veranstalten. Geplant ist ein Aufmarsch der hiesigen Gesangvereine mit ihren Fahnen, weiter sind Massenchöre vorgesehen. Außerdem soll der Bedeutung des Tages durch eine Ansprache de« Gauvorsitzenden E. Koch, Gießen, Ausdruck verliehen werden. Es wäre zu wünschen, daß di« Gießener Bürgerschaft durch rege Teilnahme an dieser Kundgebung ihr Interesse für die Pfleg« des deutschen Liedes bekundet. Berliner Börte. Berlin , 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der erst« Frühoerkehr der neuen Woche lag stimmungsmähig nicht unfreundlich, doch hatte sich bis zum Zeitpunkt der Berichtsabfassung noch kein Geschäft entwickeln können. In den Bankbureaus nennt man aus diesem Grunde noch keine Kurse. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,85 au 123,87, London gegen Mailand 92,67 zu 92,68, London gegen Spanien 39,80 zu 39,85, London gegen Buenos zirka 43,13. London gegen Kabel 4.85S0 zu 4,8585, London gegen Berlin 20,3613 zu 20,3640, Kabel gegen Berlin 4,1910 zu 4,1915. Oie Wetterlaae. den 7/ 771a? 7530. Köst 75ß SeydiSW 55Ü ------Vai Genf ©wontenlos. 0 neuer, q n,iv oedeaa. 9 •'Qixiae oedttn • i’toen * jchnee o Qraupein ■ Neoei K <»ewitter.(Q)wind5Hiic-O kW klchter Osi y 'niSSifler Sudsudweii Q stürmische» «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeiden Stationen ziehenden zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien verbindet) Orte mit gleichet® auf rteercimreau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der Englandwirbel ist unter Abflachung östlich weitergezogen und liegt Heute morgen über dem deutschen Küstengebiet. Die an seiner Rückseite noch zufliehenden ozeanischen Luftrnassen gestalten zunächst das Wetter noch etwas wechselhaft. Bewölkung wird mit Aufheiterung abwechseln, gelegentlich treten auch noch leichte Schauer auf, jedoch wird sich mit dem weiteren Vorstoß deS Azorenhochs von Südwesten her die Wetterlage allmählich beruhigen, wobei dann die Temperas turen tagsüber etwas anfteigen. Wettervorhersage für Dienstag: Ruhiges Wetter, wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, tagsüber etwas wärmer, nachlassend« Riederschläge. Lufttemperaturen am 11. Mai: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 9,5 Grad: am 12. Mai: morgens 8,5 Grad. Maximum 12,4 Grad, Minimum 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Mair abends 10,6 Grad: am 12. Mai: morgens 12 Grad. — Niederschläge 16,5 mm. — Sonnenscheindauer eine halbe Stunde. Schöne weihe Zahne. „Auch ich möchte nicht verfehlen. Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die „Chlorodont-Zahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche „Chlorodont" schon seit Jahren und ich werde ob meiner schönen weißen Zähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Äcbrauch Ihrer „Chlorodont- Zahnpaste" erreicht habe." C. 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Dieses lebt ehren- verdrent. 3n der er der Deutschen noch rechte Stumslügel konnte sich nicht du mit ei' der Pause tvuc das Spiel bet Deut) Cbenbürtigfe SLr'L tet,?- Sdubei _ Bon Aich WK- 1 der Kreill-rs in ®™»5auV!cn vian nW ?0VteiUe ^ftigen unh Cn’ da UM Hat ^kul Wen. Zuge ein ?n\Wbnt9iUn öe sb'nde Frag^^-os' Io aus 'Yk, un das Zartheit besonders ßVQ9te mi L e6i««i „ru* S’Ntt, hab/! Pennal den $ MceiZ Dvt yt «Äf Ba-ljTr ynVtbieVWa - ’M: Freitag, den 23. Mai: 03174 Frankfurter Straße 54, aus statt. 031 »7 erleichterung 03111 GewerM Deutschef LokomolivlOhrer. Orlsgruppe GieBen Lichtspielhaus Gießen Heute Montag Premiere! 03177 3672 C Ferner das tönende Beiprogramm und die Ufa-Wochenschau 3707 D Geschäfts-Drücksachen Anfangszeiten 4,6,8.30 Uhr. Karten-Vorbestellungen erbeten unter 4077. bei Brühl, Schulstraße 7 Rechnungen Brief blÄtter Briefumschläge Postkarten Gesohäftskerten £I5U- Betten (Stahl u.Holz) Point, Stahl- m a tr.,Klnderb.,Chalsel., an laden, Teilzahlg. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranzspenden, der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer, Ortsgr. Gießen und der Altersvereinigung 1872—1922 danken wir herzlich. Dank auch dem Gesangverein, dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte und allen denjenigen, die ihm die letzte Ehre erwiesen. Frau Justine Linkmann Wwe. und Kinder. Gießen, den 12. Mai 1930. Mtorwagen-AerkausSgesellschast m. b. S., Gießen. Frankfurter Str. 25-26. Tel 2847. Telegrammadresse „Opelauto". In tiefem Schmerz: Frau Marie Lenz, geb. Germer und alle Angehörigen. Klein-Linden, den 10. Mai 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Mai, vom Sterbehaus, Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen meinen •Heben, guten Mann, meinen treusorgenden Vater, unseren lieben Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Herrn Philipp Lenz IX. Zugführer im Alter von 49 Jahren ganz plötzlich und unerwartet zu sich zu nehmen. Zwei öffentliche Vorträge von Frau Dr. Ingeborg Jerk-Kopenbagen Dienstag, den 13. Mai: „Götterdämmerung und Auferstehung im nordischen Geistesleben" Beschluß. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Otto Vingel & Lo. in Gießen. Kaplansgaffe 5, wird, nachdem der in dem Vergleichstermin oom 10. April 1930 angenommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß oom 17. April 1930 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben. Gießen, den 6. Mai 1930. (3706D Hessisches Amtsgericht. Bis zur Fertigstellung des Umbaues Marktplatz 18 findet der Verkauf im Laden der Firma Stempel-Albold Kirchenplatz 10 statt, die entgegenkommenderweise einen Teil der Verkaufsräume zur Verfügung stellte Karl Riebel Kunst-und Buchhandlung, Schreibwaren Einladung zu einem Vortrag in deutscher Sprache von Herrn Prof. O. E. Leasing, Williams College, U. S. A. über: AmerjkaDisch-DeDlsGheKiiltDrbezielinDgen am Mittwoch, 14. Mai, abends 8.15 Uhr pünktlich, im Hörsaal des Kunstwiss. Instituts, Ludwigstr. 34. 3693d Karten für Anglisten und Schüler 50 Pf. Karten f. Gäste 1 Mk., auch bei E.Challier. Die Direktion des Englischen Seminars. Auto - Gelegenheitskäufe! IV, Tonnen Opel-LieserungSwagen. Modell 1929. 12'58 PS 6 Zylinder Pontiac Limousine, ModeÜ1929 12/50 PL6ZyUnder Ovel Pullman - Limousine, Sechssitzer. 10'45 PS6 Zylinder Atta Romeo Cabriolet. SechSsttzer, äußerlt preiswert, auftragsgemäß zu verkaufen. — Zahiungs- Nachruf. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des lieben Kollegen Herrn Gustav HndeLLokomotivlöhrer i.R. geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Der Vorstand. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Mai, 15 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. ____________________________________________03181 Lieferungsvergebung. Für die Chirurgische Universitätsklinik und die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke Gießen soll die Lieferung des Bedarfes an Weißzeug und Bettwerk vergeben werden. 3691D Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der zuständigen 23er» waltung vom 12. bis 31. Mai d. I., nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr, außer Samstags, eingesehen werden. Die Bedarfsliste ist gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich. Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen an die Verwaltung der obengenannten Kliniken bis zum Eröffnungstermin Montag, dem 2. Juni 1930 vormittags 10 Uhr einzureichen. Zuschlagsfrist sechs Tage. Teppiche, Läufer Stückware, Vorlagen Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 asasA Kesselbach, Treis, Gambach, Laasphe, den 12. Mai 1930. Gießen, Aliendorf, Raunheim, Hilden, Berlin, den 10. Mai 1930. 3703 D 3705V Heuchelheim, den 11. Mai 1930. troffen. 03186 3701D Londorf, den 11. Mai 1930. 3709V Sein klares Urteil über die Aufgaben unserer Genossenschaft und sein zuvorkommendes Wesen sichern ihm ein bleibendes Gedenken. Plötzlich und unerwartet starb gestern nach kurzem schweren Leiden mein innigst- geliebter Mann, treusorgender Vater, Schwiegersohn, Bruder und Schwager aufrichtige Worte dankbaren Gedenkens zu widmen, ist uns eine ehrenvolle Pflicht Die Beerdigung findet Mitwoch, den 14. Mai, nachmittags 2.30 Uhr, vom Trauerhause aus in Kesselbach statt. Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Mai, nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause, Gartenstrafie 11, aus statt Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Reformhaus Dienstag, den 13. Kal von 10 Uhr ab verk. ich Brandgasse Seine Partie sehr gute Bll- cher und Romane, wie Buschan, War- tegg, Dürer, Keller, Haus,Lesung, Goethe, Schiller usw., ferner Edeka Großhandel e.G.m.b.H Londorf und Umgebung Sitz: Londorf (Oberhessen) Im Namen der Hinterbliebenem Sophie Wetzstein, geb. Jonas Heute morgen verstarb nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Kalharine Kreiling Seh. Repo im 42. Lebensjahr. Für die trauernden Hinterbliebenen: Hermann Kreiling, Lehrer. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute früh 5 Uhr meinen innigstgeliebten Mann, unseren treusorgenden Vater, Bruder, Schwager und Onkel Gustav Ml, LobomolivKihrer i.1 nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, im kaum vollendeten 48. Lebensjahre, in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Hätte Budel, Setz. Renneisen, und Kinder. Dem für uns überraschend dahingeschiedenenMitglied unseresVorstandes Herrn Karl Wetzstein Karl Wetzstein im 50. Lebensjahre. (Stellenangebote, junges »Wen nicht unter 17 I. für sofort ges. ontM riedWwSe 86. Lehrstelle. JntcU. Mädchen, in Weitznäben ge« ubt, f. feine Damen- schneideret gesucht. Schr. Anir. u. 03183 an den Gieß. Sina. |Steliengesuche| jung. Mer- u. fionöiloroeliilfe 18 Jahre, mit allen Arbeiten vertraut, sucht bei mäßigem LobnStellung.Zeug- nisse vorb. 3702D Wilb. Meinhardt, Crainfeld lOberh.). 210. !MM vom Lande sucht für sofort ober 15. Mat Stellung in guter Familie. Schriftliche Angeb. uniet 03182 an den Gieß. An». (Verschiedenes, Justs Heilerde für den inneren und äußeren Gebrauch, wieder frtch einge» Bureau- und Lagerräume zentral gelegen, mindestens 50 qm, ges. Schr. Angeb. u.03189 an d. Gieß. Anz. erb. Mitte der Stadl schöne S-Zim/WoliD. mit Zubehör abzugeben, wenn zu Bauzwecken Mk. 5000—, die als Hypothek sichergestellt, geliehen werden. 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Bitte dort um- zutauschen. 03180 Nr. UO Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Montag, 12. Mai (950 Fußballkampf Deutschland—England 3:3. Ein prächtiges Spiel der deutschen Aniateur-Mannschast gegen die englischen Berussspreler vor 50000 Zuschauern. 'M yp 4 . » । Die Platzwahl der beiden Kapitäne: Hofmann (München, links) und Jack (England, rechts). — In der Mitte der Schiedsrichter Mutters (Holland). Der deutsche Torwart Kretz faustet den Ball vom Kopfe rittet englischen Stürmers. Der 10. Mai ist für den deutschen Fuh-I ball zu einem großen Tag geworben. 3m | Kampf mit dem schwersten Gegner, dem sie je gegenüberstand, hat die deutsche Nationalmannschaft ein ehrenvolles Unentschieden von 3:3 (1:2) erstatten. Die englischen Berufsspieler, die mit ihrer stärksten Mannschaft nach Berlin gekommen waren, um im deutschen Stadion anzutreten, enttäuschten nicht. Was sie zeigten, hat man bislang in Deutschland Wohl, in gleicher Qualität kaum gesehen. Prachtvoll war ihr variables, exaktes Kombinationsspiel, präzise kamen die Torschüsse und ein Genuß waren ihre taktischen Feinheiten. kaum ein Mann in dieser Elitemannschaft, vom Torwart Hibbs angefangen über die schnellen Verteidiger und die klugen Läufer hinweg bis zu den grotzen Stürmern Jack, Watson usw., war schwach, alle überragten bett Durchschnitt. Unb doch mußten sie sich im Kampf mit der deutschen Mannschaft mit einem Unentschieden begnügen. Dieses Unentschieden ist sür die deutsche Elf sehr ehrenvoll, aber auch durchaus verdient. 3n der ersten Halbzeit wies das Spiel der Deutschen noch einige Mängel auf. Der rechte Sturmslügel war schwach, Kuzorra konnte sich nicht durchsetzen und die Läuferreihe mußte sich mit einem Defensivspiel begnügen. Dach der Pause wuchs das Spiel der Deutschen zu einer vollkommenen Ebenbürtigkeit mit dem Gegner. 3etzt war auch in der deutschen Mannschaft keine Schwäche mehr zu finden. Die beiden stärksten Spieler waren Kreß und Hofmann (Dresdens. Kreß arbeitete mit verblüffender '-LLrM ..... Richard Hofmann sorgte mit drei Bombenschüssen dafür, daß den drei Erfolgen der Engländer auch drei deutsche entgegenstanden. Aber nicht nur schuhgewaltig, sondern auch technisch und taktisch war das Spiel von Richard Hofmann glänzend. Diesen beiden Leuten kam der Verteidiger Stubb, kam auch Leinberger am nächsten. Stubb war wieder blitzschnell, ein wenig hart, aber doch oft Retter in höchster Gefahr. Schütz hatte in der ersten Halbzeit einige schwache Momente, lief aber nach der Pause auch zu bester Form auf. Die deutsche Läuferreihe Heidkamp — Leinberger — Mantel verdient ein Gesamtlob. Sie arbeitete unermüdlich. 3m Sturm war Bergmaier nach der Pause sehr gut, Pöttinger und Kuzorra hatten nicht genug Durchschlagskraft, technisch spielten sie recht gut. Der gefährlichste Teil des Angriffs war natürlich der finke Flügel, der leider erst nach der Pause voll eingesetzt wurde. Der Spielverlauf. 50 000 Menschen waren bei trübem Wetter gekommen, tausende hatten keine Karten mehr erholten können. Das Deutsche Stadion prangte im Flaggenschmuck, das Wetter aber hätte besser sein können. Zum Glück setzte wenigstens der Regen wäh. rend des Spiels aus. Der von dem holländischen Schiedsrichter Mutters geleitete Kampf sah dis Engländer in der ersten Halbzeit im Vorteil, aber Deutschland bot auch in dieser Spielphase schon einen sehr guten Widerstand. Die Engländer übernahmen bereits in der 9. Minute durch einen unhaltbaren Schuß ihres Halblinken dis Führung. Deutschland kam dann zu einigen Eckbällen, mußte aber auch hart verteidigen. In der 28. Minute erzielte Richard Hofmann mit einem Bombenschuß den Ausgleich. Aber schon fünf Minuten später hatten die Engländer, wiederum durch ihren Halblinken den zweiten Treffer erzielt. Rach der Pause lief die deutsche Els zu hoher Form auf und zur Begeisterung der Massen halle sie fast in der ganzen zweiten Halbzeit ein Plus. Das Spiel war zuweilen außerordentlich schön. In der 5. Minute schoß R. Hofmann eine Flank« von Bergmaier zum Ausgleich ein, und zehn Minuten später schloß Hofmann wieder einen von Leinberger eingeleiteten Angriff mit dem vielbejubelten Führungstor ao. In der 38. Minute aber kamen die Engländer durch einen Kopfball ihres Mittelstürmers Watson doch noch zum Ausgleich. Die deutsche Elf konnte nun das Unentschieden halten und wurde noch dem Schlußpfiff des Holländers begeistert gefeiert. Oer Fußball des gestrigen Sonntags. Der Held des Tages: Hofmann (Dresden), der alle drei deutschen Tore schoß. Ruhe, hiefi zahllose Schüsse der Engländer, und war oft noch Retter, wenn man den Ball schon in den Maschen des deutschen Tores glaubte. I Der »weite Maisonntag brachte ein überaus reichhaltiges Anhballprogramm, aus dem einige Länderspiele überragen. 3n erster Linie ist hierbei der Lände r k a m p f zwischen Ungarn und 3 talien zu erwähnen, den die Magyaren auf eigenem Boden mit 5.0 verloren. Dieses Ergebnis bedeutet neben dem 3:3 der deutschen Ländermann- schast gegen England die Sensation im internationalen Fußball. Die ungarischen Amateure siegten gegen Polen mit 3:1. Räubergeschichten. Don Richard Hueisenbeck. 3ch traf Frau Kreitlcr auf der „Tientsin Maru" während der Ueberfahrt von Schanghai nach Dalny. 3ch lernte sie durch Herrn Arai kennen, einen japanischen Großkaufmann, der eine zeitlang der American Relief Association angehört hatte und mit ihr in Aigshia, dem Wirkungsort der Kreitlers gewesen war. Wenn Frau Kreitler im Dordstuhl lag, konnte man nicht sehen, daß sie einen ungewöhnlich kräftigen und muskulösen Körper besaß. 3hr Gesicht hatte Züge einer dunklen Energie. Menschen, die lange in der Einsamkeit gelebt haben und gewöhnt sind, ost in ihrem Leben entscheidende Fragen an das Schicksal zu stellen, sehen so aus. Ihre Hände waren von Pflanzenhafter Zartheit, sie sagte mir, sie spiele gern Klavier, besonders Chopin, und es sei sehr schwierig gewesen, das Instrument nach Rigshia, in das 3n- nere Chinas zu schaffen. Herr Kreitler, der Missionar, habe den Weg von Rigshia nach Paotu zweimal im Auto zurücklcgen müssen und sei dabei mit knapper Rot den Schüssen einer Räuberbande entgangen. So kam es. daß wir von chinesischen Räubern sprachen. „Sie sind im allgemeinen gutmütig“ sagte Frau Kreitler lächelnd, „es geht diesen armen Menschen wie den wilden Tieren, nur wenn sie gereizt werden und sehr hungrig sind, bringen sie Menschen um. Die chinesischen Banditen sind fast immer entlaufene oder entlassene Soldaten, die nichts zu essen haben, und die Rückkehr zu einem geordneten Beruf nicht mehr finden können. Meistens sind diese Leute auch aus einer fremden Landschaft, sie können sich mit den Eingeborenen noch weniger verständigen als wir Ausländer. Sie wissen doch, daß die Chinesen in ihren verschiedenen Provinzen so unterschiedliche Dialekte haben, daß sie sich manchmal dumm und stumm gegenüberstchen. In solchen Augenblicken kann nur die Schrift helfen, aber chinesische Soldaten können im allgemeinen noch weniger lesen und schreiben als die Kulis und Rikschatreiber. Mein Mann ist nicht nur in Rigshia sehr bekannt. die ganze Provinz schätzt chn. Wir haben in Rigshia gleich. hinter unserem Haus einen großen Garten. Die Kirche und die Schule stehen etwas entfernt, etwa eine Viertelstunde Wegs. Es ist jetzt vielleicht ein halbes 3ahr her. daß mein Mann von Banditen entführt wurde, er wollte eine kleine Partie über Land zu einem Bekannten machen, einem alten Chinesen, der in der Kaiserzeit hohe Posten innegehabt hatte. 3ch wartete den ganzen Rachmittag auf meinen Mann, als er nicht zurückkam, sandten wir zu Changshikung, und hörten zu unserem Schrecken, niemand sei bei ihm angekommen. Am folgenden Tag fehlte ein Gärtner, der erst seit vierzehn Tagen bei uns Dienst tat. Er hieß Hantsungyuan. Man hatte uns vor ihm gewarnt, aber mein Mann sagte, man dürfe kein Mißtrauen haben, er fühlte sich so sicher, daß er meinte, mit Güte und anständiger Behandlung könne man aus einem Verbrecher einen Gentleman machen. Bei vielen Chinesen ist das auch möglich, sie reagieren sehr fein auf die Art, wie europäische Vorgesetzte sich ihnen gegenüber benehmen. Sie können sich denken, daß meine Stimmung nicht die beste war, obwohl mir eine innere Stimme sagte, auf irgendeine Weise würde diese Angelegenheit gut abgehen. 3ch machte meine gewöhnliche Arbeit, das übrige chinesische Personal benahm sich sehr gut. Der Koch, ein beleibter Herr mit Ramen Weikuotung, machte sich die Mühe, unter vielen Verbeugungen bis zu meinem Schlafzimmer vorzudringen und mir zu einer Zeit, als ich dringend der Ruhe bedurfte. zu versichern, mein Mann sei ein Ehrenmann und die Banditen Schufte, deren Köpfe er bald an den Zinnen der Stadtmauer baumeln zu sehen hoffe. Der chinesische Stadthauptmann kam und sagte, er habe sofort einen Trupp Soldaten in die „Berge des großen Friedens“ gesandt, in denen sich die Räuber wahrscheinlich verborgen hätten. Während er noch sprach, kam ein Offizier und meldete, die Soldaten seien zurückgekehrt. ohne etwas gefunden zu haben. Der Stadthauptmann bedauerte das außerordentlich. Am folgenden Tag solle der Verbuch wiederholt werden. Der folgende Tag war ein Freitag, ich weiß es noch wie heute, es regnete, ein sehr seltener Fall in Rigshia. 3ch überlegte mir, was zu tun sei Daß mein Mann noch lebte, war sicher, denn bisher hatte sich kein Bandit gemeldet, um Lösegeld zu fordern. Ich sagte, daß Räuber in China erst dann sehr emft zu nehmen sind, wenn sie gereizt werden Gereizt sind sie, wenn man ihnen das geforderte Lösegeld nicht bezahlt. Briefe werden einem bei Rächt ins Fenster geworfen Die Bande hat natürlich ifjre Helfershelfer in der Stadt. 3n dem Brief ist die Höhe der Summe und der äußerste Termin der Bezahlung angegeben Run beginnt ein sehr langwieriger Handel, im allgemeinen zahlen die Betroffenen ein Viertel bis ein Drittel des Löse- geldes, sehr häufig noch weniger. Die Räuber haben Hunger, sie wollen, wenn es eben möglich ist, einen Mord vermeiden, die Drohungen darf man nicht allzu wichtig nehmen. Cs ist schon häufig vorgekommen, daß Entführte zurückgekommen sind, obwohl die Banditen kein Lösegeld erpreßt hatten. Jedoch wird in den meisten Fallen etwas bezahlt. Die Polizei wird selten bemüht. Rie- mand weiß, ob sie nicht mit den Räubern unter einer Decke steckt, aber selbst wenn das nicht der Fall ist, kann man ihre Hilfe nur sehr gering ein» schätzen. Der Durchschnittschinese, der im Bewußtsein einer monatlichen Gehaltszahlung dahinlebt, wie zum Beispiel ein Soldat, führt seine Pflichten mit einer Schläfrigkeit und Schludrigkeit aus, die uns das Blut in die Wangen treibt Der Räuber ist schon deshalb viel schneller, weil er mit dem Lösegeld niemals rechnen kann und alles von seiner Geschicklichkeit unb 3ntelligenz abhängt Wir hatten einen Bekannten in Paotu, einen amerikanischen Missionar — ihn wollte ich durch einen Brief benachrichtigen. 3ch sehe mich nieder, tauchte die Feder ein. Da gab's ein Geräusch Hinter mir stand Hantsungyuan., der verschwundene Gärtner Er war genau so höflich wie sonst und begrüßte mich mit einem feierlichen Kopfnicken Als ich aufschnellte, zuckte er sichtlich erschreckt zusammen. Das war das Schuld- bewußtsein „Wo ist mein Wann, Hantsungyuan ...T Der Gärtner begann zu stottern, drehte und wand sich, aber ich ließ fein Auge von ihm, eingedenk der Erfahrung der Dompteure, daß man sich die wilden Tiere nicht in den Rücken kommen lassen darf Hantsungyuan bekam einen Anfall von Reue, er verstand es. eine Art von Schlucken in feine Stimme zu bringen, und wischte sich hin und wieder über die Augen, so daß ich fast gerührt war. „Wir haben den Herrn Missionar, als er zu Changshikung, dem alten Mandarinen ging, überfallen, gefesselt und in eine Höhle nach dem Gebirge des großen Friedens geführt. Da sitzt er nun und wartet.“ „Ra . das ist ja eine schöne Sache ... ihr seid ja Banditen . man wird euch den Kopf abschlagen . ich werde es sofort dem Etadt- hauptmann melden ... Hantsungyuan geriet in die größte Aufregung. „Missis Kreitler . die anderen haben sich schon nicht hierher getraut . . ich komme, um mit Ihnen zu verhandeln . es geht uns schlecht ... wir verlangen fünfhundert Dollars Lösegeld ..." 3ch horte ruhig zu. dann sagte ich mir, das Beste ist, wenn du jetzt laut lachst. Ich begann also schrecklich zu lachen und tat, als ob ich meine Freude gar nicht bezwingen könnte, obwohl mir nicht sehr wohl zumute war. Hantsungyuan sah mich erschrocken an. „Die ist sicherlich durch das Unglüd verrückt geworden", dachte er. , Fünfhundert Dollar?!" schrie ich. „du weißt sicher nicht, daß das eine ungeheure Menge Geld ist „Doch, ich weih es ... Wir geben uns ja schon mit weniger zufrieden .. 3ch stellte mich vor ihn in Positur. „Ihr werdet keinen Pfennig bekommen, sondern eure Köpfe verlieren." „Vorher muß Mister Kreitler sterben .. 3n dieser Weise führten wir ein anregende- Gespräch Hantsungyuan ging immer mehr von seinen Forderungen herunter, schließlich war er bei zwanzig Dollars angekommen. „Zwanzig Dollars, Missis Kreitler ... daS ist doch eine kleine Summe." „ Für euch Halunken viel zu viel .. “ „Aber wovon sollen wir beim leben ... die Zeiten sink) schlecht .. „Bekommst du denn kein Gehalt .. .T „Ich habe eine Frau, einen alten Vater unb sechs Kinder zu ernähren . Missis Kreitler .. Das entsprach den Tafia-ben Hantsungyuan lebte in sehr schlechten ökon mischen Verhältnissen, weil er eine zahlreiche Verwandtschaft zu ernähren hatte Seine Frau galt als Tantippe. Der Pantoffelheld als Wegelagerer. Ein neues Lustspielthema. Ich wollte der Sache ein Ende machen. „Wenn ihr meinen Mairn sofort befreit, werde ich die Sache dem Stadthauptmann nicht melden, ihr werdet eure Köpfe behalten ...“ „.Unb das Lösegelb, Missis ...?" -Ich muh darüber mit meinem Mann sprechen ..“ 2lm Rachmittag war mein Mann wieder da, et betrachtete den Bors all mit gutem Humor und wollte nicht einmal, daß man Hantsungyuan aus dem Dienst jage Es stellte sich übrigen- heraus, bah ber Koch, der sich so sehr um meinen Kummer bemüht hatte, auch mit im Spiel war. Ueberraschungen dieser Art sind in China nicht- Ungewöhnliches. Am folgenden Tag lieh mein Wann den Gärtner, der tieffinnig herumging, bi fein Arbeitszimmer holen unb sicherte ihm eine kleine Gehaltserhöhung zu. Das sind Räubergeschichten au- bem inneren China, meine Herren." .V Nachdruck verboten. 9. Fortsetzung. furter Huhn in 8:59,10 Stunden vor Franke, Frankfurt (eine Länge), Frank, Frankfurt (eine halbe Länge) und Bartholmeß, Frankfurt. Lindemann, Frankfurt, gewann in 8:46,12 Stunden das über die gleiche Distanz gehende Rennen der B-Klasse und bei den Altersfahrern siegte Keb, Frankfurt. 3 Reit- und Fahrturnier in Zuhbach. Pb. Butzbach, 11.Mai. Hnte? dem Protektorat S.Durchlaucht des Fürsten Reinhard zu L i ch fand gestern und heute hier das 2. R e i t - und Fahrturnier der ländlichenReit- und Fahrvereine Lich, Wettertal, Butzbach und Umgebung, verbunden mit Standartenweihe des Vereins Wettertal, statt. Das traditionelle Butzbacher gute Festwetter blieb diesmal leider aus, jedoch hielt dies die Reiter der Wetterau nicht zurück. Pei strömendem Regen ritt am gestrigen Rachmittag eine Kavalkade von etwa 28 Reitern hinaus zum Hausener Tal, um sich einer Vielseitigkeitsprüfung im Geländeritt und Sagbreiten zu unterziehen. Auch am heutigen Sonntag ritten vormittags alle gemeldeten Abteilungen zu den Bor- Prüfungen an. Rachmittags folgte um 1.30 Llhr ein Festzug durch die Stadt nach dem Turnierplatz, wo nach voraufgegangenem Parademarsch zunächst die S^andartenweihe des Bereins Wettertal stattfand. Landstallmeister außer Dienst S ch ö r k e hielt eine kernige Weihe- rede und übergab dann die Standarte dem Führer des Bereins, Herrn Paul Hoffmann, Hof- Gill, der sie mit einem Treuegelöbnis übernahm. Hierauf folgten die verschiedenen Prüfungen, wobei durchweg gute Leistungen gezeigt und auch ein sehr beachtenswertes Pferdematerial vorgeführt wurde. An diese Prüfungen schloß sich ein Schaufahren im Kutschwagen (Ein-und Mehrspänner) sowie ein solches von Arbeitsgespannen im Oekonomiewagen an, zu welchen etwa 20 Rennungen Vorlagen. Trotz der älngunst der Witterung hatte sich eine größere Menge Schaulustiger — man schätzte sie auf etwa 800 bis 1000 — eingefunden, die mit großem Interesse den Borführungen folgte. Abends fand im „Deutschen Haus" die Preisverteilung statt, zu der von etwa 80 Personen aus Lich, Münzenberg, Griedel, Butzbach und verschiedenen anderen Orten Preise gestiftet worden waren. Das Ergebnis der Preisverteilung wird noch berichtet. ■ V Daten für Dienstag, 13. Mai. Sonnenaufgang 4.13 Uhr, Sonnenuntergang 19.40 Uhr. — Mondaufgang 21.09 Uhr, Monduntergang 4.17 Uhr. 1717: Kaiserin Maria Theresia in Wien geboren; — 1792: Papst Pius IX. in Sinigaglia geboren; — 1832: der französische Naturforscher Baron Georges de Cuvier in Paris gestorben; — 1840: der französische Schriftsteller Alfonse Daudet in Nimes geboren; — 1842: der Komponist Sir Arthur Sullivan in London geboren; — 1862: der Parapsychologe Albert Freiherr v. Schrenck-Notzing in Oldenburg geboren; — 1871: der französische Komponist Daniel Francois Esprit Aubert in Paris gestorben. O Konstanze, Konstanze! Was hast du aus Lothar Emmerstorff gemacht? — Weshalb muhtest du diesen wahnwitzigen Schritt tun und aus diesem Hause gehen?! — 3a, sie mußte wahnsinnig gewesen sein, stand mit einem Male für Lothar fest. Anders hätte sie diesen Schritt nicht tun können. Er ging zum Likörschrank und stürzte ein paar Kognaks hinunter. Das Getränk brannte so stark, das ihm war, als schlage eine Flamme die Kehle empor. Er trank noch mehr. Wie zufällig fuhr seine Hand in die Tasche. Seine Finger fühlten eine kleine Karte. Zerstreut betrachtete er sie. . »MUlh von Dhsen", stand auf dem resedafarbenen Papier, das einen zarten Duft ausströmte. Lothar lächelte. Mit dieser Frau hatte er die letzten Tage verbracht. Diese Frau war angetan dazu, vieles vergessen zu machen, siehst du. Er sah in der Erinnerung ihren schneeweißen Arm, spürte noch den prickelnden Sekt auf der Zunge. Sein Blick glitt von der Karte hinweg, blieb im Spiegel haften, der seine Figur zeigte. „Wie siehst du aus?" murmelte er beschämt, strich sich die Haare zurück, deren sorgsamer Scheitel zerstört war, richtete sich die schlecht gebundene Krawatte und dachte bei alledem: „Wäre Konstanze hier! — Warum ging sie von mir?" Dann schritt er durch die Flucht der Zimmer, und wie er Konstanzes Bild, eine Miniaturphotographie dort drüben auf dem Sims stehen sah, empfand er plötzlich etwas wie Scham. Er hielt noch immer das Kärtchen mit dem Ramen: „Willy von Dhsen" in der Hand. Run zerriß er die Karte--- Emmerstorff begab sich schon in den nächsten Tagen zu Iustizrat Pranders. Der kleine hagere Herr empfing ihn mit großer Zuvorkommenheit. Er war Syndikus über mehrere ausgedehnte Betriebe und hatte im Laufe der Jahre sein gutes Geld bei Emmerstorffs chemischer Fabrik verdient. Er machte ein ganz erstauntes Gesicht, als ihm Lothar eröffnete, er wolle aus der Gesellschaft austreten. — Aber zum Fragen ließ ihn Emmerstorff nicht kommen. „Die Gründe sind verschiedener Art, Herr Iustizrat". sagte er etwas hastig. „Ich muß Sie nur bitten, meinen Austritt nebst allen Formalitäten möglichst rasch zu erledigen." Der Syndikus verbeugte sich leicht, nahm seinen Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. Die Reichsmaisstelle wird den Mais zum ®in* standspreis e, d. h. zu dem Betrage liefern, der nur den Einkaufspreis, den Zoll und einen geringen Zuschlag zur Deckung der Unkosten enthält. An der hierfür notwendigen Maiseinfuhr und an der Verteilung des Maises werden Genossenschaften und Händler beteiligt sein. Der Verwaltungsrat hat dem Verordnungsentwurf des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zugestimmt, nach bem die Höch st menge für Mais, deren Verkehr m o n o p o l f r e i ist, von zehn Doppelzentner auf zwei Doppelzentner herabgesetzt wird. Die Bestimmung tritt am 11. Mai in Kraft. Diese an sich bedauerliche Aenderung der Freimengevorschriften ist notwendig geworden, weil diese bei der Einfuhr von^Mais in steigendem Maße mißbräuchlich angetoeriföt worden sind, und weil damit gerechnet werden muhte, daß in nächster Zukunkt soyar eigene, hierfür geschaffene Organisationen tätig sein würden. Klemmer von der kurzen und zu dicken Rase und erwiderte: „Man wird Ihren Austritt allgemein bedauern, Herr Emmerstorff." Der andere machte eine abwehrende Handbeweguny. „Ich werde voraussichtlich auf Reisen gehen, mir die Welt anschauen — oder vielleicht auch nicht — ich weiß es noch nicht genau.“ „Welch ein zerfahrener Mensch!" dachte Iustiz- rat Pranders. „Vielleicht sind die Gerüchte doch wahr, die in der Gesellschaft kursieren!?" Konstanzes plötzliche Abreise war bekanntgeworden. Rkan erzählte sich, die schöne Frau Emmerstorff sei ihrem Manne auf und davongegangen. Wer diefes Gerücht aufgebracht hatte, wußte kein Mensch. Es existierte eben. Lothar Emmerstorff erhob sich langsam. Gr reichte dem Iustizrat die Hand: „Geld soll keine Rolle spielen! — Ich danke Ihnen! — Leben Sie wohl!" — Es drehte sich das Rad der Zeit. Lothar Emmerstorff hatte ein wahrer Rausch ergriffen. Er taumelte von einem Fest zum anderen. Eine Orgie löste die andere ab, und nur schemenhaft, wie eine flüchtige Fata Morgana tauchte im Strudel dieser Zerstreuungen Konstanzes Bild auf, verblaßte, und zerging. — Bilder mit lebhafteren Farben lösten dieses blutlose Phantom ab. Gestalten der Wirklichkeit: Frauen mit geschminkten Lippen, gepuderten Wangen, lockendem Lächeln und duftender Haut ... Rennplätze ... Spielsäle ... Theater, Revuen ... Symphonien von Farbe und Licht. — * * * Der Sommer war heiß und staubig. Berlin stand im Zeichen des Sports. Lothar Emmerstorff fehlte nirgends. Er war überall dabei, wenn auch nur als Zuschauer. Ganz im Gegensatz zu seinem früheren Wesen fühlte er sich jetzt hingezogen zur großen Welt. Er hatte Eingang gefunden in die Lebewelt von Berlin W. Rachmittags besuchte er regelmäßig auf eine Stunde den Klub. Dort las er die neuesten Ereignisse aus aller Welt, trank einen Whisky-Soda und um Punkt sieben Uhr fuhr sein Auto vor. Er besah einen schönen Viersitzer mit modernster Karosserie. Der Wagen war ihm bald nicht mehr modern genug. Er kaufte einen neuen mit allen Schikanen. Es war ein flachgebauter Wagen mit rotem und weißem Lederpolster. Paul, der Chauffeur, machte große Augen. Er strahlte über das ganze Gesicht. Er sah zufriedener aus, als sein Herr, der meist mit mißvergnügtem, ein wenig gelblichem Gesicht Im Wagen lehnte. — Zuweilen tauchten Gedanken in Lothar auf, ob es nicht besser sei, sich von Konstanze scheiden zu lassen. Denn er aber anfing, den Plan ernstlich Monopolmais zu ermäßigtem Verkaufspreis für Geflügelhaltungen. Die Reichsmais stelle wird auf- Beschluß des Derwaltungsrates zur Förderung der einheimischen Geflügelhaltung zunächst bis 50 000 Tonnen Mais zu ermäßigtem Verkaufspreis zur Verfügung stellen. Die Berechtigung zum Bezüge dieses Maises wird an die genossenschaftliche Ablieferung von Eiern geknüpft werden. Genossenschaftlich organisierte Geflügelhalter sollen den Mais im Verhältnis von 15 Kilogramm Mais gleich 100 Eier erhalten, die vorher abgeliesert werden müssen. zu erwägen, erschrak er heftig. Dann wäre auch der letzte Faden zerrissen, der chn noch an Konstanze band. — So aber war sie noch seine Frau, nicht wahr? Monatelang war er nun schon ohne sein Weib. Es war, als hätte sich ein kühles Grab über chr geschlossen. Wie wird sie sich dort draußen zurechtfinden in dem großen Ozean Welt, in dem so viele schöne Frauen untergingen oder stiegen, je nachdem die Wellen sie trugen, und wie sie gegen die Fluten kämpften? Er konnte nach München fahren, konnte vor den Oberst von Heistritz hintreten, konnte fordern: „Ich habe Ihre Tochter in Ehren geheiratet. Geben Sie sie mir wieder heraus." Er schüttelte den Kopf und legte die Hand über die Augen. Wußte er denn, ob sie bei ihren Eltern in München war? — Weshalb hatte sie chn auf die unebenen Wege getrieben, auf denen er nun schon heimisch war? Das Auto hielt vor einem großen lichterstrah- lenden Gebäude. Ein Rachtlokal. Er trat ein. Lärmende Jazzband klänge tönten ihm entgegen. Schlürfende Schritte. Eine Tanzbar.---- An den Renntagen weilte Lothar Emmerstorff draußen in Karlshorst auf der Dahn. Er setzte ziemlich hoch, ohne sich die Pferde anzusehen und gewann hin und wieder. Er verlor genau so oft. — Es war heute ein etwas kühler Iulitag. Die ganzen vorhergehenden Tage hatte es gewittert und geregnet. Der Boden roch nach frischer Erde. Die Rasenflächen und die Rennbahn waren aufgeweicht. Die zierlichen Schuhe der eleganten Damen blieben in der zähen Masse beinahe stecken und die Herren suchten mit hohen Schritten um die Tribünen zu stelzen. Emmerstorff drängte sich durch das plaudernde und rufende Menschengewühl am Totalisator hindurch. Er sah lachende Gesichter. Penetranter Parfümdust stieg zuweilen, gemengt mit dem Geruch der Pferoeausdünstungen, durch die Sommerluft. Trotz des kühlen Tages herrschte reges Geben. Jünglinge mit verlebten Gesichtern drängten sich um einen Buchmacher, einen Tip zu erfahren. Kleine Modistinnen, aufgeputzt mit möglichst wenig Stoff, hingen an den Armen der blasierten Jünglinge. Ein paar ältere Herren schritten im Gespräch, Zigaretten rauchend auf und ab, zuweilen einen erwartungsvollen spähenden Blick nach dem Zifferblatt der Uhr am Start werfend. Emmerstorff traf hier wenig Bekannte. Rur ab und zu wurde er gegrüßt. — Da war es ihm, als hätte er in der Menge ein bekanntes Gesicht entdeckt. Es war ein regelmäßiges Puppengesicht. Ein Wachsantlitz aus dem Schaufenster eines Warenhauses und gehörte einem jungen Mann mit etwas schäbiger Eleganz, der in Gesellschaft von zwei sehr auffallend gekleideten jungen Oberheffen. Landkreis Gießen. * Leihgestern, 8. Mai. Arn vergangenen Sonntagvormittag fand am hiesigen Bahnhofe eine größere Sanitätskolonnen - Ue- bung der Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz statt. Als Unfall wurde folgendes angenommen: Der bewachte Bahnübergang an der Straße Leihgestern—Gr.-Linken war von dem Wärter für kurze Zeit verlassen worden, ohne die Schranken zu schließen. Ein mit Ausflüglern besetzter Omnibus passierte den Uebergang, wobei eine außerplanmäßig fahrende Maschine den Omnibus rammte, welcher vollständig demoliert wurde, und die Insassen z. T. mit sehr schweren Verletzungen aus dem Trümmerhaufen herausgeholt werden mußten. Don der Bahnhofsverwaltung wurde die Freiw. San.-Kolonne vom Roten Kreuz Leihgestern alarmiert, und auch von ersterer sofort ein Hilfszug zum Abtransport bereitgestellt. Infolge der großen Anzahl der Verletzten wurde von der Kolonne Leihgestern die Kolonne Gießen zu Hilfe gerufen, welche sehr schnell auf Lastwagen, Motorrädern usw., sowie mit dem Sanitätsauto in Begleitung des Kolonnenarztes Dr. med. Gros auf der Unfallstelle erschien. Innerhalb kurzer Zeit waren sämtliche markierten Verletzten versorgt und zum Abtransport in die mittlerweile vom Einbau- kommando der Kolonne Gießen hergerichteten Wagen der Reichsbahn bereit, so daß mit dem • Einladen begonnen werden konnte. Die getroffenen Maßnahmen wurden von dem Kolonnenarzt Dr. med. Speck (Grohen-Linden) eingehend geprüft und für sehr gut befunden. Die Kritik von Dr. med. Gros (Gießen) spendete beiden Kolonnen großes Lob. Insbesondere sprach er seinen Dank der jungen Kolonne Leihgestern, für ihr eifriges und zieloewuhtes Arbeiten aus. * Trais-Horloff, 11. Mai. Bei der heutigen Bürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Heinrich Rudloss mit 168 Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat, Adolf Berg, erhielt 78 Stimmen. Preußen. WSR. Frohnhausen (Dillkreis), 11.Mai. Ein sonderbares Erlebnis hatten zwei Angler aus Frohnhausen, die sich im Anschluß an eine Angelpartie im Dorfgasthof einen gemütlichen Schoppen genehmigten. Sie hatten ihre Angeln vor dem Hause abgestellt, ohne die Reste der Würmer von dem Angelhaken zu entfernen. Ein Huhn, das im Hof der Wirtschaft herumlief, schnappte nach einem der Würmer und verschluckte ihn mitsamt der Angel. Als später die beiden Angler das Lokal verliehen, fanden sie die Henne noch gerade beim letzten Flügelschlag und waren Zeuge, wie sie mit der Angel im Schnabel ihren Geist aufgab. Sprengart (Reutlingen), 75,5 P. 10X100-Meter- Lagen (W.Pr. der Stadt Stuttgart): 1. Mto. Stuttgart. 4X100-Meter Brust: 1. Mto. Stuttgart. 100 Meter HüH.: 1. Weinig (Frankfurt 60), 1:22. 200 Meter Rücken: 1. Fecht (Stuttgart), 3:39,8. 100 Meter Seite: 1. Weitmann (Stuttgart), 1:39,2; 40» Meter-Tauchen: 1. Schlienz (Stuttgart), 46,4; 4X100-Meter Brust: 1. Mto. Stuttgart 6:16; 4X50-Meter Lagenschwimmen: 1. Brauner (Stuttgart), 4:05, 5. 100 Meter Rücken: 1. Fecht 1:37,2. Aeuer deutscher Schwimmrekord. Anläßlich eines am gestrigen Sonntag im Leipziger Carola-Bad veranstalteten lokalen Schwimmfestes konnte der Leipziger Poseidone Künniger den von Erich Rademacher gehaltenen deutschen Rekord im 400-Meter-Brust- schwirnrnen von 6:05 auf 6:04,8 verbessern. Der Rekordversuch wurde irn Beisein offizieller Vertreter unternommen. kennen auf Der Operbahn in Rüffelsheim. Zündorf-Kö<« Schnellster! 10 000 Zuschauer hatten sich äu den Bahnrennen am gestrigen Sonntag in Rüsselsheim eingefunden und bekamen guten Sport zu sehen. Einen bösen Sturz gab es im ersten Rennen, Stern- b e r g e r, Frankfurt, mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die beste Zeit des Tages fuhr der Kölner Z ü n d o r f, der 20 Runden (30 Kilometer) in 12:45,3 zurücklegte und ein Stundenmittel von 140,5 Kilometer herausholte. Ergebnisse: 1. Klasse ABC bis 500 ccm (22,5 km): I. Heide, Weidenau (BMW.) 11:5,5 St./km: 121,8). 2. Liz. Fahrer Kl. A bis 250 ccm (22,5 km): 1. Soenius, Köln (Soenius-Spezial) 11:16 (119,8 km). 3. Sport- und Tourenwagen Kl. kl 500 bis 750 ccm (15 km): 1. Glöckler, Frankfurt 12:8,2 (74,1 km); 4. Ausw. Fahrer, Motorräder m. Seitenw. Kl. F bis 600 ccm (18 km): 1. Rheinfurt, Würzburg (Standard) 11:16 (95,8 km). 5. Liz. Fahrer Kl. B bis 350 ccm (22,5 km): 1. Ley, Nürnberg (Triumph) 10:18,2 (131,6 km). 6. Motorräder m. Seitenwagen (Liz. Fahrer) 600 und 1000 ccm: (12 Runden) 1. Döbler, Stuttgart (Superior) 9:43,1 (111,1 km). 7. Tourenwagen 750 bis 1100 ccm (30 km): 1. S oenius, Köln (Amilcar-Compr.) 17:20,4 (103,6 km). 8. Motorräder über 500 ccm (Liz. Fahrer, 30 km): 1. Zündorf, Köln (DKW.) 12:45,3 Min. 140,5 St./km: beste Zeit des Tages. „Deutschland-Rundfahrt." Siegel gewinnt die vierte Etappe. Die vierte Etappe der „Deutschland- Rundfahrt" führte am Sonntag über 250 Kilometer von Erfurt nach Schweinfurt. Reben den erheblichen Steigungen stellte die trostlose Verfassung der Landstraßen infolge des Regenwetters an die Fahrer ganz große Anstrengungen. Bis Eisenach blieb das Feld noch geschlossen beisammen. An der „Hohen Sonne" bildete sich eine 40 Mann starke Spitzengruppe. Geyer (Schweinfurt), Cap (Wien) und Rebe (Leipzig) gaben im weiteren Verlaufe wegen Radschäden bzw. Sturzverlehungen auf. Die Zahl der Ausscheidenden mehrte sich im weiteren Verlauf der Fahrt. Im Endspurt gewann der Cottbus—Berlin-Sieger Siegel dann in9:00:00 dicht vor Tietz, Stüpel und Schön die Etappe. Fünfter wurde Thierbach vor Tomasini, Man- they, Ussät, Ritschke und Busse. Straßenrennen y/Runfr um Frankfurt". Zum neunzehnten Male wurde am Sonntag das über 250 Kilometer gehende traditionelle Straßenrennen „Rund um Frankfurt" ausgefahren. Das Rennen wurde durch die stark aufgeweichten Straßen für die Fahrer zu einer großen Gewaltprobe. Sieger der A-Klasse wurde der Er- Ein weiteres Länderspiel kam in Paris zum Austrag, wo die Tschechen gegen die Franzosen mit 3:2 knapp die Oberhand behielten. In Brüssel standen sich Belgien und Irland gegenüber, wobei die irischen Gäste mit 3:1 die Oberhand behielten. In Straßburg kam ein Repräsentativspiel zwischen Elsaß und Baden zum Austrag, wobei die Badener mit 5.-0 siegreich bliebear. Zn Süddeutschland gab es diesmal neben den Aufstiegspielen nur Freundschaftsspiele in großer Anzahl. Das bedeutendste unter ihnen war die Begegnung zwischen „Klub" und Bayern, die sich in dieser Saison erstmals gegenüberftanben. Bei den Bayern toirlten die vier Spieler mit, die am Samstag gegen England gespielt hatten, fielen aber nahezu aus. Der Klub gewann das Treffen überraschend hoch mit 5:0. Das traditionelle „Rat-Popper-Gedächtnisspiel" in Hanau zwischen „Hanau-Land" und „Hanau-Staot" wurde von den „Städtischen" mit 5:2 siegreich beendet. In einem Münchener Lokalkampf siegte 1860 mit 4:2 über Wacker. Der süddeutsche Meister Eintracht Frankfurt spielte in Halle gegen Wacker und gewann 4:0, wobei eine neue Sturm auf Stellung erprobt wurde, die sich restlos bewährte. Bemerkenswert war auch das Vorendspiel um den „Frankfurter Fußballpokal", das den (^lßballsportverein mit 13:3 über Olympia siegreich sah, wodurch der FSV. jetzt mit der Turn- und Sportgemeinde Höchst das Pokalendspiel bestreitet. In Berlin stand als wichfigstes Ereignis die letzte Zwischenrunde um den Berliner Pokal auf dem Programm, wobei Hertha/DSC. gegdn die Verkehrsgesellschaft mit 7:0 einen hohen Sieg errang, während Tenni s/D orussi a> gegen Minerva mit 0:2 unterlaß. Zn Norddeutschland sicherte sich Arminia Hannover burd)einen 3.1-Sieg über Hannov er 96 bie zweitenorb- deutsche Dertreterstelle in den D FD.-Enbspielen. Zn Westdeutschland sicherte sich Köln-Sülz durch einen 4:2-Sieg über Fortuna Düsseldorf den dritten westdeutschen Platz in den DFB.-Endspielen. Georgii-Wettschwin men der DT. Das Georgii-Wettschwimmen der DT. am Samstag und Sonntag in Stuttgart brachte bei Massen- besuch spannende Kämpfe und glänzende Leistungen, darunter neue Rekorde. Die Ergebnisse: Turner: 400 Meter Brust: 1. Kluge (Leipzig), 6:44,4; 100 Meter HüH.: 1. Witt Hauer (Isenburg), 1:6,8; 200 Meter Rücken: 1. Wanner (Cannstatt), 2:56,4; 100 Meter Seite: 1. Sommer (Mühlhausen, Thür.). 50-Meter-Tauchei^ 1. Spitz (Köln), 35,4; 400 und 1000 Meter beliebig: 1. Witthauer 5:44,4 bzw. 15:36 (neue Bestzeit); 4X100-Meter-Lagen: 1. Tbd. Cannstatt 6:26,2; 4X100-Meter Sjüf).: 1. Kölner S.C. 4:54; 4X50-Meter-Lagen: 1. Mühlhausen 2:56,8. 100 Meter Brust: 1. Kluge 1:23. 100 Meter Mücken 1. Wanner 1:16; 4X100 Meter Brust: 1. Mühlhausen 5:53,2; Hauptspringen: 1. Stork (Frankfurt 60), 134,6 P.; 10X50 Meter Freistil: 1. Kölner S.C.; 10X50 Meter Freistil: 1. Köln 5:25. Mehrkampf: 1. Iaiser (Cannstatt), 90,5 P.; 10X100-Me- ter-Lagen (Georgii-W.Pr.): 1. Tbd. Cannstatt; 10X100 Meter Brust: 1. Mühlhausen. Turnerinnen: 4X100-Meter-Lagen: 1. Mto. Stuttgart, 6:42; 400 Meter Brust: 1. Erna Kunz« (Stuttgart), 7:35,8 (neue Bestzeit). 100 Meter Brust: 1. Kappler (Stuttgart), 1:38,8. Hauptspringen: 1. Damen von tadellosem Wuchs vor ihm stand. Der junge Herr kam jetzt auf ihn zu, grüßte und sagte mit vertraulichem Lächeln: „Guten Tag, Herr Emmerstorff." Gothar stutzte. „Darf ich/ Ihnen einen Tip anbieten, Herr Emmerstorff?" fragte der junge Herr. „Ich weiß im Moment nicht, mit wem —“ Der andere zog abermals den Hut und verbeugte sich: „Gudwig Warburg! — Ich war vor etwa zwei Jahren als Buchhalter bei Ihnen." „Ah!" Eine Erleuchtung ging über Emmerstorffs Züge. „Jetzt kenne ich Sie wieder. Wie geht es Ihnen, Herr Warburg?" „Danke, schlecht!" antwortete der Gefragte und machte ein Gesicht, als schmecke er etwas Saures. „Ich bin ohne Stellung." „Das tut mir leib! Wäre es nicht möglich —" Ludwig Warburg ließ Emmerstorff nicht ausreden. „Rein", sagte er ,„bie Arbeitslosigkeit im Deutschen Reiche ist noch im Steigen begriffen —" Lothar Emmerstorffs Blicke schweiften zu den beiden Begleiterinnen Warburgs. Der andere folgte dem Blick und bot sogleich eine Erklärung: „ Fräulein Julia Koromihky und Fräulein Lilly von dem Hofe." „Welch hochtrabende Ramen?" dachte Emmerstorff und konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. „Die Damen sind beide Filmschauspielerinnen", erklärte Warburg weiter. „Talentvoll, sage ich Ihnen, Herr Emmerstorff. Julia verspricht übrigens ein Star zu werden. Die Regisseure haben ihr das alle prophezeit." Lothar Emmerstorff schaute noch immer hinüber zu den Damen. Sie hatten bereits bemerkt, daß von ihnen die Rede war. Die große, schlanke, die Warburg mit „Julia" bezeichnet hatte, fiel ihm besonders auf. Sie trug ihren Hut in der Hand. Wohl weniger, weil ihr zu warm war. sondern, damit jedermann ihr auffallend rotes Haar bewundern konnte. „Dieses Haar ist eine Flamme", dachte Lothar und wünschte sich plötzlich nichts sehnlicher, als sich die Hand an diesem Haar zu verbrennen. „Ist diese Dame Irländerin? — Dieses Haar findet man in solcher Farbe nur bei Irländerinnen." „Irländerin ist sie nicht. Sie stammt au8 Thüringen und ist eine echte Deutsche." Lothar fühlte sich ernüchtert. Richt, weil sie eine Deutsche war, sondern weil der Ton in der Stimme dieses jungen Mannes soeben etwas gezeigt hatte. Es war Leidenschaft gewesen, vielleicht Liebe zu diesem rothaarigen Mädchen. Jetzt tönte vom Totalisator her der Klang de« Gongglocke. (Fortsetzung folgt.) der A-« tze zu r fri£^r3QbgclüU^e' N'rA- tiatunlerJuena>artig M Tender die nachgebenoc■ 8tK 2 VW °°" K ta dich- d-n1 D-r Ausweis der « gÄÄ sich, verglichen rnll d.r auf ungefähr 235 M rückläufigen Kon/unllui kenntlich will die Aeiche neuenErmahigun anbelangt, die weiteren Dizkontlcnkungswellc a einer neuen Äahnahnn gründ für die abwarte bank ist die Diskrepan ziellen deutschen Dislon Zinssätzen besteht. M ben Aeichsbanlausweir der Feststellung lomir mit ihrer Reservepvlr hat. Ein besonderer D anfäufe, bzw. erhebst/ dem vorliegenden Re' bar geworden, so daß Ermäßigung des Di vorgenonnnen zu wc scheint es allerdings den gegenwärtigen Di Anbetracht der starke: mck. die ihr die Heri zum vssenen Gelömark Dauer nicht wird dui gesichts der testen Hal Ausland die Wöglichkei in greifbare Mhe gerät Allzulange wird sich dm Einfluß der intei und dm Geldverslussig der neuerdings eingetn und da die derzeitige ! jQaft ßntlaftung auf , E quf dm der Zin. me Anpassung des d den neuerlichere interne zu begrüßen sein. & ■JWbanf den vvrlie Grundlage für eine E frage nimmt, sonder Me Goldbestände cir Wen Die Reichst, h^ende Politik wre deutsche Geldn Mach auf dem H fer ßnttoirfiung ift 5; NrgaW SSL' sm« btonM« M"' (0.1 Ä"?*'64“' * ■ • «KJ Nm Wirtschaft. Oer Geldmartt weiter flüssig. Schnelle Entlastung der Rcichöbank Nachdem zunächst unmittelbar nach dem Ultimo durch grossen Geldbedarf für Rückzahlungen bei der Reichsbcmk eine gewisse Stabilität der kurzfristigen Zinssätze zu verzeichnen war. Hot gegen Ende der abgelaufenen Berichtswoche die Erleichterung am Geldmarkt einen neuen grossen Fortschritt gemacht. Damit ist die frühere starke Flüfsigkeit wieder hergestellt worden, und die Zinssätze für kurzfristige Gelder find wiederum auf den alten Stand bzw. zum Teil darunter zurückgegangen Die unteren Notierungen steigen gegenwärtig wieder um 3 v. H herum. Auch auf dem langfristigen Geldmarkt hat sich die nachgebende Tendenz, die übrigens durch den Ultimo nicht unterbrochen worden ist, weiter fortgesetzt. Leihdevisen werden bemerkenswert billig angeboten, die Erleichterung des Geldmarktes fand ihren besonderen Ausdruck durch die abermalige Herabsetzung des Privatdiskontsatzes auf 4 v. H, die nicht mehr zu vermeiden war, nachdem der Verkauf von Schahwechseln des Reiches, der bisher den alten Sah gehalten hatte, aufgehört hat Am Devisenmarkt ist die Schwäche des englischen Pfundes hervorzuheben. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. d. M. zeigt, dass die Ultimoanspannung, die sich an sich in normalen Grenzen hielt, um mehr als 50 Prozent wieder abgedeckt ist. Bemerkenswert ist die starke Derryinderung des Geldumlaufs, die sich, verglichen mit der ersten Januarwoche d. 3., auf ungefähr 235 Millionen Mark stellt und der rückläufigen Konjunkturbewegung entspricht. Be- kenntlich will die Reichsbank, was die Frage einer neuen Ermässigung desDiskontsahes anbelangt, die weiteren Auswirkungen der letzten Diskontfenkungswelle abwarten, ehe sie sich zu einer neuen Massnahme entschliesst. Der Hauptgrund für die abwartende Haltung der Reichs- bank ist die Diskrepanz, die zwischen dem offiziellen deutschen Diskontsatz und den langfristigen Zinssätzen besteht. Geht man von dem vorliegenden Reichsbankausweis aus, so muh man zu der Feststellung kommen, dass die Reichsbank mit ihrer Reservepolitik bisher Recht behalten hat. Ein besonderer Druck durch verstärkte Goldankäufe. bzw. erhebliche Devisenzugänge, ist in dem vorliegenden Reichsbankausweis nicht sichtbar geworden, so dass von dieser Seite aus eine Ermässigung des Diskontsatzes vorläufig nicht vorgenommen zu werden braucht. Anderseits scheint es allerdings so. als ob die Reichsbank den gegenwärtigen Diskontsatz von 5 Prozent in Anbetracht der starken Verflüssigung am Geldmarkt, die ihr die Herrschaft bzw. Fühlungnahme zum offenen Geldmarkt genommen hat, auf die Dauer nicht wird durchhalten können, da angesichts der festen Haltung der Reichsmark im Ausland die Möglichkeit grösserer Geldtransporte in greifbare Nähe gerückt ist. Allzulange wird sich auch die Reichsbank nicht dem Einfluss der internationalen Diskontpolitik und dem Geldverflüssigungsprozess in der Welt, bet neuerdings eingetreten ist, entziehen können, und da die derzeitige Lage der deutschen Wirtschaft Entlastung auf allen Gebieten, besonders aber auf dem der Zinssätze erfordert, so würde eine Anpassung des deutschen Diskontsatzes an den neuerlichen internationalen Diskontabbau nur zu begrüßen sein. Es ist anzunehmen, dass die Reichsbank den vorliegenden Ausweis nicht als Grundlage für eine Entscheidung in der Diskont- frage nimmt, sondern weiterhin abwartet, ob ihre Goldbestände eine wesentliche Erhöhung erfahren. Die Reichsbank wird also ihre zurückhaltende Politik weiter fortsehen, obgleich die innere deutsche Geldmarktlage, zumal die Besserung auch auf dem Kapitalmarkt, in fortschreitender Entwicklung ist, bis zu einem gewissen Grade eine neue Diskontsenkung rechtfertigen würde. Ruhrgas A.-G , Essen. Der Abschluss der Ruhrgas-A.-G., Essen, für 1929 weist einen von 1,14 auf 2,76 Millionen Mark erhöhten Ueberschuss aus dem G a s g e s ch ä f t nach Abzug der Gaseinkaufskosten aus. Derwaltungskosten und Steuern erforderten 1,2, Betriebsunkosten 0,55, Zinsen 0,99 (im Vorjahre Unkosten 1,13, Steuern 0,74) Millionen Mark. Abschreibungen und Rückstellungen beanspruchten 1,64 (0,61) Millionen Mark. Es ergibt sich ein neuer CB er lüft von 1,62 Millionen Mark. Einschliesslich 1,96 Millionen Mark Derlustvortrag beträgt der Gesamtverlust 3,58 Millionen Mark, der vorgetragen werden soll. Der Vorstand berichtet, dass 1929 grössere Teilstrecken hätten in Betrieb genommen werden können. Die verlegten Leitungen haben eine Länge von 300 Kilometer. Gleichen Schritt damit habe der Dau der zur Durchführung der Ferngasversorgung notwendigen Anlagen auf den Kokereien gehalten. Die erforderlichen Baukosten beliefen sich auf rund 26 Millionen Mark. 1929 hätte die Gasabgabe wesentlich gesteigert werden tonnen. 3m Dezember 1929 sei ein Monatsdurchsatz von 47 Millionen Kubikmeter erreicht worden. Die Erfahrungen, die die Abnehmer mit der Verwendung von Kokereigas gemacht hätten, berechtigten yu der Erwartung einer erheblichen Absatzsteigerung. Unter Einrechnung des vom RWE. übernommenen Netzes (298 Kilometer) seien insgesamt 744 Kilometer im Betrieb. Bereits jetzt ständen Kompressions- und Reinigungsanlagen auf den angeschlossenen Zechen mit einer Leistung von rund einer Milliarde Kubikmeter im 3ahr mit den erforderlichen Reserven auf 14 Schachtanlagen zur Verfügung. 3m April 19 30 habe die durchschnittliche Tagesabgabe an Gas 2 Millionen Kubikmeter überschritten. / Die bisherigen Monatseinnahme n seien fast doppelt so hoch, wie die der gleichen Zeit des Vorjahres, obwohl der Konjunkturrückgang, namentlich in der eisenverarbeitenden 3ndustrie, sich dahin ausgewirkt habe, dass das Tempo des Anwachsens der ©ad- abgabe bei den bereits in Betrieb genommenen Strecken langsamer geworden sei. • ' Grosshandelsindex. Die auf den Stichtag des 7. Mai berechnete Grohhandelsindex- ziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 126,0 gegenüber der Vorwoche (126,4) um 0,3 Proz. zurückgegangen. Von den Hauptgruppen ist die 3ndexzisser für Agrarstoffe um 0,6 Proz. auf 111,3 (112,0) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,3 Prozent auf 123,9 (124,3) nachgegeben. Die (Indexziffer für industrielle Fertigwaren stellte sich auf 151,7 (151,8). • Breuer-Werk A. G., Frankfurt am .M a i n — H ö ch st. Die den Buderusschen Eisenwerken nahestehende Gesellschaft erzielte 1929 nach 96 000 (91 000) Mk. Abschreibungen einen Gewinn von 35 000 (6000) Mk., woraus der Verlustvortrag von 32 000 Mk. laut Beschluss der GD. getilgt wurde. Die verbleibenden 3000 Mk. wurden zur Bildung einer neuen Reserve verwandt. Nach dem Bericht war die Nachfrage nach Maschinen im 3nlande geringer. 3nfolge des Ausbaues des Auslandgeschäftes konnte der Umsatz jedoch gesteigert werden. 3m neuen 3ahre seien die wichtigsten Betriebe bisher ausreichend beschäftigt gewesen, die Aussichten werden aber zurückhaltend beurteilt. * Maschinenfabrik Ehlingen. Nach dem Bericht konnte der Umsatz des Hauptwerks 1929 trotz der allgemein ungünstigen Wirtschaftslage etwas gesteigert werden. Die erzielbaren Preise seien nicht immer auskömmlich gewesen. Auch erschwerten die hohen Herstellungskosten die erfolgreiche Konkurrenz mit den ausländischen Unternehmungen. Der Vorstand hält den Zeitpunkt für gekommen, die Gewinnbeträge, die im Laufe der letzten 3ahre im Vortrag angesammelt worden sind, den Aktionären zukommen zu lassen. Es wird beschlossen, aus dem nach 289 714 Mark Abschreibungen verbleibenden Reingewinn von 385 088 (350 588) Mk. die Dividendenzahlung mit 5 Prozent wieder aufzunehmen. 3n das neue Geschäftsjahr sei das Unternehmen mit einem bis zur 3ahresrnitte reichenden Auftragsbestand eingetreten. Frankfurter Börse. Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers". Frankfurt a. TL, 12. Mai. Tendenz: freundlich. — Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung im Zusammenhang mit dem festen Neuyor- ker Börsenschluß vom Samstag freundlich. Das Geschäft beschränkte sich jedoch wieder nur auf einigeSonderbewegungen.in denen auch besondere Momente eine Anregung für die Kulisse boten. Das Publikum war kaum vertreten. Rege gefragt waren AEG. auf Gerüchte, die von neuen Käufen in Hirsch Kupfer wissen wollten. Obwohl vom WTB.-Handelsdienst ein Dementi von der AEG.-Verwaltung ausgegeben wurde, erhielt sich für AEG. Interesse, und dieses Papier lag 3,5 o. H. fester. Auch Hirsch Kupfer standen dann im Vorder- gründe und konnten erneut zirka 10 v. H. gewinnen. Die übrigen Märkte lagen t in allgemeinen ruhig, doch ergaben ftd), mit Ausnahme ganz vereinzelter Werte, Besserungen bis zu 2 v. H. gegen den Samstagschlußkurs. Etwas lebhafter gehandelt waren noch I.-G.-Farben mit plus 1,5 v. H. Am Elektromarkt lagen Felten und Gesfürel gut gehalten, während Schlickert leicht nachgaben. Bon Warenhauswerten lagen Karstadt auf dem etwas ermäßigten Niveau etwa behauptet. Am Kunstseidemarkt kam etwas Material heraus, doch blieb der Kursabschlag mit minus 1 v. H. gering. Montan- werte verkehrten in stiller Haltung. Nur Rheinstahl konnten etwas mehr in Erscheinung treten. Mehr gefragt waren auf Erwartungen weiterer Freigabezahlungen die Schiffahrtspapiere. Hapag und Norddeutscher Lloyd lagen bis 1 v. H. höher. Metallgesellschaft gewannen 1 o. H. und auch Bankaktien waren dadurch bis 1 v. H. fester. Zellstoff Waldhof waren etwas niedriger. Am Rentenmarkt kam Material in Schutzgebieten heraus. Es trat eine Kurssenkung bis 3,90 v. H. nach 4,60 o. H. ein. Neubesitz waren ebenfalls schwächer, nur Altbesitz konnten sich leicht befestigen. Von Ausländern Türken gedrückt. 2m Verlaufe war das Geschäft st i 11. Schisfahrtswerte waren gut behauptet, die übrigen Werte lagen leicht gedrückt. Am (Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 v. H. leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1900, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4,85875, gegen Paris 123,8650, gegen Mailand 92,67, gegen Schweiz 25,1060, gegen Holland 12,0775. Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers". Berlin, 12. Mai. Der neue Berichtsabschnitt begann in den Vormittagsstunden geschäftslos, doch erhielt sich eine zuversichtliche Grundstimmung. Auch zu Beginn des offiziellen Verkehrs (da das Aus- landinteresse für einige Spezialwerte zu einer Belebung an den betroffenen Märkten führt«), bekundete auch die Spekulation etwas Kaufneigung. Momente, die die Allgemeintendenz stärker beeinflußt hätten, lagen nicht vor, doch regten einige 6pe- a ia Iberoegungen an. So setzten die Aktien für Hirsch Kupfer ihre Aufwärtsbewegung um weitere 5 v. H. fort, da eine Zeitungsmeldung, die von Transaktionen sprach, stärker beachtet wurde. Die Kupferwerte wie Mansfeld (plus 2 v.H.) und Otaoi Minen (plus 1 Mark) profitierten von der Herabsetzung der Kupferpreise in Amerika. Schiffahrtswerte erfreuten sich kleinen Publikumsinteresses. Und auch E l e k tro- werte und I. ° G. - F a r b e n wurden von interessierten Kreisen gesucht. Im Zusammenhang mit letzteren zogen auch Rheinstahl stärker an. Kaliwerte lagen bis 1,5 v. H. höher, und auch Montanwerte und Banken g ernennen tm gleichen Ausmaße. Man beobachtete wieder Tauschoperationen von Rentenwerten gegen Effekten, wobei die Belebung an der Neuyorker Fondsbörse stimulierend wirkte. Auch London meldete heute bessere Ansangskurse. Aber auch Irans- rabio zogen um 3,13 v. H. an. Ganz vereinzelt waren auch kleine Abschwächungen festzustellen, die aber nicht mehr als zwei Prozent betrugen. Von deutschen Anleihen bröckelten Neubesitz leicht ab. Ausländer tendierten allgemein etwas schwächer. Durch Schwäche fielen besonders die Oesterreichische Staatsrente von 1914 und die Papierrenten auf. Der Pfand- b r i e f m n r f t war ruhig. Der Geldmarkt war weiter leicht. Tagesgeld 2,5 bis 5 v. H.; Monats- gelb 5,25 bis 6 v. H., Warenwechsel zirka 4,40 v. H. Nach den ersten Kursen machte sich für Sprit- werte weiter Interesse geltend, die schon zu Beginn der Börse durch Festigkeit auffielen und weiter bis zu 2,5 v. H. anzogen. Am Kunstseide- mar k t wirkten sich die anregenden Meldungen, wie die über die Finanztransaktion der A k u und die Gründung der englischen Bembergfabrik, kursmäßig kaum aus. Warenhausaktien blieben unbeachtet. Farben lagen anhaltend gesucht. Frankfurter Ciermarkt. Frankfurt a. M.. 10. Mai. Marktlage: Die Tendenz war weiterhin fest, doch war im Hinblick auf die Zollerhöhung eine grössere Unsicherheit zu bemerken, so dass der Handel nur in geringerem Umfange neue Kaufabschlüsse tätigte. Der Konsumabsah lässt immer noch sehr zu wünschen übrig. Trotzdem das Angebot von Auslandware recht beträchtlich ist, war diese Ware überwiegend weiter befestigt. Deutsche Frischeier wurden von 71/» bis zu 11 Pf. reger gehandelt. Es notierten in Pfennig per Stück: (Italiener 8V2 bis 9’/t, bulgarische 7’bis 8, jugoslawische 71/, bis 73/«, rumänische 7 bis 7Vfe Russen 7 bis 7V* polnische 51/, bis 6' Holländer und Dänen je 81/. bis 101 ,, Belgier 8' . bis 9, französische 8l/< bis 9, Schlesier 8 bi« 8l bayerische 7S 4 bis 81,'*. norddeutsche 8l/< bis 8V$. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 12. Mai. Der heutige Produktenmarkt eröffnete in etwas freundlicherer Tendenz, da die Auslandnotierungen höher lauteten. Später kam jedoch 3nlandware in etwas grösserem Umfange an den Markt. Da die Händler wenig Ausnahmelust zeigten, ergaben sich von Provinzseite 'Preisermässigungen, und die Notierungen für Weizen und Roggen lauteten etwas niedriger. Sommergerste konnte sich dagegen leicht bessern. Bis zu 5 Mk. gedrückt lag Hafer und ohne besondere Nachfrage. Am Mehlmarkt konnte Weizenmehl (geringe Sorten) leicht anziehen. Roggenmehl war dagegen nachgebend. Ebenso gaben Futtermittel im Preise nach. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je Doppelzentner Ts wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-, Nassau) Hektolitergewicht 78 Kilogramm 302,50 Mark. Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Nassau' und Unterfranken) Hektolitergewicht von 72 Kilogramm 81 bis 82,50, Sommergerste für Brauzwecke 207,50, Hafer (inl.) 180 bis 185, Weizenmehl (füddeu.sches Spezial 0) 43,75 bis 45,25, Roggenmehl 26,25 bis 27,50, Weizenkleie 7,50, Roggenkleie 8,25, Erbsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 26 bis 35. Linsen (je nach Qualität für Speisezwecke) 38 bis 80, Heu (süddeutsche-, gut, gesund, trocken) 8,50, Weizen- und Roggen- stroh (drahtgepreht) 5, (gebündelt) 5,25, Treber (getrocknet) 10,75 bis 11 Mk. — Tendenz: flau. Frankfurter Schlachtvichlnarkt. Frankfurt a. M., 12. Mai. Austrieb: Rinder 1372 Stück; darunter 355 Ochsen, 94 Bullen, 511 Kühe, 373 Färsen: Kälber 489; Schafe 49; Schweine 5191. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 60, ältere 53 bis 57, sonstige voN- sleischige: jüngere 47 bis 52; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 46, fleischige 38 bis 42, gering genährte 32 bis 37; Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 61, vollfleischige 54 dis 57, fleischige 43 bis 53. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 84 bis 87, mittlere Ma stund Saugkälber 78 bis 83, geringe Kälber 70 bis 77. Schafe nicht notiert. Schweine. Dollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 63 bis 65, von etwa 200 bis 240 Pfund 64 bis 66, von etwa 160 bis 200 Pfund 64 bis 66, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 63 bis 65. Marktverlauf: Rinder mässig-rege, ausverkauft. Schweine mittelmässig, ausverkauft. Kälber und Schafe itge, geräumt. Strafkammer Gießen. * Gießen, 9. Mai. Das Amtsgericht Schotten hatte einen jetzt in Frankfurt wohnenden Pferdehändler wegen Betrugs zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach diesem Urteil ergaben sich in einem anderen Strafverfahren Bedenken an der strafrechtlichen Verantwortlichkeit des Angeklag- ten, so daß er zwecks Beobachtung seines Geisteszustands in einer Anstalt untergebracht wurde. Da nach dem dann erstatteten Gutachten angenommen werden mußte, daß er auch bei Begehung der hier in Frage stehenden Straftat gemäß § 51 RGB. nicht verantwortlich war, wurde er freigefpro« chen. Das Amtsgericht Homberg hatte zwei Arbeiter aus einem benachbarten Dorf wegen Körperverletzung zu je 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Einer Der Verurteilten verfolgte Berufung, aber ohne Erfolg. Auch die Strafkammer hielt für erwiesen, daß er nach vorausgegongenem Streit in einer Wirtschaft den Anzeiger verfolgt und auf der Straße mit einem harten Gegenstand zusammengeschlagen habe. Zwei wegen Wuchers von dem hiesigen Amtsgericht verurteilte Geschäftsleute wurden mangels Beweises freigesprochen. Das Gericht hielt zwar für nachgewiesen, daß sie sich für an einen anderen Geschäftsmann gegebenen Darlehen zu hohe Zinsen hätten gewähren lassen. Es konnte aber nicht feststellen, daß dieser sich in einer Notlage befunden habe bzw. daß die Angeklagten eine etwaige Notlage desselben gekannt hätten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 0. H. Frankfurt a. Dl. Berlin Schlup-; 1-Uhr- Schluß-, Ansang, hirt | Jturd hird | Rur# Datum 10. 1. 11. j 10 d 11. 5. u% Deutsche »ieidjeametbe »Olt 1927 7% Deutsche Reichsanleihe ^7.25 - 86,5 7- von 1929 ..... Deutsche Snl..Ablül.-Schuld mit 103 — 102,75 — Auslos.-Reck>ten 59,65 59 8 59,75 59 8 DeSgl. ohne Auswl.-Rechte . 8% Heil. BolkSNaat von 1929 11,8 11.65 11,9 11,75 krü'ckzablh. 102%) Oberbtiicn Provinz - Anleihe mit 94,9 — '4,5 — AuSkos.-Nechten Deutsche Komm. Sarnrnelabl. 55,75 — — — Anleihe Serie 1 - 8% Franks bov.-Bank Goldpfe. 57,5 — 57,3 — XIII unkündbar bis 193 t 7% stranks Hyp.-Bank Soldpte unkündbar bi- 1933 100 — - — 93 — — 4^% Rheinische tzvv^Bank Liqu. Goldvse. 55,5 — — 8% Br. Landesvtandbriesanklalt, Psandbriele R. 17 101 — 101 — 8% Pr LandesvsandbrietanNalt, RommvCbl. tfi. 16 7% Pr. LandeSvsandbriesantialt, 96,5 — 96,5 — Psandbricie R. 10 A-E-Ä abg. BorkriegS-Obligati». 94,5 — 94,5 nen. rückzahlbar 1932 96 — 4% OeNerreichtsche Goldrentr 26 26,4 4,20% Oesterreichische Silberrentr 4% Oesterreichische Einheitliche - 4,25 Rente — —— _ 9 1 4% Ungarisch- Goldrente . . . . 4% Ungarische Staalsrcnte v. 1910 '4,13 — 24,25 24 — 21,25 4^% veSgl. von 1913 — — 22,25 22 4% Ungarische Kronenrente ,45 — 2,4 .35 4% Türkische Zollanleide von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. 6,5 — 6,6 6.5 Serie i o,85 — 6,6 6,7 4% deegl. Gerte II 5% Rumänische vereinh. Rente 5,85 6,45 6,5 von 1903 t^% Rumänische vereinh. Rente 9,75 — 9,75 — von 1913 .......... 17 —— 17 — tX Rumänische vereinh. Kento . 8 —- 8 — Frankfurt a. DL Berlin Schluß-l fur4 ! t-Uhr- ftur« Schluß-1 kur4 | Anfang- Rurd Dalum 10 3. 11 • io*D 11. 5. r-amdurg-Amerika Paket . . 7 116 116 75 115,75 116,5 Hamburg-Südam. TamvkiLisl 8 175 175 Hansa Dampfschiff . 10 - 164 — Norddeutscher Lloyd .... 8 115.65 116.75 <15,75 116 4 allgemeine TeutscheEreditanü. 10 115,5 116 116 25 Barmer Bankverein 10 126,5 126.5 126 5 Berliner HandelSgeseüschast 12 175,5 — 175,75 176 5 Gommer}- und Privat-Bank . 11 152.75 153 75 153 153.4 Darmstädter und Nationalbank Deutsche Bank und 12 229,5 143 230 5 230.75 231,25 Tisconto-Gelellichast, . . 10 — 142,65 142 9 Dresdner Banl...... 10 144 - 144,75 144 4 Reichebank..... • • 12 <01.5 - 299.25 301 s.cr.G........... . 8 169,5 172,75 170,9 172,6 Bergmann........ . 9 - - 186 5 Sielte. LielerungSgeieMchafi. 10 156 —- 157,5 a- Licht und firaft 10 167 — 166 167 pellen & Guilleaume . Gesellschaft sür Elektrische IV» 25,5 125 5 124,5 124 75 Unternehmungen ... 10 168 168 167,75 168 4 Hamburger Gletm.gt4t5,Serfe 10 — 138,75 138.5 Rheinische Elektrizität . . . . 9 147 — 149 148 5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — — — Schuckerl & Go. . . ■ • • • 11 194 193 5 <93,25 193 4 Siemens & Halske . • • • . 16 45,5 246 247.25 Transradio . . ...... . 8 133,5 Labmeoer & Go...... . IC 169 169 - Buderur ...... . 6 70.5 — — 70 75 Deutsche Erdöl . • • • • • . 6 <01.75 102 102 102,75 . 8 — — . 8 140 — 140,25 140,75 . U — — 126,25 126 5 —— — — 109 Ilse Bergbau..... • 10 217 101 — 101 216,75 101 . ’l — — 106 106,75 Mannesmann-Röhren ... . 7 05,75 —— 105,5 105,75 ManLselder Bergbau .... . 7 16,5 — 76,9 78 9 Oberschles. Eisenbedarl . . . * 6 70 — cberschlei. RoUroerfe .... — —— 110,65 110,75 Phönir Bergbau...... fch 100 — 100,25 100 Rheinische Braun kohlen • . 10 232 — 231,5 231 Rheinstahl........ <21,5 121,75 120,5 121.6 Siebed Montan...... 12 — — '08,25 108.5 Frankfurt a. Dl. Berlin Echluß- furd 1-Ühr- Kurs Schluß- fur» Anfang» Au re Datum 10 11 3- 10 5- 11. 5. Berenngie Stahlwerke .... 97.75 97 97,75 97,9 Otaoi Minen ... 16'/, 52,25 51,5 52 5 flaltroerle äidierileben ... 10 >25.5 — 225 226 Kaliwerke Westeregeln ... 10 229 — 127,5 230 75 Kaliwerke SaUdeüurtb ... 15 401 — 402 403,5 fl. ®. Farden-Invuskn« ... 12 182,9 184 4 182,65 184 Tvnamil Nobel..... . 6 — 87,13 87.25 152 — •— — Goldschmidt ........5 68 — 68,75 69 RütgerSwerke ....... k /0,65 — 71 71 Meiällgelelllchaft. ...... 6 114,5 115.5 115,25 —• Philipp Holjmann......1 100,5 — 101 — Zementwerk Heidelberg . . 10 135,5 — — — Eemenkwerk Karlstadt. ... 10 — — — Wavv & Ureviag .....8 94.9 — 94,5 — Schul thetL Patzen Hofer ... 15 - - 302,5 304 Lltwerke.........12 — — 258,5 259 Aku ..........18 114,75 114,75 H4.25 113 5 Bemberg.........14 134 — 134 134,75 Zellstoff Walkbof .... 13'/, 183 182,75 81,5 180,6 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 148 — 149 Charlottenburger Basser .4.8 - — 104,5 105 Dessauer Gtas . ..... 9 - — 165,5 166 Daimler Motoren ..... 0 ».75 — 39,5 39,25 Deutsche Linoleum ...... 247 — 246,5 246 75 — — 53,25 53 4 Rat. Automobil . . • • • . 0 — — 18,75 19 Crenftetn & Koppel . .... 6 — 82,9 83,75 Leonhard Tietz ..•••• 10 150 — 150 151 SvenLko ........ 345 — 345 345 isrankfurrer Mai ch tue» .... 4 0,75 - 32 — Gritzner ........ 6 36,5 — 37,4 — Hevligenftaett ....... 0 — — IunghanS...... 6 14,9 45 — Sechwerke..........8 106 — — Main Kaliwerke Höchü a.M.. . 8 95 — — Miag ......10 124 —• 123 123 Gebr. Roeder . ...... 10 «03,5 — — Loigt & Haesfne» ...... 8 194,5 194,5 — Süddeutsche Zucker .... >0 161,5 — 161 Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 25erlfn, 10. Mai «eld »rief Amerikanische Noten..... Belgische Noten ...... Tanilche Noten........ Englische Noten ....... Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Dentsch-Oesterr.üivo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwei;er Noten..... . Svanischc Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten 4,168 58,30 111,73 20,315 16,415 168,11 21,98 111,73 58.92 2,455 112,08 80,90 51,00 12,39 72.98 4 183 58,54 112,17 20,395 16,475 168,79 22,06 112,17 59,16 2,475 112,52 81,22 51,20 12,45 73,28 10. Mai 11. Mai Amtlickie Notierung Geld Briet Amtliche Notierung Gelb »rief »mst.-Rott. 168,48 168,82 168,40 168,74 Buen--AireS 1,608 1,612 1.609 1.613 Brss.-Antw. 58,405 58,525 58 40 58,52 Cbristiania. 111,99 112,21 111.98 112,20 Kopenhagen 112,00 112,22 112,00 112,22 Stockholm . 112,29 112,51 112.29 112.51 HelsingforS. 10,542 10.562 10,544 10.564 Italien. . . 21,955 21.985 '1.955 '1,995 London. .. 20,343 20,383 20 342 20,382 Network . . 4,187 4,195 4,1865 4,1945 Paris.... 16,415 16,455 16,42 16,46 Schwei» .. 81,02 81,18 81,02 81.18 Spanien. . 51,15 51,25 51,07 51,17 Jovan .. . 2,070 2,074 2,068 2,072 Rio de Jan- 1.4955 0,4975 0,497 0,499 Dien in Ceft. abgeil 59,05 59,17 59 04 59,16 Prag .... 12,407 12,427 12.408 12,428 Helrrad . . 7,403 7,417 7,403 7.417 Bndavell. . 73,16 73.30 73,14 73.28 Bulgarien . 3,036 4,052 3,037 3,043 Lissabon . 18,78 18,82 18,78 18,82 T anzig. . . 81,32 81,48 81,32 81,48 fiomiantitt. 1,784 1,788 1,785 1,789 Atben. . . 5,435 5,445 5,435 5,450 Tanadn - . 4,173 4,181 4,176 4,184 Urnsntnj. . 3,856 3,864 3,856 3,864 Tatro . . . 20,86 20,90 20,86 20,90 Oer Voranschlag von Lauterbach. & Lauterbach, 6. Mai. In der gestrigen Sitzung Stadtoorstandes stand, wie schon kurz oertchtet, als Hauptpunkt die Beratung des B o r a n s ch l a g s d e r S t a d t L a u t e r b a ch für das Rechnungsjahr 19 3 0 auf der Tagesordnung. Bürgermeister Walz erläuterte zunächst den Voranschlag. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß der Voranschlag alles enthält, was die weitere Entwicklung und eine in stetem Vorwärtsstreben begriffene Kreisstadt wie Lauterbach unbedingt erfordert, und daß trotzdem Sparsamkeit als oberster Grundsatz im Auge behalten wurde. Dies wird dadurch bestätigt, daß trotz verschiedener größerer Aufgaben, die im Laufe des kommenden Rechnungsjahres ihrer Durchführung harren, eine ErhöhungderGemeindeum lagen nicht stattfindet. U. a. sind für Straßenbau 20 000 RM., für Zinsverbilligungen aus der Sonder- gebäudesteuer 5000 Mark und als Rücklage für derartige Zwecke, falls über kurz oder lang die Erhebung dieser Steuer nicht mehr zur Durchführung kommen sollte, 8000 Mark vorgesehen. Für soziale Fürsorge, wie z. B. für Unterstützung der Sozial- und Klein- rentner, Erwerbslosen, Krisenunterstlltzungsempfän- ger und sonstiger Hilfsbedürftiger sind 30 000 RM. eingesetzt. Für einen dringend notwendigen Ent- lastungskanal in der Straße am See sieht der Voranschlag 3000 RM. vor. Der Voranschlag schließt in der Abteilung für den Betri'eb mit 318 230 RM., in der Abteilung für das Vermögen mit 43 320 RM. ab. Die G e s a m t e i n n a h m e und . a u s g a b e beträgt somit 361 550 RM. Zur Bestreitung der Ausgaben ist außer den Erträgnissen aus dem Vermögen, den Reichssteueranteilen usw. noch eine Gemeindeumlage von 6 4 0 0 0 RM. erforderlich. Um diesen Betrag zu erreichen, wurden folgende vorläufige Ausschlags- sätze beschlossen: 1. Gr u n d st e u e r: a) von je 100 RM. Steuerwert Gebäude und Bauplätze 12 Pf., von 100 RM. Steuerwerk land- und forstwirtschaftlich genutztem Grundbesitz 24 Pf. 2. 'Gewerbest e u e r : von je 100 RM. Steuerwerk des Gewerbekapitals 30 Pf., von je 100 RM. Steuerwert des Gewerbeertrags 1,20 RM. 3. Sonde rgebäude- ft e u e r : a) bei Gebäuden unter 7000 RM. Steuerwert 23 v. H. des staatlichen Sondergebäudesteuersolls; b) bei Gebäuden über 7000 RM. Steuerwert 20 v. H. des staatlichen Sondergebäudesteuersolls. Bei diesen Steuersätzen muß hervorgehoben werden, daß dadurch eine Erhöhung der Umlage gegen das Vorjahr nicht bedingt ist, und daß diese Sätze mit die niedrigsten in Hessen sind. Die Ausschlagssätze für die endgültige Veranlagung 1 9 2 9 sind bei der Grund- und Sondergebäudesteuer dieselben wie bei der vorläufigen Veranlagung für 1930. Bei der Gewerbesteuer erhöht sich im vorliegenden Falle der Ausschlagssatz für 1929 von 30 auf 35 Pf., beim Gewerbekapital und von 1,20 RM. auf 1,40 RM. beim Gewerbeertrag. Rach Beratung der einzelnen Rubriken wurde der V o r a n s ch lag einstimmig genehmigt. Oie Mainzer Theaierfrage. WSÄ. Mainz, 11. Mai. Die städtische Theaterdeputation besprach in ihrer letzten Sitzung, zu der auch der Betriebsrat des Theaters zugezogen war, die Gestaltung des Spieljahres 1 930/3 1. Bach längerer Beratung wurde beschlossen, den Intendanten zu ermächtigen, zunächst auf der Basis einer achtmonatigen Spielzeit über die abzuschließenden Verträge mit den Künstlern und dem Theaterpersonal zu verhandeln. Die Vereinbarungen sollen unter dem Vorbehalt getroffen werden, daß der zu erhoffende Reichs- und Staatszuschuß von den zuständigen Körperschaften bewilligt wird. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. UND HIER GIESSEN ■m Ihr Vorteil liegt bei unsl Mit allen diesen Plätzen stehen wir dauernd in Verbindung. Es sind die FabrHcations- und Einkaufsstätten eines bedeutend. 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Die für die einzelnen Dienststellen erforderlichen Mengen und Sorten sowie die Lieferungsbedingungen sind unter Beifügung von Rückporto und 20 Pf. bei der unterzeichneten Stelle bis spätestens 14. Mai 1930 schriftlich zu erfragen. Angebote müssen ebenfalls bei dem unterzeichneten Amt portofrei und verschlossen bis spätestens 16. Mai 1930, vormittags 10 Uhr, eingegangen sein. * 3708D Finanzamt Gießen. ____________Krug.____________ Beraehong oön fionoiacöeiren. Für die Stadt Alsfeld sollen die Lieferungen und Arbeiten zur Herstellung der Kanalisation in der Lutherstraße und am Mainzertor vergeben werden, und zwar: Los 1. Lieferung der Steinzeugröhren von 20 cm und Zementröhren von 25, 30 und 40 cm l. W. (zusammen 450 m), Straßensinkkasten und Gußteile. 3697D Los 2. Erd-, Maurer-und Rohrverlegungs- arbeiten (etwa 1300 cbm Aushub). Pläne und Bedingungen können bei uns und Leistungsverzeichnisse von hier und vom Stadtbauamt Alsfeld kostenlos bezogen werden. Eröffnungstermin Mitt- woch, den 21. Mai 1930, vormittags 10%- Ahr, auf dem Stadtbauamt Alsfeld. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 9. Mai 1930. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Dienstag, den 13. Mai, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich im Gasthaus „Zum Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 17 Bücherschränke, 18 Schreibtische, neun Auszieh- und gewöhnliche Tische, sechs Rohr- und Ledersessel, sechs Stühle, 19 Büfetts, zehn Kredenzen, zwei Küchenschränke, eine Abrichtemaschine mit Elektromotor, sechs vollständige Schlafzimmer, ein vollständiges Fremdenzimmer, neun Vitrinen, drei Diwans, zwei Chaiselongues, ein Chaiselonguebett, eine Küchenanrichte, einen Klappschrank, eine Waschkommode, zwei Bettstellen, eine Friseurtoilette, einen Amboß, eine Schnellbohrmaschine, ein Ledersofa, fünf Sofas, einen Spiegel, zwei Klaviere, zwei Rauchtische, zwei Standuhren, eine Kommode, vier Warenschränke, fünf Ladentheken, ein Warenregal, einen Waschtisch, ein kleines Schränkchen, ein Grammophon, einen Kleiderschrank, eine Gehrungsschneidemaschine, zwei Registrierkassen, zwei Teppiche, ein Fahrrad, drei Schreibladenkassen, einen Kassen- fchrank, einen Eisschrank, eine Nähmaschine, eine Bügelmaschine, sieben Paar Schneeschuhe, zwei Schreibmaschinen, einen Gasherd, ein Vertiko, ein Ladenregal, eine Märklin- Modell-Ballabahn mit elektrischem Motor und elektrischer Beleuchtung, eine Dampfmaschine (eine P. S.), einen Posten Herrenartikel (Hemden und dergleichen). 3694D Gießen, den 12. Mai 1930. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße Nr. 24 — Fernruf 4039 BM Bat AuskünsteinRechlS-, Straf-,Famil.-An5V» legenbetten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen, Ueberwnchg, und Ermittlungen preiSw., streng diskr. u. an all. Orlen ert. u. erledigt Detektiv» Bureau-o. Anskanitel Inh.K.Gerz,Bad-Naas heim.Karatr.17. 838 Verkäufe | Landhaus 10 Zimmer, Nebety gebäude, 6 MorgeS Aecker und Wiesers Teich, Bach mit fliefy Wasser; 200 Obsü bäume, ganz beton« derS geeignet für/ Geflügelfarm für Ml. 16000, bei Mk. 6 bis 8000 Anzahlung zu verkaufen. W. Weeber, Immobil.. Balsbach, Briedlerstr 28. M-Etagenhaus in gut. Lage Gießen» zu verkaufen. Schrtsil. Angebots unter 36981) an den Gießener Anzeiger, Grasmäher gebraucht, weg. Aus» gäbe der Landwirtschaft billig abzu- geben in 03173 Atzbach 101. fllllllllillHIIIIIIIIIIIIIIIIilllll Wir haben sos. sehr billig n. bei giinsttg. 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Die Gemeinde Allendorf a. d. L. verkauft auf dem Wege der Submission zwei fette Vogelsberger Bullen. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind schriftlich bis zum Donnerstag, dem 15. Mai 1930, vormittags 11% Uhr, auf der Bürgermeisterei abzugeben, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. Auf beide Bullen ist nur ein Angebot einzureichen. Der Zuschlag bleibt dem Geineinderat vorbehalten. Allendorf a. d. Lahn, den 10. Mai 1930. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn. Volk. Preiswerte Gesellschafts-Reisen Schweiz-Riviera * e s £ 5S h h SsSet' 3 <3e S ? 'S O JWj ® C - t. u,; 2s: c.r :q Wl’i S«- sjeuott. kB •- e St. tc LL 2 £ 3 B «e E B s 2.E pA 9*^ .53 o E® 2 ■ö _ S E EH = S E o p ? A E rs E >r> '-S e : 2 = u (9 E h-e- .X8K >n<«Ä £ €BÜ ,E® ■ IDW 2 -■€© t?E m m er. ®HZ B g" ö£E ■e-p e § L ES eS*I e s 19 oe^ ■c H E £ ® =® --'9 x> 3 € 8S = c ö E22 = ew 32 E 3 = 5 § rr N o^-e eh i9^£ N E :! e H -e-E !-! 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IßOOft bei nsMAmk zu oerMn । Weebcr, M BilrkeL intrtt. wv tsiü s 3®c? sipe 3 A 2-— s .. = “ E *- «XD Vl-Cff'- :O i o 31: p Cj,- r *-£.= s—*-£-rX e _A£ S-5 I' 5 3 C? = ff y E 2 .19® C E EX ® 8 B ® ® B A 2 A E B 19 8 19 8 3 8 B B 8 8 E £ g Z 9 O — G — £AE - o .® 3 2 A E £ E iSff*® «D AA 3 SD 5 | 8*2 3 3s°?a = 2 2, 2 ™S«2»o 'i53e?Ä2“°Li i 8 Z'B« fa-ß3 3 e o _^,a 3 ar®as 2 S-g* a§ >»2- 3 3 <2 3 G 3" o dtJjgo re S-3>2 r«*» 2 3 = o 3 aw® 8 SS ft!3 T iS 2 iS 3 i=5)re Di 2 D 3 orä> •* 3 ö° 3 B 2 3 2. ?3 2. 3 8 8 A LS is 2 3b u 3 ST iS 8 iS is' -■a-2.s= ~ ==g* — O r— *T> 3 —t 3 5*?3 ZT 8 «* ff 2^3 ip —CD 93 2 B Ö 3 3 3 3 3« w A C 2 = 2. ^c5 3 — re Z3§ 3 iS ■3'2. iS 3 2 2 D 33 Ul Ul <-» aZ3 8 = =’2.S. ö; 3 8 « ^3 8 8 33 ff 3 8" S Z?3S§ 2 L61 B° 3 = e W e o 'S* 3 3 3 3 2 Ul » ff 2. «-=• 2. (S re = ^L3^^Z^2.?^2ZZZ 5:3 g: •B 2 3 S- 8T B 3 iS 2 = 3 3 m^3 S'GICO 2. 9? iS^5 2s9'rt Ul s-»3 = 2 re ff .ff .7 3 ff r?s p. 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Vermutlich nicht m iDieben Anfang. gönnen hat. die M aber anöerM D bewilligt, nein, n«P- Aussprache gestellt I nur nach ^0* nach dem Dorbilde d der Aegierungsbildm hielten, diesmal sind leiten des vielbemsem gewesen, die zuerst Ausschußberatung ck wohnlich hinauszöger! Regierungsparteien Schmerzenreich zuine Landtag tr.e Deche hege leiie Jveisei, daran, dah die gena sich dasür den 3eg len. Deweis dasür s mal die Tatsache, Koalition plötzlich bedang empfand, I schärfsMämpfter D nchm war, zum zu Wischen Lanöboter StaaMranschlags t gierungsvorla« sie den gegenwä ihr eigenes Ugeordi verlängern, ein man nicht daraus br chenschaft abzulegen. Die Jerhandlmge mit dem Landbund । lagt hegen zu große: wer aus offiziöser oaß »die Fäden noch denkt man, Sytrm 'S jenigen Puntie des neu, deren Genehm bete Gruppe der Etwa bei den © der Schule, toi dem des Doh wo die Svzialdeml gereizt wird? Ode fehlenden Stimmer o-e Lanötagsoeriän Entfaltungen tun e fafaigkit des Herrn .,A toage keine L Urteil, dah die lehi ZZ. Tnas mit ! stU^mgs nicht i S doch nur sc f nö aus drei 3abrc ?™, b-'-Ic» uni E tlicher to e hilf K d°- .faM SK> muh. T S Parteien, die i ZN- EW weitere jiL1 üt m richtig, ffÜ ebenfalls S« s0 R*fi? sprach« ed V netb von Gerinn??1 lebc(6 - ?n “s9^1 bestand n? ÖQ® ’ Dahle» AU V,nct und OaJ.u lener 3 legen, tz^.auk nie?Ql8 ?iLbVlt r Achten be S berat! S S9c- ll9en t>; d’hrti i toenMH'Qtutb ?.w blU'8n ?e fit SjH a ig . Ä^gei w ^dritl^vst fein’ ÖQnn siebte 0n eine %r;r7n D LQt die Or5?u”91 !? ^fdniRi ,1 !°nne eg mP?' vus c Men. ftjr einfad gJIalT NvßteickVt der rHimJ des 9 Nen> zur "M üF»i ®ate. vxr r I. ""§ = "■= 2. 3 er =• ff"3' 3 o 3 ?13’ 2, ="3 iililt q 3—,?=* •* ^5 a^a.Z, to a 3 ^S _.a-s ffa^ 3 3 3 ft c® 2 _ = 2 3 —-o-. . E " uitte.°2 -0 ^3® ffft^.2.- 5sg»5S§t -®. 3 55.-5 er 3 -ü® s 3 61 _,2.d5 E » 3 s 3 = 2 -^d 8 ff ä. ’a° 9 i"rö' iS' tx ' 3 0 ,__ ... 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