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Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20v , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in Diesten. Erfcheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monots-Vezugsprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. zernsvrechanschlüste unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahlnach» richten Anzeiger Liehen. Post sch«effonto: Zranlfurt am Main 11686. wirken, zu deren Vertiefung die sozialer Staat nicht aufgeben daß sie erdgebunden sind. QlntauS durch Berührung mit durchaus klar, Wie der Riese der Erde seine nämlich, daß sie ihre U n l e r s ch r i f l unter dem Agrarprogramm zurückziehe, wenn die Steuer vom Plenum in der Form verabschiedet werde, wie sie heute im Ausschuß angenommen worden ist, so daß die großen Spezialgeschäfte nicht unter die erhöhte Umsatzsteuer fallen würden. Reichsfinanzminister Moldenhauer hat der lvirtschastspartei aber bereits zugesichert, daß die Regierungsvorlage im Plenum morgen wiederhergestellt wird. Somit schuf die Drohung der wirtschasts- Partei nur eine Augenblickskrise. Die Deuischnationaten gegen die Dkckungsvorlage? Berlin, 11.April. (E.N.B. Eigene Meldung.) Die deutschnationale Relchstagsfrak- Paris, 11. April. (Tel.-Un. Funkspruch.) Ein furchtbares Eisenbahnunglück ereignete sich am Freitagnachmittag in Laissey aus der Strecke Besanson—Montbeliard in unmittelbarer Röhe von Befangen. Ein vollbesetzter Militärzug ent g t e i st e und ging vollkommen in Trümmer. Bisher konnten acht Tote und 40 zum Teil sehr schwer Verletzte geborgen werden. » Lieber den Hergang werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der Militärzug, der die Reservisten vom Militärübungslager Valdahon in ihre Heimatstädte Belfort und Colmar zurückbringen sollte, hatte Dcsangon verlassen und fuhr mit 7 0 Kilometer Geschwindigkeit die kurvenreiche Strecke nach Laisseh zu, als einer der Wagen aus den Schienen spran g und den ganzen Zug mit sich riß. In wenigen Sekunden bot die ganze Strecke das Bild einer furchtbaren Verwüstung. Sämtliche Wagen hatten sich buchstäblich ineinandergeschoben und waren nicht wiederzuerkennen. Lautes Schreien und Todesstöhnen drang aus dem Trümmerhaufen, an dem sich die weniger Schwer- und Unverletzten bemühten, ihre Kameraden zu retten. Von Besangon wurden sofort 80 Tragbahren und die notwendigen Hilssmannschaften entsandt, die im ihr Export zurückgeheu würde, insbesondere unser Ruf ab, als beispielgebend zu fein, den wir wollen. beitragen muß. Künstler wie Laie sind sich Berlin, 11. April. ((Eigene Meldung.) wie wir erfahren, hol sich dos R e i ch s k a b i n e 11 in feiner 19-Uhr-Sihung dahin entschieden, daß es den Gedanken des Ermächtigungsgesehesfalten lassen will. Der Agrarvorlage soll ein Paragraph la eingefügt werden, in dem ausgesprochen wird, daß das Agrargesetz nut dann Gül tigfelt erhält, wenn die FinanzVorlagen angenommen werden. Zur Begründung dieses Paragraphen wird der Kanzler in der Plenarsitzung des Reichstags das wort nehmen, um mit aller Entschiedenheit festzustellen, daß der Reichstag a u f g e l ö ft wird, wenn die Deckungsvorlagen nicht bei der zweiten Lesung angenommen werden. Der Kanzler wird in seiner Rede außerdem herausarbeiten, daß das Kabinett als die Kernfrage der Situation ansieht: ob nämlich dem S t a a t e i n s e i n e r j eh i g e n s ch w i e- rigen Notlage die Mittel verweigert werden dürfen, die nach Auffassung der Regierung notwendig sind, wenn der Staat und die deutsche Wirtschaft über die gegenwärtige Krise tjinroegge- bracht werden sollen. Das ist nach Auffassung parla- mentarifcher Kreise auch das Stichwort für den 1 Wahlkampf, durch das das Ermächtigungsgesetz überflüssig wird. Die Besprechung mit den Parteiführern, die um 20.30 Ahr begann, hatte den Zweck, den Reichstag auf den ganzen Ernst der Situation hinzuweifen. Außerdem soll versucht werden, eine Umstellung der morgigen Tagesordnung zu erreichen, auf der die B e n z 0 l v 0 r l a g e an erster Stelle steht. Nach Auffassung der Regierung wird die Situation schon in etwas erleichtert, wenn die Benzolvorlage, d. h. also praktisch genommen, die mit ihr verbundenen Agrargesetze, erst am Schlüsse behandelt werde. Aber auch, wenn diese Umstellung gelingt, bleibt I immer noch die Hauptschwierigkeif bestehen, Ne in I der Haltung der Deuischnationaten liegt. Von deutsch- nationaler Seite wird bestritten, daß heute bereits ein endgültiger Beschluß gefaßt worden sei. Ls wird t i 0 n beriet wahrend des ganzen Nachmittags übet ihre Haltung bei der morgigen Abstimmung. 3m Reichstag verlautet, daß nach dem Ergebnis mehrerer Probeabstimmungen damit zu rechnen ist, daß die veutschnationalen gegen d i« Deckungsvvrlage stimmen werden. Reichskanzler Brüning hatte gegen Abend eine Besprechung mit Vertretern der deutschnationalen Fraktion, und es ist wohl anzunehmen, daß sie ihn von der Stimmung in der Fraktion unterrichtet haben. Daraus traten die im Reichstag anwesenden Mitglieder des Kabinetts zu einer 2U i n i ft e r b e f p r e- chung zusammen. 3m Anschluß an sie wurde für 18.30 Uhr eine ftablnettsfitjung einberufen. Die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei wird morgen vormittag um 10 Uhr zusammentreten. Dem Ergebnis dieser Harmonie in Sulfur und Wirf schaff Don Dr $r. Rrua v. Aidda und von Salten« stein. Sächsischem Slaaisminisier. Eisenbahn-Katastrophe bei Vesanpon. Entgleisung eines Militärtransportes. - Acht Tote, vierzig Verwundete. deutschen Kultur verstärkte, des kleinsten Gebrauchsgegenstands zu künstleri- fcher Eigenart, die Gestaltung der Jnnenräume nach dem Geschmack des Bewohners in Zeiten, da die Politik Muße zur Vertiefung lieh, droht uns zu entschwinden und die Umgangsformen zeigen Verfallserscheinungen. Wenn aber die Weltgeschichte in Gegensätzen sich bewegt und wir in einem gärenden Zustande stehen, den Politik stark beeinflußt, so brauchen wir keinem Pessimismus zu verfallen, solange noch große Dolksteile Geschmack an großen Kunstwerken oder guten Büchern der öffentlichen Sammlungen finden. Rur prüfen läßt sich, ob die gerissene Kluft sich überbrücken läßt, was der Künstler, der Laie an sich tun kann, um im Dienste der Kunst zu .....Kunst durchaus zu bedenken und in sein System zu bringen, nicht vorübergehen, weil der spekula- schon zu einem festen Ergebnis einigermaßen gesund zu erhalten, auch wenn Davon hängt ihm das Gleichgewicht gibt, das allein zu großen Taten in zäher Stetigkeit befähigt. Ohne diese Korrektur gibt es keine Gemeinsamkeit der Masse, sondern nur Doktrinen, die die Wirklichkeit nicht sehen und auflösend wirken, wie die Erfahrungen der Geschichte sie in ständiger Folge aufweisen. Denn durch Verkennung der Wirklichkeit, daß Gut und Döse im einzelnen kämpfen und daß es in diesem Kampfe eines starken Halles, einer sittlichen Weltordnung bedarf, wird das Ratur- geseh der Harmonie verletzt. Solange der Mensch nicht in sich die Harmonie herstellt, seinen Leib und seine Seele künstlerisch schult, kann er dem Lebenskampf keine Dauer abgewinnen, die in die Ewigkeit weift und auf die ihn die eigene Seele hindrängt. Jeder Künstler bedarf dieser Selbstzucht, und damit findet er den Weg zu den Laien, an die er sich wendet. (Zeder findet dann im Gleichklang den Weg zueinander. Die Selbstzucht führt den Großstädter zur vernunftgemäßen Ernährung im nötigen Maßhalten, zur Bescheidung in Kleidung und Lurus, vor allem aber zu den Ruhepausen des Lebens, welche die schöpferischen Stunden erzeugen. Die Großstadt gesund zu erhalten, ist wichtiger, als ihre Bildung hindern zu wollen. Die Entbehrungen, welche der Druck der Zeit uns auserlegt, sollten der inneren Ausbildung nutzbar gemacht werden, die stillen Stunden zur Vertiefung, um die gestörte Harmonie wiederzufinden. Auch die Rot der Wirtschaft entspringt nur der Störung der Harmonie in der Volkswirtschaft, deren Gesetze achtlos überschritten wer- den. Was nützt die Lehre vom Klassenkampf, welche den Egoismus des einzelnen oder einer Masse ohne Rücksicht auf andere in den Vordergrund stellt, wenn sie in der Wirklichkeit sich als Theorie enthüllt, die die Quelle des Erwerbes verschüttet? Der gesunde Egoismus gelt als Triebfeder des Erwerbs, der nicht verurteilt werden kann, aber er findet im Gemeinschaftsleben seine Grenze da, wo er andere Lebenshaltung angreift und die Harmonie auflöst. Wie der Erwerbstrieb eines Unterneh- mens seine Grenze findet in-der Verletzung der Lebenshaltung anderer Kreise, so muß der Er» werbstrieb der in ihm Beschäftigten die Grenze in der Erhaltung des Llnternehmens selbst finden. Jetzt aber sehen wir auf der einen Seite hemmungslose Zusammenfassungen von Unternehmungen und damit Ausreißung der Kluft von Arm und Reich, statt durch Erhaltung mittlerer und kleiner Betriebe die Verteilung der Einkommen auf weite Kreise zu erleichtern, auf der anderen Seite die ständige Steigerung von Forderungen ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, die wieder die Un- Kraft stets Wiedergewann, müssen auch sie durch Berührung mit der Ratur ständig neue Kraft suchen. Künstler wie Laie suchen sie auch dort, mag auch der Großstädter der stetigen Kraft des Landes noch nicht das volle Verständnis entgegenbringen und der Landbewohner den Vorzügen der Zivilisation, der schnellen Beweglichkeit und Bequemlichkeit, nicht die Wichtigkeit beilegen wie der Großstädter. Wer aber Fühlung mit der Ratur sucht, der muß auch das Kleine, Reichstags-Entscheidung am heutigen Samstag Der letzte Druck der Regierung auf das Parlament. Augenblick noch mit den Rettungsarbeiten beschäftigt sind, da immer noch Tote und Verwundete unter den Trümmern liegen. Die Unglücksstelle bietet einen grauenerregenden Anblick. Teile menschlicher Körper liegen umher. Cs war noch nicht möglich, alle $otcn zu identifizieren. Das Unglück ist um so bedauerlicher, als die Reservisten ihre Uebung beendet hatten und zu ihren Familien zurückkehren wollten. Es handelt sich fast ausschließlich um verheiratete Männer, die Frauen und Kinder zurücklassen. Oie Ursache des Unglücks. Paris, 11. April. (WTB.) Die Entgleisung des Militärzuges in der Räße des Bahnhofes von Laissey ist, wie die zuständige Eisenbahngesellschaft bekanntgibt, auf die Entfernung eines Schienenteiles auf der in Reparatur befindlichen Strecke zurückzuführen. Das Unglück ereignete sich bei der Aussahrt aus einem kleinen Tunnel. Glücklicherweise führt die Eisenbahnlinie an dieser Stelle zwischen zwei hohen Felswänden hindurch, so daß der Zug, als er entgleiste, auf dem Bahndamm blieb. Unverständlicherweise war die Baustelle nur durch eine kleine rote Fahne bezeichnet, so daß der Zug mit voller Geschwindigkeit darüber hinwegfuhr. ternehmer zu stärkeren Kapitalzusammenfassungen drängt. Die Harmonie wird damit auf- stärkste gestört, um so stärker, wenn politische Rebenäbsichten sich in die Gesetze der Volkswirtschaft schieben. Die Steuergesetzgebung und die Deutschland auferlegten Lasten haben zu einer Finanznot geführt, die zur größten Gefahr wird, da wir nun das Ergebnis der gestörten Harmonie vor uns sehen. Die täglichen Betriebseinstellungen alter und neuer Werke mit aunr Teil modernen Einrichtungen, welche das Elend der Erwerbslosigkeit verbreitern, die Gefahr, in der die landwirtschaftlichen, die gewerblichen und Handelsbetriebe aller Größen mit dem Ab- schneiden des kleinsten Kredites oder der Ueber- treibung der Steuereinholung stehen, sind so einschneidend groß, daß der Mangel der Kapitalbildung als starke volkswirtschaftliche Verletzung des Gesetzes der Harmonie sichtbar wird. Hier ist schneller Wandel notwendig, soll politischen Wirrungen vorgebeugt werden, und Entschlossenheit im Handeln, die der unerbittlichen Wirklichkeit feste Gesetze nachgeht und sich von leeren Doktrinen abwendet. Werden die Träger der verschiedenen Theorien die Gesetze der Ratur wiederfinden, in denen ein blühendes Deutschland gedieh? Hoffnung führt uns auch hier zu dem Optimismus, daß die Harmonie, wenn auch mit schweren Wunden, wieder sich einstellen müsse und die Vorbedingung eines Aufbaues sei. Dessen Voraussetzungen aber sind Steuersenkungen, Vereinfachungen der Organisationen, unter Umständen deren Abbau, größte Sparsamkeit und zur Aufbringung der uns auferlegten Lasten eine Wirtschaftspolitik, welche die Einfuhr ausländischer Produkte drosselt, soweit sie nur entbehrlich sind, und den einheimischen Erzeugnissen einen gesicherten Binnenmarkt bietet. Werden Deutschland untragbare Lasten auferlegt, um das Ziel des Krieges, die Zurückwerfung der deutschen Entwicklung zu erreichen, noch durchzusetzen, und sind diese Lasten durch Export unmöglich aufzubringen, weil überall Zollmauern dagegen aufgerichtet werden, so ist es ein Gebot der Rotwehr, die Veranlasser solcher Härten die Folgen ihres Schrittes empfinden zu lassen, zumal die Drosselung der Einfuhr, an welcher die deutsche Volkswirtschaft mehrere Milliarden ersparen kann, als das einzige Mittel erscheint, die übernommenen Lasten auch wirklich zu erfüllen und dabei die deutsche Wirtschaft noch Greift man aus den allgemeinen Klagen der Zeit tast aller Berufsstände sich einen Stand heraus, um den Gründen der Rot nachzugehen, so werden sich allgemeine Linien und Wirkungen der Umwälzungen der letzten Jahrzehnte ergeben, wenn man die geschichtliche Entwicklung nicht beiseiteschiebt, sondern sie zu erfassen versucht. Man begegnet dabei immer wieder Gesehen der Ratur, die sich durch Prinzipien und Theorien nicht beseitigen lassen, sondern unwandelbar ihre Beachtung erheischen. Der K ü n st l e r wird als der feinnervige, die Schwingungen feiger Zeit erfassende, als der ost prophetisch vorausschauende Mensch angesehen, der seiner Zeit voraneilt, ihre künftige Entwicklung andeutet. Zum Gestalter wird er in erster Lime aus der Anschauung der Ratur, aus der ständigen Beobachtung des Lebens, aus dem Dergleichen, dem Zweifel und der Belebung des | Materials aus feiner Eigenart heraus. Em ständiges Ringen ist sein Lebensweg im Suchen nach der Form und der geistigen Durchbildung des Gedankensluges, nichts anderes als der ewige Dualismus von Leib und Seele, Gegenwirkung von Kraft und Stoff, der in seinen Werken zutage tritt, in anderen Ständen sich innerhalb des einzelnen Menschen still und unsichtbar vollzieht. Schon lange vor dem Kriege, als die Entwicklung der Großstädte begann, in die es den Künstler wegen des beweglicheren Lebens und des Absatzes der Kunstwerke zog, wo die Mittel zu größeren Aufgaben und Kunstwerken lockend sich zusammenballten, die Anregungen sich zu häufen schienen, zeigten sich in der Kunst Ansätze, über die Form zu mehr geistigem Erfassen des Darzustellenden zu kommen. Große Meister hielten darin Maß, als aber die Massenbewegung einsehte, artete die geistige Bewegung zu einer rein verstandesmäßigen Darstellung aus, welche die Form, den einzigen Maßstab, durch den dem Auge die Wahrnehmung nahegebracht werden kann, als entbehrlich zu zerbrechen strebte, damit aber dem Beschauer entrückte. Genährt durch Züchtung auf Kunstschulen, gestützt aus den im Gegensatz zur Massenbewegung stärker sich aus- wirkenden Individualismus, der nut das sah, was der Künstler sah, entfernten sich Künstler und Laie verständnislos voneinander. Die grüne , - . , .. Kuh, das gelbe Gesicht, die verzerrten Glieder aber zugegeben, daß die Stimmung der Fraktion mochten wenn sie nur die Form wahrten, als am Ende der heutigen Beratungen keinen Zweifel geistiger Ausdruck oder als Farbwirkung nicht mehr über die Ablehnung taffe. Man wird ab- wider die Ratur im Gesamtbilde erscheinen, dem märten müssen, ob der Druck, der vom Kabinett einfachen Beschauer boten sie nicht das, was er jcl)| angefet)t wird, noch im letzten Augenblick einen sah. Und in diesen Gegensatz trat der große Umfd)roung herbeiführt. sandel m den Öa8 6ter- ^nen interessanten Zwischenfall gab es in dem von Kunstwerkes die Tradition pflegte und Kul- hin und her des heutigen?lbendsnoch imS teuer- tur suchte. Diese Kreise hatten unter gesicherten a u s s ch n ß. Die Dirtschaftspartei entarte Lebensverhältnissen ihre Wohnung, ihre Lebens- Haltung kulturell auszubilden gesucht und waren . , .., im Begriff, ihr Leben selbst künstlerisch zu ge- wie das Kmd, sehen, er muh mehr staunen über ftaltcn. Diese Bewegung ward jäh unterbrochen, den Erfindungsreichtum der Ratur, tote Goethe Das Interesse der zu rasch angehäuftem Besitz es wünscht, er ^muß,3eit^und ^"öe^haben, mes gelangten Reureichen ebenso wie des Teiles der I -L r 4 Massen, der zu einer besseren Lebenshaltung ge- achtlos daran langte ging zunächst auf rein materielle Dinge, live Geist ihn <,- -....... - -;°- auf Ernährung, Wohnung und Kleidung, ohne drängt. Wenn Goethe nur von der Anschauung zur Kunst in innere Fühlung zu kommen. Wie ausgehen teilt, daher den Gelehrten nicht schätzt, sollten sie, die im materiellen Interesse, in den der vorschnell eine Doktrin aus einer Wahr- Fortschritten der Technik, der Angleichung, der nehmung gestaltet, abends sich in der Anschauung Austeärtsbeteegung der Zivilisation die Erfüllung einer Zeichnung derart vertieft, daß er sie aus sahen, sich herangezogen fühlen zu geistiger Durch- dem Geiste des Künstlers in Worten Plastisch Darbringung von Kunstwerken, welche die geläufige zustellen versteht, ständig durch Dergleichen die Fornr der Darstellung anders zur Anschauung Art der Komposition jedes Künstlers zu erfassen brachte als sie sie um sich herum täglich sahen? weih, so sollte die Art dieses Universalgenies Und wie weit hatten die Steinmauern der Groß- dem Allzuhastigen zu denken geben. Der über- stadt sie schon von der Ratur entfernt, wie wenig mäßigen Hervorhebung des Geistigen die für erlaubte die Hast der Zeit noch ein Ausruhen, alle akademischen Berufe als gefährliche Klippe eine Dertiesung?! Dazu trat die Uebersetzung gegenüber einer diesem Maßstabe noch nicht gc- aller Berufszweige mit zahlreichem Menschen- wachsenen Masse steht, nmh der Künstler sich material, von denen ein jeder den Lebenskampf versagen, wenn er weiten Kreisen dienen will, schärfer aufnehmen mutzte, um sich durchzusehen. Er muh Geist und Form in Einklang zu bringen Wir sind ein Dolk ohne Raum geworden und suchen, den Verstand rn der Art der Wieder- dies drückt schwer auf alle Berufe. Damit wer- gäbe schärfen, aber nicht der Materie aufzteingen. ‘ den zugleich die Grundlagen der Kultur in Aus dem Material heraus, wie Michel Rngelo, Frage gestellt. Das, was einst den Reiz der süd- Rodin, Kändler u. a., mag ihm die Gestall er- - - --- - öic Durchbildung wachsen, dann wird sie naiv enipfunden Daftctyen ’ und jeder wird Verständnis dafür aufbringen. Denn Kunst ist gebändigte Kraft. Wird die Form durch den Geist bezwungen, ohne sie aufzulösen, so spricht sie selbst zum Beschauer. Was vom Künstler im besonderen, gilt von jedem Menschen, der denken teilt und sich mit vorgekauten Phrasen nicht begnügt. Wer sich seiner Erdgebundencheit sicher ist, kann mit Doktrinen allein nicht zum Himmel fliegen, soiidern er muh zu dem in ihm arbeitenden Problem Stellung nehmen, der ihm eingeborenen Zweifelsfrage nach dem Verhältnis von Seele und Leib. Die Frage nach der Ewigkeit ist nicht bloh eine entscheidende für die Weltanschauung, sondern auch eine psychologische für die Erziehung des Menschen und für seine Lebensführung wichtige. Mag sie beiseite geschoben werden, um den Himmel schon auf Erden zu genießen, sie tritt im einzelnen doch wieder auf und verlangt Beantwortung. Wie die Kirche, so haben auch Staats- sührer, wie der große Staufer Friedrich 11. nach dem Beispiele der römischen Kaiser den Ausfluh ihrer Gewalt — mindestens dem Scheine nach — in die Beziehung zur Ewigkeit gelegt Dies ent- springt zugleich der psychologischen Erkenntnis, dah der einzelne wie die Masse einer Korrektur bedarf, indem ihre Kraft gebändigt wird durch das Beugen unter ein höheres Wesen, dah der einzelne sich damit zur Bescheidenheit und Selbstlosigkeit betermt, die dem Herrenmenschen in Sitzung sieht man mit begreiflicher Spannung entgegen; denn von ihm hängt cs ab, ob der Reichstag aufgelöst wird, oder nicht. Jedenfalls steht diesmal fest, dah die Regierung morgen die endgültige Entscheidung suchen wird. Die Stimmung, die in fireifen der deutschnationalen Fraktion heute abend herrschte. wareindeutigaufAb- lehnung der Steuervortagen eingestellt. Man wird abwarten müssen, ob bis morgen mittag eine Wandlung eintritt. Die Erklärung, die der Kanzler zu § la Im Reichstag abgeben wird, wird sehr präzise und bündig sein. Das Kabinett hat ihm Vollmacht gegeben, die Erklärung auszuarbeiten. so dah eine neue Kabinektssihung nicht mehr nötig ist. Ser Kamps im ReMagsplemmi Berlin, 11. April. (VDZ.) In der heutigen Sitzung des Reichstages wurde die zweite Beratung der Deckungsvorlagen fortgesetzt. Abg. Or. Zöhr (3r(?d)t &ier mit Vergißmeinnicht und dort I” \ ^leden ein, sparen nicht mit dem leuchtenden Kapuziner und lassen auch, an einen sommerlichen Imbiß und Weintrunk unter den Kalmen denkend, hier und dort Platz für ein Buschel Radieschen. .; ^ad mit der fortschreitenden Arbeit legen sich ote törichten Freudewogen und werden ruhia “n,b wunderlich ergreift uns dies Heine, barm- lofe Gartenwesen mit Anklängen und Gedanken etwas von Schöpferluft ^^bferubermnt beim Gartenbau, man kann , ducken Erde nach seinem Kops und Willen kann sich für den Sommer Lieb- Lieblingssarben, Lieblingsdüfte schaf- em kleine- Beel, ein paar Qua- nadtcn, Bodens zu einem lachenden aZ?*02 von Farben, zu einem lieben Paradies- qartchen nwchen. Allein es hat doch seine engen Grenzen. Schließlich vruß man mit altem Gelüste I und aller Phantasie doch wollen, was die 21a- tur wlll, und mutz sie machen und sorgen lassen. Lind die Ratur ist unerbittlich. Sie läßt sich etwas abschmeicheln, läßt sich scheinbar einmal überlisten, aber nachher fordert sie desto strenger ihr Recht. Man kann als Lustgämtner in den paar allzu kurzen warmen Monaten viel beobachten. Wenn man will und dazu veranlagt ist, sieht man nichts als Fröhliches: Lleberschwang der Erdkraft im Zeugen und Bilden, Spiellaune und Phantasie der Ratur in Gebilden und Farben, lustiges Kleinleben mit manchen Anklängen ans Menschliche, denn es gibt auch unter den Gewächsen gute und schlechte Haushalter. Sparer und Verschwender, stolz Genügsame und Schmarotzer. Cs gibt Pflanzen, deren Art und Leben philiströs und hausbacken ist, und andre, die es recht wie Herren und Genießer treiben; es gibt unter ihnen gute Rachbarn und schlimme, Freundschaften und Abneigungen. Cs gibt Gewächse, die treiben und leben und ft erben wild und zügellos und ohne Maß, und es gibt arme Benachteiligte, die hungern sich kümmerlich durch ein blasses und schweres Dasein. Manche zeugen und vermehren sich mit einer fabelhaften Lleppig- feit, anderen muß man die Nachkommenschaft mühsam entlocken. Erstaunlich und bebenttid) ist mir immer die ungeheure Schnelligkeit und Hast, > mit der so ein Gartensommer kommt und geht. Ein paar Monate — und in dieser kurzen Zeit wachsen, brüsten sich, leben, welken und sterben in den Beeten die Geschlechter. Kaum ist so ein Beet voll junger Kräutchen gepflanzt, begossen, gedüngt, da treibt es schon und wächst und tut groß mit seinem vergänglichen Gedeihen, und kaum daß der Mond zwei-, dreimal wechselt, da ist die junge Pflanzung schon alt und hat ihren Zweck erfüllt, wird ausgerottet und muß neuem Leben Platz machen. Bei keiner Besd)äftigung und bei keinem Richtstun geht ein Sommer so erschreckend rasch und eilig dahin wie beim Gärtner. Lind dann ist einem Garten der enge Kreislauf alles Lebens noch enger und noch deutlicher und einleuchtender zu sehen als irgendwo sonst. Kaum hat das Gartenjahr begonnen, so gibt es auch schon Qttfälle, Leichen, abgefchnittene Triebe, gestutzte Stengel, erstickte oder sonst umgekommene Pflanzen, und jede Woche werden es mehr. Sie kommen alle, zusammen mit dem Küchenabfall, mit Aepsel- und Zitronen- und Eierschalen und allerlei Kehricht, auf den Dunghcnifen, ihr Welken und Vergehen und Verwesen ist nicht gleichgültig, es wird bewacht, und nichts wird weg- geworsen. Sonne, Regen, Rebel, Luft, Kälte zersetzen den unschönen Hausen, den der Gärtner sorgfältig bewahrt, und kaum ist wieder ein Iahr um und ein Gartensommer verblüht, so sind alle die Leichen schon verwest und kommen wieder in den Boden, den sie fett und schwarz und fruchtbar machen müssen, und eS geht nicht lang, fv steigen auS dem trüben Schutt und Tod von neuem Keime und Sprossen, so kehrt das Faule und Aufgelöste mit Macht in neuen, schönen, farbigen Gestalten wieder, ilnb der ganze, einfache und fidjere Kreislauf, der dem Menschen so viel und schwer zu denken gibt und an dem alle Philosophen und Religionen ahnungsvoll verehrend oder kühl beobachtend deuten, geht in jedem kleinen Gärtchen so still und rasch und deutlich vor sichl Kein Sommer, der sich nicht vom Tode des vorigen nährt, älnd kein Gewächs, das nicht ebenso still und sicher zu Erde wird, wie es aus Erde zur Pflanze ward. In meinem kleinen Garten säe ich mit froher Frühlingserwartung Dohnen und Salat, Reseden und Kressen, und dünge sie mit den Resten ihrer Vorgänger, denke an diese zurück und an die kommenden Pflanzsngeschlecgter voraus. Wie jedermann nehme ich diesen unentrinnbaren Kreislauf hin als eine selbstverständliche und im Grunde innig schöne Sache; und nur zuweilen kommt es mir im Säen und Ernten für Augenblicke in den Sinn, wie merkwürdig es doch ist, daß von allen Geschöpfen der Erde nur allein wir Menschen an diesem Lauf der Dinge etwas auszusetzen haben und mit der Ansterblichkeit aller Dinge nicht zufrieden sind, sondern für uns eine persönliche, eigene, besondere haben wollen. -- Das technische Orchester der „Anderen Seiten Morgen, Sonntag, wird Sheriffs Kriegsdrama „Die andere Seite" zum 12.Male unter der Spielleitung des Intendanten Dr. Pro sch im Gießener Stadttheater in Szene gehen. Es dürfte inter- ‘ effant fein, zu hören, weid) ein großer Geräuschapparat, vor allem im letzten Akt, während des Trommelfeuers, hinter der Bühne arbeitet. Ein lech, nischer und ein beleuchtungstechnischer Leiter über- nehmen die Zeichen des Inspizienten, der, mit dem Buch in der Hanb, genau auf den Text und die Vorgänge vor der Kulisse achtet, und auf das Stichwort präzis Einschläae, Trommelfeuer, Maschinengewehr., Gewehrschüsse usw. angibt. Für das Ge- chutzfeuer werden von je zwei Mann zwei Kessel- muken und zwei große Trommeln bedient. An der □genannten Donnertrommel sitzt ein Arbeiter, ebenso an dem Donnerblech, das sreischwebend aufgehängt ist und durd) seine Schwingungen sich wie dumpfes Donnerrollen anhört. An zwei verschieden dicken Sperrholzplatten werden die Maschinengewehr- gerausche von zwei Arbeitern geschlagen. Ein Feuer- werter hat für die schweren Detonationen die geöffnete Versenkung zur Verfügung. Ebenso bedient ein Arbeiter den sogenannten Einsd-lagkasten. Der letzte Einschlag wird vom Beleuchtungsturm aus elektrisch gezündet. Der Mann, der den Schlußvorhang zieht, . - rbw vier andere Funktionen: künstlichen Rauch entwickeln, anstecken der Vlitz- J^e Beim Schlußeinfturz sind sechs Dkann beschäftigt, die mit peinlicher Präzision arbeiten massen, ba sonst die Schauspieler durch die herab- fallenden Kulissen gefährdet werden können. Zu der Gerauschsymphonie sind im ganzen etwa 17 Leute angestellt. Zum Schluß der Vorstelllmg ist die ganze Buhne in einen dicken, weißen Qualm gehüllt, der ^^^ononenschlägen und dem künstlichen Rauch ©ie Ha 11 Apr «ft s'teu^ MS I Än»« W i j* » M W % EoloNer > Ich längerer M Ale Mag. W nWsrr.lmo,^ Aie Spezmlge ch J unterliegen loO «^nationalen ano gen der Seglenii ...so der Äommum Vieler Mim q0tcau des jöfö Annahme U® Plenum dc tfrift sler das Ag ÄM> das Agrar Waiprogi Sinar M. Berlin, ti Dorsch des R' ^gehabten Kabine! Eßenden Führerbe Menen Meier Wmftiinmung, ba KMasisehong i glHMze verabst tagen t DemMiMdieS trag nach gramm nur gern, tlinangnotlogen AV«-° rcrt/ ihrer jetzigen ^Sozialdemokraten nid! rolcum muffe von der erklärt, das Agrarpro. zur Äuihungerung der es zugunsten der Junker •ft unter lautem Wider, «uf hin, daß die Agrar, regierung restlos miß- Agrorprogramm oorge- ' mit den Interessen der >gt befonders auch die n bann dem handeispvti. mjatzsteuerankäge dem h bas Haus auf Samstag bnung stehen die Abslim- svorlagen und die zweiit über den vorläufiaen K. Lorbereiiung der Mnz.. erkompromitz. WZ.) Das zwischen samt- en heute dereuckarte die Biersteuerer« ;r. Bach diesem neuen Siersteuer von den ersten hreserzeugung 9,50, von [ifcm 9,70, von den fol- 10,20, Don bin folgen» 10,20, Don ben folgen» 50, Don den so^de-n von den svigea^n M.n'b vvn ben\ Best i ursprünglichen Rom- versähe um 50 Pfennig auereien, die imerhald au8 felbstgewonneni auf, der dem Menschen enken gibt um) an dem Aellgionen ahmmgrvoi obachtend deuten, geht , [o «in im» r« "^ Sommer, der stch * nährt. M fem till und sicher zu Erde «r Tflan« . ricn äe ich mit froher nen und Salat, 2efe« E sie mit den Besten 1” di» leschlecyter voraus. We diesen unentrinnbaren setbstverstandliche und und Ernten W-“w. ti tut tai<" -— Orditfler 6« Seife". i ^XtXet WW »len ti* UP« iiier- und W «“f ti t»» en* **r®«*£ ■ornrne gi'Ji. 01 «H9»tr"ci Äeil'1, Li Vann Sw^ 9[n ^r immeln r edenfo sitzt« n aefchluge"- geoff' Dilon$b5iö KK li^^/dulch ^2u der ML "SM a,rftc Nicht mehr als 20 Hektoliter Bier er- ermäßigt sich der Steuersatz auf 2 Mark ASAcn Hektoliter, sofern sie bereit- vor tarn nfhril 1930 in Betrieb gewesen smd. Für ^Tuereien, die innerhalb eine- Rechnungs, ahres mehr al- 1000 Hektoliter erzeugen, errnahrnt ^bder Steuersatz auf 9 Mark. Die Dergünstt- ±Sn erlöschen mit Maus des Rechnung 525 in dem in der Brauerei mehr als 20 1000 Hektoliter erzeugt werden. Oie Umsatzsteuer. Derlin. 11. April. Heute nachmittag besudelte der Steuerausschuh deS ReichS- ug« zunächst die Umsatz steue r Namens des Zentrums gab vor Eintritt in cne Tagesordnung Abg. Herold (Zentr.) folgende Lrklärung ab: Herr Kollege Schlack hol. rn der -Plenarsitzung das Wort ergriffen, ohne daß die Fraktion befragt worden ist. Sc hat aber m -icIen Punkten seiner Ausführungen zum leb* a'tcn Bedauern der Fraktion eine von wn 21n« tauungen der Fraktion abweichende Stellung •enommen. Die Fraktion steht auf dem Boden Komprqmisses. . Abg. Remmele (Soz.) verlangte, daß die Konsumgenossenschaften von dieser Steuereryo- iung ausgenommen werden. Äbg. Eolosser (Wirtsch.) erklärte, bei der ^Imsatzsteuererhöhung handele es sich darum, den Schwachen Schuh zu gewahren gegenüber dem mächtigen Grohkapital. Abg. Rademacher (Dn.) beantragte An- räherung des neu zu beschliehenden Gesehcstextes cn das alte Warenhaussteuergeseh. Aach längerer Debatte wurde der deutsch- rationate Antrag, nach dem lediglich die TB a - renhäuser und Konsumvereine nicht cber die Spezialgeschäfte, der erhöhten ^Imsatz- 'cuer unterliegen sollen, mit 13 Stimmen der 7-utschnationalen und Sozialdemokraten gegen 12 «Stimmen der Regierungsparteien bei Stimment- Laltung der Kommunisten angenommen. Zu dieser Abstimmung erfahrt das Rach- richtenbureau des DDZ., dah die Wirtschafts- vartei bei Annahme des deutschnationalen An- rages im Plenum des Reichstags if)re_ älnter- [tzrist unrer das Agrarprogramm zurückziehen imö gegen das Agrarprogramm stimmen würde. Agrarprogramm nur mtf Finanzvorlage. WTB. Berlin, 11.April. 2n der heute unter dem Borsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning hattgehabten Kabinettssitzung sowie in der sich anschließenden Führerbesprechung der in der Regierung vertretenen Parteien herrschte darüber völlige llebereinftimmung, daß die Inkraftsetzung des Agrarprogromms ohne gleichzeitige Verabschiedung der Deckungsvorlagen unmöglich fei Demzufolge haben die Regierungsparteien einen An. trag eingebracht, nach welchem das Agrarpro - pro mm nur gemeinschaftlich mit den uinanzvorlagen in Kraft treten kann. Wird dfabröfiungstonfcrtm englisch-amerikanischen Irenndschast.^ Henderson erwartet eine: ^Konsolidierung der London. 12.April. (WTB. Junffpnid).) Der Staatssekretär des Aeutzeren Henderson sagte gestern abend In einer Rede aus einer Arbeiterversammlung zum Ergebnis der Flottenkonfe- r e n z: Die Verhandlungen zwischen Frankreich. Italien und dem englischen Premier- m i n i st e r werden fortgesetzt werden. Aber abgesehen davon kann die noch wichtigere Arbeit der vorbereitenden Abrüslungskommls- sion de» Völkerbundes jetzt wieder ausgenommen werden. Technische Hindernisse für die Abrüstung zur See. die der vorbereitenden Kommission den Weg versperrten, sind beiseite geräumt worden. Die Kommission wird jetzt In der Lage sein, einen allgemeinen Abrüstungsoertrag aufzusehen, durch den nicht nur die Flotten, sondern auch dle Heere und die Luftstreit- k r S s t e begrenzt und vermindert werden können. Henderson erhärte zum Schluh: Ich darf m. E. wohl sagen, dah wir nunmehr mit einer WeU- abrüstungskonferen; in absehbarer Zeit rechnen können, zu deren Einberufung und Durchführung der Völkerbund verpflichtet ist. Lord Cecil, der in einer Sitzung der Völkerbundsunion sprach, sagte u. a.: Die Floltenkonserenz hat eine grobe Cd ft ung zu verzeichnen, nämlich die Konsolidierung der englischamerikanischen Freundschaft, hoffentlich dieser Antrag in der morgigen Reichstagssitzung abgelehnt, so wird die Reichsregierung unverzüglich die weiteren Entscheidungen treffen. Das gleiche ist der Fall, wenn in der morgigen zweiten Lesung der Deckungsvorlagen ihr finanzieller Ertrag nach Auf. faffung des Kabinetts beeinträchtigt wird. Seuttonafionoler Antrag auf ein Moratorium für die Landwirtschaft. ERD. Berlin, 11. April. (Eigene Meldung.) Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat heute einen Initiativgesetzentwurf über den Zahlungsaufschub für gefährdete landwirtschaftliche Betriebe eingebracht. Der Entwurf sieht u. a. vor, daß bis zum Inkrafttreten der beabsichtigten reich-gesetzlichen Mahnahmen zur ihn- und Entschuldung der Landwirtschaft in Gebieten östlich der Elbe die öffentlichen Kassen aus ihren Forderungen weder in dem land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz, noch in dessen Wirtschaftsinventar und Dorrä'e vollstrecken dürfen. Als öffentliche Kassen gelten alle öffentlich- rechtlichen Kredit- und Derficherungsanstalten und andere mittelbare Staatseinrichtungen. Aus Forderungen, die solche Kassen und Einrichtungen gegen landwirtschaftliche Genossenschaften und dergleichen haben, darf nicht vollstreckt werden. wird diese Freundschaft zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit im Interesse der Abrüstung fuhren. Hoover ist zufrieden. Reuhork, 11. April. (WTB.) Präsident Hoover erklärte, wie Associated Preh aus Washington meldet, die Ergebnisse der Londoner Flottenkonferenzbefriedigten ihn, und er habe der amerikanischen Delegation telegraphisch seine Anerkennung zu der lieber Windung der Schwierigkeiten ausgesproel>en. Den wertvollsten Erfolg der Konferenz erblicke er in der Beendigung des Rüstungs- wettbewerbs zur See und in der zum ersten Male von Amerika erreichten Parität mit England. Zwei englische Kreuzerbauten im 3of)rcl93O. London, 12. April. (WTB. Funkspruch.) Den Blättern zufolge werden voraussichtlich von den 12 Kriegsschiffen des Programms von 1929, deren Dau von der Regierung gestrichen worden war, zwei in diesem 2 ahr in Destellung gegeben werden, nämlich zwei Kreuzer. Gegenwärtig besitzt England 52 Kreuzer, von denen aber vier veraltet sind. England muh also zwei neue Kreuzer bauen, um die in dem geplanten Dreimächteabkommen vorgesehene Zahl von 50 Kreuzern zu erreichen. Heber Ausnahmen soll das örtliche zuständige landwirtschaftliche Real-Kreditinstitut entscheiden. Zeppelin" auf der ersten Schwe zer Fahrt. Friedrichshafen, 12.April. (WTB. Funk- sprach.) heute früh 7.55 Ahr wurde das Luftschiff „Graf Zeppelin" aus dem Osltor der Halle gezogen und stieg pünktlich 8 Ahr unter Führung von Kapitän Lehmann zu seiner erst en Schweizer Fahrt auf. An Bord befinden sich 43 Personen. Die Fahrtroute wird voraussichtlich über Zürich, Genf, Basel und Bern führen. Der Himmel ist ziemlich bedeckt. Or. Eckener in Reuyork. Reuhork, 12. April. (WTD. Funkspruch.) Dr. Eckener hatte gestern eine Besprechung mit dem Bürgermeister Walker über die Frage Her Errichtung eines Zeppelinanker- mastes auf dem städtischen Flugplatz Floyd Dennettfield. Abends veranstaltete die Bereinigung ehemaliger deutscher Studenten ein Essen zu Ehren Dr. Eckeners. Autobus-Katastrophe in Reu-Mexiko. 22 lote. — Zahlreiche verletzte. Reuyork, 11.April. (TU. Funkspruch.) Am Freitag wurde ein vollbesetzter Uebertandauto- d u s an einem Bahnübergang von Istito», 20 Kilometer südlich der Stadt Albuquerque im Staate Reu - Mexiko von einem Postschnett- zug der Santa - Fs - Bahn erfaßt und förmlich zermalmt. Da, Unglück forderte 2 2 Tote und viele Schwerverletzte. Die Herumliegenden zerstückelten Leichen neben dem Schienenstrang bieten einen grauenvollen Anblick. Beim Zusammenstoß fing der Autobu, Feuer, wodurch viele der Opfer bis zur Unkenntlichkeit verbrannten. Fünf hilsszuge sind an die Un- glücksslelle zu Rettungsarbeiten geeilt. Der Zugführer erklärte, dah er den Autoomnlbu» schon von weitem gesehen habe, aber den Zug nicht mehr rechtzeitig habe zum Stehen bringen können. Der Benzintank des Autoomnibus explodierte beim Zusammenstoß und der Wagen stand sofort In Hellen Flammen. Berliner Börse. Berlin, 12. April. (WTB. Funkspruch.) Der letzte Frühverkehr der Woche zeigte noch keine au», gesprochene Tendenz. Nachdem es gestern abend in Frankfurt zu keinen nennenswerten Veränderungen gekommen war, wurde durch die für heute zu erwartenden Abstimmungen im Reichstag eine gewisse Unsicherheit ausgelöst. Orders liegen in den Bank- burcaus noch nicht vor, und die Spekulation ubt naturgemäß stärkste Zurückhaltung. So konnte man bei der völligen Geschäftslosigkeit noch keine Kurs- taxen erfahren. Wettervoraussage. Lieber dem Rordrneer ist es zur Ausbreitung einer neuen Störung gekommen. Ihre Südseite dehnt sich dabei über die britischen Inseln und die Rordsee aus, und greift auf das Festland vor. Infolgedessen nimmt der Hochdruck- einfluh wieder ab, und vorübergehend setzt stärkere Bewölkung ein, wobei die warme Luft eine Temperaturzunahme verursacht. Riederschläge sind jedoch in unserem Bezirk kaum, oder mehr vereinzelt und im nördllchen Teile zu erwarten. Die an der Rückseite abwärts fliehende kühle Lust wird jedoch unter erneutem Barometer anstieg alsbald wieder zur Aufheiterung führen und die Temperaturen etwas beetn- f lassen. Wettervoraussage für Sonntag. Dewölkt und dunstig mit Aufheiterung, meist trocken, zunächst wärmer. Witterungsaussichten für Montag. Etwas kühleres, teils wolkiges, teils auf* heiterndes Wetter, vorwiegend trocken. Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein. EM Unterschied erstaunt sein. < ATIKAI CIGARETTE -AUSLESE Deutschlands meistgerauchte 6 Pfg. Jntell. Junge als Wl«S gesucht. 8015D Dem Gerichtsvollzieher in (Mienen. Steinstraffe 13. Junge Dame als Laboratoriums- schülerin für wissenschaftliches Laboratorium ges. Höhere Schulbildung Bedingung. AuSlllhrl. Berner» bungtzschreiben um. 02443 a. d. Gff. Anz. auS guter Jamilie, das Hausarbeit und Kochen versteht, zu Anfang Mai gesucht. Iran Dr. Brill, Weiherde 6 I. Ehrliches, zuverläff. Mädchen für tagsüber in kl. 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Donner kr Sarg sich scj ils vier schwart Wc Fahrt. M R Kirche in i tz hciltc es in e eS war leit Me Säulen in Wüt sperrte k ta hche xut'.ijt W, di knti lekil ist. ks Amij ider siezt ein Smh c Men uni ein k /w Linien und mS Slltit <5mat öhon um neun tarnen die 0 ^llen die Lohr Meisten Qlequ üen unb bei < W mb Person, erteil Angelder ed), Amcguna Amtlichen Mn plinet Sessel "n Non sanc len, aläball) w mH Sntmffc i Sch A ijnen teüte Jotutf Leben < Aerhuichenb, gWwnte ietzl ■ »«bqdllTiis jä, *r S'°»« 3ug(, SJ" ich ch ff1’4"«, »oll i 7*n. frijlid) |n Ä"* l,nr । 2ßtä*r (iff „ n ^lUlk ’)) Dar d#591, Qls chMch ä Er N Wn SLj*t n" Dieri Ufle' <>' M Qci(+lr.[n ^ahr °'e S 'Her herauq )ie (Fje°rw unb n «ren /oben SSs glicht u Kd hu, «jw tv-T - " '-Y' - '■"' iRCTTNWG V1CTÜ WU jk le ML X jÜ ;H Samstag, 12. April 1950 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Ur. 87 ZweitesBIatt Rom. Der Sarg wird aus dem Sterbehaus, der Villa Svezia getragen 2hm folgen Stönig Gustaf V. von Schweden (X), dahinter Prinzessin Ingrid und Prinz Wilhelm Rechten Elena tfltvtw Miro* traf vorzüglich einem Damals frohlockten wir heute aber schmerzt sie mit yorittifl ir Kirche übervoll Rationen, nicht Ostens und der jur Linken und ein V. E. zur and Viktor Emanuel. Schon um neun Uhr war die Ss kamen die Gesandten aller Reise schob r. Am ero 16, O?M9 eneä~~ oberen ie6. vnl. Er und ner Im Eis mir i ihm das Vein zerschmettert hatte - lfred Hamburger. irfnet neuen 120.-. oviwn ■ 60,-. r,84l Herrn machen. Er aber fluchte viel, lernte nichts und trieb sich in jeder freien Stunde mit einem Lerzerolgewehr an den Hecken entlang oder an den Waldrändern, um aus Bogel zu schießen. Iie un- ame a n.Sdir. jenes in die fränkische Saale Jede Explosion, die zerfetzte Zischleiber an die Oberfläche des Wassers trieb, begleiteten wir mit schrillen Pfiffen aus den Fingern. Er tarn aber bald aus der Schule weg, da er immer wieder in Latein. Griechisch und Mathematik ungenügend hatte. Ich hörte nie mehr von ihm. wer sind wir? Da ist ein König und da ein Duce, dort ein kraushaariger Afrikaner und hier ein blondes schwedisches Mädchen. Wir haben verschiedene Dekanntnisse und doch nur einen Glauben, wir haben viele Rationen und doch alle d i e eine, d i e gleiche Heimat. _ Rur langsam will das Haus unserer Gemeinschaft sich leeren. Mussolini verläßt es säst als letzter. Die Glocken läuten und vier schwarze Rosse ziehen an zur letzten Fahrt. tU. ;... ett ”” war der Sohn eines reichen Viehhändlers hatte schöne, schmale Schwestern. Eine sei- Schwestern liebte unser Lehrer für Latein. Winter tanzte er zierlich mit ihr aus dem Qln Sommernachmittagen begegneten sie spitze Messer singerties in das Gesäß gerannt Ein dicker Vlutstrom sloß aus der kurzen Knabenhose Die Kameraden trugen mich in das nahegelegene Kloster, wo mich ein Mönch auswusch, mit blutstillenden Säften betupfte und ver- pslasterte Münsterers Gesicht war weih wie der Staub von Kreide und unangebracht war. Wie soll man aber zu einem Staatsmann Vertrauen gewinnen, um das er selber für eine deutsch-sranzösische Annäherung wirbt, wenn regelmäßig in diesem Stil hinterher noch irgend etwas mindestens Peinliches. Unangenehmes oder Schlimmeres in die Debatte geworsen wird? Man kann sich auch nicht denken, daß dieser Stu. einer Versammlüng etwas zu sagen, was sie hören will, und hinterher, weil es international bedenklich ist. es im Stenogramm zu ändern, aus die Dauer die Autorität eines Staatsmannes wirklich befestigen kann. Aber es ist charakteristisch für den Mann, der die Bedeutung des QJoung* planabschlusses für Frankreich und für das deutsch- französische Verhältnis natürlich erkannt hat. daß er, ein alter Parteigänger Elemenceaus und Poincar6s, selber au8 den alten Vorstellungen, Formeln usw. doch nicht ganz heraus kommt, obwohl er das, wie die Abstimmung im Senat zeigte, vor dieser Körperschaft überhaupt nicht nötig hatte Seine Rede kennzeichnete sehr scharf den Einschnitt, der jetzt erreicht ist, einen Zu st a n d des Gleichgewichtes, zu dem man jetzt kommen müsse, wie er ausfuhrte. Ein Gleichgewicht. das zu erhalten natürlich das Interesse | Frankreichs ist und von dem aus es seinem Gn Swlnemunüe. Die feierliche Aufbahrung öes Sarges unter den Kanonen des Kreuzers „Drottning Victoria", der die sterblichen Reste der Königin zur letzten Ruhestätte nach Stockholm brachte. W luien. 1027)18 er löer. 02511 tt, bce 11. verwickelt, die vom Wa.i^ uverichwemmt waren. Er war sünfzehn Jahre alt geworden und wurde aus dem Friedhof in Hammelburg begraben. Bei seinem Begräbnis trug ich eine brennende Kerze. Karl Bauer. Er hatte eine Anmut und Zartheit des Körpers. die ich liebte. Seine und meine Eltern gingen oft des Sonntags auf gemeinsamen Spaziergängen über Land in irgendein Dors, wo es Wein gab. Ich erinnere mich noch gut seiner melancholischen und großen Augen, die auf alle Schularbeiten verächtlich sahen. Er machte verschiedene Klassen zweimal, obwohl er nicht dumm, sondern nur merkwürdig in sich versponnen und verschlossen war. Er hatte eine vielbeneidete Samm.ung von Indiamrbüchern und einen Kasten voll Pfeisen, Spießen, Schilden, Schleudern und Wurfbeilen, trotzdem et ein zarter und mädchenhafter Junge wat Aber es brannte eine starke Abenteuerlust und eine überhitzte Vorstellungswelt in ihm. Wie seltsam das manchmal ift: obwohl wir innige Spielgefährten waren, verloren wir uns, als fein Vater in eine andere Stadt zog, aus den Augen Er schloß sein Studium mit dem Einjährigen ab und begann die Laufbahn der mittleren Gerichtsbeamten Eines Tages und dann noch öfter las ich Erzählungen von ihm in Tageszeitungen und Zeitschriften, voll Humor, großer Beobachtungsstärke und Sinn für Menschlichkeit: Bauern Häusler, kleine Handwerker, wegen Diebstahls. Rauserei oder Betrug angeklagt, waren seine Helden. Mitten im Krieg, ich hatte Karl vergessen und aus dem Gedächtnis verloren, schrieb er mir einen Bries. Ich schrieb ihm daraus wieder, schickte ihm Bücher, Schokolade und Zigaretten. Ich bekam keine Antwort, ich bekam nichts zurück und las von ihm nichts mehr. Er tauchte plötzlich vor mit auf und versank sofort wieder. Er verscholl. Ich weiß nicht sein Schicksal Aber sicher war sein Ende schwer und grauenvoll. Run verstehe ich auch feine Augen, die die Trauer durchtränkte und die Verachtung, die leise aus ihnen fiel, wenn sie ahnungslos über einer mathematischen Aufgabe vor sich hin- fahen. Mit keinem verband mich eine Freundschaft, die auch ins Leben ging Mit keinem mehr traf mein Lebensweg nach den Schuljahren wieder zusammen. Die meisten versanken in einer Wolke von Blut Der Tod sah unter ihnen auf der Schulbank. Das Latein, das sie lernten» Halle den Klang der Grabesliturgie. _____ manchesmal in abgelegenen Waldtalern. Er selbst war ängstlich, fror sehr und bekam dann bläulich angelaufene Wangen Er war ein schlechter Schüler, saft der Allerschlechteste, nur Klavier spielte ^r mit großer Fingerfertigkeit Ca^re später traf ich ihn in der Offizin einer Landapotheke Mit Hanswurstiaden und Eulenspiegeleien belustigte er die Bauern und Dienstmägde Auch er mußte in den Krieg Aus einer traf mich das Gerücht, daß ein Ge- bei flui.3ic6rrfieli u. "■"M ti.d k, Aw s». Ulf® 0.. SC« -Moder lerne itlon rj ipraehe- schmetterte ich - ich Vogel die Hirnschale über diese Knabentat mich merkwürdig noch Einmal stahlen wir und s eltsam kräftigem Anschlag Er hatte keinen Sinn für Ratur, im Sommer ging er auch nicht mit uns zum Schwimmen und Baden im Fluß. Einmal zeigte ich ihm im Schilfrand das zierliche Rest eines Teichrohrsängers voll junger Gelbschnäbel. Es langweilte ihn was mich erfreute und belustigte Am liebsten sprach er von Etüden. Kompositionen. Trillern und Läusen In einem Sommer wir waren schon nicht mehr in der Schule, traf ich ihn. über den Marktvlah gehend, in einer kleinen Stadl Da erzählte er mir von dem seltsamen Leben in den Lungensanatorien zu Davos. Schwärmerisch mußte er eine kleine Russin geliebt haben die er dort kennenlernte Zwischen -erlesenen Briefen kramte er eine Haarlocke heraus, sie war ganz schwarz, ich erinnere mich ihrer noch heute. Ein Jahr daraus las ich in einer Zeitung seine Todesanzeige Er war nicht einmal zwanzig Jahre alt geworden. Von manchen habe tch in der Jagd der Jahre den Ramen vergessen, aber nicht das Gesicht und die Gestalt. Hier einer er war der Sohn eines mittleren Beamten aus der Maingegend Ein starrer, eisenharter Kopf mit merkwürdig enastehenden Augen. Er hatte den finster stechenden Blick eines Wahnsinnnahen oder eines jungen Verbrechers. Sein Vater wollte aus ihm einen geistlichen Stadttheatti Sonntafv • 3. Bj öon usbiBjitiul; 4. iofl besann™ soiel'Zykliie W (MorgcmcittlU Einmalige I Wberboiunn I MMlM» j Mi Hugo I t). ^imnn* I Är ti-d »grgg ■ S*5tSül -E suSTJ do# l^L'uong '•! SS 'S-S- KS von Fr'^o.sipni vonA SsS sSu>i üJ reu tzre’üen . Sirene S Vie Ingangsetzung des tzoungp'.ans. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. pws. der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. Zft. Auch der französifche Senat hat nun, nahezu einstimmig, den Boungplan ratisi- ziert. Dabei sind wieder alle die bekannten Fragen durchgespielt worden: kommerzielle Schuld, sog. Dantionen und die Räumunasfrage. In einer großen Auseinandersetzung stellte Tardieu die Mobilisierung, die Umwandlung der politischen in eine sog. private Schuld, bemerkenswert in den Vordergrund und zu der „Sanktions"-frage sagte er dasselbe wie vor der Zweiten Kammer es gibt weder Santionen noch den Artikel 430 mehr, und die „Handlungsfreiheit Frankreichs im Falle einer deutschen Zerreißung des Planes" habe sich im Rahmen der Bölkerbundssahung des Locarnovertrages und des Kelloggpaktes zu halten Etwas Reues kam aber herein mit seinen Be- kW MS Schuttameraöen Don Anton Schnack. Mit ihnen teilte ich ein merkwürdiges und erregtes Stück Leben Schaue ist sie noch einmal an, eine oorüberhuschende Schar von,.Schatten. Snabentöpfe soll Trog, Eigensinn, großer Sehnsucht und Unruhe, Unbekannte jetzt, Gerichtssekretäre geworden oder Pfarrer, Landwirte, die mit lateinischen Hexametern im Gedächtnis säen und pflügen. 'Bantbeamte, denen Der große Iugendtraum in Soll und Haben verrann, so sehe ich auch mich, drei,zehnjährig oder siebzehnjährig, voll Schwermut und dunklem Vorwärtstasten, fröhlich in junger Lebenslust, aber auch gepeinigt von dem Geheimnis des Unbekannten Um mich sank eine Kohorte des Todes Jugend, Die mit wilden Sätzen ins Leben sprang, fiel zerfetzt zertrümmert und lautlos im Feuer und Sturm Des Krieges Abenteuerwind trieb manche in die Zerkommenheii der Städte und Laster Tiefe Gov tesfurcht schloß den und diesen in der nackten Schweigsamkeit der Klosterzellen ein Und mir ist »s so als wäre ich nur noch der einzige der lebt Max Münsterer Er war der Sohn eines Försters, geboren in rinem Waldnest der bayrischen Rhön Mit ihm kam immer ein Stück Ratur, ein Duft von Herz und Heu, >r lief gejagt, als triebe ihn ein innerer Sturm Er war verwegen im Körperlichen, feig im Seelischen, 'hrgeizig und lernbegierig Sein Mund war von einer Hasenscharte gespalten 3erne trug er kleine, blaßgrüne Lodenhüte ge- chmückt mit einer Spielhahnfeder oder dem blau- weißen Flügel eines Eichelhähers Er Halle schon nit vierzehn Jahren auf dem Anstand einen Reh >ock geschossen Er konnte Zahlen und grammatika- ische Regeln im Augenblick sich einprägen und sie nie Wasser heraussprudeln Er wußte die Ristplätze iller Vögel und nahm ihnen mit grausamer Freude Die Eier aus den Restern Er stach die Eier mit Nadeln an beiden Enden an und blies sie aus. Die eeren Eier verkaufte er an Sammler Einmal, in einem Herbst von herrlicher Schönheit, zeschah dieses: wir hatten von riesengroßen Bäu- nen Kastanien mit Steinen heruntergeworfen Den Öügelroeg hinauf sahen wir das Schloß Saaleck. das mf seinem Turme einen metallenen Riesenhut als Zinne trug Ich warf ihm, der der Wildeste von uns lUen war. eine Kastanie knallend an die Kniescheibe Er aber, hitzig und toll sprang mir nach mit einem offenen Messer das er nach Jägerart immer In der Tasche trug. Ich blieb plötzlich auf der Flucht vor ihm, nicht hinter mich blickend, stehen. Mit einem Schmerzensschrei knickte ich zusammen. Er hatte mir unbedachtsam nachrennend, das Einer, dessen Ramen mir nur manchesmal ein- fällt, war ein lang aufgeschossener, hölzerner Bur^,. mit alten Gesichtszugen Sein Batet hatte bai Amt eines Braumeisters in einer ehemalig n Klosterbrauerei Sie lag zwanzig Minuten von der Stadt entfernt, in der Mitte eines Hügels, woran eine breite, weiße Straße zu den Wald- und Weindörfern führte. Diesen Weg kam der Junge Sommer und Winter, die Bücher um die Schulter geschnallt. Er brachte die meisten Blumen für das Herbarium des Botaniklehrers, denn die Straße führte durch ein breites saftiges Wiesental. bevor sie den Hügel hinanstieg. Er ertrank beim Baden in der Saale. Sie führte Hochwasser und floß in braunen Fällen auf das Wiesenland Wir schwammen in einem großen und tiefen Tümpel, auf den die Sonne herrlich brannte. Plötzlich sah ich. als ich auf die Wiese gestiegen war. ihn hinter mir versinken, wieder hochkommen mit steilen Händen, wieder versinken und noch einmal hochkommen, aber nicht mehr so hoch wie beim erstenmal. Dann sahen wir ihn, die mörderisch nach dem Pedell der Schule schrien, nicht mehr. Rach Stunden fanden ihn Fischer mit Haken. Seine Füße hatten sich in verfilzte Weidenruten SW WserhM löobol entloeid Jjen Seloto; abiugeben ü*j _ Aabnbvslll.'t, stutzig machte: wie er selbst sagt, „Bemerkungen. die im Augenblick die Lage wieder in Zweifel ziehen und offensichtlich von ihm gemacht werden, um der Stimmung seiner Hörer entgegenzukommen. Gr rührte nämlich einzelne Abrüstungs- fragen, Zerstörungen von Befestigungsanlagen in der entmilitarisierten Zone wieder auf. unb wieder seine Art: er sprach vor dem Senat von einer „Bote“, die er dieserhalb an die deutsch« Regierung gerichtet habe, daß diese Bedingung, nämlich die Entsestigungsarbeiten rasch zu Endezusühren, erfüllt werden müsse. Hinterher im Stenogramm hat er das geändert in einen „freundschaftlichen Hinweis" an öle deutsche Regierung. Der ist auch noch nicht bei uns eingetrosfen. man weiß auch nicht recht. waS er mit diesem Wunsche im Auge hat. Aber daS wissen wir, daß fein Hinweis überflüssig Rom, April 1930. Als der Flieder aufbrach, gina die Flagge fcber der Villa Svezia auf Halbmast. @tn Leiden, jo lang wie der nordische Winter, war zu Ende inb der Tod von Rom stand zu Häupten der fremden Frau: weich, süß und doch getoitter- Dang. Viele Fremde fürchten sich vor diesem Bfrü&ling. . . Donner rollte, als die Leiche der Königin, die immer den Frühling gesucht hatte, einbalsamiert vurde. Donner sprengte durch die Wolken, als ter Sarg sich schloß. Donner führte den Tag an, 116 vier schwarze Rosse gerüstet standen für die letzte Fahrt. Aber als die Glocken der evangelischen Kirche in der Via Toscana ausschwangen, ba hallte es in einen strahlenden Himmel hinein- and es war seltsam zu hören, dieses deutsche, zotische Läuten in dem römischen Blau. Militär sperrte in weitem Umkreis die ©traten, denn hohe Gäste kamen zum Abschied in die Deutsche Kirche, deren Himmel ein einziges gol- Denes Mosaik ist. Umflort die Kanzel, umflort Das Kreuz über dem Altar. Ueber den Stufen liegt ein Gruß aus weihen Lilien und roten Helfen und ein E steht auf dem blauen Band 'ehlten die Sohne des fernen dunkelsten Aequatorialzonen. Der Staat Italien und der Stadtstaat Rom sind vertreten, Heer und Flotte. Präfekt und Quästor in Person Schwedische Studenten der Akademie in blaugelber Schärpe versehen den Ordnungsdienst Bewegung Mussolini an der Spitze der sämtlichen Minister. Er nimmt hinter der Reihe xolbncr Sessel Platz und seine berühmten run- Den Augen fangen, wie es die Zuschauer erwarten, alsbald zu kreisen an. Endlich bleiben sie soll Interesse an den deutschen Bibelsprüchen W rem unb renne- tu ver- d. durch ander 4011 m. b 7 Ubt :enrad , sau neu erkaufen, n in der Ue des 02503 weiter M in,ti 5« öchmelk- s« zu kau- w ngen. tineJSL- Er war ein zäher Läufer von großer Geschwindigkeit und ein aetoanbter Kletterer. Einmal zerstörte ich mit ihm das Rest einer brütenden Eule. Mit unheimlichem Klagegeschrei stießen die beiden Vögel gegen den Kiefernwipsel. auf dem wir sahen. Mit einem Steinwurs zer- ett. bet Im Gcmi'fr- femefter ncö ßltt nebt, wiW mv. Kollegen ött bi: oleldit Mch bed in Pecknbuin - treten. edmlili J Slnncboie um. 051- Line nordische Königin stirbl in Rom Bon unserem römischen E-Äonefbonbenten. über dem Altäre haften. In allen Italienern fühlt man die Spannuna, tote wohl der fremde Kult sich auswirken werde. Steigerung der Bewegung die unaetoöbnlidj hohe Gestalt des schwedischen Königs. Stumm nimmt er auf dem Thronsessel Platz, Prinz Karl und Prinzessin Ingrid, deren Schön» hell untergegangen ist in undurchdringlichem Schwarz, lassen zu beiden Seiten des Königs einen Sitz frei. So sind aller Augen aus sein Leid gerichtet und er wendet ungeduldig den Blick nach dem Eingang. Roch fehlen einige Minuten Schlag zehn ilfcr, der König ist Soldat die Souveräne. König Gustav eilt ihnen entgegen. Sie küssen sich. Der deutsche Botschafter. Freiherr von Reurath, führt Wie werden König und Duce die Frage liegt auf aller Lippen— sich begrüßen? Run, wie immer: mit festem Händedruck. Mussolini beugt tief das Haupt. Mittlerweile ist der Sturm der Glocken in das Largo Händels übergegangen. Die besten Künstler des Augusteums sitzen auf der Empore. Es steigt feucht in die Augen des Königstöchterleins Giovanna, in den Händen der Hofdamen zuckt es und König Gustav trocknet die Augenaläser. Rur einmal konnte dieses erhabenste aller Klage- und Trostlieder gelingen. Es tönt nicht minder tief als die Sprüche des Evangeliums. Dem gibt nun Stimme der schwedische Pfarrer. Man hat ihn aus Paris geholt wie einen berühmten Sänger Unb tatsächlich, es wird in Schweden so Brauch sein, singt er auch nach der Predigt Es klingt wie eine ferne nordische Saga Dann der deutsche Geistliche. Tod, wo ist dein Stachel? Und wie aus überirdischen Sphären jubelt das Cello die Antwort Ich bin die Auferstehung und das Leben. Gleich darauf das Lieblingslied der toten Königin: Herr, in deine Hände! Wo find totr? Im hohen Rorden, im tiefen Süden / Trennen uns Meere und Berge? Und tartir werden noch onr’ no Hirnen. (iyj Rirgrlvsad 8ni nöe, .*% tttbeb; telehre ÄSi®Ul'n^fnn^ drosv.u.^, 6. [di. (lobeninime ° i. merlungen über die Rheinlandräumung Er wiederholte die bekannten Bedingungen, über die ja Einverständnis besteht, und versicherte, daß sobald Deutschland der Bank für Internationale Zahlungen die neue deutsche Schuldverschreibung übergeben habe, die Räumung sofort beginne | und mit aller Schnelligkeit durchgeführt würde । Aber — wieder knüpfte er daran etwas das | rrdene Krüge zu Haufe, füllten sie ' mit kleinen Kieselsteinen, steckten in die Oefsnungen Zündschnüre, die unter Wasser brannten, verkorkten und verstopften die Hälse und warfen die Gesäße mit angezündeter Schnur 024II3 ......’i hi — Wh iwmtoWM w. \ WIM »i DM Qtittitfi Reolii« fBiefrife r Sm1,1 Staatsmann nicht schwer ist, über deutsch-französische Verständigung zu sprechen. Ein Gleich, gewicht sehr zu unseren Ängunsten — man fühlt förmlich, wie die ungeheure Last der Voung- Planverpflichtungen sich auf die Schultern des deutschen Volkes legt, wenn auf der anderen Seite das Fazit langjähriger Kämpfe so mit Befriedigung gezogen wird. Tardieu hat ganz recht, daß für Frankreich das Wesentliche ruht in der Kommerzialisierung derAeparationsschuld, in der Anleihe, die ihm große Beträte an Kapital zur Verfügung stellt, in der „Priorität" der ungeschützten Iahrestzahlungen Deutschlands, von denen Frankreich nicht weniger als 81,7 Prozent erhält, England nur 8,9, Italien 6,8, Iapan 1, Iugoslawien 0,9, Portugal 0,4 Prozent: „Unsere 81 Prozent machen keinen schlechten Eindruck in dieser Landschaft", sagte er befriedigt, und „aus- gezeichnet" rief der Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses dazu. Für diese internationale Anleihe ist ja nun alles vorbereitet. Die Bank für Internationale Zahlungen wird zum l.Mai voraussichtlich in Tätigkeit treten. Ihr Präsident ist bekanntlich ein Amerikaner Mac G a r r a h, der seinen bisherigen Posten als Präsident der „Federal- Aeserve-Dank" in Aeuhork aufgibt. Auf seinen Vorschlag ernennt der Verwaltungsrat den Generaldirektor. Dafür ist ein Franzose, Q u e s n e h (von der Bank für Frankreich), in Aussicht genommen. Generalsekretär soll ein Italiener werden. Daneben werden die Posten eines Vertreters des Generaldirektors und eines Gencralkontrolleurs geschaffen, für die an einen Engländer und an einen Deutschen gedacht wird. Im Verwaltungsrat sitzt bekanntlich für die Dauer feines Amtes der Präsident der deutschen Reichsbank mit seinem Vertreter. Er hat als weitere deutsche Vertreter Dr. Melchior (Dank Ma? Warburg) und Generaldirektor Reusch (Gute Hoffnungshütte) ernannt. So fehlt nur noch eine dritte Gruppe von Mitgliedern des Verwaltungsrates aus den Ländern, aus denen Gründungskapital gezeichnet wurde. Alles ist so vorbereitet, daß die große Wobilisierungsanleihe in allernächster Zeit aufgelegt werden kann, auf die Frankreich wartet. Wie bekannt, sind in Aussicht genommen, 300 Millionen Dollar, von denen 200 bei den früheren Alliierten und 100 in Deutschland aufgelegt werden sollen. Es ist ja dieses riesige Anleihegeschäft, wie erinnerlich, im Haag mit Anleihewünschen Deutschlands für seine Dahn und seine Post verbunden worden, die in Höhe von 400 Millionen Mark befriedigt werden sollen. Lind damit beginnt die ungeheure Verknüpfung und Verbindung der Finanz- und Kreditverhältnisse der Kriegsschuldner unter amerikanischer Führung, die das Zeichen des unter Führung des Hauses Morgan erreichten Abschlusses der Aeparationsregelung im Voungplan ist. Die Dindung, die sich daraus auch für Frankreich ergibt, nimmt TardieU gern hin, toeil er ihre Bedeutung auch im pol.ii'chrn Sinn und ihren materiellen Vorteil für Frankreich erkennt. Diese Bindung verstärkt für Deutschland die Der- pslichtungen aus dem Voungplan noch mehr und macht das Netz, das dieser Plan über Deutsch- land zieht, noch engmaschiger und fester, weil so mit der Reparationsregelung der Kredit von Staat und Wirtschaft aufs engste verbunden wurde. Diesen großen Zusammenhang hatte Reichs- kanzler Dr. Brüning in der Rede vor seinem - Parteitag im Auge und mit ihm verband er sehr richtig die Notwendigkeit innerer Ordnung und Befestigung der deutschen Wirtschafts- und Finanzverhältnisse: „Niemand kann doch glauben, daß die große internationale Anleihe im Ausland aufgelegt werden kann, wenn das Ausland nicht zu der deutschen Wirtschaft Vertrauen haben kann." Damit ist absolut richtig die nun einmal so gewordene Regelung der DeparationSfrage mit dem Zwang verknüpft, aus eigener Kraft im Innern Wirtschaft und Finanz in Ordnung zu bringen. Oder wie es der Vortragende vor dem Industrie- und Handelstag in der letzten Woche ausdrückte: „Es ist die Wahl zwischen einer eigenen verantwortlichen Legierung, die diese Forderung durchsetzt, und einer uns von außen aufgezwungenen Neparations- regierung." So berührt die Auseinandersetzung im Innern, die Deutschland jetzt durchkämpft, auch seine außenpolitische Position Bestimmt aber ist die Außenpolitik des K binetts Brüning — es ist nun einmal nicht andcr^ — durch die Annahme des Poungplans und alles, was daraus folgt. Rückblicke sind nicht mehr nötig und leider ohne BedeutungI Fehler und Llnterlassungen vieler Iahre haben zu dieser Beschränkung der Handlungsfreiheit und Wirkungsmöglichkeit geführt, deren Zwang die neue deutsche Regierung anerkennen muß. Cs hat ebensowenig einen Zweck, in die Vergangenheit hinein zu fragen, warum in diesen zehn Iahren die vorhanden gewesenen, Frankreich entgegengesetzten Kräfte der Welt nicht stärker für uns zur Wirkung kamen oder von uns gebraucht wurden, wie mit Kraftworten zu erklären, daß man nach der Ratifi- zicrung der Voungverträge dieses neue Recht nicht „anerkenne". Natürlich versteht man die heiße nationale Leidenschaft, die zu solcher Erklärung führt, aber sie ist eine reine Demonstration. die den Lauf der Geschichte nicht im mindesten aufhält und die lediglich Deutschland schaden kann, weil ein nun einmal hcrgestellter internationaler Rechtszustand, auf dem weiter gebaut werden muß, in Frage gestellt wird. Für die Revision des Doungplans, die selbstverständlich die erste Forderung weiterer deutscher Außenpolitik ist und bleibt, können wir nur arbeiten von der Grundlage des Plans aus, der nun Bestandteil des Völkerrechts geworden ist. Aus der Provinzrashauptstadt. Gießen, den 12. April 1930. Landes-Buß- und Bettag. Im 18. Iahrhundert hat der Franzose Montesquieu geistvolle „Betrachtungen über die Ursachen der Gröhe und des Verfalls der Römer" ongestellt. Gröhe und Verfall, Aufstieg und Zusammenbruch, das sind Erscheinungen, die man an Familien beobachtet. Ein Geschlecht steigt aus einfachen Verhältnissen herauf und erzielt durch Tatkraft und Fleiß große Erfolge. Auch die nächste Generation ist noch tüchtig, sie hält fest, was die Eltern ihr anvertraut haben, aber schon bei der dritten beobachtet man Verfallserscheinungen. Söhne und Töchter werden durch den ererbten Reichtum übermütig, lassen es am Fleiße fehlen, versuchen sich in Künsten, für die sie keine Begabung haben, das Leben des Genusses nimmt _ He in Anspruch. Kommen dann noch Ehetragödien, Streit zwischen den Geschwistern hinzu, sind Söhne ungeraten und Töchter leichtsinnig, so ist der Zusammenbruch eines Tages da. So geht es auch mit den Völkern, Montesquieu hat das an den Romern nachgewiesen. Sie waren in alter Zeit ein kernhaftes Bauernvolk, jahrhundertelang zeichneten sie sich durch Tapferkeit und Tüchtigkeit aus; da floh dem Volke die Fülle deS Reichtums zu, es wurde schlaff, und die Germanen, die über die Alpen nach Italien strömten, zerschlugen den Staat. Wie steht es in der Gegenwart mit unserem Volke? Politisch und wirtschaftlich liegt es am Boden. Die deutschen Städte haben in der Vorkriegszeit eine glanzvolle Entwicklung gesehen, waren machtvolle Gebilde, die in ihnen führenden Dürger waren von einem berechtigten Selbstgefühle erfüllt. Heute liegt über den deutschen Städten dumpfe Designation, weil die finanziellen Schwierigkeiten riesengroh sind. Zwar regt unser Volk nach wie vor seine Kräfte. Die deutsche Wissenschaft ist so groß wie jemals in der Vergangenheit, und die Technik schreitet weiter. Aber das geistige Leben der großen Massen bietet kein erfreuliches Bild, es fehlt der starke, lebendige Impuls, der durch aller Seelen hindurch geht. Äeberall Änklarhelt und Zersplitterung, ein vielgebrauchtes Wort unserer Zeit ist das Wort „Krisis". Man redet von der Krisis der Erziehung, der Krisis der Kultur, der Krisis der Kunst. Lind die Technik, so groß sie ist, hat sehr bedenkliche Folgeerscheinungen, sie führt zur „Rationalisierung", zu der Ausschaltung der Menschenkraste, so daß vielen das Beste, die Arbeit fehlt. Die massenhafte Auswanderung junger Menschen nach außereuropäl- schen Ländern stimmt doch sehr nachdenklich. In der Dichtung, der Musik und in der bildenden Kunst ist das Epigonentum unverkennbar. Aber noch etwas anderes ist unverkennbar, nämlich die große Llnruhe, nicht die Llnruhe, die nach Festem und Wertvollem drängt, sondern die Llnruhe der Gereiztheit, der Änzu- friedenheit. Höchst bedenklich muh cs stimmen, daß heute politische Gegensätze in Strahenkämpfen ausgetragen werden. Früher glaubte man, daß die Sünden gegen das fünfte Gebot im wesentlichen in eine alte Zeit gehörten, etwa in die Zeit des Mittelalters, des Faustrechtes, des Dreißigjährigen Krieges und daß sie durch die fortschreitende Bildung immer mehr verschwunden seien. Heute erschrickt man über die Gewissenlosigkeit, mit der Menschenleben auf verbrecherische Art vernichtet werden. Die Zeitungen, die der getreue Spiegel der Zeitgeschehens und der Zeitstimmung sind, berichten Tag für Tag von greulichen Äntaten. Ebensowenig wird heute das Eigentum geachtet. Menschen, auf die man, mit einem volkstümlichen Wort zu reden, früher _5)äufer gebaut hätte, halten es nicht mehr für ehrlos, sich an fremdem Gute, besonders an dem Gute der Allgemeinheit zu vergreifen. Als einst Israel in schwerer Bedrängnis war, hat der Prophet Ieremia gefragt: „Warum ist bas Land verderbt und verheeret wie eine Wüste, da niemand wandelt?" Er gab im Namen Gottes die Antwort: „Darum daß sie mein Gesetz verlassen, das ich ihnen vorgelegt habe, und gehorchen meiner Rede nicht, leben auch nicht darnach, sondern folgen ihres Herzens Ge- dünken.“ So ist es auch bei unseren Zeitgenossen. Es fehlt ihnen an der festen, religiösen Lleber- xeugung. Auch das religiöse Leben ist heute in die Llnruhe und in die Krisis hineingezogen, wandelt seltsame Wege, ist vielfach phantastische Schwärmerei, glaubt durch die Sinnenwelt zu der ewigen Welt Vordringen zu können. Es fehlt der klare entscheidende Glaube Martin Luthers, der in der Gemeinschaft mit dem lebendigen, richtenden, Verantwortung fordernden, aber auch Sünde vergebenden Gott in Verbindung steht und feine Auswirkung in der Welt der Pflicht, der Hingabe für andere und der Liebe zu anderen findet. Dieses Leben tritt am vollkommensten zutage in Iesus, zu dem die Christenheit in der Karwoche andächtigen Herzens auf- schaut. Das ist zugleich ein Anlaß, daß nachdenkliche Menschen am ersten Tage dieser Woche, am Palmsonntage, der seit 200 Jahren in der Hessischen Evangelischen Landeskirche der Vußtag ist, darüber nachdenken, was ihnen und ihren Volksgenossen fehlt, um wieder auf eine Zeit des Aufstiegs hoffen zu können. H. B. Daten für Sonntaft 13 April. Sonnenaufgang 5.11 Uhr, Sonnenuntergang 18.51 Uhr. — Mondausgang 19.27 Uhr, Monduntergang 5.21 Uhr. 1598: Heinrich IV. von Frankreich gewährt im Edikt von Nantes den Protestanten Religonssreiheit; -- 1872: der Schriftsteller Roda Roda In Pußta» Zdenci geboren. Daren für Montaft 14. April. 1927: der Verlagsbuchhändler John Klasing In Bielefeld gestorben (geboren 1847). Gießener Woch rnnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 30, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Ruben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Änter-Kohlrabl 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bi» 12, Meerettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4,5 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Nüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 80. Eier 10 bis 11, Blumenkohl 50 -ftte-lOO, Salat 20 bis 30; Salatgurken 75 bis 80, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 20 Pf. daS Stück; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Radieschen 15 bis 20 Pf. das Bund; Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für SamStag. G. D. A.: Elternabend, 20.30 Ähr, im .Hop- feld". — Gießener Ruder-Club „Hassla" 1906 e. D.: Frühjahrs-Hauptversammlung, 20.30Ähr. im Bootshaus. — Kavallerie-Verein e. V.: Mo- natsverfammlung, 20.30 Ähr, im Vereinslokal. — Kurzschriftverein von 1861 und Damenverein „Gabelsberger": Dereinsabend, 20.30 Ähr, int Kaufmännischen Dereinshaus. — Reichsverband der Zivildienstberechtigten: Monatsversammlung, 20.30 Ähr. „Stadt Lich". — V. f.B.: Iah- reshauptversammlung, 20.30 Ähr, im Vereins- 5eim. — Eisenbahn-Fahrbeamtenverein: Versammlung, 20.30 Ähr, im Vereinslokal. — Verein ehern. 116er: Generalversammlung, 20.15 Ähr im Postkeller. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tonfilmvorführung „Dich hab ich geliebt". — Astoria-Lichtspiele: „Pariser Änterwelt" und „Wenn du noch eine Heimat hast". — Tageskalende^: für Sonntag. Stadttheater: „Der Tor und der Tod", lf.30 big gegen 13 Ähr; 18 bis 22.30 Ähr: „Die anders Seite". — Volksbund Deutsche Kriegsgräberfür- sorge: Lichtbildervortrag über das Thema: „Krie- gerfriedhofe im Ausland". 20.15 Ähr, im Großen Hörsaal der Äniversität. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tonfilmvorführung „Dich hab ich geliebt"; morgens 11.15 Ähr: Kultur-Film-Dor- stellung: 1. „Das unbekannte Paris" und 2. „Auf griechischen Meeren". — Astoria-Lichtspiele: „Pariser Änterwelt" und „Wenn du noch eine Heimat hast". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die nächste Woche beginnt mit einem Prominenten-Gastspiel. Der populäre Berliner Schauspieler Max Adalbert wird einmalig in dem Lustspiel „Das Parfüm meiner _ grau" am Montag, 14. April, gastieren. Es wird besonders interessieren, unter den Prominenten diese populäre Berliner Schauspielerpersönlichkeit einmal in Gießen zu sehen. Das Gastspiel Adalberts findet im Dienstag- Abonnement statt. — Wegen der Karwoche findet am Mittwoch, 16. April, nicht, wie auf den Plakaten angegeben ist, die Aufführung der Operette „In der Iohannisnacht" statt, sondern des Schauspiels „Louis Ferdinand, Prinz von Preußen" (Fritz von Änruh). Die Erstaufführung der Operette ist auf Dienstag, 22. April, verlegt worden. Die Vorstellung am Mittwoch, 16. April, findet ebenfalls im Dienstag- Abonnement statt. — Am 1. Oflerfeicrtag (20. April) wird nicht „Weekend im Paradies" gegeben, sondern zum letztenmal „Katharina Knie" von Zuckmaher. — Der hessische Buß- und Bettag wird auch im Theater mit ernster Literatur Begangen. Am Vormittag 11 Vs Ähr findet die Hofmannsthal-Gedenkfeier statt (4. Tag des 24 Sortierung Nachdruck verboten Die gesiedete Schlange ^omon von Edgar Wallace. Wahrend der vergangenen Iahre hatte Crewe fast ganz vergessen, daß ein solcher Mann wie Lane überhaupt existierte, hatte vergessen, daß in der Abgeschlossenheit eines düsteren Gefängnisses mitten im Mvorlande jemand lebte, dem er das größte Änrecht angetan hatte, das man einem anderen überhaupt nur antun kann. Schon bevor sein Clerk ankam, hatte Crewe ein Dutzend Briese ge chrieben, die Instruktionen für seine Beauftragten an der Börse enthielten. Drei bis vier Tage würde es aber dauern, bevor er seine großen Bestände an Bankpapieren zu Delde machen konnte. Sie der Bank verpfänden, wm:e viel leichter gewesen, aber Banken nahmen nidjt gerne Spekulationspapiere, und es war deshalb doch besser, alles zu verkaufen. Sein Be- sitz an Effekten war gerade nicht so groß, daß der Verkauf irgendeinen nennenswerten Einfluß auf die Kurse der Papiere ausüben würde, denn die Börse war zu der Zeit gerade sehr fest und aufnahmefähig. Crewe zählte alle Summen zusammen und war von dem Endresultat sehr befriedigt. In diesem Augenbück brachte der Clerk Peters Visitenkarte herein. Zuerst hatte er die Absicht, eine Unterteilung mit ihm abzulehnen, aber er war ebenso begierig, Neuigkeiten zu hören wie Peter selbst. Er räumte,deshalb die Papiere vom Tisch und sagte dem jungen Mann, daß er den Zeitunas- reporter hereinführen sollte. „Nehmen Sie, bitte, Platz und bedienen Sie sich mit einer Zigarre," sagte er zu Peter und unbefangen zu erscheinen als möglich. „Ich bin allerdings sehr beschästiat und kann Die nur für Minuten lang sprechen. Was bringen (5te für neue Nachrichten über die gefiederte Schlange? Gr war sehr redselig, aber Peter Börte einen unterdrückten Argwohn aus seiner Stimme. Man konnte ihn nut einem Bösewicht vergleichen, der erchttmnig über bm Tod spricht und doch inner- üch dabei zittert. Peter ließ sich nicht täuschen. Er sah, daß sich alle Eindrücke des furchtbaren Schreckens, der plötzlich vier Menschen erfaßt hatte, bei Crewe summierten und häuften Far- mtt war bereits dem Tod zum Opfer gefallen und Paula Ricks hatte fluchtartig das Land verlassen müssen. „Es gibt nichts Neues. Die werden doch ver- mutlich Ihr Zeugnis bei der Totenschau abgeben { ®retoe sah ihn groß an. „Q3ei der Totenschau?"' stammelte er. „Weshalb sollte ich denn dorthin gehen? Ich hatte gamj vergessen, daß eine Totenschau abgehalten wird. Was soll ich denn dort?" „Sie sind doch der Hauptzeuge! Ich dachte, Sie wären schon vorgeladen. Ich bin gespannt, was der Richter bei der Totenschau sagen wird, wenn er erfährt, daß Mrs. Paula Staines in solcher Eile außer Landes gegangen ist." Erewe machte ein verzweifeltes Gesicht und sah Peter Dewin ungläubig an. „Außer Landes gegangen?" wiederholte er. „Mas meinen Sie damit?" „©ie ist mit dem Expretzzug heute morgen nach Vlissmgen abgefahren. Änd in der Tat kann ich sie nicht tadeln. Ich hoffe, daß sie eine glücklichere Äeberfahrt hat als ehedem ihr Vater." Er behielt Crewe scharf im Auge, während er sprach und bemerkte, wie seine Gesichtsfarbe wachsbleich wurde. „Ich kannte ihren Vater nicht." Sie haben den großen Ricks nicht gekannt?" höhnte Peter. Der Mann war plötzlich wie vor den Kopf gestoßen, und seine Stimme klang schrill und heiser, als er jetzt sprach. „3ch weiß wirklich nicht... Ricks... ich dachte immer, sie hieße Staines..." begann er. „Ich wünschte nur, Sie wären nicht immer so verteufelt geheimnisvoll, Dewin." „Ihr Name ist Ricks — Paula Ricks — sie war die Tochter des Falschmünzers Ricks, der sich vor einer Reihe von Iahren selbst das Leben nahm. Niemand weiß das besser als Sie Mr. Crewe." ' „Sie hat das Land verlassen, sagen Sie? Sind Sie dessen auch sicher?" Leicester vermied ir- gendwelchss Auseinandersetzung, die seine Wahrheitsliebe auf die Probe stellen konnte. . »2ch sah es selbst", sagte Peter. „Ich hatte irgendwie das Gefühl, daß sie heute abfahren wurde und ging zum Bahnhof, um die Zuge zu beobachten, die Anschluß an die Dampfer haben — mit dem ersten ist sie abgefahren." jSne wird nach Paris gereift fein.“ Peter schüttelte den Kopf. -^^Ä^6.en wäre ein großer Ämweg nach Pa- ris. Obgleich ihr Zug sogar Verbindung zu dem Dampfer nach Boulogne hat, ist ihr Gepäck nach Holland aufgegeben worden." Erewe dachte sehr schnell. „Ich erinnere mich nun — sie sagte, daß sie für eine Woche verreisen wolle —“ bin^^^er dem Portier in Buckingham Gate fur mindestens ein Iahr n r*l X6 '^..Entgegnete Peter ruhlg. „Sie brauchen sich darüber gar keinen Illusionen ,2y en( - Miß Ricks ist endgültig und fü? immer fortgegangen, und ich weiß, daß ein einziges kleines Wort sie aus dem Lande getrieben hat." „Ein kleines Wort?" Peter nickte. „Ein merkwürdiges, kleines Wort — aber es hat eben diesen Erfolg gehabt. Ich bin nur gespannt. ob es auch Sie schrecken wird." Gr lehnte sich an einen Stuhl, seine Arme ruhten auf der Lehne. Sie sahen sich beide scharf in die Augeg. „Dazu gehört aber schon ein sehr starkes Wort, um mir Furcht einzuflößen", sagte Leicester Crewe gelassen. Peter nahm einen vollständigen Wandel bei dem Mann wahr. Früher schien er ein farbloser, mehr oder weniger uninteressierter Mann zu sein. Er hatte Manieren, Sprache und eine gewisse Lebensart angenommen, wie sie erfolgreiche Geschäftsleute haben, die von ihrem Beruf stark in Anspruch genommen werden und nur eine oberflächliche Kultur und Bildung besitzen. Aber in den letzten achtundvierzig Stunden war diese Kulturschicht von Crewe fast ganz abge- fallen, und bestimmte häßliche Züge seines Charakters zeigten sich immer deutlicher. Er war gewöhnlicher, und seine Stimme hatte den rauhen Klang eines Slraßenhändlers. Von dem vornehmen. Hausbesitzer hatte er sich in den Typus des kleinen Winkelspetulanten zurückverwandelt, der er früher gewesen war. „Ich will einmal offen mit Ihnen reden, junger Mann", begann er. „Ich habe jetzt genug von all Ihrer Geheimniskrämerei — verstehen Sie mich? Ihr Zeitungsleute nehmt euch zuviel heraus. Aber die Sache kann Ihnen schlecht bekommen, wenn Sie sich nicht höllisch in acht nehmen. Ich weih nicht, wer Ioe Farmer ermordet hat, aber wenn Ihr kleines Wörtchen irgend etwas mit gefiederten Schlangen zu tun hat, dann mochte ich Ihnen nur raten, Ihre Zeit nicht nutzlos bei mir zu verschwenden, Sie können mir keine Furcht einjagen." „Mrs. Staines —" begann Peter. „Zum Teufel mit Mrs. StainesI" schrie Crewe. „Cs ist mir furchtbar egal, ob sie hier im Lande ist oder nicht. Ich will auch nicht sehen, was Sie mir zeigen tonnten“, sagte er verletzend, als Peter seine Hand in die Tasche steckte und einen Brief herauszog. Aber der Reporter ließ sich nicht verblüffen, sondern entfaltete das Papier. „Diesen Bries habe leb heute morgen mit der ersten Post erhalten , sagte er langsam. „Es ist ein maschinengeschriebenes Dokument und trägt weder Unterschrift noch Adresse." Er legte das Blatt auf den Tisch und drehte eS um so daß Leicester Crewe eS sehen konnte. Widerwillig las et: „Leicester Crewe (oder Lewston) siehe die Akten der Londoner Gerichtssitzung unter dem Olamen Lewston Februar 1905, oder Polizeiblatt vom 14. Februar 1905, S. 3, Spalte 2. Ella Creed. Ioseph Farmer, siehe die Polizeiakten von Maryleboae Iuni 1910. Ebenso die Peddington Times vom 22. Iuni 1910. Aame Farmster geb. Lewston." „Run, was soll das?" fragte er, nachdem er das Schriftstück gelesen hatte. „Ich habe heute morgen schnelle Erkundigungen eingezogen. Sie heißen Lewston. Miß Ella Creed ist Ihre Schwester. Sie heiratete Farmster oder Farmer im Alter von siebzehn Iahren. Sie sind zweimal verurteilt worden, einmal wegen Versicherungsbetruges und einmal wegen betrügerischen Verkaufs wertloser Aktien. Sie entgingen einer früheren Verurteilung wegen Falschdrucks englischer Banknoten, denn es befand sich ein Formfehler in der Anklage. Ihre Schwester und Farmer wurden vor dem Gericht in Maryle- bone wegen Hehlerei angeklagt. Sie scheinen aus einer unternehmenden Familie zu stammen." Leicester Crewe biß sich auf die Lippen. „Was wollen Sie damit sagen? Wollen Sie etwa mir die Schuld zuschieben?" Peter lächelte. „Wenn dies eine höfliche Frage sein soll, ob ich Sie anzeigen will, so sage ich stein." Crewe betrachtete das Papier wieder, wandte es um und hielt es gegen das Licht. „Es wäre mir sehr gleichgültig, auch wenn die ganze Welt dies über mich wußte", sagte er barsch. „Ich besinne mich auf ein kleines Gedicht, in dem ein Mann selbst bei seinem Tod sich noch erhebt, um sich zu bessern. Es ist kein Verbrechen, in der Welt vorwärtszustreben. Änd Sie würden nicht einen Pfennig von mir erhalten. Das müßten Sie besser bei Ella versuchen. Ich nehme an, es ist Ihre Absicht, dies alles bei der Totenschau vorzubringen, um sich eine Sensation für Ihre Zeitung zu verschaffen?" „Das habe ich nicht vor." sagte Peter sanft. „Wenn ich eine gute Geschichte entdecke, pflege ich sie ganz für mich zu behalten. Sie können Ihr Gemüt von dem Druck befreien daß ich Sie anzeigen will. Ich werde es nicht' tun. Ich versuche nur, ein großes Geheimnis zu entschleiern und hoffe, daß Sie mir dabei behilflich fein werden." Der Mann sah ihn düster an. „Was ist denn das für ein Geheimnis?" fragte er mit belegter Stimme. „Die Geschichte von Gucumatzl" sagte Peter bedeutungsvoll. Ä Dicht ein Muskel bewegte sich in Crewe* Gesicht. Aber er verfärbte sich, wurde erst tnmleLe rot und dann wachsbleich. (Fortsetzung folgt) «Mhi i, •Sfe. 0 M 25 ^,,7^"' &# « >bi/' '°b,i, äÄ soK^k, rK-°! UdSAtz eit. SIui LL7? j' in[ DereinSlokal. •■fet ;~ää Iah. iS ^einL« eMrwwin: Ler. W\M - De^ iamnilung, 20.15116» lch geliebt“. - MitDtlf- unb hast. ’für Sonntag. n.30bif ilpr. .Die andere « ^negigräbetfir* M Thema- .Arie- p Uhr, im Drohen !>cht!pielhauS Dchn- 3 nTilh hab ich ge, ■ Wtur-Ume statt i< Tag d/S 05, 6.3, Spalte 2. mCr siche die Pott- Imi 1910. Ebenso l0mu22.3um 1910, agte er, nachdem er e. SS® S'-SZ Äi* «SÄ ■'! Xfin Mryle- K^ßie scheinen 3h® uf die Lippen- f,gm? 61* en- , Sraae ft £*•* is Lieht- B chß^L./« sagte ct -ich Wicht, f elntlAsich noch se-nein.^^ Der- öS „En. Und Ella ver- t*jg# chte entdA '^eN .halten-. ich bÄ? -«-»r »aamerfPielzyriuS zusammen mit dem Goethe- Nuav) Gedenkworte unb Spielleitung Dr. Karl niu u r. Die Rolle der Geliebten spielt m bufer ^isführung Trübe Heß. AbendS 6 Uhr: 12. 'Thrffübrung von Eherrisfs »Die untere Seite . 24 Anstellung gastiert Herr Reinhold Hauer. Stadttheatcr Oberhausen, alS Stanhope. -Personalien. GS würben ernannt: der «xtvatbo-ent Dr. Haralb Geppert zu Drehen »um «überplanmäßigen außerorbentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät ter Lan- deSuniverfität Giehen: - ber Diplomlehrer ßub- ♦iria Wager an ber kasmännischen Abterlung der Fortbildungsschule au Giehen zum Diplom- sehrer an ber kaufmännischen Mteilung ber Fortbildungsschule zu Wainz mit Wirkung vom 28 April 1930 ab; — ber Lehrer Karl Löffler au« Engelrod, Kreis Lauterbach, zur Zeit kommissarisch an ber Tollsschule zu Ossen^rm. KrerS Friedberg, zum Lehrer an dieser Schule mit Wirkung vom 1. April 1930 ab. •• Schuh dem Enzian auf den Rödger Diesen! Kaum sind die blauen Blümchen dem Diesengrün entsprossen, so sind auch schon die Sammler am Werke, um die letzten Reste dieser seltenen Liszeitblume mit Stumpf und Stiel aus* * zurolten, indem sie die armseligen kleinen Sträutz- chen nach Giehen zum Verkauf bringen. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Wiesen geschlossen sind und jeder, der bei dem ermahnten Sammeln betroffen wird, sich strafbar macht. Greifen hier nktf bato R»turschutzbestimmungen ein, so verschwindet mit dem Frühlingsenzian bei Rod- gen ein Naturdenkmal, das Jahrtausende überdauerte, im Zeitalter der Naturfchichbestrebungen für immer. ”• * D i e Museen sind morgen Sonntag yi gewöhnlichen Preisen geöffnet. • • Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des achten (letzten) Abschnitts des Stadttheater-AbonnementS betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Interessenten besonders Hinweisen. " Kanalisationsarbeiten in den E i ch g ä r t e n. Ungefähr 30 Arbeiter, zum größten Teil ausgesteuerte Erwerbslose, werden augenblicklich vom städtischen Tiefbauamt bei den Kanalisationsaebeiten für die neuen Straßen in den Eichgärten beschäftigt. In einer Länge von rund 160 Meter werden Rohrleitungen in ber geplanten Fortsetzung ber Roonstraße gelegt. Die Arbeiten gestalten sich zum Teil recht schwierig da man hier schon in ganz geringer Tiefe auf Grundwasser stößt. Wegen dieses Bauvorhabens mußte auch ein Teil des Hauses, das dem Gießener Eisverein gehört, abgerissen werden. •• Zur Richtigstellung. In dem Aussatz .Der Werklieferungsvertrag" von Dr. Karl Werner in Ar. 81 unseres Blattes vom S. April (Sonderfeite »Das Recht im täglichen Leben") ist ein sachlicher Fehler unterlaufen, bet hier richttggestcllt werden folL Im ersten Absatz deS Artikels wird als Beispiel des Werk- lieferungSbertrage« der Auftrag an einen Schneider bezeichnet, einen Anzug, einen Mantel oder ein sonstiges Kleidungsstück aus einem Stoff Herz u stell en, den der Kunde ihm bringt. Gerade in dem Falle aber, wenn der Besteller den Stoff liefert liegt nicht ein Werklieferungsvertrag, sondern ein reiner Werkvertrag vor. ” Die Duchdruckerfachklassen an ber gewerblichen Beruf ss chule zu Gießen. Das Kreisschulamt Gießen gibt im neuesten Amtsverkündigungsblatt folgende.Verfügung an die Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises bekannt: .Der Fachunterausschuß für bas Lchrlingswesen im Buchdruckgewerbe in ber Provinz Oberhessen hat sich an uns gewandt mit dem Anträge, die Sammlung aHer Buchdruckerlehrlinge Oberlessens zu Fachlla fen (vier Jahrgänge) an der beruflich gegliederten Fortbildungsschule zu Gießen in die Wege zu leiten. Der §err Minister für Kultus und Bildungswesen hat unserem en: brechenden Anträge statt- gegeben unb den Besuch der Buchdruckers ach- fiaffen zu Gießen für alle Buchdrucker- unb Schriftsetzerlehrlinge Obers essens für verbindlich erklärt (Vfg. K. M. II 9459 vom 7. Dezember 1929). Die Regelung tritt mit Beginn des Schuljahres 1930/31 in Kraft. Wir empfehlen, hiernach das Erforderliche zu veranlassen." •• Kulturfilme im Lichtspielhaus. Am morgigen Sonntag, 13. d. M., vormittags 11.15 Uhr, findet im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, eine Frühvorstellung statt, in der zwei Kulturfilm« gezeigt werden: „®aä unbekannte DariS , ein Film, ber die Impressionen eines MalerS vorführt, und ber Film „Oluf griechischen Rundfunkprogramm Eßt mehr Roggenbrot! Verlangen Sie bitte Probedose und Broschüre .Ratschläge eines Arztes“ kostenlos durch die Deutsche A. G. lür NESTLE-Erzeugnlsse, Berlin W 67, Reg. Für ein Vöglein Im Nest Ist die Wärme das Best’, Für ein Kind ganz bestimmt, DaB es Nestlemehl nimmt Dieses Wort gilt sdion seit Jahrzehnten, wie Tausende von freiwilligen Dankschreiben zufriedener Mütter bestätigen. In seiner jetzigen Zusammensetzung schüfctNestle'sKindermehl Ihr Kind auch vor der englischen Krankheit Aus dem Amtsverkünditzungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 27 vom 11. April enthält: Die Erhebung der Kurabgabe und Dadegelder in Bad-Aau- heim. — Vergütung für den nebenamtlichen Handarbeitsunterricht in der Volksschule. — Die Buchdruckersachtlassen an der gewerblichen Berufsschule zu Gießen. — Iahresberichte der Schulen. — Dienstnachrichten. Meeren", in welchem die Schönheiten der uralten Heimstätten europäischer Kultur im Bilde vorgeführt werden. Iugendliche haben Zutritt. (Roheres in der heutigen Anzeige.) •• 7 0 0 Affen reifen durch Gießen nach Hamburg. Einen seltsamen Transport konnte man am gestrigen Tage auf dem hiesigen Bahnhof in einem Eilgüterzug beobachten. In einem großen ausländischen Wagen waren 700 kleine lebende Affen verladen, die über Genua aus Indien kommend nach Hamburg bestimmt waren. Die Zuschauer, die sich bei dem Gequietsch während der Fütterung um den Wagen versammelt hatten, hielten sich wegen der nicht verlockenden Düfte in angemessener Entfernung. Dem Vernehmen nach waren die Affen für den Tierpark Hagenbeck in Hamburg bestimmt, wo sie aber zum größten Teil wieder für Krankeninstitute abgcsetzt werden sollen. •• Allerlei Diebstähle. Der Polizeibericht teilt mit: Aus einem ©arten in der Rühe ber Bootshäuser ber Rudergefellschast und aus einem Garten im Heegstrauch (Aizzagrund) wurden einige Rosenhochstämmchen, von einem Haufe der Frankfurter Straße ein Sarotti- schnitt durch die europäische Musik feit Mozart. 1900 biS 1910. 22.20: Don Stuttgart: .Am Brun- nen vor dem Tore". Heitere Schallplattenplauderei von Carl Struve. Mittwoch. 16. April. 12.30 ilßr: Schallplattenkonzert: Geistliche Musik (Messen und Marienlieder). 15 bis 15.50: Don Stuttgart: Stunde der Iugend: .Ostern". 16 bis 17.45: Don Stuttgart: Aachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: .Drei Schwestern schreiben ihren Roman" (Elisabeth. Charlotte, Rimily Ronde), Dortrag von Oberstudienrat Dr. Ph. Krämer. 18.35: Don Stuttgart: »Ver- schollene Vorläufer", 3. Vortrag von Professor Hans Philipp Weitz, Berlin. 19.05: Von Stuttgart: »Iagd bei Aaturvölkem", Vortrag von Dr. R. Pfaff, Giesberg. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters: Aus der Musik zu Richard Wagners Parsifal. 20 30: Von Stuttgart: Leben in dieser Zeit. Hörspiel von Erich Kästner. Musik von Dr. Edmund Rick. 21.45: Berühmte Lieder in zweierlei Gestalt. Donnerstag, 17. April. 12.30 älhr: Schallplattenkonzert: Gregorianischer Choral. 15: Stunde der Iugend: 1. Aus dem deutschen Märchenborn-, 2._ Eine Rosegger- Stunde, vorgetragen von H. Müller-Rüdersdorf. Der'in: Tiergeschichten. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Bad Homburg: Konzert der Kurhaus- kapelle Bad Homburg. 18.05: Zeitfragen: .Ostern in Jerusalem", Vortrag von Dr. Alfons Paguet. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Von Gtuttaort: Elsässische Komvoniften-Stunde. 20.30: Von Stuttgart: Miserikordias Domini. 22: Von (Stuttgart: Diolinsonaten. Freitag, 18. April. 8.30 llhr: Aus der Adventskirche, Kassel: Morgenfeier ber Lutherischen Gemeinde. 11.30: Am Krater deS Vesuv, Mikrophonrepor.tage. 12 bis 12.30: „Buch und Film". 12.30 bis 13.30: Schallplattenkonzert: Geistliche Musik (Ioh. Seb. BachV 14- Don Stuttgart: Stunde der Iugend. 16 Don Stuttgart: Passionsmusik. 17.15: Pompeji, Mikrophonführung durch die Ausgrabungen. 18: Aus dem Großen Saal des Saalbaues Frankfurt a.M.: Matthaeus-Passion (Ioh. Seb. Dach). 21.45: Feierstunde. Samstag, 19. April. 13: Schallplattenkonzert: Sz-men aus »Par- sifal" (Richard Wagner). 14 bis 14.50: Stunde der Iugend. 1. .Don Frau Ajas Feiner Freundin Bettina", Dortrag von Frau Dr. Iosephine Rumps-Fleck. 14.25: 2. Aus dem deutschen ßie- derkranz, Lieder- und Musikvorträge von Schulen. 16: Konzert. 17.30: Die Katakomben an der Via Apvia in Rom, Mikropbonführung. 18.05: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung- „Das Reue Testament und die soziale Frage". Vortrag von Ekse Zurhellen-Pfleiderer. 18.35: Stunde der Arbeit — ..Die pshchologlsche Wirkung langer Arbeitslosigkeit", Unterredung von Dr. Mestih mit einem Arbeiter und einem Angestellten. 19.05: Spanischer Unterricht. 19 30: Von Stuttgart: Messe in dl-Moll, Ioh. Seb. Bach. 20.45: Von Stuttgart: »Orpheus", ein Spiel von Hans Heinrich Ehrler. 22: Cßon «Stuttgart: Schallplattenkonzert. vorstehende Lehrgang umfaßt folgende Unter* richtsgebiete: evangelische Lebenskunbe, Well- anschauungSIunde, Erziehungslehre, Gesellschaftskunde. Deutschkunde, Kunstbetrachtung. Gesund» heitslehre. Einen breiten Raum nehmen auch Hauswirtschafts- und Handarbeitsunterricht ein. Ein zehntägiger Kranken- und Säuglingspflebekurs, der von einer Schwester geleitet wirb, fugt sich in den Gesamtlehrgang ein. Die Schule arbeitet auf evangelischer ©runblage und wird geleitet von Pfarrer Petri, Hohenfolms. Die Teilnahme am Vollshochschullchrgang soll die Schülerinnen geistig und praktisch fördern, zugleich aber möchte sie auch dem Reiferwerden deS ganzen Menschen dienen. Die Aufzunehmenden sollen in der Regel im Alter von 18 bi- 25 Iahren stehen. Anmeldungen werden möglichst bald erbeten. Sie sind zu richten an die Heimvolkshochschule Hohensolms (Kreis Wetzlar). Man beachte die heutige Anzeige. •• Zuchtviehversteigerung des Land- wirtschastskammer-Ausschusses. Am Mittwoch, 23. April, vormittags 11 Uhr, findet in Lauterbach die zweite große Zuchtvieh- Versteigerung des LandwirtschaftSkammer-AuS» fchufses für Oberhessen in diesem Iahre statt. Zur Versteigerung sind — wie man unS schreibt — rund 70 Bullen der Hess. Fleckviehrasse gemeldet, die vorwiegend aus den bekannten Hochzuchtgebieten der Kreise Lauterbach und Alsfeld stammen. Bei einer größeren Anzahl dieser Bullen stehen die Mütter unter Milchleistungskontrolle. Die Zuchtviehversteigerung ist eigene Veranstaltung des Landwirtschastskammer- Ausschusses für Oberhesfen, auf welcher nur in das Herdbuch Eingetragene und zur Versteigerung zugelassene Fabeltiere aufgetrieben werden dürfen. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften ist hier beste Gelegenheit geboten, ihren Bedarf an wertvollen Zuchttieren zu decken. Man beachte die heutige Anzeige. •• Dogtfche Handelsschulen Gießen- Herborn. Wie man unS berichtet, besuchten den Tages-Vollunterricht in den Dogtschen Handelsschulen Gießen-Herbom während des Schuljahres 1929/30 über 320 Schüler und Schülerinnen. Davon gehörten die meisten zwei- unb einjährigen Kursen an, nur wenige besuchten noch den Halbjahr^slursus. Die Prüfungen am Schlüsse des Schuljahres zeitigten burchschnitllich gute Ergebnisse. Man kann hiernach auch bas Schuljahr 1929/30 als einen weiteren Fortschritt ber Schule bezeichnen. Der Unterricht wurde während des Berichtsjahres von fünf Diplomhandels- lehrern und vier Fachlehrern erteilt DaS neue Schuljahr beginnt am 1. Mai 1930. Vier Tiittelmeerreifen derHam - burg-Süd im Iahre 1 930 werden im Anzeigenteil uinseres heutigen Blattes angekündigt. Die Reisen werden mit dem Motorschiff „Monte Olivia" auSgeführt und sollen im Laufe des Frühjahrs und Sommers vor sich gehen. Interessenten seien auf die Anzeige besonders aufmerksam gemacht. 1 1 automat und von einem Messestand ein Karton mit 18 kurzen bunten Damenschirmen entwendet Personen, die sachdienliche Angaben über das Diebesgut und die Täter machen können, werden gebeten, ber Kriminalabteilung Nachricht zu geben. •* „Da s aIf o ift ein d eutscher Soldat!" Ein Leser schreibt uns: Mein kleiner 7jähriaer Enkel aus dem besetzten Gebiet, der bisher nur fremde Truppen gekannt hat, erblickte gestern beim lieber* schreiten des Drandplatzes die Schildwache vor der Kaserne. Als er verwundert zu feiner Mutter auf* blickte und diese ihm die Aufklärung gab, rief «r aus: „Das also ist ein deutscher Soldat!" Welche Tragik unserer Jugend im besetzten Gebiet liegt in diesen Worten! * Sommerlehrgang für Mädchen in der Heimvolkshochschule Hohensolms. Man schreibt uns: In Schloß Hohensolms (Kreis Wetzlar) beginnt am 5. Mai wieder ein dreimonatiger Volkshochschullehrgang für Mädchen, der bis zum 4. August läuft. Die Lehrgänge der Volkshochschule wollen jungen Mädchen helfen bei ihrer Vorbereitung auf die Aufgaben, die sie als Frau im heutigen Leben erwarten. Der be- Sonnlag, 13. April. 7 biS 8.15 älhr: Von Hamburg: Hafenkonzert 8.15: Morgenfeier, veranstaltet von der (SüaugcL Landeskirche Frankfurt a. M. 10: Orgelkonzert. 10.30: »Warum wird die Schülerin Amanda aus ber Volksschule in die Hilfsschule überwiesen?" Vortrag von Hilfsschullehrer KrebS, Wiesbaden. 11: Elternstunde: »Was Eltern denSchulansängem beibringen sollten und was nicht", Vortrag von Rektor E. Pabst. 11.30: »Probleme der Verkaufs- befchulung, insbesondere die Einzelhandelssach- klasse für angehende Verkäuferinnen", Vortrag von Direktor Etzel der Städtischen Handelslehr- anftalt II, Frankfurt a. M. 11.50: Von Koblenz: Feier anläßlich ber ileberfüßrung der Fahnen des 8. Armeekorps. 13.40: »Händels »Belsazar" auf der Opernbühne", Vortrag von Dr. Graf. 14: Stunde der Iugend: Dollar Dolittles Abenteuer. 1. Die Reise nach Afrika. 15: Stunde des Landes. 16: Don Arheiligen: Stunde des Chorgesangs. 17: Don Stuttgart: älnterhaltungslonzert des Rundfunkorchesters. 17.30: Stunde des Rhein- Mainischen Derbandes für Dolksbildung: »Deutsches Dolk und deutscher Staat", eine Betrachtung von Proses'or Dr. König, Gießen. 18: Don Wien: Fußballspiel Riederösterreich - Süddeutschland. 18.20: »Die Porza", Dortrag von Werner von Alvensleben, Berlin. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Klavierkonzert. 20.30: Don Berlin: Bunter Abend. 22: «Schallplattenkonzert. 23.20 bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 14. April. 12.15 ilßr: Schallplattenkonzert: Paul Lincke. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18.05: »Lehrer und Schüler von heute", Vortrag von Heinz Monzel. 18.35: »Die Fliege als Krank- heitsübertragerin", Vortrag von Märta Marquardt. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Aus dem Großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. Olt.: Außerordenll. Sinsoniekonzert, Deet- hovenabend. 21: Zeitberichte. 21.40: »Auseinandersetzung über den Sprechchor von heute", Gespräch zwischen Alfred Auerbach, Dr. Buch und Lektor Roedemeher unter Mitwirkung des Sprechchors des Kulturkartells ber modernen Arbeiterbewegung. Dienstag, 15. April. 11.30 bis 12 älhr: Vom Frankfurter Dom: Gespräch mit dem Turmwart anläßlich feines vierzigjährigen Iubiläums. 13.30: Schallplattenkonzert: Wunschkonzert. 16: Hausfrauen-Rach- mittag beranftallet vom Frankfurter Hausfrauen- verein. 16.50: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen-Rassau und Waldeck: „Kampf dem Modediktat", Vortrag von Hedi Knoll. 17.20: Tanzmusik. 18.05: »Probleme der Rundfunkarbeit", Gespräch zwischen Ernst Schoen und Heinz Monzel. 18.35: Von Stuttgart: »Als deutscher Werkstudent in Rordamerika", Vortrag von Dipl.-Landwirt Walter Feuerlein, Ulm. 19.05: Von Stuttgart: „Verschollene Vorläufer", 2. Vortrag von Prof. Hans Philipp Weih, Der- lin. 19.30: Eine Stunde Frankfurter Dialektdich- tung: - Rapoleon in der Knallhitt. Sin beinahe historifches Lustspiel von Dr. Geisow. Danach: „Lustig Gebabbel". 20.30: Von Stuttgart: Quer- kW w 1 BEtSL Treffen Sie ihre Wahl nicht, ohne Mercedes-Benz geprüft zu haben! BM. 11500(ab Werk) Mercedes-Benz Typ „Mannheim66 (i i/*o ps> Der mittelstarke Sechssitzer-Wagen von Weltklasse. Niedrige Preislage. — Vollendete Fahreigenschaften. Leistungsstarker Sechszylindermotor — abnehmbarer Zylinderkopf — siebenmal gelagerte Kurbelwelle — Saugrohrheizung — Luft-, Brennstoff- und Ölfilter — 12-Volt-Bosch-Dynamozündung — Niederrahmen-Fahrgestell — vollautomatische Zentralschmierung ■ Spezial* Vierradbremsen - hervorragende Federung. 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Fernsprecher 3659. 17GD 29870 ländern. 02437 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ™ OSTERFEST / für Damen und Herren 3000D 2914 A i fi•■> Die Beerdigung findet am Montag, den 14. April, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Heute abend entschlief sanft infolge eines Herzschlages unsere liebe Schwester und Tante Heinrich Bierau II. Familie Emst Bierau Familie Heinrich Braun Für Ihr Auto^^ f5chwämme\ Autoleder in hervorragender Qual, i Drog.Winterhoff y Kreuzplatz 10 J modern — und doch niedrig im Preis; elegant — und doch strapazierfähig. tötet Motten Durch D. R.p. geschützt Grofeen Buseck Gasthans zum Scliwanen Bes. August Gerlach Eigene Apfelweinkelterei Fronhausen (Lahn), 11. April 1930. Die Beerdigung findet am Montag, dem 14. April, 14 45 Uhr statt. ___30100 Frau Svrnck, («rosten - Vtnbcit, Bancrnmiiblc. EiilMsvvlke mit S Tonnen» Schnellastwagen ver Anfang nächste Woche leer von Frankfurt a. M. """ Otto Pflüger Lteinstrastc 63 Telephon 3169 Fritz Schulz jun. A*G, Leipzig Schuh haus Bernhardt Gießen / Schulstr. 10 In tiefer Trauer : Frau L. Rühl Witwe Familie II. Westecker. Unsere Hauptpreislage: 850 1050 1250 1400 1650 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Boller Auskünfte inRecktv», StraEFamil.-Ange- legenvelten, Gesuche, Bertrage, Beobach- lungen. Uebermachg. und Ermittlungen vreiSw^ streng diskr. n. an all. Orten ert. n. ^erledigt Detektiv- Bnrean-n.Acsknnitel luh.K.Gerx, Bail-Nea- helm.Knretr.17. 16,9 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Heimgange unseres Heben Entschlafenen erwiesen wurden, danken wir herzlichst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fran Anna Neurath Wwe. Seb. Plauz. Klein-Linden, den 12. April 1930. Kräftige Bnschrosen ver ich. Färb. u.Sort. l0St.Mk.3-. 25 5t. 6.7ö, 50 St. 12—, 100 St. 20.—, geg. Nachnahme, Bervack frei. 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April, nachmittags 3y2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Kpalloss^ WderK schrieben:,.^ iW« li Ä chZ r-'sz- s-- Mtt-s ' nicht ousgea» ' tollen der letz! ipr djenöen fr»1 Inder flugenbhrff gründet. e" kosten des langt’ zuberü-kfich"gen. Wrz Men Zins ohne daß >e ub bisher folgten- I zur Zeit noch ° briefjinfen ertenr langfam oonftalte lagcjinfen tönnle deuten, daß sich - leil des Realttei Zinsobbau am_ würde die erwü geförbert, fonben nachhaltigen markt, wozu in Vfanbbtlefl hkrabfehuna der antworien. Die S datzeM mvgiichi verbänden der 1 IGEHA SPAR-UHR der oom Sn Zu beginn b an der Börse sej Entspannung, ui Ausmaße zu Dci obwohl ungünstij nen |o großen lli «ingang erheblich lange vernochläs|i mhr Interesse 31 Ken Unternehm Rttung gelange minsaktien lag über Parität. Al di» Vordergrund Mn Atu ge(ud oon der Festigtei auch das Geschä bVwb urr der tutlid) hallen den. Der (Brun traft erkennen, Momente oolll nur oottlitbafti Dor allem h Wogung un t,nf9e günstige 2 der 3ufun| We sich miete otiien bemerfbar ^!"nehr enbqül gelegenljeil ftä die |reun i;-tauftommen flen Erlediguna in ^r i Willi wurde von seinem lebenslänglichen, qualvollen Leiden im Alter von 34 Jahren heimgerufen. Geschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter ■__. — ... . _ Brief Umschläge bei Bruhl, Schulstraße 7 Große Aachlaß-Verfteigemng kommen zum Ausgebot: 1 a. Schränke, wasch- und Nachttische, eine Kommode, Stühle verschiedener Form BrnnhfX “p« Sosas, Nähmaschinen, eine Brandkiste, Rampen; sodann eine Chaiselongue, ein äSiESLi3roci Aerzleschränke, Polster- und Holrsessel. Uhren, ein emaillierter Herd, ein fast neuer Kinderwagen (modern), ein Dauer-holzbrand Aörster^ ofen; ferner. Vekten Spiegel, ein Gasherd, Porzellan-, t Uilder, sowie eine goldene 3nnhfrSnf<6Ct fno& ?ingc’ dnc alte Bibel, geschn. Jagdstocke, Kleider, Schuhe u. v. o H J Besichtigung ab 11 Uhr. Versteigerung bestimmt. , L. Althosf gerichtlich beeidigter Taxator und Auktionator. Fuller- um! SpeisekarWu Ont lausend abzugcb. Zoh. Müller Babnbosstrastc3t». Tel. 3571. 02506 ^0 Zentner outed Wiesenheu AU verkaiisen. 0-’536 Adolf HiUebrccht Scheidemübre Grosten-Bnieck. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Heimgang unsrer lieben Entschlafenen Frau Marie Schepp geb. Mohr sowie für die vielen Kranzspenden, den Alters Kameraden des Kirchspiels Burkhardsfelden — Reiskirchen und Kirchspiels Wirberg und allen andern für die zahlreiche BeRleitun» zur letzten Ruhestätte sasren wir herzlichen Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Düll, Wirberg, für die wohltuende Seelsorge während ihres langen Krankenlagers und die trostreichen Worte am Grabe. Für die trauernden Hinterbliebenen: Saasen, 11. April 1930. Peter Schepp _____________________________________________3009D Dickwurz abAitgeben. 025.33 Bodhelmer Straße 60 Oickwurz abzugeben. Zentner 60 Pfennig. Pb. 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Es sind in der Tat, wie die Belebung am Markt der festverzinslichen Papiere zeigt, Anzeichen vorhanden, daß die Entspannung auf dem Kapitalmarkt allmählich Fortschritte macht. Man darf jedoch nicht übersehen, daß dies nur sehr zögernd geschieht und die Entwicklung des Reichsbankdiskonts keineswegs etwa durch innerdeutsche Kapitalmarktverhältnisse be- dingt war. Die letzte Diskontsenkung stand sogar, wie die Reichsbank ausdrücklich heroorhob, ausgesprochen unter dem Einfluß der ausländischen Märkte. Daran ändert auch die Flüssigkeit des Geld- Marktes nichts, die sich auf den Kapitalmarkt bisher nicht ousgewirkt hat. Wenn daher die Sparkassen der letzten Diskontsenkung mit einer ent- sprechenden Ermäßigung ihrer langfristigen Zins- sätze im allgemeinen nicht gefolgt sind, so liegt dies in der augenblicklichen Lage des Kapitalmarktes begründet. So erwünscht ein weiterer Abbau der Kosten des langfristigen Kredites ist, so bleibt doch zu berücksichtigen, daß die Sparkasien bereits Anfang März ihren Zinssatz für Hypothekenkredite senkten, ohne daß die übrigen Teilgebiete des Realkredites bisher folgten. Der Zinsabbau geht hier, wie die zur Zeit noch außerordenlliche Höhe der Pfand- briefzinsen erkennen läßt, verhältnismäßig sehr langsam vonstatten. Eine weitere Senkung der Ein- lagezinsen könnte daher im Augenblick leicht bedeuten, daß sich Teile des Sparkapitals gerade dem Teil des Realkreditmorktes zuwenden, bei dem der Zinsobbau am langsamsten fortschreitet', damit würde die erwünschte Realkreditoerbilliguntz nicht gefördert, sondern nur aufgehalten. Erst bei einer nachhaltigen Besserung am Kapital- markt, wozu in erster Linie eine Senkung der Pfandbriefsätze gehört, läßt sich eine weitere Herabsetzuna der Einlagezinsen bei Sparkassen ver- antworten. Die Senkung der T e r m i n g e l d e r soll dagegen möglichst bald durch Verhandlungen mit den Verbanden der privaten Geldinstitute erreicht werden. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Zu Beginn der Benchtswoche war die Tendenz an der Börse fest. Man begrüßte die innerpolitische Entspannung, und die Kulisse schritt iu größerem Ausmaße zu Deckungen. Das Geschäft konnte aber, obwohl ungünstige Nachrichten nicht Vorlagen, keinen so großen Umfana annchmen, da der Auftragseingang erheblich nachgelassen hat. Dem ziemlich lange vernachlässigten Montanmarkt wandte sich jetzt mehr Interesse zu, und hier ergaben sich, da bei einzelnen Unternehmungen höhere Dividenden zur Ausschüttung gelangen, recht erhebliche Gewinne. Stahl- vereinsaktien lagen seit langer Zeit wieder einmal über Parität. Aber auch Kunstseidewerte traten in den Vordergrund, besonders von holländischer Seite waren Aku gesucht. Auch die übrigen Märkte konnten von der Festigkeit einzelner Werte profitieren, wenn auch das Geschäft nicht so lebhaft war. Die Stimmung blieb unvermindert freundlich, doch trat in Reaktion der ziemlich starken Aufwärtsbewegung auf Gewinnmitnahmen eine Abschwächung ein. Natürlich hatten Spezialaktien stärker darunter zu leiden. Der Grundton der Börse ließ gute Widerstandskraft erkennen, da auf der anderen Seile ungünstige Momente vollkommen fehlten. Es lagen vielmehr nur oorttilhafte Nachrichten vor. Dor allem fanden die internationale Geldmarktverflüssigung und die festen Auslandsbörsen, sowie einige günstige Wirtschaftsberichte, die eine Besserung der Zukunft prophezeien, rege Beachtung. Es machte sich wieder erneute Nachfrage nach Spezialaktien bemerkbar. Schiffahrtswerte konnten auf die nunmehr endgültige Regelung in der Freigabeangelegenheit stärker in Erscheinung treten. Später bekam die freundliche Stimmung jedoch durch erneut aufkommende Zweifel hinsichtlich einer baldigen Erledigung der Steuervorlagen einen starken Dämpfer, denn es kamen Zweifel auf, ob die neue Regierung infolge sich erneut ergebender Schwierig- keiten in der Steuerfrage von Beständigkeit fein könne. Das Geschäft schrumpfte wieder mehr zu- sammen, doch erhielt sich für Spezialitäten weiter einige Nachfrage. Die Kursrückgänge nahmen eigent- lid) nie größeres Ausmaß an, doch kamen später einige ungünstige Momente hinzu, so daß Kursrückgänge teilweise in größerem Umfange nicht mehr zu vermeiden waren. Dor allem verstimmte der starke Rückgang der Waldhofaktien, die insgesamt gegenüber den Kursen der vergangenen Woche bis zu 30 o. H. verloren. Auch in Rütgerswerke kam Material heraus, und im Einklang hiermit in Deutsche Erdöl; selbstverständlich wurden die übrigen Märkte hiervon ungünstig beeinflußt. Auch bei Rütgerswerke soll eine Dividendenreduktion vorgenommen werden. Dieses Papier verlor 9 o. H. Kunstseidewerte blieben im allgemeinen von der Umgestaltung der Tendenz fast unberührt. Aku lagen 8 o. H. fester, dagegen mußten Bemberg einen Verlust von 5 v. H. hinnehmen. Weiteres Interesie bestand aus den bekannten Gründen für Conti Gummi bei einer Besserung von 8 v. H. Zum Wochenschluh wurde die Tendenz wieder fteundlicher, da der politischen Lage wieder eine günstigere Beurteilung zuteil wurde. Die Kulisse schritt zu Rückdeckungen, doch konnte das Geschäft nur in Spezialaktien lebhafter werden, da der Ordereingang sehr gering blieb. Auf der anderen Seite lagen aber nur günstige Momente vor, die der Börse ein recht zuversichtliches Gepräge gaben. Vor allem fanden der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Reiche, die sehr günstigen internationalen Geldmarktverhältnisse, in deren Zusammenhang mit baldigen Diskantsenkungen in einzelnen Ländern gerechnet wird, und der ziemlich optimistische Wirtschaftsbericht der Dresdner Bank Beachtung. Es konnten wieder Kursgewinne erzielt werden, so daß die im Laufe der Woche eingetretenen Verluste zum Teil wieder ausgeglichen werden konnten. Stark hervortraten besonders Kaliwerte, die in Erwartung günstiger Abschluhziffern an einem Tage bis zu 9 v. H. gewannen. Gegenüber der vergangenen Woche lagen Salzdetfurth' 4 v.H. fester, während Aschersleben gut behauptet lagen und Westeregeln sogar einen Verlust von 2 v. H. aufwiesen. Gerade dieser Markt war zwischendurch stärker gedrückt, da der etwas zurückgegangene Kaliabsatz im März Material an den Markt brachte. Mehr Nachfrage bestand noch für Deutsche Linoleum, I.-G.-Farben, Conti Gummi und Schiffahrtspapiere. Zum Schluß wurde die Tendenz jedoch wieder etwas schwächer. Rheinische Braunkohlen lagen gegenüber den Kursen der vergangenen Woche 7 v.H. schwächer. Im übrigen er- oaben sich bei den nicht erwähnten Papieren zumeist Rückgänge bis zu 2 v. H. Norddeutsche Lloyd lagen fester. Am Rentenmarkt war das Geschäft zeitweise noch sehr lebhaft, wobei besonders deutsche Anleihen profitierten. Am Geldmarkt war Tagesgeld sehr leicht. Vorübergehend wurde der Satz auf 3,5 v. H. ermäßigt, doch waren 4 v. H. das Höchstmaß. — Am Devisenmarkt hat sich wenig ergeben. Der Dollar konnte sich etwas befestigen. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Franlfurter Schlachtoiehmarkt verzeichnete in dieser Woche in allen Dichgattungen etwas lebhafteres Geschäft als seither. Im Hinblick auf die bevorstehenden Osterfeiertage war der Auftrieb (mit Ausnahme von Schafen) sehr groß, ohne daß jedoch Ueberftanb verblieb. Namentlich aus der Umgebung des Frankfurter Wirtschaftsgebietes waren die Käufer zahlreich am Markt, so daß der Abtrieb nach auswärts ziemlich stark war. Aber auch die Frankfurter Metzger deckten ihren Feiertags- bedarf trotz der immer noch angespannten Wirtschaftslage in ziemlich großem Ausmaße. Die Preis- steiaerungen gingen nur bei Kälbern bis zu 8 Mark, während die übrigen Märkte nur kleinere Gewinne zu verzeichnen hatten. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb stärker, als in der Vorwoche. Der Handel begann zunächst ruhig, setzte aber bald flott ein und war während des ganzen Marktes ziemlich rege. Gute Dualität war sehr reichlich vorhanden. Infolgedessen wurde nahezu ausverkauft. Etwa 50 v. H. des Auftriebs ging wieder nach auswärts, und zwar hauptsächlich nach Hesien-Nasiau, der Rheinprovinz und Hessen (insbesondere nach der Provinz Starkenburg). Auf dem Schweinemarkt war die Beschickung ebenfalls sehr stark. Das Geschäft setzte ruhig ein, wurde später lebhafter und ausverkauft- Kälber wurden bei lebhaftem Geschäft und stark anziehenden Preisen geräumt. Schafe ruhig, ousverkauft. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1652 Rindern, darunter 398 Ochsen, 90 Bullen, 600 Kühen und 424 Färsen, ferner aus 2091 Kälbern, 296 Schafen und 6207 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 225 Rinder, 432 Kälber, 12 Schafe und 687 Schweine mehr angetrieben. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: al 55—59, a2 50—54, bl 46—19. Bullen: a 53—56, b 48—52. Kühe: a 46—50, b42 bis 45, c 35—41, d 28—34. Färsen: a 57—60, b 54—56, c 50—53. Kälber: b 83—88, c 78-82, d 70—77. Schafe: al 50—52, b 42—49. Schweine: a 69—70, b 69—70, c70—71, d 70—71, e 67—69. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Kälber um 8 Mark, Ochsen, Kühe, Färsen und Schweine je 1 Mark anziehen. Bullen und Schafe unverändert. * Die Preußische Landespfandbriefanstalt in Berlin (Grundkapital und offene Reserven über 31 Millionen Mark), die satzungsgemäß Darlehen zur Herstellung und Erhaltung von Klein- und Mittelwohnungen gewährt, zeigt im heutigen Anzeigenteil an, daß sie in der Zeit vom 12. bis 30. April einen Teilbetrag von 4 Millonen Gold- mark ihrer 8prozentigen Goldmark-Kommunal- Obligationen, Reihe XX zum Dorzugskurse von 94,50 v. H. zur öffentlichen Zeichnung auflegt. Diese Kommunal-Obligationen sind reichsmündelsicher; sie werden an den Börsen zu Berlin, Frankfurt a. M, Köln, Düsseldorf und Essen voraussichtlich mit 95 v. H. eingeführt werden; die Lombardfähigkeit bei der Reichsbank in Klasse A wird demnächst beantragt werden. D'e Stücke sind zu 100, 200, 500, 1000 und 5000 GM. lieferbar. Zahlung kann bis 10. Mai erfolgen. Alle durch den Verkauf der Papiere aufkommenden Beträge werden ausschließlich für den Wohnungsbau verwendet. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 12.Aprll. Tendenz zurückhaltend. An der Wochenschlußbörse machte sich wie- der eine stärkere Zurückhaltung und eine gewisse Unsicherheit im Zusammenhang mit der heute zu erwartenden Abstimmung im Reichstage über die Steuer- und Finanzfragen bemerkbar. Das Geschäft bewegte sich in sehr engen Grenzen, die Kurse lagen gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist leicht gedrückt, da die Kulisse bei ihrer Vorsicht vereinzelt zu Gewinnsicherungen schritt. Die Grundstimmung war jedocy nicht unfreundlich, und es machte sich eher eine gewisse Zuversicht bemerkbar, da man mit einem guten 21 u s gang der politischen Angelegenheiten rechnet. Auftrage waren kaum eingetroffen, und auch die zum Schluß schwächer gewordene gestrige Neuyorker Börse wurde als geschäftshemmender Faktor empfunden. Am Elek- tromarkt eröffneten Siemens gut behauptet. (Beffürel lagen 1,75 und A E G. 1,40 v. H. niedriger. Don Chemieaktien gaben I.-G.- Farben knapp 1 v. H. nach, während sich für Scheideanstalt einiges Interesse mit plus 1 v.H. bemerkbar machte. Montanwerte lagen ebenfalls still und bis zu 1,5 v.H. niedriger. Man- nesmonn gewannen dagegen geringfügig. B a n • k e n lagen zumeist etwas fester, die Umfatztätigkeit war an diesem Markt im Gegensatz zu den anderen Markte-bieten etwas lebhafter. Ferner bestand auch heute für Schiffahrtsaktien noch einige | Nachftuge bei leicht gebessertem Kurse. Don Warenhausaktien verloren Tietz 1 v. H. Kunstseide- a 11 i e n lagen dagegen etwas gebessert. Am K a kirn a r k t kam weiter etwas Material heraus, bei erneut gedrücktem Kurse, Renten lag uneinheitlich. Im Verlaufe wurde das Geschäft etwas lebhafter, und die Stimmung war ausgesprochen freundlich. Vereinzelt sollen Aufträge eingetroffen fein, und die Kulisse schritt im Zusammenhang hiermit zu Rückdeckungen; die anfänglichen Verluste wurden vollkommen ausgeglichen, teilweise ergaben sich gegen Anfang sogar Erhöhungen bis zu 1,5 v.H. Im Vordergründe standen weiter die anfänalid) schon bevorzugten Werte. Trotz des guten Abschlusses und der höheren Dioidendenaussichten bei Holzmann war in diesem Papier das Geschäft gering. 2lm Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 v. H sehr leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1895, gegen Pfund 20,378, London gegen Kabel 4,8660, gegen Paris 124,21, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 39,07, gegen Schweiz 25,10, gegen Holland 12,11. Berliner Börse. Berlin, 12. April. Wie nicht anders zu ermatten war, ftagniertc das Geschäft zu Beginn der heutigen Sanistagsbörse vollkommen. Vor allem verstimmte die starke Unsicherheit vor der heutigen Entscheidung im Reichstage ('Beginn der Sitzung um 12 Uhr) und ließ die Umsatztatigkeit sehr gering bleiben. Das 'Ausland bekundete ebenfalls nur kleines Kaufintereffe, zumal neue Wirtschaftsmomente nicht vorlagen. Die Spekulation zeigte zum Wochenschluß eher Realisationsneigung, doch waren die ersten Notierungen trotzdem relativ widerstandsfähig, und die Verluste hielten sich in erträglichen Grenzen. Auf die anwachsendcn Halden- beftanbe verloren Rheinische Braunkohle 3 v. H. Don sonstigen Papieren waren Deutsche Linoleum, Reichsbank, Danatbank, Olavi Minen, Schlesische B. - Gas starker gedrückt, wahrend Hohenlohe 2,5 v. H. gewannen. Deutsche Anleihen waren ruhig. Ausländer behauptet. Ungarn leicht nachgebend. Der Psandb/iesmarkt war noch unentroidcll, aber zumeist widerstandsfähig. Der Geldmarkt lag unverändert leicht; lagesgelb 2,5 bis 5 v. H., Monatsgeld 6 bis 7 v. H., Warenwechsel zirka 4$ v. H. Diese Tatsache war wohl auch im Verlaufe für die Tendenzentwicklung ausschlaggebend. Anscheinend hat die private D i s k o n t e r in ä ß i- g u n g gestern bei der Provinzkundschaft einige Kaufneigung ausgelöst, denn die Banken zeigten plötzlich für Spezialwerte Interesse. So lagen Schiffahrtsaktien, obwohl die Bondsge rächte als zu früh bezeichnet wurden, lebhafter. Berger waren auf die bevorstehende Generalversammlung und in Erwartung der von uns bereits erwähnten Opposition im Verlause um 7,5 auf 33 v. H. erhöht. O st w e r k e gewannen 3,5 v. H. Am K u n st s c i d e m a r k t fanden höhere Auslandmel- düngen Beachtung. Auch onst konnte man 1- bis 2prozentige Kursgewinne eststellen. H o 1 z m a n n , die trotz des guten Abschlu fes und der Iprozentigen Dividendenerhöhung 1,25 v.H. niedriger einsetzten, holten diesen Verlust später wieder ein. Beachtung fand die gemeldete Beratung über eine evtl. Ermäßigung der Börsenspesen. Letzte Nachrichten. DerAeiWag vor del Auslösung? Keine Einigung der Leutschnationa en. — Auslöjung^ordcr bereits unter,eichnei. Berlin, 12. April. (MTS. Eigene Vrahtmel- dung.) Die Fraklionsfihung der Deutsch- nationalen Volkspartei gingen gegen zw.ls Uhr zu Ende. Line Einigung über eine einheitliche Stimmabgabe konnte ich! erzielt werden. Die Abstimmung wurde deshalb den Fraktionsmitgliedern freigegeben. Es ist danach anzunehmen, daß die etwas Heine Mehrheit der Fraktion für den entscheidenden Paragraph la und die Finanzgefehe stimmen wird, während eine starke Minder- heil dagegen stimmt. Stimmenthaltung werden nur ganz wenige deutschnationale Abgeordnete üben. Das hängt auch noch davon ab, ob von der Regierung gewisse von diesen Abgeordneten gestellte wünsche erfüllt werden. Mit diesem Ausgang der deutschnationalen Fraklionsfihung ist das Schicksal des Reichstags von einigen wenigen Stimmen abhängig. Ls ist ungewiß, eine Prognose zu stellen, da man noch nicht weiß, wieviel Kommunisten heute sehlen werden, gegen die ein Strafverfahren schwebt und die besürchlen müssen, daß gleich nach der Auflösung des Reichstages gegen sie von der Polizei eingeschritten wird. Die Sozialdemokraten haben beschlossen, gegen den Paragraph la zu stimmen. Der Reichspräsident hat die Auslösungsorder mit dem heutigen Datum bereits unterschrieben. Uebrigens ist es nicht wahr, daß der Reichspräsident in der Frage der Abstimmung einen Druck aus die Deutschnationale Volkspartel ausgeübt hat. Lr hat sich vielmehr bei dieser Frage vollkommen jeder Einflußnahme enthalten, wie wir erfahren, soll der Parteivorstand der Deutschnationalen Volkspartei nach der heutigen Abstimmung wieder cinberufen werden. Es verlautet, daß die Parteiführer beabsichtigen, die Konsequenz aus der Abstimmung zu ziehen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 p. H-, Lombardzinsfuß 6 v H. Frankfurt a. Dl. I Berlin SranMun a. Dl. Berlin Frankfurt o. " . Serlin Banlno ten. «Schluß»' «urs | 1«tlhr» ÄUf ‘ Schluß» Ansa g» rur* , Kure Gm uß» hue , 1-Uhr- « r« Schluß« für» ■änjany Kur4 <“d)Iup< mr# t-Uhr- Kurs Schluß- Anfang- lur« > Kurs i i. nmcrttanitcve Noten . . 4,171 58,34 4,191 58.58 -- Datum 12 4 Datum 11 4 12 4 11 4 12 4 änbff)1* nt?n 11,78 112,22 Datum 11 4 1 12 4 " * ! 12 4 11 4 11 4 12 4 Englische.Noten........ 20.35 6,375 67,83 20,43 16,435 168,51 6% Deunche iReidiMiuetbe von 1927 7% Deutsche Relchsanleihe von 1929 Tcuijcht ütnl.»Ablöf.-Schuld tnü Üuelol.-Stditcn Drtfll. ohne AuLlol.-Rechte 8% Heil. Bolksstaat von 1929 (rüctmhlb. 102%) Cberfriicn Provinz - Anleihe mit SluSwi. Rechten Seatfdw fiomm. Sammel ab l. Anleihe Serie 1 8% Krankl Hvv.-Ban« CBolbpfe. r^amdurg-ülmertka tatet . < 1'3,75 >13.75 113.4 113,25 Bereinigte Stahlwerke Otavi Minen . 16'/, Kaliwerke Aschersleben ... K Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salrdetkurtb . . . 15 3. ®. ^arden-Industne ... 12 Dvnamii Nobel ...... 6 100,5 — 100 61,75 221 5 225 383,25 I 178,13 99,75 59,5 223.25 382,5 177,4 iyranjoittcöc Holländische Ht. lienische Norwegische Temich Ecft Rumänische Schwedische jtoren • • • • • 87,1 100 55,4 11,35 e— 55,5 11,2 86,9 100,1 55 11,3 55.4 11.25 Hamburg-Südom. Dampstchill n Hansa Dampfschiff w Norddeutscher Lloyd - . 8 Allgemeine Deutsche Tceditanst. 10 Barmer Bankverein 10 Berliner Handelsgesellschaft 12 113.5 117 134 175 1 L 1 Ä 1 1 172 159,75 113 5 117,25 134 175,5 • 60.5 113.25 117,25 134 176.5 221 225 386 178,13 220,5 177,25 Noten.....- Noten - ... err, ä 100 Kronen Noten...... Noten...... 22,11 11,78 53,88 2,47 112,23 81,14 22,19 112,22 59.12 2.49 112.67 81.46 93.4 Lommer;- uns Vrioat-Bank 11 Darmstädter und Rationalbant 12 Deutsche Bank und Lisconto-Selelllchast, . . 10 161,75 241.5 162 162 241,5 162 239 154 155 84,75 — Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Deoifcnmartl Berlin 52,28 12,375 77 52.48 12.435 71 T) Glnlblrfimfbl ....... 5 72.5 72,25 _ 52,25 — - — 150,5 155 150,75 154,75 150,25 155 150 154.75 Rütgerswerke ........ 6 Metällgesellschafk. ...... 6 73 108.5 _ 72 109,75 71,75 — Frankfurl 53,75 97 53,5 53,5 Reicksbank ......U .............6 295.65 '73,4 297 295 172 173 200 171,5 Ddlltov Holzmann......'< Zementwerk Heidelberg . . IC 109,75 — 109 107,75 N «peil 12 April XIII unkündbar die 193-1 <% Krankl Hno-Bank (Bolbpte unkündbar bis 1932 Cftmerte ....... 12 142,5 90,4 117 91.5 117,25 Geld Lrst Geld 2tte! 85,15 98 1 1 97 — Licht und Kraft 10 ,Viten & Guilleaume 7JJ Gesellschaft für elektrische Unternehmungen 10 Homburger ElektrizttütS-Werte 10 Rheinische ßlthruttat .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 175,5 130 184 182,25 175 130.25 184.5 133.5 l 8 IS 299,5 252 116.75 298.75 251 115 flmfL-'Jlott. Bn:n--Aires Brss.-Antw- Kbriftiania. Kopenhagen Stockholm . HelnngiorS. Italien. . . London. . . 'l/eanork .. Paris.... Schwei; . . Sva^ ica - Japan ■ • . ■Mio de Jan- Wien in D-- Ceft abgeft- Prag . . . Belirad . . Budapest. . Bul arten Lissabon T anzig. . . Sonst.ntio. Alben. . . Ccmada Uru ttati. . Lotto . . . 168,09 1,652 58,41 ■ 12,05 112,08 112,48 10.537 21,945 20,36 4,185 •6,385 81,13 52,45 2,068 0.488 58,97 168,43 1,656 58,53 112,27 112,30 112,70 10,557 21,985 20,40 4,193 16,425 168,12 1,641 58,435 112,03 112,16 168.46 1,645 58,555 112,30 112,38 — 148 — 148 148 146 147 112,51 112,74 89,5 89,5 _ 179,13 193,5 177 193 Zellstoss Dalbhos .... 12'/. Zellstoff Alchaf'enburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer (Saä .....ö 190,5 __2 191 191 152,5 10,54 21.95 10,56 21.99 263 263 263 263 _ - 105,5 105,5 20.364 20.404 95 — — Tranrradio . . ....... 8 Lahmener LTo...... . 10 Buderus ......J Deutsche Erdöl . .••••• ® Essener Steinkohle ...... 6 Gelsenkirchener ....... 8 Harvener ...... -0 Hoesch Eisen. ...... 6% jbte Bergbau ...... « ftidttnerwerfe ..••••• ‘ Söln-Reueilen . ...... 7 Mannesmann-Röhrcn • • • • < Mansselder Bergbau.....7 Oberfchlef. Eisendevart .... 6 CbcddM Solswerke ... . 7 Phönir Bergbau . . • • 6% Rbctnhche Braunkohle» . . 10 Rhein stahl ...•••• • 6 Rieheci ............V 171,5 — 41,5 — 174,25 41,25 174,5 41,9 4.1865 16,395 4,1945 16,435 4% Oesterrctchnche Goldrentr . 4,20% Oesterreichische SÜberrente 4% Cefterreidtiidte Einheitliche Rente 4% UngarildK Golvrenrr 28.75 4,5 26,2 — 28,75 4,3 2,65 26.13 4,2 75,25 •41,25 — 74,25 103,5 141.5 125 73.9 142,4 141,5 125 Deutsche Linoleum .••••■ Maschinenbau A >G. . . • • • 0 Nat. Automobil . . • • • • 0 Oren stein & Koppel.....6 Leonhard Tietz ..•••• 10 363 - I 152 252 49,75 79,13 153 361 249,5 49,25 79,5 152,5 361 81,29 52,55 2,072 0,490 59,09 81,13 52.52 2,063 0,491 58 .Sri' 81.29 52,62 2,072 0.493 59.095 4% Ungarische Staaurentrv. 1910 09,5 105 237,5 110 115,25 113,5 230,5 106,5 >10.5 110,13 107,65 74,75 109,65 105 237.5 116,75 110 107 109,25 104,9 i 234,5 1 115,6 frankfurter Mmchme» . . . . < Grinner .......6 Hellligenstaedl ........ Iunghans Lechwerke......• • • = Mainkrastwerke Höchst a. SR.. ■ 8 Miag .....JO Gebr. Roeder.......1° Boigt & Haelkner .•••«. Süddeutsche Zucker • • • • 1® 41 38,5 •06.5 97.75 132 102.5 213 160 1 1 1 1 1 13 1 I 1 35 40,25 38.5 132,5 218 161 2 — । 132,5 12,397 7,403 73,09 3,034 18,78 81,39 1,785 5.44 4,183 3,916 20,875 12,417 7,417 73,23 3,040 18,82 81.55 1,789 5.45 4,191 3,924 20,915 12,404 7,405 73,12 3,034 18.78 81,40 1,784 5,45 4.183 3,916 20,88 iU24 7.4TS- 73,26 3,040 18,82 81.56 1,788 5,46 4,191 3,924 20,92 SPreMau der Frankfurter Tsteater. Opernhaus. Sonntag, 13. April, von 15.30 bis 17.30 XU)t; Erstes Gastspiel der Wiener Sänger-Knaben: Hänsel und Gretel: von 19.30 bis 21.30 Llhr: Zweites und letztes Gastspiel bet Wiener Sänger-Knaben: Hänsel und Gretel. Montag, 14. April, von 20 bis 22.30 Uhr: Tiefland. Dienstag, 15. April, von 19.30 bis gegen 22 Llhr: Oeffentliche Generalprobe: Belsazar. Mittwoch, 16. April, von 19.30 bis gegen 22 Ahr: Szenische Erstaufführung: Belsazar. Donnerstag, 17. April, von 19 bis gegen 22 Ahr: Hoffmanns Erzählungen. Freitag, 18. April, von 17 bis gegen 22 Ahr: Parsifal. Samstag, 19. April, von 19.30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Sonntag, 20. April, von 17 bis gegen 22 Ahr: Parsifal. Montag, 21. April, von 15.30 bis 18 Ahr: Mignon: von 19.30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Schauspielhaus. Sonntags 13. April, von 10.30 bis nach 12.45 Ahr: Iulius'Eaesar: von 15.30 bis 17.45 Ahr: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk; von 20 bis gegen 22 Ahr: Tanzabend Riddy Impekoven. Montag, 14. April, von 20 bis nach 21.45 Ahr: Brülle China. Dienstag, 15. April, von 20 bis gegen 22 Ahr: Mond von links. Mittwoch, 16. April, von 20 bis gegen 22 Ahr: Mond von links. Donnerstag, 17. April, von 20 bis gegen 22 Ahr: Schwingen über Europa. Freitag, 18. April, von 20 l>is gegen 23 Ahr: Die andere Seite. Samstag, 19. April, von 20 bis nach 22.30 Ahr: Der Londoner verlorene Sohn. Sonntag, 20. April, von 20 bis nach 22.30 Ahr: Der Londoner verlorene Sohn. Montag, 21. April, von 16 bis gegen 18.15 Ahr: Marius ahoi!; von 20 bis gegen 22 Llhr: Die neue Sachlichkeit. Wenn Schmerzen....... Togal-Tabletten! Togal,Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bet Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven« und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Keine unliebsamen Nach» Wirkungen! (Entfernt die Harnsäure! Ein Versuch über» zeugt! Frag. Sie Ihr. Arzt. In all. Apoth. NM. 1.40. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Add. acet. sal. ad 100 Amly. 80 Pf.) und auf 1 Dtark staatlichen Gewerbcsteuer- ertragssolls vom Rechnungsjahr 1926 der Betrag von 250 Pf. (seitheriger Vorschlag 300 Pf.). An Sondergebäudestouür sollen auf je 1 Mark des staatlichen Steuersolls erhoben werden bei einem Ge- bäudewert über 7000 Mark 39,93 Pf. (wie seither), bei einem Gebäudewert unter 7000 Mark 45,75 Pf. gegen seither 39,98 Pf. — Das alte Backhaus soll einer gründlichen Renovierung unterworfen werden. Der vom Bauamt gemachte Voranschlag mit 650 Mark erschien einzelnen Gemeinderatsmit» gliedern als zu niedrig angenommen. Indessen sollen die Arbeiten ausgeschrieben und Offerten bei der Gemeinde eingereicht werden, über die in späterer Sitzung erneut beraten werden soll. — Die Errich. tung einer Einfriedigung bei der Klein- k i n d e r s ch u l e bzw. bei dem Turnplatz der Schul- jugend, die mit 792 Mart veranschlagt waren, wurde vorerst abgelehnt und für eine spätere Sitzung vertagt. — Eine längere Aussprache schloß sich an die von sozialdemokratischer Saite beantragte Offenlegung der im Besitz des Bürgermeisters befindlichen Akten, betr. Amtsführung des ehemaligen Gemeinderechners, an. Der An- trag des letzteren, die Gemeinde möge die Kosten für die Aufstellung der Gemeinderechnung aus dem Jahre 1925 im Betrag von 420' Mark übernehmen, wurde einstimmia abgelehnt. — Der Antrag der Philipp Jung XVI. Erben um Erhöhung der Miete für das Lokal der Mädchenfortbil- dungsschule fand teilweise Genehmigung; die Miete wird ab 1. Januar 1930 von 30 Mark au 35 Mark für den Monat erhöht. — Von sozial demokratischer Seite wurde noch der Wunsch geäußert, die Gemeinderatssitzungen in kürzeren Zwischenräumen abzuhalten. Damit jedes Gemeinderatsmitglied die Möglichkeit hat, an den Sitzungen regelmäßig teilnehmen und sich mit seinem Dienst einrichten zu tönneti, soll an jedem ersten Mittwoch im Monat Gemieinderats- sitzung stattfinden. Ein Beschluß darüber wurde infolge vorgerückter Stunde nicht mehr gefaßt. * Großen-Linden, 10. April. Am Dienstag hielt unser evangelisch-kirch kicher Frauenverein seine Schluhfeier. Schon 14 Tage vorher hatte ein Lichtbildervortrag über „Kärnten, Land und Leute", den Pfarrer Schultheis auf Grund eigner Reiseerlebnisse hielt, und der in dankenswerter Weise von Pfarrer Wahl, Lang-Göns, durch Lichtbilder von Graz und der großen Hauptversammlung des ©ustuv- Adolf-Dereins im Jahre 1927 ergänzt tourire, einen größeren Kreis von Mitgliedern als gs- wöhnlich versammelt. Die Schluhfeier am Dienstag stand nach einer kurzen Ansprache des Ortsgeistlichen, in der er von erfreulichem. Wachstum des Bereins im ersten Vereinsjahr und von den Aufgaben des Vereins in den kommenden Jahren sprach, unter dem Zeichen des Liedes. Geistliche Volkslieder und Sologesänge trugen viel dazu bei, daß der Abend bei allen Teilnehmerinnen wohl den Wunsch hinterließ, noch mehr derartige Abende zu erleben. Auch die übliche Bewirtung mit Kaffee und eine kleine Verlosung fehlten nicht. * Mainzlar, 10. April. Am letzten Sonntag and in der neuen Schule eine Ausstellung »er Handarbeiten der hiesigen Volkschule statt. Die Ausstellung hatte sich seitens der Einwohner eines sehr regen Besuches zu erfreuen. Alle Besucher waren des Lobes voll und erkannten die fleißige Arbeit an, die im Laufe des vergangenen Schuljahres geleistet worden war. Die Arbeiten waren nach einzelnen Jahrgängen geordnet und veranschaulichten die stetige geistige Entwicklung und das Wachsen der technischen Fertigkeit. Besonders anzuerkennen war auch die Erscheinung, daß man beobachten konnte: hier werden die Kinder zur An- ertigung von Arbeiten ausgebildet, welche sie im päteren Leben gebrauchen können. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Handarbeitslehrerin unserer Schule, Frau Amalie Panzer, mit die. er Ausstellung einen vollen Erfolg erzielte und daß allgemein der Wunsch laut wurde, eine derartige Ausstellung möchte alljährlich veranstaltet werden. t Allendorf a. d. L d a., 11. April. Am Sonntag waren es 25 Jahre, daß der praktische Arzt Dr. Fritz Kunz die Praxis des plötzlich verstorbenen Arztes Dr. Fokken dahier übernahm. Er hat sich in der langen Zeit seiner hiesigen Tätigkeit durch seine allzeitige Hilfsbereitschaft und Gewissenhaftigkeit das Vertrauen weiter Kreise erworben, die ihn mit den besten Wünschen für die Zukunft begleiten. Z Allendorf a. d. Lumda, 10. April. Am vorigen Sonntag fand im Saale der hiesigen ersten Schulklasse eine Ausstellung der Handarbeiten der Schülerinnen aller Klassen der Volksschule von Allendorf a. d. Lumda und Treis a. d. Lumda statt. Die Handarbeiten, bestehend in Stopfen, Stricken, Häkeln, Sticken und Nähen, waren nach den einzelnen Schulklassen geordnet. Der Besuch der Ausstellung war sowohl von Allendorf, wie auch von Treis sehr gut, und es herrschte nur eine Stimme des Lobes über das Gebotene. Ganz besonders wunderte man sich darüber, wie schon die Kleinsten unter entsprechender Lei- tung zu geschickten Handarbeiten erzogen werden Abschluß der Mainzer Sombauarbeiten. WSR. Mainz, 11. April. Die Dombauarbeiten sind nunmehr abgeschlossen. Am 2. Ianuar 1925 wurden die Sicherungsarbeiten begonnen. Am 16. Oktober 1928 waren die Wiederherstellungsarbeiten soweit durchgeführt, daß der Dom durch die glanzvolle Einweihungsfeier einer Bestimmung wieder zurückgegeben werden konnte. Dis zum 5. April 1930 wurden noch die äußeren Erneuerungsarbeiten, namentlich an der chwer mitgenommenen Westgruppe, durchgeführt. Arn 5. April haben die letzten Arbeiter das Dom- gebiet verlassen. Die vereinigten Dombauunternehmer haben ihren Dank für die glückliche Durch- ührung der Arbeiten dadurch ausgedrückt, daß ie an der Dombuchhandlung am Liebsrauenplatz einen Abguß der „Madonna der Palästina- ahrer" (1484) aus dem Domkreuzgang anbrachten. Dadurch ist der unbefriedigende Eindruck der Hausstirnseite glücklich beseitigt und zugleich dem Liebfrauenplatz eine sehr wirkungsvolle Zierde gegeben worden. können. Alles in allem war die Ausstellung ein Erfolg, den unsere Handarbeitslehrerin Fräulein Merkel von hier dank ihrer tüchtigen Arbeit für sich in Anspruch nehmen kann. r. Grünberg, ll.Aprll. Die Findigkeit der Post, die nahezu sprichwörllich ist, kann sich eines Triumphes rühmen, der ihr alle Ehre macht. Ein hiesiger Bürger erhielt aus Amerika einen Brief mit der Adresse Herrn X. in Oberhessen, Germany, Barsüßergasse. Der Brief kam prompt und was be- sonders zu unterstreichen ist, ohne Verzögerung an. er. Röthges, 11. April. Wie schon kurz berichtet, feierten vor kurzem unser früherer Bürgermeister Heinrich Metzger II und seine Ehe- frau Elisabethe, geborene Emrich, das Fest der goldenen Hochzeit. Das Ehepaar erfreut sich noch seltener geistiger und körperlicher ©e» sundheit. Der alte Herr ist von morgens bis abends in der Landwirtschaft tätig. Eine große Anzahl Glückwunschschreiben und Telegramme (vom Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg, der Hess. Regierung, vom Kreisamt Gießen und vielen anderen) empfing das Hochzeitspaar. (h Grüningen, 11. April. Zur Gründung eines Obst- und ©artenbauvereins chatte dieser Tage Bürgermeister Euler die hiesigen Landwirte in den Rathaussaal eingeladen. Rach Begrüßung der Erschienenen legte Bürgermeister Euler Zweck und Ziele eines solchen Vereins in kurzen Worten dar und hob dabei besonders den Wert und die Bedeutung der Obstbaumpflege hervor. Eine große Zahl Landwirte haben sich als Mitglieder gemeldet. * Obbornhofen, 10. April. Dieser Tage veranstaltete die hiesige Mädchenfortbildungsschule eine Abschlußfeier, verbunden mit einer Ausstellung von Handarbeiten der Fortbildungs- und der Dolksschülerinn^i. Die Arbeiten waren im Schulsaal der zweiten Klasse ausgelegt und zeugten von großem Fleiß, feinem Verständnis und praktischem Sinn der Lehrenden und der Lernenden, was auch von dem Schul- leiter bei der Eröffnung der Ausstellung besonders hervorgehoben wurde. Während die Gäste Sne Ausstellung besichtigten, hatten die Koch- schülerinnen im aufgeräumten Schulsaal der Oberklasse eine festlich geschmückte Tafel für die Abschiedsfeier hergerichtet, zu der die Mütter sder Schülerinnen, der Schulvorstand und der Gemeinderat eingeladen waren. Bei Kaffee und Gebäck aller Art, Ansprachen, Deklamationen und Gesängen der Schülerinnen und gemeinsam gesungenen Volksliedern verflog rasch die Zeit. Zum Schluß dankte Bürgermeister Philippi im Ramen der Gäste den Veranstaltern der Feier, besonders der Hauswirtschaftslehrerin, Fräulein Thimm, für ihre große Mühe, und ermahnte die Mütter, nun auch ihren Töchtern Gelegenheit zu geben, das Gelernte am heimischen Herd zu verwerten. Die Feier fand in der Gemeinde allgemein Anklang. Kreis Büdingen. -s- Büdingen, 11. April. Gestern stürzte das dreijährige Kind eines hiesigen Kolonialwaren-Großhändlers aus dem Fenster des dritten Stockwerkes auf die gepfla- fverte Straße. Im hiesigen Krankenhaus, wohin das bedauernswerte Kind überführt worden war, wurde festgestellt, daß ein Beinchen gebrochen ist. Ob auch noch innere Verletzungen vorliegen, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Kreis Schotten. □ Laubach, 11. April. Dem weithin bekannten hiesigen Kunstmaler Helix Klip- ft e in wurde von dem Kuratorium der Deutschen Albrecht Dürer-Stiftung in Rürnberg auf Grund hervorragender graphischer Arbeitern ein ansehnliches Stipendium verliehen. Diese schöne Auszeichnung ist unter starker Konkurrenz nur drei Bewerbern zuteil geworden. Oberheffen. Oer Voranschlag des Kreises Büdingen. 4 Büdingen, 11.April. Der Voranschlag des Kreises Büdingen wurde vom Kreisausschuß verabschiedet und wird am 16. April dem Kreistag zur Beschlußfasiung vorgelegt werden. Der Haushaltsentwurf schließt in Einnahme und Ausgabe mit 600 832,76 Mark ab. Die Umlage für das Rechnungsjahr 1930 konnte gegenüber dem Vorjahre um 15 000 Mark gesenkt werden. Siadivorstandssitzung in Alsfeld. te* Alsfeld, 11. April. Stadtvorstandssitzung. Die Verpachtung derWald- j agd im Homberg, welche auf GrundLleber- cinfunft gemeinschaftlich mit dem Forstfiskus erfolgt, hatte bei der ersten Verpachtung ein nicht annehmbares Gebot ergeben, so daß eine zweite Versteigerung stattfand. Der in diesem Termin erzielte Zagdpreiserlös von 700 Mk. wurde genehmigt. — Die Anstreicherarbeiten in der Innenhalle des Schlachthauses wurden dem Valentin R o t h l e h als Zweit- wenigstnehmenden übertragen. Wie der Vorsitzende dazu bemerkte, war das Angebot des Wenigstnehmenden derartig niedrig, daß die Arbeit auf Grund der Einheitspreise zu den Angebotsätzen nicht hätte ausgeführt werden können. Gemäß den Richtlinien der Reichsverdingungs- ordnung wurd edaher diesem Angebot der Zuschlag nicht erteilt. — Zur Weiterbeschäftigung von ausgesteuerten Erwerbslosen und sonstigen Wohlfahrtsempfängern wurde ein weiterer Kredit von 2000 Mark bewilligt. Als weitere Arbeit wird der Ausbau der Hochstraße in Angriff genommen. Insgesamt sind für Rotstandsarbeiten bis jetzt 9000 Alk. bewilligt worden. Wie der Vorsitzende bemerkte, wird die Zahl der ausgesteuerten Arbeitslosen im Laufe des Jahres noch zunehmen. — Die Wahl der Vertreter der Stadt für die Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse erfolgte gemäß den Vorschlägen der Fraktionen, ebenso die Wahl von drei Mitgliedern für den Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. — Auf Antrag des Vorsitzenden wurde die Bildung einer Theaterkommission beschlossen, welche die Auswahl und Festsetzung der in der kommenden Winterspielzeit vom Gießener Stadttheater in Alsfeld aufzuführenden Theaterstücke vorzunehmen hat. In diese Kommission wurden gewählt: Oberstudiendirektor Dr. Hainer, Regierungsrat K o r f m a n n, Studienrat Dr. Berg in Alsfeld, Pfarrer Rheinfurth in Brauerschwend, sowie die Stadtvorflandsmitglieder Mufiklehrer Meinhardt und Fabrikant Raab. Den Vorsitz der Kommission fuhrt der Bürgermeister oder dessen Stellvertreter. — Der Tlmtausch der städtischen Pferde durch den Pferdehändler Markus Goldschmidt in Fulda gegen eine Draufzahlung von 1045 Mk. an denselben wurde genehmigt. — Das infolge Ableitung des Liederbachs in das städtische Kanalnetz freigewordene Dach bett in der Hohl wird den Anliegern, soweit sie es beantragen, anteilmäßig zum Preise von 1,50 Mk. käuflich überlassen. Die Kauf- und Vermessungskosten tragen die Anlieger. — Benutzung der Reithalle durch den Sportverein 06: Rach- dem feflgestellt ist, daß der Sportverein trotz wiederholten Verbots die Reithalle vertrags- . widrig benutzt, indem Fußball darin gespielt "wird, soll der Vertrag alsbald aufgehoben werden. — Ein sozialdemokratischer Antrag, den Erwerbslosen und sonstigen Wohlfahrtsempfängern noch eine besondere Rate der Winke rbeihilfe alsbald zu gewähren, wurde nach längerer Aussprache mit Stimmenmehrheit angenommen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 11. April. Nach längerer Pause fand am Donnerstagabend eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt, die von Inter- epenten gut besucht war. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Vorsitzende, Bürgermeister I u n g einen Vergleich, der zwischen ihm und einem Gemeinderatsmitglied vor dem Kreisamt Gießen wegen persönlicher Belange abgeschlossen wor- ven »st. — Sodann wurde erneut beraten über die fch lagsä tze der Gemeindeumlagen s u r d a s R e ch n u n g s j a h r 1 9 2 9. Die in früherer Sitzung vom Gemeinderat festgelegten Satze waren vom Ministerium in Darmstadt zum Teil als zu hoch angesehen und deshalb beanstandet worden. Mit allen gegen eine Stimme (sämtliche zwölf Ge- Meinderatsmitglieder nahmen an der Sitzung teil) wurden folgende Sätze angenommen: Die Grundsteuer aus je 100 Mark Steuerwert der Gebäude ■ wie seither 25 Pf. und auf le, AO Mark Steuerwerk des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes 60 Pf. Bei der Gewerbesteuer, die gegen früher herabgesetzt wird, werden festgelegt auf je 100 Mark des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals 70 Pf. (gegen seither Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 13. April 1930. Palmarum. Landes. Buß - und Bettag. Stadkkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11: Kinder- kirche für die Markusgemeinde; Pfqrrer Becker: 18: Pfarrer Schlaudraff. — Iohonneskirche. 9.30: Pfar- rer Ausfeld: Zugleich Militärgottesdienst: 11: Kinder- kirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld: 18: Pfarrer Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Lenz. — ZapeUe des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Kinderkirche: Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Slein- kinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. SBaas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde: Pfarrer Lic. $ßaa5. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst. - Wiefeck. 9.45; 11: Kinderkirche; 20: Kollekte. — Allen-Buseck. 10; 19. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für Lollar; 13.30: Kirchberg; Kollekte. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen: 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst: Kollekte; 14: Kinderkirche; 20: kirchenmusikalische Passionsfeier. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45; Kindergottesdienst; 14: Pfarrvikar Draudt. katholische Gemeinden. Samstag, den 12. April. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Don 16 bis 18.30 Uhr und von 19 bis 21 Uhr wird ein fremder Priester Beichte hören. Sonntag, den 13. AprU. Palmsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe: Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten, des Kaufmännischen Vereins und des Gesellenvereins: 8: Kommunion; 9: Hochamt. Vor dem Hochamt werden die Palmen geweiht. 11: Messe; 16.30: Versammlung der Jungfrauenkongregation; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Palmenweihe, Hochamt und Passion, zuvor Beichtgelegenheit: 20: Fastenandacht und Vortrag. — Hungen. 9.30: Palmenweihe, Hochamt und Passion, zuvor Beichtgelegenheit: — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Messe, Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 15. April. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Montag, den 14. April. Laubach. 7 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, den 16. April. Hungen. 7 Uhr: Gottesdienst.______________ SonmagSvte"st >. 'ierzre u. 'lvotbeken am 13.4.30 Dr. W. Klein. Peltkanavotheke. Zahnarzt: Dr. Gonier. »D Bitte HANS MUMAMj SB »• dem mit ® gespült wird. Und vor allem viel weniger Arbeit und Mühe beim Aufwaschen und Spülen. 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