Mittwoch, 12. Februar 1950 180. Jahrgang Nr. 56 Erstes Matt Die Opposition gegen den Voungplan Für und wider den Aoungplan Geh.-Rat Hugenberg Minister Curtius nd-« .50-15-- 4S-> ,2lk ,30-s ,15s Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. pretr für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspfennig, für Ne» klameanze,gen von 70 ■■ m Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20u mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlid) 'N Bienen den!") Das erinnert an das Wort „Wir müssen siegen!" Cs kommt aber darauf an, ob wir die Krise überstehn werden! Dor allem darf nicht daran vorbeigegangen werden, daß der Voung- plan uns die Rheinlandbefreiung bringt. Wir bcbaucnt die Bestimmungen für den Fall einer Zerreißung des Voungplans. Wir müßten aufs schärfste dagegen protestieren, wenn daraus etwa das Recht einer neuen Rhein- landbefehung hergeleitet werden soll. Die Zustimmung zum deutsch-polnischen Abkommen fällt uns auch nicht leicht, aber wir müssen uns abfinden mit dem Polen, wie es nun einmal besteht. Mit dem Zentrum sind wir durchaus einverstanden in der Forderung, daß gleichzeitig mit dem Voungplan auch eine Klärung über die finanzielle Ordnung des Reiches erfolgt. Wir erstreben eine Entlastung der Wirtschast. aber nicht aus Kosten des arbeitenden Volkes. Wir stimmen t)cn mit dem Voungplan zusammenhängenden Gesehen zu. rregt auf. i Eie das ®c* X den Undm. obe ich ml MesngU" iltern. nseiiS noch bet« i fori, .so hätten an dieser Sache wie Sie zugeben nbegründet sind!" urrte der Makler, wir hören, einen für längere Zeit. I, sich seinen Jede un8 nun, falls Sauprojekis über- ade Durchführung Sicherheit unsere-, Geldes?" ns'R=l"e"el ........... pfsaW,M ^en mit shm. rnnef: 7 t <7 w« toar 1 wn vor fünf 'Qlt Mwöl «ran. J «ffl 6«. eln- -vie wissen 1 untersagt hat? ivleder, Mrl“ elastischen Ge. delix Schulhofs -.sah der fi ae>n Jüngeren den Kops, tzg begreifen. V zweiter Dirck- Hlonokl inj enen dozierenden ink von der ge« chossschen Bau- lse: ondcrweitige der dafür in Een dies not- Abg. Dr. Hugenberg (Ont.) tritt dann unter lauten höhnischen Rufen der Kommunisten an das Rednerpult. Er erinnert daran, daß er in seiner letzten Reichstagsrede vordem drohendenRuhreinbruch gewarnt habe. Bei diesen Worten entsteht g rohe Unruhe im Hause. Don links kommt ein Ruf: „Sic haben am Ruhreinbruch schön verdient! Von den Deutschnationalen und Rationalsozia- listcn werden laute Schmähruse gegen links^ gerichtet. Präsident Lobe weist wegen eines solchen Rufes den Abg. Stöhr (Olatf.) aus dem Saale. Der Lärm verstärkt sich. Deutschnationale Abgeordnete verlangen in lauten Rufen vom Präsidenten ein Einschreiten gegen links- Abg. Strasser wird aus dem Saale gewiesen. Abg. Wels (Soz.) bekennt sich zu dem Ruf und erhält dafür einen Wir können den Youngplangcsetzen unmöglich in dritter Lesung zustimmcn, wenn nicht vorher volle Klarheit über die finanzielle Lage des Reichs und über die finanziellen Konsequenzen des Poungplans geschaffen ist, wenn nicht vor« her die deutsche Ocffentlichkeit darüber aufgeklärt ist und wenn nicht vorher daraus die gesetzgeberischen Konsequenzen gezogen sind. Dadurch wird die Regierungskoalition nicht gefährdet, sondern gefestigt. Wir glauben nicht, daß wir in der nächsten Zeit großen Kapitalzufluß haben werden. Bleibt er aber aus, dann wird die Arbeits- . lofigkeit noch größer werden. Es ist jetzt der Zeitpunkt gekonmien, wo in Klarheit und Wahrheit die Regierung dem Volke restlose Aufklärung über die Finanzlage geben muß. (Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. Freiherr von Rheinbaben (OD). legt die grundsätzliche Einstellung seiner Partei zur Außenpolitik der letzten Jahre dar. Es könne aber festgcstellt werden, daß der Reue Plan immerhin ein erheblicher Fortschritt sei, der auf eine Sicherung gegen Unmögliches und die Möglichkeit einer wirklichen späteren Endlosung bringe. Die Regelung der Streitfragen über die Entmilitarisierung der Rheinlandzone und dH: Abmachungen sür den künstlich konstruierten Fall absichtlicher deutscher Vertrags- zerreißung befriedigten nicht und stellten nicht die endgültige Liquidation des Weltkrieges dar. Bis auf weiteres liege aber darin trotzdem ein genügender RechtS- । schütz vor der Wiederholung früherer Drohungen. Die außenpolitische Arbeit der letzten Jahre habe der Befreiung des besetzten Gebietes gegolten, die Arbeit der Zukunft wqrde darin be* I stehen, Deutschland wieder die volle Gleich- I bered; tigung zu bringen. Die Deutsche Dolkspartei würde nie einem Verzicht auf unsere Ostziele zustimmen. Sin solcher Verzicht ist aber in den vorliegenden Entwürfen nicht enthalten. Gegen die Formulierung des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens haben wir manche Bedenken, die wir im Ausschuß vortragen werden. Wir wollen mit England und Frankreich friedlich zusammenarbeiten, aber dazu ist notwendig, daß unsere Vertragspartner den schönen Worten über den Locarnogeist auch Taten folgen lassen. Zu einer Verständigung mit den übrigen Regierungsparteien über das Finanzprogramm sind wir bereit, aber wir wollen nicht das Vertragswerk und die Besreiung des Rheinlandes dadurch verzögern. Abg. Or. Bredt (Wirtsch.): Wir haben seinerzeit trotz starker Bedenken dem Dawesplan zugestimmt. Wir konnten cS. weil es sich dabei nur um ein Experiment handelte. Während der Pariser Verhandlungen steckten wir eigentlich schon in der Transfer* trise, aber damals wurde unsere Wirtschaftslage von bet Regierung viel zu rosi g ge* I schildert. Die Linksregierung hat uns in die Finanzmisere hineingebracht; wer aber heute Herrn Hugenberg gehört hat, der muß jede Hoffnung fahren lassen, daß uns etwa eine Rechtsregierung Hilfe bringen könnte. Die Sanktionsbestrebungen unserer V.rtrags* I gegner sind gerade durch Hugenbergs Volksbegehren gefördert worden. Das Gefährlichste am Voungplan ist die Preisgabe der Reichsbank. Der sozialdemokratische Vorstoß gegen die Reichsbank ist diesmal abgeschlagen worden, aber er wird sich wiederholen und dann müssen die bürgerlichen Parteien zusammen- stehen im Interesse der Sicherheit unserer Währung. (Abg. Äe'.L Soz: „Die Sozialdemokraten sind die zuverlässigsten Schützer der Währung!) Die Reichsbank muh unabhängig von parlamentarischen I Einflüssen sein. Heber eins müssen sich auch die Sozialdemokraten klar sein: Durch G.hälter und Löhne ist unserem Voll ein Lebensstandard I garantiert, den wir auf die Dauer nicht auf* rechterhalten können, wenn wir den Voungplan erfüllen wollen. Das Vorgehen Frankr ichs läßt sich menschlich verstehen, denn sie müs en das, was sie von uns erhalten, an Amerika weiterzahlen. Viel unsympathischer berührt der neue Raubzug gegen Deutschland, den jetzt ausgerechnet die englische A r b e i t e r r e g i e r u n g unternimmt. Seit drei Iahten haben wir uns vergeblich bemüht, die bewilliqungssteudigen Regierungsparteien auf den Ernst der Finanz* > läge hinzuweisen. Rachdem jetzt das klar zutage liegt, was wir immer vorausgesagt haben, kann man nicht von uns verlangen, daß wir dis ■ Verantwortung für die Annahme des Voung- plans mit übernehmen. i Aba. Graf zu Reventlow (Natlsoz.) z i e l l e Opfer auf sich nimmt, um dagegen ideelle Zugeständnisse Polens einzutauschen. Das Zentrum w rd diesem Tlbkommen nicht zustimmen können, bevor ihm im Ausschuß bestimmte Auskünfte über einzelne Fragen gegeben sind. Wir wünschen größere Sicherungen für die von Polen gemachten Zugeständnisse. Wit wollen keine Zustimmung geben, die zu einem Hemmnis werben könnte für die Lösung ber noch immer offenen Probleme im Osten im Sinne ber Vernunft unb ber Gerechtigkeit. (Beifall im Zentrum.) Die gestrigen Aeu- gerungen ber polnischen Regierungspresse über bie Zusammenkunft mit ben litauischen Staatsmännern lassen wenig Hoffnung aus besseres Detstänbnis für bie deutsche Psyche in Polen. Ordnungsruf, desgleichen Abg. Gok. Dann legt sich der Lärm. Abg. Hugenberg erklärt, daß der Entschluß, vor dem der Reichstag stehe, an die Daseins- grundlaaen des Volkes greife. Richt nur seine Wohlfahrt und Gesundheit, sondern auch seine Freiheit und Einheit ständen aus dem Spiele. Riemand in Deutschland habe bisher die Erfüllbarkeit des Voung-Planes behauptet. Auch das Ausland erkenne seine Hnerfüllbarkeit an. T a r d i e u habe gera&e jetzt öffentlich erklärt, baß Frankreich ermächtigt sei, beutsche Häfen unb Gruben zu beschlagnahmen unb bas Rheinland von neuem zu besehen. (Hört! Hört! rechts.) Meine zehn Fragen aus dem Ro- vember sind sämtlich durch den Lauf der Ereignisse zu ungunsten des Voung-Planes beantwortet worden. Wir sind mitten im Verfall und Kulturbolsche- w i s m u s- Die Zersetzung von Staat und Wirtschast hat erschütternde Formen angenommen- In aller Offenheit organisiert die äußerste Linke den bewaffneten Aufstand. Eine erfolgreiche deutsche Regierung kann nur auf der Ablehnung dieses Paktes aufgebaut sein. Wenn er beschlossen ist, gibt es deutlich sichtbar nur noch einen Weg der Rettung: Rämlich aus der Grundlage unseres Willens zur Freiheit und zur christlichen deutschen Kultur im klaren Kampse gegen des Marxismus Staat und Wirtschaft neu aufzubauen. (Lachen links.) Wir kämpfen aus vatcr- ländischer Hcberzeugung gegen den Voung-Plan. Ein ehrliches Rein wird im Auslände besser verstanden und bewertet als ein unehrliches 3a. (Beifall rechts) Die Polenverträge be- deuten in ihrer Auswirkung die h ö ch st e Gefährdung des deutschen Ostens und damit der deutschen Zukunft. (Zustimmung rechts, Unruhe links ) 3m Bewußtsein unserer Derant- Wortung und der Stärke unserer Stellung richten wir in letzter Stunde an die Parteien, die nicht an die marxistische Erfüllungspolitik gekettet sind, nochmals die Ditte, Bindungen abzulehnen, die verlieft eine Erklärung seiner Fraktion, in ber die mit bem Voung-Plan zusammenhängenden Gesetze abgelehnt werden. Diese Gesetze dienten nicht der Liquidation bes Krieges, sondern der Vernichtung der deutschen Freiheit. Die deutschen Erwerbslosen sollten nach diesem Plan in uti* '"-K •• W auf unser ff , Ar diel Eriche,ni täglich,auhrr Sonntags und Feiertag» Beilagen: The Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNiimmern infolge höherer Gewalt. §ernforechanschlüfse iinterSammeInummer2251. 21n|d)rift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. furchtbarer und gefährlicher sind als diejenigen I von Versailles. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen rechts.) Reichsaußenminister Or. Curtiuel Abg. hugenberg erklärt, der Voungplan zerstöre die, Freiheit unb Einheit Deutschlands und die deutsche Kultur. Das ist der Vorwurf, den wir Ihnen als dem Führer der fogeuannten „nationalen Opposition" machen, daß Sie glauben, allein Über Deutsch- lands Einheit, Freiheit und Kultur befinden zu dürfen. (Großer Lärm rechts.) Wir glauben, baf) wir mit dem Poungplan der deutschen Freiheit, Einheit und Kultur dienen, nicht aber mit den Methoden, bie Herr Dr. hugenberg anwendet. 3d) war gespannt auf seine Rede; aber er hat nicht mit einem Worte gesagt, was er tun würde an unserer Stelle. Er ist der Letzte, der sich darüber be- schweren darf, wenn Bestimmungen für den Fall einer böswilligen Zerreißung des Planes cingefügt wurden. Seine Agitation hat erst dazu geführt. (Großer Lärm und Ruse rechts: „Unerhört! Unverschämtheit! Advokat Frankreichs! Franzosen- freund!") Es ist ganz ausgeschlossen, daß diese Bestimmungen Frankreich zu einer Wieder- besetzung des Rheinlandes berechtigen könnten. (Rufe rechts: Das hat doch Tardieu gesagt!) Rein, Tardieu ist falsch zitiert worden. Es handelt sich bei Dr. hugenbergs Zitaten nicht um Aeuße- rungen Tardieus, sondern um Zeitungsmitteilungen über Aeußerungen, die Tardieu angeblich vor sei- | nett Parteifreunden gemocht haben soll. Sie alle wissen, daß die Ablehnung des Youngplans die Rückkehr zum Dawesplan bedeutet. Reichsbankpräsident Schacht selbst hat erklärt, keine Einzelpersön- lichkelt könne es verantworten, durch Festhalten am Dawesplan eine furchtbare Krise herbeizuführen. Die Reichsregierung will dem Bismarckwort folgen: „Die Ehre und Würde des Staates zu wahren, heißt, ihn vor Krisen zu schützen, in denen er nach der Weltlage unterliegen würde." (Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.) Abg. Or. Ärümng (3 ): Wir wehren uns gegen jeden Versuch, ohne eingehende Durchberatung die vorliegenden Gesetzentwürfe durch,zupeitschen. Dem Dawes-Plcm konnten wir freudiger zustimmen als dem vorliegenden Voung-Plan. Damals handelte es sich um die Sicherung unserer Währung und man erhoffte allgemein von dem Vertragsabschluß eine Aera der friedlichen Verständigung mit unseren ehemaligen Gegnern. Diese Hoffnungen sind schmerzlich enttäuscht worden. (Lebhafte Zustimmung.) Von einem Locarnogeist war nichts zu spüren in so vielen Aeußerungen ber Staatsmänner unserer Gegner. Wir mußten ein großes Ausmaß von Verstänbnislosigkeit beobachten In ber Presse unserer Gegner namentlich wöhrenb ber Haager Verhandlungen. Es klang so, als wollte man bas beutsche Volk nur zum Zahlungsautomaten ohne eigenes Lebensrecht mad)en. Die Zerreihungsklau* s e I läßt alles vermissen, was man Locarnogeist nennen könnte. Beim Polenabkommen haben wir den Einbruck, baß Deutschlanb große f in an* Berlin, 11. Febr. (DDZ.) Präsibent Lobe eröffnet bie Sitzung mit einem von den Olbge- orbneten stehend angehörten Rachruf auf den plötzlich verstorbenen sozialdemokratiichen Abgeordneten Dr. Levi. Auf der Tagesordnung stehen die fünf mit bem Voungplan zusammen- hängenben Vorlagen: Der Gesehentwurs über bie Haager Verhandlungen, das beutsch-amen- kanische Schuldenabkommen, das Reichsbankgeseh. das Reichsbahngeseh, das Liqudationsgeseh. Reichsaußenminister Or. Curtius erinnert an die Regierungserklärung vom Juli ' 1928, an deren Spitze die Befreiung der besetzten Gebiete, die befriedigende Regelung der Saar- frage und eine endgültige Regelung der Repara- tionssrage standen. Am Ende eines anbcrtpalb- jährigen Ringens stehe jetzt der feste Rau- mungstermin und ein neuer Re para- tionsplan, ber eine erhebliche Caften- erleichterung mit sich bringe. Verhanblun- gen über bie Saarsrage seien im Gange mit dem Ziele, sobald wie möglich die restloie Ruck- glieberung des Saargebietes in die deutsche Souveränität zu erreichen. Der Minister gibt dann einen Rückblick aus bie Derhanblungen über Reparationen und Räumung. Das sogenannte Sanktionssystem des Versailer Vertrages wurde beseitigt. Rach der neuen Regelung besteht bie Garantie ber Glaubigermächte in der von Deutschlanb unter eigener Verantwortung übernommenen feierlichen Verpflichtung, bie festgesetzten Annuitäten gemäß ben Bestimmung^ des Planes zu zahlen. Die Reparationskommls- sion hat keine Funktionen mehr auszuuben. Die bei dieser Gelegenheit ausgetaufchten Erklärungen beziehen sich aus ben Fall, baß in Zukunft einmal eine beutsche Regierung ben plan absichtlich zerreißen könnte Sie stellen fest, bah bie Gläubigerregierungen selbst im äußersten Falle nicht bas Recht haben, auf Grunb einseitiger Annahmen unb Behauptungen gegen Deutschlanb vorzugehen. Erst nach einem für Deutschlanb ungünstigen Spruch ber höchsten internationalen Instanz erhalten sie das Recht voller h a n d l u n g s f r e i - heil wieder, nachdem also auch Deutschland die Handlungsfreiheit eigenmächtig für sich in Anspruch genommen hat. Die deutsche Delegation hat den Austausch blcser Erklärungen für notwenbig gehalten, um keine Unklarheit bestehen zu lassen. Der Inhalt unb Zweck bes polnischen A b kommens, so fährt der Minister fort, sind tn ber beutschen Öffentlichkeit vielfach in gcrabe- zu unbegreiflichem Maße verfälscht worden. Für den gegenüber Polen ausgesprochenen Verzicht sind wertvolle n a t i v n a l p o l i t i s ch e Vorteile eingctauscht worden. Ramentlich für bie beutsche Minderheit in Polen haben wir den Druck, ber zehn Jahre nach bem Kriege auf ihr gelastet hat, erleichtert. Es ist richtig, bah wir eine finanzielle Belastung ü b e r n o m * men haben, sie hält sich aber im Rahmen des Tragbaren unb geht nicht im entferntesten tn | Williarbenbeträge. Dieser angebliche Milliarben- Verzicht soll baher stammen, baß wir Polen von seiner Verpflichtung zur Bezahlung bes deutfchen Staatseigentums tn ben abgetretenen Gebieten befreit hätten. Es ist bis zum Ermüden immer unb immer toieber schon betont worden, baß wir einen solchen Anspruch gegen Polen überhaupt nicht mehr hatten. 12 000 beutsche Rentengutsbesiher mit einer Familienkvpfzahl von etwa 80 000 Personen haben wir wenigstens in ihren Erbrechten sicherstellen können. Die Reichsregierung glaubt, daß wir durch dieses Abkommen einen Schritt weiter gekommen sind. Die Reichsregierung ist sich der Schwere der Last, die auf zwei Generationen gelegt wird, voll bewußt. Riemand vermag heute eine sichere Voraussage für eine so lange Zukunft über die Entwicklung des Wirtschaftslebens zu machen. Für die Entscheidung über den neuen Plan ist einzig und allein maßgebend die Beantwortung der Frage, obBessereszuerreichenwar unb ob bas Erreichte einen Fortschritt bebeutet. Der Minister erinnert baran, daß nach dem Londoner Zahlungsplan Deutschland mit einer Kapitalschuld von 132 Milliarden Golbmark belastet wurde. Die Kapitalschuld nach dem Voungplan betrage 34,5 Milliarden. Die durchschnitt- liebe Jahreslast sei gegenüber dem Dawesplan um fast 500 Millionen niedriger. Hierbei sei der Wohlstandsindex noch nicht eingerechnet. Die Schutzmaßnahmen des Dawcsplanes hätten die in sie gesetzten Erwartungen nicht gerechtfertigt. Alles in allem enthalte der Voungplan bessere Garantien für die Aufrechterhaltung ber beutschen Währung unb Wirtschaft als der Dawesplan. Hinzu komme, daß alle Pfänder, Kontrollen und ausländische Verwaltungsratsmitglieder fortfallen. Schließlich werde Deutschland von fremder Besatzung frei, befreit auch von der Willkür des Versailler Sanktionssystems Die Reichsregierung habe deshalb die Frage, ob das Interesse unseres Landes die Annahme der Verträge erfordert, mit einem ehrlichen Ja beantwortet. Sie erwarte Auoer- sichtlich, daß sich der Reichstag zu der gleichen Antwort entschließt. Abg. Or. Breitscheid (Soz.): Mit dem Voungplan wird ein neues Kapitel unserer Geschichte eingeleitet. Bei einem Rückblick aus die Zeit seit dem Versailler Vertrag wird niemand leugnen können, daß der Weg vorwärts und auswärts gegangen ist. Wir hegen an der Vollständigkeit und Endgültigkeit des Voungplans sehr starke Zweifel, aber bei einer Dawes-Transferkrise hätten sich die schwersten Schäden für das deutsche Volk unb bie deutsche Wirtschaft ergeben. (Ab. Klönne, Volkskonservativ: „Sie muh überstanden wer- Die Hounggesehe vor dem Reichstag. Reichsaußenminister Or. Curtius begründet die Regierungsvorlage und erbittet die Zustimmung des Reichstages zu den Haager Verträgen und zum Polenabkommen. - Hugenberg als Führer der Opposition am Rednerpult. - Oie Stellungnahme der Regierungsparteien. - Oas Zentrum verlangt weitere Aufklärung und Bindung an die Finanzreform. 8Ä hädlich und 5« äschert—_ Größte Aub^1' Cuxhavg "@=S GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn'ck und Verlag: vrühl'sche Unlversttüts-Vuch- und Steinöruderci n. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulltraße r. [FfNpULVE^ I > r HOMPSONLS w gesunden Ländern Frondienste für das internationale Finanzkapital leisten und dabei zugrunde gehen. Die Ablehnung des Voung-Pla- nes würde zu einer Krisis der Gesundung führen. Die Haltung des Reichspräsidenten kann sich der Redner nur so erklären, daß er von einem geschlossenen Kreis umgeben sei. der ihn hindere, sich ein objektives Bild zu machen. Der Reichspräsident könne mit einem Wort die Annahme des Voung-Planes verhindern. Spreche er dieses Wort nicht, so könne man nur mit tiefem Bedauern feststellen, dah er den Anforderungen nicht genügt habe, die jeder deutschfühlende Mensch an ihn gestellt habe. (Gelächter bei der Mehrheit.) — Weiterberatung Mittwoch. Der Etat. Arbeitslofenverfichcrung und Reichs- Hauehalt. Berlin, 11. Febr. (Priv.-Tel.) 3m Reichsfinanz» Ministerium fand heute vormittag die angekündigte Besprechung Dr. Moldenhauers mit den Finanz» und Steuersachoerständigen der Fraktionen statt. Man beschäftigte sich zunächst mit den 15 4 Millionen Fehlbetrag aus dem Fahre 19 28. Hierzu wurde heute der Gedanke bespro- chen, und es scheint, daß auch der Reichsbankpräsident damit einverstanden sein würde. Praktisch könnten die 154 Mill onen dann also im nächsten Jahre abgedeckt werden. Die Deutsche Volks- oartei erwartet nun aber von dem nächsten Jahre die Durchführung der Steuersenkungsaktion in der Höhe der 7 00 Millionen Poungplanersparnisse und befürchtet, daß die Verwirklichung dieser Forderung durch Belastungen des nächstjährigen Etats gefährdet werden könnte. Unter diesen Umständen muß die Frage der 154 Millionen noch weiter beraten werden. Den Hauptteil der heutigen Besprechung bildete das Problem der Arbeitslosenversicherung. Das Projekt des Reichsfinanzministers, die Singe» ft eilten» und Invalidenversicherung zur Entlastung des Etats auf diesem Gebiete heranzuziehen, ist dahin modifiziert worden, daß den beiden Dersicherungsinstituten Vorzugsaktien der Reichsbahn verkauft werden sollen, um ihnen eine größere Sicherheit zu geben und damit die Bedenken der Gewerkschaften zu beheben. Wie im Reichstag verlautet, würde das Zentrum bereit sein, diesem Plane zuzustimmen, und die Entscheidung liegt bei den Sozialdemokraten. Das neue Broigesetz. Berlin, 12. Febr. (TU.) Der Entwurf des Reichsernährungsministers über das neue Brot- geseh ist dem Reichsrat zur Beschlußfassung zugegangen. Der Entwurf bestimmt, daß unter der Bezeichnung „Roggenbrot" gewerbsmäßig nur Brot verkauft werden darf, das min- destens zu 95 v.H. aus Roggen her- g e st e l l t ist. Unter der Bezeichnung »W e i - zenbrot" darf nur Brot verkauft werden, das mindestens zu 9 5 v.H. aus Weizen herg este l l t ist. Brot, das aus einer Mischung hergestellt ist, darf nur unter der ausdrücklichen Bezeichnung „Mischbrot" verkauft werden. Hierbei ist Brot, das überwiegend aus Roggen hergestellt ist. als „Roggen-Mischbrot" zu bezeichnen. In der Begründung wird auf die Roggenlage hingewiesen. Es heißt u. a. darin, daß die Preissenkung, die der Roggen im laufen» .den Getreidewirtschaftsjahr genommen hat, so verhängnisvoll geworden sei, dah unter allen Umständen Desserungsmahnahmen getroffen wer- den müssen, wenn die roggenbauende Landwirtschaft nicht zugrunde gehen soll. Schobers Romreise. Besorgnisse der Kleinen Entente. Prag, 11. Febr. (Prioatmeldung.) Die Reise des österreichischen Bundeskanzlers nach Rom ist in politischen Kreisen mit außerordentlichem Interesse verfolgt worden. Bei der Bewertung ihrer Ergebnisse treten in den Betrachtungen der Presse zwei Momente in den Vordergrund. Einmal wird die durch diesen Besuch des Führers der österreichischen Politik in Rom bewiesene 21 k» tioität der österreichischen Außenpolitik mit Befriedigung als ein Zeichen dafür gewertet, daß die Frage des deutsch- österreichischen Zusammenschlusses im Augenblick nicht akut ist. Andererseits zeigt sich eine gewisse Beunruhigung über die Möglichkeit, daß durch den österreichisch-italienischen Vertrag die italienische Politik in den Mittelmeer - und in den Balkanfragen eine Stützung erfährt, die angesichts des Konkurrierens der italienischen Politik mit der Frankreichs und der Kleinen Entente unbequem werden könnte. Auch die Meinung wird vorschiedentlich vertreten, daß Oesterreich nunmehr als Brücke für eine italienisch-deutsche Zusammenarbeit wirken soll, die ein Gegengewicht gegen Frankreich wäre; in diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß die Tschechoslowakei nur mit Frankreich, den Staaten der Kleinen Entente und Polen eine gemeinsame Politik machen kann. Im übrigen zeigt sich in den Kommentaren der Presse ein aewisses Werben um Oe st erreich, das im Zusammenhang mit der Reise des österreichischen Bundeskanzlers nach Berlin, auf der aller Voraussicht nach Prag nicht berührt werden wird, zu bewerten ist. polens Drängen an die Ostsee. Lstprcutzcn als Hindernis. Warschau, II. Febr. (WB.) Rationalistische Studenten hielten in Warschau eine Versammlung ab, um den zehnjährigen Jahrestag der Wiedergewinnung der Seeküste durch Dolen zu feiern, wobei aggressive Reden gehalten wurden. So erklärte ein Redner: An der Ostsee müssen die slawischen Feuer brennen, aber nicht nur an der gegenwärtigen Seeküste, sondern dort, wo sie vor tausend Jahren gebrannt hätten. Die nationaldemokratische Gazeta War» sxawski ist der Meinung, daß sich Polen in seinem Zug zum Meer nicht auf Verteidigung allein beschränken müsse. Wenn der Korridor Deutschland störe, so sei für Polen Ostpreußen ein Hindernis. Es gäbe zwei Methoden, um den Korridor an der Ostsee verschwinden zu lassen. Der im Vertrage von Versailles geschaffene Zustand, der von Polen geachtet und als unantastbar angesehen werde, sichere nickt Polen allein, sondern alle Partner. DaS gleiche Blatt bringt dann noch einen Aufruf, worin die Loyddampser „München" im Mtmker Hafen durch Feuer zerstört und gesunken. Reu York, 11. Febr. (TU. Junffprud).) Der am 30. Januar von Bremen abgefahrene und am heutt- gen Dienstag In Reuyork eingetroffene Dampfer „München" des Norddeutschen Lloyd ist durch Feuer zerstört und gesunken. Der Dampfer war gerade angekommen und halte am Pier festgemacht und die 206 Passagiere hatten begonnen, von Bord zu gehen, als dichte Rauchwolken aus dem Schiff heransguollen, worauf sofort das Alarmsignal „Feuer im Schiff" den Dampfer durchgellte. Der Umsicht der Schiffsleitung gelang es, eine Panik zu verhüten und alle 206 Passagiere sicher an Land zu bringen. D?r Kapitän lieh alle Feuerlosch- und Sicherheitsmah- nahmen ergreifen und auch die Neuyorker Feuerwehr griff alsbald in die Katastrophe ein. Dennoch erwies sich eine Rettung des Schiffes als unmöglich. Es folgten noch mehrere Explosionen, wobei drei Feuerwehrleute verletzt wvrden. Der Dampfer ist gesunken und der Schiffskörper ruht auf dem Boden des Hudson-Rivers, der am Pier 14 Meter tief ist. Der Oberbau des Schiffes ragt über das Wasser empor. Der Brand wütet weiter. Die Pumpen schleudern das Wasser tonnenweise in den Brandherd. Ein Uebergre'fen der Flammen auf den Pier und die Nachbarschiffe konnte verhindert werden. An den Löscharbeiten beteiligten sich auch mehrere Feuerlöschboote. Durch die Explosionen wurden die Schiffsplatten auseinandergerissen. An der Steuerbordseitr und im Schiffsboden klafften große Löcher. Die Polizeibehörden haben die Einstellung des gesamten Untergrund- bahnverkehrs durch den von der oberen Stadt nach Verseh City führenden Hudson- Tunnel angeordnet, da die gesunkene „München" direkt über dem Tunnel liegt und weitere Explosionen befürchtet werden, die die Tunn^lwände beschädigen könnten. Der Pier, an dem die ..München" anlegte, liegt im unteren Teil des Stadtteiles Manhattan. Drei Personen wurden durch die Explosionen an Bord der „München" in die Luft geschleudert. Von ihnen ist eine ertrunken. Die beiden anderen werden vermißt. Unter den Vermißten befindet sich auch ein Mitglied der Besatzung. Zwei Stunden, nachdem das Schiff gesunken war, waren Explosionen, die in seinem Innern unter Wasser erfolgten, noch deutlich zu hören. Rach Ansicht der Feuerwehr dürfte der Brand auf Selbstentzündung der in der Ladung befindlichen K a l i s ä ck e Kurückzu- füfjren sein. Die Dockarbeiter hatten über 203 Säcke Kali ausgeladen, als der Brand entdeckt wurde. Der Brand hatte eine riesige Menschenmenge herbeigelockt. 10 003 umdräng en tagsüber bis in die späte Rächt hinein das Dock, so daß Polizeireserven eingesetzt werden muhten, um die Ordnung au,rechtzuerhalten. 13 Schlepper und 26 Dampfsprihen, sowie sechs pneumatische Leitern waren an der Brandstelle zur Hilfeleistung eingesetzt. Ihn Mitternacht dauerte der Brand des Dampfers noch mit unverminderter He'tigkeit fort. Zur genauesten Beobachtung des Feuers waren eine große Zahl von Scheinwerfern auf den Dampfer gerichtet. Das Schiff lehnt sich stark gegen das Dock an, so dah man Deschä igungen des Docks bei Eintritt der Ebbe befürchtet. Die Blätter widmen dem Brande mehrere Seiten. Die zahlreichen den Berichten beigegebenen Bilder geben eine Vorstellung von der Intensität des Feuers und zeigen den bis zu den Deckaufbauten gesunkenen Dampfer. In den Schilderungen werden die Bemühungen des Kapitäns, die Schiffspapiere zu retten, hervorgehoben. Kapitän Brüning versuchte, mit der Axt in der Hand, an die Papiere heranzukommen, doch gelang es ihm nur, das Logbuch zu retten. Dem Schiffszahlmeister war es möglich, 40 000 Mark Schifssgelder in Sicherheit zu bringen. Unter dec verbrannten Ladung befinden sich auch 7000 Vögel, meist Kanarienvögel. Rachdcm sämtliche Feuerwehrleute von Bord wegbefohlen waren, verlieh als Letzter Kapitän Brüning das Schiff, indem er sich an einem Seil herunterlieh. Die 137 Passagiere, die mit der „München" am Donnerstag nach Europa abfahren sollten, werden mit dem amerikanischen Dampfer „America" abreisen. Der Kampf um das Mooi. Eine englische Niederlage auf der Floltenkonferenz. London, 11.Febr. (WB.) Die Plenarsitzung der Seemächtekonferenz, die sich mit dem Unterseebootsproblem beschäftigen sollte, trat im St.-James« Palast zusammen. Die Sitzung war stark besucht. Für die englische Delegation wiee der Erste Seelord Alexander darauf hin, daß einige der auf der Konferenz vertretenen Mächte Gegenüber dem Gedanken der völligen Abschaffung der U-Bootswaffe ein gewisses Widerstreben an den Tag gelegt hätten. Es müßten Schritte unternommen werden, um eine Wiederholung der Ereignisse des Weltkrieges zu verhindern, bevor die Generation, die sie mitcrlebt hat, verschwindet und eine neue Generation, die nicht so unmittelbare Kenntnis davon hat, sich am Ruder befindet. Alexander suchte die These zu widerlegen, dah die Unterseeboote nur Derteidigungsschiffe seien. Der Bau und der Unterhalt der Unterseeboote sei eine toftfpielige Sache und durch ihre Abschaffung daher an sich könnte schon eine riesige Verringerung der Rüstungsausgaben erzielt werden. Außerdem könnte man, wenn die Konferenz überein- komme, die Unterseebootswaffe abzuschaffen, sofort daran gehen, die Zahl der Zerstörer und Unterseebootsabwehrfchiffe zu vermin- dern. Der amerikanische Delegierte S t i m f o n trat mit großem Rachdruck von neuem für die völlige Abschaffung der Tl-Bootswaffe ein. Der japanische Delegierte Takarabe betonte, daß Japan mit seinen weit ausgedehnten Küstengewässern auf das Unterseeboot nicht verzichten könne, sei es doch insbesondere auch angesichts seiner BiUigkeit und seiner defensiven Eigenschaften die geeignet,te Verteidigungswaffe. Die unbeschränkte Tl-Boots- kriegführuna in der Art, wie der Weltkrieg sie gesehen habe, Welle er damit nicht verteidigen. Der französische Delegierte Lehgues erklärte, die französische Regierung betrachte die Unterseeboote als gewöhnliche Krieg schille und als e'ne unentbehrliche Verteidigungswaffe, aber ihre 'Verwendung könne und müsse geregelt werden. Der italienische Delegationsführer Grandi brachte zum Aufdruck, daß die italienische Delegation gern bereit sei, sich an der Beratung eines Programms zu beteiligen, das auf eine möglichste Verminderung der Zahl der Tl-Boote abziele und ihre Verwendung gegen Handelsschiffe einsckränke. Rachdem tue Sprecher der einzelnen Delegationen Erklärungen zur Mterseebootsfrage abgegeben hatten, unterbreitete die französische Delegation eine Entschließung, in der vorgeschlagen wird, einen Ausschuß zu ernennen, der den Wortlaut einer Vereinbarung ausarbeiten soll, die von allen Seemächten zu unterzeichnen sei und den Unterseebooten verbietet, gegen Handelsschiffe anders vorzugehen als gemäß den zur Zeit geltenden oder in Zukunft noch in Kraft tretenden Bestimmungen, denen die öleberwasserschiffe unterworfen sind. Auf Vorschlag Mac Donalds wurde die Entschließung Leygues zusammen mit einer weitergehenden Entschließung, dec amerikanischen Delegation, dem Ersten Ausschuß zur Beratung überwiesen. Damit fand die Sitzung ihr Ende. Die amerikanische Entschließung fordert, dah ein Ausschuß ernannt werde, der drei Fragen zu prüfen und darüber zu berichten habe, nämlich die Frage der Abschafkung der älntersceboote, die Frage einer Regelung der Verwendung von Unterseebooten im Kriegsfälle und die Frage der Festsetzung einer einheitlichen Größe für alle Llnterseesahrzeuge. • Der Verlauf der Vollsitzung der Flottenkonfe- renz hat keine Tleberraschung gebracht. Da Frankreich und Japan an ihrem Standpunkt unbedingt festhalten, ist von der gegenwärtigen Konferenz eine Abschaffung der Unterseeboote, wie sie von England und Amerika befürwortet wird, nicht zu erwarten. Es ist nur mit einem Kompromiß in Gestalt eines Abkommens gegen einen „unmenschlichen U-Cßpot- krieg" und vielleicht mit einer gewissen Einschränkung der Zahl und der Größe der Unterfee6wtc zu rechnen. Das Bedauern über diese für England sehr unbefriedigenden Ergebnisse kommt in der Presse allgemein zum Ausdruck. „Times" hofft, daß auf einer künftigen Konferenz der einzig wirksame Schritt möglich werde, der dieser kostspieligen und zum Mißbrauch herausfordernden Kriegsschiffsklasse gegenüber angebracht sei. „Daily Chronicle" weist Darauf hin, daß das Washingtoner tr-Toot» Abkommen von 1922 infolge der Haltung des französischen Parlaments niemals in Kraft getreten sei, und fragt, welche Gewähr dafür bestehe, daß Frankreich bei der gestern vorgeschlagenen Aechtung barbarischer Verwendung der Unterseeboote nicht genau so handeln werde. Bevölkerung aufgefordert wird, Geld für d?n Bau einer starken Flotte zu sammeln. Wit den Worten: »Aufs Meer hinaus! Bauen wir Häken, bauen wir Schiffe!" schließt die Kundgebung. Aus aller Wett. Die christlichen Gewerkschaften für den Au. fammenschlust von Hessen, Baden und Württemberg. Die in Darmstadt jufammengefommenen Der- freier der christlichen Gewerkschaften Hessens faßten einmütig den Beschluß, im Beteln mit dem Beschluß der christlichen Gewerkschaften In Württemberg und Baden gleichzeitig Berhandlungen über den Anschluß hestens an Württemberg und Baden einzuleiten. Ein Anschluß Hessens an Preußen wird einmütig abge- lefjnt Faustrecht im Berliner Ehauffeurslreik. An verschiedenen Stellen Berlins kam es zu schweren Ausschreitungen zwischen strei- | kenden Droschkenchauffeuren und arbeitswilligen Kraftwagenführern. Am Schluß einer Versammlung der Streikenden forderten kommunistische Funktionäre die Streikenden auf, in geschlossenen Zügen durch die Straßen zu ziehen, Autodroschlen anzuhalten und die arbeitswilligen Chauffeure von den Wagen zu drängen. Ani Schlesischen Bahnhof, am Küstriner Platz und am Prenzlauer Tor kam es dann zu Zusammenstößen, Droschken wurden durch Stein- Würfe schwer beschädigt, von Streikenden an« gehalten, die Fahrgäste mit Gewast aus den Wagen herausgerissen und die Chauffeure blutig geschlagen. 40 000 Berliner Läden ohne Licht. Der Bund der Handels- und Gewerbetreibenden hat den Beschluß gefaßt, seine sämtlichen Mitglieder und die dem Bunde angefchlossenen Verbände aufzufordern, vom 15. bis zum 28. Februar als Pro- t e ft gegen die Erhöhung der städtischen Werktarife nach Gefchäftsschluh die Schaufensterbeleuchtung einzu st eilen und auch die Reklameinschriften nicht mehr leuchten zu lassen. An der Aktion sollen sich rund 40 000 Berliner Ladengeschäfte aus den verschiedensten Branchen beteiligen. Entlastungen bei der Berliner Berkehrsgesellschast Die Direktion der Berliner Derkehrsgesellfchaft beschloß, 500 Mann des technischen Personal» zu entlasten. Di« B.D.G. hat sich hierzu infolge der Sparmaßnahmen entschließen müssen, nachdem der kommunistische Arbeiterrat den angebotenen Ausweg, eine Feierschicht pro Woche einzulegen, abgelebt hatte. Die Entlastungen werden bereits vom Mittwoch ab durchgeführt werden. Infolge der oppositionellen Haltung der Funktionäre ist damit zu rechnen, daß noch weitere Entlassungen, auch in anderen Abteilungen, erfolgen. Stürmische Gläubigcrvcrsammlung der Bank für Deutsche Beamte. Die erste Gläubigerversammlung der Bank für Deutsche Beamte im Berliner Großen Schauspielhaus gestaltete sich sehr stürmisch. Etwa 600 Gläu- biger konnten keinen Einlaß finden, da das Schau- spielhaus wegen Ueberfüllung Polizei- l i ch gesperrt wurde. Zwei Bereitschaften der Schutzpolizei hielten die Ordnung vor und im Schauspielhaus aufrecht. Die Außenstehenden zerstreuten sich bald, als bekannt wurde, daß die Verhandlung auf einen späteren Derrn i n v e r t a gt werden sollte. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Herr, beantragte sofort bei der Eröffnung unter allgemeinem Protest, mit Rücksicht auf d i e nicht anwesen d^en Gläubiger, die Verhandlung zu vertagen. Es wurden nur der Bericht des Vertrauensmannes, Konkursverwalters N ö tz e l, entgegengenommen und einige Ausführungen für und wider den Konkurs gehört Als Verhandlungsraum wurde die Neue Autohalle der Ausstellungshallen am Kaiserdamm bestimmt. Aufregender Fabrikbrand in Chicago. In einer Kissen- und Matratzenfabrik, deren Betrieb im 7. und 8. Stockwerk eines Geschäftsgebäudes untergebracht war, brach ein Brand aus. Kapok und andere leicht brennbare Materialien standen in kurzer Zeit in Flammen und versperrten den 233 Angestellten den Weg ins Freie. Trotz der beträchtlichen Höhe blieb nichts anderes übrig, als die Rettung mit dem Sprungtuch zu versuchen. Die meister überstanden den Sprung in die Tiefe, wenn auch nicht immer heil, so doch nur mit geringfügigen Verletzungen. Ein junges Mädchen jedoch stürzte so unglücklich ins Sprungtuch, dah es einen tödlichen Schädelbruch davontrug. Diejenigen, die den Entschluß zu dem Sprung nicht aufbringen konnten, waren eine zeitlang in einer fürchterlichen Lage, da die pneumatischen Leitern der Feuerwehr zu solchen Höhen nicht hinaufreichen. Sie hingen verzweifelt an den Fensterbrüstungen des brennenden Gebäudes, bis die Feuerwehr mit Hakenleitern einen Leitergang hergestellt hatte, «über den sie in Sicherheit gebracht werden konnten. Skandalszenen auf einer Pariser Rennbahn. Auf der Rennbahn von Vincennes kam es zu Beginn des zweiten Trabrennens zu Oie Wetterlage. -W icrdeen- Mai .001 ■ans Wien' (oruna’ I.FePriiar. 1930,7" abds.: .©woiKenios. oneuer ®nalD DtdecKi.®-oixig ©oeorcKt «Rtfle^ V Schnee a Graupeln s ntoci K GfWit!er©Win a. d. Gtest. Anzetaer. .,iF . ßmoöftiil-Berfieigening. Anwesen tr der Nreisstadt Alsielv, in beiter X*ane iLchellngassel, neben der neuen Post, bestehend aus 2 Wohnunget «davon eine foiort beziehbar« und Vauer rdume, geschlossener Hoi. für tedes Ge- schäit und (yeroerbebeii leb geeignet, wird am 10. Februar 1030, nachm. 3 Ubr, aut dem Rathause in Alsield öffentlich unter gllnstig'n Bedingungen (Anzahlung Pik. 3000.-) einmal versteigert. Nähere Auskunft Mainzergasse 23. Bermntler ausgeschlossen. 1249D 7. 8. 9. 10. 11. Todesanzeige. Heute abend entschlief nach kurzem, aber schwerem Leiden, mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Herr Ludwig Schäfer, Schneidermeister und Beigeordneter im Alter von 61 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Lindenstruth, Bersrod, Oppenrod, den 11. Februar 1930. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 14. Februar, nachmittags um 2 Uhr statt. M Jih > Angebote auf die einzelnen Lose sind bis spätestens Donnerstag, den 20. Februar 1930, nachmittags 2 llhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Verkaufsbedingungen können daselbst H-mel rcrLflU ordnete qrel^ i'dll«» .-ringer ousgespr" J.-rka/ iK* anlhaüur Linigung dienten wegen der D-b sinngt h 'chieden revlll jngcmcic Ser Der Ciner 21 "bauberei sungs bäunü zur -öet' Dbstanla qleichzcit /chatt für - 2lm - 2epp i Diber lehcne D der dies) meter Meter vi und für Derstch der Cor Kanal treffend und nur Anschlüsl worden 1 anaeftett 2 'Raarp MM S). ^a und d für die Haus zu sei) , erteilt, einige Stämme. 2 St. 4. Sti. 1,16 fm 41 „ 2. „ 17,72 „ 7 „ 3. „ 5,67 „ Sonderangebotein — em / Los 1. Klasse 1 „ 2. „ 2 Bezirks-Direktion übertragen. HöchsteProvision und gute Tarife erleichtern den Auf bau. Ausfü irliche Bewerbungen sofort erbeten an die Kranken-und Sterbekasse für selbständige Handwerker, Gewerbetreibende u. Landwirte A.-6.,Bonna.Rh. Ileideiminn? ScKufie SM^HUemann Nach langem schweren Leiden wurde beute vormittag l/29 Uhr meine liebe Frau, Tochter, unsere liebe Schwester Frau Margarete Mootz geb. Reinschmidt Die Gemeinde Heuchelheim (Kreis Gießen) verkauft im Wege schriftlichen An- 1247D SILITSTAHL KOCHGESCHIRRE außen inoxydlert, innen besonders harter Ueberzug, zu jeder Speise verwendbar, kein Anbrennen, bequeme Reinigung. Billig, praktisch, unverwüstlich, hygienisch einwandfrei. CROMARGANKÜCHENGERÄTE aus Kruppschem V2A-Material, dem Idealen Metall für Küche und Tatet Dauernd silberähnliches Aussehen, kein Geruch, kein Geschmack, unempfindlich gegen Speisesäuren, leichte Reinigung - Illustriertes Prospektmaterial kostenlos. Beachten Sie bitte unser Schaufenster. Mellü A Sanel na o. K., Pfund -.32, SIMA. N „ 1 „ 5. „ 1,80., Eiche: Gartenpfosten 37 St., 2,2 m L, 3,23 im ' “ ' St. 3. Kl. 0,91 fm Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde ftlein-Lindeu für Rj. 1929 liegt vom Donnerstag, dem 13. Februar L 3. ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer der unterzeichneten Bür. germeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. 12610 Einwendungen dagegen können innerhalb der Offenlegungsfrist schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Aus- märker beizutragen haben. Klein-Linden, den 12. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Jung. mgoiteo gmz tu derNäheder Stadt gelegen, mit GartenbänSchen, Wasserleitung ufro^ zu verpachten. 0957 Wilhelm Pfeil. Goethesfr. 4Sa. Einige schöne Maskenkostiime zu verleiben. Zu erftagen Kirchen« platz 9, Laden. IWÄD Todesanzeige. Heute abend entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann,unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Herr Jakob Hofmann III. im 59. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Hofmann Ww. geb. Zeller« Bersrod, den 11. Februar 1930. Beerdigung am Freitag, dem 14. Februar, nachmittags 2 Uhr. 010)5 Wohnungstausch Tausche schöne aer. 4-Zim.» Wolina.« 1. Sn., mit riubeh- i. sch. ruhig. Lage, geg. 4-Zim Wobng. nt Znbeh. Zu er fr. t. d. weichst, d. Gien. Anz. U9H Bahnhofstraße. Telephon 3403. DRUCKSACHEN aller Arl liefert die BrühPsche Druckerei MieigeMUClie. 6 — 7-Zimmer-- Wohnung f. foL evtl, auch für fptuer, gesucht. 5 Zimmer-Wob- nung kann lnTausch gegeben werden. Schrisil. Angeb. uni. 0780 an d. Gieir.Anz. Lebens-Stellung Wir suchen Verbindung mit tüch tigen Versicherung« Vertretern und Beamten, welche in der Werbung und Organisation gute Erfolge naciiweisen können. Geeignetem Bewerber wird für den fiallspach-GroBhesiraftlun^ bei Neurasthenie, Nervenschwäche, Neurosen jeder Art, Schlaflosigkeit, Lähmungserscheinungen, Neuralgien, Muskel- und Gelenkrheumatismen, Stoffwechselerkrankungen, Arterienverkalkung usw. 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Stadttheater Donnerstag, den 13. «vebruar: von 19', biS21' ,ilhr (Siegener Soniertoereln 2. SynipnoniekcDzert Leilung Dr. Stesan Temesvary. Orchester des Meininger Landesthea- iers.Sollsttn Paula Hegner am Klavter. sMiive o. 8., Soütllaa o. 8., HoHööoeo, MWs, tvelWkWls ZWioieietts, eüenöe Saipien leienöe Mik en, Blatinüöen Räucherwaren in nur emroanbfr. Qual. C. 6. Kleinhenn Babnbosstrakre 59 s,7«DI Tel. 3866. Großer Srennholzverkaus. Wir verkaufen loko Wald zirka 1200 Raummeter Buchenscheiter 1. Kl. und 400 Raummeter Buchenknüppel l.Kl. zu mäßigen Preisen ungetrennt oder in Losen zu den allgemeinen Derkaufsbedingungen der Hessischen Domanialverwaltung. Das Holz ist bester Qualität und sitzt an oder in nächster Nähe von chaussierten Wegen 1—2 km von der Bahnstation Ilbeshausen (Strecke Lauterbach — Stockheim — Frankfurt) entfernt. Gebote sind bis zum 20. Februar bei uns einzureichen. 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Sie wollte seinen Augen ausweichen, aber diese hielten sie fest. „Doch...", antwortete sie kaum hörbar. Da nahm er sie herrisch in seine Arme und küßte sie. Ihre Lippen waren eiskalt, und ihr Leib zuckte tn der Umarmung. VI. Felix Schulhofs ging über das weitläufige Baugelände Wie ein Wald von Stämmen erhoben sich überall die Gerüststangen. Ein Heer von Bauarbeitern war damit beschäftigt, die Fundamente zu legen Stimmen erfüllten die Luft, Maschinen liefen ratternd, Automobile brachten in unablässiger Folge Baumaterialien herbei..., wohin man blickte, sah man arbeitende Menschen. Freudiger Stolz erfüllte Felix Schulhofs. Run war das große Wert im Gange. Sein Werk! Hier würde Gestalt gewinnen, was er geplant .. „ bald würden die Mauern sich erheben ..., mit ledern Tag mehr zur Höhe emporwachsen. ., im weiten Rund ..ein neuer Stadtteil würde hier erstehen.... gebaut nach seinem Sinn..., den Menschen, die hier wohnen würden, zur Freude... (Fortsetzung folgt) SÄS- er'Esor»^ ♦ Grünberg, 11.Febr. Der der Deutschen V o l k s p a r t e i angegliederte F i l m d i e n st zeigte hier im Saale des „Raupen" vor einem zahlreichen Publikum sein diessährtges Winterprogramm. Wie wir es im vorigen Jahre gesehen haben, so stand auch in diesem Jahr die Vorführung auf einer beachtens- werten Höhe. Das Publikum zeigte sich dankbar und spendete reichen Beifall. Kreis Büdingen. I! Büdingen, 11. Febr. Die Markt- k o m m i s s i o n unter dem Borsitz des Bürgermeisters hatte die Borsihenden der Büdin- ger Vereine eingeladen,_ um über den für den Juni vorgesehenen Büdinger Jubiläums markt zu beraten. Es wurde einstimmig beschlossen, einen großen hist o r i s ch e n Festzug zu veranstalten, um den Marktbesuchern einen Begriff von der Bedeutung des Büdinger Marktes zu vermitteln. Kreis Schotten. x Schotten, 10. Febr. Aus dem Gemeinderat: Die Ortssahung der städt. Wasserleitung wird dahin ergänzt, dah künftighin Reparaturen an der Wasserleitung nur bis an die äußere Gebäudemauer von feiten der Stadt vorgenommen werden, alle übrigen Reparaturen im Innern des Gebäudes. besonders auch an den Entleerungs-Abstell- hähnen. haben die Gebäudeeigentümer selbst zu tragen. Eine Wassermesferbenuyungsgebühr von halbjährlich 1 Ml. wird erhoben. Die Mindesttaxe für jeden Anschluß wird auf 5 Mk. halbjährlich festgesetzt. - Die Mitglieder des Gemeinderats sollen st ä d t i s ch e A r - beiten und Lieferungen nur mit Wis- fen des Gemeinderats übernehmen. - Die 33er- kehrskommission soll mit den übrigen Interessenten einen Kostenvoranschlag über die Anlage am Bahnhof und Kreisamt, woselbst ein Raturbrunnen, Blumenanlage u. dgl. m. ifiSfüS ernteten reichen Beifall. Auch die Vorführungen der Turner, Freiübungen, Turnen am Pferd und Barren, unter Leitung von Hugo Germer, zeigten einen günstigen Stand, des Turnens und wurden mit viel Beifall ausgenommen. Gipfelleistungen auf dem Gebiete des Radsports zeigten die Mitglieder des Arbeitcr-Radfahrer-Klubs „Solidarität" von Gro- ßen-Linden, die mit ihrem Kunstfahren viel B^ wunderung erregten. Lobend erwähnt feien noch die schönen Liedervorträge der Gesangsabteilung der Freien Turnerschaft unter ihrem Dirigenten Wilhelm Lenz. Die Verdienste aller Mitwirkenden würdigte Diplom-Ingenieur Kuntzemüller, Gießen, der über Zwecke und Ziele des 'Arbeiter- Turn- und Sportbundes sprach. Humoristische Ein- lagen, gesellige Unterhaltung und Tanz der Jugend beschlossen die Feier. §2)aubringen,10. Febr. Die Holzh au e r» arbeiten sind beendet Jtet)r als die alljährlich vorgesehene Holzmenge von rund 400 Festmeter wurde auch in diesem Winter, nicht geschlagen Durch die Beendigung des Holzhauens ist wieder eine A n - zahl Arbeiter arbeitslos geworden. * Großen-Buseck, 11. Febr. Der Fuß- ballklub 1 926 Großen-Buseck, der un Gau Gießen-Wetzlar Mitglied des Westdeutschen Spielverbandes ist, hielt am Samstag im Vereinslokal „Zum Busecker Tal" seine Iahresschlußver- sammlung ab. Nach einem Rückblick des 1 Vorsitzenden über die Arbeit im verflossenen Jahre, in dem Ersprießliches zum Wohle der Jugend geleistet worden ist, ging man zur Vorstands- und Ausschußwahi über. Der alte Vorstand sowie die Unterausschüsse waren sich darin einig, auch für das kommende Jahr weiterhin sich dem Verein zur Verfügung zu stellen, woraus einstimmig Gesamtwiederwahl erfolgte. In spielerischer Hinsicht kann der junge Verein auf ett^i großen Erfolg zurückblicken, denn es ist ihm innerhalb von zwei Jahren gelungen, eine beachtenswerte Stellung in der Gauklasse A, die sich meistens aus Landvereinen zusammensetzt, zu erringen.__________ Der Makler Ricolas hatte an dem Tisch, an dem außer ihm noch fünf Herren sahen, wieder Platz genommen. ,, , . . Vorerst ist Herr Max Schulhofs noch da und, Wie ich mich gestern überzeugen konnte, auch in der Lage, sich um sein Geschäft zu kümmern I Aber selbst wenn sich dies ändern würde: sein Sohn Felix ist der geistige Vater des ganzen Projekts, er hat selbst das größte Interesse an seinem Gelingen!" Dr. Krieck lächelte verbindlich „Ganz recht, lieber Herr Ricolas! Ich schätze den jungen Herrn Schulhofs auch als hervorragenden Architekten, ich bewundere geradezu sein Projekt... Ob er aber auch im rem Geschäftlichen diese Qualitäten bescht? ... Sie wisser^ Künstler sind in finanziellen Dingen oft Phon tasten ... große Kinder.. ." Der Makler Ricolas fuhr sich durch die strähnigen roten Haare. Dieser Krieck lnachte chn mit seinem Geschwätz noch rasend! Richt genug, daß seine Bank sich von dem Geschäft zuruckzog, brachte er es schließlich noch fertig, die anderen Finanzleute, die sich an der Sache beteiligen wollten, zum Abspringen zu veranlassen. Man durste nur die Gesichter von einigen der Anwesenden betrachten! Da malte sich plötzlich Sorge, Unruhe... man sah verlegen vor sich nieder... schien zu überlegen, wie man sich am besten aus der Affäre wieder herauszog - „Das sind natürlich nur theoretische Erörterungen," meinte Dr. Krieck leichthin, während seine schmalen Finger mit einem goldenen Bleistift spielten. „Wie ich vorhin schon bemerkte, liegt die Ursache unserer veränderten Haltung in anderweitigen dringlicheren Verpflichtungen meiner Dank begründet." n k Uni) Sie, meine Herren? sagte Ricolas und sah die übrigen Anwesenden fragend an. „Wie denken Sie über die Sache?" Anfangs herrschte betretenes schweigen, bann begann einer der Herren in gewundeiwn Worten zu erklären dah er unter diesen Umstanden sich die Sache natürlich nochmals gründlich überlegen müsse... ein anderer, der Inhaber eines kleineren Bankhauses, gab vor, zunächst mit seinem Kompagnon Rücksprache nehmen zu wollen der dritte wollte überhaupt nichts mehr von diesem Finanzgeschäft wissen, wenn die Europa- banl nicht daran beteiligt war Der Makler Ricolas lachte zornig auf. „Dann kann ich ja gehen und Herrn Schulhofs Bescheid sagen?" rief er. warf die Papiere, die er UW iittA in betÄbct stabt aekiitit mit (Üatlenbäubdjnt Bafietltimnfl M u ucrpmhirn. 0957 öilbrlm W (iiW \$M MM w verleihen. Zu eihaaen fiirrotn* platz 9, Laben. geschaffen werden soll, aufstellen. — Ein Stück Gelände, das für die Durchführung eines ös- fentlichen Weges zum Krankenhaus benötigt wird, soll eventuell im Weg der Enteignung erworben werden. — Ein städtisches Daudarlehen für einen Privatbau in der Vogelsbergerstrahe wird unter den üblichen Bedingungen (6 Prozent Zinsen, 4 Prozent Tilgung) bewilligt. Schotten, 9. Febr. In seiner gestrigen Sitzung ernannte der hiesige Bezirkslehrerverein feinen lang übrigen Obmann Lehrer i.R. Carl Linck, Schotten, einstimmig zum Ehrenobmann. Der feit einigen Jahren im Ruhestand Lebende stand 32 Jahre ununterbrochen an der Spitze des Dezirksvercins. Wah- rend dieser langen Zeit hat er sich durch seine hingebende Wirksamkeit große Verdienste um den Verein und die Schule erworben. Seine ziel- bewußte, entschlossene und fortschrittliche Tätigkeit im Dienste des Hessischen Landeslehrervereins und der Entwicklung des hessischen Schulwesens fand allzeit Anerkennung und Würdigung, was auch der jetzige Obmann, Blei, Schotten, zum Ausdruck brachte. Die Versammlung beschäftigte sich außerdem mit der vorhandenen Kriegsliteratur und hörte einen tiefschürfenden Vortrag von Kreisschulrat Hasen- z a b l über „Das Kriegserlebnis und die Schule". Kreis Alsfeld. L Ober-Ohmen, 10. Febr. Bürgermeister Euler legte dieser Tage aus Gesundheitsrück- fichten fein Amt als Vorsteher unserer Gemeinde nieder, nachdem er seit dem 15. Dezember vorigen Jahres beurlaubt war. Heber 27 Jahre, zuerst als Rechner, dann als Oberhaupt der Gemeinde, war er in ihrem Dienst tätig. Die Dienstgeschäfte führt einstweilen Beigeordneter Horst. Die Bür- germeister-Reuwahl ist für den 23. März festgesetzt. in der Hand hielt, auf den Tisch und wollte das Konferenzzimmer der Curopabank verlassen. „Einen Augenblick, Herr Ricolas!" klang da befehlend eine harte Stimme. Der Makler kam wieder an den Tisch zuruck. „Herr Honnecker?" fragte er und blickte bei) Herrn, der ihn gerufen hatte, fragend an. Es war ein Mann von etwa fünfundvierzig Jahren, eine breitschultrige, mutige Gestalt. Sein Gesicht war finster, häßlich; ein herrischer, brutaler Zug lag um den wulstigen Mund. Er hatte sich bisher an der Unterhaltung der Finanzleute nicht beteiligt. Mit abwesendem Gesicht, als gehe ihn die ganze Sache nichts an, hatte er dabeigesessen. Run hob er ruckartig den kurzgeschorenen Kops. „Bleiben Sie, Herr Ricolas I" sagte er herrisch. Und zu den anderen Herren gewandt: Sie wollen sich also an der Sache nicht beteiligen?... Dann werde ich die Finanzierung allein durchführen!" , , . Die Anwesenden fuhren auf. Bestürzt sahen sie Peter Honnecker an. Man redete durcheinander, auch Dr. Krieck verlor sein gemessenes Wesen, er hatte sich erhoben und war zu Hon- necker getreten. „Sie halten das Geschäft-wirklich für sicher. Herr Honnecker?" Etwas Geringschätziges war in dem Blick, mit dem Honnecker den jungen Dankdirektor betrachtete. _ , „Sicher oder nicht... das Geschäft muß gemacht werden!" Die Augen der übrigen Anwesenden hingen an dem Munde des Finanzgewaltigen. Es schien, als gehe von ihm eine Macht auä.. eine un- heimliche, erdrückende Macht, der sie sich tollten- los beugen mutzten. In Honneckers häßlichem Gesicht regte sich fein Zug, während er gleichgültig fortfuhr: Ich habe die Pläne des Projekts genau studiert. Wer solche Ideen besitzt und so Gewaltiges wiU wie dieser junge Schulhofs, dem muh geholfen werden! Der darf nicht an der Kleinmütigkeit und Aengstlichkeit der Geldgeber febeitern !u Büßender Hohn klang durch seine letzten Dr. Krieck machte ein betretenes Gesicht. Er schien zu überlegen, dann sagte er hastig zu Honnecker. . _ c „Ich mühte jedenfalls nochmals nut Herrn Direktor Rapp sprechens Entschuldigen Sie mich, bitte, einen Augenblick!" Honnecker machte mit der Hand eine knappe Bewegung der Zustimmung, bann erhob er sich unb trat zum Fenster. Die übrigen Herren redeten eifrig mttem- anber. Immer wieder gingen ihre Blicke dahin, wo Peter Honnecker stand und ihnen den Rucken zukehrte. Sein großer, wuchtiger Körper füllte beinahe die Fensterbreite aus. Etwas Ueberlegenes, Verachtendes war in der Art, wie er nun hier allein, von den anderen getrennt, stand und sich um ihre Unterhaltung nicht kümmerte. , Sie fühlten diese Ueberlegenheit und Geringschätzung ihnen gegenüber, die er offen zur Schau trug; aber ihre Äugen umfingen doch in scheuer Bewunderung den Mann, dessen Reichtum ins Märchenhafte ging, dessen Macht im wirtschaftlichen Leben ohne Beispiel war. Es gab kaum ein bedeutendes Finanzunternehmen. kaum einen Industrie- oder Handelskonzern, in dem nicht Peter Honnecker maßgebenden Einfluß besaß ileberall hatte er seine Hand im Spiel, wie ein Herrscher feine Truppen, so warf er, ein kalter Rechner und doch abenteuerlich in der Kühnheit feiner Dispositionen, die Millionen von einer Stelle zur anderen. Immer aber blieb er selbst im Hintergrund. Die wenigsten Menschen, die seinen Ramen kannten. die seine Macht bestaunten und fürchteten, kannten ihn von Angesicht zu Angesicht. Etwas Geheimnisvolles, Unheimliches wob so um die Erscheinung Peter Honneckers. Riemand wußte woher er gekommen war .. wie sein früheres Leben ausgesehen hatte Riemand konnte sich rühmen, ihm nähergetreten zu sein. Man sah ihn nie im Verkehr mit anderen Leuten. In sein Haus fand kein Fremder Einlaß. Es war ein großes, schlohartiges Gebäude, das von einer hohen, unüberfteigbaren Mauer umgeben war. Diese Mauer war Sinnbild für Peter Honneckers Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen ... Dr Krieck war wieder etngetreten. Die Herren nahmen Platz. Auch Honnecker kam langsam herbei. „Ich habe mit Herrn Direktor Rapp gesprochen". sagte Dr Krieck. zu Honnecker gewandt. „Wir werden uns an der Finanzierung des Schulhoffschen Projekts beteiligen.“ Auch die anderen Herren erklärten jetzt mit auffälligem CUer ihre Bereitwilligkeit. Peter Honnecker lächelte spöttisch. „Wozu dann die ganze Aufregung! Wir haben dadurch nur unnötig Zeit verloren!" Die erforderlichen Formalitäten waren nun rasch erledigt Die Europabank trat, wie vorgesehen. Max Schulhofs gegenüber als Geldgeber auf Der Makler Ricolas sollte am Rachmittag die Verträge durch Schulhoff unterschreiben lassen. Pcter Honnecker reichte ledern der Herren flüchtig die Hand zum Abschied, zündete sich eine Zigarre an und verlieh das Konferenzzimmer. Vor dem Hause stand seine Limousine. Der Chauffeur öffnete den Wagenschlag. Deuter 6eamtenbuni> qur Haovtver' fommiiiM am. , Dünfil.um-.'OU”' eigenen W ÄS’ * „Ist Fräulein Witte angekommen?" fragte Honnecker kurz. „Jawohl, Herr Honnecker." „Fahren Sie nach Hause!" Honnecker las, während der Wagen westwärts fuhr Zeitungen. Plötzlich sah er aus. Ein herber Dust war im Wageninnere Er erkannte Evas Parfüm. Langsam sog er die Luft ein. In seine kalten Augen kam ein Glänzen, und seine Lippen öffneten sich etwas. In das Polster zurückgelehnt, ein brutales Lächeln im häßlichen Antlitz, legte er den Rest des Weges zurück. Der Chauffeur gab, am Ziele angelangt, einige Hupensignale, worauf ein großes Tor geöffnet wurde, durch das der Wagen fuhr. Run hielt er vor einem prächtigen, dreistöcki- gen Gebäude. Peter Honnecker ging rasch die Treppe hinaus. Er durchschritt einen breiten Gang und klopfte an eine Tür. „Herein!" klang drinnen eine leise Stimme. Die blonde Sklavin. Vornan von Hermann Weick. Oberheffen. Grünberger Gemeinderat 4- Grünberg. 11. Febr. Zu der jüngsten Ge m e i n d e r a t s s i tz u n g , die unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller stattfand, waren 11 Eemeinderäte erschienen, auch der Zu- börerraum war wieder stark besetzt^ Der Deige- ordnete gab Kenntnis von einem Schreiben des Kreisamtes, das die Revision der Stadt- lasse betrifft, worin dem Stadtrechner Geh- ringer Lob für die tadellose Kassenfuhrung ausgesprochen wird. — In der Angelegenheit Verkauf des Färbgrabengelandes wurde mit sieben gegen vier Stimmen bei einer Enthaltung nochmals Ortsbesichtigung zwecks Einigungsverhandlungen mit den beiden Interessenten beschlossen. - In einem Prozeß wegen Schadenersatz, den die Inhaber n tot Bahnhofswirtschaft gegen die ©tabt angestrengt hat und der zugunsten der Stadt ent- «hieben wurde, hat die unterlegene Klägerin Revision beim Landgericht Dießen .inucmclbet. Ein Gießener Rechtsanwalt soll mit ixr Vertretung der Stabt beauftragt werben. — Einer Anregung bes hiesigen Obst- und Gartenbauvereins, der eine größere ilmbfrob- !fungs-undSprihaktionandenObst- bäumen seiner Mitglieder durch uhren will und zur Beteiligung hierbei auch die Stadt mit ihren Obstanlagen auffordert, will man nähertreten, gleichzeitig wurde die Erwerbung der Mitgliedschaft für dir Stadt bei diesem Verein beschlossen. — Am Weg nach Lauter hat die Sirma Jakob Repp jun. ein Fabrikgebäude für eine Weberei errichtet. Die im Lageplan vorgesehene Baufluchtlinie wurde gutzehrihen. - 2k>n der diesjährigen Fällung von etwa 600 Fest - Meter F i ch t e n s ch n i 11 h o l z so len 10 Fest- Meter von der Submission ausgeschlossen bleivrn unb für die Holz benötigenden Handwerker zur Versteigerung kommen. — Mehrere Anlieger in | Der Londorser Straße führen Beschwerde wegen Kanalanschlußgebühren, da die, be- treffenden Anschlüsse von ihnen nicht gewünscht und nur auf Betreiben der Stadt vorerst als tote Anschlüsse für später eintretende Fälle gelegt worden seien. Es sollen erst weitere Erhebungen angestellt werden. - Der M u s i k v e r e l n erhalt 2 Raummeter Buchenscheithol- zu Heizen seines Uebnngslolals zugesprochen. - Dem Architekten § Balser wurde die Anfertigung der Plane unb die Ausstellung eines Kostenvoranschlags für die Errichtung des neuen Spritzenhauses und die ilebertragung der Bauleitung xu seinem Qlngebot von 4 Proz. der Bausumme erteilt. - In geheimer Sitzung wurden noch einige Fürsorgesachen erledigt. Landkreis Gieren. X Klein-Linden, 11. Febr. Aus Sparsam- keitsaründen war beabsichtigt, die hiesige G e • n e i n b e f a ff e in das seither von der Burger» meifterei benutzte Lokal n der neuen Schule zu verlegen. Die Unzulänglichkeit des Raumes, das Fehlen jeder Sicherheit und nicht zuletzt der Umstand daß die Schulbehörde Störungen bei dem Unterricht befürchtete liehen die Gemeindeverwaltung zu dem Entschluß kommen, die Kasse wie seither in einem Hrivathause gegen Weiterzahlung der Miete zu be- Kl ein »Lin den, 11. Febr. Bei gut besuch. 1cni Hause veranstaltete am Samstagabend die Freie Turnerschaft Klein-Linden im Saale des Gasthauses „Zur Deutschen Eiche" ein Winterfest. Die Begrüßungsanspraäxe hielt der Vorsitzende fteinrid) Reu schling. Die turnerischen Darbietungen der Kinder und Turnerinnen, geleitet von Irl. Reu schling, gefielen allgemein und Jugend und Hochschule. Abtturund Berufswahl. Don Or. Phil. 3 H. Mitgau, Heidelberg. In Kürze verlassen wieder Tausende von Abiturienten die höheren Lehranstalten. Die stehen vor einer der schwierigsten Entscheidungen ihres Lebens: vor ihrer Berufswahl. Früher pflegte das Abitur den Weg zu den sogenannten höheren Berufen zu öffnen. Aach einem mehr ährigen Hochschulstudium fand man als „Akademiker im allgemeinen ein „standesgemäßes" und auskömmliches Unterkommen. Schon vor dem Kriege war dies nicht mehr uneingeschränkt der 5aL Die Rot der Aachkriegszeit mit einer erst langsam aus der Inflationskatastrophe wiedererstehenden Wirtschaft, mit den Lasten des Friedensvertrages, dem Beamtenabbau und den Heeren von Arbeitslosen hat auch die Lage aus dem akademischen Arbeitsmarkte aufs schwerste getrofsen. Zwischen Weihnachten und Ostern bekommen unsere Abiturienten von allen Seiten zu hören, daß so ziemlich alle akademischen Berufe (bis auf die katholische und evangelische Theologie) überfüllt seien. Wenn man dazu weih, daß auch die Lage der in Frage kommenden nichtakademischen Berufe (es sei erinnert an die zahlreichen stellenlosen Kaufleute und Bankbeamten m Deutschland) kaum besser sein dürste, kann man die ganze Aot der Derufswahl begreifen, vor der unsere Abiturienten mit ihren Eltern stehen. Mit den üblichen Warnungen ist ihnen deshalb nicht im geringsten geholfen, solange man nicht eine Tür offnen kann, wenn alle übrigen zugeschlagen werden. Aun liegen die Dinge in Wirklichkeit nicht so Einfach negativ. Was zunächst die wichtigste Frage nach den Berufsaussichten anlangt: Es gibt in Deutschland keine Stelle, die in der Lage wäre, eindeutig auszusagen, welche Berufsaussichten ein bestimmtes Fach in fünf bis sechs Iahren haben w rd. ülnd darum handelt es sich! Der zukünftige Akademiker hat e'wa vier Studienjahre vor sich und für fast sämtliche Berufe mindestens dann noch ein Jahr mit unbesoldeter Praktikantenzeit (ost mit anschließendem zweiten Examen), ehe er als Fertigausgebildeter Anstellung findet. Wer kann den gegenwärtigen Verhältnissen in Deutschland eine Entwicklung Voraussagen, die mit einer relativ so langen Zeit zu rechnen hat, mit so zahlreichen unbekannten Faktoren. Das entscheidendste Moment für eine Doraus- sage ist natürlich die «"gemeine Wirtschaftslage Deutschlands. Wenn wir heute auch hoffen dürfen, daß cs vorwärts gehen wird, fo kann Endgültiges nach keiner Seite hin prophe'eit werden. Aun kommen aber für eine Derufsstatistik des akademischen Arbeitsmarktes noch zahlreiche neue Schwierigkeiten hinzu. Während für andere De- russ'weige von Staat und berufsständigen Organisationen seit Iahren Material gesammelt und verarbeitet worden ist, beginnt erst heute die akademische Berufsberatung die Grundlagen einer umfassenden. Statistik zu beschaffen. Wie für die Berufsberatung im allgemeinen, so soll auch im besonderen für die akademischen Berufe auf der Grundlage der neuen Gesetzgebung und in Verbindung mit den offiziellen Arbeitsämtern diese seit Iahren dringend erforderliche Arbeit in Angriff genommen werden. Einstweilen bieten die Hochschulstatistiken der Hoch'chulländer Pie leider nicht einheitlich durch- geführt w-rden sind, für allg meine Fragen (etwa für die Frequenz) Anhaltspunkte, nicht aber für solche speziellen Fragen, wie sie eine akademische Berufsberatung benötigte (abgesehen davon, daß sie oft erst viel zu spät veröffentlicht werden). Die unter volkswirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten so wichtige älebersicht über den Bedarf an akademisch gebildeten Derufsanwärtern wird stets von unberechenbar :n Konjunkturschwankungen abhängig sein. Heute ist sie meist nichts anderes als eine auf Kombination beruhende Schätzung. (Z. B. Feststellung der Gesamtzahl der Aerzte Deutschlands verglichen mit dem Zustrom zum Medizinstudium ergibt einen voraussichtlichen Zuwachs gegenüber einer gle.chbleibenden bzw. veränderten Aachfrage. Eine weitere Schwierigkeit zeigen andeutungs- wrise die Tatsachen der sogenannten „Listen- studenten" (Immatrikulierter, die anstatt zu studieren, irgendwo ein berufliches Dasein führen), ferner der infolge neuer Examensverordnungen Danzig und sein akademischer Nachwuchs. Don Senator Or. Or.-Zng. e. h. H. Strunk, Oanzlg. Für die Erhaltung des Deutschtums in der Freien Stadt Danzig ist die Ausbildung des akademischen Aachwuchses von ausschlaggebender Bedeutung. Die Rechtseinheit des Freistaates mit dem Deutschen Reiche, die Spracheinheit und kulturelle Verbundenheit des Danziger Deutschtums mit dem gesamten deutschen Volke sind nur gewährleistet, wenn der akademische Danziger Aach wuchs, gestützt auf die Anerkennung der Reifezeugnisse der Danziger höheren Schulen durch die Länder des Deutschen Reiches und umgekehrt der akademischen Prüfungen im Reiche durch die Freie Stadt, seine Ausbildung auf den wissenschaftlichen Hochschulen des Deutschen Reiches erlangt und dadurch in engster Verbindung mit dem deutschen Forschen, Lehren und Lernen bleibt. Die Abtrennung der Freien Stadt Danzig von dem Deutschen Reich durch den Vertrag von Versailles hat diese Beziehungen nicht auflösen können, auch nicht auflösen wollen, denn der auch von den ehemaligen alliierten und assoziierten Mächten anerkannte deutsche Charakter Danzigs, der in der vom Völkerbunde genehmigten Danziger Verfassung staatsrechtlich zum Ausdruck kommt, verpflichtet uns, diesen Zusammenhang für alle Zeiten zu wahren. Die Geschichte bestätigt diese Einstellung. Denn der Grund für die Deutscherhaltung Danzigs in den sieben Jahrhunderten seines Bestehens ist, daß Danzig immer in engster kultureller Beziehung mit Deutschland gestanden hat: mit dem deutschen Orden, mit den Hansestädten, mit Preußen, mit dem Deutschen Reiche, mit d m gesamten Volksdeutschtum. Dieser rege geistige Verkehr und Austausch vollzog sich einst in der Weise, daß deutsche Gelehrte und Künstler nach Danzig als in eine geistige Gaststätte kamen und hier, durch in vielen Disziplinen eingeführten Verlängerung des Studiums, die natürlicherweise die Gesamtzahl der Studierenden erhöhen muh, schließlich die Tats. che des Cebrrtcnrückgang s zwischen 1914 und 1918, der sich etwa in vier Iahren beim Zustrom zum Hochschulstudium auLw.rken wird, — alles Faktoren, die bei der Verarbeitung des statistischen Materiales bisher viel zu wenig berücksichtigt worden sind. Mit der Gegenüber- stellung der absoluten Zahlen etwa im Verhält- nis zu den Dorkriegszahlen (wie dies meist ge- schicht) ist es eben nicht getan. Auf diese Weise läßt sich sehr bequem eine re.hängnisvolle äleber- füllung nachw.'isen. Bei weitem am schwierigsten ist nun die psychologische Seite des Problems. Vielleicht werden w.r einmal in der Lage sein, den Ratsuchenden mit statistischem Material die immer wieder gestellten Fragen nach den An- stellungsverhältnissen, der Wartezeit, der De- svldung usw. zu beantworten. Doch das dürfen nicht die letztlich entscheidenden Momente für die Derufswahl sein! Ein günstiges Geschick bewahre uns vor einer Generation von Abiturienten. die ihren Lebensberuf allein von den Konjunkturverhältnissen abhängig macht. Im Mittelpunkt aller Berufswahl steht vielmehr die Eignungsfrage, lieber diese kann a'e.' keine noch so differenzierte Psychotechnik angesichts der zahlreichen Möglichkeiten einer Verbindung von Begabung und praktischem Beruf bei der geistigen Arbeit Endgültiges aulsagen. Letzten Endes bleibt jede Berufswahl persönlichste und innerlichste Entscheidung des Abiturienten selbst. Er soll nach gründlicher Seibst- prüfung einen solchen Sprung in das Leben herzhaft und mutig wagen, ohne sich immer ängstlich an Wegweiser und Konjunkturverhältnisse zu halten. Jede akademische Berufsberatung muß sich bei all ihrer Bedeutung und dringlichen Aotwendigkeit demgegenüber ihrer Grenzen bewußt bleiben und Halt machen vor der inneren Existenzberechtigung jedes Menschen, die gerade im Berufsschicksal eine wesentliche Entscheidung erfahren kann. Eine noch weitere Mechanisierung und Rationalisierung des Enlw ck.'ungsganges der Heranwachsenden Generation ist eine viel größere Schädigung unseres zukünftigen Geisteslebens, als ein volkswirtschaftlicher Ruhen. Berufsberatung darf deshalb niemals Zwang und lleberredung sein, sondern nur Gewisfensschärfung, Anleitung zur Selbstbeobachtung und Selbstorientierung. Cs scheint erfreulicher Fortschritt zu sein, daß eine „De r u f s e r z ie h un g" in diesem Sinne immer mehr als Angelegenheit der höheren Lehranstalten selbst betrachtet wird. Auslandstu-mm. Von Or. Siegfried Scharfe. Mit außenpolitischem Verständnis und Takt begabt zu sein, scheint nicht zu den deutschen Grundeigei.schaf.eu zu gchlren. Man braucht nur die Probe aufs Exempel zu machen und etwa nach Paris zu fahren, um zu beobachten,^ wie die sich dort aushaltenden deutschen Ausländer mit der ihnen fremden Umgebung auseinander- setzen. Man wird in den allermeisten Fällen eine völlige Hilflosigkeit und älnbeho fenh it on- tressen, die einfach nicht weiß, was sie anfangen soll. Man kann an dieser Hilflosigkeit den deutschen Ausländer sehr leicht von den Ausländern aller anderen Aational'täten unterscheiden, älnd wenn man Gelegenheit hat. auf einem englischen oder amer'kan sch:n ilc6 r e damv'er dieselbe Frage zu studieren, wird das Ergebnis genau dasselbe sein. Offenbar gehen wir alle, wenn wir uns überhaupt politisch betätigen, viel zu sehr in der Beschäftigung mit innerpolitischen Problemen auf, ate daß darüber hinaus noch Energien genug verblieben, die irgendwie auß npolit sch « gesetzt werden könnten. Wir wissen zu wenig von unseren politischen Rachbarn und Kontürrentm. konnten uns deshalb z. D. so gründlich über die tatsächliche Bedeutung der Vereinigten Staaten während des Krieges täuschen, haben ab:r auch nicht den Instinkt, außenpolitische Situationen entsprechend auszunuhen. Wir verfügen weder über die selbstverständliche Selbstsicherheit des Engländers noch über die gcfä l g: und liebenswürdige Art des Franzosen od:r Amer kaners. Wir wissen in den meisten Fällen nicht, den richtigen Mittelweg innczuh lten zwischen einem michclhaften Prohentum, das sich in überlegenen Kritiken Lust zu machen sucht, und jener völligen Resignation und Selbstausgabe, die ebenso oft und wahrscheinlich noch verderb.icher von Deutschen im Ausland zur Schau getragen wird. Wenn es irgendein Mittel gibt, um diesen Zustand zu überwinden, dann sollte dieses Mittel angewandt werden, um wenigstens allmählich eine Besserung herbeizuführen. Wir missen heraus aus unserer kulturellen und pol'.t schen Isoliertheit, in der wir uns heute — obwohl der Krieg schon seit mehr als zehn Jahren vorbei ist — noch immer in sehr starkem Maße befinden. Es gilt, für eine weltoffene und weltweite Betrachtungsweise zu werben und Deutschland irgendwie als Teil des Weltganzen zu sehen, ihm Weltsunttionen irgendwelcher Art zu geben. Auslandkundlicher Unterricht, wie er jetzt an vielen Universitäten und Vo.lshochschulen ausgenommen wird, ist gewiß ein vorzügliches Mittel, um unseren zu engen Horizont zu weiten. Immerhin läßt sich nicht verkennen, daß rein theoretische Belehrung nur von unterg o.dnetcr Bedeutung sein kann. Viel wichtiger sind Aus- landreisen und ganze im Ausland verbrachte Jahre. Warum sollte es z. B. nicht möglich sein, daß jeder deutsche Student, solange er sich noch in einem bildungsfähigen A t:r befindet, wenigstens ein Jahr im Ausland studiert? Warum sollte von der akademischen Freizügigkeit, die glücklicherweise in uns:r:m älniver.llätssystem verankert ist, nicht auch mit Bezug auf das Ausland Gebrauch gemacht werden? So lohnenswert es ist, to:nn ein norddeutscher Student aus der anderen Seite des Mains studiert oder gar ein Jahr im deutschen Wien zubringt, um sich mit den Verhältnissen Deutsch- österrcichs vertraut zu machen, noch viel wichtiger ist es, ins Ausland zu gehen und fremde Völler, fremde Kulturen, fremde Wirlschcfts- systeme und Staaten eingehend zu studieren. Ein solcher Auslandaufenthalt wird sich nicht nur als fruchtbringend für den einzelnen Studien- und Derus-'zwcig erweisen, sondern vor allen Dingen auch den politischen Blick des Auslandfahrers schärfen. Cs ist von ungeheurer Bedeutung, daß jeder deutsche Student einmal von außen auf die deutsche Politik zu blicken gezwungen wird. Es ergeben sich dabei ga iz neue P.-rsPettivrn, die die Tatsächlichkeit der Dinge in ihren Größen- verhältnissen und ihrer Bedeutung richtiger zu sehen lehren. Es werden sich persönliche Beziehungen zwischen d:m Aus and ahrer und dem fremden Volk anbahnen, die in ihrem bildenden Wert gar nicht überschätzt werden können. Oberflächlich^ Me'nungen und Vorurteile werden revidiert durch gründliche gegenseit ge Bekannt- schäft, und die eckigen Kanten deutscher Art, an denen sich das Ausland zu stoßen Pflegt, werden abgeschlissen. Es ist verhältnismäßig unwichtig, auf welchen Teil der Welt sich das Studium im Ausland erstreckt. Durch die zentrale Lage Deutschlands im Herzen Europas ist es ja gerade für uns be- fanders leicht gemacht, räum.ichr Entfernungen zu überwinden. Paris liegt nur wenige Stunden jenseits der deutschen Grenze, und London ist ebenfalls leicht zu erreichen, ganz zu schweigen von den skandinavischen Ländern oder der Schweiz. 2n b.sonderen Fällen werden sich auch Verb ndunzen zu früh ren deutschen Schutzgebieten Herstellen lassen, die für den Gedanken des Auslandstudiums verwertet werden können. Selbst zu den verschiedenen Teilen der b'iden amerikanischen Kontinente und nach Ostasien können Zugangsstraßen gefunden werden. Selbstverständlich fehlt es neben den sprachlichen Schwierigleiten und solchen der Cnifernung nicht an finanziellen Hindernissen, deren Ucb:r- windung in einem verarmten Deutschland nicht ganz einfach ist. In vielen Fällen wird der Student nicht in der Lage fein, die Mehrkosten eines Studiums im Ausland auf sich zu nehmen. Hier müssen Stipendien und Studienbeihilfen den Ausgleich schaffen, wie sie schon jetzt — ich erinnere nur an die Tätigkeit des Akademischen Austauschdienstes —, wenn auch nicht in genügendem Umfange, zur Verfügung stehen. Staatliche und private Stellen sollten, trotz al.ee durch unsere wirtschaftliche Rotlage bedingten Zurückhaltung, zusammenarbciten, um die Verbindungen zwischen dem geistigen Deutschland und Ausland anzubahnen und zu vertiefen. Das nervöse Kind. Von Or. Th. A. Maaß. Die Ansicht, daß der Arzt in allen Erziehunas- fragen ein gewichtiges Wort mitzureden hat, findet mehr und mehr Würdigung. Mag hier oft auch etwas weit gegangen werden und jede kleine Schulsünde, jede schlecht ausfallende Klassenleistung auf irgendeine körperliche oder nervöse Jndicposit on zurückgeführt werden, so kann doch nicht bezweifelt werden, daß solches Versagen oft nicht nur darauf zurückzuführen ist, daß es am guten Willen fehlt, sondern auf wirkliche, in der Persönlichkeit des Km- Des begründete Hemmungen. Neuerdings beschäftigt man sich auch mit der Stellung des nervösen Kindes in der Schule, und zwar besonders mit den Kindern, die im vorfchulpfl ch- tigen Alter nicht ausgesprochen nervös waren, aber durch erbliche Eigentümlichkeiten oder andere Gründe eine gewisse Anlage zur Nervosität ze g- ten. Bei diesen Kindern entwickelt sich oft unter Dem Einfluß des Schulunterrichts, der trotz aller Reformbestrebungen doch stets Anspannung und einen gewissen Zwang bedingt, eine ausgesprochene sogenannte Milieu-Nervosität. Besonders häufig ist dies auch bei an sich sehr wenig belasteten Kmdern vom Lande zu beobachten, die zwecks Einschulung in die Stadt kommen. Allerdings darf nicht vergessen werden, daß hier zu dem unleugbaren Nervenreiz, den die Schule ausübt, verstärkend als zweiter Der Des StaDtlebens tritt Recht charakteristisch für Die Wesensart Des schul- nervösen Kindes ist Die Entwicklung feiner Phantasie. Bei jeDem Kinde ist Diese lebhaft entwickelt unD die Neigung, wahre Erlebnisse oder Geschichten in hohem Maße auszuschmücken, wird nur von schlechten Erziehern als Hang zur Lüge aufgefaßt und geahndet. In allen derartigen stark ausge- schmückten Geschichten des nervösen Kindes ist übereinstimmendes Merkmal, Daß es stets feine eigene Person in Den Mittelpunkt des mehr oder minder frei erfundenen Erlebnisses stellt, und alle Ausschmückung zur eigenen Werterhöhung anwendet Das ist Die natürliche Reaktion gegen Die Herabsetzung, Die es in vielen Dingen erfährt oder min- Destens empfinDet Es ist nämlich ganz allgemein zu beobachten, daß Das nervöse KinD, mag es auch, trotz mangelhafter Fähigkeit sich zu konzentrieren, in den wissenschaftlichen Fächern Durch stark entwickelten Ehrgeiz ansehnliche Leistungen erzielen, in Den technischen Fächern, wie Turney, Gesang, Zeichnen unD Hand» fertigfeit meist vollkommen versagt. Die Durch seine Nervosität erzeugten zahlreichen Hemmungen lasten hier seine Leistungen weit gegen Die seiner ungehemmten Kameraden zurückstehen, was ihm natürlich eine doppelt fühlbare Unterwertung einträgt. Die Mittel, gegen die S ch u l n e r v o s i t ä t erfolgreich einzuschreiten oder, was noch wünschenswerter, ihr vorzubeugen, liegen in Elternhaus und Schule. Als besonders wichtig wurde befunden, Dem Kinde vor Beginn des schulpflichtigen Alters keinerlei Lernbelastung aufzuoürDen. Die noch immer geübte Sitte, das Kind schon vorher ein bißchen lernen zu lassen, Damit es nachher in Der Schule bester mit- kommt, hat fast stets Den umgekehrten Erfolg. Ebenso ist es vollkommen abwegig, das Kind, Dem Die Bewältigung der Schulleistungen Schwierig» feiten macht, durch übertriebene Ansprüche bei Den häuslichen Arbeiten vorwärts treiben zu wollen. Der Erfolg ist hier stets das Gegenteil des gewünschten. Die Nervosität steigert sich und damit sinkt die Konzentrationsfähigkeit. Es ist selbstverständlich, daß für das nervöse Kind abendliche, seine Anschauungswelt in ungeeigneter Weise erregende Veranstaltungen wie Theater, Kino und Geselligkeit von Erwachsenen noch weniger angebracht sind, als für das nervengesunde. Der Wert ausgesprochen medizinischer Behandlungsmethoden, wie z. B. Bestrahlungen aller Art, ist fein allgemeiner und kann nur von Fall zu Fall vom Arzt richtig eingeschätzt werden. Außerordentlich wichtig aber und von allgemeinster Gülttgkeit ist die Mahnung, jedwedes Streben nach körperlicher Betätigung, Das gerade beim nervösen Kind meist außerordentlich schwach entwickelt ist, energisch an» zuregen und zu fördern. Es kann nichts Falscheres Mäzene gefördert wurden oder ihren Unterhalt in einem ehrenvollen Amt als Professoren an dem damaligen akademischen Gymnasium, als Sekretäre und Baumeister des Rates oder als Pastoren fanden. Die deutsche Ration sandte zuerst ihre besten Söhne nach dem Osten, aber nach dem Naturgesetz der Wechselwirkung gab dann die Kolonialgründung auf preußischem Boden nach einer Zeit der Sclbstbeschränkung auf ihre eigenen Ausgaben ihre Maler, Dichter, Gelehrten und Philosophen wieder dem Westen zurück, um mit Macht auf das Mutterland zurückzuwirken. Und fo ist es unter anders gearteten Verhältnissen auch heute, denn Staatsgrenzen sind keine Volksgrenzen, sind keine Kulturgrenzen. Wenn bisher die Freie Stadt aus ihrer eigenen Hochschulstatistit nur Feststellungen über das Studium der jungen Danziger auf der eigenen Hochschule machen konnte, was für die akademische Berufskunde und Berufsberatung und auch für die allgemeine Staatspolitik unzureichend war, fo ist es uns nach dem Erscheinen der ausgezeichneten »Deutschen Hochschulstatistik' möglich, die Unterlagen für die große Mehrzahl aller Danziger Studierenden zur Hand zu haben und zu verwerten. Aus ihrer Prüfung ergibt sich, daß dieselben Gesetze für den Danziger akademischen Rachwuchs gelten, wie für den reichsdeutschen, z. D. das allgemeine starke Anwachsen der Zahl der Studierenden und die große Zunahme der weiblichen Studierenden. Es lassen sich jetzt nur die wenigen Danziger Studierenden nicht statistisch erfassen, die in Deutsch-Oesterreich, in der Schweiz, in England, Frankreich und in einigen anderen Ländern Europas und in den Vereinigten Staaten von Rordamerika studieren. Fast sämtliche Danziger Studierende bekennen sich zur deutschen Sprache, i'h nehme an, daß der geringe Rest oder ein Teil des Restes sich zur polnischen Muttersprache o^krnnt. Cs ist verständlich, daß die Zahl der Danziger, die die reichsdeutschen Technischen Hochschulen besuchen, nur gering ist, nämlich 21. da sie aus naheliegenden Gründen auf unserer eigenen Technischen Hochschule studieren. Rur die Technische Hochschule Breslau weist keine Danziger Studierenden auf. Die Zahl der in Danzig selbst studierenden Danz.ger belief sich im Sommersemester 1929 auf insgesamt 247 (davon 29 weiblich), und zwar 21 Architektur, 20 Dauingenieurwesen, 25 Maschinenbau, 24 Elektrotechnik, 7 Schiffs- und Flugtechnik, 21 (davon 5 weiblich) Chemie, 12 Landwirtschaft, 65 (davon 16 weiblich) Geisteswissenschaften (Deutsch, Erdkunde. Geschichte, Romanisttk, Anglistik), 52 (davon 8 weiblich) Mathematik und Physik. An den reichsdeutschen Universitäten studierten im S.-S. 1929 insgesamt 399, die sich auf alle reichsdeutschen Hochschulen unter Bevorzugung der preußischen (295) verteilen: bevorzugt werden die Universitäten von Königsberg (98) und Berlin (59). Don allen nicht reichsdeutschen Studierenden stellen die Danziger an allen reichsdeutschen wissenschaftlichen Hochschulen ein stattliches Kontingent, das 7,48 v. H. ausmacht und nur von Polen (8,56 v. H.) und Rumänien (9,98 v. H.) übertroffen wird. Aehnlich wie an den Universitäten steht es mit dem Studium der Danziger an den anderen reichsdeutschen wissenschaftlichen Hochschulen. Die landwirtschaftlichen Hochschulen werden von 15, die Handelshochschulen von 31 Studierenden, die tierärztliche nHoch- schulen von einem Studenten besucht: das Forst- und Bergfach wird zur Zeit nicht von Danzigern studiert. Da die Freie Stadt Danzig keine pädagogische Akademie unterhalten kann, werden auch die pädagogischen Akademien des Reiches von den jungen Danzigern besucht, Die den Lehrerberuf ergreifen wollen, eine kulturell besonders bedeutsame Erscheinung: 28 (davon 9 weiblich) besuchen preußische pädagogische Akademien, nämlich Elbing und OJonn, und 10 (alle 10 weiblich) die hessische in Mainz, eine Zahl, die zwar noch nicht ausreicht, um den pädagogischen Rachwuchs des Freistaates auf dem Gebiete des Dolksschulwesens ficher- zustellen, die aber in ihrer schnellen Steigerung (um 29) gegenüber dem Sommerfemester 1928 die Erwartung zuläht, daß auf diesem Wege bald der notwendige Ersatz sichergestellt sein wird. Die Wahl der Studienfächer der Danziwuc Studierenden auf den reichsdeutschen wissenschaftlichen Hochschulen in Verbindung mit Den auf unserer Technischen Hochschule gewählten Studienzweige weist Darauf hin. daß Der akademische Rachwuchs in Danzig für die Danziger akademischen Berufe vollauf ausreicht, ja Den Bedarf nicht unerheblich überschreitet. Cs zeigt sich im allgemeinen, daß die Danziger Jugend in demselben Maße und Umfange wie die reichsdeutfche Jugend von bestimmten Studienfächern angezogen oder abgestoßen wird. Erfreulich ist das Anwachsen der Studierenden der evangelischen Theologie, Da auf diesem Gebiete zur Zeit Mangel herrscht, der dazu geführt hat, daß eine große Anzahl von Pfarrstellen nicht besetzt werden konnte. Dem theologischen Studium im Reiche kommt sogar eine kirchenrechtliche, organisatorische Bedeutung zu. Denn die unter dem Danziger Konsistorium stehende Danziger evangelische Landeskirche ist ein Teil der uniierten preußischen Landeskirche, der evangelische Oberkirchenrat in Berlin ist die höchste kirchliche Behörde für die evangelischen Pfarrer, die preußische Kirchenbeamte sind. Staatsgrenzen sind zum Glück keine Kirchengrenzen. Zu begrüßen ist auch das Anwachsen derjenigen, die die Schulwissenschaften studieren: denn auch auf diesem Gebiete herrscht im Freistaate ein gewisser Mangel, der jedoch durch reichsdeutsche Bewerber ohne Schwierigkeiten gedeckt werden konnte- Im ganzen bietet diese Betrachtung ein erfreuliches Bild. Dies ist ein Trost für alle Deutschen, denn die durch den Vertrag von Versailles verursachte Trennung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete wirkt sich sehr schwer für Danzig aus- Darum kann die Fortdauer deS innigen kulturellen Zusammenlebens gar nicht hoch genug bewertet werden! yi beobachten, datz trotz mnaelhasler n den Wissenschaft' (feilen Ehraetz an« den technischen Fä« itchnen und hand- lat. Die durch seine Hemmungen lassen n di« seiner unpt- n, was ihm notür« xrtung einträgl. lnervosität er« z noch wünschenr- in Sllem^aus «nb und. iah. «Was ^L^Pchon iiJ.7 bezweisri, nur baraul ^ Willen f(h[t Eber Art. ^e, und iQKr im. Vorschuß, ch, rDDS waren, aber *r andere Gründ« fnofität zea. ( ost unter - ,°er trog aller niponnung und e ausgesprochen« at an sich sehr de )u beobachten, > Immen. N«r. i«) hier zu dem i schule ausübt. Ctadll«b«ns tritt ejensart des schul, ung seiner tzhan. lebhaft entwsifelt s« oder Geschichten wird nur von r Lüge aufgefaßt >en flart ausge- ' Kindes ift über» 't«ts seine eigene ehr oder minder und dl« Äur« huntz anmtel testen di« herab- ersätzrt ober mim d sunden, dem R\n>« n Merr temerlei noch immer geübte n bitzchen lernen st- ■ Schule besser mit« !k«hrten Erfolg, ibnxgig, das Kind, eiftungen Schwang- > Ansprüche bei den treiben zu wollen. Gegenteil des ge- gert sich und damit ür das nervöse Kind »tll in ungeeigneler -SSÄ SSä Ortungen oller an, •,-ää ornmerseM^er^ ,df nW 6tu- daß der icht, la J5 «ch un r fugend m le die reM^en eöanfleSit VanS^ ;e eine ö1? hat 4m werden nicht. bE Ae'-He Studuun lJJanifato* rchtli^/dem die epanfle# uniiefUfiScntat ’.n Z ObeTCfür die LEE * * 3, » KKS hold1®, schwer JJ •t'teS Nachdruck otrboren Ohne Gewähr Oer neue Sch achthof in Wetzlar. 11 Februar 1930 3 Ricbungstog 124583 120549 5501 32 Stirinrf >u 1000 nH. 180915 193354 158634 318810 331037 370940 4 fltolnnt in 10000 M 284073 12,1275. 54000 29766 75468 83164 * Der Aktieninder vom 4076 8005 9158 194 •vit'innf ,u 300 971 3231 3661 Jhn Den ttmrade verblieben. 2 Prämien zu je 118 25 86.75 39 25 247 42 6 ....... 158.75 130726 207819 266134 299567 343207 165822 237373 276254 316774 354911 3. biß 8. Fe- Reichsamt er- 135588 221794 272136 309428 347038 12645 28605 42926 78701 102394 122285 149355 170054 184320 231322 250762 278197 295994 321266 346310 363599 139210 226814 272376 310039 347826 131034 150836 171241 180100 236346 251042 287090 297838 322468 350941 364018 20377 29734 59989 81800 158106 172526 190317 237131 259025 291230 300661 324154 351919 366994 21922 29885 66472 81963 387249 143214 109310 22417 38279 67646 82073 168 152.25 121945 146977 169926 180180 226312 250006 272595 295582 309158 340792 360689 391097 155089 206461 281112 336165 378584 11488 27896 42622 77020 98698 118450 145462 166090 191828 2'5750 248917 268873 322094 356812 389427 166530 175903 194056 242562 266314 292215 301488 327829 352692 367318 224152 282969 II7458 258456 364275 i 73833 147145 205328 264160 328^76 377333 27800 39160 69301 93453 117532 139974 158376 188708 208005 243882 266945 321257 356038 387994 118 137 87 237738 278937 340954 358360 1 ®ebt Roeder . Lol» » C'aeffua LLd» ümte» . . - io in e 156795 215407 286494 336820 381736 167013 221144 301211 362691 Er- gründ Am 118523 146292 166138 196927 225416 250412 296257 327781 361907 390119 16749 28641 57052 79161 106605 124459 152309 166235 199258 231426 259708 299721 334936 367560 394448 197775 245497 312313 369952 203738 250838 316922 370494 112390 126098 154011 174123 202620 232954 260376 314553 347948 380424 397332 11.75 51.25 6 47 IO€.5 107 131.5 120 219 159 167874 176349 208332 247863 266724 294957 307970 337355 3543"3 388057 MOnnu, 2 (Beiuhmt U00 4 zu je 76C* O. 2 zu |r 50-tX), 12 zu je 25 <00. 74 zu ft 100<0. 162 ,u |t 50"0, K* zu |t 3'00, 73( w je 2000. 1002 zu |t iÜUO, 412v zu f« HX), 1O7U8 zu |t 8U0 1DL 10 ®rtp|nnt iv 3000 W 259524 377684 10 c^etn-nne «u 2000 HL 301074 306135 34 ®ett>lnne iu 1000 Dl 197038 376197 39904 125634 172356 261012 280200 341780 376'36 150048 150951 198116 287987 Fürst Talleyrand in Paris geboren; — 1883: Richard Wagner in Venedig gestorben. Gewinnauszug ».«laste 34. Preußisch-Eiibdeu'fche (260. Preuß) Älaficn-eolitrit Taten für Donnerstag, den 13 Februar. Sonnenaufgang: 7.10 Llhr, Sonnenuntergang: 17.11 Uhr. — Mondaufgang: 17.18 Albt, Mond- untergang: 7.54 Uhr. 1419: Stiftung der Universität Rostock; — 1572: bet Goldschmied und Bildhauer Benvenuto (£eL- lini in Florenz gestorben; — 1574: der Diplomat 117274 139153 155306 173'54 204474 239334 266872 319114 351937 386575 innerhalb der Konzernwerke während mehrerer 2ahre zur Ausführung kommen soll. • Groher französischer Auftragfür Bamag-Meguin. W'.e WTV.-Handel^dlenst erfährt, hat die Stadt Lyon soeben beschlossen, der Bamag-Meguin-A.-G., Berlin, den Auftrag auf eine große Müllverbrennungs- und Dertoer- tungsanlage zu übertragen. Es handelt sich um ein Objekt von über 4 Mill. Mk. Frankfurter Börse. Berliner Börse. Berlin. 12. Febr. Rach einem völlig ge- schäftLlosen Dormi.tagsverkehr hörte man an der Vorbörse infolge des verstimmenden Ordermangels eher schwächere Kurse. Desonders die innerpolitische Lage gab zu wenig optimistischen Verachtungen Anlaß, und vom SchifsahrtZmarkt her verstimmte der Verlust des Lloyddampfers ^München". Die bereits gestern erwähnten Dividendebesürchtungen bei der Adca beeinflußten den Dankenmarkt in wenig günstigem Sinne. -Zu den ersten Kursen konnte dann eine stärkere Rachfrage nach 3. - ®. ° Farben der übrigen Börse eine gewisse Stütze bieten. So eröffneten eine Reihe von Elektrowerten und Montanpapieren in bemerkenswert widerstandsfähiger Haltung. Res en dem Danken- und Schisfahrtvmarkt lagen Ka i- und Zellstoff - werte, sowie Aku. etwas schwächer. Spritwerte tendierten unre.ändert. Die Veränderungen gegen den Dormittagsschluß gingen nach beiden Seiten nur selten über 1 Proz. Schubert & Salzer, Lah- meyer usw. verloren bis zu 3 Proz., dagegen konnte Konti Gummi durch eine l,5proz. Besserung aufsalten. Deutsche Anleihen behaup.et. Von Ausländern Türken aus dem bekannten Grunde teilweise Minus-Minus. Anatolier we ter nach- gebend. Psandbriefmarlt uneinheitlich. Der Geldmarkt war weiter sehr leicht. Tagesgeld mit 4 Letzte Nachrichten. Streik bei den Opel-Werken in Rüsselsheim. Rüsselsheim, 12.Jcbr. (WTB. vrahkmek- düng.) Bel den Opel-Werken in Rüsseishe.m ruht sei t heute früh die Arbeit. Lin Teil der Beiegschast hat gegen die Entlassung eines kommunistischen Betriebsrates Einspruch erhoben, wie wir hören, kam heule früh der kommunistische Land- tagsabgeordnete Müller, Frankfurt a. M., mit einigen Leuten aus Frankfurt a. M. in Rüsselcheim an. Sie drangen in den Betrieb ein und stifteten die Belegschaft zur 21 r b e i 16 n l e be r lc g u n g an. Es wurde eine Versammlung abgehalten, in der die sofortige Wiedereinstellung des Entlassenen ver- langt wurde. Verhandlungen darüber sollen eingebettet werden. • Aus dem Konzern der Basalt-A. - G. Linz. Die zum Konzern der Dasalt-A.-G., Linz, gehörige Pfalz-Saarbrücker Hartstein-3n- dustrie-A-G. in Reustadt a. d. H. erhielt einen Reparations-auftraz für die Stadt Toulon im Betrage von mehreren Millionen Mark, der 144672 148370 201049 203707 214055 262702 279326 294266 329148 350950 398923 74 ®#tolnne iu 600 M. 14733 40936 70010 76805 80036 99036 117652 137169 138850 Ön der heutigen Nachmlttaaszieduna wurden Gewinne über 150 M. gezogen Kunst und Wissenschaft Zweitausend Jahre Virgil. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zissern zeben die Höhe der zuletzt beschtossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6 v.H., Lombardztnsfuß 7 v.H. o V 1' , c e 10 Vorbereitungen für den Bahnbau Birstein - Hartmannshain. WSR. Gelnhausen, 11. Febr. Am Donnerstag fand eine Bereisung der neuen Bahn- bau st recke mit Vertretern des Land-sarb-its- amts Frankfurt und der Arbeitsämter Hanau und Dießen zur Prüfung der Frage statt, inwieweit bei dem bevorstehenden Dahnbau Er- werb« lose beschä tigt werden können und ob das Projekt aus M'tteln der Erwerbslosen^ur- sorge unterstütz werden kann. Cs wurde dabei seitens der Kleinbahndireltion ausgesührt. daß es sich um große Erdbewegungen bei dem Bahnbau handeln würde. Man rechnet damit, daß ettoa 300 Erwerbslose für längere Zeit dort Beschäftigung finden werden. Man einigte sich auch darüber, wieviel Erwerbslose aus dem Kreis Gelnhausen und wiev'.el aus dem Hessischen D.schästigung finden sollen Die Vertreter der Arbeitsämter sagten zum Schluß der Verhandlungen, an denen seitens der Kleinbahn Landrat Delius und Direktor C o r d e s teil- nahmcn, entgegenkommendste Prüfung zu Seitens der Arbeitsämter wurde auch festgelegt, daß Arbeitslose aus solchen Gemeinden, die sich an dem Dahnbau nicht mit Aktien beteiligten, zur Arbeit nicht zugelassen werden sollen. Wie wir weiwr erfahren, wird im Laufe der kommenden Woche die landespolizciliche Prüfung und Erörterung der Einbrüche gegen das Projekt durch Kommissare des Regl.rungsprästdenten fta'.t.inDcn und dabei die endgültige Linienführung festgelegt werden. 244071 253304 395719 396203 20 ®rt» mne >u 2000 45754 69964 76446 98422 147932 243211 2M483 265500 .333095 384805 fleben, als die Annahme, daß solche Betätigung von den Aufgaben der Schule abzieht. Es wird im Ge- genteil zu beobachten sein, daß sie das nervöse Kind stärker und geeigneter macht, diese zu bemal» ^Wesentlich schwieriger als im Hause, wo die In. dividualität des Kindes weitgehende Berücksichtigung sinden kann, ist die Behandlung des nervösen Km» des in der Schule. Wenn auch der Prozentsatz nervöser Kinder in der Klasse recht bedeutend .st, kann sich das allgemeine Niveau nicht auf diese einstellen, sondern muß den Gesunden angemessen sein. Eine besondere Schwierigkeit bietet auch, daß die nervösen oft geradezu ein störendes Element, aller- dings ohne jedes eigene Verschulden, bilden. Es 'st eine sehr schwere Aufgabe für den Lehrer, ihre plotz- Heben triebhaften Handlungen, die unvorhergesehenen Hemmungen, die unter Umständen den geregelten Verlauf des Unterrichts empfindlich stören können, richtig einzuschätzen. Er muß sich hier bewußt fein, daß das schulnervöse Kind in dieser Beziehung nicht seinen Altersgenossen gleichzusetzen ist, wndern mehr Aehnlichkeit mit viel jugendlicheren Kindern aufweist. An die Stelle einer Bestrafung muß hier die milde Beruhigung und Aufmunterung treten. SSuitbet* Pa-rniM« . . Dftmede ..... » «ei. Bianzkokl..... fictnbetp ........ Xeliflof' Galbbol ... ßellftoTi «ichaii nbura . . ^bdriottrnburger Äw!» . Sei lauer iflai ... Daimler «JJotoren ... $ruild>e Linoleum . . . iMülrtilnenbau ii.-V. . • • rin . U. 0 i ■ • • l'Uoil nnero ... Sat iflutomob* .... Cwnftein 4 Coppd ... V-onharD ttt|..... Bsentto • • e • ,trann IXwchme» . . • . ®nynet . • . • • beQitflenftaeu ..... jungban«. .... ilrdimerte iltainltaitroerL- ©840 a. R. Diiag. 386213 387896 198 tferoi n» w 300 an 8233 21340 22618 28124 28223 28970 33722 40469 41129 42904 49013 54513 55588 55680 55880 57068 57793 61912 65898 67169 73404 74831 75827 80220 85901 98429 99485 I02062 102587 105440 106044 I19882 ----- ------ ------ 133909 135097 146794 395630 86 gewinn» »u 500 -M. 6486 6729 12187 60581 77075 83725 100263 115537 120154 ------ ------ ------ ------ 167288 2 Gewinn« »u 5000 TR. 284663 ----- 1B57 bis 6 Proz., teilweise auch darunter, und Mo- natsgekd mit 6,75 bis 8,53 Proz. notiert. Warenwechsel etwa 6 Proz. 3m Verlause verwies man einerseits auf die leichten Geldverhältnisse als anregendes Moment, während man auf der anderen Seite die ständig steigen öe Arbeitslosen« zisfer ungünstig kommentierte. So zeigte die Kursentwicklung kein einheitliches Bild. Tanken und Schissahrtswerte lagen Weiler abbröckelnd, während einige Spezialpapiere sich etwas erholen konnten. Reubesitzanleihe gaben aus 8,5 Prozent nach. Das Geschäft geriet aber völlig ins Stocken. Frankfurter Getreidebörse. Aus jede gezogene Nummer sind zwei glcicd hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableitungen I und II bruar. Der vorn Statistischen rechnete Aktienindex (1924 26 = 100) stellt sich für die Woche vorn 3. dis 8. Februar 1930 auf 122 9 gegenüber 122,0 der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 122 2 (122,8), Gruppe verarbeitende Industrie auf 110,9 (109,9), und Gruppe Handel und Verkehr auf 142,6 (140,9). Für den Durchschnitt des Monats 3anuar 1930 ist der Index mit 120,0 gegenüber 115,2 im Durchschnitt Dezember 1929 ermittelt, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie mit 119,5 (112,3), Gruppe verarbeitende Industrie mit 109,3 (105,1) und Gruppe Handel und Verkehr mit 139,4 Frankfurt a. M., 12. Febr. Tendenz: zurück- haltend. An der Vormittagsbörse herrschte weiter st arte Zurückhaltung infolge der Annahme, daß auch heute keine Aufträge eingchen würden, chinsichtl'ch der Beratungen im Reichstag über den foungplan war man jedoch beruhigter, so daß im Grundton der Börse eine W i d e r st a n d s s ä h i g- keit zu erkennen war. Zu Beginn des offiziellen Marktes hatte dann die Börse eine wieder etwas zuvers ichtlicher e Stimmung, und die Spekulation war für einige günstige Momente wieder empfänglicher. Vor allem fanden die günfti» gen Geldmarktverhältniffe und weitete Zufammenschlußbeftrebungen bei den Internationa« Doww 6eretni(iie Stabln» Oioo M'neu - . U Ro roerfr flidjfWiebe» . . Ra werte üJeftereflem . . . Roj ®> । e SaliDeiiurtb ■ • J » Harden-InoukM. . . Tnnamtt 9?oba ....... StbetDeanilaU ........ eolDirhrntOi ........ flatgeriroede ........ IReiouaeieMchatl ...... Bvuwv f>o imaim • • • . iemen werf öetoelbetg . • . 15 18 16 14 iflH .z . 8 . 9 Wirtschaft. Gchweinemarkt in Gießen. Zum heutigen Schweinemarkt in Gießen waren 224 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Der Handel war anfangs sehr lebhaft, flaute aber spater ab. Händler waren aus Baden und Westfalen erschienen, Käufer waren auch ziemlich vorhanden. Es wurden nachstehende Preise bezahlt: Ferkel, vier bis acht Wochen alt, 35 bis 50 Mark, Ferkel, acht bis zwölf Wochen alt, 50 bis 58 Mark; Läufer, zehn bis zwölf Wochen alt, 50 bis 80 Mark. Aukgesuchte Ware erzielte Preise über Notiz. 3n der heutigen Bormittagsziebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn. |U 50000 TR. 244709 2 Gewinn» in 10000 M. 170866 4 Pctolnn« in 5000 M. 118468 1 77643 14 »ftoinnf .u 3000 M. 85561 149601 21'039 In ganz Italien rüstet man sich für die innerungsseier, die dem vor 20)0 Jahren borenen Virgil, „bem Dichter der Felder des Imperiums", gewidmet sein soll. 21. April wrrden durch befähigte Redner in allen wichtigen Städten des Reiches Gedächtnisan- fprachen gehalten werden. Vom 1. bis 15. Oktober folgt bann der Zyklus der eigentlichen Gedächtnisf'.iern, die ihren Höhepunkt in Mantua, Reapel und Rom finden. In Mantua wird dem Virgil u. a. ein Hain geweiht und eine Aufstellung von Inkunabeln und Werken Dirg.ls gezeigt werden. In Reapel findet die Feier an dem restaurierten Grabe Virgils statt, das eine neue Zugangsstratze erhält. In Rom wird das Mitglied der Kgl. Akademie von Italien Ettore Romagnioli den Geist Virgils auf dem Capitol beschwören. Außerdem wird eine befon- bere Rundfahrt auf einem Dampfer veranstaltet, der alle Plätze anlaufen soll, die in der Aeneide erwähnt sind: wie die Seylla, den Aetna. Syrakus, Gaeta, Ostia usw. Auf dem Dampfer w:rb ein Mitglied der Kgl. Aiade.nie von Italien täglich Vor trage zu den enlsprechrnden Abschnitten der Aeneide halten. Frankfurt a. M.. 12. Febr. Am heutigen Produktenmarkt war die Stimmung trotz höherer Auslanbnotlerungen lustlos. Das Angebot von Inlandware war sehr gering, und We zen konnte daraufhin geringfügig anziehen. Roggen war aber im Preise eher rückgängig. Die übrigen Preise erfuhren kaum eine Aenderung. Cs wurden notiert: Weizen 26.35, Roggen 17.75 bis 17,50, Sommergerste für Drauzwecke 18 bis 18,25. Hafer, inlänb. 16 bis 16,25, Mais (gelb) für Futter- .......................o- - m . zwecke 16 bis 16.25, Weizenmehl, süddeutsches len Schwachstromunternehmungen Beachtung. Die spezial 0 39,25 bis 40, Roggenmehl 25,50 bis Mehrzahl der Auslandbörsen war gestern wohl 2?, Weizenkleie 8, Roggenkleie 8,25 bis 8,50. schwächer veranlagt, dies wurde aber nicht mehr I lustlos, so deprimierend empfunden, da auf der anderen Seite einzelne kleine Aufträge später eingegangen fein sollen. Nur Siemens konnten hiervon profitieren und 2 o. H. fester eröffnen. Sonst waren von Elektrowerten nur noch (Beffürel bei einem unoer» WSR. Wetzlar, 11. Febr. Heute mittag änderten Kurse notiert. Am Farbenmarkt lagen I.- wurde der neue städtische Schlachth 0 f G.-Farben 1 v. H. fester. Im übrigen war das G e - durch einen Festakt feiner Bestimmung übergeben, schäft weiter äufjerft minimal, da die Das Objekt hat einen Kostenaufwand von Kulisse keine Neigung zeigte, irgendwelche Dcckun- 1,4 Mill. M k. erfordert und ist in ettoa ein- gen vorzunehmen. Gegenüber der gestrigen Abend- jähriger Bauzeit erstellt worden. Der Bau er- börfe war die Kursgestaltung im großen und gan- | folgte auf eine Auslage der Regierung hm. bte ■ cn nicht einheitlich. Don Montanwerten waren den bisher bestehenden Schlachthof der Metzger« Nansfelder 2 v. H. schwächer, ohne daß jedoch Innung für unzulänglich erklärte. Bei der Erbringendes Angebot zu verzeichnen gewesen wäre, stellung des neuen Schiachthofes. der in moder- Klickner blieben knapp gehalten. Einiges Interesse nem Klinkerbau ausgeführt ist und m seiner bestand noch für Zement Heidelberg, die sich bessern Inneneinrichtung einen der modernsten Schlacht- konnten Bankwerte lagen zumeist etwas niedriger. Höfe Deutschlands darstellt, ergab sich eine Am Rentenmarkt war die Umsatztätigkeit etwas re- Kostenüberschreitung von ettoa ger Türken waren stärker angeboten. Anlaß hierzu 400 000 M k. Infolgedessen bi.dete das Pro- i,ot eine Meldung, wonach die türkische Regierung jekt den Gegenstand scharfer Kr tck der Oefsent- ihren Zahlungen nicht voll nachkommen kann, da lichkeit. Vor allem nimmt das Metzgergcwertx» onst eine Gefährdung der Währung zu befürchten Wetzlars gegen den Entzug ihres Sch.achtho.es ei D es entspricht wohl nicht einem Moratorium, der durch die Eröffnung des neuen M-ge-egt doch rechnet man damit, daß ein Antrag in dieser wird, sowie gegen die Fest.etzung der Schlacht- Beziehung nicht mehr lange auf sich warten lassen hosgrbühren Steteung. die dadurch daß sich das wird Anatolier, Bagdad und Zolltürken verloren Objekt selbst tragen soll, bedeutend hoher sind erneut bis 1,25 v.H. Im Verlaufe wurde die Ten- als seither. Die Metzger haben an den Cm- dcnz wieder von einer ft ä r t e r e n L u st l 0 s i g - to ihungsfeierlichkeiten nicht tei.genommen und feit beherrscht. Siemens waren eher wieder an- schlossen -um Protest für mehrere geboten und mußten ihren Anfangrgewinn fast wie- Stunden ihre Deich äfte. D^Stadtzahlt der hergeben Das Gesck)äft kam zeitwe se vollkom- für den alten Innung-fch.achthof eine Abfindung men zum Stillstand. Nur für einige Spezialwerte von 9000 Mk. erhielt sich geringe Nachfrage, und diese Werte blie- ben gegen Anfang gut gehalten, während die Mehrzahl der Papiere unter Anfangsniveau standen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 v. H. unverändert leicht. Am Devisenmarkt lagen Devisen gegen Mark fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4 1915, gegen Pfund 20,371, London gegen Kabel 4,8625 gegen Paris 24.20, gegen Mailand 92 90, gegen Madrid zirka 37,55, gegen Schweiz 25,20, gegen Holland 'ranHurt o w iherflr Banknoten. . 4> u» U 11 / 12 / 6'/. 1 lu 16 12 . 6 . V . 6 . 6 . 8 103.6 213 216 360 165.13 '49 71.5 78.25 112 166 78 - 'U3.65 59.9 360 165,75 78.25 72 77-9 112.5 103.5 595 215 359 166 72 77 5 113 25 iranlfun a W veett. ’ranlhin o " Berit. -iliub* Ui> Oure । flur i kur ! timonfl. flut. dl uv- U eure flur 5e Serie 1 8% ilraidL Hnv.-Banl Golvplc XIII untünDbiH l)lo 1934 . 7% Knnitl Hnp -Ban» «oldvlc unlündboi bis 1932 . . . 4K% Rbeiiiliche Hyp.-Banl yiqu. ÖelPUie...... . . . 8% ■yt. L'tndeöpsanbbrtelansiali Psaiivbrlcse R. 17 - - - - - 8% Pi. L>'nvccvlanvbr1clanllalt Aonim.-Lbl. R- 16 . . . - - 7% fit. LlmveevlanbbrlelanliaU, fisanvlirlele R. 10 O.C G. cbg. r>otirieü>Lvltganon nidtabltiar 1932 - ■ 4% OeNerrelchilche «oldtte. 4.20»o Cfflcn -llbctr;- 4% OeNerrelckUche Einheitliche Henle.......... 4% Unnarttoe Golbtte . . ■ 4% Nnaoniche Staat«. »■ Wlv ♦ Vi% twfll. oon 1913 . . - «% Ungaiiidie flronentte.. ■ 4% lürL flolianltlbe v. 191t 4% türtiidx Bagvaobahn-An Serie 1. 4% beefll. Serie 11 6% RumSnilche vereinb Rente oon 1903 ' . . . . iVi“"« >» mlntiche vereind Rente von 1913 ...... «umant* veretrih. üi«ie 87.5 57.2 53 8.65 87.75 50 506 96,5 85,75 83.4 97 94,5 88,5 94 27,5 4,7 25 22,75 2,55 6.75 7 10,75 8.55 II | ää £ 1 1 Sä 1 II 1 1 I I । । । » < 1 1 1 87,5 97.5 52.9 4.7 88 50.25 97 94 89 27.75 2.4 24.9 22 75 23.8 2-5 6.75 6,8 6.75 10,8 17.13 8.65 II 1 ml ^'äml II 1 1 1 1 1 1 । । । । ~^ । । e 4 s i 1 V L 1 1 5 i » i? e Ü F c ( ö ( amduta-Amenla fiatei amb Süvam Damvl'ch - e anrn Xatrn fltiill.....1* otddeuljchet Llovd.....' UH Deuiichc Utedttang. . - 1< jarmer fianlvereln ... i1 jerliner Hanvelsgeielllch. . - U ommerz- und firioai-fian! > Darmfi. u. NanonalbaM . 1 ^eui>che Bank ...... 1 uconio.KcieUlchalt.Ant. - 1' )iceonct Ban!......1 eittebani ......1 -C.0......... ersimann . . lehr. Lleierunfllseleilichatl ' Ich« und flrasi 1 eilen ch Guilleaume. ... 7^ ie>. 1 Eiektc. Uniera.. ... 10 amb tiltftr -Wette .... 1 dein Elekti ....... -ch'ei Sie', ......1" idiuden 4 (Jo. .....H immens & vaiske.....>6 admevec 4 (Jo.......1° ............. • • • >eutlche Erbil . ...... r wiener Steiniohle Irlientirdicnct haroener. .”. ...... 0 >oeich Eilen........6h Ilie Bernban . ...... 1° tiochirnvette .... ISin Neueiien . • • • j Hannecman -Rbdre» .... 7 lionHclMi Bergbau.....■ :vench'ei iti.en.eoati • • . • Öbcridilei. Koiswette..... Bbönlr Aerabau......6H Kbc ni।rh-’ BvautUohlen. . . 10 übctnfiab. . ...... .............. 104.4 105.75 124 130 193 '60.5 239,25 151.75 151.75 153 25 305.5 179 167 169 127.5 172 70.5 171 75,75 138 i37.5 '07.5 '08,5 104 103.9 122 75 129.5 172 272.5 106.75 108.5 104 170 106 124 130 19'2.5 160.5 238-5 151.5 151.5 153 305.5 179.25 207 166 168.5 127,75 172.25 135.25 142 169 187.5 272 171,9 75,75 M.75 I35.7o 138 137.65 H2.1« ,46,: '07.25 Hl 109 110.5 102.25 104.5 246,5 '17,75 103,5 104.25 122 75 129,5 190-5 160 238,5 150.75 152 5 305.13 179 207 167 1675 127 172 142.5 168.5 187.5 271,75 1» 104,5 138.13 112.13 246,25 107 110 108.75 110 102 13 104.5 144 5 117 99 98,75 11 Aroiuai 12 Aebruai 87,9 timii'di bwiuni •Ullltlhl» Mui i tuug Keu «nei bett «ri , 773.75 274 «mit.» Non '67.85 168,19 167.77 168,11 210 210 Buen.-Atre« 1.603 1.607 1.597 1.601 — Bril Äniw >8,285 58.405 58.31 58,43 169 168.25 Chrifttania 111.72 111.94 111.74 111,96 211 210,5 .floDznbaa'ti 111.99 112,21 111.99 112.21 153 — gtodbolm 112,21 112,43 112.25 112.47 <07.5 107,25 6elfinafor5 10.52 10.54 10,523 10.543 175 174.5 jiQlien - 21.91 21,95 21,91 21.95 39.25 39 Vonbon. . 70,351 20.391 20.35 20,39 48.75 - Neurwrk . . 4,185 4,193 4,1865 4,1945 - 45.75 VariS. - . 16,38 16.42 16,385 16,425 — Schweiz . . 30.765 80.925 80,75 80,91 — — Sva t:n 54,20 54.30 53.3, 53.40 — — Jovan 2,056 2.060 2,054 2.058 -6,5 76.25 »io de Jan 1.468 0,470 0,466 0.468 161 160.75 Äien in 59.055 356 355 Cefl- abatft 58.92 59.04 58,935 firag 12.385 12,405 12.388 12.403 42 Belirad 7.370 7.384 7,370 7.384 50,5 * fiubap:ft 73,14 73.28 73,14 73,28 — Bul arten 3.027 3,033 3,027 3,033 46,75 — HtOabon 18.78 18.82 18.78 18.82 - Tandg 81.32 81.48 81.32 81,48 — — I wpnft ntln- 1.918 1.922 1.903 1,907 130 130 91 tben 5.41 5.42 5.415 5,425 Eanoda 1.154 4.162 4,152 4,160 220 | Urn uag 3,646 3.654 3.646 3,654 157.75 • 1 idtro . 20,87 20,81 20.87 20.91 Leivemwett »atiftoM . . . iSaup e ,vi 0 -ifl • • • • Oer Heilsarmeegeneral in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M., 11. Febr. Der oberste Führer der gesamten Heilsarmee der Welt. Edward Higgins, der Nachfolger Vramwell Vooths, weilte fjeutc in Frankfurt. Er wurde heute nachmittag in der Geschlechter- stube des Römers bei einem Tee von einem Komitee begrüßt und bei dieser Gelegenheit von Bürgermeister Gräf namens der Stadt willkommen geheißen. Auf einer von etwa 2000 Personen besuchten Heilsarmeekundgebung sprach Higgins abends im Saale des Palmengartens. In etwa anderthalbstündiger, in englischer Sprache vorgetragener Rede schilderte er das Werk der Heilsarmee. Die Heilsarmee arbeitet heute in 85 Ländern der Erde. In 59 Sprachen wird das Evangelium von mehr als 30 000 ausgebildeten Offizieren verkündigt. 108 Zeitschriften erscheinen periodisch in einer Auflage von einer Million. 6250 Offiziere arbeiten allein in den Sozialanstalten der Armee. Fast eine Viertel Million armer Menschen schlafen allnächtlich unter dem schützenden Dach der Heils- armee. In Deutschland gibt es 285 Stationen (Korps), Sozialanstalten usw., vier Logisheime für alleinstehende Mädchen und Frauen, ein Wöchnerinnenheim, fünf Mädchenheime für Gefährdete, zwei Kinderheime, ein Altersherm für Frauen, zwei Fürsorgebureaus für Gefangene, ein Rachforschungsbureou für Vermißte und Verschollene, 26 Männerheime für Arbeits- und Obdachlose, sowie Logisheime, in denen, um nur eine Zahl zu nennen, im vergangenen Jahr weit über zwei Millionen Mahlzeiten verabreicht wurden. Das aus Berlin anwesende Staatsorchester in Uniform bestritt den musikalischen Teil der Kundgebung, an der auch viele Richtangehörige der Ailsarmee als Gäste teilnahmen. Oer neue Wiesbadener Oberbürgermeister. WER. Wiesbaden, 11. Febr. In einer nicht immer harmonisch verlaufenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, die sogar einmal unterbrochen werden mußte, weil von der Galerie eine Stinkbombe in den Saal geworfen worden war, wurde heute unter 84 Bewerbern Stadtverordneter Rechtsanwalt Krücke, Wiesbaden (D.V.P.), zum Oberbürgermeister gewählt. Für Krücke stimmten die eigene Partei, das Zentrum, die Wirtschaftspartei und die Sozialdemokraten. Gegen ihn waren die Rational) ozialisten, Deutsch- nationalen, Demokraten und Kommunisten. Der neue Oberbürgermeister, der seit 1914 der Wiesbadener Stad v:rordnetenver?ammlung angehört, ist 1880 in Limburg a. d. Lahn geboren. Politisch betätigt er sich auch noch im Kommunallandtag d:s R girrung^b z'rls Wiesbaden und im Provinziallandtag der Provinz Hessen-Rassau. An einer verschluckten Gräte gestorben. WSR. Bad Homburg, 10. Febr. Im Alter von 59 Jahren verstarb der Dad Homburger Rechtsanwalt Dr. Wolff. Dor einiger Zeit hatte er eine Fischgräte verschluckt, die sich im Darm querlegte und mehrere D a r m - wände durchbohrte. Eine Operation konnte chn nicht mehr am Leben erhalten. Der Verstorbene gehörte seit mehr als zwei Jahrzehnten dem Homburger Stadtparlament als Vertreter der Deutschen Volkspartei an und galt als bester Kenner und Mitarbeiter der Homburger Koma munalpolitik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) TB. Re. Wenden Sie sich in Ihrer Angelegenheit unmittelbar an das Reichspatentamt in Berlin, oder einen Patentanwalt. Einzelne Firmen können wir aus naheliegenden Gründen nicht empfehlen. 21. Ein Mieter ist nicht berechtigt, sich ohne Ge- nehmiaung des Hauseigentümers einen besonderen Schlüssel anfertigen zu lassen für Räume, die abwechselnd der Allgemeinheit für besondere Zwecke zur Verfügung stehen, z. B. zu dem für Wäschetrocknen bestimmten Bodenraum. Beim Abhandenkommen von Wäschestücken setzt sich außerdem der Schlüsselbesitzer einer besonderen Verdachtsgefahr aus.__ <ßanftovinSÄ PASTILLEN firiDDe ■ fACDIOINIUMDiarVAT) ■ Kalk Grau- und Weiß-Stück von bester Quali tät und größter Ereiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 3659. 176D Cafe Amend Heute abend: Sonder-Konzert Anschließend Tanz mH verstärkter Hans-Kapelle (7 Herren) 1. Dem Lenz entgegen, Marsch..................Blankenburg 2. Seid umschlungen Millionen. Walzer.........................Strauß 3. Ouvertüre z. Oper „Martha“ .-Flotow 4. Ffintasie aus der Oper -Tiefland“...................d’Albert 5. Toreador et Andalouse...Rubinstein 6. Iinproinptuni As .........behüben! Klaviersolo Klayiervirt. Erich Weber| 7. Zigeuner weisen............Sarasate 8. La Canarl...................Poljakin Geigensolo Violinvirt.Knud Dalgaard Am Flügel.............Erich Weber Gesellschafts-Tanz! 7 Herren — Moderne Jazzmusik Dunkler Anzug erbeten 1240D Stickereien und l047A Spltzen-Reste besonders billig bei R.G.Grode Frankfurter Straße 19 Qualitätsware! 01ÜUU Frische Fische u. Filets B llifll Größte Auswahl! Billig Fischhaus Cuxhaven Harkistr. 14 Telephon 2417. Donnerstag, den 13. Mflrz 1930 Fasel-Markt in Butzbach sowie Pferde-, Zuchtvieh-, Schweine-, Ziegen-Markt und Fohlen-Schau Es findet eine große Prämiierung von Pferden, Fohlen, Kühen, Rindern, Schweinen und Ziegen statt Namhafte Geld- und Ehrenpreise stehen zur Verfügung. Nachmittags 2 Uhr: Reichhaltige Verlosung Preis des Loses 1 Mk. Die Gewinne bestehen aus Rindern, Schweinen, Rasse- hühnem, landw. Geräten sowie Haus- haltungs- und Einnchtungsgegenständen. Ab 4 Uhr nachmittags TANZ in den hiesigen Tanzsälen Hauptvertrieb der Lose durch R. Ploch, Weiseierstraße 49 Anmerkung: Die BuUen-Auktion des Land- wirtsdiaftskanimer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen findet bereits am Tage vorher, also am 12. März, vormittags von 10 Uhr ab statt. 1258V Bund Haus und Schule Familien-Abend Freitag, den 14. Februar, abends 6 Uhr, im Johannessaal Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Pfarrer Kn ab, Mainz-Gustavsburg, über: „Eine Diasporafahrt durch Jugoslawien“ Ferner: 1224C Das reichhaltige Beiprogramm und Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt RuhigesHeimmitKüchenbenutzung Ein zwerchfellerschütterndes Lustspiel in 8 Akten. Mit der großen deutschen Starbesetzung: Henry Bender, Elisabeth Plnajetf, Kun Vespermann, Ida Wüst, Albert Paul g, Lucle Englisch, Ida Perry, Fritz Schulz, Emmy Wyda, Heinrich Gotho. Astoria-Lichtspiele Heute letzter Tag: Der Kampf um Mitternacht Ab morgen bis einschl. Sonntag bringen wir vielfachen Wünschen entsprech und des großen Erfolges wegen: Harry Piel m Sein bester Freund bei kleinen Eintrittspreisen. Ferner das reichhaltige Beiprogramm. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute letzter Tag: Harry Piel n Sein bester Freund Ab morgen bis einschl. Sonntag: Das Mädel von der Operette Bieter Theater-Vereinigung s Samstag, den 15. Februar 1930 Preis-Maskenball im Katholischen Vereinshaus Eintritt: Vorverkauf Mk. 1.50, Abendkasse Mk. 2 — Karten im Vorverkauf zu haben: Kath. Vereinshaus, Modehaus Karl Nowack, Kaufhaus Elsoffer, Schuhhaus H. Pfeiffer, Wolkengasse, im Wasserhäuschen Frankfurter Straße, und bei den Mitgliedern. — Die Preise sind bei der Firma Modehaus Carl Nowack, Seltersweg, ausgestellt 0905 (P STUD EN REISEN DURCH NORDAMERIKA KALIFORNIENREISE, QUER DURCH AMERIKA, ZUROCK DURCH DEN PANAMAKANAL vom 27. Febrvor bl» 29. April / Kajütenkia»»* RM. 3985 DRITTE VOLKSTÜMLICHE STUDIENREISE vom 20. März bi» 22. April / 3. Kajüte für Touristen RM. 1990.- FONFTE ALLGEMEINE STUDIENREISE vom 20. Mörz bi* 24. April / 1. Klone RM. 3525.- ZWEITE STUDIENREISE DES EINZELHANDELS vom 28. März bi» 2. Mol / 3. Kajüte für Touristen RM. 2200.- GROSSE RUNDREISE DURCH DIE VEREINIGTEN STAATEN MIT BESUCH DER SCHÖNSTEN NATIONALPARKS vom 8. Juli bl» 4. September /1. Kla»»e RM. 5850.- SECHSTE ALLGEMEINE STUDIENREISE vom 8. Juli bi» 15. Augu»t/1. Kajüte RM. 3200.- VIERTE VOLKSTÜMLICHE STUDIENREISE vom 10. Just bb 8. August / 3. Kajüte für Tourbten RM. 1890 - DRITTE STUDIENREISE DEUTSCHER AKADEMIKER vom 24. Juli bb 22. Auguit / 3. Kajüte für Touristen RM. 1805.- ERHOLUNGSREISE NACH FLORIDA UND CUBA vom 16. Oktober bb 28. November / 1. Klone RM. 4550 - AuOerdem beiender» billige Studienreben nodi den Vereinigte« Staaten unter Senutzung der für Touristen geeigneten 3. Klasie von RM. 850 • aufwärts Auskünfte und ausführliche Prospekte durch di* HAMBURG-AMERIKA LINIE Hamburg 1, Alsterdamm 25 Gießen, Hapag-Reisebüro Loeb, Seltersweg 93, Ecke Südanlage Giefeener Konzertverein SECHSTES KONZERT Donnerstag, 13 Februar 1930,20 Uhr,Stadttheater 2. Symphonie-Konzert Das Meininger Landestheater-Orchester Leitung: Dr. Stefan Temesvary Solistin: Paula Hegner (Klavier) Gluck, Ouvertüre zu Iphigenie — Mozart, Klavierkonzert Es-Dur — Brahms, Vierte Symphonie E-Moll Der Konzert-Flügel »Blüthner« ist aus dem Pianolager Schönau. Seltersweg 91 Eintrittskarten: Mk. 5.00, 4.00 und 2.50 bei Ernst Challier (Fernruf 2671) und abends an der Kasse. — Studentenkarten Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis iuo3ü Die bereits für 23. 1 gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit Lurnlehrenmen-Semmar. Wir beabsichtigen, in Verbindung mit dem Institut für Leibesübungen an der hiesigen Universität ein Turn- lehrerinnen-Seminar zu Ostern 1930 zu eröffnen. Für die Aufnahme in diese Anstalt kommen in Betracht: 1. Bewerberinnen, die bereits eine Lehramtsprüfung abgelegt Haden, und 2. wenn noch platze frei sind auch solche Bewerberinnen, die die ZReife eines Lyzeums (höhere Mädchenschule) oder eine gleichwertige Dorbildung besitzen und mim bestens 18 Iahre alt sind. Anmeldungen und etwaige Anfragen sind an die unterzeichnete Stelle zu richten. * Oer Dorstand des Mce-Echulvereins zu Gießen. CafeAstoria HEUTE 8'/, Uhr abends laoanisches Blütenfest! 5 Joshitomos spielen zum Tanz U0O3 Lani>bwi um jedem Kunden Gelegenheit zu geben, sich von der Güte und QuaNtat au über- zeugen, verkaufe tdj 14 Tage 4-Pfd.-Uatb zu V)O W* SO. Kalbfleisch Liebigstr. 60 / Telephon 3665. Avis iör iDlelligeole Personen Männer nnd Frauen O Durch Parteienbeauch — dieWege werden Ihnen gewiesen—kann inantflglich 6-10 verdien. Nur ehren werte Person., die wirklich in.Eifer arbeite mö -en sich möld.unt. „Sofort Verdienst F.M 5i43"a.Ala Hassens:ein & Vogler, Frankfurt M. uättV bekannten bekannten Neuen weg 23, Telf- 3573. Vertrauens- Quahtatvn Xeas wx Donnerstag, den 13. Februar, nachmittags 2 Llhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg dahier zwangsweise geg. Barzahlung: einen Vervielfältigungsapparat, einen Eisschrank, zwei Sofas, zwei Regulatoren, einen Bilderschrank, vier Büfetts, drei Kredenzen, vier große Bilder, einen Küchenschrank, zwei Kassenschränke, eine Registrierkasse, drei Schreibtische, einen Wäscheschrank, eine Waschmaschine zwei Herde, zwei Gasherde, zwei Klaviere, eine Friseurtoilette, eine Doppel- schreibladenkasse, einen Diwan mit vier Sessel, vier Chaiselongues, zwei Tische, 14 Stühle, einen Trumeauspiegel, eine Nähmaschine, ein Vertiko, zwei Bücher- schränke, eine Kommode, eine Schreibmaschine, einen Teppich, eine Standuhr. v»vausgcht«